Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels XIGDUO 5mg / 1000mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Xigduo 5 mg/850 mg Filmtabletten
Xigduo 5 mg/1000 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Xigduo 5 mg/850 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält Dapagliflozin-(2S)-Propan-1,2-diol (1:1) 1 H2O, entsprechend 5 mg Dapagliflozinund 850 mg Metforminhydrochlorid.
Xigduo 5 mg/1000 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält Dapagliflozin-(2S)-Propan-1,2-diol (1:1) 1 H2O, entsprechend 5 mg Dapagliflozinund 1000 mg Metforminhydrochlorid.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Xigduo 5 mg/850 mg Filmtabletten
Braune, bikonvexe, 9,5 x 20 mm große, ovale Filmtabletten mit der Prägung '5/850“ auf der einen und der
Prägung '1067“ auf der anderen Seite.
Xigduo 5 mg/1000 mg Filmtabletten
Gelbe, bikonvexe, 10,5 x 21,5 mm große, ovale Filmtabletten mit der Prägung '5/1000“ auf der einen undder Prägung '1069“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Xigduo ist bei erwachsenen Patienten für die Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus indiziert als
Ergänzung zu Diät und Bewegung:
* bei Patienten, bei denen der Blutzucker mit der maximal verträglichen Dosis von Metformin alleinunzureichend kontrolliert wird
* in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes bei Patienten, die mit
Metformin und diesen Arzneimitteln unzureichend kontrolliert sind
* bei Patienten, die bereits mit der Kombination aus Dapagliflozin und Metformin als separate
Tabletten behandelt werden.
Zu Studienergebnissen im Hinblick auf Kombinationen von Behandlungen, die Wirkung auf die
Blutzuckerkontrolle und kardiovaskuläre Ereignisse sowie die untersuchten Populationen, siehe
Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungErwachsene mit normaler Nierenfunktion (Glomeruläre Filtrationsrate [GFR] ≥ 90 ml/min)
Die empfohlene Dosis beträgt eine Tablette zweimal täglich. Jede Tablette enthält eine fixe Dosis von
Dapagliflozin und Metformin (siehe Abschnitt 2).
Für Patienten, die mit einer Metformin-Monotherapie oder mit Metformin in Kombination mit anderen
Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes unzureichend kontrolliert sind
Patienten, die mit Metformin allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung des
Diabetes unzureichend kontrolliert sind, sollten eine Tagesgesamtdosis von Xigduo erhalten, die 10 mg
Dapagliflozin entspricht, zuzüglich der Tagesgesamtdosis von Metformin oder der Dosis, die dertherapeutisch angemessenen Dosis am nächsten kommt, die bereits eingenommen wird. Wenn Xigduo in
Kombination mit Insulin oder einem insulinotropen Wirkstoff, wie einem Sulfonylharnstoff, angewendetwird, kann eine niedrigere Dosis des Insulins oder des Sulfonylharnstoffs in Erwägung gezogen werden,um das Risiko für eine Hypoglykämie zu senken (siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).
Für Patienten, die von separaten Dapagliflozin- und Metformin-Tabletten umgestellt werden
Patienten, die von separaten Tabletten mit Dapagliflozin (Tagesgesamtdosis 10 mg) und Metformin auf
Xigduo umgestellt werden, sollten die gleiche Tagesdosis von Dapagliflozin und Metformin erhalten, diesie bereits einnehmen bzw. die Metformin-Dosis, die der therapeutisch angemessenen am nächstenkommt.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungVor Beginn der Behandlung mit metforminhaltigen Arzneimitteln und danach mindestens einmal jährlichsollte die GFR ermittelt werden. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko einer weiteren Progression der
Nierenfunktionsstörung und bei älteren Patienten sollte die Nierenfunktion häufiger, z. B. alle3 - 6 Monate, kontrolliert werden.
Die tägliche Maximaldosis von Metformin sollte vorzugsweise in 2 - 3 Tagesdosen aufgeteilt werden.
Bevor der Beginn einer Behandlung mit Metformin bei Patienten mit einer GFR < 60 ml/min in Erwägunggezogen wird, müssen zunächst Faktoren bewertet werden, die das Risiko für das Auftreten einer
Laktatazidose (siehe Abschnitt 4.4) erhöhen können.
Falls keine angemessene Stärke von Xigduo erhältlich ist, sollten statt der Fixdosiskombination die
Einzelsubstanzen angewendet werden.
Tabelle 1. Dosierung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung
GFR ml/min Metformin Dapagliflozin
Die tägliche Maximaldosis beträgt Die tägliche Maximaldosis beträgt60-89 3000 mg. Eine Dosisreduktion sollte in 10 mg.
Abhängigkeit von der Abnahme der
Nierenfunktion in Betracht gezogenwerden.
Die tägliche Maximaldosis beträgt Die tägliche Maximaldosis beträgt45-59 2000 mg. 10 mg.
Die Anfangsdosis beträgt höchstensdie Hälfte der Maximaldosis.
Die tägliche Maximaldosis beträgt Die tägliche Maximaldosis beträgt30-44 1000 mg. 10 mg.
Die Anfangsdosis beträgt höchstens Die glucosesenkende Wirksamkeitdie Hälfte der Maximaldosis. von Dapagliflozin ist reduziert.
Die tägliche Maximaldosis beträgt10 mg.
Aufgrund begrenzter Erfahrung wirdder Beginn einer Behandlung mit< 30 Metformin ist kontraindiziert. Dapagliflozin bei Patienten mit einer
GFR < 25 ml/min nicht empfohlen.
Die glucosesenkende Wirksamkeitvon Dapagliflozin bleibtwahrscheinlich aus.
LeberfunktionsstörungenDieses Arzneimittel darf nicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen angewendet werden (siehe
Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)Da Metformin teilweise über die Nieren ausgeschieden wird und weil ältere Patienten eher eineverminderte Nierenfunktion haben, muss dieses Arzneimittel mit zunehmendem Alter mit Vorsichtangewendet werden. Eine Überwachung der Nierenfunktion ist notwendig, insbesondere bei älteren
Patienten, um einer Metformin-assoziierten Laktatazidose vorzubeugen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Xigduo bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis < 18 Jahrenist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungXigduo sollte zweimal täglich mit einer Mahlzeit gegeben werden, um die mit Metformin verbundenengastrointestinalen Nebenwirkungen zu vermindern.
4.3 Kontraindikationen
Xigduo ist kontraindiziert bei Patienten mit:
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile;
- jeder Art von akuter metabolischer Azidose (z. B. Laktatazidose, diabetische Ketoazidose);
- diabetischem Präkoma;
- schwerer Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min) (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2);
- akuten Erkrankungen, die potenziell die Nierenfunktion beeinflussen können, wie:
- Dehydratation,
- schwere Infektion,
- Schock;
- einer akuten oder chronischen Erkrankung, die zu einer Gewebehypoxie führen kann, wie:
- Herz- oder Lungeninsuffizienz,
- kürzlich erlittener Myokardinfarkt,
- Schock;
- Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2);
- akuter Alkoholvergiftung, Alkoholismus (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
LaktatazidoseLaktatazidose, eine sehr seltene, aber schwerwiegende metabolische Komplikation, tritt am häufigsten beiakuter Verschlechterung der Nierenfunktion oder kardiorespiratorischer Erkrankung oder Sepsis auf. Beiakuter Verschlechterung der Nierenfunktion kommt es zur Kumulation von Metformin, die das Risikoeiner Laktatazidose erhöht.
In Fällen von Dehydratation (schwerer Diarrhö oder Erbrechen, Fieber oder verminderter
Flüssigkeitsaufnahme) sollte Xigduo vorübergehend abgesetzt und möglichst Kontakt mit einem Arztaufgenommen werden.
Eine Behandlung mit Arzneimitteln, die die Nierenfunktion akut beeinträchtigen können (wie z. B.
Antihypertonika, Diuretika und nichtsteroidalen Antirheumatika [NSARs]) sollte bei mit Metforminbehandelten Patienten mit Vorsicht eingeleitet werden. Weitere Risikofaktoren für eine Laktatazidose sindübermäßiger Alkoholkonsum, Leberfunktionsstörung, schlecht eingestellter Diabetes, Ketose, langes
Fasten und alle mit Hypoxie assoziierten Erkrankungen sowie die gleichzeitige Anwendung von
Arzneimitteln, die eine Laktatazidose verursachen können (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).
Patienten und/oder ihre Betreuer sollten auf das Risiko einer Laktatazidose hingewiesen werden. Eine
Laktatazidose ist gekennzeichnet durch azidotische Dyspnoe, Abdominalschmerzen, Muskelkrämpfe,
Asthenie und Hypothermie, gefolgt von Koma. Bei vermuteten Symptomen muss der Patient die
Einnahme von Xigduo beenden und umgehend einen Arzt aufsuchen. Diagnostische Laborwerte sind einverringerter pH-Wert des Blutes (< 7,35), erhöhte Laktatplasmaspiegel (> 5 mmol/l) sowie eine Erhöhungder Anionenlücke und des Laktat/Pyruvat-Quotienten.
Patienten mit bekannter oder vermuteter mitochondrialer Erkrankung
Bei Patienten mit bekannter mitochondrialer Erkrankung wie Mitochondrialer Enzephalomyopathie mit
Laktatazidose und schlaganfallähnlichen Episoden (MELAS-Syndrom) und maternal vererbter Diabetesmit Hörverlust (MIDD) wird die Anwendung von Metformin nicht empfohlen, da das Risiko einer
Exazerbation der Laktatazidose und neurologischer Komplikationen besteht, was zu einer
Verschlechterung der Krankheit führen könnte.
Treten nach der Einnahme von Metformin Anzeichen und Symptome auf, die auf MELAS-Syndrom oder
MIDD hindeuten, ist die Behandlung mit Metformin unverzüglich abzusetzen und eine sofortigediagnostische Untersuchung einzuleiten.
Nierenfunktion
Die glucosesenkende Wirksamkeit von Dapagliflozin ist von der Nierenfunktion abhängig und ist bei
Patienten mit einer GFR < 45 ml/min reduziert und bleibt wahrscheinlich bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung aus (siehe Abschnitte 4.2, 5.1 und 5.2).
Metformin wird über die Nieren ausgeschieden, und eine moderate bis schwere Niereninsuffizienz erhöhtdas Risiko für eine Laktatazidose (siehe Abschnitt 4.4). Die Nierenfunktion sollte vor Beginn der
Behandlung und danach in regelmäßigen Abständen überprüft werden (siehe Abschnitt 4.2). Metformindarf bei Patienten mit einer GFR < 30 ml/min nicht angewendet werden und sollte in Situationen, die die
Nierenfunktion verändern, vorübergehend abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.3).
Bei älteren Patienten ist eine verminderte Nierenfunktion häufig und asymptomatisch. Besondere Vorsichtist in Situationen geboten, in denen die Nierenfunktion beeinträchtigt werden kann, z. B. bei Beginn einerantihypertensiven oder diuretischen Therapie oder zu Beginn einer Behandlung mit einem NSAR.
Anwendung bei Patienten mit Risiko für das Auftreten eines Volumenmangels und/oder HypotonieAufgrund des Wirkmechanismus steigert Dapagliflozin die Diurese, dies kann zu einer mäßigen
Blutdrucksenkung führen, welches in klinischen Studien beobachtet wurde (siehe Abschnitt 5.1). Dieskann bei Patienten mit hohem Blutzuckerspiegel ausgeprägter sein.
Mit Vorsicht sollte bei Patienten vorgegangen werden, für die ein Dapagliflozin-induzierter
Blutdruckabfall ein Risiko darstellen könnte, wie zum Beispiel Patienten, die eine antihypertensive
Behandlung erhalten mit einer Hypotonie in der Vorgeschichte, oder ältere Patienten.
Im Falle interkurrenter Erkrankungen, die zu einem Volumenmangel führen können (z. B. einegastrointestinale Erkrankung), wird eine sorgfältige Überwachung des Volumenstatus (z. B. körperliche
Untersuchung, Messungen des Blutdrucks, Labortests einschließlich Hämatokrit und Elektrolyte)empfohlen. Bei Patienten, die einen Volumenmangel entwickeln, wird ein zeitweiliges Absetzen der
Behandlung mit diesem Arzneimittel empfohlen, bis der Volumenmangel korrigiert worden ist (siehe
Abschnitt 4.8).
Diabetische KetoazidoseSeltene Fälle von diabetischer Ketoazidose (DKA), einschließlich lebensbedrohlicher und tödlicher Fälle,wurden bei Patienten berichtet, die eine Behandlung mit Inhibitoren des
Natrium-Glucose-Cotransporters 2 (SGLT-2) einschließlich Dapagliflozin erhielten. In einer Reihe von
Fällen zeigte sich ein untypisches Krankheitsbild mit nur mäßig erhöhtem Blutzuckerspiegel unter14 mmol/l (250 mg/dl). Ob eine DKA mit größerer Wahrscheinlichkeit bei höheren Dosen von
Dapagliflozin auftritt, ist nicht bekannt.
Das Risiko einer diabetischen Ketoazidose muss beim Auftreten von unspezifischen Symptomen wie
Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Bauchschmerzen, übermäßigem Durst, Schwierigkeiten beim Atmen,
Verwirrtheit, ungewöhnlicher Müdigkeit oder Schläfrigkeit in Betracht gezogen werden. Unabhängig vom
Blutzuckerspiegel sollten Patienten beim Auftreten dieser Symptome unverzüglich auf eine Ketoazidosehin untersucht werden.
Bei Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine DKA besteht oder eine DKA diagnostiziert wurde, ist die
Behandlung mit Dapagliflozin sofort abzusetzen.
Bei Patienten, die wegen eines größeren chirurgischen Eingriffs oder einer akuten schweren Krankheithospitalisiert werden, ist die Behandlung zu unterbrechen. Bei diesen Patienten wird eine Überwachungder Ketonkörperkonzentration empfohlen. Die Ermittlung der Ketonkörperkonzentration im Blut ist der
Ermittlung der Konzentration im Urin vorzuziehen. Die Behandlung mit Dapagliflozin kann fortgesetztwerden, wenn die Ketonkörperkonzentration normal ist und sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat.
Vor Beginn einer Behandlung mit Dapagliflozin sind Faktoren in der Anamnese des Patienten, die ihn füreine Ketoazidose prädisponieren könnten, abzuwägen.
Zu den Patienten, für die ein erhöhtes Risiko einer DKA bestehen könnte, gehören Patienten mit einergeringen Funktionsreserve der Beta-Zellen (z. B. Patienten mit Typ-2-Diabetes und niedrigem C-Peptidoder latentem Autoimmundiabetes bei Erwachsenen [LADA] oder Patienten mit anamnestisch bekannter
Pankreatitis), Patienten mit Erkrankungen, die zu eingeschränkter Nahrungsaufnahme oder schwerer
Dehydratation führen, Patienten, bei denen die Insulindosis herabgesetzt wird, und Patienten mit erhöhtem
Insulinbedarf infolge einer akuten Krankheit, einer Operation oder Alkoholmissbrauchs. Bei diesen
Patienten sind SGLT-2-Inhibitoren mit Vorsicht anzuwenden.
Die Wiederaufnahme der Behandlung mit einem SGLT-2-Inhibitor wird bei Patienten nicht empfohlen,die unter der Behandlung mit einem SGLT-2-Inhibitor zuvor eine DKA entwickelt hatten, es sei denn, eswurde ein anderer eindeutiger auslösender Faktor ermittelt und beseitigt.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Xigduo bei Patienten mit Typ-1-Diabetes ist bisher nicht belegt und
Xigduo sollte nicht für die Behandlung von Patienten mit Typ-1-Diabetes eingesetzt werden. In
Typ-1-Diabetes-mellitus-Studien wurde DKA häufig berichtet.
Nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän)Nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle von nekrotisierender Fasziitis des Perineums (auch als
Fournier-Gangrän bezeichnet) bei weiblichen und männlichen Patienten gemeldet, die SGLT2-Hemmereinnahmen (siehe Abschnitt 4.8). Hierbei handelt es sich um ein seltenes, aber schwerwiegendes undpotenziell lebensbedrohliches Ereignis, das einen dringenden chirurgischen Eingriff und eine Behandlungmit Antibiotika erfordert.
Den Patienten sollte empfohlen werden, sich an einen Arzt zu wenden, wenn bei ihnen die Symptome
Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Erythem oder Schwellungen im Bereich der Genitalien oder des
Perineums gleichzeitig mit Fieber oder Unwohlsein auftreten. Beachten Sie, dass im Vorfeld einernekrotisierenden Fasziitis Infektionen des Urogenitaltrakts oder Perinealabszesse auftreten können. Bei
Verdacht auf Fournier-Gangrän ist Xigduo abzusetzen und unverzüglich eine Behandlung (u. a. die Gabevon Antibiotika und chirurgisches Debridement) einzuleiten.
HarnwegsinfektionenDie Glucose-Ausscheidung mit dem Harn ist möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für
Harnwegsinfektionen verbunden; daher sollte eine zeitweilige Unterbrechung der Therapie während der
Behandlung einer Pyelonephritis oder Urosepsis in Betracht gezogen werden.
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)Bei älteren Patienten kann das Risiko für einen Volumenmangel erhöht und eine Behandlung mit
Diuretika wahrscheinlicher sein.
Bei älteren Patienten sind eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion und/oder eine Behandlung mit
Antihypertensiva, die die Nierenfunktion beeinflussen können, wie angiotensin-converting enzymeinhibitors (ACE-I) und Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptorblockern (ARB), wahrscheinlicher. Hinsichtlichder Nierenfunktion gelten für ältere Patienten die gleichen Empfehlungen wie für alle Patienten (siehe
Abschnitte 4.2, pct. 4.4, pct. 4.8 und 5.1).
HerzinsuffizienzErfahrungen mit Dapagliflozin bei Patienten mit New York Heart Association (NYHA)-Klasse IV sindbegrenzt.
Erhöhte Hämatokrit-Werte
Unter Behandlung mit Dapagliflozin wurden erhöhte Hämatokrit-Werte beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten mit ausgeprägten Hämatokritwerterhöhungen sollen überwacht und auf zugrunde liegendehämatologische Erkrankungen untersucht werden.
Amputationen der unteren GliedmaßenEine erhöhte Anzahl von Amputationen der unteren Gliedmaßen (in erster Linie von Zehen) sind inlaufenden klinischen Langzeitstudien mit einem anderen SGLT-2-Inhibitor beobachtet worden. Ob es sichhierbei um einen Klasseneffekt handelt, ist nicht bekannt. Wie bei allen Diabetes-Patienten üblich, ist eswichtig, die Patienten hinsichtlich der regelmäßigen präventiven Fußpflege zu beraten.
Urin-LaborauswertungenAufgrund des Wirkmechanismus fällt der Test auf Glucose im Harn bei Patienten, die dieses Arzneimitteleinnehmen, positiv aus.
Anwendung jodhaltiger KontrastmittelDie intravaskuläre Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel kann zu einer kontrastmittelinduzierten
Nephropathie führen. Dies kann eine Metformin-Kumulation zur Folge haben und das Risiko einer
Laktatazidose erhöhen. Die Behandlung mit Xigduo muss im Vorfeld oder zum Zeitpunkt desbildgebenden Verfahrens unterbrochen werden und darf frühestens 48 Stunden danach und nur dannwieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabilerwiesen hat (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).
Chirurgische EingriffeXigduo muss zur Zeit einer Operation unter Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie abgesetztwerden. Die Therapie darf nicht früher als 48 Stunden nach der Operation oder nach Wiederaufnahme deroralen Ernährung und nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliertwurde und sich als stabil erwiesen hat.
Veränderung des klinischen Status von Patienten mit zuvor kontrolliertem Typ-2-Diabetes
Da dieses Arzneimittel Metformin enthält, sollte ein damit zuvor gut kontrollierter
Typ-2-Diabetes-Patient, der abnorme Laborwerte oder klinische Erkrankungen (insbesondere unklare undschlecht zu definierende Erkrankungen) entwickelt, umgehend auf eine Ketoazidose oder Laktatazidosehin untersucht werden. Die Bewertung sollte Serum-Elektrolyte und Ketone, Blutzucker und, fallsindiziert, pH-Wert des Blutes, Laktat-, Pyruvat- und Metformin-Spiegel umfassen. Sollte eine Azidose inirgendeiner Form auftreten, muss die Behandlung sofort abgesetzt werden und andere geeignete
Korrekturmaßnahmen müssen ergriffen werden.
Vitamin-B12-Abnahme/-Mangel
Metformin kann den Vitamin-B12-Serumspiegel senken. Das Risiko eines niedrigen Vitamin-B12-Spiegelssteigt mit zunehmender Metformin-Dosis, Behandlungsdauer und/oder bei Patienten mit Risikofaktoren,die bekanntermaßen einen Vitamin-B12-Mangel verursachen. Bei Verdacht auf einen Vitamin-B12-Mangel(wie z. B. bei Anämie oder Neuropathie) sollte der Vitamin-B12-Serumspiegel überwacht werden. Bei
Patienten mit Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel könnte eine regelmäßige Vitamin-B12-
Überwachung erforderlich sein. Die Metformin-Therapie sollte so lange fortgesetzt werden, wie sietoleriert wird und nicht kontraindiziert ist, und eine geeignete Korrekturbehandlung bei Vitamin-B12-
Mangel sollte im Einklang mit den aktuellen klinischen Leitlinien erfolgen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Anwendung mehrerer Dosen von Dapagliflozin und Metformin veränderte bei gesunden
Personen weder die Pharmakokinetik von Dapagliflozin noch die von Metformin wesentlich.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Xigduo durchgeführt. Die folgenden
Aussagen geben die für die einzelnen Wirkstoffe verfügbaren Informationen wieder.
DapagliflozinPharmakodynamische WechselwirkungenDiuretikaDieses Arzneimittel kann den diuretischen Effekt von Thiazid- und Schleifendiuretika verstärken und das
Risiko für eine Dehydratation und eine Hypotonie erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).
Insulin und insulinotrope Wirkstoffe
Insulin und insulinotrope Wirkstoffe, wie Sulfonylharnstoffe, verursachen Hypoglykämie. Daher kanneine niedrigere Dosis des Insulins oder des insulinotropen Wirkstoffs erforderlich sein, um das Risiko füreine Hypoglykämie bei Anwendung in Kombination mit Dapagliflozin zu senken (siehe Abschnitte 4.2und 4.8).
Pharmakokinetische WechselwirkungenDie Metabolisierung von Dapagliflozin erfolgt hauptsächlich über Glukuronid-Konjugation, vermitteltüber die UDP-Glukuronosyltransferase 1A9 (UGT1A9).
In In-vitro-Studien hemmte Dapagliflozin weder Cytochrom-P450 (CYP) 1A2, CYP2A6, CYP2B6,
CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP3A4, noch induzierte es CYP1A2, CYP2B6 oder CYP3A4.
Daher ist nicht zu erwarten, dass dieses Arzneimittel die metabolische Clearance von gleichzeitigangewendeten Arzneimitteln verändert, die über diese Enzyme metabolisiert werden.
Auswirkungen anderer Arzneimittel auf Dapagliflozin
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit gesunden Probanden, in denen hauptsächlich ein
Einzeldosis-Design angewendet wurde, deuten darauf hin, dass die Pharmakokinetik von Dapagliflozindurch Pioglitazon, Sitagliptin, Glimepirid, Voglibose, Hydrochlorothiazid, Bumetanid, Valsartan oder
Simvastatin nicht verändert wird.
Nach gleichzeitiger Anwendung von Dapagliflozin und Rifampicin (einem Induktor verschiedener aktiver
Transporter und wirkstoffmetabolisierender Enzyme) wurde eine 22%ige Abnahme der systemischen
Exposition (AUC) gegenüber Dapagliflozin beobachtet, jedoch ohne klinisch bedeutsame Auswirkungenauf die Glucose-Ausscheidung mit dem Harn über 24 Stunden. Es wird keine Dosisanpassung empfohlen.
Ein klinisch relevanter Effekt mit anderen Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital) istnicht zu erwarten.
Nach gleichzeitiger Anwendung von Dapagliflozin und Mefenaminsäure (einem UGT1A9-Inhibitor)wurde eine 55%ige Zunahme der systemischen Exposition gegenüber Dapagliflozin beobachtet, jedochohne klinisch bedeutsame Auswirkungen auf die Glucose-Ausscheidung mit dem Harn über 24 Stunden.
Es wird keine Dosisanpassung empfohlen.
Auswirkungen von Dapagliflozin auf andere Arzneimittel
Dapagliflozin kann die renale Lithiumausscheidung erhöhen und den Lithiumspiegel im Blut senken. Die
Serumkonzentration von Lithium sollte nach Beginn der Behandlung mit Dapagliflozin häufigerüberwacht werden. Bitte überweisen Sie den Patienten an den Arzt, der Lithium verschrieben hat, um die
Serumkonzentration von Lithium zu überwachen.
In Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit gesunden Probanden, in denen hauptsächlich ein
Einzeldosis-Design angewendet wurde, veränderte Dapagliflozin nicht die Pharmakokinetik von
Pioglitazon, Sitagliptin, Glimepirid, Hydrochlorothiazid, Bumetanid, Valsartan, Digoxin (einem
P-gp-Substrat) oder Warfarin (S-Warfarin, einem CYP2C9-Substrat) oder die blutgerinnungshemmenden
Wirkungen von Warfarin gemäß INR-Messung. Die Kombination einer Dapagliflozin-Einzeldosis von20 mg und Simvastatin (einem CYP3A4-Substrat) führte zu einem 19%igen Anstieg der AUC von
Simvastatin und zu einem 31%igen Anstieg der AUC von Simvastatinsäure. Die Erhöhung der
Expositionen gegenüber Simvastatin und Simvastatinsäure wird nicht als klinisch relevant erachtet.
Störung des 1,5-Anhydroglucitol(1,5-AG) Assays
Die Überwachung der glykämischen Kontrolle mit einem 1,5-AG-Assay wird nicht empfohlen, da1,5-AG-Messungen bei Patienten, die SGLT-2-Inhibtoren einnehmen, für die Bewertung derglykämischen Kontrolle nicht zuverlässig sind. Es wird geraten, andere Methoden zur Überwachung derglykämischen Kontrolle zu verwenden.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
MetforminGleichzeitige Anwendung nicht empfohlenKationische Substanzen, die durch tubuläre Sekretion ausgeschieden werden (z. B. Cimetidin), könnendurch Konkurrenz um gemeinsame renale tubuläre Transportsysteme mit Metformin interagieren. Eine ansieben normalen, gesunden Probanden durchgeführte Studie ergab, dass Cimetidin, 400 mg zweimaltäglich angewendet, die systemische Exposition (AUC) von Metformin um 50 % und die Cmax-Werte um81 % erhöhte. Daher sollten eine enge Überwachung der Blutzuckerkontrolle, eine Dosisanpassunginnerhalb der empfohlenen Dosierung sowie eine Änderung der Diabetesbehandlung in Betracht gezogenwerden, wenn kationische Arzneimittel, die durch renale tubuläre Sekretion ausgeschieden werden,gleichzeitig angewendet werden.
AlkoholAlkoholvergiftung ist mit einem erhöhten Risiko für eine Laktatazidose assoziiert, insbesondere in
Zusammenhang mit Fasten, Mangelernährung oder Leberfunktionsstörung durch den Wirkstoff
Metformin in diesem Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.4). Der Konsum von Alkohol und alkoholhaltigen
Arzneimitteln sollte vermieden werden.
Jodhaltige KontrastmittelDie intravaskuläre Anwendung von jodierten Kontrastmitteln kann zu Kontrastmittel-induzierter
Nephropathie führen, aus der sich eine Metformin-Akkumulation und ein erhöhtes Risiko für eine
Laktatazidose ergeben können. Die Behandlung mit Xigduo muss im Vorfeld oder zum Zeitpunkt desbildgebenden Verfahrens unterbrochen werden und darf frühestens 48 Stunden danach und nur dannwieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabilerwiesen hat (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Kombinationen, bei deren Anwendung Vorsicht geboten istGlukokortikoide (systemisch und lokal angewendet), Beta-2-Agonisten und Diuretika besitzen eineintrinsische hyperglykämische Aktivität. Der Patient sollte darüber informiert, und häufigere
Blutzuckermessungen sollten vorgenommen werden, vor allem zu Beginn der Behandlung mit solchen
Arzneimitteln. Falls erforderlich, sollte die Dosis des blutzuckersenkenden Arzneimittels während der
Therapie mit dem anderen Arzneimittel sowie nach dessen Absetzen angepasst werden.
Einige Arzneimittel können die Nierenfunktion ungünstig beeinflussen und dadurch das Risiko einer
Laktatazidose erhöhen, wie z. B. NSARs einschließlich selektiver Cyclooxygenase(COX)-2-Hemmer,
ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten und Diuretika, insbesondere Schleifendiuretika. Zu
Beginn der Behandlung mit solchen Arzneimitteln oder bei ihrer Anwendung in Kombination mit
Metformin ist eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion erforderlich.
Insulin und insulinotrope Wirkstoffe
Insulin und insulinotrope Wirkstoffe, wie Sulfonylharnstoffe, verursachen Hypoglykämie. Daher kanneine niedrigere Dosis des Insulins oder des insulinotropen Wirkstoffs erforderlich sein, um das Risiko füreine Hypoglykämie bei Anwendung in Kombination mit Metformin zu senken (siehe Abschnitte 4.2 und4.8).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftZur Anwendung von Xigduo oder Dapagliflozin bei Schwangeren liegen keine Daten vor. Studien an
Ratten, die mit Dapagliflozin behandelt wurden, haben eine Toxizität bezüglich der Nierenausbildungwährend des Zeitraums gezeigt, der dem zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel beim Menschenentspricht (siehe Abschnitt 5.3). Daher wird die Anwendung dieses Arzneimittels während des zweitenund dritten Schwangerschaftsdrittels nicht empfohlen. Eine begrenzte Datenmenge deutet nicht darauf hin,dass die Anwendung von Metformin bei schwangeren Frauen mit einem erhöhten Risiko für angeborene
Missbildungen verbunden ist. Tierstudien mit Metformin weisen nicht auf schädliche Wirkungen in Bezugauf Schwangerschaft, embryonale oder fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung hin (siehe
Abschnitt 5.3).
Wenn eine Patientin eine Schwangerschaft plant sowie während der Schwangerschaft, wird empfohlen,den Diabetes nicht mit diesem Arzneimittel zu behandeln, sondern Insulin anzuwenden, um den
Blutzuckerspiegel so nah wie möglich am Normalwert zu halten, um das Risiko für Missbildungen des
Fötus im Zusammenhang mit abnormen Blutzuckerspiegeln zu senken.
StillzeitOb dieses Arzneimittel oder Dapagliflozin (und/oder seine Metaboliten) in die Muttermilch übertreten, istnicht bekannt. Vorhandene pharmakodynamische/toxikologische Daten aus tierexperimentellen Studienhaben eine Ausscheidung von Dapagliflozin/Metaboliten in die Milch gezeigt, ebenso wiepharmakologisch vermittelte Wirkungen bei den gesäugten Nachkommen (siehe Abschnitt 5.3).
Metformin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Ein Risiko für die Neugeborenen/Säuglingekann nicht ausgeschlossen werden.
Dieses Arzneimittel sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden.
FertilitätDie Wirkung dieses Arzneimittels oder von Dapagliflozin auf die Fertilität beim Menschen wurde nichtuntersucht. Bei männlichen und weiblichen Ratten zeigte Dapagliflozin bei keiner der untersuchten Dosen
Auswirkungen auf die Fertilität. In Bezug auf Metformin haben tierexperimentelle Studien keine
Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Xigduo hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass das
Risiko für eine Hypoglykämie besteht, wenn dieses Arzneimittel in Kombination mit anderenblutzuckersenkenden Arzneimitteln angewendet wird, die bekanntermaßen eine Hypoglykämieverursachen können.
4.8 Nebenwirkungen
Es wurde gezeigt, dass Xigduo mit gleichzeitig angewendetem Dapagliflozin und Metforminbioäquivalent ist (siehe Abschnitt 5.2). Es wurden keine therapeutischen klinischen Studien mit
Xigduo-Tabletten durchgeführt.
Dapagliflozin plus Metformin
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn einer Analyse von 5 Placebo-kontrollierten Studien mit Dapagliflozin in der Add-on-Therapie mit
Metformin ähnelten die Ergebnisse zur Sicherheit den Ergebnissen einer vorab spezifizierten, gepoolten
Analyse von 13 Placebo-kontrollierten Dapagliflozin-Studien (siehe unten Dapagliflozin,
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils). In der Dapagliflozin-plus-Metformin-Gruppe wurden keinezusätzlichen Nebenwirkungen identifiziert im Vergleich zu denen, die für die Einzelwirkstoffe berichtetwurden. In der separaten, gepoolten Analyse von Dapagliflozin in der Add-on-Therapie mit Metforminwurden 623 Patienten mit Dapagliflozin 10 mg als Add-on zu Metformin und 523 mit Placebo plus
Metformin behandelt.
DapagliflozinZusammenfassung des SicherheitsprofilsIn den klinischen Typ-2-Diabetes-Studien sind mehr als 15 000 Patienten mit Dapagliflozin behandeltworden.
Die primäre Bewertung von Sicherheit und Verträglichkeit erfolgte im Rahmen einer vorab spezifizierten,gepoolten Analyse von 13 Placebo-kontrollierten Kurzzeitstudien (bis zu 24 Wochen), in denen2360 Personen mit Dapagliflozin 10 mg und 2295 mit Placebo behandelt wurden.
In der kardiovaskulären Outcome-Studie mit Dapagliflozin (DECLARE, siehe Abschnitt 5.1), erhielten8574 Patienten Dapagliflozin 10 mg und 8569 erhielten Placebo über eine mediane Expositionszeit von48 Monaten. Insgesamt betrug die Expositionszeit mit Dapagliflozin 30 623 Patientenjahre.
Die über die klinischen Studien hinweg am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren
Genitalinfektionen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen wurden in den Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit
Dapagliflozin plus Metformin, klinischen Studien mit Dapagliflozin, klinischen Studien mit Metforminund nach Markteinführung identifiziert. Keine von ihnen wurde als dosisabhängig befunden. Die untenaufgeführten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklassen klassifiziert. Bei den
Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100,< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) undnicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2. Nebenwirkungen in klinischen Studien mit Dapagliflozin und schnellfreisetzendem
Metformin und Daten nach Markteinführunga
System- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr seltenorganklasse
Infektionen Vulvovagini- Pilz- Nekrotisie-und tis, Balanitis infektionen** rende Fasziitisparasitäre und des Perineums
Erkrankun- verwandte (Fournier-gen Infektionen Gangrän)b,jdes Genital-bereichs*,b,c
Harnwegs-infektion*,b,d
Stoff- Hypo- Vitamin- Volumen- Diabetische Laktatazidosewechsel- glykämie B - mangelb,e12 Ketoazidoseb,und (bei Anwen- Abnahme/ Durst** j,k
Ernährungs- dung mit SU -Mangelj,§störungen oder Insulin)b
Erkrankun- Geschmacks-gen des störungen§
Nerven- Schwindelsystems
Erkrankun- Gastro- Ver-gen des intestinale stopfung**
Gastro- Symptomeh,§ Mund-intestinal- trockenheit**trakts
Leber- und Leber-
Gallener- funktions-krankungen störungen§
Hepatitis§
Erkrankun- Hautaus- Urtikaria§gen der Haut schlagl Erythem§und des Pruritus§
Unterhaut-gewebes
Skelett- Rücken-muskulatur-, schmerzen*
Binde-gewebs-und
Knochener-krankungen
Erkrankun- Dysurie Nykturie** Tubulo-gen der Polyurie*,f interstitielle
Nieren und Nephritis
Harnwege
Erkrankun- Vulvovagi-gen der naler
Geschlechts- Pruritus**organe und Pruritusgenitalis**
System- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr seltenorganklasseder
Brustdrüse
Unter- Erhöhter Erhöhtessuchungen Hämatokritg Kreatinin im
Verminderte Blut zurenale Behand-
Kreatinin- lungs-
Clearance zu beginn**,b
Behand- Erhöhterlungsbeginnb Harnstoff im
Dyslipid- Blut**ämiei Gewichts-reduktion**aDie Tabelle zeigt Nebenwirkungen, die anhand von 24-Wochen-Daten (Kurzzeittherapie) ungeachtet einerglykämischen Rescue-Therapie ermittelt wurden, mit Ausnahme der mit § gekennzeichneten (siehe unten).bSiehe entsprechenden Unterabschnitt für weitere Informationen.cVulvovaginitis, Balanitis und verwandte Infektionen des Genitalbereichs schließen z. B. folgende vordefinierte
Standardbegriffe ein: vulvovaginale mykotische Infektion, Vaginalinfektion, Balanitis, Pilzinfektion im
Genitalbereich, vulvovaginale Candidose, Vulvovaginitis, Balanitis Candida, genitale Candidose, Infektion im
Genitalbereich, Infektion im Genitalbereich beim Mann, Penisinfektion, Vulvitis, bakterielle Vaginitis,
Vulvaabszess.dHarnwegsinfektionen schließen die folgenden Standardbegriffe ein, aufgeführt in der Reihenfolge der berichteten
Häufigkeit: Harnwegsinfektionen, Cystitis, Harnwegsinfektionen mit Escherichia, Infektionen des Urogenitaltrakts,
Pyelonephritis, Trigonitis, Urethritis, Niereninfektionen und Prostatitis.eVolumenmangel schließt z. B. die folgenden vordefinierten Standardbegriffe ein: Dehydratation, Hypovolämie,
Hypotonie.fPolyurie schließt die folgenden Standardbegriffe ein: Pollakisurie, Polyurie, erhöhte Urinausscheidung.gMittlere Veränderungen des Hämatokrits gegenüber dem Ausgangswert betrugen 2,30 % für Dapagliflozin 10 mgversus -0,33 % für Placebo. Hämatokritwerte > 55 % wurden bei 1,3 % der mit Dapagliflozin 10 mg behandelten
Personen berichtet gegenüber 0,4 % der Personen, die Placebo erhielten.hGastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit treten meistzu Therapiebeginn auf und bilden sich in den meisten Fällen spontan zurück.iDie mittlere prozentuale Veränderung gegenüber dem Ausgangswert betrug für Dapagliflozin 10 mg bzw. Placebo:
Gesamtcholesterin 2,5 % versus 0,0 %; HDL-Cholesterin 6,0 % versus 2,7 %; LDL-Cholesterin 2,9 % versus -1,0 %;
Triglyzeride -2,7 % versus -0,7 %.jSiehe Abschnitt 4.4.kBerichtet in der kardiovaskulären Outcome-Studie mit Typ-2-Diabetes-Patienten (DECLARE). Die Häufigkeitbasiert auf der jährlichen Rate.lNebenwirkung wurde im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung bei Dapagliflozin identifiziert.
Hautausschlag schließt die folgenden Standardbegriffe ein, aufgeführt in der Reihenfolge der Häufigkeit inklinischen Studien: Hautausschlag, generalisierter Hautausschlag, juckender Hautausschlag, makulärer
Hautausschlag, makulopapulöser Hautausschlag, pustulöser Hautausschlag, vesikulärer Hautausschlag underythematöser Hautausschlag. In aktiv- und Placebo-kontrollierten klinischen Studien (Dapagliflozin, N = 5936, alle
Kontrollen, N = 3403) war die Häufigkeit von Hautausschlag bei Dapagliflozin (1,4 %) und allen Kontrollen (1,4 %)ähnlich.
*Berichtet bei ≥ 2 % der Personen und ≥ 1 % häufiger und bei mindestens 3 weiteren der mit Dapagliflozin 10 mgbehandelten Personen im Vergleich zu Placebo.
**Berichtet vom Prüfer als möglicherweise zusammenhängend, wahrscheinlich zusammenhängend oder mit der
Studienmedikation zusammenhängend und berichtet bei ≥ 0,2 % der Personen und ≥ 0,1 % häufiger und beimindestens 3 weiteren mit Dapagliflozin 10 mg behandelten Personen im Vergleich zu Placebo.§Nebenwirkung und Häufigkeitsangaben für Metformin basieren auf Informationen der in der Europäischen Unionfür Metformin verfügbaren Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDapagliflozin plus Metformin
HypoglykämieIn Studien mit Dapagliflozin in der Add-on-Kombination mit Metformin wurde über leichte
Hypoglykämie-Ereignisse in der mit Dapagliflozin 10 mg plus Metformin behandelten Gruppe (6,9 %)und in der mit Placebo-plus-Metformin-Gruppe (5,5 %) mit vergleichbarer Häufigkeit berichtet. Eswurden keine schweren Hypoglykämie-Ereignisse berichtet. Vergleichbare Beobachtungen wurden beider Kombination von Dapagliflozin und Metformin bei nicht vorbehandelten Patienten gemacht.
In einer Studie zur Add-on-Therapie mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff wurde bis Woche 24über leichte Hypoglykämie-Ereignisse bei 12,8 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg plus
Metformin und einen Sulfonylharnstoff erhielten, und bei 3,7 % der Personen, die Placebo plus Metforminund einen Sulfonylharnstoff erhielten. Es wurden keine schweren Hypoglykämie-Ereignisse berichtet.
DapagliflozinVulvovaginitis, Balanitis und verwandte Infektionen des GenitalbereichsIm Sicherheitspool der 13 Studien wurden Vulvovaginitis, Balanitis und verwandte Infektionen des
Genitalbereichs bei 5,5 % bzw. 0,6 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg bzw. Placeboerhielten. Die meisten Infektionen waren leicht bis moderat und führten selten zum Abbruch der
Behandlung mit Dapagliflozin, und die Personen sprachen auf eine Erstbehandlung mit einer
Standardtherapie an. Diese Infektionen waren bei Frauen häufiger (8,4 % und 1,2 % für Dapagliflozinbzw. Placebo), und bei Personen mit einer entsprechenden Vorgeschichte war eine wiederkehrende
Infektion wahrscheinlicher.
In der DECLARE-Studie war die Anzahl an Patienten mit schwerwiegenden unerwünschten Ereignissenin Bezug auf Genitalinfektionen gering und ausgewogen: 2 Patienten in je der Dapagliflozin- und
Placebogruppe.
Im Zusammenhang mit Dapagliflozin wurde über Fälle von Phimose/erworbener Phimose zusammen mit
Infektionen des Genitalbereichs berichtet, und in einigen Fällen war eine Beschneidung erforderlich.
Nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän)Nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle einer Fournier-Gangrän bei Patienten gemeldet, die
SGLT-2-Hemmer einschließlich Dapagliflozin einnahmen (siehe Abschnitt 4.4).
In der DECLARE-Studie mit 17 160 Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und einer medianen
Expositionszeit von 48 Monaten wurden insgesamt 6 Fälle einer Fournier-Gangrän berichtet, einer in der
Dapagliflozin-Behandlungsgruppe und 5 in der Placebogruppe.
HypoglykämieDie Häufigkeit von Hypoglykämien hing von der Art der in der jeweiligen Studie angewendeten
Hintergrundtherapie ab.
In Studien mit Dapagliflozin in der Add-on-Therapie mit Metformin oder in der Add-on-Therapie mit
Sitagliptin (mit oder ohne Metformin) war die Häufigkeit von leichten Hypoglykämie-Ereignissen beieiner Behandlung bis zu 102 Wochen innerhalb der Behandlungsgruppen, einschließlich der
Placebogruppe, ähnlich (< 5 %). In allen Studien traten gelegentlich schwere Hypoglykämie-Ereignisseauf und waren innerhalb der Gruppen, die mit Dapagliflozin bzw. Placebo behandelt wurden,vergleichbar. Bei einer Studie zur Add-on-Therapie mit Insulin wurden höhere Hypoglykämieratenbeobachtet (siehe Abschnitt 4.5).
In einer Studie zur Add-on-Therapie mit Insulin über bis zu 104 Wochen wurde über schwere
Hypoglykämie-Ereignisse in Woche 24 bei 0,5 % bzw. in Woche 104 bei 1,0 % der Personen berichtet,die Dapagliflozin 10 mg plus Insulin erhielten, und bei 0,5 % in der mit Placebo plus Insulin behandelten
Gruppe in der 24. und 104. Woche. Über leichte Hypoglykämie-Ereignisse wurde in Woche 24 bzw. 104bei 40,3 % bzw. 53,1 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg plus Insulin erhielten, und bei34,0 % bzw. 41,6 % der Personen, die Placebo plus Insulin erhielten.
In der DECLARE-Studie wurde kein erhöhtes Risiko einer schweren Hypoglykämie für die Behandlungmit Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo beobachtet. Schwere Hypoglykämie-Ereignisse wurden bei 58(0,7 %) der mit Dapagliflozin behandelten Patienten und bei 83 (1,0 %) der mit Placebo behandelten
Patienten berichtet.
VolumenmangelAuf einen Volumenmangel hinweisende Reaktionen (einschließlich Berichte von Dehydratation,
Hypovolämie oder Hypotonie) wurden im Sicherheitspool der 13 Studien bei 1,1 % bzw. 0,7 % der
Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg bzw. Placebo erhielten; schwerwiegende Nebenwirkungentraten bei < 0,2 % der Personen auf und waren über die Dapagliflozin-10-mg- und Placebo-Gruppenhinweg ausgewogen (siehe Abschnitt 4.4).
In der DECLARE-Studie war die Anzahl an Patienten mit Ereignissen, die auf einen Volumenmangelhinweisen, zwischen den Behandlungsgruppen ausgeglichen: 213 (2,5 %) und 207 (2,4 %) in der
Dapagliflozin- bzw. Placebogruppe. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden bei 81 (0,9 %) bzw. 70(0,8 %) in der Dapagliflozin- bzw. Placebogruppe berichtet. Generell waren die Ereignisse zwischen den
Behandlungsgruppen über die Subgruppen Alter, Diuretika-Anwendung, Blutdruck und
ACE-Hemmer/ARB-Anwendung hinweg ausgeglichen. Bei Patienten mit einereGFR < 60 ml/min/1,73 m2 beim Ausgangswert traten in der Dapagliflozingruppe 19 schwereunerwünschte Ereignisse auf, die auf einen Volumenmangel hinwiesen, und in der Placebogruppe13 Ereignisse.
Diabetische KetoazidoseIn der DECLARE-Studie mit einer medianen Expositionszeit von 48 Monaten wurden DKA-Ereignissebei 27 Patienten in der Dapagliflozin-10-mg-Gruppe und bei 12 Patienten in der Placebogruppe berichtet.
Die Fälle traten über den Studienzeitraum gleichmäßig verteilt auf. Von den 27 Patienten mit
DKA-Ereignis in der Dapagliflozingruppe erhielten 22 zum Zeitpunkt des Ereignisses gleichzeitig eine
Behandlung mit Insulin. Auslösende Faktoren für die DKA waren so, wie für eine Population mit
Typ-2-Diabetes erwartet wird (siehe Abschnitt 4.4).
HarnwegsinfektionenIm Sicherheitspool der 13 Studien wurden Harnwegsinfektionen unter Dapagliflozin 10 mg häufiger alsunter Placebo berichtet (4,7 % bzw. 3,5 %; siehe Abschnitt 4.4). Die meisten Infektionen waren leicht bismoderat und führten selten zum Abbruch der Behandlung mit Dapagliflozin, und die Personen sprachenauf eine Erstbehandlung mit einer Standardtherapie an. Diese Infektionen waren bei Frauen häufiger, undbei Personen mit einer entsprechenden Vorgeschichte war eine wiederkehrende Infektionwahrscheinlicher.
In der DECLARE-Studie wurden schwerwiegende Ereignisse von Harnwegsinfektionen weniger häufigunter Dapagliflozin 10 mg als unter Placebo beobachtet, 79 (0,9 %) bzw. 109 (1,3 %) Ereignisse.
Erhöhtes Kreatinin
Nebenwirkungen im Zusammenhang mit erhöhtem Kreatinin wurden zusammengefasst (z. B. verminderterenale Kreatinin-Clearance, Nierenfunktionsstörung, erhöhtes Kreatinin im Blut und verminderteglomeruläre Filtrationsrate). Diese zusammengefassten Nebenwirkungen wurden bei 3,2 % der Personenberichtet, die Dapagliflozin 10 mg erhielten, bzw. bei 1,8 % der Personen, die Placebo erhielten. Bei
Patienten mit normaler Nierenfunktion oder leichter Nierenfunktionsstörung (eGFR-Ausgangswert≥ 60 ml/min/1,73m2) wurden diese zusammengefassten Nebenwirkungen bei 1,3 % der Personenberichtet, die Dapagliflozin 10 mg erhielten, bzw. bei 0,8 % der Personen, die Placebo erhielten. Diese
Nebenwirkungen waren häufiger bei Patienten mit einem eGFR-Ausgangswert ≥ 30 und< 60 ml/min/1,73m2 (18,5 % Dapagliflozin 10 mg versus 9,3 % Placebo).
Eine weitere Bewertung von Patienten, die Nebenwirkungen im Zusammenhang mit den Nieren hatten,ergab, dass die meisten Serum-Kreatininänderungen von ≤ 44 Mikromol/l (≤ 0,5 mg/dl) gegenüber dem
Ausgangswert hatten. Die Kreatininerhöhungen waren während der laufenden Behandlung in der Regelvorübergehend oder reversibel nach Behandlungsabbruch.
In der DECLARE-Studie, einschließlich älterer Patienten und Patienten mit Nierenfunktionsstörung(eGFR weniger als 60 ml/min/1,73 m2), nahm die eGFR in beiden Behandlungsgruppen mit der Zeit ab.
Zum Zeitpunkt nach 1 Jahr war die mittlere eGFR etwas geringer und zum Zeitpunkt nach 4 Jahren wardie mittlere eGFR in der Dapagliflozingruppe im Vergleich zur Placebogruppe etwas höher.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über dasin Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die Elimination von Dapagliflozin mittels Hämodialyse wurde nicht untersucht. Die wirksamste Methodezur Entfernung von Metformin und Laktat ist die Hämodialyse.
DapagliflozinDapagliflozin zeigte bei gesunden Probanden keine Toxizität nach Einnahme von Einzeldosen von bis zu500 mg (dem 50-Fachen der empfohlenen Maximaldosis für den Menschen). Diese Personen hatten übereine dosisabhängige Zeitspanne (mindestens 5 Tage für die 500-mg-Dosis) nachweisbar Glucose im Urin,ohne dass über Dehydratation, Hypotonie oder unausgeglichenen Elektrolythaushalt berichtet wurde, undohne klinisch bedeutsamen Effekt auf das QTc-Intervall. Die Hypoglykämie-Inzidenz war ähnlich wieunter Placebo. In klinischen Studien, in denen gesunden Probanden und Patienten mit Typ-2-Diabetes2 Wochen lang 1-mal täglich Dosen von bis zu 100 mg (dem 10-Fachen der empfohlenen Maximaldosisfür den Menschen) gegeben wurden, war die Hypoglykämie-Inzidenz geringfügig höher als unter Placebound nicht dosisabhängig. Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse, einschließlich Dehydratation oder
Hypotonie, war ähnlich wie unter Placebo, und es gab keine klinisch bedeutsamen, dosisabhängigen
Veränderungen von Laborparametern, einschließlich Serumelektrolyten und Biomarkern für die
Nierenfunktion.
Im Falle einer Überdosierung sollte in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten eineangemessene supportive Behandlung eingeleitet werden.
MetforminEine starke Überdosierung oder die begleitenden Risiken von Metformin können zu einer Laktatazidoseführen. Eine Laktatazidose ist ein medizinischer Notfall und muss im Krankenhaus behandelt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Kombinationen oraler Antidiabetika,
ATC-Code: A10BD15
WirkmechanismusXigduo kombiniert zwei antihyperglykämische Arzneimittel mit unterschiedlichen und komplementären
Wirkmechanismen zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei Patienten mit Typ-2-Diabetes:
Dapagliflozin, einen SGLT-2-Inhibitor, und Metforminhydrochlorid, einen Vertreter der Klasse der
Biguanide.
DapagliflozinDapagliflozin ist ein hoch potenter (Ki: 0,55 nM), selektiver und reversibler Inhibitor von SGLT-2.
Die Inhibition von SGLT-2 durch Dapagliflozin reduziert die Reabsorption von Glucose aus demglomerulären Filtrat im proximalen renalen Tubulus bei einer gleichzeitigen Reduktion der
Natrium-Reabsorption, was zu einer Exkretion von Glucose mit dem Urin und osmotischer Diurese führt.
Daher erhöht Dapagliflozin die Abgabe von Natrium in den distalen Tubulus, was die tubuloglomeruläre
Rückkopplung erhöht und den intraglomerulären Druck senkt. Kombiniert mit osmotischer Diurese führtdies zu einer Abnahme der Volumenüberladung, niedrigerem Blutdruck und einer geringeren Vorlast und
Nachlast, was günstige Effekte auf das kardiale Remodeling, die diastolische Funktion und den Erhalt der
Nierenfunktion haben kann. Die kardialen und renalen Vorteile von Dapagliflozin hängen nicht allein vom
Blutglucose-senkenden Effekt ab. Andere Effekte schließen eine Erhöhung des Hämatokriten und eine
Abnahme des Körpergewichts ein.
Dapagliflozin verbessert sowohl die Nüchtern- als auch die postprandialen Plasma-Glucosespiegel, indemes die renale Glucose-Reabsorption senkt und zur Glucose-Ausscheidung mit dem Harn führt. Diese
Glucose-Ausscheidung (glucosurischer Effekt) wird nach der ersten Dosis beobachtet, hält über das24-stündige Dosisintervall an und wird für die Dauer der Behandlung aufrechterhalten. Die
Glucosemenge, die durch diesen Mechanismus über die Niere eliminiert wird, hängt von der
Blut-Glucosekonzentration und der GFR ab. Daher zeigt Dapagliflozin bei Personen mit normalem
Blutglucose-Wert eine geringe Neigung, eine Hypoglykämie zu verursachen. Dapagliflozin beeinträchtigtnicht die normale endogene Glucoseproduktion als Reaktion auf eine Hypoglykämie. Dapagliflozin wirktunabhängig von der Insulinsekretion und Insulinwirkung. In klinischen Studien mit Dapagliflozin wurdeeine Verbesserung in Bezug auf das homeostasis model assessment für die Betazell-Funktion (HOMAbeta-cell) beobachtet.
SGLT-2 wird selektiv in der Niere exprimiert. Dapagliflozin hemmt andere Glucose-Transporter nicht, diefür den Glucose-Transport in periphere Gewebe wichtig sind. Es ist > 1400-mal selektiver für SGLT-2 alsfür SGLT-1, den Haupttransporter im Darm, der für die Glucoseresorption verantwortlich ist.
MetforminMetformin ist ein Biguanid mit antihyperglykämischen Effekten, das sowohl den basalen als auch denpostprandialen Blutzuckerspiegel senkt. Es stimuliert nicht die Insulinsekretion und erzeugt daher keine
Hypoglykämie.Metformin kann über drei Mechanismen wirken:
- durch Verminderung der hepatischen Glucoseproduktion mittels Hemmung der Gluconeogeneseund der Glycogenolyse;
- durch maßvolle Erhöhung der Insulinsensitivität, Verbesserung der peripheren Glucoseaufnahmeund -verwertung in der Muskulatur;
- durch Verzögerung der intestinalen Glucoseresorption.
Metformin stimuliert die intrazelluläre Glycogensynthese durch seine Wirkung auf die Glycogensynthase.
Metformin erhöht die Transportkapazität von spezifischen Arten membranständiger Glucosetransporter(GLUT-1 und GLUT-4).
Pharmakodynamische WirkungenDapagliflozinNach Gabe von Dapagliflozin wurde bei gesunden Probanden und bei Personen mit Typ-2-Diabetesmellitus ein Anstieg der mit dem Urin ausgeschiedenen Glucosemenge beobachtet. Bei Personen mit
Typ-2-Diabetes mellitus, die 10 mg/Tag Dapagliflozin über 12 Wochen erhielten, wurden pro Tag ca. 70 g
Glucose in den Urin ausgeschieden (entsprechend 280 kcal/Tag). Ein Beleg für eine anhaltende
Glucose-Exkretion wurde bei Personen mit Typ-2-Diabetes mellitus gesehen, die Dapagliflozin10 mg/Tag bis zu 2 Jahre lang erhielten.
Die Glucose-Ausscheidung mit dem Harn durch Dapagliflozin führt bei Personen mit Typ-2-Diabetesmellitus auch zu einer osmotischen Diurese und einer Erhöhung der Harnmenge. Die Erhöhung der
Harnmenge wurde bei Personen mit Typ-2-Diabetes mellitus, die mit Dapagliflozin 10 mg behandeltwurden, bis Woche 12 aufrechterhalten und belief sich auf ca. 375 ml/Tag. Die Erhöhung der Harnmengewar mit einem leichten und vorübergehenden Anstieg der Natriumausscheidung mit dem Urin verbunden,der nicht mit Veränderungen der Serum-Natriumkonzentrationen assoziiert war.
Die Harnsäure-Exkretion mit dem Harn war ebenfalls vorübergehend erhöht (für 3-7 Tage) und wurde voneiner anhaltenden Reduktion der Serum-Harnsäurekonzentration begleitet. Nach 24 Wochen bewegtensich die Reduktionen der Serum-Harnsäurekonzentrationen zwischen -48,3 und -18,3 Mikromol/l(-0,87 bis -0,33 mg/dl).
Bei gesunden Probanden wurde die Pharmakodynamik von 5 mg Dapagliflozin zweimal täglich und10 mg Dapagliflozin einmal täglich miteinander verglichen. Die Hemmung der renalen
Glucose-Rückresorption im steady state und die Menge der während eines 24-Stunden-Zeitraums überden Harn ausgeschiedenen Glucose waren bei beiden Dosierungsregimen gleich.
MetforminUnabhängig von seiner Wirkung auf den Blutzuckerspiegel wirkt Metformin begünstigend auf den
Fettstoffwechsel beim Menschen. Dies wurde bei therapeutischer Dosierung in kontrollierten mittel- oderlangfristigen klinischen Studien nachgewiesen: Metformin senkt das Gesamtcholesterin, die LDL- und die
Triglyzerid-Spiegel.
In klinischen Studien war die Anwendung von Metformin entweder mit einem stabilen Körpergewichtoder einem geringen Gewichtsverlust verbunden.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitSowohl die Verbesserung der glykämischen Kontrolle als auch die Senkung der kardiovaskulären
Morbidität und Mortalität stellen einen integralen Bestandteil der Behandlung des Typ-2-Diabetes dar.
Die gleichzeitige Anwendung von Dapagliflozin und Metformin wurde bei Patienten mit Typ-2-Diabetesuntersucht, die mit Diät und Bewegung allein unzureichend kontrolliert waren, und bei Patienten, die mit
Metformin allein oder in Kombination mit einem DPP-4-Inhibitor (Sitagliptin), einem Sulfonylharnstoffoder Insulin unzureichend kontrolliert waren. Die Behandlung mit Dapagliflozin plus Metformin bewirktebei allen Dosierungen klinisch relevante und statistisch signifikante Verbesserungen des HbA1c-Wertsund der Nüchtern-Plasmaglucose-Werte (fasting plasma glucose, FPG) im Vergleich zur Kontrolle.
Klinisch relevante glykämische Wirkungen hielten während Langzeit-Verlängerungen bis zu 104 Wochenan. Senkungen des HbA1c-Wertes wurden über die Subgruppen hinweg einschließlich Geschlecht, Alter,ethnischer Zugehörigkeit, Erkrankungsdauer und Body-Mass-Index-Ausgangswert (BMI) beobachtet.
Zudem wurden bei der Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin und Metformin im Vergleich zur
Kontrolle in Woche 24 klinisch relevante und statistisch signifikante Verbesserungen der mittleren
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert für das Körpergewicht beobachtet. Die Reduktion des
Körpergewichts hielt in Langzeit-Verlängerungen bis zu 208 Wochen an. Des Weiteren wurde gezeigt,dass eine zweimal tägliche Behandlung mit Dapagliflozin zusätzlich zu Metformin bei Personen mit
Typ-2-Diabetes wirksam und sicher ist. Darüber hinaus wurden zwei 12-wöchige, Placebo-kontrollierte
Studien mit Patienten mit unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes und Hypertonie durchgeführt.
In der DECLARE-Studie senkte Dapagliflozin in Ergänzung zur Standardtherapie kardiovaskuläre undrenale Ereignisse bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.
Glykämische KontrolleAdd-on-Kombinationstherapie
In einer 52-wöchigen, aktiv kontrollierten Nicht-Unterlegenheitsstudie (mit 52- und 104-wöchigen
Verlängerungsperioden) wurde Dapagliflozin 10 mg bei Personen mit unzureichender glykämischer
Kontrolle (HbA1c > 6,5 % und ≤ 10 %) als Add-on-Therapie mit Metformin im Vergleich zu einem
Sulfonylharnstoff (Glipizid) als Add-on-Therapie zu Metformin bewertet. Die Ergebnisse zeigten im
Vergleich zu Glipizid eine ähnliche mittlere Reduktion des HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswertbis Woche 52 und wiesen so eine Nicht-Unterlegenheit nach (Tabelle 3). In Woche 104 betrug dieadjustierte mittlere Veränderung des HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswert -0,32 % für
Dapagliflozin und -0,14 % für Glipizid. In Woche 208 betrug die adjustierte mittlere Veränderung des
HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswert -0,10 % für Dapagliflozin bzw. 0,20 % für Glipizid.
Innerhalb der 52, 104 und 208 Wochen trat mindestens ein hypoglykämisches Ereignis bei einemsignifikant kleineren Anteil an Personen in der mit Dapagliflozin behandelten Gruppe (3,5 %, 4,3 % bzw.
5,0 %) auf im Vergleich zur Gruppe, die mit Glipizid behandelt wurde (40,8 %, 47 % bzw. 50,0 %). Der
Anteil der Personen, die in der Studie verblieben, betrug in Woche 104 und in Woche 208 in der mit
Dapagliflozin behandelten Gruppe 56,2 % bzw. 39,7 % und in der mit Glipizid behandelten Gruppe50,0 % bzw. 34,6 %.
Tabelle 3. Ergebnisse einer aktiv kontrollierten Studie zum Vergleich von Dapagliflozin und
Glipizid als Add-on-Therapie mit Metformin in Woche 52 (LOCFa)
Dapagliflozin Glipizid
Parameter + Metformin + Metformin
Nb 400 401
HbA1c (%)
Mittlerer Ausgangswert 7,69 7,74
Veränderung zum Ausgangswertc -0,52 -0,52
Differenz zu Glipizid + Metforminc 0,00d(95 % KI) (-0,11; 0,11)
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 88,44 87,60
Veränderung zum Ausgangswertc -3,22 1,44
*
Differenz zu Glipizid + Metforminc -4,65(95 % KI) (-5,14; -4,17)aLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten.bRandomisierte und behandelte Personen mit Ausgangswert und mindestens1 Wirksamkeitsmessung nach Ausgangswert.cLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.dnicht unterlegen gegenüber Glipizid + Metformin.
*p-Wert < 0,0001.
Dapagliflozin als Add-on mit entweder Metformin allein, Metformin in Kombination mit Sitagliptin,einem Sulfonylharnstoff oder Insulin (mit oder ohne zusätzliche orale blutzuckersenkende Arzneimittel,einschließlich Metformin) führte zu statistisch signifikanten mittleren Reduktionen des HbA1c-Wertes in
Woche 24 verglichen mit Personen, die Placebo erhielten (p < 0,0001; Tabellen 4, 5 und 6).
Dapagliflozin 5 mg zweimal täglich bewirkte nach 16 Wochen statistisch signifikante Reduktionen des
HbA1c-Wertes im Vergleich zu Personen, die Placebo erhielten (p < 0,0001; Tabelle 4).
Die in Woche 24 beobachteten Reduktionen des HbA1c-Wertes blieben in den
Add-on-Kombinationsstudien erhalten. Im Rahmen der Studie zur Add-on-Therapie mit Metforminblieben die Reduktionen des HbA1c-Wertes bis Woche 102 erhalten (adjustierte mittlere Veränderunggegenüber dem Ausgangswert von -0,78 % und 0,02 % für Dapagliflozin 10 mg bzw. Placebo). Für
Metformin plus Sitagliptin betrug die adjustierte mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert für
Dapagliflozin 10 mg und Placebo -0,44 % bzw. 0,15 % in Woche 48. Im Rahmen der Studie mit Insulin(mit oder ohne zusätzliche orale blutzuckersenkende Arzneimittel, einschließlich Metformin) betrug dieadjustierte mittlere Veränderung des HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswert in Woche 104 -0,71 %für Dapagliflozin 10 mg bzw. -0,06 % für Placebo. Bei Personen, die mit Dapagliflozin 10 mg behandeltwurden, blieb die Insulin-Dosis mit einer mittleren Dosis von 76 IU/Tag in Woche 48 und 104 im
Vergleich zum Ausgangswert stabil. In der Placebo-Gruppe betrug die Erhöhung gegenüber dem
Ausgangswert 10,5 IU/Tag bzw. 18,3 IU/Tag (mittlere Durchschnittsdosis von 84 IU/Tag und 92 IU/Tag)in Woche 48 bzw. in Woche 104. Der Anteil der Personen, die in der Studie verblieben, betrug in
Woche 104 in der mit Dapagliflozin 10 mg behandelten Gruppe 72,4 % und in der mit Placebobehandelten Gruppe 54,8 %.
In einer separaten Analyse von Patienten, die mit Insulin plus Metformin behandelt wurden, wurden beiden mit Dapagliflozin mit Insulin plus Metformin behandelten Patienten ähnliche Reduktionen des
HbA1c-Wertes wie in der Gesamtstudienpopulation beobachtet. In Woche 24 betrug die Veränderung des
HbA1c-Wertes -0,93 % gegenüber dem Ausgangswert bei den Patienten, die mit Dapagliflozin plus
Insulin mit Metformin behandelt wurden.
Tabelle 4. Ergebnisse von 24-wöchigen (LOCFa), Placebo-kontrollierten Studien mit Dapagliflozinals Add-on-Kombination mit Metformin oder Metformin plus Sitagliptin
Add-on-Kombination
Metformin1 Metformin1, b Metformin1 + Sitagliptin
Dapagliflozi Placeb Dapagliflozin Placeb Dapagliflozin Placebon o 5 mg BID o 10 mg QD QD10 mg QD QD BID
Nc 135 137 99 101 113 113
HbA1c (%)
Mittlerer
Ausgangswert 7,92 8,11 7,79 7,94 7,80 7,87
Veränderungzum -0,84 -0,30 -0,65 -0,30 -0,43 -0,02
Ausgangswertd
Differenz zu -0,54* -0,35* -0,40*
Placebod (-0,74; -0,34) (-0,52; -0,18) (-0,58; -0,23)(95 % KI)
Personen (%),die einen HbA1c< 7 % erreichen:
Adjustiert nach
**
Ausgangswert 40,6 25,9 38,2** 21,4(N=90) (N=87)
Körpergewicht(kg)
Mittlerer
Ausgangswert 86,28 87,74 93,62 88,82 93,95 94,17
Veränderungzum -2,86 -0,89 -2,74 -0,86 -2,35 -0,47
Ausgangswertd
Differenz zu -1,97* -1,88*** -1,87*
Placebod (-2,63; -1,31) (-2,52; -1,24) (-2,61; -1,13)(95 % KI)
Abkürzungen: QD: einmal täglich; BID: zweimal täglich.1Metformin ≥ 1500 mg/Tag.2Sitagliptin 100 mg/Tag.aLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (bei Patienten mit Rescue-Therapie vor der Rescue-Therapie).bPlacebo-kontrollierte Studie über 16 Wochen.cAlle randomisierten Personen, die während der doppelblinden Kurzzeitphase mindestens eine Dosis derdoppelblinden Studienmedikation einnahmen.dLeast Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.
*p-Wert < 0,0001 versus Placebo + orales blutzuckersenkendes Arzneimittel.
**p-Wert < 0,05 versus Placebo + orales blutzuckersenkendes Arzneimittel.
***Die prozentuale Veränderung des Körpergewichts wurde als ein wichtiger sekundärer Endpunkt analysiert(p < 0,0001); die absolute Veränderung des Körpergewichts (in kg) wurde mit einem nominalen p-Wert analysiert(p < 0,0001).
Tabelle 5. Ergebnisse einer 24-wöchigen, Placebo-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin in
Add-on-Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff
Add-on-Kombination
Sulfonylharnstoff+ Metformin1
Dapagliflozin Placebo10 mg
Na 108 108
HbA1c (%)b
Mittlerer Ausgangswert 8,08 8,24
Veränderung zum
Ausgangswertc -0,86 -0,17
*
Differenz zu Placeboc -0,69(95 % KI) (-0,89; -0,49)
Personen (%), die einen
HbA1c < 7 % erreichen:
Adjustiert nach
Ausgangswert 31,8* 11,1
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 88,57 90,07
Veränderung zum
Ausgangswertc -2,65 -0,58
Differenz zu Placeboc -2,07*(95 % KI) (-2,79; -1,35)1Metformin (in schnellfreisetzenden oder retardierten Darreichungsformen) ≥ 1500 mg/Tag plus diemaximal verträgliche Dosis eines Sulfonylharnstoffs, die mindestens der halbmaximalen Dosis entsprechenmuss, über mindestens 8 Wochen vor Einschluss.aRandomisierte und behandelte Patienten mit Ausgangswert und mindestens 1 Wirksamkeitsmessung nach
Ausgangswert.
bHbA1c mittels LRM (Longitudinale Analyse wiederholter Messungen - longitudinal repeated measuresanalysis) analysiert.cLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.
*p-Wert < 0,0001 versus Placebo + orale(s) blutzuckersenkende(s) Arzneimittel.
Tabelle 6. Ergebnisse einer Placebo-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin in Kombination mit
Insulin (allein oder mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln, einschließlich Metformin) in
Woche 24 (LOCFa)
Dapagliflozin 10 mg Placebo+ Insulin + Insulin± orale blutzuckersenkende ± orale blutzuckersenkende
Parameter Arzneimittel2 Arzneimittel2
Nb 194 193
HbA1c (%)
Mittlerer Ausgangswert 8,58 8,46
Veränderung zum -0,90 -0,30
Ausgangswertc
Differenz zu Placeboc -0,60*(95 % KI) (-0,74; -0,45)
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 94,63 94,21
Veränderung zum -1,67 0,02
Ausgangswertc
Differenz zu Placeboc -1,68*(95 % KI) (-2,19; -1,18)
Mittlere tägliche
Insulin-Dosis (IU)1
Mittlerer Ausgangswert 77,96 73,96
Veränderung zum -1,16 5,08
Ausgangswertc
Differenz zu Placeboc -6,23*(95 % KI) (-8,84; -3,63)
Personen mit einermittleren täglichen
Insulin-Dosisreduktionvon mind. 10 % (%) 19,7** 11,0aLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (vor oder am Tag der ersten Insulin-Auftitration,falls erforderlich).bAlle randomisierten Personen, die während der doppelblinden Kurzzeitphase mindestens eine Dosis derdoppelblinden Studienmedikation einnahmen.cLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert und Vorhandensein eines oralenblutzuckersenkenden Arzneimittels.
*p-Wert < 0,0001 versus Placebo + Insulin ± orales blutzuckersenkendes Arzneimittel.
**p-Wert < 0,05 versus Placebo + Insulin ± orales blutzuckersenkendes Arzneimittel.1Auftitration des Insulin-Regimes (einschließlich kurz wirksamen, intermediären und basalen Insulins)war nur erlaubt, wenn Personen vordefinierte FPG-Kriterien erfüllten.2Fünfzig Prozent der Personen erhielten zum Ausgangszeitpunkt Insulin als Monotherapie; 50 % erhielten1 oder 2 orale blutzuckersenkende Arzneimittel zusätzlich zu Insulin: Von dieser letztgenannten Gruppeerhielten 80 % Metformin allein, 12 % erhielten eine Therapie mit Metformin plus Sulfonylharnstoff unddie Übrigen erhielten andere orale blutzuckersenkende Arzneimittel.
In Kombination mit Metformin bei nicht vorbehandelten PatientenInsgesamt nahmen 1236 nicht vorbehandelte Patienten mit unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes(HbA1c ≥ 7.5 % und ≤ 12 %) an zwei aktiv kontrollierten Studien mit einer Dauer von 24 Wochen teil,um die Wirksamkeit und Sicherheit von Dapagliflozin (5 mg oder 10 mg) in Kombinationmit Metformin bei nicht vorbehandelten Patienten im Vergleich zur Behandlung mit den Einzelsubstanzenzu untersuchen.
Die Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg in Kombination mit Metformin (bis zu 2000 mg pro Tag) führtezu signifikanten Verbesserungen des HbA1c-Wertes im Vergleich zur Behandlung mit den
Einzelsubstanzen (Tabelle 7) und führte zu größeren Reduktionen der FPG (im Vergleich zu den
Einzelsubstanzen) sowie des Körpergewichtes (im Vergleich zu Metformin).
Tabelle 7. Ergebnisse einer aktiv kontrollierten Studie mit Dapagliflozin in
Kombinationsbehandlung mit Metformin bei nicht vorbehandelten Patienten in Woche 24 (LOCFa)
Dapagliflozin 10 mg Dapagliflozin 10 mg Metformin+
Parameter Metformin
Nb 211b 219b 208b
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittel) 9,10 9,03 9,03
Veränderung zum Ausgangswertc -1,98 -1,45 -1,44
Differenz zu Dapagliflozinc -0,53*(95 % KI) (-0,74; -0,32)
Differenz zu Metforminc -0,54* -0,01(95 % KI) (-0,75; -0,33) (-0,22; 0,20)aLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (bei Patienten mit rescue-Behandlung vor der rescue-
Behandlung).bAlle randomisierten Patienten, die zumindest eine Dosis der doppelt verblindeten Studienmedikation während derkurzzeitigen Doppelblindperiode einnahmen.cLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.
*p-Wert <0,0001.
Kombinationsbehandlung mit Depot-Exenatid
Die Kombination von Dapagliflozin und Depot-Exenatid (einem GLP-1-Rezeptoragonisten) wurde ineiner 28-wöchigen, doppelblinden, aktiv-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin allein und
Depot-Exenatid allein bei Personen verglichen, deren glykämische Kontrolle mit Metformin alleinunzureichend war (HbA1c ≥ 8 % und ≤ 12 %). Alle Behandlungsgruppen zeigten eine Reduktion des
HbA1c gegenüber dem Ausgangswert. Bezüglich der HbA1c-Senkung gegenüber dem Ausgangswertzeigte sich die Dapagliflozin-10-mg-und-Depot-Exenatid-Gruppe überlegen gegenüber Dapagliflozinallein und Depot-Exenatid allein (Tabelle 8).
Tabelle 8. Ergebnisse einer 28-wöchigen Studie mit Dapagliflozin und Depot-Exenatid im Vergleichzu Dapagliflozin allein und Depot-Exenatid allein, in Kombination mit Metformin(Intent-to-treat-Patienten)
Dapagliflozin 10 mg Dapagliflozin 10 mg Depot-Exenatid
QD QD 2 mg QW+ + +
Depot-Exenatid 2 mg Placebo QW Placebo QD
Parameter QW
N 228 230 227
HbA1c (%)mittlerer Ausgangswert 9,29 9,25 9,26
Veränderung zuma -1,98 -1,39 -1,60
Ausgangswertmittlere Differenz der
Änderung zum Ausgangswert
- 0,59* -0,38**zwischen Kombination und
Einzelwirkstoff (95 % KI) (-0,84; -0,34) (-0,63; -0,13)
Personen (%), die einen44,7 19,1 26,9
HbA1c < 7 % erreichen
Körpergewicht (kg)mittlerer Ausgangswert 92,13 90,87 89,12
Veränderung zum
- 3,55 -2,22 -1,56
Ausgangswertamittlere Differenz der
Änderung zum Ausgangswertzwischen Kombination und -1,33* -2,00*
Einzelwirkstoff (95 % KI) (-2,12; -0,55) (-2,79; -1,20)
QD=einmal täglich, QW=einmal wöchentlich, N=Anzahl an Patienten, KI=Konfidenzintervall.aAdjustierte Least Squares-Mittelwerte (LS Mean) und Behandlungsgruppendifferenz(en) der Änderung der
Ausgangswerte in Woche 28 werden dargestellt anhand eines gemischten Modells mit wiederholten
Messungen (MMRM) einschließlich Behandlung, Region, HbA1c-Ausgangswert Stratum (< 9,0 % oder≥ 9,0 %), Woche sowie Behandlung durch wöchentliche Einwirkung als feststehende Faktoren und dem
Ausgangswert als Kovariate.
*p < 0,001, **p < 0,01.
p-Werte sind alle adjustierte p-Werte für Multiplizität.
Analysen schließen Messungen nach rescue-Therapie und nach vorzeitigem Absetzen der Studienmedikationaus.
Nüchtern-Plasma-Glucose (Fasting plasma glucose, FPG)
Die Behandlung mit Dapagliflozin als Add-on-Therapie mit entweder Metformin allein(Dapagliflozin 10 mg QD oder Dapagliflozin 5 mg BID) oder Metformin plus Sitagliptin, einem
Sulfonylharnstoff oder Insulin führte zu statistisch signifikanten Reduktionen der FPG(-1,90 bis -1,20 mmol/l [-34,2 bis -21,7 mg/dl]) verglichen mit Placebo (-0,58 bis 0,18 mmol/l[-10,4 bis 3,3 mg/dl]) in Woche 16 (5 mg BID) oder in Woche 24. Dieser Effekt wurde in Woche 1 der
Behandlung beobachtet und hielt in Langzeitstudien bis Woche 104 an.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab in Woche 28signifikant größere Reduktionen der FPG: -3,66 mmol/l (-65,8 mg/dl) im Vergleich zu -2,73 mmol/l(-49,2 mg/dl) für Dapagliflozin allein (p < 0,001) und -2,54 mmol/l (-45,8 mg/dl) für Exenatid allein(p < 0,001).
In einer eigenen Studie mit Diabetes-Patienten mit einer eGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 zeigte die
Behandlung mit Dapagliflozin eine Reduktion der FPG in Woche 24: -1,19 mmol/l (-21,46 mg/dl) im
Vergleich zu -0,27 mmol/l (-4,87 mg/dl) für Placebo (p=0,001).
Postprandiale Glucose
Die Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg als Add-on-Therapie mit Sitagliptin plus Metformin führte bis
Woche 24 zu Reduktionen der postprandialen Glucose nach 2 Stunden, die bis zu Woche 48 anhielten.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab in Woche 28signifikant größere Reduktionen der postprandialen Glucose nach 2 Stunden im Vergleich zum jeweiligen
Einzelwirkstoff.
KörpergewichtDapagliflozin als Add-on-Therapie mit Metformin allein oder Metformin plus Sitagliptin, einem
Sulfonylharnstoff oder Insulin (mit oder ohne zusätzliche orale blutzuckersenkende Arzneimittel,einschließlich Metformin) führte nach 24 Wochen zu einer statistisch signifikanten Abnahme an
Körpergewicht (p < 0,0001, Tabellen 4, 5 und 6). Dieser Effekt wurde in Studien über einen längeren
Zeitraum aufrechterhalten. In Woche 48 betrug die Differenz für Dapagliflozin als Add-on-Therapie mit
Metformin plus Sitagliptin im Vergleich zu Placebo -2,07 kg. In Woche 102 betrug die Differenz für
Dapagliflozin als Add-on-Therapie mit Metformin im Vergleich zu Placebo -2,14 kg bzw. als
Add-on-Therapie mit Insulin im Vergleich zu Placebo -2,88 kg.
Dapagliflozin als Add-on-Therapie mit Metformin führte im Vergleich zu Glipizid nach 52 Wochen ineiner aktiv kontrollierten Nicht-Unterlegenheitsstudie zu einer statistisch signifikanten Abnahme an
Körpergewicht von -4,65 kg (p < 0,0001, Tabelle 3), die über den Zeitraum von 104 und 208 Wochen(-5,06 kg bzw. -4,38 kg) aufrechterhalten wurde.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab signifikant größere
Gewichtsreduktionen im Vergleich zum jeweiligen Einzelwirkstoff (Tabelle 8).
Eine 24-wöchige Studie zur Ermittlung der Körperzusammensetzung mittels
Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) mit 182 Diabetes-Patienten ergab für Dapagliflozin 10 mg plus
Metformin verglichen mit Placebo plus Metformin eher eine Abnahme des Körpergewichts und der
Körperfettmasse, wie mittels DXA gemessen, als einen Verlust an fettarmem Gewebe oder Flüssigkeit. Ineiner bildgebenden Magnetresonanz-Substudie ergab die Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg plus
Metformin eine numerische Abnahme an viszeralem, adipösem Gewebe im Vergleich zu einer
Behandlung mit Placebo plus Metformin.
BlutdruckIn einer vorab spezifizierten, gepoolten Analyse von 13 Placebo-kontrollierten Studien führte die
Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg in Woche 24 zu einer Veränderung des systolischen Blutdrucksgegenüber dem Ausgangswert um -3,7 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um -1,8 mmHgversus -0,5 mmHg beim systolischen und -0,5 mmHg beim diastolischen Blutdruck in der
Placebo-Gruppe. Ähnliche Senkungen wurden bis zu Woche 104 beobachtet.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab in Woche 28 einesignifikant größere Reduktion des systolischen Blutdrucks (-4,3 mmHg) im Vergleich zu Dapagliflozinallein (-1,8 mmHg, p < 0,05) und Depot-Exenatid allein (-1,2 mmHg, p < 0,01).
In zwei 12-wöchigen, Placebo-kontrollierten Studien wurden insgesamt 1062 Patienten mit unzureichendkontrolliertem Typ-2-Diabetes und Hypertonie (trotz vorbestehender, stabiler Behandlung mit einem
ACE-Hemmer oder einem Angiotensinrezeptor-Blocker (ARB) in der einen Studie und einem
ACE-Hemmer oder ARB plus eine zusätzliche antihypertensive Behandlung in der anderen Studie) mit
Dapagliflozin 10 mg oder Placebo behandelt. In beiden Studien verbesserte Dapagliflozin 10 mg plus dieübliche antidiabetische Behandlung in Woche 12 den HbA1c-Wert und senkte den Placebo-korrigiertensystolischen Blutdruck durchschnittlich um 3,1 bzw. 4,3 mmHg.
In einer eigenen Studie mit Diabetes-Patienten mit einer eGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 zeigte die
Behandlung mit Dapagliflozin eine Reduktion des im Sitzen gemessenen systolischen Blutdrucks in
Woche 24: -4,8 mmHg im Vergleich zu -1,7 mmHg für Placebo (p < 0,05).
Patienten mit einem HbA1c-Ausgangswert ≥ 9 %
In einer vorab spezifizierten Analyse von Personen mit einem HbA1c-Ausgangswert ≥ 9,0 % führte die
Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg zu statistisch signifikanten Reduktionen des HbA1c-Wertes in
Woche 24 in der Add-on-Therapie mit Metformin (adjustierte mittlere Veränderung gegenüber dem
Ausgangswert: -1,32 % und -0,53 % für Dapagliflozin bzw. Placebo).
Glykämische Kontrolle bei Patienten mit moderater Nierenfunktionsstörung CKD 3A (eGFR ≥ 45 bis< 60 ml/min/1,73 m2)
Die Wirksamkeit von Dapagliflozin wurde in einer eigenen Studie mit Diabetes-Patienten mit einereGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 bewertet, deren glykämische Kontrolle unter der üblichen
Behandlung unzureichend war. Im Vergleich zu Placebo führte die Behandlung mit Dapagliflozin zu
Reduktionen des HbA1c-Wertes und des Körpergewichts (Tabelle 9).
Tabelle 9. Ergebnisse einer Placebo-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin mit Diabetes-Patientenmit einer eGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 in Woche 24
Dapagliflozina Placeboa10 mg
Nb 159 161
HbA1c (%)mittlerer Ausgangswert 8,35 8,03
Veränderung zum Ausgangswertb -0,37 -0,03
Differenz gegenüber Placebob -0,34*(95 % KI) (-0,53; -0,15)
Körpergewicht (kg)mittlerer Ausgangswert 92,51 88,30
Prozentuale Veränderung zum
Ausgangswertc -3,42 -2,02
Differenz der prozentualen Veränderunggegenüber Placeboc -1,43*(95 % KI) (-2,15; -0,69)a Metformin oder Metforminhydrochlorid waren Teil der üblichen Behandlung bei 69,4 % bzw. 64,0 % der
Patienten in den Dapagliflozin- bzw. Placebogruppen.b Least-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.c Abgeleitet vom Least-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.
* p < 0,001.
Kardiovaskuläre und renale Endpunkte
Dapagliflozin Effect on Cardiovascular Events (DECLARE) war eine internationale, multizentrische,randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studie, die durchgeführt wurde, um die
Wirkung von Dapagliflozin auf kardiovaskuläre Endpunkte im Vergleich zu Placebo bei Anwendungzusätzlich zur bestehenden Hintergrundtherapie zu bestimmen. Alle Patienten hatten Typ-2-Diabetesmellitus und entweder mindestens zwei zusätzliche kardiovaskuläre Risikofaktoren (Alter ≥ 55 Jahre bei
Männern oder ≥ 60 Jahre bei Frauen und einen oder mehrere Faktoren von Dyslipidämie, Bluthochdruckoder gegenwärtiger Tabakkonsum) oder eine bestehende kardiovaskuläre Erkrankung.
Von den 17 160 randomisierten Patienten hatten 6974 (40,6 %) eine bestehende kardiovaskuläre
Erkrankung und 10 186 (59,4 %) hatten keine bestehende kardiovaskuläre Erkrankung. 8582 Patientenwurden auf Dapagliflozin 10 mg und 8578 auf Placebo randomisiert und über einen Median von4,2 Jahren beobachtet.
Das mittlere Alter der Studienpopulation war 63,9 Jahre, 37,4 % waren weiblich. Insgesamt hatten 22,4 %seit ≤ 5 Jahren Diabetes, die mittlere Dauer des Diabetes betrug 11,9 Jahre. Der mittlere HbA1c-Wertbetrug 8,3 % und der mittlere BMI 32,1 kg/m2.
Zu Studienbeginn hatten 10,0 % der Patienten Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte. Die mittlere eGFRbetrug 85,2 ml/min/1,73 m2, 7,4 % der Patienten hatten eine eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 und 30,3 % der
Patienten hatten Mikro- oder Makroalbuminurie (Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin [UACR] ≥ 30 bis≤ 300 mg/g bzw. > 300 mg/g).
Die meisten Patienten (98 %) wendeten zu Studienbeginn ein oder mehrere Arzneimittel zur Behandlungdes Diabetes an, einschließlich Metformin (82 %), Insulin (41 %) und Sulfonylharnstoff (43 %).
Die primären Endpunkte waren die Zeit bis zum ersten Ereignis aus dem kombinierten Endpunkt auskardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt oder ischämischem Schlaganfall (MACE) und die Zeit bis zumersten Ereignis aus der Kombination aus Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oderkardiovaskulärem Tod. Die sekundären Endpunkte waren ein renaler kombinierter Endpunkt und
Gesamtmortalität.
Schwere, unerwünschte kardiovaskuläre EreignisseDapagliflozin 10 mg zeigte Nicht-Unterlegenheit gegenüber Placebo für den kombinierten Endpunkt auskardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt oder ischämischem Schlaganfall (einseitiger p-Wert < 0,001).
Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärer TodDapagliflozin 10 mg zeigte Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Prävention des kombinierten
Endpunkts aus Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärem Tod (Abbildung 1).
Der Unterschied in Bezug auf den Behandlungseffekt wurde durch Hospitalisierung aufgrund von
Herzinsuffizienz verursacht, wobei es in Bezug auf kardiovaskulären Tod keinen Unterschied gab(Abbildung 2).
Der Nutzen der Behandlung mit Dapagliflozin gegenüber Placebo wurde bei Patienten mit und ohnebestehende kardiovaskuläre Erkrankung sowie mit und ohne Herzinsuffizienz zu Studienbeginnbeobachtet und war über die Hauptsubgruppen einschließlich Alter, Geschlecht, Nierenfunktion (eGFR)und Region hinweg konsistent.
Abbildung 1: Zeit bis zum ersten Auftreten von Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienzoder kardiovaskulärem Tod
Patienten mit Risiko entspricht der Anzahl an Patienten mit Risiko zu Beginn des Zeitraums.
HR=Hazard Ratio, KI=Konfidenzintervall.
Die Ergebnisse für die primären und sekundären Endpunkte sind in Abbildung 2 dargestellt. Die
Überlegenheit von Dapagliflozin gegenüber Placebo wurde für MACE nicht gezeigt (p=0,172). Der renalekombinierte Endpunkt sowie die Gesamtmortalität wurden daher im Rahmen der konfirmatorischen
Testprozedur nicht getestet.
Abbildung 2: Behandlungseffekte für die primären kombinierten Endpunkte und ihre
Komponenten sowie für die sekundären Endpunkte und Komponenten
Der renale kombinierte Endpunkt ist definiert als: anhaltende, bestätigte ≥ 40 %ige Abnahme der eGFR zu einereGFR < 60 ml/min/1,73 m2 und/oder terminale Niereninsuffizienz (Dialyse ≥ 90 Tage oder Nierentransplantation, anhaltendebestätigte eGFR < 15 ml/min/1,73 m2) und/oder renaler oder kardiovaskulärer Tod.
Die p-Werte sind zweiseitig. Die p-Werte für die sekundären Endpunkte und für die einzelnen Komponenten sind nominal. Die
Zeit bis zum ersten Ereignis wurde mit einem Cox proportionalen Hazard Modell analysiert. Die Anzahl der ersten Ereignisse fürdie einzelnen Komponenten entspricht der tatsächlichen Anzahl an ersten Ereignissen für jede einzelne Komponente undsummiert nicht die Anzahl an Ereignissen des kombinierten Endpunkts auf.
KI=Konfidenzintervall.
NephropathieDapagliflozin reduzierte das Auftreten von Ereignissen im kombinierten Endpunkt aus bestätigter,anhaltender Abnahme der eGFR, terminaler Niereninsuffizienz und renalem oder kardiovaskulärem Tod.
Der Unterschied zwischen den Gruppen wurde durch weniger Ereignisse der renalen Komponentenverursacht: anhaltende Abnahme der eGFR, Abnahme von terminaler Niereninsuffizienz und renalem Tod(Abbildung 2).
Die Hazard Ratio für die Zeit bis zur Nephropathie (anhaltende eGFR-Abnahme, terminale
Niereninsuffizienz und renaler Tod) betrug 0,53 (95 % KI 0,43; 0,66) für Dapagliflozin gegenüber
Placebo.
Darüber hinaus senkte Dapagliflozin das erstmalige Auftreten von anhaltender Albuminurie (Hazard Ratio0,79 [95 % KI 0,72; 0,87]) und führte zu einer größeren Regression von Makroalbuminurie (Hazard Ratio1,82 [95 % KI 1,51; 2,20]) im Vergleich zu Placebo.
MetforminIn einer prospektiven randomisierten Studie (UKPDS) wurde der langfristige Nutzen einer intensiven
Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetikern nachgewiesen. Die Auswertung der Ergebnisse fürübergewichtige Patienten, die nach Versagen einer diätetischen Maßnahme allein mit Metforminbehandelt wurden, ergab:
- eine signifikante Reduktion des absoluten Risikos einer jeglichen Diabetes-bedingten Komplikationin der Metformin-Gruppe (29,8 Ereignisse/1000 Patientenjahre) gegenüber einer Diät allein(43,3 Ereignisse/1000 Patientenjahre), p=0,0023, und gegenüber den kombinierten Gruppen mit
Sulfonylharnstoff- und Insulin-Monotherapie (40,1 Ereignisse/1000 Patientenjahre), p=0,0034;
- eine signifikante Reduktion des absoluten Risikos einer jeglichen Diabetes-bedingten Mortalität:
Metformin 7,5 Ereignisse/1000 Patientenjahre, Diät allein 12,7 Ereignisse/1000 Patientenjahre,p=0,017;
- eine signifikante Reduktion des absoluten Risikos der Gesamtmortalität: Metformin13,5 Ereignisse/1000 Patientenjahre gegenüber einer Diät allein20,6 Ereignisse/1000 Patientenjahre, (p=0,011), und gegenüber den kombinierten Gruppen mit
Sulfonylharnstoff- und Insulin-Monotherapie 18,9 Ereignisse/1000 Patientenjahre (p=0,021);
- eine signifikante Reduktion des absoluten Risikos für Myokardinfarkt: Metformin11 Ereignisse/1000 Patientenjahre, Diät allein 18 Ereignisse/1000 Patientenjahre (p=0,01).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Xigduo eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen zur Behandlung des
Typ-2-Diabetes mellitus gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Xigduo-Kombinationstabletten werden als bioäquivalent zur gleichzeitigen Anwendung derentsprechenden Dosen von Dapagliflozin und Metforminhydrochlorid als einzelne Tabletten erachtet.
Die Pharmakokinetik von 5 mg Dapagliflozin zweimal täglich und 10 mg Dapagliflozin einmal täglichwurde bei gesunden Probanden verglichen. Die Anwendung von 5 mg Dapagliflozin zweimal täglichergab über einen Zeitraum von 24 Stunden ähnliche Gesamtexpositionen (AUCss) wie10 mg Dapagliflozin einmal täglich. Erwartungsgemäß führte Dapagliflozin 5 mg zweimal täglich im
Vergleich zu 10 mg Dapagliflozin einmal täglich zu niedrigeren maximalen Plasmakonzentrationen von
Dapagliflozin (Cmax) und höheren Dapagliflozin Trough-Plasmakonzentrationen (Cmin).
Wechselwirkung mit NahrungDie Anwendung dieses Arzneimittels nach einer fettreichen Mahlzeit im Vergleich zur Anwendung imnüchternen Zustand führte bei gesunden Probanden zum gleichen Expositionsausmaß sowohl gegenüber
Dapagliflozin als auch Metformin. Die Mahlzeit führte dazu, dass die maximale Plasmakonzentration 1bis 2 Stunden später erreicht wurde und sich die maximale Plasmakonzentration bei Dapagliflozin um29 % und bei Metformin um 17 % verringerte. Diese Veränderungen werden nicht als klinisch bedeutsamerachtet.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.
Die folgenden Angaben geben die pharmakokinetischen Eigenschaften der einzelnen Wirkstoffe dieses
Arzneimittels wieder.
DapagliflozinResorptionNach oraler Gabe wurde Dapagliflozin schnell und gut resorbiert. Die maximalen Plasmakonzentrationen(Cmax) von Dapagliflozin wurden üblicherweise innerhalb von 2 Stunden nach Gabe im nüchternen
Zustand erreicht. Nach einmal täglicher Gabe von Dosen von 10 mg Dapagliflozin betrugen diegeometrischen Mittel der Cmax- und AUC-Werte von Dapagliflozin im steady state 158 ng/ml bzw.
628 ng h/ml. Die absolute orale Bioverfügbarkeit von Dapagliflozin nach Gabe einer 10-mg-Dosis beträgt78 %.
VerteilungDapagliflozin ist zu etwa 91 % proteingebunden. Die Proteinbindung war bei verschiedenen
Krankheitszuständen (z. B. Nieren- oder Leberfunktionsstörungen) nicht verändert. Das mittlere
Verteilungsvolumen von Dapagliflozin im steady state betrug 118 l.
BiotransformationDapagliflozin wird extensiv metabolisiert, wobei hauptsächlich der inaktive Metabolit
Dapagliflozin-3-O-glucuronid entsteht. Dapagliflozin-3-O-glucuronid oder andere Metaboliten tragennicht zur blutzuckersenkenden Wirkung bei. Die Bildung von Dapagliflozin-3-O-glucuronid wird über
UGT1A9, ein Enzym, das in der Leber und der Niere vorkommt, vermittelt. Die CYP-vermittelte
Metabolisierung war ein untergeordneter Abbauweg beim Menschen.
EliminationDie mittlere terminale Plasma-Halbwertszeit (t1/2) betrug für Dapagliflozin 12,9 Stunden nach einer oralen
Einzeldosis von Dapagliflozin 10 mg an gesunde Probanden. Die mittlere systemische Gesamtclearancevon intravenös angewendetem Dapagliflozin betrug 207 ml/min. Dapagliflozin und dazugehörige
Metaboliten werden hauptsächlich über den Harn eliminiert, wobei weniger als 2 % als unverändertes
Dapagliflozin ausgeschieden werden. Nach Gabe einer 50-mg-Dosis von [14C]-Dapagliflozin wurden96 % wiedergefunden, 75 % im Urin und 21 % in den Fäzes. In den Fäzes wurden etwa 15 % der Dosisals unveränderter Wirkstoff ausgeschieden.
LinearitätDie Dapagliflozin-Exposition erhöhte sich proportional zur Steigerung der Dapagliflozin-Dosis im
Bereich von 0,1 bis 500 mg, und die Pharmakokinetik veränderte sich nicht bei wiederholter täglicher
Dosierung über einen Zeitraum von bis zu 24 Wochen.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungenIm steady state (einmal täglich 20 mg Dapagliflozin für 7 Tage) hatten Patienten mit Typ-2-Diabetesmellitus und leichter, moderater oder schwerer Nierenfunktionsstörung (bestimmt über die
Iohexol-Plasmaclearance) mittlere systemische Dapagliflozin-Expositionen, die um 32 %, 60 % bzw.
87 % höher waren als die von Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und normaler Nierenfunktion. Imsteady state war die Glucose-Ausscheidung mit dem Harn über 24 Stunden in hohem Maße von der
Nierenfunktion abhängig. 85, 52, 18 und 11 g Glucose/Tag wurden von Patienten mit Typ-2-Diabetesmellitus und normaler Nierenfunktion bzw. leichter, moderater oder schwerer Nierenfunktionsstörungausgeschieden. Der Einfluss einer Hämodialyse auf die Dapagliflozin-Exposition ist nicht bekannt.
LeberfunktionsstörungenBei Personen mit leichter oder moderater Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klassen A und B) waren diemittleren Cmax- und AUC-Werte von Dapagliflozin um bis zu 12 % bzw. 36 % höher verglichen mit denender entsprechenden gesunden Kontrollpersonen. Diese Unterschiede wurden nicht als klinisch bedeutsamerachtet. Bei Personen mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) waren die mittleren
Cmax- und AUC-Werte von Dapagliflozin um 40 % bzw. 67 % höher als die der entsprechenden gesunden
Kontrollpersonen.
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)Bei Personen bis zu einem Alter von 70 Jahren gibt es keinen klinisch bedeutsamen Anstieg der
Exposition, der allein auf dem Alter beruht. Jedoch kann eine erhöhte Exposition aufgrund deraltersbedingten Abnahme der Nierenfunktion erwartet werden. Es gibt keine ausreichenden Daten, um
Schlussfolgerungen in Bezug auf die Exposition bei Patienten > 70 Jahre zu ziehen.
GeschlechtDie mittlere Dapagliflozin-AUCss ist bei Frauen geschätzt etwa 22 % höher als bei Männern.
Ethnische ZugehörigkeitEs gab zwischen weißen, schwarzen oder asiatischen Bevölkerungsgruppen keine klinisch relevanten
Unterschiede in Bezug auf die systemischen Expositionen.
KörpergewichtEs wurde festgestellt, dass die Dapagliflozin-Exposition mit steigendem Gewicht sinkt. Deshalb haben
Patienten mit niedrigem Körpergewicht möglicherweise eine etwas erhöhte Exposition und Patienten mithohem Körpergewicht eine etwas erniedrigte Exposition. Die Unterschiede in Bezug auf die Expositionwurden allerdings nicht als klinisch bedeutsam erachtet.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik und Pharmakodynamik (Glucosurie) bei Kindern mit Typ-2-Diabetes mellitus im
Alter von 10 bis 17 Jahren waren ähnlich wie bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes mellitus.
MetforminResorptionNach einer oralen Dosis von Metformin wird tmax nach 2,5 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeiteiner 500-mg- oder 850-mg-Tablette Metformin beträgt bei gesunden Probanden ungefähr 50-60 %. Nacheiner oralen Dosis betrug der nicht resorbierte, in den Fäzes wiedergefundene Anteil 20-30 %.
Nach oraler Gabe ist die Resorption von Metformin sättigbar und unvollständig. Es wird angenommen,dass die Pharmakokinetik der Metformin-Resorption nicht linear ist. Bei den üblichen Metformin-Dosenund Dosierungsregimes werden die steady state-Plasmakonzentrationen innerhalb von 24-48 Stundenerreicht und betragen im Allgemeinen weniger als 1 μg/ml. In kontrollierten klinischen Studienüberstiegen die maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) von Metformin selbst bei maximaler Dosierungnicht 5 μg/ml.
VerteilungDie Plasmaproteinbindung ist vernachlässigbar. Metformin geht in die Erythrozyten über. Der
Maximalwert im Blut ist niedriger als im Plasma und stellt sich ungefähr zur gleichen Zeit ein. Die roten
Blutkörperchen stellen wahrscheinlich ein sekundäres Verteilungskompartiment dar. Der mittlere Vd-Wertlag zwischen 63-276 l.
BiotransformationMetformin wird unverändert über den Urin ausgeschieden. Beim Menschen wurden bisher keine
Metaboliten identifiziert.
EliminationDie renale Clearance von Metformin ist > 400 ml/min, was darauf hinweist, dass Metformin durchglomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion ausgeschieden wird. Nach einer oralen Dosis beträgt dieapparente terminale Eliminationshalbwertszeit ca. 6,5 Stunden.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungenBei Patienten mit verminderter Nierenfunktion (auf Grundlage der ermittelten Kreatinin-Clearance) ist die
Halbwertszeit von Metformin im Plasma und Blut verlängert und die renale Clearance ist proportional zur
Verringerung der Kreatinin-Clearance herabgesetzt. Dies führt zu erhöhten Metforminkonzentrationen im
Plasma.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Gleichzeitige Anwendung von Dapagliflozin und Metformin
Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Die folgenden Angaben spiegeln die präklinischen Sicherheitsdaten der einzelnen Wirkstoffe in Xigduowider.
DapagliflozinBasierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität, zum kanzerogenen Potenzial und zur Fertilität lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In zweijährigen Kanzerogenitätsstudien induzierte
Dapagliflozin über alle untersuchten Dosierungen hinweg weder bei Mäusen noch bei Ratten Tumore.
Reproduktions- und EntwicklungstoxizitätDie direkte Gabe von Dapagliflozin an nicht mehr gesäugte Jungratten und die indirekte Exposition am
Ende der Trächtigkeit (Zeitspannen entsprechend dem zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester in
Bezug auf die menschliche renale Reifung) und während der Stillzeit sind jeweils mit einer erhöhten
Inzidenz und/oder Schwere von Dilatationen des Nierenbeckens und der Nierentubuli bei den
Nachkommen verbunden.
In einer Toxizitätsstudie mit Jungtieren, bei der junge Ratten postnatal von Tag 21 bis Tag 90 direkt eine
Dapagliflozin-Dosis erhielten, wurde über Dilatationen des Nierenbeckens und der Nierentubuli über alle
Dosisbereiche hinweg berichtet; die Welpen-Expositionen bei der niedrigsten getesteten Dosisentsprachen dem ≥ 15-Fachen der maximal empfohlenen Dosis für den Menschen. Diese Befunde warenmit dosisabhängigen Erhöhungen des Nierengewichts und einer makroskopischen Nierenvergrößerungverbunden, die über alle Dosen hinweg beobachtet wurden. Die bei Jungtieren beobachteten Dilatationendes Nierenbeckens und der Nierentubuli waren innerhalb der etwa 1-monatigen Genesungsperiode nichtvollständig reversibel.
In einer separaten Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung erhielten trächtige Ratten ab Tag 6 der
Tragzeit bis Tag 21 nach der Geburt Dosierungen, und die Welpen wurden der Substanz indirekt in uteround während der Stillzeit ausgesetzt. (Es wurde eine Satellitenstudie durchgeführt, um die Dapagliflozin-
Expositionen in der Milch und in den Welpen zu bewerten.) Eine erhöhte Inzidenz oder Schwere von
Dilatationen des Nierenbeckens wurde bei den erwachsenen Nachkommen der behandelten Muttertierebeobachtet, allerdings nur bei der höchsten getesteten Dosis (die damit verbundenen
Dapagliflozin-Expositionen bei Muttertier und Welpen betrugen das 1415-Fache bzw. 137-Fache der
Humanwerte bei der maximal empfohlenen Dosis für den Menschen). Eine zusätzliche
Entwicklungstoxizität beschränkte sich auf eine dosisabhängige Gewichtsabnahme der Welpen und wurdenur bei Dosen von ≥ 15 mg/kg/Tag beobachtet (in Verbindung mit Welpen-Expositionen entsprechenddem 29-Fachen der Humanwerte bei der maximal empfohlenen Dosis für den Menschen). Einematernale Toxizität war nur bei der getesteten Höchstdosis evident; sie war auf vorübergehende
Reduktionen des Körpergewichts und der Nahrungsaufnahme beschränkt. Der no observed adverse effectlevel (NOAEL) für Entwicklungstoxizität, die niedrigste getestete Dosis, ist mit einem Vielfachen dermaternalen systemischen Exposition verbunden, die etwa dem 19-Fachen der Humanwerte bei der für den
Menschen empfohlenen Maximaldosis entspricht.
In zusätzlichen embryo-fetalen Entwicklungsstudien an Ratten und Kaninchen wurde Dapagliflozin in
Intervallen gegeben, die mit den Hauptperioden der Organogenese bei den jeweiligen Spezieszusammenfielen. Über alle getesteten Dosierungen hinweg wurden am Kaninchen weder maternale noch
Entwicklungstoxizitäten beobachtet; die getestete Höchstdosis ist mit einem Vielfachen der systemischen
Exposition verbunden, die etwa dem 1191-Fachen der für den Menschen empfohlenen Maximaldosisentspricht. Bei Ratten war Dapagliflozin weder embryoletal noch teratogen bei Expositionen bis zum1441-Fachen der für den Menschen empfohlenen Maximaldosis.
MetforminBasierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassendie präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernHyprolose (E463)
Mikrokristalline Cellulose (E460(i))
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E470b)
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
FilmüberzugXigduo 5 mg/850 mg Filmtabletten
Poly(vinylalkohol) (E1203)
Macrogol 3350 (E1521)
Talkum (E553b)
Titandioxid (E171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
Xigduo 5 mg/1000 mg Filmtabletten
Poly(vinylalkohol) (E1203)
Macrogol 3350 (E1521)
Talkum (E553b)
Titandioxid (E171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O (E172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/PCTFE/Alu-Blisterpackung.
Packungsgrößen14, 28, 56 und 60 Filmtabletten in nicht perforierten Blisterpackungen.
60x1 Filmtabletten in perforierten Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen.
Bündelpackung mit 196 (2 Packungen mit 98) Filmtabletten in nicht perforierten Blisterpackungen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
AstraZeneca AB
SE-151 85 Södertälje
Schweden
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Xigduo 5 mg/850 mg Filmtabletten
EU/1/13/900/001 Xigduo 5 mg/850 mg 14 Tabletten
EU/1/13/900/002 Xigduo 5 mg/850 mg 28 Tabletten
EU/1/13/900/003 Xigduo 5 mg/850 mg 56 Tabletten
EU/1/13/900/004 Xigduo 5 mg/850 mg 60 Tabletten
EU/1/13/900/005 Xigduo 5 mg/850 mg 60 x 1 Tablette (Einzeldosis)
EU/1/13/900/006 Xigduo 5 mg/850 mg 196 (2 x 98) Tabletten (Bündelpackung)
Xigduo 5 mg/1000 mg Filmtabletten
EU/1/13/900/007 Xigduo 5 mg/1000 mg 14 Tabletten
EU/1/13/900/008 Xigduo 5 mg/1000 mg 28 Tabletten
EU/1/13/900/009 Xigduo 5 mg/1000 mg 56 Tabletten
EU/1/13/900/010 Xigduo 5 mg/1000 mg 60 Tabletten
EU/1/13/900/011 Xigduo 5 mg/1000 mg 60 x 1 Tablette (Einzeldosis)
EU/1/13/900/012 Xigduo 5 mg/1000 mg 196 (2 x 98) Tabletten (Bündelpackung)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 16. Januar 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. September 2018
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.