Bei folgenden Patienten sollte Tofacitinib nur angewendet werden, wenn keine geeigneten
Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen:
- Patienten im Alter von 65 Jahren und älter
- Patienten mit atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung in der Vorgeschichte oder anderenkardiovaskulären Risikofaktoren (wie aktuelle oder ehemalige Langzeitraucher)
- Patienten mit Risikofaktoren für Malignome (z. B. bestehendes Malignom oder Malignom in der
Vorgeschichte)
Anwendung bei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter
Angesichts des erhöhten Risikos für schwere Infektionen, Myokardinfarkt, Malignome und Mortalitätjeglicher Ursache im Zusammenhang mit Tofacitinib bei Patienten im Alter von 65 Jahren und ältersollte Tofacitinib bei diesen Patienten nur angewendet werden, wenn keine geeigneten
Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen (siehe weitere Einzelheiten in Abschnitt 4.4 und
Abschnitt 5.1).
Kombination mit anderen Therapien
Die Anwendung von Tofacitinib in Kombination mit Biologika, wie TNF-Antagonisten,
Interleukin(IL)-1R-Antagonisten, IL-6R-Antagonisten, monoklonalen Anti-CD20-Antikörpern, IL-17-
Antagonisten, IL-12/IL-23-Antagonisten, Integrin-Antikörpern, selektiven Co-Stimulations-
Modulatoren und starken Immunsuppressiva wie Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Ciclosporin und
Tacrolimus wurde nicht untersucht und ist aufgrund der Möglichkeit einer verstärkten
Immunsuppression und eines erhöhten Infektionsrisikos zu vermeiden.
In klinischen RA-Studien traten bei der Kombination von Tofacitinib mit MTX Nebenwirkungenhäufiger auf als bei der Monotherapie mit Tofacitinib.
Die Anwendung von Tofacitinib in Kombination mit Phosphodiesterase-4-Hemmern wurde inklinischen Tofacitinib-Studien nicht untersucht.
Venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)Schwerwiegende VTE-Ereignisse, einschließlich Lungenembolien (LE), einige davon mit tödlichem
Verlauf, und tiefe Venenthrombosen (TVT) wurden bei Patienten beobachtet, die Tofacitinibeinnahmen. In einer randomisierten Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung bei Patienten mitrheumatoider Arthritis, die 50 Jahre oder älter waren und mindestens einen zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen, wurde ein dosisabhängig erhöhtes VTE-Risiko unter
Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren beobachtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
In einer exploratorischen Post-hoc-Analyse im Rahmen dieser Studie bei Patienten mit bekannten
VTE-Risikofaktoren wurden nachfolgende VTE häufiger bei mit Tofacitinib behandelten Patientenbeobachtet, die nach 12-monatiger Behandlung D-Dimer-Werte vom 2-Fachen des oberen Normal-
Grenzwerts oder mehr (≥ 2× ULN, upper limit of normal) aufwiesen, als bei Patienten, die D-Dimer-
Werte < 2× ULN hatten. Bei mit TNF-Inhibitoren behandelten Patienten wurde dies nicht festgestellt.
Die Interpretation des Ergebnisses ist durch die geringe Anzahl an VTE-Ereignissen und die begrenzte
Verfügbarkeit von D-Dimer-Testergebnissen (Untersuchung nur bei Studienbeginn sowie in Monat 12und am Ende der Studie) eingeschränkt. Bei Patienten ohne VTE während der Studie waren diemittleren D-Dimer-Werte in allen Behandlungsarmen in Monat 12 signifikant niedriger als bei
Studienbeginn. D-Dimer-Werte ≥ 2× ULN in Monat 12 wurden jedoch bei etwa 30 % der Patientenohne nachfolgende VTE-Ereignisse beobachtet, was als eingeschränkte Spezifität der D-Dimer-
Untersuchung in der Studie zu werten ist.
Die Dosis von zweimal täglich 10 mg Tofacitinib für die Erhaltungstherapie wird bei Patienten mit CUund bekannten Risikofaktoren für VTE, MACE und Malignome nicht empfohlen, es sei denn, es gibtkeine geeignete Behandlungsalternative (siehe Abschnitt 4.2).
Bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren oder Risikofaktoren für Malignome (siehe auch
Abschnitt 4.4 'Schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse [einschließlich
Myokardinfarkt]“ und 'Malignome und lymphoproliferative Erkrankungen“) sollte Tofacitinib nurangewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen.
Bei Patienten mit anderen VTE-Risikofaktoren als solche für MACE oder Malignome sollte
Tofacitinib mit Vorsicht angewendet werden. VTE-Risikofaktoren, die keine Risikofaktoren für
MACE oder Malignome sind, umfassen: frühere VTE, Patienten, die sich einem größerenchirurgischen Eingriff unterziehen, Immobilisation, Anwendung von kombinierten hormonellen
Kontrazeptiva oder einer Hormonersatztherapie, Vorliegen einer erblichen Gerinnungsstörung.
Während der Behandlung mit Tofacitinib sollten Patienten in regelmäßigen Abständen auf
Veränderungen des VTE-Risikos untersucht werden.
Bei RA-Patienten mit bekannten VTE-Risikofaktoren sollte eine Untersuchung der D-Dimer-Wertenach etwa 12 Monaten Behandlung in Betracht gezogen werden. Wenn das Ergebnis des D-Dimer-
Tests ≥ 2× ULN beträgt, ist zu bestätigen, dass der klinische Nutzen die Risiken überwiegt, bevor eine
Entscheidung über die Fortsetzung der Behandlung mit Tofacitinib getroffen wird.
Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer VTE sind unverzüglich zu untersuchen. Bei Patientenmit VTE-Verdacht ist Tofacitinib unabhängig von Anwendungsgebiet oder Dosierung abzusetzen.
Retinale Venenthrombose
Retinale Venenthrombose (RVT) wurde bei Patienten berichtet, die mit Tofacitinib behandelt wurden(siehe Abschnitt 4.8). Patienten sollten angewiesen werden, bei Auftreten von Symptomen, die aufeine RVT hinweisen, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen.
Schwerwiegende InfektionenSchwerwiegende und bisweilen tödliche Infektionen aufgrund bakterieller, mykobakterieller, invasiv-fungaler, viraler oder anderer opportunistischer Krankheitserreger wurden bei Patienten berichtet, die
Tofacitinib erhielten (siehe Abschnitt 4.8). Das Risiko für opportunistische Infektionen ist inasiatischen Regionen höher (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit rheumatoider Arthritis, die
Kortikosteroide einnehmen, können anfällig für Infektionen sein.
Eine Tofacitinib-Therapie sollte nicht bei Patienten mit aktiven Infektionen, einschließlich lokalisierter
Infektionen, eingeleitet werden.
Risiken und Nutzen der Behandlung sind vor der Behandlung mit Tofacitinib abzuwägen bei Patienten
- mit wiederkehrenden Infektionen,
- mit einer schwerwiegenden oder einer opportunistischen Infektion in der Vorgeschichte,
- die in Gegenden mit endemischen Mykosen gelebt oder diese bereist haben,
- mit Grunderkrankungen, die sie für Infektionen anfällig machen.
Die Patienten sind während und nach der Behandlung mit Tofacitinib engmaschig auf die Entwicklungvon Anzeichen und Symptomen einer Infektion zu überwachen. Die Behandlung ist zu unterbrechen,wenn es bei einem Patienten zu einer schwerwiegenden Infektion, einer opportunistischen Infektionoder zu einer Sepsis kommt. Patienten, bei denen während der Behandlung mit Tofacitinib eine
Neuinfektion auftritt, müssen umgehend vollständigen diagnostischen Tests unterzogen werden, diefür immungeschwächte Patienten geeignet sind. Außerdem ist eine angemessene antimikrobielle
Therapie einzuleiten, und die Patienten sind engmaschig zu überwachen.
Da bei älteren Patienten und Diabetes-Patienten generell eine höhere Infektionsrate vorliegt, ist bei der
Behandlung dieser Patientengruppen Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten im Altervon 65 Jahren und älter sollte eine Behandlung mit Tofacitinib nur angewendet werden, wenn es keinegeeigneten Behandlungsalternativen gibt (siehe Abschnitt 5.1).
Das Infektionsrisiko steigt möglicherweise mit dem Schweregrad einer Lymphopenie. Daher solltenfür die Beurteilung des individuellen Infektionsrisikos die Lymphozytenzahlen berücksichtigt werden.
Die Kriterien für den Behandlungsabbruch und die Lymphopenie-Überwachung werden in
Abschnitt 4.2 erläutert.
TuberkuloseRisiken und Nutzen der Behandlung sind vor der Behandlung mit Tofacitinib abzuwägen bei
Patienten,
- die Tuberkulose ausgesetzt waren,
- die in Gegenden mit endemischer Tuberkulose gelebt oder diese bereist haben.
Die Patienten sind vor und während der Anwendung von Tofacitinib nach geltenden Leitlinien aufeine latente oder aktive Tuberkuloseinfektion zu untersuchen und zu testen.
Patienten mit latenter Tuberkulose, die positiv getestet werden, sollten vor der Einnahme von
Tofacitinib mit einer antimykobakteriellen Standardtherapie behandelt werden.
Bei Patienten mit negativem Testergebnis, aber mit latenter oder aktiver Tuberkulose in der
Vorgeschichte und bei denen eine adäquate Behandlung nicht bestätigt werden kann, und bei Patientenmit negativem Testergebnis, aber bestehenden Risikofaktoren für eine Tuberkuloseinfektion, sollte vorder Einnahme von Tofacitinib eine antituberkulöse Therapie erwogen werden. Es wird empfohlen, miteinem in der Tuberkulosebehandlung erfahrenen Arzt Rücksprache zu halten, um im Einzelfall zuentscheiden, ob die Einleitung einer antituberkulösen Therapie für einen Patienten geeignet ist. Die
Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Tuberkulose zu überwachen. Dies giltauch für Patienten, die vor Beginn der Therapie negativ auf eine latente Tuberkuloseinfektion getestetwurden.
VirusreaktivierungBei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurden eine Virusreaktivierung und Fälle einer
Reaktivierung von Herpesviren (z. B. Herpes zoster) beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten, die mit Tofacitinib behandelt wurden, scheint das Auftreten von Herpes zoster erhöht zusein bei:
- Patienten japanischer oder koreanischer Herkunft.
- Patienten mit einer ALC unter 1.000 Zellen/mm3 (siehe Abschnitt 4.2).
- Patienten mit langjähriger RA, die zuvor mit 2 oder mehr biologischenkrankheitsmodifizierenden Antirheumatika (bDMARD) behandelt wurden.
- Patienten, die mit zweimal täglich 10 mg behandelt wurden.
Die Wirkung von Tofacitinib auf die Reaktivierung einer chronischen Virushepatitis ist nicht bekannt.
Patienten, die positiv auf Hepatitis B oder C getestet wurden, waren von der Teilnahme an denklinischen Studien ausgeschlossen. Vor Beginn der Therapie mit Tofacitinib sollte eine Untersuchungauf eine Virushepatitis entsprechend den klinischen Leitlinien durchgeführt werden.
Bei RA-Patienten, die Tofacitinib nach der Markteinführung erhielten, wurde mindestens einbestätigter Fall von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) berichtet. PML kanntödlich sein und soll bei immunsupprimierten Patienten mit neuen bzw. sich verschlimmerndenneurologischen Symptomen bei der Differentialdiagnostik berücksichtigt werden.
Schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (einschließlich Myokardinfarkt)
Bei Patienten unter Tofacitinib wurden schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse(MACE) beobachtet.
In einer randomisierten Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung bei Patienten mit RA, die50 Jahre oder älter waren und mindestens einen zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen,wurde unter Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren eine erhöhte Inzidenz von Myokardinfarktenbeobachtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1). Bei Patienten im Alter von 65 Jahren und älter, bei
Patienten, die aktuelle oder ehemalige Langzeitraucher sind, und bei Patienten mit atherosklerotischerkardiovaskulärer Erkrankung in der Vorgeschichte oder anderen kardiovaskulären Risikofaktorensollte Tofacitinib nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen verfügbarsind (siehe Abschnitt 5.1).
Malignome und lymphoproliferative Erkrankung
Tofacitinib kann die körpereigene Abwehr gegen Malignome beeinträchtigen.
In einer randomisierten Unbedenklichkeitsstudie nach der Zulassung bei Patienten mit RA, die50 Jahre oder älter waren und mindestens einen zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor aufwiesen,wurde unter Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren eine erhöhte Inzidenz von malignen
Erkrankungen, insbesondere NMSC, Lungenkarzinom und Lymphom, beobachtet (siehe
Abschnitte 4.8 und 5.1).
NMSC, Lungenkarzinome und Lymphome bei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurden auch inanderen klinischen Studien und bei der Anwendung nach der Zulassung beobachtet.
Andere Malignome bei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurden in klinischen Studien und beider Anwendung nach der Zulassung beobachtet, darunter, aber nicht ausschließlich, Brustkrebs,
Melanom, Prostatakrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Bei Patienten in einem Alter von 65 Jahren und älter, Patienten, die aktuelle oder ehemalige
Langzeitraucher sind, und bei Patienten mit anderen Risikofaktoren für Malignome (z. B. aktuellesoder zurückliegendes Malignom, ausgenommen ein erfolgreich behandelter, nicht-melanozytärer
Hautkrebs) sollte Tofacitinib nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativenverfügbar sind (siehe Abschnitt 5.1).
Bei allen Patienten, insbesondere bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Hautkrebs, werdenregelmäßige Hautuntersuchungen empfohlen (siehe Tabelle 8 in Abschnitt 4.8).
Interstitielle LungenerkrankungEbenfalls ist Vorsicht geboten bei Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung in der
Vorgeschichte, da sie für Infektionen anfälliger sein können. In klinischen RA-Studien und in der
Anwendungsbeobachtung nach Zulassung wurden Fälle von interstitieller Lungenerkrankung (einigedavon mit tödlichem Ausgang) bei mit Tofacitinib behandelten Patienten berichtet, obwohl die Rolleder Januskinase(JAK)-Inhibition bei diesen Ereignissen nicht bekannt ist. Asiatische RA-Patientenunterliegen bekanntermaßen einem höheren Risiko für eine interstitielle Lungenerkrankung, weshalbbei der Behandlung dieser Patienten Vorsicht geboten ist.
Magen-Darm-Perforationen
In klinischen Studien wurden Fälle von Magen-Darm-Perforationen berichtet, obwohl die Rolle der
JAK-Inhibition bei diesen Ereignissen nicht bekannt ist. Tofacitinib ist bei Patienten mit potenziellerhöhtem Risiko von Magen-Darm-Perforationen mit Vorsicht anzuwenden (z. B. bei Patienten mit
Divertikulitis in der Vorgeschichte oder bei Patienten, die gleichzeitig Kortikosteroide und/odernichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel anwenden). Bei erstmaligem Auftreten von
Anzeichen oder Symptomen abdomineller Komplikationen sind die Patienten unverzüglich zur
Früherkennung einer Magen-Darm-Perforation zu untersuchen.
Frakturen
Frakturen wurden bei Patienten beobachtet, die mit Tofacitinib behandelt wurden.
Tofacitinib sollte bei Patienten mit bekannten Risikofaktoren für Frakturen, wie älteren Patienten,weiblichen Patienten und Patienten unter Kortikosteroidtherapie, unabhängig von Indikation und
Dosierung, mit Vorsicht angewendet werden.
Leberenzyme
Die Behandlung mit Tofacitinib ging bei einigen Patienten mit einer erhöhten Rate von
Leberwerterhöhungen einher (siehe Abschnitt 4.8 Leberenzymtests). Bei der Einleitung einer
Tofacitinib-Behandlung von Patienten mit erhöhter Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Aspartat-
Aminotransferase (AST) ist Vorsicht geboten, besonders dann, wenn sie in Kombination mitpotenziell hepatotoxischen Arzneimitteln, wie z. B. MTX, eingeleitet wird. Nach Beginn der
Behandlung werden regelmäßige Kontrollen der Leberenzyme und eine sofortige Abklärung vonbeobachteten Leberenzymanstiegen empfohlen, um mögliche Fälle einer arzneimittelbedingten
Leberschädigung zu erkennen. Bei Verdacht einer arzneimittelbedingten Leberschädigung sollte die
Einnahme von Tofacitinib solange unterbrochen werden, bis diese Diagnose ausgeschlossen wordenist.
ÜberempfindlichkeitNach der Markteinführung wurden Fälle von Überempfindlichkeit im Zusammenhang mit der
Anwendung von Tofacitinib berichtet. Allergische Reaktionen einschließlich Angioödem und
Urtikaria sowie schwerwiegende Reaktionen traten auf. Wenn schwerwiegende allergische oderanaphylaktische Reaktionen auftreten, sollte Tofacitinib unverzüglich abgesetzt werden.
Laborparameter
LymphozytenDie Behandlung mit Tofacitinib war im Vergleich zu Placebo mit einer erhöhten Rate von
Lymphozytopenien verbunden. Bei Lymphozytenzahlen unter 750 Zellen/mm3 wurden vermehrtschwerwiegende Infektionen beobachtet. Bei Patienten mit einer bestätigten Lymphozytenzahl unter750 Zellen/mm3 sollte die Behandlung mit Tofacitinib nicht eingeleitet oder fortgeführt werden. Die
Lymphozyten sollten zu Beginn der Therapie und danach alle 3 Monate kontrolliert werden.
Empfehlungen zu Therapieänderungen auf Basis der Lymphozytenzahlen siehe Abschnitt 4.2.
Neutrophile
Die Behandlung mit Tofacitinib stand im Vergleich zu Placebo im Zusammenhang mit einer erhöhten
Inzidenz von Neutropenie (weniger als 2.000 Zellen/mm³). Bei erwachsenen Patienten mit einer
Neutrophilenzahl (ANC) unter 1.000 Zellen/mm3 und Kindern und Jugendlichen mit einer
Neutrophilenzahl (ANC) unter 1.200 Zellen/mm3 sollte keine Behandlung mit Tofacitinib eingeleitetwerden. Die ANC sollte bei Therapiebeginn, nach 4- bis 8-wöchiger Behandlung und danach alle3 Monate kontrolliert werden. Empfehlungen zu Therapieänderungen aufgrund der ANC siehe
Abschnitt 4.2.
HämoglobinDie Behandlung mit Tofacitinib wurde mit einer Abnahme der Hämoglobinwerte in Verbindunggebracht. Es wird empfohlen, die Tofacitinib-Behandlung bei erwachsenen Patienten mit einem Hb-
Wert unter 9 g/dl und bei Kindern und Jugendlichen mit einem Hb-Wert unter 10 g/dl nicht zubeginnen. Der Hämoglobinwert sollte bei Therapiebeginn, nach 4- bis 8-wöchiger Behandlung unddanach alle 3 Monate kontrolliert werden. Empfehlungen zu Therapieänderungen aufgrund des
Hämoglobinwerts siehe Abschnitt 4.2.
Überwachung der Lipidwerte
Während der Behandlung mit Tofacitinib kam es zu einem Anstieg der Blutfettwerte, wie z. B. des
Gesamtcholesterins, des Lipoprotein-Cholesterins niedriger Dichte (LDL) und des Lipoprotein-
Cholesterins hoher Dichte (HDL). Maximale Effekte waren im Allgemeinen innerhalb von 6 Wochenzu beobachten. Acht Wochen nach Beginn der Tofacitinib-Therapie sollte eine Untersuchung der
Blutfettwerte vorgenommen werden. Die Patienten sollten gemäß den klinischen Leitlinien für die
Therapie der Hyperlipidämie behandelt werden. Erhöhte Gesamtcholesterin- und LDL-Werte im
Zusammenhang mit Tofacitinib können mit einer Statin-Therapie auf die Werte vor der Behandlunggesenkt werden.
Hypoglykämie bei Patienten, die aufgrund eines Diabetes behandelt werden
Nach Einleitung einer Tofacitinib-Therapie bei Patienten, die Arzneimittel gegen Diabetes erhaltenhaben, wurden Fälle von Hypoglykämie berichtet. Bei Auftreten einer Hypoglykämie könnte eine
Dosisanpassung der antidiabetischen Arzneimittel erforderlich sein.
ImpfungenVor Beginn der Therapie mit Tofacitinib sollte der Impfstatus aller Patienten, insbesondere von pJIA-und jPsA-Patienten entsprechend den aktuellen Impfempfehlungen auf den neuesten Stand gebrachtwerden. Es wird empfohlen, Lebendimpfstoffe nicht gleichzeitig mit Tofacitinib anzuwenden. Bei der
Entscheidung über die Anwendung von Lebendimpfstoffen vor Beginn der Therapie mit Tofacitinibsollte die vorbestehende Immunsuppression des jeweiligen Patienten berücksichtigt werden.
Eine prophylaktische Impfung gegen Herpes zoster sollte gemäß den Impfempfehlungen in Betrachtgezogen werden. Patienten mit langjähriger RA, die zuvor 2 oder mehr bDMARD erhalten haben,sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wenn der Herpes-Zoster-Lebendimpfstoffgegeben wird, sollte er nur Patienten mit bekannter Vorgeschichte von Windpocken oder Patienten,die seropositiv auf das Varicella-Zoster-Virus (VZV) getestet wurden, verabreicht werden. Sollte die
Vorgeschichte von Windpocken als zweifelhaft oder unzuverlässig erachtet werden, so wirdempfohlen, auf Antikörper gegen VZV zu testen.
Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte mindestens 2 Wochen, vorzugsweise aber 4 Wochen vor
Beginn der Therapie mit Tofacitinib erfolgen, oder gemäß den aktuellen Impfempfehlungen zur
Anwendung von immunmodulierenden Arzneimitteln. Bezüglich einer Sekundärübertragung von
Infektionen durch Lebendimpfstoffe auf Patienten unter Tofacitinib liegen keine Daten vor.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsRheumatoide ArthritisDie häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren schwerwiegende Infektionen (siehe
Abschnitt 4.4).
Bei der Langzeit-Sicherheits-Population über alle Expositionen waren die häufigsten im
Zusammenhang mit Tofacitinib berichteten schwerwiegenden Infektionen Pneumonie (1,7 %), Herpeszoster (0,6 %), Harnwegsinfekt (0,4 %), Zellulitis (0,4 %), Divertikulitis (0,3 %) und Appendizitis(0,2 %). Zu den im Zusammenhang mit Tofacitinib berichteten opportunistischen Infektionen gehörten
TB und andere mykobakterielle Infektionen, Infektionen mit Cryptococcus, Histoplasmose,ösophageale Candidose, multidermatomaler Herpes zoster, Cytomegalievirus-Infektion, BK-Virus-
Infektionen und Listeriose. Einige Patienten wiesen eine disseminierte statt einer lokalisierten
Erkrankung auf. Andere, nicht in klinischen Studien berichtete schwerwiegende Infektionen könnenebenfalls auftreten (z. B. Kokzidiomykose).
Die in doppelblinden, Placebo- oder MTX-kontrollierten klinischen Studien während der ersten3 Monate am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen (3,9 %), Infektionen deroberen Atemwege (3,8 %), Virusinfektionen der oberen Atemwege (3,3 %), Diarrhö (2,9 %), Übelkeit(2,7 %) und Hypertonie (2,2 %)
Der Anteil der Patienten, die in den ersten 3 Monaten der doppelblinden, Placebo- oder MTX-kontrollierten Studien die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen, betrug für die mit
Tofacitinib behandelten Patienten 3,8 %. Die häufigsten Infektionen, die in kontrollierten klinischen
Studien in den ersten 3 Monaten zu einem Therapieabbruch führten waren Herpes zoster (0,19 %) und
Pneumonie (0,15 %).
Psoriasis-ArthritisInsgesamt zeigte sich, dass unter der Behandlung mit Tofacitinib das Sicherheitsprofil bei Patientenmit aktiver PsA mit dem bei RA-Patienten konsistent war.
Ankylosierende SpondylitisInsgesamt zeigte sich, dass unter der Behandlung mit Tofacitinib das Sicherheitsprofil bei Patientenmit aktiver AS mit dem bei RA-Patienten konsistent war.
Colitis ulcerosaDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei Patienten, die in den Induktionsstudien zweimaltäglich 10 mg Tofacitinib erhielten, waren Kopfschmerzen, Nasopharyngitis, Übelkeit und Arthralgie.
In den Induktions- und Erhaltungsstudien waren die häufigsten Kategorien schwerwiegender
Nebenwirkungen sowohl in den Tofacitinib- als auch in den Placebo-Gruppen Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts und Infektionen. Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war eine
Verschlechterung der CU.
Insgesamt zeigte sich, dass unter der Behandlung mit Tofacitinib das Sicherheitsprofil bei Patientenmit CU mit dem bei RA-Patienten konsistent war.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie nachfolgende Tabelle zeigt eine Auflistung der Nebenwirkungen aus klinischen Studien an RA-,
PsA-, AS- und CU-Patienten nach Systemorganklassen und Häufigkeitskategorien, die wie folgtfestgelegt sind: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100),selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) oder nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angeordnet.
Tabelle 8: Nebenwirkungen
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse ≥ 1/100 bis ≥ 1/1.000 bis ≥ 1/10.000 bis < 1/10.000 (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 < 1/1.000 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Infektionen und Pneumonie Tuberkulose Sepsis Tuberkulose desparasitäre Influenza Divertikulitis Urosepsis Zentralnerven-
Erkrankungen Herpes zoster Pyelonephritis Disseminierte systems
Harnwegsinfekt Zellulitis Tuberkulose Kryptokokken-
Sinusitis Herpes simplex Bakteriämie Meningitis
Bronchitis Virale Pneumocystis Nekrotisierende
Nasopharyngitis Gastroenteritis jirovecii- Fasziitis
Pharyngitis Virusinfektion Pneumonie Enzephalitis
Pneumokokken- Staphylokokken-
Pneumonie Bakteriämie
Bakterielle Mycobacterium-
Pneumonie avium-Komplex-
Zytomegalie- Infektion
Virus-Infektion Atypische
Bakterielle mykobakterielle
Arthritis Infektion
Gutartige, Lungenkrebs Lymphombösartige und Nicht-unspezifische melanozytärer
Neubildungen Hautkrebs(einschl. Zystenund Polypen)
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse ≥ 1/100 bis ≥ 1/1.000 bis ≥ 1/10.000 bis < 1/10.000 (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 < 1/1.000 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Erkrankungen Lymphopenie Leukopeniedes Blutes und Anämie Neutropeniedes
Lymphsystems
Erkrankungen Überempfindlichdes keit*
Immunsystems Angioödem*
Urtikaria*
Stoffwechsel- Dyslipidämieund Ernährungs- Hyperlipidämiestörungen Dehydrierung
Psychiatrische Insomnie
Erkrankungen
Erkrankungen Kopfschmerzen Parästhesiedes
Nervensystems
Herzerkrankung Myokardinfarkten
Gefäßerkrankun Hypertonie Venösegen thromboembolische Ereignisse
**
Erkrankungen Husten Dyspnoeder Atemwege, Verstopftedes Brustraums Nebenhöhlenund
Mediastinums
Erkrankungen Bauchschmerzendes Erbrechen
Gastrointestinal- Diarrhötrakts Übelkeit
Gastritis
Dyspepsie
Leber- und Lebersteatose Anormaler
Gallenerkrankun Erhöhte Leberfunktions-
- gen Leberenzymwert teste
Erhöhung der
Transaminasen
Erhöhter
Gamma-
Glutamyltrans-ferasewert
Erkrankungen Ausschlag Erythemder Haut und des Akne Pruritus
Unterhautzell-gewebes
Skelettmuskula- Arthralgie Gelenkschwellu Muskuloskelettatur-, ng le Schmerzen
Bindegewebs- Tendinitisund Knochen-erkrankungen
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekanntklasse ≥ 1/100 bis ≥ 1/1.000 bis ≥ 1/10.000 bis < 1/10.000 (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 < 1/1.000 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Allgemeine Peripheres Pyrexie
Erkrankungen Ödem Fatigueund
Beschwerdenam
Verabreichungsort
Untersuchungen Erhöhte Kreatin- Erhöhter Blut-phosphokinase Kreatininspiegelim Blut Erhöhter Blut-cholesterinspiegel
Erhöhter
Lipoprotein-
Cholesterinwertniedriger Dichte
GewichtszunahmeVerletzung, Bänderdehnung
Vergiftung und Muskelzerrungdurch Eingriffebedingte
Komplikationen
*Daten aus Spontanberichten
**Venöse thromboembolische Ereignisse umfassen LE, TVT und retinale Venenthrombose
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVenöse thromboembolische EreignisseRheumatoide ArthritisIn einer groß angelegten (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsstudie nach Zulassung an Patientenmit rheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren und älter mit mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde eine erhöhte und dosisabhängige Inzidenz von VTE bei
Patienten beobachtet, die mit Tofacitinib behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die TNF-
Inhibitoren erhielten (siehe Abschnitt 5.1). Die Mehrzahl dieser Ereignisse war schwerwiegend undeinige führten zum Tod. Die Inzidenzraten (95 % KI) für LE bei zweimal täglich 5 mg Tofacitinib,zweimal täglich 10 mg Tofacitinib und TNF-Inhibitoren betrugen jeweils 0,17 (0,08-0,33),0,50 (0,32-0,74) und 0,06 (0,01-0,17) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Im Vergleichzu TNF-Inhibitoren betrug die Hazard Ratio (HR) für LE jeweils 2,93 (0,79-10,83) bzw. 8,26 (2,49-27,43) für zweimal täglich 5 mg Tofacitinib bzw. zweimal täglich 10 mg Tofacitinib (siehe
Abschnitt 5.1). Die Mehrheit (97 %) der mit Tofacitinib behandelten Patienten, bei denen eine LEbeobachtet wurde, hatten VTE-Risikofaktoren.
Ankylosierende SpondylitisIn den kombinierten randomisierten kontrollierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien kam es bei420 Patienten (233 Patientenjahre Beobachtung), die bis zu 48 Wochen lang Tofacitinib erhielten, zukeinen VTE.
Colitis ulcerosa (CU)
In der laufenden Anschlussstudie zu CU wurden bei Patienten, die zweimal täglich 10 mg Tofacitiniberhielten und VTE-Risikofaktor(en) aufwiesen, Fälle von LE und TVT beobachtet.
Allgemeine Infektionen
Rheumatoide ArthritisIn den kontrollierten klinischen Phase 3-Studien mit zweimal täglich 5 mg (insgesamt 616 Patienten)und zweimal täglich 10 mg (insgesamt 642 Patienten) betrugen die Infektionsraten über 0-3 Monate inden Tofacitinib-Monotherapie-Gruppen 16,2 % (100 Patienten) bzw. 17,9 % (115 Patienten) im
Vergleich zu 18,9 % (23 Patienten) in der Placebogruppe (insgesamt 122 Patienten). In denkontrollierten klinischen Phase 3-Studien mit DMARD-Begleitmedikation mit zweimal täglich 5 mg(insgesamt 973 Patienten) und zweimal täglich 10 mg (insgesamt 969 Patienten) betrugen die
Infektionsraten über 0-3 Monate in der Behandlungsgruppe Tofacitinib plus DMARD 21,3 %(207 Patienten) bzw. 21,8 % (211 Patienten) im Vergleich zu 18,4 % (103 Patienten) in der
Behandlungsgruppe DMARD plus Placebo (insgesamt 559 Patienten).
Die am häufigsten berichteten Infektionen waren Infektionen der oberen Atemwege und
Nasopharyngitis (3,7 % bzw. 3,2 %).
Die Gesamthäufigkeit von Infektionen unter Tofacitinib in der Langzeit-Sicherheits-Population überalle Expositionen (insgesamt 4.867 Patienten) betrug 46,1 Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre (43,8 bzw. 47,2 Patienten mit Ereignissen für die Dosierungen zweimal täglich5 mg bzw. 10 mg). Für Patienten unter Monotherapie (insgesamt 1.750) betrugen die Häufigkeiten fürdie Dosierungen zweimal täglich 5 mg bzw. 10 mg 48,9 bzw. 41,9 Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre. Für Patienten unter DMARD-Begleittherapie (insgesamt 3.117) betrugen die
Häufigkeiten für die Dosierungen zweimal täglich 5 mg bzw. 10 mg 41,0 bzw.50,3 Patientenereignisse pro 100 Patientenjahre.
Ankylosierende SpondylitisIn den kombinierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien lag die Häufigkeit von Infektionenwährend des placebokontrollierten Zeitraums von bis zu 16 Wochen in der Gruppe mit zweimaltäglich 5 mg Tofacitinib (185 Patienten) bei 27,6 % und in der Placebogruppe (187 Patienten) bei23,0 %. In den kombinierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien betrug die Häufigkeit von
Infektionen bei den 316 Patienten, die bis zu 48 Wochen lang mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinibbehandelt wurden, 35,1 %.
Colitis ulcerosaIn den randomisierten, 8-wöchigen Phase 2/3-Induktionsstudien betrug der Anteil an Patienten mit
Infektionen in der Gruppe mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib 21,1 % (198 Patienten), im
Vergleich zu 15,2 % (43 Patienten) in der Placebogruppe. In der randomisierten, 52-wöchigen
Phase 3-Erhaltungsstudie betrug der Anteil an Patienten mit Infektionen in der Gruppe mit zweimaltäglich 5 mg Tofacitinib 35,9 % (71 Patienten) und 39,8 % (78 Patienten) in der Gruppe mit zweimaltäglich 10 mg Tofacitinib, im Vergleich zu 24,2 % (48 Patienten) in der Placebogruppe.
In der gesamten Therapieerfahrung mit Tofacitinib war die am häufigsten berichtete Infektion
Nasopharyngitis, die bei 18,2 % der Patienten (211 Patienten) auftrat.
In der gesamten Therapieerfahrung mit Tofacitinib lag die Gesamthäufigkeit von Infektionen bei60,3 Ereignissen pro 100 Patientenjahre (49,4 % betroffene Patienten; insgesamt 572 Patienten).
Schwerwiegende InfektionenRheumatoide ArthritisIn den kontrollierten klinischen Studien über 6 und 24 Monate betrug die Rate schwerwiegender
Infektionen in der Monotherapie-Gruppe mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib 1,7 Patienten mit
Ereignissen pro 100 Patientenjahre. In der Monotherapie-Gruppe mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib betrug die Inzidenzrate 1,6 Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre, in der
Placebo-Gruppe 0 Ereignisse pro 100 Patientenjahre und in der MTX-Gruppe 1,9 Patienten mit
Ereignissen pro 100 Patientenjahre.
In den Studien mit einer Dauer von 6, 12, oder 24 Monaten betrugen die Inzidenzratenschwerwiegender Infektionen in den Tofacitinib plus DMARD-Behandlungsgruppen mit zweimaltäglich 5 mg bzw. 10 mg 3,6 bzw. 3,4 Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre im Vergleichzu 1,7 Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre in der Placebo plus DMARD-Gruppe.
In der Langzeit-Sicherheits-Population über alle Expositionen betrug die Gesamthäufigkeitschwerwiegender Infektionen unter Tofacitinib 2,4 bzw. 3,0 Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre für die Tofacitinib-Gruppen mit zweimal täglich 5 mg bzw. 10 mg. Die häufigstenschwerwiegenden Infektionen waren Pneumonie, Herpes zoster, Harnwegsinfekt, Zellulitis,
Gastroenteritis und Divertikulitis. Es wurden Fälle opportunistischer Infektionen berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsstudie nach Zulassung an Patienten mitrheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren oder älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde ein dosisabhängiger Anstieg schwerwiegender Infektionen unter
Tofacitinib im Vergleich zu TNF-Inhibitoren beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Die Inzidenzraten (95 % KI) für schwerwiegende Infektionen bei zweimal täglich 5 mg Tofacitinib,zweimal täglich 10 mg Tofacitinib und TNF-Inhibitoren betrugen jeweils 2,86 (2,41; 3,37), 3,64 (3,11;4,23) und 2,44 (2,02; 2,92) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Im Vergleich zu TNF-
Inhibitoren betrug die Hazard Ratio (HR) für schwerwiegende Infektionen jeweils 1,17 (0,92; 1,50)bzw. 1,48 (1,17; 1,87) für zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. zweimal täglich 5 mg Tofacitinib.
Ankylosierende SpondylitisIn den kombinierten klinischen Phase-2- und Phase-3-Studien kam es unter den 316 Patienten, die biszu 48 Wochen lang mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib behandelt wurden, zu einerschwerwiegenden Infektion (aseptische Meningitis). Daraus ergibt sich eine Rate von 0,43 Patientenmit Ereignissen pro 100 Patientenjahre.
Colitis ulcerosaDie Inzidenzraten und Arten schwerwiegender Infektionen in den klinischen CU-Studien waren im
Allgemeinen ähnlich denen, die in klinischen RA-Studien in den Behandlungsgruppen mit Tofacitinib-
Monotherapie berichtet wurden.
Schwerwiegende Infektionen bei älteren Patienten
Von den 4.271 Patienten, die an den RA-Studien I-VI (siehe Abschnitt 5.1) teilnahmen, waren608 RA-Patienten 65 Jahre oder älter, darunter 85 Patienten, die 75 Jahre und älter waren. Die
Häufigkeit schwerwiegender Infektionen unter den mit Tofacitinib behandelten Patienten war in der
Altersgruppe ab 65 Jahren höher als in der Altersgruppe unter 65 Jahren (4,8 bzw. 2,4 Ereignisse pro100 Patientenjahre).
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsstudie nach Zulassung an Patienten mitrheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren oder älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde ein Anstieg schwerwiegender Infektionen bei Patienten in einem
Alter von 65 Jahren und älter beobachtet, die zweimal täglich 10 mg Tofacitinib erhielten, im
Vergleich zu TNF-Inhibitoren und zweimal täglich 5 mg Tofacitinib (siehe Abschnitt 4.4). Bei
Patienten ≥ 65 Jahren betrugen die Inzidenzraten (95 % KI) für schwerwiegende Infektionen beizweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib und TNF-Inhibitoren jeweils4,03 (3,02; 5,27), 5,85 (4,64; 7,30) und 3,73 (2,81; 4,85) Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre.
Im Vergleich zu TNF-Inhibitoren betrug die Hazard Ratio (HR) für schwerwiegende Infektionen bei
Patienten ≥ 65 Jahren 1,08 (0,74; 1,58) bzw. 1,55 (1,10; 2,19) für zweimal täglich 5 mg Tofacitinibbzw. zweimal täglich 10 mg Tofacitinib.
Schwerwiegende Infektionen aus einer nichtinterventionellen Unbedenklichkeitsprüfung nach
Zulassung
Daten aus einer nichtinterventionellen Unbedenklichkeitsprüfung nach Zulassung zur Bewertung der
Sicherheit von Tofacitinib bei RA-Patienten aus einem Register (US Corrona) zeigten, dass einenumerisch höhere Inzidenzrate schwerwiegender Infektionen bei der einmal täglichen Einnahme von11 mg Retardtabletten im Vergleich zur zweimal täglichen Einnahme von 5 mg Filmtablettenbeobachtet wurde. Vorläufige Inzidenzraten (95 % KI) (ohne Anpassung für Alter oder Geschlecht)lagen in den mit 11 mg Retardtabletten einmal täglich bzw. 5 mg Filmtabletten zweimal täglichbehandelten Gruppen ab der Verfügbarkeit der jeweiligen Darreichungsform 12 Monate nach der
Einleitung der Therapie bei 3,45 (1,93; 5,69) bzw. 2,78 (1,74; 4,21) und 36 Monate nach der
Einleitung der Therapie bei 4,71 (3,08; 6,91) bzw. 2,79 (2,01; 3,77) Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre. Die nicht adjustierte Hazard Ratio lag bei 1,30 (95 % KI: 0,67; 2,50) nach12 Monaten und 1,93 (95 % KI: 1,15; 3,24) nach 36 Monaten bei 11 mg Retardtabletten einmal täglichim Vergleich zur Dosis mit 5 mg Filmtabletten zweimal täglich. Die Daten basieren auf einer kleinen
Patientenzahl mit beobachteten Ereignissen mit relativ großen Konfidenzintervallen und begrenzter
Nachbeobachtungszeit.
VirusreaktivierungBei mit Tofacitinib behandelten Patienten japanischer oder koreanischer Herkunft, bei Patienten mitlangjähriger RA, die zuvor 2 oder mehr bDMARD erhalten hatten, bei Patienten mit einer ALC unter1.000 Zellen/mm3 oder bei Patienten, die mit zweimal täglich 10 mg behandelt werden, ist das Risikofür Herpes zoster möglicherweise erhöht (siehe Abschnitt 4.4).
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurde bei mit Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu TNF-
Inhibitoren ein Anstieg von Herpes-zoster-Ereignissen beobachtet. Die Inzidenzraten (95 % KI) für
Herpes zoster bei zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-
Inhibitoren betrugen jeweils 3,75 (3,22; 4,34), 3,94 (3,38; 4,57) und 1,18 (0,90; 1,52) Patienten mit
Ereignissen pro 100 Patientenjahre.
LaboruntersuchungenLymphozytenIn den kontrollierten klinischen RA-Studien kam es, bezogen auf die Dosierungen von zweimal täglich5 mg und zweimal täglich 10 mg zusammengenommen, bei 0,3 % der Patienten zu bestätigten
Abnahmen der ALC unter 500 Zellen/mm3 und bei 1,9 % der Patienten zu Abnahmen der ALC aufeinen Wert zwischen 500 und 750 Zellen/mm3.
In der RA-Langzeit-Sicherheits-Population kam es, bezogen auf die Dosierungen von zweimal täglich5 mg und zweimal täglich 10 mg zusammengenommen, bei 1,3 % der Patienten zu bestätigten
Abnahmen der ALC unter 500 Zellen/mm3 und bei 8,4 % der Patienten zu Abnahmen der ALC aufeinen Wert zwischen 500 und 750 Zellen/mm3.
Bestätigte ALC-Werte unter 750 Zellen/mm3 waren mit einem gehäuften Auftreten schwerwiegender
Infektionen verbunden (siehe Abschnitt 4.4).
In den klinischen CU-Studien waren ALC-Veränderungen, die unter der Behandlung mit Tofacitinibbeobachtet wurden, ähnlich denen, die in klinischen RA-Studien festgestellt wurden.
Neutrophile
In den kontrollierten klinischen RA-Studien kam es, bezogen auf die Dosierungen von zweimal täglich5 mg und zweimal täglich 10 mg zusammengenommen, bei 0,08 % der Patienten zu bestätigten
Abnahmen der ANC-Werte unter 1.000 Zellen/mm3. In keiner Patientengruppe wurden bestätigte
Abnahmen der ANC unter 500 Zellen/mm3 beobachtet. Es war kein eindeutiger Zusammenhangzwischen Neutropenie und dem Auftreten schwerwiegender Infektionen zu erkennen.
In der RA-Langzeit-Sicherheits-Population stimmten Muster und Inzidenz der bestätigten ANC-
Abnahmen mit den Befunden aus den kontrollierten klinischen Studien überein (siehe Abschnitt 4.4).
In den klinischen CU-Studien waren ANC-Veränderungen, die unter der Behandlung mit Tofacitinibbeobachtet wurden, ähnlich denen, die in klinischen RA-Studien festgestellt wurden.
Thrombozyten
Die Patienten in den kontrollierten klinischen Phase-3-Studien (RA, PsA, AS, CU) mussten eine
Thrombozytenzahl von ≥ 100.000 Zellen/mm3 aufweisen, um für die Aufnahme in die Studie in Fragezu kommen. Daher liegen keine Angaben zu Patienten mit Thrombozytenzahlen< 100.000 Zellen/mm3 vor Beginn der Behandlung mit Tofacitinib vor.
Leberenzymtests
Bestätigte Erhöhungen der Leberenzymwerte um mehr als das 3-Fache des oberen Normal-Grenzwerts(3x ULN, upper limit of normal) wurden bei RA-Patienten gelegentlich beobachtet. Bei RA-Patientenmit erhöhten Leberenzymwerten führte eine Therapieanpassung, wie z. B. Dosisreduktion gleichzeitigangewendeter DMARD, eine Unterbrechung der Behandlung oder eine Senkung der Tofacitinib-Dosiszu einer Abnahme oder Normalisierung der Leberenzymwerte.
Im kontrollierten Teil der RA-Monotherapie-Studie der Phase 3 (0-3 Monate, Studie I, siehe
Abschnitt 5.1) wurden ALT-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 1,65 %, 0,41 % bzw. 0 % der Patientenbeobachtet, die Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten. In dieser Studiewurden AST-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 1,65 %, 0,41 % bzw. 0 % der Patienten beobachtet, die
Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten.
In der RA-Monotherapie-Studie der Phase 3 (0-24 Monate, Studie VI, siehe Abschnitt 5.1), wurden
ALT-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 7,1 %, 3,0 % bzw. 3,0 % der Patienten beobachtet, die MTX,zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten. In dieser Studie wurden AST-Anstiegeoberhalb 3x ULN bei 3,3 %, 1,6 % bzw. 1,5 % der Patienten beobachtet, die MTX, zweimal täglich5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten.
Im kontrollierten Teil der Phase 3-RA-Studien zur DMARD-Begleittherapie (0-3 Monate, Studien II-
V, siehe Abschnitt 5.1) wurden ALT-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 0,9 %, 1,24 % bzw. 1,14 % der
Patienten beobachtet, die Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten. In diesen
Studien wurden AST-Anstiege oberhalb 3x ULN bei 0,72 %, 0,5 % bzw. 0,31 % der Patientenbeobachtet, die Placebo, zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib erhielten.
In den RA-Langzeit-Erweiterungsstudien zur Monotherapie wurden ALT-Anstiege oberhalb 3x ULNbei 1,1 % bzw. 1,4 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitiniberhielten. AST-Anstiege oberhalb 3x ULN wurden sowohl in der Gruppe mit zweimal täglich 5 mg alsauch in der mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bei < 1,0 % der Patienten beobachtet.
In den RA-Langzeit-Erweiterungsstudien zur DMARD-Begleittherapie wurden ALT-Anstiegeoberhalb 3x ULN bei 1,8 % bzw. 1,6 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg oder10 mg Tofacitinib erhielten. AST-Anstiege oberhalb 3x ULN wurden sowohl in der Gruppe mitzweimal täglich 5 mg als auch in der mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bei < 1,0 % der Patientenbeobachtet.
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurden ALT-Anstiege größer oder gleich 3 x ULN bei jeweils 6,01 %,6,54 % und 3,77 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich10 mg Tofacitinib bzw. TNF-Inhibitoren erhielten. AST-Anstiege größer oder gleich 3 x ULN wurdenbei jeweils 3,21 %, 4,57 % und 2,38 % der Patienten beobachtet, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib,zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-Inhibitoren erhielten.
In den klinischen CU-Studien waren Veränderungen von Leberenzymwerten, die unter der
Behandlung mit Tofacitinib beobachtet wurden, ähnlich denen, die in klinischen RA-Studienfestgestellt wurden.
LipideErhöhungen der Lipidparameter (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin,
Triglyzeride) wurden in den kontrollierten, doppelblinden klinischen Studien zur rheumatoiden
Arthritis erstmals 1 Monat nach Beginn der Tofacitinib-Therapie untersucht. Die zu diesem Zeitpunktbeobachteten Erhöhungen blieben danach stabil.
Änderungen der Lipidparameter von den Ausgangswerten bis zum jeweiligen Studienende(6-24 Monate) der kontrollierten, klinischen RA-Studien werden nachfolgend zusammengefasst:
- Der mittlere LDL-Cholesterinwert stieg im Studienarm mit zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib bis Monat 12 um 15 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 20 %. Nach 24 Monaten stieg der LDL-Cholesterinwert im Studienarm mitzweimal täglich 5 mg Tofacitinib um 16 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 19 %.
- Der mittlere HDL-Cholesterinwert stieg im Studienarm mit zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib bis Monat 12 um 17 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 18 %. Nach 24 Monaten stieg der HDL-Cholesterinwert im Studienarm mitzweimal täglich 5 mg Tofacitinib um 19 % und im Studienarm mit zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib um 20 %.
Nach dem Absetzen von Tofacitinib gingen die Lipidspiegel auf die Ausgangswerte zurück.
Die mittleren LDL-Cholesterin/HDL-Cholesterin-Quotienten und die Apolipoprotein B(ApoB)/ApoA1-Quotienten blieben bei den mit Tofacitinib behandelten Patienten weitgehendunverändert.
In einer kontrollierten klinischen RA-Studie konnten die erhöhten LDL-Cholesterin- und ApoB-Wertemit einer Statin-Therapie auf die Werte vor der Behandlung gesenkt werden.
In den RA-Langzeit-Sicherheits-Populationen stimmten die Erhöhungen der Lipidparameter mit den
Beobachtungen in den kontrollierten klinischen Studien überein.
In einer großen (n = 4.362), randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor wurden die nachfolgend zusammengefassten Änderungen der
Lipidparameter vom Ausgangswert bis Monat 24 beobachtet:
- Der mittlere LDL-Cholesterinwert stieg bis Monat 12 um jeweils 13,80 %, 17,04 % und 5,50 %bei Patienten, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-
Inhibitoren erhielten. Nach 24 Monaten betrug der Anstieg jeweils 12,71 %, 18,14 % bzw. 3,64 %.
- Der mittlere HDL-Cholesterinwert stieg bis Monat 12 um jeweils 11,71 %, 13,63 % und 2,82 %bei Patienten, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib, zweimal täglich 10 mg Tofacitinib bzw. TNF-
Inhibitoren erhielten. Nach 24 Monaten betrug der Anstieg jeweils 11,58 %, 13,54 % bzw. 1,42 %.
In den klinischen CU-Studien waren Lipidveränderungen, die unter der Behandlung mit Tofacitinibbeobachtet wurden, ähnlich denen, die in klinischen RA-Studien festgestellt wurden.
Myokardinfarkt
Rheumatoide ArthritisIn einer großen (n = 4362) randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach Zulassung an
Patienten mit rheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einemzusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor betrugen die Inzidenzraten (95 % KI) für nicht tödlichen
Myokardinfarkt bei Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, Tofacitinib 10 mg zweimal täglich und TNF-
Inhibitoren 0,37 (0,22; 0,57), 0,33 (0,19; 0,53) bzw. 0,16 (0,07; 0,31) Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre. Es wurden wenige tödliche Myokardinfarkte berichtet, wobei die Raten bei mit
Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu den mit TNF-Inhibitoren behandelten Patientenähnlich waren (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Für die Studie mussten mindestens 1.500 Patienten3 Jahre lang nachbeobachtet werden.
Maligne Erkrankungen außer NMSC
Rheumatoide ArthritisIn einer großen (n = 4.362) randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach Zulassung an
Patienten mit rheumatoider Arthritis im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einemzusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor betrugen die Inzidenzraten (95 % KI) für Lungenkrebs bei
Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, Tofacitinib 10 mg zweimal täglich und TNF-Inhibitoren 0,23 (0,12;0,40), 0,32 (0,18; 0,51) bzw. 0,13 (0,05; 0,26) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.1). Für die Studie mussten mindestens 1.500 Patienten 3 Jahre langnachbeobachtet werden.
Die Inzidenzraten (95 % KI) für Lymphome bei Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, Tofacitinib 10 mgzweimal täglich und TNF-Inhibitoren betrugen 0,07 (0,02; 0,18), 0,11 (0,04; 0,24) bzw. 0,02 (0,00;0,10) Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Kinder und JugendlichePolyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis und juvenile PsA
Die Nebenwirkungen bei JIA-Patienten im klinischen Entwicklungsprogramm stimmten in Art und
Häufigkeit mit denjenigen überein, die bei erwachsenen RA-Patienten beobachtet wurden, mit
Ausnahme einiger Infektionen (Influenza, Pharyngitis, Sinusitis, Virusinfektion) sowiegastrointestinaler oder allgemeiner Symptome (Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber,
Kopfschmerzen, Husten), die häufiger bei Kindern und Jugendlichen mit JIA auftraten. MTX war dasam häufigsten gleichzeitig angewendete csDMARD (an Tag 1 nahmen 156 von 157 Patienten MTXals csDMARDs ein). Es liegen unzureichende Daten zum Sicherheitsprofil von Tofacitinib bei einergleichzeitigen Anwendung mit anderen csDMARD vor.
InfektionenIn der doppelblinden Phase der Phase-3-Zulassungsstudie (Studie JIA-I) waren Infektionen die amhäufigsten gemeldeten Nebenwirkungen (44,3 %). Der Schweregrad der Infektionen war in der Regelleicht bis mittelschwer.
In der integrierten Sicherheitspopulation hatten im Berichtszeitraum (bis zu 28 Tage nach der letzten
Dosis des Prüfarzneimittels) 7 Patienten während der Behandlung mit Tofacitinib schwerwiegende
Infektionen. Dies entspricht einer Inzidenzrate von 1,92 Patienten mit Ereignissen pro100 Patientenjahre: Pneumonie, epidurales Empyem (mit Sinusitis und subperiostealem Abszess),
Pilonidalzyste, Appendizitis, Pyelonephritis durch Escherichia coli, Abszess Gliedmaße und HWI.
In der integrierten Sicherheitspopulation kam es bei 3 Patienten innerhalb des Berichtszeitraums zunicht schwerwiegenden Ereignissen eines Herpes zoster. Dies entspricht einer Inzidenzrate von0,82 Patienten mit Ereignissen pro 100 Patientenjahre. Ein (1) weiterer Patient hatte einschwerwiegendes HZ-Ereignis außerhalb des Berichtszeitraums.
Nebenwirkungen der Leber
Patienten in der Zulassungsstudie zu JIA mussten AST- und ALT-Werte unter dem 1,5-Fachen desoberen Normal-Grenzwerts (ULN) aufweisen, um in die Studie aufgenommen zu werden. In derintegrierten Sicherheitspopulation kam es bei 2 Patienten bei 2 aufeinander folgenden
Besuchsterminen zu ALT-Erhöhungen auf über das 3-Fache des ULN. Keines der Ereignisse erfülltedie Kriterien nach 'Hy’s Law“. Beide Patienten erhielten eine Hintergrundtherapie mit MTX, undbeide Ereignisse bildeten sich nach einer Unterbrechung der Behandlung mit MTX und einemendgültigen Absetzen von Tofacitinib zurück.
LaboruntersuchungenVeränderungen von Laborwerten bei JIA-Patienten im klinischen Entwicklungsprogramm entsprachendenjenigen bei erwachsenen RA-Patienten. Patienten in der Zulassungsstudie zu JIA mussten für die
Aufnahme in die Studie eine Thrombozytenzahl von ≥ 100.000 Zellen/mm3 aufweisen. Deshalb stehenkeine Daten für JIA-Patienten mit Thrombozytenzahlen <100.000 Zellen/mm3 vor Beginn der
Behandlung mit Tofacitinib zur Verfügung.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakotherapeutische Gruppen: Immunsuppressiva, Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren;
ATC-Code: L04AF01
WirkmechanismusTofacitinib ist ein potenter, selektiver Inhibitor der JAK-Familie. In Enzym-Assays hemmt Tofacitinib
JAK1, JAK2, JAK3 sowie in geringerem Maße TyK2. Im Gegensatz dazu zeichnet sich Tofacitinibdurch eine hohe Selektivität gegenüber anderen Kinasen des menschlichen Genoms aus. Inmenschlichen Zellen hemmt Tofacitinib bevorzugt die Signalübertragung durch heterodimere Zytokin-
Rezeptoren, die mit JAK3 und/oder JAK1 assoziieren, mit funktioneller Selektivität gegenüber
Zytokin-Rezeptoren, deren Signalübertragung über JAK2-Dimere erfolgt. Die Hemmung von JAK1und JAK3 durch Tofacitinib dämpft die Signalübertragung von Interleukinen (IL-2, IL-4, IL-6, IL-7,
IL-9, IL-15 und IL-21) und von Typ-I- und Typ-II-Interferonen, was eine Modulation derimmunologischen und inflammatorischen Antwort zur Folge hat.
Pharmakodynamische WirkungenBei RA-Patienten war eine bis zu 6-monatige Tofacitinib-Behandlung mit dosisabhängigen
Verringerungen der CD16/56+ natürlichen Killerzellen (NK) verbunden, wobei maximale
Verringerungen schätzungsweise etwa 8-10 Wochen nach Therapiebeginn auftraten. Nach
Beendigung der Behandlung hatten sich diese Veränderungen innerhalb von 2-6 Wochen im
Allgemeinen wieder normalisiert. Die Behandlung mit Tofacitinib ging mit einem dosisabhängigen
Anstieg der B-Lymphozyten einher. Die Veränderungen der Anzahl zirkulierender T-Lymphozytenund ihrer Untergruppen (CD3+, CD4+ und CD8+) waren gering und uneinheitlich.
Nach einer Langzeitbehandlung (mittlere Dauer der Tofacitinib-Behandlung ca. 5 Jahre) zeigten sichmittlere Verringerungen der CD4+ und CD8+ T-Lymphozytenzahl gegenüber dem Ausgangswert von28 % bzw. 27 %. Im Gegensatz zur beobachteten Abnahme nach der kurzzeitigen Dosierung erhöhtesich die Anzahl der CD16/56+ natürlichen Killerzellen gegenüber dem Ausgangswert im Mittel um73 %. Die CD19+ B-Zellzahlen zeigten nach der Langzeitbehandlung mit Tofacitinib keinen weiteren
Anstieg. All diese Veränderungen der Lymphozyten-Untergruppen kehrten nach zeitweiser
Unterbrechung der Behandlung auf den Ausgangswert zurück. Es gab keine Hinweise auf einen
Zusammenhang zwischen schwerwiegenden oder opportunistischen Infektionen oder Herpes zosterund den Zellzahlen der Lymphozyten-Untergruppen (siehe Abschnitt 4.2 bezüglich der Überwachungder absoluten Lymphozytenzahl).
Veränderungen der IgG-, IgM- und IgA-Serumspiegel waren bei RA-Patienten nach 6-monatiger
Tofacitinib-Behandlung gering, nicht dosisabhängig und ähnlich wie unter Placebo, was auf das
Fehlen einer systemischen humoralen Suppression schließen lässt.
Nach Beginn der Behandlung mit Tofacitinib wurde bei Patienten mit rheumatoider Arthritis einrascher Abfall des C-reaktiven Proteins (CRP) im Serum festgestellt, der während der weiteren
Behandlung bestehen blieb. Die unter Tofacitinib beobachteten Veränderungen des CRP normalisierensich innerhalb von 2 Wochen nach Beendigung der Behandlung nicht vollständig, was auf eine im
Vergleich zur Halbwertszeit längere Dauer der pharmakodynamischen Wirkung hindeutet.
Impfstoff-Studien
In einer kontrollierten klinischen Studie mit RA-Patienten, die die Behandlung mit zweimal täglich10 mg Tofacitinib oder Placebo begannen, war das Ansprechen auf die Impfung mit Grippeimpfstoffin beiden Gruppen ähnlich: 57 % Tofacitinib und 62 % Placebo. Für die Impfung mit
Pneumokokkenpolysaccharid-Impfstoff war das Ansprechen wie folgt: 32 % bei Patienten, die
Tofacitinib und MTX erhielten, 62 % unter Tofacitinib-Monotherapie, 62 % unter MTX-Monotherapieund 77 % unter Placebo. Die klinische Relevanz dieser Daten ist nicht bekannt, jedoch lieferte eineseparate Impfstoff-Studie mit Grippe- und Pneumokokkenpolysaccharid-Impfstoffen bei Patientenunter Langzeitbehandlung mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib ähnliche Ergebnisse.
Es wurde eine kontrollierte Studie an Patienten mit rheumatoider Arthritis und unter MTX-
Basistherapie durchgeführt, in der die Patienten 2 bis 3 Wochen vor Einleitung einer 12-wöchigen
Behandlung mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib oder Placebo mit einem attenuierten
Lebendimpfstoff gegen Herpes immunisiert wurden. Nach 6 Wochen wurden sowohl bei den mit
Tofacitinib als auch bei den mit Placebo behandelten Patienten humorale und zellvermittelte
Immunantworten auf VZV nachgewiesen. Diese Immunantworten ähnelten denen, die bei gesunden
Probanden im Alter ab 50 Jahren beobachtet wurden. Bei einem Patienten ohne Varizella-Infektion inder Vorgeschichte und ohne Varizella-Antikörper bei Studienbeginn wurde 16 Tage nach der Impfungeine Ausbreitung des Vakzinstamms festgestellt. Tofacitinib wurde abgesetzt und der Patient erholtesich nach der Behandlung mit Standarddosen eines antiviralen Arzneimittels. Dieser Patient zeigteanschießend eine robuste, wenn auch verzögerte humorale und zellvermittelte Immunantwort auf den
Impfstoff (siehe Abschnitt 4.4).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitRheumatoide ArthritisDie Wirksamkeit und Sicherheit von Tofacitinib Filmtabletten wurden in 6 randomisierten,doppelblinden, kontrollierten, multizentrischen-Studien bei über 18 Jahre alten Patienten mit aktiverrheumatoider Arthritis, diagnostiziert nach den Kriterien des American College of Rheumatology(ACR), untersucht. Tabelle 9 enthält Informationen über das jeweilige Studiendesign und die
Populationsmerkmale.
Tabelle 9: Klinische Studien der Phase 3 mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib bei
Patienten mit rheumatoider Arthritis
Studien Studie I Studie II Studie III Studie IV Studie V Studie VI Studie VII(ORAL (ORAL (ORAL (ORAL (ORAL (ORAL (ORAL
Solo) Sync) Standard) Scan) Step) Start) Strategy)
Population DMARD-IR DMARD-IR MTX-IR MTX-IR TNFi-IR MTX-naiva MTX-IR
Kontrolle Placebo Placebo Placebo Placebo Placebo MTX MTX,
ADA
Begleit- Keineb csDMARDs MTX MTX MTX Keineb 3 paralleletherapie Studienarme:
- Tofacitinib-
Monotherapie- Tofacitinib+
MTX
- ADA+MTX
Hauptmerk- Monotherapie Verschiedene Wirkstoff- Röntgen TNFi-IR Monotherapie, Tofacitinib mitmale csDMARDs Kontrolle Wirkstoff- und ohne MTX(ADA) vergleich im Vergleich zu(MTX), ADA mit MTX
Röntgen
Anzahl der 610 792 717 797 399 956 1.146behandelten
Patienten
Gesamt- 6 Monate 1 Jahr 1 Jahr 2 Jahre 6 Monate 2 Jahre 1 Jahrstudiendauer
Ko-primäre Monat 3: Monat 6: Monat 6: Monat 6: Monat 3: Monat 6: Monat 6:
Wirksamkeits ACR20 ACR20 ACR20 ACR20 ACR20 mTSS ACR50
- Endpunktec HAQ-DI DAS28-4 DAS28-4 mTSS HAQ-DI ACR70
DAS28-4 (ESR) < 2,6 (ESR) < 2,6 DAS28-4 DAS28-4(ESR) < 2,6 Monat 3: Monat 3: (ESR) < 2,6 (ESR) < 2,6
HAQ-DI HAQ-DI Monat 3:
HAQ-DI
Zeitpunkt der Monat 3 Monat 6 (Placebo-Patienten mit einem Monat 3 N. z. N. z.obligatori- Rückgang der Anzahl geschwollener undschen Um- schmerzempfindlicher Gelenke von < 20 %stellung von wurden nach 3 Monaten auf Tofacitinib
Placebo auf umgestellt)zweimaltäglich 5 oder10 mg
Tofacitinib
a. ≤ 3 wöchentliche Dosen (MTX-naiv)b.Malariamittel waren zulässig.
c. Ko-primäre Endpunkte: mittlere mTSS-Änderung gegenüber Ausgangswert; Anteil der Patienten, die ACR-
Ansprechraten von 20 oder 70 erreichen; mittlere HAQ-DI-Änderung gegenüber Ausgangswert; Anteil der
Patienten, die einen DAS28-4(ESR) < 2,6 (Remission) erreichen.
mTSS = modifizierter Sharp-Gesamtscore (modified Total Sharp Score), ACR20(70) = American College of
Rheumatology ≥ 20 % (≥ 70 %) Verbesserung, DAS28 = Krankheits-Aktivitäts-Score (Disease Activity Score) für28 Gelenke, ESR = Erythrozyten-Sedimentationsrate, HAQ-DI = Fragebogen zu Erfassung des Behinderungsgrads(Health Assessment Questionnaire Disability Index), DMARD = Krankheitsverändernder antirheumatischer
Wirkstoff (disease-modifying antirheumatic drug), IR = Patienten mit unzureichendem Ansprechen (inadequateresponder), csDMARD = konventioneller synthetischer DMARD, TNFi = Tumornekrosefaktor-Inhibitor, N. z. =nicht zutreffend, ADA = Adalimumab, MTX = Methotrexat.
Klinisches AnsprechenACR-Ansprechrate
In Tabelle 10 werden die prozentualen Anteile der mit Tofacitinib behandelten Patienten aufgeführt,die in den Studien ORAL Solo, ORAL Sync, ORAL Standard, ORAL Scan, ORAL Step, ORAL Startund ORAL Strategy eine Ansprechrate von ACR20, ACR50 und ACR70 erreichten. In allen Studienzeigten die mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib behandelten Patienten nach 3 und6 Monaten im Vergleich zu den mit Placebo (oder MTX in der Studie ORAL Start) behandelten
Patienten statistisch signifikante ACR20-, ACR50- und ACR70-Ansprechraten.
Während des Verlaufs der Studie ORAL Strategy sprachen in der Gruppe mit zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib + MTX numerisch ähnlich viele Patienten auf die Behandlung an wie in der Gruppe mit40 mg Adalimumab + MTX. In beiden Gruppen war die Anzahl der Responder numerisch höher als inder Gruppe mit zweimal täglich 5 mg Tofacitinib.
Der Behandlungseffekt war vergleichbar, unabhängig vom Rheumafaktorstatus, Alter, Geschlecht, derethnischen Zugehörigkeit oder vom Krankheitsstatus bei den Patienten. Der Zeitraum bis zum
Einsetzen der Wirkung war kurz (in den Studien ORAL Solo, ORAL Sync und ORAL Step lediglich2 Wochen) und der Grad des Ansprechens stieg mit der Dauer der Behandlung weiter an. Wie für das
ACR-Ansprechen insgesamt bei den mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib behandelten
Patienten, wurden in allen Studien durchweg auch Verbesserungen der Einzelkomponenten des ACR-
Ansprechens (Anzahl der berührungsempfindlichen und geschwollenen Gelenke, Gesamtbeurteilungdurch Patient und Arzt, Behinderungsindex, Schmerzbewertung und CRP) gegenüber dem
Ausgangswert und im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus MTX oder einen anderen DMARDerhalten hatten, festgestellt.
Tabelle 10: Anteil (%) der Patienten mit ACR-Ansprechen
ORAL Solo: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARD2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
Placebo Tofacitinib- Tofacitinib-
Endpunkt Zeitpunktn = 122 Monotherapie Monotherapien = 241 n = 243
Monat 3 26 60*** 65***
ACR20
Monat 6 N. z. 69 71
Monat 3 12 31*** 37***
ACR50
Monat 6 N. z. 42 47
Monat 3 6 15* 20***
ACR70
Monat 6 N. z. 22 29
ORAL Sync: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARD
Placebo + 2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
DMARD(s) Tofacitinib + Tofacitinib +
Endpunkt Zeitpunkt
DMARD(s) DMARD(s)n = 158 n = 312 n = 315
Monat 3 27 56*** 63***
ACR20 Monat 6 31 53*** 57***
Monat 12 N. z. 51 56
Monat 3 9 27*** 33***
ACR50 Monat 6 13 34*** 36***
Monat 12 N. z. 33 42
Monat 3 2 8** 14***
ACR70 Monat 6 3 13*** 16***
Monat 12 N. z. 19 25
ORAL Standard: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX
Alle 2 Wochen2 x täglich Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunkt Placebo 40 mg Adalimumab+ MTX+ MTX5 mg 10 mgn = 105 n = 198 n = 197 n = 199
ACR20 Monat 3 26 59*** 57*** 56***
Monat 6 28 51*** 51*** 46**
Monat 12 N. z. 48 49 48
Monat 3 7 33*** 27*** 24***
ACR50 Monat 6 12 36*** 34*** 27**
Monat 12 N. z. 36 36 33
Monat 3 2 12** 15*** 9*
ACR70 Monat 6 2 19*** 21*** 9*
Monat 12 N. z. 22 23 17
ORAL Scan: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
Placebo + MTX Tofacitinib Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunktn = 156 + MTX + MTXn = 316 n = 309
Monat 3 27 55*** 66***
Monat 6 25 50*** 62***
ACR20
Monat 12 N. z. 47 55
Monat 24 N. z. 40 50
Monat 3 8 28*** 36***
Monat 6 8 32*** 44***
ACR50
Monat 12 N. z. 32 39
Monat 24 N. z. 28 40
Monat 3 3 10** 17***
Monat 6 1 14*** 22***
ACR70
Monat 12 N. z. 18 27
Monat 24 N. z. 17 26
ORAL Step: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitor2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
Placebo + MTX Tofacitinib Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunktn = 132 + MTX + MTXn = 133 n = 134
Monat 3 24 41* 48***
ACR20
Monat 6 N. z. 51 54
Monat 3 8 26*** 28***
ACR50
Monat 6 N. z. 37 30
Monat 3 2 14*** 10*
ACR70
Monat 6 N. z. 16 16
ORAL Start: MTX-naive Patienten2 x täglich 5 mg 2 x täglich 10 mg
MTX Tofacitinib- Tofacitinib-
Endpunkt Zeitpunktn = 184 Monotherapie Monotherapien = 370 n = 394
Monat 3 52 69*** 77***
Monat 6 51 71*** 75***
ACR20
Monat 12 51 67** 71***
Monat 24 42 63*** 64***
Monat 3 20 40*** 49***
Monat 6 27 46*** 56***
ACR50
Monat 12 33 49** 55***
Monat 24 28 48*** 49***
Monat 3 5 20*** 26***
Monat 6 12 25*** 37***
ACR70
Monat 12 15 28** 38***
Monat 24 15 34*** 37***
ORAL Strategy: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX2 x täglich 5 mg2 x täglich 5 mg Adalimumab
Tofacitinib
Endpunkt Zeitpunkt Tofacitinib + MTX+ MTXn = 384 n = 386n = 376
Monat 3 62,50 70,48ǂ 69,17
ACR20 Monat 6 62,84 73,14ǂ 70,98
Monat 12 61,72 70,21ǂ 67,62
Monat 3 31,51 40,96ǂ 37,31
ACR50 Monat 6 38,28 46,01ǂ 43,78
Monat 12 39,31 47,61ǂ 45,85
Monat 3 13,54 19,41ǂ 14,51
ACR70 Monat 6 18,23 25,00ǂ 20,73
Monat 12 21,09 28,99ǂ 25,91
*p < 0,05
**p < 0,001
***p < 0,0001 im Vergleich zu Placebo (im Vergleich zu MTX bei ORAL Start)ǂp < 0,05 - Tofacitinib 5 mg + MTX im Vergleich zu Tofacitinib 5 mg bei ORAL Strategy (normale p-Werteohne Mehrfachvergleichskorrektur)
QOW = jede zweite Woche, n = Anzahl der untersuchten Probanden, ACR20/50/70 = Verbesserung der
Ansprechkriterien des American College of Rheumatology um ≥ 20, 50, 70 %, N. z. = nicht zutreffend, MTX= Methotrexat.
DAS28-4(ESR)-Ansprechrate
Die Patienten der Phase 3-Studien hatten vor Behandlungsbeginn einen mittleren Krankheits-
Aktivitäts-Score (DAS28-4[ESR]) von 6,1-6,7. Nach 3 Monaten wurden signifikante Verringerungendes DAS28-4(ESR) gegenüber dem Ausgangswert (mittlere Verbesserung) von 1,8-2,0 bzw. 1,9-2,2bei den mit zweimal täglich 5 mg und 10 mg behandelten Patienten im Vergleich zu den mit Placebobehandelten Patienten (0,7-1,1) festgestellt. Der Anteil der Patienten mit einem einer klinischen
Remission entsprechenden DAS28 (DAS28-4(ESR) < 2,6) in den Studien ORAL Step, ORAL Syncund ORAL Standard wird in Tabelle 11 dargestellt.
Tabelle 11: Anteil (%) der Patienten mit einer Remission nach 3 und 6 Monaten von DAS28-4(ESR) < 2,6
Zeitpunkt n %
ORAL Step: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitor2 x täglich 5 mg Tofacitinib + MTX Monat 3 133 62 x täglich 10 mg Tofacitinib + MTX Monat 3 134 8*
Placebo + MTX Monat 3 132 2
ORAL Sync: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARD2 x täglich 5 mg Tofacitinib Monat 6 312 8*2 x täglich 10 mg Tofacitinib Monat 6 315 11***
Placebo Monat 6 158 3
ORAL Standard: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX2 x täglich 5 mg Tofacitinib + MTX Monat 6 198 6*2 x täglich 10 mg Tofacitinib + MTX Monat 6 197 11***
Alle 2 Wochen 40 mg Adalimumab Monat 6 199 6*subkutan + MTX
Placebo + MTX Monat 6 105 1
* p < 0,05, ***p < 0,0001 im Vergleich zu Placebo, n = Anzahl der untersuchten Probanden, DAS28 = Disease
Activity Scale 28 Gelenke, ESR=Erythrozyten-Sedimentationsrate.
Röntgenologisches Ansprechen
In den Studien ORAL Scan und ORAL Start wurde die Hemmung der Progression struktureller
Gelenkschäden röntgenologisch beurteilt und als mittlere Änderung des mTSS und dessen
Komponenten, d. h. Erosions- und Gelenkspaltverengungs-Score (JSN), gegenüber dem Ausgangswertnach 6 und 12 Monaten ausgedrückt.
In der Studie ORAL Scan führte die Behandlung mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib plus MTXnach 6 und 12 Monaten zu einer signifikant stärkeren Hemmung der Progression struktureller
Gelenkschäden als die Behandlung mit Placebo plus MTX. Bei einer Dosis von zweimal täglich 5 mg
Tofacitinib plus MTX zeigten sich ähnliche Wirkungen auf die mittlere Progression struktureller
Gelenkschäden (statistisch nicht signifikant). Die Analyse des Erosions- und JSN-Scores stimmte mitden Gesamtergebnissen überein.
In der Gruppe Placebo plus MTX wurde bei 78 % der Patienten nach 6 Monaten keineröntgenologische Progression verzeichnet (Änderung des mTSS weniger oder gleich 0,5). Bei den mitzweimal täglich 5 oder 10 mg Tofacitinib (plus MTX) behandelten Patienten war dieser Anteil mit89 % bzw. 87 % signifikant höher als in der Placebo plus MTX-Gruppe.
In der Studie ORAL Start führt die Tofacitinib-Monotherapie nach 6 und 12 Monaten zu einersignifikant stärkeren Hemmung der Progression struktureller Gelenkschäden als bei MTX (siehe
Tabelle 12), wobei diese Hemmung bis Monat 24 beibehalten wurde. Die Analysen der Erosions- und
JSN-Scores stimmten mit den Gesamtergebnissen überein.
In der MTX-Gruppe zeigte sich bei 70 % der Patienten nach 6 Monaten keine röntgenologische
Progression. Bei den mit zweimal täglich 5 oder 10 mg Tofacitinib behandelten Patienten war dieser
Anteil mit 83 % bzw. 90 % signifikant höher als in der MTX-Gruppe.
Tabelle 12: Röntgenologische Änderungen nach 6 und 12 Monaten
ORAL Scan: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX
Placebo + 2 x täglich 2 x täglich 5 mg 2 x täglich 2 x täglich
MTX 5 mg Tofacitinib + 10 mg 10 mg
Tofacitinib + MTX Tofacitinib + Tofacitinib +n = 139 MTX Mittlere MTX MTX
Mittelwert n = 277 Differenz n = 290 Mittlere(SA)a Mittelwert gegenüber Mittelwert Differenz(SA)a Placebob (KI) (SA)a gegenüber
Placebob(KI)mTSSc
Ausgangswert 33 (42) 31 (48) - 37 (54) -
Monat 6 0,5 (2,0) 0,1 (1,7) -0,3 (-0,7; 0,0) 0,1 (2,0) -0,4 (-0,8; 0,0)
Monat 12 1,0 (3,9) 0,3 (3,0) -0,6 (-1,3; 0,0) 0,1 (2,9) -0,9 (-1,5; -0,2)
ORAL Start: MTX-naive Patienten
MTX 2 x täglich 2 x täglich 2 x täglich 2 x täglichn = 168 5 mg 5 mg 10 mg 10 mg
Mittelwert Tofacitinib Tofacitinib Tofacitinib Tofacitinib(SA)a n = 344 Mittlere n = 368 Mittlere
Mittelwert Differenz Mittelwert Differenz(SA)a gegenüber (SA)a gegenüber
MTXd (KI) MTXd (KI)mTSSc
Ausgangswert 16 (29) 20 (41) - 19 (39) -
Monat 6 0,9 (2,7) 0,2 (2,3) -0,7 (-1,0; -0,3) 0,0 (1,2) -0,8 (-1,2; -0,4)
Monat 12 1,3 (3,7) 0,4 (3,0) -0,9 (-1,4; -0,4) 0,0 (1,5) -1,3 (-1,8; -0,8)a SA = Standardabweichungb Differenz zwischen den Quadratmittelwerten Tofacitinib minus Placebo (95 % KI = 95 %
Konfidenzintervall)c Die Daten für Monat 6 und 12 sind mittlere Änderungen gegenüber dem Ausgangswert.d Differenz zwischen den Quadratmittelwerten Tofacitinib minus MTX (95 % KI = 95 % Konfidenzintervall)
Ansprechen der körperlichen Funktionsfähigkeit und gesundheitsbezogene ErgebnisseTofacitinib allein oder in Kombination mit MTX führte zu Verbesserungen der körperlichen
Funktionsfähigkeit, die mit dem HAQ-DI beurteilt wurde. Im Vergleich zu Placebo hatte sich bei
Patienten, die zweimal täglich 5 oder 10 mg Tofacitinib erhielten, die körperliche Funktionsfähigkeitin Monat 3 (Studien ORAL Solo, ORAL Sync, ORAL Standard und ORAL Step) und Monat 6(Studien ORAL Sync und ORAL Standard) relativ zum Ausgangswert signifikant stärker gebessert. Inden Studien ORAL Solo und ORAL Sync waren bei Patienten, die zweimal täglich 5 oder 10 mg
Tofacitinib erhielten, bereits in Woche 2 signifikant größere Verbesserungen der körperlichen
Funktionsfähigkeit gegenüber Placebo festzustellen. Die HAQ-DI-Änderungen gegenüber dem
Ausgangswert in den Studien ORAL Standard, ORAL Step und ORAL Sync sind in Tabelle 13dargestellt.
Tabelle 13: Änderung des KQ-Mittelwerts gegenüber Ausgangswert für HAQ-DI nach3 Monaten
Placebo + MTX Tofacitinib Tofacitinib Adalimumabzweimal täglich 5 mg zweimal täglich 40 mg QOW+ MTX 10 mg + MTX+ MTX
ORAL Standard: Unzureichendes Ansprechen auf MTXn = 96 n = 185 n = 183 n = 188
- 0,24 -0,54*** -0,61*** -0,50***
ORAL Step: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Inhibitorn = 118 n = 117 n = 125 N. z.
- 0,18 -0,43*** -0,46*** N. z.
Placebo + Tofacitinib Tofacitinib
DMARD zweimal täglich 5 mg zweimal täglich+ DMARD 10 mg+ DMARD
ORAL Sync: Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf DMARDn = 147 n = 292 n = 292 N. z.
- 0,21 -0,46*** -0,56*** N. z.
*** p < 0.0001, Tofacitinib im Vergleich zu Placebo + MTX, KQ = kleinste Quadrate, n = Anzahl der
Patienten, QOW = jede zweite Woche, n.z. = nicht zutreffend, HAQ-DI = Fragebogen zur Erfassung des
Behinderungsgrads (Health Assessment Questionnaire Disability Index)
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mithilfe des SF-36 (Short Form Health Survey)ermittelt. In den Studien ORAL Solo, ORAL Scan und ORAL Step zeigten die mit zweimal täglich 5oder 10 mg Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo in allen 8 Domänen des SF-36und den beiden Summenskalen (Physical Component Summary, Mental Component Summary) nach3 Monaten eine signifikant größere Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert. In der Studie ORAL
Scan wurden die mittleren Verbesserungen der mit Tofacitinib behandelten Patienten im SF-36 über12 Monate aufrechterhalten.
Die Verbesserung in Bezug auf den Parameter 'Abgeschlagenheit“ wurde in allen Studien nach3 Monaten nach der FACIT-F-Skala (Functional Assessment of Chronic Illness Therapy-Fatigue)bewertet. In allen 5 Studien zeigten die mit zweimal täglich 5 oder 10 mg Tofacitinib behandelten
Patienten im Vergleich zu Placebo signifikant größere Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswerthinsichtlich Abgeschlagenheit. In der Studie ORAL Standard und ORAL Scan wurden die mittleren
Verbesserungen der mit Tofacitinib behandelten Patienten im SF-36 über 12 Monate aufrechterhalten.
Die Verbesserung der Schlafqualität wurde anhand der Sleep Problems Index I und II-Skalen des
MOS-Sleep-Fragebogens (Medical Outcomes Study Sleep) in allen Studien in Monat 3 beurteilt. Inden Studien ORAL Sync, ORAL Standard und ORAL Scan zeigten die mit zweimal täglich 5 oder10 mg Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo in beiden Skalen signifikant größere
Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswert. In den Studien ORAL Standard und ORAL Scanwurden die mittleren Verbesserungen der mit Tofacitinib behandelten Patienten über 12 Monateaufrechterhalten.
Dauerhaftigkeit des klinischen Ansprechens
Die Dauerhaftigkeit der Wirkung wurde anhand der Ansprechraten ACR20, ACR50 und ACR70 in
Studien mit einer Dauer von bis zu 2 Jahren bewertet. Die mittleren HAQ-DI- und DAS28-4(ESR)-
Änderungen wurden in beiden Tofacitinib-Behandlungsgruppen bis zum Ende der Studienaufrechterhalten.
Belege für die dauerhafte Wirksamkeit der Tofacitinib-Behandlung über bis zu 5 Jahre ergeben sichauch aus den Daten einer randomisierten Sicherheitsüberwachungsstudie nach der Zulassung bei
Patienten mit RA im Alter von 50 Jahren und älter und mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor sowie aus abgeschlossenen, offenen Langzeit-
Nachbeobachtungsstudien über bis zu 8 Jahre.
Langzeitsicherheitsdaten aus kontrollierten Studien
Bei der Studie ORAL Surveillance (A3921133) handelte es sich um eine große (n = 4.362),randomisierte, aktiv kontrollierte Studie zur Überwachung der Sicherheit nach Zulassung bei Patientenmit rheumatoider Arthritis ab einem Alter von 50 Jahren mit mindestens einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor (definiert als: gegenwärtiges Rauchen, Diagnose einer Hypertonie,
Diabetes mellitus, familiäre Vorbelastung für vorzeitige koronare Herzerkrankung, vorbestehendekoronare arterielle Verschlußkrankheit, einschließlich revaskularisierender Maßnahmen in der
Vorgeschichte, koronararteriellem Bypass, Myokardinfarkt, Herzstillstand, instabiler Angina pectoris,akutem Koronarsyndrom, sowie bestehende extraartikuläre Manifestationen der RA, z. B. Noduli,
Sjögren-Syndrom, Anämie bei chronischer Entzündung, Lungenmanifestationen). Die Mehrheit (über90 %) der mit Tofacitinib behandelten Patienten, die aktuelle oder ehemalige Raucher waren, rauchtenmehr als 10 Jahre lang und hatten im Median 35,0 bzw. 39,0 Raucherjahre. Die Patienten mussten bei
Aufnahme in die Studie mit einer feststehenden Dosis Methotrexat behandelt sein; eine
Dosisanpassung war während der Studie erlaubt.
In dieser offenen Studie wurden Patienten im Verhältnis 1:1:1 auf zweimal täglich 10 mg Tofacitinib,zweimal täglich 5 mg Tofacitinib oder einen TNF-Inhibitor (entweder 50 mg Etanercept einmalwöchentlich oder 40 mg Adalimumab alle zwei Wochen) randomisiert. Der ko-primäre Endpunktbestand aus adjudizierten Krebserkrankungen (außer nicht-melanozytärem Hautkrebs, NMSC) undadjudizierten schweren kardialen Komplikationen (major adverse cardiovascular events, MACE).
Kumulative Inzidenz und statistische Auswertung der Endpunkte waren verblindet. Es handelte sichum eine ereignisgesteuerte Studie, in der mindestens 1500 Patienten 3 Jahre lang nachbeobachtetwerden mussten. Die Studienmedikation mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib wurde abgesetzt unddie Patienten auf zweimal täglich 5 mg umgestellt, da venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)als dosisabhängiges Signal festgestellt wurden. Für Patienten im Behandlungsarm mit Tofacitinib10 mg zweimal täglich wurden die vor und nach dem Dosiswechsel erhobenen Daten in ihrerursprünglich randomisierten Behandlungsgruppe analysiert.
Die Studie erfüllte nicht das Nichtunterlegenheitskriterium für den primären Vergleich derkombinierten Tofacitinib-Dosen mit dem TNF-Inhibitor, da die Obergrenze des 95 % KI für die HRdas vorab festgelegte Nichtunterlegenheitskriterium von 1,8 für adjudizierte MACE und adjudizierte
Malignome außer NMSC überschritt.
Die Ergebnisse für adjudizierte MACE, adjudizierte Malignome außer NMSC und andere ausgewählte
Ereignisse sind unten angegeben.
MACE (einschließlich Myokardinfarkt) und venöse thromboembolische Ereignisse (VTE)
Bei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurde im Vergleich zur Behandlung mit TNF-Inhibitor ein
Anstieg von nicht tödlichem Myokardinfarkt beobachtet. Bei mit Tofacitinib behandelten Patientenwurde im Vergleich zur Behandlung mit TNF-Inhibitor ein dosisabhängiger Anstieg von VTE-
Ereignissen beobachtet (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Tabelle 14: Inzidenzrate und Hazard Ratio für MACE, Myokardinfarkt und venösethromboembolische Ereignisse
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibb TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglicha (TNFi)
MACEc
IR (95 % KI) pro 0,91 (0,67; 1,21) 1,05 (0,78; 1,38) 0,98 (0,79; 1,19) 0,73 (0,52; 1,01)100 PJ
HR (95 % KI) 1,24 (0,81; 1,91) 1,43 (0,94; 2,18) 1,33 (0,91; 1,94)gegenüber TNFi
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibb TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglicha (TNFi)
Tödlicher MIc
IR (95 % KI) pro 0,00 (0,00; 0,07) 0,06 (0,01; 0,18) 0,03 (0,01; 0,09) 0,06 (0,01; 0,17)100 PJ
HR (95 % KI) 0,00 (0,00; Inf) 1,03 (0,21; 5,11) 0,50 (0,10; 2,49)gegenüber TNFi
Nicht tödlicher MIc
IR (95 % KI) pro 0,37 (0,22; 0,57) 0,33 (0,19; 0,53) 0,35 (0,24; 0,48) 0,16 (0,07; 0,31)100 PJ
HR (95 % KI) 2,32 (1,02; 5,30) 2,08 (0,89; 4,86) 2,20 (1,02; 4,75)gegenüber TNFi
VTEd
IR (95 % KI) pro 0,33 (0,19; 0,53) 0,70 (0,49; 0,99) 0,51 (0,38; 0,67) 0,20 (0,10; 0,37)100 PJ
HR (95 % KI) 1,66 (0,76; 3,63) 3,52 (1,74; 7,12) 2,56 (1,30; 5,05)gegenüber TNFi
LEd
IR (95 % KI) pro 0,17 (0,08; 0,33) 0,50 (0,32; 0,74) 0,33 (0,23; 0,46) 0,06 (0,01; 0,17)100 PJ
HR (95 % KI) 2,93 (0,79; 10,83) 8,26 (2,49; 27,43) 5,53 (1,70; 18,02)gegenüber TNFi
TVTd
IR (95 % KI) pro 0,21 (0,11; 0,38) 0,31 (0,17; 0,51) 0,26 (0,17; 0,38) 0,14 (0,06; 0,29)100 PJ
HR (95 % KI) 1,54 (0,60; 3,97) 2,21 (0,90; 5,43) 1,87 (0,81; 4,30)gegenüber TNFia Die Behandlungsgruppe mit Tofacitinib 10 mg zweimal täglich umfasst Daten von Patienten, die infolge einer
Studienänderung von Tofacitinib 10 mg zweimal täglich auf Tofacitinib 5 mg zweimal täglich umgestellt wurden.b Kombinierte Daten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und Tofacitinib 10 mg zweimal täglich.c Auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlung oder innerhalb von 60 Tagen nach Beendigung der
Behandlung auftraten.d Auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlung oder innerhalb von 28 Tagen nach Beendigung der
Behandlung auftraten.
Abkürzungen: MACE = schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse, MI = Myokardinfarkt, VTE = venösethromboembolische Ereignisse, LE = Lungenembolie, TVT = tiefe Venenthrombose, TNF = Tumornekrosefaktor,
IR = Inzidenzrate, HR = Hazard Ratio, KI = Konfidenzintervall, PJ = Patientenjahre, Inf = unendlich
Die folgenden prädiktiven Faktoren für die Entwicklung eines MI (tödlich und nicht tödlich) wurdenmithilfe eines multivariaten Cox-Modells mit rückwärtiger Selektion identifiziert: Alter ≥ 65 Jahre,männlich, Raucher oder ehemaliger Raucher, Diabetes und koronare Herzkrankheit in der Anamnese(einschließlich Myokardinfarkt, koronare Herzkrankheit, stabile Angina pectoris oder
Koronararterieneingriffen) in der Anamnese (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Maligne ErkrankungenBei mit Tofacitinib behandelten Patienten wurde im Vergleich zur Behandlung mit TNF-Inhibitor ein
Anstieg von malignen Erkrankungen, ausgenommen NMSC, insbesondere Lungenkrebs, Lymphomsowie ein Anstieg von NMSC beobachtet.
Tabelle 15: Inzidenzrate und Hazard-Ratio für maligne Erkrankungena
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibc TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglichb (TNFi)
Maligne Erkrankungen außer NMSC
IR (95 % KI) pro 1,13 (0,87; 1,45) 1,13 (0,86; 1,45) 1,13 (0,94; 1,35) 0,77 (0,55; 1,04)100 PJ
HR (95 % KI) 1,47 (1,00; 2,18) 1,48 (1,00; 2,19) 1,48 (1,04; 2,09)gegenüber TNFi
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibc TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglichb (TNFi)
Lungenkrebs
IR (95 % KI) pro 0,23 (0,12; 0,40) 0,32 (0,18; 0,51) 0,28 (0,19; 0,39) 0,13 (0,05; 0,26)100 PJ
HR (95 % KI) 1,84 (0,74; 4,62) 2,50 (1,04; 6,02) 2,17 (0,95; 4,93)gegenüber TNFi
Lymphom
IR (95 % KI) pro 0,07 (0,02; 0,18) 0,11 (0,04; 0,24) 0,09 (0,04; 0,17) 0,02 (0,00; 0,10)100 PJ
HR (95 % KI) 3,99 (0,45; 35,70) 6,24 (0,75; 51,86) 5,09 (0,65; 39,78)gegenüber TNFi
NMSC
IR (95 % KI) pro 0,61 (0,41; 0,86) 0,69 (0,47; 0,96) 0,64 (0,50; 0,82) 0,32 (0,18; 0,52)100 PJ
HR (95 % KI) 1,90 (1,04; 3,47) 2,16 (1,19; 3,92) 2,02 (1,17; 3,50)gegenüber TNFia Für Malignome außer NMSC, Lungenkrebs und Lymphom auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlungoder nach Absetzen der Behandlung bis Studienende auftraten. Für NMSC auf Grundlage der Ereignisse, die währendder Behandlung oder innerhalb von 28 Tagen nach Beendigung der Behandlung auftraten.
b Die Behandlungsgruppe mit Tofacitinib 10 mg zweimal täglich umfasst Daten von Patienten, die infolge einer
Studienänderung von Tofacitinib 10 mg zweimal täglich auf Tofacitinib 5 mg zweimal täglich umgestellt wurden.
c Kombinierte Daten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und Tofacitinib 10 mg zweimal täglich.
Abkürzungen: NMSC = nicht-melanozytärer Hautkrebs, TNF = Tumornekrosefaktor, IR = Inzidenzrate, HR = Hazard
Ratio, KI = Konfidenzintervall, PJ = Patientenjahre
Die folgenden prädiktiven Faktoren für die Entwicklung von malignen Erkrankungen, außer NMSC,wurden mit einem multivariaten Cox-Modell mit rückwärtiger Selektion identifiziert: Alter ≥ 65 Jahreund Raucher oder ehemaliger Raucher (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Mortalität
Erhöhte Mortalität wurde bei mit Tofacitinib behandelten Patienten im Vergleich zu Patienten unter
TNF-Inhibitoren festgestellt. Die Mortalität war hauptsächlich durch kardiovaskuläre Ereignisse,
Infektionen und Krebserkrankungen bedingt.
Tabelle 16: Inzidenzrate und Hazard Ratio für Mortalitäta
Tofacitinib 5 mg Tofacitinib 10 mg Alle Tofacitinibc TNF-Inhibitorzweimal täglich zweimal täglichb (TNFi)
Mortalität (jegliche
Ursache)
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,50 (0,33; 0,74) 0,80 (0,57; 1,09) 0,65 (0,50; 0,82) 0,34 (0,20; 0,54)
HR (95 % KI) 1,49 (0,81; 2,74) 2,37 (1,34; 4,18) 1,91 (1,12; 3,27)gegenüber TNFi
Tödliche Infektionen
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,08 (0,02; 0,20) 0,18 (0,08; 0,35) 0,13 (0,07; 0,22) 0,06 (0,01; 0,17)
HR (95 % KI) 1,30 (0,29; 5,79) 3,10 (0,84; 11,45) 2,17 (0,62; 7,62)gegenüber TNFi
Tödliche CV-
Ereignisse
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,25 (0,13; 0,43) 0,41 (0,25; 0,63) 0,33 (0,23; 0,46) 0,20 (0,10; 0,36)
HR (95 % KI) 1,26 (0,55; 2,88) 2,05 (0,96; 4,39) 1,65 (0,81; 3,34)gegenüber TNFi
Tödliche Malignome
IR (95 % KI) pro 100 PJ 0,10 (0,03; 0,23) 0,00 (0,00; 0,08) 0,05 (0,02; 0,12) 0,02 (0,00; 0,11)
HR (95 % KI) 4,88 (0,57; 41,74) 0 (0,00; Inf) 2,53 (0,30; 21,64)gegenüber TNFia Auf Grundlage der Ereignisse, die während der Behandlung oder innerhalb von 28 Tagen nach Beendigung der Behandlungauftraten.b Die Behandlungsgruppe mit Tofacitinib 10 mg zweimal täglich umfasst Daten von Patienten, die infolge einer
Studienänderung von Tofacitinib 10 mg zweimal täglich auf Tofacitinib 5 mg zweimal täglich umgestellt wurden.
c Kombinierte Daten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und Tofacitinib 10 mg zweimal täglich.
Abkürzungen: TNF = Tumornekrosefaktor, IR = Inzidenzrate, HR = Hazard Ratio, KI = Konfidenzintervall,
PJ = Patientenjahre, CV = kardiovaskulär, Inf = unendlich
Psoriasis-ArthritisDie Wirksamkeit und Sicherheit von Tofacitinib Filmtabletten wurden in 2 randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studien an erwachsenen Patienten mit aktiver PsA (≥ 3geschwollene und ≥ 3 schmerzempfindliche Gelenke) untersucht. Die Patienten mussten beim
Screening-Termin eine aktive Psoriasis vulgaris aufweisen. In beiden Studien waren die primären
Endpunkte die ACR20-Ansprechrate und die HAQ-DI-Änderung gegenüber dem Ausgangswert in
Monat 3.
In der Studie PsA-I (OPAL BROADEN) wurden 422 Patienten mit vorhergehendem unzureichenden
Ansprechen (wegen fehlender Wirksamkeit oder Unverträglichkeit) auf ein csDMARD (MTX bei92,7 % der Patienten) untersucht. 32,7 % der Patienten in dieser Studie hatten zuvor auf> 1 csDMARD oder 1 csDMARD und ein gezieltes synthetisches DMARD (targeted synthetic
DMARD, tsDMARD) unzureichend angesprochen. In OPAL BROADEN war eine vorhergehende
Behandlung mit einem TNF-Inhibitor nicht erlaubt. Für alle Patienten war eine Begleittherapie mit1 csDMARD verpflichtend; 83,9 % der Patienten erhielten begleitend MTX, 9,5 % der Patientenerhielten begleitend Sulfasalazin und 5,7 % der Patienten erhielten begleitend Leflunomid. Diemediane Dauer der PsA-Erkrankung betrug 3,8 Jahre. Bei Studienbeginn hatten 79,9 % der Patienteneine Enthesitis und 56,2 % eine Daktylitis. Auf Tofacitinib randomisierte Patienten erhielten12 Monate lang Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglich. Auf Placebo randomisierte
Patienten wurden in Monat 3 verblindet auf Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglichumgestellt und bis Monat 12 behandelt. Auf Adalimumab randomisierte Patienten (aktiver
Kontrollarm) erhielten 12 Monate lang alle 2 Wochen 40 mg subkutan.
In der Studie PsA-II (OPAL BEYOND) wurden 394 Patienten untersucht, bei denen ein TNF-Inhibitorwegen fehlender Wirksamkeit oder Unverträglichkeit abgesetzt worden war. 36,0 % der Patientenhatten zuvor auf > 1 bDMARD unzureichend angesprochen. Für alle Patienten war eine
Begleittherapie mit 1 csDMARD verpflichtend. 71,6 % der Patienten erhielten begleitend MTX,15.7 % der Patienten erhielten begleitend Sulfasalazin und 8,6 % der Patienten erhielten begleitend
Leflunomid. Die mediane Dauer der PsA-Erkrankung betrug 7,5 Jahre. Bei Studienbeginn hatten80,7 % der Patienten eine Enthesitis und 49,2 % eine Daktylitis. Auf Tofacitinib randomisierte
Patienten erhielten 6 Monate lang Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglich. Auf
Placebo randomisierte Patienten wurden in Monat 3 verblindet auf Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib10 mg zweimal täglich umgestellt und bis Monat 6 behandelt.
Krankheitszeichen und Symptome
Gemäß der Beurteilung mittels der ACR20-Kriterien für das Ansprechen im Vergleich zu Placebo in
Monat 3 führte die Behandlung mit Tofacitinib zu einer signifikanten Verbesserung einiger
Krankheitszeichen und Symptome der PsA. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit für wichtige untersuchte
Endpunkte sind in Tabelle 17 dargestellt.
Tabelle 17: Anteil (%) der PsA-Patienten mit klinischem Ansprechen und mittlerer
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert in den Studien OPAL BROADEN und
OPAL BEYOND
Unzureichendes Ansprechen auf konventionelle Unzureichendessynthetische DMARDa (TNFi-naiv) Ansprechen auf TNFib
OPAL BROADEN OPAL BEYONDc
Behand- Placebo Tofacitinib Adalimumab 40 mg Placebo Tofacitiniblungs- 5 mg zweimal s.c. q2w 5 mg zweimalgruppe täglich täglich
N 105 107 106 131 131
ACR20
Monat 3 33 50 %d,* 52 %* 24 % 50 %d,***
Monat 6 % 59 % 64 % n. a. 60 %
Monat 12 n. a. 68 % 60 % - -n. a.
ACR50
Monat 3 10 28 %e,** 33 %*** 15 % 30 %e,*
Monat 6 % 38 % 42 % n. a. 38 %
Monat 12 n. a. 45 % 41 % - -n. a.
ACR70
Monat 3 5 % 17 %e,* 19 %* 10 % 17 %
Monat 6 n. a. 18 % 30 % n. a. 21 %
Monat 12 n. a. 23 % 29 % - -∆LEIf
Monat 3 -0,4 -0,8 -1,1* -0,5 -1,3*
Monat 6 n. a. -1,3 -1,3 n. a. -1,5
Monat 12 n. a. -1,7 -1,6 - -∆DSSf
Monat 3 -2,0 -3,5 -4,0 -1,9 -5,2*
Monat 6 n. a. -5,2 -5,4 n. a. -6,0
Monat 12 n. a. -7,4 -6,1 - -
PASI75g
Monat 3 15 43 %d,*** 39 %** 14 % 21 %
Monat 6 % 46 % 55 % n. a. 34 %
Monat 12 n. a. 56 % 56 % - -n. a.
* Nominaler p-Wert ≤ 0,05, ** nominaler p-Wert ≤ 0,001, *** nominaler p-Wert < 0,0001 für aktive
Behandlung im Vergleich zu Placebo in Monat 3.
Abkürzungen: BSA = Körperoberfläche (body surface area), ∆LEI = Veränderung gegenüber dem
Ausgangswert des Leeds-Enthesitis-Index, ∆DSS = Veränderung gegenüber dem Ausgangswert des
Daktylitis Severity Score, ACR20/50/70 = American College of Rheumatology ≥ 20 %, 50 %, 70 %
Verbesserung, csDMARD = konventionelles synthetisches krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum(conventional synthetic disease-modifying antirheumatic drug), n = Anzahl randomisierter und behandelter
Patienten, n. a. = nicht anwendbar, da Daten für die Placebo-Behandlung über Monat 3 hinaus wegen der
Umstellung auf Tofacitinib 5 mg oder Tofacitinib 10 mg zweimal täglich nicht vorhanden sind, s.c. q2w =subkutan 1x alle 2 Wochen, TNFi = Tumornekrosefaktor-Inhibitor, PASI = Psoriasis Area and Severity
Index (Index für Ausdehnung und Schweregrad der Psoriasis), PASI75 = ≥ 75 % Verbesserung des PASI.a Unzureichendes Ansprechen auf mindestens 1 csDMARD aufgrund fehlender Wirksamkeit und/oder
Unverträglichkeitb Unzureichendes Ansprechen auf mindestens 1 TNFi aufgrund fehlender Wirksamkeit und/oder
Unverträglichkeitc OPAL BEYOND hatte eine Dauer von 6 Monaten.d Erreichen einer globalen statistischen Signifikanz bei p ≤ 0,05 gemäß vordefiniertem Step-Down-
Verfahrene Erreichen einer statistischen Signifikanz innerhalb der ACR-Gruppe (ACR50 und ACR70) bei p ≤ 0,05gemäß vordefiniertem Step-Down-Verfahrenf Bei Patienten mit Ausgangswert > 0g Bei Patienten mit Ausgangs-BSA ≥ 3 % und PASI > 0
Sowohl TNF-Inhibitor-naive Patienten als auch Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-
Inhibitoren, die mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich behandelt wurden, wiesen in Monat 3 signifikanthöhere ACR20-Ansprechraten im Vergleich zu Placebo auf. Auswertungen in Bezug auf Alter,
Geschlecht, ethnische Herkunft, Ausgangs-Krankheitsaktivität und PsA-Subtyp erbrachten keine
Unterschiede hinsichtlich des Ansprechens auf Tofacitinib. Die Anzahl der Patienten mit Arthritismutilans oder axialer Beteiligung war zu gering, um eine aussagekräftige Bewertung zu erlauben.
Unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich wurden im Vergleich zu Placebo statistisch signifikante
ACR20-Ansprechraten in beiden Studien bereits in Woche 2 (erste Beurteilung nach der
Eingangsuntersuchung) beobachtet.
In OPAL BROADEN wurde ein Ansprechen im Sinne einer minimalen Krankheitsaktivität (Minimal
Disease Activity, MDA) bei jeweils 26,2 % der Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich,25,5 % der Patienten unter Adalimumab und 6,7 % der Patienten unter Placebo in Monat 3 erreicht(Behandlungsdifferenz Tofacitinib 5 mg zweimal täglich gegenüber Placebo 19,5 % [95 %-KI: 9,9;29,1]). In OPAL BEYOND erreichten jeweils 22,9 % und 14,5 % der mit Tofacitinib 5 mg zweimaltäglich bzw. Placebo behandelten Patienten eine MDA, eine nominale statistische Signifikanz wurdejedoch unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich nicht erreicht (Behandlungsdifferenz gegenüber
Placebo 8,4 % [95 %-KI: -1,0; 17,8] in Monat 3).
Röntgenologisches Ansprechen
In der Studie OPAL BROADEN wurde die Progression struktureller Gelenkschäden röntgenologischmittels modifiziertem Sharp-van der Heijde-Gesamtscore (modified Total Sharp Score, mTSS)beurteilt und der Anteil der Patienten mit röntgenologischer Progression (mTSS-Anstieg gegenüberdem Ausgangswert um mehr als 0,5) in Monat 12 ermittelt. In Monat 12 wiesen 96 % der Patientenunter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich und 98 % der Patienten unter Adalimumab, 40 mg subkutanalle 2 Wochen, keine röntgenologische Progression auf (mTSS-Anstieg gegenüber dem Ausgangswertkleiner oder gleich 0,5).
Körperliche Funktionsfähigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität
Die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit wurde mittels HAQ-DI gemessen. Im
Vergleich zu Placebo zeigten Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich eine deutlichere
Verbesserung (p ≤ 0,05) der körperlichen Funktionsfähigkeit gegenüber dem Ausgangswert in Monat3 (siehe Tabelle 18).
Tabelle 18: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert des HAQ-DI in den PsA-Studien OPAL
BROADEN und OPAL BEYOND
Veränderung der Quadratmittelwerte gegenüber dem Ausgangswert des HAQ-
DI
Unzureichendes Ansprechen auf konventionelle Unzureichendessynthetische DMARDa (TNFi-naiv) Ansprechen auf TNFib
OPAL BROADEN OPAL BEYOND
Behandlungs- Placebo Tofacitinib 5 mg Adalimumab 40 mg Placebo Tofacitinib 5 mggruppe zweimal täglich s.c. q2w zweimal täglich
N 104 107 106 131 129
Monat 3 -0,18 -0,35c,* -0,38* -0,14 -0,39c,***
Monat 6 n. a. -0,45 -0,43 n. a. -0,44
Monat 12 n. a. -0,54 -0,45 n. a. n. a.
* Nominaler p-Wert ≤ 0,05, *** nominaler p-Wert < 0,0001 für aktive Behandlung im Vergleich zu Placebo in
Monat 3.
Abkürzungen: DMARD = krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum (disease-modifying antirheumatic drug),
HAQ-DI = Health Assessment Questionnaire Disability Index, n = Gesamtanzahl Patienten in der statistischen
Analyse, s.c. q2w = subkutan 1x alle 2 Wochen, TNFi = Tumornekrosefaktor-Inhibitor.a Unzureichendes Ansprechen auf mindestens ein konventionelles synthetisches DMARD (csDMARD)aufgrund fehlender Wirksamkeit und/oder Unverträglichkeitb Unzureichendes Ansprechen auf mindestens einen TNF-Inhibitor (TNFi) aufgrund fehlender Wirksamkeitund/oder Unverträglichkeitc Erreichen einer globalen statistischen Signifikanz bei p ≤ 0,05 gemäß vordefiniertem Step-Down-Verfahren
Die HAQ-DI-Responder-Rate (Ansprechen definiert als Verringerung gegenüber dem Ausgangswertum ≥ 0,35) in Monat 3 in den Studien OPAL BROADEN und OPAL BEYOND lag bei Patientenunter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich bei 53 % bzw. 50 %, bei Patienten unter Placebo bei 31 %bzw. 28 % und bei Patienten unter Adalimumab 40 mg subkutan alle 2 Wochen bei 53 % (nur OPAL
BROADEN).
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde mit dem SF-36v2 bewertet, Fatigue mit dem FACIT-
F. Im Vergleich zu Placebo zeigten Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich in den Studien
OPAL BROADEN und OPAL BEYOND eine deutlichere Verbesserung gegenüber dem
Ausgangswert in Bezug auf die Domäne des SF-36v2 für die körperliche Funktionsfähigkeit, die
Summenskala des SF-36v2 für die körperliche Komponente und die FACIT-F-Scores in Monat 3(nominaler p-Wert ≤ 0,05). Verbesserungen gegenüber den Ausgangswerten des SF-36v2 und FACIT-
F wurden bis Monat 6 (OPAL BROADEN und OPAL BEYOND) und Monat 12 (OPAL BROADEN)aufrechterhalten.
Im Vergleich zu Placebo zeigten Patienten unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich in den Studien
OPAL BROADEN und OPAL BEYOND eine deutlichereVerbesserung der Arthritis-Schmerzen(Messung auf einer visuellen Analogskala von 0-100) gegenüber dem Ausgangswert in Woche 2(erste Beurteilung nach der Eingangsuntersuchung) bis Monat 3 (nominaler p-Wert ≤ 0,05).
Ankylosierende SpondylitisDas klinische Entwicklungsprogramm von Tofacitinib zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheitumfasste eine placebokontrollierte konfirmatorische Studie (Studie AS-I). Dabei handelte es sich umeine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, 48-wöchige klinische Behandlungsstudie mit269 erwachsenen Patienten, die auf mindestens zwei NSAR unzureichend angesprochen hatten(unzureichendes klinisches Ansprechen oder Unverträglichkeit). Die Patienten wurden randomisiertund 16 Wochen lang verblindet mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich oder Placebo behandelt.
Anschließend wurde die Behandlung bei allen Patienten für weitere 32 Wochen mit Tofacitinib 5 mgzweimal täglich fortgesetzt. Die Patienten hatten eine aktive Erkrankung, definiert als ein Score vongrößer oder gleich 4 sowohl im Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI) alsauch im Rückenschmerz-Score (BASDAI Frage 2) trotz einer Therapie mit nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR), Kortikosteroiden oder DMARD.
Etwa 7 % bzw. 21 % der Patienten wandten von Studienbeginn bis Woche 16 begleitend Methotrexatoder Sulfasalazin an. Die Patienten durften von Studienbeginn bis Woche 48 orale Kortikosteroide(8,6 %) und/oder NSAR (81,8 %) in stabiler niedriger Dosis erhalten. Zweiundzwanzig Prozent der
Patienten hatten unzureichend auf 1 oder 2 TNF-Blocker angesprochen. Der primäre Endpunkt warder Anteil der Patienten, die in Woche 16 ein ASAS20-Ansprechen erreichten.
Klinisches AnsprechenIn Woche 16 erreichten die Patienten mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich zu einem höheren Anteilein ASAS 20- und ASAS40-Ansprechen im Vergleich zu Placebo. (siehe Tabelle 19). Bei Patienten,die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib erhielten, wurde das Ansprechen von Woche 16 bis Woche 48aufrechterhalten.
Tabelle 19: ASAS20- und ASAS40-Anprechen in Woche 16, Studie AS-I
Placebo Tofacitinib 5 mg Differenz gegenüber Placebo(n = 136) zweimal täglich (95 % KI)(n = 133)
ASAS20-Ansprechen*, 29 56 27 (16; 38)**%
ASAS40-Ansprechen*, 13 41 28 (18; 38)**%
* Fehler 1. Art kontrolliert
** p < 0,0001
Die Wirksamkeit von Tofacitinib wurde bei bDMARD-naiven Patienten und Patienten mitunzureichendem Ansprechen (inadequate responder, IR) auf TNF/Vorbehandlung mit bDMARD(Non-IR) nachgewiesen (siehe Tabelle 20).
Tabelle 20: ASAS20- und ASAS40-Ansprechen (%) je nach vorhergehender Behandlung in
Woche 16, Studie AS-I
Vorhergehende Wirksamkeits-Endpunkte
Behandlung ASAS20 ASAS40
Placebo Tofacitinib Differenz Placebo Tofacitini Differenzn 5 mg gegenüber n b 5 mg gegenüberzweimal Placebo zweimal Placebotäglich (95 % KI) täglich (95 % KI)n nbDMARD-naiv 105 102 28 105 102 31(15, 41) (19, 43)
TNFi-IR oder 31 31 23 31 31 19
Vorbehandlung (1, 44) (2, 37)mit bDMARD(Non-IR)
ASAS20 = Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert um ≥ 20 % und ≥ 1 Einheit in mindestens 3 Domänen auf einer
Skala von 0 bis 10 sowie keine Verschlechterung um ≥ 20 % und ≥ 1 Einheit in der verbleibenden Domäne;
ASAS40 = Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert um ≥ 40 % und ≥ 2 Einheiten in mindestens 3 Domänen auf einer
Skala von 0 bis 10 sowie keine Verschlechterung in der verbleibenden Domäne; bDMARD = biologischeskrankheitsmodifizierendes Antirheumatikum; KI = Konfidenzintervall; Non-IR = nicht-unzureichendes Ansprechen;
TNFi-IR = Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Tumornekrosefaktor-Inhibitor
Wie in Tabelle 21 zu sehen, waren die Verbesserungen bei den Komponenten des ASAS-Ansprechensund bei anderen Messwerten der Krankheitsaktivität unter Tofacitinib 5 mg zweimal täglich in
Woche 16 höher als bei Placebo. Bei Patienten, die zweimal täglich 5 mg Tofacitinib erhielten, hieltendie Verbesserungen von Woche 16 bis Woche 48 an.
Tabelle 21: ASAS-Komponenten und andere Messwerte für die Krankheitsaktivität in
Woche 16, Studie AS-I
Placebo Tofacitinib 5 mg zweimal(n = 136) täglich(n = 133)
Ausgangswe Woche 16 Ausgangswe Woche 16 Differenzrt (LSM- rt (LSM- gegenüber(Mittelwert) Veränderung (Mittelwert) Veränderung Placebogegenüber gegenüber (95 %- KI)
Ausgangswer Ausgangswertt) )
ASAS-Komponenten Patient Global 7,0 -0,9 6,9 -2,5 -1,6
Assessment of (-2,07; -1,05)**
Disease Activity(0-10)a,*
Placebo Tofacitinib 5 mg zweimal(n = 136) täglich(n = 133)
Ausgangswe Woche 16 Ausgangswe Woche 16 Differenzrt (LSM- rt (LSM- gegenüber(Mittelwert) Veränderung (Mittelwert) Veränderung Placebogegenüber gegenüber (95 %- KI)
Ausgangswer Ausgangswertt) ) Rückenschmerz 6,9 -1,0 6,9 -2,6 -1,6en insgesamt (-2,10; -1,14)**(0-10)a,* BASFI 5,9 -0,8 5,8 -2,0 -1,2(0-10)b,* (-1,66; -0,80)** Entzündung (0- 6,8 -1,0 6,6 -2,7 -1,710)c,* (-2,18; -1,25)**
BASDAI-Scored 6,5 -1,1 6,4 -2,6 -1,4(-1,88; -1,00)**
BASMIe,* 4,4 -0,1 4,5 -0,6 -0,5(-0,67; -0,37)**hsCRPf,* (mg/dl) 1,8 -0,1 1,6 -1,1 -1,0(-1,20; -0,72)**
ASDAScrpg,* 3,9 -0,4 3,8 -1,4 -1,0(-1.16; -0,79)**
* Fehler 1. Art kontrolliert
** p < 0,0001a Messung auf numerischer Skala mit 0 = keine Aktivität oder keine Schmerzen, 10 = hohe Aktivität oder schwerste
Schmerzenb Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index gemessen auf einer numerischen Rating-Skala mit 0 = einfach und10 = unmöglichc Entzündung ist der Mittelwert von zwei Patienten-Selbstbewertungen der Morgensteifigkeit im BASDAI.d Gesamtscore des Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Indexe Bath Ankylosing Spondylitis Metrology Indexf hochsensitives C-reaktives Proteing Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score mit C-reaktivem Protein
LSM = Mittelwert der kleinsten Quadrate (least squares mean)
Andere gesundheitsbezogene Ergebnisse
Patienten, die mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich behandelt wurden, erzielten in Woche 16 im
Vergleich zum Ausgangswert größere Verbesserungen des Gesamtscores der Instrumente Ankylosing
Spondylitis Quality of Life (ASQoL, -4,0 gegenüber -2,0) und Functional Assessment of Chronic
Illness Therapy - Fatigue (FACIT-F, 6,5 gegenüber 3,1) im Vergleich zu Patienten, die Placeboerhielten (p < 0,001). Bei Patienten, die mit Tofacitinib 5 mg zweimal täglich behandelt wurden,wurden im Short Form Health Survey Version 2 (SF-36v2) in der Domäne Physical Component
Summary (PCS) in Woche 16 durchweg größere Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswertverzeichnet als bei Patienten, die Placebo erhielten.
Colitis ulcerosaDie Wirksamkeit und Sicherheit von Tofacitinib Filmtabletten für die Behandlung erwachsener
Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver CU (Mayo-Score 6-12, endoskopischer Subscore≥ 2 und Subscore für Rektalblutungen ≥ 1) wurden in 3 multizentrischen, doppelblind-randomisierten,
Placebo-kontrollierten Studien untersucht: 2 identische Induktionsstudien (OCTAVE Induction 1 und
OCTAVE Induction 2), gefolgt von 1 Studie zur Erhaltungstherapie (OCTAVE Sustain). In die
Studien aufgenommen wurden Patienten, bei denen mindestens 1 konventionelle Therapie,einschließlich Kortikosteroide, Immunmodulatoren und/oder ein TNF-Inhibitor, versagt hatten. Einegleichzeitige Behandlung mit oral angewendeten Aminosalicylaten und Kortikosteroiden(Tageshöchstdosis 25 mg Prednison oder Äquivalent) in gleichbleibender Dosierung waren zulässig.
Kortikosteroide mussten innerhalb von 15 Wochen nach Eintritt in die Erhaltungsstudieausschleichend abgesetzt werden. Tofacitinib wurde als Monotherapie bei CU angewendet (d. h. ohnegleichzeitige Anwendung von Biologika und Immunosuppressiva).
Tabelle 22 enthält weitere Informationen über das jeweilige Studiendesign und die
Populationsmerkmale.
Tabelle 22: Klinische Studien der Phase 3 mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib bei
Patienten mit CU
OCTAVE Induction OCTAVE OCTAVE Sustain1 Induction 2
Behandlungsgruppen Tofacitinib 10 mg Tofacitinib 10 mg Tofacitinib 5 mg(Randomisierungsverhältnis) zweimal täglich zweimal täglich zweimal täglich
Placebo Placebo Tofacitinib 10 mg(4:1) (4:1) zweimal täglich
Placebo(1:1:1)
Anzahl aufgenommener 598 541 593
Patienten
Dauer der Studie 8 Wochen 8 Wochen 52 Wochen
Primärer Remission Remission Remission
Wirksamkeitsendpunkt
Wichtigste sekundäre Verbesserung des Verbesserung des Verbesserung des
Wirksamkeitsendpunkte endoskopischen endoskopischen endoskopischen
Schleimhautbefunds Schleimhautbefunds Schleimhautbefunds
Anhaltende
Kortikosteroid-freie
Remission bei Patientenin Remission bei
Studienbeginn
Vorhergehendes TNFi- 51,3 % 52,1 % 44,7 %
Versagen
Vorhergehendes Versagen 74,9 % 71,3 % 75,0 %eines Kortikosteroids
Vorhergehendes Versagen 74,1 % 69,5 % 69,6 %eines Immunsuppressivums
Kortikosteroid-Anwendung 45,5 % 46,8 % 50,3 %bei Studienbeginn
Abkürzungen: TNFi = Tumornekrosefaktor-Inhibitor, CU = Colitis ulcerosa
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tofacitinib wurden zusätzlich in einer offenen Langzeit-
Erweiterungsstudie untersucht (OCTAVE Open). Patienten, die eine der Induktionsstudien (OCTAVE
Induction 1 oder OCTAVE Induction 2) abgeschlossen hatten, jedoch kein klinisches Ansprechenerreichten, oder Patienten, die die Erhaltungsstudie (OCTAVE Sustain) abgeschlossen oder dieseaufgrund eines Therapieversagens vorzeitig abgebrochen hatten, kamen für die Teilnahme an
OCTAVE Open infrage. Patienten aus OCTAVE Induction 1 oder OCTAVE Induction 2, die nach8 Wochen in OCTAVE Open kein klinisches Ansprechen erzielten, mussten die Teilnahme an der
OCTAVE Open beenden. Kortikosteroide mussten beim Eintritt in OCTAVE Open ebenfallsausgeschlichen werden.
Wirksamkeitsdaten aus den Induktionsstudien (OCTAVE Induction 1 und OCTAVE Induction 2)
Primärer Endpunkt in OCTAVE Induction 1 und OCTAVE Induction 2 war der Anteil an Patienten in
Remission in Woche 8. Der wichtigste sekundäre Endpunkt war der Anteil an Patienten mit
Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds in Woche 8. Remission wurde als klinische
Remission (Gesamt-Mayo-Score ≤ 2 ohne einzelnen Subscore > 1) und einem Subscore von 0 für
Rektalblutungen definiert. Eine Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds wurde alsendoskopischer Subscore von 0 oder1 definiert.
In beiden Studien erreichten in Woche 8 signifikant mehr Patienten unter zweimal täglich 10 mg
Tofacitinib eine Remission, eine Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds und einklinisches Ansprechen im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 23).
Die Wirksamkeitsergebnisse basierend auf den endoskopischen Befunden der Prüfzentren stimmtenmit den Ergebnissen der zentralen endoskopischen Auswertung überein.
Tabelle 23: Anteil Patienten mit Erreichen der Wirksamkeitsendpunkte in Woche 8 (OCTAVE
Induction 1 und OCTAVE Induction 2)
OCTAVE Induction 1
Zentraler Endoskopiebefund Lokaler Endoskopiebefund
Endpunkt Placebo Tofacitinib Placebo Tofacitinib10 mg 10 mgzweimal zweimaltäglich täglichn = 122 n = 476 n = 122 n = 476
Remissiona 8,2 % 18,5 %‡ 11,5 % 24,8 %‡
Verbesserung des 15,6 % 31,3 %† 23,0 % 42,4 %*endoskopischen
Schleimhautbefundsb
Normalisierung des 1,6 % 6,7 %‡ 2,5 % 10,9 %‡endoskopischen
Schleimhautbefundsc
Klinisches Ansprechend 32,8 % 59,9 %* 34,4 % 60,7 %*
OCTAVE Induction 2
Zentraler Endoskopiebefund Lokaler Endoskopiebefund
Endpunkt Placebo Tofacitinib Placebo Tofacitinib10 mg 10 mgzweimal zweimaltäglich täglichn = 112 n = 429 n = 112 n = 429
Remissiona 3,6 % 16,6 %† 5,4 % 20,7 %†
Verbesserung des 11,6 % 28,4 %† 15,2 % 36,4 %*endoskopischen
Schleimhautbefundsb
Normalisierung des 1,8 % 7,0 %‡ 0,0 % 9,1 %‡endoskopischen
Schleimhautbefundsc
Klinisches Ansprechend 28,6 % 55,0 %* 29,5 % 58,0 %*
* p < 0,0001, † p < 0,001, ‡ p < 0,05.n = Anzahl Patienten im Analysesatz.
a. Primärer Endpunkt: Remission definiert als klinische Remission (Mayo-Score ≤ 2 ohne einzelnen Subscore> 1) und Subscore für Rektalblutungen von 0.
b. Wichtigster sekundärer Endpunkt: Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds, definiert als
Mayo-Endoskopie-Subscore von 0 (normaler Befund oder inaktive Erkrankung) oder 1 (Erythem,reduziertes Gefäßmuster).
c. Normalisierung des endoskopischen Schleimhautbefunds, definiert als Mayo-Endoskopie-Subscore von 0.
d. Klinisches Ansprechen, definiert als Verringerung des Mayo-Scores gegenüber dem Ausgangswert um≥ 3 Punkte und ≥ 30 %, mit gleichzeitiger Verringerung des Subscores für Rektalblutungen um ≥ 1 Punktebzw. absolutem Subscore für Rektalblutungen von 0 oder 1.
In beiden Untergruppen von Patienten mit oder ohne vorhergehendem TNF-Inhibitor-Versagenerreichte in Woche 8 ein größerer Anteil von Patienten, die mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinibbehandelt wurden, eine Remission und Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds alsunter Placebo. Der Unterschied zwischen den Therapien war in den 2 Untergruppen konsistent(Tabelle 24).
Tabelle 24. Anteil der Patienten mit Erreichen des primären und wichtigsten sekundären
Endpunkts in Woche 8, nach TNF-Inhibitor-Untergruppe (OCTAVE Induction 1und OCTAVE Induction 2, zentraler Endoskopiebefund)
OCTAVE Induction 1
Endpunkt Placebo Tofacitinib 10 mgn = 122 zweimal täglichn = 476
Remissiona
Mit vorhergehendem TNF-Inhibitor-Versagen 1,6 % 11,1 %(1/64) (27/243)
Ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor-Versagenb 15,5 % 26,2 %(9/58) (61/233)
Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefundsc
Mit vorhergehendem TNF-Inhibitor-Versagen 6,3 % 22,6 %(4/64) (55/243)
Ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor-Versagenb 25,9 % 40,3 %(15/58) (94/233)
OCTAVE Induction 2
Endpunkt Placebo Tofacitinib 10 mgn = 112 zweimal täglichn = 429
Remissiona
Mit vorhergehendem TNF-Inhibitor-Versagen 0,0 % 11,7 %(0/60) (26/222)
Ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor-Versagenb 7,7 % 21,7 %(4/52) (45/207)
Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefundsc
Mit vorhergehendem TNF-Inhibitor-Versagen 6,7 % 21,6 %(4/60) (48/222)
Ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor-Versagenb 17,3 % 35,7 %(9/52) (74/207)
TNF = Tumornekrosefaktor, n = Anzahl Patienten im Analysesatz
a. Remission, definiert als klinische Remission (Mayo-Score ≤ 2 ohne einzelnen Subscore > 1) und Subscorefür Rektalblutungen von 0.
b. Einschließlich TNF-Inhibitor-naiver Patienten
c. Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds, definiert als Mayo-Endoskopie-Subscore von 0(normaler Befund oder inaktive Erkrankung) oder 1 (Erythem, reduziertes Gefäßmuster).
Bereits in Woche 2, dem ersten geplanten Studientermin, sowie bei jedem Termin danach wurdensignifikante Unterschiede zwischen zweimal täglich 10 mg Tofacitinib und Placebo in Bezug auf die
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert für Rektalblutungen, Stuhlfrequenz und partiellem Mayo-
Score festgestellt.
Studie zur Erhaltungstherapie (OCTAVE Sustain)
Patienten, die eine der Induktionsstudien über 8 Wochen abgeschlossen und klinisch angesprochenhatten, wurden für die Studie OCTAVE Sustain erneut randomisiert. Zu Beginn von OCTAVE Sustainbefanden sich 179 von 593 Patienten (30,2 %) in Remission.
Primärer Endpunkt von OCTAVE Sustain war der Anteil an Patienten in Remission in Woche 52. Diebeiden wichtigsten sekundären Endpunkte waren der Anteil an Patienten mit Verbesserung desendoskopischen Erscheinungsbilds in Woche 52 und der Anteil an Patienten mit anhaltender
Kortikosteroid-freier Remission sowohl in Woche 24 als auch in Woche 52 bei Patienten in Remissionzu Beginn der Studie OCTAVE Sustain.
Ein signifikant größerer Anteil an Patienten sowohl in der Behandlungsgruppe mit zweimal täglich5 mg als auch zweimal täglich 10 mg Tofacitinib erreichte in Woche 52 im Vergleich zu Placebo diefolgenden Endpunkte: Remission, Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds,
Normalisierung des endoskopischen Schleimhautbefunds, Anhalten des klinischen Ansprechens,
Remission bei Patienten in Remission bei Studienbeginn und anhaltende Kortikosteroid-freie
Remission sowohl in Woche 24 als auch in Woche 52 bei Patienten in Remission bei Studienbeginn(siehe Tabelle 25).
Tabelle 25: Anteil an Patienten mit Erreichen der Wirksamkeitsendpunkte in Woche 52(OCTAVE Sustain)
Zentraler Endoskopiebefund Lokaler Endoskopiebefund
Endpunkt Placebo Tofacitinib Tofacitinib Placebo Tofacitinib Tofacitinibn = 198 5 mg 10 mg n = 198 5 mg 10 mgzweimal zweimal zweimal zweimaltäglich täglich täglich täglichn = 198 n = 197 n = 198 n = 197
Remissiona 11,1 % 34,3 %* 40,6 %* 13,1 % 39,4 %* 47,7 %*
Verbesserung des 13,1 % 37,4 %* 45,7 %* 15,7 % 44,9 %* 53,8 %*endoskopischen
Schleimhautbefundsb
Normalisierung des 4,0 % 14,6 %** 16,8 %* 5,6 % 22,2 %* 29,4 %*endoskopischen
Schleimhautbefundsc
Anhaltendes 20,2 % 51,5 %* 61,9 %* 20,7 % 51,0 %* 61,4 %*klinisches
Ansprechend
Remission bei 10,2 % 46,2 %* 56,4 %* 11,9 % 50,8 %* 65,5 %*
Patienten in
Remission bei
Studienbeginna,f
Anhaltende 5,1 % 35,4 %* 47,3 %* 11,9% 47,7 %* 58,2 %*
Kortikosteroid-freie
Remission sowohl in
Woche 24 als auch in
Woche 52 bei
Patienten in
Remission bei
Studienbeginne,f
Kortikosteroid-freie 10,9 % 27,7 %† 27,6 %† 13,9 % 32,7 %† 31,0 %†
Remission bei
Patienten mit
Einnahme von
Kortikosteroiden bei
Studienbeginna,g
* p < 0,0001, **p < 0,001, †p < 0,05 für Tofacitinib gegenüber Placebo.n = Anzahl Patienten im Analysesatz.
a. Remission, definiert als klinische Remission (Mayo-Score ≤ 2 ohne einzelnen Subscore > 1) und Subscorefür Rektalblutungen von 0.
b. Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds, definiert als Mayo-Endoskopie-Subscore von 0(normaler Befund oder inaktive Erkrankung) oder 1 (Erythem, reduziertes Gefäßmuster).
c. Normalisierung des endoskopischen Schleimhautbefunds, definiert als Mayo-Endoskopie-Subscore von 0.
d. Anhaltendes klinisches Ansprechen, definiert als Verringerung des Baseline-Mayo-Scores der
Induktionsstudie (OCTAVE Induction 1, OCTAVE Induction 2) um ≥ 3 Punkte und ≥ 30 %, mitgleichzeitiger Verringerung des Subscores für Rektalblutungen um ≥ 1 Punkte bzw. Subscore für
Rektalblutungen von 0 oder 1. Patienten mussten zu Beginn der Erhaltungsstudie OCTAVE Sustain einklinisches Ansprechen aufweisen.
e. Anhaltende Kortikosteroid-freie Remission, definiert als bestehende Remission ohne Einnahme von
Kortikosteroiden seit mindestens 4 Wochen vor dem Termin sowohl in Woche 24 als auch 52.
f. n = 59 für Placebo, n = 65 für Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, n = 55 für Tofacitinib 10 mg zweimaltäglich.g. n = 101 für Placebo, n = 101 für Tofacitinib 5 mg zweimal täglich, n = 87 für Tofacitinib 10 mg zweimaltäglich.
In beiden Untergruppen von Patienten mit oder ohne vorhergehendem TNF-Inhibitor-Versagenerreichte ein größerer Anteil von Patienten, die entweder mit zweimal täglich 5 mg oder 10 mg
Tofacitinib behandelt wurden, in Woche 52 der Studie OCTAVE Sustain im Vergleich zu Placebo diefolgenden Endpunkte: Remission, Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds oderanhaltende Kortikosteroid-freie Remission sowohl in Woche 24 als auch in Woche 52 bei Patienten in
Remission bei Studienbeginn (siehe Tabelle 26). Die Behandlungsdifferenz gegenüber Placebo war inder Untergruppe von Patienten ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor-Versagen unter zweimal täglich5 mg und 10 mg Tofacitinib ähnlich. In der Untergruppe von Patienten mit vorhergehendem TNF-
Inhibitor-Versagen war die beobachtete Behandlungsdifferenz gegenüber Placebo unter zweimaltäglich 10 mg Tofacitinib in Bezug auf den primären und die wichtigsten sekundären Endpunkte um9,7-16,7 Prozentpunkte numerisch größer als unter zweimal täglich 5 mg Tofacitinib.
Tabelle 26: Anteil der Patienten mit Erreichen des primären und wichtigsten sekundären
Endpunkts in Woche 52, nach TNF-Inhibitor-Untergruppe (OCTAVE Sustain,zentraler Endoskopiebefund)
Endpunkt Placebo Tofacitinib Tofacitinibn = 198 5 mg 10 mgzweimal täglich zweimal täglichn = 198 n = 197
Remissiona
Mit vorhergehendem TNF-Inhibitor- 10/89 20/83 34/93
Versagen (11,2 %) (24,1 %) (36,6 %)
Ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor- 12/109 48/115 46/104
Versagenb (11,0 %) (41,7 %) (44,2 %)
Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefundsc
Mit vorhergehendem TNF-Inhibitor- 11/89 25/83 37/93
Versagen (12,4 %) (30,1 %) (39,8 %)
Ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor- 15/109 49/115 53/104
Versagenb (13,8 %) (42,6 %) (51,0 %)
Anhaltende Kortikosteroid-freie Remission sowohl in Woche 24 als auch in Woche 52 bei Patienten in
Remission bei Studienbeginnd
Mit vorhergehendem TNF-Inhibitor- 1/21 4/18 7/18
Versagen (4,8 %) (22,2 %) (38,9 %)
Ohne vorhergehendes TNF-Inhibitor- 2/38 19/47 19/37
Versagenb (5,3 %) (40,4 %) (51,4 %)
TNF = Tumornekrosefaktor, n = Anzahl Patienten im Analysesatz
a. Remission, definiert als klinische Remission (Mayo-Score ≤ 2 ohne einzelnen Subscore > 1) und Subscorefür Rektalblutungen von 0.
b. Einschließlich TNF-Inhibitor-naiver Patienten.
c. Verbesserung des endoskopischen Schleimhautbefunds, definiert als Mayo-Endoskopie-Subscore von 0(normaler Befund oder inaktive Erkrankung) oder 1 (Erythem, reduziertes Gefäßmuster).
d. Anhaltende Kortikosteroid-freie Remission, definiert als bestehende Remission ohne Einnahme von
Kortikosteroiden seit mindestens 4 Wochen vor dem Termin sowohl in Woche 24 als auch 52.
Der Anteil an Patienten in beiden Tofacitinib-Gruppen mit Behandlungsversagen war zu allen
Zeitpunkten und bereits in Woche 8, dem ersten Zeitpunkt für die Beurteilung des
Behandlungsversagens, niedriger als unter Placebo (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2 Zeit bis zum Behandlungsversagen in der Erhaltungsstudie OCTAVE Sustain(Kaplan-Meier-Kurven)0,8
PLACEBO0,70,6
TOFACITINIB 5 mg BID0,50,40,3
TOFACITINIB 10 mg BID0,20,10,0
ZEIT BIS ZUM BEHANDLUNGSVERSAGEN (WOCHEN)
TOFACITINIB 5 mg BID ----------- TOFACITINIB 10 mg BID - - - - - - - Placebop < 0,0001 für Tofacitinib 5 mg zweimal täglich gegenüber Placebop < 0,0001 für Tofacitinib 10 mg zweimal täglich gegenüber Placebo
BID = zweimal täglich
Ein Behandlungsversagen wurde definiert als Anstieg des Mayo-Scores um ≥ 3 Punkte im Vergleich zum
Ausgangswert der Erhaltungsstudie mit gleichzeitigem Anstieg des Subscores für Rektalblutungen um ≥ 1 Punktsowie einem Anstieg des endoskopischen Subscores um ≥ 1 Punkt, d. h. einem absoluten endoskopischen
Subscore von ≥ 2 nach einer Mindestbehandlung von 8 Wochen in der Studie.
Ergebnisse in Bezug auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität
In den Induktionsstudien (OCTAVE Induction 1 und OCTAVE Induction 2) zeigte sich im Vergleichzu Placebo unter zweimal täglich 10 mg Tofacitinib eine stärkere Verbesserung gegenüber dem
Ausgangswert in Bezug auf die beiden Summenskalen Physical Component Summary (PCS) und
Mental Component Summary (MCS) sowie in Bezug auf alle 8 Domänen des SF-36. In der
Erhaltungsstudie (OCTAVE Sustain) wurde unter zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib in den
Wochen 24 und 52 eine bessere Aufrechterhaltung der Verbesserung der PCS- und MCS-Scores sowiealler 8 Domänen des SF-36 im Vergleich zu Placebo festgestellt.
In den Induktionsstudien (OCTAVE Induction 1 und OCTAVE Induction 2) wurde im Vergleich zu
Placebo unter zweimal täglich 10 mg Tofacitinib in Woche 8 eine stärkere Verbesserung gegenüberdem Ausgangswert in Bezug auf den Gesamtwert und alle 4 Domänen des Inflammatory Bowel
Disease Questionnaire (IBDQ, Darmsymptome sowie systemische, emotionale und soziale
Funktionsfähigkeit) nachgewiesen. In der Erhaltungsstudie (OCTAVE Sustain) wurde unter zweimaltäglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib in den Wochen 24 und 52 eine bessere Aufrechterhaltung der
Verbesserung des Gesamtwerts und aller 4 Domänen des IBDQ im Vergleich zu Placebo festgestellt.
ANTEIL TEILNEHMER MIT EREIGNIS
Sowohl in den Induktionsstudien als auch in der Erhaltungsstudie wurden im Vergleich zu Placebo
Verbesserungen der Werte des EQ-5D (EuroQoL 5-Dimension) und mehrerer Domänen des WPAI-
UC (Work Productivity and Activity Impairment) festgestellt.
Offene Erweiterungsstudie (OCTAVE Open)
Patienten ohne klinisches Ansprechen in einer der Induktionsstudien (OCTAVE Induction 1 oder
OCTAVE Induction 2) nach 8 Wochen Behandlung mit zweimal täglich 10 mg Tofacitinib durften aneiner offenen Erweiterungsstudie (OCTAVE Open) teilnehmen. Nach weiteren 8 Wochen unterzweimal täglich 10 mg Tofacitinib in OCTAVE Open erreichten 53 % der Patienten (154/293) einklinisches Ansprechen und 14 % der Patienten (42/293) eine Remission.
Bei Patienten mit klinischem Ansprechen auf zweimal täglich 10 mg Tofacitinib in einer der
Induktionsstudien (OCTAVE Induction 1 oder OCTAVE Induction 2), aber anschließendem
Therapieversagen nach Senkung der Dosis auf zweimal täglich 5 mg Tofacitinib oder
Behandlungsunterbrechung in OCTAVE Sustain (durch Randomisierung auf Placebo) wurde die
Dosis in OCTAVE Open auf zweimal täglich 10 mg Tofacitinib erhöht. Nach 8 Wochen unterzweimal täglich 10 mg Tofacitinib in OCTAVE Open erreichten 35 % der Patienten (20/58), die in
OCTAVE Sustain zweimal täglich 5 mg Tofacitinib erhielten, und 40 % der Patienten (40/99) mit
Dosisunterbrechung in OCTAVE Sustain eine Remission. In Monat 12 der Studie OCTAVE Openwaren jeweils 52 % (25/48) und 45 % (37/83) dieser Patienten in Remission.
In Monat 12 der Studie OCTAVE Open blieben zudem 74 % der Patienten (48/65), die am Ende der
Studie OCTAVE Sustain unter entweder zweimal täglich 5 mg oder 10 mg Tofacitinib eine Remissionerreicht hatten, unter zweimal täglich 5 mg Tofacitinib in Remission.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Tofacitinib eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen beianderen, selteneren Arten der juvenilen idiopathischen Arthritis und bei Colitis ulcerosa gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis und juvenile PsA
Das Phase-3-Programm zu Tofacitinib bei JIA bestand aus einer abgeschlossenen Phase-3-Studie(Studie JIA-I [A3921104]) und einer noch laufenden Langzeit-Erweiterungsstudie (A3921145). Indiese Studien wurden die folgenden JIA-Untergruppen eingeschlossen: Patienten mit RF+ oder RF-
Polyarthritis, erweiterter Oligoarthritis, systemischer JIA mit aktiver Arthritis und aktuell keinersystemischen Symptomatik (sogenannter pJIA-Datensatz) und zwei separate Untergruppen mitjuveniler PsA und Enthesitis-assoziierter Arthritis (enthesitis-related Arthritis, ERA). Allerdingsumfasst die pJIA-Wirksamkeits-Population nur die Subgruppen mit RF+ oder RF- Polyarthritis odererweiterter Oligoarthritis. In der Subgruppe mit systemischer JIA mit aktiver Arthritis und aktuellkeiner systemischen Symptomatik wurden keine eindeutigen Ergebnisse erzielt. Patienten mitjuveniler PsA werden als separate Subgruppe für die Wirksamkeit berücksichtigt. ERA-Patientenwerden nicht in die Wirksamkeitsanalyse aufgenommen.
Alle infrage kommenden Patienten in der offenen Studie JIA-I erhielten 18 Wochen lang Tofacitinib5 mg Filmtabletten zweimal täglich oder eine äquivalente Dosis Tofacitinib Lösung zum Einnehmenzweimal täglich gemäß ihrem Körpergewicht (Einleitungsphase). Patienten, die am Ende der offenen
Phase mindestens ein Ansprechen von JIA ACR30 erreichten, wurden für die 26-wöchige,doppelblinde, placebokontrollierte Phase im Verhältnis 1:1 entweder auf Tofacitinib 5 mg
Filmtabletten oder Tofacitinib Lösung zum Einnehmen oder auf Placebo randomisiert. Patienten, dieam Ende der offenen Einleitungsphase kein Ansprechen von JIA ACR30 erreichten oder zu einembeliebigen Zeitpunkt eine einzelne Episode eines Krankheitsschubs hatten, wurden aus der Studieausgeschlossen. In die offene Einleitungsphase wurden insgesamt 225 Patienten aufgenommen, vondenen 173 Patienten (76,9 %) in die doppelblinde Phaserandomisiert werden konnten und entwederdie wirkstoffhaltige Behandlung mit Tofacitinib 5 mg Filmtabletten oder eine äquivalente Dosis
Tofacitinib Lösung zum Einnehmen zweimal täglich gemäß ihrem Körpergewicht (n = 88) oder
Placebo (n = 85) erhielten. 58 Patienten (65,9 %) in der Tofacitinib-Gruppe und 58 Patienten (68,2 %)in der Placebogruppe nahmen während der doppelblinden Phase MTX ein. Dies war laut Prüfplanerlaubt, aber nicht erforderlich.
133 Patienten mit pJIA (RF+ oder RF- Polyarthritis und erweiterter Oligoarthritis) und 15 Patientenmit juveniler PsA wurden für die doppelblinde Studienphase randomisiert und wie unten beschriebenfür die Analyse der Wirksamkeit berücksichtigt.
Krankheitszeichen und Symptome
Im Vergleich zu Patienten, die Placebo erhielten, kam es bei Patienten mit pJIA, die in Studie JIA-Imit Tofacitinib 5 mg Filmtabletten zweimal täglich oder einer äquivalenten Dosis Tofacitinib Lösungzum Einnehmen zweimal täglich gemäß ihrem Körpergewicht behandelt wurden, in Woche 44 beieinem signifikant geringeren Anteil zu einem Krankheitsschub. Im Vergleich zu Patienten, die Placeboerhielten, erreichte von den Patienten mit pJIA, die mit Tofacitinib 5 mg Filmtabletten oder
Tofacitinib Lösung zum Einnehmen behandelt wurden, in Woche 44 ein signifikant größerer Anteilein Ansprechen von JIA ACR30, 50 oder 70 (siehe Tabelle 27).
Die Ergebnisse zum Auftreten von Krankheitsschüben und zum JIA ACR30/50/70 fielen bei den JIA-
Subtypen RF+ Polyarthritis, RF- Polyarthritis, erweiterte Oligoarthritis und jPsA im Vergleich zu
Placebo zugunsten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich aus und stimmten mit den Ergebnissen fürdie Studienpopulation insgesamt überein.
Die Ergebnisse zum Auftreten von Krankheitsschüben und zum JIA ACR30/50/70 fielen bei pJIA-
Patienten, die an Tag 1 Tofacitinib 5 mg zweimal täglich zusammen mit MTX erhielten (n = 101[76 %]) und Patienten, die Tofacitinib als Monotherapie erhielten (n = 32 [24 %]), im Vergleich zu
Placebo zugunsten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich aus. Des Weiteren fielen die Ergebnisse zum
Auftreten von Krankheitsschüben und zum JIA ACR30/50/70 auch sowohl für pJIA-Patienten mitvorhergehender Behandlung mit bDMARD (n = 39 [29 %]) als auch bDMARD-naiven Patienten(n = 94 [71 %]) im Vergleich zu Placebo zugunsten von Tofacitinib 5 mg zweimal täglich aus.
In Studie JIA-I lag das Ansprechen von JIA ACR30 in Woche 2 der offenen Einleitungsphase bei
Patienten mit pJIA bei 45,03 %.
Tabelle 27: Primäre und sekundäre Wirksamkeitsendpunkte bei Patienten mit pJIA in
Woche 44* der Studie JIA-I (alle p-Werte < 0,05)
Primärer Endpunkt(Fehler 1. Art Behandlungs- Unterschied (in %)kontrolliert) gruppe Auftretensrate zu Placebo (95% KI)
Auftreten eines Tofacitinib 5 mg 28 % -24,7 (-40,8; -8,5)
Krankheitsschubs zweimal täglich(N = 67)
Placebo 53 %(N = 66)
Sekundäre
Endpunkte(Fehler 1. Art Behandlungs- Unterschied (in %)kontrolliert) gruppe Ansprechrate zu Placebo (95% KI)
JIA ACR30 Tofacitinib 5 mg 72 % 24,7 (-8,50; -40,8)zweimal täglich(N = 67)
Placebo 47 %(N = 66)
JIA ACR50 Tofacitinib 5 mg 67 % 20,2 (-3,72; -36,7)zweimal täglich(N = 67)
Placebo 47 %(N = 66)
JIA ACR70 Tofacitinib 5 mg 55 % 17,4 (-0,65; -34,0)zweimal täglich(N = 67)
Placebo 38 %(N = 66)
Sekundärer
Endpunkt (Fehler 1. Behandlungs- LS-Mittelwert Unterschied zu
Art kontrolliert) gruppe (SEM) Placebo (95% KI)
Veränderung des Tofacitinib 5 mg -0,11 (0,04) -0,11 (-0,22; -0,01)
CHAQ- zweimal täglich
Behinderungsindex (N = 67, n = 46)gegenüber Placebo 0,00 (0,04)
Ausgangswert der (N = 66, n = 31)doppelblinden Phase
ACR = American College of Rheumatology, CHAQ = Childhood Health Assessment Questionnaire, KI = Konfidenzintervall,
LS = Kleinste Quadrate (least squares), n = Anzahl Patienten mit Beobachtung beim Termin, N = Gesamtanzahl Patienten,
JIA = juvenile idiopathische Arthritis, SEM = Standardfehler des Mittelwerts (standard error of the mean)
* Die 26-wöchige, doppelblinde Phase geht von Woche 18 bis Woche 44 und nach dem Randomisierungstag.
Die Fehler 1. Art kontrollierten Endpunkte werden in der folgenden Reihenfolge getestet: Krankheitsschub, JIA ACR50, JIA
ACR30, JIA ACR70, CHAQ Disability Index.
In der doppelblinden Phase zeigte sich in Woche 24 und Woche 44 für jede der Komponenten des JIA-
ACR-Ansprechens eine größere Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert der offenen Phase(Tag 1). Dies galt für pJIA-Patienten in Studie JIA-I, die Tofacitinib Lösung zum Einnehmen 5 mgzweimal täglich oder eine äquivalente Dosierung gemäß ihrem Körpergewicht zweimal täglicherhielten, im Vergleich zu Placebo.
Körperliche Funktionsfähigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität
Veränderungen der körperlichen Funktionsfähigkeit in Studie JIA-I wurden mit dem CHAQ-
Behinderungsindex gemessen. Die mittlere Veränderung des CHAQ-Behinderungsindex bei pJIA-
Patienten gegenüber dem Ausgangswert der doppelblinden Phase war in Woche 44 in der Gruppe mit
Tofacitinib 5 mg Filmtabletten zweimal täglich oder einer äquivalenten Dosis Tofacitinib Lösung zum
Einnehmen gemäß Körpergewicht zweimal täglich signifikant geringer als bei Placebo (siehe
Tabelle 27). Die mittlere Veränderung des CHAQ-Behinderungsindex gegenüber dem Ausgangswertder doppelblinden Phase fiel im Vergleich zu Placebo bei den JIA-Subtypen RF+ Polyarthritis, RF-
Polyarthritis, erweiterte Oligoarthritis und jPsA zugunsten von Tofacitinib 5 mg 2x tägl. aus undentsprach derjenigen für die Gesamtpopulation der Studie.