Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels XARELTO 2.5mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Xarelto 2,5 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 2,5 mg Rivaroxaban.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 33,92 mg Lactose (als Monohydrat), siehe Abschnitt 4.4.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette)
Hellgelbe, runde, bikonvexe Tabletten (6 mm Durchmesser, 9 mm Wölbungsradius), die auf der einen
Seite mit dem BAYER-Kreuz und auf der anderen Seite mit '2.5' und einem Dreieck gekennzeichnetsind.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Xarelto, zusätzlich eingenommen zu Acetylsalicylsäure (ASS) allein oder zu ASS plus Clopidogreloder Ticlopidin, ist bei erwachsenen Patienten indiziert zur Prophylaxe atherothrombotischer
Ereignisse nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) mit erhöhten kardialen Biomarkern (siehe
Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.1).
Xarelto, zusätzlich eingenommen zu Acetylsalicylsäure (ASS), ist indiziert zur Prophylaxeatherothrombotischer Ereignisse bei erwachsenen Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK)oder symptomatischer peripherer arterieller Verschlusserkrankung (pAVK) und einem hohen Risikofür ischämische Ereignisse.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosis ist 2,5 mg zweimal täglich.
* ACS
Patienten, die Xarelto 2,5 mg zweimal täglich einnehmen, sollten ebenfalls eine Tagesdosis von75 - 100 mg ASS oder eine Tagesdosis von 75 - 100 mg ASS zusätzlich zu entweder einer Tagesdosisvon 75 mg Clopidogrel oder einer üblichen Tagesdosis von Ticlopidin einnehmen.
Bei der Behandlung sollte bei jedem einzelnen Patienten regelmäßig eine Nutzen-Risiko-Abwägung in
Hinblick auf ischämische Ereignisse und Blutungsrisiko erfolgen. Über eine Verlängerung der
Behandlung über 12 Monate hinaus sollte auf individueller Basis entschieden werden, da es nurbegrenzte Erfahrungen über einen Zeitraum bis zu 24 Monate gibt (siehe Abschnitt 5.1).
Die Behandlung mit Xarelto sollte so bald wie möglich nach der Stabilisierung des ACS-Ereignisses(einschließlich Revaskularisationsmaßnahmen) erfolgen, jedoch frühestens 24 Stunden nach
Einweisung in ein Krankenhaus und zu dem Zeitpunkt, an dem eine Therapie mit parenteralverabreichten Antikoagulanzien üblicherweise abgesetzt wird.
* KHK/pAVK
Patienten, die Xarelto 2,5 mg zweimal täglich einnehmen, sollten ebenfalls eine Tagesdosis von75 - 100 mg ASS einnehmen.
Bei Patienten nach erfolgreicher Revaskularisationsmaßnahme der unteren Extremitäten(chirurgisches oder endovaskuläres Verfahren einschließlich Hybrideingriffen) aufgrund einersymptomatischen pAVK darf die Behandlung erst nach Einsetzen der Hämostase aufgenommenwerden (siehe Abschnitt 5.1).
Die Behandlungsdauer sollte auf Basis regelmäßiger Untersuchungen für jeden Patienten individuellbestimmt werden. Dabei sollte das Risiko für thrombotische Ereignisse gegenüber dem Blutungsrisikoberücksichtigt werden.
* ACS, KHK/pAVK
Gleichzeitige Anwendung mit einer Thrombozytenaggregationshemmung
Bei Patienten mit einem akuten thrombotischen Ereignis oder einem vaskulären Eingriff und dem
Bedarf einer dualen Thrombozytenaggregationshemmung sollte die Fortsetzung der Behandlung mit
Xarelto 2,5 mg zweimal täglich in Abhängigkeit von der Art des Ereignisses oder der Prozedur unddem Behandlungsschema der Thrombozytenaggregationshemmung bewertet werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Xarelto 2,5 mg zweimal täglich in Kombination mit einer dualen
Thrombozytenaggregationshemmung wurden bei folgenden Patienten untersucht:
* Patienten mit kürzlich aufgetretenem ACS, in Kombination mit ASS plus
Clopidogrel/Ticlopidin (siehe Abschnitt 4.1) und
* Patienten nach einer kürzlich erfolgten Revaskularisationsmaßnahme der unteren Extremitätenaufgrund einer symptomatischen pAVK, in Kombination mit ASS und ggf. kurzzeitiger
Anwendung von Clopidogrel (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Versäumte DosisWenn eine Dosis vergessen wurde, sollte der Patient die übliche Dosis zum nächsten vorgesehenen
Zeitpunkt wie empfohlen einnehmen. Es sollte keine doppelte Dosis eingenommen werden, um einevergessene Einnahme nachzuholen.
Umstellung von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) auf Xarelto
Wenn Patienten von VKAs auf Xarelto umgestellt werden, könnten die International Normalised
Ratio (INR) -Werte nach der Einnahme von Xarelto fälschlicherweise erhöht sein. Die INR ist zur
Bestimmung der antikoagulatorischen Wirkung von Xarelto nicht aussagekräftig und sollte deshalbnicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).
Umstellung von Xarelto auf Vitamin-K-Antagonisten (VKA)
Es besteht die Möglichkeit einer nicht angemessenen Antikoagulation während der Umstellung von
Xarelto auf VKA. Eine kontinuierlich angemessene Antikoagulation muss während jeder Umstellungauf ein alternatives Antikoagulans sichergestellt sein. Es muss beachtet werden, dass Xarelto zu einererhöhten INR beitragen kann.
Bei Patienten, die von Xarelto auf VKA umgestellt werden, sollte der VKA gleichzeitig verabreichtwerden, bis die INR ≥ 2,0 ist. Während der ersten zwei Tage der Umstellungszeit sollte die übliche
Anfangsdosierung des VKA angewendet werden, gefolgt von einer VKA-Dosierung, die sich an den
INR-Werten orientiert. Bei Patienten, die gleichzeitig Xarelto und VKA einnehmen, sollte die INR-
Messung nicht früher als 24 Stunden nach der vorhergehenden Einnahme, aber vor der nächsten
Einnahme von Xarelto erfolgen. Sobald Xarelto abgesetzt ist, kann eine zuverlässige
INR-Bestimmung erfolgen, wenn die letzte Einnahme mindestens 24 Stunden zurückliegt (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.2).
Umstellung von parenteral verabreichten Antikoagulanzien auf Xarelto
Bei Patienten, die momentan ein parenterales Antikoagulans verabreicht bekommen, ist dasparenterale Antikoagulans abzusetzen. Mit Xarelto ist 0 bis 2 Stunden vor dem Zeitpunkt, zu dem dienächste geplante Verabreichung des parenteralen Arzneimittels (z.B. niedermolekulare Heparine)fällig wäre, oder zum Zeitpunkt des Absetzens eines kontinuierlich verabreichten parenteralen
Arzneimittels (z.B. intravenös verabreichtes unfraktioniertes Heparin) zu beginnen.
Umstellung von Xarelto auf parenteral verabreichte Antikoagulanzien
Die erste Dosis des parenteralen Antikoagulans sollte zu dem Zeitpunkt verabreicht werden, an demdie nächste Xarelto Dosis eingenommen werden sollte.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungenDie begrenzten klinischen Daten von Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung(Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min) weisen auf signifikant erhöhte Rivaroxaban
Plasmakonzentrationen hin. Deshalb ist Xarelto bei diesen Patienten mit Vorsicht anzuwenden. Die
Anwendung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 15 ml/min wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2).
Bei Patienten mit einer leichten Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50 - 80 ml/min) odermittelschweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml/min) ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungenXarelto ist kontraindiziert bei Patienten mit Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie undeinem klinisch relevanten Blutungsrisiko, einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh Bund C, verbunden sind (siehe Abschnitte 4.3 und 5.2).
Ältere PatientenKeine Dosisanpassung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2)
Mit zunehmendem Alter steigt das Blutungsrisiko (siehe Abschnitt 4.4).
KörpergewichtKeine Dosisanpassung (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2)
GeschlechtKeine Dosisanpassung (siehe Abschnitt 5.2)
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Xarelto 2,5 mg Tabletten bei Kindern im Alter von 0 bis18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Daher wird die Anwendung von Xarelto2,5 mg Tabletten bei Kindern unter 18 Jahren nicht empfohlen.
Art der AnwendungXarelto ist zum Einnehmen.
Die Tabletten können unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitte 4.5und 5.2).
Zerkleinern von Tabletten
Falls Patienten nicht in der Lage sind, die Tabletten als Ganzes zu schlucken, können Xarelto-
Tabletten unmittelbar vor der Anwendung auch zerstoßen und mit Wasser oder Apfelmus gemischtund dann eingenommen werden.
Zerstoßene Tabletten können auch über eine Magensonde verabreicht werden (siehe Abschnitte 5.2und 6.6).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Akute, klinisch relevante Blutungen.
Läsionen oder klinische Situationen, wenn diese als signifikantes Risiko für eine schwere Blutungangesehen werden. Dies können unter anderem akute oder kürzlich aufgetretene gastrointestinale
Ulzerationen, maligne Neoplasien mit hohem Blutungsrisiko, kürzlich aufgetretene Hirn- oder
Rückenmarksverletzungen, kürzlich erfolgte chirurgische Eingriffe an Gehirn, Rückenmark oder
Augen, kürzlich aufgetretene intrakranielle Blutungen, bekannte oder vermutete Ösophagusvarizen,arteriovenöse Fehlbildungen, vaskuläre Aneurysmen oder größere intraspinale oder intrazerebralevaskuläre Anomalien sein.
Die gleichzeitige Anwendung von anderen Antikoagulanzien, z.B. unfraktionierte Heparine (UFH),niedermolekulare Heparine (Enoxaparin, Dalteparin etc.), Heparinderivate (Fondaparinux etc.), orale
Antikoagulanzien (Warfarin, Dabigatranetexilat, Apixaban etc.), außer in der speziellen Situation der
Umstellung der Antikoagulationstherapie (siehe Abschnitt 4.2) oder wenn UFH in Dosen gegebenwird, die notwendig sind, um die Durchgängigkeit eines zentralvenösen oder arteriellen Katheters zuerhalten (siehe Abschnitt 4.5).
Gleichzeitige Behandlung nach ACS mit einer plättchenhemmenden Behandlung bei Patienten mitanamnestischen Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke (TIA) (siehe Abschnitt 4.4).
Gleichzeitige Behandlung von KHK/pAVK mit ASS bei Patienten mit früherem hämorrhagischenoder lakunären Schlaganfall oder einem Schlaganfall im vergangenen Monat (siehe Abschnitt 4.4).
Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie und einem klinisch relevanten Blutungsrisiko,einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und C, verbunden sind (siehe Abschnitt 5.2).
Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei ACS-Patienten wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Xarelto 2,5 mg zweimal täglich in
Kombination mit den Plättchenhemmern ASS allein oder ASS plus Clopidogrel/Ticlopidin untersucht.
Bei Patienten mit hohem Risiko für ischämische Ereignisse und mit KHK/pAVK wurden die
Wirksamkeit und Sicherheit von Xarelto 2,5 mg zweimal täglich in Kombination mit ASS untersucht.
Bei Patienten nach einer kürzlich erfolgten Revaskularisationsmaßnahme der unteren Extremitätenaufgrund einer symptomatischen pAVK wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Xarelto 2,5 mgzweimal täglich in Kombination mit dem Plättchenhemmer ASS allein oder mit ASS plus kurzzeitiger
Anwendung von Clopidogrel untersucht. Bei Bedarf sollte die duale
Thrombozytenaggregationshemmung mit Clopidogrel von kurzer Dauer sein; eine langfristige duale
Thrombozytenaggregationshemmung sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 5.1).
Die Behandlung in Kombination mit anderen Plättchenhenmmern, wie z.B. Prasugrel oder Ticagrelor,wurde nicht untersucht und wird daher nicht empfohlen.
Eine klinische Überwachung in Übereinstimmung mit der antikoagulatorischen Praxis wird währendder gesamten Behandlungsdauer empfohlen.
Blutungsrisiko
Wie bei anderen Antikoagulanzien sollten Patienten, die Xarelto einnehmen, sorgfältig auf
Blutungsanzeichen beobachtet werden. Bei Fällen mit einem erhöhten Blutungsrisiko wird empfohlen,es mit Vorsicht einzusetzen. Die Gabe von Xarelto sollte bei Auftreten einer schweren Blutungunterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.9).
In den klinischen Studien wurden Schleimhautblutungen (z.B. Nasenbluten, gingivale,gastrointestinale, urogenitale einschließlich ungewöhnlicher vaginaler oder verstärkter
Menstruationsblutungen) und Anämie während der Langzeitbehandlung unter Rivaroxaban häufigerbeobachtet, wenn diese zusätzlich zur einfachen oder dualen plättchenhemmenden Therapie erfolgte.
Deshalb könnte zusätzlich zur angemessenen klinischen Überwachung eine Laboruntersuchung des
Hämoglobins/Hämatokrits zur Erkennung okkulter Blutungen und zur Bestimmung der klinischen
Bedeutung offenkundiger Blutungen von Nutzen sein, wenn dieses für angemessen gehalten wird.
Verschiedene Untergruppen von Patienten, die unten näher beschrieben werden, haben ein erhöhtes
Blutungsrisiko. Daher sollte die Anwendung von Xarelto zusammen mit einer dualenplättchenhemmenden Therapie bei Patienten mit bekanntem Blutungsrisiko gegen den Nutzenhinsichtlich der Prophylaxe von atherothrombotischen Ereignissen abgewogen werden. Zusätzlichmüssen diese Patienten nach Behandlungsbeginn sorgfältig auf Anzeichen und Symptome für
Blutungskomplikationen und Anämien überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
Bei jedem ungeklärten Hämoglobin- oder Blutdruckabfall sollte nach einer Blutungsquelle gesuchtwerden.
Obwohl die Anwendung von Rivaroxaban keine Routineüberwachung der Exposition erfordert,können die mit einem kalibrierten, quantitativen Anti-Faktor Xa-Test bestimmten Rivaroxaban-
Spiegel dann in Ausnahmesituationen hilfreich sein, wenn die Kenntnis der Rivaroxaban-Expositionhelfen kann, klinische Entscheidungen zu treffen, z.B. bei Überdosierung und Notfalloperationen(siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
NierenfunktionsstörungenBei Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) kann der
Rivaroxaban Plasmaspiegel signifikant erhöht sein (im Mittel 1,6-fach), was zu einem erhöhten
Blutungsrisiko führen kann. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 15 - 29 ml/min ist
Xarelto mit Vorsicht anzuwenden. Die Anwendung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance< 15 ml/min wird nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Bei Patienten mit einer mittelschweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml/min),die gleichzeitig andere Arzneimittel erhalten, die zu erhöhten Rivaroxaban Plasmaspiegeln führen, ist
Xarelto mit Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 4.5).
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnBei Patienten, die gleichzeitig eine systemische Behandlung mit Azol-Antimykotika (wie
Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol und Posaconazol) oder HIV-Proteaseinhibitoren (z.B.
Ritonavir) erhalten, wird die Anwendung von Xarelto nicht empfohlen. Diese Wirkstoffe sind starke
Inhibitoren sowohl von CYP3A4 als auch von P-gp und können daher die Plasmakonzentration von
Rivaroxaban in einem klinisch relevanten Ausmaß erhöhen (im Mittel 2,6-fach), was zu einemerhöhten Blutungsrisiko führen kann (siehe Abschnitt 4.5).
Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig mit auf die Gerinnung wirkenden Arzneimittelnwie nicht-steroidalen Antirheumatika (NSARs), Acetylsalicylsäure (ASS) und
Thrombozytenaggregationshemmern oder selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI,selective serotonin reuptake inhibitors) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern(SNRI, serotonin norepinephrine reuptake inhibitors) behandelt werden. Bei Patienten mit dem Risikoeiner ulzerativen gastrointestinalen Erkrankung kann eine angemessene prophylaktische Behandlungin Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).
Patienten, die mit Xarelto und Plättchenhemmern behandelt werden, sollten nur dann gleichzeitig mit
NSARs behandelt werden, wenn der Nutzen das Blutungsrisiko überwiegt.
Weitere Risikofaktoren für Blutungen
Wie andere Antithrombotika, wird auch Rivaroxaban nicht bei Patienten empfohlen, die ein erhöhtes
Blutungsrisiko aufweisen, wie z.B. bei:
* angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen
* nicht eingestellter schwerer arterieller Hypertonie
* anderen Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts ohne aktive Ulzeration, die möglicherweise zu
Blutungskomplikationen führen können (z.B. entzündliche Darmerkrankung, Ösophagitis,
Gastritis und gastro-ösophageale Refluxkrankheit)
* vaskulärer Retinopathie
* Bronchiektasien oder pulmonaler Blutung in der Anamnese
Es sollte mit Vorsicht bei ACS- und KHK/pAVK-Patienten angewendet werden, die:
* ≥ 75 Jahre sind, wenn sie zusätzlich mit ASS allein oder mit ASS plus Clopidogrel oder
Ticlopidin behandelt werden. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Behandlung sollte regelmäßigindividuell beurteilt werden.
* ein niedrigeres Körpergewicht (< 60 kg) aufweisen, wenn sie zusätzlich mit ASS allein oder mit
ASS plus Clopidogrel oder Ticlopidin behandelt werden.
* KHK-Patienten mit schwerer symptomatischer Herzinsuffizienz. Studiendaten deuten daraufhin, dass diese Patienten nur geringfügig von einer Behandlung mit Rivaroxaban profitieren(siehe Abschnitt 5.1).
Patienten mit Krebs
Bei Patienten mit maligner Erkrankung kann gleichzeitig ein erhöhtes Blutungs- und Thromboserisikobestehen. Der individuelle Nutzen einer antithrombotischen Behandlung sollte bei Patienten mitaktiver Krebserkrankung in Abhängigkeit von Tumorlokalisation, antineoplastischer Therapie und
Stadium der Erkrankung gegen das Blutungsrisiko abgewogen werden. Tumore im Gastrointestinal-oder Urogenitaltrakt wurden mit einem erhöhten Blutungsrisiko während einer Rivaroxaban-Therapiein Verbindung gebracht.
Bei Patienten mit malignen Neoplasien mit hohem Blutungsrisiko ist die Anwendung von
Rivaroxaban kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Patienten mit künstlichen Herzklappen
Rivaroxaban sollte nicht zur Thromboprophylaxe bei Patienten angewendet werden, bei denenkürzlich eine Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) durchgeführt wurde. Die Sicherheitund Wirksamkeit von Xarelto wurden bei Patienten mit künstlichen Herzklappen nicht untersucht;daher liegen keine Daten vor, die eine angemessene antikoagulatorische Wirkung von Xarelto indieser Patientengruppe belegen. Die Behandlung mit Xarelto wird bei diesen Patienten nichtempfohlen.
Patienten mit einem Antiphospholipid-Syndrom
Direkt wirkende orale Antikoagulanzien, einschließlich Rivaroxaban werden nicht für Patienten miteiner Thrombose in der Krankheitsgeschichte, bei denen ein Antiphospholipid-Syndrom diagnostiziertwurde, empfohlen. Insbesondere bei dreifach positiven Patienten (für Lupus-Antikoagulans,
Anticardiolipin-Antikörper und Anti-Beta-2-Glykoprotein I-Antikörper) könnte eine Behandlung mitdirekt wirkenden oralen Antikoagulanzien im Vergleich mit einer Vitamin-K-Antagonisten-Therapiemit einer erhöhten Rate rezidivierender thrombotischer Ereignisse verbunden sein.
Patienten mit anamnestischem Schlaganfall und/oder TIA
Patienten mit ACS
Xarelto 2,5 mg ist kontraindiziert zur Behandlung nach einem ACS bei Patienten mit Schlaganfalloder TIA in der Anamnese (siehe Abschnitt 4.3). Es wurden einige ACS-Patienten mit anamnestischen
Schlaganfall oder TIA untersucht, die wenigen verfügbaren Daten zur Wirksamkeit weisen aber daraufhin, dass diese Patienten nicht von der Behandlung profitieren.
Patienten mit KHK/pAVK
KHK/pAVK-Patienten mit früherem hämorrhagischen oder lakunären Schlaganfall oder einemischämischen, nicht lakunären Schlaganfall im vergangenen Monat wurden nicht untersucht (siehe
Abschnitt 4.3).
Patienten nach einer kürzlich erfolgten Revaskularisationsmaßnahme der unteren Extremitätenaufgrund einer symptomatischen pAVK mit Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte wurden nichtuntersucht. Die Behandlung mit Xarelto 2,5 mg sollte bei diesen Patienten unter dualer
Thrombozytenaggregationshemmung vermieden werden.
Spinal-/Epiduralanästhesie oder -punktion
Bei der Anwendung von neuroaxialer Anästhesie (Spinal/Epiduralanästhesie) oder
Spinal/Epiduralpunktion können bei Patienten, die mit Antikoagulanzien zur Präventionthromboembolischer Komplikationen behandelt werden, epidurale oder spinale Hämatome, die zulangfristiger oder dauerhafter Lähmung führen, auftreten. Dieses Risiko kann durch die postoperative
Verwendung eines epiduralen Verweilkatheters oder der gleichzeitigen Anwendung von anderen, aufdie Gerinnung wirkenden Arzneimitteln erhöht sein. Das Risiko kann auch bei traumatischer oderwiederholter Spinal/Epiduralpunktion erhöht sein. Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen und
Symptome von neurologischen Störungen zu kontrollieren (z.B. Taubheits- oder Schwächegefühl inden Beinen, Störungen der Darm- oder Blasenfunktion). Wenn eine neurologische Beeinträchtigungfestgestellt wird, ist eine Diagnosestellung und Behandlung dringend erforderlich. Vor einemneuroaxialen Eingriff sollte der Arzt bei Patienten, die mit Antikoagulanzien behandelt werden sollenoder Patienten, die zur Vermeidung einer Thrombose Antikoagulanzien erhalten, den potentiellen
Nutzen gegen das Risiko abwägen. Es gibt keine klinischen Erfahrungen zur Anwendung von Xarelto2,5 mg und Plättchenhemmern in diesen Situationen. Die Thrombozytenaggregationshemmer solltenentsprechend den Angaben in der jeweiligen Fachinformation abgesetzt werden.
Um das potenzielle Blutungsrisiko, das mit der gleichzeitigen Anwendung von Rivaroxaban undneuronaler (epidural/spinal) Anästhesie oder Spinalpunktion verbunden ist, zu reduzieren, sollte daspharmakokinetische Profil von Rivaroxaban berücksichtigt werden. Die Anlage oder Entfernung eines
Epiduralkatheters oder eine Lumbalpunktion sind am besten durchzuführen, wenn dieantikoagulatorische Wirkung von Rivaroxaban als gering eingeschätzt wird (siehe Abschnitt 5.2). Derexakte Zeitpunkt, wann bei jedem Patienten eine möglichst geringe antikoagulatorische Wirkungerreicht wird, ist jedoch nicht bekannt.
Dosierungsempfehlungen vor und nach invasiven Verfahren und chirurgischen Eingriffen
Falls ein invasives Verfahren oder ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, sollte Xarelto 2,5 mgmindestens 12 Stunden vor dem Eingriff abgesetzt werden, falls dies möglich ist und der Arzt es ausklinischer Sicht vertreten kann. Wenn der Patient sich einer geplanten Operation unterziehen muss undeine plättchenhemmende Wirkung unerwünscht ist, sollten Thrombozytenaggregationshemmerentsprechend der Verschreibungsinformation des Herstellers abgesetzt werden.
Falls der Eingriff nicht aufgeschoben werden kann, sollte das erhöhte Blutungsrisiko gegenüber der
Notwendigkeit des Eingriffs abgewogen werden.
Xarelto sollte nach dem invasiven Verfahren oder der chirurgischen Intervention sobald wie möglichwieder eingenommen werden, falls die klinische Situation dies erlaubt und eine nach Beurteilung desbehandelnden Arztes angemessene Hämostase eingesetzt hat (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere PatientenMit zunehmendem Alter kann sich das Blutungsrisiko erhöhen (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
Dermatologische ReaktionenSchwere Hautreaktionen, einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom/toxisch epidermaler Nekrolyse und
DRESS-Syndrom, wurden während der Beobachtung nach der Marktzulassung in Verbindung mit der
Anwendung von Rivaroxaban berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Zu Beginn der Therapie scheinen die
Patienten das höchste Risiko für diese Reaktionen zu haben: Das Auftreten der Reaktion erfolgte inder Mehrzahl der Fälle innerhalb der ersten Behandlungswochen. Rivaroxaban muss beim ersten
Auftreten von schwerem Hautausschlag (insbesondere sich ausbreitend, stark und/oder blasenbildend),oder jedem anderen Anzeichen von Überempfindlichkeit in Verbindung mit Schleimhautläsionenabgesetzt werden.
Informationen über sonstige Bestandteile
Xarelto enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem
Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosiereinheit, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
CYP3A4- und P-gp-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Rivaroxaban und Ketoconazol (400 mg einmal täglich) oder
Ritonavir (600 mg zweimal täglich) führte zu einem 2,6-fachen bzw. 2,5-fachen Anstieg der mittleren
AUC sowie zu einem 1,7-fachen bzw. 1,6-fachen Anstieg der mittleren Cmax von Rivaroxaban. Der
Anstieg ging mit einer signifikanten Zunahme der pharmakodynamischen Wirkung einher, was zueinem erhöhten Blutungsrisiko führen kann. Deshalb wird die Anwendung von Xarelto bei Patienten,die gleichzeitig eine systemische Behandlung mit Azol-Antimykotika wie Ketoconazol, Itraconazol,
Voriconazol und Posaconazol oder mit HIV-Proteaseinhibitoren erhalten, nicht empfohlen. Diese
Wirkstoffe sind starke Inhibitoren sowohl von CYP3A4 als auch von P-gp (siehe Abschnitt 4.4).
Von Wirkstoffen, die nur einen der Eliminationswege von Rivaroxaban, entweder CYP3A4 oder P-gp,stark inhibieren, wird erwartet, dass sie die Plasmakonzentration von Rivaroxaban in einem geringeren
Ausmaß erhöhen. Clarithromycin (500 mg zweimal täglich) beispielsweise, ein starker Inhibitor von
CYP3A4 und moderater Inhibitor von P-gp, führte zu einem 1,5-fachen Anstieg der mittleren AUCund einem 1,4-fachen Anstieg der Cmax von Rivaroxaban. Die Wechselwirkung mit Clarithromycin istbei den meisten Patienten wahrscheinlich klinisch nicht relevant, kann aber bei Hochrisikopatientenmöglicherweise von Bedeutung sein. (Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung: siehe Abschnitt 4.4).
Erythromycin (500 mg dreimal täglich), ein moderater Inhibitor von CYP3A4 und P-gp, führte zueinem 1,3-fachen Anstieg der mittleren AUC und Cmax von Rivaroxaban. Die Wechselwirkung mit
Erythromycin ist bei den meisten Patienten wahrscheinlich klinisch nicht relevant, kann aber bei
Hochrisikopatienten möglicherweise von Bedeutung sein.
Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung führte Erythromycin (500 mg dreimal täglich) im
Vergleich zu Personen mit normaler Nierenfunktion zu einem 1,8-fachen Anstieg der mittleren AUCund einem 1,6-fachen Anstieg der Cmax von Rivaroxaban. Bei Patienten mit mittelgradiger
Nierenfunktionsstörung induzierte Erythromycin gegenüber Personen mit normaler Nierenfunktioneinen 2,0-fachen Anstieg der mittleren AUC und einen 1,6-fachen Anstieg der Cmax von Rivaroxaban.
Der Effekt von Erythromycin ist additiv zu dem der Nierenfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.4).
Fluconazol (400 mg einmal täglich), welches als ein moderater CYP3A4-Inhibitor betrachtet wird,führte zu einem 1,4-fachen Anstieg der mittleren Rivaroxaban AUC und einem 1,3-fachen Anstieg dermittleren Cmax. Die Wechselwirkung mit Fluconazol ist bei den meisten Patienten wahrscheinlichklinisch nicht relevant, kann aber bei Hochrisikopatienten möglicherweise von Bedeutung sein. (Bei
Patienten mit Nierenfunktionsstörung: siehe Abschnitt 4.4).
Betrachtet man die begrenzt vorliegenden klinischen Daten zu Dronedaron, sollte eine gleichzeitige
Gabe mit Rivaroxaban vermieden werden.
Antikoagulanzien
Bei kombinierter Gabe von Enoxaparin (40 mg Einmalgabe) mit Rivaroxaban (10 mg Einmalgabe)wurde ein additiver Effekt auf die Anti-Faktor Xa-Aktivität ohne weitere Auswirkungen auf die
Gerinnungstests (PT, aPTT) beobachtet. Enoxaparin hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetikvon Rivaroxaban.
Wegen des erhöhten Blutungsrisikos ist bei Patienten, die gleichzeitig andere Antikoagulanzienerhalten, Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
NSARs/Thrombozytenaggregationshemmer
Bei gleichzeitiger Gabe von Rivaroxaban (15 mg) und 500 mg Naproxen wurde keine klinischrelevante Verlängerung der Blutungszeit beobachtet. Einzelne Patienten können jedoch eine verstärktepharmakodynamische Wirkung zeigen.
Bei gleichzeitiger Gabe von Rivaroxaban und 500 mg Acetylsalicylsäure wurden keine klinischsignifikanten pharmakokinetischen oder pharmakodynamischen Wechselwirkungen beobachtet.
Clopidogrel (300 mg Anfangsdosis gefolgt von 75 mg Erhaltungsdosis) zeigte keinepharmakokinetische Wechselwirkung mit Rivaroxaban (15 mg). Jedoch wurde bei einer Subgruppevon Patienten eine relevante Zunahme der Blutungszeit festgestellt, die nicht mit der
Thrombozytenaggregation, dem P-Selektin- oder dem GPIIb/IIIa-Rezeptor-Level korrelierte.
Vorsicht ist geboten, wenn Patienten gleichzeitig mit NSARs (einschließlich Acetylsalicylsäure) plus
Thrombozytenaggregationshemmern behandelt werden, da für diese Arzneimittel ein erhöhtes
Blutungsrisiko bekannt ist (siehe Abschnitt 4.4).
SSRI/SNRI
Wie bei anderen Antikoagulanzien kann bei gleichzeitiger Anwendung mit SSRI oder SNRI einerhöhtes Blutungsrisiko bestehen, da für SSRI und SNRI eine Wirkung auf Thrombozyten beschriebenwurde. Bei gleichzeitiger Anwendung im klinischen Entwicklungsprogramm für Rivaroxaban wurdenin allen Behandlungsgruppen numerisch höhere Raten schwerer oder nicht schwerer klinischrelevanter Blutungen beobachtet.
WarfarinEine Umstellung von Patienten vom Vitamin-K-Antagonisten Warfarin (INR 2,0 bis 3,0) auf
Rivaroxaban (20 mg) oder von Rivaroxaban (20 mg) auf Warfarin (INR 2,0 bis 3,0) erhöhte die
Prothrombin-Zeit/INR (Neoplastin) supraadditiv (individuelle INR-Werte von bis zu 12 wurdenbeobachtet), während die Wirkungen auf aPTT, die Hemmung der Faktor Xa-Aktivität und dasendogene Thrombinpotential additiv waren.
Falls ein Test der pharmakodynamischen Wirkungen von Rivaroxaban während der Umstellungszeiterwünscht ist, können die Anti-Faktor Xa-Aktivität, PiCT und Heptest verwendet werden, da diese
Tests durch Warfarin nicht beeinträchtigt werden. Am vierten Tag nach der letzten Warfarindosiswiesen alle Tests (einschließlich PT, aPTT, Hemmung der Faktor Xa-Aktivität und ETP) nur die
Wirkung von Rivaroxaban nach.
Falls ein Test der pharmakodynamischen Wirkungen von Warfarin während der Umstellungszeiterwünscht ist, kann die INR-Messung zum Zeitpunkt Ctrough von Rivaroxaban verwendet werden(24 Stunden nach vorheriger Einnahme von Rivaroxaban), da dieser Test zu diesem Zeitpunkt nurgeringfügig durch Rivaroxaban beeinträchtigt wird.
Es wurde keine pharmakokinetische Wechselwirkung zwischen Warfarin und Rivaroxabanbeobachtet.
CYP3A4-InduktorenDie gleichzeitige Gabe von Rivaroxaban mit dem starken CYP3A4-Induktor Rifampicin führte zueiner Abnahme der mittleren AUC von Rivaroxaban um ca. 50 % und damit zu einer vermindertenpharmakodynamischen Wirkung. Die gleichzeitige Gabe von Rivaroxaban und anderen starken
CYP3A4-Induktoren (z.B. Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital oder Johanniskraut (Hypericumperforatum)) kann ebenfalls die Plasmakonzentration von Rivaroxaban senken. Deshalb sollte diegleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Induktoren vermieden werden, es sei denn, der Patientwird engmaschig auf Zeichen und Symptome einer Thrombose überwacht.
Andere Begleittherapien
Bei gleichzeitiger Gabe von Rivaroxaban und Midazolam (Substrat von CYP3A4), Digoxin (Substratvon P-gp), Atorvastatin (Substrat von CYP3A4 und P-gp) oder Omeprazol (Protonenpumpenhemmer)wurden keine klinisch signifikanten pharmakokinetischen oder pharmakodynamischen
Wechselwirkungen beobachtet. Rivaroxaban hat weder eine inhibierende noch induzierende Wirkungauf relevante CYP-Isoenzyme, wie z.B. CYP3A4.
Es wurde keine klinisch relevante Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln beobachtet (siehe
Abschnitt 4.2).
Laborparameter
Die Gerinnungsparameter (z.B. PT, aPTT, HepTest) werden erwartungsgemäß durch die
Wirkungsweise von Rivaroxaban beeinflusst (siehe Abschnitt 5.1).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftSicherheit und Wirksamkeit von Xarelto bei schwangeren Frauen sind nicht erwiesen.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Aufgrundder möglichen Reproduktionstoxizität, des intrinsischen Blutungsrisikos und der nachgewiesenen
Plazentagängigkeit von Rivaroxaban ist Xarelto während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Frauen im gebärfähigen Alter sollten vermeiden, während der Behandlung mit Rivaroxabanschwanger zu werden.
StillzeitSicherheit und Wirksamkeit von Xarelto bei stillenden Frauen sind nicht erwiesen. Tierexperimentelle
Daten weisen darauf hin, dass Rivaroxaban in die Muttermilch übergeht. Daher ist Xarelto währendder Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Es muss eine Entscheidung darüber getroffenwerden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll/die
Behandlung zu unterbrechen ist.
FertilitätEs liegen keine speziellen Studien mit Rivaroxaban zur Untersuchung der Auswirkungen auf die
Fertilität am Menschen vor. Eine Studie zur Fertilität männlicher und weiblicher Ratten zeigte keine
Auswirkungen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenXarelto hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Nebenwirkungen wie Synkope (gelegentlich auftretend) und Schwindel (häufigauftretend) wurden berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten, bei denen diese Nebenwirkungenauftreten, sollten keine Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Sicherheit von Rivaroxaban wurde in dreizehn pivotalen Phase-III-Studien untersucht (siehe
Tabelle 1).
Insgesamt wurden 69.608 erwachsene Patienten in neunzehn Phase-III-Studien und 488 pädiatrische
Patienten in zwei Phase-II-Studien und zwei Phase-III-Studien mit Rivaroxaban behandelt.
Tabelle 1: Anzahl der untersuchten Patienten, Tagesgesamtdosis und maximale
Behandlungsdauer in Phase-III-Studien mit Erwachsenen und pädiatrischen Patienten
Indikation Anzahl Tagesgesamtdosis Maximale
Patienten* Behandlungs-dauer
Prophylaxe venöser Thromboembolien 6.097 10 mg 39 Tage(VTE) bei erwachsenen Patienten, die sicheiner elektiven Hüft- oder
Kniegelenkersatzoperation unterzogenhaben
Prophylaxe von VTE bei Patienten mit 3.997 10 mg 39 Tageeiner akuten internistischen Erkrankung
Behandlung tiefer Venenthrombose (TVT), 6.790 Tag 1 - 21: 30 mg 21 Monate
Lungenembolie (LE) sowie Prophylaxe von Ab Tag 22: 20 mgderen Rezidiven Nach mindestens6 Monaten: 10 mgoder 20 mg
Behandlung von VTE sowie Prophylaxe 329 Körpergewichtsabhän 12 Monatevon deren Rezidiven bei Reifgeborenen und gige Dosis für eine
Kindern unter 18 Jahren nach Einleitung ähnliche Expositioneiner Standardantikoagulation wie bei Erwachsenen,die 20 mg
Rivaroxaban einmaltäglich zur
Behandlung von TVTerhalten
Prophylaxe von Schlaganfällen und 7.750 20 mg 41 Monatesystemischen Embolien bei Patienten mitnicht valvulärem Vorhofflimmern
Prophylaxe atherothrombotischer 10.225 5 mg bzw. 10 mg 31 Monate
Ereignisse bei Patienten nach einem ACS zusätzlich zuentweder ASS alleinoder ASS plus
Clopidogrel oder
Ticlopidin
Prophylaxe atherothrombotischer 18.244 5 mg zusätzlich zu 47 Monate
Ereignisse bei Patienten mit KHK/pAVK ASS oder 10 mgallein3.256** 5 mg zusätzlich zu 42 Monate
ASS
* Patienten, die mit mindestens einer Dosis Rivaroxaban behandelt wurden
** Aus der VOYAGER PAD-Studie
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei Patienten unter Rivaroxaban waren Blutungen(Tabelle 2) (siehe auch Abschnitt 4.4 und 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ unten). Beiden Blutungen, die am häufigsten gemeldet wurden, handelte es sich um Epistaxis (4,5 %) und
Blutungen im Gastrointestinaltrakt (3,8 %).
Tabelle 2: Ereignisraten für Blutungen* und Anämie bei Patienten, die in den abgeschlossenen
Phase-III-Studien mit Erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Rivaroxaban behandeltwurden
Indikation Blutung jeglicher Art Anämie
Prophylaxe von VTE bei erwachsenen 6,8 % der Patienten 5,9 % der Patienten
Patienten, die sich einer elektiven
Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationunterzogen haben
Prophylaxe von VTE bei Patienten mit 12,6 % der Patienten 2,1 % der Patienteneiner akuten internistischen Erkrankung
Behandlung von TVT, LE sowie 23 % der Patienten 1,6 % der Patienten
Prophylaxe von deren Rezidiven
Behandlung von VTE sowie Prophylaxe 39,5 % der Patienten 4,6 % der Patientenvon deren Rezidiven bei Reifgeborenenund Kindern unter 18 Jahren nach
Einleitung einer
Standardantikoagulation
Prophylaxe von Schlaganfällen und 28 pro 2,5 prosystemischen Embolien bei Patienten 100 Patientenjahre 100 Patientenjahremit nicht valvulärem Vorhofflimmern
Prophylaxe atherothrombotischer 22 pro 1,4 pro
Ereignisse bei Patienten nach einem 100 Patientenjahre 100 Patientenjahre
ACS
Prophylaxe atherothrombotischer 6,7 pro 0,15 pro
Ereignisse bei Patienten mit 100 Patientenjahre 100 Patientenjahre**
KHK/pAVK 8,38 pro 0,74 pro100 Patientenjahre # 100 Patientenjahre*** #
* Bei allen Rivaroxaban-Studien wurden sämtliche Blutungsereignisse gesammelt,berichtet und adjudiziert.
** In der COMPASS-Studie wurde eine geringe Anämie-Inzidenz beobachtet, da einselektiver Ansatz zur Erfassung unerwünschter Ereignisse angewandt wurde.
*** Es wurde ein selektiver Ansatz zur Erfassung unerwünschter Ereignisse angewandt.
# Aus der VOYAGER PAD-Studie
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Häufigkeiten der von erwachsenen und pädiatrischen Patienten berichteten Nebenwirkungen mit
Xarelto sind in Tabelle 3 nach Systemorganklassen (gemäß MedDRA) und nach Häufigkeitzusammengefasst.
Die Häufigkeiten werden wie folgt eingeteilt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Tabelle 3: Alle Nebenwirkungen, die bei erwachsenen Patienten in den Phase-III-Studien oderbei Anwendung nach der Markteinführung* sowie bei pädiatrischen Patienten inzwei Phase-II-Studien und zwei Phase-III-Studien berichtet wurden
Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsAnämie (einschl. Thrombozytoseentsprechender (einschl. erhöhter
Laborparameter) Thrombozytenzahl)A, Thrombozytopenie
Erkrankungen des ImmunsystemsAllergische Anaphylaktische
Reaktion, Reaktionenallergische einschließlich
Dermatitis, anaphylaktischer
Angioödem und Schockallergisches Ödem
Erkrankungen des NervensystemsSchwindel, Zerebrale und
Kopfschmerzen intrakranielle
Blutungen, Synkope
AugenerkrankungenAugeneinblutungen(einschl. Bindehaut-einblutung)
HerzerkrankungenTachykardieGefäßerkrankungenHypotonie,
Hämatome
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsEpistaxis, Eosinophile
Hämoptyse Pneumonie
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsZahnfleischbluten, Trockener Mundgastrointestinale
Blutung (einschl.
Rektalblutung),gastrointestinale undabdominale
Schmerzen,
Dyspepsie, Übelkeit,
VerstopfungA,
Durchfall,
ErbrechenA
Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt
Leber- und GallenerkrankungenTransaminasen- Leberfunktionsstöru Gelbsucht,anstieg ng, Anstieg von Anstieg von
Bilirubin, Anstieg konjugiertemvon alkalischer Bilirubin (mit
Phosphatase im oder ohne
BlutA, Anstieg der gleichzeitigem
GGTA ALT Anstieg),
Cholestase,
Hepatitis(einschließlichhepatozelluläre
Schädigung)
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesPruritus (einschl. Urtikaria Stevens-Johnson-gelegentlicher Fälle Syndrom/ toxischvon generalisiertem epidermale
Pruritus), Nekrolyse,
Hautrötung, DRESS-Syndrom
Ekchymose, kutaneund subkutane
BlutungSkelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenSchmerzen in den Hämarthros Blutung in Kompartment-
ExtremitätenA einen Muskel syndrom als
Folge von
BlutungenErkrankungen der Nieren und HarnwegeBlutung im Nierenversagen/
Urogenitaltrakt akutes(einschl. Hämaturie Nierenversagenund MenorrhagieB), als Folge einer
Einschränkung der Hypoperfusion,
Nierenfunktion ausgelöst durch(einschl. eine Blutung,
Kreatinin-Anstieg Antikoagulan-im Blut, zien-assoziierte
Harnstoff-Anstieg Nephropathieim Blut)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortFieberA, periphere Sich unwohl fühlen Lokale ÖdemeA
Ödeme, verminderte (inkl.
Leistungsfähigkeit Unpässlichkeit)(einschl. Müdigkeit,
Asthenie)
Untersuchungen
Anstieg von LDHA,
Anstieg von
LipaseA, Anstiegvon AmylaseA
Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten Nicht bekannt
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Blutung nach einem Vaskuläres
Eingriff (einschl. Pseudoaneuryspostoperativer maC
Anämie und
Wundblutung),
Bluterguss,
WundsekretionA
A: Beobachtet bei der Prophylaxe von VTE bei erwachsenen Patienten, die sich einer elektiven
Hüft- oder Kniegelenkersatzoperation unterzogen haben
B: Bei der Behandlung der TVT, LE sowie Prophylaxe von deren Rezidiven sehr häufig bei Frauen< 55 Jahre beobachtet
C: Gelegentlich beobachtet bei der Prophylaxe atherothrombotischer Ereignisse bei Patienten nacheinem ACS (nach perkutaner Koronarintervention)
* In ausgewählten Phase-III-Studien wurde ein vorab festgelegter selektiver Ansatz zur Erfassungunerwünschter Ereignisse angewandt. Nach Analyse dieser Studien wurden keine Zunahme der
Inzidenz von Nebenwirkungen und keine neue Nebenwirkung festgestellt.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAufgrund seiner pharmakologischen Wirkungsweise kann die Anwendung von Xarelto mit einemerhöhten Risiko okkulter oder sichtbarer Blutungen aus jedem Gewebe oder Organ verbunden sein,die zu einer posthämorrhagischen Anämie führen können. Anzeichen, Symptome und Schwere(einschließlich eines tödlichen Ausgangs) variieren je nach Lokalisation und Grad oder Ausmaß der
Blutung und/oder Anämie (siehe Abschnitt 4.9 'Maßnahmen bei Blutungen“).
In den klinischen Studien wurden Schleimhautblutungen (z.B. Nasenbluten, gingivale,gastrointestinale, urogenitale einschließlich ungewöhnlicher vaginaler oder verstärkter
Menstruationsblutungen) und Anämie während der Langzeitbehandlung unter Rivaroxaban häufigerbeobachtet als unter VKA Behandlung. Deshalb könnte zusätzlich zur angemessenen klinischen
Überwachung eine Laboruntersuchung des Hämoglobins/Hämatokrits zur Erkennung okkulter
Blutungen und zur Bestimmung der klinischen Bedeutung offenkundiger Blutungen von Nutzen sein,wenn dieses für angemessen gehalten wird.
Das Blutungsrisiko kann bei bestimmten Patientengruppen erhöht sein, wie z.B. bei Patienten mitnicht eingestellter, schwerer arterieller Hypertonie und/oder bei Patienten, mit gleichzeitiger die
Hämostase beeinflussender Behandlung (siehe Abschnitt 4.4 'Blutungsrisiko“). Die
Menstruationsblutung kann an Intensität und/oder Dauer zunehmen. Blutungskomplikationen könnensich als Schwächegefühl, Blässe, Schwindel, Kopfschmerzen oder unerklärliche Schwellung sowie
Dyspnoe und unerklärlicher Schock zeigen. Als Folgen einer Anämie wurden in einigen Fällen
Symptome einer kardialen Ischämie wie Brustschmerz oder Angina pectoris beobachtet.
Bekannte Komplikationen infolge schwerer Blutungen, wie ein Kompartmentsyndrom und
Nierenversagen aufgrund einer Hypoperfusion sowie eine Antikoagulanzien-assoziierte Nephropathie,wurden unter Xarelto berichtet. Deshalb muss bei der Beurteilung eines jeden Patienten unter
Behandlung mit Antikoagulanzien die Möglichkeit einer Blutung in Betracht gezogen werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In seltenen Fällen wurde über Überdosierungen von bis zu 1.960 mg berichtet. Im Falle einer
Überdosierung sollte der Patient sorgfältig auf Blutungskomplikationen oder andere Nebenwirkungenüberwacht werden (siehe Abschnitt 'Maßnahmen bei Blutungen“). Wegen der eingeschränkten
Resorption wird bei supratherapeutischen Dosen von 50 mg Rivaroxaban oder mehr ein
Wirkungsmaximum ohne einen weiteren Anstieg der mittleren Plasmaexposition erwartet.
Ein spezifisches, neutralisierendes Arzneimittel (Andexanet alfa) zur Antagonisierung derpharmakodynamischen Wirkung von Rivaroxaban ist verfügbar (siehe Fachinformation von
Andexanet alfa).
Um die Resorption von Rivaroxaban bei Überdosierung zu vermindern, kann der Einsatz von
Aktivkohle in Betracht gezogen werden.
Maßnahmen bei Blutungen
Beim Auftreten einer Blutungskomplikation bei mit Rivaroxaban behandelten Patienten sollte dienächste Einnahme von Rivaroxaban verschoben oder die Therapie, soweit erforderlich, abgebrochenwerden. Rivaroxaban hat eine Halbwertszeit von etwa 5 bis 13 Stunden (siehe Abschnitt 5.2). Die
Maßnahmen sollten individuell an den Schweregrad und den Blutungsort angepasst werden. Eineangemessene symptomatische Behandlung wie etwa eine mechanische Kompression (z.B. beischwerer Epistaxis), chirurgische Hämostase mit Verfahren zur Blutungskontrolle, Flüssigkeitsersatzund Kreislaufunterstützung, Blutprodukte (Erythrozytenkonzentrat oder gefrorenes Frischplasma,abhängig von einhergehender Anämie oder Koagulopathie) oder Thrombozytenkonzentrat könnte bei
Bedarf angewendet werden.
Wenn eine Blutung durch die o.g. Maßnahmen nicht beherrscht werden kann, sollte eines derfolgenden Prozedere erwogen werden: entweder die Gabe eines spezifischen, die Wirkung von Faktor-
Xa-Inhibitoren neutralisierenden Arzneimittels (Andexanet alfa), welches die pharmakodynamische
Wirkung von Rivaroxaban antagonisiert; alternativ die Gabe eines spezifischen Prokoagulans, wiez.B. ein Prothrombin Komplex Konzentrat (PPSB), ein aktiviertes Prothrombin Komplex Konzentrat(aPCC) oder ein rekombinanter Faktor VIIa (r-FVIIa). Zurzeit liegen jedoch nur sehr begrenzteklinische Erfahrungen mit der Anwendung dieser Arzneimittel bei mit Rivaroxaban behandelten
Patienten vor. Die Empfehlung beruht ebenso auf begrenzten präklinischen Daten. Eine erneute Gabevon rekombinantem Faktor VIIa sollte in Abhängigkeit der Besserung der Blutung erwogen undtitriert werden. Zur Behandlung schwerer Blutungen sollte -wenn verfügbar- ein Hämostaseologehinzugezogen werden (siehe Abschnitt 5.1).
Es ist nicht zu erwarten, dass Protaminsulfat und Vitamin K die antikoagulatorische Wirkung von
Rivaroxaban beeinflussen. Es liegen begrenzte Erfahrungen zur Anwendung von Tranexamsäureundkeine Erfahrungen mit Aminokapronsäure und Aprotinin bei Patienten vor, die mit Rivaroxabanbehandelt wurden. Es gibt weder wissenschaftliche Gründe für einen Nutzen noch Erfahrungen mitder Gabe des systemischen Hämostatikums Desmopressin bei Patienten, die mit Rivaroxabanbehandelt werden. Wegen seiner hohen Plasmaproteinbindung ist nicht zu erwarten, dass Rivaroxabandialysierbar ist.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotische Mittel, direkte Faktor-Xa-Inhibitoren,
ATC-Code: B01AF01
WirkmechanismusRivaroxaban ist ein hoch selektiver, direkter Inhibitor von Faktor Xa, der oral bioverfügbar ist.
Inhibition von Faktor Xa unterbricht den intrinsischen und extrinsischen Weg der
Blutgerinnungskaskade, wobei sowohl die Bildung von Thrombin als auch die Entstehung von
Thromben inhibiert wird. Rivaroxaban inhibiert Thrombin (aktivierter Faktor II) nicht und es konntekein Einfluss auf die Thrombozyten gezeigt werden.
Pharmakodynamische WirkungenBeim Menschen wurde eine dosisabhängige Inhibition der Faktor Xa-Aktivität beobachtet. Die
Prothrombinzeit (PT) wird von Rivaroxaban bei Verwendung von Neoplastin als Reagenzdosisabhängig und in enger Korrelation zur Plasmakonzentration (r = 0,98) beeinflusst. Andere
Reagenzien können zu anderen Ergebnissen führen. Die Ablesung der PT muss in Sekunden erfolgen,da der INR Test nur für Kumarine kalibriert und validiert ist, und nicht für andere Antikoagulanzienverwendet werden kann.
In einer klinischen pharmakologischen Studie über die Aufhebung der pharmakodynamischen Effektevon Rivaroxaban bei gesunden Erwachsenen (n=22) wurde die Wirkung zweier verschiedener Artenvon PCC, einem 3-Faktoren-PCC (Faktoren II, IX und X) und einem 4-Faktoren-PCC (Faktoren II,
VII, IX und X), jeweils in Einzeldosen (50 IE/kg), ausgewertet. Das 3-Faktoren-PCC reduzierte diemittlere Neoplastin-PT um etwa 1,0 Sekunde innerhalb von 30 Minuten, während mit dem 4-Faktoren-
PCC eine Reduzierung um etwa 3,5 Sekunden beobachtet wurde. Im Gegensatz zum 4-Faktoren-PCChatte das 3-Faktoren-PCC einen stärkeren und schnelleren Gesamteffekt, die Veränderungen in derendogenen Thrombinbildung aufzuheben (siehe Abschnitt 4.9).
Die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) und der HepTest werden ebenfalls dosisabhängigverlängert. Sie werden jedoch nicht zur Bestimmung der pharmakodynamischen Wirkung von
Rivaroxaban empfohlen. Während der Behandlung mit Rivaroxaban ist ein Monitoring der
Gerinnungsparameter in der klinischen Routine nicht erforderlich. Wenn dieses jedoch klinischangezeigt ist, können die Rivaroxaban-Spiegel mit kalibrierten quantitativen Anti-Faktor Xa-Testsbestimmt werden (siehe Abschnitt 5.2).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitACS
Das klinische Entwicklungsprogramm für Rivaroxaban wurde geplant, um die Wirksamkeit von
Rivaroxaban bei der Prophylaxe kardiovaskulärer (KV) Mortalität, Myokardinfarkt (MI) oder
Schlaganfall bei Patienten mit kürzlich aufgetretenem ACS (ST-Streckenhebungs-Myokardinfarkt[STEMI], Nicht-ST-Streckenhebungs-Myokardinfarkt [NSTEMI] oder instabiler Angina [IA]) zuzeigen. In der pivotalen doppelblinden ATLAS ACS 2 TIMI 51-Studie wurden 15.526 Patienten im
Verhältnis 1:1:1 einer von drei Behandlungsgruppen randomisiert zugeteilt: Rivaroxaban 2,5 mg oralzweimal täglich, 5 mg oral zweimal täglich oder Placebo zweimal täglich zusätzlich verabreicht zu
ASS allein oder zu ASS plus einem Thienopyridin (Clopidogrel oder Ticlopidin). Patienten mit einem
ACS, die jünger als 55 Jahre waren, hatten zusätzlich entweder Diabetes mellitus oder einenvorangegangenen Myokardinfarkt. Die mittlere Behandlungszeit lag bei 13 Monaten, insgesamt betrugdie Behandlungsdauer bis nahezu 3 Jahre. 93,2 % der Patienten erhielten gleichzeitig ASS zusammenmit einer Thienopyridin-Behandlung und 6,8 % erhielten nur ASS. Von den Patienten, die eine dualeplättchenhemmende Therapie erhielten, bekamen 98,8 % Clopidogrel, 0,9 % bekamen Ticlopidin und0,3 % bekamen Prasugrel. Die Patienten erhielten die erste Dosis Rivaroxaban frühestens 24 Stundenund bis zu 7 Tage (im Mittel 4,7 Tage) nach Einweisung in ein Krankenhaus, jedoch so schnell wiemöglich nach Stabilisierung des ACS-Ereignisses, einschließlich Revaskularisationsmaßnahmen, undzu dem Zeitpunkt, an dem eine Therapie mit parenteral verabreichten Antikoagulanzien üblicherweisebeendet würde.
Beide Rivaroxaban-Regimes (2,5 mg zweimal täglich und 5 mg zweimal täglich) erwiesen sich alseffektiv zur weiteren Reduzierung des Auftretens von kardiovaskulären Ereignissen zusätzlich zurthrombozytenaggregationshemmenden Standardtherapie. Die Verabreichung von 2,5 mg zweimaltäglich verringerte die Mortalität und es gibt Belege dafür, dass diese niedrigere Dosis mit einemverringerten Blutungsrisiko einherging. Deswegen wird Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich,zusätzlich zu Acetylsalicylsäure (ASS) allein oder zu ASS plus Clopidogrel oder Ticlopidin, zur
Prophylaxe atherothrombotischer Ereignisse bei erwachsenen Patienten nach einem ACS mit erhöhtenkardialen Biomarkern empfohlen.
Im Vergleich zu Placebo verringerte Rivaroxaban signifikant den primären kombinierten Endpunktkardiovaskuläre Mortalität, MI oder Schlaganfall. Der Nutzen war hauptsächlich auf eine
Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Myokardinfarkt-Rate zurückzuführen und ergabsich früh mit einem konstanten Effekt über die gesamte Behandlungszeit (siehe Tabelle 4 und
Abbildung 1). Auch der erste sekundäre Endpunkt (Gesamtmortalität, MI oder Schlaganfall) wurdesignifikant verringert. Eine zusätzliche, retrospektive Analyse zeigte eine nominelle signifikante
Reduktion der Inzidenz von Stentthrombosen im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 4). Die
Inzidenzraten für den primären Sicherheitsendpunkt (schwere Blutungen nach der TIMI-Definition,die nicht im Zusammenhang mit einer Bypass-Operation stehen) waren bei mit Rivaroxabanbehandelten Patienten höher als bei Patienten, die Placebo erhielten (siehe Tabelle 6). Allerdingswaren die Inzidenzraten zwischen Rivaroxaban und Placebo ausgewogen im Hinblick auf
Blutungsereignisse mit Todesfolge, einer mit intravenös verabreichten inotropen Arzneimittelnbehandelten Hypotonie und operativen Eingriffen zur Behandlung anhaltender Blutungen.
In Tabelle 5 werden die Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Patienten, die eine perkutane
Koronarintervention (PCI) erhielten, dargestellt. Die Ergebnisse zur Sicherheit bei dieser Subgruppeder Patienten mit PCI waren vergleichbar mit den Gesamt-Sicherheitsergebnissen.
Patienten mit erhöhten Werten der Biomarker (Troponin oder CK-MB) und ohne anamnestischen
Schlaganfall/TIA stellten 80 % der Studienpopulation. Die Ergebnisse dieser Patientenpopulationwaren ebenfalls konsistent mit den Gesamt-Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnissen.
Tabelle 4: Ergebnisse zur Wirksamkeit aus Phase-III-ATLAS ACS 2 TIMI 51
Studienpopulation Patienten mit kürzlich aufgetretenem akuten
Koronarsyndrom a)
Behandlungsdosis Rivaroxaban 2,5 mg, zweimal täglich, Placebo
N= 5.114 N= 5.113n (%) n (%)
Hazard Ratio (HR) (95 % KI) p-Wert b)
Kardiovaskuläre Mortalität, MI 313 (6,1 %) 376 (7,4 %)oder Schlaganfall 0,84 (0,72; 0,97) p = 0,020*
Gesamtmortalität, MI oder 320 (6,3 %) 386 (7,5 %)
Schlaganfall 0,83 (0,72; 0,97) p = 0,016*
Kardiovaskuläre Mortalität 94 (1,8 %) 143 (2,8 %)0,66 (0,51; 0,86) p = 0,002**
Gesamtmortalität 103 (2,0 %) 153 (3,0 %)0,68 (0,53; 0,87) p = 0,002**
MI 205 (4,0 %) 229 (4,5 %)0,90 (0,75; 1,09) p = 0,270
Schlaganfall 46 (0,9 %) 41 (0,8 %)1,13 (0,74; 1,73) p = 0,562
Stentthrombose 61 (1,2 %) 87 (1,7 %)0,70 (0,51; 0,97) p = 0,033**a) modifizierter Intent-to-Treat-Datensatz (Intent-to-Treat-Gesamt-Datensatz für Stentthrombose)b) vs. Placebo; Log-Rank p-Wert
* statistisch überlegen
** nominell signifikant
Tabelle 5: Ergebnisse zur Wirksamkeit aus Phase-III-ATLAS ACS 2 TIMI 51 für Patienten, dieeine PCI erhielten
Studienpopulation Patienten mit kürzlich aufgetretenem akuten Koronarsyndrom,die eine PCI erhielten a)
Behandlungsdosis Rivaroxaban 2,5 mg, zweimal täglich, Placebo
N= 3.114 N= 3.096n (%) n (%)
Hazard Ratio (95 % KI) p-Wert b)
Kardiovaskuläre Mortalität, MI 153 (4,9 %) 165 (5,3 %)oder Schlaganfall 0,94 (0,75; 1,17) p = 0,572
Kardiovaskuläre Mortalität 24 (0,8 %) 45 (1,5 %)0,54 (0,33; 0,89) p = 0,013**
Gesamtmortalität 31 (1,0 %) 49 (1,6 %)0,64 (0,41; 1,01) p = 0,053
MI 115 (3,7 %) 113 (3,6 %)1,03 (0,79; 1,33) p = 0,829
Schlaganfall 27 (0,9 %) 21 (0,7 %)1,30 (0,74; 2,31) p = 0,360
Stentthrombose 47 (1,5 %) 71 (2,3 %)0,66 (0,46; 0,95) p = 0,026**a) modifizierter Intent-to-Treat-Datensatz (Intent-to-Treat-Gesamt-Datensatz für Stentthrombose)b) vs. Placebo; Log-Rank p-Wert
** nominell signifikant
Tabelle 6: Ergebnisse zur Sicherheit aus Phase-III-ATLAS ACS 2 TIMI 51
Studienpopulation Patienten mit kürzlich aufgetretenem akuten
Koronarsyndrom a)
Behandlungsdosis Rivaroxaban 2,5 mg, zweimal Placebotäglich, N= 5.115 N= 5.125n (%) n (%)
Hazard Ratio (95 % KI) p-Wert b)
Schwere Blutungen nach der TIMI- 65 (1,3 %) 19 (0,4 %)
Definition, die nicht im 3,46 (2,08; 5,77) p = < 0,001*
Zusammenhang mit einer Bypass-
Operation stehen
Blutungsereignisse mit Todesfolge 6 (0,1 %) 9 (0,2 %)0,67 (0,24; 1,89) p = 0,450
Symptomatische intrakranielle 14 (0,3 %) 5 (0,1 %)
Blutung 2,83 (1,02; 7,86) p = 0,037
Hypotonie, die mit intravenös 3 (0,1 %) 3 (0,1 %)verabreichten inotropen Arzneimittelnbehandelt werden muss
Operativer Eingriff zur Behandlung 7 (0,1 %) 9 (0,2 %)anhaltender Blutungen
Transfusion von 4 oder mehr 19 (0,4 %) 6 (0,1 %)
Einheiten Blut innerhalb eines
Zeitraums von 48 Stundena) Sicherheitspopulation, unter Behandlungb) vs. Placebo; Log-Rank p-Wert
* statistisch signifikant
Abbildung 1: Zeit bis zum erstmaligen Auftreten des primären Wirksamkeitsendpunktes(Kardiovaskuläre Mortalität, MI oder Schlaganfall)
XARELTO 2,5 mg 2x tgl.
Placebo
Hazard Ratio: 0,8495% KI: (0,72; 0,97)p-Wert=0,020*
Anzahl Risikopatienten Tage seit Randomisierung
XARELTO
P lacebo
KHK/pAVK
In der Phase-III-Studie COMPASS (27.395 Patienten, 78,0 % männlich, 22,0 % weiblich) wurden die
Wirksamkeit und Sicherheit von Rivaroxaban zur Verhinderung kardiovaskulärer (KV) Ereignisse mitdem kombinierten Endpunkt aus KV-Mortalität, MI und Schlaganfall bei Patienten mit KHK odersymptomatischer pAVK mit einem hohen Risiko für ischämische Ereignisse nachgewiesen. Patientenwurden über einen medianen Zeitraum von 23 Monaten (Maximum: 3,9 Jahre) nachbeobachtet.
Studienteilnehmer ohne kontinuierlichen Bedarf einer Behandlung mit einem
Protonenpumpenhemmer erhielten randomisiert Pantoprazol oder Placebo. Alle Patienten wurdendanach im Verhältnis 1:1:1 randomisiert und erhielten entweder Rivaroxaban 2,5 mg zweimaltäglich/ASS 100 mg einmal täglich, Rivaroxaban 5 mg zweimal täglich oder ASS 100 mg einmaltäglich allein sowie ein entsprechendes Placebo.
KHK-Patienten hatten eine KHK, die mehr als ein Gefäß betraf, und/oder einen anamnestischen MI.
Bei Patienten < 65 Jahren waren eine Atherosklerose unter Beteiligung von mindestens zwei
Gefäßregionen oder mindestens zwei zusätzliche kardiovaskuläre Risikofaktoren erforderlich.
pAVK-Patienten hatten sich zuvor einem Eingriff unterzogen, wie eine Bypass-Operation oderperkutane transluminale Angioplastie, oder eine Amputation einer Gliedmaße oder eines Fußesaufgrund einer arteriellen Gefäßerkrankung oder hatten eine Claudicatio intermittens mit einem
Knöchel-Arm-Index von < 0,90 und/oder eine signifikante Stenose einer peripheren Arterie odervorherige Revaskularisation der Karotis oder eine asymptomatische Stenose der Arteria carotis von≥ 50 %.
Ausschlusskriterien waren unter anderem die Notwendigkeit einer dualen Therapie mit
Thrombozytenaggregationshemmern oder anderen nicht auf ASS basierenden
Thrombozytenaggregationshemmern oder oralen Antikoagulanzien sowie Patienten mit hohem
Blutungsrisiko, Herzinsuffizienz mit einer Ejektionsfraktion von < 30 % oder der New York Heart
Association Klasse III oder IV, einem ischämischen, nicht lakunären Schlaganfall im vergangenen
Monat oder einem hämorrhagischen oder lakunären Schlaganfall in der Vorgeschichte.
Kumulative Ereignisrate (%)
Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich in Kombination mit ASS 100 mg einmal täglich war ASS100 mg überlegen bei der Reduktion des primären kombinierten Endpunktes aus KV-Mortalität, MIund Schlaganfall (siehe Tabelle 7 und Abbildung 2).
Bezüglich des primären Sicherheitsendpunktes (schwere Blutungsereignisse, modifiziert nach ISTH)war bei den mit Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich behandelten Patienten, die zusätzlich ASS100 mg einmal täglich erhielten, ein signifikanter Anstieg zu beobachten, im Vergleich zu Patienten,die ASS 100 mg erhielten (siehe Tabelle 8).
Beim primären Wirksamkeitsendpunkt lag der beobachtete Nutzen von Rivaroxaban 2,5 mg zweimaltäglich plus ASS 100 mg einmal täglich im Vergleich zu ASS 100 mg einmal täglich bei einer
HR=0,89 (95 %-KI: 0,7-1,1) bei Patienten ≥ 75 Jahren (Inzidenz: 6,3 % vs. 7,0 %) und einer HR=0,70(95 %-KI: 0,6-0,8) bei Patienten < 75 Jahren (3,6 % vs. 5,0 %). Bei schweren Blutungen, modifiziertnach ISTH, wurde ein erhöhtes Risiko mit einer HR=2,12 (95 %-KI: 1,5-3,0) bei Patienten≥ 75 Jahren (5,2 % vs. 2,5 %) und einer HR=1,53 (95 %-KI: 1,2-1,9) bei Patienten < 75 Jahren (2,6 %vs. 1,7 %) beobachtet.
Die Anwendung von Pantoprazol 40 mg einmal täglich zusätzlich zur antithrombotischen
Studienmedikation bei Patienten ohne klinischen Bedarf an einer Behandlung mit
Protonenpumpenhemmern zeigte keinen Nutzen bei der Prävention von Ereignissen im oberen
Gastrointestinaltrakt (kombinierter Endpunkt aus oberen gastrointestinalen Blutungen, Ulzerationenoder oberen gastrointestinalen Obstruktionen oder Perforationen). Die Inzidenz für Ereignisse imoberen Gastrointestinaltrakt betrug 0,39 pro 100 Patientenjahre in der Gruppe, die mit Pantoprazol40 mg einmal täglich behandelt wurde und 0,44 pro 100 Patientenjahre in der Placebogruppe.
Tabelle 7: Ergebnisse zur Wirksamkeit aus der Phase-III-Studie COMPASS
Studien- Patienten mit KHK/pAVK a)population
Behandlungs- Rivaroxaban 2,5 mg ASS 100 mg oddosis bid in Kombination mit
ASS 100 mg od
N = 9.152 N = 9.126
Patienten KM % Patienten KM % HR p-Wert b)mit mit Ereig- (95 %-KI)
Ereignissen nissen
Schlaganfall, MI 379 (4,1 %) 5,20 % 496 (5,4 %) 7,17 % 0,76 p = 0,00004*oder KV- (0,66; 0,86)
Mortalität
- Schlag- 83 (0,9 %) 1,17 % 142 (1,6 %) 2,23 % 0,58 p = 0,00006anfall (0,44; 0,76)178 (1,9 %) 2,46 % 205 (2,2 %) 2,94 % 0,86 p = 0,14458
- MI(0,70; 1,05)
- KV- 160 (1,7 %) 2,19 % 203 (2,2 %) 2,88 % 0,78 p = 0,02053
Mortalität (0,64; 0,96)313 (3,4 %) 4,50 % 378 (4,1 %) 5,57 % 0,82
Gesamtmortalität(0,71; 0,96)
Akute 22 (0,2 %) 0,27 % 40 (0,4 %) 0,60 % 0,55
Extremitäten- (0,32; 0,92)ischämiea) Intent-to-Treat-Datensatz, Primäranalysenb) vs. ASS 100 mg; Log-Rank p-Wert
* Die Verringerung beim primären Wirksamkeitsendpunkt war statistisch überlegen.
bid: zweimal täglich; KI: Konfidenzintervall; KM %: Kaplan-Meier-Schätzung des kumulativen
Inzidenzrisikos, berechnet nach 900 Tagen; KV: kardiovaskulär; MI: Myokardinfarkt; od: einmaltäglich
Tabelle 8: Ergebnisse zur Sicherheit aus der Phase-III-Studie COMPASS
Studienpopulation Patienten mit KHK/pAVK a)
Behandlungsdosis Rivaroxaban ASS 100 mg od Hazard Ratio2,5 mg bid in (95 %-KI)
Kombination mit
ASS 100 mg od,
N = 9.152 N = 9.126 p-Wert b)n (Kum. Risiko %) n (Kum. Risiko %)
Schwere Blutungen, modfiziert 288 (3,9 %) 170 (2,5 %) 1,70 (1,40; 2,05)nach ISTH p < 0,00001
- Blutungsereignisse mit 15 (0,2 %) 10 (0,2 %) 1,49 (0,67; 3,33)
Todesfolge p = 0,32164
- Symptomatische Blutungen 63 (0,9 %) 49 (0,7 %) 1,28 (0,88; 1,86)in kritischen Organen p = 0,19679(ohne Todesfolge)
- Blutungen im 10 (0,1 %) 8 (0,1 %) 1,24 (0,49; 3,14)
Operationsgebiet, die eine p = 0,65119erneute Operationnotwendig machten (ohne
Todesfolge, nicht inkritischen Organen)
- Blutungen, die zu einer 208 (2,9 %) 109 (1,6 %) 1,91 (1,51; 2,41)
Krankenhauseinweisung p < 0,00001führten (ohne Todesfolge,nicht in kritischen Organen,keine erneute Operationerforderlich)
- Mit Übernachtung 172 (2,3 %) 90 (1,3 %) 1,91 (1,48; 2,46)p < 0,00001
- Ohne Übernachung 36 (0,5 %) 21 (0,3 %) 1,70 (0,99; 2,92)p = 0,04983
Schwere gastrointestinale 140 (2,0 %) 65 (1,1 %) 2,15 (1,60; 2,89)
Blutungen p < 0,00001
Schwere intrakranielle Blutungen 28 (0,4 %) 24 (0,3 %) 1,16 (0,67; 2,00)p = 0,59858a) Intent-to-Treat-Datensatz, Primäranalysenb) vs. ASS 100 mg; Log-Rank p-Wertbid: zweimal täglich; KI: Konfidenzintervall; Kum. Risiko: Kumulatives Inzidenzrisiko (Kaplan-
Meier-Schätzungen) nach 30 Monaten; ISTH: International Society on Thrombosis and
Haemostasis, Internationale Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseologie; od: einmal täglich
Abbildung 2: Zeit bis zum erstmaligen Auftreten des primären Wirksamkeitsendpunktes(Schlaganfall, Myokardinfarkt, kardiovaskuläre Mortalität) in der Studie COMPASS
XARELTO 2,5 mg bid, ASS 100 mg od
ASS 100 mg od
Kaplan-Meier-Schätzungen (%) nach 30 Monaten:
Xarelto 2,5 mg bid+ ASS 100 mg od: 5,2 (4,7 - 5,8)
ASS 100 mg od: 7,2 (6,5 - 7,9)
Vergleich Hazard Ratio (95 % KI)
XARELTO 2,5 mg bid, ASS 100 mg od vs. ASS 100 mg od 0,76 (0,66 bis 0,86)
Tage seit Randomisierung
Anzahl Risikopatienten
XARELTO 2,5 mg bid, ASS 100 mg od
ASS 100 mg odbid: zweimal täglich; od: einmal täglich; KI: Konfidenzintervall
Patienten nach kürzlich erfolgter Revaskularisationsmaßnahme der unteren Extremitäten aufgrundeiner symptomatischen pAVK
In der pivotalen, doppelblinden Phase-III-Studie VOYAGER PAD wurden 6.564 Patienten nach einerkürzlich erfolgten erfolgreichen Revaskularisationsmaßnahme der unteren Extremitäten (chirurgischesoder endovaskuläres Verfahren einschließlich Hybrideingriffen) aufgrund einer symptomatischenpAVK im Verhältnis 1:1 in eine von zwei Gruppen mit antithrombotischer Behandlung randomisiert:
Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich in Kombination mit ASS 100 mg einmal täglich oder ASS100 mg einmal täglich. Die Patienten durften zusätzlich eine Standarddosis Clopidogrel einmal täglichüber bis zu 6 Monate erhalten. Ziel der Studie war der Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit von
Rivaroxaban plus ASS bei der Prophylaxe von Myokardinfarkt, ischämischem Schlaganfall,kardiovaskulärer Mortalität, akuter Extremitätenischämie oder Majoramputation vaskulärer Ätiologiebei Patienten nach kürzlich erfolgter erfolgreicher Revaskularisationsmaßnahme der unteren
Extremitäten aufgrund einer symptomatischen pAVK. Es wurden Patienten ≥ 50 Jahre mitdokumentierter mittlerer bis schwerer symptomatischer atherosklerotischer pAVK der unteren
Extremitäten anhand einer Kombination der folgenden Merkmale eingeschlossen: klinisch (d. h.
Funktionseinschränkungen), anatomisch (d. h. bildlicher Nachweis einer pAVK distal der äußeren
Beckenarterie) und hämodynamisch (Knöchel-Arm-Index [ABI] ≤ 0,80 oder Zehen-Arm-Index[TBI] ≤ 0,60 bei Patienten ohne vorheriger Extremitätenvaskularisation oder ABI ≤ 0,85 bzw.
TBI ≤ 0,65 bei Patienten mit vorheriger Extremitätenvaskularisation). Patienten, die eine duale
Thrombozytenaggregationshemmung für > 6 Monate, zusätzlich eine andere
Thrombozytenaggregationshemmung als ASS und Clopidogrel oder orale Antikoagulanzienbenötigten, sowie Patienten mit einer Vorgeschichte von intrakranieller Blutung, Schlaganfall oder
TIA und Patienten mit einer eGFR < 15 ml/min wurden ausgeschlossen.
Die mittlere Nachbeobachtungsdauer betrug 24 Monate und die maximale Nachbeobachtungsdauer4,1 Jahre. Das Durchschnittsalter der eingeschlossenen Patienten betrug 67 Jahre, und 17 % der
Patientenpopulation war > 75 Jahre alt. Die mediane Zeit von der Index-Revaskularisationsmaßnahmebis zum Start der Prüftherapie lag in der Gesamtpopulation bei 5 Tagen (6 Tage nach chirurgischerund 4 Tage nach endovaskulärer Revaskularisation einschließlich Hybrideingriffen). Insgesamt53,0 % der Patienten erhielten eine kurzzeitige Hintergrundtherapie mit Clopidogrel über einemediane Dauer von 31 Tagen. Laut Studienprotokoll konnte die Prüftherapie so früh wie möglich
Kumulative Wahrscheinlichkeit (%)jedoch nicht später als 10 Tage nach einer erfolgreichen qualifizierenden
Revaskularisationsmaßnahme und nach Einsetzen der Hämostase aufgenommen werden.
Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich in Kombination mit ASS 100 mg einmal täglich war im
Vergleich zu ASS allein bei der Reduktion des primären kombinierten Endpunkts aus Myokardinfarkt,ischämischem Schlaganfall, kardiovaskulärer Mortalität, akuter Extremitätenischämie und
Majoramputation vaskulärer Ätiologie überlegen (siehe Tabelle 9). Der primäre Sicherheitsendpunktvon schweren Blutungen nach der TIMI-Definition war bei Patienten, die mit Rivaroxaban und ASSbehandelt wurden, erhöht, ohne dass es zu einem Anstieg tödlicher oder intrakranieller Blutungen kam(siehe Tabelle 10).
Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte wurden in einer vorab festgelegten, hierarchischen
Reihenfolge getestet (siehe Tabelle 9).
Tabelle 9: Ergebnisse zur Wirksamkeit aus der Phase-III-Studie VOYAGER PAD
Studienpopulation Patienten nach kürzlich erfolgter Revaskularisationsmaßnahmeder unteren Extremitäten aufgrund einer symptomatischenpAVK a)
Behandlungsdosis Rivaroxaban 2,5 mg bid ASS 100 mg od Hazard Ratioin Kombination mit ASS (95%-KI)d)100 mg od
N = 3.286 N = 3.278n (Kum. Risiko %)c) n (Kum. Risiko %)c)
Primärer 508 (15,5 %) 584 (17,8 %) 0,85 (0,76; 0,96)
Wirksamkeitsendpunktb) p = 0,0043e)*
- MI 131 (4,0 %) 148 (4,5 %) 0,88 (0,70; 1,12)
- Ischämischer 71 (2,2 %) 82 (2,5 %) 0,87 (0,63; 1,19)
Schlaganfall
- KV-Mortalität 199 (6,1 %) 174 (5,3 %) 1,14 (0,93; 1,40)
- Akute Extremitäten- 155 (4,7 %) 227 (6,9 %) 0,67 (0,55; 0,82)ischämief)
- Majoramputation 103 (3,1 %) 115 (3,5 %) 0,89 (0,68; 1,16)vaskulärer Ätiologie
Sekundärer
Wirksamkeitsendpunkt
Ungeplante Index- 584 (17,8 %) 655 (20,0 %) 0,88 (0,79; 0,99)
Extremitäten- p = 0,0140 e)*revaskularisationaufgrund rezidivierender
Extremitätenischämie
Krankenhauseinweisung 262 (8,0 %) 356 (10,9 %) 0,72 (0,62; 0,85)aus koronarer oder p < 0,0001 e)*peripherer thrombotischer
Ursache (die unteren
Gliedmaßen betreffend)
Tod jeglicher Ursache 321 (9,8 %) 297 (9,1 %) 1,08 (0,92; 1,27)
VTE-Ereignisse 25 (0,8 %) 41 (1,3 %) 0,61 (0,37; 1,00)a) Intent-to-Treat-Datensatz, Primäranalysen, adjudiziert vom ICACb) Kombination aus MI, ischämischem Schlaganfall, kardiovaskulärer Mortalität (kardiovaskuläre
Mortalität und Tod unbekannter Ursache), akuter Extremitätenischämie und Majoramputationvaskulärer Ätiologiec) Es wird nur das erste Auftreten des betrachteten Endpunktereignisses aus dem Datenumfang eines
Patienten berücksichtigt.d) HR (95%-KI) gemäß Cox-Proportional-Hazard-Modell, stratifiziert nach Art des Eingriffs und
Anwendung von Clopidogrel mit Behandlung als einziger Kovariatee) Einseitiger p-Wert gemäß Log-Rank-Test, stratifiziert nach Art des Eingriffs und Anwendung von
Clopidogrel mit Behandlung als Faktorf) Akute Extremitätenischämie ist definiert als plötzliche signifikante Verschlechterung der
Extremitätendurchblutung, entweder mit neuem Pulsdefizit oder Behandlungsbedarf (d. h.
Thrombolyse, Thrombektomie oder dringende Revaskularisation) und daraus folgendem stationären
Aufenthalt.
* Die Reduktion des Wirksamkeitsendpunkts war statistisch überlegen.
bid: zweimal täglich; od: einmal täglich; KI: Konfidenzintervall; MI: Myokardinfarkt; KV:
kardiovaskulär; ICAC: Independent Clinical Adjudication Committee, Unabhängiger klinischer
Gutachterausschuss
Tabelle 10: Ergebnisse zur Sicherheit aus der Phase-III-Studie VOYAGER PAD
Studienpopulation Patienten nach kürzlich erfolgter
Revaskularisationsmaßnahme der unteren Extremitätenaufgrund einer symptomatischen pAVK a)
Behandlungsdosis Rivaroxaban 2,5 mg ASS 100 mg od Hazard Ratiobid in Kombination (95%-KI)c)mit ASS 100 mg od,
N = 3.256 N = 3.248n (Kum. Risiko %)b) n (Kum. Risiko %)b) p-Wert d)
Schwere Blutungen nach der 62 (1,9 %) 44 (1,4 %) 1,43 (0,97; 2,10)
TIMI-Definition (mit/ohne p = 0,0695
Zusammenhang mit einer
Bypass-Operation)
- Blutung mit Todesfolge 6 (0,2 %) 6 (0,2 %) 1,02 (0,33; 3,15)
- Intrakranielle Blutung 13 (0,4 %) 17 (0,5 %) 0,78 (0,38; 1,61)
- Sichtbare Blutung mit 46 (1,4 %) 24 (0,7 %) 1,94 (1,18; 3,17)
Abfall von Hb ≥ 5 g/dlbzw. Hkt. ≥ 15 %
Schwere Blutung nach ISTH 140 (4,3 %) 100 (3,1 %) 1,42 (1,10; 1,84)p = 0,0068
- Blutung mit Todesfolge 6 (0,2 %) 8 (0,2 %) 0,76 (0,26; 2,19)
- Blutung in kritischen 29 (0,9 %) 26 (0,8 %) 1,14 (0,67; 1,93)
Organen ohne
Todesfolge
Klinisch relevante nicht 246 (7,6 %) 139 (4,3 %) 1,81 (1,47; 2,23)schwere Blutung nach ISTHa) Sicherheits-Datensatz (alle randomisierten Patienten, die mindestens eine Dosis des Prüfpräparatserhalten hatten), ICAC: Independent Clinical Adjudication Committee, Unabhängiger klinischer
Gutachterausschussb) n = Anzahl Patienten mit Ereignissen; N = Anzahl Patienten unter Risiko; % = 100*n/N,n/100 Patientenjahre = Verhältnis der Anzahl an Patienten mit Inzidenzereignissen zur kumulativen
Zeit unter Risikoc) HR (95%-KI) gemäß Cox-Proportional-Hazard-Modell, stratifiziert nach Art des Eingriffs und
Anwendung von Clopidogrel mit Behandlung als einziger Kovariated) Zweiseitiger p-Wert gemäß Log-Rank-Test, stratifiziert nach Art des Eingriffs und Anwendung von
Clopidogrel mit Behandlung als Faktor
KHK und Herzinsuffizienz
In die COMMANDER HF Studie wurden 5.022 Patienten mit Herzinsuffizienz und signifikanterkoronarer Herzerkrankung (KHK) im Anschluss an einen stationären Aufenthalt aufgrunddekompensierter Herzinsuffizienz eingeschlossen und in eine der beiden Behandlungsgruppenrandomisiert: Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich (N=2.507) oder Placebo (N=2.515). Die
Gesamtdauer der Behandlung betrug im Median 504 Tage. Die Patienten mussten seit mindestens3 Monaten eine symptomatische Herzinsuffizienz haben, und im Jahr vor dem Studieneinschlussmusste die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) bei ≤40 % liegen. Der Median der
Ejektionsfraktion lag zu Beginn bei 34 % (IQR: 28 %-38 %) und 53 % der Patienten waren in NYHA-
Stadien III oder IV klassifiziert.
Die primäre Wirksamkeitsanalyse (kombinierter Endpunkt aus Tod jeglicher Ursache, Myokardinfarkt(MI) oder Schlaganfall) zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen der Gruppe, die
Rivaroxaban 2.5 mg zweimal täglich einnahm, und der Placebogruppe mit einer HR=0,94 (95 %-KI0,84 - 1.05); p=0,270. Es wurde kein Unterschied in der Anzahl der Ereignisse Tod jeglicher Ursachezwischen der Rivaroxabangruppe und der Placebogruppe beobachtet (Ereignisrate pro100 Patientenjahre: 11,41 vs. 11,63; HR=0.98; 95 %-KI 0,87 - 1,10; p=0,743). Die Ereignisraten für
MI pro 100 Patientenjahre (Rivaroxaban vs. Placebo) waren 2,08 vs. 2,52 (HR=0,83; 95 %-KI: 0,63 -1,08; p=0,165) und für Schlaganfall waren die Ereignisraten pro 100 Patientenjahre 1,08 vs. 1,62(HR=0,66; 95 %-KI: 0,47 - 0,95; p=0,023). Der primäre Sicherheitsendpunkt (kombinierter Endpunktaus tödlichen Blutungen oder Blutungen in kritische Bereiche mit der Gefahr dauerhafter Schädigung)trat in der Gruppe, die mit Rivaroxaban 2,5 mg zweimal täglich behandelt wurde, bei 18 Patienten(0,7 %) und in der Placebogruppe bei 23 Patienten (0,9 %) auf (HR=0,80; 95 %-KI: 0,43 - 1,49;p=0,484). In der Rivaroxabangruppe wurde verglichen mit Placebo ein statistisch signifikanter Anstiegder schweren Blutungen nach ISTH beobachtet (Ereignisrate pro 100 Patientenjahre: 2,04 vs. 1,21;
HR=1,68; 95 %-KI: 1,18 - 2,39; p=0,003).
Bei Patienten mit leichter und mittelschwerer Herzinsuffizienz waren die Behandlungseffekte in der
Subgruppe der COMPASS-Studie mit denen der gesamten Studienpopulation vergleichbar (siehe
Abschnitt KHK/pAVK).
Dreifach positive Patienten mit einem Antiphospholipid-Syndrom und hohem Risiko
In einer kontrollierten randomisierten, offenen multizentrischen Studie mit einer verblindeten
Beurteilung der Endpunkte wurde Rivaroxaban bei Patienten mit einer Thrombose in der
Krankheitsgeschichte, einem diagnostizierten Antiphospholipid-Syndrom und einem hohen Risikobezüglich thromboembolischer Ereignisse (positiv im Hinblick auf alle 3 Antiphospholipid-Tests:
Lupus-Antikoagulans, Anticardiolipin-Antikörper und Anti-Beta-2-Glykoprotein I-Antikörper) mit
Warfarin verglichen. Die Studie wurde nach der Aufnahme von 120 Patienten aufgrund einer Häufungvon Ereignissen bei Patienten im Rivaroxaban-Arm vorzeitig beendet. Die mittlere Nachbeobachtungbetrug 569 Tage. 59 Patienten wurden zufällig einer Gruppe mit Rivaroxaban 20 mg (15 mg für
Patienten mit einer Kreatinin-Clearance (CrCl) <50 ml/min) und 61 einer Gruppe mit Warfarin(INR 2,0 - 3,0) zugeteilt. Thromboembolische Ereignisse traten bei 12 % der dem Rivaroxaban-Armzugeteilten Patienten auf (4 ischämische Schlaganfälle und 3 Myokardinfarkte). Bei den dem
Warfarin-Arm zugeteilten Patienten wurden keine Ereignisse berichtet. Schwere Blutungen traten bei4 Patienten (7 %) in der Rivaroxaban-Gruppe und bei 2 Patienten (3 %) in der Warfarin-Gruppe auf.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Xarelto eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen zur Prophylaxethromboembolischer Ereignisse gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionRivaroxaban wird schnell resorbiert. Die maximale Konzentration (Cmax) wird 2 - 4 Stunden nach der
Tabletteneinnahme erreicht.
Rivaroxaban wird nahezu vollständig oral resorbiert und die orale Bioverfügbarkeit der 2,5 mg und10 mg Tablettenwirkstärke ist, unabhängig davon, ob im Nüchternzustand oder nach einer Mahlzeiteingenommen, hoch (80 - 100 %). Die Einnahme von Nahrung beeinflusst die AUC oder Cmax von
Rivaroxaban weder bei der 2,5 mg noch der 10 mg Dosis. Die Rivaroxaban 2,5 mg und 10 mg
Tabletten können unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
Die Pharmakokinetik von Rivaroxaban ist bis 15 mg einmal täglich annähernd linear. Bei höheren
Dosen zeigt Rivaroxaban eine durch die Löslichkeit begrenzte Resorption mit verminderter
Bioverfügbarkeit und verminderter Resorptionsrate bei Ansteigen der Dosis. Dies ist im nüchternen
Zustand ausgeprägter als nach einer Mahlzeit.
Die Variabilität der Pharmakokinetik von Rivaroxaban ist moderat, mit einer inter-individuellen
Variabilität (VK %) zwischen 30 % bis 40 %.
Die Resorption von Rivaroxaban hängt von der Lokalisation seiner Freisetzung im
Gastrointestinaltrakt ab. Gegenüber der Tablettenform wurde über eine Verminderung der AUC um29 % und der Cmax um 56 % berichtet, wenn Rivaroxaban-Granulat im proximalen Dünndarmfreigesetzt wird. Die Exposition vermindert sich weiter, wenn Rivaroxaban im distalen Dünndarmoder Colon ascendens freigesetzt wird. Daher sollte eine Anwendung von Rivaroxaban distal des
Magens vermieden werden, da dies zu einer verminderten Resorption und dementsprechendgeringeren Rivaroxabanexposition führen kann.
Die Bioverfügbarkeit (AUC und Cmax) fiel im Fall der Anwendung von 20 mg Rivaroxaban oral alszerstoßene und mit Apfelmus vermischte Tablette bzw. nach Auflösen in Wasser und Gabe über eine
Magensonde mit nachfolgender Flüssignahrung ähnlich aus wie nach Einnahme einer ganzen Tablette.
Angesichts des vorhersagbaren, dosisproportionalen pharmakokinetischen Profils von Rivaroxabandürften die in dieser Studie gewonnenen Ergebnisse zur Bioverfügbarkeit wahrscheinlich auch fürniedrigere Dosen von Rivaroxaban gelten.
VerteilungDie Plasmaproteinbindung beim Menschen, überwiegend an Albumin, ist mit etwa 92 % bis 95 %hoch. Das Verteilungsvolumen im Steady State (Vss) ist mit etwa 50 Litern moderat.
Biotransformation und EliminationVon der eingenommenen Rivaroxaban Dosis werden ungefähr 2/3 metabolisiert, wovon dann eine
Hälfte über die Niere ausgeschieden wird und die andere Hälfte über die Fäzes. Das übrige 1/3 dereingenommenen Dosis wird unverändert direkt über die Niere, hauptsächlich durch aktive renale
Sekretion, ausgeschieden.
Der Metabolismus von Rivaroxaban erfolgt über CYP3A4, CYP2J2 und CYP-unabhängige
Mechanismen. Der oxidative Abbau des Morpholino Ringes und die Hydrolyse der Amidbindungensind die Hauptwege der Biotransformation. In vitro Untersuchungen zufolge ist Rivaroxaban Substratdes Transporterproteins P-gp (P-Glykoprotein) und Bcrp (breast cancer resistance protein).
Im menschlichen Plasma findet sich Rivaroxaban überwiegend in unveränderter Form, Haupt- oderaktive Metaboliten sind nicht vorhanden. Mit einer systemischen Clearance von etwa 10 l/h kann
Rivaroxaban als Substanz mit einer niedrigen Clearance eingestuft werden. Nach intravenöser Gabeeiner Dosis von 1 mg beträgt die Eliminationshalbwertszeit etwa 4,5 Stunden. Nach oraler Gabe wirddie Elimination durch die Resorptionsrate begrenzt. Die Elimination von Rivaroxaban aus dem Plasmageschieht mit einer terminalen Halbwertszeit von 5 bis 9 Stunden bei jüngeren Individuen und miteiner terminalen Halbwertszeit von 11 bis 13 Stunden bei älteren Individuen.
Besondere PatientengruppenGeschlechtEs gab keine klinisch relevanten Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik und
Pharmakodynamik bei männlichen und weiblichen Patienten.
Ältere PatientenÄltere Patienten zeigten im Vergleich zu jüngeren Patienten höhere Plasmakonzentrationen mit einerdurchschnittlichen 1,5-fachen AUC Erhöhung. Dies ist vor allem auf eine erniedrigte (apparente)
Gesamt- und renale Clearance zurückzuführen. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Unterschiedliche Gewichtskategorien
Extreme Körpergewichte (< 50 kg oder > 120 kg) hatten nur einen geringen Einfluss auf die
Plasmakonzentration von Rivaroxaban (weniger als 25 %). Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Unterschiede in der ethnischen Zugehörigkeit
Hinsichtlich der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Rivaroxaban wurden keine klinischrelevanten Unterschiede zwischen kaukasischen, afro-amerikanischen, lateinamerikanischen,japanischen oder chinesischen Patienten festgestellt.
LeberfunktionsstörungenZirrhotische Patienten mit einer leichten Leberfunktionsstörung (Child Pugh A) zeigten nurgeringfügige Veränderungen in der Pharmakokinetik von Rivaroxaban (durchschnittlich 1,2-fache
Erhöhung der AUC von Rivaroxaban), annähernd vergleichbar mit der entsprechenden gesunden
Kontrollgruppe. Bei zirrhotischen Patienten mit einer mittelschweren Leberfunktionsstörung (Child
Pugh B) war die mittlere AUC von Rivaroxaban im Vergleich zu gesunden Probanden um das 2,3-fache deutlich erhöht. Die AUC von freiem Rivaroxaban war um das 2,6-fache erhöht. Die renale
Elimination von Rivaroxaban bei diesen Patienten war, ähnlich wie bei Patienten mit einermittelschweren Nierenfunktionsstörung, vermindert. Es liegen keine Daten von Patienten mit einerschweren Leberfunktionsstörung vor.
Die Inhibition der Faktor Xa-Aktivität bei Patienten mit einer mittelschweren Leberfunktionsstörungwar im Vergleich zu gesunden Probanden um den Faktor 2,6 erhöht. Die Verlängerung der PT nahmin ähnlicher Weise um den Faktor 2,1 zu. Patienten mit einer mittelschweren Leberfunktionsstörungreagierten empfindlicher auf die Gabe von Rivaroxaban, was in einem steileren Anstieg im PK/PD
Verhältnis zwischen Plasmakonzentration und PT resultiert.
Rivaroxaban ist kontraindiziert bei Patienten mit Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie undeinem klinisch relevanten Blutungsrisiko, einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und
C, verbunden sind (siehe Abschnitt 4.3).
NierenfunktionsstörungenDie Rivaroxaban Exposition steigt in Korrelation zum Ausmaß der Nierenfunktionsstörung, gemessenmittels Kreatinin-Clearance, an. Bei Personen mit leichter (Kreatinin-Clearance 50 - 80 ml/min),mittelschwerer (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml/min) und schwerer Nierenfunktionsstörung(Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min) waren die Rivaroxaban Plasmaspiegel (AUC) um den
Faktor 1,4, 1,5 bzw. 1,6 erhöht. Die jeweiligen Anstiege der pharmakodynamischen Effekte warendeutlicher ausgeprägt. Bei Patienten mit einer leichten, mittelschweren oder schweren
Nierenfunktionsstörung war die Inhibition der Faktor Xa-Aktivität im Vergleich zu gesunden
Probanden um den Faktor 1,5, 1,9 bzw. 2,0 erhöht. Die Verlängerung der PT war ähnlich erhöht,nämlich um den Faktor 1,3, 2,2 bzw. 2,4. Es liegen keine Daten von Patienten mit einer
Kreatinin-Clearance < 15 ml/min vor.
Wegen seiner hohen Plasmaproteinbindung ist anzunehmen, dass Rivaroxaban nicht dialysierbar ist.
Die Anwendung von Rivaroxaban bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 15 ml/min wird nichtempfohlen. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 15 - 29 ml/min ist Rivaroxaban mit
Vorsicht anzuwenden (siehe Abschnitt 4.4).
Pharmakokinetische Daten bei Patienten
Bei Patienten nach ACS, die Rivaroxaban als eine 2,5 mg zweimal tägliche Gabe zur Prophylaxeatherothrombotischer Ereignisse erhielten, lag der geometrische Mittelwert der Konzentration (90 %
Prädiktionsintervall) 2 - 4 h und etwa 12 h nach der Gabe (annähernd repräsentierend die Maximal-bzw. Minimal-Konzentrationen während des Dosierungsintervalls) bei 47 (13 - 123) bzw. 9,2(4,4 - 18) mcg/l.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeDas Verhältnis von Pharmakokinetik und Pharmakodynamik (PK/PD) zwischen Rivaroxaban
Plasmakonzentration und verschiedenen PD Endpunkten (Faktor Xa-Inhibition, PT, aPTT, Heptest)wurde über einen weiten Dosisbereich (5 - 30 mg zweimal täglich) bestimmt. Das Verhältnis von
Rivaroxaban Konzentration und Faktor Xa-Aktivität wurde am besten durch ein Emax Modellbeschrieben. PT Daten werden im Allgemeinen besser mit einem linearen Modell beschrieben. In
Abhängigkeit von den verschiedenen verwendeten PT Reagenzien unterschied sich das Steigungsmaßdeutlich. Bei Verwendung von Neoplastin PT betrug der PT Ausgangswert ca. 13 s, und das
Steigungsmaß lag ungefähr bei 3 bis 4 s/(100 mcg/l). Die Ergebnisse der PK/PD Analyse in Phase IIund III stimmten mit den bei gesunden Personen festgestellten Daten überein.
Kinder und JugendlicheSicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in den
Anwendungsgebieten ACS und KHK/pAVK sind nicht erwiesen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, zu akuter Toxizität,
Phototoxizität, Genotoxizität, kanzerogenem Potential und juveniler Toxizität lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Die in Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe beobachteten Auswirkungen waren hauptsächlich aufeine gesteigerte pharmakodynamische Aktivität von Rivaroxaban zurückzuführen. Bei Ratten wurdenbei klinisch relevanten Expositionsraten erhöhte IgG und IgA Plasmakonzentrationen gesehen.
Bei Ratten konnten keine Auswirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität beobachtetwerden. Tierexperimentelle Studien zeigten Reproduktionstoxizität, die mit der pharmakologischen
Wirkung von Rivaroxaban (z.B. Blutungskomplikationen) in Zusammenhang steht. Bei klinischrelevanten Plasmakonzentrationen wurden embryofetale Toxizität (Postimplantationsverlust,verzögerte/beschleunigte Ossifikation, multiple helle Flecken in der Leber) und ein vermehrtes
Auftreten von spontanen Fehlbildungen sowie Veränderungen der Plazenta beobachtet. In Studien zurprä- und postnatalen Entwicklung an Ratten wurde eine verminderte Lebensfähigkeit der
Nachkommen bei Dosierungen, die für das Muttertier toxisch waren, beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMikrokristalline Cellulose
Croscarmellose-Natrium
Lactose-Monohydrat
Hypromellose (2910)
Natriumdodecylsulfat
Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
FilmüberzugMacrogol (3350)
Hypromellose (2910)
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Zerstoßene Tabletten
Zerstoßene Rivaroxaban-Tabletten sind in Wasser und in Apfelmus bis zu 4 Stunden haltbar.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Umkartons mit 14, 20, 28, 30, 56, 60, 98, 168 oder 196 Filmtabletten in PP/Aluminiumfolie-
Blisterpackungen.
Umkartons mit 10 x 1 oder 100 x 1 Filmtabletten in perforierten PP/Aluminiumfolie-Blisterpackungenzur Abgabe von Einzeldosen.
Bündelpackungen, die 100 (10 Packungen zu je 10 x 1) Filmtabletten in perforierten
PP/Aluminiumfolie-Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen enthalten.
Umkartons mit 14 Filmtabletten in PVC/PVDC/Aluminiumfolie-Blisterpackungen.
HDPE-Flaschen mit PP Schraubverschluss, die 100 Filmtabletten enthalten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungZerkleinern von Tabletten
Rivaroxaban-Tabletten können zerstoßen und in 50 ml Wasser suspendiert über eine nasogastrale
Sonde oder eine Magensonde verabreicht werden, nachdem die korrekte Lage im Magen überprüftwurde. Anschließend ist die Sonde mit Wasser zu spülen. Da die Resorption von Rivaroxaban vom
Ort der Wirkstofffreisetzung abhängt, ist die Anwendung von Rivaroxaban distal des Magens zuvermeiden, da dies zu einer verminderten Resorption und dadurch zu einer geringeren
Wirkstoffexposition führen kann. Eine enterale Nahrungsgabe ist unmittelbar nach Verabreichung der2,5 mg Tabletten nicht erforderlich.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Bayer AG51368 Leverkusen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/08/472/025-035, EU/1/08/472/041, EU/1/08/472/046-047
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 30. September 2008
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. Mai 2018
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.