Warnhinweis während der Stillzeit
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Wegovy 1,5 mg Tabletten
Wegovy 4 mg Tabletten
Wegovy 9 mg Tabletten
Wegovy 25 mg Tabletten
Wegovy 1,5 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 1,5 mg Semaglutid*.
Wegovy 4 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 4 mg Semaglutid*.
Wegovy 9 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 9 mg Semaglutid*.
Wegovy 25 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 25 mg Semaglutid*.
* Analogon zu humanem Glucagon-like peptide-1 (GLP-1), gentechnisch hergestellt durchrekombinante DNS-Technologie in Saccharomyces cerevisiae.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungWegovy 25 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 23 mg Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Tablette
Wegovy 1,5 mg Tabletten
Weiß bis hellgelb und rund (Durchmesser 6,5 mm), auf der einen Seite mit der Prägung '1.5“ und aufder anderen Seite mit der Prägung 'novo“.
Wegovy 4 mg Tabletten
Weiß bis hellgelb und rund (Durchmesser 6,5 mm), auf der einen Seite mit der Prägung '4“ und aufder anderen Seite mit der Prägung 'novo“.
Wegovy 9 mg Tabletten
Weiß bis hellgelb und rund (Durchmesser 6,5 mm), auf der einen Seite mit der Prägung '9“ und aufder anderen Seite mit der Prägung 'novo“.
Wegovy 25 mg Tabletten
Weiß bis hellgelb und oval (6,8 mm x 12 mm), auf der einen Seite mit der Prägung '25“ und auf deranderen Seite mit der Prägung 'novo“.
Wegovy wird als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher
Aktivität zur Gewichtsregulierung, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, beierwachsenen Patienten angewendet mit einem Ausgangs-Body-Mass-Index (BMI) von:
* ≥ 30 kg/m2 (Adipositas) oder
* ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2 (Übergewicht), bei denen mindestens eine gewichtsbedingte
Begleiterkrankung, wie z. B. Fehlregulation der glykämischen Kontrolle (Prädiabetes oder
Diabetes mellitus Typ 2), Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe oder Herz-
Kreislauf-Erkrankung vorliegt.
Für Studienergebnisse hinsichtlich der untersuchten Populationen siehe Abschnitt 5.1.
Die Anfangsdosis für oral verabreichtes Semaglutid beträgt 1,5 mg einmal täglich. Nach vier Wochenunter dieser Dosis sind die Schritte zur Dosiseskalation für einmal täglich oral verabreichtes
Semaglutid 4 mg, 9 mg und 25 mg, wobei die Behandlung auf jeder Dosisstufe mindestens vier
Wochen lang fortzusetzen ist. Die Dosis sollte bis auf 25 mg (Erhaltungsdosis) erhöht werden. Bei
Bedarf kann die Dosis auf der vorherigen Dosisstufe beibehalten werden.
Die tägliche maximale Einzeldosis von oral verabreichtem Semaglutid beträgt 25 mg. Oralverabreichtes Semaglutid sollte immer als eine Tablette pro Tag eingenommen werden. Die Einnahmevon mehr als einer Tablette pro Tag zur Erzielung der Wirkung einer höheren Dosis sollte nichterfolgen.
Umstellung von subkutanem auf orales Semaglutid
Die Wirkung eines Wechsels zwischen subkutanem und oralem Semaglutid kann nur schwervorausgesagt werden, da orales Semaglutid im Vergleich zu subkutanem Semaglutid eine höherepharmakokinetische Variabilität in der Resorption aufweist.
Patienten, die mit subkutanem Semaglutid 2,4 mg einmal wöchentlich behandelt werden, können auforales Semaglutid 25 mg einmal täglich umgestellt werden.
Die Patienten können mit oralem Semaglutid (Wegovy Tablette) eine Woche nach ihrer letzten Dosisvon subkutanem Semaglutid beginnen.
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2Das Risiko einer Hypoglykämie kann durch eine Verringerung der Dosis von Sulfonylharnstoff oder
Insulin zu Beginn der Behandlung mit Semaglutid gesenkt werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Ausgelassene DosisFalls eine Dosis ausgelassen wurde, sollte die ausgelassene Dosis übersprungen werden und dienächste Dosis sollte am nachfolgenden Tag eingenommen werden.
Spezielle PopulationenEine Dosisanpassung aufgrund des Alters ist nicht erforderlich. Bei Patienten ≥ 85 Jahre sind dietherapeutischen Erfahrungen begrenzt.
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion ist keine Dosisanpassungerforderlich. Es liegen nur begrenzt Erfahrungen mit der Anwendung von Semaglutid bei Patienten mitschwerer Einschränkung der Nierenfunktion vor. Semaglutid wird nicht zur Anwendung bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR < 30 ml/min/1,73 m2), einschließlich Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz, empfohlen (siehe Abschnitte 4.4, pct. 4.8 und 5.2).
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Es liegen nur begrenzt Erfahrungen mit der Anwendung von Semaglutidbei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion vor. Semaglutid wird nicht zur
Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung empfohlen und muss bei Patienten mitleichter oder mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe
Abschnitte 4.4. und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von oral verabreichtem Semaglutid bei Kindern und Jugendlichenunter 18 Jahren sind noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungDie Wegovy Tablette ist für die orale Anwendung bestimmt.
- Dieses Arzneimittel sollte auf nüchternen Magen nach einer empfohlenen Nüchternzeit vonmindestens 8 Stunden (siehe Abschnitt 5.2) eingenommen werden.- Es sollte unzerkaut mit einem Schluck Wasser (bis zu einem halben Glas Wasser entsprechend120 ml) eingenommen werden. Die Tabletten dürfen nicht zerteilt, zerdrückt oder gekautwerden, weil nicht bekannt ist, ob dies die Resorption von Semaglutid beeinflusst.
- Patienten sollten vor dem Essen, Trinken oder der Einnahme anderer oraler Arzneimittelmindestens 30 Minuten warten. Wird kürzer als 30 Minuten gewartet, verringert dies die
Resorption von Semaglutid (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Aspiration in Verbindung mit Vollnarkose oder tiefer Sedierung
Bei Patienten, die GLP-1-Rezeptor-Agonisten erhielten und sich einer Vollnarkose oder einer tiefen
Sedierung unterzogen, wurden Fälle von Aspirationspneumonie berichtet. Daher sollte das erhöhte
Risiko von verbliebenen Resten von Mageninhalt aufgrund einer verzögerten Magenentleerung (siehe
Abschnitt 4.8) bedacht werden vor der Durchführung von Eingriffen mit Vollnarkose oder tiefer
Sedierung.
Wirkungen auf den Gastrointestinaltrakt und Dehydrierung
Die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten kann mit gastrointestinalen Nebenwirkungenverbunden sein. Dies sollte bei der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktionberücksichtigt werden, da Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu Dehydrierung führen können, die inseltenen Fällen zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten, die mit Semaglutid behandelt werden, müssen auf das potenzielle Risiko einer
Dehydrierung im Zusammenhang mit gastrointestinalen Nebenwirkungen hingewiesen werden und
Vorkehrungen gegen Flüssigkeitsverlust treffen.
Akute PankreatitisAkute Pankreatitis wurde unter der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). Patienten sollten über die charakteristischen Symptome einer akuten Pankreatitisinformiert werden. Wird eine Pankreatitis vermutet, ist Semaglutid abzusetzen; wird diese bestätigt, istdie Behandlung mit Semaglutid nicht wieder aufzunehmen. Bei Patienten, die bereits einmal an
Pankreatitis erkrankt waren, ist entsprechende Vorsicht geboten.
Wenn keine anderen Anzeichen und Symptome einer akuten Pankreatitis vorliegen, sind erhöhte
Pankreasenzymwerte allein nicht aussagekräftig für eine akute Pankreatitis.
Nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION)
Daten aus epidemiologischen Studien deuten auf ein erhöhtes Risiko für nichtarteriitische anterioreischämische Optikusneuropathie (NAION) während der Behandlung mit Semaglutid hin. Es gibt keinbestimmtes Zeitintervall, in dem sich eine NAION nach Beginn der Behandlung entwickeln kann. Beiplötzlichem Verlust des Sehvermögens sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, falls eine
NAION bestätigt wird, sollte die Behandlung mit Semaglutid abgebrochen werden (siehe Abschnitt4.8).
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2Semaglutid darf nicht als Ersatz für Insulin bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 verwendetwerden.
Semaglutid darf nicht in Kombination mit einem anderen GLP-1-Rezeptoragonisten angewendetwerden. Dies wurde nicht untersucht und ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen im Zusammenhangmit einer Überdosierung wird als wahrscheinlich erachtet.
Für eine optimale Wirksamkeit von Semaglutid wird die Einhaltung des Dosierungsschemasempfohlen. Falls die Wirkung der Behandlung mit Semaglutid geringer ausfällt als erwartet, sollte derbehandelnde Arzt berücksichtigen, dass die Resorption von Semaglutid sehr unterschiedlich ausfallenkann und unter Umständen nur geringfügig ist. Außerdem sollte er bedenken, dass die absolute
Bioverfügbarkeit von Semaglutid gering ist.
Darüber hinaus werden bei Patienten mit Diabetes eine geringere Arzneimittelexposition und einegeringere Gewichtsabnahme erwartet als bei Patienten ohne Diabetes.
Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, die unzureichend auf oral verabreichtes Semaglutidansprechen, sollte ein Wechsel zu subkutan verabreichtem Semaglutid in Betracht gezogen werden.
Hypoglykämie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2Es ist bekannt, dass Insulin und Sulfonylharnstoff Hypoglykämien hervorrufen. Patienten, die mit
Semaglutid in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin behandelt werden, können einerhöhtes Risiko für eine Hypoglykämie haben. Das Risiko einer Hypoglykämie kann durch Reduktionder Sulfonylharnstoff- oder der Insulindosis bei Beginn der Behandlung mit einem GLP-1-
Rezeptoragonisten gesenkt werden.
Diabetische Retinopathie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
Bei Patienten mit diabetischer Retinopathie, die mit Semaglutid behandelt werden, wurde ein erhöhtes
Risiko für die Entwicklung von Komplikationen der diabetischen Retinopathie beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). Eine rasche Verbesserung der Blutzuckerkontrolle war mit einer vorübergehenden
Verschlechterung der diabetischen Retinopathie assoziiert, jedoch können andere Mechanismen nichtausgeschlossen werden. Patienten mit diabetischer Retinopathie, die Semaglutid erhalten, sindengmaschig zu überwachen und gemäß klinischer Leitlinien zu behandeln. Es liegen keine
Erfahrungen mit Wegovy bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und unkontrollierter oderpotenziell instabiler diabetischer Retinopathie vor. Die Behandlung mit Wegovy wird für diese
Patienten nicht empfohlen.
Patienten mit Gastroparese
Bei Patienten, die mit Semaglutid behandelt werden und an Gastroparese leiden, kann es zuschwereren oder schwerwiegenderen gastrointestinalen Nebenwirkungen kommen. Semaglutid solltebei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden und Semaglutid wird nicht empfohlen, wenn die
Gastroparese schwerwiegend ist (siehe Abschnitt 4.8).
Nicht untersuchte Populationen
Die Sicherheit und Wirksamkeit von subkutan oder oral verabreichtem Semaglutid wurden nichtuntersucht bei Patienten:- die mit anderen Produkten für das Gewichtsmanagement behandelt werden,- mit Diabetes mellitus Typ 1,- mit schwerer Nierenfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.2),- mit schwerer Leberinsuffizienz (siehe Abschnitt 4.2),- mit Herzinsuffizienz des New York Heart Association (NYHA)-Stadium IV.
Eine Anwendung wird bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Es gibt nur begrenzte Erfahrungen mit subkutan oder oral verabreichtem Semaglutid bei Patienten:- im Alter von mindestens 85 Jahren oder mehr (siehe Abschnitt 4.2),- mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion (siehe Abschnitt 4.2),- mit entzündlicher Darmerkrankung,- mit Diabetes mellitus Typ 2 und einem HbA1c-Wert < 8 % bei einer Dosierung von 25 mgoralem Semaglutid,- mit Diabetes mellitus Typ 2 unter begleitender Insulintherapie bei einer Dosierung von 25 mgoralem Semaglutid.
Eine Anwendung bei diesen Patienten muss mit Vorsicht erfolgen.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungWegovy 1,5 mg, 4 mg und 9 mg Tabletten enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro
Tablette, d. h., es ist nahezu 'natriumfrei“.
Wegovy 25 mg Tabletten enthalten 23 mg pro Tablette, entsprechend 1 % der von der WHO für einen
Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Semaglutid verzögert die Magenentleerung, wodurch die Resorption anderer oraler Arzneimittelbeeinflusst werden kann.
Wirkungen von Semaglutid auf andere Arzneimittel
Thyroxin
Die Gesamtexposition (Area Under the Curve (AUC)) von Thyroxin (angepasst an endogene
Konzentrationen) stieg nach Gabe einer Einzeldosis von Levothyroxin um 33 % an. Die
Maximalexposition (Cmax) blieb unverändert. Bei gleichzeitiger Behandlung von Patienten mit
Semaglutid und Levothyroxin sollte eine Überwachung der Schilddrüsenparameter erwogen werden.
Warfarin und andere Cumarin-DerivateNach Gabe einer Einzeldosis Warfarin veränderte Semaglutid die AUC oder die Cmax von R- und
S-Warfarin nicht und die pharmakodynamischen Wirkungen von Warfarin gemessen an der
International Normalised Ratio (INR), wurden nicht in klinisch relevantem Maße beeinflusst.
Dennoch wurden bei gleichzeitiger Anwendung von Acenocoumarol und Semaglutid Fälle von INR-
Senkungen berichtet. Bei Patienten, die mit Warfarin oder anderen Cumarin-Derivaten behandeltwerden, wird zu Beginn der Behandlung mit Semaglutid eine häufige Überwachung der INRempfohlen.
RosuvastatinDie AUC von Rosuvastatin stieg bei gleichzeitiger Anwendung mit Semaglutid um 41 % [90 % KI:24; 60] an. Aufgrund des breiten therapeutischen Bereichs von Rosuvastatin wird das Ausmaß der
Expositionsveränderungen nicht als klinisch relevant erachtet.
Digoxin, orale Kontrazeptiva, Metformin, Furosemid
Es wurde keine klinisch relevante Veränderung der AUC oder Cmax von Digoxin, oralen Kontrazeptiva(welche Ethinylestradiol und Levonorgestrel enthalten), Metformin oder Furosemid bei gleichzeitiger
Anwendung mit Semaglutid beobachtet.
Interaktionen mit Arzneimitteln mit sehr geringer Bioverfügbarkeit (1 %) wurden nicht untersucht.
Wirkungen anderer Arzneimittel auf Semaglutid
Omeprazol
Es wurde keine klinisch relevante Veränderung der AUC oder Cmax von Semaglutid bei gleichzeitiger
Einnahme mit Omeprazol beobachtet.
In einer Studie zur Pharmakokinetik von Semaglutid bei gleichzeitiger Anwendung mit fünf anderen
Tabletten nahm die AUC von Semaglutid um 34 % und die Cmax um 32 % ab. Dies legt nahe, dass das
Vorhandensein mehrerer Tabletten im Magen die Resorption von Semaglutid beeinflusst, wenn eszusammen zur gleichen Zeit angewendet wird. Nach Verabreichung von Semaglutid sollten Patienten30 Minuten warten, bevor sie andere orale Arzneimittel anwenden (siehe Abschnitt 4.2).
Kinder und JugendlicheStudien zu Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, während der Behandlung mit Semaglutid eine
Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.5).
SchwangerschaftTierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Es liegennur begrenzte Daten aus der Anwendung von Semaglutid bei Schwangeren vor. Daher darf
Semaglutid während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Möchte eine Patientin schwangerwerden oder tritt eine Schwangerschaft ein, muss Semaglutid abgesetzt werden. Aufgrund der langen
Halbwertszeit (siehe Abschnitt 5.2) muss Semaglutid mindestens 2 Monate vor einer geplanten
Schwangerschaft abgesetzt werden.
StillzeitEs wurden keine messbaren Konzentrationen von Semaglutid in der Muttermilch stillender Frauengefunden. Natriumsalcaprozat war in der Muttermilch vorhanden und einige seiner Metabolitenwurden in geringen Konzentrationen in die Muttermilch ausgeschieden. Ein Risiko für
Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Wegovy darf nicht während der Stillzeitangewendet werden.
FertilitätEs ist nicht bekannt, ob Semaglutid eine Auswirkung auf die menschliche Fertilität hat. Semaglutidbeeinträchtigte die Fertilität männlicher Ratten nicht. Bei weiblichen Ratten wurde bei Dosen, die miteinem mütterlichen Gewichtsverlust einhergingen, eine Verlängerung des Östrus und eine geringe
Abnahme der Anzahl der Ovulationen beobachtet.
Semaglutid hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Schwindel kann jedoch vor allem im Zeitraum der
Dosiseskalation auftreten. Das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen sollten mit
Vorsicht ausgeübt werden, wenn Schwindel auftritt.
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2Wird Semaglutid in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin angewendet, sollten die
Patienten angewiesen werden, Maßnahmen zur Hypoglykämievermeidung bei der Teilnahme am
Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen zu ergreifen (siehe Abschnitt 4.4).
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren gastrointestinale Störungen, darunter Übelkeit,
Durchfall, Obstipation, Abdominalschmerzen, Dyspepsie und Erbrechen. Diese Nebenwirkungentraten vor allem in der Dosiseskalationsphase auf (siehe Beschreibung ausgewählter
Nebenwirkungen).
Das Sicherheitsprofil von oralem Semaglutid entsprach dem Sicherheitsprofil von subkutanem
Semaglutid.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 1 sind Nebenwirkungen bei Erwachsenen aufgeführt, die in klinischen Studien und
Meldungen nach der Markteinführung ermittelt wurden. Die Häufigkeiten basieren, sofern nichtanders angegeben, auf einem Pool der Phase-3a-Studien zu subkutan verabreichtem Semaglutid(STEP 1-4), in denen 2 650 erwachsene Patienten mit Wegovy behandelt wurden. Die Studiendauerbetrug 68 Wochen.
Die Nebenwirkungen in der Studie OASIS 4 (204 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht undmindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung wurden 64 Wochen lang mit oralem
Semaglutid behandelt) wiesen ähnliche Häufigkeiten auf wie in den subkutanen Phase-3a-Studien, mit
Ausnahme von Dyspepsie, die eine höhere Häufigkeitskategorie aufwies. Ereignisse, die für die orale
Verabreichung nicht relevant sind, wurden in der folgenden Übersicht weggelassen.
Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die
Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: Sehr häufig: (≥ 1/10); häufig: (≥ 1/100, < 1/10);gelegentlich: (≥ 1/1 000, < 1/100); selten: (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten: (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsklasse werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 1 Nebenwirkungen
MedDRA
Systemorgan Sehr Häufig Gelegentlihäufig ch Selten Sehr selten Nicht
- klasse bekannt
Erkrankungen des Anaphyla
Immunsyste k-tischems Reaktion
Stoffwechsel- Hypoglykämieund bei Patienten
Ernährungs- mit Diabetesstörungen mellitus
Typ 2a
Erkrankunge Kopf- Schwindelgefn des schmerzenb ühlb
Nervensyste Dysgeusieb,cms Dysästhesiea,c,g
Augenerkran- Diabetische Nichtarter-kungen Retinopathie iitischebei Patienten anterioremit Diabetes ischämischmellitus e
Typ 2a Optikusneuro-pathie(NAION)
Herzerkran- Erhöhtekungen Herzfre-quenza,c
Gefäßerkran- Hypotoniekungen Orthostati-sche
HypotonieErkrankungen Erbrechena,b Gastritisb,c Akute Darm-des Durchfalla,b Gastroöso- Pankreatiti verschluss
Gastrointestina Obstipation phageale sa c,e,fl-trakts a,b Refluxkrank- Verzögerte
Dyspepsieb, heitb Magen-d Eruktationb entleerung
Übelkeita,b Flatulenzb
Abdominal- Abdominellesschmerzenb, Spannungs-c gefühlb
MedDRA
Systemorgan Sehr Häufig Gelegentlihäufig ch Selten Sehr selten Nicht
- klasse bekannt
Leber- und Cholelithiasisa
Gallenerkran-kungen
Erkrankungen Haarausfalla Angioödeder Haut und mdes
Unterhautgewebes
Allgemeine Erschöpfun
Erkrankunge gb,cn und
Beschwerdenam
Verabreichungs-ort
Untersuchung Erhöhteen Amylasec
Erhöhte
Lipaseca) siehe 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ untenb) hauptsächlich während der Dosiseskalation beobachtetc) gruppierte bevorzugte Bezeichnungend) die Häufigkeit basiert auf der Phase 3 Studie OASIS 4 und oralem Semaglutide) aus Berichten nach der Markteinführungf) Sammelbegriff für die bevorzugten Bezeichnungen (PTs, preferred terms) Darmobstruktion, Ileus,
Dünndarmobstruktiong) Sammelbegriff für die bevorzugten Bezeichnungen (PTs, preferred terms) Dysästhesie, Hyperästhesie,
Parästhesie, Brennendes Gefühl der Haut, Hautschmerzen, Empfindliche Haut, Hautbeschwerden,
Sensibilisierung der Haut, Allodynie und Hyperpathie
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen gelten für oral verabreichtes Semaglutid. Sofern nicht andersangegeben, beziehen sich die Häufigkeitsangaben zu den einzelnen Nebenwirkungen auf die Phase-3-
Studie OASIS 4.
Gastrointestinale NebenwirkungenDie Nebenwirkungen wurden am häufigsten während der Dosiseskalation berichtet. Während des 64-wöchigen Studienzeitraums traten bei 46,6 % der Patienten unter oraler Semaglutid-Behandlung
Übelkeit auf (18,6 % unter Placebo), bei 30,9 % Erbrechen (5,9 % unter Placebo), bei 18,1 %
Dyspepsie (8,8 % unter Placebo), Durchfall bei 17,6 % (8,8 % unter Placebo) und Bauchschmerzenbei 16,7 % (7,8 % unter Placebo). Die meisten Ereignisse waren leicht bis mittelschwer und vonkurzer Dauer. Verstopfung trat bei 20,1 % der mit Semaglutid behandelten Patienten auf (9,8 % unter
Placebo) und war leicht bis mittelschwer sowie von längerer Dauer.
Bei Patienten mit Gastroparese in der Anamnese können unter der Behandlung mit Semaglutidschwerere oder schwerwiegendere gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten.
Bei Patienten mit mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion (eGFR ≥ 30 bis < 60ml/min/1,73 m²) können unter der Behandlung mit Semaglutid vermehrt gastrointestinale
Nebenwirkungen auftreten.
Die gastrointestinalen Ereignisse führten bei 3,4 % der mit oralem Semaglutid behandelten Patientenzu einem dauerhaften Abbruch der Behandlung.
Akute PankreatitisEine akute Pankreatitis wurde bei 0 % der mit oralem Semaglutid behandelten Patienten und bei 1,0 %der mit Placebo behandelten Patienten beobachtet. Die Häufigkeit von bestätigten Fällen akuter
Pankreatitis, die in den klinischen Phase 3a STEP Studien gemeldet wurden, lag bei 0,2 % für
Semaglutid beziehungsweise bei < 0,1 % für Placebo. In SELECT, der kardiovaskulären
Endpunktstudie, betrug die Häufigkeit für unabhängig bestätigte akute Pankreatitis 0,2 % für
Semaglutid und 0,3 % für Placebo.
Akute Gallensteinerkrankung/Cholelithiasis
Bei 2,5 % der mit oralem Semaglutid behandelten Patienten wurde eine Cholelithiasis gemeldet, diebei 0 % zu einer Cholezystitis führte. Bei den mit Placebo behandelten Patienten wurden
Cholelithiasis und Cholezystitis bei 1 % bzw. 0 % gemeldet.
Haarausfall
Haarausfall wurde bei 6,4 % der mit oralem Semaglutid behandelten Patienten und bei 2,0 % der mit
Placebo behandelten Patienten gemeldet. Alle Fälle waren leicht oder mittelschwer, und die Hälfte der
Betroffenen hatte sich bis zum Ende der Studie wieder erholt. Haarausfall wurde häufiger bei
Patienten mit einem stärkeren Gewichtsverlust (≥ 20 %) gemeldet.
Erhöhte Herzfrequenz
Bei den mit oralem Semaglutid behandelten Patienten wurde ein durchschnittlicher Anstieg um2 Schläge pro Minute (bpm) gegenüber einem Ausgangswert von durchschnittlich 72 bpm gemeldet.
Der Anteil der Probanden, bei denen zu irgendeinem Zeitpunkt während des Behandlungszeitraumsein Anstieg der Pulsfrequenz um ≥ 20 bpm gegenüber dem Ausgangswert festgestellt wurde, betrug26,5 % in der Semaglutid-Gruppe gegenüber 20,8 % in der Placebogruppe.
ImmunogenitätEntsprechend den potenziell immunogenen Eigenschaften von protein- oder peptidhaltigen
Arzneimitteln können Patienten durch die Behandlung mit Semaglutid Antikörper bilden. Der Anteilder Patienten, deren Test auf gegen Semaglutid gerichtete Antikörper zu einem beliebigen Zeitpunktnach Behandlungsbeginn mit oral verabreichtem Semaglutid in einer Dosierung von 14 mg und 50 mgpositiv war, war gering (0,5 % bzw. 0,3 % für Rybelsus bzw. Wegovy Tabletten), und bei keinem
Patienten wurden neutralisierende Anti-Semaglutid-Antikörper oder Anti-Semaglutid-Antikörper mitneutralisierender Wirkung auf endogenes GLP-1 festgestellt. Während der Behandlung könnte einehohe Konzentration von Semaglutid möglicherweise die Sensitivität der Tests verringert haben, daherkann das Risiko falsch negativer Ergebnisse nicht ausgeschlossen werden. Bei Probanden, die positivauf Anti-Semaglutid-Antikörper getestet wurden, hatte das Vorhandensein dieser Antikörper jedochkeine erkennbaren Auswirkungen auf die Wirksamkeit und Sicherheit.
Hypoglykämie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2In der STEP 2-Studie wurde bei 6,2 % (0,1 Ereignisse/Patientenjahr) der mit Semaglutid 2,4 mg s.c.behandelten Teilnehmer eine klinisch signifikante Hypoglykämie beobachtet gegenüber 2,5 %(0,03 Ereignisse/Patientenjahr) der mit Placebo behandelten Teilnehmer. Bei der Behandlung mit
Semaglutid wurde eine Hypoglykämie sowohl mit als auch ohne gleichzeitige Anwendung von
Sulfonylharnstoff beobachtet. Eine Episode (0,2 % der Patienten, 0,002 Ereignisse/Patientenjahr)wurde bei einem Teilnehmer, der nicht gleichzeitig mit einem Sulfonylharnstoff behandelt wurde, alsschwerwiegend gemeldet. Das Risiko einer Hypoglykämie war erhöht, wenn Semaglutid zusammenmit einem Sulfonylharnstoff angewendet wurde.
Diabetische Retinopathie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
In einer zweijährigen klinischen Studie wurden 0,5 mg und 1 mg subkutanes Semaglutid bei3 297 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 mit hohem kardiovaskulären Risiko, langer
Diabetesdauer und schlecht eingestelltem Blutzucker im Vergleich zu Placebo untersucht. In dieser
Studie traten adjudizierte Ereignisse einer Komplikation bei diabetischer Retinopathie bei mehr
Patienten unter der Behandlung mit Semaglutid (3,0 %) als unter Placebo (1,8 %) auf. Dies wurde beimit Insulin behandelten Patienten mit bekannter diabetischer Retinopathie beobachtet. Der
Behandlungsunterschied trat früh auf und blieb während der Studie bestehen. In der Studie STEP 2wurden Netzhauterkrankungen von 6,9 % der mit Semaglutid 2,4 mg behandelten Patienten, von6,2 % der mit 1 mg subkutanem Semaglutid behandelten Patienten und von 4,2 % der Patientenberichtet, die Placebo erhielten. Die Mehrheit der Ereignisse wurde als diabetische Retinopathie(4,0 %, 2,7 % bzw. 2,7 %) und als nicht-proliferative Retinopathie (0,7 %, 0 % bzw. 0 %) gemeldet.
Dysästhesie
Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild veränderter Hautempfindungen stehen, wieempfindlicher Haut, Hyperästhesie, Parästhesie, Hautbrennen und Allodynie, wurden bei 4,9 % der mitoralem Semaglutid behandelten Patienten berichtet. Es wurden keine Ereignisse für Patienten, die mit
Placebo behandelt wurden, berichtet. Die Ereignisse waren leicht bis mittelschwer, und die meisten
Patienten erholten sich während der fortgesetzten Behandlung.
Nichtarteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION)
Die Ergebnisse mehrerer großer epidemiologischer Studien deuten darauf hin, dass die Expositiongegenüber Semaglutid bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 mit einem etwa zweifachen
Anstieg des relativen Risikos für die Entwicklung einer NAION verbunden ist, was etwa einemzusätzlichen Fall pro 10 000 Behandlungsjahre entspricht.
Andere spezielle Populationen
In der SELECT-Studie bei Erwachsenen mit etablierter kardiovaskulärer Erkrankung war das
Nebenwirkungsprofil vergleichbar mit dem, das in den Phase-3a-Studien zur Gewichtsregulierung mitsubkutan verabreichtem Semaglutid beobachtet wurde.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Eine Überdosierung mit Semaglutid kann mit gastrointestinalen Beschwerden verbunden sein, die zu
Dehydrierung führen könnten. Im Fall einer Überdosierung ist eine angemessene unterstützende
Behandlung entsprechend den klinischen Symptomen des Patienten einzuleiten.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Glucagon-like-Peptid-1-(GLP-1)-Rezeptoragonisten,
ATC-Code: A10BJ06
WirkmechanismusSemaglutid ist ein GLP-1-Analogon mit einer Sequenzhomologie von 94 % zum humanen GLP-1.
Semaglutid wirkt als GLP-1-Rezeptoragonist, der selektiv an den GLP-1-Rezeptor, das Ziel fürnatives GLP-1, bindet und diesen aktiviert.
GLP-1 ist ein physiologischer Regulator des Appetits und der Kalorienaufnahme und der GLP-1-
Rezeptor sitzt in verschiedenen an der Appetitregulierung beteiligten Bereichen des Gehirns.
Tierexperimentelle Studien zeigen, dass Semaglutid im Gehirn über den GLP-1-Rezeptor wirkt.
Semaglutid wirkt im Gehirn direkt auf Bereiche im Hypothalamus und im Hirnstamm, die an derhomöostatischen Steuerung der Nahrungsaufnahme beteiligt sind. Semaglutid kann das
Belohnungssystem durch direkte und indirekte Wirkungen in Hirnregionen wie Septum, Thalamusund Amygdala beeinflussen.
Klinische Studien zeigen, dass Semaglutid die Energieaufnahme reduziert, das Sättigungsgefühl, das
Völlegefühl und die Kontrolle über das Essverhalten erhöht und Hungergefühle sowie die Häufigkeitund Intensität von Heißhungerattacken verringert. Zusätzlich reduziert Semaglutid die Vorliebe fürstark fetthaltige Nahrungsmittel.
Semaglutid stimmt die Einflüsse des homöostatischen und des Belohnungssystems zur Regulierungder Kalorienaufnahme, des Appetits, der Belohnung und der Nahrungsmittelwahl ab.
In klinischen Studien zeigt sich außerdem, dass Semaglutid den Blutzuckerspiegel glukoseabhängigdurch Stimulation der Insulinsekretion und Senkung der Glucagonsekretion reduziert, wenn der
Blutzuckerspiegel hoch ist. Der Mechanismus der Blutzuckersenkung geht auch mit einer leichtverlangsamten Entleerung des Magens in der frühen postprandialen Phase einher. Während einer
Hypoglykämie verringert Semaglutid die Sekretion von Insulin, vermindert aber nicht die
Glucagonsekretion.GLP-1-Rezeptoren werden auch im Herz, im Gefäßsystem, Immunsystem und in den Nierenexprimiert. Semaglutid zeigte in klinischen Studien eine positive Auswirkung auf die Plasmalipide,senkte den systolischen Blutdruck und reduzierte Entzündungen. Darüber hinaus haben Tierstudiengezeigt, dass Semaglutid die Entwicklung von Atherosklerose abmildert und eineentzündungshemmende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hat.
Der Wirkmechanismus von Semaglutid zur kardiovaskulären Risikoreduktion ist wahrscheinlichmultifaktoriell und zum Teil auf Gewichtsverlustwirkungen und Wirkungen auf bekanntekardiovaskuläre Risikofaktoren (Senkung des Blutdrucks, Verbesserung des Lipidprofils und
Glukosestoffwechsels, und entzündungshemmende Wirkungen, wie durch Senkungen des high-sensitivity C-reactive protein (hsCRP) nachgewiesen) zurückzuführen. Der genaue Mechanismus derkardiovaskulären Risikoreduktion ist noch nicht vollständig geklärt.
Pharmakodynamische WirkungenSemaglutid reduziert den Appetit, indem es das Sättigungsgefühl erhöht und gleichzeitig den Hungerund die künftige Nahrungsaufnahme verringert.
Nüchternlipide und postprandiale LipideBei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 senkte oral verabreichtes Semaglutid in einer Dosisäquivalent zu 9 mg im Vergleich zu Placebo die Nüchternkonzentrationen von Triglyceriden und
VLDL (very low density lipoprotein) Cholesterin um 19 % [8; 28] bzw. 20 % [5; 33]. Diepostprandiale Reaktion auf eine fettreiche Mahlzeit hinsichtlich der Triglyceride und des VLDL-
Cholesterins war um 24 % [9; 36] bzw. 21 % [7; 32] reduziert. ApoB48 war sowohl im nüchternen alsauch im postprandialen Zustand um 25 % [2; 42] bzw. 30 % [15; 43] geringer.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit einer einmal täglichen oralen Gabe von 25 mg Semaglutid (Tablette)für das Gewichtsmanagement in Kombination mit einer reduzierten Kalorienzufuhr und erhöhterkörperlicher Aktivität wurde in einer 64-wöchigen, doppelverblindeten, randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-3b-Studie (OASIS 4) mit 307 Patienten untersucht (von denen 205 der
Behandlung mit oral verabreichtem Semaglutid randomisiert wurden).
Die Behandlung mit oralem Semaglutid führte bei Patienten mit Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m²) oder
Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m² bis < 30 kg/m²) und mindestens einer gewichtsbedingten
Begleiterkrankung zu einem überlegenen, klinisch bedeutsamen und anhaltenden Gewichtsverlust im
Vergleich zu Placebo. Darüber hinaus erreichte in allen Studien ein höherer Anteil der Patienten mit
Semaglutid im Vergleich zu Placebo einen Gewichtsverlust von ≥ 5 %, ≥ 10 %, ≥ 15 % und ≥ 20 %.
Die Verringerung des Körpergewichts trat unabhängig vom Vorliegen gastrointestinaler Symptomewie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auf.
Die Behandlung mit oralem Semaglutid zeigte auch statistisch signifikante Verbesserungen des
Taillenumfangs und der physischen Gesundheit gegenüber Placebo.
Die Wirksamkeit von oralem Semaglutid wurde unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer
Herkunft, Ausgangskörpergewicht, BMI, Vorliegen eines Diabetes mellitus Typ 2 und Grad der
Nierenfunktion nachgewiesen. Innerhalb aller Subgruppen gab es Unterschiede bezüglich der
Wirksamkeit. Bei Frauen und Patienten ohne Diabetes mellitus Typ 2 wurde ein vergleichsweisehöherer Gewichtsverlust beobachtet. Dies traf auch auf Patienten mit einem niedrigeren
Ausgangskörpergewicht im Vergleich zu Patienten mit ensprechend höherem Ausgangsgewicht zu.
Zusätzlich wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von subkutan verabreichtem Semaglutid zur
Gewichtsregulierung in Kombination mit einer reduzierten Kalorienzufuhr und erhöhter körperlicher
Aktivität in vier 68-wöchigen, doppelverblindeten, randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-3a-
Studien (STEP 1-4) untersucht. Insgesamt wurden 4 684 Patienten (2 652 randomisiert zur
Behandlung mit subkutan verabreichtem Semaglutid) in diese Studien aufgenommen. Die
Wirksamkeit und Sicherheit waren in OASIS 4 und STEP 1 unabhängig vom Verabreichungswegvergleichbar.
OASIS 4: Gewichtsmanagement - Wegovy 25 mg Tablette einmal täglich (Semaglutid 25 mg)
In einer 64-wöchigen Phase-3b-Studie wurden 307 erwachsene Patienten mit Adipositas(BMI ≥ 30 kg/m²) oder Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m² bis < 30 kg/m²) und mindestens einergewichtsbedingten Begleiterkrankung randomisiert und erhielten entweder einmal täglich oralverabreichtes Semaglutid oder ein Placebo. Alle Patienten erhielten für die gesamte Dauer der Studieeine kalorienreduzierte Diät mit erhöhter körperlicher Aktivität.
Der Gewichtsverlust setzte früh ein und hielt während der gesamten Studie an. Am Ende der
Behandlung (Woche 64) war der Gewichtsverlust im Vergleich zu Placebo größer und klinischbedeutsam (siehe Tabelle 2 und Abbildung 1).
Darüber hinaus erreichte ein höherer Anteil der Patienten unter oral verabreichtem Semaglutid im
Vergleich zu Placebo eine Gewichtsabnahme von ≥ 5 %, ≥ 10 %, ≥ 15 % und ≥ 20 % (siehe
Tabelle 2). Unter den Patienten mit Prädiabetes zu Studienbeginn wies ein höherer Anteil der
Patienten am Ende der Behandlung mit oral verabreichtem Semaglutid einen normoglykämischen
Status auf als unter Placebo (71,1 % gegenüber 33,3 %).
Tabelle 2 OASIS 4: Ergebnisse in Woche 64
Semaglutid 25 mg Placebo
Tablette
Full Analysis Set (N) 205 102
KörpergewichtAusgangswert (kg) 106,4 104,8
Änderung (%) gegenüber Ausgangswert1,2 -13,6 -2,2
Unterschied (%) gegenüber Placebo1 [95% KI] -11,4 [-13,9; -9]*
Änderung (kg) gegenüber Ausgangswert1 -14,2 -2,2
Unterschied (kg) gegenüber Placebo1 [95% KI] -12,0 [-14,6; -9,5]*
Patienten (%) mit Gewichtsverlust ≥ 5%3 76,3* 30,5
Patienten (%) mit Gewichtsverlust ≥ 10%3 59,8* 14,1
Patienten (%) mit Gewichtsverlust ≥ 15%3 47,0* 5,4
Patienten (%) mit Gewichtsverlust ≥ 20%3 27,5* 3
Taillenumfang (cm)
Ausgangswert 114 113,6
Änderung gegenüber Ausgangswert1 -12,2 -2,8
Semaglutid 25 mg Placebo
Tablette
Unterschied gegenüber Placebo1 [95% KI] -9,5 [-12,4; -6,6]*
Systolischer Blutdruck (mmHg)
Ausgangswert 131 131
Änderung gegenüber Ausgangswert1 -6,8 -5,4
Unterschied gegenüber Placebo1 [95% KI] -1,4 [-4,6; 1,8]
* p < 0,0001 (unbereinigt 2-seitig) für Überlegenheit.1 Geschätzt anhand eines ANCOVA-Modells mit multipler Imputation auf Grundlage aller Daten, unabhängigvom vorzeitigen Abbruch der randomisierten Behandlung, Einleitung einer anderen medikamentösen
Adipositastherapie oder bariatrischer Chirurgie.2 Während der Studie wurde die randomisierte Behandlung bei 18 % der Patienten, die oralem Semaglutid 25 mgzugewiesen worden waren, und bei 25,5 % der Patienten, die Placebo erhalten hatten, dauerhaft abgebrochen.
Unter der Annahme, dass alle randomisierten Patienten die Behandlung fortsetzten und keine zusätzlichen
Therapien gegen Adipositas erhielten, betrugen die geschätzten Veränderungen des Körpergewichts von der
Randomisierung bis Woche 64, basierend auf einem gemischten Modell für wiederholte Messungen unter
Einbeziehung aller Beobachtungen bis zum ersten Abbruch, -16,6 % für 25 mg orales Semaglutid und -2,8 % für
Placebo.3 Geschätzt anhand eines binären Regressionsmodells auf der Grundlage desselben Imputationsverfahrens wie inder Primäranalyse.
- 2,5 -2,2
- 13,6
- 14,4
Wochen
Orales Sema 25 mg Placebo Multiple Imputation (MI)
Beobachtete Werte für Patienten, die jeden Kontrolltermin wahrgenommen haben und Schätzungen mitmultiplen Imputationen (MI) für erfasste Studienabbrecher
Abbildung 1 OASIS 4: Mittlere Veränderung des Körpergewichts (%) von Behandlungsbeginnbis Woche 68
Während einige Patienten mit oralem Semaglutid 25 mg und subkutanem Semaglutid 2,4 mg nicht diegleiche Exposition erreicht haben, werden Daten aus den nachfolgenden Studien mit der subkutanen
Formulierung als informativ für die orale Formulierung angesehen.
Änderung des Körpergewichts (%)
STEP 1: Gewichtsmanagement
In einer 68-wöchigen Doppelblindstudie wurden 1 961 Patienten mit Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2)oder Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2) und mindestens einer gewichtsbedingten
Begleiterkrankung auf Semaglutid oder Placebo randomisiert. Alle Patienten erhielten für die gesamte
Dauer der Studie eine kalorienreduzierte Diät mit erhöhter körperlicher Aktivität.
Der Gewichtsverlust trat früh ein und hielt während der gesamten Studie an. Am Ende der
Behandlung (Woche 68) war die Gewichtsabnahme überlegen und klinisch signifikant im Vergleichzu Placebo. Darüber hinaus erreichte ein höherer Anteil der Patienten mit Semaglutid einen
Gewichtsverlust von ≥ 5 %, ≥ 10 %, ≥ 15 % und ≥ 20 % als mit Placebo.
STEP 2: Gewichtsmanagement bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2
In einer 68-wöchigen doppelverblindeten Studie wurden 1 210 Patienten mit Übergewicht oder
Adipositas (BMI ≥ 27 kg/m2) und Diabetes mellitus Typ 2 auf entweder 2,4 mg Semaglutid, 1 mg
Semaglutid einmal wöchentlich oder Placebo randomisiert. Die in die Studie aufgenommenen
Patienten hatten einen unzureichend eingestellten Diabetes (HbA1c 7-10 %) und wurden entweder mit
Diät und Bewegung allein oder mit 1-3 oralen Antidiabetika behandelt. Alle Patienten erhielten fürdie Dauer der Studie eine kalorienreduzierte Diät mit erhöhter körperlicher Aktivität.
Die Behandlung mit Semaglutid für 68 Wochen führte zu einer überlegenen und klinisch bedeutsamen
Reduktion des Körpergewichts und des HbA1c-Wertes im Vergleich zu Placebo.
STEP 3: Gewichtsmanagement mit intensiver Verhaltenstherapie
In einer 68-wöchigen doppelverblindeten Studie wurden 611 Patienten mit Adipositas (BMI≥ 30 kg/m2) oder Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2) und mindestens einergewichtsbedingten Begleiterkrankung auf subkutanes Semaglutid oder Placebo randomisiert. Währendder Studie erhielten alle Patienten eine intensive Verhaltenstherapie (IVT) bestehend aus einer sehrstrengen Diät, vermehrter körperlicher Aktivität und verhaltensbezogener Beratung.
Die Behandlung mit Semaglutid und IVT über einen Zeitraum von 68 Wochen führte zu einerüberlegenen und klinisch bedeutsamen Reduktion des Körpergewichts im Vergleich zu einer
Behandlung mit Placebo.
STEP 4: Nachhaltiges Gewichtsmanagement902 Patienten mit Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2) oder Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2)und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung wurden in die 68-wöchigedoppelverblindete Studie aufgenommen. Alle Patienten erhielten für die Dauer der Studie einekalorienreduzierte Diät mit erhöhter körperlicher Aktivität. Von Woche 0 bis Woche 20 (Run-in-
Phase) erhielten alle Patienten subkutanes Semaglutid. In Woche 20 (Ausgangswert) wurden die
Patienten, die die Erhaltungsdosis von 2,4 mg Semaglutid subkutan erreicht hatten, randomisiert, umdie Behandlung fortzusetzen oder zu Placebo zu wechseln.
Patienten, die in Woche 20 (Ausgangswert) die Erhaltungsdosis von 2,4 mg erreicht hatten und die
Behandlung mit Semaglutid über 48 Wochen (Woche 20-68) fortsetzten, verloren weiter an Gewichtund erzielten im Vergleich zu den Patienten, die auf Placebo umgestellt wurden, eine überlegene undklinisch bedeutsame Verringerung des Körpergewichts.
Verbesserung der physischen Gesundheit
Für oral verabreichtes Semaglutid zeigte sich eine statistisch signifikante Verbesserung für diephysische Gesundheit und im Vergleich zu Placebo erreichten mehr Patienten unter oraler
Semaglutid-Gabe eine klinisch bedeutsame Verbesserung. Die physische Gesundheit wurde anhanddes Adipositas-spezifischen Fragebogens Impact of Weight on Quality of Life Lite Clinical Trials
Version (IWQOL-Lite-CT) bewertet.
Kardiovaskuläre BewertungSELECT: Kardiovaskuläre Endpunktstudie bei Patienten mit Übergewicht oder Adipositas
Es wurden noch keine kardiovaskulären Endpunktstudien mit 25 mg oralem Semaglutid bei Personenmit bestehender kardiovaskulärer Erkrankung und BMI ≥ 27 kg/m² durchgeführt.
SELECT war eine randomisierte, doppelverblindete, Placebo-kontrollierte, ereignisgesteuerte Studie,an der 17 604 Patienten mit etablierter kardiovaskulärer Erkrankung und BMI ≥ 27 kg/m2 teilnahmen.
Die Patienten wurden zusätzlich zur Standardbehandlung entweder auf subkutanes Semaglutid 2,4 mg(n = 8 803) oder Placebo (n = 8 801) randomisiert. Die mediane Studienzeit betrug 41,8 Monate.
Die Studienpopulation bestand aus weiblichen und männlichen Patienten mit einem Durchschnittsaltervon 61,6 Jahren. Der mittlere BMI betrug 33,3 kg/m2 und das mittlere Körpergewicht 96,7 kg.
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 in der Vorgeschichte wurden ausgeschlossen.
Der primäre Endpunkt war die Zeit seit Randomisierung bis zum ersten Auftreten schwererunerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse (MACE), definiert als ein kombinierter Endpunktbestehend aus kardiovaskulärem Tod (einschließlich ungeklärter Todesursache), nicht-tödlichem
Myokardinfarkt oder nicht-tödlichem Schlaganfall.
Die Überlegenheit von subkutanem Semaglutid 2,4 mg gegenüber Placebo für MACE wurde mit einer
Hazard Ratio von 0,80 [0,72; 0,90] [95% KI] bestätigt, was einer relativen Risikoreduktion von
MACE von 20 % entspricht. Die Reduktion von MACE mit subkutanem Semaglutid 2,4 mg wurdenicht durch Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, BMI zu Studienbeginn oder Grad der
Einschränkung der Nierenfunktion beeinflusst.
Oral verabreichtes Semaglutid hat eine geringe absolute Bioverfügbarkeit und eine variable
Resorption. Die tägliche Einnahme entsprechend der empfohlenen Dosierung in Kombination mit derlangen Halbwertszeit reduziert die Fluktuation der Exposition von Tag zu Tag.
Das pharmakokinetische Profil von oral verabreichtem Semaglutid wurde bei gesunden Probandenund bei Patienten mit Übergewicht oder Adipositas mittels populationsbasierter PK-Modellierungcharakterisiert. Nach oraler Verabreichung wurde die maximale Plasmakonzentration von Semaglutideine Stunde nach der Einnahme der Dosis erreicht. Die Halbwertszeit von Semaglutid beträgt etwa 1
Woche, was darauf hindeutet, dass die Steady-State-Exposition nach 4-5 Wochen einmal täglicher
Verabreichung erreicht wird. Die durchschnittliche vorhergesagte Konzentration betrug etwa77 nmol/l, wobei 90 % der mit 25 mg Semaglutid behandelten Probanden eine durchschnittliche
Konzentration zwischen 27 und 186 nmol/l aufwiesen.
Bei einer Dosierung von bis zu 25 mg einmal täglich stiegen die Konzentrationen im Steady-Stateannähernd proportional zur Dosis an. Die Gesamtvariabilität der AUC nach oraler Gabe von
Semaglutid wurde nach einer Einzeldosis auf 166 % geschätzt, wobei sowohl die Variabilitätinnerhalb der einzelnen Probanden als auch zwischen den Probanden berücksichtigt wurde. Im
Steady-State verringert sich die Variabilität der AUC aufgrund der täglichen Dosierung und derlangen Halbwertszeit von Semaglutid. Dies führt zu einer Gesamtvariabilität von 68 % (33 %
Variabilität innerhalb der einzelnen Probanden).
In vitro Daten zeigen, dass Natriumsalcaprozat die Resorption von Semaglutid ermöglicht. Die
Resorption von Semaglutid findet überwiegend im Magen statt.
Die geschätzte absolute Bioverfügbarkeit von Semaglutid beträgt nach oraler Verabreichung etwa 1-2 %.
Die Resorption von oral verabreichtem Semaglutid ist verringert, wenn es zusammen mit Nahrungoder großen Mengen Wasser eingenommen wird. Unterschiedliche Dosierungspläne für Semaglutidwurden untersucht. Studien zeigen, dass eine längere Fastenperiode vor und nach der Einnahme zueiner höheren Resorption führt.
VerteilungDas geschätzte absolute Verteilungsvolumen beträgt bei Patienten mit Übergewicht oder Adipositasungefähr 8,9 l. Semaglutid ist stark an Plasmaproteine gebunden (> 99 %).
Stoffwechsel/Biotransformation
Vor der Ausscheidung wird Semaglutid durch proteolytische Spaltung des Peptid-Backbones undsequentielle beta-Oxidation der Fettsäure-Seitenkette weitgehend verstoffwechselt. Das Enzym
Neutrale Endopeptidase (NEP) wurde als eines der aktiven Stoffwechselenzyme identifiziert.
EliminationDie primären Ausscheidungswege für Semaglutid-verwandte Stoffe sind Urin und Fäzes. Etwa 3 %der resorbierten Dosis wurden als intaktes Semaglutid über den Urin ausgeschieden.
Die absolute Semaglutid-Clearance betrug bei Patienten mit Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m2 bis< 30 kg/m2) oder Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2) etwa 0,04 l/h. Bei einer Eliminationshalbwertszeit vonungefähr 1 Woche wird Semaglutid noch ungefähr 7 Wochen nach der letzten Dosis von oralem
Semaglutid (Tablette) in der Blutbahn vorhanden sein.
Spezielle PopulationenDas Alter hatte gemäß der Daten aus den Phase-3-Studien mit Patienten im Alter von 18-92 Jahrenkeinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Semaglutid.
Geschlecht und ethnische ZugehörigkeitGeschlecht und ethnische Zugehörigkeit (weiß, schwarz, afroamerikanisch, asiatisch, hispanisch oderlateinamerikanisch, nicht-hispanisch oder -lateinamerikanisch) hatten keine Auswirkung auf die
Pharmakokinetik von Semaglutid gemäß der Daten aus Phase-3a-Studien.
KörpergewichtDas Körpergewicht wirkte sich auf die Semaglutid-Exposition aus. Ein höheres Körpergewicht warmit einer geringeren Exposition verbunden. Ein Unterschied von 20 % zwischen dem Gewicht der
Personen führt zu einem Expositionsunterschied von ungefähr 18 % basierend auf Daten zusubkutanem Semaglutid. In klinischen Studien hat die subkutane und orale Verabreichung von
Semaglutid zu klinisch wirksamen Expositionen im Körpergewichtsbereich von 54,4 bis 245,6 kggeführt.
Eingeschränkte NierenfunktionEine Einschränkung der Nierenfunktion beeinflusste die Pharmakokinetik von Semaglutid nicht inklinisch relevantem Maße. Dies wurde anhand einer einmal täglichen oralen Einnahme an 10aufeinanderfolgenden Tagen bei Patienten mit verschieden stark eingeschränkter Nierenfunktion(leicht, mittelschwer, schwer oder Dialysepatienten) im Vergleich zu Patienten mit normaler
Nierenfunktion nachgewiesen. Anhand der Daten aus Phase-3a-Studien wurde dies auch für Patientenmit Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2) oder Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2) und leichter bismittelschwerer Niereninsuffizienz nachgewiesen.
Eingeschränkte LeberfunktionEine eingeschränkte Leberfunktion hatte keinen Einfluss auf die Semaglutid-Exposition. Die
Pharmakokinetik von Semaglutid wurde bei Patienten mit verschieden stark eingeschränkter
Leberfunktion (leicht, mittelschwer, schwer) im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktionuntersucht. Dies geschah im Rahmen von Studien, in denen Semaglutid über 10 aufeinanderfolgende
Tage einmal täglich oral verabreicht wurde.
Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltrakts (chronische Gastritis und/oder gastroösophageale
Refluxkrankheit) hatten keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von oralverabreichtem Semaglutid. Die Pharmakokinetik wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 mitoder ohne Erkrankung des oberen Gastrointestinaltrakts untersucht, denen 10 Tage lang einmal täglichoral verabreichtes Semaglutid appliziert wurde. Dies zeigte sich auch bei Probanden mit Diabetesmellitus Typ 2 und einer Erkrankung des oberen Gastrointestinaltrakts, basierend auf Daten aus
Phase-3-Studien.
ImmunogenitätDie Bildung von Antikörpern gegen Semaglutid trat bei der Behandlung mit Semaglutid selten auf(siehe Abschnitt 4.8), und die Reaktion schien die Pharmakokinetik von Semaglutid nicht zubeeinflussen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von oral verabreichtem Semaglutid bei Kindern und Jugendlichenunter 18 Jahren wurden nicht untersucht.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe oder Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Bei Nagetieren beobachtete, nicht-letale C-Zelltumoren der Schilddrüse sind ein Klasseneffekt von
GLP-1-Rezeptoragonisten. In 2-Jahres-Karzinogenitätsstudien bei Ratten und Mäusen verursachte
Semaglutid bei klinisch relevanten Expositionen C-Zelltumoren der Schilddrüse. Im Zusammenhangmit der Behandlung wurden keine anderen Tumoren beobachtet. Die C-Zelltumoren bei Nagetierenwerden durch einen nicht-genotoxischen, spezifisch durch den GLP-1-Rezeptor vermittelten
Mechanismus verursacht, für den Nager besonders empfänglich sind. Die Relevanz für den Menschenwird als gering eingestuft, kann jedoch nicht komplett ausgeschlossen werden.
In Fertilitätsstudien an Ratten beeinträchtigte Semaglutid das Deckverhalten oder die Fertilitätmännlicher Ratten nicht. Bei weiblichen Ratten wurde bei Dosen, die mit einem maternalen
Gewichtsverlust einhergingen, eine Verlängerung des Östrus und eine geringe Abnahme der Anzahlder Corpora lutea (Ovulationen) beobachtet.
In embryofetalen Entwicklungsstudien an Ratten verursachte Semaglutid Embryotoxizität bei
Expositionen, die unter den klinisch relevanten Werten lagen. Semaglutid verursachte deutliche
Reduktionen des maternalen Körpergewichts und Verminderungen des Überlebens und Wachstums von
Embryonen. Bei Föten wurden schwere skelettale und viszerale Missbildungen beobachtet, darunter
Auswirkungen auf lange Knochen, Rippen, Wirbel, Schwanz, Blutgefäße und Hirnventrikel.
Mechanistische Auswertungen deuten darauf hin, dass an der Embryotoxizität eine durch den GLP-1-
Rezeptor vermittelte Beeinträchtigung der Nährstoffversorgung des Embryos über den Dottersack der
Ratte beteiligt ist. Aufgrund der anatomischen und funktionellen Unterschiede des Dottersacks zwischenden Spezies und aufgrund der fehlenden Expression des GLP-1-Rezeptors im Dottersack nicht-menschlicher Primaten gilt es als unwahrscheinlich, dass dieser Mechanismus für den Menschen relevantist. Jedoch kann eine direkte Auswirkung von Semaglutid auf den Fötus nicht ausgeschlossen werden.
In Entwicklungstoxizitätsstudien an Kaninchen und Javaneraffen wurden bei klinisch relevanten
Expositionen vermehrt Aborte und eine leicht erhöhte Inzidenz fötaler Anomalien beobachtet. Die
Ergebnisse fallen mit deutlichem maternalem Gewichtsverlust von bis zu 16 % zusammen. Ob diese
Effekte mit der verminderten maternalen Futteraufnahme als direkte Wirkung von GLP-1zusammenhängen, ist unbekannt.
Das postnatale Wachstum und die postnatale Entwicklung wurden an Javaneraffen beurteilt. Die
Neugeborenen waren bei der Geburt geringfügig kleiner, holten aber während der Stillzeit auf.
Bei juvenilen männlichen und weiblichen Ratten verursachte Semaglutid eine verzögerte
Geschlechtsreife. Diese Verzögerungen hatten keine Auswirkungen auf die Fertilität und reproduktive
Kapazität beider Geschlechter oder auf die Fähigkeit der Weibchen, eine Schwangerschaftaufrechtzuerhalten.
Natriumsalcaprozat
Magnesiumstearat
Nicht zutreffend.
3 Jahre.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Aufbewahrungsbedingungenerforderlich.
Alu/Alu-Blisterpackungen mit 10 Tabletten.
Packungsgrößen von: 10, 30 und 90 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.