VIZARSIN 100mg tablets merkblatt medikamente

G04BE03 Sildenafil • UROGENITALSYSTEM UND SEXUALHORMONE | UROLOGIKA | Mittel bei erektiler Dysfunktion

Sildenafil ist ein Medikament, das zur Behandlung von erektiler Dysfunktion (Impotenz) bei Männern und in einigen Fällen zur Behandlung von pulmonaler arterieller Hypertonie (einer Erkrankung mit hohem Blutdruck in den Blutgefäßen der Lunge) eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Phosphodiesterase-Typ-5 (PDE5)-Hemmer, die durch Entspannung der Blutgefäße und Erhöhung des Blutflusses in bestimmte Körperbereiche wirken.

Bei erektiler Dysfunktion wird Sildenafil oral eingenommen, in der Regel 30-60 Minuten vor der sexuellen Aktivität. Die Wirkung kann bis zu 4-6 Stunden anhalten, jedoch funktioniert das Medikament nicht ohne sexuelle Stimulation.

Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Verdauungsstörungen, verstopfte Nase, Schwindel und Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen oder erhöhte Lichtempfindlichkeit). In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenderen Reaktionen kommen, wie einem plötzlichen Blutdruckabfall, vorübergehendem Verlust des Seh- oder Hörvermögens oder Priapismus (eine verlängerte und schmerzhafte Erektion, die sofortige medizinische Hilfe erfordert).

Sildenafil ist kontraindiziert bei Personen, die Nitrate gegen Herzkrankheiten einnehmen, da die Kombination zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen kann. Es ist wichtig, dass Patienten ihre Krankengeschichte und andere eingenommene Medikamente mit ihrem Arzt besprechen, bevor sie mit der Behandlung mit Sildenafil beginnen.

Allgemeine Daten zu VIZARSIN 100mg

Substanz: Sildenafil

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2025

Handelsgesetzbuch: W54748002

Konzentration: 100mg

Pharmazeutisches Formblatt: tablets

Quantität: 4

Produktart: generic

Preis: 61.46 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: KRKA ,D.D., NOVO MESTO - SLOVENIA

Zulassungsinhaber: KRKA D.D. NOVO MESTO - SLOVENIA

Zulassungsnummer: 551/2009/02

Haltbarkeit: 2 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Sildenafil

Verfügbare Konzentrationen für Sildenafil

100mg, 10mg/ml, 12.5mg/actionare a pompei, 20mg, 25mg, 25mg/ml, 50mg, 75mg

Andere ähnliche Substanzen wie Sildenafil

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels VIZARSIN 100mg tablets

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Vizarsin 25 mg Filmtabletten

Vizarsin 50 mg Filmtabletten

Vizarsin 100 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält Sildenafilcitrat entsprechend 25 mg, 50 mg oder 100 mg Sildenafil.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Vizarsin 25 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 1,9 mg Lactose (als Monohydrat).

Vizarsin 50 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 3,8 mg Lactose (als Monohydrat).

Vizarsin 100 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 7,6 mg Lactose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Vizarsin 25 mg Filmtabletten

Weiße, oblongförmige Tabletten, auf einer Seite mit “25” gekennzeichnet.

Vizarsin 50 mg Filmtabletten

Weiße, oblongförmige Tabletten, auf einer Seite mit “50” gekennzeichnet.

Vizarsin 100 mg Filmtabletten

Weiße, oblongförmige Tabletten, auf einer Seite mit “100” gekennzeichnet.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Vizarsin wird zur Behandlung von erwachsenen Männern mit erektiler Dysfunktion angewendet.

Das ist die Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektionzu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Vizarsin kann nur wirken, wenn eine sexuelle Stimulation vorliegt.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung
Anwendung bei Erwachsenen

Die empfohlene Dosis beträgt 50 mg, sie ist ungefähr 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehreinzunehmen. Entsprechend der Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 100 mg erhöhtoder auf 25 mg verringert werden. Die empfohlene Maximaldosis beträgt 100 mg. Die Einnahme darfnicht häufiger als einmal täglich erfolgen. Wenn Vizarsin zusammen mit Nahrung eingenommen wird,kann der Wirkungseintritt im Vergleich zur Nüchterneinnahme verzögert sein (siehe Abschnitt 5.2).

Spezielle Patientengruppen
Ältere Patienten

Dosisanpassungen bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) sind nicht erforderlich.

Nierenfunktionsstörung

Die Dosierungsempfehlungen unter 'Anwendung bei Erwachsenen“ gelten auch für Patienten mitleichter bis mäßiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance = 30 bis 80 ml/min).

Da bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) die Sildenafil-

Clearance vermindert ist, sollte eine Dosierung von 25 mg erwogen werden. Entsprechend der

Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis bei Bedarf schrittweise auf 50 mg bis 100 mg erhöhtwerden.

Leberfunktionsstörung

Da bei Patienten mit Leberinsuffizienz (z. B. Leberzirrhose) die Sildenafil-Clearance vermindert ist,sollte eine Dosis von 25 mg erwogen werden. Entsprechend Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die

Dosis bei Bedarf schrittweise auf 50 mg bis 100 mg erhöht werden.

Kinder und Jugendliche

Vizarsin ist nicht für die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren angezeigt.

Anwendung bei Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen

Mit Ausnahme von Ritonavir, für das eine gleichzeitige Gabe von Sildenafil nicht angezeigt ist (siehe

Abschnitt 4.4), sollte bei erstmaliger Anwendung bei Patienten, die eine begleitende Behandlung mit

CYP3A4-Hemmstoffen erhalten, eine Dosis von 25 mg erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotonie bei Patienten, die mit Alphablockern behandeltwerden, möglichst gering zu halten, sollte die Alphablocker-Therapie vor Beginn der Sildenafil-

Behandlung stabil eingestellt sein. Darüber hinaus sollte eine Initialdosis von 25 mg Sildenafil in

Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-zyklisches-

Guanosinmonophosphat (cGMP)-Stoffwechsel (siehe Abschnitt 5.1) konnte gezeigt werden, dass

Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten verstärkt. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit

Stickstoffmonoxid-Donatoren (wie beispielsweise Amylnitrit) oder jeglichen Nitraten kontraindiziert.

Die Begleittherapie von PDE5-Hemmern, inklusive Sildenafil, mit Guanylatcyclase-Stimulatoren wie

Riociguat ist kontraindiziert, da es möglicherweise zu einer symptomatischen Hypotonie kommenkann (siehe Abschnitt 4.5).

Mittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wie auch Sildenafil sind bei Patienten, denen vonsexueller Aktivität abzuraten ist (z. B. Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wieinstabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz), nicht anzuwenden.

Bei Patienten, die aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie(NAION) ihre Sehkraft auf einem Auge verloren haben, ist Vizarsin kontraindiziert, unabhängigdavon, ob der Sehverlust mit einer vorherigen Einnahme eines PDE5-Hemmers in Zusammenhangstand oder nicht (siehe Abschnitt 4.4).

Bei folgenden Patienten wurde die Sicherheit von Sildenafil nicht untersucht, daher ist die Anwendungkontraindiziert: schwere Leberinsuffizienz, Hypotonie (Blutdruck < 90/50 mmHg), Patienten mitkürzlich erlittenem Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie mit bekannter erblich bedingter degenerativer

Retinaerkrankung wie beispielsweise Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten hat einegenetisch bedingte Störung der retinalen Phosphodiesterasen).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bevor eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen wird, sollte die Diagnose einer erektilen

Dysfunktion gestellt und zugrunde liegende Ursachen mittels Anamnese und körperlicher

Untersuchung ermittelt werden.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren

Vor dem Beginn jeglicher Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten die behandelnden Ärzte denkardiovaskulären Status ihrer Patienten berücksichtigen, da mit sexueller Aktivität ein gewisseskardiales Risiko einhergeht. Aufgrund seiner vasodilatatorischen Eigenschaften bewirkt Sildenafil eineleichte und vorübergehende Blutdrucksenkung (siehe Abschnitt 5.1). Vor der Verordnung von

Sildenafil sollen Ärzte sorgfältig erwägen, ob Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen durchdiese gefäßerweiternde Wirkung beeinträchtigt werden könnten, insbesondere in Kombination mitsexueller Aktivität. Zu Patienten mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber gefäßerweiternden

Substanzen gehören Patienten mit einer Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z. B.

Aortenstenose, hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie) oder Patienten mit dem seltenen Syndromder Multisystematrophie, das sich in einer schweren Störung der autonomen Blutdruckkontrollemanifestiert.

Sildenafil potenziert die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten (siehe Abschnitt 4.3).

Schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, einschließlich Herzinfarkt, instabile Angina pectoris,plötzlicher Herztod, ventrikuläre Arrhythmie, zerebrovaskuläre Blutung, transitorische ischämische

Attacke, Hypertonie und Hypotonie, wurden nach der Markteinführung im zeitlichen Zusammenhangmit dem Gebrauch von Sildenafil gemeldet. Die meisten dieser Patienten, aber nicht alle, hattenvorbestehende kardiovaskuläre Risikofaktoren. Für viele Ereignisse wurde gemeldet, dass sie währendoder kurz nach dem Geschlechtsverkehr auftraten, und für einige wenige, dass sie kurz nach dem

Gebrauch von Sildenafil ohne sexuelle Aktivität auftraten. Es ist unmöglich zu entscheiden, ob diese

Ereignisse direkt mit diesen Faktoren oder mit anderen Faktoren zusammenhängen.

Priapismus

Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion, auch mit Sildenafil, sollte dann mit Vorsicht erfolgen,wenn anatomische Penismissbildungen wie Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosaoder die Peyronie-Krankheit vorliegen, sowie bei Patienten mit für Priapismus prädisponierenden

Erkrankungen (wie Sichelzellanämie, Plasmozytom, Leukämie).

In der Post-Marketing-Überwachung wurde unter Sildenafil-Behandlung von verlängerten Erektionenund Priapismus berichtet. Im Fall einer länger als 4 Stunden andauernden Erektion sollte der Patientsofort medizinische Hilfe aufsuchen. Wenn ein Priapismus nicht sofort behandelt wird, kann dies zu

Gewebeschädigung im Penis und dauerhaftem Potenzverlust führen.

Gleichzeitige Anwendung von anderen PDE5-Hemmern oder anderen Behandlungsmethoden für dieerektile Dysfunktion

Es liegen keine Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil in Kombination mitanderen PDE5-Hemmern oder mit anderen Sildenafil-haltigen Arzneimitteln zur Behandlung einerpulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) oder mit anderen Behandlungen einer erektilen Dysfunktionvor. Die Anwendung solcher Kombinationen wird daher nicht empfohlen.

Auswirkungen auf das Sehvermögen

Fälle von Sehstörungen sind in Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-

Hemmern spontan berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Fälle von nicht arteriitischer anteriorerischämischer Optikusneuropathie (NAION), einer seltenen Erkrankung, sind in Zusammenhang mitder Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-Hemmern berichtet worden, sowohl spontan erfasstals auch in einer Anwendungsbeobachtung (siehe Abschnitt 4.8). Patienten müssen darüber aufgeklärtwerden, dass sie beim Auftreten einer plötzlichen Sehstörung jeglicher Art Vizarsin absetzen undsofort einen Arzt aufsuchen sollen (siehe Abschnitt 4.3).

Gleichzeitige Anwendung von Ritonavir

Eine gleichzeitige Gabe von Sildenafil und Ritonavir wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Gleichzeitige Anwendung von Alphablockern

Wenn Patienten unter Alphablocker-Therapie Sildenafil erhalten, ist Vorsicht geboten, da einegleichzeitige Anwendung bei einigen wenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer

Hypotonie führen kann (siehe Abschnitt 4.5). Am wahrscheinlichsten tritt diese innerhalb von4 Stunden nach Einnahme von Sildenafil auf. Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotoniemöglichst gering zu halten, sollten Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der

Behandlung mit Sildenafil hämodynamisch stabil eingestellt sein. Eine Initialdosis von 25 mg

Sildenafil sollte in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2). Darüber hinaus sollten Ärzte die

Patienten darüber aufklären, wie sie sich beim Auftreten von Symptomen einer orthostatischen

Hypotonie verhalten sollen.

Auswirkungen auf die Blutgerinnung

Studien an menschlichen Thrombozyten haben Hinweise darauf erbracht, dass Sildenafil die anti-aggregatorische Wirkung von Nitroprussid-Natrium in vitro verstärkt. Es liegen keine Daten über die

Unbedenklichkeit der Anwendung von Sildenafil an Patienten mit Blutungsstörungen oder aktivenpeptischen Ulzera vor. Daher sollte die Gabe von Sildenafil an diese Patienten nur nach sorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Sonstige Bestandteile

Der Filmüberzug der Tablette enthält Lactose. Männer mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Vizarsin nichteinnehmen.

Vizarsin enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Filmtablette, d.h., es ist nahezu'natriumfrei“.

Frauen

Für die Behandlung von Frauen ist Vizarsin nicht indiziert.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wirkungen anderer Arzneimittel auf Sildenafil
In-vitro-Studien

Der Sildenafil-Metabolismus wird grundsätzlich durch die Cytochrom-P450 (CYP)-Isoenzyme 3A4(Hauptweg) und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance kann folglich durch Inhibitorendieser Isoenzyme herabgesetzt und durch Induktoren dieser Isoenzyme gesteigert sein.

In-vivo-Studien

Die Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgeführten klinischen Studien wies auf einereduzierte Sildenafil-Clearance bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren (wie Ketoconazol,

Erythromycin, Cimetidin) hin. Obwohl bei den Patienten, die gleichzeitig CYP3A4-Inhibitorenerhielten, keine Zunahme von unerwünschten Ereignissen beobachtet wurde, sollte hier eine

Anfangsdosis von 25 mg in Erwägung gezogen werden.

Die gleichzeitige Gabe des HIV-Protease-Hemmstoffs Ritonavir im Steady State (zweimal täglich500 mg), der ein hochpotenter P450-Hemmstoff ist, und Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkteeine 300%ige (4-fache) Steigerung der Sildenafil-C max und eine 1 000%ige (11-fache) Steigerung der

Sildenafil-Plasma-AUC. Nach 24 Stunden betrugen die Sildenafil-Plasmaspiegel noch etwa 200 ng/mlim Vergleich zu 5 ng/ml, wenn Sildenafil alleine gegeben wurde. Dies entspricht den ausgeprägten

Effekten von Ritonavir auf ein breites Spektrum von P450-Substraten. Sildenafil hatte keine

Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Ritonavir. Aufgrund dieser pharmakokinetischen

Ergebnisse ist von der gleichzeitigen Gabe von Sildenafil und Ritonavir abzuraten (siehe Abschnitt4.4), und in jedem Fall sollte die maximale Sildenafil-Dosis unter keinen Umständen 25 mg innerhalb48 Stunden überschreiten.

Die gleichzeitige Gabe des HIV-Protease-Hemmstoffs Saquinavir, eines CYP3A4-Hemmstoffs, im

Steady State (dreimal täglich 1 200 mg) und von Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkte eine140%ige Steigerung der Sildenafil-C max und eine 210%ige Steigerung der Sildenafil-Plasma-AUC.

Sildenafil hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Saquinavir (siehe Abschnitt 4.2).

Bei stärkeren CYP3A4-Hemmstoffen wie Ketoconazol und Itraconazol dürften größere Effekte zuerwarten sein.

Bei Gabe einer Einzeldosis von 100 mg Sildenafil mit Erythromycin, einem mäßigen CYP3A4-

Hemmstoff, im Steady State (zweimal täglich 500 mg für 5 Tage) wurde die systemische Sildenafil-

Exposition (AUC) um 182 % gesteigert. Bei gesunden männlichen Probanden konnte ein Einfluss von

Azithromycin (500 mg täglich über 3 Tage) auf die AUC, Cmax, tmax, Eliminationsrate oder die sichdaraus ergebende Halbwertszeit von Sildenafil oder seinem Hauptmetaboliten nicht nachgewiesenwerden. Cimetidin (800 mg), ein Cytochrom-P450-Hemmstoff und unspezifischer CYP3A4-

Hemmstoff, bewirkte eine 56%ige Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel, wenn es gesunden

Probanden gleichzeitig mit Sildenafil (50 mg) gegeben wurde.

Grapefruitsaft ist ein schwacher Hemmstoff des CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand und kanneine geringe Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel bewirken.

Durch die Einmalgabe eines Antazidums (Magnesiumhydroxid/ Aluminiumhydroxid) wurde die

Bioverfügbarkeit von Sildenafil nicht beeinflusst.

Obwohl spezifische Interaktionsstudien nicht für alle Arzneimittel durchgeführt wurden, erbrachte die

Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgeführten klinischen Studien keine Veränderungender pharmakokinetischen Parameter von Sildenafil bei gleichzeitiger Behandlung mit CYP2C9-

Inhibitoren (wie Tolbutamid, Warfarin, Phenytoin), CYP2D6-Inhibitoren (wie selektiven Serotonin-

Wiederaufnahme-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva), Thiazid- und ähnlichen Diuretika,

Schleifen- und kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Calciumantagonisten, Betablockern oder

Substanzen, die den CYP450-Stoffwechsel induzieren (wie Rifampicin, Barbiturate). In einer Studiean gesunden männlichen Probanden führte die gleichzeitige Anwendung des Endothelin-Antagonisten

Bosentan (einem Induktor von CYP3A4 [mäßig], CYP2C9 und möglicherweise auch von CYP2C19)im Steady State (zweimal täglich 125 mg) zusammen mit Sildenafil im Steady State (dreimal täglich80 mg) zu einer Verringerung der AUC und der Cmax von Sildenafil um 62,6 % bzw. 55,4 %. Daherwird bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin erwartet, dass sieeine größere Abnahme der Plasmakonzentration von Sildenafil verursachen.

Nicorandil ist ein Wirkstoff, der gleichzeitig als Kaliumkanalöffner und als Nitrat wirkt. Aufgrund der

Nitratkomponente besteht die Möglichkeit, dass er zu einer schwerwiegenden Wechselwirkung mit

Sildenafil führt.

Wirkungen von Sildenafil auf andere Arzneimittel
In-vitro-Studien

Sildenafil ist ein schwacher Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und3A4 (IC50 > 150 µM). Angesichts der maximalen Plasmaspiegel von Sildenafil nach empfohlener

Dosierung von etwa 1 µM erscheint es unwahrscheinlich, dass Sildenafil die Clearance von Substratendieser Isoenzyme verändert.

Es liegen keine Daten hinsichtlich Wechselwirkungen zwischen Sildenafil und unspezifischen

Phosphodiesteraseinhibitoren wie Theophyllin oder Dipyridamol vor.

In-vivo-Studien

Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-cGMP-Stoffwechsel(siehe Abschnitt 5.1) konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von

Nitraten verstärkt. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit Stickstoffmonoxid-Donatoren oder jeglichen

Nitraten kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Riociguat

Präklinische Studien zeigten einen additiven Effekt auf die Senkung des systemischen Blutdrucks,wenn PDE5-Inhibitoren mit Riociguat kombiniert wurden. In klinischen Studien zeigte sich, dass

Riociguat den hypotensiven Effekt von PDE5-Hemmern verstärkt. Es gab keinen Hinweis auf einenpositiven klinischen Effekt dieser Kombination in der untersuchten Studienpopulation. Diegleichzeitige Verwendung von Riociguat zusammen mit PDE5-Hemmern, inklusive Sildenafil, istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Wenn Patienten unter Alphablocker-Therapie gleichzeitig Sildenafil erhalten, kann dies bei einigenwenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer Hypotonie führen. Am wahrscheinlichsten trittdiese innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme von Sildenafil auf (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). Indrei spezifischen Interaktionsstudien wurde der Alphablocker Doxazosin (4 mg und 8 mg) zusammenmit Sildenafil (25 mg, 50 mg oder 100 mg) an stabil eingestellte Doxazosin-Patienten mit benigner

Prostatahyperplasie (BPH) gegeben. Bei dieser Studienpopulation wurde ein zusätzlicher mittlerer

Blutdruckabfall von jeweils 7/7 mmHg, 9/5 mmHg und 8/4 mmHg im Liegen und 6/6 mmHg, 11/4mmHg und 4/5 mmHg im Stehen beobachtet. Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil an Patienten mitstabil eingestellter Doxazosin-Dosis gab es gelegentlich Berichte über eine symptomatischeorthostatische Hypotonie. Gemeldet wurden dabei Schwindelgefühl und Benommenheit, jedoch keine

Synkope.

Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil (50 mg) wurden keine signifikanten Wechselwirkungen mit

Tolbutamid (250 mg) oder mit Warfarin (40 mg) gezeigt, die beide durch CYP2C9 verstoffwechseltwerden.

Die durch Acetylsalicylsäure (150 mg) bewirkte Verlängerung der Blutungszeit wurde durch

Sildenafil (50 mg) nicht gesteigert.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol (maximale Blutalkoholspiegel im Mittel 80 mg/dl)wurde bei gesunden Probanden durch Sildenafil (50 mg) nicht verstärkt.

Bei gepoolter Analyse der Patientengruppe, die eine antihypertensive Medikation mit folgenden

Substanzklassen: Diuretika, Betarezeptorenblocker, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten,andere Antihypertensiva (direkte Vasodilatatoren und zentral wirksame Antihypertensiva),

Ganglienblocker, Calciumantagonisten und Alpharezeptorenblocker erhielten, ergab sich kein

Unterschied des Nebenwirkungsprofils zwischen Patienten, die zusätzlich Sildenafil, und Patienten,die zusätzlich Placebo erhielten. In einer gezielten Interaktionsstudie erhielten Hypertoniker Sildenafil(100 mg) zusammen mit Amlodipin. Es zeigte sich eine zusätzliche Senkung des Blutdrucks im

Liegen um systolisch 8 mmHg und diastolisch um 7 mmHg. Das Ausmaß dieser zusätzlichen

Blutdrucksenkung war ähnlich der Blutdrucksenkung, die beobachtet wurde nach alleiniger Gabe von

Sildenafil an gesunde Probanden (siehe Abschnitt 5.1).

Sildenafil (100 mg) beeinflusste nicht die Steady-State-Pharmakokinetik der

HIV-Protease-Hemmstoffe Saquinavir und Ritonavir, die beide CYP3A4-Substrate sind.

In gesunden männlichen Probanden führte Sildenafil im Steady State (80 mg dreimal täglich) zu einer

Erhöhung der AUC von Bosentan um 49,8 % und zu einer Erhöhung der Cmax von Bosentan um 42 %(Bosentan: 125 mg zweimal täglich).

Die zusätzliche Gabe einer Einzeldosis Sildenafil zu Sacubitril/Valsartan im Steady-State bei

Patienten mit Hypertonie war mit einer signifikant stärkeren Blutdrucksenkung verbunden als die

Gabe von Sacubitril/Valsartan allein. Daher ist Vorsicht geboten, wenn eine Behandlung mit Sildenafilbei Patienten begonnen wird, die mit Sacubitril/Valsartan behandelt werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Behandlung von Frauen ist Vizarsin nicht indiziert.

Es liegen keine geeigneten und gut kontrollierten Studien mit schwangeren oder stillenden Frauen vor.

In Reproduktionsstudien bei Ratten und Kaninchen wurden nach oraler Sildenafil-Applikation keinerelevanten unerwünschten Wirkungen festgestellt.

Bei einmaliger oraler Gabe von 100 mg Sildenafil an gesunde Probanden waren keine Effekte auf die

Motilität oder die Morphologie der Spermien festzustellen (siehe Abschnitt 5.1).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Da in klinischen Studien mit Sildenafil über Schwindel und Sehstörungen berichtet wurde, sollen die

Patienten darauf achten, wie sie auf die Einnahme von Vizarsin reagieren, bevor sie Auto fahren oder

Maschinen bedienen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Das Sicherheitsprofil von Sildenafil beruht auf 9.570 Patienten aus 74 doppelblindenplacebokontrollierten klinischen Studien. Die am häufigsten beschriebenen Nebenwirkungen bei denmit Sildenafil behandelten Patienten in klinischen Studien waren Kopfschmerzen, Flush, Dyspepsie,verstopfte Nase, Schwindel, Übelkeit, Hitzewallung, Sehstörungen, Zyanopsie und verschwommenes

Sehen.

Aus der Post-Marketing-Überwachung liegen gesammelte Berichte über Nebenwirkungen für einengeschätzten Zeitraum von > 10 Jahren vor. Da nicht alle Nebenwirkungen an den Inhaber der

Zulassung gemeldet und so in der Sicherheitsdatenbank erfasst werden, können die Häufigkeiten fürdiese Nebenwirkungen nicht zuverlässig bestimmt werden.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In der nachstehenden Tabelle werden alle medizinisch relevanten Nebenwirkungen, die in klinischen

Studien mit einer höheren Inzidenz als mit Placebo beschrieben wurden, nach Systemorganklassenund Häufigkeit (sehr häufig [ 1/10], häufig [ 1/100,  1/10], gelegentlich [ 1/1.000,  1/100],selten [ 1/10.000,  1/1.000]) angeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 1: Medizinisch relevante Nebenwirkungen, die in kontrollierten klinischen Studien miteiner höheren Inzidenz als unter Placebo beschrieben wurden, und medizinisch relevante

Nebenwirkungen, die aus der Überwachung nach Marktzulassung berichtet wurden.

Systemorgan- Sehr Häufig Gelegentlich Seltenklasse häufig ( 1/100, ( 1/1.000, ( 1/10.000, < 1/1.000)( 1/10) < 1/10) < 1/100)

Infektionen und Rhinitisparasitäre

Erkrankungen

Erkrankungen Überempfindlichdes keit

Immunsystems

Erkrankungen Kopfschme Schwindel Somnolenz, Schlaganfall, Transitorischedes rzen Hypästhesie ischämische Attacke,

Nervensystems Krampfanfall,

Rezidivierende

Krampfanfälle, Synkope

Augenerkrankun Veränderunge Tränenflussstöru Nicht arteriitische anterioregen n des ngen***, ischämische

Farbsehens**, Augenschmerze Optikusneuropathie

Sehstörungen, n, Photophobie, (NAION), Retinalerverschwomme Photopsie, Gefässverschluss,nes Sehen Okuläre Netzhautblutung,

Hyperämie, Arteriosklerotische

Visuelles Retinopathie, Erkrankung

Leuchten, der Retina, Glaukom,

Konjunktivitis Gesichtsfelddefekt,

Doppeltsehen, Sehschärfevermindert, Myopie,

Asthenopie, Mouchesvolantes, Iriserkrankung,

Mydriasis, Farbsäume,

Augenödem, Schwellung des

Auges, Augenerkrankung,

Bindehauthyperämie,

Augenreizung, Anomale

Sinnesempfindung des

Auges, Augenlidödem,

Skleraverfärbung

Erkrankungen Vertigo, Taubheitdes Ohrs und Tinnitusdes Labyrinths

Herzerkrankung Tachykardie, Plötzlicher Herztod,*en Palpitationen Herzinfarkt, Ventrikuläre

Arrhythmie,

Vorhofflimmern, instabile

Angina pectoris

Systemorgan- Sehr Häufig Gelegentlich Seltenklasse häufig ( 1/100, ( 1/1.000, ( 1/10.000, < 1/1.000)( 1/10) < 1/10) < 1/100)

Gefässerkranku Flush, Hypertonie,ngen Hitzewallung Hypotonie

Erkrankungen Verstopfte Epistaxis, Sinus- Engegefühl des Halses,der Atemwege, Nase Sekretstauung Nasenödeme, trockenedes Brustraums Nasenschleimhautund

Mediastinums

Erkrankungen Übelkeit, Gastroösophage Orale Hypästhesiades Dyspepsie ale

Gastrointestinalt Refluxerkrankunrakts g, Erbrechen,

Schmerzen im

Oberbauch,

Trockener Mund

Erkrankungen Ausschlag Syndrom Stevens-Johnson,*der Haut und toxische epidermaledes Nekrolyse*

Unterhautzellgewebes

Skelettmuskulat Myalgie,ur-, Schmerzen in

Bindegewebs- denund Extremitäten

Knochenerkrankungen

Erkrankungen Hämaturieder Nieren und

Harnwege

Erkrankungen Penisblutung Priapismus,der Hämatospermie, prolongierte

Geschlechtsorga Erektionne und der

Brustdrüse

Allgemeine Brustschmerzen Reizbarkeit

Erkrankungen Müdigkeitund Wärmegefühl

Beschwerdenam

Verabreichungsort

Untersuchungen erhöhte

Herzfrequenz

* Wurde nur während der Überwachung nach Markteinführung beschrieben

**Veränderungen des Farbsehens: Chloropsie, Chromatopsie, Zyanopsie, Erythropsie und Xanthopsie

***Tränenflussstörungen: Trockenes Auge, Erkrankungen des Tränenapparates, Tränensekretionverstärkt

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

In Studien erhielten gesunde Probanden Einzeldosen bis zu 800 mg. Die hierbei beobachteten

Nebenwirkungen waren ähnlich wie die bei niedrigeren Dosen, lediglich Inzidenz und Schweregradwaren erhöht. Dosen von 200 mg führten nicht zu einer stärkeren Wirksamkeit, jedoch zu einem

Anstieg der Inzidenz von Nebenwirkungen (Kopfschmerz, Flush, Schwindel, Dyspepsie, Verstopfungder Nase, Sehstörungen).

Maßnahmen

In Fällen einer Überdosierung sollten je nach Bedarf die üblichen unterstützenden Maßnahmeneingeleitet werden. Da Sildenafil in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden ist und renal nichteliminiert wird, ist durch eine Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologika; Arzneimittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion

ATC-Code: G04BE03

Wirkmechanismus

Sildenafil stellt eine orale Behandlung der erektilen Dysfunktion dar. Auf natürliche Weise, d. h. durchsexuelle Stimulation, wird die gestörte Erektionsfähigkeit durch eine Steigerung des Bluteinstroms inden Penis wiederhergestellt.

Der für die Erektion des Penis verantwortliche physiologische Mechanismus schließt die Freisetzungvon Stickstoffmonoxid (NO) im Corpus cavernosum während der sexuellen Stimulation ein. Das

Stickstoffmonoxid aktiviert das Enzym Guanylatcyclase, was zu erhöhten Spiegeln an zyklischem

Guanosinmonophosphat (cGMP) führt. Hierdurch kommt es zu einer Relaxation der glatten

Muskulatur im Corpus cavernosum, was den Bluteinstrom ermöglicht.

Sildenafil ist ein wirksamer und selektiver Hemmstoff der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase Typ5 (PDE5) im Corpus cavernosum, wo sie für den Abbau von cGMP verantwortlich ist. Sildenafil wirktperipher auf Erektionen. Sildenafil übt keinen direkten relaxierenden Effekt auf isoliertesmenschliches Corpus-cavernosum-Gewebe aus, es verstärkt jedoch die relaxierende Wirkung von NOauf dieses Gewebe. Wenn unter sexueller Stimulation die Aktivierung des NO/cGMP-

Stoffwechselweges stattfindet, bewirkt die PDE5-Hemmung durch Sildenafil erhöhte cGMP-Spiegelim Corpus cavernosum. Daher ist eine sexuelle Stimulation nötig, damit Sildenafil den beabsichtigtengünstigen pharmakologischen Effekt entwickeln kann.

Pharmakodynamische Wirkungen

In-vitro-Studien zeigten, dass Sildenafil für die PDE5, die am Erektionsprozess beteiligt ist, selektivist. Es wirkt stärker auf PDE5 als auf andere bekannte Phosphodiesterase-Isoenzyme. Gegenüber der

PDE6, die an dem Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist, hat Sildenafil eine 10-fachhöhere Selektivität. Bei den maximalen empfohlenen Dosen zeigt sich eine 80-fach höhere Selektivitätgegenüber PDE1 und eine über 700-fach höhere Selektivität gegenüber PDE2, 3, 4, 7, 8, 9, 10 und 11.

Sildenafil hat insbesondere eine mehr als 4 000-fach höhere Selektivität für PDE5 im Vergleich zu

PDE3, dem an der Steuerung der kardialen Kontraktilität beteiligten, cAMP-spezifischen

Phosphodiesterase-Isoenzym.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In zwei klinischen Studien wurde gezielt überprüft, innerhalb welchen Zeitfensters Sildenafil aufsexuelle Stimulation eine Erektion auslösen kann. Eine Untersuchung mittels Penisplethysmographie(RigiScan) bei nüchternen Patienten zeigte, dass bei den Patienten, die eine 60%ige Rigidität des Penis(die einen Geschlechtsverkehr ermöglicht) unter Sildenafil erreichten, im Mittel innerhalb von25 Minuten (Bereich: 12 bis 37 Minuten) die Wirkung eintrat. In einer weiteren RigiScan-

Untersuchung konnte Sildenafil noch 4 bis 5 Stunden nach oraler Einnahme auf sexuelle Stimulationeine Erektion auslösen.

Sildenafil bewirkt eine geringe und vorübergehende Reduktion des Blutdrucks, die in den meisten

Fällen keine klinisch relevanten Erscheinungen zur Folge hat. Im Mittel betrugen die maximalen

Blutdrucksenkungen im Liegen nach Einnahme von 100 mg Sildenafil systolisch 8,4 mmHg,diastolisch 5,5 mmHg. Diese Blutdrucksenkung spiegelt den vasodilatatorischen Effekt von Sildenafilwider, möglicherweise aufgrund erhöhter cGMP-Spiegel in der glatten Gefäßmuskulatur. Orale

Einzeldosen von bis zu 100 mg Sildenafil zeigten bei gesunden Probanden keine klinisch relevanten

EKG-Veränderungen.

In einer Studie zu den hämodynamischen Effekten einer oralen Einmalgabe von 100 mg Sildenafil bei14 Patienten mit schwerer (>70%ige Stenose mindestens einer Koronararterie) koronarer

Herzkrankheit (KHK) nahmen der mittlere systolische und der mittlere diastolische Blutdruck in Ruhegegenüber dem Ausgangswert um 7 % bzw. 6 % ab. Der mittlere pulmonale systolische Blutdrucknahm um 9 % ab. Sildenafil beeinflusste weder das Herzminutenvolumen noch beeinträchtigte es die

Durchblutung in den stenosierten Koronararterien.

In einer doppelblinden placebokontrollierten Belastungsstudie wurden 144 Patienten mit erektiler

Dysfunktion und stabiler chronischer Angina pectoris untersucht, die regelmäßig antianginöse

Medikation (außer Nitraten) erhielten. Unter Sildenafil traten im Vergleich zu Placebo keine klinischrelevanten Unterschiede in der Zeit bis zum Auftreten einer zum Abbruch zwingenden Angina auf.

Leichte und vorübergehende Veränderungen des Farbsehens (Blau/Grün) wurden bei einigen

Studienteilnehmern durch den Farnsworth-Munsell-100-Farben-Test 1 Stunde nach Einnahme von100 mg beobachtet, 2 Stunden nach Einnahme waren diese Veränderungen nicht mehr nachweisbar.

Der vermutete Mechanismus für diese Veränderung des Farbsehens bezieht sich auf die Hemmung der

PDE6, die bei dem Phototransduktionsprozess der Retina eine Rolle spielt. Sildenafil übt keinen

Einfluss auf die Sehschärfe oder das Kontrastsehen aus. In einer kleinen placebokontrollierten

Untersuchung bei neun Patienten mit dokumentierter altersbedingter Makuladegeneration im

Frühstadium zeigte Sildenafil als 100-mg-Einmaldosis in den durchgeführten Sehtests (Sehschärfe,

Amsler-Gitter, Lichtertest, Humphrey-Perimeter und Photostress-Test) keine signifikanten

Veränderungen.

Bei einmaliger oraler Gabe von 100 mg Sildenafil an gesunde Probanden wurden keine Effekte auf

Motilität oder Morphologie der Spermien festgestellt (siehe Abschnitt 4.6).

Weitere Informationen über klinische Studien

Sildenafil wurde in klinischen Studien an mehr als 8 000 Patienten im Alter von 19 bis 87 Jahrengegeben, wobei folgende Patientengruppen vertreten waren: ältere Patienten (19,9 %), Patienten mit

Hypertonie (30,9 %), Diabetes mellitus (20,3 %), ischämischer Herzkrankheit (5,8 %), Hyperlipidämie(19,8 %), Rückenmarkverletzungen (0,6 %), Depressionen (5,2 %), transurethraler Prostataresektion(3,7 %) und radikaler Prostatektomie (3,3 %). Folgende Patientengruppen waren nur unzureichendvertreten oder wurden aus den Studien ausgeschlossen: Patienten nach Operationen im kleinen

Becken, nach Radiatio, mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sowie mit bestimmten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (siehe Abschnitt 4.3).

In Studien mit festgelegter Dosis berichteten 62 % (25 mg), 74 % (50 mg) und 82 % (100 mg) der

Patienten über eine Verbesserung ihrer Erektion gegenüber 25 % unter Placebo. In kontrolliertenklinischen Studien war die Sildenafil-bedingte Abbruchrate niedrig und mit der unter Placebovergleichbar. In allen klinischen Studien lag die Rate der Patienten, die über eine Verbesserung unter

Sildenafil berichteten, je nach Patientengruppe bei: psychogene erektile Dysfunktion (84 %),gemischte erektile Dysfunktion (77 %), organisch bedingte erektile Dysfunktion (68 %), ältere

Patienten (67 %), Diabetes mellitus (59 %), koronare Herzkrankheit (69 %), Hypertonie (68 %),transurethrale Prostataresektion (61 %), radikale Prostatektomie (43 %), Rückenmarkverletzungen(83 %), Depressionen (75 %). Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil blieben in den

Langzeitstudien erhalten.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Sildenafil wird schnell resorbiert. Die maximalen beobachteten Plasmaspiegel werden innerhalb von30 bis 120 Minuten (Mittel: 60 Minuten) nach oraler Gabe im nüchternen Zustand erreicht. Diemittlere absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 41 % (Streubreite: 25 bis 63 %). Nach oraler

Einnahme von Sildenafil nehmen AUC und Cmax dosisproportional über den empfohlenen

Dosisbereich (25 bis 100 mg) zu.

Bei Einnahme von Sildenafil zusammen mit einer Mahlzeit ist die Resorptionsrate reduziert, die tmaxverzögert sich um 60 Minuten, während die Cmax im Mittel um 29 % verringert ist.

Verteilung

Das mittlere Verteilungsvolumen von Sildenafil im Steady State beträgt 105 l, was auf eine Verteilungin die Gewebe hinweist. Nach einer oralen Einmalgabe von 100 mg beträgt die mittlere maximale

Gesamtplasmakonzentration von Sildenafil ca. 440 ng/ml (CV 40 %). Da Sildenafil (und seinwichtigster im Blutkreislauf zirkulierender, N-desmethylierter Metabolit) zu 96 % an Plasmaproteinegebunden ist, ergibt sich hieraus eine mittlere maximale freie Sildenafil-Plasmakonzentration von18 ng/ml (38 nM). Die Proteinbindung ist unabhängig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.

Bei gesunden Probanden wurden 90 Minuten nach Gabe von Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) wenigerals 0,0002 % (im Mittel 188 ng) der gegebenen Menge im Ejakulat gefunden.

Biotransformation

Sildenafil wird überwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg) und

CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende Metabolit resultiert aus N-

Demethylierung von Sildenafil. Das Profil der Phosphodiesterase-Selektivität dieses Metaboliten istähnlich dem von Sildenafil und weist in vitro eine Hemmwirkung für PDE5 auf, die rund 50 %derjenigen der Stammsubstanz beträgt. Die Plasmaspiegel dieses Metaboliten betragen rund 40 % derfür Sildenafil beobachteten Werte. Der N-Desmethyl-Metabolit wird weiter verstoffwechselt, dieterminale Halbwertszeit beträgt rund 4 Stunden.

Elimination

Die gesamte Clearance von Sildenafil beträgt 41 l/h mit einer daraus resultierenden terminalen

Halbwertszeit von 3 bis 5 Stunden. Nach oraler oder intravenöser Gabe wird Sildenafil nach

Metabolisierung hauptsächlich über die Fäzes (rund 80 % der gegebenen oralen Dosis) und ingeringerem Maße über den Urin (rund 13 % der gegebenen oralen Dosis) ausgeschieden.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Ältere Patienten

Gesunde ältere Probanden (65 Jahre oder älter) zeigten eine herabgesetzte Sildenafil-Clearance, wobeidie Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven N-Desmethyl-Metaboliten ungefähr 90 % höherlagen als bei jüngeren gesunden Probanden (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhängigen

Veränderung der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel von freiem

Sildenafil bei rund 40 %.

Nierenfunktionsstörungen

Bei Probanden mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance = 30 bis80 ml/min) war die Pharmakokinetik nach einer oralen Sildenafil-Einzeldosis von 50 mg unverändert.

Die mittleren Werte für AUC und Cmax des N-Desmethyl-Metaboliten stiegen um bis zu 126 % bzw.bis zu 73 % im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Nierenfunktion.

Aufgrund der hohen interindividuellen Variabilität waren diese Unterschiede nicht statistischsignifikant. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in Erhöhungen von AUC (100 %) und

Cmax (88 %) im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Nierenfunktion.

Zusätzlich waren die AUC (200 %) und Cmax (79 %) des N-Desmethyl-Metaboliten signifikant erhöht.

Leberfunktionsstörungen

Bei Probanden mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh-Klassen A und B) war die

Clearance von Sildenafil herabgesetzt, was zu Erhöhungen von AUC (84 %) und Cmax (47 %) führte,im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Leberfunktion. Die

Pharmakokinetik von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde nichtuntersucht.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenziallassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Mikrokristalline Cellulose (E460)

Calciumhydrogenphosphat

Croscarmellose-Natrium

Hypromellose (E464)

Magnesiumstearat (E470b)

Filmüberzug:

Lactose-Monohydrat

Hypromellose (E464)

Titandioxid (E171)

Triacetin (E1518)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen (PVC-Folie/Aluminiumfolie): 1 Filmtablette, in einem Umkarton.

Blisterpackungen (perforierte Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen, PVC-

Folie/Aluminiumfolie): 4 x 1, 8 x 1 oder 12 x 1 Filmtablette, in Umkartons.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

KRKA, d.d., Novo mesto, Šmarješka cesta 6, 8501 Novo mesto, Slowenien

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

Vizarsin 25 mg Filmtabletten1 Filmtablette: EU/1/09/551/0014 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/0028 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/00312 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/004

Vizarsin 50 mg Filmtabletten1 Filmtablette: EU/1/09/551/0054 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/0068 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/00712 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/008

Vizarsin 100 mg Filmtabletten1 Filmtablette: EU/1/09/551/0094 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/0108 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/01112 x 1 Filmtablette: EU/1/09/551/012

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. September 2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. Mai 2014

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.