Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels VIAGRA 50mg schmelztabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
VIAGRA 50 mg Schmelztabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Schmelztablette enthält Sildenafilcitrat entsprechend 50 mg Sildenafil.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Schmelztablette
Blaue abgerundete, rautenförmige Schmelztabletten, auf einer Seite mit 'V50“ gekennzeichnet undauf der anderen Seite ohne Kennzeichnung
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
VIAGRA wird zur Behandlung von erwachsenen Männern mit erektiler Dysfunktion angewendet. Dasist die Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zuerreichen oder aufrechtzuerhalten.
VIAGRA kann nur wirken, wenn eine sexuelle Stimulation vorliegt.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungAnwendung bei ErwachsenenVIAGRA ist je nach Bedarf ungefähr 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen. Dieempfohlene Dosis beträgt 50 mg, eingenommen auf leeren Magen, da der gleichzeitige Verzehr von
Nahrung zu einer Verzögerung der Resorption und der Wirkung der Schmelztablette führt (siehe
Abschnitt 5.2).
Entsprechend der Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 100 mg erhöht werden. Dieempfohlene Maximaldosis beträgt 100 mg. Bei Patienten, bei denen die Dosis auf 100 mg gesteigertwerden muss, sollten 2 Schmelztabletten mit 50 mg hintereinander genommen werden. Die Einnahmedarf nicht häufiger als einmal täglich erfolgen. Wenn eine Dosis von 25 mg erforderlich ist, sollte die
Anwendung der 25-mg-Filmtabletten empfohlen werden.
Spezielle PatientengruppenÄltere PatientenDosisanpassungen bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) sind nicht erforderlich.
NierenfunktionsstörungDie Dosierungsempfehlungen unter 'Anwendung bei Erwachsenen“ gelten auch für Patienten mitleichter bis mäßiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance = 30 bis 80 ml/min).
Da bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) die Sildenafil-
Clearance vermindert ist, sollte eine Dosierung von 25 mg erwogen werden. Entsprechend der
Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis bei Bedarf schrittweise auf 50 mg bis 100 mg erhöhtwerden.
LeberfunktionsstörungDa bei Patienten mit Leberinsuffizienz (z. B. Leberzirrhose) die Sildenafil-Clearance vermindert ist,sollte eine Dosis von 25 mg erwogen werden. Entsprechend Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die
Dosis bei Bedarf schrittweise auf 50 mg bis 100 mg erhöht werden.
Kinder und JugendlicheBei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren besteht kein sinnvolles Anwendungsgebiet für
VIAGRA.
Anwendung bei Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen
Mit Ausnahme von Ritonavir, für das eine gleichzeitige Gabe von Sildenafil nicht angezeigt ist (siehe
Abschnitt 4.4), sollte bei erstmaliger Anwendung bei Patienten, die eine begleitende Behandlung mit
CYP3A4-Hemmstoffen erhalten, eine Dosis von 25 mg erwogen werden (siehe Abschnitt 4.5).
Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotonie bei Patienten, die mit Alphablockern behandeltwerden, möglichst gering zu halten, sollte die Alphablocker-Therapie vor Beginn der Sildenafil-
Behandlung stabil eingestellt sein. Darüber hinaus sollte eine Initialdosis von 25 mg Sildenafil in
Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Art der AnwendungZum Einnehmen
Die Schmelztablette sollte im Mund auf die Zunge gelegt werden und sollte sich dort auflösen, bevorsie mit oder ohne Wasser geschluckt wird. Sie sollte unmittelbar nach Entnahme aus der
Blisterpackung eingenommen werden. Patienten, die eine zweite 50-mg-Schmelztablette benötigen,um auf eine Dosis von 100 mg zu kommen, sollen die zweite Schmelztablette erst einnehmen,nachdem sich die erste Tablette vollständig aufgelöst hat.
Wenn die Schmelztabletten zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden, kommt esim Vergleich zur Nüchterneinnahme zu einer signifikanten Verzögerung der Resorption (siehe
Abschnitt 5.2). Es wird empfohlen, die Schmelztabletten auf leeren Magen einzunehmen. Die
Schmelztabletten können mit oder ohne Wasser eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Entsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-zyklisches-
Guanosinmonophosphat (cGMP)-Stoffwechsel (siehe Abschnitt 5.1) konnte gezeigt werden, dass
Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten verstärkt. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit
Stickstoffmonoxid-Donatoren (wie beispielsweise Amylnitrit) oder jeglichen Nitraten kontraindiziert.
Die Begleittherapie von PDE5-Hemmern, inklusive Sildenafil, mit Guanylatcyclase-Stimulatoren wie
Riociguat ist kontraindiziert, da es möglicherweise zu einer symptomatischen Hypotonie kommenkann (siehe Abschnitt 4.5).
Mittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wie auch Sildenafil sind bei Patienten, denen vonsexueller Aktivität abzuraten ist (z. B. Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wieinstabiler Angina pectoris oder schwerer Herzinsuffizienz), nicht anzuwenden.
Bei Patienten, die aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie(NAION) ihre Sehkraft auf einem Auge verloren haben, ist Sildenafil kontraindiziert, unabhängigdavon, ob der Sehverlust mit einer vorherigen Einnahme eines PDE5-Hemmers in Zusammenhangstand oder nicht (siehe Abschnitt 4.4).
Bei folgenden Patienten wurde die Sicherheit von Sildenafil nicht untersucht, daher ist die Anwendungkontraindiziert: schwere Leberinsuffizienz, Hypotonie (Blutdruck < 90/50 mmHg), Patienten mitkürzlich erlittenem Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie mit bekannter erblich bedingter degenerativer
Retinaerkrankung wie beispielsweise Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten hat einegenetisch bedingte Störung der retinalen Phosphodiesterasen).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bevor eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen wird, sollte die Diagnose einer erektilen
Dysfunktion gestellt und zugrunde liegende Ursachen mittels Anamnese und körperlicher
Untersuchung ermittelt werden.
Kardiovaskuläre RisikofaktorenVor dem Beginn jeglicher Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten die behandelnden Ärzte denkardiovaskulären Status ihrer Patienten berücksichtigen, da mit sexueller Aktivität ein gewisseskardiales Risiko einhergeht. Aufgrund seiner vasodilatatorischen Eigenschaften bewirkt Sildenafil eineleichte und vorübergehende Blutdrucksenkung (siehe Abschnitt 5.1). Vor der Verordnung von
Sildenafil sollen Ärzte sorgfältig erwägen, ob Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen durchdiese gefäßerweiternde Wirkung beeinträchtigt werden könnten, insbesondere in Kombination mitsexueller Aktivität. Zu Patienten mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber gefäßerweiternden
Substanzen gehören Patienten mit einer Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z. B.
Aortenstenose, hypertroph-obstruktive Kardiomyopathie) oder Patienten mit dem seltenen Syndromder Multisystematrophie, das sich in einer schweren Störung der autonomen Blutdruckkontrollemanifestiert.
VIAGRA potenziert die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten (siehe Abschnitt 4.3).
Schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse, einschließlich Herzinfarkt, instabile Angina pectoris,plötzlicher Herztod, ventrikuläre Arrhythmie, zerebrovaskuläre Blutung, transitorische ischämische
Attacke, Hypertonie und Hypotonie, wurden nach der Markteinführung im zeitlichen Zusammenhangmit dem Gebrauch von VIAGRA gemeldet. Die meisten dieser Patienten, aber nicht alle, hattenvorbestehende kardiovaskuläre Risikofaktoren. Für viele Ereignisse wurde gemeldet, dass sie währendoder kurz nach dem Geschlechtsverkehr auftraten, und für einige wenige, dass sie kurz nach dem
Gebrauch von VIAGRA ohne sexuelle Aktivität auftraten. Es ist unmöglich zu entscheiden, ob diese
Ereignisse direkt mit diesen Faktoren oder mit anderen Faktoren zusammenhängen.
PriapismusDie Behandlung einer erektilen Dysfunktion, auch mit Sildenafil, sollte dann mit Vorsicht erfolgen,wenn anatomische Penismissbildungen wie Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosaoder die Peyronie-Krankheit vorliegen, sowie bei Patienten mit für Priapismus prädisponierenden
Erkrankungen (wie Sichelzellanämie, Plasmozytom, Leukämie).
In der Post-Marketing-Überwachung wurde unter Sildenafil-Behandlung von verlängerten Erektionenund Priapismus berichtet. Im Fall einer länger als 4 Stunden andauernden Erektion sollte der Patientsofort medizinische Hilfe aufsuchen. Wenn ein Priapismus nicht sofort behandelt wird, kann dies zu
Gewebeschädigung im Penis und dauerhaftem Potenzverlust führen.
Gleichzeitige Anwendung von anderen PDE5-Hemmern oder anderen Behandlungsmethoden für dieerektile Dysfunktion
Es liegen keine Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil in Kombination mitanderen PDE5-Hemmern oder mit anderen Sildenafil-haltigen Arzneimitteln (REVATIO) zur
Behandlung einer pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) oder mit anderen Behandlungen einererektilen Dysfunktion vor. Die Anwendung solcher Kombinationen wird daher nicht empfohlen.
Auswirkungen auf das SehvermögenFälle von Sehstörungen sind in Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-
Hemmern spontan berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Fälle von nicht arteriitischer anteriorerischämischer Optikusneuropathie (NAION), einer seltenen Erkrankung, sind in Zusammenhang mitder Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-Hemmern berichtet worden, sowohl spontan erfasstals auch in einer Anwendungsbeobachtung (siehe Abschnitt 4.8). Patienten müssen darüber aufgeklärtwerden, dass sie beim Auftreten einer plötzlichen Sehstörung jeglicher Art VIAGRA absetzen undsofort einen Arzt aufsuchen sollen (siehe Abschnitt 4.3).
Gleichzeitige Anwendung von RitonavirEine gleichzeitige Gabe von Sildenafil und Ritonavir wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Gleichzeitige Anwendung von AlphablockernWenn Patienten unter Alphablocker-Therapie Sildenafil erhalten, ist Vorsicht geboten, da einegleichzeitige Anwendung bei einigen wenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer
Hypotonie führen kann (siehe Abschnitt 4.5). Am wahrscheinlichsten tritt diese innerhalb von4 Stunden nach Einnahme von Sildenafil auf. Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotoniemöglichst gering zu halten, sollten Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der
Behandlung mit Sildenafil hämodynamisch stabil eingestellt sein. Eine Initialdosis von 25 mg
Sildenafil sollte in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.2). Darüber hinaus sollten Ärzte die
Patienten darüber aufklären, wie sie sich beim Auftreten von Symptomen einer orthostatischen
Hypotonie verhalten sollen.
Auswirkungen auf die BlutgerinnungStudien an menschlichen Thrombozyten haben Hinweise darauf erbracht, dass Sildenafil dieanti-aggregatorische Wirkung von Nitroprussid-Natrium in vitro verstärkt. Es liegen keine Daten überdie Unbedenklichkeit der Anwendung von Sildenafil an Patienten mit Blutungsstörungen oder aktivenpeptischen Ulzera vor. Daher sollte die Gabe von Sildenafil an diese Patienten nur nach sorgfältiger
Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette. Patienten unter einernatriumarmen Diät können darüber informiert werden, dass dieses Arzneimittel nahezu 'natriumfrei“ist.
FrauenFür die Behandlung von Frauen ist VIAGRA nicht indiziert.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wirkungen anderer Arzneimittel auf SildenafilIn-vitro-StudienDer Sildenafil-Metabolismus wird grundsätzlich durch die Cytochrom-P450 (CYP)-Isoenzyme 3A4(Hauptweg) und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance kann folglich durch Inhibitorendieser Isoenzyme herabgesetzt und durch Induktoren dieser Isoenzyme gesteigert sein.
In-vivo-StudienDie Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgeführten klinischen Studien wies auf einereduzierte Sildenafil-Clearance bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren (wie Ketoconazol,
Erythromycin, Cimetidin) hin. Obwohl bei den Patienten, die gleichzeitig CYP3A4-Inhibitorenerhielten, keine Zunahme von unerwünschten Ereignissen beobachtet wurde, sollte hier eine
Anfangsdosis von 25 mg in Erwägung gezogen werden.
Die gleichzeitige Gabe des HIV-Protease-Hemmstoffs Ritonavir im Steady State (zweimal täglich500 mg), der ein hochpotenter P450-Hemmstoff ist, und Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkteeine 300%ige (4-fache) Steigerung der Sildenafil-C max und eine 1 000%ige (11-fache) Steigerung der
Sildenafil-Plasma-AUC. Nach 24 Stunden betrugen die Sildenafil-Plasmaspiegel noch etwa 200 ng/mlim Vergleich zu 5 ng/ml, wenn Sildenafil alleine gegeben wurde. Dies entspricht den ausgeprägten
Effekten von Ritonavir auf ein breites Spektrum von P450-Substraten. Sildenafil hatte keine
Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Ritonavir. Aufgrund dieser pharmakokinetischen
Ergebnisse ist von der gleichzeitigen Gabe von Sildenafil und Ritonavir abzuraten (siehe Abschnitt4.4), und in jedem Fall sollte die maximale Sildenafil-Dosis unter keinen Umständen 25 mg innerhalb48 Stunden überschreiten.
Die gleichzeitige Gabe des HIV-Protease-Hemmstoffs Saquinavir, eines CYP3A4-Hemmstoffs, im
Steady State (dreimal täglich 1 200 mg) und von Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) bewirkte eine140%ige Steigerung der Sildenafil-C max und eine 210%ige Steigerung der Sildenafil-Plasma-AUC.
Sildenafil hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Saquinavir (siehe Abschnitt 4.2).
Bei stärkeren CYP3A4-Hemmstoffen wie Ketoconazol und Itraconazol dürften größere Effekte zuerwarten sein.
Bei Gabe einer Einzeldosis von 100 mg Sildenafil mit Erythromycin, einem mäßigen CYP3A4-
Hemmstoff, im Steady State (zweimal täglich 500 mg für 5 Tage) wurde die systemische Sildenafil-
Exposition (AUC) um 182 % gesteigert. Bei gesunden männlichen Probanden konnte ein Einfluss von
Azithromycin (500 mg täglich über 3 Tage) auf die AUC, Cmax, tmax, Eliminationsrate oder die sichdaraus ergebende Halbwertszeit von Sildenafil oder seinem Hauptmetaboliten nicht nachgewiesenwerden. Cimetidin (800 mg), ein Cytochrom-P450-Hemmstoff und unspezifischer CYP3A4-
Hemmstoff, bewirkte eine 56%ige Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel, wenn es gesunden
Probanden gleichzeitig mit Sildenafil (50 mg) gegeben wurde.
Grapefruitsaft ist ein schwacher Hemmstoff des CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand und kanneine geringe Steigerung der Sildenafil-Plasmaspiegel bewirken.
Durch die Einmalgabe eines Antazidums (Magnesiumhydroxid/ Aluminiumhydroxid) wurde die
Bioverfügbarkeit von Sildenafil nicht beeinflusst.
Obwohl spezifische Interaktionsstudien nicht für alle Arzneimittel durchgeführt wurden, erbrachte die
Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgeführten klinischen Studien keine Veränderungender pharmakokinetischen Parameter von Sildenafil bei gleichzeitiger Behandlung mit CYP2C9-
Inhibitoren (wie Tolbutamid, Warfarin, Phenytoin), CYP2D6-Inhibitoren (wie selektiven Serotonin-
Wiederaufnahme-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva), Thiazid- und ähnlichen Diuretika,
Schleifen- und kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Calciumantagonisten, Betablockern oder
Substanzen, die den CYP450-Stoffwechsel induzieren (wie Rifampicin, Barbiturate). In einer Studiean gesunden männlichen Probanden führte die gleichzeitige Anwendung des Endothelin-Antagonisten
Bosentan (einem Induktor von CYP3A4 [mäßig], CYP2C9 und möglicherweise auch von CYP2C19)im Steady State (zweimal täglich 125 mg) zusammen mit Sildenafil im Steady State (dreimal täglich80 mg) zu einer Verringerung der AUC und der Cmax von Sildenafil um 62,6 % bzw. 55,4 %. Daherwird bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin erwartet, dass sieeine größere Abnahme der Plasmakonzentration von Sildenafil verursachen.
Nicorandil ist ein Wirkstoff, der gleichzeitig als Kaliumkanalöffner und als Nitrat wirkt. Aufgrund der
Nitratkomponente besteht die Möglichkeit, dass er zu einer schwerwiegenden Wechselwirkung mit
Sildenafil führt.
Wirkungen von Sildenafil auf andere ArzneimittelIn-vitro-StudienSildenafil ist ein schwacher Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und3A4 (IC50 > 150 µM). Angesichts der maximalen Plasmaspiegel von Sildenafil nach empfohlener
Dosierung von etwa 1 µM erscheint es unwahrscheinlich, dass VIAGRA die Clearance von Substratendieser Isoenzyme verändert.
Es liegen keine Daten hinsichtlich Wechselwirkungen zwischen Sildenafil und unspezifischen
Phosphodiesteraseinhibitoren wie Theophyllin oder Dipyridamol vor.
In-vivo-StudienEntsprechend seiner pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-cGMP-Stoffwechsel(siehe Abschnitt 5.1) konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von
Nitraten verstärkt. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit Stickstoffmonoxid-Donatoren oder jeglichen
Nitraten kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
RiociguatPräklinische Studien zeigten einen additiven Effekt auf die Senkung des systemischen Blutdrucks,wenn PDE5-Inhibitoren mit Riociguat kombiniert wurden. In klinischen Studien zeigte sich, dass
Riociguat den hypotensiven Effekt von PDE5-Hemmern verstärkt. Es gab keinen Hinweis auf einenpositiven klinischen Effekt dieser Kombination in der untersuchten Studienpopulation. Diegleichzeitige Verwendung von Riociguat zusammen mit PDE5-Hemmern, inklusive Sildenafil, istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Wenn Patienten unter Alphablocker-Therapie gleichzeitig Sildenafil erhalten, kann dies bei einigenwenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer Hypotonie führen. Am wahrscheinlichsten trittdiese innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme von Sildenafil auf (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). Indrei spezifischen Interaktionsstudien wurde der Alphablocker Doxazosin (4 mg und 8 mg) zusammenmit Sildenafil (25 mg, 50 mg oder 100 mg) an stabil eingestellte Doxazosin-Patienten mit benigner
Prostatahyperplasie (BPH) gegeben. Bei dieser Studienpopulation wurde ein zusätzlicher mittlerer
Blutdruckabfall von jeweils 7/7 mmHg, 9/5 mmHg und 8/4 mmHg im Liegen und 6/6 mmHg,11/4 mmHg und 4/5 mmHg im Stehen beobachtet. Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil an Patientenmit stabil eingestellter Doxazosin-Dosis gab es gelegentlich Berichte über eine symptomatischeorthostatische Hypotonie. Gemeldet wurden dabei Schwindelgefühl und Benommenheit, jedoch keine
Synkope.
Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil (50 mg) wurden keine signifikanten Wechselwirkungen mit
Tolbutamid (250 mg) oder mit Warfarin (40 mg) gezeigt, die beide durch CYP2C9 verstoffwechseltwerden.
Die durch Acetylsalicylsäure (150 mg) bewirkte Verlängerung der Blutungszeit wurde durch
Sildenafil (50 mg) nicht gesteigert.
Die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol (maximale Blutalkoholspiegel im Mittel 80 mg/dl)wurde bei gesunden Probanden durch Sildenafil (50 mg) nicht verstärkt.
Bei gepoolter Analyse der Patientengruppe, die antihypertensive Arzneimittel der folgenden
Substanzklassen: Diuretika, Betarezeptorenblocker, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten,andere Antihypertensiva (direkte Vasodilatatoren und zentral wirksame Antihypertensiva),
Ganglienblocker, Calciumantagonisten und Alpharezeptorenblocker erhielten, ergab sich kein
Unterschied des Nebenwirkungsprofils zwischen Patienten, die zusätzlich Sildenafil, und Patienten,die zusätzlich Placebo erhielten. In einer gezielten Interaktionsstudie erhielten Hypertoniker Sildenafil(100 mg) zusammen mit Amlodipin. Es zeigte sich eine zusätzliche Senkung des Blutdrucks im
Liegen um systolisch 8 mmHg und diastolisch um 7 mmHg. Das Ausmaß dieser zusätzlichen
Blutdrucksenkung war ähnlich der Blutdrucksenkung, die beobachtet wurde nach alleiniger Gabe von
Sildenafil an gesunde Probanden (siehe Abschnitt 5.1).
Sildenafil (100 mg) beeinflusste nicht die Steady-State-Pharmakokinetik der HIV-Protease-
Hemmstoffe Saquinavir und Ritonavir, die beide CYP3A4-Substrate sind.
In gesunden männlichen Probanden führte Sildenafil im Steady State (80 mg dreimal täglich) zu einer
Erhöhung der AUC von Bosentan um 49,8 % und zu einer Erhöhung der Cmax von Bosentan um 42 %(Bosentan: 125 mg zweimal täglich).
Die zusätzliche Gabe einer Einzeldosis Sildenafil zu Sacubitril/Valsartan im Steady-State bei
Patienten mit Hypertonie war mit einer signifikant stärkeren Blutdrucksenkung verbunden als die
Gabe von Sacubitril/Valsartan allein. Daher ist Vorsicht geboten, wenn eine Behandlung mit Sildenafilbei Patienten begonnen wird, die mit Sacubitril/Valsartan behandelt werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Für die Behandlung von Frauen ist VIAGRA nicht indiziert.
Es liegen keine geeigneten und gut kontrollierten Studien mit schwangeren oder stillenden Frauen vor.
In Reproduktionsstudien bei Ratten und Kaninchen wurden nach oraler Sildenafil-Applikation keinerelevanten unerwünschten Wirkungen festgestellt.
Bei einmaliger oraler Gabe von 100 mg Sildenafil an gesunde Probanden waren keine Effekte auf die
Motilität oder die Morphologie der Spermien festzustellen (siehe Abschnitt 5.1).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenVIAGRA hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.Da in klinischen Studien mit Sildenafil über Schwindel und Sehstörungen berichtet wurde, sollen die
Patienten darauf achten, wie sie auf die Einnahme von VIAGRA reagieren, bevor sie Auto fahren oder
Maschinen bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDas Sicherheitsprofil von VIAGRA beruht auf 9.570 Patienten aus 74 doppelblindenplacebokontrollierten klinischen Studien. Die am häufigsten beschriebenen Nebenwirkungen bei denmit Sildenafil behandelten Patienten in klinischen Studien waren Kopfschmerzen, Flush, Dyspepsie,verstopfte Nase, Schwindel, Übelkeit, Hitzewallung, Sehstörungen, Zyanopsie und verschwommenes
Sehen.
Aus der Post-Marketing-Überwachung liegen gesammelte Berichte über Nebenwirkungen für einengeschätzten Zeitraum von > 10 Jahren vor. Da nicht alle Nebenwirkungen an den Inhaber der
Zulassung gemeldet und so in der Sicherheitsdatenbank erfasst werden, können die Häufigkeiten fürdiese Nebenwirkungen nicht zuverlässig bestimmt werden.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn der nachstehenden Tabelle werden alle medizinisch relevanten Nebenwirkungen, die in klinischen
Studien mit einer höheren Inzidenz als mit Placebo beschrieben wurden, nach Systemorganklassenund Häufigkeit (sehr häufig [≥ 1/10], häufig [≥ 1/100, < 1/10], gelegentlich [≥ 1/1.000, < 1/100],selten [≥ 1/10.000, < 1/1.000]) angeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 1: Medizinisch relevante Nebenwirkungen, die in kontrollierten klinischen Studien miteiner höheren Inzidenz als unter Placebo beschrieben wurden, und medizinisch relevante
Nebenwirkungen, die aus der Überwachung nach Marktzulassung berichtet wurden.
Systemorgan- Sehr Häufig Gelegentlich Seltenklasse häufig (≥ 1/100, (≥ 1/1.000, (≥ 1/10.000, < 1/1.000)(≥ 1/10) < 1/10) < 1/100)
Infektionen und Rhinitisparasitäre
Erkrankungen
Erkrankungen Überempfindlichdes keit
Immunsystems
Erkrankungen Kopfschme Schwindel Somnolenz, Schlaganfall, Transitorischedes rzen Hypästhesie ischämische Attacke,
Nervensystems Krampfanfall*,
Rezidivierende
Krampfanfälle*, Synkope
Augenerkrankun Veränderunge Tränenflussstöru Nicht arteriitische anterioregen n des ngen***, ischämische
Farbsehens**, Augenschmerze Optikusneuropathie
Sehstörungen, n, Photophobie, (NAION)*, Retinalerverschwomme Photopsie, Gefässverschluss*,nes Sehen Okuläre Netzhautblutung,
Hyperämie, Arteriosklerotische
Visuelles Retinopathie, Erkrankung der
Leuchten, Retina, Glaukom,
Konjunktivitis Gesichtsfelddefekt,
Doppeltsehen, Sehschärfevermindert, Myopie,
Asthenopie, Mouchesvolantes, Iriserkrankung,
Mydriasis, Farbsäume,
Augenödem, Schwellung des
Auges, Augenerkrankung,
Bindehauthyperämie,
Augenreizung, Anomale
Sinnesempfindung des Auges,
Augenlidödem,
Skleraverfärbung
Erkrankungen Vertigo, Taubheitdes Ohrs und Tinnitusdes Labyrinths
Systemorgan- Sehr Häufig Gelegentlich Seltenklasse häufig (≥ 1/100, (≥ 1/1.000, (≥ 1/10.000, < 1/1.000)(≥ 1/10) < 1/10) < 1/100)
Herzerkrankung Tachykardie, Plötzlicher Herztod*,en Palpitationen Herzinfarkt, Ventrikuläre
Arrhythmie*,
Vorhofflimmern, instabile
Angina pectoris
Gefässerkranku Flush, Hypertonie,ngen Hitzewallung Hypotonie
Erkrankungen Verstopfte Epistaxis, Sinus- Engegefühl des Halses,der Atemwege, Nase Sekretstauung Nasenödeme, trockenedes Brustraums Nasenschleimhautund
Mediastinums
Erkrankungen Übelkeit, Gastroösophage Orale Hypästhesiades Dyspepsie ale
Gastrointestinalt Refluxerkrankunrakts g, Erbrechen,
Schmerzen im
Oberbauch,
Trockener Mund
Erkrankungen Ausschlag Syndrom Stevens-Johnson*,der Haut und toxische epidermaledes Nekrolyse*
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulat Myalgie,ur-, Schmerzen in
Bindegewebs- denund Extremitäten
Knochenerkrankungen
Erkrankungen Hämaturieder Nieren und
Harnwege
Erkrankungen Penisblutung, Priapismus*,der Hämatospermie, prolongierte
Geschlechtsorga Erektionne und der
Brustdrüse
Allgemeine Brustschmerzen Reizbarkeit
Erkrankungen Müdigkeit,und Wärmegefühl
Beschwerdenam
Verabreichungsort
Untersuchungen erhöhte
Herzfrequenz* Wurde nur während der Überwachung nach Markteinführung beschrieben
**Veränderungen des Farbsehens: Chloropsie, Chromatopsie, Zyanopsie, Erythropsie und Xanthopsie
***Tränenflussstörungen: Trockenes Auge, Erkrankungen des Tränenapparates, Tränensekretionverstärkt
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In Studien erhielten gesunde Probanden Einzeldosen bis zu 800 mg. Die hierbei beobachteten
Nebenwirkungen waren ähnlich wie die bei niedrigeren Dosen, lediglich Inzidenz und Schweregradwaren erhöht. Dosen von 200 mg führten nicht zu einer stärkeren Wirksamkeit, jedoch zu einem
Anstieg der Inzidenz von Nebenwirkungen (Kopfschmerz, Flush, Schwindel, Dyspepsie, Verstopfungder Nase, Sehstörungen).
In Fällen einer Überdosierung sollten je nach Bedarf die üblichen unterstützenden Maßnahmeneingeleitet werden. Da Sildenafil in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden ist und renal nichteliminiert wird, ist durch eine Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologika; Mittel bei erektiler Dysfunktion ATC-Code: G04B E03
WirkmechanismusSildenafil stellt eine orale Behandlung der erektilen Dysfunktion dar. Auf natürliche Weise, d. h. durchsexuelle Stimulation, wird die gestörte Erektionsfähigkeit durch eine Steigerung des Bluteinstroms inden Penis wiederhergestellt.
Der für die Erektion des Penis verantwortliche physiologische Mechanismus schließt die Freisetzungvon Stickstoffmonoxid (NO) im Corpus cavernosum während der sexuellen Stimulation ein. Das
Stickstoffmonoxid aktiviert das Enzym Guanylatcyclase, was zu erhöhten Spiegeln an zyklischem
Guanosinmonophosphat (cGMP) führt. Hierdurch kommt es zu einer Relaxation der glatten
Muskulatur im Corpus cavernosum, was den Bluteinstrom ermöglicht.
Sildenafil ist ein wirksamer und selektiver Hemmstoff der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase Typ5 (PDE5) im Corpus cavernosum, wo sie für den Abbau von cGMP verantwortlich ist. Sildenafil wirktperipher auf Erektionen. Sildenafil übt keinen direkten relaxierenden Effekt auf isoliertesmenschliches Corpus-cavernosum-Gewebe aus, es verstärkt jedoch die relaxierende Wirkung von NOauf dieses Gewebe. Wenn unter sexueller Stimulation die Aktivierung des
NO/cGMP-Stoffwechselweges stattfindet, bewirkt die PDE5-Hemmung durch Sildenafil erhöhtecGMP-Spiegel im Corpus cavernosum. Daher ist eine sexuelle Stimulation nötig, damit Sildenafil denbeabsichtigten günstigen pharmakologischen Effekt entwickeln kann.
Pharmakodynamische WirkungenIn-vitro-Studien zeigten, dass Sildenafil für die PDE5, die am Erektionsprozess beteiligt ist, selektivist. Es wirkt stärker auf PDE5 als auf andere bekannte Phosphodiesterase-Isoenzyme. Gegenüber der
PDE6, die an dem Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist, hat Sildenafil eine 10-fachhöhere Selektivität. Bei den maximalen empfohlenen Dosen zeigt sich eine 80-fach höhere Selektivitätgegenüber PDE1 und eine über 700-fach höhere Selektivität gegenüber PDE2, 3, 4, 7, 8, 9, 10 und 11.
Sildenafil hat insbesondere eine mehr als 4 000-fach höhere Selektivität für PDE5 im Vergleich zu
PDE3, dem an der Steuerung der kardialen Kontraktilität beteiligten, cAMP-spezifischen
Phosphodiesterase-Isoenzym.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn zwei klinischen Studien wurde gezielt überprüft, innerhalb welchen Zeitfensters Sildenafil aufsexuelle Stimulation eine Erektion auslösen kann. Eine Untersuchung mittels Penisplethysmographie(RigiScan) bei nüchternen Patienten zeigte, dass bei den Patienten, die eine 60%ige Rigidität des Penis(die einen Geschlechtsverkehr ermöglicht) unter Sildenafil erreichten, im Mittel innerhalb von25 Minuten (Bereich: 12 bis 37 Minuten) die Wirkung eintrat. In einer weiteren RigiScan-
Untersuchung konnte Sildenafil noch 4 bis 5 Stunden nach oraler Einnahme auf sexuelle Stimulationeine Erektion auslösen.
Sildenafil bewirkt eine geringe und vorübergehende Reduktion des Blutdrucks, die in den meisten
Fällen keine klinisch relevanten Erscheinungen zur Folge hat. Im Mittel betrugen die maximalen
Blutdrucksenkungen im Liegen nach Einnahme von 100 mg Sildenafil systolisch 8,4 mmHg,diastolisch 5,5 mmHg. Diese Blutdrucksenkung spiegelt den vasodilatatorischen Effekt von Sildenafilwider, möglicherweise aufgrund erhöhter cGMP-Spiegel in der glatten Gefäßmuskulatur. Orale
Einzeldosen von bis zu 100 mg Sildenafil zeigten bei gesunden Probanden keine klinisch relevanten
Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG).
In einer Studie zu den hämodynamischen Effekten einer oralen Einmalgabe von 100 mg Sildenafil bei14 Patienten mit schwerer (> 70%ige Stenose mindestens einer Koronararterie) koronarer
Herzkrankheit (KHK) nahmen der mittlere systolische und der mittlere diastolische Blutdruck in Ruhegegenüber dem Ausgangswert um 7 % bzw. 6 % ab. Der mittlere pulmonale systolische Blutdrucknahm um 9 % ab. Sildenafil beeinflusste weder das Herzminutenvolumen noch beeinträchtigte es die
Durchblutung in den stenosierten Koronararterien.
In einer doppelblinden placebokontrollierten Belastungsstudie wurden 144 Patienten mit erektiler
Dysfunktion und stabiler chronischer Angina pectoris untersucht, die regelmäßig antianginöse
Medikation (außer Nitraten) erhielten. Unter Sildenafil traten im Vergleich zu Placebo keine klinischrelevanten Unterschiede in der Zeit bis zum Auftreten einer zum Abbruch zwingenden Angina auf.
Leichte und vorübergehende Veränderungen des Farbsehens (Blau/Grün) wurden bei einigen
Studienteilnehmern durch den Farnsworth-Munsell-100-Farben-Test 1 Stunde nach Einnahme von100 mg beobachtet, 2 Stunden nach Einnahme waren diese Veränderungen nicht mehr nachweisbar.
Der vermutete Mechanismus für diese Veränderung des Farbsehens bezieht sich auf die Hemmung der
PDE6, die bei dem Phototransduktionsprozess der Retina eine Rolle spielt. Sildenafil übt keinen
Einfluss auf die Sehschärfe oder das Kontrastsehen aus. In einer kleinen placebokontrollierten
Untersuchung bei neun Patienten mit dokumentierter altersbedingter Makuladegeneration im
Frühstadium zeigte Sildenafil als 100-mg-Einmaldosis in den durchgeführten Sehtests (Sehschärfe,
Amsler-Gitter, Lichtertest, Humphrey-Perimeter und Photostress-Test) keine signifikanten
Veränderungen.
Bei einmaliger oraler Gabe von 100 mg Sildenafil an gesunde Probanden wurden keine Effekte auf
Motilität oder Morphologie der Spermien festgestellt (siehe Abschnitt 4.6).
Weitere Informationen über klinische StudienSildenafil wurde in klinischen Studien an mehr als 8 000 Patienten im Alter von 19 bis 87 Jahrengegeben, wobei folgende Patientengruppen vertreten waren: ältere Patienten (19,9 %), Patienten mit
Hypertonie (30,9 %), Diabetes mellitus (20,3 %), ischämischer Herzkrankheit (5,8 %), Hyperlipidämie(19,8 %), Rückenmarkverletzungen (0,6 %), Depressionen (5,2 %), transurethraler Prostataresektion(3,7 %) und radikaler Prostatektomie (3,3 %). Folgende Patientengruppen waren nur unzureichendvertreten oder wurden aus den klinischen Studien ausgeschlossen: Patienten nach Operationen imkleinen Becken, nach Radiatio, mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sowie mitbestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen (siehe Abschnitt 4.3).
In Studien mit festgelegter Dosis berichteten 62 % (25 mg), 74 % (50 mg) und 82 % (100 mg) der
Patienten über eine Verbesserung ihrer Erektion gegenüber 25 % unter Placebo. In kontrolliertenklinischen Studien war die Sildenafil-bedingte Abbruchrate niedrig und der unter Placebovergleichbar. In allen klinischen Studien lag die Rate der Patienten, die über eine Verbesserung unter
Sildenafil berichteten, je nach Patientengruppe bei: psychogene erektile Dysfunktion (84 %),gemischte erektile Dysfunktion (77 %), organisch bedingte erektile Dysfunktion (68 %), ältere
Patienten (67 %), Diabetes mellitus (59 %), koronare Herzkrankheit (69 %), Hypertonie (68 %),transurethrale Prostataresektion (61 %), radikale Prostatektomie (43 %), Rückenmarkverletzungen(83 %), Depressionen (75 %). Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil blieben in den
Langzeitstudien erhalten.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für VIAGRA eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei erektiler Dysfunktiongewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionSildenafil wird schnell resorbiert. Die maximalen beobachteten Plasmaspiegel werden innerhalb von30 bis 120 Minuten (Mittel: 60 Minuten) nach oraler Gabe im nüchternen Zustand erreicht. Diemittlere absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 41 % (Streubreite: 25 bis 63 %). Nach oraler
Einnahme von Sildenafil nehmen AUC und Cmax dosisproportional innerhalb des empfohlenen
Dosisbereichs (25 bis 100 mg) zu.
Bei Einnahme von Filmtabletten zusammen mit einer Mahlzeit ist die Resorptionsrate von Sildenafilreduziert, die tmax verzögert sich um 60 Minuten, während die Cmax im Mittel um 29 % verringert ist.
In einer klinischen Studie bei 36 gesunden männlichen Probanden im Alter ab 45 Jahren konnte
Bioäquivalenz zwischen den 50-mg-Schmelztabletten, eingenommen ohne Wasser, und den 50-mg-
Filmtabletten gezeigt werden. Bei Einnahme der 50-mg-Schmelztabletten mit Wasser war die AUC inderselben Studie unverändert, während die Cmax im Mittel um 14 % geringer war, verglichen mit der50-mg-Filmtablette.
Bei Einnahme der Schmelztabletten zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit ist die Resorptionsratevon Sildenafil reduziert, die mediane tmax verzögert sich um ungefähr 3,4 Stunden und die Cmax sowiedie AUC sind im Mittel um rund 59 % bzw. 12 % verringert, verglichen mit der Einnahme der
Schmelztabletten auf nüchternen Magen (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungDas mittlere Verteilungsvolumen von Sildenafil im Steady State beträgt 105 l, was auf eine Verteilungin die Gewebe hinweist. Nach einer oralen Einmalgabe von 100 mg beträgt die mittlere maximale
Gesamtplasmakonzentration von Sildenafil ca. 440 ng/ml (CV 40 %). Da Sildenafil (und seinwichtigster im Blutkreislauf zirkulierender, N-desmethylierter Metabolit) zu 96 % an Plasmaproteinegebunden ist, ergibt sich hieraus eine mittlere maximale freie Sildenafil-Plasmakonzentration von18 ng/ml (38 nM). Die Proteinbindung ist unabhängig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.
Bei gesunden Probanden wurden 90 Minuten nach Gabe von Sildenafil (100-mg-Einzeldosis) wenigerals 0,0002 % (im Mittel 188 ng) der gegebenen Menge im Ejakulat gefunden.
BiotransformationSildenafil wird überwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg) und
CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende Metabolit resultiert aus N-
Demethylierung von Sildenafil. Das Profil der Phosphodiesterase-Selektivität dieses Metaboliten istähnlich dem von Sildenafil und weist in vitro eine Hemmwirkung für PDE5 auf, die rund 50 %derjenigen der Stammsubstanz beträgt. Die Plasmaspiegel dieses Metaboliten betragen rund 40 % derfür Sildenafil beobachteten Werte. Der N-Desmethyl-Metabolit wird weiter verstoffwechselt, dieterminale Halbwertszeit beträgt rund 4 Stunden.
EliminationDie gesamte Clearance von Sildenafil beträgt 41 l/h mit einer daraus resultierenden terminalen
Halbwertszeit von 3 bis 5 Stunden. Nach oraler oder intravenöser Gabe wird Sildenafil nach
Metabolisierung hauptsächlich über die Fäzes (rund 80 % der gegebenen oralen Dosis) und ingeringerem Maße über den Urin (rund 13 % der gegebenen oralen Dosis) ausgeschieden.
Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen
Ältere PatientenGesunde ältere Probanden (65 Jahre oder älter) zeigten eine herabgesetzte Sildenafil-Clearance, wobeidie Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven N-Desmethyl-Metaboliten ungefähr 90 % höherlagen als bei jüngeren gesunden Probanden (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhängigen
Veränderung der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel von freiem
Sildenafil bei rund 40 %.
NierenfunktionsstörungBei Probanden mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance = 30 bis80 ml/min) war die Pharmakokinetik nach einer oralen Sildenafil-Einzeldosis von 50 mg unverändert.
Die mittleren Werte für AUC und Cmax des N-Desmethyl-Metaboliten stiegen um bis zu 126 % bzw.bis zu 73 % im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Nierenfunktion.
Aufgrund der hohen interindividuellen Variabilität waren diese Unterschiede nicht statistischsignifikant. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in Erhöhungen von AUC (100 %) und
Cmax (88 %) im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Nierenfunktion.
Zusätzlich waren die AUC (200 %) und Cmax (79 %) des N-Desmethyl-Metaboliten signifikant erhöht.
LeberfunktionsstörungBei Probanden mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh-Klassen A und B) war die
Clearance von Sildenafil herabgesetzt, was zu Erhöhungen von AUC (84 %) und Cmax (47 %) führte,im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Leberfunktion. Die
Pharmakokinetik von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurde nichtuntersucht.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenziallassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose
Hochdisperses, hydrophobes Siliciumdioxid
Croscarmellose-Natrium
Magnesiumstearat
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132)
Sucralose
Mannitol
Crospovidon
Poly(vinylacetat)
Povidon
Karamell-Aroma, enthält:
Maltodextrin
Dextrin
Vanille-Aroma, enthält:
Maltodextrin
Glycerol (E 422)
Propylenglycol (E 1520)
Zitronen-Aroma, enthält:
Maltodextrinall-rac-α-Tocopherol (E 307)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Aluminium-Blisterpackungen in Umkartons zu 2, 4, 8 oder 12 Schmelztabletten..
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungKeine besonderen Anforderungen
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Upjohn EESV
Rivium Westlaan 1422909 LD Capelle aan den IJssel
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/98/077/020
EU/1/98/077/021
EU/1/98/077/022
EU/1/98/077/023
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 14. September 1998
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. September 2008
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.