Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels VELTASSA 16.8g 16.8g / päckchen pulver zur herstellung einer suspension zum einnehmen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Veltassa 8,4 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Veltassa 16,8 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Veltassa 25,2 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Veltassa 8,4 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Jeder Beutel enthält 8,4 g Patiromer (als Patiromer-Calcium-Sorbitol-Hydrat (Patiromer Sorbitex
Calcium)).
Veltassa 16,8 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Jeder Beutel enthält 16,8 g Patiromer (als Patiromer-Calcium-Sorbitol-Hydrat (Patiromer Sorbitex
Calcium)).
Veltassa 25,2 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen
Jeder Beutel enthält 25,2 g Patiromer (als Patiromer-Calcium-Sorbitol-Hydrat (Patiromer Sorbitex
Calcium)).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.
Cremefarbenes bis hellbraunes Pulver mit vereinzelten weißen Partikeln.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Veltassa ist für die Behandlung einer Hyperkaliämie bei Erwachsenen indiziert.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Anfangsdosis liegt bei 8,4 g Patiromer einmal täglich.
Die Tagesdosis kann je nach Serumkaliumspiegel und gewünschtem Zielbereich in wöchentlichenoder auch längeren Intervallen angepasst werden. Die Tagesdosis kann um jeweils 8,4 g erhöht odergesenkt werden, je nachdem was zum Erreichen des Zielbereichs erforderlich ist. Die maximale Dosisbeträgt 25,2 g täglich. Wenn das Serumkalium unter den gewünschten Bereich fällt, sollte die Dosisreduziert oder die Behandlung abgebrochen werden.
Wenn die Einnahme einer Dosis vergessen wird, sollte diese Dosis möglichst bald noch am selben Tageingenommen werden. Die vergessene Dosis sollte nicht mit der nächsten Dosis zusammeneingenommen werden.
Die Einnahme von Veltassa sollte im Abstand von 3 Stunden zu anderen oral einzunehmenden
Arzneimitteln erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).
Der Wirkungseintritt von Veltassa erfolgt 4-7 Stunden nach der Verabreichung. Es sollte keine
Notfallbehandlung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie ersetzen.
Besondere PatientengruppenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Es liegen keine speziellen Empfehlungen für die Dosierung und Verabreichung bei dieser
Patientengruppe vor.
Dialysepatienten
Es liegen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Veltassa bei Dialysepatienten vor. In klinischen
Studien wurden keine speziellen Richtlinien für die Dosierung und Verabreichung bei diesen Patientenangewandt.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Veltassa bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Veltassa sollte folgendermaßen mit Wasser vermischt und zu einer Suspension einheitlicher
Konsistenz verrührt werden:
Die komplette Dosis sollte in ein Glas mit ca. 40 ml Wasser gegeben und verrührt werden. Danachweitere ca. 40 ml Wasser hinzufügen und die Suspension erneut gut verrühren. Das Pulver löst sichnicht auf. Zum Erreichen der gewünschten Konsistenz kann noch mehr Wasser hinzugefügt werden.
Die Mischung sollte innerhalb von einer Stunde nach Herstellung der Suspension eingenommenwerden. Wenn im ausgetrunkenen Glas noch Pulverrückstände verbleiben, Wasser nachfüllen,umrühren und sofort austrinken. Dieser Vorgang kann so oft wiederholt werden, bis die gesamte Dosiseingenommen wurde.
Die folgenden Flüssigkeiten oder weichen Nahrungsmittel können anstelle von Wasser zum Herstellender Mischung nach demselben, oben genannten Verfahren verwendet werden: Apfelsaft, Cranberrysaft,
Ananassaft, Orangensaft, Traubensaft, Birnensaft, Aprikosennektar, Pfirsichnektar, Joghurt, Milch,
Verdickungsmittel (zum Beispiel: Maisstärke), Apfelmus, Vanille- und Schokoladenpudding.
Der Kaliumgehalt der für die Herstellung der Mischung verwendeten Flüssigkeiten oder weichen
Nahrungsmittel sollte als Teil der für jeden Patienten individuell empfohlenen Kaliumaufnahme mitder Nahrung berücksichtigt werden.
Ganz allgemein sollte der Konsum von Cranberrysaft auf moderate Mengen beschränkt bleiben (zum
Beispiel auf weniger als 400 ml pro Tag), da eine Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln möglichist.
Veltassa kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig davon eingenommen werden. Es sollte nicht (z. B. inder Mikrowelle) erhitzt oder mit erhitzten Lebensmitteln oder Flüssigkeiten vermischt werden. Essollte nicht in trockenem Zustand eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Niedrige Magnesiumwerte
In klinischen Studien traten bei 9 % der mit Patiromer behandelten Patienten Serummagnesiumwerte< 1,4 mg/dl (0,58 mmol/l) auf. Der mittlere Abfall des Serummagnesiums lag bei 0,17 mg/dl(0,070 mmol/l) oder weniger. Das Serummagnesium sollte nach Einleitung der Behandlungmindestens einen Monat überwacht und die Gabe eines Magnesiumpräparats bei Patienten, dieniedrige Serummagnesiumspiegel entwickeln, in Erwägung gezogen werden.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsPatienten mit Darmverschluss oder einer größeren gastrointestinalen Operation, schweren
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts oder Schluckbeschwerden in der Anamnese wurden nicht indie klinischen Studien aufgenommen. Bei anderen Kaliumbindern wurde über gastrointestinale
Ischämien, Nekrosen und/oder Darmperforationen berichtet. Nutzen und Risiken einer Verabreichungvon Patiromer sollten vor und während der Behandlung bei Patienten mit aktuellen oder früherenschwerwiegenden Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts sorgfältig abgewogen werden.
Absetzen von Patiromer
Wird die Einnahme von Patiromer abgebrochen, kann der Serumkaliumspiegel wieder ansteigen, vorallem wenn weiterhin eine Behandlung mit Hemmern des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems(RAAS) erfolgt. Die Patienten müssen angewiesen werden, die Therapie nicht ohne vorherige
Absprache mit ihrem Arzt abzubrechen. Ein Anstieg des Serumkaliumwerts kann bereits 2 Tage nachder letzten Patiromer-Dosis eintreten.
Serumkaliumspiegel
Der Serumkaliumspiegel sollte bei klinischer Indikation überwacht werden, u. a. wenn Veränderungenbei Arzneimitteln vorgenommen werden, die einen Einfluss auf die Serumkaliumkonzentration haben(z. B. RAAS-Hemmer oder Diuretika), und nach Anpassung der Patiromer-Dosierung.
Begrenztheit der klinischen Daten
Patienten mit terminaler Nierenerkrankung (TNI)
Patiromer wurde nur bei einer begrenzten Anzahl von Patienten mit einer geschätzten glomerulären
Filtrationsrate (eGFR) < 15 ml/min/1,73 m² und von Patienten unter Dialysebehandlung untersucht.
Schwere Hyperkaliämie
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen bei Patienten mit Serumkaliumkonzentrationen über 6,5 mmol/lvor.
Langzeitexposition
In klinischen Studien mit Patiromer wurde keine Expositionsdauer von mehr als einem Jahruntersucht.
Informationen zu Sorbitol
Veltassa enthält Sorbitol als Bestandteil des Gegenionkomplexes. Der Sorbitolgehalt entspricht ca. 4 g(10,4 kcal) pro 8,4 g Patiromer. Patienten mit einer hereditären Fructoseintoleranz (HFI) sollten dieses
Arzneimittel nicht anwenden.
Informationen zu Calcium
Veltassa enthält Calcium als Bestandteil des Gegenionkomplexes. Das Calcium wird teilweisefreigesetzt und ein Teil davon möglicherweise resorbiert (siehe Abschnitt 5.1). Nutzen und Risikeneiner Verabreichung dieses Arzneimittels sollten bei Patienten mit Hyperkalzämie-Risiko sorgfältigabgewogen werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wirkung von Patiromer auf andere Arzneimittel
Patiromer besitzt die Eigenschaft, einige oral verabreichte Arzneimittel zu binden, wodurch sich derengastrointestinale Resorption vermindern könnte. Da Patiromer nicht vom Körper resorbiert odermetabolisiert wird, sind die Auswirkungen auf die Wirkungsweise anderer Arzneimittel begrenzt.
Aus Gründen der Vorsicht und aufgrund der unten zusammengefassten Daten sollte daher die
Einnahme von Patiromer im Abstand von mindestens 3 Stunden zu anderen oral verabreichten
Arzneimitteln erfolgen.
Die gleichzeitige Verabreichung von Patiromer zeigte eine reduzierte Bioverfügbarkeit von
Ciprofloxacin, Levothyroxin und Metformin. Es trat jedoch keine Wechselwirkung ein, wenn
Patiromer und diese Arzneimittel im Abstand von 3 Stunden eingenommen wurden.
In-vitro-Studien haben eine potenzielle Wechselwirkung von Patiromer mit Chinidin gezeigt.
Die gleichzeitige Verabreichung von Patiromer hatte jedoch keinen Einfluss auf die anhand der Flächeunter der Kurve gemessene Bioverfügbarkeit von Amlodipin, Cinacalcet, Clopidogrel, Furosemid,
Lithium, Metoprolol, Trimethoprim, Verapamil und Warfarin.
In-vitro-Studien haben keine potenzielle Wechselwirkung von Patiromer mit folgenden Wirkstoffengezeigt: Allopurinol, Amoxicillin, Apixaban, Acetylsalicylsäure, Atorvastatin, Cephalexin, Digoxin,
Glipizid, Lisinopril, Phenytoin, Riboflavin, Rivaroxaban, Spironolacton und Valsartan.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine Daten für die Anwendung von Patiromer bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien geben keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen im
Hinblick auf Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Aus Gründen der Vorsicht sollte die Anwendung von Patiromer während der Schwangerschaftunterbleiben.
StillzeitEs werden keine Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Säuglinge erwartet, da die systemische
Exposition der stillenden Mutter gegenüber Patiromer vernachlässigbar ist. Bei der Entscheidung, obabgestillt oder die Patiromer-Therapie beendet/abgesetzt werden sollte, ist der Nutzen des Stillens fürdas Kind gegen den Nutzen der Therapie für die Frau abzuwägen.
FertilitätDaten zu den Auswirkungen von Patiromer auf die Fertilität bei Menschen liegen nicht vor.
Tierexperimentelle Studien zeigten keine Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit oder Fertilität(siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenPatiromer hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsBei einem Großteil der gemeldeten unerwünschten Wirkungen (UWs) aus den Studien handelte es sichum gastrointestinale Störungen, wobei am häufigsten von Obstipation (6,2 %), Diarrhö (3 %),
Abdominalschmerzen (2,9 %), Flatulenz (1,8 %) und Hypomagnesiämie (5,3 %) berichtet wurde. Diegastrointestinalen Störungen waren im Allgemeinen von leichter bis mittelschwerer Ausprägung,schienen dosisunabhängig zu sein, verschwanden in der Regel spontan oder nach Behandlung undwurden in keinem Fall als schwerwiegend bezeichnet. Die Hypomagnesiämie war leicht bismittelschwer, wobei kein Patient einen Serummagnesiumspiegel < 1 mg/dl (0,4 mmol/l) erreichte.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn der folgenden Tabelle sind die Nebenwirkungen nach Organklasse und Häufigkeit aufgelistet. Beiden Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig(≥1/100, <1/10) und gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten(<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb der Häufigkeitsgruppen sind die unerwünschten Arzneimittelwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad aufgeführt.
Systemorganklassen Häufig Gelegentlichgemäß MedDRA
Stoffwechsel- und Hypomagnesiämie
Ernährungsstörungen
Störungen des Obstipation Übelkeit
Gastrointestinaltrakts Diarrhö Erbrechen
Abdominalschmerz
Flatulenz
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Da eine übermäßige Dosierung von Veltassa zu einer Hypokaliämie führen kann, sollten die
Serumkaliumspiegel überwacht werden. Patiromer wird nach ca. 24 bis 48 Stunden ausgeschieden, jenach durchschnittlicher gastrointestinaler Transitzeit. Wenn festgestellt wird, dass eine medizinische
Intervention erforderlich ist, können angemessene Maßnahmen zur Wiederherstellung des
Serumkaliumwerts erwogen werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Arzneimittel zur Behandlung von Hyperkaliämie und
Hyperphosphatämie. ATC-Code: V03AE09
WirkmechanismusPatiromer ist ein nicht resorbierbares Kationenaustauschpolymer, das einen Calciumsorbitolkomplexals Gegenion enthält.
Patiromer erhöht die fäkale Kaliumausscheidung durch die Bindung von Kalium im Lumen des
Gastrointestinaltrakts. Die Kaliumbindung lässt die Konzentration des freien Kaliums im
Gastrointestinallumen absinken und führt so zu einer Verringerung des Serumkaliumspiegels.
Pharmakodynamische WirkungenBei gesunden Erwachsenen verursachte Patiromer einen dosisabhängigen Anstieg der fäkalen
Kaliumausscheidung und eine entsprechende Verringerung der Kaliumausscheidung im Urin, ohnedass eine Veränderung des Serumkaliums beobachtet werden konnte. Eine einmal täglich über einen
Zeitraum von 6 Tagen verabreichte Dosis von 25,2 g Patiromer bewirkte einen mittleren Anstieg derfäkalen Kaliumausscheidung von 1.283 mg/Tag und eine mittlere Verringerung der
Kaliumausscheidung im Urin von 1.438 mg/Tag. Die tägliche Calciumausscheidung über den Urinstieg gegenüber der Baseline um 53 mg/Tag.
In einer Open-Label-Studie zur Untersuchung der Zeit bis zum Wirkungseintritt konnte bei
Hyperkaliämie-Patienten 7 Stunden nach der ersten Dosis eine statistisch signifikante Verringerungdes Serumkaliums beobachtet werden. Nach dem Absetzen von Patiromer blieben die Kaliumspiegelnach der letzten Dosis 24 Stunden lang stabil, anschließend stiegen sie während eines 4-tägigen
Beobachtungszeitraums wieder an.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit und Wirksamkeit von Patiromer wurden in einer zweiteiligen, einfachblinden,randomisierten Absetzungsstudie nachgewiesen, in der diese Behandlung an Hyperkaliämie-Patientenmit chronischer Nierenerkrankung (CKD) und einer gleichbleibenden Dosierung von wenigstenseinem RAAS-Hemmer (d. h. Angiotensinkonversionsenzymhemmer [ACE-Hemmer], Angiotensin-II-
Rezeptorblocker [ARB] oder Aldosteronantagonist [AA]) untersucht wurde.
In Teil A wurden 243 Patienten 4 Wochen lang mit Patiromer behandelt. Patienten mit einem
Baseline-Serumkalium von 5,1 mEq/l bis < 5,5 mEq/l (mmol/l) erhielten eine Anfangsdosis von 8,4 g
Patiromer pro Tag (auf mehrere Gaben verteilt) und Patienten mit einem Baseline-Serumkalium von5,5 mEq/l bis < 6,5 mEq/l erhielten eine Anfangsdosis von 16,8 g Patiromer pro Tag (auf mehrere
Gaben verteilt). Die Dosierung wurde bedarfsgerecht je nach Serumkaliumspiegel angepasst,beginnend an Tag 3 sowie anschließend an den jeweiligen Wochenterminen bis zum Ende des 4-wöchigen Behandlungszeitraums, mit der Vorgabe, den Serumkaliumspiegel im Zielbereich(3,8 mEq/l bis < 5,1 mEq/l/l) zu halten. Dabei belief sich die mittlere Patiromer-Tagesdosis auf 13 gbzw. 21 g bei Patienten mit einem Serumkaliumspiegel von 5,1 bis < 5,5 mEq/l bzw. 5,5 bis< 6,5 mEq/l.
Das mittlere Alter der Patienten lag bei 64 Jahren (54 % waren 65 Jahre und älter, 17 % waren75 Jahre und älter), 58 % der Patienten waren Männer und 98 % Weiße. Ca. 97 % der Patienten littenan Bluthochdruck, 57 % an Typ-2-Diabetes und 42 % an einer Herzinsuffizienz.
Der mittlere Serumkaliumspiegel und die Veränderung des Serumkaliumspiegels vom Baseline-Wert,
Teil A, bis zu Woche 4, Teil A, sind in Tabelle 1 zu finden. In Bezug auf den sekundären Endpunktvon Teil A galt, dass 76 % (95%-KI: 70 %, 81 %) der Patienten nach Woche 4 von Teil A einen
Serumkaliumspiegel im Zielbereich von 3,8 mEq/l bis < 5,1 mEq/l aufwiesen.
Tabelle 1: Patiromer-Behandlungsphase (Teil A): Primärer Endpunkt
Baseline-Kalium Gesamtpopulation5,1 bis < 5,5 mEq/l 5,5 bis < 6,5 mEq/l (n = 237)(n = 90) (n = 147)
Serumkalium (mEq/l)
Baseline, Mittelwert 5,31 (0,57) 5,74 (0,40) 5,58 (0,51)(SA)
Woche 4, −0,65 ± 0,05 −1,23 ± 0,04 −1,01 ± 0,03
Veränderung zur
Baseline, Mittelwert (−0,74, −0,55) (−1,31, −1,16) (−1,07, −0,95)± SF (95%-KI)p-Wert < 0,001
In Teil B wurden 107 Patienten mit einem Baseline-Serumkalium von 5,5 mEq/l bis < 6.5 mEq/l in
Teil A, deren Serumkaliumspiegel nach Woche 4 von Teil A im Zielbereich (3,8 mEq/l bis< 5,1 mEq/l) lag und die noch immer eine Behandlung mit RAAS-Hemmer erhielten, randomisiert undsetzten entweder die Patiromer-Behandlung fort oder erhielten über einen Zeitraum von 8 Wochen ein
Placebo, um zu untersuchen, wie sich das Absetzen der Patiromer-Behandlung auf das Serumkaliumauswirkt. Dabei betrug die mittlere Tagesdosis bei den Patienten der Patiromer-Gruppe zu Beginn von
Teil B und im Verlauf von Teil B jeweils 21 g.
Der primäre Endpunkt von Teil B war die Veränderung des Serumkaliums vom Baseline-Wert in
Teil B bis zum ersten Termin, an dem das Serumkalium des Patienten zum ersten Mal außerhalb des
Bereichs von 3,8 bis < 5,5 mEq/l lag, oder bis Woche 4 von Teil B, sofern das Serumkalium des
Patienten in diesem Bereich blieb. In Teil B stieg das Serumkalium bei Patienten unter Placebosignifikant im Vergleich zu Patienten, die weiterhin mit Patiromer behandelt wurden (p < 0,001).
Die Zahl der Placebo-Patienten (91 % [95%-KI: 83 %, 99 %]), die im Verlauf von Teil B einen
Serumkaliumspiegel ≥ 5,1 mEq/l entwickelte, war höher als die entsprechende Anzahl der Patiromer-
Patienten (43 % [95%-KI: 30 %, 56 %]), p < 0,001. Die Zahl der Placebo-Patienten (60 % [95%-KI:47 %, 74 %]), die im Verlauf von Teil B einen Serumkaliumspiegel ≥ 5,5 mEq/l entwickelte, warhöher als die entsprechende Anzahl der Patiromer-Patienten (15 % [95%-KI: 6 %, 24 %]), p < 0,001.
In Teil B wurde außerdem untersucht, inwieweit eine Begleitmedikation mit RAAS-Hemmernmöglich ist: Zweiundfünfzig Prozent (52 %) der Patienten, die ein Placebo erhielten, setzten die
Behandlung mit dem RAAS-Hemmer wegen einer wiederkehrenden Hyperkaliämie ab, im Vergleichzu 5 % der Patienten, die mit Patiromer behandelt wurden.
Die Wirkung der Patiromer-Behandlung wurde bis zu 52 Wochen lang in einer Open-Label Studie an304 Hyperkaliämie-Patienten mit CKD und Diabetes mellitus vom Typ 2 untersucht, die einegleichbleibende Dosis eines RAAS-Hemmers erhielten. Das mittlere Alter der Patienten lag bei66 Jahren (59,9 % waren 65 Jahre und älter, 19,7% waren 75 Jahre und älter), 63 % der Patientenwaren Männer und alle Weiße. Die Verringerung des Serumkaliumspiegels unter Patiromer konnte inder 1-jährigen Langzeitbehandlung aufrechterhalten werden (siehe Abbildung 1), wobei eine
Hypokaliämie nur selten auftrat (2,3 %) und die Mehrheit der Patienten (97,7 %) die angestrebten
Serumkaliumspiegel erreichen und beibehalten konnte (insgesamt lag der Serumkaliumspiegelwährend der Erhaltungsphase etwa 80 % der Zeit innerhalb des Zielbereichs). Bei Patienten mit einem
Serumkalium von > 5,0 bis 5,5 mEq/l und einer Anfangsdosis von 8,4 g Patiromer pro Tag betrug diemittlere Tagesdosis 14 g und bei Patienten mit einem Serumkalium von > 5,5 bis < 6,0 mEq/l undeiner Anfangsdosis von 16,8 g Patiromer pro Tag 20 g während der gesamten Studie.
Abbildung 1: Mittleres (95%-KI) Serumkalium im zeitlichen Verlauf
Baseline-Serum-K+ > 5,0 bis 5,5 mEq/l
Baseline-Serum-K+ > 5,5 bis < 6,0 mEq/l
Studientermin (Woche) Nachsorge(Tag)
Zahl der Patienten:
Untergruppe mitniedrigerem K+: 218 199 192 175 168 161 161 163 158 156 151 148 149 145 131 126
Untergruppe mithöherem K+: 83 73 70 65 62 62 62 61 53 53 53 52 49 49 48 47
Die Eigenschaft von Patiromer, eine gleichzeitige Spironolacton-Therapie zu ermöglichen, wurde ineiner randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an Patienten mit Herzinsuffizienzuntersucht, bei denen die Gabe von AA klinisch angezeigt war. Die Patienten begannen die Einnahmevon Spironolacton mit 25 mg/Tag zeitgleich zu ihrer randomisierten Behandlung (Patiromer 12,6 gzweimal täglich oder Placebo) und steigerten ihre Dosis auf 50 mg/Tag nach Tag 14, sofern das
Serumkalium > 3,5 und ≤ 5,1 mEq/l betrug. Bei den 105 Patienten, die randomisiert wurden und die
Studienmedikation (Patiromer 56; Placebo 49) erhielten, lag das mittlere Alter bei 68,3 Jahren, 60,6 %waren Männer, 97,1 % Weiße und die mittlere eGFR betrug 81,3 ml/min. Der mittlere Baseline-
Serumkaliumspiegel betrug 4,71 mEq/l bei Patiromer und 4,68 mEq/l beim Placebo.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt, die Veränderung des Serumkaliums von der Baseline bis zum
Ende des 28-tägigen Behandlungszeitraums, war in der Patiromer-Gruppe (p < 0,001) (LSQ-
Mittelwert [SEM]: −0,21 [0,07] mEq/l) im Vergleich zur Placebo-Gruppe (LSQ-Mittelwert [SEM]:+0,23 [0,07] mEq/l signifikant geringer. In der Patiromer-Gruppe fanden sich auch weniger Patienten,deren Serumkaliumspiegel > 5,5 mEq/l (7,3 % vs. 24,5 %; p = 0,027) betrug und mehr Patienten, diemit 50 mg Spironolacton pro Tag behandelt wurden (90,9 % versus 73,5 %, p = 0,022).
Die Eigenschaft von Patiromer, eine gleichzeitige Spironolacton-Therapie bei Patienten mittherapieresistenter Hypertonie und chronischer Nierenerkrankung zu ermöglichen, wurde in einerrandomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie über 12 Wochen weiter untersucht.
Normokaliämische Patienten begannen die Einnahme von Spironolacton mit 25 mg/Tag zeitgleich zuihrer randomisierten Behandlung (Patiromer 8,4 g/Tag oder Placebo). Die Patiromer/Placebo-Dosiswurde wöchentlich gesteigert (auf bis zu 25,2 g/Tag), um ein Serumkalium von ≥ 4,0 mEq/l und≤ 5,1 mEq/l aufrechtzuerhalten. In Woche 3 oder danach wurde die Spironolacton-Dosis bei
Teilnehmern mit einem systolischen Blutdruck ≥ 120 mmHg und einem Serumkalium ≤ 5,1 mEq/l auf50 mg/Tag erhöht.
Mittleres (95%-KI) Serumkalium (mEq/l)
Bei den 295 Patienten, die randomisiert wurden und die Studienmedikation (Patiromer 147; Placebo148) erhielten, lag das mittlere Alter bei 68,1 Jahren, 51,9 % waren Männer, 98,3 % Weiße und diemittlere eGFR betrug 35,73 ml/min/1,73 m2. Der mittlere Baseline-Serumkaliumspiegel betrug4,74 mEq/l bei Patiromer und 4,69 mEq/l beim Placebo. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt, das heißtder Anteil Patienten, die in Woche 12 noch Spironolacton erhielten, war in der Patiromer-Gruppe(85,7 %) im Vergleich zur Placebo-Gruppe (66,2 %) signifikant höher (p < 0,0001). Signifikant mehr
Patienten erhielten Spironolacton 50 mg/Tag (69,4 % vs. 51,4 %).
Insgesamt wurden Patienten in der Patiromer-Gruppe 7,1 Tage länger mit Spironolacton behandelt(95%-KI: 2,2; 12,0; p = 0,0045) im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Sie erhielten außerdem signifikanthöhere kumulative Dosen Spironolacton (2942,3 (SE 80,1) mg vs. 2580,7 (SE 95,8) mg, p = 0,0021).
Zudem wiesen signifikant weniger Patienten in der Patiromer-Gruppe Serumkaliumwerte ≥ 5,5 mEq/lauf (35,4 % vs. 64,2 %, p < 0,001).
In Woche 12 war der mittlere systolische Blutdruck in der Spironolacton + Placebo-Gruppe um11,0 mmHg (SA 15,34) und in der Spironolacton + Patiromer-Gruppe um 11,3 mmHg (SA 14,11)gesunken. Die Blutdrucksenkung gegenüber der Baseline war innerhalb der jeweiligen
Behandlungsgruppe statistisch signifikant (p < 0,0001), nicht jedoch beim Vergleich der Gruppenuntereinander.
Insgesamt erhielten in den klinischen Studien der Phase 2 und 3 bei Baseline 99,5 % der Patienten eine
Therapie mit RAAS-Inhibitoren, 87,0 % litten an einer chronischen Nierenerkrankung mit einer eGFR< 60 ml/min/1,73 m², 65,6 % an Diabetes mellitus und 47,5 % an einer Herzinsuffizienz.
Wirkung von Nahrungsmitteln
In einer Open-Label-Studie wurden 114 Patienten mit Hyperkaliämie randomisiert und nahmen
Patiromer einmal täglich zu einer Mahlzeit oder unabhängig davon ein. Das Serumkalium am Ende der
Behandlung, die Differenz zum Baseline-Serumkalium und die mittlere Patiromer-Dosis waren inbeiden Gruppen vergleichbar.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Patiromer eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Behandlung einer Hyperkaliämie gewährt (siehe Abschnitt 4.2. bzgl. Informationen zur Anwendungbei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Patiromer wirkt, indem Kalium im Gastrointestinaltrakt gebunden wird, deshalb ist die
Serumkonzentration für die Wirksamkeit nicht relevant. Aufgrund der Unlöslichkeit und der fehlenden
Resorbierbarkeit dieses Arzneimittels können zahlreiche klassische pharmakokinetische
Untersuchungen nicht durchgeführt werden.
Patiromer wird ca. 24 bis 48 Stunden nach der Einnahme ausgeschieden, basierend auf derdurchschnittlichen gastrointestinalen Transitzeit.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Untersuchungen an Ratten und Hunden mit radioaktiv markierter Prüfmedikation wurde Patiromernicht systemisch resorbiert, sondern im Kot ausgeschieden. Quantitative Ganzkörper-
Autoradiographie-Analysen bei Ratten zeigten, dass die Radioaktivität auf den Gastrointestinaltraktbeschränkt war und keine Radioaktivität in anderen Geweben oder Organen nachgewiesen werdenkonnte.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Patiromer zeigte im Rückmutationstest (Ames-Test), in Chromosomenaberrations- oder Ratten-
Mikronukleus-Tests keine Genotoxizität.
Studien zur Karzinogenität wurden nicht durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Kühl lagern und transportieren (2°C - 8°C).
Bei Lagerung bei Raumtemperatur (unter 25°C) sollte Veltassa innerhalb von 6 Monaten nach der
Entnahme aus dem Kühlschrank verwendet werden.
Unabhängig von der Lagerungsmethode sollte Veltassa aber nicht mehr nach Ablauf des
Haltbarkeitsdatums auf dem Beutel verwendet werden.
Die Mischung sollte innerhalb von einer Stunde nach Herstellung der Suspension eingenommenwerden.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
8,4 g, 16,8 g oder 25,2 g Patiromer, als Pulver in Beuteln, die aus fünf Lagen bestehen: Polyethylen,
Aluminium, Polyethylen, Polyester und Papier.
Packungsgrößen: Packungen mit 30, 60 oder 90 Beuteln.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma France100-101 Terrasse Boieldieu
Tour Franklin La Défense 892042 Paris La Défense Cedex
Frankreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/17/1179/001
EU/1/17/1179/002
EU/1/17/1179/003
EU/1/17/1179/004
EU/1/17/1179/005
EU/1/17/1179/006
EU/1/17/1179/007
EU/1/17/1179/008
EU/1/17/1179/009
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 19. Juli 2017
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.