Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmika, antineovaskuläre Mittel, ATC-Code: S01LA09
WirkmechanismusFaricimab ist ein humanisierter bispezifischer Immunglobulin-G1(IgG1)-Antikörper, der durch
Hemmung von zwei unterschiedlichen Signalwegen wirkt, indem er sowohl Angiopoietin-2 (Ang-2)als auch den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor A (VEGF-A) neutralisiert.
Ang-2 verursacht eine vaskuläre Instabilität, indem es die Destabilisierung des Endothels, den Verlustvon Perizyten und die pathologische Angiogenese fördert und so die vaskuläre Leckage und
Entzündung verstärkt. Außerdem sensibilisiert es die Blutgefäße für die Aktivität von VEGF-A, waszu einer weiteren Destabilisierung der Gefäße führt. Ang-2 und VEGF-A erhöhen synergistisch die
Gefäßpermeabilität und stimulieren die Neovaskularisation.
Durch die duale Hemmung von Ang-2 und VEGF-A reduziert Faricimab die Gefäßpermeabilität und
Entzündung, hemmt die pathologische Angiogenese und stellt die Gefäßstabilität wieder her.
Pharmakodynamische WirkungenIn den sechs nachstehend beschriebenen Phase-III-Studien wurde ab Tag 7 eine Verminderung dermedianen okularen Konzentrationen von freiem Ang-2 und freiem VEGF-A gegenüber dem
Ausgangswert beobachtet.
nAMDIn den Studien TENAYA und LUCERNE wurden objektive, prä-spezifizierte visuelle undanatomische Kriterien sowie die klinische Einschätzung des behandelnden Arztes als
Entscheidungsgrundlage für die Behandlung zu den Beurteilungszeitpunkten der Krankheitsaktivität(Woche 20 und Woche 24) verwendet.
Die mittlere Reduktion der zentralen Subfelddicke (Central Subfield Thickness - CST) ab
Behandlungsbeginn bis zu den Kontrolluntersuchungen zum primären Endpunkt (gemittelt in den
Wochen 40 - 48) war vergleichbar zu der unter Aflibercept beobachteten und betrug in den Studien
TENAYA und LUCERNE bei mit Faricimab behandelten Patienten bei einer Gabe bis zu alle16 Wochen (Q16W) -137 µm bzw. -137 µm im Vergleich zu -129 µm bzw. -131 µm unter
Aflibercept. Diese mittleren CST-Reduktionen blieben bis zum Ende von Jahr 2 erhalten.
In Woche 48 zeigte sich in beiden Studien eine vergleichbare Wirkung von Faricimab und Afliberceptauf die Reduktion von intraretinaler Flüssigkeit (IRF), subretinaler Flüssigkeit (SRF) und PED. Diese
Effekte bei IRF, SRF und PED blieben bis Jahr 2 erhalten. Auch die Veränderung der Gesamtflächeder CNV-Läsionen und die Reduktion des CNV-Bereichs mit Leckage waren bei den Patienten in den
Behandlungsarmen mit Faricimab und Aflibercept vergleichbar.
DMÖIn den Studien YOSEMITE und RHINE waren anatomische Parameter im Zusammenhang mit dem
Makulaödem Teil der Beurteilung der Krankheitsaktivität, die die Behandlungsentscheidungen leitete.
In der Studie YOSEMITE war die mittlere CST-Reduktion gegenüber dem Ausgangswert bei den
Kontrolluntersuchungen zum primären Endpunkt (gemittelt in den Wochen 48 - 56) numerisch größerals unter Aflibercept. Sie lag bei den Patienten, denen Faricimab alle 8 Wochen bzw. Faricimab miteinem anpassbaren Dosierungsintervall von bis zu alle 16 Wochen verabreicht wurde, bei -207 µmbzw. -197 µm, im Vergleich zu -170 µm bei Patienten, denen Aflibercept alle 8 Wochen verabreichtwurde; in der Studie RHINE lagen die Ergebnisse bei 196 µm, 188 µm bzw. 170 µm. Im Verlauf deszweiten Jahres wurde eine konsistente CST-Reduktion beobachtet. In beiden Studien erreichte eingrößerer Anteil der Patienten in beiden Behandlungsarmen mit Faricimab im Vergleich zum
Aflibercept-Behandlungsarm im Verlauf des zweiten Jahres das Nichtvorhandensein von IRF und das
Nichtvorhandensein eines DMÖ (definiert als Erreichen einer CST unter 325 µm).
RVV
In den Phase-III-Studien bei Patienten mit retinalem Venenastverschluss (VAV; BALATON) undretinalem Zentralvenenverschluss/Hemi-Zentralvenenverschluss (ZVV/HZVV; COMINO) wurde mit
Faricimab alle 4 Wochen eine mittlere CST-Reduktion vom Ausgangswert bis Woche 24 beobachtet,die mit der von Aflibercept alle 4 Wochen vergleichbar war. In der Studie BALATON betrug diemittlere CST-Reduktion vom Ausgangswert bis Woche 24 311,4 μm für Faricimab alle 4 Wochengegenüber 304,4 μm für Aflibercept alle 4 Wochen und in der Studie COMINO 461,6 μm für
Faricimab gegenüber 448,8 μm für Aflibercept. Die CST-Reduktionen blieben bis Woche 72 erhalten,als die Patienten auf ein anpassbares Dosierungsschema mit Faricimab bis zu alle 16 Wochenumgestellt wurden.
In beiden Studien erreichten vergleichbare Anteile der Patienten in den beiden Behandlungsarmen mit
Faricimab alle 4 Wochen und Aflibercept alle 4 Wochen im Verlauf bis Woche 24 das
Nichtvorhandensein von IRF, SRF und Makulaödem (definiert als Erreichen einer CST unter 325 µm).
Diese Ergebnisse blieben bis Woche 72 erhalten, als die Patienten auf ein anpassbares
Dosierungsschema mit Faricimab bis zu alle 16 Wochen umgestellt wurden.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitnAMD
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Faricimab wurde in den beiden randomisierten, multizentrischen,doppelblinden, aktiv kontrollierten 2-jährigen Nicht-Unterlegenheits-Studien TENAYA und
LUCERNE bei Patienten mit nAMD untersucht. Insgesamt wurden 1 329 Patienten eingeschlossen,von denen 1 135 (85 %) Patienten die Studien bis Woche 112 abschlossen. Insgesamt erhielten1 326 Patienten mindestens eine Dosis (664 Faricimab). Das Alter der Patienten reichte von 50 bis99 Jahren mit einem Durchschnittsalter [Standardabweichung; SD] von 75,9 [8,6] Jahren.
In beiden Studien wurden die Patienten im Verhältnis 1:1 einem von zwei Behandlungsarmenrandomisiert zugeteilt:
* Faricimab 6 mg bis zu alle 16 Wochen nach vier initialen monatlichen Dosen
* Aflibercept 2 mg alle 8 Wochen nach drei initialen monatlichen Dosen
Nach den ersten vier monatlichen Dosen (Wochen 0, 4, 8 und 12) erhielten die Patienten, die dem
Behandlungsarm mit Faricimab randomisiert zugeteilt waren, ihre Dosis alle 16 Wochen, alle12 Wochen oder alle 8 Wochen, basierend auf einer Beurteilung der Krankheitsaktivität in den
Wochen 20 und 24. Die Krankheitsaktivität wurde anhand objektiver, prä-spezifizierter visueller(BCVA) und anatomischer (CST) Kriterien beurteilt, sowie anhand der klinischen Beurteilung desbehandelnden Arztes hinsichtlich des Vorliegens einer Makulablutung oder behandlungsbedürftigernAMD-Krankheitsaktivität (nur Woche 24). Die festgelegten Dosierungsintervalle wurden bei den
Patienten bis Woche 60 ohne zusätzliche Therapie beibehalten. Ab Woche 60 wurden die Patienten im
Faricimab-Behandlungsarm auf ein anpassbares Dosierungsschema umgestellt, bei dem ihr
Behandlungsintervall in 4-Wochen-Schritten verlängert (bis zu alle 16 Wochen) oder in 8-Wochen-
Schritten (bis zu alle 8 Wochen) verkürzt werden konnte, basierend auf einer automatisiertenobjektiven Beurteilung präspezifizierter visueller Befunde (BCVA) und anatomischer Kriterien der
Krankheitsaktivität (CST und Makulablutung). Die Patienten im Aflibercept-Arm verblieben währendder gesamten Studienperiode bei der Dosierung alle 8 Wochen. Beide Studien dauerten 112 Wochen.
ErgebnisseBeide Studien zeigten die Wirksamkeit bezüglich des primären Endpunkts, der definiert war alsmittlere Veränderung der BCVA gegenüber dem Ausgangswert, gemittelt über die
Untersuchungstermine in Woche 40, 44 und 48 und gemessen anhand des Buchstaben-Scores der
Early Treatment Diabetic Retinopathy Study (ETDRS) (Tabelle 2 und Tabelle 3). In beiden Studienhatten die mit Faricimab bis zu alle 16 Wochen behandelten Patienten nach Jahr 1 eine mittlere
Veränderung der BCVA gegenüber dem Ausgangswert, welche der unter Aflibercept alle 8 Wochennicht unterlegen war und diese Sehverbesserungen wurden bis Woche 112 aufrechterhalten. Die
Verbesserungen der BCVA ab Behandlungsbeginn bis Woche 112 sind in Abbildung 1 dargestellt.
Der Anteil der Patienten unter den verschiedenen Behandlungsintervallen in Woche 112 betrug in den
Studien TENAYA bzw. LUCERNE:
* Alle 16 Wochen: 59 % bzw. 67 %
* Alle 12 Wochen: 15 % bzw. 14 %
* Alle 8 Wochen: 26 % bzw. 19 %
Tabelle 2: Wirksamkeitsergebnisse bei den Kontrolluntersuchungen zum primären Endpunktaund zum Zeitpunkt nach 2 Jahrenb in der Studie TENAYA
Wirksamkeitsergebnisse TENA YA
Jahr 1 Jahr 2
Faricimab bis zu Aflibercept alle Faricimab bis zu Aflibercept allealle 16 Wochen 8 Wochen alle 16 Wochen 8 Wochenn = 334 n = 337 n = 334 n = 337
Mittlere Veränderung der 5,8 5,1 3,7 3,3
BCVA gegenüber dem (4,6; 7,1) (3,9; 6,4) (2,1; 5,4) (1,7; 4,9)
Ausgangswert, gemessenanhand des
ETDRS-Buchstaben-Scores(95-%-KI)
Unterschied im LS-Mean 0,7 0,4(95-%-KI) (-1,1; 2,5) (-1,9; 2,8)
Anteil der Patienten mit 20,0 % 15,7 % 22,5 % 16,9 %
Zuwachs von (15,6 %; 24,4 %) (11,9 %; 19,6 %) (17,8 %; 27,2 %) (12,7 %; 21,1 %)≥ 15 Buchstaben gegenüberdem Ausgangswert
Wirksamkeitsergebnisse TENA YA
Jahr 1 Jahr 2
Faricimab bis zu Aflibercept alle Faricimab bis zu Aflibercept allealle 16 Wochen 8 Wochen alle 16 Wochen 8 Wochenn = 334 n = 337 n = 334 n = 337(CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI)
Unterschied im 4,3 % 5,6 %
CMH-gewichteten %-Wert (-1,6 %; 10,1 %) (-0,7 %; 11,9 %)(95-%-KI)
Anteil der Patienten mit 95,4 % 94,1 % 92,1 % 88,6 %
Vermeidung des Verlusts (93,0 %; 97,7 %) (91,5 %; 96,7 %) (89,1 %; 95,1 %) (85,1 %; 92,2 %)von ≥ 15 Buchstabengegenüber dem
Ausgangswert(CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI)
Unterschied im 1,3 % 3,4 %
CMH-gewichteten %-Wert (-2,2 %; 4,8 %) (-1,2 %; 8,1 %)(95-%-KI)aDurchschnitt der Wochen 40, 44 und 48; bDurchschnitt der Wochen 104, 108 und 112
BCVA: Bestkorrigierte Sehschärfe
ETDRS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study
KI: Konfidenzintervall
LS: Least Squares (kleinste Fehlerquadrate)
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Tabelle 3: Wirksamkeitsergebnisse bei den Kontrolluntersuchungen zum primären Endpunktaund zum Zeitpunkt nach 2 Jahrenb in der Studie LUCERNE
Wirksamkeitsergebnisse LUCERNE
Jahr 1 Jahr 2
Faricimab bis zu Aflibercept alle Faricimab bis zu Aflibercept allealle 16 Wochen 8 Wochen alle 16 Wochen 8 Wochenn = 331 n = 327 n = 331 n = 327
Mittlere Veränderung der 6,6 6,6 5,0 5,2
BCVA gegenüber dem (5,3; 7,8) (5,3; 7,8) (3,4; 6,6) (3,6; 6,8)
Ausgangswert, gemessenanhand des
ETDRS-Buchstaben-Scores(95-%-KI)
Unterschied im LS-Mean 0,0 -0,2(95-%-KI) (-1,7; 1,8) (-2,4; 2,1)
Anteil der Patienten mit 20,2 % 22,2 % 22,4 % 21,3 %
Zuwachs von (15,9 %; 24,6 %) (17,7 %; (17,8 %; 27,1 %) (16,8 %;≥ 15 Buchstaben gegenüber 26,8 %) 25,9 %)dem Ausgangswert(CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI)
Unterschied im -2,0 % 1,1 %
CMH-gewichteten %-Wert (-8,3 %; 4,3 %) (-5,4 %; 7,6 %)(95-%-KI)
Anteil der Patienten mit 95,8 % 97,3 % 92,9 % 93,2 %
Vermeidung des Verlusts von (93,6 %; 98,0 %) (95,5 %; (90,1 %; 95,8 %) (90,2 %;≥ 15 Buchstaben gegenüber 99,1 %) 96,2 %)dem Ausgangswert(CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI)
Unterschied im -1,5 % -0,2 %
CMH-gewichteten %-Wert (-4,4 %; 1,3 %) (-4,4 %; 3,9 %)(95-%-KI)aDurchschnitt der Wochen 40, 44 und 48; bDurchschnitt der Wochen 104, 108 und 112
BCVA: Bestkorrigierte Sehschärfe
ETDRS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study
KI: Konfidenzintervall
LS: Least Squares (kleinste Fehlerquadrate)
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Abbildung 1: Mittlere Veränderung der Sehschärfe von Behandlungsbeginn bis zum Jahr 2(Woche 112); kombinierte Daten der Studien TENAYA und LUCERNE
Sowohl in der Studie TENAYA als auch in der Studie LUCERNE waren die Verbesserungen der
BCVA und der CST in Woche 60 gegenüber dem Ausgangswert in beiden Behandlungsarmenvergleichbar und stimmten mit jenen überein, die in Woche 48 beobachtet wurden.
In Woche 60 hatten 46 % der Patienten sowohl in der Studie TENAYA als auch in der Studie
LUCERNE ein Intervall von alle 16 Wochen. Davon behielten 69 % der Patienten in beiden Studienein Intervall von alle 16 Wochen bis Woche 112 ohne Intervallverkürzung bei.
In Woche 60 hatten 80 % der Patienten in der Studie TENAYA und 78 % der Patienten in der Studie
LUCERNE ein Intervall von ≥ alle 12 Wochen (alle 16 Wochen oder alle 12 Wochen). Davonbehielten 67 % bzw. 75 % der Patienten ein Intervall von ≥ alle 12 Wochen bis Woche 112 bei, ohneeine Intervallverkürzung auf unter alle 12 Wochen.
In Woche 60 hatten 33 % der Patienten sowohl in der Studie TENAYA als auch in der Studie
LUCERNE ein Intervall von alle 12 Wochen. Davon behielten 3,2 % bzw. 0 % der Patienten in der
Studie TENAYA bzw. in der Studie LUCERNE das Intervall von alle 12 Wochen bis Woche 112 bei.
In Woche 60 hatten 20 % der Patienten in der Studie TENAYA und 22 % der Patienten in der Studie
LUCERNE ein Intervall von alle 8 Wochen. Davon behielten 34 % bzw. 30 % der Patienten in der
Studie TENAYA bzw. der Studie LUCERNE die Therapie alle 8 Wochen bis Woche 112 bei.
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit stimmten bei allen auswertbaren Subgruppen (z. B. nach Alter,
Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Ausgangswert der Sehschärfe, Läsionstyp, Läsionsgröße), injeder Studie und in der gepoolten Analyse mit den Ergebnissen in der Gesamtpopulation überein.
In allen Studien zeigte Faricimab bis zu alle 16 Wochen eine Verbesserung beim prä-spezifizierten
Wirksamkeitsendpunkt der mittleren Veränderung des Gesamtscores des National Eye Institute Visual
Function Questionnaire (NEI-VFQ-25) zwischen Behandlungsbeginn und Woche 48, die mit der unter
Aflibercept alle 8 Wochen vergleichbar war und den Schwellenwert von 4 Punkten übertraf. Die
Größenordnung dieser Veränderungen entspricht einem Zuwachs von 15 Buchstaben bei der BCVA.
Die Inzidenz okularer unerwünschter Ereignisse am Studienauge betrug 53,9 % bzw. 52,1 % und die
Inzidenz nicht-okularer unerwünschter Ereignisse 73,3 % bzw. 74,3 % bis Woche 112 in den
Faricimab- bzw. Aflibercept-Behandlungsarmen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
DMÖDie Sicherheit und Wirksamkeit von Faricimab wurde in zwei randomisierten, multizentrischen,doppelblinden, aktiv kontrollierten 2-jährigen Nicht-Unterlegenheits-Studien (YOSEMITE und
RHINE) bei Patienten mit DMÖ untersucht. Insgesamt wurden 1 891 Patienten in die zwei Studienaufgenommen, wobei 1 622 (86 %) der Patienten bis Woche 100 an den Studien teilnahmen.
Insgesamt 1 887 Patienten wurden bis Woche 56 mit mindestens einer Dosis behandelt (1 262 mit
Faricimab). Das Alter der Patienten reichte von 24 bis 91 Jahren mit einem Durchschnittsalter [SD]von 62,2 [9,9] Jahren. Die Gesamtpopulation umfasste sowohl anti-VEGF-naive Patienten (78 %) alsauch Patienten, die vor der Studienteilnahme bereits mit einem VEGF-Inhibitor behandelt wordenwaren (22 %). In beiden Studien wurden die Patienten im Verhältnis 1:1:1 einem der drei
Behandlungsschemata randomisiert zugeteilt:
* Faricimab 6 mg alle 8 Wochen nach den ersten 6 monatlichen Dosen.
* Faricimab 6 mg bis zu alle 16 Wochen mit anpassbarem Dosierungsintervall verabreicht in 4-,8-, 12- oder 16-Wochen-Intervallen, nach den ersten 4 monatlichen Dosen.
* Aflibercept 2 mg alle 8 Wochen nach den ersten 5 monatlichen Dosen.
In dem 16-Wochen-Behandlungsarm mit anpassbarem Dosierungsintervall folgte die Dosierung einemstandardisierten Treat-and-Extend-Ansatz. Das Dosierungsintervall konnte in 4-Wochen-Schrittenverlängert oder in 4- oder 8-Wochen-Schritten verkürzt werden, basierend auf anatomischen und/odervisuellen Befunden auf Grundlage von Daten, die ausschließlich bei Injektionsterminen der Studieerhoben wurden.
ErgebnisseBeide Studien zeigten Wirksamkeit bezüglich des primären Endpunkts, der definiert war als mittlere
Veränderung der BCVA gegenüber dem Ausgangswert nach 1 Jahr (Durchschnittswert der
Untersuchungstermine in Woche 48, 52 und 56), gemessen anhand des ETDRS-Buchstaben-Score. Inbeiden Studien hatten die mit Faricimab bis zu alle 16 Wochen behandelten Patienten eine mittlere
Veränderung der BCVA gegenüber dem Ausgangswert, die der der Patienten, die 1 Jahr mit
Aflibercept alle 8 Wochen behandelt wurden, nicht unterlegen war. Diese Sehverbesserungen wurdenim zweiten Jahr aufrechterhalten.
Nach den ersten 4-Monats-Dosen konnten die Patienten im Behandlungsarm mit Faricimab mitanpassbarem Dosierungsintervall von bis zu alle 16 Wochen bis zum Ende der Woche 96 insgesamtmindestens 6 und höchstens 21 Injektionen erhalten. In der Studie YOSEMITE bzw. der Studie
RHINE erreichten in Woche 52 74 % bzw. 71 % der Patienten in dem 16-Wochen-Behandlungsarmmit anpassbarem Dosierungsintervall mit Faricimab ein Dosierungsintervall von alle 16 Wochen bzw.alle 12 Wochen (53 % bzw. 51 % alle 16 Wochen, 21 % bzw. 20 % alle 12 Wochen). Von diesen
Patienten erhielten 75 % in der Studie YOSEMITE und 84 % in der Studie RHINE das
Dosierungsintervall von mindestens alle 12 Wochen ohne Intervallverkürzung auf weniger als alle12 Wochen bis zum Ende der Woche 96 aufrecht; von den Patienten mit einem Dosierungsintervallvon alle 16 Wochen in Woche 52 erhielten 70 % (YOSEMITE) bzw. 82 % (RHINE) das
Dosierungsintervall von alle 16 Wochen ohne Intervallverkürzung bis zum Ender der Woche 96aufrecht. In Woche 96 hatten 78 % der Patienten im Behandlungsarm mit Faricimab mit anpassbarem
Dosierungsintervall von bis zu alle 16 Wochen in beiden Studien ein Dosierungsintervall von alle16 Wochen oder alle 12 Wochen erreicht (60 % bzw. 64 % alle 16 Wochen, 18 % bzw. 14 % alle12 Wochen). Bei 4 % bzw. 6 % der Patienten wurde das Dosierungsintervall auf alle 8 Wochenausgeweitet und mit einem Dosierungsintervall von höchstens alle 8 Wochen bis zum Ende der
Woche 96 beibehalten; lediglich 3 % bzw. 5 % der Patienten in der Studie YOSEMITE oder RHINEwurden mit einem Dosierungsintervall von alle 4 Wochen bis Ende der Woche 96 behandelt.
Detaillierte Ergebnisse aus der Analyse der Studien YOSEMITE und RHINE sind in den Tabellen 4und 5 sowie in Abbildung 2 dargestellt.
Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse bei den Kontrolluntersuchungen zum primären Endpunkt in
Jahr 1a sowie in Jahr 2b in der Studie YOSEMITE
Wirksamkeitsergebnisse YOSEMITE
Jahr 1 Jahr 2
Faricimab Faricimab mit Aflibercept Faricimab Faricimab mit Afliberceptalle anpassbarem alle alle anpassbarem alle8 Wochen Dosierungs- 8 Wochen 8 Wochen Dosierungs- 8 Wochenn = 315 intervall von n = 312 n = 315 intervall von n = 312bis zu alle bis zu alle16 Wochen 16 Wochenn = 313 n = 313
Mittlere Veränderung der 10,7 11,6 10,9 10,7 10,7 11,4
BCVA gegenüber dem (9,4; (10,3; 12,9) (9,6; 12,2) (9,4; 12,1) (9,4; 12,1) (10,0; 12,7)
Ausgangswert, gemessen 12,0)anhand des ETDRS-
Buchstaben-Scores(97,5-%-KI für Jahr 1 und95-%-KI für Jahr 2)
Unterschied im LS-Mean -0,2 0,7 -0,7 -0,7(97,5-%-KI für Jahr 1, (-2,0; 1,6) (-1,1; 2,5) (-2,6; 1,2) (-2,5; 1,2)95-%-KI für Jahr 2)
Anteil der Patienten mit 29,2 % 35,5 % 31,8 % 37,2 % 38,2 % 37,4 %
Zunahme der BCVA um (23,9 %; (30,1 %; (26,6 %; (31,4 %; (32,8 %; (31,7 %;mindestens 15 Buchstaben 34,5 %) 40,9 %) 37,0 %) 42,9 %) 43,7 %) 43,0 %)gegenüber dem
Ausgangswert (CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI für Jahr 1 und
Jahr 2)
Unterschied im CMH- -2,6 % 3,5 % -0,2 % 0,2 %gewichteten %-Wert (-10,0 %; (-4,0 %; (-8,2 %; (-7,6 %;(95-%-KI für Jahr 1 und 4,9 %) 11,1 %) 7,8 %) 8,1 %)
Jahr 2)
Anteil der Patienten mit 98,1 % 98,6 % 98,9 % 97,6 % 97,8 % 98,0 %
Vermeidung eines BCVA- (96,5 %; (97,2 %; (97,6 %; (95,7 %; (96,1 %; (96,2 %;
Verlustes von mindestens 99,7 %) 100,0 %) 100,0 %) 99,5 %) 99,5 %) 99,7 %)15 Buchstaben gegenüberdem Ausgangswert (CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI für Jahr 1 und
Jahr 2)
Unterschied im CMH- -0,8 % -0,3 % -0,4 % -0,2 %gewichteten %-Wert (-2,8 %; (-2,2 %; (-2,9 %; (-2,6 %; 2,2 %)(95-%-KI für Jahr 1 und 1,3 %) 1,5 %) 2,2 %)
Jahr 2)aDurchschnitt der Wochen 48, 52 und 56; bDurchschnitt der Wochen 92, 96 und 100
BCVA: Bestkorrigierte Sehschärfe
ETDRS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study
LS: Least Squares (kleinste Fehlerquadrate)
KI: Konfidenzintervall
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Hinweis: Der CMH-gewichtete %-Wert für den Aflibercept-Behandlungsarm wurde für den Vergleich von
Faricimab alle 8 Wochen mit Aflibercept dargestellt; der entsprechende CMH-gewichtete %-Wert für den
Vergleich von Faricimab mit anpassbarem Dosierungsintervall mit Aflibercept ist jedoch ähnlich wie der obendargestellte Wert.
Tabelle 5: Wirksamkeitsergebnisse bei den Kontrolluntersuchungen zum primären Endpunkt in
Jahr 1a sowie in Jahr 2b in der Studie RHINE
Wirksamkeitsergeb- RHINEnisse Jahr 1 Jahr 2
Faricimab Faricimab Afliber- Faricimab Faricimab Afliber-alle mit anpass- cept alle alle mit anpass- cept alle8 Wochen barem 8 Woche 8 Wochen barem 8 Wochenn = 317 Dosie- n n = 317 Dosierungs- n = 315rungsinter- n = 315 intervall vonvall bis zu allevon bis zu 16 Wochenalle n = 31916 Wochenn = 319
Mittlere Veränderung der 11,8 10,8 10,3 10,9 10,1 9,4
BCVA gegenüber dem (10,6; (9,6; 11,9) (9,1; (9,5; 12,3) (8,7; 11,5) (7,9; 10,8)
Ausgangswert, gemessen 13,0) 11,4)anhand des
ETDRS-Buchstaben-
Scores (97,5-%-KI für
Jahr 1 und 95-%-KI für
Jahr 2)
Unterschied im LS-Mean 1,5 0,5 1,5 0,7(97,5-%-KI für Jahr 1, (-0,1; 3,2) (-1,1; 2,1) (-0,5; 3,6) (-1,3; 2,7)95-%-KI für Jahr 2)
Anteil der Patienten mit 33,8 % 28,5 % 30,3 % 39,8 % 31,1 % 39,0 %
Zunahme der BCVA um (28,4 %; (23,6 %; (25,0 %; (34,0 %; (26,1 %; (33,2 %;mindestens 39,2 %) 33,3 %) 35,5 %) 45,6 %) 36,1 %) 44,8 %)15 Buchstaben gegenüberdem Ausgangswert(CMH-gewichteter
Anteil, 95-%-KI für
Jahr 1 und Jahr 2)
Unterschied im 3,5 % -2,0 % 0,8 % -8 %
CMH-gewichteten (-4,0 %; (-9,1 %; (-7,4 %; (-15,7 %; -%-Wert (95-%-KI für 11,1 %) 5,2 %) 9,0 %) 0,3 %)
Jahr 1 und Jahr 2)
Anteil der Patienten mit 98,9 % 98,7 % 98,6 % 96,6 % 96,8 % 97,6 %
Vermeidung eines (97,6 %; (97,4 %; (97,2 %; (94,4 %; (94,8 %; (95,7 %;
BCVA-Verlustes von 100,0 %) 100,0 %) 99,9 %) 98,8 %) 98,9 %) 99,5 %)mindestens15 Buchstaben gegenüberdem Ausgangswert(CMH-gewichteter
Anteil, 95-%-KI für
Jahr 1 und Jahr 2)
Wirksamkeitsergeb- RHINEnisse Jahr 1 Jahr 2
Faricimab Faricimab Afliber- Faricimab Faricimab Afliber-alle mit anpass- cept alle alle mit anpass- cept alle8 Wochen barem 8 Woche 8 Wochen barem 8 Wochenn = 317 Dosie- n n = 317 Dosierungs- n = 315rungsinter- n = 315 intervall vonvall bis zu allevon bis zu 16 Wochenalle n = 31916 Wochenn = 319
Unterschied im 0,3 % 0,0 % -1,0 % -0,7 %
CMH-gewichteten (-1,6 %; (-1,8 %; (-3,9 %; (-3,5 %;%-Wert (95-%-KI für 2,1 %) 1,9 %) 1,9 %) 2,0 %)
Jahr 1 und Jahr 2)aDurchschnitt der Wochen 48, 52 und 56; bDurchschnitt der Wochen 92, 96 und 100
BCVA: Bestkorrigierte Sehschärfe
ETDRS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study
LS: Least Squares (kleinste Fehlerquadrate)
KI: Konfidenzintervall
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Hinweis: Der CMH-gewichtete %-Wert für den Aflibercept-Behandlungsarm wurde für den Vergleich von
Faricimab alle 8 Wochen mit Aflibercept dargestellt; der entsprechende CMH-gewichtete %-Wert für den
Vergleich von Faricimab mit anpassbarem Dosierungsintervall mit Aflibercept ist jedoch ähnlich wie der obendargestellte Wert.
Abbildung 2: Mittlere Veränderung der Sehschärfe von Behandlungsbeginn bis Jahr 2(Woche 100) in den Studien YOSEMITE und RHINE
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit bei den Patienten, die vor der Studienteilnahme anti-VEGF-naivwaren, sowie bei allen anderen auswertbaren Subgruppen (z. B. nach Alter, Geschlecht, ethnischer
Zugehörigkeit, Ausgangs-HbA1c, Ausgangswert der Sehschärfe) in jeder Studie stimmten mit den
Ergebnissen in der Gesamtpopulation überein.
In allen Studien zeigten Faricimab alle 8 Wochen und Faricimab mit anpassbarem Dosierungsintervallvon bis zu alle 16 Wochen Verbesserungen beim prä-spezifizierten Wirksamkeitsendpunkt dermittleren Veränderung des zusammengesetzten NEI-VFQ-25-Scores zwischen Behandlungsbeginnund Woche 52, die mit denen unter Aflibercept alle 8 Wochen vergleichbar waren und den
Schwellenwert von 4 Punkten übertrafen. Faricimab alle 8 Wochen und Faricimab mit anpassbarem
Dosierungsintervall von bis zu alle 16 Wochen zeigten außerdem klinisch bedeutsame Verbesserungenbeim prä-spezifizierten Wirksamkeitsendpunkt der Veränderung des NEI-VFQ-25-Scores für
Aktivitäten im Nahsichtbereich, Aktivitäten im Fernsichtbereich und Autofahren zwischen
Behandlungsbeginn und Woche 52, die mit denen unter Aflibercept alle 8 Wochen vergleichbarwaren. Die Größenordnung dieser Veränderungen entspricht einem Zuwachs von 15 Buchstaben beider BCVA. Bei vergleichbaren Anteilen von Patienten kam es unter Faricimab alle 8 Wochen, unter
Faricimab mit anpassbarem Dosierungsintervall von bis zu alle 16 Wochen und unter Aflibercept alle8 Wochen zu einer klinisch bedeutsamen Verbesserung beim prä-spezifizierten Wirksamkeitsendpunktder Veränderung des zusammengesetzten Scores des NEI-VFQ-25 zwischen Behandlungsbeginn und
Woche 52 um ≥ 4 Punkte. Diese Ergebnisse wurden in Woche 100 aufrechterhalten.
Ein weiterer wesentlicher Wirksamkeitsendpunkt in den DMÖ-Studien war die Veränderung der Early
Treatment Diabetic Retinopathy Study-Diabetic Retinopathy Severity Scale (ETDRS-DRSS) ab
Behandlungsbeginn bis Woche 52. Von den 1 891 in die Studien YOSEMITE und RHINEaufgenommenen Patienten waren 708 bzw. 720 Patienten in Bezug auf DR-Endpunkte auswertbar.
Die ETDRS-DRSS-Scores reichten zu Behandlungsbeginn von 10 bis 71.
Die Mehrzahl der Patienten, etwa 60 %, hatte zu Behandlungsbeginn eine mäßige bis schwerenichtproliferative DR (DRSS 43/47/53).
Der Anteil der Patienten, die eine ETDRS-DRSS-Verbesserung in Woche 52 und Woche 96 um≥ 2 Stufen und ≥ 3 Stufen gegenüber dem Ausgangswert erreichten, sind in den Tabellen 6 und 7zusammengefasst.
Tabelle 6: Anteil der Patienten, die in der Studie YOSEMITE in Woche 52 und in Woche 96 eine≥ 2-stufige und ≥ 3-stufige Verbesserung des ETDRS-DRSS-Scores gegenüber dem
Ausgangswert erreichten (auswertbare DR-Population)
YOSEMITE52 Wochen 96 Wochen
Faricimab Faricimab Aflibercept Faricimab Faricimab Afliberceptalle mit alle alle mit alle8 Wochen anpassbarem 8 Wochen 8 Wochen anpassbarem 8 Wochenn = 237 Dosierungs- n = 229 n = 220 Dosierungs- n = 221intervall von intervall vonbis zu alle bis zu alle16 Wochen 16 Wochenn = 242 n = 234
Anteil der Patienten 46,0 % 42,5 % 35,8 % 51,4 % 42,8 % 42,2 %mit ≥ 2-stufiger
ETDRS-DRSS-
Verbesserunggegenüber dem
Ausgangswert(CMH-gewichteter
Anteil)
Gewichteter 10,2 % 6,1 % 9,1 % 0,0 %
Unterschied (0,3 %; (-3,6 %; (0,0 %; (-8,9 %;(97,5-%-KI für 20,0 %) 15,8 %) 18,2 %) 8,9 %)
YOSEMITE52 Wochen 96 Wochen
Faricimab Faricimab Aflibercept Faricimab Faricimab Afliberceptalle mit alle alle mit alle8 Wochen anpassbarem 8 Wochen 8 Wochen anpassbarem 8 Wochenn = 237 Dosierungs- n = 229 n = 220 Dosierungs- n = 221intervall von intervall vonbis zu alle bis zu alle16 Wochen 16 Wochenn = 242 n = 234
Jahr 1, 95-%-KI für
Jahr 2)
Anteil der Patienten 16,8 % 15,5 % 14,7 % 22,4 % 14,6 % 20,9 %mit ≥ 3-stufiger
ETDRS-DRSS-
Verbesserunggegenüber dem
Ausgangswert(CMH-gewichteter
Anteil)
Gewichteter 2,1 % 0,6 % 1,5 % -6,7 %
Unterschied (-4,3 %; (-5,8 %; (-6,0 %; (-13,6 %;(95-%-KI für Jahr 1 8,6 %) 6,9 %) 9,0 %) 0,1 %)und Jahr 2)
ETDRS-DRSS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study-Diabetic Retinopathy Severity Scale
KI: Konfidenzintervall
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Hinweis: Der CMH-gewichtete %-Wert für den Aflibercept-Behandlungsarm wurde für den Vergleich von
Faricimab alle 8 Wochen mit Aflibercept dargestellt; der entsprechende CMH-gewichtete %-Wert für den
Vergleich von Faricimab mit anpassbarem Dosierungsintervall mit Aflibercept ist jedoch ähnlich wie der obendargestellte Wert.
Tabelle 7: Anteil der Patienten, die in der Studie RHINE in Woche 52 und in Woche 96 eine≥ 2-stufige und ≥ 3-stufige Verbesserung des ETDRS-DRSS-Scores gegenüber dem
Ausgangswert erreichten (auswertbare DR-Population)
RHINE52 Wochen 96 Wochen
Faricimab Faricimab Aflibercept Faricimab Faricimab Afliberceptalle mit alle alle mit alle8 Wochen anpassbarem 8 Wochen 8 Wochen anpassbarem 8 Wochenn = 231 Dosierungs- n = 238 n = 214 Dosierungs- n = 203intervall von intervall vonbis zu alle bis zu alle16 Wochen 16 Wochenn = 251 n = 228
Anteil der Patienten 44,2 % 43,7 % 46,8 % 53,5 % 44,3 % 43,8 %mit ≥ 2-stufiger
ETDRS-DRSS-
Verbesserunggegenüber dem
Ausgangswert(CMH-gewichteter
Anteil)
Gewichteter -2,6 % -3,5 % 9,7 % 0,3 %
Unterschied (-12,6 %; (-13,4 %; (0,4 %; (-8,9 %; 9,5 %)(97,5-%-KI für 7,4 %) 6,3 %) 19,1 %)
Jahr 1, 95-%-KI für
Jahr 2)
Anteil der Patienten 16,7 % 18,9 % 19,4 % 25,1 % 19,3 % 21,8 %mit ≥ 3-stufiger
ETDRS-DRSS-
Verbesserunggegenüber dem
Ausgangswert(CMH-gewichteter
Anteil)
Gewichteter -0,2 % -1,1 % 3,3 % -2,7 %
Unterschied (-5,8 %; (-8,0 %; (-4,6 %; (-10,2 %;(95-%-KI für Jahr 1 5,3 %) 5,9 %) 11,3 %) 4,8 %)und Jahr 2)
ETDRS-DRSS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study-Diabetic Retinopathy Severity Scale
KI: Konfidenzintervall
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Hinweis: Der CMH-gewichtete %-Wert für den Aflibercept-Behandlungsarm wurde für den Vergleich von
Faricimab alle 8 Wochen mit Aflibercept dargestellt; der entsprechende CMH-gewichtete %-Wert für den
Vergleich von Faricimab mit anpassbarem Dosierungsintervall mit Aflibercept ist jedoch ähnlich wie der obendargestellte Wert.
Die Behandlungseffekte in den auswertbaren Subgruppen (z. B. nach vorheriger Anti-VEGF-Therapie,
Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Ausgangs-HbA1c, Ausgangswert der Sehschärfe) in jeder
Studie stimmten allgemein mit den Ergebnissen in der Gesamtpopulation überein.
Die Behandlungseffekte in den Subgruppen nach DR-Schweregrad bei Behandlungsbeginn warenunterschiedlich und zeigten die größten ≥ 2-stufigen DRSS-Verbesserungen bei Patienten mit mäßigschwerer und schwerer nichtproliferativer DR, wobei etwa 90 % der Patienten in allen
Behandlungsarmen in beiden Studien übereinstimmend Verbesserungen erreichten.
Die Inzidenz okularer unerwünschter Ereignisse am Studienauge betrug 49,7 %, 49,2 % bzw. 45,4 %,und die Inzidenz nicht-okularer unerwünschter Ereignisse betrug 73,0 %, 74,2 % bzw. 75,7 % bis
Woche 100 in den Behandlungsarmen Faricimab alle 8 Wochen, Faricimab bis zu alle 16 Wochenbzw. Aflibercept alle 8 Wochen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
RVV
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Faricimab wurde in zwei randomisierten, multizentrischen,doppelblinden, 72-wöchigen Studien bei Patienten mit Makulaödem infolge von VAV (BALATON)oder ZVV/HZVV (COMINO) untersucht. Bis Monat 6 liegen Daten aus der aktiven
Vergleichskontrolle vor.
Insgesamt wurden 1 282 Patienten (553 in BALATON und 729 in COMINO) in die beiden Studieneingeschlossen, wobei 1 276 Patienten bis Woche 24 mit mindestens einer Dosis behandelt wurden(641 mit Faricimab). Das Alter der Patienten reichte von 28 bis 93 Jahren mit einem
Durchschnittsalter [SD] von 64 [10,7] Jahren bzw. von 22 bis 100 Jahren mit einem Durchschnittsalter[SD] von 65 [13,2] Jahren in BALATON bzw. COMINO.
Insgesamt schlossen 489 von 533 Patienten, die randomisiert in die Studie BALATON zugeteiltworden waren, die Studie in Woche 72 ab. 263 Patienten, die ursprünglich Faricimab randomisiertzugeteilt worden waren ('vorherige Faricimab-Patienten“) und 267, die ursprünglich Afliberceptrandomisiert zugeteilt worden waren ('vorherige Aflibercept-Patienten“) erhielten während der Phasemit angepasstem Dosierungsschema von Faricimab mindestens eine Dosis Faricimab.
Insgesamt schlossen 656 von 729 Patienten, die randomisiert in die Studie COMINO zugeteilt wordenwaren, die Studie in Woche 72 ab. 353 'vorherige Faricimab-Patienten“ und 342 'vorherige
Aflibercept-Patienten“ erhielten während der Phase mit angepasstem Dosierungsschema von
Faricimab mindestens eine Dosis Faricimab.
In beiden Studien wurden die Patienten bis Woche 24 im Verhältnis 1:1 einem von zwei
Behandlungsarmen randomisiert zugeteilt:
* Faricimab 6 mg alle 4 Wochen für 6 aufeinanderfolgende monatliche Dosen
* Aflibercept 2 mg alle 4 Wochen für 6 aufeinanderfolgende monatliche Dosen
Nach 6 initialen monatlichen Dosen wechselten die Patienten, die ursprünglich dem Behandlungsarmmit 2 mg Aflibercept randomisiert zugeteilt worden waren, in den Behandlungsarm mit 6 mg
Faricimab, und konnten 6 mg Faricimab gemäß anpassbarem Dosierungsschema bis zu alle16 Wochen erhalten, wobei das Dosierungsintervall in 4-Wochen-Schritten verlängert oder um 4-, 8-oder 12-Wochen-Schritte verkürzt werden konnte, basierend auf einer automatisierten objektiven
Beurteilung der präspezifizierten visuellen und anatomischen Krankheitsaktivitätskriterien.
ErgebnisseBeide Studien zeigten Wirksamkeit bezüglich des primären Endpunkts, der definiert war als
Veränderung der BCVA gegenüber dem Ausgangswert in Woche 24, gemessen anhand des ETDRS-
Buchstaben-Scores. In beiden Studien hatten die mit Faricimab alle 4 Wochen behandelten Patienteneine mittlere Veränderung der BCVA gegenüber dem Ausgangswert, welche der der Patienten, die mit
Aflibercept alle 4 Wochen behandelt wurden, nicht unterlegen war. Diese Sehverbesserungen wurdenbis Woche 72 aufrechterhalten, als die Patienten auf ein anpassbares Dosierungsschema mit Faricimabbis zu alle 16 Wochen umgestellt wurden.
Zwischen Woche 24 und Woche 68 erreichten 81,5 % bzw. 74,0 % der Patienten, die Faricimab alsanpassbares Dosierungsschema bis zu alle 16 Wochen erhielten, ein Dosierungsintervall von ≥ alle12 Wochen (alle 16 Wochen bzw. alle 12 Wochen) in BALATON bzw. COMINO. Von diesen
Patienten beendeten 72,1 % bzw. 61,6 % mindestens einen Zyklus von alle 12 Wochen und behieltendie Dosierung von ≥ alle 12 Wochen ohne eine Intervallverringerung unter alle 12 Wochen bis
Woche 68 in BALATON bzw. COMINO bei; 1,2 % bzw. 2,5 % der Patienten erhielten nur die
Dosierung alle 4 Wochen bis Woche 68 in BALATON bzw. COMINO.
In allen Studien zeigten die Patienten im Behandlungsarm mit Faricimab alle 4 Wochen in Woche 24eine Verbesserung beim präspezifizierten Wirksamkeitsendpunkt der Veränderung deszusammengesetzten Scores NEI-VFQ-25 von Behandlungsbeginn bis Woche 24, die mit der unter
Aflibercept alle 4 Wochen vergleichbar war. Faricimab alle 4 Wochen zeigte auch eine Verbesserungbeim präspezifizierten Wirksamkeitsendpunkt der Veränderung des NEI VFQ-25-Scores für
Aktivitäten im Nah- und Fernsichtbereich von Behandlungsbeginn bis Woche 24, die mit der unter
Aflibercept alle 4 Wochen vergleichbar war. Diese Ergebnisse wurden bis Woche 72 aufrechterhalten,als alle Patienten Faricimab bis zu alle 16 Wochen als anpassbares Dosierungsschema erhielten.
Tabelle 8: Wirksamkeitsergebnisse bei der Kontrolluntersuchung zum primären Endpunkt in
Woche 24 und zu Studienendea in BALATON
Wirksamkeitsergebnisse BALATON24 Wochen 72 Wochena
Faricimab alle Aflibercept alle Faricimab alle Aflibercept alle4 Wochen 4 Wochen 4 Wochen bis 4 Wochen bisn = 276 n = 277 Faricimab Faricimabanpassbar anpassbarn = 276 n = 277
Mittlere Veränderung der 16,9 17,5 18,1 18,8
BCVA gegenüber dem (15,7; 18,1) (16,3; 18,6) (16,9; 19,4) (17,5; 20,0)
Ausgangswert, gemessenanhand des
ETDRS-Buchstaben-Scores(95-%-KI)
Unterschied im LS-Mean -0,6(95-%-KI) (-2,2; 1,1)
Anteil der Patienten mit 56,1 % 60,4 % 61,5 % 65,8 %
Zunahme um mindestens (50,4 %; 61,9 %) (54,7 %; 66,0 %) (56,0 %; 67,0 %) (60,3 %; 71,2 %)15 Buchstaben gegenüberdem Ausgangswert(CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI)
Unterschied im -4,3 %
CMH-gewichteten %-Wert (-12,3 %; 3,8 %)(95-%-KI)aDurchschnitt der Wochen 64, 68 und 72
BCVA: Bestkorrigierte Sehschärfe
ETDRS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study
KI: Konfidenzintervall
LS: Least Squares (kleinste Fehlerquadrate)
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Tabelle 9: Wirksamkeitsergebnisse bei der Kontrolluntersuchung zum primären Endpunkt in
Woche 24 und zu Studienendea in COMINO
Wirksamkeitsergebnisse COMINO24 Wochen 72 Wochena
Faricimab alle Aflibercept alle Faricimab alle Aflibercept alle4 Wochen 4 Wochen 4 Wochen bis 4 Wochen bisn = 366 n = 363 Faricimab Faricimabanpassbar anpassbarn = 366 n = 363
Mittlere Veränderung der 16,9 17,3 16,9 17,1
BCVA gegenüber dem (15,4; 18,3) (15,9; 18,8) (15,2; 18,6) (15,4; 18,8)
Ausgangswert, gemessenanhand des
ETDRS-Buchstaben-Scores(95-%-KI)
Unterschied im LS-Mean -0,4(95-%-KI) (-2,5; 1,6)
Anteil der Patienten mit 56,6 % 58,1 % 57,6 % 59,5 %
Zunahme um mindestens (51,7 %; 61,5 %) (53,3 %; 62,9 %) (52,8 %; 62,5 %) (54,7 %; 64,3 %)15 Buchstaben gegenüberdem Ausgangswert(CMH-gewichteter Anteil,95-%-KI)
Unterschied im -1,5 %
CMH-gewichteten %-Wert (-8,4 %; 5,3 %)(95-%-KI)aDurchschnitt der Wochen 64, 68 und 72
BCVA: Bestkorrigierte Sehschärfe
ETDRS: Early Treatment Diabetic Retinopathy Study
KI: Konfidenzintervall
LS: Least Squares (kleinste Fehlerquadrate)
CMH: Cochran-Mantel-Haenszel-Methode; ein statistischer Test, der eine Schätzung einer Assoziation miteinem binären Ergebnis erstellt und zur Beurteilung kategorischer Variablen verwendet wird.
Abbildung 3: Mittlere Veränderung der Sehschärfe von Behandlungsbeginn bis Woche 72 in der
Studie BALATON
Die anpassbare Dosierung bis zu alle 16 Wochen von Faricimab 6 mg startete in Woche 24, jedoch erhielten nicht alle
Patienten in Woche 24 Faricimab.
Abbildung 4: Mittlere Veränderung der Sehschärfe von Behandlungsbeginn bis Woche 72 in der
Studie COMINO
Die anpassbare Dosierung bis zu alle 16 Wochen von Faricimab 6 mg startete in Woche 24, jedoch erhielten nicht alle
Patienten in Woche 24 Faricimab.
Die Inzidenz okularer unerwünschter Ereignisse am Studienauge betrug 20,1 % bzw. 24,6 % und die
Inzidenz nicht-okularer unerwünschter Ereignisse 32,9 % bzw. 36,4 % bis Woche 24 in den
Behandlungsarmen Faricimab alle 4 Wochen bzw. Aflibercept alle 4 Wochen (siehe Abschnitt 4.8).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Faricimab eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei nAMD, DMÖ und RVVgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bezüglich Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).