Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TWINRIX ADULT 720 U.EI HAV+20mcg / ml AgHBs injektionssuspension in einer fertigspritze
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Twinrix Erwachsene, Injektionssuspension in einer Fertigspritze.
Hepatitis-A (inaktiviert)- und Hepatitis-B (rDNA) (HAB)-Impfstoff (adsorbiert)
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 Dosis (1 ml) enthält:
Hepatitis-A-Virus (inaktiviert)1,2 720 ELISA-Einheiten
Hepatitis-B-Oberflächenantigen3,4 20 Mikrogramm1Hergestellt in humanen, diploiden (MRC-5) Zellen2Adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid 0,05 Milligramm Al3+3Hergestellt in Hefezellen (Saccharomyces cerevisiae) durch rekombinante DNA-Technologie4Adsorbiert an Aluminiumphosphat 0,4 Milligramm Al3+
Der Impfstoff kann Spuren von Neomycin enthalten, welches während des Herstellungsprozessesverwendet wird (siehe Abschnitt 4.3).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionssuspension.
Leicht milchig-weiße Suspension.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Twinrix Erwachsene ist indiziert bei Erwachsenen sowie bei Jugendlichen ab dem vollendeten 16.
Lebensjahr, bei denen ein erhöhtes Infektionsrisiko für eine Hepatitis-A- wie auch Hepatitis-B-
Infektion besteht.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dosierungshinweise
- Dosierung
Für Erwachsene und Jugendliche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr beträgt die empfohlene Dosis1,0 ml.
- Grundimmunisierungsschema
Der Standardimpfplan für die Grundimmunisierung mit Twinrix Erwachsene besteht aus drei
Impfdosen, wobei die erste Dosis am Termin der Wahl, die zweite Dosis einen Monat später und diedritte Impfung sechs Monate nach der ersten Dosis verabreicht wird.
In Ausnahmefällen, in denen eine Reise innerhalb eines Monats oder später nach Beginn der
Grundimmunisierung geplant wird, jedoch nicht genügend Zeit zur Vervollständigung der
Immunisierung nach dem Schema 0, 1, 6-Monate zur Verfügung steht, kann bei Erwachsenen ein
Schema mit drei intramuskulären Injektionen am Tag 0, 7 und 21 angewendet werden. Bei
Anwendung dieses Schemas wird eine vierte Dosis 12 Monate nach der ersten Impfung empfohlen.
Das empfohlene Impfschema sollte eingehalten werden. Einmal begonnen, sollte die
Grundimmunisierung mit dem gleichen Impfstoff zu Ende geführt werden.
- Auffrischimpfung
Gegenwärtig liegen Langzeitdaten über die Persistenz der Antikörper bis zu 20 Jahren nach der
Impfung mit Twinrix Erwachsene vor (siehe Abschnitt 5.1). Die nach einer Grundimmunisierung mitdem Kombinationsimpfstoff beobachteten Anti-HBs- und Anti-HAV-Antikörperwerte liegen jedoch inder gleichen Größenordnung wie nach Impfung mit den jeweiligen monovalenten Impfstoffen. Daherlassen sich die allgemeinen Richtlinien für die Auffrischimpfung aus den Erfahrungswerten mit denmonovalenten Impfstoffen ableiten.
Hepatitis B
Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung mit einem Hepatitis-B-Impfstoff für gesunde Personen, dieeine erfolgreiche Grundimmunisierung erhalten haben, ist nicht etabliert. Jedoch schließen zurzeiteinige offizielle Impfprogramme eine Auffrischimpfempfehlung mit einem Hepatitis-B-Impfstoff mitein und diese sollten beachtet werden.
Für einige Personen- oder Patientengruppen, die gegenüber HBV exponiert sind (z. B. Hämodialyseoder immunsupprimierte Patienten) sollte vorsorglich kontinuierlich ein protektiver Antikörperspiegel(Anti-HBs) von ≥ 10 I.E./l gesichert werden.
Hepatitis A
Es ist noch nicht völlig etabliert, ob immunkompetente Personen, welche auf eine Hepatitis-A-
Impfung angesprochen haben, eine Auffrischimpfung als Schutz benötigen, da sie auch bei nichtnachweisbaren Antikörpern möglicherweise durch das immunologische Gedächtnis geschützt sind.
Richtlinien für Auffrischimpfungen beruhen auf der Annahme, dass für einen Schutz ein bestimmter
Antikörperspiegel notwendig ist.
Wenn eine Auffrischimpfung sowohl für Hepatitis A als auch für Hepatitis B gewünscht wird, kann
Twinrix Erwachsene verabreicht werden. Alternativ können Personen, die mit Twinrix Erwachsenegrundimmunisiert wurden, auch eine Auffrischimpfung mit den entsprechenden monovalenten
Impfstoffen erhalten.
Art der AnwendungTwinrix Erwachsene wird intramuskulär injiziert, vorzugsweise in die Deltoideusregion.
Bei Patienten mit Thrombozytopenie oder Blutgerinnungsstörungen darf der Impfstoff ausnahmsweisesubkutan appliziert werden. Diese Art der Verabreichung kann jedoch zu einer suboptimalen
Immunantwort führen (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile oder Neomycin.
Überempfindlichkeitsreaktionen nach früherer Verabreichung von Hepatitis-A- und/oder Hepatitis-B-
Impfstoffen.
Bei Personen mit einer akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung sollte die Impfungmit Twinrix Erwachsene auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Besonders bei Jugendlichen kann es als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion nach oder sogarvor einer Impfung zu einer Synkope (Ohnmacht) kommen. Diese kann während der Erholungsphasevon verschiedenen neurologischen Symptomen wie vorübergehende Sehstörung, Parästhesie undtonisch-klonische Bewegungen der Gliedmaßen begleitet sein. Es ist wichtig, Maßnahmen zuergreifen, um Verletzungen durch die Ohnmacht zu verhindern.
Es ist möglich, dass sich Personen zum Zeitpunkt der Impfung in der Inkubationsphase einer
Hepatitis-A- oder -B-Infektion befinden. Es ist nicht bekannt, ob Twinrix Erwachsene in diesem Falleine Hepatitis A bzw. Hepatitis B verhindern kann.
Der Impfstoff verhindert keine Infektionen durch andere Viren, z. B. Hepatitis C und E, oder sonstige
Erreger, die als Ursache von Leberinfektionen bekannt sind.
Twinrix Erwachsene wird nicht zur postexpositionellen Prophylaxe (z. B. nach Nadelstich-
Verletzungen) empfohlen.
Bei Patienten mit beeinträchtigter Immunität ist der Impfstoff noch nicht untersucht worden. Bei
Hämodialysepatienten und Personen mit Störungen des Immunsystems wird nach der
Grundimmunisierung unter Umständen kein ausreichender Anti-HAV- und Anti-HBs-Antikörperwerterreicht, so dass in diesen Fällen die Gabe weiterer Impfdosen erforderlich sein kann.
Es wurde beobachtet, dass Übergewicht (definiert als BMI ≥ 30 kg/m2) die Immunantwort auf
Hepatitis-A-Impfstoffe verringern kann. Es wurde eine Reihe von Faktoren beobachtet, die die
Wahrscheinlichkeit einer Immunantwort auf Hepatitis-B-Impfstoffe verringern. Zu diesen Faktorengehören: Höheres Alter, männliches Geschlecht, Übergewicht, Rauchen, die Art und Weise der
Verabreichung des Impfstoffes und einige vorbestehende chronische Erkrankungen. Bei den Patienten,bei denen das Risiko besteht, dass keine Seroprotektion nach dem vollständigen Impfschema von
Twinrix Erwachsene erreicht wird, sollte eine serologische Überprüfung in Betracht gezogen werden.
Bei Personen, die keine oder eine nicht ausreichende Immunantwort nach erfolgter vollständiger
Impfung zeigen, sollte die Verabreichung zusätzlicher Impfdosen erwogen werden.
Wie bei allen Injektionsimpfstoffen sollten für den seltenen Fall einer anaphylaktischen Reaktion nachder Gabe des Impfstoffes entsprechende Möglichkeiten der medizinischen Behandlung und
Überwachung stets sofort verfügbar sein.
Da eine intradermale Injektion oder intramuskuläre Verabreichung in den Gesäßmuskel zu einemsuboptimalen Impferfolg führen könnte, sollten diese Injektionswege vermieden werden. Bei Personenmit Thrombozytopenie oder Blutgerinnungsstörungen kann Twinrix Erwachsene jedochausnahmsweise subkutan injiziert werden, da es in diesen Fällen nach intramuskulärer Gabe zu
Blutungen kommen kann (siehe Abschnitt 4.2).
Twinrix Erwachsene darf unter keinen Umständen intravasal injiziert werden.
Wie bei jedem Impfstoff besteht die Möglichkeit, dass nicht bei allen Geimpften eine schützende
Immunantwort aufgebaut wird.
Dieser Impfstoff enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. er ist nahezu'natriumfrei“.
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es liegen keine Daten über die gleichzeitige Verabreichung von Twinrix Erwachsene mit spezifischem
Hepatitis-A- oder Hepatitis-B-Immunglobulin vor. Bei gleichzeitiger Verabreichung vonmonovalentem Hepatitis-A- bzw. Hepatitis-B-Impfstoff mit spezifischen Immunglobulinen wurdejedoch kein Einfluss auf die Serokonversionsrate beobachtet, auch wenn dies zu geringeren
Antikörperwerten führen könnte.
Obwohl die gleichzeitige Gabe von Twinrix Erwachsene und anderen Impfstoffen nicht spezifischuntersucht wurde, sind keine Interaktionen zu erwarten, sofern verschiedene Spritzen und
Injektionsstellen verwendet werden.
Es ist möglich, dass bei Patienten unter immunsuppressiver Therapie oder mit Immundefizienz keineausreichende Immunantwort erzielt wird.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftDie Wirkung von Twinrix Erwachsene auf das embryofötale, perinatale und postnatale Überleben unddie Entwicklung wurde bei Ratten untersucht. Diese Studie zeigte, dass keine direkten oder indirektenschädigenden Auswirkungen auf die Fertilität, Schwangerschaft, embryonale/fötale Entwicklung,
Geburt oder postnatale Entwicklung nachweisbar waren.
Die Wirkung von Twinrix Erwachsene auf das embryofötale, perinatale und postnatale Überleben unddie Entwicklung wurde nicht in prospektiven klinischen Studien untersucht.
Daten bei einer begrenzten Zahl von in der Schwangerschaft geimpften Frauen zeigen keinerleiunerwünschte Wirkungen von Twinrix Erwachsene auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des
Föten bzw. des Neugeborenen. Obwohl nicht erwartet wird, dass ein rekombinantes Hepatitis-B-
Virus-Oberflächenantigen zu unerwünschten Wirkungen bei Schwangeren oder Föten führt, wirdempfohlen, dass die Impfung bis nach der Geburt verschoben wird, es sei denn, es besteht eindringender Grund, die Mutter vor einer Hepatitis-B-Infektion zu schützen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Twinrix Erwachsene in die Muttermilch übergeht. Bei Tieren wurde dies nichtuntersucht. Bei der Entscheidung, ob das Stillen fortgeführt bzw. unterbrochen wird oder die
Immunisierung mit Twinrix Erwachsene fortgeführt bzw. unterbrochen wird, sollte der Vorteil des
Stillens für das Kind gegenüber dem Nutzen einer Impfung mit Twinrix Erwachsene für die Mutterabgewogen werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenTwinrix Erwachsene hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils
Das unten aufgezeigte Nebenwirkungsprofil basiert auf einer zusammengefassten Auswertung von
Ereignissen pro Dosis bei mehr als 6 000 Probanden, die entweder das 0, 1, 6-Monate-
Standardimpfschema (n=5 683) oder das 0, 7, 21-Tage-Schnellimpfschema (n=320) erhalten hatten.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen nach Verabreichung von Twinrix Erwachsene nachdem 0, 1, 6-Monate-Standardimpfschema sind Schmerzen und Rötung, die mit einer Häufigkeit pro
Dosis von 37,6 % bzw. 17,0 % auftreten.
In den zwei klinischen Studien, in denen Twinrix Erwachsene nach dem Schnell-Impfschema 0, 7,21 Tage verabreicht wurde, ist über Allgemein- und Lokalreaktionen insgesamt in der gleichen
Häufigkeit wie unten beschrieben berichtet worden. Nach der vierten Impfung, die 12 Monate nachder ersten gegeben wurde, traten systemische und lokale Nebenwirkungen in einer vergleichbaren
Häufigkeit auf wie nach den Impfungen nach 0, 7, 21 Tagen.
In Vergleichsstudien wurde festgestellt, dass sich die Häufigkeit der berichteten unerwünschten
Ereignisse nach der Gabe von Twinrix Erwachsene nicht von der Häufigkeit der berichtetenunerwünschten Ereignisse nach der Gabe der monovalenten Impfstoffe unterscheidet.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenHäufigkeiten werden wie folgt angegeben:
Sehr häufig: (≥1/10)
Häufig: (≥1/100, <1/10)
Gelegentlich: (≥1/1 000, <1/100)
Selten: (≥1/10 000, <1/1 000)
Sehr selten: (<1/10 000)
Systemorganklassen Häufigkeit Nebenwirkungen
Klinische PrüfungenInfektionen und parasitäre Erkrankungen Gelegentlich Infektion der oberen Atemwege
Erkrankungen des Blutes und des Selten Lymphadenopathie
Lymphsystems
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Selten Appetitlosigkeit
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig Kopfschmerzen
Gelegentlich Schwindel
Selten Hypästhesie, Parästhesie
Gefäßerkrankungen Selten Hypotonie
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig Gastrointestinale Beschwerden,
Durchfall, Übelkeit
Gelegentlich Erbrechen, Bauchschmerzen*
Erkrankungen der Haut und des Selten Hautausschlag, Pruritus
Unterhautgewebes Sehr selten Urtikaria
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Gelegentlich Myalgie
Knochenerkrankungen Selten Arthralgie
Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Schmerzen und Rötung an der
Beschwerden am Verabreichungsort Injektionsstelle, Müdigkeit
Häufig Schwellung an der Injektionsstelle,
Reaktionen an der Injektionsstelle (wie
Hämatom, Pruritus und Bluterguss),
Unwohlsein
Gelegentlich Fieber (≥ 37,5 °C)
Selten Grippeähnliche Beschwerden,
Schüttelfrost
Anwendungserfahrung nach der Markteinführung
Die folgenden Nebenwirkungen wurden entweder mit Twinrix oder mit den monovalenten
Hepatitis-A- oder -B-Impfstoffen von GlaxoSmithKline berichtet:
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Meningitis
Erkrankungen des Blutes und des Thrombozytopenie, thrombozytopenische Purpura
Lymphsystems
Erkrankungen des Immunsystems Anaphylaxie, allergische Reaktionen einschließlichanaphylaktoider Reaktionen und Reaktionen ähnlich der
Serumkrankheit
Erkrankungen des Nervensystems Enzephalitis, Enzephalopathie, Neuritis, Neuropathie,
Lähmung, Krampfanfälle
Gefäßerkrankungen Vaskulitis
Erkrankungen der Haut und des Angioödem, Lichen ruber planus, Erythema
Unterhautgewebes exsudativum multiforme
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Arthritis, Muskelschwäche
Knochenerkrankungen
Allgemeine Erkrankungen und Sofortiger Schmerz an der Injektionsstelle
Beschwerden am Verabreichungsort
Nach breiter Anwendung der monovalenten Hepatitis-A- und/oder Hepatitis-B-Impfstoffe wurdenim zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung die folgenden zusätzlichen unerwünschten
Ereignisse berichtet:
Erkrankungen des Nervensystems Multiple Sklerose, Myelitis, Fazialisparese, Polyneuritiseinschließlich Guillain-Barré-Syndrom (mitaufsteigenden Lähmungen), Optikusneuritis
Allgemeine Erkrankungen und Gefühl von Stechen und Brennen
Beschwerden am Verabreichungsort
Untersuchungen Leberfunktionswerte außerhalb des Normbereichs
* verweist auf Nebenwirkungen, die in klinischen Studien mit dem Impfstoff für Kinder beobachtetwurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In der Zeit nach der Markteinführung wurden Fälle von Überdosierung berichtet. Die unerwünschten
Ereignisse, die nach einer Überdosierung berichtet wurden, ähnelten denen, die nach korrekter
Impfstoffverabreichung berichtet wurden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hepatitis-Impfstoffe, ATC-Code: J07BC20.
Der Kombinationsimpfstoff Twinrix Erwachsene wird hergestellt durch Mischen der
Bulkformulierungen aus gereinigten, inaktivierten Hepatitis-A(HA)-Viren und gereinigtem Hepatitis-
B-Oberflächenantigen (HBsAg), die vorher getrennt an Aluminiumhydroxid bzw. Aluminiumphosphatadsorbiert wurden. Das HA-Virus wird in humanen, diploiden MRC-5-Zellen vermehrt. HBsAg wirddurch Kultur gentechnisch veränderter Hefezellen in einem selektiven Medium hergestellt.
Twinrix Erwachsene verleiht eine Immunität gegenüber der HAV- und HBV-Infektion, indem es die
Bildung spezifischer Anti-HAV- und Anti-HBs-Antikörper anregt.
Der Schutz gegen Hepatitis A und Hepatitis B entwickelt sich normalerweise innerhalb von 2 bis 4
Wochen nach der dritten Impfung. In den klinischen Studien wurden spezifische Antikörper gegen
Hepatitis A bei etwa 94 % der Erwachsenen einen Monat nach der ersten Dosis und bei 100 % einen
Monat nach der dritten Dosis (d. h. Monat 7) beobachtet. Spezifische Antikörper gegen Hepatitis Bwurden bei 70 % der Erwachsenen nach der ersten und bei etwa 99 % nach der dritten Dosisfestgestellt.
Das für Erwachsene vorgesehene 0, 7, 21-Tage-Impfschema mit einer vierten Dosis nach 12 Monatenist für Ausnahmefälle bestimmt. In einer klinischen Studie, in der dieses Impfschema zur Anwendungkam, wurden bei 82 % der Geimpften 1 Woche bzw. bei 85 % der Geimpften 5 Wochen nach derdritten Dosis schützende HBsAg-Antikörperspiegel erzielt. Drei Monate nach der ersten Dosiskonnten schützende Antikörper gegen Hepatitis B bei 95,1 % der Geimpften beobachtet werden.
Seropositiv gegen Hepatitis A waren 100 %, 99,5 % und 100 % der Geimpften einen, zwei bzw. drei
Monate nach der ersten Impfdosis. Einen Monat nach der vierten Dosis wurden bei allen Geimpftenschützende HBsAg-Antikörperspiegel nachgewiesen und alle hatten Hepatitis-A-Antikörper.
In einer klinischen Studie mit über 40-jährigen Probanden wurden die Serokonversionsrate für Anti-
HAV-Antikörper und die Seroprotektionsrate gegen Hepatitis B von Twinrix Erwachsene nach einem0, 1, 6-Monate-Impfschema mit den Serokonversions- und Seroprotektionsraten von monovalenten
Hepatitis-A- und Hepatitis-B-Impfstoffen verglichen, die kontralateral in den Oberarm verabreichtwurden.
Die Seroprotektionsrate gegen Hepatitis B nach Gabe von Twinrix Erwachsene betrug 92 % in
Monat 7 und 56 % in Monat 48. Im Vergleich dazu war sie nach Gabe des monovalenten 20 µg
Hepatitis-B-Impfstoffes von GlaxoSmithKline Biologicals 80 % in Monat 7 bzw. 43 % in Monat 48und nach Gabe eines anderen zugelassenen monovalenten 10 µg Hepatitis-B-Impfstoffes 71 % in
Monat 7 bzw. 31 % in Monat 48. Anti-HBs-Antikörper-Konzentrationen nahmen mit zunehmendem
Alter und zunehmendem Body-Mass-Index ab und waren bei männlichen Probanden niedriger als beiweiblichen Probanden.
Die Serokonversionsrate für Anti-HAV-Antikörper betrug nach der Gabe von Twinrix Erwachsene97 % sowohl in Monat 7 als auch in Monat 48. Demgegenüber war sie nach der Gabe desmonovalenten Hepatitis-A-Impfstoffes von GlaxoSmithKline Biologicals 99 % in Monat 7 bzw. 93 %in Monat 48 und nach Gabe eines anderen zugelassenen monovalenten Hepatitis-A-Impfstoffes 99 %in Monat 7 bzw. 97 % in Monat 48.
Die Probanden erhielten 48 Monate nach der ersten Dosis zur Grundimmunisierung jeweils eineweitere Dosis des/der gleichen Impfstoffe(s). Einen Monat nach dieser Dosis hatten 95 % der
Geimpften, die mit Twinrix Erwachsene geimpft worden waren, schützende HBsAg-Antikörperspiegel(≥ 10 mIE/ml).
Im Rahmen von zwei Langzeitstudien bei Erwachsenen im Alter von 17 bis 43 Jahren konnten 20
Jahre nach der Grundimmunisierung mit Twinrix Erwachsene Proben von 18 bzw. 25 Probandenausgewertet werden. Die Anti-HAV-Seropositivitätsraten betrugen 100 % bzw. 96 % und die Anti-
HBs-Seroprotektionsraten 94 % bzw. 92 %.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Eine Bewertung der Pharmakokinetik ist bei Impfstoffen nicht erforderlich.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den allgemeinen Sicherheitsstudien lassen die präklinischen Daten keine besonderen
Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid
Wasser für Injektionszwecke
Adjuvanzien siehe Abschnitt 2.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
1 ml Suspension in einer Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Kolbenstopfen (Butylgummi) und einer
Verschlusskappe aus Gummi.
Die Verschlusskappe und der Gummi-Kolbenstopfen der Fertigspritze sind aus synthetischem Gummihergestellt.
Packungsgrößen zu 1, 10 und 25, mit oder ohne Nadeln/Kanülen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungBei Lagerung kann sich eine feine, weiße Ablagerung mit einem klaren, farblosen Überstand bilden.
Der Impfstoff ist vor der Verabreichung zu resuspendieren. Der resuspendierte Impfstoff hat eineinheitliches, trüb-weißes Aussehen.
Resuspension des Impfstoffes, um eine einheitliche, trüb-weiße Suspension zu erhalten
Der Impfstoff ist mit den folgenden Schritten zu resuspendieren:
1. Halten Sie die Spritze senkrecht in einer geschlossenen Hand.2. Schütteln Sie die Spritze, indem Sie sie auf den Kopf und wieder zurück drehen.3. Wiederholen Sie diesen Vorgang intensiv für mindestens 15 Sekunden.4. Nehmen Sie den Impfstoff erneut in Augenschein:
a. Wenn der Impfstoff eine einheitliche, trüb-weiße Suspension darstellt, ist ergebrauchsfertig - das Aussehen soll nicht klar sein.
b. Wenn der Impfstoff keine einheitliche, trüb-weiße Suspension darstellt - schütteln Sienochmals für mindestens 15 Sekunden - dann nehmen Sie den Impfstoff nochmals in
Augenschein.
Der Impfstoff ist vor der Verabreichung per Augenschein auf Fremdpartikel und/oder physikalische
Veränderungen zu untersuchen. Falls solche Abweichungen beobachtet werden, darf der Impfstoffnicht verabreicht werden.
Anleitung für die Handhabung der Fertigspritze nach Resuspension
Luer-Lock-Gewindeansatz
Halten Sie die Spritze am Zylinder, nicht am Kolben.
Drehen Sie die Spritzenkappe entgegen dem
Kolben Uhrzeigersinn ab.
Zylinder
Kappe
Nadelansatz Um die Nadel anzubringen, verbinden Sie den
Nadelansatz mit dem Luer-Lock-Gewindeansatz unddrehen Sie um eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn, bisdie Nadel spürbar einrastet.
Ziehen Sie den Spritzenkolben nicht aus dem Zylinder.
Falls dies passiert, darf der Impfstoff nicht verabreichtwerden.
EntsorgungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
GlaxoSmithKline Biologicals s.a.
Rue de l’Institut 89
B-1330 Rixensart, Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/96/020/001
EU/1/96/020/002
EU/1/96/020/003
EU/1/96/020/007
EU/1/96/020/008
EU/1/96/020/009
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 20. September 1996
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. August 2006
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.