Packungsbeilage TRECONDI 1g Pulver-Infusionslösung

Produktcode:
W72166001
Menge:
1
Angewendet bei:
Krebs
Art der Anwendung:
Infusion
Substanz:
Treosulfan (Antineoplastikum)
ATC
L01AB02 — Antineoplastische und Immunmodulierende Mittel | Alkylierende Mittel | Alkylsulfonate
Treosulfan ist ein alkylierendes Mittel, das hauptsächlich als Teil von Konditionierungsregimen für die hämatopoetische Stammzelltransplantation verwendet wird. Es wirkt, indem es kovalente Bindungen mit der DNA eingeht, was zur Hemmung der Zellreplikation und zur Zerstörung von malignen oder bestehenden hämatopoetischen Zellen führt.

Treosulfan wird intravenös verabreicht, in der Regel in Kombination mit anderen Medikamenten wie Fludarabin, um Patienten auf die Transplantation vorzubereiten. Es wird insbesondere bei Patienten eingesetzt, die intensivere Konditionierungsregime aufgrund seines geringeren Toxizitätsprofils nicht tolerieren können.

Häufige Nebenwirkungen sind Myelosuppression, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Müdigkeit. In seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen wie Hepatotoxizität, Beeinträchtigung der Lungenfunktion oder schwere Infektionen auftreten. Eine sorgfältige Überwachung der hämatologischen Parameter und der Organfunktion ist während der Behandlung unerlässlich.

Treosulfan ist eine wichtige therapeutische Option für Patienten, die eine Stammzelltransplantation benötigen, und trägt zu höheren Erfolgsraten und reduzierten Risiken bei.

Allgemeine Daten zu TRECONDI 1g

Substanz:
Treosulfan
Datum der letzten Medikamentenliste:
01-09-2026
Produktcode:
W72166001
Konzentration:
1g
Darreichungsform:
Pulver-Infusionslösung
Menge:
1
Produktart:
Originalpräparat
Abgabebedingungen:
P-RF — Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Marketing autorisation

Zulassungshersteller:
MEDAC GESELLSCAFT FUR KLINISCHE SPEZIALPRÄPARATE MBH - GERMANIA
Zulassungsinhaber:
MEDAC GESELLSCAFT FUR KLINISCHE SPEZIALPRÄPARATE MBH - GERMANIA
Zulassungsnummer:
1351/2019/01
Haltbarkeit:
5 Jahre-ungeöffnete Flasche

Verfügbare Konzentrationen für Treosulfan

  • 1g
  • 5000mg
  • 5g

Offizielle Dokumente

Zur Datenbank hinzugefügt:
22/07/2019
Quelldatensatz aktualisiert:
12/06/2026

Hinweise:

Warnhinweis zur Fruchtbarkeit

Dieses Arzneimittel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Dosisanpassung bei Leberfunktionsstörung

Bei Lebererkrankungen kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Zytotoxisch / besondere Handhabung

Mit besonderer Vorsicht handhaben.

Verhütung erforderlich

Während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich.

Während der Stillzeit kontraindiziert

Dieses Arzneimittel während der Stillzeit nicht anwenden.

Während der Schwangerschaft kontraindiziert

Dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft nicht anwenden.

Hepatotoxizität

Dieses Arzneimittel kann die Leber beeinträchtigen.

Schwerwiegende Arzneimittelwechselwirkungen

Dieses Arzneimittel kann wichtige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.

Myelosuppression / Agranulozytose

Dieses Arzneimittel kann die Anzahl der Blutzellen verringern.

Zusätzliche Überwachung

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Regelmäßige Laboruntersuchungen erforderlich

Während der Behandlung können regelmäßige Laboruntersuchungen erforderlich sein.

Schwere Hautreaktionen

Beenden Sie die Einnahme und suchen Sie sofort medizinische Hilfe, wenn ein schwerer Hautausschlag auftritt.

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TRECONDI 1g Pulver-Infusionslösung

Packungsbeilage TRECONDI 1g

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Trecondi 1 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Trecondi 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Trecondi 1 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Eine Durchstechflasche Pulver enthält 1 g Treosulfan.

Trecondi 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Eine Durchstechflasche Pulver enthält 5 g Treosulfan.

Nach der Rekonstitution gemäß Abschnitt 6.6 enthält 1 ml Infusionslösung 50 mg Treosulfan.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung.

Weißes kristallines Pulver.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Treosulfan wird in Kombination mit Fludarabin im Rahmen einer Konditionierungstherapie vor einerallogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (allo-HSCT) bei erwachsenen Patienten sowie

Jugendlichen und Kindern älter als 1 Monat mit malignen und nicht-malignen Erkrankungenangewendet.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Anwendung von Treosulfan muss von einem Arzt überwacht werden, der Erfahrung mit

Konditionierungstherapien und anschließender allo-HSCT hat.

Dosierung

Erwachsene mit malignen Erkrankungen

Treosulfan wird in Kombination mit Fludarabin angewendet.

Empfohlene Dosierung und Behandlungsplan:

* Treosulfan 10 g/m² Körperoberfläche (KOF) pro Tag als zweistündige intravenöse Infusion andrei aufeinanderfolgenden Tagen (Tag -4, -3, -2) vor der Stammzelleninfusion (Tag 0). Die

Gesamtdosis Treosulfan beträgt 30 g/m².

* Fludarabin 30 mg/m² KOF pro Tag als halbstündige intravenöse Infusion an fünfaufeinanderfolgenden Tagen (Tag -6, -5, -4, -3, -2) vor der Stammzelleninfusion (Tag 0). Die

Gesamtdosis Fludarabin beträgt 150 mg/m².

* Treosulfan muss an den Tagen -4, -3, -2 vor Fludarabin gegeben werden (FT10 Schema).

Erwachsene mit nicht-malignen Erkrankungen

Treosulfan wird in Kombination mit Fludarabin mit oder ohne Thiotepa angewendet.

Empfohlene Dosierung und Behandlungsplan:

* Treosulfan 14 g/m² Körperoberfläche (KOF) pro Tag als zweistündige intravenöse Infusion andrei aufeinanderfolgenden Tagen (Tag -6, -5, -4) vor der Stammzelleninfusion (Tag 0). Die

Gesamtdosis Treosulfan beträgt 42 g/m².

* Fludarabin 30 mg/m² KOF pro Tag als halbstündige intravenöse Infusion an fünfaufeinanderfolgenden Tagen (Tag -7, -6, -5, -4, -3) vor der Stammzelleninfusion (Tag 0). Die

Gesamtdosis Fludarabin beträgt 150 mg/m².

* Treosulfan muss an den Tagen -6, -5, -4 vor Fludarabin gegeben werden (FT14 Schema).

* Thiotepa 5 mg/kg wird zweimal täglich in Form von zwei intravenösen Infusionen über2-4 Stunden an Tag -2 vor der Stammzelleninfusion gegeben (Tag 0).

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche älter als 1 Monat

Treosulfan wird in Kombination mit Fludarabin mit Thiotepa (intensiviertes Behandlungsschema;

FT10-14TT Schema) oder ohne Thiotepa (FT10-14 Schema) gegeben.

Empfohlene Dosierung und Behandlungsplan:

* Treosulfan 10-14 g/m² Körperoberfläche (KOF) pro Tag als zweistündige intravenöse Infusionan drei aufeinanderfolgenden Tagen (Tag -6, -5, -4) vor der Stammzelleninfusion (Tag 0). Die

Gesamtdosis Treosulfan beträgt 30-42 g/m².

Die Dosis Treosulfan ist wie folgt an die KOF des Patienten anzupassen (siehe Abschnitt 5.2):

Körperoberfläche (m²) Treosulfan-Dosis(g/m²)< 0,4 10,0≥ 0,4 bis < 0,9 12,0≥ 0,9 14,0

* Fludarabin 30 mg/m² KOF pro Tag als halbstündige intravenöse Infusion an fünfaufeinanderfolgenden Tagen (Tag -7, -6, -5, -4, -3) vor der Stammzelleninfusion (Tag 0). Die

Gesamtdosis Fludarabin beträgt 150 mg/m².

* Treosulfan muss vor Fludarabin gegeben werden.

* Thiotepa (intensiviertes Behandlungsschema mit 5 mg/kg zweimal täglich) wird in Form vonzwei intravenösen Infusionen über 2-4 Stunden an Tag -2 vor der Stammzelleninfusion gegeben(Tag 0).

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Treosulfan bei Kindern im Alter von unter 1 Monat ist bishernoch nicht erwiesen.

Ältere Patienten

In keiner Untergruppe von älteren Patienten ist eine Dosisanpassung notwendig.

Nieren- und Leberfunktionsstörungen

Bei einer leichten oder mittelschweren Beeinträchtigung ist keine Dosisanpassung erforderlich, jedochist Treosulfan bei Patienten mit einer schweren Erkrankung kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung

Treosulfan wird als zweistündige intravenöse Infusion verabreicht.

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des Arzneimittels

Bei der Handhabung von Treosulfan sind Inhalation, Haut- und Schleimhautkontakt zu vermeiden.

Schwangeres Personal muss vom Umgang mit zytotoxischen Substanzen ausgeschlossen werden.

Bei der intravenösen Gabe ist auf eine sichere Technik zu achten, um eine Extravasation zu vermeiden(siehe Abschnitt 4.4).

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

* Aktive, nicht kontrollierte Infektionskrankheit

* Schwere begleitende Herz-, Lungen-, Leber- und Nierenerkrankung

* Fanconi-Anämie und andere Erkrankungen, die auf eine Störung der DNA-Reparaturzurückgehen

* Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

* Impfung mit Lebendvakzinen

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Myelosuppression

Die erwünschte therapeutische Wirkung einer Treosulfan-basierten Konditionierungsbehandlung isteine ausgeprägte Myelosuppression mit Panzytopenie bei allen behandelten Patienten. Daher werdenhäufige Kontrollen der Blutwerte bis zur Erholung des hämatopoetischen Systems empfohlen.

In Phasen von schwerer Neutropenie (die mediane Dauer der neutropenischen Phase beträgt14-17,5 Tage bei Erwachsenen und 20-22 Tage bei Kindern und Jugendlichen) besteht ein erhöhtes

Infektionsrisiko. Daher ist eine prophylaktische oder empirische anti-infektiöse Behandlung (gegen

Bakterien, Viren, Pilze) zu erwägen. Je nach Bedarf sind unterstützende Gaben von

Wachstumsfaktoren (G-CSF, GM-CSF), Thrombozyten und/oder Erythrozyten erforderlich.

Sekundäre Malignome

Sekundäre Malignome sind bekannte Komplikationen bei Langzeitüberlebenden nach einerallo-HSCT. In welchem Ausmaß Treosulfan zum Auftreten dieser Komplikationen beiträgt, ist nichtbekannt. Der Patient muss über das Risiko eines sekundären Malignoms aufgeklärt werden. Auf der

Grundlage der vorliegenden Daten beim Menschen wurde Treosulfan von der International Agency for

Research on Cancer (IARC) als karzinogen für den Menschen eingestuft.

Mukositis

Orale Mukositis (einschließlich Fälle mit hohem Schweregrad) ist eine häufige Nebenwirkung von

Treosulfan-basierten Konditionierungsbehandlungen mit anschließender allo-HSCT (siehe

Abschnitt 4.8). Die Anwendung einer Mukositis-Prophylaxe (z. B. topische Antibiotika, Präparatezum Schutz der Mundschleimhaut, Eis und eine angemessene Mundhygiene) wird empfohlen.

Impfungen

Die gleichzeitige Anwendung von abgeschwächten Lebendimpfstoffen wird nicht empfohlen.

Fertilität

Treosulfan kann die Fertilität beeinträchtigen. Männer, die mit Treosulfan behandelt werden, sinddaher anzuweisen, während der gesamten Behandlungsdauer sowie für bis zu 6 Monate nach der

Behandlung kein Kind zu zeugen und sich vor Behandlungsbeginn in Bezug auf eine

Kryokonservierung von Sperma beraten zu lassen, da bei der Therapie mit Treosulfan die Möglichkeiteiner irreversiblen Infertilität besteht.

Bei prämenopausalen Patientinnen kommt es häufig zu einer ovariellen Suppression und Amenorrhoemit menopausalen Symptomen (siehe Abschnitt 4.6).

Kinder und Jugendliche
Krampfanfälle

Es liegen vereinzelte Berichte über Krampfanfälle bei Säuglingen (im Alter von ≤ 4 Monaten) mitprimären Immunschwächezuständen nach einer Konditionierungstherapie mit Treosulfan in einer

Kombination mit Fludarabin oder Cyclophosphamid vor. Säuglinge ≤ 4 Monaten sind daher auf

Anzeichen für unerwünschte neurologische Reaktionen zu überwachen. Obwohl nicht erwiesen ist,dass Treosulfan die Ursache dafür war, kann bei Kindern unter 1 Jahr eventuell die Anwendung einer

Clonazepam-Prophylaxe in Erwägung gezogen werden.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Es bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Lebensalter und einer Atemwegstoxizitätbei Kindern und Jugendlichen, die mit einer Treosulfan-basierten Konditionierungstherapie behandeltwurden.

Kinder unter 1 Jahr (mit überwiegend nicht-malignen Erkrankungen, insbesondere

Immunschwächezuständen) zeigten häufiger eine Atemwegstoxizität von Grad III/IV, diemöglicherweise auf bereits vor der Konditionierungstherapie bestehende Lungeninfektionenzurückzuführen war.

Windeldermatitis

Bei kleinen Kindern kann es aufgrund der Ausscheidung von Treosulfan im Urin zu Windeldermatitiskommen. Daher sind die Windeln in den 6-8 Stunden nach jeder Treosulfan-Infusion häufig zuwechseln.

Extravasation

Treosulfan gilt als reizend. Bei der intravenösen Anwendung ist auf eine sichere Technik zu achten.

Bei Verdacht auf eine Extravasation sind allgemeine Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Es gibtkeine spezielle Maßnahme, die sich als empfehlenswert erwiesen hat.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei hochdosierter Chemotherapie wurden keine Wechselwirkungen mit Treosulfan beobachtet.

Detaillierte In-vitro-Studien schlossen mögliche Wechselwirkungen zwischen hohen

Plasmakonzentrationen von Treosulfan und CYP3A4-, CYP2C19- oder P-Glycoprotein(P-gp)-Substraten nicht vollständig aus. Die Physiologie-basierte pharmakokinetische Modellierungsagte eine schwache (AUC-Verhältnis ≥ 1,25 und < 2) bis moderate (AUC-Verhältnis ≥ 2 und < 5)

Wechselwirkung für CYP3A4, eine schwache Wechselwirkung für CYP2C19 und einevernachlässigbare (AUC-Verhältnis < 1,25) Wechselwirkung für P-gp voraus. Deshalb sollten

Arzneimittel mit einem niedrigen therapeutischen Index (z. B. Tacrolimus), die CYP3A4- oder

CYP2C19-Substrate sind, während der Therapie mit Treosulfan nicht gegeben werden.

Unter Berücksichtigung der allgemeinen zeitlichen Abfolge der Behandlungen und der jeweiligenpharmakokinetischen Eigenschaften der gleichzeitig angewendeten Arzneimittel (z. B. Halbwertszeit),kann das Wechselwirkungspotential auf 'keine Wechselwirkung‟ (AUC-Verhältnis < 1,25) reduziertwerden, wenn alle gleichzeitig angewendeten Arzneimittel 2 Stunden vor oder 8 Stunden nach derzweistündigen intravenösen Infusion von Treosulfan verabreicht werden.

Die Wirkung von Treosulfan auf die Pharmakokinetik von Fludarabin ist nicht bekannt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen

Sowohl sexuell aktive Männer als auch Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der gesamten

Behandlungsdauer und für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten nach der Behandlung einezuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Treosulfan bei Schwangeren vor. Es liegenkeine ausreichenden tierexperimentellen Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität vor (siehe

Abschnitt 5.3). Treosulfan ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Stillzeit

Es ist nicht bekannt ob Treosulfan in die Muttermilch übergeht. Das Stillen soll während der

Behandlung mit Treosulfan unterbrochen werden.

Fertilität

Treosulfan kann die Fertilität von Männern und Frauen beeinträchtigen (siehe Abschnitt 4.4). Männersollten sich vor der Behandlung wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität in Bezug aufeine Kryokonservierung von Sperma beraten lassen.

Wie von anderen alkylierenden Arzneimitteln für die Konditionierungsbehandlung bekannt, kann auch

Treosulfan bei prämenopausalen Frauen zu einer ovarialen Suppression und Amenorrhoe mit

Menopausen-Symptomen führen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Treosulfan hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Es ist wahrscheinlich, dass bestimmte Nebenwirkungen von Treosulfan wie Übelkeit,

Erbrechen oder Schwindel diese Funktionen beeinträchtigen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die erwünschte therapeutische Wirkung einer Konditionierungsbehandlung ist eine ausgeprägte

Myelosuppression/Panzytopenie, die bei allen behandelten Patienten auftritt. Die Blutwerte erholensich normalerweise nach der HSCT.

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (bei Erwachsenen/Kindern und Jugendlichen) nacheiner Treosulfan-basierten Konditionierungstherapie und anschließender allo-HSCT waren Infektioneninsgesamt (10,1 %/11,6 %), gastrointestinale Erkrankungen (Übelkeit [38,0 %/26,4 %], Stomatitis[36,4 %/66,1 %], Erbrechen [22,5 %/42,1 %], Diarrhoe [14,4 %/33,1 %], Abdominalschmerz[9,6 %/17,4 %]), Ermüdung (14,4 %/1,7 %), Hepatotoxizität (0,3 %/26,4 %), febrile Neutropenie(10,1 %/1,7 %), verminderter Appetit (8,0 %/0,8 %), makulopapulöser Ausschlag (5,2 %/7,4 %),

Pruritus (2,8 %/10,7 %), Alopezie (1,5 %/9,9 %), Pyrexie (4,1 %/13,2 %), Ödeme (6,2 %/0,8 %),

Ausschlag (0,7 %/5,8 %) sowie Anstiege der Alanin-Transaminase (ALT [4,9 %/10,7 %]),

Aspartat-Transaminase (AST [4,1 %/6,6 %]) und des Bilirubins (17,1 %/6,6 %).

Erwachsene
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Häufigkeitsangaben für die in der nachstehenden Tabelle aufgelisteten Nebenwirkungen stammenaus 5 klinischen Prüfungen (bei insgesamt 613 Patienten), in denen Treosulfan in Kombination mit

Fludarabin als Konditionierungsbehandlung vor einer allo-HSCT bei erwachsenen Patientenuntersucht wurde. Treosulfan wurde in einer Dosis von 10-14 g/m² KOF an 3 aufeinanderfolgenden

Tagen gegeben.

Die unten genannten Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen mit den folgenden

Häufigkeitsangaben aufgelistet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100; < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000;< 1/100), selten (≥ 1/10 000; < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

Systemorganklasse Alle Nebenwirkungen/Häufigkeit Nebenwirkungen 3.-4. Grades /(SOC) Häufigkeit

Infektionen und Häufig Häufigparasitäre Infektionen (mit Bakterien, Viren, Infektionen (mit Bakterien, Viren,

Erkrankungen* Pilzen), Sepsisa Pilzen), Sepsisa

Nicht bekannt Nicht bekannt

Septischer Schockc Septischer Schockc

Gutartige, bösartige Nicht bekannt Nicht bekanntund unspezifische Behandlungsbedingtes sekundäres Behandlungsbedingtes sekundäres

Neubildungen Malignom Malignom(einschl. Zysten und

Polypen)*

Erkrankungen des Sehr häufig Sehr häufig

Blutes und des Myelosuppression, Panzytopenie, Myelosuppression, Panzytopenie,

Lymphsystems* febrile Neutropenie febrile Neutropenie

Erkrankungen des Häufig

Immunsystems Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Häufig Häufig

Ernährungsstörunge Verminderter Appetit Verminderter Appetitn

Gelegentlich Gelegentlich

Eingeschränkte Glukosetoleranz Eingeschränkte Glukosetoleranzeinschließlich Hyperglykämie und einschließlich Hyperglykämie und

Hypoglykämie Hypoglykämie

Nicht bekannt Nicht bekannt

Azidoseb Azidoseb

Psychiatrische Häufig Nicht bekannt

Erkrankungen Schlaflosigkeit Verwirrtheitszustand

Gelegentlich

Verwirrtheitszustand

Systemorganklasse Alle Nebenwirkungen/Häufigkeit Nebenwirkungen 3.-4. Grades /(SOC) Häufigkeit

Erkrankungen des Häufig Gelegentlich

Nervensystems Kopfschmerz, Schwindel Kopfschmerz

Gelegentlich Nicht bekannt

Intrakranielle Blutung, periphere Enzephalopathie, intrakraniellesensorische Neuropathie Blutung, Synkope, peripheresensorische Neuropathie

Nicht bekannt

Enzephalopathie, extrapyramidale

Erkrankung, Synkope, Parästhesie

Augenerkrankungen Nicht bekannt

Trockenes Auge

Erkrankungen von Gelegentlich

Ohr und Labyrinth Vertigo

Herzerkrankungen* Häufig Gelegentlich

Herzrhythmusstörungen (z. B. Herzrhythmusstörungen (z. B.

Vorhofflimmern, Sinusarrhythmie) Vorhofflimmern, Sinusarrhythmie)

Nicht bekannt Nicht bekannt

Herzstillstand, Herzinsuffizienz; Herzstillstand, Myokardinfarkt

Myokardinfarkt, Perikarderguss

Gefäßerkrankungen Häufig Gelegentlich

Hypertonie, Hypotonie, Flush Hypertonie

Gelegentlich Nicht bekannt

Hämatom Embolie

Nicht bekannt

Embolie

Erkrankungen der Häufig Gelegentlich

Atemwege, des Dyspnoe, Epistaxis Dyspnoe

Brustraums und

Mediastinums Gelegentlich Nicht bekannt

Pneumonitis, Pleuraerguss, Pneumonitis, Pleuraerguss,

Rachenentzündung oder Rachenentzündung, Epistaxis

Kehlkopfentzündung, Schmerzen im

Oropharynx, Schluckauf

Nicht bekannt

Kehlkopfschmerz, Husten,

Dysphonie

Systemorganklasse Alle Nebenwirkungen/Häufigkeit Nebenwirkungen 3.-4. Grades /(SOC) Häufigkeit

Erkrankungen des Sehr häufig Häufig

Gastrointestinaltrakt Stomatitis/Mukositis, Diarrhoe, Stomatitis/Mukositis, Diarrhoe,s* Übelkeit, Erbrechen Übelkeit, Abdominalschmerz

Häufig Gelegentlich

Mundschmerzen, Gastritis, Erbrechen, Mundschmerzen,

Dyspepsie, Obstipation, Dysphagie, Dysphagie, ösophageale oder

Abdominalschmerz, ösophageale gastrointestinale Schmerzenoder gastrointestinale Schmerzen

Nicht bekannt

Gelegentlich Magen- oder Mundblutung,

Mundblutung, aufgetriebener Bauch, neutropene Kolitis

Mundtrockenheit

Nicht bekannt

Magenblutung, neutropene Kolitis,

Ösophagitis, Analentzündung

Leber- und Gelegentlich Nicht bekannt

Gallenerkrankungen Lebervenenverschlusskrankheit Lebervenenverschlusskrankheit,

* Hepatotoxizität

Nicht bekannt

Hepatotoxizität, Hepatomegalie

Erkrankungen der Häufig Gelegentlich

Haut und des Makulopapulöser Ausschlag, Makulopapulöser Ausschlag

Unterhautzellgewebe Purpura, Erythem, palmar-plantaress Erythrodysästhesie-Syndrom, Nicht bekannt

Pruritus, Alopezie Hautnekrose, Purpura, Erythem

Gelegentlich

Erythema multiforme, Dermatitisacneiform, Ausschlag, trockene Haut

Nicht bekannt

Hautnekrose oder Hautulkus,

Dermatitis,

Hauthyperpigmentierungd

Skelettmuskulatur-, Häufig Nicht bekannt

Bindegewebs- und Schmerz in einer Extremität, Schmerz in einer Extremität,

Knochenerkrankung Rückenschmerzen, Knochenschmerzenen Knochenschmerzen, Arthralgie

Gelegentlich

Myalgie

Erkrankungen der Häufig Gelegentlich

Nieren und Akute Nierenschädigung, Hämaturie Akute Nierenschädigung

Harnwege

Gelegentlich Nicht bekannt

Schmerzen im Harnwegsbereich Hämaturie

Nicht bekannt

Nierenversagen, hämorrhagische

Zystitisc, Dysurie

Systemorganklasse Alle Nebenwirkungen/Häufigkeit Nebenwirkungen 3.-4. Grades /(SOC) Häufigkeit

Allgemeine Sehr häufig Häufig

Erkrankungen und Schwächezustände (Ermüdung, Ermüdung

Beschwerden am Asthenie, Lethargie)

Verabreichungsort

Häufig Nicht bekannt

Ödeme, Pyrexiee, Schüttelfrost Nicht herzbedingte

Brustkorbschmerzen, Pyrexiee

Gelegentlich

Nicht herzbedingte

Brustkorbschmerzen, Schmerzen

Untersuchungen Sehr häufig Häufig

Bilirubin im Blut erhöht Bilirubin im Blut erhöht,

Transaminasen (ALT/AST) erhöht,

Häufig γGT erhöht

Transaminasen (ALT/AST) erhöht,γGT erhöht, C-reaktives Protein Gelegentlicherhöht, Gewichtsverlust, C-reaktives Protein erhöht

Gewichtszunahme

Nicht bekannt

Gelegentlich Alkalische Phosphatase im Blut

Alkalische Phosphatase im Blut erhöhterhöht

Nicht bekannt

Laktatdehydrogenase (LDH) im Bluterhöht

* Siehe ausführliche Abschnitte unten.a Klinisch oder mikrobiologisch dokumentierte Infektion mit Neutropenie 3. oder 4. Grades(absolute Neutrophilenzahl [ANC] < 1,0 x 109/l) und Sepsisb Die Azidose könnte eine Folge der Freisetzung von Methansulfonsäure durch Aktivierung/Spaltungvon Treosulfan im Plasma sein.c Aus anderer Quelle bezogene Fallberichte (> 2) nach einer Treosulfan-basierten

Konditionierungsbehandlungd Bronzepigmentierunge Fieber ohne Neutropenie, wobei eine Neutropenie definiert ist als ANC < 1,0 x 109/l.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Infektionen insgesamt

Die Gesamtinzidenz von Infektionen lag bei 10,1 % (62/613). Dies schließt die Inzidenz vonbakteriellen, viralen und mykotischen Infektionen (50/613; 8,1 %) und für Sepsis insgesamt (12/613;2 %) ein. Die häufigste Infektionsart war eine Lungeninfektion (10/62 [16,1 %]). Die Erreger waren

Bakterien (z. B. Staphylococcus, Enterococcus, Corynebacterium), Viren (z. B. das Cytomegalovirus[CMV], Epstein-Barr-Virus [EBV]) und Pilze (z. B. Candida). Sepsis insgesamt umfasst Sepsis(9/613; 1,5 %), Staphylokokken-Sepsis (2/613; 0,3 %) und Enterokokken-Sepsis (1/613; 0,2 %). Die

Infektionsrate war bei denjenigen Patienten am niedrigsten (8,1 %), die mit einer Dosis von 10 g/m²

Treosulfan täglich von Tag -4 bis -2 behandelt wurden.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Von den 613 erwachsenen Patienten entwickelte eine Patientin (0,2 %) ein sekundäres Malignom(Brustkrebs). Von anderen Prüfärzten wurden einige weitere Fälle von sekundären Malignomen nacheiner Treosulfan-basierten Konditionierungsbehandlung gemeldet. Nach einer Langzeittherapie mitherkömmlichen Dosen von oralem Treosulfan bei Patienten mit soliden Tumoren wurde bei 1,4 % der553 Patienten eine akute myeloische Leukämie beobachtet.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Bei 62 der 613 erwachsenen Patienten (10,1 %) wurden Bluterkrankungen festgestellt. Die häufigste

Nebenwirkung war eine febrile Neutropenie (10,1 %). Die niedrigste Inzidenz wurde bei einem

Dosierungsschema von 10 g/m²/Tag an Tag -4 bis -2 festgestellt (4,4 %).

Die mediane Dauer (25 %/75 % Perzentile) der Neutropenie betrug 14 (12, 20) Tage bei einer

Treosulfan-Dosis von 10 g/m² und 17,5 (14, 21) Tage bei einer Treosulfan-Dosis von 14 g/m².

Herzerkrankungen

Herzerkrankungen wurden bei 21 Patienten (3,4 %) beobachtet. Die häufigsten Nebenwirkungenwaren Herzrhythmusstörungen, wie z B. Vorhofflimmern (1,0 %), Sinustachykardie (0,8 %),supraventrikuläre Tachykardie (0,3 %) und ventrikuläre Extrasystole (0,3 %). In Einzelfällen kam eszu Herzstillstand, Herzinsuffizienz und Myokardinfarkt. Die niedrigste Häufigkeit von

Herzerkrankungen wurde bei dem Dosierungsschema mit 10 g/m²/Tag an Tag -4 bis -2 (2,6 %)beobachtet.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts wurden bei 379 Patienten (61,8 %) beobachtet. Die amhäufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Übelkeit (38,0 %), Stomatitis (36,4 %), Erbrechen(22,5 %), Durchfall (14,4 %) und Bauchschmerzen (9,6 %). Die niedrigsten Häufigkeiten dieser

Nebenwirkungen wurden unter dem Dosisschema mit 10 g/m² täglich an Tag -4 bis -2 (21,5 %,32,2 %, 14,8 %, 5,9 % bzw. 6,7 % jeweils) beobachtet.

Leber- und Gallenerkrankungen

Die Gesamtinzidenz einer Lebervenenverschlusskrankheit (VOD) betrug 0,8 % (5/613). Eine VODtrat nur unter dem Dosisschema mit 14 g/m² Treosulfan täglich auf. Keiner dieser Fälle verlief tödlichoder war lebensbedrohlich.

Kinder und Jugendliche
Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die in der nachstehenden Tabelle aufgelisteten Nebenwirkungen stammen aus zwei klinischen Studien(bei insgesamt 121 Patienten, medianes Alter 7 Jahre [Bereich 0-17 Jahre]), in denen Treosulfan in

Kombination mit Fludarabin (und meistens noch mit zusätzlich Thiotepa) als

Konditionierungsbehandlung vor einer allo-HSCT bei pädiatrischen Patienten mit malignen odernicht-malignen Erkrankungen angewendet wurde. Treosulfan wurde in einer Dosis von 10-14 g/m²

KOF an drei aufeinanderfolgenden Tagen gegeben.

Die unten genannten Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen mit den folgenden

Häufigkeitsangaben aufgelistet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100; < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000;< 1/100), selten (≥ 1/10 000; < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

Systemorganklasse (SOC) Alle Nebenwirkungen/Nebenwirkungen 3.-4. Grades

Häufigkeit/Häufigkeit

Infektionen und parasitäre Sehr häufig Häufig

Erkrankungen* Infektionen (mit Bakterien, Infektionen (mit Bakterien,

Viren, Pilzen) Viren, Pilzen)

Systemorganklasse (SOC) Alle Nebenwirkungen/Nebenwirkungen 3.-4. Grades

Häufigkeit/Häufigkeit

Gutartige, bösartige und Nicht bekannt Nicht bekanntunspezifische Neubildungen Behandlungsbedingtes Behandlungsbedingtes(einschl. Zysten und Polypen)* sekundäres Malignoma sekundäres Malignoma

Erkrankungen des Blutes und Sehr häufig Sehr häufigdes Lymphsystems* Myelosuppression, Myelosuppression,

Panzytopenie Panzytopenie

Nicht bekannt Nicht bekannt

Febrile Neutropenie Febrile Neutropenie

Stoffwechsel- und Nicht bekannt Nicht bekannt

Ernährungsstörungen Alkalose, Alkalose

Elektrolytungleichgewicht,

Hypomagnesiämie,verminderter Appetit

Erkrankungen des Häufig Nicht bekannt

Nervensystems* Kopfschmerz Parästhesie

Nicht bekannt

Krampfanfall, Parästhesie

Augenerkrankungen Nicht bekannt

Bindehautblutung, trockenes

Auge

Gefäßerkrankungen Nicht bekannt Nicht bekannt

Kapillarlecksyndrom, Kapillarlecksyndrom,

Hypertonie, Hypotonie Hypertonie, Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, Häufig Nicht bekanntdes Brustraums und Oropharyngeale Schmerzen, Hypoxie

Mediastinums Epistaxis

Nicht bekannt

Hypoxie, Husten

Erkrankungen des Sehr häufig Sehr häufig

Gastrointestinaltrakts Stomatitis/Mukositis, Diarrhoe, Stomatitis/Mukositis

Übelkeit, Erbrechen,

Abdominalschmerz Häufig

Dysphagie, Diarrhoe, Übelkeit,

Häufig Erbrechen

Dysphagie, Analentzündung,

Mundschmerzen Nicht bekannt

Neutropene Kolitis,

Nicht bekannt Abdominalschmerz,

Neutropene Kolitis, Dyspepsie, ösophageale Schmerzen

Proktitis, Zahnfleischschmerz,ösophageale Schmerzen,

Obstipation

Leber- und Sehr häufig

Gallenerkrankungen Hepatotoxizität

Nicht bekannt

Lebervenenverschlusskrankheit,

Hepatomegalie

Systemorganklasse (SOC) Alle Nebenwirkungen/Nebenwirkungen 3.-4. Grades

Häufigkeit/Häufigkeit

Erkrankungen der Haut und Sehr häufig Häufigdes Unterhautzellgewebes Pruritus, Alopezie Dermatitis exfoliativa,makulopapulöser Ausschlag

Häufig

Dermatitis exfoliativa, Nicht bekanntmakulopapulöser Ausschlag, Erythem

Ausschlag, Erythem, Urtikaria,

Hautschmerzen,

Hauthyperpigmentierungb

Nicht bekannt

Hautulkus, Erythemamultiforme, Dermatitis bullosa,

Dermatitis acneiform, palmar-plantares Erythrodysästhesie-

Syndrom, Windeldermatitisa

Skelettmuskulatur-, Nicht bekannt

Bindegewebs- und Schmerz in einer Extremität

Knochenerkrankungen

Erkrankungen der Nieren und Nicht bekannt Nicht bekannt

Harnwege Akute Nierenschädigung, Akute Nierenschädigung,

Niereninsuffizienz, nicht- Niereninsuffizienz,infektiöse Zystitis, Hämaturie nicht-infektiöse Zystitis

Erkrankungen der Nicht bekannt

Geschlechtsorgane und der Skrotalerythem, Penisschmerzen

Brustdrüse

Allgemeine Erkrankungen Sehr häufigund Beschwerden am Pyrexiec

Verabreichungsort

Häufig

Schüttelfrost

Nicht bekannt

Gesichtsödem, Ermüdung,

Schmerzen

Untersuchungen Sehr häufig Häufig

ALT erhöht ALT erhöht, Bilirubin im Bluterhöht

Häufig

AST erhöht, Bilirubin im Blut Nicht bekannterhöht, C-reaktives Protein AST erhöht, γGT erhöht,erhöht C-reaktives Protein erhöht

Nicht bekanntγGT erhöht

* Siehe ausführliche Abschnitte unten.a Aus anderen Quellen bezogene Fallberichte (> 1) nach einer Treosulfan-basierten

Konditionierungsbehandlungb Bronzepigmentierungc Fieber ohne Neutropenia, wobei eine Neutropenie definiert ist als ANC < 1,0 x 109/l.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Infektionen

Die Gesamtinzidenz von Infektionen bei den 121 pädiatrischen Patienten betrug 11,6 % (14/121) undwar somit der von Erwachsenen vergleichbar. Die Häufigkeit war in der pädiatrischen Altersgruppe12-17 Jahre höher (6/39 [15,4 %]) als bei jüngeren Kindern (7/59 [11,9 %]).

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Es wurde ein Fall eines sekundären Malignoms (myelodysplastisches Syndrom) bei einem Kindgemeldet, das etwa 12 Monate zuvor eine Treosulfan-basierte Konditionierungsbehandlung gegen

Sichelzellkrankheit erhalten hatte.

Von anderen Prüfärzten wurden sechs Fälle eines sekundären Malignoms nach einer

Treosulfan-basierten Konditionierungsbehandlung gemeldet. Fünf pädiatrische Patienten erhielten einallo-HSCT wegen primärer Immunschwächezustände, d h. Erkrankungen, die per se mit einemerhöhten Risiko für Neoplasien einhergehen. Sie entwickelten ein myelodysplastisches Syndrom,akute lymphoblastische Leukämie und Ewing-Sarkom. Ein Patient mit hämophagozytischer

Lymphohistiozytose entwickelte eine sekundäre juvenile chronische myeloische Leukämie.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Die mediane Dauer (25 %/75 % Perzentile) der Neutropenie betrug 22 (17, 26) Tage bei pädiatrischen

Patienten mit malignen Erkrankungen und 20 (15, 25) Tage bei Patienten mit nicht-malignen

Erkrankungen.

Erkrankungen des Nervensystems

Bei einem der 121 pädiatrischen Patienten wurde über einen Krampfanfall im Zusammenhang miteiner infektiösen Enzephalitis berichtet. Ein Bericht von einer nicht kommerziellen klinischen Studiebei Kindern mit primären Immunschwächezuständen nennt fünf Fälle mit Krampfanfällen, die nachanderen Treosulfan-basierten Konditionierungsschemata auftraten (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Die hauptsächliche toxische Wirkung von Treosulfan ist eine starke Myeloablation und Panzytopenie.

Darüber hinaus können Azidose, Hauttoxizität, Übelkeit, Erbrechen und Gastritis auftreten. Ohne einehämatopoetische Stammzellentransplantation würde die empfohlene Dosis Treosulfan eine Überdosisdarstellen. Es ist kein spezifisches Antidot gegen eine Treosulfan-Überdosierung bekannt. Der

Blutstatus muss genau überwacht werden und bei Bedarf sind medizinische

Unterstützungsmaßnahmen zu ergreifen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Alkylierende Mittel, ATC Code:

L01AB02

Wirkmechanismus

Treosulfan ist ein Prodrug eines bifunktionellen Alkylierungsmittels mit zytotoxischer Wirkung gegenhämatopoetische Vorläuferzellen. Die Wirkung von Treosulfan beruht auf der spontanen Umwandlungin ein Monoepoxid-Zwischenprodukt und L-Diepoxybutan (siehe Abschnitt 5.2).

Die gebildeten Epoxide alkylieren nukleophile Zentren der Desoxyribonukleinsäure (DNA) und sindin der Lage, DNA-Querverbindungen zu induzieren, die für die Stammzellen abbauenden undantineoplastischen Wirkungen verantwortlich gemacht werden.

Pharmakodynamische Wirkungen

Treosulfan besitzt eine breite antineoplastische und antileukämische Wirkung. Diese wurde gegentransplantierte Lymphome/Leukämien, Sarkome und Hepatome von Maus und Ratte, humane

Tumorxenotransplantate, humane Tumorbiopsien und Zelllinien nachgewiesen.

Die immunsupprimierenden Wirkungen von Treosulfan werden zurückgeführt auf seine Toxizitätgegenüber primitiven und festgelegten Vorläuferzellen, T- und NK-Zellen, die Verringerung der

Zellularität von primären und sekundären lymphatischen Organen und eine ausschließliche Wirkungauf den 'Zytokinsturm“, welcher der Entwicklung einer Graft-versus-Host-Krankheit (GvHD)vorausgeht und an der Pathogenese einer Venenverschlusskrankheit beteiligt ist.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie wurden erwachsene Patienten mit akuter myeloischer

Leukämie (AML) oder myelodysplastischem Syndrom (MDS) und einem erhöhten Risiko bei

Standardkonditionierungstherapien aufgrund eines höheren Lebensalters (≥ 50 Jahre) oder

Begleiterkrankungen (hämatopoetischer Zelltransplantations-Komorbiditätsindex [HCT-CI] Score > 2)randomisiert einem Konditionierungsschema mit 3 × 10 g/m² Treosulfan in Kombination mit

Fludarabin (FT10; n = 268) oder einem Schema mit intravenösem Busulfan (Gesamtdosis 6,4 mg/kg) in

Kombination mit Fludarabin (FB2; n = 283), gefolgt von einer allo-HSCT, zugewiesen.

Vierundsechzig Prozent der Patienten hatten eine AML und 36 % eine MDS. Das mediane Alter der

Patienten betrug 60 Jahre (Bereich 31-70 Jahre); 25 % der Patienten waren älter als 65 Jahre.

Der primäre Endpunkt dieser Studie war das ereignisfreie Überleben (EFS) nach 2 Jahren. Ein

Krankheitsrezidiv, Transplantatversagen oder Tod waren als Ereignisse definiert (je nachdem, waszuerst eintrat). Die Nichtunterlegenheit von FT10 gegenüber der Referenzbehandlung FB2 wurdestatistisch belegt. Der p-Wert von 0,0005787 deutet auf eine Überlegenheit von Treosulfan im

Vergleich zu Busulfan hin (Abbildung 1).

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Schätzungen des ereignisfreien Überlebens (vollständiges Analyseset)1,00,80,60,4

Busulfan Treosulfan

Anzahl Patienten 283 268

Ereignisse 137 (48,4 %) 97 (36,2 %)0,2 Zensiert 146 (51,6 %) 171 (63,8 %)

Rate nach 24 Monaten [%] 51.2 65,795 %-KI (45,0; 57,0) (59,5; 71,2)

Hazard Ratio [a] 0,6495 %-KI (0,49; 0,84)0,0 p-Wert [a][b] 0,0000001p-Wert [a][c] 0,0005787

Patienten mit Risiko

Busulfan

Treosulfan

Zeit [Monate]a Angepasst um den Spendertyp als Faktor sowie Risikogruppe und Prüfzentrum als Strata; verwendetwurde ein Regressionsmodell nach Cox.b Zur Untersuchung der Nichtunterlegenheit von Treosulfan im Vergleich zu Busulfan.c Zur Untersuchung der Überlegenheit von Treosulfan im Vergleich zu Busulfan.

Die Analysen des EFS nach 2 Jahren für verschiedene vordefinierte Untergruppen (Spendertyp,

Risikogruppe, Erkrankung, Altersgruppe, HCT-CI-Score, Remissionsstatus bei Studieneintritt undverschiedene Kombinationen dieser Parameter) fielen stets zugunsten der Treosulfan-Therapie aus(Hazard Ratio [HR] von FT10 vs. FB2 < 1), mit nur einer Ausnahme (Risikogruppe II von Patientenmit passendem Spender in der Familie [matched related donor, MRD]; HR 1,18 [95 % KI 0,61; 2,26]).

Weitere Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.

Tabelle 1: Behandlungsergebnisse nach 24 Monaten (vollständiges Analyseset)

Parameter Treosulfan Busulfan Hazard Ratiob P-Wertb95 % KI

Anzahl Patienten 268 283

Gesamtüberlebena; % (95 % KI) 72,7 (66,8; 77,8) 60,2 (54,0; 65,8) 0,64 (0,48; 0,87) 0,0037

Kumulative Inzidenz von

Rezidiv/Progression; % (95 % 22,0 (16,9; 27,1) 25,2 (20,0; 30,3) 0,82 (0,59; 1,16) 0,2631

KI)

Kumulative Inzidenz vontransplantatbedingter Mortalität; 12,8 (9,2; 17,7) 24,1 (19,1; 30,2) 0,52 (0,34; 0,82) 0,0043% (95 % KI)a Basierend auf den Kaplan-Meier-Schätzungen; b angepasst um Spendertyp, Risikogruppe und

Prüfzentrum; verwendet wurde ein Regressionsmodell nach Cox

Ereignisfreie Überlebensrate

Die Ergebnisse für die GvHD sind in Tabelle 2 gezeigt.

Tabelle 2: Kumulative Inzidenz von GvHD (vollständiges Analyseset)

Parameter Treosulfan Busulfan P-Wert

Anzahl Patienten 268 283

Akute GvHD, alle Grade; % (95 % KI) 52,8 (46,8; 58,8) 57,2 (51,5; 63,0) 0,2038

Akute GvHD, Grad III/IV; % (95 % KI) 6,4 (3,4; 9,3) 8,1 (4,9; 11,3) 0,4267

Chronische GvHDa; % (95 % KI) 61,7 (55,1; 68,3) 60,3 (53,8; 66,7) 0,9964

Extensive chronische GvHDa; % (95 %

KI) 19,8 (14,5; 25,1) 28,6 (22,5; 34,7) 0,0750a Bis zu 2 Jahre nach der allo-HSCT

Es liegen nur begrenzte Informationen über eine Treosulfan-basierte Konditionierungsbehandlung(FT14 Schema ± Thiotepa; siehe Abschnitt 4.2) bei erwachsenen Patienten mit nicht-malignen

Erkrankungen vor. Die Hauptanwendungsgebiete für eine allo-HSCT mit Treosulfan-Konditionierungbei erwachsenen Patienten mit nicht-malignen Erkrankungen sind Bluterkrankungen (wie z. B.

Sichelzellkrankheit, Thalassämie major [TM]), primäre Immunschwäche, Hämophagozytose,

Immundysregulation und Knochenmarkinsuffizienz.

In einer Studie wurden 31 Patienten mit nicht-malignen Erkrankungen mit dem FT14-Schema plus

Anti-Thymozyten-Globulin behandelt. Das Alter der Patienten reichte von 0,4 bis 30,5 Jahre und 29 %hatten HCT-CI-Scores > 2. Alle Patienten erhielten eine Transplantation; die mediane Dauer bis zur

Neutrophilen-Transplantation betrug 21 (Bereich 12-46) Tage. Das prognostizierte2-Jahres-Gesamtüberleben betrug 90 %. Ein vollständiges Ansprechen der Krankheit, beurteilt anhandder klinischen Symptome und der Laboruntersuchungen, wurde bei 28 Patienten (90 %) festgestellt(Burroughs LM et al., Biology of Blood and Marrow Transplantation 2014; 20(12):1996-2003).

Eine italienische Gruppe behandelte 60 Patienten mit TM (Altersbereich 1-37 Jahre, darunter12 Erwachsene) nach dem FT14-plus-Thiotepa-Schema. Alle Patienten erhielten eine Transplantation,mit Ausnahme eines Patienten, der an Tag +11 verstarb. Die mediane Dauer bis zur Erholung der

Neutrophilen und Thrombozyten betrug 20 Tage. Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug36 Monate (Bereich 4-73) und die 5-Jahres-Gesamtüberlebenswahrscheinlichkeit lag bei 93 % (95 %

KI 83-97 %). Es wurde kein Unterschied in Bezug auf das Behandlungsergebnis zwischen Kindernund Erwachsenen festgestellt (Bernardo ME et al.; Blood 2012; 120(2):473-6).

Ein retrospektiver Vergleich der Treosulfan-basierten (n = 16) versus Busulfan-basierten

Konditionierung (n = 81) bei erwachsenen Patienten zeigte vergleichbare Überlebensraten(70,3 ± 15,1 % vs. 69,3 ± 5,5 %), während das Risiko für eine akute GvHD in der Treosulfan-Gruppeniedriger war (Odds Ratio 0,28; 95 % KI 0,12-0,67; P = 0,004) (Caocci G et al.; American Journal of

Hematology 2017; 92(12):1303-1310).

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Treosulfan-basierten Konditionierungsbehandlungen wurden bei70 Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL), AML, MDS oder juvenilermyelomonozytärer Leukämie (JMML) untersucht, die ein Konditionierungsschema mit Treosulfanund Fludarabin mit (n = 65) oder ohne (n = 5) Thiotepa erhalten hatten (siehe Abschnitt 4.2). Die

Treosulfan-Dosis wurde an die Körperoberfläche des Patienten angepasst. Es wurden täglich 10, 12oder 14 g/m² KOF als zweistündige intravenöse Infusion an Tag -6, -5 und -4 vor der

Stammzellinfusion (Tag 0) verabreicht. Insgesamt waren 37 Patienten (52,9 %) jünger als 12 Jahre.

Ein primäres Transplantatversagen trat bei keinem Patienten auf, aber ein Patient mit ALL zeigte einsekundäres Transplantatversagen. Die Inzidenz eines vollständigen Spender-Chimärismus betrug94,2 % (90 % KI 87,2-98,0 %) bei dem Besuchstermin an Tag +28, 91,3 % (90 % KI 83,6--96,1 %)bei dem Besuchstermin an Tag +100 und 91,2 % (90 % KI 82,4-96,5 %) bei dem Besuchstermin in

Monat 12.

Das Gesamtüberleben nach 24 Monaten betrug 85,7 % (90 % KI 77,1-91,2 %). Von den 70 Patientenstarben insgesamt 12 (17,1 %), 8 Patienten an einem Rezidiv bzw. aufgrund der Progression der

Erkrankung und 4 Patienten transplantatbedingt. Die Freiheit von transplantatbedingter Mortalität bis

Tag +100 nach der HSCT (primärer Endpunkt) betrug 98,6 % (90 % KI 93,4-99,9 %). Es wurde ein

Todesfall aufgrund der Transplantation/einer behandlungsbedingten Ursache bis Tag +100 nach der

HSCT festgestellt. Die transplantatbedingte Mortalität nach 24 Monaten betrug 4,6 % (90 % KI1,8-11,4 %). Sechzehn Patienten erlitten ein Rezidiv oder zeigten eine Progression der Erkrankung.

Die kumulative Inzidenz von Rezidiv/Progression betrug 23,0 % (90 % KI 14,7-31,3 %) in

Monat +24.

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Treosulfan/Fludarabin ± Thiotepa-basierten

Konditionierungsbehandlungen wurden bei 51 Patienten mit nicht-malignen Erkrankungen (primäre

Immundefizienz, Hämoglobinopathie, angeborene Stoffwechselstörung oder

Knochenmarkinsuffizienz-Syndromen) näher untersucht. Die Treosulfan-Dosis wurde an die

Körperoberfläche des Patienten angepasst. Es wurden täglich 10, 12 oder 14 g/m² KOF alszweistündige intravenöse Infusion an Tag -6, -5 und -4 vor der Stammzellinfusion (Tag 0) verabreicht.

Das Dosierungsschema wurde während der Studie hinsichtlich der für die unterschiedlichen Dosenangewandten KOF-Kategorien angepasst, weswegen 2 Patienten eine gegenüber dem ursprünglichen

Dosierungsschema höhere Dosis erhielten. Als aktive Kontrollgruppe dienten 50 auswertbare

Patienten, die mit dem Referenz-Konditionierungsschema Busulfan/Fludarabin ± Thiotepa behandeltwurden. Die Busulfan-Dosis wurde an das Körpergewicht des Patienten angepasst; an den

Tagen -7, -6, -5 und -4 wurden 3,2 bis 4,8 mg/kg/Tag verabreicht. Die meisten Studienteilnehmer(84 % in beiden Armen) erhielten das intensivierte Behandlungsschema mit Thiotepa - verabreicht als2 Einzeldosen zu 5 mg/kg/Körpergewicht an Tag -2. Das Alter der meisten Patienten lag zwischen28 Tagen und 11 Jahren (88,2 % im Treosulfan-Arm und 80 % im Busulfan-Arm). In dieser Studieerfolgte keine Kontrolle des Alpha-Fehlers für multiple Tests. Die Inzidenz einer Freiheit vontransplantatbedingter (behandlungsbedingter) Mortalität bis Tag +100 (primärer Endpunkt) betrug im

Treosulfan-Arm 100,0 % (90 % KI 94,3-100,0 %) und 90,0 % (90 % KI 80,1-96,0 %) im

Busulfan-Arm. Das Gesamtüberleben nach 1 Jahr lag bei 96,1 % (90 % KI 88,0-98,8 %) unter

Treosulfan und bei 88,0 % unter Busulfan (90 % KI 77,9-93,7 %). Bei insgesamt 2 Patienten (3,9 %)im Treosulfan-Arm und 2 Patienten (4,0 %) im Busulfan-Arm kam es zu einem primären

Transplantatversagen, während ein sekundäres Transplantatversagen bei 9 Patienten (18,4 %) berichtetwurde, die die Treosulfan-basierte Konditionierungsbehandlung erhielten. Die Inzidenz einesvollständigen Spender-Chimärismus war zwischen den Gruppen vergleichbar.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Treosulfan ist ein Prodrug, das unter physiologischen Bedingungen (pH 7,4; 37 °C) spontan in ein

Monoepoxid-Zwischenprodukt und L-Diepoxybutan mit einer Halbwertzeit von 2,2 Stundenumgewandelt wird.

Resorption

Nach intravenöser Gabe werden die Spitzenspiegel im Plasma am Ende der Infusionsdauer erreicht.

Die maximalen Plasmaspiegel (Mittelwert ± Standardabweichung) bei erwachsenen Patienten nacheiner 2-stündigen intravenösen Infusion von 10, 12 oder 14 g/m² Treosulfan waren 306 ± 94 µg/ml,461 ± 102 µg/ml bzw. 494 ± 126 µg/ml.

Verteilung

Treosulfan verteilt sich schnell im Körper, passiert die Blut-Hirn-Schranke jedoch nur in einem sehrbegrenzten Umfang (siehe Abschnitt 5.3). Das Verteilungsvolumen bei erwachsenen Patienten beträgtca. 20-30 Liter. Bei der empfohlenen täglichen Behandlung an drei aufeinanderfolgenden Tagenwurde keine Dosisakkumulation beobachtet.

Treosulfan bindet nicht an Plasmaproteine.

Biotransformation

Unter physiologischen Bedingungen (pH 7,4, Temperatur 37 °C) wird das pharmakologisch inaktive

Treosulfan spontan (nicht enzymatisch) in das aktive Monoepoxid-Zwischenprodukt(S,S-EBDM = (2S, 3S) -1,2-Epoxybutan-3,4-Diol-4-Methansulfonat) und schließlich zu

L-Diepoxybutan (S,S-DEB = (2S,3S)-1,2: 3,4-Diepoxybutan) umgewandelt.

Treosulfan bewirkt keine Hemmung von CYP1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2D6 oder CYP3A4, wenn

Testosteron als Substrat verwendet wird. Dagegen war Treosulfan ein reversibler Hemmer von

CYP2C19 und CYP3A4, wenn Midazolam als Substrat verwendet wurde. Treosulfan hemmt den

Substrattransport über verschiedene Transportproteine nicht, mit Ausnahme von P-gp und MATE2 beisehr hohen Konzentrationen.

Elimination

Die Treosulfan-Plasmakonzentrationen nehmen exponentiell ab und werden am besten durch einen

Eliminationsprozess erster Ordnung beschrieben, der durch ein Zwei-Kompartiment-Modell angepasstist.

Die terminale Halbwertzeit (T1/2ß) von intravenös verabreichtem Treosulfan (bis zu 47 g/m²) beträgtetwa 2 Stunden. Etwa 25-40 % der Treosulfan-Dosis werden innerhalb von 24 Stunden unverändertmit dem Urin ausgeschieden, davon fast 90 % innerhalb der ersten 6 Stunden nach Gabe.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Regressionsanalyse der Fläche unter der Kurve (AUC0-∞) im Vergleich zur Treosulfan-Dosiszeigte eine lineare Korrelation.

Nieren- und Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen wurden keine pharmakokinetischen

Studien mit Treosulfan durchgeführt, da solche Patienten im Allgemeinen von einer allo-HSCTausgeschlossen sind. Treosulfan wird zu etwa 25-40 % mit dem Urin ausgeschieden. Es wurde jedochkein Einfluss der Nierenfunktion auf die renale Clearance von Treosulfan beobachtet.

Kinder und Jugendliche

Eine herkömmliche, nur auf KOF-Werten basierende Dosisberechnung führt bei kleineren Kindernund Säuglingen mit einer geringen KOF zu einer signifikant höheren Exposition (AUC) verglichen mit

Jugendlichen oder Erwachsenen. Daher sollte die Dosierung von Treosulfan bei pädiatrischen

Patienten an die KOF angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2), was bei Kindern aller Altersgruppen zueiner vergleichbaren Exposition gegenüber Treosulfan führt, entsprechend einer Exposition von3 x 14 g/m² bei Erwachsenen.

Die mittlere scheinbare terminale Halbwertzeit von Treosulfan war zwischen den verschiedenen

Altersgruppen vergleichbar und lag zwischen 1,3 und 1,6 Stunden.

Die Beurteilung der PK/PD ergab keine signifikante Veränderung der Zeit bis zur Transplantation als

Funktion der AUC.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Die vierwöchige subchronische, intravenöse Behandlung von Ratten führte zu hämatologischen

Veränderungen in Form von verringerten Leukozyten- und neutrophilen Granulozytenwerten,verringerten relativen Milz- und Thymusgewichten im Zusammenhang mit einer Lymphatrophie und

Knochenmarkdepression. Es wurden lymphohistiozytäre Infiltrate in der Skelettmuskulatur undhistopathologische Veränderungen in der Harnblase beobachtet. Anzeichen von Hämaturie wurdenvorwiegend bei männlichen Tieren beobachtet.

Aufgrund seines alkylierenden Wirkmechanismus gilt Treosulfan als genotoxische Substanz mitkarzinogenem Potenzial. Es wurden keine spezifischen Studien zur Reproduktionstoxizität und zur

Entwicklungstoxizität von Treosulfan bei Tieren durchgeführt. Bei chronischen Toxizitätstests an

Ratten waren jedoch die Spermatogenese und die Funktion der Eierstöcke signifikant beeinträchtigt. Inveröffentlichten Literaturdaten wird über die Gonadotoxizität von Treosulfan bei männlichen undweiblichen Mäusen vor und während der Pubertät berichtet.

Veröffentlichte Daten zur Behandlung von Mäusen und Ratten mit L-Diepoxybutan (demalkylierenden Umwandlungsprodukt von Treosulfan) zeigten eine Beeinträchtigung der Fertilitätsowie der Entwicklung von Uterus, Ovarien und Spermien.

Juvenile Tierstudien

In Studien zur Toxizität bei jungen Ratten induzierte Treosulfan eine geringfügige Verzögerung derkörperlichen Entwicklung und einen geringfügig verzögerten Zeitpunkt der Vaginalöffnung bei denweiblichen Tieren. Bei Ratten passierte Treosulfan die Blut-Hirn-Schranke nur in sehr geringen

Mengen. Die Treosulfan-Konzentrationen im Hirngewebe waren 95 %-98 % niedriger als im Plasma.

Es wurde jedoch eine etwa 3-fach höhere Exposition im Hirngewebe von juvenilen Ratten festgestelltals bei jungen ausgewachsenen Tieren.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Keine.

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche:5 Jahre

Nach Rekonstitution der Infusionslösung

Nach der Rekonstitution mit 0,45%iger Natriumchloridlösung (4,5 mg/ml) wurde die chemische undphysikalische Stabilität für 3 Tage bei 25 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht muss das Produkt sofort verwendet werden, es sei denn, die

Rekonstitutionsmethode schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wenn dierekonstituierte Lösung nicht sofort verwendet wird, ist der Benutzer für die Lagerdauerund -bedingungen während des Gebrauchs verantwortlich.

Nicht im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C), da dies zur Ausfällung führen kann.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Trecondi 1 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Durchstechflasche aus farblosem Typ I-Glas mit Gummistopfen und Aluminiumkappe, die 1 g

Treosulfan enthält.

Trecondi 5 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung

Durchstechflasche aus farblosem Typ I-Glas mit Gummistopfen und Aluminiumkappe, die 5 g

Treosulfan enthält.

Trecondi wird in Packungen zu 1 oder 5 Durchstechflaschen angeboten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Wie bei allen zytotoxischen Substanzen sind auch beim Umgang mit Treosulfan entsprechende

Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Das Arzneimittel darf nur von geschultem Personal rekonstituiert werden. Bei der Handhabung von

Treosulfan sind Inhalation, Haut- und Schleimhautkontakt zu vermeiden (es wird empfohlen,geeignete Einweghandschuhe, eine Schutzbrille, einen Schutzkittel und eine Maske zu tragen).

Kontaminierte Körperbereiche müssen gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Die Augenmüssen mit 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchloridlösung gespült werden. Nach Möglichkeit wirdempfohlen, auf einer speziellen Sicherheitswerkbank mit Laminar-Fluss-Haube undflüssigkeitsundurchlässiger, saugfähiger Einwegfolie zu arbeiten. Bei der Entsorgung von

Gegenständen (Spritzen, Nadeln usw.), die zur Rekonstitution von zytotoxischen Arzneimittelnverwendet wurden, sind angemessene Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Für alle Spritzen und Sets sind

Luer-Lock-Anschlüsse zu verwenden. Um den Druck und eine mögliche Aerosolbildung zuminimieren, werden Nadeln mit großem Durchmesser empfohlen. Aerosolbildung kann auch durch die

Verwendung einer Belüftungsnadel reduziert werden.

Schwangeres Personal muss vom Umgang mit zytotoxischen Substanzen ausgeschlossen werden.

Anweisungen für die Rekonstitution von Treosulfan:1. Treosulfan wird in seinem Original-Glasbehälter rekonstituiert. Rekonstituierte

Treosulfan-Lösungen können in größeren Durchstechflaschen, PVC-Beuteln oder PE-Beutelnkombiniert werden.

2. Zur Vermeidung von Löslichkeitsproblemen erwärmen Sie das Lösungsmittel, 4,5 mg/ml(0,45 %ige) Natriumchloridlösung, auf 25 °C bis 30 °C (nicht höher), beispielsweise in einem

Wasserbad.

3. Lösen Sie das Treosulfan-Pulver vorsichtig durch Schütteln von der Innenseite der

Durchstechflasche. Diese Maßnahme ist sehr wichtig, da Pulver, das an der Oberfläche anhaftet,zum Verklumpen führt. Wenn dies der Fall ist, muss die Durchstechflasche gründlichgeschüttelt werden, damit sich die Verklumpung wieder auflöst.

4. Der Inhalt jeder Durchstechflasche Trecondi, die 1 g Treosulfan enthält, ist in 20 ml einervorgewärmten (maximal 30 °C) 0,45%igen Natriumchloridlösung (4,5 mg/ml) durch Schüttelnzu rekonstituieren.

Der Inhalt jeder Durchstechflasche Trecondi, die 5 g Treosulfan enthält, ist in 100 ml einervorgewärmten (maximal 30 °C) 0,45 %igen Natriumchloridlösung (4,5 mg/ml) durch Schüttelnzu rekonstituieren.

Zur Herstellung einer 0,45 %igen Natriumchloridlösung (4,5 mg/ml) können lösungsäquivalente

Volumina von 0,9 %iger Natriumchloridlösung (9 mg/ml) und Wasser für Injektionszwecke gemischtwerden.

Die rekonstituierte Lösung enthält 50 mg Treosulfan pro ml und ist eine klare farblose Lösung.

Lösungen, die Anzeichen von Ausfällung zeigen, dürfen nicht verwendet werden.

Treosulfan hat ein mutagenes und karzinogenes Potenzial. Arzneimittelreste sowie alle Materialien,die zur Rekonstitution und Anwendung verwendet wurden, müssen gemäß den Standardverfahren fürantineoplastische Arzneimittel und unter Beachtung der geltenden Gesetze bezüglich der Beseitigungvon gefährlichen Abfällen vernichtet werden.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

medac

Gesellschaft für klinische Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 622880 Wedel

Deutschland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/18/1351/001 (1 g, 1 Durchstechflasche)

EU/1/18/1351/002 (1 g, 5 Durchstechflaschen)

EU/1/18/1351/003 (5 g, 1 Durchstechflasche)

EU/1/18/1351/004 (5 g, 5 Durchstechflaschen)

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 20. Juni 2019

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 05. Januar 2024

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.

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