Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TERIFLUNOMIDE ACCORD 7mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Teriflunomid Accord 7 mg Filmtabletten
Teriflunomid Accord 14 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Teriflunomid Accord 7 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 7 mg Teriflunomid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 79 mg Lactose-Monohydrat.
Teriflunomid Accord 14 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 14 mg Teriflunomid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 72 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette)
Teriflunomid Accord 7 mg Filmtabletten
Hellgrünlich-bläulich-graue bis blassgrünlich-blaue, sechseckige, ca. 7,3 x 6,9 mm große Filmtablettenmit der Prägung 'T1“ auf der einen Seite und ohne Prägung auf der anderen Seite.
Teriflunomid Accord 14 mg Filmtabletten
Blaue, fünfeckige, ca. 7,3 x 7,2 mm große Filmtabletten mit der Prägung 'T2“ auf der einen Seite undohne Prägung auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Teriflunomid Accord ist zur Behandlung erwachsener Patienten und von Kindern und Jugendlichen ab10 Jahren mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (MS) angezeigt. Siehe Abschnitt 5.1 fürweitere Informationen über die Patienten, bei denen die Wirksamkeit nachgewiesen wurde.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung ist von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung der Multiplen Sklerose einzuleitenund zu überwachen.
DosierungErwachseneDie empfohlene Dosierung von Teriflunomid beträgt bei Erwachsenen 14 mg einmal täglich.
Kinder und Jugendliche (ab 10 Jahren)
Die empfohlene Dosierung bei Kindern und Jugendlichen (ab 10 Jahren) ist abhängig vom
Körpergewicht:- Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht > 40 kg: 14 mg einmal täglich
- Kinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht ≤ 40 kg: 7 mg einmal täglich.
Erreichen Kinder und Jugendliche ein stabiles Körpergewicht von mehr als 40 kg, sollten sie auf 14 mgeinmal täglich umgestellt werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenTeriflunomid Accord sollte bei Patienten ab 65 Jahren aufgrund begrenzter Daten zur Sicherheit und
Wirksamkeit mit Vorsicht angewendet werden.
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionEine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Beeinträchtigung der
Nierenfunktion, die sich keiner Dialyse unterziehen, nicht erforderlich.
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung, die sich der Dialyse unterziehen, wurden nichtuntersucht. Teriflunomid ist bei diesen Patienten kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionEine Dosisanpassung ist bei Patienten mit leichter und mittelschwerer Beeinträchtigung der
Leberfunktion nicht erforderlich. Teriflunomid ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer
Beeinträchtigung der Leberfunktion (siehe Abschnitt 4.3).
Kinder und Jugendliche (unter 10 Jahren)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Teriflunomid bei Kindern im Alter unter 10 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungDie Filmtabletten sind zum Einnehmen. Die Tabletten sollten unzerkaut mit etwas Wasser eingenommenwerden. Die Filmtabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion (Child-Pugh-Stadium C).
Schwangere oder Frauen im gebärfähigen Alter, die während der Behandlung mit Teriflunomid und solange, wie die Plasmaspiegel über 0,02 mg/l liegen, keine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden(siehe Abschnitt 4.6). Eine Schwangerschaft muss vor Beginn der Behandlung ausgeschlossen werden(siehe Abschnitt 4.6).
Stillende Frauen (siehe Abschnitt 4.6.)
Patienten mit schwer beeinträchtigtem Immunstatus, z. B. erworbenes Immunschwächesyndrom(AIDS).
Patienten mit signifikant beeinträchtigter Knochenmarkfunktion oder signifikanter Anämie,
Leukopenie, Neutropenie oder Thrombozytopenie.
Patienten mit schwerer aktiver Infektion, bis diese sich zurückgebildet hat (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen, die sich Dialysen unterziehen, da die klinische
Erfahrung bei dieser Patientengruppe unzureichend ist.
Patienten mit schwerer Hypoproteinämie, z. B. beim nephrotischen Syndrom.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberwachungVor der Behandlung
Vor Beginn der Behandlung mit Teriflunomid sollte Folgendes untersucht werden:
- Blutdruck
- Alaninaminotransferase/Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase (ALT/SGPT)
- Großes Blutbild, einschließlich Differenzialblutbild mit Leukozyten und Thrombozyten
Während der Behandlung
Während der Behandlung mit Teriflunomid sollte Folgendes überwacht werden:
- Blutdrucko Regelmäßige Kontrolle
- Alaninaminotransferase/Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase (ALT/SGPT)o Die Leberenzyme sollten während der ersten 6 Monate der Behandlung mindestensalle vier Wochen und danach regelmäßig überprüft werden.o Erwägen Sie eine zusätzliche Überwachung, wenn Teriflunomid bei Patienten mitvorbestehender Lebererkrankung oder zusammen mit anderen potenziellhepatotoxischen Arzneimitteln angewendet wird oder bei klinischen Anzeichen und
Symptomen, wie z. B. ungeklärter Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerz,
Müdigkeit, vermindertem Appetit oder Ikterus und/oder dunklem Urin. Die
Leberenzyme sollten während der ersten 6 Monate der Behandlung alle zwei Wochenund danach mindestens alle 8 Wochen für mindestens zwei Jahre ab
Behandlungsbeginn überprüft werden.
o Bei Erhöhungen der ALT (SGPT) auf Werte zwischen dem 2- und 3-Fachen deroberen Normgrenze müssen wöchentliche Kontrollen erfolgen.
- Bei klinischen Anzeichen und Symptomen (z. B. Infektionen) sollte das große Blutbildkontrolliert werden.
Verfahren zur beschleunigten Elimination
Teriflunomid wird langsam aus dem Plasma eliminiert. Ohne ein Verfahren zur beschleunigten
Elimination dauert es durchschnittlich 8 Monate, bis Plasmakonzentrationen von unter 0,02 mg/lerreicht werden, wobei es aufgrund individueller Unterschiede bei der Clearance der Substanz bis zu 2
Jahre dauern kann. Ein Verfahren zur beschleunigten Elimination kann zu jedem beliebigen Zeitpunktnach Beenden der Behandlung mit Teriflunomid angewendet werden (siehe Abschnitte 4.6 und 5.2 für
Einzelheiten des Verfahrens).
Wirkungen auf die LeberBei Patienten, die Teriflunomid erhielten, wurde eine Erhöhung der Leberenzyme beobachtet (siehe
Abschnitt 4.8). Diese Erhöhungen traten meistens innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf.
Es wurden Fälle eines arzneimittelbedingten Leberschadens (DILI) während der Behandlung mit
Teriflunomid beobachtet, manchmal lebensbedrohliche. Die meisten Fälle eines arzneimittelbedingten
Leberschadens traten mehrere Wochen oder mehrere Monaten nach Teriflunomid-Behandlungsbeginnauf; ein arzneimittelbedingter Leberschaden kann jedoch auch nach längerer Anwendung auftreten.
Das Risiko für erhöhte Leberenzyme und einen arzneimittelbedingten Leberschaden unter Teriflunomidkönnte bei Patienten mit vorbestehender Lebererkrankung, gleichzeitiger Behandlung mit anderenhepatotoxischen Arzneimitteln und/oder Patienten, die bedeutende Mengen an Alkohol konsumieren,erhöht sein. Patienten sollten daher engmaschig im Hinblick auf die Anzeichen und Symptome eines
Leberschadens überwacht werden.
Die Behandlung mit Teriflunomid sollte abgebrochen werden und das Verfahren zur beschleunigten
Elimination in Betracht gezogen werden, wenn ein Verdacht auf Leberschäden besteht. Wenn eine
Erhöhung der Leberenzyme (mehr als das 3-Fache der oberen Normgrenze [ULN]) bestätigt wird, solltedie Teriflunomid-Behandlung abgesetzt werden.
Im Falle eines Absetzens der Behandlung sollte die Überwachung der Leberwerte bis zur
Normalisierung der Transaminasenspiegel weitergeführt werden.
Hypoproteinämie
Da Teriflunomid eine hohe Proteinbindung aufweist und diese Bindung von den Albuminspiegelnabhängt, ist zu erwarten, dass die Plasmakonzentrationen von ungebundenem Teriflunomid bei Patientenmit Hypoproteinämie, z. B. bei nephrotischem Syndrom, ansteigen. Teriflunomid sollte bei Patientenmit schwerer Hypoproteinämie nicht angewendet werden.
BlutdruckEs kann während der Behandlung mit Teriflunomid zu Erhöhungen des Blutdrucks kommen (siehe
Abschnitt 4.8). Der Blutdruck muss vor Beginn der Teriflunomid-Behandlung und danach inregelmäßigen Abständen untersucht werden. Eine Erhöhung des Blutdrucks sollte vor und während der
Behandlung mit Teriflunomid angemessen behandelt werden.
InfektionenDer Beginn der Behandlung mit Teriflunomid sollte bei Patienten mit schwerer aktiver Infektionverschoben werden, bis sich diese zurückgebildet hat.
In placebokontrollierten Studien wurde keine Zunahme von schwerwiegenden Infektionen unter
Teriflunomid beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Fälle von Herpesvirus-Infektionen, einschließlich oralen Herpes und Herpes zoster, wurden unter
Teriflunomid berichtet (siehe Abschnitt 4.8), von denen einige schwerwiegend waren, einschließlichherpetischer Meningoenzephalitis und disseminiertem Herpes. Sie können jederzeit während der
Behandlung auftreten.
Wenn ein Patient eine schwere Infektion jeglicher Art entwickelt, sollte aufgrund derimmunmodulatorischen Wirkung von Teriflunomid ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogenund der Nutzen und die Risiken vor einer Wiederaufnahme der Therapie erneut beurteilt werden.
Aufgrund der langen Halbwertszeit kann eine beschleunigte Elimination mit Colestyramin oder
Aktivkohle in Erwägung gezogen werden.
Patienten, die Teriflunomid erhalten, sollten angewiesen werden, Symptome von Infektionen einem Arztmitzuteilen. Patienten mit aktiven akuten oder chronischen Infektionen sollten die Behandlung mit
Teriflunomid nicht beginnen, bevor sich die Infektion(en) zurückgebildet hat (haben).
Die Sicherheit von Teriflunomid bei Patienten mit latenter Tuberkuloseinfektion ist nicht bekannt, da inklinischen Studien kein systematisches Tuberkulosescreening durchgeführt wurde.
Tuberkulosescreening positiv getestete Patienten sollen vor Beginn der Therapie mit einermedizinischen Standardtherapie angemessen behandelt werden.
Reaktionen der AtemwegeEs wurde über interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) sowie über Fälle von pulmonaler Hypertonie in
Verbindung mit Teriflunomid nach der Markteinführung berichtet. Das Risiko kann bei Patienten miteiner ILD in der Vorgeschichte erhöht sein.
ILD kann akut zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten und ein variables klinisches
Erscheinungsbild aufweisen. ILD kann tödlich verlaufen. Neu auftretende oder sich verschlechternde
Lungensymptome, wie etwa anhaltender Husten und Dyspnoe, können ggf. ein Grund für den Abbruchder Therapie und weitere entsprechende Untersuchungen sein. Wenn ein Absetzen des Arzneimittelserforderlich ist, sollte die Einleitung einer beschleunigten Elimination in Erwägung gezogen werden.
Hämatologische Wirkungen
Eine mittlere Abnahme der weißen Blutkörperchen von weniger als 15 %, ausgehend von den Wertenzur Baseline, sind beobachtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Als Vorsichtsmaßnahme sollte ein großes
Blutbild, einschließlich Differenzialblutbild der Leukozyten und Thrombozyten, vor Beginn der
Behandlung verfügbar sein und das große Blutbild bei Anzeichen und Symptomen (z. B. Infektionen)während der Therapie kontrolliert werden.
Bei Patienten mit vorbestehender Anämie, Leukopenie und/oder Thrombozytopenie sowie bei Patientenmit beeinträchtigter Knochenmarkfunktion oder erhöhtem Risiko für eine Knochenmarksuppression istdas Risiko hämatologischer Erkrankungen erhöht. Falls diese Wirkungen auftreten, sollte das Verfahrenzur beschleunigten Elimination (siehe oben) zur Senkung der Plasmaspiegel von Teriflunomid in
Erwägung gezogen werden.
In Fällen schwerer hämatologischer Reaktionen, einschließlich Panzytopenie, muss die Behandlung mit
Teriflunomid und jegliche gleichzeitig angewendete myelosuppressive Behandlung beendet werden undes sollte ein Verfahren zur beschleunigten Elimination von Teriflunomid in Erwägung gezogen werden.
HautreaktionenEs wurden Fälle schwerwiegender Hautreaktionen mit manchmal tödlichem Ausgang einschließlich
Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelwirkung mit
Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) unter Teriflunomid berichtet.
Wenn Reaktionen der Haut und/oder Schleimhaut (ulzerative Stomatitis) beobachtet werden, die den
Verdacht auf schwere generalisierte Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale
Nekrolyse bzw. Lyell-Syndrom oder Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen
Symptomen) begründen, muss die Behandlung mit Teriflunomid und jegliche andere möglicherweisemit den Hautreaktionen in Verbindung stehende Behandlung beendet und unverzüglich ein Verfahrenzur beschleunigten Elimination eingeleitet werden. In diesen Fällen darf den Patienten Teriflunomidnicht erneut verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Erneutes Auftreten von Psoriasis (einschließlich pustulöser Psoriasis) und Verschlimmerung der zuvorbestehenden Psoriasis wurden im Rahmen der Anwendung von Teriflunomid berichtet. Ein Absetzender Behandlung und die Einleitung eines beschleunigten Eliminationsverfahrens können unter
Berücksichtigung der Erkrankung des Patienten und der Anamnese in Erwägung gezogen werden.
Periphere NeuropathieEs wurden bei Patienten, die Teriflunomid erhielten, Fälle peripherer Neuropathie berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Die meisten Patienten zeigten nach Absetzen von Teriflunomid eine Besserung. Jedochweisen die Endergebnisse eine breite Variabilität auf, das heißt, bei einigen Patienten bildete sich die
Neuropathie zurück und manche Patienten hatten andauernde Symptome. Wenn ein Patient, der
Teriflunomid einnimmt, eine bestätigte periphere Neuropathie entwickelt, sollte ein Absetzen der
Teriflunomid-Therapie und die Durchführung eines Verfahrens zur beschleunigten Elimination in
Erwägung gezogen werden.
ImpfungIn zwei klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Impfungen mit inaktivierten Neoantigenen(Erstimpfung) oder mit Recall-Antigenen (Wiederholungsimpfung), die während einer Therapie mit
Teriflunomid durchgeführt wurden, sicher und wirksam waren. Die Anwendung attenuierter
Lebendimpfstoffe kann ein Risiko für Infektionen bergen und sollte daher vermieden werden.
Immunsuppressive oder immunmodulierende Therapien
Da Leflunomid die Muttersubstanz von Teriflunomid ist, wird die gleichzeitige Anwendung von
Teriflunomid und Leflunomid nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Anwendung zusammen mit antineoplastischen oder immunsuppressiven Therapien zur
Behandlung von MS wurde nicht untersucht. Sicherheitsstudien, bei denen Teriflunomid bis zu einem
Jahr zusammen mit Interferon beta oder Glatirameracetat angewendet wurde, gaben keine Hinweise auf
Sicherheitsbedenken. Allerdings wurde eine höhere Rate von Nebenwirkungen als bei der Teriflunomid-
Monotherapie beobachtet. Die Langzeitsicherheit dieser Kombinationen bei der Behandlung der
Multiplen Sklerose ist nicht bekannt.
Wechsel zu oder von Teriflunomid
Auf Grundlage der klinischen Daten zur gleichzeitigen Anwendung von Teriflunomid zusammen mit
Interferon beta bzw. Glatirameracetat ist keine Wartezeit erforderlich, wenn die Behandlung mit
Teriflunomid nach einer Behandlung mit Interferon beta bzw. Glatirameracetat oder die Behandlung mit
Interferon beta bzw. Glatirameracetat nach einer Behandlung mit Teriflunomid begonnen werden soll.
Aufgrund der langen Halbwertszeit von Natalizumab kann eine gleichzeitige Exposition und somit einegleichzeitige Immunwirkung bis zu 2-3 Monate nach Beenden der Behandlung mit Natalizumabauftreten, wenn die Behandlung mit Teriflunomid unverzüglich begonnen wird. Daher ist Vorsichtgeboten, wenn Patienten von Natalizumab zu Teriflunomid wechseln.
Auf Grundlage der Halbwertszeit von Fingolimod ist ein therapiefreier Zeitraum von 6 Wochen zur
Clearance aus dem Blutkreislauf erforderlich und ein Zeitraum von 1 bis 2 Monaten für eine
Normalisierung der Lymphozytenzahl nach Absetzen von Fingolimod notwendig. Der Beginn der
Behandlung mit Teriflunomid innerhalb dieses Zeitraums führt zu einer gleichzeitigen Expositiongegenüber Fingolimod. Dies kann zu einer additiven Wirkung auf das Immunsystem führen und es istdaher Vorsicht geboten.
Bei MS-Patienten betrug die mediane Halbwertszeit nach wiederholten Dosen von 14 mg etwa 19 Tage.
Wenn entschieden wird, die Behandlung mit Teriflunomid zu beenden, führt der Beginn anderer
Therapien innerhalb des Zeitraums von 5 Halbwertszeiten (etwa 3,5 Monate, wobei es bei einigen
Patienten länger dauern kann) zur gleichzeitigen Exposition gegenüber Teriflunomid. Dies kann zu eineradditiven Wirkung auf das Immunsystem führen und es ist daher Vorsicht geboten.
Interferenz mit der Bestimmung des ionisierten KalziumspiegelsBei der Messung des ionisierten Kalziumspiegels können sich unter Behandlung mit Leflunomidund/oder Teriflunomid (dem aktiven Metaboliten von Leflunomid) je nach dem verwendeten Analysatorfür die Analyse des ionisierten Kalziums (d. h. der Art des Blutgasanalysators) falsch niedrige Werteergeben. Daher muss die Plausibilität eines beobachteten niedrigen ionisierten Kalziumspiegels bei
Patienten unter Leflunomid oder Teriflunomid hinterfragt werden. Werden die Messungen angezweifelt,so wird empfohlen, den Gesamtalbumin-adjustierten Kalziumspiegel im Serum zu bestimmen.
Kinder und JugendlichePankreatitisIn der klinischen pädiatrischen Studie wurden bei Patienten, die Teriflunomid erhielten, Fälle von
Pankreatitis, einige davon akut, beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Klinische Symptome waren unteranderem Abdominalschmerz, Übelkeit und/oder Erbrechen. Bei diesen Patienten waren die Amylase-und Lipasewerte im Serum erhöht. Der Zeitpunkt bis zum Auftreten reichte von wenigen Monaten biszu drei Jahren. Patienten sollten über die spezifischen Symptome einer Pankreatitis aufgeklärt werden.
Bei Verdacht auf Pankreatitis sollten die Pankreasenzyme und damit zusammenhängende
Laborparameter bestimmt werden. Bei einer bestätigten Pankreatitis sollte Teriflunomid abgesetzt undein Verfahren zur beschleunigten Elimination eingeleitet werden (siehe Abschnitt 5.2).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungLactoseTeriflunomid Accord enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Pharmakokinetische Wechselwirkungen anderer Wirkstoffe mit Teriflunomid
Der primäre Biotransformationsweg für Teriflunomid ist die Hydrolyse, wobei die Oxidation ein
Biotransformationsweg von untergeordneter Bedeutung ist.
Starke Cytochrom-P450-(CYP)- und Transporter-Induktoren
Die gleichzeitige Anwendung wiederholter Dosen (600 mg einmal täglich über 22 Tage) von Rifampicin(ein CYP2B6-, -2C8-, -2C9-, -2C19-, -3A-Induktor) wie auch Induktor des Efflux-Transporter P-
Glykoproteins [P-gp] und des Brustkrebs-Resistenz-Proteins [BCRP] zusammen mit Teriflunomid(70 mg Einzeldosis) führten zu einer Abnahme der Teriflunomid-Exposition um 40 %. Rifampicin undandere bekannte starke CYP- und Transporter-Induktoren, wie etwa Carbamazepin, Phenobarbital,
Phenytoin und Johanniskraut, sollten während der Behandlung mit Teriflunomid mit Vorsichtangewendet werden.
Colestyramin oder AktivkohleSofern keine beschleunigte Elimination gewünscht ist, wird empfohlen, Patienten, die Teriflunomiderhalten, nicht mit Colestyramin oder Aktivkohle zu behandeln, da dies zu einer raschen undsignifikanten Senkung der Plasmaspiegel von Teriflunomid führt. Es wird angenommen, dass der
Mechanismus auf einer Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs und/oder der gastrointestinalen
Elimination von Teriflunomid beruht.
Pharmakokinetische Wechselwirkungen von Teriflunomid mit anderen Wirkstoffen
Wirkung von Teriflunomid auf CYP2C8-Substrat: Repaglinid
Wiederholte Gaben von Teriflunomid führten zu einem Anstieg der mittleren Cmax und AUC von
Repaglinid (1,7- bzw. 2,4-fach), was darauf schließen lässt, dass Teriflunomid CYP2C8 in vivo hemmt.
Daher sollten Arzneimittel, die durch CYP2C8 verstoffwechselt werden, wie etwa Repaglinid,
Paclitaxel, Pioglitazon oder Rosiglitazon, während der Behandlung mit Teriflunomid mit Vorsichtangewendet werden.
Wirkung von Teriflunomid auf orale Kontrazeptiva: 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,15 mg
Levonorgestrel
Wiederholte Gaben von Teriflunomid führten zu einem Anstieg der mittleren Cmax und AUC0-24 von
Ethinylestradiol (1,58- bzw. 1,54-fach) und der Cmax und AUC0-24 von Levonorgestrel (1,33- bzw. 1,41-fach). Obwohl nicht zu erwarten ist, dass diese Wechselwirkung von Teriflunomid die Wirkung oraler
Kontrazeptiva beeinträchtigt, sollte dies bei der Auswahl oraler Kontrazeptiva (ggf. Wechsel) bei einergleichzeitigen Einnahme von Teriflunomid beachtet werden.
Wirkung von Teriflunomid auf CYP1A2-Substrat: Koffein
Wiederholte Gaben von Teriflunomid senkten die mittlere Cmax und AUC von Koffein (CYP1A2-
Substrat) um 18 % bzw. 55 %, was darauf schließen lässt, dass Teriflunomid in vivo ein schwacher
Induktor von CYP1A2 sein könnte. Daher sollten Arzneimittel, die durch CYP1A2 verstoffwechseltwerden (wie etwa Duloxetin, Alosetron, Theophyllin und Tizanidin), während der Behandlung mit
Teriflunomid mit Vorsicht angewendet werden, da es die Wirksamkeit dieser Arzneimittel senkenkönnte.
Wirkung von Teriflunomid auf Warfarin
Wiederholte Gaben von Teriflunomid hatten keine Wirkung auf die Pharmakokinetik von S-Warfarin,was darauf schließen lässt, dass Teriflunomid CYP2C9 weder induziert noch hemmt. Allerdings wurdebei gleichzeitiger Anwendung von Teriflunomid und Warfarin eine Abnahme um 25 % des International
Normalised Ratio (INR)-Peaks im Vergleich zu Warfarin allein beobachtet. Daher wird beigleichzeitiger Anwendung von Teriflunomid und Warfarin eine engmaschige Nachbeobachtung und
Überwachung der INR empfohlen.
Wirkung von Teriflunomid auf Substrate des organischen Anionen-Transporters 3 (OAT3)
Wiederholte Gaben von Teriflunomid führten zu einem Anstieg der mittleren Cmax und AUC von
Cefaclor (1,43- bzw. 1,54-fach), was darauf hindeutet, dass Teriflunomid OAT3 in vivo hemmt. Daherwird Vorsicht empfohlen bei gleichzeitiger Anwendung von Teriflunomid und Substraten von OAT3,wie z. B. Cefaclor, Benzylpenicillin, Ciprofloxacin, Indometacin, Ketoprofen, Furosemid, Cimetidin,
Methotrexat oder Zidovudin.
Wirkung von Teriflunomid auf Substrate von BCRP und/oder des organischen Anionen-Transporter-
Polypeptids B1 und B3 (OATP1B1/B3)
Wiederholte Gaben von Teriflunomid führten zu einem Anstieg der mittleren Cmax und AUC von
Rosuvastatin (2,65- bzw. 2,51-fach). Allerdings bestand kein offenkundiger Einfluss dieses Anstiegs der
Plasmaexposition von Rosuvastatin auf die HMG-CoA-Reduktase-Aktivität. Für Rosuvastatin wird beigleichzeitiger Anwendung zusammen mit Teriflunomid eine Dosisreduktion um 50 % empfohlen. Beianderen Substraten von BCRP (z. B. Methotrexat, Topotecan, Sulfasalazin, Daunorubicin, Doxorubicin)und der OATP-Familie, insbesondere bei HMG-CoA-Reduktase-Hemmern (z. B. Simvastatin,
Atorvastatin, Pravastatin, Methotrexat, Nateglinid, Repaglinid, Rifampicin), sollte bei gleichzeitiger
Anwendung zusammen mit Teriflunomid Vorsicht geboten sein. Die Patienten sollten engmaschig im
Hinblick auf Zeichen und Symptome einer übermäßigen Exposition gegenüber den Arzneimittelnüberwacht und eine Dosisreduktion dieser Arzneimittel in Erwägung gezogen werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Anwendung bei Männern
Das Risiko einer über den Mann vermittelten embryo-fetalen Toxizität aufgrund der Teriflunomid-
Behandlung gilt als niedrig (siehe Abschnitt 5.3).
SchwangerschaftBisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Teriflunomid bei Schwangerenvor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Teriflunomid kann schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen verursachen, wenn es während der
Schwangerschaft angewendet wird. Teriflunomid ist während der Schwangerschaft kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Teriflunomid und danach so lange,wie die Plasmaspiegel von Teriflunomid über 0,02 mg/l liegen, eine zuverlässige Verhütungsmethodeanwenden. Während dieses Zeitraums sollten Frauen mit ihrem behandelnden Arzt sprechen, wenn sieplanen, die Verhütungsmethode abzusetzen oder zu wechseln. Mädchen und/oder
Eltern/Betreuungspersonen von Mädchen müssen über die Notwendigkeit informiert werden, denbehandelnden Arzt zu benachrichtigen, sobald beim mit Teriflunomid behandelten Mädchen die
Menstruation einsetzt. Neue Patientinnen im gebärfähigen Alter sollten über Verhütungsmethoden unddas potenzielle Risiko für den Fetus aufgeklärt werden. Eine Überweisung an einen Gynäkologen sollteerwogen werden.
Die Patientinnen müssen angewiesen werden, im Falle eines Ausbleibens der Menstruation oderjeglicher anderer Gründe für den Verdacht auf das Bestehen einer Schwangerschaft unverzüglich
Teriflunomid abzusetzen und ihren Arzt zu benachrichtigen, um einen Schwangerschaftstestdurchzuführen. Sollte dieser positiv sein, müssen der Arzt und die Patientin das Risiko für die
Schwangerschaft besprechen. Es ist möglich, dass ein rasches Senken der Blutspiegel von Teriflunomiddurch das Einleiten eines Verfahrens zur beschleunigten Elimination wie im Folgenden beschriebenbeim ersten Ausbleiben der Menstruation das Risiko für den Fetus senkt.
Bei Frauen, die eine Teriflunomid-Behandlung erhalten und schwanger werden möchten, sollte das
Arzneimittel abgesetzt werden, und es ist zu empfehlen, ein Verfahren zur beschleunigten Eliminationdurchzuführen, um schneller einen Plasmaspiegel unter 0,02 mg/l zu erreichen (siehe unten).
Wenn kein Verfahren zur beschleunigten Elimination angewendet wird, ist zu erwarten, dass esdurchschnittlich 8 Monate dauert, bis Spiegel von unter 0,02 mg/l erreicht werden. Allerdings kann esbei einigen Patienten bis zu 2 Jahre dauern, bis Plasmakonzentrationen unter 0,02 mg/l erreicht werden.
Daher sollten die Plasmaspiegel von Teriflunomid gemessen werden, bevor eine Frau versucht,schwanger zu werden. Wenn festgestellt wurde, dass eine Plasmakonzentration von unter 0,02 mg/lerreicht wurde, muss die Plasmakonzentration nach einem Zeitraum von mindestens 14 Tagen erneutgemessen werden. Wenn die Plasmakonzentrationen bei beiden Messungen unter 0,02 mg/l liegen, istkein Risiko für den Fetus zu erwarten.
Für weitere Informationen zur Testmethode, setzen Sie sich bitte mit dem Pharmazeutischen
Unternehmer oder dessen örtlichem Vertreter in Verbindung (siehe Abschnitt 7).
Verfahren zur beschleunigten Elimination
Nach Beenden der Behandlung mit Teriflunomid:
- Verabreichung von Colestyramin 8 g dreimal täglich über einen Zeitraum von 11 Tagen oder
Colestyramin 4 g dreimal täglich, wenn Colestyramin 8 g dreimal täglich nicht gut vertragen wird.
- Alternativ 50 g Aktivkohlepulver, verabreicht alle 12 Stunden über einen Zeitraum von 11 Tagen.
Allerdings ist auch nach Durchführung eines der beiden Verfahren zur beschleunigten Elimination eine
Überprüfung durch zwei separate Plasmaspiegelbestimmungen in einem Abstand von mindestens14 Tagen sowie eine Wartezeit von anderthalb Monaten zwischen der ersten Feststellung einer
Plasmakonzentration unter 0,02 mg/l und der Fertilisation erforderlich.
Sowohl Colestyramin als auch Aktivkohlepulver können die Resorption von Östrogenen und
Gestagenen derart beeinflussen, dass eine zuverlässige Verhütung mit oralen Kontrazeptiva währenddes Verfahrens zur beschleunigten Elimination mit Colestyramin oder Aktivkohlepulver nichtgewährleistet werden kann. Die Anwendung alternativer Verhütungsmethoden wird empfohlen.
StillzeitTierstudien haben gezeigt, dass Teriflunomid in die Muttermilch übergeht. Teriflunomid ist währendder Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
FertilitätDie Ergebnisse tierexperimenteller Studien haben keine Wirkung auf die Fertilität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3). Wenngleich humane Daten fehlen, ist keine Wirkung auf die männliche und weibliche
Fertilität zu erwarten.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Teriflunomid Accord hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit unddie Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Im Falle von Nebenwirkungen wie Schwindelgefühl, die unter Leflunomid, der Muttersubstanz,berichtet wurden, kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten eingeschränkt sein. Indiesen Fällen sollten die Patienten auf das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinenverzichten.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei den mit Teriflunomid (7 mg und 14 mg)behandelten Patienten waren: Kopfschmerzen (17,8 %, 15,7 %), Diarrhö (13,1 %, 13,6 %), erhöhte
ALT (13 %, 15 %), Übelkeit (8 %, 10,7 %) und Alopezie (9,8 %, 13,5 %). Im Allgemeinen waren
Kopfschmerzen, Diarrhö, Übelkeit und Alopezie von leichtem bis mittlerem Schweregrad,vorübergehend und führten selten zu einer Beendigung der Behandlung.
Teriflunomid ist der Hauptmetabolit von Leflunomid. Das Sicherheitsprofil von Leflunomid bei
Patienten, die an rheumatoider Arthritis oder Psoriasis-Arthritis leiden, kann bei der Verordnung von
Teriflunomid bei MS-Patienten Anhaltspunkte liefern.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenTeriflunomid wurde bei insgesamt 2267 Patienten untersucht, die Teriflunomid (1155 Teriflunomid7 mg und 1112 Teriflunomid 14 mg) einmal täglich über eine mediane Dauer von etwa 672 Tagen in 4placebokontrollierten Studien (1045 Patienten erhielten Teriflunomid 7 mg und 1002 Patienten 14 mg)und einer Studie mit einem aktiven Komparator (110 Patienten in jeder Teriflunomid-
Behandlungsgruppe) bei erwachsenen Patienten mit schubförmig verlaufenden Formen von MS(schubförmig verlaufende Multiple Sklerose, RMS) erhielten.
Im Folgenden sind die bei Teriflunomid in placebokontrollierten Studien bei erwachsenen Patientenberichteten Nebenwirkungen, bei Dosierungen von 7 mg oder 14 mg Teriflunomid in klinischen Studienmit erwachsenen Patienten, aufgeführt. Die Häufigkeiten wurden wie folgt definiert: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehrselten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Systemorg Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Seh Nicht bekanntanklasse rselten
Infektione Grippe, Schweren und Infektion der Infektionenparasitäre oberen einschließlich
Erkrankun Atemwege, Sepsisagen Harnwegsinfektion,
Bronchitis,
Sinusitis,
Pharyngitis,
Zystitis,virale
Gastroenteritis,
Herpesvirus-
Infektionenb,
Zahninfektion,
Laryngitis,
Tinea pedis
Erkrankun Neutropenieb, Leichtegen des Anämie Thrombo-
Blutes und zytopeniedes (Thrombozyten
Lymphsyst <100 G/l)ems
Erkrankun Leichte Überempfindlicgen des allergische hkeits-
Immunsyst Reaktionen reaktionen, dieems sofort oderverzögertauftretenkönnen,einschließlich
Anaphylaxieund Angioödem
Psychiatris Angstche
Erkrankungen
Erkrankun Kopfschmer- Parästhesie, Hyperästhesie,gen des zen Ischialgie, Neuralgie,
Nerven- Karpaltunnelsy peripheresystems ndrom Neuropathie
Systemorg Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Seh Nicht bekanntanklasse rselten
Herzerkran Palpitationenkungen
Gefäßerkra Hypertoniebnkungen
Erkrankun Interstitielle Pulmonalegen der Lungenerkranku Hypertonie
Atemwege ng, des
Brustraums und des
Mediastinums
Erkrankun Diarrhö, Pankreatitisb,c, Stomatitis,gen des Übelkeit Oberbauchschm Kolitis
Gastrointe erzen,stinaltrakts Erbrechen,
Zahnschmerzen
Leber- und Alanin- Gamma- Akute Arzneimittelbed
Gallenerkr Aminotransf Glutamyltransfe Hepati ingterankungen erase (ALT) rase (GGT) tis Leberschadenerhöhtb erhöhtb, (DILI)
Aspartat-
Aminotransferase erhöhtb
Stoffwechs Dyslipidämieel- und
Ernährungs-störungen
Erkrankun Alopezie Exanthem, Nagelerkran-gen der Akne kungen,
Haut und Psoriasisdes (einschließlich
Unterhaut- pustulösergewebes Psoriasis)a,b,schwere
Hautreaktionena
Skelettmus Schmerzen deskulatur-, Muskel- und
Bindegewe Skelettsystems,bs- und Myalgie,
Knochen- Arthralgieerkrankungen
Erkrankun Pollakisuriegen der
Nieren und
Harnwege
Systemorg Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Seh Nicht bekanntanklasse rselten
Erkrankun Menorrhagiegen der
Geschlechtsorganeund der
Brustdrüse
Allgemein Schmerz,e Astheniea
Erkrankungen und
Beschwerden am
Verabrei-chungsort
Untersuch Gewichtsabnahungen me,
Neutrophilenzahl erniedrigtb,
Leukozytenzahlerniedrigtb,erhöhte
Kreatinin-
Phosphokinasewerte im Blut
Verletzung Posttrauma-, tische
Vergiftung Schmerzenund durch
Eingriffebedingte
Komplikationena siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungenb siehe Abschnitt 4.4c basierend auf einer kontrollierten klinischen pädiatrischen Studie ist die Häufigkeit bei Kindern und
Jugendlichen 'häufig“; bei Erwachsenen ist die Häufigkeit 'gelegentlich“
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAlopezie
Alopezie wurde als Lichtung des Haares, verminderte Haardichte, Haarausfall, teilweise assoziiert miteiner Veränderung der Haartextur, bei 13,9 % der mit 14 mg Teriflunomid behandelten Patienten versus5,1 % der mit Placebo behandelten Patienten berichtet. Die meisten Fälle wurden als diffus odergeneralisiert auf der Kopfhaut beschrieben (es wurde kein vollständiger Haarausfall berichtet), tratenzumeist innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf und bildeten sich bei 121 von 139 (87,1 %)der mit Teriflunomid 14 mg behandelten Patienten zurück. Zu einem Behandlungsabbruch aufgrund von
Alopezie kam es bei 1,3 % in der Teriflunomid-14-mg-Gruppe versus 0,1 % in der Placebo-Gruppe.
Effekte auf die Leber
In placebokontrollierten Studien mit erwachsenen Patienten wurde Folgendes festgestellt:
ALT-Anstieg (basierend auf Labordaten) ausgehend vom Baseline-Status - Sicherheitspopulation inplacebokontrollierten Studien
Placebo Teriflunomid 14 mg(n = 997) (n = 1002)> 3 ULN 66/994 (6,6 %) 80/999 (8,0 %)> 5 ULN 37/994 (3,7 %) 31/999 (3,1 %)> 10 ULN 16/994 (1,6 %) 9/999 (0,9 %)> 20 ULN 4/994 (0,4 %) 3/999 (0,3 %)
ALT > 3 ULN und TBILI > 2 ULN 5/994 (0,5 %) 3/999 (0,3 %)
Leichte Erhöhungen bei den Transaminasen, ALT kleiner oder gleich 3 x ULN, wurden bei den mit
Teriflunomid behandelten Gruppen häufiger beobachtet als unter Placebo. Die Häufigkeit von
Erhöhungen über 3 x ULN und höher war zwischen den Behandlungsgruppen ausgewogen. Diese
Erhöhungen bei den Transaminasen traten zumeist innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung aufund waren nach Behandlungsende reversibel. Die Zeit bis zur Rückbildung variierte zwischen Monatenund Jahren.
Effekte auf den Blutdruck
In placebokontrollierten Studien mit erwachsenen Patienten wurde Folgendes festgestellt:
- der systolische Blutdruck betrug > 140 mmHg bei 19,9 % der Patienten, die 14 mg/Tag
Teriflunomid erhielten, im Vergleich zu 15,5 % der Patienten, die Placebo erhielten;
- der systolische Blutdruck betrug > 160 mmHg bei 3,8 % der Patienten, die 14 mg/Tag
Teriflunomid erhielten, im Vergleich zu 2,0 % der Patienten, die Placebo erhielten;
- der diastolische Blutdruck betrug > 90 mmHg bei 21,4 % der Patienten, die 14 mg/Tag
Teriflunomid erhielten, im Vergleich zu 13,6 % der Patienten, die Placebo erhielten.
InfektionenIn placebokontrollierten Studien mit erwachsenen Patienten wurde kein Anstieg bei schweren
Infektionen unter Teriflunomid 14 mg (2,7 %) im Vergleich zu Placebo (2,2 %) beobachtet. Schwere
Infektionen durch opportunistische Erreger traten bei 0,2 % in jeder Gruppe auf. Schwere Infektionen,einschließlich Sepsis mit z. T. fatalem Ausgang, wurden nach Markteinführung berichtet.
Hämatologische Wirkungen
Eine mittlere Abnahme der Anzahl der weißen Blutkörperchen (mittlere Abnahme < 15 %, ausgehendvon den Werten zur Baseline, hauptsächlich Abnahme der Neutrophilen- und Lymphozytenzahl) wurdein placebokontrollierten Studien mit Teriflunomid bei erwachsenen Patienten beobachtet, obwohl beieinigen Patienten eine stärkere Abnahme beobachtet wurde. Die mittlere Abnahme der Anzahl tratwährend der ersten 6 Wochen auf und stabilisierte sich während der Behandlung im Laufe der Zeit,allerdings auf erniedrigtem Niveau (Rückgang um weniger als 15 %, ausgehend von der Baseline). Die
Wirkung auf die Erythrozyten- (< 2 %) und die Thrombozytenzahl (< 10 %) war weniger ausgeprägt.
Periphere NeuropathieIn placebokontrollierten Studien mit erwachsenen Patienten wurden periphere Neuropathien,einschließlich Polyneuropathie und Mononeuropathie (z. B. Karpaltunnelsyndrom), häufiger bei
Patienten, die Teriflunomid einnahmen, als bei Patienten, die Placebo einnahmen, berichtet. In denplacebokontrollierten pivotalen Studien betrug die Inzidenz peripherer Neuropathien, die durch
Nervenleitungsuntersuchung bestätigt wurden, 1,9 % (17 von 898 Patienten) unter 14 mg Teriflunomidim Vergleich zu 0,4 % (4 von 898 Patienten) unter Placebo. Die Behandlung wurde bei 5 Patienten mitperipherer Neuropathie unter Teriflunomid 14 mg abgebrochen. Eine Erholung nach
Behandlungsabbruch wurde bei 4 von diesen Patienten berichtet.
Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließlich Zysten und Polypen)Wenngleich es kein erhöhtes Risiko für Malignome auf Grundlage der klinischen Studienerfahrung mit
Teriflunomid zu geben scheint, ist das Risiko für Malignome, insbesondere für lymphoproliferative
Erkrankungen, bei Anwendung einiger anderer Wirkstoffe, die das Immunsystem beeinflussen, erhöht.
Schwere HautreaktionenEs wurden Fälle schwerer Hautreaktionen unter Teriflunomid nach Markteinführung berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
Asthenie
In placebokontrollierten Studien mit erwachsenen Patienten betrug die Häufigkeit von Asthenie in der
Placebo-Gruppe 2,0 %, in der Gruppe mit Teriflunomid 7 mg 1,6 % und in der Gruppe mit Teriflunomid14 mg 2,2 %.
PsoriasisIn placebokontrollierten Studien betrug die Häufigkeit von Psoriasis in der Placebo-Gruppe 0,3 %, inder Gruppe mit Teriflunomid 7 mg 0,3 % und in der Gruppe mit Teriflunomid 14 mg 0,4 %.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsNach Markteinführung wurde bei Erwachsenen unter Teriflunomid gelegentlich eine Pankreatitisberichtet, einschließlich Fälle von nekrotisierender Pankreatitis und Pankreaspseudozyste. Fälle von
Pankreatitis können jederzeit während der Behandlung mit Teriflunomid auftreten und zu einer
Hospitalisierung führen und/oder korrigierende Maßnahmen erfordern.
Kinder und JugendlicheDas beobachtete Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen (im Alter zwischen 10 und 17 Jahren),die täglich Teriflunomid erhielten, war ähnlich dem bei erwachsenen Patienten beobachteten
Sicherheitsprofil. Jedoch wurden in der pädiatrischen Studie (166 Patienten: 109 in der Teriflunomid-
Gruppe und 57 in der Placebo-Gruppe) in der Doppelblindphase bei 1,8 % (2/109) der mit Teriflunomidbehandelten Patienten Fälle von Pankreatitis berichtet, während in der Placebo-Gruppe keine Fälleberichtet wurden. Eines dieser Ereignisse führte zu einer Hospitalisierung und erforderte korrigierende
Maßnahmen. In der unverblindeten Studienphase wurden bei mit Teriflunomid behandelten Kindernund Jugendlichen 2 weitere Fälle von Pankreatitis (einer wurde als schwerwiegendes Ereignis berichtet,der andere als nicht schwerwiegendes Ereignis mit leichtem Verlauf) und ein Fall einerschwerwiegenden akuten Pankreatitis (mit Pseudopapillom) berichtet. Bei zwei dieser 3 Patienten führtedie Pankreatitis zu einer Hospitalisierung. Zu den klinischen Symptomen dieser Patienten gehörten
Abdominalschmerz, Übelkeit und/oder Erbrechen und erhöhte Amylase- und Lipasewerte im Serum.
Nach Abbruch der Behandlung sowie der Einleitung eines Verfahrens zur beschleunigten Elimination(siehe Abschnitt 4.4) und den korrigierenden Maßnahmen erholten sich alle Patienten.
Die folgenden Nebenwirkungen wurden häufiger bei Kindern und Jugendlichen berichtet als bei
Erwachsenen:
- Alopezie wurde bei 22,0 % der mit Teriflunomid behandelten Patienten berichtet, während es12,3 % bei mit Placebo behandelten Patienten waren.
- Infektionen wurden bei 66,1 % der mit Teriflunomid behandelten Patienten berichtet, während es45,6 % bei mit Placebo behandelten Patienten waren. Dabei wurden unter Teriflunomid häufiger
Nasopharyngitis und Infektionen der oberen Atemwege berichtet.
- Erhöhung der CPK wurde bei 5,5 % der mit Teriflunomid behandelten Patienten berichtet,während es 0 % bei mit Placebo behandelten Patienten waren. Die Mehrheit der Fälle stand mitdokumentierter körperlicher Aktivität in Zusammenhang.
- Parästhesie wurde bei 11,0 % der mit Teriflunomid behandelten Patienten berichtet, während es1,8 % bei mit Placebo behandelten Patienten waren.
- Abdominalschmerz wurde bei 11,0 % der mit Teriflunomid behandelten Patienten berichtet,während es 1,8 % bei mit Placebo behandelten Patienten waren.
Meldungen des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeEs liegen keine Erfahrungen in Bezug auf Überdosierungen oder Vergiftungen durch Teriflunomid beim
Menschen vor. Teriflunomid 70 mg täglich wurde bis zu 14 Tage lang gesunden Probanden verabreicht.
Die Nebenwirkungen stimmten mit dem Sicherheitsprofil für Teriflunomid bei MS-Patienten überein.
Management
Im Falle einer relevanten Überdosierung oder Toxizität werden Colestyramin oder Aktivkohle zurbeschleunigten Elimination empfohlen. Das empfohlene Verfahren zur Elimination umfasst
Colestyramin 8 g dreimal täglich über 11 Tage. Wenn dies nicht gut vertragen wird, kann Colestyramin4 g dreimal täglich über 11 Tage angewendet werden. Alternativ, wenn kein Colestyramin verfügbar ist,kann auch zweimal täglich 50 g Aktivkohle über 11 Tage angewendet werden. Falls aus Gründen der
Verträglichkeit erforderlich, muss die Verabreichung von Colestyramin oder Aktivkohle nicht anaufeinander folgenden Tagen erfolgen (siehe Abschnitt 5.2).
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Selektive Immunsuppressiva, ATC-Code:
L04AA31.
WirkmechanismusTeriflunomid ist ein immunmodulatorischer Wirkstoff mit entzündungshemmenden Eigenschaften, derselektiv und reversibel das mitochondriale Enzym Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHO-DH) hemmt,das funktionell in Verbindung mit der Atmungskette steht. Infolge der Hemmung blockiert Teriflunomidallgemein die Proliferation sich schnell teilender Zellen, die auf eine De-novo-Pyrimidinsyntheseangewiesen sind, um sich zu vermehren. Der genaue Mechanismus, durch den Teriflunomid seinetherapeutische Wirkung bei der MS entfaltet, ist nicht vollständig geklärt, könnte aber durch einereduzierte Anzahl an aktivierten T-Lymphozyten vermittelt sein.
Pharmakodynamische WirkungenImmunsystem
Effekte auf die Anzahl der Immunzellen im Blut: In placebokontrollierten Studien führte Teriflunomid14 mg einmal täglich zu einem leichten mittleren Rückgang der Lymphozytenzahl von weniger als 0,3x 109/l. Dieser Effekt zeigte sich innerhalb der ersten 3 Monate der Behandlung und blieb bis
Behandlungsende bestehen.
Potenzielle Verlängerung des QT-Intervalls
In einer placebokontrollierten TQT-Studie (thorough QT/QTc), die bei gesunden Probandendurchgeführt wurde, zeigte Teriflunomid bei mittleren Steady-State-Konzentrationen kein Potenzial füreine Verlängerung des QTcF-Intervalls im Vergleich zu Placebo: Die maximale mittlere Differenzzwischen Teriflunomid und Placebo betrug 3,45 ms (time-matched), wobei die obere Grenze des 90 %-
Konfidenzintervalls bei 6,45 ms lag.
Wirkung auf die Nierentubulusfunktionen
In den placebokontrollierten Studien wurde eine mittlere Abnahme der Harnsäure im Serum in einem
Bereich von 20 bis 30 % bei mit Teriflunomid behandelten Patienten im Vergleich zu Placebobeobachtet. Die mittlere Abnahme des Phosphors im Serum betrug etwa 10 % in der Teriflunomid-
Gruppe im Vergleich zu Placebo. Diese Effekte werden als Anstieg der renal-tubulären Ausscheidungund nicht als Veränderungen der glomerulären Funktionen angesehen.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Teriflunomid wurde in zwei placebokontrollierten Studien nachgewiesen, die
TEMSO- und die TOWER-Studie, die einmal tägliche Gaben von Teriflunomid 7 mg und 14 mg beierwachsenen Patienten mit RMS untersuchten.
Insgesamt 1.088 Patienten mit RMS erhielten in der Studie TEMSO über einen Zeitraum von108 Wochen randomisiert entweder 7 mg (n = 366) oder 14 mg (n = 359) Teriflunomid oder Placebo(n=363). Alle Patienten wiesen die eindeutige Diagnose MS (basierend auf den McDonald-Kriterien[2001]) auf, die sich als schubförmiger klinischer Verlauf mit oder ohne Progression darstellte und diemindestens 1 Schub in dem der Studie vorausgegangenen Jahr oder mindestens 2 Schübe in den 2 der
Studie vorausgegangenen Jahren erlitten hatten. Bei Eintritt in die Studie wiesen die Patienten einen
Wert von ≤ 5,5 auf der Expanded Disability Status Scale (EDSS) auf. Das mittlere Alter der
Studienpopulation betrug 37,9 Jahre. Die Mehrheit der Patienten hatte eine schubförmig-remittierendverlaufende Multiple Sklerose (91.5 %.), wobei eine Subgruppe der Patienten eine sekundär progressiv(4,7 %) oder eine progressiv schubförmig (3,9 %) verlaufende Multiple Sklerose aufwies. Die mittlere
Anzahl von Schüben innerhalb eines Jahres vor Studieneinschluss betrug 1,4 bei 36,2 % der Patientenmit Gadolinium aufnehmenden Läsionen zur Baseline. Der mediane EDSS-Wert betrug 2,50;249 Patienten (22,9 %) hatten einen EDSS-Wert > 3,5 zur Baseline. Die mittlere Dauer der Erkrankungseit den ersten Symptomen betrug 8,7 Jahre. Die Mehrheit der Patienten (73 %) hatte keinekrankheitsmodifizierende Therapie während der letzten 2 Jahre vor Studieneinschluss erhalten. Die
Ergebnisse der Studie sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Die Ergebnisse der Langzeitnachbeobachtung aus der TEMSO-Verlängerungsstudie zur Bewertung der
Sicherheit (mediane Behandlungsdauer insgesamt ca. 5 Jahre, maximale Behandlungsdauer ca.8,5 Jahre) erbrachten keine neuen oder unerwarteten Sicherheitsbefunde.
Insgesamt 1.169 Patienten mit RMS erhielten in der Studie TOWER über einen variablen
Behandlungszeitraum, der 48 Wochen nach Randomisierung des letzten Patienten endete, randomisiertentweder 7 mg (n = 408) oder 14 mg (n = 372) Teriflunomid oder Placebo (n = 389). Alle Patientenwiesen die eindeutige Diagnose MS (basierend auf den McDonald-Kriterien [2005]) auf, die sich alsschubförmiger klinischer Verlauf mit oder ohne Progression darstellte, und erlitten mindesten 1 Schubin dem der Studie vorausgegangenen Jahr oder mindestens 2 Schübe in den 2 der Studievorausgegangenen Jahren. Bei Eintritt in die Studie wiesen die Patienten einen Wert von ≤ 5,5 auf der
Expanded Disability Status Scale (EDSS) auf. Das mittlere Alter der Studienpopulation betrug37,9 Jahre. Die Mehrheit der Patienten hatte eine schubförmig-remittierend verlaufende Multiple
Sklerose (97,5 %), wobei eine Subgruppe der Patienten eine sekundär progressiv (0,8 %) oder eineprogressiv schubförmig (1,7 %) verlaufende Multiple Sklerose aufwies. Die mittlere Anzahl von
Schüben innerhalb eines Jahres vor Studieneinschluss betrug 1,4. Es liegen keine Daten zu Gadoliniumaufnehmenden Läsionen bei Baseline vor. Der mediane EDSS-Wert betrug bei Studieneintritt 2,50,298 Patienten (25,5 %) hatten einen EDSS-Wert > 3,5 zur Baseline. Die mittlere Dauer der Erkrankungseit den ersten Symptomen betrug 8,0 Jahre. Die Mehrheit der Patienten (67,2 %) hatte keinekrankheitsmodifizierende Therapie während der letzten 2 Jahre vor Studieneinschluss erhalten. Die
Ergebnisse der Studie sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1 Wichtigste klinische Ergebnisse (zugelassene Wirkstärke, ITT Population)
TEMSO-Studie TOWER-Studie
Teriflunomid Teriflunomid
Placebo Placebo14 mg 14 mg
N 358 363 370 388
Klinische Endpunkte
Jährliche Schubrate 0,37 0,54 0,32 0,50
Risikodifferenz (CI95%) -0,17 (-0,26; -0,08) -0,18 (-0,27; -0,09)
Schubfrei Woche 108 56,5% 45,6% 57,1% 46,8%
TEMSO-Studie TOWER-Studie
Teriflunomid Teriflunomid
Placebo Placebo14 mg 14 mg
N 358 363 370 3880,72 (0,58; 0,89) 0,63 (0,50; 0,79)
Hazard Ratio (CI95% )
Über 3 Monate bestätigte
Behinderungsprogression 20,2% 27,3% 15,8% 19,7%
Woche 108
Hazard Ratio (CI 95% ) 0,70 (0,51; 0,97) 0,68 (0,47; 1,00)
Über 6 Monate bestätigte
Behinderungsprogression 13,8% 18,7% 11,7% 11,9%
Woche 108
Hazard Ratio (CI95% ) 0,75 (0,50; 1,11) 0,84 (0,53; 1,33)
MRT-Endpunkte
Änderung der
Krankheitslast (BOD) 0,72 2,21(1)
Woche 108
Änderung bezogen auf67%
Placebo
Mittlere Anzahl an Gd-aufnehmende Läsionen zu 0,38 1,18 Nicht ermittelt
Woche 108
Änderungen bezogen auf
- 0,80 (-1,20; -0,39)
Placebo (CI95%)
Anzahl einmaliger aktiver0,75 2,46
Läsionen/Scan
Änderungen bezogen auf69 % (59 %; 77 %)
Placebo (CI95%) p < 0,0001 p < 0,001 p < 0,01 p<0,05 verglichen zu Placebo(1) BOD: Krankheitslast: Gesamtläsionsvolumen (T2-hyperintens und T1-hypointens) in ml
Wirksamkeit bei Patienten mit hoher Krankheitsaktivität:
Ein übereinstimmender Behandlungseffekt auf Schübe und die Zeit bis zur bestätigten
Behinderungsprogression über 3 Monate wurde bei einer Subgruppe von Patienten mit hoher
Krankheitsaktivität in der TEMSO (n = 127) beobachtet. Auf Grundlage des Studiendesigns war hohe
Krankheitsaktivität definiert als 2 oder mehr Schübe in einem Jahr in Verbindung mit einer oder mehr
Gadolinium aufnehmenden Läsion/en in der MRT-Untersuchung. Eine vergleichbare
Subgruppenanalyse wurde in der TOWER-Studie nicht durchgeführt, da keine MRT-Daten erhobenwurden.
Es sind keine Daten zu Patienten, die auf eine volle und adäquate Behandlung (normalerweisemindestens 1 Jahr Behandlung) mit Interferon beta nicht angesprochen haben, vorhanden. Diese
Patienten sollten während der Therapie im vergangenen Jahr mindestens 1 Schub gehabt haben und siesollten mindestens neun T2-hyperintense Läsionen im kranialen MRT oder mindestens 1 Gadoliniumaufnehmende Läsion aufweisen oder es waren Patienten mit unveränderter oder erhöhter Schubrate indem vorausgehenden Jahr, verglichen mit den vorhergehenden 2 Jahren.
TOPIC war eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie, die die tägliche Gabe von 7 mg und 14 mg
Teriflunomid über einen Zeitraum von 108 Wochen bei Patienten (Durchschnittsalter 32,1 Jahre) miteinem ersten klinischen demyelinisierenden Ereignis untersuchte. Primärer Endpunkt war die Zeit biszum Auftreten der zweiten klinischen Episode (Schub). Insgesamt wurden 618 Patienten in die 7-mg-
Teriflunomid-Gruppe (n = 205), in die 14-mg-Teriflunomid-Gruppe (n=216) und in die Placebo-Gruppe(n = 197) randomisiert. Das Risiko eines zweiten klinischen Schubs innerhalb von 2 Jahren betrug35,9 % in der Placebo-Gruppe und 24,0 % in der 14-mg-Teriflunomid-Behandlungsgruppe(Hazard-Ratio: 0,57; 95 %-Konfidenzintervall: 0,38 bis 0,87; p = 0,0087). Die Ergebnisse der TOPIC-
Studie bestätigten die Wirksamkeit von Teriflunomid bei RRMS (einschließlich früher RRMS mit einemersten klinischen demyelinisierenden Ereignis und MRT-Läsionen, die zeitlich und räumlichdisseminiert waren).
Die Wirksamkeit von Teriflunomid wurde mit der von subkutanem Interferon beta-1a (in derempfohlenen Dosis von 44 µg dreimal wöchentlich) bei 324 randomisierten Patienten in einer Studie(TENERE) mit einer Mindestbehandlungsdauer von 48 Wochen (maximal 114 Wochen) verglichen.
Das Risiko eines Behandlungsversagens (bestätigter Schub oder dauerhaftes Absetzen der Behandlung,je nachdem, was zuerst eintrat) war der primäre Endpunkt. Die Anzahl Patienten mit einem dauerhaften
Behandlungsabbruch in der Teriflunomid-14- mg-Gruppe betrug 22 von 111 (19,8 %), die Gründewaren Nebenwirkungen (10,8 %), fehlende Wirksamkeit (3,6 %), andere Gründe (4,5 %) und
Lost-to-Follow-up (0,9 %). Die Anzahl der Patienten mit einem dauerhaften Behandlungsabbruch in der
Interferon beta-1a-Gruppe betrug 30 von 104 (28,8 %); die Gründe waren Nebenwirkungen (21,2 %),fehlende Wirksamkeit (1,9 %), andere Gründe (4,8 %) und schlechte Protokollcompliance (1 %).
Teriflunomid 14 mg/Tag war bezüglich des primären Endpunktes Interferon beta-1a nicht überlegen:
Der geschätzte prozentuale Anteil an Patienten mit Behandlungsversagen nach 96 Wochen betrug unter
Verwendung der Kaplan-Meier-Methode 41,1 % versus 44,4 % (Teriflunomid 14 mg versus Interferonbeta-1a, p = 0,595).
Kinder und JugendlicheKinder und Jugendliche (im Alter von 10 bis 17 Jahren)
Studie EFC11759/TERIKIDS war eine internationale, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit
Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren mit schubförmig-remittierender MS, in dereinmal täglich eingenommene Dosen von Teriflunomid (angepasst, um eine Exposition zu erreichen,wie sie bei einer Dosis von 14 mg bei Erwachsenen erreicht wird) über bis zu 96 Wochen hinweguntersucht wurden, an die sich eine unverblindete Verlängerungsstudie anschloss. Alle Patienten hattenmindestens 1 Schub in dem der Studie vorausgegangenen Jahr oder mindestens 2 Schübe in den 2 der
Studie vorausgegangenen Jahren erlitten. Neurologische Untersuchungen wurden beim Screening unddanach alle 24 Wochen bis zum Studienende sowie bei außerplanmäßigen Terminen aufgrund einesvermuteten Schubs vorgenommen. Patienten mit einem klinisch nachgewiesenen Schub oder hoher
MRT-Aktivität von mindestens 5 neuen oder größer werdenden T2-Läsionen bei 2aufeinanderfolgenden Untersuchungen wechselten vor Ablauf der 96 Wochen in die unverblindete
Verlängerungsstudie, um eine Behandlung mit dem Wirkstoff sicherzustellen. Der primäre Endpunktwar die Zeit bis zum ersten klinisch nachgewiesenen Schub nach der Randomisierung. Im Voraus wurdedie Zeit bis zum ersten bestätigten klinisch nachgewiesenen Schub oder hoher MRT-Aktivität, jenachdem, was zuerst eintrat, als Sensitivitätsanalyse festgelegt, da sie sowohl klinische als auch MRT-
Zustände umfasst, die einen Wechsel in die unverblindete Verlängerungsstudie erlaubten.
Insgesamt 166 Patienten wurden im Verhältnis von 2:1 randomisiert und erhielten entweder
Teriflunomid (n = 109) oder Placebo (n = 57). Zu Beginn wiesen die Studienpatienten einen EDSS-Wertvon ≤ 5,5 auf. Das mittlere Alter lag bei 14,6 Jahren, das mittlere Gewicht bei 58,1 kg, die mittlere
Erkrankungsdauer ab Diagnose betrug 1,4 Jahre und die mittlere Zahl der per MRT-Untersuchungerfassten Gd-anreichernden T1-Läsionen lag zu Studienbeginn bei 3,9 Läsionen. Alle Patienten wiesenzu Studienbeginn eine schubförmig-remittierende MS mit einem medianen EDSS-Wert von 1,5 auf. Diemittlere Behandlungszeit unter Placebo betrug 362 Tage und unter Teriflunomid 488 Tage. Der Wechselaus der doppelblinden Studie in die unverblindete Verlängerungsstudie aufgrund hoher MRT-Aktivitätwurde häufiger als erwartet vorgenommen, wobei er häufiger und früher in der Placebo-Gruppevorgenommen wurde als in der Teriflunomid-Gruppe (26 % unter Placebo, 13 % unter Teriflunomid).
Teriflunomid verringerte das Risiko eines klinisch nachgewiesenen Schubs um 34 % im Vergleich zu
Placebo, ohne dass eine statistische Signifikanz erreicht wurde (p = 0,29) (Tabelle 2). In der im Vorausfestgelegten Sensitivitätsanalyse führte Teriflunomid hinsichtlich des kombinierten Risikos einesklinisch nachgewiesenen Schubs oder hoher MRT-Aktivität zu einer statistisch signifikanten
Verringerung um 43 % im Vergleich zu Placebo (p = 0,04) (Tabelle 2).
Teriflunomid führte zu einer signifikanten Verringerung der Anzahl neuer und größer werdender T2-
Läsionen pro Untersuchung um 55 % (p = 0,0006) (in der Post-hoc-Analyse, wurden die T2-Werte andie Baseline-Werte angepasst: 34 %, p = 0,0446) und der Anzahl der Gadolinium-anreichernden T1-
Läsionen pro Untersuchung um 75 % (p < 0,0001) (Tabelle 2).
Tabelle 2 - Klinische und MRT-Ergebnisse der Studie EFC11759/TERIKIDS
EFC11759 ITT-Population Teriflunomid Placebo(n = 109) (n = 57)
Klinische Endpunkte
Zeit bis zum ersten bestätigten klinisch nachgewiesenen Schub,
Wahrscheinlichkeit (95 % KI) des nachgewiesenen Schubs in 0,39 (0,29; 0,48) 0,53 (0,36; 0,68)
Woche 96
Wahrscheinlichkeit (95 % KI) des nachgewiesenen Schubs in 0,30 (0,21; 0,39) 0,39 (0,30; 0,52)
Woche 48
Hazard Ratio (95 % KI) 0,66 (0,39; 1,11)^
Zeit bis zum ersten bestätigten klinisch nachgewiesenen Schuboder hoher MRT-Aktivität, Wahrscheinlichkeit (95 % KI) des 0,51 (0,41; 0,60) 0,72 (0,58; 0,82)nachgewiesenen Schubs oder hoher MRT-Aktivität in Woche 96
Wahrscheinlichkeit (95 % KI) des nachgewiesenen Schubs oder0,38 (0,29; 0,47) 0,56 (0,42; 0,68)hoher MRT Aktivität in Woche 48
Hazard Ratio (95 % KI) 0,57 (0,37; 0,87)*
Wichtige MRT-Endpunkte
Angepasste Zahl neuer oder größer werdender T2-Läsionen,
Schätzung (95 % KI) 4,74 (2,12; 10,57) 10,52 (4,71; 23,50)
Schätzung (95% KI), in der Post-hoc-Analyse an die Baseline- 3,57 (1,97; 6,46) 5,37 (2,84; 10,16)
Werte angepasste T2-Werte
Relatives Risiko (95 % KI) 0,45 (0,29; 0,71)**
Relatives Risiko (95 % KI), in der Post-hoc-Analyse an die 0,67 (0,45; 0,99)*
Baseline-Werte angepasste T2-Werte
Angepasste Zahl Gd-anreichernder T1-Läsionen,
Schätzung (95 % KI) 1,90 (0,66; 5,49) 7,51 (2,48; 22,70)
Relatives Risiko (95 % KI) 0,25 (0,13; 0,51)***^p ≥ 0,05 im Vergleich zu Placebo, p < 0,05, p < 0,001, p < 0,0001
Die Wahrscheinlichkeit basierte auf dem Kaplan-Meier-Schätzer und Woche 96 war das Ende der
Studienbehandlung (EOT).
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Teriflunomid enthält, eine
Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien bei Kindern im Alter 0 bis10 Jahren bei der Behandlung der Multiplen Sklerose gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bez. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie mediane Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentrationen liegt bei wiederholter oraler
Anwendung von Teriflunomid zwischen 1 und 4 Stunden. Die Bioverfügbarkeit ist hoch (nahezu100 %).
Nahrung hat keine klinisch relevante Wirkung auf die Pharmakokinetik von Teriflunomid.
Ausgehend von den mittleren vorausgesagten pharmakokinetischen Parametern, die anhand derpharmakokinetischen Populationsanalyse (PopPK-Analyse) unter Verwendung der Daten von gesunden
Probanden und MS-Patienten berechnet wurden, ist die Annäherung an die Steady-State-Konzentrationlangsam (d. h. etwa 100 Tage [3,5 Monate], um 95 % der Steady-State-Konzentrationen zu erreichen)und das geschätzte Akkumulationsverhältnis für die AUC beträgt etwa das 34-Fache.
VerteilungTeriflunomid wird weitgehend an Plasmaprotein gebunden (> 99 %), wahrscheinlich Albumin, und wirdhauptsächlich im Plasma verteilt. Das Verteilungsvolumen beträgt 11 l nach einer einzelnenintravenösen (i. v.) Verabreichung. Allerdings ist dies sehr wahrscheinlich eine Unterschätzung, da bei
Ratten eine weitreichende Organverteilung beobachtet wurde.
BiotransformationTeriflunomid wird mäßig verstoffwechselt und ist der einzige nachgewiesene Bestandteil im Plasma.
Der primäre Biotransformationsweg für Teriflunomid ist die Hydrolyse, wobei die Oxidation ein
Biotransformationsweg von untergeordneter Bedeutung ist. Sekundäre Biotransformationswege sind
Oxidation, N-Acetylierung und Sulfatbindung.
EliminationTeriflunomid wird im Gastrointestinaltrakt hauptsächlich über die Galle als unveränderter Wirkstoffausgeschieden, und zwar sehr wahrscheinlich durch direkte Sekretion. Teriflunomid ist ein Substrat des
Efflux-Transporters BCRP, der an der direkten Sekretion beteiligt sein könnte. Innerhalb von 21 Tagenwerden 60,1 % der verabreichten Dosis über die Fäzes (37,5 %) und den Urin (22,6 %) ausgeschieden.
Nach Durchführung einer beschleunigten Elimination mit Colestyramin wurden zusätzliche 23,1 %gefunden (vor allem in Fäzes). Basierend auf einer individuellen Vorhersage der pharmakokinetischen
Parameter unter Verwendung des PopPK-Modells von Teriflunomid bei gesunden Probanden und MS-
Patienten betrug die mediane Halbwertszeit nach wiederholten Dosen von 14 mg etwa 19 Tage. Nacheiner einzelnen intravenösen Verabreichung beträgt die Gesamtkörperclearance von Teriflunomid30,5 ml/h.
Verfahren zur beschleunigten Elimination: Colestyramin und Aktivkohle
Die Elimination von Teriflunomid aus dem Blutkreislauf kann durch die Verabreichung von
Colestyramin oder Aktivkohle beschleunigt werden, wahrscheinlich durch die Unterbrechung des
Resorptionsprozesses im Darm. Teriflunomid-Konzentrationen, die während eines 11-tägigen
Verfahrens zur Beschleunigung der Elimination von Teriflunomid mit entweder 8 g Colestyramindreimal täglich, 4 g Colestyramin dreimal täglich oder 50 g Aktivkohle zweimal täglich nach Beendender Teriflunomid-Behandlung gemessen wurden, haben gezeigt, dass diese Regime wirksam sind, umdie Elimination von Teriflunomid zu beschleunigen, wobei sie zu einem Rückgang von mehr als 98 %der Plasmaspiegel von Teriflunomid führten. Colestyramin wirkte hier schneller als Aktivkohle. Nach
Abbrechen der Teriflunomid-Behandlung und Verabreichung von Colestyramin 8 g dreimal täglichreduziert sich die Plasmakonzentration von Teriflunomid, bezogen auf den Ausgangswert: am Ende von
Tag 1 um 52 %, am Ende von Tag 3 um 91 %, am Ende von Tag 7 um 99,2 % und am Ende von Tag 11um 99,9 %. Die Wahl zwischen den drei Verfahren zur Elimination sollte von der Verträglichkeit des
Patienten abhängig gemacht werden. Wenn Colestyramin 8 g dreimal täglich nicht gut vertragen wird,kann Colestyramin 4 g dreimal täglich angewendet werden. Alternativ kann auch Aktivkohleangewendet werden (die 11 Tage müssen nicht aufeinander folgen, wenn die Plasmaspiegel von
Teriflunomid nicht schnell gesenkt werden müssen).
Linearität/Nichtlinearität
Die systemische Exposition steigt proportional zur Dosis nach oraler Verabreichung von Teriflunomid7 bis 14 mg an.
Merkmale bei spezifischen Patientengruppen
Geschlecht und ältere Menschen
Verschiedene Quellen intrinsischer Variabilität wurden auf Grundlage der pharmakokinetischen PopPK-
Analyse bei gesunden Probanden und MS-Patienten festgestellt: Alter, Körpergewicht, Geschlecht,
Ethnizität und Albumin- und Bilirubinspiegel. Jedoch bleibt ihr Einfluss begrenzt ( 31 %).
Beeinträchtigung der Leber
Leichte und mittelschwere Beeinträchtigungen der Leber hatten keine Auswirkungen auf die
Pharmakokinetik von Teriflunomid. Daher ist eine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter undmittelschwerer Beeinträchtigung der Leber nicht vorgesehen. Bei Patienten mit schwerer
Beeinträchtigung der Leber ist Teriflunomid kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.2 und 4.3).
NierenfunktionsbeeinträchtigungEine schwere Nierenfunktionsbeeinträchtigung hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von
Teriflunomid. Daher ist eine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter, mittelschwerer und schwerer
Nierenfunktionsbeeinträchtigung nicht vorgesehen.
Kinder und JugendlicheBei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht > 40 kg, die mit 14 mg einmal täglichbehandelt wurden, lagen die Expositionen im Steady-State im Bereich, der auch bei erwachsenen
Patienten erreicht wurde, die mit dem gleichen Dosierungsschema behandelt wurden.
Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht ≤ 40 kg mit 7 mg einmaltäglich (auf Grundlage eingeschränkter klinischer Daten und Simulationen), lagen die Expositionen im
Steady-State im Bereich, der auch bei erwachsenen Patienten erreicht wurde, die mit 14 mg einmaltäglich behandelt wurden.
Die niedrigsten beobachteten Steady-State-Konzentrationen variierten stark zwischen den einzelnen
Kindern und Jugendlichen, wie es auch bei erwachsenen MS-Patienten beobachtet wurde.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Toxizität bei wiederholter GabeWiederholte orale Gaben von Teriflunomid an Mäuse, Ratten und Hunde über bis zu 3, 6 bzw.12 Monate zeigten, dass die Hauptziele der Toxizität Knochenmark, Lymphorgane, Mundhöhle/
Gastrointestinaltrakt, Fortpflanzungsorgane und Pankreas waren. Es gibt auch eine Evidenz für eineoxidative Wirkung auf Erythrozyten. Anämie, erniedrigte Thrombozytenzahl und Effekte auf das
Immunsystem, einschließlich Leukopenie, Lymphopenie und sekundärer Infektionen, waren mit den
Wirkungen auf das Knochenmark und/oder die Lymphorgane assoziiert. Die meisten dieser Effektespiegeln den grundlegenden Wirkmechanismus der Verbindung (Hemmung der Zellteilung) wider.
Tiere reagieren empfindlicher als Menschen auf die Pharmakologie und somit auf die Toxizität von
Teriflunomid. Infolgedessen wurde bei Tieren eine Toxizität bei Expositionen, die den therapeutischen
Konzentrationen beim Menschen entsprechen oder darunter liegen, beobachtet.
Genotoxizität und kanzerogenes Potenzial
Teriflunomid erwies sich weder in vitro als mutagen noch in vivo als klastogen. Die Klastogenität, diein vitro beobachtet wurde, wurde als indirekte Wirkung in Zusammenhang mit dem Nukleotidpool-
Ungleichgewicht, das sich aus der Pharmakologie der DHO-DH-Hemmung ergibt, verstanden. Der
Nebenmetabolit TFMA (4-Trifluoromethylanilin) führte in vitro, aber nicht in vivo zu Mutagenität und
Klastogenität.
Es gibt keine Evidenz für eine Karzinogenität bei Ratten und Mäusen.
ReproduktionstoxizitätDie Fertilität war bei Ratten trotz ungünstiger Wirkungen von Teriflunomid auf die männlichen
Fortpflanzungsorgane, einschließlich reduzierter Spermienzahl, nicht beeinträchtigt. Bei den
Nachkommen männlicher Ratten, denen vor der Paarung mit unbehandelten weiblichen Ratten
Teriflunomid verabreicht worden war, wurden keine externen Missbildungen beobachtet. Teriflunomidwar in Dosierungen im humantherapeutischen Bereich bei Ratten und Kaninchen embryotoxisch undteratogen. Nebenwirkungen bei den Nachkommen wurden auch beobachtet, wenn Teriflunomid anträchtige Ratten während der Gestation und während der Laktation verabreicht wurde. Das Risiko einerüber den Mann vermittelten embryo-fetalen Toxizität aufgrund der Teriflunomid-Behandlung gilt alsniedrig. Die geschätzte Plasmaexposition der Frau über das Sperma eines behandelten Patienten istschätzungsweise 100-mal niedriger als die Plasmaexposition nach einer oralen Dosis von 14 mg
Teriflunomid.
Toxizität bei Jungtieren
Junge Ratten, die nach dem Abstillen 7 Wochen lang oral Teriflunomid bis hin zur Geschlechtsreifeerhielten, zeigten keine unerwünschten Wirkungen hinsichtlich Wachstum, körperlicher oderneurologischer Entwicklung, Lernvermögen und Gedächtnis, Bewegungsaktivität, sexueller
Entwicklung oder Fertilität. Unerwünschte Wirkungen umfassten Anämie, verringertes
Ansprechverhalten lymphatischer Gewebe, eine dosisabhängige abnehmende T-Zell-abhängige
Antikörperantwort und eine erhebliche Verringerung der Konzentrationen von IgM und IgG, wasgenerell mit Beobachtungen in Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe mit erwachsenen Rattenübereinstimmt. Der bei jungen Ratten beobachtete Anstieg von B-Zellen wurde bei erwachsenen Rattenjedoch nicht beobachtet. Die Signifikanz dieses Unterschiedes ist nicht bekannt, jedoch konnte wie beiden meisten anderen Befunden eine vollständige Wiederherstellung gezeigt werden. Aufgrund derhohen Sensitivität von Tieren gegenüber Teriflunomid wurden junge Ratten niedrigeren Expositionenausgesetzt, als dies bei Kindern und Jugendlichen bei der maximal empfohlenen Humandosis (MRHD)der Fall ist.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernLactose-Monohydrat
Maisstärke
Mikrokristalline Cellulose
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)
Hochdisperses Siliciumdioxid
Hydroxypropylcellulose (Ph.Eur.)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Tablettenüberzug7-mg-Filmtabletten
Hypromellose (E464)
Titanidioxid (E171)
Talkum (E553b)
Macrogol (E1521)
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)14-mg-Filmtabletten
Hypromellose (E464)
Titandioxid (E171)
Talkum (E553b)
Macrogol (E1521)
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
7 mg Filmtabletten
Aluminium-Aluminium-Blisterpackungen in Umkartons mit 14, 28, 84 und 98 Filmtabletten.
Aluminium-Aluminium perforierte Einzeldosis-Blisterpackungen in Umkartons mit 14x1, 28x1, 84x1und 98x1 Filmtablette.
14 mg Filmtabletten
Aluminium-Aluminium-Blisterpackungen in Umkartons mit 28 und 84 Filmtabletten.
Aluminium-Aluminium perforierte Einzeldosis-Blisterpackungen in Umkartons mit 28x1 und 84x1
Filmtablette.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Accord Healthcare S.L.U.
World Trade Center
Moll De Barcelona s/n
Edifici Est, 6a Planta
Barcelona, 08039
Spanien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
7 mg Filmtabletten
EU/1/22/1693/005 14 Tabletten
EU/1/22/1693/006 14 x 1 Tablette (Einzeldosis)
EU/1/22/1693/007 28 Tabletten
EU/1/22/1693/008 28 x 1 Tablette (Einzeldosis)
EU/1/22/1693/009 84 Tabletten
EU/1/22/1693/010 84 x 1 Tablette (Einzeldosis)
EU/1/22/1693/011 98 Tabletten
EU/1/22/1693/012 98 x 1 Tablette (Einzeldosis)14 mg Filmtabletten
EU/1/22/1693/001 28 Tabletten
EU/1/22/1693/002 28 x 1 Tablette (Einzeldosis)
EU/1/22/1693/003 84 Tabletten
EU/1/22/1693/004 84 x 1 Tablette (Einzeldosis)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 09. November 2022.
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.