Packungsbeilage TEPKINLY 48mg 60mg / ml Injektionslösung

Produktcode:
W69771001
Menge:
1
Angewendet bei:
hämatologische Malignome
Art der Anwendung:
Injektion
Substanz:
epcoritamab (bispezifischer Antikörper)
ATC
L01FX27 — Antineoplastische und Immunmodulierende Mittel | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
Epcoritamab ist ein innovatives Medikament, das zur Behandlung bestimmter Lymphomarten eingesetzt wird, einer Krebsform des lymphatischen Systems. Dieses Medikament gehört zu den immunonkologischen Therapien und wirkt, indem es das Immunsystem dazu anregt, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Die Verabreichung erfolgt in der Regel als subkutane Injektion unter sorgfältiger medizinischer Überwachung.

Die Behandlung mit Epcoritamab erfordert eine sorgfältige Überwachung, da das Ansprechen auf die Therapie und mögliche Nebenwirkungen genau beobachtet werden müssen. Es ist wichtig, dass Patienten den Verabreichungsplan einhalten und regelmäßige Untersuchungen durchführen lassen, um die Wirksamkeit der Behandlung zu beurteilen.

Zu den Nebenwirkungen können Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Reaktionen an der Injektionsstelle oder Infektionen gehören. In seltenen Fällen können schwere Immunreaktionen oder eine Verringerung der Blutzellen auftreten, weshalb eine ständige medizinische Überwachung erforderlich ist.

Epcoritamab ist eine wichtige therapeutische Option für Patienten mit Lymphom, muss jedoch streng von einem medizinischen Team überwacht werden, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten.

Allgemeine Daten zu TEPKINLY 48mg 60mg / ml

Substanz:
epcoritamab
Datum der letzten Medikamentenliste:
01-10-2026
Produktcode:
W69771001
Wirkstärke:
60mg / ml
Darreichungsform:
Injektionslösung
Menge:
1
Produktart:
Originalpräparat
Preis:
38142.17 RON
Abgabebedingungen:
P-RF — Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Zulassung

Hersteller:
ABBVIE S.R.L. - ITALIA
Zulassungsinhaber:
ABBVIE DEUTSCHLAND GMBH & CO. KG - GERMANIA
Zulassungsnummer:
1759/2023/02
Haltbarkeit:
2 Jahre

Verfügbare Wirkstärken für epcoritamab

  • 5mg/ml
  • 60mg/ml

Offizielle Dokumente

Zur Datenbank hinzugefügt:
05/10/2023
Quelldatensatz aktualisiert:
06/08/2026

Hinweise:

Anaphylaxie

Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.

Zusätzliche Überwachung

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Warnhinweis während der Stillzeit

Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Inhalt der Fachinformation zu TEPKINLY 48mg 60mg / ml Injektionslösung

Fachinformation zu TEPKINLY 48mg 60mg/ml

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tepkinly 48 mg Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede 0,8-ml-Durchstechflasche enthält 48 mg Epcoritamab in einer Konzentration von 60 mg/ml.

Jede Durchstechflasche enthält ein Überfüllungsvolumen, um die Entnahme der angegebenen Menge zuermöglichen.

Epcoritamab ist ein humanisierter bispezifischer Immunglobulin-G1(IgG1)-Antikörper gegen CD3- und

CD20-Antigene, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen

Hamsters (CHO-Zellen) hergestellt wird.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede Tepkinly-Durchstechflasche enthält 28,8 mg Sorbitol und 0,42 mg Polysorbat 80.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion)

Farblose bis leicht gelbliche Lösung, pH 5,5 und Osmolalität von etwa 211 mOsm/kg.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Tepkinly wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einemrezidivierenden oder refraktären diffusen großzelligen B‐Zell-Lymphom (diffuse large B-celllymphoma, DLBCL) nach mindestens 2 Linien einer systemischen Therapie.

Tepkinly wird angewendet in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab zur Behandlung vonerwachsenen Patienten mit einem rezidivierenden oder refraktären follikulären Lymphom (FL).

Tepkinly wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einemrezidivierenden oder refraktären follikulären Lymphom (FL) nach mindestens 2 Linien einersystemischen Therapie.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Tepkinly darf nur unter Aufsicht eines in der Krebstherapie erfahrenen Arztes angewendet werden. Essollte mindestens 1 Dosis Tocilizumab zur Behandlung bei Auftreten eines CRS verfügbar sein, bevor

Epcoritamab in Zyklus 1 gegeben wird. Eine zusätzliche Dosis Tocilizumab sollte innerhalb von 8

Stunden nach Gabe der ersten Tocilizumab-Dosis verfügbar sein.

Dosierung

Empfohlene Prämedikation und Dosierungsschema

Tepkinly als Monotherapie

Tepkinly ist entsprechend folgendem Aufdosierungsschema in 28-tägigen Zyklen zu verabreichen.

Hierbei wird in Tabelle 1 das Schema für Patienten mit diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom und in

Tabelle 2 das Schema für Patienten mit follikulärem Lymphom beschrieben.

Tabelle 1 Zweistufiges Aufdosierungsschema von Tepkinly für Patienten mit diffusemgroßzelligem B-Zell-Lymphom

Dosierungsschema Behandlungszyklus Tage Epcoritamab-Dosis (mg)a

Wöchentlich Zyklus 1 1 0,16 mg (Step-up-Dosis 1)8 0,8 mg (Step-up-Dosis 2)15 48 mg (erste volle Dosis)22 48 mg

Wöchentlich Zyklus 2-3 1, 8, 15, 22 48 mg

Alle 2 Wochen Zyklus 4-9 1, 15 48 mg

Alle 4 Wochen Zyklus 10 und 1 48 mgfolgendea 0,16 mg ist eine Initialdosis, 0,8 mg eine Zwischendosis und 48 mg eine volle Dosis.

Tabelle 2 Dreistufiges Aufdosierungsschema von Tepkinly für Patienten mit follikulärem

Lymphom

Dosierungsschema Behandlungszyklus Tage Epcoritamab-Dosis (mg)a

Wöchentlich Zyklus 1 1 0,16 mg (Step-up-Dosis 1)8 0,8 mg (Step-up-Dosis 2)15 3 mg (Step-up-Dosis 3)22 48 mg (erste volle Dosis)

Wöchentlich Zyklus 2-3 1, 8, 15, 22 48 mg

Alle 2 Wochen Zyklus 4-9 1, 15 48 mg

Alle 4 Wochen Zyklus 10 und 1 48 mgfolgendea 0,16 mg ist eine Initialdosis, 0,8 mg eine Zwischendosis, 3 mg eine zweite Zwischendosis und48 mg eine volle Dosis.

Tepkinly sollte bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder Auftreten einer inakzeptablen Toxizitätangewendet werden.

Tepkinly in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

Tepkinly ist in 28-tägigen Zyklen über insgesamt 12 Zyklen oder bis zum Fortschreiten der Erkrankungoder Auftreten einer inakzeptablen Toxizität, je nachdem, was zuerst eintritt, zu verabreichen.

Tabelle 3 Dreistufiges Aufdosierungsschema von Tepkinly in Kombination mit Lenalidomid und

Rituximab für Patienten mit follikulärem Lymphom

Dosierungsschema Behandlungszyklus Tage Epcoritamab-Dosis (mg)

Wöchentlich Zyklus 1 1 0,16 mg (Step-up-Dosis 1)8 0,8 mg (Step-up-Dosis 2)15 3 mg (Step-up-Dosis 3)22 48 mg (erste volle Dosis)

Zyklus 2 und 3 1, 8, 15 und 22 48 mg

Alle 4 Wochen Zyklus 4 bis 12 1 48 mg

Tepkinly ist in Kombination mit Lenalidomid 20 mg oral einmal täglich (von Tag 1 bis Tag 21) in

Zyklus 1-12 und Rituximab 375 mg/m2 intravenös wöchentlich in Zyklus 1 (an Tag 1, 8, 15 und 22)sowie alle 4 Wochen in Zyklus 2-5 (an Tag 1) zu verabreichen.

Weitere Informationen sind den Fachinformationen zu Lenalidomid und Rituximab zu entnehmen.

Prämedikation und Prophylaxe

Einzelheiten zur empfohlenen Prämedikation bei Zytokinfreisetzungssyndrom (cytokine releasesyndrome, CRS) sind in Tabelle 4 dargestellt.

Tabelle 4 Epcoritamab-Prämedikation

Zyklus Prämedikation Prämedikationa Verabreichungerforderlich

Zyklus 1 alle Patienten Dexamethason (15 mg oral * 30-120 Minuten voroder intravenös) oder jeder wöchentlichen

Prednisolon (100 mg oral oder Anwendung vonintravenös) oder Äquivalent Epcoritamab

* Dexamethason ist das * und an dreibevorzugte aufeinander folgenden

Corticosteroid zur CRS- Tagen nach jeder

Prophylaxec wöchentlichen

Anwendung von

Epcoritamab in

Zyklus 1

* Diphenhydramin * 30-120 Minuten vor(50 mg oral oder jeder wöchentlichenintravenös) oder Anwendung von

Äquivalent Epcoritamab

* Paracetamol(650 bis 1 000 mg oral)

Zyklus 2 Patienten, bei denen Dexamethason (15 mg oral * 30-120 Minuten vorund unter der vorherigen oder intravenös) oder der nächstendanach Dosis ein CRS des Prednisolon (100 mg oral oder Anwendung von

Grads 2 oder 3b intravenös) oder Äquivalent Epcoritamab nachaufgetreten ist * Dexamethason ist das einem CRS-Ereignisbevorzugte des Grads 2 oder 3b

Corticosteroid zur CRS- * und an drei

Prophylaxec aufeinander folgenden

Tagen nach dernächsten Anwendungvon Epcoritamab, bisnach Anwendung von

Epcoritamab kein CRSjeglichen GradesauftrittaDie für die Kombinationspräparate verwendete Prämedikation kann nach Ermessen desbehandelnden Arztes auch als Prämedikation für Epcoritamab dienen, sofern die verabreichten

Dosen mindestens äquivalent sind.b Die Behandlung mit Epcoritamab wird nach einem CRS-Ereignis des Grads 4 dauerhaftabgebrochen.

c Basierend auf der Optimierungsstudie GCT3013-01.

Weitere Informationen zu den jeweiligen Empfehlungen zur Prämedikation sind der Fachinformation zu

Lenalidomid bzw. Rituximab zu entnehmen.

Eine Prophylaxe gegen Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PCP) und Herpes-Virus-Infektionen wirdwährend der Behandlung mit Epcoritamab dringend empfohlen.

Tepkinly sollte nur bei ausreichend hydrierten Patienten angewendet werden.

Es wird dringend empfohlen, dass alle Patienten während Zyklus 1 die folgenden Empfehlungen zur

Flüssigkeitsaufnahme einhalten, sofern dies nicht medizinisch kontraindiziert ist:

* Aufnahme von 2 bis 3 l Flüssigkeit innerhalb 24 Stunden vor jeder Anwendung von

Epcoritamab

* Absetzen blutdrucksenkender Arzneimittel für 24 Stunden vor jeder Anwendung von

Epcoritamab

* Gabe von 500 ml isotonischer intravenöser (IV) Flüssigkeit am Tag der Anwendung von

Epcoritamab vor der Verabreichung; UND

* Aufnahme von 2 bis 3 l Flüssigkeit innerhalb 24 Stunden nach jeder Verabreichung von

Epcoritamab.

Bei Patienten mit erhöhtem Risiko eines klinischen Tumorlysesyndroms (clinical tumour lysissyndrome, CTLS) wird eine Flüssigkeitszufuhr sowie eine vorbeugende Behandlung mit einemharnsäuresenkenden Arzneimittel empfohlen.

Die Patienten sind nach der Behandlung mit Epcoritamab auf Anzeichen und Symptome eines CRSund/oder eines immunzellassoziierten Neurotoxizitätssyndroms (immune effector cell-associatedneurotoxicity syndrome, ICANS) zu überwachen und gemäß den aktuellen Leitlinien zu behandeln. Die

Patienten sind über die Anzeichen und Symptome eines CRS und ICANS aufzuklären und anzuweisen,unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn zu irgendeinem Zeitpunkt Anzeichenoder Symptome eines CRS und ICANS auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

Dosisanpassungen und Behandlung von Nebenwirkungen

Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)

Bei Patienten, die mit Epcoritamab behandelt werden, kann sich ein CRS entwickeln.

Andere Ursachen von Fieber, Hypoxie und Hypotonie sind abzuklären und entsprechend zu behandeln.

Bei Verdacht auf ein CRS sind die Empfehlungen in Tabelle 5 einzuhalten. Patienten, bei denen ein

CRS auftritt, sollten während der nächsten geplanten Epcoritamab-Verabreichung häufiger überwachtwerden.

Tabelle 5 Leitlinie für die CRS-Einstufung und -Behandlung

Grada Empfohlene Therapie Dosisanpassung von

Epcoritamabh

Grad 1 Unterstützende Behandlung, z. B. Epcoritamab bis zum Abklingen

* Fieber mit Antipyretika und intravenöser des CRS aussetzen(Körpertemperatur Flüssigkeitszufuhr≥ 38 °C)

Dexamethasonb kann angewendetwerden

Bei fortgeschrittenem Alter, hoher

Tumorlast, zirkulierenden

Grada Empfohlene Therapie Dosisanpassung von

Epcoritamabh

Tumorzellen, Antipyretika-refraktärem Fieber:

* eine Antizytokintherapiemit Tocilizumabd sollteerwogen werden

Wenn nach 24 Stunden keine

Besserung eintritt, die Gabe von

Tocilizumabd in Erwägung ziehen

Im Fall eines CRS mitgleichzeitigem ICANS siehe

Tabelle 6

Grad 2 Unterstützende Behandlung, z. B. Epcoritamab bis zum Abklingen

* Fieber mit Antipyretika und intravenöser des CRS aussetzen(Körpertemperatur Flüssigkeitszufuhr≥ 38 °C)

Dexamethasonb sollte erwogenund werden

* Hypotonie, die keine Eine Antizytokintherapie mit

Vasopressoren erfordert Tocilizumabd wird empfohlenund/oder Wenn das CRS refraktär gegenüber

Dexamethason und Tocilizumab

* Hypoxie, die eine ist:

Sauerstoffgabe mit * alternativegeringer Durchflussratee Immunsuppressivag undmittels Nasenkanüle Methylprednisolonoder Blow-by erfordert 1 000 mg/Tag intravenössollten verabreicht werden,bis eine klinische

Besserung eintritt

Im Fall eines CRS mitgleichzeitigem ICANS siehe

Tabelle 6

Grad 3 Unterstützende Behandlung, z. B. Epcoritamab bis zum Abklingen

* Fieber mit Antipyretika und intravenöser des CRS aussetzen(Körpertemperatur Flüssigkeitszufuhr≥ 38 °C) Falls ein CRS von Grad 3 länger

Dexamethasonc sollte angewendet als 72 Stunden andauert, sollteund werden Epcoritamab abgesetzt werden.

* Hypotonie, die einen Eine Antizytokintherapie mit Bei mehr als 2 Einzelereignissen

Vasopressor mit oder Tocilizumabd wird empfohlen mit einem CRS von Grad 3, auchohne Vasopressin falls jedes Ereignis innerhalb vonerfordert Wenn das CRS refraktär gegenüber 72 Stunden auf Grad 2 zurückging,

Dexamethason und Tocilizumab sollte Epcoritamab abgesetztund/oder ist: werden.

Grada Empfohlene Therapie Dosisanpassung von

Epcoritamabh

* Hypoxie, die eine * alternative

Sauerstoffgabe mit Immunsuppressivag undhoher Durchflussratef Methylprednisolonmittels Nasenkanüle, 1 000 mg/Tag intravenös

Gesichtsmaske, Non- sollten verabreicht werden,

Rebreather-Maske oder bis eine klinische

Venturi-Maske Besserung eintritterfordert

Im Fall eines CRS mitgleichzeitigem ICANS siehe

Tabelle 6

Grad 4 Unterstützende Behandlung, z. B. Epcoritamab dauerhaft absetzen

* Fieber mit Antipyretika und intravenöser(Körpertemperatur Flüssigkeitszufuhr≥ 38 °C)

Dexamethasonc sollte angewendetund werden

* Hypotonie, die Eine Antizytokintherapie mit≥ 2 Vasopressoren Tocilizumabd wird empfohlenerfordert(ausgenommen Wenn das CRS refraktär gegenüber

Vasopressin) Dexamethason und Tocilizumabist:

und/oder * alternative

Immunsuppressivag und

* Hypoxie, die eine Methylprednisolon

Überdruckbeatmung 1 000 mg/Tag intravenöserfordert (z. B. CPAP, sollten verabreicht werden,

BiPAP, Intubation und bis eine klinischemechanische Besserung eintritt

Beatmung)

Im Fall eines CRS mitgleichzeitigem ICANS siehe

Tabelle 6a CRS-Einstufung gemäß ASTCT-Konsensuskriterienb Dexamethason sollte in einer Dosis von 10-20 mg pro Tag (oder Äquivalent) angewendet werden.c Dexamethason sollte in einer Dosis von 10-20 mg intravenös alle 6 Stunden verabreicht werden.d Tocilizumab 8 mg/kg intravenös über 1 Stunde (maximal 800 mg pro Dosis). Bei Bedarf erneute

Gabe von Tocilizumab nach frühestens 8 Stunden. Maximal 2 Dosen in 24 Stundene Sauerstoffgabe mit geringer Durchflussrate ist definiert als Sauerstoffgabe mit einer Durchflussratevon ≤ 6 l/Minute.f Sauerstoffgabe mit hoher Durchflussrate ist definiert als Sauerstoffgabe mit einer Durchflussratevon ≥ 6 l/Minute.g Riegler L et al. (2019)hWenn Epcoritamab in Kombination zur Behandlung von rezidivierendem oder refraktärem FLverabreicht wird, ist das Aussetzen von Lenalidomid bis zum Abklingen des Ereignisses in

Erwägung zu ziehen.

Immunzellassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)

Die Patienten sind auf Anzeichen und Symptome eines ICANS zu überwachen. Andere Ursachen vonneurologischen Symptomen müssen ausgeschlossen werden. Bei Verdacht auf ein ICANS sind die

Empfehlungen in Tabelle 6 einzuhalten.

Tabelle 6 Leitlinie für die ICANS-Einstufung und -Behandlung

Grada Empfohlene Therapie Dosisanpassung von

Epcoritamabg

Grad 1a Behandlung mit Dexamethasonc Epcoritamab bis zum Abklingendes Ereignisses aussetzen

ICE-Scoreb 7-9a Bis zum Abklingen des ICANSoder nicht sedierende Antikonvulsivaeingetrübtes in Erwägung ziehen (z. B.

Bewusstseina: spontan Levetiracetam)erweckbar

Kein gleichzeitiges CRS:

* Antizytokintherapie nichtempfohlen

ICANS mit gleichzeitigem CRS:

* Behandlung mit

Dexamethasonc

* Alternativeimmunsupprimierende

Therapied anstelle von

Tocilizumab wählen,wenn möglich

Grad 2a Behandlung mit Dexamethasone Epcoritamab bis zum Abklingendes Ereignisses aussetzen

ICE-Scoreb 3-6 Bis zum Abklingen des ICANSoder nicht sedierende Antikonvulsivaeingetrübtes in Erwägung ziehen (z. B.

Bewusstseina: durch Levetiracetam)

Ansprache erweckbar

Kein gleichzeitiges CRS:

* Antizytokintherapie nichtempfohlen

ICANS mit gleichzeitigem CRS:

* Behandlung mit

Dexamethasone

* Alternativeimmunsupprimierende

Therapied anstelle von

Tocilizumab wählen,wenn möglich

Grad 3a Behandlung mit Dexamethasonf Epcoritamab dauerhaft absetzen

* Bei fehlendem

ICE-Scoreb 0-2 Ansprechenoder Methylprednisoloneingetrübtes 1 000 mg/Tag einleiten

Bewusstseina: nur durch Bis zum Abklingen des ICANStaktile Reize erweckbar, nicht sedierende Antikonvulsiva

Grada Empfohlene Therapie Dosisanpassung von

Epcoritamabgin Erwägung ziehen (z. B.oder Levetiracetam)

Krampfanfällea, Kein gleichzeitiges CRS:entweder: * Antizytokintherapie nicht

* fokale oder empfohlengeneralisierteklinische ICANS mit gleichzeitigem CRS:

Krampfanfälle, die * Behandlung mitrasch abklingen, Dexamethasonfodero Bei fehlendem

* nicht konvulsive Ansprechen

Krampfanfälle im

Methylprednisolo

Elektroenzephalogran 1 000 mg/Tagmm (EEG), die nacheinleiten

Intervention

* Alternativeabklingen,immunsupprimierendeoder Therapied anstelle von

Tocilizumab wählen,erhöhter intrakranieller wenn möglich

Druck: fokales/lokales

Ödema in der

Neurobildgebungb

Grad 4a Behandlung mit Dexamethasonf Epcoritamab dauerhaft absetzen

* Bei fehlendem

ICE-Scorea, b 0 Ansprechenoder Methylprednisoloneingetrübtes 1 000 mg/Tag einleiten

Bewusstseina, entweder:

* Patient ist nicht oder Bis zum Abklingen des ICANSnur durch kräftige nicht sedierende Antikonvulsivaoder repetitive in Erwägung ziehen (z. B.taktile Reize Levetiracetam)erweckbaroder Kein gleichzeitiges CRS:

* Stupor oder Koma * Antizytokintherapie nichtempfohlenoder

ICANS mit gleichzeitigem CRS:

Krampfanfällea,

* Behandlung mitentweder:

Dexamethasonf

* lebensbedrohlichero Bei fehlendemlängerer

Ansprechen

Krampfanfall(> 5 Minuten) Methylprednisolooder n 1 000 mg/Tag

* repetitive klinische einleitenoder elektrische * Alternative

Krampfanfälle ohne immunsupprimierendezwischenzeitliche Therapied anstelle von

Tocilizumab wählen,wenn möglich

Grada Empfohlene Therapie Dosisanpassung von

Epcoritamabg

Rückkehr zur

Baselineoder

Motorische Befundea:

* tiefe fokalemotorische

Schwäche wie

Hemiparese oder

Parapareseodererhöhter intrakranieller

Druck/zerebrales

Ödema, mit

Anzeichen/Symptomenwie:

* diffuses zerebrales

Ödem in der

Neurobildgebungoder

* Dezerebrations-oder

Dekortikationshaltungoder

* Lähmung des VI.

Hirnnervsoder

* Papillenödem oder

* Cushing-Triadea ICANS-Einstufung gemäß konsentiertem ICANS-Grading-System der ASTCT. Der ICANS-Gradwird durch das schwerste Ereignis bestimmt (ICE-Score, Bewusstseinslage, Krampfanfälle,motorische Befunde, erhöhter intrakranieller Druck/zerebrales Ödem), das nicht auf andere

Ursachen zurückzuführen ist.b Wenn der Patient erweckbar und in der Lage ist, die Beurteilung hinsichtlich einer

Immuneffektorzell-assoziierten Enzephalopathie (immune effector cell-associated encephalopathy,

ICE) zu absolvieren, Folgendes beurteilen: Orientierung (bezüglich Jahr, Monat, Stadt,

Krankenhaus = 4 Punkte); Benennen (3 Gegenstände benennen, z. B. auf Uhr, Stift, Knopfzeigen = 3 Punkte); Befolgen von Anweisungen (z. B. 'Zeigen Sie mir 2 Finger“ oder 'Schließen

Sie die Augen und strecken Sie die Zunge heraus“ = 1 Punkt); Schreiben (Fähigkeit, einen

Standardsatz zu schreiben = 1 Punkt); Aufmerksamkeit (von 100 in Zehnerschritten rückwärtszählen = 1 Punkt). Wenn der Patient nicht erweckbar und nicht fähig ist, die ICE-Beurteilung zuabsolvieren (ICANS-Grad 4): 0 Punkte.c Dexamethason sollte in einer Dosis von 10 mg intravenös alle 12 Stunden verabreicht werden.d Alternativen sind Anakinra oder Siltuximab. Riegler L et al. (2019)e Dexamethason 10-20 mg intravenös alle 12 Stundenf Dexamethason 10-20 mg intravenös alle 6 Stundeng Wenn Epcoritamab in Kombination zur Behandlung von rezidivierendem oder refraktärem FLverabreicht wird, ist das Aussetzen von Lenalidomid bis zum Abklingen des Ereignisses in

Erwägung zu ziehen.

Tabelle 7 Empfohlene Dosisanpassungen bei anderen Nebenwirkungen

Nebenwirkung1 Schweregrad1 Vorgehen

Infektionen (siehe Abschnitt Grad 1-4 * Behandlung mit4.4) Epcoritamab bei Patientenmit aktiver Infektionaussetzen, bis die Infektionabgeklungen ist

* bei Grad 4 ein dauerhaftes

Absetzen von Epcoritamabin Betracht ziehen

Neutropenie oder febrile absolute Neutrophilenzahl Behandlung mit Epcoritamab

Neutropenie (siehe Abschnitt (ANC) von < 0,5 x 109/l aussetzen, bis die ANC4.8) ≥ 0,5 x 109/l beträgt

Thrombozytopenie (siehe Thrombozytenzahl von Behandlung mit Epcoritamab

Abschnitt 4.8.) < 50 x 109/l aussetzen, bis die

Thrombozytenzahl ≥ 50 x 109/lbeträgtandere Nebenwirkungen (siehe Grad 3 oder höher Behandlung mit Epcoritamab

Abschnitt 4.8) aussetzen, bis die Toxizität auf

Grad 1 oder den Ausgangswertzurückgegangen ist1 gemäß National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse Events (NCI

CTCAE), Version 5.0

Im Falle von febriler Neutropenie und rekurrenter Neutropenie Grad ≥ 3 ist die Gabe eines

Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktors (G-CSF) in Betracht zu ziehen. Spezifische

Anweisungen zu Dosisanpassungen bei Neutropenie sind der Fachinformation zu Lenalidomid zuentnehmen. Empfehlungen zur Bestimmung der Immunglobulinspiegel sind der Fachinformation zu

Rituximab zu entnehmen.

Versäumte oder verzögerte Anwendung

Diffuses großzelliges B‑Zell-Lymphom

Ein erneuter Initialzyklus (identisch mit Zyklus 1 mit Standard-CRS-Prophylaxe) ist erforderlich:

* wenn zwischen der Initialdosis (0,16 mg) und der Zwischendosis (0,8 mg) mehr als 8 Tagevergangen sind oder

* wenn zwischen der Zwischendosis (0,8 mg) und der ersten vollen Dosis (48 mg) mehr als14 Tage vergangen sind oder

* wenn zwischen den vollen Dosen (48 mg) mehr als 6 Wochen vergangen sind.

Nach dem erneuten Initialzyklus sollte der Patient die Behandlung an Tag 1 des nächsten geplanten

Behandlungszyklus fortsetzen (nach dem Zyklus, in dem die verzögerte Anwendung stattfand).

Follikuläres Lymphom

Ein erneuter Initialzyklus (identisch mit Zyklus 1 mit Standard-CRS-Prophylaxe) ist erforderlich:

* wenn zwischen der Initialdosis (0,16 mg) und der Zwischendosis (0,8 mg) mehr als 8 Tagevergangen sind oder

* wenn zwischen der Zwischendosis (0,8 mg) und der zweiten Zwischendosis (3 mg) mehr als8 Tage vergangen sind oder

* wenn zwischen der zweiten Zwischendosis (3 mg) und der ersten vollen Dosis (48 mg) mehr als14 Tage vergangen sind oder

* wenn zwischen zwei vollen Dosen (48 mg) mehr als 6 Wochen vergangen sind.

Nach dem erneuten Initialzyklus sollte der Patient die Behandlung an Tag 1 des nächsten geplanten

Behandlungszyklus fortsetzen (nach dem Zyklus, in dem die verzögerte Anwendung stattfand).

Besondere Patientengruppen
Niereninsuffizienz

Eine Dosisanpassung wird bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz nicht fürerforderlich gehalten. Epcoritamab wurde bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz bis hin zurterminalen Niereninsuffizienz nicht untersucht. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz bis hinzur terminalen Niereninsuffizienz können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden (siehe

Abschnitt 5.2).

Leberinsuffizienz

Eine Dosisanpassung wird bei Patienten mit leichter Leberinsuffizienz nicht für erforderlich gehalten.

Epcoritamab wurde bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (definiert als Gesamtbilirubin > 3‐

Faches der oberen Normgrenze (upper limit of normal, ULN) und jeglicher AST‐Wert) nicht untersucht,und es liegen nur begrenzte Daten von Patienten mit mittelschwerer Leberinsuffizienz (definiert als

Gesamtbilirubin > 1,5‐ bis 3‐Faches der ULN und jeglicher AST‐Wert) vor. Bei Patienten mitmittelschwerer bis schwerer Leberinsuffizienz können keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden(siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Bei Patienten ≥ 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tepkinly bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Tepkinly wird subkutan angewendet. Es wird ausschließlich als subkutane Injektion verabreicht,vorzugsweise in den unteren Bauchbereich oder in den Oberschenkel. Ein Wechsel der Injektionsstellevon links nach rechts oder umgekehrt wird empfohlen, insbesondere während des wöchentlichen

Anwendungsschemas (d. h. Zyklus 1-3).

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS)

Bei Patienten, die Epcoritamab erhielten, sind Fälle eines CRS, das lebensbedrohlich oder tödlich seinkann, aufgetreten. Zu den häufigsten Anzeichen und Symptomen eines CRS zählen Fieber, Hypotonieund Hypoxie. Weitere Anzeichen und Symptome eines CRS, die bei mehr als 2 Patienten beobachtetwurden, umfassten Schüttelfrost, Tachykardie, Kopfschmerzen und Dyspnoe.

Die meisten CRS‐Ereignisse traten in Zyklus 1 auf und standen mit der ersten vollen Dosis von

Epcoritamab in Zusammenhang. Zur Minderung des CRS-Risikos sind prophylaktisch Corticosteroidezu verabreichen (siehe Abschnitt 4.2).

Die Patienten müssen nach der Behandlung mit Epcoritamab auf Anzeichen und Symptome eines CRSüberwacht werden.

Bei den ersten Anzeichen oder Symptomen eines CRS ist eine unterstützende Behandlung mit

Tocilizumab und/oder Corticosteroiden wie erforderlich einzuleiten (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 5).

Die Patienten müssen über die Anzeichen und Symptome eines CRS aufgeklärt und angewiesenwerden, ihren Arzt zu kontaktieren und unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wennzu irgendeinem Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome eines CRS auftreten. Die Behandlung des CRSkann je nach Schwere des CRS entweder eine vorübergehende Verzögerung oder ein Absetzen von

Epcoritamab erforderlich machen (siehe Abschnitt 4.2).

Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)

Bei Patienten, die Epcoritamab erhielten, wurde über hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH),einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang, berichtet. HLH ist ein lebensbedrohliches Syndrom, dasdurch Fieber, Hautausschlag, Lymphadenopathie, Hepato- und/oder Splenomegalie und Zytopeniengekennzeichnet ist. HLH sollte in Betracht gezogen werden, wenn das Auftreten eines Zytokin-Release-

Syndroms (CRS) atypisch oder langanhaltend ist. Die Patienten sind auf klinische Anzeichen und

Symptome einer HLH zu überwachen. Bei Verdacht auf HLH muss die Behandlung mit Epcoritamabfür eine diagnostische Abklärung unterbrochen und die Behandlung der HLH eingeleitet werden. Wenn

HLH bestätigt wird, muss Tepkinly abgesetzt werden.

Immunzellassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)

Bei Patienten, die Epcoritamab erhielten, traten Fälle eines ICANS auf, einschließlich tödlicher

Ereignisse. Ein ICANS kann sich in Form von Aphasie, Bewusstseinsstörungen, kognitiven

Beeinträchtigungen, motorischer Schwäche, Krampfanfällen und zerebralen Ödemen äußern.

Die meisten ICANS-Fälle traten innerhalb von Zyklus 1 der Behandlung mit Epcoritamab auf, einigejedoch mit verzögertem Beginn.

Die Patienten müssen nach der Behandlung mit Epcoritamab auf Anzeichen und Symptome eines

ICANS überwacht werden.

Bei den ersten Anzeichen oder Symptomen eines ICANS ist eine Behandlung mit Corticosteroiden undnicht sedierenden Antikonvulsiva wie erforderlich einzuleiten (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 6). Die

Patienten müssen über die Anzeichen und Symptome eines ICANS sowie über das möglicherweiseverzögerte Einsetzen der Ereignisse informiert werden. Die Patienten sind anzuweisen, sich mit ihrem

Arzt in Verbindung zu setzen und unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn zuirgendeinem Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome eines ICANS auftreten. Die Behandlung mit

Epcoritamab ist wie empfohlen entweder aufzuschieben oder abzusetzen (siehe Abschnitt 4.2).

Schwerwiegende Infektionen

Die Behandlung mit Epcoritamab kann das Infektionsrisiko erhöhen. In klinischen Studien wurden beimit Epcoritamab behandelten Patienten schwere oder tödliche Infektionen beobachtet (siehe

Abschnitt 4.8).

Die Anwendung von Epcoritamab bei Patienten mit klinisch bedeutsamen aktiven systemischen

Infektionen ist zu vermeiden.

Gegebenenfalls sind vor und während der Behandlung mit Epcoritamab prophylaktische

Antimikrobiotika zu verabreichen (siehe Abschnitt 4.2). Die Patienten sind vor und nach der

Anwendung von Epcoritamab auf Anzeichen und Symptome einer Infektion zu überwachen undentsprechend zu behandeln. Im Fall einer febrilen Neutropenie sollten die Patienten auf eine Infektionuntersucht und entsprechend den lokalen Leitlinien mit Antibiotika, Flüssigkeitszufuhr und sonstigenunterstützenden Maßnahmen behandelt werden.

Auch Hypogammaglobulinämie wurde bei Patienten berichtet, die Epcoritamab erhielten (siehe

Abschnitt 4.8). Die Immunglobulinspiegel (Ig-Spiegel) sollten vor und während der Behandlungüberwacht werden. Die Patienten sollten gemäß den lokalen institutionellen Leitlinien behandeltwerden, die Infektionsschutzmaßnahmen und antimikrobielle Prophylaxe einschließen.

Fälle von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML), einschließlich tödlicher Fälle, wurdenbei Patienten berichtet, die mit Epcoritamab behandelt wurden und zuvor andere immunsuppressive

Arzneimittel erhalten hatten. Wenn während der Epcoritamab-Therapie neurologische Symptomeauftreten, die auf PML hinweisen, sollte die Behandlung mit Epcoritamab abgebrochen und geeignetediagnostische Maßnahmen eingeleitet werden.

Tumorlysesyndrom (TLS)

TLS wurde bei Patienten, die Epcoritamab erhielten, beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Es wirdempfohlen, dass Patienten mit einem erhöhten Risiko für ein TLS Flüssigkeit und eine prophylaktische

Behandlung mit harnsäuresenkenden Arzneimitteln erhalten. Die Patienten sollten auf Anzeichen und

Symptome eines TLS hin überwacht werden, insbesondere Patienten mit hoher Tumorlast oder schnellproliferierenden Tumoren und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Die laborchemischen

Blutwerte sollten überwacht und Auffälligkeiten umgehend behandelt werden.

Tumor-Flare-Reaktion

Bei Patienten, die mit Epcoritamab behandelt wurden, wurde über eine Tumor-Flare-Reaktion berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Zu den Symptomen können lokale Schmerzen und Schwellungen gehören. In

Übereinstimmung mit dem Wirkmechanismus von Epcoritamab ist eine Tumor-Flare-Reaktionwahrscheinlich auf den Einstrom von T-Zellen in die Tumorgebiete nach der Verabreichung von

Epcoritamab zurückzuführen.

Es wurden keine spezifischen Risikofaktoren für eine Tumor-Flare-Reaktion identifiziert. Bei Patientenmit voluminösen Tumoren, die sich in unmittelbarer Nähe der Atemwege und/oder eineslebenswichtigen Organs befinden, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko einer Beeinträchtigung und

Morbidität aufgrund eines Masseneffekts als Folge eines Tumor Flare. Mit Epcoritamab behandelte

Patienten sollten überwacht und auf Tumor-Flare-Reaktionen an kritischen Körperstellen untersuchtwerden.

CD20-negative Erkrankung

Zu Patienten mit CD20-negativem DLBCL und Patienten mit CD20-negativem FL, die mit

Epcoritamab behandelt wurden, liegen nur begrenzte Daten vor, und es ist möglich, dass Patienten mit

CD20-negativem DLBCL und Patienten mit CD20-negativem FL im Vergleich zu Patienten mit CD20-positivem DLBCL bzw. Patienten mit CD20-positivem FL einen geringeren Nutzen haben. Diepotenziellen Risiken und Vorteile einer Behandlung von Patienten mit CD20-negativem DLBCL und

FL mit Epcoritamab sollten abgewogen werden.

Patientenkarte

Der Arzt muss den Patienten über das Risiko eines CRS und ICANS sowie über alle Anzeichen und

Symptome von CRS und ICANS informieren. Die Patienten müssen angewiesen werden, sofortärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn bei ihnen Anzeichen und Symptome von CRS und/oder

ICANS auftreten. Den Patienten ist eine Patientenkarte auszuhändigen und sie sollten angewiesenwerden, die Karte jederzeit bei sich zu haben. Diese Karte beschreibt die Symptome von CRS und

ICANS, die, falls sie auftreten, den Patienten veranlassen sollten, sofort einen Arzt aufzusuchen.

Immunisierung

Lebendimpfstoffe und/oder attenuierte Lebendimpfstoffe dürfen während der Behandlung mit

Epcoritamab nicht verabreicht werden. Es wurden keine Studien bei Patienten durchgeführt, die

Lebendimpfstoffe erhalten haben.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.

Dieses Arzneimittel enthält 28,8 mg Sorbitol pro Durchstechflasche entsprechend 27,33 mg/ml.

Dieses Arzneimittel enthält 0,42 mg Polysorbat 80 pro Durchstechflasche entsprechend 0,4 mg/ml.

Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Die vorübergehende Erhöhung bestimmter proinflammatorischer Zytokine durch Epcoritamab kann die

Aktivitäten der CYP450‐Enzyme unterdrücken. Wenn bei Patienten, die mit CYP450-Substraten mitenger therapeutischer Breite behandelt werden, eine Therapie mit Epcoritamab eingeleitet wird, sollteein therapeutisches Monitoring erwogen werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter sind anzuweisen, während der Behandlung und für mindestens 4 Monatenach der letzten Anwendung von Epcoritamab eine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden. Vor

Beginn der Behandlung mit Epcoritamab ist der Schwangerschaftsstatus bei Frauen im gebärfähigen

Alter zu überprüfen.

Schwangerschaft

Aufgrund seines Wirkmechanismus könnte Epcoritamab bei Anwendung in der Schwangerschaft eine

Schädigung des Fötus hervorrufen, darunter B‐Zell-Lymphozytopenie und Veränderungen der normalen

Immunantwort. Es liegen keine Daten zur Anwendung von Epcoritamab bei Schwangeren vor. Mit

Epcoritamab wurden keine tierexperimentellen Reproduktionsstudien durchgeführt. IgG1-Antikörperwie Epcoritamab können die Plazenta passieren und so zu einer Exposition des Fötus führen.

Schwangere sind über das potenzielle Risiko für den Fötus zu informieren.

Epcoritamab wird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine

Empfängnisverhütung praktizieren, nicht empfohlen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Epcoritamab in die Muttermilch übergeht oder Auswirkungen auf die

Milchbildung hat. Da IgGs bekanntermaßen in der Muttermilch vorhanden sind, kann das Neugeboreneüber die Muttermilch mit Epcoritamab in Berührung kommen. Während der Behandlung und fürmindestens 4 Monate nach der letzten Anwendung von Epcoritamab sollte nicht gestillt werden.

Fertilität

Mit Epcoritamab wurden keine Studien zur Fertilität durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3). Die

Auswirkungen von Epcoritamab auf die Fertilität von Männern und Frauen sind nicht bekannt.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Epcoritamab hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Aufgrund der Möglichkeit eines ICANS besteht bei Patienten, die Epcoritamab erhalten,das Risiko eines veränderten Bewusstseinsgrades (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten sind darauf hinzuweisen, beim Autofahren, Radfahren oder Bedienen von schweren oderpotenziell gefährlichen Maschinen Vorsicht walten zu lassen (bzw. im Fall von Symptomen auf diese

Tätigkeiten zu verzichten).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Epcoritamab-Monotherapie

Die Sicherheit von Epcoritamab wurde in der nicht randomisierten einarmigen Studie GCT3013-01 bei382 Patienten mit einem rezidivierenden oder refraktärem großzelligen B-Zell-Lymphom (N = 167),follikulären Lymphom (N = 129) und follikulären Lymphom (dreistufiges Aufdosierungsschema

N = 86) nach mindestens 2 Linien einer systemischen Therapie untersucht. Berücksichtigt wurden alle

Patienten, die in die 48-mg-Gruppe aufgenommen wurden und mindestens eine Dosis Epcoritamaberhielten.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden während klinischer Studien und nach Markteinführung von

Epcoritamab berichtet.

Die Dauer der Behandlung mit Epcoritamab betrug im Median 4,9 Monate (Spannweite: < 1-30 Monate).

Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 20 %) waren CRS, Reaktionen an der Injektionsstelle,

Ermüdung/Fatigue, virale Infektionen, Neutropenie, Schmerzen des Bewegungsapparates, Fieber und

Diarrhö.

Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei 50 % der Patienten auf. Die häufigste schwerwiegende

Nebenwirkung (≥ 10 %) war CRS (34 %). Bei 14 Patienten (3,7 %) kam es zu einer tödlichen

Nebenwirkung (Pneumonie bei 9 Patienten (2,4 %), virale Infektionen bei 4 Patienten (1,0 %) und

ICANS bei 1 Patienten (0,3 %)).

Nebenwirkungen, die zum Behandlungsabbruch führten, traten bei 6,8 % der Patienten auf. Die

Behandlung mit Epcoritamab wurde bei 14 (3,7 %) Patienten aufgrund einer Pneumonie, bei 8 Patienten(2,1 %) aufgrund einer viralen Infektion, bei 2 (0,5 %) Patienten aufgrund von Ermüdung/Fatigue undbei jeweils 1 (0,3 %) Patienten aufgrund eines CRS, ICANS oder Diarrhö abgebrochen.

Bei 42 % der Patienten wurde die Anwendung aufgrund von Nebenwirkungen aufgeschoben.

Nebenwirkungen, die zu einer Verzögerung der Anwendung (≥ 3 %) führten, waren virale Infektionen(17 %), CRS (11 %), Neutropenie (5,2 %), Pneumonie (4,7 %), Infektion der oberen Atemwege (4,2 %)und Fieber (3,7 %).

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

Die Sicherheit von Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab wurde in der Studie

M20-638 untersucht. Hierbei handelte es sich um eine offene, randomisierte, multizentrische Studie, indie Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL) nach einer vorherigen

Therapielinie aufgenommen wurden. Die Patienten erhielten Epcoritamab in Kombination mit

Lenalidomid und Rituximab (N = 243) oder Lenalidomid und Rituximab allein (N = 238).

Mit Ausnahme von CRS und ICANS stellen die nachfolgend und in Tabelle 9 aufgeführten

Sicherheitsergebnisse den gesamten Sicherheitsdatensatz von 243 Patienten dar, die Epcoritamab gemäßdem zweistufigen oder empfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema in Kombination mit

Lenalidomid und Rituximab erhielten. Die für CRS und ICANS aufgeführten Daten beziehen sich aufdie 133 Patienten, die Epcoritamab gemäß dem empfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema in

Kombination mit Lenalidomid und Rituximab erhielten.

Empfohlenes dreistufiges Aufdosierungsschema

In der Studie M20-638 trat ein CRS jeglichen Grads bei 26 % (35/133) der Patienten auf, die mit

Epcoritamab nach dem empfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema in Kombination mit

Lenalidomid und Rituximab behandelt wurden.

Schwerwiegende Nebenwirkungen aufgrund eines CRS traten bei 12 % der Patienten auf, die

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab erhielten. Bei 11 % der Patienten kam esaufgrund von CRS zu Dosisverzögerungen (Unterbrechungen) von Epcoritamab. Ein ICANS trat bei0,8 % der Patienten auf, wobei es sich um ein einzelnes Ereignis des Grads 1 handelte.

Gesamt-Sicherheitsdatensatz

Bei den 243 Patienten, die Epcoritamab nach dem zweistufigen Aufdosierungsschema oder demempfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema in Kombination mit Lenalidomid und Rituximaberhielten, waren die häufigsten (≥ 20 %) Nebenwirkungen Neutropenie, Ausschlag, Infektionen deroberen Atemwege, Ermüdung/Fatigue, Diarrhö, Reaktionen an der Injektionsstelle, Anämie,

Obstipation, Thrombozytopenie, CRS, Hypogammaglobulinämie, COVID-19, Fieber und Pneumonie.

Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei 44 % der Patienten auf, die Epcoritamab in Kombinationmit Lenalidomid und Rituximab erhielten. Schwerwiegende Nebenwirkungen, die bei ≥ 5 % der

Patienten auftraten, waren CRS, Pneumonie, COVID-19 und febrile Neutropenie.

Zum dauerhaften Absetzen von Epcoritamab aufgrund einer Nebenwirkung kam es bei 6,6 % der

Patienten, die Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab erhielten.

Nebenwirkungen, die bei mehr als 1 Patienten zum dauerhaften Abbruch der Behandlung mit

Epcoritamab führten, waren Pneumonie, COVID-19, Infektionen der oberen Atemwege und

Neutropenie.

Bei 70 % der Patienten, die Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab erhielten,kam es aufgrund einer Nebenwirkung zu einer Verzögerung der Anwendung von Epcoritamab.

Nebenwirkungen, die bei ≥ 5 % der Patienten zu Dosisverzögerungen von Epcoritamab führten, waren

Neutropenie, Infektionen der oberen Atemwege, COVID-19, Pneumonie, Ausschlag und

Thrombozytopenie.
Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die unter Behandlung mit Epcoritamab auftraten, sind in Tabelle 8 aufgeführt.

Nebenwirkungen, die unter Behandlung mit Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und

Rituximab auftraten, sind in Tabelle 9 aufgeführt.

Die Nebenwirkungen von Epcoritamab aus klinischen Studien (Tabelle 8 und Tabelle 9) sind nach

MedDRA-Systemorganklasse aufgeführt und anhand folgender Konvention gegliedert: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000) undsehr selten (< 1/10 000).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.

Tabelle 8 Nebenwirkungen bei Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem LBCL oder FL,die mit Epcoritamab behandelt wurden

Systemorganklasse/bevorzugter Alle Grade Grad 3-4

Begriff oder Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre Erkrankungenvirale Infektiona sehr häufig häufig

Pneumonieb sehr häufig häufig

Infektion der oberen Atemwegec sehr häufig häufig

Pilzinfektionend häufig

Sepsise häufig häufig

Zellulitis häufig häufig

Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Tumor-Flare-Reaktion häufig

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Neutropenief sehr häufig sehr häufig

Anämieg sehr häufig häufig

Thrombozytopenieh sehr häufig häufig

Lymphopeniei sehr häufig häufigfebrile Neutropenie häufig häufig

Hämophagozytische gelegentlich selten

Lymphohistiozytosej

Erkrankungen des Immunsystems

Zytokinfreisetzungssyndromj sehr häufig häufig

Hypogammaglobulinämie sehr häufig gelegentlich

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungenverminderter Appetit sehr häufig gelegentlich

Hypokaliämie häufig häufig

Hypophosphatämie häufig häufig

Hypomagnesiämie häufig gelegentlich

Tumorlysesyndromk häufig gelegentlich

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen sehr häufig gelegentlich

Immunzellassoziiertes häufig gelegentlich

Neurotoxizitätssyndromj

Herzerkrankungen

Herzrhythmusstörungenl häufig gelegentlich

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Pleuraerguss häufig häufig

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Diarrhö sehr häufig gelegentlich

Abdominalschmerzenm sehr häufig häufig

Übelkeit sehr häufig gelegentlich

Erbrechen häufig gelegentlich

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Ausschlagn sehr häufig

Pruritus häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Schmerzen des sehr häufig häufig

Bewegungsapparateso

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Reaktionen an der sehr häufig

Injektionsstellep

Ermüdung/Fatigueq sehr häufig häufig

Fieberr sehr häufig häufig

Ödems sehr häufig häufig

Untersuchungen

Alaninaminotransferase erhöht häufig häufig

Aspartataminotransferase erhöht häufig häufig

Kreatininwert im Blut erhöht häufig

Natriumgehalt im Blut vermindertt häufig gelegentlich

Alkalische Phosphatase erhöht häufig

Unerwünschte Ereignisse wurden anhand NCI CTCAE Version 5.0 eingestuft.a Virusinfektion umfasst COVID-19, Cytomegalievirus-Chorioretinitis, Cytomegalievirus-Colitis,

Cytomegalievirus-Infektion, Reaktivierung einer Cytomegalievirus-Infektion, virale Gastroenteritis,

Herpes simplex, Herpes-simplex-Reaktivierung, Herpesvirus-Infektion, Herpes zoster, oralen

Herpes, postakutes COVID-19-Syndrom und Varicella-Zoster-Virusinfektion.b Pneumonie umfasst COVID-19-Pneumonie und Pneumonie.c Infektion der oberen Atemwege umfasst Laryngitis, Pharyngitis, Infektion mit dem

Respiratorischen Synzytial-Virus, Rhinitis, Rhinovirusinfektion und Infektion der oberen Atemwege.d Pilzinfektionen umfasst Candida-Infektionen, Ösophagus-Candidiasis, orale Candidiasis undoropharyngeale Candidiasis.e Sepsis umfasst Bakteriämie, Sepsis und septischen Schock.f Neutropenie umfasst Neutropenie und verringerte Neutrophilenzahl.g Anämie umfasst Anämie und Serumferritin vermindert.h Thrombozytopenie umfasst verminderte Thrombozytenzahl und Thrombozytopenie.i Lymphopenie umfasst verminderte Lymphozytenzahl und Lymphopenie.j Unerwünschte Ereignisse wurden anhand der Konsensuskriterien der American Society for

Transplantation and Cellular Therapy (ASTCT) eingestuft.k Klinisches Tumorlysesyndrom wurde nach Cairo-Bishop eingestuft.l Herzrhythmusstörungen umfasst Bradykardie, Sinusbradykardie, Sinustachykardie,supraventrikuläre Tachykardie und Tachykardie.m Abdominalschmerzen umfasst Bauchbeschwerden, Bauchschmerzen, Unterleibsschmerzen,

Oberbauchschmerzen und Druckempfindlichkeit im Unterleib.n Ausschlag umfasst Ausschlag, erythematösen Ausschlag, makulären Ausschlag, makulopapulösen

Ausschlag, papulösen Ausschlag, juckenden Ausschlag, pustulösen Ausschlag und vesikulären

Ausschlag.o Schmerzen des Bewegungsapparates umfasst Rückenschmerzen, Knochenschmerzen,

Flankenschmerzen, muskuloskelettale Brustschmerzen, muskuloskelettale Schmerzen,

Muskelschmerzen, Nackenschmerzen, nicht kardiale Brustschmerzen, Schmerzen in den

Extremitäten und Rückenschmerzen.

p Reaktionen an der Injektionsstelle umfasst blaue Flecken an der Injektionsstelle, Erythem an der

Injektionsstelle, Hypertrophie der Injektionsstelle, Entzündung an der Injektionsstelle,

Raumforderung an der Injektionsstelle, Knoten an der Injektionsstelle, Ödem an der Injektionsstelle,

Schmerzen an der Injektionsstelle, Pruritus an der Injektionsstelle, Ausschlag an der Injektionsstelle,

Reaktion an der Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle und Urtikaria an der

Injektionsstelle.q Ermüdung/Fatigue umfasst Asthenie, Fatigue und Lethargie.r Fieber umfasst erhöhte Körpertemperatur und Fieber.s Ödem umfasst Gesichtsödeme, generalisierte Ödeme, Ödeme, periphere Ödeme, periphere

Schwellungen, Schwellungen und Schwellung des Gesichts.t Verminderter Natriumgehalt im Blut umfasst verringerten Natriumgehalt im Blut und

Hyponatriämie.

Tabelle 9 Nebenwirkungen bei Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem FL, die mit

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab behandelt wurden

Systemorganklasse/bevorzugter Alle Grade Grad 3-4

Begriff oder Nebenwirkung

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Infektionen der oberen Atemwegea Sehr häufig Häufig

COVID-19b Sehr häufig Häufig#

Pneumoniec Sehr häufig Sehr häufig

Cytomegalievirus-Infektiond Häufig Häufig#

Herpesvirus-Infektione Häufig Gelegentlich#

Pilzinfektionf Häufig Gelegentlich

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Neutropenieg Sehr häufig Sehr häufig

Anämieh Sehr häufig Häufig#

Thrombozytopeniei Sehr häufig Häufig

Lymphopeniej Sehr häufig Sehr häufig

Febrile Neutropenie Häufig Häufig

Erkrankungen des Immunsystems

Zytokinfreisetzungssyndrom‡ Sehr häufig

Hypogammaglobulinämiek Sehr häufig Gelegentlich

Psychiatrische Erkrankungen

Schlaflosigkeit Sehr häufig

Erkrankungen des Nervensystems

Neurologische Veränderungenl Sehr häufig

Kopfschmerzen Sehr häufig

Immunzellassoziiertes Gelegentlich

Neurotoxizitätssyndrom‡

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Diarrhö Sehr häufig Häufig#

Obstipation Sehr häufig Gelegentlich#

Übelkeit Sehr häufig

Mukositism Häufig

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Ausschlagn Sehr häufig Sehr häufig#

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Ermüdung/Fatigueo Sehr häufig Häufig#

Reaktionen an der Injektionsstellep Sehr häufig

Fieber Sehr häufig Gelegentlich#

Untersuchungen

Kaliumgehalt im Blut vermindertq Sehr häufig Häufig#

Alaninaminotransferase erhöht Sehr häufig Häufig#

Aspartataminotransferase erhöht Sehr häufig Häufig#§Nebenwirkungen wurden anhand von CTCAE Version 5.0 eingestuft.‡CRS und ICANS wurden gemäß den ASTCT-Konsensuskriterien eingestuft (Lee et al., 2019).#Es traten nur Nebenwirkungen des Grads 3 auf.aInfektionen der oberen Atemwege umfasst akute Sinusitis, Laryngitis, Nasopharyngitis,

Pharyngitis, Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus, Rhinitis, Rhinovirusinfektion,

Sinusitis und Infektion der oberen Atemwege.bCOVID-19 umfasst COVID-19, COVID-19-Pneumonie, Coronavirus-Infektion und Coronavirus-

Pneumonie.cPneumonie umfasst atypische Pneumonie, bronchopulmonale Aspergillose, Exazerbation der

Bronchiektasie durch Infektion, Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie, Pneumonie, Pneumonie durch

Acinetobacter, Pneumonie durch Bakterien, Pneumonie durch Cytomegalievirus, Pneumonie durch

Pilze, Haemophilus-Pneumonie, grippale Pneumonie, Pneumonie durch Legionella, Pneumoniedurch Mykoplasmen, Pneumonie durch Parainfluenzavirus, Pneumonie durch Pneumokokken,

Pneumonie durch Pseudomonas, Pneumonie durch Respiratory-Syncytial-Virus und virale

Pneumonie.

dCytomegalievirus-Infektion umfasst Cytomegalievirus-Chorioretinitis, Cytomegalievirus-Colitis,

Cytomegalievirus-Infektion, Reaktivierung einer Cytomegalievirus-Infektion und Virämie durch

Cytomegalievirus.eHerpesvirus-Infektion umfasst kongenitale Herpes-simplex-Infektion, Herpes simplex, Herpes-simplex-Reaktivierung, Herpesvirus-Infektion, Herpes zoster, oralen Herpes und Varizella-Zoster-

Virusinfektion.fPilzinfektion umfasst Candida-Infektion, orale Candidose, Haut-Candidose und vulvovaginale

Candidose.gNeutropenie umfasst Neutropenie und verringerte Neutrophilenzahl.hAnämie umfasst Anämie und Serumferritin vermindert.iThrombozytopenie umfasst verminderte Thrombozytenzahl und Thrombozytopenie.jLymphopenie umfasst verminderte Lymphozytenzahl und Lymphopenie.kHypogammaglobulinämie umfasst Immunglobulin G im Blut erniedrigt, Hypogammaglobulinämie,

Hypoglobulinämie und Immunglobuline erniedrigt.lNeurologische Veränderungen umfassen Gleichgewichtsstörung, Gehirnnebel, kognitive Störung,

Verwirrtheitszustand, Aufmerksamkeitsstörung, Dysphonie, essentiellen Tremor, Hypakusis,eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Tremor und Vertigo.mMukositis umfasst aphthöses Ulkus, Mundulzeration, Schleimhautinfektion,

Schleimhautentzündung, Schmerzen im Oropharynx und Stomatitis.nAusschlag umfasst Ausschlag an der Applikationsstelle, Blase, Ausschlag an der Katheterstelle,

Dermatitis, Erythem, Ausschlag, erythematösen Ausschlag, makulären Ausschlag,makulopapulösen Ausschlag, papulösen Ausschlag, juckenden Ausschlag, pustulösen Ausschlag,

Exfoliation der Haut, Hautreaktion, toxischer Hautausschlag und Urtikaria.oErmüdung/Fatigue umfasst Asthenie, Fatigue, Lethargie, Unwohlsein.pReaktionen an der Injektionsstelle umfasst Cellulitis an der Injektionsstelle, Erythem an der

Injektionsstelle, Entzündung an der Injektionsstelle, Knoten an der Injektionsstelle, Schmerzen ander Injektionsstelle, Pruritus an der Injektionsstelle, Reaktion an der Injektionsstelle und

Schwellung an der Injektionsstelle.qVerminderter Kaliumgehalt im Blut umfasst Hypokaliämie.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Zytokinfreisetzungssyndrom

Epcoritamab-Monotherapie

Zweistufiges Aufdosierungsschema (Großzelliges B‑Zell-Lymphom und Follikuläres Lymphom)

In der Studie GCT3013-01 trat ein CRS jeglichen Grads bei 58 % (171/296) der mit Epcoritamab nachdem zweistufigen Aufdosierungsschema behandelten Patienten mit großzelligem B-Zell-Lymphom undfollikulärem Lymphom auf. Die Inzidenz eines CRS des Grads 1 belief sich auf 35 %, des Grads 2 auf21 % und des Grads 3 auf 2,4 % der Patienten. Bei 21 % der Patienten wurde ein rekurrentes CRSbeobachtet. Ein CRS jeglichen Grads trat bei 9,8 % der Patienten nach der Initialdosis (Zyklus 1 Tag 1),bei 13 % nach der Zwischendosis (Zyklus 1 Tag 8), bei 51 % nach der ersten vollen Dosis (Zyklus 1

Tag 15), bei 6,5 % nach der zweiten vollen Dosis (Zyklus 1 Tag 22) und bei 3,7 % nach der drittenvollen Dosis (Zyklus 2 Tag 1) oder später auf. Die mediane Zeit bis zum Auftreten des CRS nach derletzten verabreichten Epcoritamab-Dosis betrug 2 Tage (Spannweite: 1 bis 12 Tage). Die mediane

Dauer bis zum Auftreten des CRS nach der ersten vollen Dosis betrug 19,3 Stunden (Spannweite: < 0,1bis 7 Tage). Das CRS klang bei 99 % der Patienten wieder ab, und die mediane Dauer der CRS‐

Ereignisse lag bei 2 Tagen (Spannweite: 1 bis 54 Tage).

Bei den 171 Patienten, bei denen ein CRS auftrat, waren die häufigsten Anzeichen und Symptome eines

CRS Fieber (99 %), Hypotonie (32 %) und Hypoxie (16 %). Weitere Anzeichen und Symptome eines

CRS, die bei ≥ 3 % der Patienten beobachtet wurden, bestanden in Schüttelfrost (11 %), Tachykardie(einschließlich Sinustachykardie (11 %)), Kopfschmerzen (8,2 %), Übelkeit (4,7 %) und Erbrechen(4,1 %). Bei 4,1 % der Patienten ging das CRS mit vorübergehend erhöhten Leberenzymwerten (ALToder AST > 3 x ULN) einher. Siehe Leitlinie für die Überwachung und Behandlung, siehe

Abschnitte 4.2 und 4.4.

Dreistufiges Aufdosierungsschema (Follikuläres Lymphom)

In der Studie GCT3013-01 trat ein CRS jeglichen Grads bei 49 % (42/86) der mit Epcoritamab nach demfür follikuläres Lymphom empfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema behandelten Patienten auf. Die

Inzidenz eines CRS des Grads 1 belief sich auf 40 %, des Grads 2 auf 9 %. Es wurden keine

CRS-Ereignisse des Grads ≥ 3 berichtet. Bei 23 % der Patienten wurde ein rekurrentes CRS beobachtet.

Die meisten CRS-Ereignisse traten während Zyklus 1 auf, in dem bei 48 % der Patienten ein Ereignisberichtet wurde. In Zyklus 1 trat ein CRS bei 12 % der Patienten nach der Initialdosis (Zyklus 1 Tag 1)auf, bei 5,9 % der Patienten nach der Zwischendosis (Zyklus 1 Tag 8), bei 15 % der Patienten nach derzweiten Zwischendosis (Zyklus 1 Tag 15) und bei 37 % der Patienten nach der ersten vollen Dosis(Zyklus 1 Tag 22). Die mediane Zeit bis zum Auftreten des CRS nach der letzten verabreichten

Epcoritamab-Dosis betrug 59 Stunden (Spannweite: 1 bis 8 Tage). Die mediane Dauer bis zum Auftretendes CRS nach der ersten vollen Dosis betrug 61 Stunden (Spannweite: 1 bis 8 Tage). Das CRS klang bei100 % der Patienten wieder ab, und die mediane Dauer der CRS-Ereignisse lag bei 2 Tagen (Spannweite: 1bis 14 Tage).

Schwerwiegende Nebenwirkungen aufgrund von CRS traten bei 28 % der Patienten auf, die

Epcoritamab erhielten. Bei 19 % der Patienten, die Epcoritamab erhielten, kam es aufgrund von CRS zu

Dosisverzögerungen.

Bei den 42 Patienten, bei denen unter der empfohlenen Dosis ein CRS auftrat, waren die häufigsten(≥ 10 %) Anzeichen und Symptome eines CRS Fieber (100 %) und Hypotonie (14 %). Zusätzlich zur

Anwendung von Corticosteroiden wurde bei 12 % der Patienten Tocilizumab zur Behandlung des

CRS-Ereignisses eingesetzt.

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

In der Studie M20-638 trat ein CRS jeglichen Grads bei 26 % (35/133) der Patienten auf, die mit

Epcoritamab nach dem empfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema in Kombination mit

Lenalidomid und Rituximab behandelt wurden. Die Inzidenz eines CRS des Grads 1 betrug 21 %(28/133) und die des Grads 2 lag bei 5,3 % (7/133). Zum Zeitpunkt der Analyse wurden keine CRS-

Ereignisse des Grads ≥ 3 berichtet. Bei 10 % (13/133) der Patienten wurde ein rekurrentes CRSbeobachtet. Die meisten CRS-Ereignisse (88 %) traten im Verlauf von Zyklus 1 auf. In Zyklus 1 trat ein

CRS bei 6 % (8/133) der Patienten nach der Initialdosis (Zyklus 1 Tag 1) auf, bei 3,8 % (5/133) der

Patienten nach der ersten Zwischendosis (Zyklus 1 Tag 8), bei 2,3 % (3/132) der Patienten nach derzweiten Zwischendosis (Zyklus 1 Tag 15) und bei 19 % (25/132) der Patienten nach der ersten vollen

Dosis (Zyklus 1 Tag 22). Die mediane Zeit bis zum Auftreten des CRS nach der letzten verabreichten

Epcoritamab-Dosis über alle Dosierungen hinweg betrug 78 Stunden (Spannweite: 0,2 bis 12 Tage). Diemediane Dauer bis zum Auftreten des CRS nach der ersten vollen 48-mg-Dosis betrug 41 Stunden(Spannweite: 0,3 bis 12 Tage). Das CRS klang bei 100 % der Patienten wieder ab und die mediane

Dauer der CRS-Ereignisse lag bei 2 Tagen (Spannweite: 0,1 bis 26 Tage).

Immunzellassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom

Epcoritamab-Monotherapie

In der Studie GCT3013-01 trat bei 4,7 % (18/382) der mit Epcoritamab behandelten Patienten ein

ICANS auf; bei 3,1 % handelte es sich um ein ICANS des Grads 1 und bei 1,3 % um ein ICANS des

Grads 2. Bei einem Patienten (0,3 %) kam es zu einem ICANS-Ereignis des Grads 5 (tödlicher Verlauf).

Die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten eines ICANS nach Beginn der Epcoritamab-Behandlung(Zyklus 1 Tag 1) betrug 18 Tage (Spannweite: 8 bis 141 Tage). Das ICANS klang bei 94 % (17/18) der

Patienten unter unterstützender Behandlung ab. Die mediane Zeit bis zum Abklingen des ICANS lag bei2 Tagen (Spannweite: 1 bis 9 Tage). Bei den 18 Patienten mit ICANS setzte das ICANS in 11 % der

Fälle vor dem CRS ein, in 44 % parallel zum CRS, in 17 % nach dem CRS und in 28 % ohne CRS.

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

In der Studie M20-638 trat ein ICANS bei 0,8 % (1/133) der Patienten mit FL auf, die mit Epcoritamabnach dem empfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema in Kombination mit Lenalidomid und

Rituximab behandelt wurden, wobei es sich um ein einzelnes Ereignis des Grads 1 handelte. Das

ICANS trat nach der 48 mg-Dosis an Tag 22 von Zyklus 1 auf und klang innerhalb von 3 Tagen ab.

Schwerwiegende Infektionen

Epcoritamab-Monotherapie

Großzelliges B‑Zell-Lymphom

In der Studie GCT3013-01 wurden bei 25 % (41/167) der mit Epcoritamab behandelten Patienten mitgroßzelligem B‑Zell-Lymphom schwerwiegende Infektionen jeglichen Grads beobachtet. Diehäufigsten schwerwiegenden Infektionen schlossen COVID‐19 (6,6 %), COVID-19-Pneumonie(4,2 %), Pneumonie (3,6 %), Sepsis (2,4 %), Infektion der oberen Atemwege (1,8 %), Bakteriämie(1,2 %) und septischen Schock (1,2 %) ein. Die Zeitspanne von Beginn der Behandlung mit

Epcoritamab (Zyklus 1 Tag 1) bis zum Auftreten der ersten schwerwiegenden Infektion betrug im

Median 56 Tage (Spannweite: 4 bis 631 Tage); die mediane Dauer lag bei 15 Tagen (Spannweite: 4 bis125 Tage). Bei 7 (4,2 %) Patienten traten Infektionen des Grads 5 auf.

Follikuläres Lymphom

In der Studie GCT3013-01 wurden bei 32 % (68/215) der mit Epcoritamab behandelten Patienten mitfollikulärem Lymphom schwerwiegende Infektionen jeglichen Grads beobachtet. Die häufigstenschwerwiegenden Infektionen schlossen COVID-19 (8,8 %), COVID-19-Pneumonie (5,6 %),

Pneumonie (3,7 %), Harnwegsinfektionen (1,9 %) und Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (1,4 %) ein.

Die Zeitspanne von Beginn der Behandlung mit Epcoritamab (Zyklus 1 Tag 1) bis zum Auftreten derersten schwerwiegenden Infektion betrug im Median 81 Tage (Spannweite: 1 bis 636 Tage); diemediane Dauer lag bei 18 Tagen (Spannweite: 4 bis 249 Tage). Infektionen vom Grad 5 traten bei8 (3,7 %) Patienten auf, von denen 6 (2,8 %) auf COVID-19 oder eine COVID-19-Pneumoniezurückzuführen waren.

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

In der Studie M20-638 wurden bei 33 % (81/243) der Patienten mit FL, die mit Epcoritamab in

Kombination mit Lenalidomid und Rituximab behandelt wurden, schwerwiegende Infektionen, darunteropportunistische Infektionen, beobachtet. Die häufigsten schwerwiegenden Infektionen waren

Pneumonie (10 %), COVID-19 (4,5 %) und COVID-19-Pneumonie (3,7 %). Die mediane Zeit vom

Beginn der Behandlung mit Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab (Zyklus 1

Tag 1) bis zum Auftreten der ersten schwerwiegenden Infektion betrug 91 Tage (Spannweite: 2 bis418 Tage); die mediane Dauer betrug 13 Tage (Spannweite: 1 bis 123 Tage).

Neutropenie

Epcoritamab-Monotherapie

In der Studie GCT3013-01 trat eine Neutropenie jeglichen Grads bei 28 % (105/382) der Patienten auf,darunter Ereignisse des Grads 3-4 in 23 % der Fälle. Die Zeitspanne bis zum Auftreten der ersten

Neutropenie/verminderten Neutrophilenzahl betrug im Median 65 Tage (Spannweite: 2 bis 750 Tage);die mediane Dauer lag bei 15 Tagen (Spannweite: 2 bis 415 Tage). Von den 105 Patienten, bei denen eszu einer Neutropenie/verminderten Neutrophilenzahl kam, erhielten 61 % G-CSF zur Behandlung dieser

Ereignisse.

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

In der Studie M20-638 trat eine Neutropenie jeglichen Grads bei 74 % (180/243) der Patienten auf,darunter Ereignisse des Grads 3 bei 27 % (66/243) der Patienten und Ereignisse des Grads 4 bei 42 %(101/243) der Patienten. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der ersten Neutropenie/verminderten

Neutrophilenzahl betrug 57 Tage (Spannweite: 2 bis 377 Tage), und die mediane Dauer betrug 22 Tage(Spannweite: 3 bis 219 Tage). Von den 167 Patienten mit Neutropenie/verminderter Neutrophilenzahldes Grads 3-4 erhielten 87 % (146/167) G-CSF zur Behandlung dieser Ereignisse.

Tumorlysesyndrom

Epcoritamab-Monotherapie

In der Studie GCT3013-01 trat bei 1,0 % (4/382) der Patienten ein TLS auf. Die Zeitspanne bis zum

Einsetzen betrug im Median 18 Tage (Spannweite 8 bis 33 Tage), und die mediane Dauer betrug 3 Tage(Spannweite 2 bis 4 Tage).

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

In der Studie M20-638 trat bei einem (1) Patienten ein Labor-TLS auf. Das Ereignis trat an Tag 10 von

Zyklus 1 auf und klang innerhalb von 6 Tagen ab. Ein klinisches TLS wurde bei Patienten mit FL, diemit Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab behandelt wurden, nicht beobachtet.

Tumor-Flare-Reaktion

Epcoritamab-Monotherapie

In der Studie GCT3013-01 trat bei 1,6 % (6/382) der Patienten eine Tumor-Flare-Reaktion auf, in allen

Fällen Grad 2. Die mediane Zeit bis zum Einsetzen betrug 19,5 Tage (Spannweite 9 bis 34 Tage) unddie mediane Dauer betrug 9 Tage (Spannweite 1 bis 50 Tage).

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

In der Studie M20-638 trat bei 1,2 % (3/243) der Patienten eine Tumor-Flare-Reaktion auf, die bei0,8 % (2/243) der Patienten von Grad 2 und bei 0,4 % (1/243) der Patienten von Grad 3 war. Diemediane Zeit bis zum Einsetzen betrug 8 Tage (Spannweite 7 bis 20 Tage) und die mediane Dauerbetrug 7,5 Tage (Spannweite 3 bis 12 Tage).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Im Fall einer Überdosierung ist der Patient auf Anzeichen und Symptome von Nebenwirkungen zuüberwachen und eine geeignete unterstützende Behandlung einzuleiten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, andere monoklonale Antikörper und

Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FX27

Wirkmechanismus

Epcoritamab ist ein humanisierter bispezifischer IgG1-Antikörper, der an ein spezifischesextrazelluläres Epitop von CD20 auf B-Zellen und an CD3 auf T-Zellen bindet. Die Wirkung von

Epcoritamab beruht auf der gleichzeitigen Einbindung von CD20-exprimierenden Krebszellen und

CD3-exprimierenden endogenen T-Zellen durch Epcoritamab, wodurch eine spezifische T-Zell-

Aktivierung und eine T-Zell-vermittelte Abtötung von CD20-exprimierenden Zellen induziert werden.

Die Fc-Region von Epcoritamab wird ausgeschaltet, um zielunabhängige Immuneffektormechanismenzu verhindern, wie z. B. antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität (antibody-dependent cellularcytotoxicity, ADCC), komplementabhängige zelluläre Zytotoxizität (complement-dependent cellularcytotoxicity, CDC) und antikörperabhängige zelluläre Phagozytose (antibody-dependent cellularphagocytosis, ADCP).

In präklinischen Prüfungen führte die Kombination von Epcoritamab und Rituximab nicht zufunktionellen Beeinträchtigungen und resultierte in komplementärer, durch NK-Zellen vermittelterantikörperabhängiger zellulärer Zytotoxizität (ADCC) sowie T-Zell-vermittelter Zytotoxizität.

Pharmakodynamische Wirkungen

Epcoritamab induzierte einen schnellen und anhaltenden Abbau zirkulierender B-Zellen (definiert als

CD19-B-Zellzahl ≤ 10 Zellen/μl) bei den Patienten mit nachweisbaren B-Zellen zu Behandlungsbeginn.

Bei 21 % der Patienten (N = 33) mit DLBCL und bei 50 % der Patienten (N = 56) mit FL waren zu

Behandlungsbeginn zirkulierende B-Zellen nachweisbar. Eine vorübergehende Verringerungzirkulierender T-Zellen wurde unmittelbar nach jeder Dosis in Zyklus 1 beobachtet, gefolgt von einer T-

Zell-Expansion in den nachfolgenden Zyklen.

In der Studie GCT3013-01 kam es nach subkutaner Anwendung von Epcoritamab nach demempfohlenen zweistufigen Aufdosierungsschema bei Patienten mit LBCL zu einer vorübergehendenund moderaten Erhöhung der zirkulierenden Konzentrationen ausgewählter Zytokine (IFN-γ, TNFα, IL-6, IL-2 und IL-10), hauptsächlich nach der ersten vollen Dosis (48 mg), die 1 bis 4 Tage nach der

Verabreichung ihren Spitzenwert erreichte. Die Zytokinwerte gingen vor der nächsten vollen Dosiswieder zur Baseline zurück, dennoch wurden auch nach Zyklus 1 erhöhte Zytokinwerte beobachtet.

In der Studie GCT3013-01 blieben die mit dem CRS-Risiko zusammenhängenden medianen IL-6-

Werte nach subkutaner Anwendung von Epcoritamab nach dem empfohlenen dreistufigen

Aufdosierungsschema bei Patienten mit FL nach jeder Dosis in Zyklus 1 und darüber hinaus konstantniedrig, insbesondere nach der ersten vollen Dosis, verglichen mit Patienten, die das zweistufige

Aufdosierungsschema erhielten.

Immunogenität

Anti-Wirkstoff-Antikörper (antidrug antibodies, ADA) wurden häufig nachgewiesen. Die Inzidenz derunter Behandlung auftretenden ADA betrug mit dem zweistufigen Aufdosierungsschema(0,16/0,8/48 mg) in der kombinierten DLBCL- und FL-Population in den Studien GCT3013-01 und

GCT3013-04 jeweils 3,4 % (3,4 % positiv, 93,9 % negativ und 2,7 % unbestimmbar,

N = 261 auswertbare Patienten) bzw. 3,3 % (3,3 % positiv, 95 % negativ und 1,7 % unbestimmbar,

N = 60 auswertbare Patienten).

In der Studie GCT3013-01 lag die Inzidenz der unter Behandlung auftretenden ADA mit demdreistufigen Aufdosierungsschema (0,16/0,8/3/48 mg) in der FL-Optimierungskohorte bei 7 % (7 %positiv, 91,5 % negativ und 1,4 % unbestimmbar, N = 71 auswertbare Patienten). Ein Patient wird alsunbestimmbar eingestuft, wenn der Patient zu Studienbeginn als ADA-positiv bestätigt ist, während der

Behandlung jedoch kein bestätigtes positives Ergebnis vorliegt oder wenn in den

Behandlungsunterlagen bestätigt wurde, dass der Titer gleich oder niedriger als der Ausgangswert ist.

Anti-Epcoritamab-Antikörper entwickelten sich bei 2,1 % der Patienten (5 von 238) mit FL, die in der

Studie M20-638 mit Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab (bis zu 12 Zyklen)behandelt wurden.

Es wurden keine Hinweise auf einen Einfluss von ADA auf Pharmakokinetik, Wirksamkeit oder

Sicherheit beobachtet, die Daten dazu sind jedoch noch begrenzt. Neutralisierende Antikörper wurdennicht untersucht.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Diffuses großzelliges B‑Zell-Lymphom

Bei der Studie GCT3013-01 handelte es sich um eine offene, multizentrische, einarmige Studie mitmehreren Kohorten, in der Epcoritamab als Monotherapie bei Patienten mit einem rezidivierenden oderrefraktären großzelligen B‐Zell-Lymphom (LBCL) nach mindestens 2 Linien einer systemischen

Therapie, einschließlich Patienten mit einem diffusen großzelligen B‐Zell-Lymphom (DLBCL),beurteilt wurde. Die Studie gliederte sich in einen Teil mit Dosiseskalation und in einen

Erweiterungsteil. Der Erweiterungsteil der Studie umfasste eine Kohorte mit aggressivem Non-

Hodgkin-Lymphom (aNHL), eine Kohorte mit indolentem NHL (iNHL) und eine Kohorte mit

Mantelzell-Lymphom (MCL). Die pivotale aNHL-Kohorte bestand aus Patienten mit LBCL (N = 157),einschließlich Patienten mit DLBCL (N = 139, davon hatten 12 Patienten MYC-, BCL2- und/oder

BCL6-Rearrangements, d. h. DH/TH), mit hochgradigem B-Zell-Lymphom (HGBCL) (N = 9), mitfollikulärem Lymphom Grad 3B (FL) (N = 5) und Patienten mit primär mediastinalem B-Zell-

Lymphom (PMBCL) (N = 4). In der DLBCL-Kohorte wiesen 29 % (40/139) der Patienten ein aufgrundeines indolenten Lymphoms transformiertes DLBCL auf. In die Studie wurden Patienten aufgenommen,bei denen ein anhand eines repräsentativen Pathologieberichts dokumentiertes CD20-B-Zell-Neoplasmanach WHO-Klassifizierung 2016 oder 2008 vorlag, eine vorherige autologe hämatopoetische

Stammzelltransplantation (HSCT) fehlgeschlagen war oder die für eine autologe HSCT nicht in Fragekamen, sowie Patienten mit einer Lymphozytenzahl < 5 × 109/l und Patienten, die mindestens einevorherige Therapie mit einem monoklonalen Anti-CD20-Antikörper erhalten hatten.

Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit Beteiligung des zentralen Nervensystems (ZNS)durch ein Lymphom, Patienten mit vorheriger allogener HSCT oder Transplantation eines festen

Organs, bestehenden chronischen Infektionen sowie Patienten mit bekannter beeinträchtigter T-Zell-

Immunität, einer Kreatinin-Clearance von weniger als 45 ml/min, Alaninaminotransferase-Werten vonüber dem 3-Fachen der oberen Normgrenze, kardialer Auswurffraktion von weniger als 45 % undbekannten klinisch bedeutsamen kardiovaskulären Erkrankungen. Die Wirksamkeit wurde bei139 Patienten mit DLBCL untersucht, die in Zyklen von 4 Wochen, d. h. 28 Tagen, mindestens eine

Dosis Epcoritamab s.c. erhalten hatten. Die Epcoritamab-Monotherapie wurde gemäß dem empfohlenenzweistufigen Aufdosierungsschema wie folgt verabreicht:

* Zyklus 1: Epcoritamab 0,16 mg an Tag 1, 0,8 mg an Tag 8, 48 mg an Tag 15 und Tag 22

* Zyklus 2-3: Epcoritamab 48 mg an Tag 1, 8, 15 und 22

* Zyklus 4-9: Epcoritamab 48 mg an Tag 1 und 15

* Zyklus 10 und folgende: Epcoritamab 48 mg an Tag 1

Die Patienten erhielten Epcoritamab bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder Auftreten einerinakzeptablen Toxizität.

Die demografischen Daten und Ausgangsmerkmale sind in Tabelle 10 dargestellt.

Tabelle 10 Demografische Daten und Ausgangsmerkmale der Patienten mit DLBCL in der Studie

GCT3013-01

Merkmale (N = 139)

Alter

Median, Jahre (min., max.) 66 (22; 83)< 65 Jahre, n (%) 66 (47)65 bis < 75 Jahre, n (%) 44 (32)≥ 75 Jahre, n (%) 29 (21)

Männer, n (%) 85 (61)

Ethnische Zugehörigkeit, n (%):

Kaukasisch 84 (60)

Asiatisch 27 (19)

Sonstige 5 (4)nicht berichtet 23 (17)

ECOG-Performance-Status, n (%)0 67 (48)1 67 (48)2 5 (4)

Krankheitsstadiumc bei Erstdiagnose, n (%)

III 16 (12)

IV 86 (62)

Anzahl der vorherigen Linien einer Lymphom-Therapie

Median (min., max.) 3 (2; 11)2, n (%) 41 (30)3, n (%) 47 (34)≥ 4, n (%) 51 (37)

DLBCL-Anamnese; n (%)de-novo-DLBCL 97 (70)aus einem indolenten Lymphom transformiertes DLBCL 40 (29)

FISH-Analyse gemäß Zentrallabord, N = 88

Double-Hit-/Triple-Hit-Lymphom, n (%) 12 (14)vorherige autologe HSCT 26 (19)vorherige Therapie; n (%)vorherige CAR-T 53 (38)primär refraktäre Erkrankunga 82 (59)refraktär gegenüber ≥ 2 aufeinander folgenden Linien einer 104 (75)vorherigen Lymphom-Therapiebrefraktär gegenüber der letzten Linie einer systemischen 114 (82)antineoplastischen Therapiebrefraktär gegenüber einer vorherigen Anti-CD20-Therapie 117 (84)refraktär gegenüber CAR-T 39 (28)a Eine Erkrankung gilt als primär refraktär, wenn der Patient auf eine Frontline-

Lymphom-Therapie nicht angesprochen hat.b Eine Erkrankung gilt als refraktär, wenn der Patient entweder eine

Krankheitsprogression während der Therapie oder eine Krankheitsprogressioninnerhalb von < 6 Monaten nach Abschluss der Therapie erlitten hat. Eine Erkrankunggilt als rezidivierend, wenn sie ≥ 6 Monate nach Abschluss der Therapie wiederaufgetreten ist.c Stadieneinteilung nach Ann-Arbor-Klassifikation.d Anhand verfügbarer diagnostischer Baseline-Tumorgewebeschnitte von 88 DLBCL-

Patienten wurde eine Post-hoc-FISH-Analyse im Zentrallabor durchgeführt.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR), die voneiner unabhängigen Bewertungskommission (independent review committee, IRC) gemäß Lugano-

Kriterien (2014) bewertet wurde. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Median 15,7 Monate(Spannweite: 0,3-23,5 Monate). Die mediane Expositionsdauer lag bei 4,1 Monaten (Spannweite: 0-23 Monate).

Tabelle 11 Wirksamkeitsergebnisse in der Studie GCT3013-01 bei Patienten mit DLBCLa

Endpunkt Epcoritamab

IRC-Beurteilung (N = 139)

ORRb, n (%) 86 (62)(95 %-KI) (53,3; 70)

CRb, n (%) 54 (39)(95 %-KI) (30,7; 47,5)

PR, n (%) 32 (23)(95 %-KI) (16,3; 30,9)

DORb

Median (95 %‐KI), Monate 15,5 (9,7; n. e.)

DOCRb

Median (95 %‐KI), Monate n. e. (12,0; n. e.)

TTR, Median (Spannweite), Monate 1,4 (1; 8,4)

KI = Konfidenzintervall; CR = komplettes Ansprechen (complete response);

DOR = Ansprechdauer (duration of response); DOCR = Dauer deskompletten Ansprechens (duration of complete response);

IRC = unabhängige Bewertungskommission (independent review committee);

ORR = Gesamtansprechrate (overall response rate); PR = partielles

Ansprechen (partial response); TTR = Zeit bis zum Ansprechen (time toresponse)a gemäß Lugano-Kriterien (2014) nach Einschätzung einer unabhängigen

Bewertungskommission (IRC)b beinhaltete Patienten mit initialer Krankheitsprogression gemäß Luganooder unbestimmtem Ansprechen nach LYRIC, die später PR/CR erreichten

Die mediane Zeit bis zum CR betrug 2,6 Monate (Spannweite: 1,2-10,2 Monate).

Follikuläres Lymphom

M20-638

Die Studie M20-638 war eine offene, randomisierte, multizentrische Studie zur Beurteilung von

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab bei Patienten mit rezidivierendem oderrefraktärem follikulärem Lymphom (FL) nach einer vorherigen Therapielinie. Die Patienten wurden aufeine Behandlung mit Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab oder Lenalidomidund Rituximab allein randomisiert. Die Studie schloss Patienten mit histologisch bestätigtemklassischem FL (früher FL Grad 1 bis 3a) im Stadium II, III oder IV ohne Nachweis einerhistologischen Transformation zu einem aggressiven Lymphom und CD20+-Erkrankung basierend aufdem jüngsten repräsentativen Pathologiebericht gemäß der 5. Ausgabe der WHO-Klassifikation ein, dieeine R/R-Erkrankung nach Behandlung mit mindestens einer vorherigen Anti-Lymphom-Therapie, dieeinen monoklonalen Anti-CD20-Antikörper in Kombination mit Chemotherapie enthielt, einen Eastern

Cooperative Oncology Group (ECOG) Performance-Status 0 bis 2, keine dokumentierte Refraktäritätgegenüber Lenalidomid, keine Lenalidomid-Exposition in den letzten 12 Monaten vor der

Randomisierung und eine Notwendigkeit der Einleitung einer Behandlung nach Einschätzung des

Prüfers aufgrund von Symptomen und/oder der Krankheitslast (z. B. GELF-Kriterien) aufwiesen. Vonder Studie ausgeschlossen waren Patienten mit bekannter ZNS-Beteiligung des Lymphoms, Patientenmit vorherigem Allotransplantat, bekannter aktiver Infektion, bekannter beeinträchtigter T-Zell-

Immunität, einer Kreatinin-Clearance von weniger als 50 ml/min, Alanintransaminase-Werten überdem 3-Fachen der oberen Normgrenze und einer klinisch signifikanten kardiovaskulären Erkrankung.

Die Patienten erhielten Epcoritamab in 28-tägigen Zyklen über insgesamt 12 Zyklen oder bis zum

Fortschreiten der Erkrankung oder Auftreten von inakzeptabler Toxizität, je nachdem, was zuersteintrat.

Epcoritamab wurde im empfohlenen dreistufigen Aufdosierungsschema wie folgt verabreicht:

* Zyklus 1: Epcoritamab 0,16 mg an Tag 1, 0,8 mg an Tag 8, 3 mg an Tag 15 und 48 mg an Tag 22

* Zyklus 2-3: Epcoritamab 48 mg an Tag 1, 8, 15 und 22

* Zyklus 4-12: Epcoritamab 48 mg an Tag 1

In beiden Behandlungsarmen wurde Lenalidomid oral in einer Dosierung von 20 mg einmal täglich von

Tag 1 bis 21 über 12 Zyklen verabreicht, während Rituximab intravenös in einer Dosierung von375 mg/m2 an Tag 1, 8, 15 und 22 von Zyklus 1 verabreicht wurde, gefolgt von einer Verabreichung an

Tag 1 von Zyklus 2 bis 5.

Die in Tabelle 12 aufgeführten demografischen Daten und krankheitsbezogenen Ausgangsmerkmalebasieren auf der Intent-to-Treat(ITT)-Population.

Tabelle 12 Demografische Daten und krankheitsbezogene Ausgangsmerkmale von Patienten mitrezidivierendem oder refraktärem FL in der Studie M20-638

Epcoritamab +

Lenalidomid und

Lenalidomid und

Parameter Rituximab

Rituximab(N = 245)(N = 243)

Alter, Jahre

Median (Spannweite) 60 (30; 84) 63 (24; 89)

Altersverteilung, n (%)< 65 Jahre 155 (64) 139 (57)65 bis < 75 Jahre 68 (28) 71 (29)≥ 75 Jahre 20 (8) 35 (14)

Geschlecht, n (%)

Männlich 139 (57) 138 (56)

Ethnische Zugehörigkeit, n (%)

Kaukasisch 168 (71) 184 (76)

Asiatisch 63 (27) 54 (22)

Schwarz oder afroamerikanisch 6 (3) 2 (0,8)

Ureinwohner Amerikas oder Alaskas 0 1 (0,4)

Mehrere 1 (0,4) 1 (0,4)

Keine Angabe 5 3

ECOG-Performance-Status, n (%)0 166 (68) 170 (69)1 72 (30) 68 (28)2 5 (2) 7 (3)

Ann-Arbor-Stadium, n (%)

II 37 (15) 44 (18)

III 74 (31) 68 (28)

IV 132 (54) 133 (54)

Größere Tumormassea, n (%) 76 (32) 84 (35)

FLIPI bei Baseline, n (%)0-1 63 (26) 56 (23)2 79 (33) 76 (31)3-5 100 (41) 113 (46)

Anzahl vorheriger Therapielinien

Median (min., max.) 1 (1; 7) 1 (1; 6)1, n (%) 145 (60) 141 (58)2, n (%) 58 (24) 61 (25)≥ 3, n (%) 40 (17) 43 (18)

Vorherige SCT, n (%) 23 (10) 18 (7)

Refraktär gegenüber der letzten 82 (34)84 (35)

Therapielinie, n (%)

Refraktär sowohl gegenüber Anti-CD20- als91 (37) 91 (37)auch Alkylanstherapie, n (%)

POD24, n (%) 106 (44) 93 (38)

ECOG = Eastern Cooperative Oncology Group; FLIPI = Follicular Lymphoma International

Prognostic Index; SCT = Stammzelltransplantation; POD24 = Fortschreiten der Erkrankunginnerhalb von 24 Monaten.

aNodal oder extranodal > 6 cm.

Die Wirksamkeit wurde auf der Grundlage von zwei primären Endpunkten bestimmt, und zwar demprogressionsfreien Überleben (progression free survival, PFS) und der Gesamtansprechrate (overallresponse rate, ORR) gemäß den Lugano-Kriterien (2014) nach Einschätzung einer unabhängigen

Bewertungskommission (Independent Review Committee, IRC). Weitere Wirksamkeitsendpunkte warendas vollständige Ansprechen (complete response, CR) und das Gesamtüberleben (overall survival, OS).

Die Studie M20-638 zeigte für Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab einestatistisch signifikante Verbesserung sowohl des PFS als auch der ORR laut IRC-Bewertung im

Vergleich zu Lenalidomid und Rituximab allein. In der ITT-Population betrug die mediane Dauer der

Nachbeobachtung bei Patienten, die auf die Behandlung mit Epcoritamab in Kombination mit

Lenalidomid und Rituximab randomisiert wurden, 14,8 Monate (Spannweite: 0 bis 31). Die mediane

Nachbeobachtungsdauer bei Patienten, die für Lenalidomid und Rituximab allein randomisiert wurden,betrug 14,6 Monate (Spannweite: 0 bis 30). Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 13zusammengefasst.

Tabelle 13 Wirksamkeitsergebnisse in der Studie M20-638 bei Patienten mit rezidivierendem oderrefraktärem FL

Epcoritamab +

Endpunkta Lenalidomid und Lenalidomid und Rituximab

Rituximab(N = 243) (N = 245)

PFSb

Anzahl Ereignisse, n (%) 23 (9) 75 (31)

Progression der Erkrankung 19 (83) 63 (84)

Tod 4 (17) 12 (16)

Median (95 %-KI), Monate n. e. (21,9; n. e.) 11,2 (10,5; n. e.)

Hazard-Ratioc (95 %-KI) 0,21 (0,13; 0,33)p-Wertd < 0,0001

ORRb, e, n (%) 111 (96) 94 (81)(95 %-KI) (90,2; 98,6) (72,7; 87,7)p-Wertf < 0,0001

CRRb, n (%) 181 (74) 106 (43)(95 %-KI) (68,5; 79,8) (37,0; 49,7)p-Wertf < 0,0001

OS

Anzahl Ereignisse, n (%) 10 (4,1) 25 (10,2)

Median (95 %-KI), Monate n. e. (n. e.; n. e.) n. e. (n. e.; n. e.)

HR (95 %-KI)g 0,38 (0,18; 0,80)

PFS = progressionsfreies Überleben (progression free survival); KI = Konfidenzintervall;n. e. = nicht erreicht; CRR = Rate des kompletten Ansprechens (complete response rate);

ORR = Gesamtansprechrate (overall response rate); OS = Gesamtüberleben (overall survival).aGemäß Lugano-Kriterien mit PET-CT (2014) nach Einschätzung einer unabhängigen

Bewertungskommission (IRC).

bPFS, ORR und CRR zeigten zum Zeitpunkt des Datenstichtags 10. Januar 2025 bei einer medianen

Nachbeobachtungsdauer von 10,4 Monaten eine statistische Überlegenheit für den Behandlungsarm

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab im Vergleich zum Lenalidomid- und

Rituximab-Arm.cCox-Proportional-Hazards-Ratio, stratifiziert nach Krankheitsverlauf und Region.dLog-Rank-p-Wert (einseitig), stratifiziert nach Krankheitsverlauf und Region.eORR definiert als Anteil der Patienten mit bestem Gesamtansprechen (BOR) von CR oder PRgemäß den Lugano-Kriterien mit PET-CT (2014), ORR wurde bei den ersten 232 randomisierten

Patienten getestet, davon 116 Patienten pro Behandlungsarm.fp-Wert (einseitig) gemäß Cochran-Mantel-Haenszel-Test, stratifiziert nach Krankheitsverlauf und

Region.gOS-Analyse erreichte zum Datenstichtag am 24. Mai 2025 keine statistische Signifikanz und wirdzu einem späteren Zeitpunkt erneut ausgewertet.

Die Kaplan-Meier-Kurve für das PFS gemäß den Lugano-Kriterien 2014 nach IRC-Bewertung ist in

Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des PFS (ITT-Population) in der Studie M20-6381,00,80,60,40,2

Lenalidomid und Rituximab Epcoritamab + Lenalidomid und Rituximab0,00 3 6 9 12 15 18 21 24

Zeit ab der Randomisierung (Monate)

Anzahl Risikopatienten

Lenalidomid und Rituximab 245 203 149 68 28 11 9 2 0

Epcoritamab + Lenalidomid 243 224 182 103 57 29 24 8 0und Rituximab

Die Kaplan-Meier-Kurve für das Gesamtüberleben (OS) ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (ITT-Population) in der Studie

M20-6381,00,80,60,40,20,00 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33

Zeit ab der Randomisierung(Monate)

Anzahl Risikopatienten

Lenalidomid und Rituximab

Epcoritamab + Lenalidomid 245 233 226 198 162 102 70 34 17 5 0 0und Rituximab 243 240 234 209 182 111 76 40 22 7 1 0

Überlebenswahrscheinlichkeit

Überlebenswahrscheinlichkeit

GCT3013-01

Bei der Studie GCT3013-01 handelte es sich um eine offene, multizentrische, einarmige Studie mitmehreren Kohorten, in der Epcoritamab als Monotherapie bei Patienten mit rezidivierendem oderrefraktärem follikulärem Lymphom (FL) nach mindestens zwei Linien einer systemischen Therapieuntersucht wurde. Die Studie gliedert sich in einen Teil mit Dosiseskalation, einen Erweiterungsteil undeinen Teil zur dreistufigen Dosiserhöhung/-optimierung. Der Erweiterungsteil der Studie umfasste eine

Kohorte mit aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom (aNHL), eine Kohorte mit indolentem NHL (iNHL)und eine Kohorte mit Mantelzell-Lymphom (MCL). Die pivotale iNHL-Kohorte schloss Patienten mit

FL ein. Bei den in die Studie aufgenommenen Patienten musste ein reifes CD20+-B-Zell-Neoplasmagemäß WHO-Klassifikation 2016 oder WHO-Klassifikation 2008 anhand eines repräsentativen

Pathologieberichts mit histologisch bestätigtem FL 1-3A bei Erstdiagnose ohne klinische oderpathologische Anzeichen einer Transformation nachgewiesen worden sein. Bei allen Patienten war die

Erkrankung nach der letzten vorherigen Therapielinie rezidivierend bzw. refraktär. Zuvor wurden siemit mindestens zwei Linien einer systemischen antineoplastischen Therapie behandelt, einschließlichmindestens einer monoklonalen Anti-CD20-Antikörper-Therapie und einem Alkylans oder

Lenalidomid. Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit Beteiligung des zentralen

Nervensystems (ZNS) durch ein Lymphom, Patienten mit vorheriger allogener HSCT oder

Transplantation eines festen Organs, bestehenden aktiven Infektionserkrankungen, Patienten mitbekannter beeinträchtigter T-Zell-Immunität, einer Kreatinin-Clearance von weniger als 45 ml/min,

Alaninaminotransferasewerten von über dem 3-Fachen der oberen Normgrenze und einer kardialen

Auswurffraktion von weniger als 45 %. Die Wirksamkeit wurde bei 128 Patienten untersucht, die

Epcoritamab subkutan (s.c.) in Zyklen von 4 Wochen, d. h. 28 Tagen, erhalten hatten. Epcoritamabwurde als Monotherapie in einem zweistufigen Aufdosierungsschema wie folgt verabreicht:

* Zyklus 1: Epcoritamab 0,16 mg an Tag 1, 0,8 mg an Tag 8, 48 mg an Tag 15 und Tag 22

* Zyklus 2-3: Epcoritamab 48 mg an Tag 1, 8, 15 und 22

* Zyklus 4-9: Epcoritamab 48 mg an Tag 1 und 15

* Zyklus 10 und folgende: Epcoritamab 48 mg an Tag 1

Die Patienten erhielten Epcoritamab bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder Auftreten einerinakzeptablen Toxizität.

Die mediane Anzahl der eingeleiteten Zyklen betrug 8 und 60 % der Patienten erhielten 6 Zyklen.

Die demografischen Daten und Ausgangsmerkmale sind in Tabelle 14 dargestellt.

Tabelle 14 Demografische Daten und Ausgangsmerkmale der Patienten mit FL in der Studie

GCT3013-01

Merkmale (N = 128)

Alter

Median, Jahre (min., max.) 65 (39; 84)< 65 Jahre, n (%) 61 (48)65 bis < 75 Jahre, n (%) 50 (39)≥ 75 Jahre, n (%) 17 (13)

Männer, (%) 79 (62)

Ethnische Zugehörigkeit, n (%)

Kaukasisch 77 (60)

Asiatisch 7 (6)

Sonstige 2 (1,6)

Nicht berichtet 42 (33)

ECOG-Performance-Status, n (%)0 70 (55)1 51 (40)2 7 (6)

Merkmale (N = 128)

Anzahl vorheriger Therapielinien, n (%)

Median (min., max.) 3 (2; 9)2 47 (37)3 41 (32)≥ 4 40 (31)

Ann-Arbor-Klassifikation, n (%)

Stadium III-IV 109 (85)

FLIPI bei Baseline, n (%)2 31 (24)3-5 78 (61)

Größere Tumormasse, n (%) 33 (26)

Vorherige Therapien, n (%)

Autologe Stammzelltransplantation 24 (19)

Chimäre Antigenrezeptor(CAR)-T-Zelltherapie 6 (5)

Rituximab plus Lenalidomid 27 (21)

PI3K-Inhibitor 29 (23)

Progression der Erkrankung innerhalb von 24 Monaten 67 (52)nach der ersten systemischen Therapie

Refraktär gegenüber:

≥ 2 aufeinanderfolgenden Linien einer vorherigen 70 (55)

Lymphom-Therapieder letzten Linie einer systemischen antineoplastischen 88 (69)

Therapieeiner vorherigen monoklonalen Anti-CD20- 101 (79)

Antikörpertherapieeiner monoklonalen Anti-CD20-Antikörper- als auch 90 (70)einer Alkylanstherapie

Die Wirksamkeit wurde auf Grundlage der Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR) gemäß

Lugano-Kriterien (2014) nach Einschätzung einer unabhängigen Bewertungskommission (Independent

Review Committee, IRC) bestimmt. Die mediane Nachbeobachtungszeit bis zum DOR betrug16,2 Monate. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 15 zusammengefasst.

Tabelle 15 Wirksamkeitsergebnisse in der Studie GCT3013-01 bei Patienten mit FL

Endpunkt a Epcoritamab

IRC-Beurteilung (N = 128)

ORRb, n (%) 106 (83)(95 %-KI) (75,1; 88,9)

CRb, n (%) 81 (63)(95 %-KI) (54,3; 71,6)

PRb, n (%) 25 (20)(95 %-KI) (13,1; 27,5)

DORb

Median (95 %‐KI), Monate 21,4 (13,7; n. e.)

DOCRb

Median (95 %‐KI), Monate n. e. (21,4; n. e.)

Geschätzte Rate nach 12 Monaten (95 %-KI) 78,6 (67,3; 86,4)

TTR, Median (Spannweite), Monate 1,4 (1; 3)

CR = komplettes Ansprechen (complete response); DOR = Ansprechdauer(duration of response); DOCR = Dauer des kompletten Ansprechens (duration ofcomplete response); IRC = unabhängige Bewertungskommission (independentreview committee); KI = Konfidenzintervall; ORR = Gesamtansprechrate (overallresponse rate); PFS = progressionsfreies Überleben (progression-free survival);

Endpunkt a Epcoritamab

IRC-Beurteilung (N = 128)

PR = partielles Ansprechen (partial response); TTR = Zeit bis zum Ansprechen(time to response)a Gemäß Lugano-Kriterien (2014) nach Einschätzung einer unabhängigen

Bewertungskommission (IRC)b Beinhaltete Patienten mit initialer Krankheitsprogression gemäß Lugano oderunbestimmtem Ansprechen nach LYRIC, die später PR/CR erreichten.

Die mediane Zeit bis zum CR betrug 1,5 Monate (Spannweite: 1,2-11,1 Monate).

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für die zugelassene Indikation eine Zurückstellung von der

Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien mit Epcoritamab in einer oder mehrerenpädiatrischen Altersklassen zur Behandlung von reifen B‐Zell-Malignomen gemäß pädiatrischem

Prüfkonzept (Paediatric Investigation Plan, PIP) gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

Zulassung unter besonderen Bedingungen

Dieses Arzneimittel wurde unter 'Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere

Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agenturwird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens jährlich bewerten und, falls erforderlich,wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisiert werden.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Epcoritamab-Monotherapie

Die Populationspharmakokinetik nach subkutaner Verabreichung von Epcoritamab wurde durch ein

Zwei-Kompartiment-Modell mit subkutaner Resorption erster Ordnung und zielvermittelter Eliminationdes Wirkstoffs beschrieben. Es wurde eine mäßige bis hohe pharmakokinetische Variabilität von

Epcoritamab beobachtet, die durch eine interindividuelle Variabilität (IIV) mit einem

Variationskoeffizienten (VarK) zwischen 25,7 % und 137,5 % für die PK-Parameter von Epcoritamabgekennzeichnet ist.

In der Studie GCT3013-01 betrug der geometrische Mittelwert (% VarK) der Cmax von Epcoritamab bei

Patienten mit LBCL basierend auf individuell geschätzten Expositionen anhandpopulationspharmakokinetischer Modellierung nach dem empfohlenen zweistufigen

Aufdosierungsschema mit einer subkutanen Dosis von 48 mg Epcoritamab am Ende des wöchentlichen

Dosierungsschemas 10,8 μg/ml (41,7 %) und die AUC0-7d 68,9 Tag*μg/ml (45,1 %). Die CTrough in

Woche 12 beläuft sich auf 8,4 (53,3 %) μg/ml. Am Ende des zweiwöchentlichen Schemas beträgt dergeometrische Mittelwert (% VarK) der Cmax von Epcoritamab 7,52 μg/ml (41,1 %) und die AUC0-14d82,6 Tag*μg/ml (49,3 %). Die CTrough für das zweiwöchentliche Schema beläuft sich auf4,1 (73,9 %) μg/ml. Während des vierwöchentlichen Schemas liegt der geometrische Mittelwert (%

VarK) der Cmax von Epcoritamab bei 4,76 μg/ml (51,6 %) und die AUC0-28d bei 74,3 Tag*μg/ml(69,5 %) im Fließgleichgewicht. Die CTrough für das vierwöchentliche Schema beträgt1,2 (130 %) μg/ml.

Die Expositionsparameter von Epcoritamab bei Patienten mit FL entsprachen den

Expositionsparametern, die bei Patienten mit LBCL beobachtet wurden. Die Epcoritamab-Exposition istbei FL-Patienten, die das dreistufige Aufdosierungsschema erhielten, vergleichbar mit den Patienten,die das zweistufige Aufdosierungsschema erhielten, abgesehen von zu erwartenden vorübergehendniedrigeren Talspiegelkonzentrationen in Zyklus 1 Tag 15 nach der zweiten Zwischendosis (3 mg) desdreistufigen Aufdosierungsschemas, verglichen mit der ersten vollen Dosis von 48 mg des zweistufigen

Aufdosierungsschemas.

Resorption

Die Spitzenkonzentrationen wurden bei Patienten mit LBCL, die die volle Dosis von 48 mg erhielten,etwa nach 3-4 Tagen (Tmax) erreicht.

Verteilung

Der geometrische Mittelwert (% VarK) des zentralen Verteilungsvolumens liegt bei 8,27 l (27,5 %) unddas scheinbare Verteilungsvolumen im Fließgleichgewicht beträgt 25,6 l (81,8 %), basierend aufpopulationspharmakokinetischer Modellierung.

Biotransformation

Die Metabolisierung von Epcoritamab wurde nicht direkt untersucht. Wie bei anderen Therapeutika auf

Basis von Proteinen wird erwartet, dass Epcoritamab über katabole Stoffwechselwege in kleine Peptideund Aminosäuren abgebaut wird.

Elimination

Epcoritamab durchläuft wahrscheinlich eine saturierbare zielvermittelte Clearance. Der geometrische

Mittelwert (% VarK) der Clearance (l/Tag) beträgt 0,441 (27,8 %). Die Halbwertszeit von Epcoritamabist konzentrationsabhängig. Der aus der populationspharmakokinetischen Modellierung abgeleitetegeometrische Mittelwert der Halbwertszeit von Epcoritamab (volle Dosis von 48 mg) lag je nach

Anwendungshäufigkeit im Bereich von 22 bis 25 Tagen.

Epcoritamab in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab

Es zeigten sich keine klinisch signifikanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von Epcoritamab bei

Gabe in Kombination mit Lenalidomid und Rituximab im Vergleich zu Epcoritamab als Monotherapie(Zyklus-1-AUC und Cavg über die Zyklen 1-3: geometrische Mittelwertdifferenzen von 2 % bzw.

23,7 %).

Besondere Patientengruppen

Nach Bereinigung um Unterschiede des Körpergewichts wurden keine klinisch relevanten

Auswirkungen des Alters (20-89 Jahre), Geschlechts oder der ethnischen Zugehörigkeit (kaukasisch,asiatisch und sonstige), von leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz (CrCl ≥ 30 ml/min bis CrCl< 90 ml/min) und leichter Leberinsuffizienz (Gesamtbilirubin ≤ ULN und AST > ULN oder

Gesamtbilirubin 1- bis 1,5‐Faches der ULN und jeglicher AST-Wert) auf die Pharmakokinetik von

Epcoritamab beobachtet (AUC in Zyklus 1 innerhalb von etwa 36 %). Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz bis hin zur terminalen Niereninsuffizienz (CrCl < 30 ml/min) oder schwerer

Leberinsuffizienz (Gesamtbilirubin > 3‐Faches der ULN und jeglicher AST‐Wert) wurden nichtuntersucht. Es liegen nur sehr begrenzte Daten von Patienten mit mittelschwerer Leberinsuffizienz(Gesamtbilirubin > 1,5- bis 3-Faches der ULN und jeglicher AST‐Wert, N = 1) vor. Die

Pharmakokinetik von Epcoritamab ist daher in diesen Populationen nicht bekannt.

Wie bei anderen Therapeutika auf Basis von Proteinen besitzt das Körpergewicht (39-172 kg) einenstatistisch signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Epcoritamab. Auf Basis einer

Expositions-Wirkungs-Analyse und klinischer Daten ist die Auswirkung des Körpergewichts auf die

Exposition bei Patienten mit entweder niedrigem Körpergewicht (z. B. 46 kg) oder hohem

Körpergewicht (z. B. 105 kg) und über Körpergewichtskategorien hinweg (< 65 kg, 65 bis < 85 kg,≥ 85 kg) nicht klinisch relevant.

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Epcoritamab wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Tierexperimentelle Pharmakologie und/oder Toxikologie

Es wurden keine tierexperimentellen Studien zur Reproduktions‐ oder Entwicklungstoxizität von

Epcoritamab durchgeführt.

Bei Cynomolgusaffen wurden Wirkungen beobachtet, die im Allgemeinen mit dem pharmakologischen

Wirkmechanismus von Epcoritamab in Einklang standen. Diese Befunde umfassten dosisabhängigeklinische Anzeichen (u. a. Erbrechen, verminderte Aktivität und Mortalität bei hohen Dosen) sowie

Zytokinfreisetzung, reversible hämatologische Veränderungen, reversible B-Zell-Depletion imperipheren Blut und reversible Verminderung der lymphatischen Zellularität im sekundärenlymphatischen Gewebe.

Mutagenität

Mit Epcoritamab wurden keine Studien zur Mutagenität durchgeführt.

Kanzerogenität

Mit Epcoritamab wurden keine Studien zur Kanzerogenität durchgeführt.

Beeinträchtigung der Fertilität

Mit Epcoritamab wurden keine tierexperimentellen Studien zur Fertilität durchgeführt. In einer 5‐wöchigen Studie zur allgemeinen Toxizität nach intravenöser Gabe verursachte Epcoritamab in Dosenvon bis zu 1 mg/kg/Woche jedoch keine toxikologischen Veränderungen der Reproduktionsorgane vonmännlichen oder weiblichen Cynomolgusaffen. Die AUC-Expositionen (zeitlich gemittelt über 7 Tage)unter der hohen Dosis bei Cynomolgusaffen waren vergleichbar mit denen von Patienten (AUC0-7d), diedie empfohlene Dosis erhielten.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumacetat-Trihydrat

Essigsäure

Sorbitol (Ph. Eur.) (E 420)

Polysorbat 80 (E 433)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel, außer mit den unter

Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln und/oder Verdünnungsmitteln gemischtwerden.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche2 Jahre

Zubereitetes Epcoritamab

Die chemische und physikalische Anbruchstabilität wurde für 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C und für biszu 12 Stunden bei Raumtemperatur (20 °C - 25 °C) nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Geschieht dies nicht, liegendie Aufbewahrungszeiten und -bedingungen vor der Anwendung in der Verantwortung des Anwendersund dürfen normalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die

Zubereitung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

Die Exposition gegenüber Tageslicht ist zu minimieren. Vor der Anwendung soll die Epcoritamab-

Lösung Raumtemperatur annehmen. Nach Ablauf des zulässigen Aufbewahrungszeitraums ist nichtverwendete Epcoritamab-Lösung zu verwerfen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Kühl lagern und transportieren (2 °C - 8 °C).

Nicht einfrieren.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach erstem Öffnen des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit einem Brombutylgummistopfen, der am Kontaktpunkt mit

Fluorpolymer beschichtet ist, und einem Aluminiumsiegel mit orangener Flip-off-Kappe aus Plastik, die48 mg pro 0,8 ml Injektionslösung enthält.

Jede Packung enthält 1 Durchstechflasche.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Epcoritamab muss von medizinischem Fachpersonal zubereitet und als subkutane Injektion verabreichtwerden.

Jede Durchstechflasche Epcoritamab ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.

Jede Durchstechflasche enthält ein Überfüllungsvolumen, um die Entnahme der angegebenen Menge zuermöglichen.

Epcoritamab wird in Form von 28-tägigen Zyklen und gemäß dem Dosierungsschema in Abschnitt 4.2angewendet.

Epcoritamab sollte vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbungen kontrolliert werden.

Die Injektionslösung sollte eine farblose bis leicht gelbe Lösung sein. Nicht verwenden, wenn die

Lösung verfärbt oder trüb ist oder wenn Fremdpartikel vorhanden sind.

Anweisungen zur Zubereitung der vollen Dosis (48 mg) - Keine Verdünnung erforderlich

Die Tepkinly-Durchstechflasche mit 48 mg enthält eine gebrauchsfertige Lösung, die vor der

Anwendung nicht mehr verdünnt werden muss.

Die Zubereitung von Epcoritamab muss unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Die Lösung mussnicht filtriert werden.

1) Durchstechflasche mit Epcoritamab vorbereitena) Nehmen Sie eine Durchstechflasche mit Epcoritamab 48 mg mit der orangenen Kappeaus dem Kühlschrank.

b) Lassen Sie die Durchstechflasche über höchstens 1 Stunde hinweg Raumtemperaturannehmen.

c) Die Durchstechflasche mit Epcoritamab vorsichtig schwenken.

Die Durchstechflasche NICHT verwirbeln oder kräftig schütteln.

2) Entnahme der Dosis

Ziehen Sie 0,8 ml Epcoritamab in eine Spritze auf.

3) Spritze kennzeichnen

Vermerken Sie die Produktbezeichnung, die Wirkstärke (48 mg), das Datum und die Uhrzeit auf der

Spritze.

Zur Aufbewahrung von zubereitetem Epcoritamab siehe Abschnitt 6.3.

4) Die Durchstechflasche und jegliche Restmengen Epcoritamab sind entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Knollstraße67061 Ludwigshafen

Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

EU/1/23/1759/002

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 22. September 2023

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. Juli 2025

10. STAND DER INFORMATION

{MM.JJJJ}

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

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