Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels TEPADINA 400mg pulver + lösungsmittellösung zur infusion
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
TEPADINA 200 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
TEPADINA 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
TEPADINA 200 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
Ein Beutel enthält 200 mg Thiotepa.
Nach Rekonstitution mit dem Lösungsmittel enthält jeder ml Lösung 1 mg Thiotepa.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Nach Rekonstitution enthält jeder Beutel 709 mg (30,8 mmol) Natrium.
TEPADINA 400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
Ein Beutel enthält 400 mg Thiotepa.
Nach Rekonstitution mit dem Lösungsmittel enthält jeder ml Lösung 1 mg Thiotepa.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Nach Rekonstitution enthält jeder Beutel 1 .418 mg (61,6 mmol) Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung.
Pulver: weißes Pulver.
Lösungsmittel: klare Lösung, praktisch frei von sichtbaren Partikeln, pH 4,5-7,0.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
TEPADINA wird in Kombination mit anderen Chemotherapeutika angewendet:
* mit oder ohne Ganzkörperbestrahlung (GKB) zur Konditionierung vor allogener oder autologerhämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) für die Behandlung von hämatologischen
Erkrankungen bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen;
* wenn eine hochdosierte Chemotherapie mit anschließender HSZT zur Behandlung von soliden
Tumoren bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen angezeigt ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Anwendung von TEPADINA muss unter Aufsicht eines Arztes erfolgen, der Erfahrung mit der
Konditionierung vor einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation hat.
DosierungTEPADINA wird in verschiedenen Dosierungen in Kombination mit anderen Chemotherapeutika bei
Patienten mit hämatologischen Erkrankungen oder soliden Tumoren vor der HSZT angewendet.
Die Dosierung von TEPADINA bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen richtet sich nachder Art der HSZT (autolog oder allogen) und der Erkrankung.
ErwachseneAUTOLOGE HSZT
Hämatologische Erkrankungen
Die empfohlene Dosis bei hämatologischen Erkrankungen beträgt 125 mg/m2/Tag (3,38 mg/kg/Tag)bis 300 mg/m2/Tag (8,10 mg/kg/Tag) als einmal tägliche Infusion an 2 bis 4 aufeinanderfolgenden
Tagen vor der autologen HSZT, je nach Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne diemaximale kumulative Dosis von 900 mg/m2 (24,32 mg/kg) während der gesamten Dauer der
Konditionierung zu überschreiten.
LYMPHOM
Die empfohlene Dosis beträgt 125 mg/m2/Tag (3,38 mg/kg/Tag) bis 300 mg/m2/Tag (8,10 mg/kg/Tag)als einmal tägliche Infusion an 2 bis 4 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, je nach
Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 900 mg/m2(24,32 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
ZENTRALNERVENSYSTEM(ZNS)-LYMPHOM
Die empfohlene Dosis beträgt 185 mg/m2/Tag (5 mg/kg/Tag) als einmal tägliche Infusion an2 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von370 mg/m2 (10 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
MULTIPLES MYELOM
Die empfohlene Dosis beträgt 150 mg/m2/Tag (4,05 mg/kg/Tag) bis 250 mg/m2/Tag (6,76 mg/kg/Tag)als einmal tägliche Infusion an 3 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, je nach
Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 750 mg/m2(20,27 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
Solide Tumoren
Die empfohlene Dosis bei soliden Tumoren beträgt 120 mg/m2/Tag (3,24 mg/kg/Tag) bis250 mg/m2/Tag (6,76 mg/kg/Tag), aufgeteilt in eine oder zwei tägliche Infusionen an 2 bis5 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, je nach Kombination mit anderen
Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 800 mg/m2 (21,62 mg/kg) während dergesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
BRUSTKREBS
Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg/m2/Tag (3,24 mg/kg/Tag) bis 250 mg/m2/Tag (6,76 mg/kg/Tag)als einmal tägliche Infusion an 3 bis 5 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, je nach
Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 800 mg/m2(21,62 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
ZNS-TUMOREN
Die empfohlene Dosis beträgt 125 mg/m2/Tag (3,38 mg/kg/Tag) bis 250 mg/m2/Tag (6,76 mg/kg/Tag),aufgeteilt in eine oder zwei tägliche Infusionen an 3 bis 4 aufeinanderfolgenden Tagen vor derautologen HSZT, je nach Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximalekumulative Dosis von 750 mg/m2 (20,27 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zuüberschreiten.
OVARIALKARZINOM
Die empfohlene Dosis beträgt 250 mg/m2/Tag (6,76 mg/kg/Tag) als einmal tägliche Infusion an2 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von500 mg/m2 (13,51 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
KEIMZELLTUMOREN
Die empfohlene Dosis beträgt 150 mg/m2/Tag (4,05 mg/kg/Tag) bis 250 mg/m2/Tag (6,76 mg/kg/Tag)als einmal tägliche Infusion an 3 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, je nach
Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 750 mg/m2(20,27 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
ALLOGENE HSZT
Hämatologische Erkrankungen
Die empfohlene Dosis bei hämatologischen Erkrankungen beträgt 185 mg/m2/Tag (5 mg/kg/Tag) bis481 mg/m2/Tag (13 mg/kg/Tag), aufgeteilt in eine oder zwei tägliche Infusionen an 1 bis3 aufeinanderfolgenden Tagen vor der allogenen HSZT, je nach Kombination mit anderen
Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 555 mg/m2 (15 mg/kg) während dergesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
LYMPHOM
Die empfohlene Dosis bei Lymphom beträgt 370 mg/m2/Tag (10 mg/kg/Tag), aufgeteilt in zweitägliche Infusionen vor der allogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von 370 mg/m2(10 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
MULTIPLES MYELOM
Die empfohlene Dosis beträgt 185 mg/m2/Tag (5 mg/kg/Tag) als einmal tägliche Infusion vor derallogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von 185 mg/m2 (5 mg/kg) während dergesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
LEUKÄMIE
Die empfohlene Dosis beträgt 185 mg/m2/Tag (5 mg/kg/Tag) bis 481 mg/m2/Tag (13 mg/kg/Tag),aufgeteilt in eine oder zwei tägliche Infusionen an 1 bis 2 aufeinanderfolgenden Tagen vor derallogenen HSZT, je nach Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximalekumulative Dosis von 555 mg/m2 (15 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zuüberschreiten.
THALASSÄMIE
Die empfohlene Dosis beträgt 370 mg/m2/Tag (10 mg/kg/Tag), aufgeteilt in zwei tägliche Infusionenvor der allogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von 370 mg/m2 (10 mg/kg) währendder gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
Kinder und JugendlicheAUTOLOGE HSZT
Solide Tumoren
Die empfohlene Dosis bei soliden Tumoren beträgt 150 mg/m2/Tag (6 mg/kg/Tag) bis 350 mg/m2/Tag(14 mg/kg/Tag) als einmal tägliche Infusion an 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen
HSZT, je nach Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosisvon 1 .050 mg/m2 (42 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
ZNS-TUMOREN
Die empfohlene Dosis beträgt 250 mg/m2/Tag (10 mg/kg/Tag) bis 350 mg/m2/Tag (14 mg/kg/Tag) alseinmal tägliche Infusion an 3 aufeinanderfolgenden Tagen vor der autologen HSZT, je nach
Kombination mit anderen Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 1 .050 mg/m2(42 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
ALLOGENE HSZT
Hämatologische Erkrankungen
Die empfohlene Dosis bei hämatologischen Erkrankungen beträgt 125 mg/m2/Tag (5 mg/kg/Tag) bis250 mg/m2/Tag (10 mg/kg/Tag), aufgeteilt in eine oder zwei tägliche Infusionen an 1 bis 3aufeinanderfolgenden Tagen vor der allogenen HSZT, je nach Kombination mit anderen
Chemotherapeutika, ohne die maximale kumulative Dosis von 375 mg/m2 (15 mg/kg) während dergesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
LEUKÄMIE
Die empfohlene Dosis beträgt 250 mg/m2/Tag (10 mg/kg/Tag), aufgeteilt in zwei tägliche Infusionenvor der allogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von 250 mg/m2 (10 mg/kg) währendder gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
THALASSÄMIE
Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg/m2/Tag (8 mg/kg/Tag) bis 250 mg/m2/Tag (10 mg/kg/Tag),aufgeteilt in zwei tägliche Infusionen vor der allogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosisvon 250 mg/m2 (10 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
REFRAKTÄRE ZYTOPENIE
Die empfohlene Dosis beträgt 125 mg/m2/Tag (5 mg/kg/Tag) als einmal tägliche Infusion an3 aufeinanderfolgenden Tagen vor der allogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von375 mg/m2 (15 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
GENETISCHE KRANKHEITEN
Die empfohlene Dosis beträgt 125 mg/m2/Tag (5 mg/kg/Tag) als einmal tägliche Infusion an2 aufeinanderfolgenden Tagen vor der allogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von250 mg/m2 (10 mg/kg) während der gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
SICHELZELLENANÄMIE
Die empfohlene Dosis beträgt 250 mg/m2/Tag (10 mg/kg/Tag), aufgeteilt in zwei tägliche Infusionenvor der allogenen HSZT, ohne die maximale kumulative Dosis von 250 mg/m2 (10 mg/kg) währendder gesamten Dauer der Konditionierung zu überschreiten.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungEs wurden keine Studien an Patienten mit Nierenfunktionsstörung durchgeführt. Da Thiotepa undseine Metaboliten jedoch nur in geringen Mengen im Urin ausgeschieden werden, wird eine
Dosisanpassung bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz nicht empfohlen.
Dennoch ist bei der Behandlung dieser Patienten besondere Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.4und 5.2).
LeberfunktionsstörungThiotepa wurde nicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörung untersucht. Da Thiotepa vor allemdurch die Leber metabolisiert wird, ist Vorsicht geboten, wenn Thiotepa bei Patienten mitvorbestehender Beeinträchtigung der Leberfunktion angewendet wird, insbesondere bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung. Bei vorübergehenden Veränderungen von Leberparametern wirdkeine Dosisanpassung empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Ältere PatientenDie Anwendung von Thiotepa wurde nicht speziell bei älteren Patienten untersucht. In klinischen
Studien erhielten jedoch Patienten im Alter von über 65 Jahren dieselbe kumulative Dosis wie dieanderen Patienten. Es wurde keine Dosisanpassung für notwendig erachtet.
Art der AnwendungTEPADINA ist nur zur intravenösen Anwendung bestimmt. Es muss von einer ausgebildetenmedizinischen Fachkraft als 2-4-stündige intravenöse Infusion über einen zentralen Venenkatheterverabreicht werden.
Der Beutel darf erst unmittelbar vor der Verwendung aus der Aluminiumhülle entnommen werden.
TEPADINA 200 mg
Falls notwendig, muss eine Dosisanpassung von TEPADINA entsprechend der speziellen Anwendungdurchgeführt werden.
Falls die berechnete erforderliche Dosis höher als 200 mg, aber weniger als ein Vielfaches davon ist,wird der Anwender gebeten, die erforderliche Menge in mg aus TEPADINA-Durchstechflaschen überden dafür vorgesehenen Anschluss des TEPADINA 200 mg-Beutels hinzuzufügen.
Falls die berechnete erforderliche Dosis niedriger als 200 mg ist, wird der Anwender gebeten, dieüberschüssige Menge in mg der vollständig rekonstituierten 1 mg/ml-Lösung zu entnehmen oder eine
Infusionspumpe auf die zu verabreichende Menge des Arzneimittels in ml einzustellen.
TEPADINA 400 mg
Falls notwendig, muss eine Dosisanpassung von TEPADINA entsprechend der speziellen Anwendungdurchgeführt werden.
Falls die berechnete erforderliche Dosis höher als 400 mg, aber weniger als ein Vielfaches davon ist,wird der Anwender gebeten, die erforderliche Menge in mg aus TEPADINA-Durchstechflaschen überden dafür vorgesehenen Anschluss des TEPADINA 400 mg-Beutels hinzuzufügen.
Falls die berechnete erforderliche Dosis niedriger als 400 mg ist, wird der Anwender gebeten, dieüberschüssige Menge in mg der vollständig rekonstituierten 1 mg/ml-Lösung zu entnehmen oder eine
Infusionspumpe auf die zu verabreichende Menge des Arzneimittels in ml einzustellen.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitte 6.6.
Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. Anwendung des Arzneimittels
Bei versehentlichem Kontakt mit Thiotepa kann es zu lokalen Reaktionen kommen. Deshalb wirdempfohlen, bei der Zubereitung der Infusionslösung Handschuhe zu tragen. Falls die Thiotepa-Lösungversehentlich auf die Haut gelangt, muss die betroffene Hautstelle sofort gründlich mit Wasser und
Seife gewaschen werden. Falls Thiotepa versehentlich mit Schleimhaut in Kontakt kommt, muss diesegründlich mit Wasser gespült werden (siehe Abschnitt 6.6).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).
Gleichzeitige Anwendung mit Gelbfieberimpfstoff sowie mit viralen und bakteriellen
Lebendimpfstoffen (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die Folge der Behandlung mit Thiotepa in der empfohlenen Dosis und mit dem empfohlenen
Behandlungsschema ist eine ausgeprägte Myelosuppression bei allen Patienten. Eine schwere
Granulozytopenie, Thrombozytopenie und Anämie können alleine oder kombiniert auftreten. Das
Blutbild, einschließlich des Differentialblutbildes und der Thrombozytenzahl, muss während der
Behandlung und bis zur Normalisierung des Blutbildes häufig kontrolliert werden. Thrombozyten- und
Erythrozytentransfusionen sowie Wachstumsfaktoren, wie der Granulozyten-Kolonie stimulierende
Faktor (G-CSF), sollten eingesetzt werden, sofern medizinisch angezeigt. Während der Therapie mit
Thiotepa und für die Dauer von mindestens 30 Tagen nach der Transplantation sollte täglich die
Leukozyten- und Thrombozytenzahl kontrolliert werden.
Die prophylaktische oder empirische Anwendung von Antiinfektiva (antibakteriell, antimykotisch,antiviral) sollte zur Prävention und Behandlung von Infektionen während der Dauer der Neutropenieerwogen werden.
Thiotepa wurde nicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörung untersucht. Da Thiotepa vor allemdurch die Leber metabolisiert wird, ist Vorsicht geboten, wenn Thiotepa bei Patienten mitvorbestehender Beeinträchtigung der Leberfunktion angewendet wird, insbesondere bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung. Um eine Hepatotoxizität frühzeitig zu erkennen, wird bei der
Behandlung dieser Patienten eine regelmäßige Kontrolle der Serumtransaminasen, der alkalischen
Phosphatase und von Bilirubin nach der Transplantation empfohlen.
Bei Patienten, die zuvor eine Strahlentherapie, drei oder mehr Zyklen Chemotherapie oder eine
Stammzelltransplantation erhalten haben, kann ein erhöhtes Risiko für eine venookklusive
Lebererkrankung bestehen (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten mit Herzerkrankungen in der Anamnese ist besondere Vorsicht geboten. Die
Herzfunktion muss bei Patienten, die mit Thiotepa behandelt werden, regelmäßig überwacht werden.
Bei Patienten mit Nierenerkrankungen in der Anamnese ist besondere Vorsicht geboten. Während der
Therapie mit Thiotepa sollte eine regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion in Betracht gezogenwerden.
Thiotepa kann eine pulmonale Toxizität verursachen, die die Lungentoxizität anderer Zytostatika(Busulfan, Fludarabin und Cyclophosphamid) verstärken kann (siehe Abschnitt 4.8).
Eine frühere Gehirnbestrahlung oder kraniospinale Bestrahlung kann schwere toxische Reaktionenbegünstigen (wie z. B. eine Enzephalopathie).
Der Patient muss über das erhöhte Risiko für eine sekundäre Krebserkrankung durch Thiotepa, einbekanntes Karzinogen bei Menschen, aufgeklärt werden.
Die gleichzeitige Anwendung mit abgeschwächten Lebendimpfstoffen (außer Gelbfieberimpfstoffen),
Phenytoin und Fosphenytoin wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Thiotepa darf nicht gleichzeitig mit Cyclophosphamid verabreicht werden, wenn beide Arzneimittel
Bestandteil derselben Konditionierungsbehandlung sind. TEPADINA muss in diesem Fall nach
Abschluss der Cyclophosphamid-Infusion verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.5).
Bei gleichzeitiger Anwendung von Thiotepa und CYP2B6- oder CYP3A4-Inhibitoren sollten die
Patienten sorgfältig klinisch überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).
Wie die meisten Alkylanzien kann Thiotepa die Fertilität bei Frauen und Männern beeinträchtigen.
Männliche Patienten sollten vor Beginn der Therapie eine Kryokonservierung von Spermien in
Erwägung ziehen und während der Behandlung sowie ein Jahr danach kein Kind zeugen (siehe
Abschnitt 4.6).
TEPADINA 400 mg enthält 1 .418 mg (61,6 mmol) Natrium pro Beutel, entsprechend 70,9 % der vonder WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der
Nahrung von 2 g.
TEPADINA 200 mg enthält 709 mg (30,8 mmol) Natrium pro Beutel, entsprechend 35,5 % der vonder WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der
Nahrung von 2 g.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Besondere Wechselwirkungen mit Thiotepa
Patienten, die mit immunsuppressiven Chemotherapeutika behandelt werden, dürfen keine viralen undbakteriellen Lebendimpfstoffe verabreicht werden. Zwischen der Beendigung der Therapie und der
Impfung müssen mindestens drei Monate liegen.
Thiotepa scheint über CYP2B6 und CYP3A4 metabolisiert zu werden. Die gleichzeitige
Verabreichung mit Inhibitoren von CYP2B6 (zum Beispiel Clopidogrel und Ticlopidin) oder CYP3A4(zum Beispiel Azolantimykotika, Makrolide wie Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin sowie
Proteasehemmer) können die Plasmakonzentrationen von Thiotepa erhöhen und möglicherweise die
Konzentrationen des aktiven Metaboliten TEPA verringern. Die gleichzeitige Verabreichung von
Induktoren von Cytochrom P450 (wie zum Beispiel Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital) kannden Metabolismus von Thiotepa steigern und zu erhöhten Plasmakonzentrationen des aktiven
Metaboliten führen. Deshalb sollten die Patienten bei gleichzeitiger Anwendung von Thiotepa unddiesen Arzneimitteln eingehend klinisch überwacht werden.
Thiotepa ist ein schwacher Inhibitor von CYP2B6 und kann daher möglicherweise die
Plasmakonzentrationen von Stoffen erhöhen, die über CYP2B6 metabolisiert werden, wie zum
Beispiel Ifosfamid, Tamoxifen, Bupropion, Efavirenz und Cyclophosphamid. CYP2B6 katalysiert diemetabolische Konversion von Cyclophosphamid in seine aktive Form 4-Hydroxycyclophosphamid (4-
OHCP), und die gleichzeitige Anwendung von Thiotepa kann deshalb zu verminderten
Konzentrationen des aktiven 4-OHCP führen. Daher sollte bei gleichzeitiger Anwendung von
Thiotepa und diesen Arzneimitteln ein entsprechendes klinisches Monitoring durchgeführt werden.
Gegenanzeigen für die gleichzeitige Anwendung
Gelbfieberimpfstoff: Risiko einer tödlichen generalisierten impfstoffinduzierten Erkrankung.
Generell dürfen Patienten, die mit immunsuppressiven Chemotherapeutika behandelt werden, keineviralen und bakteriellen Lebendimpfstoffe verabreicht werden. Zwischen der Beendigung der Therapieund der Impfung müssen mindestens drei Monate liegen.
Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlenAbgeschwächte Lebendimpfstoffe (außer Gelbfieberimpfstoff): Risiko einer systemischen, potenzielltödlichen Erkrankung. Dieses Risiko ist bei Patienten, die durch ihre Grundkrankheit bereitsimmungeschwächt sind, erhöht.
Stattdessen sollte ein Impfstoff mit inaktiviertem Virus verwendet werden, soweit dies möglich ist(Poliomyelitis).
Phenytoin: Risiko der Verschlimmerung von Krampfleiden infolge der verminderten Resorption von
Phenytoin im Verdauungstrakt durch Zytostatika oder Risiko der verstärkten Toxizität und des
Wirksamkeitsverlustes des Zytostatikums durch gesteigerten Metabolismus in der Leber durch
Phenytoin.Gleichzeitige Anwendung zu überdenken
Ciclosporin, Tacrolimus: übermäßige Immunsuppression mit Risiko der Lymphoproliferation.
Alkylierende Chemotherapeutika wie Thiotepa hemmen die Plasma-Pseudocholinesterase um 35 %bis 70 %. Die Wirkung von Succinylcholin kann um 5 bis 15 Minuten verlängert werden.
Thiotepa darf nicht gleichzeitig mit Cyclophosphamid verabreicht werden, wenn beide Arzneimittel
Bestandteil derselben Konditionierungsbehandlung sind. TEPADINA muss in diesem Fall nach
Abschluss der Cyclophosphamid-Infusion verabreicht werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Thiotepa und anderen myelosuppressiven oder myelotoxischen
Präparaten (wie etwa Cyclophosphamid, Melphalan, Busulfan, Fludarabin, Treosulfan) kann das
Risiko von hämatologischen Nebenwirkungen aufgrund der sich überlappenden Toxizitätsprofiledieser Arzneimittel potenzieren.
Wechselwirkungen bei allen Zytostatika
Aufgrund des erhöhten Thromboserisikos bei Krebserkrankungen wird häufig einegerinnungshemmende Behandlung durchgeführt. Die hohe intraindividuelle Variabilität des
Gerinnungsstatus während einer Krebserkrankung und die potenzielle Wechselwirkung zwischenoralen Antikoagulanzien und der Krebschemotherapie erfordert eine häufigere Kontrolle des INR-
Wertes, falls der Patient mit oralen Antikoagulanzien behandelt wird.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/ Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethodeanwenden, und vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
Männliche Patienten sollten während der Behandlung und ein Jahr lang nach Beendigung der
Behandlung kein Kind zeugen (siehe Abschnitt 5.3).
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Thiotepa bei Schwangeren vor. Inpräklinischen Studien hat sich gezeigt, dass Thiotepa wie die meisten Alkylanzien embryofetale
Letalität und Teratogenität verursacht (siehe Abschnitt 5.3). Deshalb ist Thiotepa während der
Schwangerschaft kontraindiziert.
StillzeitEs ist unbekannt, ob Thiotepa in die Muttermilch übergeht. Aufgrund seiner pharmakologischen
Eigenschaften und seiner potenziellen Toxizität für gestillte Neugeborene/Kinder ist das Stillenwährend der Behandlung mit Thiotepa kontraindiziert.
FertilitätWie die meisten Alkylanzien kann Thiotepa die Fertilität bei Frauen und Männern beeinträchtigen.
Männliche Patienten sollten vor Beginn der Therapie eine Kryokonservierung ihrer Spermien in
Erwägung ziehen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenTEPADINA hat großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Es ist wahrscheinlich, dass bestimmte Nebenwirkungen von Thiotepa wie Schwindel,
Kopfschmerzen und verschwommenes Sehen diese Fähigkeiten beeinträchtigen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Sicherheit von Thiotepa wurde durch eine Überprüfung der unerwünschten Ereignisse, die inpublizierten Daten aus klinischen Studien berichtet wurden, untersucht. In diesen Studien erhielteninsgesamt 6.588 erwachsene Patienten und 902 Kinder und Jugendliche eine Behandlung mit Thiotepazur Konditionierung vor einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation.
Schwerwiegende toxische Wirkungen, die das hämatologische, hepatische und respiratorische Systembetreffen, waren als Folge der Konditionierung und des Transplantationsverfahrens zu erwarten.
Hierzu zählen Infektionen und Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD), die vor allem bei allogener
HSZT die Hauptursachen von Morbidität und Mortalität waren, jedoch nicht in direktem
Kausalzusammenhang mit der Konditionierungsbehandlung standen.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei den verschiedenen Konditionierungsbehandlungen mit
Thiotepa berichtet wurden, sind: Infektionen, Zytopenie, akute GvHD und chronische GvHD,
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, hämorrhagische Zystitis und Schleimhautentzündung.
Leukenzephalopathie
Fälle von Leukenzephalopathie wurden infolge der Behandlung mit Thiotepa bei erwachsenen undpädiatrischen Patienten mit mehreren vorausgegangenen Chemotherapien einschließlich Methotrexatund Strahlentherapie beobachtet. Einige Fälle verliefen tödlich.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenErwachseneDie Nebenwirkungen, die zumindest möglicherweise als mit der Konditionierungsbehandlung mit
Thiotepa im Zusammenhang stehend eingestuft wurden und bei erwachsenen Patienten in mehr alseinem Einzelfall auftraten, sind nachstehend nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgelistet.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Infektionen und Erhöhte Toxischesparasitäre Infektions- Schocksyndrom
Erkrankungen anfälligkeit
Sepsis
Gutartige, Behandlungs-bösartige und bedingtesunspezifische sekundäres
Neubildungen Malignom(einschl. Zystenund Polypen)
Erkrankungen des Leukopenie
Blutes und des Thrombozytopenie
Lymphsystems Febrile
NeutropenieAnämiePanzytopenie
Granulozytopenie
Erkrankungen des Akute Graft- Hypersensitivität
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Immunsystems versus-Host-
Krankheit
Chronische Graft-versus-Host-
Krankheit
Endokrine Hypopituitarismus
Erkrankungen
Stoffwechsel- und Anorexie
Ernährungs- Verminderterstörungen Appetit
HyperglykämiePsychiatrische Verwirrtheits- Angst Delirium
Erkrankungen zustand Nervosität
Veränderungen des Halluzination
Geisteszustands Agitiertheit
Erkrankungen des Schwindel Intrakraniales Leukenzephalo-
Nervensystems Kopfschmerzen Aneurysma pathie
Verschwommenes Extrapyramidale
Sehen Störung
Enzephalopathie Kognitive Störung
Krampfanfall Hirnblutung
Parästhesie
Augen- Konjunktivitis Katarakterkrankungen
Erkrankungen des Hörstörung
Ohrs und des Ototoxizität
Labyrinths Tinnitus
Herzerkrankungen Arrhythmie Tachykardie Kardiomyopathie
Herzinsuffizienz Myokarditis
Gefäß- Lymphödem Blutungerkrankungen Hypertonie Embolie
Erkrankungen der Idiopathisches Lungenödem Hypoxie
Atemwege, des Pneumonie- Husten
Brustraums und syndrom Pneumonitis
Mediastinums Epistaxis
Erkrankungen des Übelkeit Obstipation Gastrointestinales
Gastrointestinal- Stomatitis Gastrointestinale Geschwürtrakts Ösophagitis Perforation
Erbrechen Ileus
Diarrhoe
Dyspepsie
Bauchschmerzen
Enteritis
KolitisLeber- und Venookklusive
Gallen- Lebererkrankungerkrankungen Hepatomegalie
Gelbsucht
Erkrankungen der Hautausschlag Erythem Pigmentierungs- Schwere
Haut und des Pruritus störung toxische
Unterhautzell- Alopezie Psoriasis Hautreaktionengewebes erythrodermica einschließlich
Fälle von
Stevens-Johnson
Systemorganklas Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntse
Syndrom und
Epidermolysisacuta toxica
Skelettmuskulatur Rückenschmerzen
- , Bindegewebs- Myalgieund Knochen- Arthralgieerkrankungen
Erkrankungen der Hämorrhagische Dysurie
Nieren und Zystitis Oligurie
Harnwege Niereninsuffizienz
Zystitis
Hämaturie
Erkrankungen der Azoospermie Menopausale
Geschlechts- Amenorrhoe Symptomeorgane und der Vaginale Blutung Weibliche
Brustdrüse Infertilität
Männliche
Infertilität
Allgemeine Pyrexie Multiorgan-
Erkrankungen und Asthenie versagen
Beschwerden am Schüttelfrost Schmerzen
Verabreichungsort Generalisiertes
Ödem
Entzündung an der
Injektionsstelle
Schmerzen an der
Injektionsstelle
Schleimhaut-entzündung
Untersuchungen Gewichtszunahme Kreatininanstieg
Bilirubinanstieg Anstieg des
Transaminasen- Blutharnstoffsanstieg Anstieg der
Amylaseanstieg Gamma-glutamyl-transferase
Anstieg deralkalischen
Phosphatase
Anstieg der
Aspartatamino-transferase
Kinder und JugendlicheDie Nebenwirkungen, die zumindest möglicherweise als mit der Konditionierungsbehandlung mit
Thiotepa im Zusammenhang stehend eingestuft wurden und bei Kindern und Jugendlichen in mehr alseinem Einzelfall auftraten, sind nachstehend nach Systemorganklassen und Häufigkeit aufgelistet.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Nicht bekannt
Infektionen und parasitäre Erhöhte Thrombo-
Erkrankungen Infektionsanfälligkeit zytopenische
Sepsis Purpura
Gutartige, bösartige und Behandlungs-unspezifische Neubildungen bedingtes(einschl. Zysten und Polypen) sekundäres
Malignom
Erkrankungen des Blutes und des Thrombozytopenie
Lymphsystems Febrile Neutropenie
AnämiePanzytopenie
Granulozytopenie
Erkrankungen des Immunsystems Akute Graft-versus-
Host-Krankheit
Chronische Graft-versus-Host-
Krankheit
Endokrine Erkrankungen Hypopituitarismus
Hypogonadismus
Hypothyroidismus
Stoffwechsel- und Anorexie
Ernährungsstörungen Hyperglykämie
Psychiatrische Erkrankungen Veränderungen des Geistige Störung
Geisteszustands aufgrund einerallgemein-medizinischen
Erkrankung
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen Ataxie Leukenzephalo-
Enzephalopathie pathie
KrampfanfallHirnblutung
Gedächtnisbeein-trächtigung
Parese
Erkrankungen des Ohrs und des Hörstörung
Labyrinths
Herzerkrankungen Herzstillstand Kardiovaskuläre
Insuffizienz
HerzinsuffizienzGefäßerkrankungen Blutung Hypertonie
Erkrankungen der Atemwege, des Pneumonitis Idiopathisches Pulmonale
Brustraums und Mediastinums Pneumonie- arteriellesyndrom Hypertonie
Lungenblutung
Lungenödem
Epistaxis
Hypoxie
Atemstillstand
Erkrankungen des Übelkeit Enteritis
Gastrointestinaltrakts Stomatitis Darmverschluss
ErbrechenDiarrhoe
Bauchschmerzen
Leber- und Gallenerkrankungen Venookklusive Leberversagen
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Nicht bekannt
Lebererkrankung
Erkrankungen der Haut und des Hautausschlag Schwere toxische
Unterhautzellgewebes Erythem Hautreaktionen
Desquamation einschließlich
Pigmentierungs- Fälle vonstörung Stevens-Johnson
Syndrom und
Epidermolysisacuta toxica
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- Wachstums-und Knochenerkrankungen retardierung
Erkrankungen der Nieren und Blasenstörungen Nieren-insuffizienz
Harnwege Hämorrhagische
Zystitis
Allgemeine Erkrankungen und Pyrexie
Beschwerden am Schleimhaut-
Verabreichungsort entzündung
SchmerzenMultiorganversagen
Untersuchungen Bilirubinanstieg Anstieg des
Transaminasen- Blutharnstoffsanstieg Abnormale
Kreatininanstieg Elektrolytwerte
Anstieg der Aspartat- Erhöhung deraminotransferase Prothrombinzeit-
Anstieg der Alanin- Ratioaminotransferase
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen keine Erfahrungen mit Überdosierungen von Thiotepa vor. Die wichtigsten
Nebenwirkungen, die im Fall einer Überdosierung zu erwarten sind, sind Myeloablation und
Panzytopenie.
Es ist kein Antidot für Thiotepa bekannt.
Der hämatologische Status muss engmaschig überwacht werden, und sofern medizinisch indiziert,müssen wirksame unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, alkylierende Mittel, ATC-Code: L01AC01
WirkmechanismusThiotepa ist ein polyfunktionales Zytostatikum, das chemisch und pharmakologisch mit Stickstofflostverwandt ist. Die radiomimetische Wirkung von Thiotepa beruht vermutlich auf der Freisetzung von
Ethylenimin-Radikalen, die wie bei der Strahlentherapie die DNA-Bindungen aufbrechen, z. B. durch
Alkylierung von Guanin am N-7, Aufbrechen der Verbindung zwischen der Purinbase und dem
Zucker und Freisetzung von alkyliertem Guanin.
Klinische Sicherheit und Wirksamkeit
Die Konditionierungsbehandlung muss eine Zytoreduktion und im Idealfall eine Eradikation der
Erkrankung herbeiführen. Die dosislimitierende Toxizität von Thiotepa ist die Knochenmarkablation,weshalb vor autologer HSZT eine erhebliche Dosissteigerung möglich ist. Bei allogener HSZT mussdie Konditionierung immunsuppressiv und myeloablativ genug sein, um die Wirtsabstoßung des
Transplantats zu verhindern. Aufgrund seiner ausgeprägten myeloablativen Eigenschaften verstärkt
Thiotepa die Immunsuppression und Myeloablation beim Empfänger und fördert dadurch das
Engraftment; dies gleicht den Verlust des GvHD-bedingten GvL-Effektes aus. Als Alkylans bewirkt
Thiotepa die ausgeprägteste Hemmung des Tumorzellwachstums in vitro bereits bei der kleinsten
Steigerung der Arzneimittelkonzentration. Aufgrund seiner fehlenden extramedullären Toxizität trotz
Dosissteigerung über den myelotoxischen Bereich hinaus wird Thiotepa seit Jahrzehnten in
Kombination mit anderen Chemotherapeutika zur Konditionierung vor autologer oder allogener HSZTangewendet.
Die folgenden Ergebnisse von publizierten klinischen Studien belegen die Wirksamkeit von Thiotepa:
Autologe HSZT
Hämatologische Erkrankungen
Engraftment: Konditionierungsbehandlungen mit Thiotepa erwiesen sich als myeloablativ.
Krankheitsfreies Überleben (DFS): Ein geschätzter Wert von 43 % nach fünf Jahren bestätigt, dass
Konditionierungen, die Thiotepa beinhalten, mit anschließender autologer HSZT wirksametherapeutische Strategien zur Behandlung von Patienten mit hämatologischen Erkrankungen sind.
Rezidive: Bei allen Konditionierungen mit Thiotepa wurden Rezidivraten nach mehr als einem Jahrvon 60 % oder niedriger berichtet, was von den Ärzten als Schwellenwert für den Nachweis der
Wirksamkeit betrachtet wurde. Bei einigen ausgewerteten Konditionierungen lagen die Rezidivratenauch nach 5 Jahren unter 60 %.
Gesamtüberleben (OS): Das Gesamtüberleben betrug 29 % bis 87 % bei einer Nachbeobachtungszeitvon 22 bis 63 Monaten.
Behandlungsassoziierte Mortalität (RRM) und transplantationsassoziierte Mortalität (TRM): Eswurden RRM-Werte von 2,5 % bis 29 % berichtet. Die TRM-Werte lagen im Bereich von 0 % bis21 % nach 1 Jahr, was die Sicherheit der Konditionierung mit Thiotepa für die autologe HSZT beierwachsenen Patienten mit hämatologischen Erkrankungen bestätigt.
Solide Tumoren
Engraftment: Konditionierungsbehandlungen mit Thiotepa erwiesen sich als myeloablativ.
Krankheitsfreies Überleben (DFS): Die bei Nachbeobachtungszeiten von mehr als 1 Jahr beobachteten
Werte bestätigen, dass Konditionierungen mit Thiotepa und anschließender autologer HSZT wirksame
Optionen zur Behandlung von Patienten mit soliden Tumoren sind.
Rezidive: Bei allen Konditionierungen mit Thiotepa lagen die Rezidivraten nach mehr als einem Jahrunter 60 %, was von den Ärzten als Schwellenwert für den Nachweis der Wirksamkeit betrachtetwurde. In einigen Fällen wurden Rezidivraten von 35 % und 45 % nach 5 bzw. 6 Jahren beobachtet.
Gesamtüberleben (OS): Das Gesamtüberleben betrug 30 % bis 87 % bei einer Nachbeobachtungszeitvon 11,7 bis 87 Monaten.
Behandlungsassoziierte Mortalität (RRM) und transplantationsassoziierte Mortalität (TRM): Eswurden RRM-Werte von 0 % bis 2 % berichtet. Die TRM-Werte lagen im Bereich von 0 % bis 7,4 %,was die Sicherheit der Konditionierung mit Thiotepa für die autologe HSZT bei erwachsenen
Patienten mit soliden Tumoren bestätigt.
Allogene HSZT
Hämatologische Erkrankungen
Engraftment: Das Engraftment wurde bei allen berichteten Konditionierungen erreicht (92 % - 100 %)und trat zum erwarteten Zeitpunkt ein. Daraus ergibt sich, dass Konditionierungen mit Thiotepamyeloablativ sind.
GvHD (Graft-versus-Host-Krankheit): Alle ausgewerteten Konditionierungen führten zu einerniedrigen Inzidenz von akuten GvHD des Grades III-IV (4 % bis 24 %).
Krankheitsfreies Überleben (DFS): Die bei Nachbeobachtungszeiten von mehr als 1 Jahr und bis zu5 Jahren beobachteten Werte bestätigen, dass Konditionierungen mit Thiotepa und anschließenderallogener HSZT wirksame Optionen zur Behandlung von Patienten mit hämatologischen
Erkrankungen sind.
Rezidive: Bei allen Konditionierungen, die Thiotepa beinhalteten, wurden Rezidivraten nach mehr als1 Jahr von unter 40 % berichtet, was von den Ärzten als Schwellenwert für den Nachweis der
Wirksamkeit betrachtet wurde. In einigen Fällen lagen die Rezidivraten auch nach 5 und 10 Jahrenunter 40 %.
Gesamtüberleben (OS): Das Gesamtüberleben betrug 31 % bis 81 % bei einer Nachbeobachtungszeitvon 7,3 bis 120 Monaten.
Behandlungsassoziierte Mortalität (RRM) und transplantationsassoziierte Mortalität (TRM): Eswurden niedrige Werte beobachtet, was die Sicherheit der Konditionierungen mit Thiotepa für dieallogene HSZT bei erwachsenen Patienten mit hämatologischen Erkrankungen bestätigt.
Kinder und JugendlicheAutologe HSZT
Solide Tumoren
Engraftment: Das Engraftment wurde bei allen berichteten Konditionierungen mit Thiotepa erreicht.
Krankheitsfreies Überleben (DFS): Bei einer Nachbeobachtungszeit von 36 bis 57 Monaten lag daskrankheitsfreie Überleben in den berichteten Studien im Bereich von 46 % bis 70 %. In Anbetrachtdessen, dass alle Patienten wegen soliden Hochrisiko-Tumoren behandelt wurden, bestätigen die
Ergebnisse für das krankheitsfreie Überleben, dass Konditionierungen mit Thiotepa undanschließender autologer HSZT wirksame therapeutische Strategien zur Behandlung von pädiatrischen
Patienten mit soliden Tumoren sind.
Rezidive: Bei allen berichteten Konditionierungen mit Thiotepa lagen die Rezidivraten nach 12 bis57 Monaten im Bereich von 33 % bis 57 %. Da alle Patienten an einem bereits rezidivierten soliden
Tumor bzw. einem soliden Tumor mit ungünstiger Prognose litten, belegen diese Werte die
Wirksamkeit von Konditionierungen auf der Basis von Thiotepa.
Gesamtüberleben (OS): Das Gesamtüberleben betrug 17 % bis 84 % bei einer Nachbeobachtungszeitvon 12,3 bis 99,6 Monaten.
Behandlungsassoziierte Mortalität (RRM) und transplantationsassoziierte Mortalität (TRM): Eswurden RRM-Werte von 0 % bis 26,7 % berichtet. Die TRM-Werte lagen im Bereich von 0 % bis18 %, was die Sicherheit der Konditionierung mit Thiotepa für die autologe HSZT bei pädiatrischen
Patienten mit soliden Tumoren bestätigt.
Allogene HSZT
Hämatologische Erkrankungen
Engraftment: Das Engraftment wurde bei allen ausgewerteten Konditionierungen mit Thiotepa miteiner Erfolgsrate von 96 % - 100 % erreicht. Die hämatologische Erholung trat innerhalb dererwarteten Zeit ein.
Krankheitsfreies Überleben (DFS): Es wurden Werte von 40 % - 75 % bei Nachbeobachtungszeitenvon mehr als 1 Jahr beobachtet. Die Ergebnisse für das krankheitsfreie Überleben bestätigen, dass
Konditionierungen mit Thiotepa und anschließender allogener HSZT wirksame therapeutische
Strategien zur Behandlung pädiatrischer Patienten mit hämatologischen Erkrankungen sind.
Rezidive: Bei allen berichteten Konditionierungen mit Thiotepa lag die Rezidivrate im Bereich von15 % - 44 %. Diese Daten belegen die Wirksamkeit von Konditionierungen auf der Basis von
Thiotepa bei allen hämatologischen Erkrankungen.
Gesamtüberleben (OS): Das Gesamtüberleben betrug 50 % bis 100 % bei einer Nachbeobachtungszeitvon 9,4 bis 121 Monaten.
Behandlungsassoziierte Mortalität (RRM) und transplantationsassoziierte Mortalität (TRM): Eswurden RRM-Werte von 0 % bis 2,5 % berichtet. Die TRM-Werte lagen im Bereich von 0 % bis30 %, was die Sicherheit der Konditionierung mit Thiotepa für die allogene HSZT bei pädiatrischen
Patienten mit hämatologischen Erkrankungen bestätigt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionThiotepa wird unzuverlässig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert: Aufgrund seiner
Säureinstabilität wird Thiotepa nicht oral angewendet.
VerteilungThiotepa ist eine stark lipophile Substanz. Nach intravenöser Verabreichung entsprechen die
Plasmakonzentrationen des Wirkstoffs einem Zwei-Kompartiment-Modell mit rascher
Verteilungsphase. Das Verteilungsvolumen von Thiotepa ist hoch. Es werden Werte im Bereich von40,8 l/m2 bis 75 l/m2 angegeben, was auf eine Verteilung im Ganzkörperwasser hindeutet. Dasapparente Verteilungsvolumen von Thiotepa scheint unabhängig von der verabreichten Dosis zu sein.
Die nicht proteingebundene Fraktion im Plasma beträgt 70-90 %; es wird eine unwesentliche Bindungvon Thiotepa an Gammaglobulin und eine minimale Albuminbindung (10-30 %) in der Literaturangegeben.
Nach intravenöser Anwendung ist die Konzentration des Arzneimittels im Liquor fast genauso hochwie im Plasma. Das mittlere Verhältnis der AUC für Thiotepa im Liquor zu der im Plasmabeträgt 0,93. Die Liquor- und Plasmakonzentrationen von TEPA, dem ersten angegebenen aktiven
Metaboliten von Thiotepa, liegen über den Konzentrationen der Muttersubstanz.
BiotransformationThiotepa unterliegt einem schnellen und umfassenden Metabolismus in der Leber, und innerhalb von1 Stunde nach der Infusion waren Metaboliten im Urin nachweisbar. Die Metaboliten sind aktive
Alkylanzien, doch die Rolle, die sie bei der Antitumoraktivität von Thiotepa spielen, ist noch unklar.
Thiotepa unterliegt einer oxidativen Desulfurierung durch die Cytochrom P450 CYP2B- und CYP3A-
Isoenzymfamilien zum wichtigsten und aktiven Metaboliten TEPA (Triethylenphosphoramid). Dieausgeschiedene Gesamtmenge von Thiotepa und seiner identifizierten Metaboliten macht 54-100 %der Gesamt-Alkylierungsaktivität aus, was auf das Vorhandensein von weiteren alkylierenden
Metaboliten hindeutet. Bei der Konversion von GSH-Konjugaten zu N-Acetylcystein-Konjugatenwerden GSH, Cysteinylglycin und Cystein-Konjugate gebildet. Diese Metaboliten finden sich nichtim Urin, und werden, wenn sie entstehen, wahrscheinlich in der Galle ausgeschieden oder als
Zwischenmetaboliten rasch zu Thiotepa-mercapturat konvertiert.
EliminationDie Gesamtclearance von Thiotepa lag im Bereich von 11,4 bis 23,2 l/h/m2. Die
Eliminationshalbwertszeit schwankte von 1,5 bis 4,1 Stunden. Die identifizierten Metaboliten TEPA,
Monochlortepa und Thiotepa-mercapturat werden im Urin ausgeschieden. Die Ausscheidung von
Thiotepa und TEPA im Urin ist nach 6 bzw. 8 Stunden nahezu abgeschlossen. Die mittlere
Wiederfindung von Thiotepa und seinen Metaboliten im Urin beträgt 0,5 % für den unveränderten
Wirkstoff und Monochlortepa sowie 11 % für TEPA und Thiotepa-mercapturat.
Linearität/Nicht-LinearitätEs gibt keine klaren Hinweise auf eine Sättigung der metabolischen Clearancemechanismen bei hohen
Dosen von Thiotepa.
Besondere PatientengruppenKinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von hochdosiertem Thiotepa bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren scheintnicht von der Pharmakokinetik bei Kindern, die mit 75 mg/m2 behandelt werden, oder Erwachsenen,die ähnliche Dosen erhalten, abzuweichen.
NierenfunktionsstörungDie Auswirkungen von Nierenfunktionsstörungen auf die Elimination von Thiotepa wurden nichtuntersucht.
LeberfunktionsstörungDie Auswirkungen von Leberfunktionsstörungen auf den Metabolismus und die Elimination von
Thiotepa wurden nicht untersucht.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es wurden keine konventionellen Studien zur akuten Toxizität und zur Toxizität bei wiederholter
Gabe durchgeführt.
Thiotepa hat sich in vitro und in vivo als genotoxisch und bei Mäusen und Ratten als karzinogenerwiesen.
Thiotepa beeinträchtigte bei männlichen Mäusen die Fertilität und die Spermatogenese sowie beiweiblichen Mäusen die Ovarialfunktion. Es war bei Mäusen und Ratten teratogen und bei Kaninchenfetoletal. Diese Wirkungen wurden bei Dosen beobachtet, die niedriger als die bei Menschenverwendeten Dosen waren.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
PulverKeine
LösungsmittelNatriumchlorid
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
TEPADINA ist in sauren Medien instabil.
Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Nicht aktivierter Beutel2 Jahre.
Nach Aktivierung des Beutels und Rekonstitution
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort nach der Aktivierung und Rekonstitutionangewendet werden.
Die chemische und physikalische Stabilität des rekonstituierten Arzneimittels im aktivierten Beutelwurde für bis zu 48 Stunden bei einer Lagerung zwischen 2 °C bis 8 °C und für bis zu 6 Stunden beieiner Temperatur von 25 °C nachgewiesen.
Falls es nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der
Aufbewahrung bis zur Anwendung verantwortlich, die normalerweise die oben angegebenen
Bedingungen nicht überschreiten sollten, obwohl die Rekonstitution unter kontrollierten undvalidierten aseptischen Bedingungen stattgefunden hat.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Kühl lagern und transportieren (2 °C-8 °C).
Nicht einfrieren.
Den Beutel in der Aluminiumhülle aufbewahren, um den Inhalt vor Aktivierung zu schützen.
Lagerungsbedingungen des rekonstituierten und verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
TEPADINA 200 mg
TEPADINA wird als Zweikammerbeutel geliefert, der in der einen Kammer 200 mg Pulver und in deranderen Kammer 200 ml isotonische Natriumchlorid-Injektionslösung enthält.
TEPADINA 400 mg
TEPADINA wird als Zweikammerbeutel geliefert, der in der einen Kammer 400 mg Pulver und in deranderen Kammer 400 ml isotonische Natriumchlorid-Injektionslösung enthält.
Der Beutel mit TEPADINA 200 mg und 400 mg besteht aus einem mehrschichtigen Polyolefin/Styrol-
Blockcopolymer und ist mit drei Anschlüssen aus dem gleichen Polyolefin/Styrol-Material versehen,die mit verschiedenen Verschlusssystemen ausgestattet sind:
- Twist-Off-Anschluss (Polypropylen oder thermoplastisches Elastomer);
- Anschluss mit manipulationssicherer Kappe, bestehend aus einem Luer-Lock-Verschluss(Silikon/Polykarbonat) und einer Verschlusskappe (Polypropylen);
- Blindanschluss, der nur während der Herstellung (Gefriertrocknung) verwendet wird,bestehend aus Polypropylen mit Gefriertrocknungsstopfen aus Chlorobutyl, verschlossen mit
Flip-Off-Kappe aus Aluminium.
Jeder Beutel ist in einer Aluminiumhülle verpackt.
Packungsgröße: 1 Beutel.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungZubereitung von TEPADINA
Die einschlägigen Vorschriften für die Handhabung und Entsorgung von Zytostatika müssen beachtetwerden. Sämtliche Zubereitungsschritte erfordern eine streng aseptische Arbeitsweise, vorzugsweisean einer Sicherheitswerkbank mit vertikaler Laminarströmung.
Wie andere Zytostatika müssen TEPADINA-Lösungen vorsichtig gehandhabt und zubereitet werden,um versehentlichen Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten zu vermeiden. Bei versehentlichem Kontaktmit Thiotepa kann es zu lokalen Reaktionen kommen. Es wird empfohlen, bei der Zubereitung der
Infusionslösung Handschuhe zu tragen. Falls die Thiotepa-Lösung versehentlich auf die Haut gelangt,muss die betroffene Hautstelle sofort gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Falls
Thiotepa versehentlich mit Schleimhaut in Kontakt kommt, muss diese gründlich mit Wasser gespültwerden.
Aktivierung und Rekonstitution
TEPADINA beutel muss mit isotonischer Natriumchlorid-Injektionslösung rekonstituiert werden. Dieendgültige rekonstituierte Lösung erhält man, nachdem die trennbare Versiegelung des
Zweikammerbeutels geöffnet wurde und der Inhalt (Pulver und Lösungsmittel) bis zur vollständigen
Auflösung des Pulvers gemischt wurde.
Nach Rekonstitution mit dem Lösungsmittel enthält jeder ml Lösung 1 mg Thiotepa.
Nur farblose Lösungen ohne erkennbare Partikel dürfen verwendet werden.
Dosisanpassungen, die entsprechend der Dosierung (Abschnitt 4.2) berechnet wurden
TEPADINA 200 mg
Um sicherzustellen, dass die korrekte Dosis verabreicht wird, muss unter Umständen eine Anpassungvorgenommen werden, indem Lösung wie folgt entnommen oder hinzugefügt wird:
- Entnahme (wenn die benötigte Dosis weniger als 200 mg ist)
Entnehmen Sie je nach Bedarf das entsprechende Volumen der rekonstituierten Lösung(1 mg/ml) mit einer graduierten Spritze an dem Luer-Anschluss (Schritt 5 der Hinweise für den
Gebrauch in der Packungsbeilage) oder stellen Sie eine Infusionspumpe auf die zuverabreichende Menge des Arzneimittels in ml ein;
- Zugabe (wenn die benötigte Dosis mehr als 200 mg ist)
Das entsprechende Volumen der rekonstituierten Lösung aus TEPADINA 15 mg- oder 100 mg-
Durchstechflaschen (10 mg/ml) sollte durch den dafür vorgesehenen Luer-Anschluss in den
Infusionsbeutel von TEPADINA 200 mg überführt werden (Schritt 5 der Hinweise für den
Gebrauch in der Packungsbeilage).
TEPADINA 400 mg
Um sicherzustellen, dass die korrekte Dosis verabreicht wird, muss unter Umständen eine Anpassungvorgenommen werden, indem Lösung wie folgt entnommen oder hinzugefügt wird:
- Entnahme (wenn die benötigte Dosis weniger als 400 mg ist)
Entnehmen Sie je nach Bedarf das entsprechende Volumen der rekonstituierten Lösung(1 mg/ml) mit einer graduierten Spritze an dem Luer-Anschluss (Schritt 5 der Hinweise für den
Gebrauch in der Packungsbeilage) oder stellen Sie eine Infusionspumpe auf die zuverabreichende Menge des Arzneimittels in ml ein;
- Zugabe (wenn die benötigte Dosis mehr als 400 mg ist)
Das entsprechende Volumen der rekonstituierten Lösung aus TEPADINA 15 mg- oder 100 mg-
Durchstechflaschen (10 mg/ml) sollte durch den dafür vorgesehenen Luer-Anschluss in den
Infusionsbeutel von TEPADINA 400 mg überführt werden (Schritt 5 der Hinweise für den
Gebrauch in der Packungsbeilage).
AnwendungDie Infusionslösung TEPADINA sollte vor der Anwendung visuell auf Partikel überprüft werden.
Lösungen, welche Fällungsprodukte enthalten, müssen verworfen werden.
Vor und nach jeder Infusion sollte der Verweilkatheter mit etwa 5 ml isotonischer
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0.9%) für Injektionszwecke gespült werden.
Die Infusionslösung muss Patienten über ein Infusionsbesteck mit einem 0,2-µm-Inline-Filterverabreicht werden. Die Filterung verändert nicht den Wirkstoffgehalt der Lösung.
EntsorgungTEPADINA ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
ADIENNE S.r.l. S.U.
Via Galileo Galilei, 1920867 Caponago (MB) Italien
Tel: +39-02 40700445adienne@adienne.com
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/10/622/003
EU/1/10/622/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. März 2010
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. November 2014
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur unter http://www.ema.europa.eu verfügbar.