Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SYCREST 5mg sublingualtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Sycrest 5 mg Sublingualtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Eine Sublingualtablette enthält 5 mg Asenapin (als Maleat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Sublingualtablette
Runde, weiße bis weißgraue Sublingualtabletten mit einseitig aufgeprägter '5“.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Sycrest wird angewendet für die Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-
I-Störung bei Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungAls Monotherapie sollte Sycrest zu Beginn in einer Dosierung von 5 mg zweimal täglicheingenommen werden. Eine Dosis sollte morgens und eine Dosis sollte abends eingenommen werden.
Die Dosierung kann basierend auf dem individuellen klinischen Ansprechen und der Verträglichkeitauf 10 mg zweimal täglich erhöht werden. Siehe Abschnitt 5.1. Als Kombinationstherapie wird eine
Anfangsdosis von 5 mg zweimal täglich empfohlen. In Abhängigkeit vom klinischen Ansprechen undder Verträglichkeit beim einzelnen Patienten kann die Dosierung auf 10 mg zweimal täglich erhöhtwerden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenSycrest ist bei älteren Patienten mit Vorsicht anzuwenden. Daten zur Wirksamkeit bei Patienten abeinem Alter von 65 Jahren sind nur in begrenztem Umfang verfügbar. Die vorliegenden Daten zur
Pharmakokinetik sind in Abschnitt 5.2 beschrieben.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es gibt keine
Erfahrungen mit Asenapin bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion, deren Kreatinin-
Clearance weniger als 15 ml/min beträgt.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die
Möglichkeit erhöhter Asenapin-Plasmaspiegel kann bei einigen Patienten mit mäßig eingeschränkter
Leberfunktion (Child-Pugh B) nicht ausgeschlossen werden, daher ist Vorsicht geboten. Bei Patientenmit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh C) wurde eine siebenfache Erhöhung der
Exposition gegenüber Asenapin beobachtet. Daher wird Sycrest bei Patienten mit einer schweren
Leberfunktionsstörung nicht empfohlen.
Kinder und JugendlicheBei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 10-17 Jahren), die manische oder gemischte Episoden in
Verbindung mit einer Bipolar-I-Störung aufwiesen, wurden eine Pharmakokinetik-Studie sowie eine
Kurzzeitstudie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit durchgeführt. Die Langzeit-sicherheit in dieser Patientengruppe wurde in einer unverblindeten, unkontrollierten 50-Wochen-
Verlängerungsstudie untersucht. Zurzeit vorliegende Daten sind in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungDie Tablette darf erst unmittelbar vor der Einnahme aus der Blisterpackung entnommen werden. Die
Tablette darf nur mit trockenen Händen angefasst werden. Die Tablette darf nicht aus der
Blisterpackung gedrückt werden. Die Blisterpackung darf nicht aufgeschnitten oder aufgerissenwerden. Die farbige Lasche ist zurückzuziehen und die Tablette vorsichtig zu entnehmen. Die Tablettedarf nicht zerdrückt werden.
Um eine optimale Resorption zu gewährleisten, muss die Sycrest Sublingualtablette unter die Zungegelegt werden, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Die Tablette löst sich im Speichel innerhalb von
Sekunden auf. Sycrest Sublingualtabletten dürfen nicht gekaut oder geschluckt werden. Nach der
Einnahme muss 10 Minuten lang Essen und Trinken vermieden werden.
Bei einer Kombination mit anderen Arzneimitteln muss Sycrest zuletzt eingenommen werden.
Die Behandlung mit Sycrest wird nicht für Patienten empfohlen, die diese Art der Anwendung nichteinhalten können, da die Bioverfügbarkeit von geschlucktem Asenapin gering ist (< 2 % mit einer
Tablette zum Einnehmen als Darreichungsform).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Ältere Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose
Bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose besteht unter der Behandlung mit
Neuroleptika das Risiko einer erhöhten Sterblichkeit.
Sycrest ist nicht für die Behandlung von Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose zugelassen undwird nicht für die Anwendung in dieser speziellen Patientengruppe empfohlen.
Malignes Neuroleptisches Syndrom
Das Maligne Neuroleptische Syndrom (MNS) ist gekennzeichnet durch Hyperthermie, Muskelrigor,
Instabilität autonomer Funktionen, beeinträchtigte Bewusstseinslage und erhöhte
Kreatinphosphokinase-Serumspiegel. Das Maligne Neuroleptische Syndrom wurde unter der
Behandlung mit Neuroleptika, einschließlich Asenapin, berichtet. Als weitere klinische Zeichenkönnen eine Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen auftreten.
Wenn ein Patient Zeichen und Symptome entwickelt, die auf ein Malignes Neuroleptisches Syndromhinweisen, ist Sycrest abzusetzen.
Epileptische Anfälle
In klinischen Studien wurden unter der Behandlung mit Asenapin gelegentlich epileptische Anfälleberichtet. Daher sollte Sycrest bei Patienten, die eine epileptische Erkrankung in ihrer Anamnese odermit epileptischen Anfällen verbundene Störungen aufweisen, mit Vorsicht angewendet werden.
SuizidDie Möglichkeit eines Suizidversuchs ist psychotischen Erkrankungen und bipolaren Störungenimmanent. Eine engmaschige Überwachung von Hochrisikopatienten sollte mit der Behandlungeinhergehen.
Orthostatische HypotonieAsenapin kann insbesondere zu Beginn der Behandlung eine orthostatische Hypotonie und eine
Synkope auslösen, was wahrscheinlich auf seine antagonistische Wirkung am α1-Adrenorezeptorzurückzuführen ist. Insbesondere bei älteren Patienten besteht ein Risiko für das Auftreten einerorthostatischen Hypotonie (siehe Abschnitt 4.8). In klinischen Studien wurden unter der Behandlungmit Sycrest gelegentlich Fälle von Synkopen berichtet. Mit Vorsicht ist Sycrest anzuwenden beiälteren Patienten und bei Patienten mit bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankung (z. B. Herzinsuffizienz,
Herzinfarkt oder Herzischämie, Erregungsleitungsstörungen), zerebrovaskulärer Erkrankung oder mit
Störungen, die den Patienten für eine Hypotonie prädisponieren (z. B. Dehydratation und
Hypovolämie).
Spätdyskinesie
Arzneimittel mit antagonistischer Wirkung am Dopaminrezeptor werden mit der Induktion von
Spätdyskinesien in Verbindung gebracht, die durch rhythmische, unwillkürliche Bewegungen -vorwiegend der Zunge und/oder des Gesichts - charakterisiert sind. In klinischen Studien wurdengelegentlich Fälle von Spätdyskinesien unter der Behandlung mit Asenapin berichtet. Das Auftretenextrapyramidaler Symptome ist ein Risikofaktor für Spätdyskinesien. Wenn bei einem Patienten unterder Behandlung mit Sycrest Zeichen und Symptome einer Spätdyskinesie auftreten, ist ein Abbruchder Behandlung in Betracht zu ziehen.
Hyperprolaktinämie
Bei einigen mit Sycrest behandelten Patienten wurden erhöhte Prolaktinspiegel festgestellt. Inklinischen Studien wurden wenige Nebenwirkungen berichtet, die mit einem erhöhten Prolaktinspiegelin Zusammenhang stehen.
QT-Zeit
Eine klinisch relevante Verlängerung der QT-Zeit scheint nicht mit Asenapin in Verbindung zustehen. Vorsicht ist geboten, wenn Sycrest bei Patienten mit bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankungoder Verlängerung der QT-Zeit in der Familienanamnese verordnet wird, und wenn Sycrest in
Kombination mit anderen Arzneimitteln angewendet wird, die die QT-Zeit verlängern können.
Hyperglykämie und Diabetes mellitus
Hyperglykämien und Exazerbation eines anamnestisch bekannten Diabetes während der Behandlungmit Asenapin wurden gelegentlich berichtet. Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen der
Anwendung atypischer Neuroleptika und Störungen des Glukosestoffwechsels wird dadurcherschwert, dass das Grundrisiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus bei Patienten mit
Schizophrenie oder bipolarer Störung erhöht sein kann und die Inzidenz für Diabetes mellitus in der
Allgemeinbevölkerung ansteigt. Bei Diabetikern oder Patienten mit Risikofaktoren für die
Entwicklung eines Diabetes mellitus ist eine angemessene klinische Überwachung ratsam.
Dysphagie
Ösophageale Dysmotilität und Aspiration werden mit Neuroleptika in Verbindung gebracht. Fälle von
Dysphagie wurden gelegentlich bei Patienten berichtet, die mit Sycrest behandelt wurden.
Regulation der Körpertemperatur
Eine Störung der Fähigkeit des Körpers, die Körperkerntemperatur zu senken, wird mit Neuroleptikain Verbindung gebracht. Aus den klinischen Studien wird geschlossen, dass keine klinisch relevante
Störung der Regulation der Körpertemperatur mit Asenapin in Verbindung zu stehen scheint.
Angemessene Vorsicht wird empfohlen, wenn Sycrest Patienten verschrieben wird, die Situationenerleben, die zu einer Erhöhung der Körperkerntemperatur beitragen können, z. B. körperlichanstrengendes Training, Exposition gegenüber extremer Hitze, gleichzeitige Einnahme von
Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung oder Neigung zu Dehydratation.
Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh C) ist die Exposition gegenüber
Asenapin um das Siebenfache erhöht. Daher wird Sycrest bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Parkinson-Krankheit und Lewy-Körper-Demenz
Ärzte sollten Risiko und Nutzen abwägen, wenn sie Patienten mit der Parkinson-Krankheit oder
Lewy-Körper-Demenz (DLB) Sycrest verschreiben, da für beide Gruppen ein erhöhtes Risiko für das
Maligne Neuroleptische Syndrom und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Neuroleptika bestehenkann. Zum Erscheinungsbild dieser erhöhten Empfindlichkeit können neben extrapyramidalen
Symptomen Verwirrtheit, Somnolenz und posturale Instabilität mit häufigen Stürzen gehören.
Stürze
Asenapin kann Nebenwirkungen wie Somnolenz, orthostatische Hypotonie, Schwindel undextrapyramidale Symptome hervorrufen, die zu Stürzen und als Folge zu Frakturen oder anderen
Verletzungen führen können. Bei Patienten mit einem bestehenden Sturzrisiko sollte dieses vor
Verordnung von Asenapin abgeklärt werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Aufgrund der primären Wirkung von Asenapin auf das Zentralnervensystem (ZNS) (siehe
Abschnitt 4.8) ist bei Anwendung zusammen mit anderen zentral wirkenden Arzneimitteln Vorsichtgeboten. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, Alkohol während der Anwendung von Sycrest zuvermeiden.
Mögliche Auswirkungen anderer Arzneimittel auf Sycrest
Asenapin wird vor allem über direkte Glukuronidierung durch UGT1A4 und über oxidative
Metabolisierung durch Cytochrom-P450-Isoenzyme (überwiegend CYP1A2) eliminiert. Diemöglichen Auswirkungen von Inhibitoren und einem Induktor mehrerer dieser Enzymsysteme auf die
Pharmakokinetik von Asenapin wurden untersucht, insbesondere Fluvoxamin (Inhibitor von
CYP1A2), Paroxetin (Inhibitor von CYP2D6), Imipramin (Inhibitor von CYP1A2/2C19/3A4),
Cimetidin (Inhibitor von CYP3A4/2D6/1A2), Carbamazepin (Induktor von CYP3A4/1A2) und
Valproat (Inhibitor von UGT). Mit Ausnahme von Fluvoxamin führte keines der wechselwirkenden
Arzneimittel zu klinisch relevanten Veränderungen der Pharmakokinetik von Asenapin.
Die gleichzeitige Anwendung von 5 mg Asenapin als Einzeldosis und 25 mg Fluvoxamin zweimaltäglich führte zu einer 29%igen Vergrößerung der AUC von Asenapin. Die Anwendung der vollentherapeutischen Dosis von Fluvoxamin lässt einen noch stärkeren Anstieg der Plasmakonzentrationvon Asenapin erwarten. Daher ist bei gleichzeitiger Anwendung von Asenapin und Fluvoxamin
Vorsicht geboten.
Mögliche Auswirkungen von Sycrest auf andere Arzneimittel
Aufgrund seiner antagonistischen Wirkung am α1-Adrenorezeptor mit dem Potenzial zur Auslösungeiner orthostatischen Hypotonie (siehe Abschnitt 4.4) kann Sycrest die Wirkungen bestimmter
Antihypertonika verstärken.
Asenapin kann die Wirkung von Levodopa und Dopamin-Agonisten antagonisieren. Wenn diese
Kombination als notwendig angesehen wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis von jeder
Behandlung verschrieben werden.
In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Asenapin CYP2D6 schwach hemmt. Klinische
Wechselwirkungsstudien, in denen die Auswirkungen der CYP2D6-Hemmung durch Asenapinuntersucht wurden, führten zu folgenden Ergebnissen:
- Nach der gleichzeitigen Anwendung von Dextromethorphan und Asenapin bei gesunden
Probanden wurde der Quotient Dextrorphan/Dextromethorphan (DX/DM) als Marker für die
CYP2D6-Aktivität bestimmt. Die Behandlung mit 5 mg Asenapin zweimal täglich verringerteden DX/DM-Quotienten geringfügig auf 0,43, was auf eine Hemmung von CYP2D6 hinweist.
In derselben Studie verringerte die Behandlung mit täglich 20 mg Paroxetin den DX/DM-
Quotienten auf 0,032.
- In einer gesonderten Studie zeigte die gleichzeitige Anwendung von 75 mg Imipramin als
Einzeldosis und 5 mg Asenapin als Einzeldosis keine Auswirkungen auf die
Plasmakonzentrationen des Metaboliten Desipramin (ein Substrat von CYP2D6).
- Die gleichzeitige Anwendung von 20 mg Paroxetin als Einzeldosis (ein Substrat und ein
Inhibitor von CYP2D6) und 5 mg Asenapin zweimal täglich bei 15 gesunden, männlichen
Probanden verdoppelte annähernd die Exposition gegenüber Paroxetin.
In vivo scheint Asenapin allenfalls ein schwacher Inhibitor von CYP2D6 zu sein. Jedoch kann
Asenapin die hemmenden Wirkungen von Paroxetin auf dessen eigene Metabolisierung verstärken.
Daher ist bei gleichzeitiger Anwendung von Sycrest und Arzneimitteln, die sowohl Substrat als auch
Inhibitor von CYP2D6 sind, Vorsicht geboten.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Sycrest bei Schwangeren vor.
Asenapin war in tierexperimentellen Studien nicht teratogen. Maternal- und embryotoxische
Wirkungen wurden in tierexperimentellen Studien festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).
Neugeborene, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschließlich
Sycrest) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptomeund/oder Absetzerscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variierenkönnen. Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder herabgesetzten Muskeltonus, Tremor,
Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sollten
Neugeborene sorgfältig überwacht werden.
Sycrest darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass eine
Behandlung mit Asenapin aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist und dermögliche Nutzen das mögliche Risiko für das ungeborene Kind überwiegt.
StillzeitAsenapin wurde bei Ratten während der Stillzeit in die Milch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob
Asenapin oder seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden werden. Das
Stillen soll während der Behandlung mit Sycrest unterbrochen werden.
FertilitätIn präklinischen Studien wurde keine Beeinträchtigung der Fertilität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAsenapin kann Somnolenz und Sedierung verursachen. Daher sind Patienten darauf hinzuweisen, dasssie nur dann Maschinen bedienen und Fahrzeuge führen sollten, wenn sie sich verhältnismäßig sichersind, dass die Behandlung mit Sycrest sie nicht beeinträchtigt.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten in klinischen Studien während der Anwendung von Asenapin berichteten
Nebenwirkungen (UAWs - unerwünschte Arzneimittelwirkungen) waren Somnolenz und Angst. Fällevon schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktionen wurden berichtet. Andere schwerwiegende
UAWs sind detaillierter in Abschnitt 4.4 beschrieben.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Inzidenzen der mit einer Asenapin-Therapie verbundenen UAWs werden im Folgendentabellarisch dargestellt. Der Tabelle liegen die unerwünschten Wirkungen zugrunde, die in klinischen
Studien und/oder bei Anwendung nach Markteinführung berichtet wurden.
Alle Nebenwirkungen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit geordnet; sehr häufig (≥ 1/10),häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) undnicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die UAWs nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt
Erkrankungen des Neutropenie
Blutes und des
Lymphsystems
Erkrankungen des Allergische
Immunsystems Reaktionen
Stoffwechsel- und Erhöhtes Gewicht Hyperglykämie
Ernährungsstörungen Appetitsteigerung
Psychiatrische Angst
Erkrankungen
Erkrankungen des Somnolenz Dystonie Synkope Malignes
Nervensystems Akathisie Krampfanfall neuroleptisches
Dyskinesie Extrapyramidale Syndrom
Parkinsonismus Erkrankung
Sedierung Dysarthrie
Schwindel Restless-Legs-
Geschmacksstörung Syndrom
Augenerkrankungen Akkommodationsstörung
Herzerkrankungen Sinusbradykardie
Schenkelblock
QT-Verlängerungim EKG
Sinustachykardie
Gefäßerkrankungen Orthostatische
HypotonieHypotonieErkrankungen der Lungenembolie
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Orale Hypästhesie Geschwollene
Gastrointestinaltrakts Übelkeit Zunge
Vermehrter Dysphagie
Speichelfluss Glossodynie
Orale Parästhesie
Orale
Schleimhaut-läsionen(Ulzerationen,
Blasenbildungund Entzündung)
Leber- und Erhöhte
Gallenerkrankungen Alaninaminotransferase
Verletzung, Vergiftung Stürze*und durch Eingriffebedingte
Komplikationen
Sklelettmuskulatur-, Muskelrigidität Rhabdomyolyse
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt
Schwangerschaft, Arzneimittel-
Wochenbett und entzugs-perinatale syndrom des
Erkrankungen Neugeborenen(siehe
Abschnitt 4.6)
Erkrankungen der Sexuelle Gynäkomastie
Geschlechtsorgane und Funktionsstörung Galaktorrhöder Brustdrüse Amenorrhö
Allgemeine Ermüdung
Erkrankungen und
Beschwerden am
Verabreichungsort
* siehe Unterabschnitt 'Stürze“ unten
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenExtrapyramidale Symptome (EPS)
In klinischen Studien war die Inzidenz extrapyramidaler Symptome bei Patienten, die mit Asenapinbehandelt wurden, höher als unter Placebo (15,4 % versus 11,0 %).
In den Kurzzeitstudien zur Schizophrenie (6 Wochen) scheint bei Patienten, die mit Asenapinbehandelt wurden, für Akathisie eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zu bestehen. Bei höheren
Dosierungen trat Parkinsonismus häufiger auf.
Gemäß den Daten aus einer kleinen Pharmakokinetik-Studie scheinen Kinder und Jugendliche zu
Beginn der Behandlung mit Asenapin empfindlicher in Bezug auf Dystonien zu reagieren, wenn keineschrittweise Dosistitration erfolgt (siehe Abschnitt 5.2). Die Inzidenz von Dystonien in klinischen
Studien mit Kindern und Jugendlichen, bei denen eine schrittweise Dosistitration erfolgte, war ähnlichderjenigen in Studien mit Erwachsenen.
GewichtszunahmeIn den kombinierten Kurzzeit- und Langzeitstudien zur Schizophrenie und zu manischen Phasen einerbipolaren Störung bei Erwachsenen, war die mittlere Veränderung des Körpergewichts unter Asenapin0,8 kg. In den Kurzzeitstudien zur Schizophrenie war der Anteil an Studienteilnehmern mit klinischsignifikanter Gewichtszunahme (≥ 7 % Gewichtszunahme vom Ausgangswert bis zum Endpunkt)5,3 % unter Asenapin verglichen mit 2,3 % unter Placebo. In den Kurzzeitstudien mit flexibler Dosiszu manischen Phasen einer bipolaren Störung war der Anteil an Studienteilnehmern mit klinischsignifikanter Gewichtszunahme (≥ 7 % Gewichtszunahme vom Ausgangswert bis zum Endpunkt)6,5 % unter Asenapin verglichen mit 0,6 % unter Placebo.
In einer dreiwöchigen, placebokontrollierten, randomisierten Fixdosis-Studie zur Sicherheit und
Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren mit einer Bipolar-I-Störunglag die mittlere Gewichtszunahme zwischen Studienbeginn und Endpunkt unter Asenapin 2,5 mgzweimal täglich bei 1,72 kg, unter 5 mg zweimal täglich bei 1,62 kg und unter 10 mg zweimal täglichbei 1,44 kg, sowie bei 0,48 kg unter Placebo. Der Anteil an Studienteilnehmern mit klinisch relevanter
Gewichtszunahme (≥ 7 % zwischen Studienbeginn und Tag 21), lag unter Asenapin 2,5 mg zweimaltäglich bei 14,1 %, unter Asenapin 5 mg zweimal täglich bei 8,9 % und unter Asenapin 10 mgzweimal täglich bei 9,2 %, im Vergleich zu 1,1 % unter Placebo. In der Langzeit-Verlängerungsstudie(50 Wochen) nahmen insgesamt 34,8 % der Teilnehmer klinisch signifikant an Gewicht zu (d. h.
≥ 7 % Zunahme des Körpergewichts am Endpunkt). Der Gesamtmittelwert (Standardabweichung) der
Gewichtszunahme zu Studienende lag bei 3,5 (5,76) kg.
Orthostatische HypotonieDie Inzidenz orthostatischer Hypotonie war 4,1 % bei älteren Studienteilnehmern verglichen mit0,3 % bei der Gesamtpopulation von Studien der Phasen 2 und 3.
Stürze
Stürze können als Folge einer oder mehrerer Nebenwirkungen auftreten, wie z. B.: Somnolenz,orthostatische Hypotonie, Schwindel und extrapyramidale Symptome.
Leberenzyme
Vorübergehende, asymptomatische Erhöhungen der Lebertransaminasen Alaninaminotransferase(ALT) und Aspartataminotransferase (AST) wurden häufig beobachtet, insbesondere zu Beginn der
Behandlung.Weitere Ergebnisse
Zerebrovaskuläre Ereignisse wurden bei Patienten berichtet, die mit Asenapin behandelt wurden. Esgibt jedoch keine Belege für eine Inzidenz, die über die bei Erwachsenen im Alter von 18 bis65 Jahren zu erwartende Inzidenz hinausgeht.
Asenapin hat lokalanästhesierende Eigenschaften. Orale Hypästhesie und orale Parästhesie könnenunmittelbar nach der Einnahme auftreten und gehen normalerweise innerhalb 1 Stunde wieder zurück.
Nach Markteinführung gab es Meldungen über schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bei
Patienten, die mit Asenapin behandelt wurden, unter anderem anaphylaktische/anaphylaktoide
Reaktionen, Angioödem, geschwollene Zunge und geschwollener Rachen (Pharynxödem).
Kinder und JugendlicheAsenapin ist für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zugelassen(siehe Abschnitt 4.2).
Die in den Bipolar- und Schizophrenie-Studien bei Kindern und Jugendlichen beobachteten klinischrelevanten Nebenwirkungen entsprachen denen in den Bipolar- und Schizophrenie-Studien bei
Erwachsenen.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (≥ 5 % und mindestens zweimal so häufig wie unter
Placebo) bei Kindern und Jugendlichen mit Bipolar I-Störung waren Somnolenz, Sedierung,
Schwindel, Geschmacksstörung, orale Hypästhesie und Parästhesie, Übelkeit, gesteigerter Appetit,
Ermüdung (Fatigue) und Gewichtszunahme (siehe oben 'Gewichtszunahme').
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (bei ≥ 5 % der Patienten und mindestens zweimal sohäufig wie unter Placebo) bei Kindern und Jugendlichen mit Schizophrenie waren Somnolenz,
Sedierung, Akathisie, Schwindel und orale Hypästhesie. Eine Gewichtszunahme ≥ 7 % zwischen
Studienbeginn und Endpunkt wurde unter Sycrest im Vergleich zu Placebo statistisch signifikanthäufiger beobachtet; die Inzidenzen lagen unter Sycrest bei 9,5 % (bei 2,5 mg zweimal täglich) und13,1 % (bei 5 mg zweimal täglich) und 3,1 % unter Placebo.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Im Asenapin-Programm wurden wenige Fälle von Überdosierung berichtet. Die berichtetengeschätzten Dosierungen lagen zwischen 15 und 400 mg. In den meisten Fällen war unklar, ob
Asenapin sublingual angewendet worden war. Zu den mit der Behandlung in Zusammenhanggebrachten Nebenwirkungen gehörten Agitiertheit, Verwirrtheit, Akathisie, orofaziale Dystonie,
Sedierung und asymptomatische EKG-Befunde (Bradykardie, supraventrikuläre Extrasystolen,
Überleitungsstörung).
Es liegen keine spezifischen Informationen zur Behandlung einer Überdosierung mit Sycrest vor. Esgibt kein spezifisches Antidot gegen Sycrest. Die Möglichkeit, dass mehrere Arzneimittel involviertsind, sollte in Betracht gezogen werden. Eine kardiovaskuläre Überwachung ist notwendig, ummöglicherweise auftretende Arrhythmien zu erkennen. Die Maßnahmen bei einer Überdosierungsollten sich auf eine unterstützende Therapie unter Aufrechterhaltung einer angemessenen
Sauerstoffzufuhr und Beatmung sowie eine Behandlung der Symptome konzentrieren. Hypotonie und
Kreislaufkollaps sollten mit angemessenen Maßnahmen wie beispielsweise Infusionen und/oder
Sympathomimetika behandelt werden (Adrenalin und Dopamin sollten nicht angewendet werden, daeine Beta-Stimulation die Hypotonie bei einer durch Sycrest induzierten Alpha-Blockadeverschlechtern kann). Bei schwerwiegenden extrapyramidalen Symptomen sollten Anticholinergikagegeben werden. Bis zu seiner Erholung sollte der Patient engmaschig medizinisch beobachtet undüberwacht werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycholeptika, Antipsychotika, ATC-Code: N05AH05
WirkmechanismusDer Wirkmechanismus von Asenapin ist nicht vollständig geklärt. Jedoch wird auf der Grundlageseiner Rezeptor-Pharmakologie vermutet, dass die Wirksamkeit von Asenapin durch eine
Kombination antagonistischer Aktivitäten an D2- und 5-HT2A-Rezeptoren vermittelt wird.
Aktivitäten an anderen Rezeptoren wie beispielsweise 5-HT1A-, 5-HT1B-, 5-HT2C-, 5-HT6-, 5-HT7-,
D3- und α2-adrenergen Rezeptoren tragen möglicherweise ebenfalls zu den klinischen Wirkungen von
Asenapin bei.
Pharmakodynamische WirkungenAsenapin zeigt eine hohe Affinität für die Serotonin-Rezeptoren 5-HT1A, 5-HT1B, 5-HT2A, 5-HT2B,5-HT2C, 5-HT5, 5-HT6, 5-HT7, für die Dopamin-Rezeptoren D2, D3, D4 und D1, die α1- und α2-adrenergen Rezeptoren sowie H1 Histamin-Rezeptoren; für H2 Histamin-Rezeptoren besteht einemoderate Affinität. In in-vitro Analysen agiert Asenapin als Antagonist an diesen Rezeptoren.
Asenapin hat keine bevorzugte Affinität für cholinerge Muskarin-Rezeptoren.
Klinische WirksamkeitKlinische Wirksamkeit bei einer Bipolar-I-Störung
Die Wirksamkeit von Asenapin bei der Behandlung einer manischen oder gemischten Episode einer
Bipolar-I-Störung mit oder ohne psychotische Merkmale (DSM-IV) wurde in zwei ähnlichaufgebauten dreiwöchigen, randomisierten, doppelblinden, placebo- und verumkontrollierten(Olanzapin) Monotherapie-Studien mit flexibler Dosis an 488 bzw. 489 Patienten untersucht. Alle
Patienten erfüllten die diagnostischen Kriterien der 4. Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manualof Mental Disorders (DSM-IV) für eine bestehende manische (DSM-IV 296.4x) oder gemischte
Episode (DSM-IV 296.6x) einer Bipolar-I-Störung und erreichten beim Screening und als
Ausgangswert in der Young Mania Rating Scale (Y-MRS) einen Wert von ≥ 20. Patienten mit Rapid
Cycling wurden von diesen Studien ausgeschlossen. Asenapin zeigte gegenüber Placebo eineüberlegene Wirksamkeit in der Verringerung manischer Symptome über 3 Wochen. Die Punktschätzer[95 % KI] für die Änderung vom Ausgangswert bis zum Endpunkt in der Y-MRS nach der LOCF-
Auswertung ('Last-Observation-Carried-Forward') waren in den zwei Studien wie folgt:
- 11,5 [-13,0, -10,0] für Asenapin versus -7,8 [-10,0, -5,6] für Placebo und
- 10,8 [-12,3, -9,3] für Asenapin versus -5,5 [-7,5, -3,5] für Placebo.
Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Asenapin und Placebo wurde schon am Tag 2beobachtet.
Patienten, die an den zwei dreiwöchigen pivotalen Studien teilnahmen, wurden im Rahmen einer
Verlängerungsstudie über weitere 9 Wochen untersucht. In dieser Studie wurde die Aufrechterhaltungder Wirkung während der Episode nach 12 Wochen der randomisierten Behandlung gezeigt.
In einer doppelblinden, dreiwöchigen, placebokontrollierten Fixdosis-Studie mit parallelen Gruppenmit Patienten, die eine Bipolar-I-Störung mit akuten manischen oder gemischten Episoden aufwiesen,wurde die primäre Wirksamkeitsannahme erreicht; von den teilnehmenden 367 Patienten erhielten126 Placebo, 122 Asenapin 5 mg zweimal täglich (BID) und 119 Asenapin 10 mg zweimal täglich(BID). Beide Asenapin-Dosen (5 mg BID und 10 mg BID) waren Placebo überlegen und zeigten im
Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Verbesserung in der Änderung des Y-MRS-
Gesamtscores zwischen Studienbeginn und Tag 21. Auf Basis einer LOCF-Auswertung mit allenbehandelten Patienten betrug die Differenz der adjustierten Mittelwerte (LS - 'least square') im Y-
MRS-Gesamtscore zwischen Asenapin 5 mg BID und Placebo -3,1 Punkte (95 % KI [-5,7, -0,5]; p-
Wert = 0,0183), gemessen zwischen Studienbeginn und Tag 21. Die Differenz der mittleren LS-
Änderung im Y-MRS-Gesamtsore zwischen Asenapin 10 mg BID und Placebo betrug -3,0 Punkte(95 % KI [-5,6, -0,4]; p-Wert = 0,0244). Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Asenapinund Placebo war bereits ab Tag 2 erkennbar. In dieser kontrollierten Fixdosis-Kurzzeitstudie gab eskeinen Beleg für einen zusätzlichen Nutzen einer Dosis von 10 mg zweimal täglich im Vergleich zu5 mg zweimal täglich.
In einer zwölfwöchigen, placebokontrollierten Studie an 326 Patienten, die eine manische odergemischte Episode einer Bipolar-I-Störung mit oder ohne psychotische Merkmale aufwiesen und aufeine Monotherapie mit Lithium oder Valproat über 2 Wochen bei therapeutischen Serumspiegelnteilweise nicht angesprochen hatten, führte die zusätzliche Anwendung von Asenapin als
Begleittherapie gegenüber einer Monotherapie mit Lithium oder Valproat zu einer überlegenen
Wirksamkeit in der Verringerung manischer Symptome in der dritten Woche (Punktschätzer[95 % KI] für die Änderung vom Ausgangswert bis zum Endpunkt in der Y-MRS nach der LOCF-
Auswertung waren -10,3 [-11,9, -8,8] für Asenapin und -7,9 [-9,4, -6,4] für Placebo) und in derzwölften Woche (-12,7 [-14,5, -10,9] für Asenapin und -9,3 [-11,8, -7,6] für Placebo).
Kinder und JugendlicheAsenapin ist für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht zugelassen(siehe Abschnitt 4.2).
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sycrest wurden bei 403 Kindern und Jugendlichen mit einer
Bipolar-I-Störung untersucht, die an einer einzelnen, dreiwöchigen, placebokontrollierten
Doppelblindstudie teilnahmen; von diesen erhielten 302 Patienten Sycrest in fixen Dosen zwischen2,5 mg und 10 mg zweimal täglich. Die Studienergebnisse zeigten für alle drei Sycrest-Dosierungenim Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Überlegenheit bezüglich der Verbesserung des
Gesamtscores der Young Mania Rating Scale (Y-MRS, Manie-Einschätzungsskala nach Young),gemessen anhand der Veränderung zwischen Studienbeginn und Tag 21. Die Langzeitwirksamkeitkonnte in einer unverblindeten, unkontrollierten 50-Wochen-Verlängerungsstudie nicht belegt werden.
Die klinisch relevanten Nebenwirkungen, die in Studien mit Kindern und Jugendlichen auftraten,waren im Allgemeinen denen in Studien mit Erwachsenen ähnlich. Allerdings schienen die
Nebenwirkungen in Bezug auf Gewichtszunahme und Lipidprofil des Blutplasmas ausgeprägter alsbei Studien mit Erwachsenen.
Eine Wirksamkeit von Sycrest konnte in einer achtwöchigen, placebokontrollierten, doppelblinden,randomisierten Fixdosis-Studie mit 306 jugendlichen Patienten im Alter von 12-17 Jahren mit
Schizophrenie, die zweimal täglich Dosen von 2,5 oder 5 mg erhielten, nicht nachgewiesen werden.
Die pädiatrischen Studien mit Sycrest wurden mit aromatisierten Sublingualtabletten durchgeführt.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat Sycrest von der Verpflichtung zur Vorlage von
Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Gruppierungen zur Bipolar-I-Störungzurückgestellt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach sublingualer Einnahme wird Asenapin rasch resorbiert mit Plasmaspitzenspiegel, die innerhalbvon 0,5 bis 1,5 Stunden erreicht werden. Die absolute Bioverfügbarkeit von 5 mg Asenapin sublingualbeträgt 35 %. Die absolute Bioverfügbarkeit von geschlucktem Asenapin ist gering (< 2 % mit einer
Tablette zum Einnehmen als Darreichungsform). Die Einnahme von Wasser einige (2 bzw. 5) Minutennach Einnahme von Asenapin führte zu einer verringerten Asenapin-Exposition (um 19 % bzw. um10 %). Daher muss nach der Einnahme 10 Minuten lang Essen und Trinken vermieden werden (siehe
Abschnitt 4.2).
VerteilungAsenapin wird rasch verteilt und hat ein großes Verteilungsvolumen (ungefähr 20-25 l/kg), das aufeine hohe extravasale Verteilung hinweist. Asenapin wird in hohem Maße (95 %) an Plasmaproteinegebunden, darunter Albumin und saures α1-Glykoprotein.
BiotransformationAsenapin wird in hohem Maße metabolisiert. Die direkte Glukuronidierung (vermittelt durch
UGT1A4) sowie die durch Cytochrom P450 (vor allem CYP1A2, mit Beteiligung von 2D6 und 3A4)vermittelte Oxidation und Demethylierung sind die primären Stoffwechselwege von Asenapin. Ineiner In-vivo-Studie am Menschen mit radioaktiv markiertem Asenapin war Asenapin-N+-Glukuronidder im Plasma überwiegende, den Wirkstoff betreffende Metabolit; ferner lagen N-
Desmethylasenapin, N-Desmethylasenapin-N-Carbamoylglukuronid sowie unverändertes Asenapin ingeringeren Mengen vor. Die Wirkung von Sycrest wird vor allem durch die Muttersubstanzhervorgerufen.
Asenapin ist ein schwacher Inhibitor von CYP2D6. Asenapin induziert in kultivierten humanen
Hepatozyten keine CYP1A2- oder CYP3A4-Aktivität. Die gleichzeitige Einnahme von Asenapin undbekannten Inhibitoren, Induktoren oder Substraten dieser Stoffwechselwege wurde in einer Reihe von
Studien zu Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln untersucht (siehe Abschnitt 4.5).
AusscheidungAsenapin ist eine Substanz mit hoher Clearance und zeigt nach intravenöser Anwendung eine
Clearance von 52 l/h. In einer Mengenbilanzstudie wurde der Großteil der radioaktiv markierten Dosisim Urin (circa 50 %) sowie im Stuhl (circa 40 %) nachgewiesen. Nur ein geringer Anteil (5-16 %)wurde als unveränderte Muttersubstanz im Stuhl ausgeschieden. Nach einer zu Beginn rascheren
Verteilungsphase liegt die Eliminationshalbwertszeit von Asenapin bei annähernd 24 Stunden.
Linearität/Nicht-LinearitätEine Erhöhung der Dosierung von 5 mg auf 10 mg zweimal täglich (Erhöhung um das Zweifache)führt zu einem geringeren als dem linearen Anstieg (um das 1,7-fache) von Exposition und
Maximalkonzentration. Dass Cmax und AUC weniger als proportional zur Dosis ansteigen, istmöglicherweise auf die eingeschränkte Resorptionsfähigkeit der Mundschleimhaut bei sublingualer
Einnahme zurückzuführen.
Bei einer Anwendung zweimal am Tag wird der Steady-State innerhalb von 3 Tagen erreicht.
Insgesamt ist die Pharmakokinetik von Asenapin im Steady-State mit der Pharmakokinetik einereinzelnen Dosis vergleichbar.
Pharmakokinetik bei besonderen PatientengruppenEingeschränkte LeberfunktionDie Pharmakokinetik von Asenapin war bei Patienten mit leicht eingeschränkter (Child-Pugh A),mäßig eingeschränkter (Child-Pugh B) und normaler Leberfunktion vergleichbar. Bei Patienten mitstark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh C) wurde eine siebenfache Erhöhung der Expositiongegenüber Asenapin beobachtet (siehe Abschnitt 4.2).
Eingeschränkte NierenfunktionDie Pharmakokinetik von Asenapin nach einer Einzeldosis von 5 mg war bei Patienten miteingeschränkter Nierenfunktion unterschiedlicher Schweregrade und normaler Nierenfunktionvergleichbar.
Es gibt keine Erfahrungen mit Asenapin bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion, deren
Kreatinin-Clearance weniger als 15 ml/min beträgt.
Ältere PatientenBei älteren Patienten (zwischen 65 und 85 Jahren) ist die Exposition gegenüber Asenapin etwa 30 %höher als bei jüngeren Erwachsenen.
Kinder und JugendlicheIn einer PK-Studie mit nicht-aromatisierten Sublingualtabletten war die Pharmakokinetik von
Asenapin bei einer Dosierung von 5 mg zweimal täglich bei jugendlichen Patienten (im Alter von 12bis 17 Jahren) mit der bei Erwachsenen vergleichbar. Bei Jugendlichen war nach einer Dosierung von10 mg zweimal täglich die Exposition nicht höher als nach einer Dosierung von Asenapin 5 mgzweimal täglich.
In einer zweiten PK-Studie mit aromatisierten Sublingualtabletten ergab die Dosierung von 10 mgzweimal täglich bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 10 bis 17 Jahren) eine annähernddosisproportionale Zunahme der Asenapin-Exposition im Vergleich zu 5 mg zweimal täglich.
GeschlechtEine populationspharmakokinetische Analyse zeigte, dass es keine Belege für geschlechtsspezifische
Unterschiede in der Pharmakokinetik von Asenapin gibt.
Ethnische HerkunftBei einer populationspharmakokinetischen Analyse wurden keine klinisch relevanten Auswirkungender ethnischen Herkunft auf die Pharmakokinetik von Asenapin festgestellt.
Rauchgewohnheiten
Eine populationspharmakokinetische Analyse zeigte, dass Rauchen, das CYP1A2 induziert, keine
Auswirkungen auf die Clearance von Asenapin hat. In einer speziellen Studie hatte Rauchen währendder Einnahme von 5 mg sublingual als Einzeldosis keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von
Asenapin.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Studien zur Toxizität bei wiederholter
Gabe an Ratte und Hund zeigten vor allem dosislimitierende pharmakologische Effekte wie
Sedierung. Darüber hinaus wurden Prolaktin-vermittelte Effekte auf die Brustdrüsen sowie Störungendes Sexualzyklus beobachtet. Bei Hunden führten hohe orale Dosen zu einer Hepatotoxizität, die nachintravenöser Langzeitanwendung nicht beobachtet wurde. Asenapin zeigt eine gewisse Affinität zumelaninhaltigem Gewebe. Asenapin zeigte jedoch in vitro keine Phototoxizität. Zusätzlich ergab diehistopathologische Untersuchung der Augen von Hunden nach Langzeitanwendung von Asenapinkeine Anzeichen einer Augentoxizität und zeigt somit das Fehlen eines phototoxischen Risikos.
Asenapin zeigte in einer Testbatterie keine Genotoxizität. In Studien zur subkutanen Kanzerogenitätan Ratten und Mäusen wurde keine Erhöhung der Inzidenz an Tumoren beobachtet. Effekte inpräklinischen Studien wurden nur nach Expositionen beobachtet, die ausreichend über der maximalenhumantherapeutischen Exposition lagen. Die klinische Relevanz für den Menschen wird daher alsgering bewertet.
Asenapin zeigte bei Ratten keine Beeinträchtigung der Fertilität und war bei Ratte und Kaninchennicht teratogen. Embryotoxizität wurde in Studien zur Reproduktionstoxizität an Ratten und
Kaninchen festgestellt. Asenapin verursachte eine leichte maternale Toxizität und eine geringfügige
Verzögerung der fetalen Skelettentwicklung. Nach oraler Anwendung während der Organogenese beiträchtigen Kaninchen wirkte sich Asenapin in der zweimal täglich verabreichten Hochdosis von15 mg/kg nachteilig auf das Körpergewicht aus. Bei dieser Dosierung verringerte sich das fetale
Körpergewicht. Wenn Asenapin trächtigen Kaninchen intravenös gegeben wurde, wurden keine
Anzeichen einer Embryotoxizität beobachtet. Bei Ratten wurde eine embryofetale Toxizität (erhöhte
Anzahl postimplantärer Fehlgeburten, verringertes fetales Körpergewicht und verzögerte
Knochenbildung) nach oraler bzw. intravenöser Anwendung während der Organogenese bzw.
während der gesamten Trächtigkeit beobachtet. Eine erhöhte neonatale Mortalität wurde unter den
Nachkommen weiblicher Ratten festgestellt, die während der Trächtigkeit und der Laktation behandeltworden waren. Aus einer Studie, in der die Nachkommen zwischen Muttertieren ausgetauscht wurden,konnte geschlossen werden, dass die durch Asenapin induzierten peri- und postnatalen Verluste eherdurch eine Schädigung der Jungtiere als durch ein verändertes Pflegeverhalten der Muttertiereverursacht werden.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Gelatine
Mannitol (Ph.Eur.) (E 421)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen mit abziehbarer Folie in Umkartons mit 20, 60 oder 100
Sublingualtabletten pro Umkarton.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
N.V. Organon, Kloosterstraat 6, NL-5349 AB Oss, Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/10/640/001
EU/1/10/640/002
EU/1/10/640/003
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 1. September 2010
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 5. Mai 2015
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.