Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SUNLENCA 464mg injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Sunlenca 464 mg Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Einzeldosis-Durchstechflasche enthält Lenacapavir-Natrium entsprechend 463,5 mg Lenacapavirin 1,5 ml.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion).
Klare, gelbe bis braune Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Sunlenca-Injektionslösung ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur
Behandlung von Erwachsenen mit einer multiresistenten HIV-1-Infektion indiziert, bei denen keinanderes supprimierendes, antivirales Regime zusammengestellt werden kann (siehe Abschnitte 4.2 und5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie sollte nur von einem Arzt verordnet werden, der in der Behandlung der HIV-Infektionerfahren ist.
Jede Injektion sollte von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden.
Vor Beginn der Behandlung mit Lenacapavir sollte das medizinische Fachpersonal die Patientensorgfältig auswählen. Diese müssen mit dem erforderlichen Injektionsplan einverstanden sein und überdie Bedeutung der Einhaltung der planmäßigen Termine für die Dosierung aufgeklärt werden. Diesesind wichtig, um die Virussuppression aufrechtzuerhalten und das Risiko eines virologischen
Rebounds und der potenziellen Resistenzentwicklung im Zusammenhang mit versäumten Dosen zuverringern. Darüber hinaus sollte das medizinische Fachpersonal die Patienten über die Bedeutung der
Adhärenz in Bezug auf die optimierte Hintergrundtherapie (optimised background regimen, OBR)aufklären, um das Risiko eines virologischen Rebounds und einer potenziellen Resistenzentwicklungweiter zu senken.
Bei Abbruch der Behandlung mit Sunlenca muss, wenn möglich, ein anderes, vollständigsupprimierendes, antiretrovirales Regime, spätestens 28 Wochen nach der letzten Injektion von
Sunlenca, angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
DosierungEinleitung
An Behandlungstag 1 und Behandlungstag 2 beträgt die empfohlene tägliche Dosis Sunlenca 600 mg,die als Tabletten eingenommen werden. An Behandlungstag 8 beträgt die empfohlene Dosis 300 mg,die als Tablette eingenommen wird. An Behandlungstag 15 beträgt die empfohlene Dosis 927 mg, dieals subkutane Injektion verabreicht wird.
Die Tabletten können unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden (siehe Zusammenfassungder Merkmale des Arzneimittels Sunlenca Tabletten).
Erhaltungsphase
Die empfohlene Dosis beträgt 927 mg Sunlenca, die als subkutane Injektion alle 6 Monate(26 Wochen) ab dem Datum der letzten Injektion (+/- 2 Wochen) verabreicht wird.
Tabelle 1: Empfohlenes Behandlungsregime für Sunlenca: Einleitungs- und Erhaltungsdosis
Behandlungszeitpunkt
Dosis von Sunlenca: Einleitung
Tag 1 600 mg oral (2 x 300-mg-Tabletten)
Tag 2 600 mg oral (2 x 300-mg-Tabletten)
Tag 8 300 mg oral (1 x 300-mg-Tablette)
Tag 15 927 mg subkutane Injektion (2 x 1,5-ml-Injektionena)
Dosis von Sunlenca: Erhaltungsphase
Alle 6 Monate 927 mg subkutane Injektion (2 x 1,5-ml-Injektionena)(26 Wochen)b+/- 2 Wochena Zwei Injektionen an jeweils unterschiedlichen Stellen am Abdomen.b Ab dem Datum der letzten Injektion.
Versäumte DosisWenn während der Erhaltungsphase mehr als 28 Wochen seit der letzten Injektion vergangen sind undwenn es aus klinischer Sicht angemessen ist, die Behandlung mit Sunlenca fortzuführen, sollte das
Behandlungsregime ab Tag 1 (siehe Tabelle 1) erneut gestartet werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEine Dosisanpassung von Sunlenca ist bei älteren Patienten nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungEine Dosisanpassung von Sunlenca ist bei Patienten mit einer leichten, mittelgradigen oder schweren
Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance [CrCl] ≥ 15 ml/min) nicht erforderlich. Sunlenca wurdenicht bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (CrCl < 15 ml/min oder unter
Nierenersatztherapie) untersucht (siehe Abschnitt 5.2). Daher sollte Sunlenca bei diesen Patienten mit
Vorsicht angewendet werden.
LeberfunktionsstörungEine Dosisanpassung von Sunlenca ist bei Patienten mit einer leichten oder mittelgradigen (Child-
Pugh-Klasse A oder B) Leberfunktionsstörung nicht erforderlich. Sunlenca wurde nicht bei Patientenmit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) untersucht (siehe Abschnitt 5.2); dahersollte Sunlenca bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Sunlenca bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungNur zur subkutanen Anwendung.
Sunlenca-Injektionen dürfen von medizinischem Fachpersonal nur subkutan in das Abdomen (zwei
Injektionen, an jeweils unterschiedlichen Stellen) verabreicht werden (siehe Abschnitt 6.6). Sunlenca-
Injektionen dürfen NICHT intradermal verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.4). Hinweise zur
Zubereitung und Anwendung, siehe ‚Anleitung zur Anwendung‘ in der Packungsbeilage. Die‚Anleitung zur Anwendung‘ liegt dem Injektionskit auch als Karte bei.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-, P-gp- und UGT1A1-Induktoren, wie z. B.:
* Antimykobakterielle Arzneimittel: Rifampicin
* Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenytoin
* Pflanzliche Arzneimittel: Johanniskraut (Hypericum perforatum)(siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Risiko einer Resistenzentwicklung bei Behandlungsabbruch
Bei Abbruch der Behandlung mit Sunlenca muss, wenn möglich, ein alternatives, vollständigsupprimierendes, antiretrovirales Regime, spätestens 28 Wochen nach der letzten Injektion von
Sunlenca, angewendet werden, um das Risiko für die Entwicklung einer viralen Resistenz zuminimieren.
Bei Verdacht auf virologisches Versagen sollte, wenn möglich, ein alternatives Regime angewendetwerden.
Anwendung anderer Arzneimittel nach dem Absetzen von Lenacapavir
Wenn Sunlenca abgesetzt wird, können Restkonzentrationen von Lenacapavir noch über einenlängeren Zeitraum im Kreislauf der Patienten verbleiben. Diese Konzentrationen können die
Exposition anderer Arzneimittel (d. h. empfindliche CYP3A-Substrate), die innerhalb von 9 Monatennach der letzten subkutanen Dosis von Sunlenca eingeleitet werden, beeinflussen (siehe
Abschnitt 4.5). Es ist nicht zu erwarten, dass diese Konzentrationen die Exposition andererantiretroviraler Wirkstoffe, die nach dem Absetzen von Sunlenca eingeleitet werden, beeinflussen.
Immunrekonstitutions-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerer Immunschwäche kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner antiretroviralen Kombinationstherapie (combination antiretroviral therapy, CART) eineentzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln,die zu schwerwiegenden klinischen Verläufen oder zur Verschlechterung von Symptomen führenkann. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach
Beginn der CART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind unter anderem Cytomegalovirus-
Retinitis, generalisierte und/oder fokale mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis jirovecii-
Pneumonie. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig, ist eine Behandlungeinzuleiten.
Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und
Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitungder Behandlung auftreten.
Reaktionen an der Injektionsstelle bei unsachgemäßer Verabreichung
Eine unsachgemäße Verabreichung (intradermale Injektion) wurde mit schwerwiegenden Reaktionenan der Injektionsstelle, einschließlich Nekrose und Ulkus, in Zusammenhang gebracht. Sunlenca-
Injektionen dürfen nur subkutan verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.2).
Opportunistische InfektionenDie Patienten sind darauf hinzuweisen, dass Sunlenca oder jede andere antiretrovirale Therapie die
HIV-Infektion nicht heilt und sie trotzdem opportunistische Infektionen und andere Komplikationeneiner HIV-Infektion entwickeln können. Deshalb ist eine engmaschige klinische Überwachung durch
Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit Begleiterkrankungen einer HIV-Infektion erfahrensind, weiterhin erforderlich.
Gleichzeitige Anwendung mit anderen ArzneimittelnDie gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die moderate CYP3A- und P-gp- Induktoren sind(z. B. Efavirenz), wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Die Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die gleichzeitig starke CYP3A-, P-gp- und
UGT1A1-Inhibitoren sind (d. h. alle 3 Signalwege), wie z. B. Atazanavir/Cobicistat, wird nichtempfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Injektion, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Auswirkungen anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von LenacapavirLenacapavir ist ein Substrat von CYP3A, P-gp und UGT1A1. Starke Induktoren von CYP3A, P-gpund UGT1A1, wie Rifampicin, können die Plasmakonzentrationen von Lenacapavir signifikantherabsetzen, was zu einem Verlust der therapeutischen Wirkung und zur Resistenzentwicklung führenkann; eine gleichzeitige Anwendung ist daher kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Moderate
Induktoren von CYP3A und P-gp, wie Efavirenz, können ebenfalls die Plasmakonzentrationen von
Lenacapavir signifikant herabsetzen; eine gleichzeitige Anwendung wird daher nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Starke Inhibitoren von allen drei Signalwegen CYP3A, P-gp und UGT1A1 zusammen, wie z. B.
Atazanavir/Cobicistat, können die Plasmakonzentrationen von Lenacapavir signifikant erhöhen; diegleichzeitige Anwendung wird daher nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4.).
Starke CY3A4-Inhibitoren allein (z. B. Voriconazol) oder starke Inhibitoren von CYP3A4 und P-gpzusammen (z. B. Cobicistat) führen nicht zu einem klinisch bedeutsamen Anstieg der Lenacapavir-
Expositionen.
Auswirkungen von Lenacapavir auf die Pharmakokinetik anderer ArzneimittelLenacapavir ist ein moderater Inhibitor von CYP3A und ein P-gp-Inhibitor. Vorsicht ist geboten,wenn Sunlenca zusammen mit einem empfindlichen CYP3A- und/oder P-gp-Substrat mit engertherapeutischer Breite angewendet wird. Lenacapavir ist kein klinisch bedeutsamer Inhibitor von
BCRP und hemmt OATP nicht.
Tabelle 2: Wechselwirkungen zwischen Sunlenca und anderen Arzneimitteln
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Sunlenca
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
ANTIMYKOBAKTERIELLE ARZNEIMITTEL
Rifampicina,b,c (600 mg einmal Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung isttäglich) AUC: ↓ 84 % kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Cmax: ↓ 55 %
Rifabutin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung wirduntersucht. nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung von
Rifabutin kann zu einer Abnahme der
Plasmakonzentrationen von
Lenacapavir führen, was zu einem
Verlust der therapeutischen Wirkungund zur Resistenzentwicklung führenkann.
ANTIKONVULSIVA
Carbamazepin Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung ist
Phenytoin untersucht. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Oxcarbazepin Die gleichzeitige Anwendung wird
Phenobarbital Die gleichzeitige Anwendung von nicht empfohlen (siehe
Carbamazepin, Oxcarbazepin, Abschnitt 4.4).
Phenobarbital oder Phenytoin mit
Lenacapavir kann zu einer Abnahme Andere Antikonvulsiva sollten inder Plasmakonzentrationen von Erwägung gezogen werden.
Lenacapavir führen, was zu einem
Verlust der therapeutischen Wirkungund zur Resistenzentwicklung führenkann.
PFLANZLICHE ARZNEIMITTEL
Johanniskraut (Hypericum Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung istperforatum) untersucht. kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Anwendung von
Johanniskraut kann zu einer
Abnahme der Plasmakonzentrationenvon Lenacapavir führen, was zueinem Verlust der therapeutischen
Wirkung und zur
Resistenzentwicklung führen kann.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Sunlenca
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
ANTIRETROVIRALE ARZNEIMITTEL
Atazanavir/Cobicistatb,d,e Lenacapavir: Die gleichzeitige Anwendung wird(300 mg/150 mg einmal täglich) AUC: ↑ 321 % nicht empfohlen (siehe
Cmax: ↑ 560 % Abschnitt 4.4).
Efavirenzb,d,f (600 mg einmal Lenacapavir:täglich) AUC:↓ 56 %
Cmax:↓ 36 %
Etravirin Wechselwirkungen wurden nicht
Nevirapin untersucht.
Tipranavir/Ritonavir
Die gleichzeitige Anwendung von
Etravirin, Nevirapin oder
Tipranavir/Ritonavir kann zu einer
Abnahme der Plasmakonzentrationenvon Lenacapavir führen, was zueinem Verlust der therapeutischen
Wirkung und zur
Resistenzentwicklung führen kann.
Cobicistatb,d,g (150 mg einmal Lenacapavir: Eine Dosisanpassung vontäglich) AUC: ↑ 128 % Lenacapavir ist nicht erforderlich.
Cmax:↑ 110 %
Darunavir/Cobicistatb,d,h Lenacapavir:(800 mg/150 mg einmal täglich) AUC:↑ 94 %
Cmax:↑ 130 %
Ritonavir Wechselwirkungen wurden nichtuntersucht.
Die gleichzeitige Anwendung von
Ritonavir kann zu einer Erhöhungder Plasmakonzentrationen von
Lenacapavir führen.
Tenofoviralafenamidd,i,j (25 mg) Tenofoviralafenamid: Eine Dosisanpassung von
AUC:↑ 32 % Tenofoviralafenamid ist nicht
Cmax:↑ 24 % erforderlich.
Tenofovirk:
AUC:↑ 47 %
Cmax:↑ 23 %
ERGOTAMIN-DERIVATE
Dihydroergotamin Wechselwirkungen wurden nicht Bei gleichzeitiger Anwendung von
Ergotamin untersucht. Dihydroergotamin oder Ergotaminmit Sunlenca ist Vorsicht geboten.
Die Plasmakonzentrationen dieser
Arzneimittel können beigleichzeitiger Anwendung mit
Lenacapavir erhöht sein.
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Sunlenca
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
PHOSPHODIESTERASE-5(PDE-5)-HEMMER
Sildenafil Wechselwirkungen wurden nicht Anwendung von PDE-5-Hemmern
Tadalafil untersucht. bei pulmonaler arterieller
Vardenafil Hypertonie: Die gleichzeitige
Die Plasmakonzentration von PDE- Anwendung mit Tadalafil wird nicht5-Hemmern kann bei gleichzeitiger empfohlen.
Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein. Anwendung von PDE-5-Hemmernbei Erektionsstörung:
Sildenafil: Eine Anfangsdosis von25 mg wird empfohlen.
Vardenafil: Höchstens 5 mg in einem
Zeitraum von 24 Stunden.
Tadalafil:* Bei Anwendung nach Bedarf:
höchstens 10 mg alle72 Stunden
* Bei Anwendung einmal täglich:höchstens 2,5 mg
KORTIKOSTEROIDE (systemisch)
Cortison/Hydrocortison Wechselwirkungen wurden nicht Die gleichzeitige Anwendung von
Dexamethason untersucht. Sunlenca mit Kortikosteroiden, beidenen die Expositionen durch
Die Plasmakonzentrationen von CYP3A-Inhibitoren signifikant
Kortikosteroiden können bei erhöht sind, kann das Risiko für eingleichzeitiger Anwendung mit Cushing Syndrom und Suppression
Lenacapavir erhöht sein. der Nebennierenrindenfunktionerhöhen. Mit der niedrigsten
Die Plasmakonzentrationen von Anfangsdosis beginnen und
Lenacapavir können bei vorsichtig titrieren, dabei aufgleichzeitiger Anwendung mit Sicherheit achten.systemischem Dexamethasonabnehmen, was zu einem Verlust der Bei gleichzeitiger Anwendung vontherapeutischen Wirkung und zur systemischem Dexamethason mit
Resistenzentwicklung führen kann. Sunlenca ist Vorsicht geboten,insbesondere bei
Langzeitanwendung. Andere
Kortikosteroide sollten in Erwägunggezogen werden.
HMG-CoA-REDUKTASE-HEMMER
Lovastatin Wechselwirkungen wurden nicht Lovastatin und Simvastatin mit der
Simvastatin untersucht. niedrigsten Anfangsdosis beginnenund vorsichtig titrieren, dabei auf
Die Plasmakonzentrationen dieser Sicherheit achten (z. B. Myopathie).
Atorvastatin Arzneimittel können bei Eine Dosisanpassung vongleichzeitiger Anwendung mit Atorvastatin ist nicht erforderlich.
Lenacapavir erhöht sein.
Pitavastatind,i,l (2 mg Pitavastatin: Eine Dosisanpassung von
Einzeldosis; gleichzeitig oder AUC:↔ Pitavastatin und Rosuvastatin ist3 Tage nach Lenacapavir) Cmax:↔ nicht erforderlich.
Rosuvastatind,i,m (5 mg Rosuvastatin:
Einzeldosis) AUC:↑ 31 %
Cmax:↑ 57 %
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Sunlenca
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
ANTIARRHYTHMIKA
Digoxin Wechselwirkungen wurden nicht Vorsicht ist geboten und eineuntersucht. Überwachung der therapeutischen
Konzentration von Digoxin wird
Die Plasmakonzentration von empfohlen.
Digoxin kann bei gleichzeitiger
Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.
SEDATIVA/HYPNOTIKA
Midazolamd,i,n (2,5 mg Midazolam: Bei gleichzeitiger Anwendung von
Einzeldosis; oral; gleichzeitige AUC: ↑ 259 % Midazolam oder Triazolam mit
Anwendung) Cmax: ↑ 94 % Sunlenca ist Vorsicht geboten.
1-Hydroxymidazolamo:
AUC: ↓ 24 %
Cmax: ↓ 46 %
Midazolamd,i,n (2,5 mg Midazolam:
Einzeldosis; oral; 1 Tag nach AUC: ↑ 308 %
Lenacapavir) Cmax: ↑ 116 %1-Hydroxymidazolamo:
AUC: ↓ 16 %
Cmax: ↓ 48 %
Triazolam Wechselwirkungen wurden nichtuntersucht.
Die Plasmakonzentration von
Triazolam kann bei gleichzeitiger
Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.
ANTIKOAGULANZIEN
Direkte orale Antikoagulanzien Wechselwirkungen wurden nicht Aufgrund des potenziellen(DOAK) untersucht. Blutungsrisikos kann eine
Rivaroxaban Dosisanpassung von DOAK
Dabigatran Die Plasmakonzentration von DOAK erforderlich sein. Für weitere
Edoxaban kann bei gleichzeitiger Anwendung Informationen über die Anwendungmit Lenacapavir erhöht sein. zusammen mit moderaten CYP3A-
Inhibitoren und/oder P-gp-
Inhibitoren die Fachinformation des
DOAK heranziehen.
ANTIMYKOTIKA
Voriconazola,b,p,q (400 mg Lenacapavir: Eine Dosisanpassung vonzweimal täglich/200 mg AUC:↑ 41 % Lenacapavir ist nicht erforderlich.zweimal täglich) Cmax:↔
Itraconazol Wechselwirkungen wurden nicht
Ketoconazol untersucht.
Die Plasmakonzentration von
Lenacapavir kann bei gleichzeitiger
Anwendung mit Itraconazol oder
Ketoconazol erhöht sein.
H2-REZEPTOR-ANTAGONISTEN
Famotidina,b (40 mg einmal Famotidin: Eine Dosisanpassung von Famotidintäglich, 2 Stunden vor AUC:↑ 28 % ist nicht erforderlich.
Lenacapavir) Cmax:↔
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen
Anwendungsgebieten Arzneimittelkonzentrationen. Anwendung mit Sunlenca
Mittlere prozentuale Veränderungder AUC, Cmax
ORALE KONTRAZEPTIVA
Ethinylestradiol Wechselwirkungen wurden nicht Eine Dosisanpassung von
Progestine untersucht. Ethinylestradiol und Progestinen istnicht erforderlich.
Die Plasmakonzentrationen von
Ethinylestradiol und Progestinenkönnen bei gleichzeitiger
Anwendung mit Lenacapavir erhöhtsein.
GESCHLECHTSANGLEICHENDE HORMONE17β-Estradiol Wechselwirkungen wurden nicht Eine Dosisanpassung dieser
Antiandrogene untersucht. geschlechtsspezifischen Hormone ist
Gestagen nicht erforderlich.
Testosteron Die Plasmakonzentrationen dieser
Arzneimittel können beigleichzeitiger Anwendung mit
Lenacapavir erhöht sein.
a Nüchtern.b Diese Studie wurde mit Lenacapavir 300 mg als orale Einzeldosis durchgeführt.c Als starker Induktor von CYP3A und als Induktor von P-gp und UGT eingestuft.d Mit einer Mahlzeit.e Als starker Inhibitor von CYP3A und als Inhibitor von UGT1A1 und P-gp eingestuft.f Als moderater Induktor von CYP3A und als Induktor von P-gp eingestuft.g Als starker Inhibitor von CYP3A und als Inhibitor von P-gp eingestuft.h Als starker Inhibitor von CYP3A und als Inhibitor und Induktor von P-gp eingestuft.i Diese Studie wurde mit Lenacapavir 600 mg Einzeldosis nach einer Aufsättigung von 600 mg zweimal täglich über2 Tage durchgeführt, 600 mg Einzeldosen Lenacapavir wurden mit jedem gleichzeitig angewendeten Arzneimittelverabreicht.
j Als P-gp-Substrat eingestuft.k Tenofoviralafenamid wird in vivo zu Tenofovir umgebaut.l Als OATP-Substrat eingestuft.m Als BCRP-Substrat eingestuft.n Als CYP3A-Substrat eingestuft.o Aktiver Hauptmetabolit von Midazolam.p Als starker Inhibitor von CYP3A eingestuft.q Diese Studie wurde mit Voriconazol 400 mg Aufsättigungsdosis zweimal täglich für einen Tag durchgeführt, gefolgt von200 mg Erhaltungsdosis zweimal täglich.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Lenacapavir bei
Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale
Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Sunlenca während der Schwangerschaft vermiedenwerden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Sunlenca.
StillzeitUm eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass HIV-infizierte
Frauen nicht stillen.
Es ist nicht bekannt, ob Lenacapavir in die Muttermilch übergeht. Nach Verabreichung an Rattenwährend der Trächtigkeit und Laktation wurde Lenacapavir in geringen Mengen im Plasma vongesäugten Rattenjungen nachgewiesen; es wurden keine Auswirkungen bei diesen Rattenjungenbeobachtet.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Auswirkung von Lenacapavir auf die Fertilität bei Männern oder
Frauen vor. Tierstudien haben keine Auswirkungen von Lenacapavir auf die Fertilität bei männlichenoder weiblichen Tieren gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs ist davon auszugehen, dass Sunlenca keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen hat.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen bei stark behandlungserfahrenen erwachsenen Patienten mit HIVwaren Reaktionen an der Injektionsstelle (injection site reactions, ISR) (63 %) und Übelkeit (4 %).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenEine tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen wird in Tabelle 3 dargestellt. Die
Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 3: Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen
Häufigkeita Nebenwirkung
Erkrankungen des ImmunsystemsNicht bekannt Immunrekonstitutions-Syndrom
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig Übelkeit
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Reaktionen an der Injektionsstelleba Die Häufigkeit basiert auf allen Patienten (Kohorten 1 und 2) in CAPELLA (siehe Abschnitt 5.1).b Umfasst Schwellung an der Injektionsstelle, Schmerz, Knötchen, Erythem, Induration, Pruritus, Extravasat, Unbehagen,
Raumforderungen, Hämatom, Ödem und Ulkus aus der CAPELLA-Studie; im Rahmen der Produktüberwachung nachder Markteinführung wurde über Nekrose berichtet.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenImmunrekonstitutions-SyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerer Immunschwäche kann sich zum Zeitpunkt der Einleitungeiner CART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische
Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus
Basedow und Autoimmunhepatitis) vor, allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel unddiese Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten (siehe
Abschnitt 4.4).
Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle
Die meisten Patienten hatten ISR, die von leichter (Grad 1,42 %) oder mittelgradiger Ausprägung(Grad 2,18 %) waren. 3 % der Patienten hatten schwerwiegende ISR (Grad 3), die sich innerhalb von 1bis 8 Tagen zurückbildeten. Bei keinem Patienten kam es zu einer ISR von Grad 4. Die mediane
Dauer aller ISR, außer Knötchen und Indurationen, betrug 6 Tage. Die mediane Dauer des
Fortbestehens der Knötchen und Indurationen betrug 180 bzw. 118 Tage.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Im Falle einer Überdosierung ist der Patient auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen(siehe Abschnitt 4.8) zu beobachten. Die Behandlung im Fall einer Überdosis von Sunlenca umfasstallgemeine unterstützende Maßnahmen einschließlich der Überwachung der Vitalparameter sowie die
Beobachtung des klinischen Zustands des Patienten. Da Lenacapavir stark proteingebunden ist, ist esunwahrscheinlich, dass es durch Dialyse in deutlichem Maße eliminiert wird.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung; andere antivirale
Mittel; ATC-Code: J05AX31
WirkmechanismusLenacapavir ist ein mehrstufiger, selektiver Inhibitor der HIV-1-Capsid-Funktion, der direkt an die
Schnittstelle zwischen den Capsid-Protein (CA)-Untereinheiten bindet. Lenacapavir hemmt die
HIV-1-Replikation, indem es in mehrere wesentliche Schritte des viralen Lebenszyklus eingreift,darunter die capsidvermittelte nukleäre Aufnahme von proviraler HIV-1-DNA (indem nukleäre
Importproteine daran gehindert werden, an Capsid zu binden), die Virusassemblierung und
- Freisetzung (indem es in die Gag/Gag-Pol-Funktion eingreift und dadurch die Produktion von CA-
Untereinheiten reduziert) sowie die Capsid-Kernbildung (durch Störung der Assoziationsrate der
Capsid-Untereinheiten, was zu fehlgeformten Capsiden führt).
Antivirale Aktivität und Selektivität in vitroDie antivirale Aktivität von Lenacapavir gegen Laborstämme und klinische Isolate von HIV-1 wurdean lymphoblastoiden Zelllinien, PBMC, primären Monozyten/Makrophagen und CD4-T-
Lymphozyten beurteilt. Die EC50- und Selektivitäts(CC50/EC50)-Werte reichten von 30 bis 190 pMbzw. 140.000 bis > 1.670.000 für das Wildtyp(WT)-HIV-1-Virus. Die Protein-adjustierte EC95 von
Lenacapavir lag bei 4 nM (3,87 ng pro ml) in der MT-4-T-Zelllinie für das Wildtyp-HIV-1-Virus.
In einer Studie zu Lenacapavir in Kombination mit Vertretern der wichtigsten Klassen antiretroviraler
Arzneimittel (nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren [nucleoside reverse transcriptaseinhibitors, NRTI], nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren [non-nucleoside reversetranscriptase inhibitors, NNRTI], Integrase-Strangtransfer-Hemmer [INSTI] und Protease-Inhibitoren[PI]) wurden antivirale Synergieeffekte beobachtet. Bei diesen Kombinationen wurde kein
Antagonismus beobachtet.
In Zellkulturen zeigte Lenacapavir antivirale Aktivität gegen alle HIV-1-Gruppen (M, N, O),einschließlich der Subtypen A, A1, AE, AG, B, BF, C, D, E, F, G, H.
Lenacapavir war im Vergleich zu HIV-1 gegen HIV-2-Isolate um das 15- bis 25-Fache weniger aktiv.
ResistenzIn ZellkulturHIV-1-Varianten mit reduzierter Empfindlichkeit gegenüber Lenacapavir wurden in Zellkulturenselektiert. Die Resistenzselektion mit Lenacapavir in vitro identifizierte 7 Mutationen im CA: L56I,
M66I, Q67H, K70N, N74D/S und T107N einzeln oder in doppelter Kombination. Die phänotypische
Empfindlichkeit gegenüber Lenacapavir war im Vergleich zum WT-Virus um das4- bis > 3.226-Fache reduziert. HIV-1-Varianten mit > 10-facher Reduzierung der Empfindlichkeitgegenüber Lenacapavir im Vergleich zum WT-Virus zeigten eine verringerte Replikationskapazität inden primär humanen CD4-T-Lymphozyten und Makrophagen (0,03 - 28 % bzw. 1,9 - 72 % beim
WT-Virus).
In Studie GS-US-200-4625 (‚CAPELLA‘) erfüllten 29 % (21/72) der stark behandlungserfahrenen
Patienten die Kriterien für die Resistenzanalysen bis Woche 52 (HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/ml zum
Zeitpunkt des bestätigten virologischen Versagens [suboptimales virologisches Ansprechen in
Woche 4, virologischer Rebound oder Virämie beim letzten Termin]) und wurden auf das Auftreten
Lenacapavir-assoziierter Mutationen untersucht. Lenacapavir-assoziierte Capsid-Mutationen wurdenbei 11,1 % (n = 8) dieser Patienten nachgewiesen. Die CA-Mutation M66I wurde bei 8,3 % (n = 6) der
Patienten beobachtet, allein oder in Kombination mit anderen Sunlenca-assoziierten Capsid-
Mutationen, darunter N74D, Q67Q/H/K/N, K70K/N/R/S, T107T/C und T107A. Ein Patient hatte eine
K70H-CA-Mutation, zusammen mit T107T/N, und bei einem Patienten trat sowohl Q67H als auch
K70R im CA auf.
Phänotypische Analysen zeigten, dass die M66I- und K70H-Mutationen im Vergleich zum WT miteiner durchschnittlichen Reduzierung der Lenacapavir-Empfindlichkeit um das 234-Fache bzw. 265-
Fache assoziiert waren. Das Q67H + K70R CA-Resistenzmuster war mit einer 15-fachen Reduzierungder Lenacapavir-Empfindlichkeit assoziiert.
KreuzresistenzDie antivirale in-vitro Aktivität von Lenacapavir wurde gegen ein breites Spektrum an zielgerichteten
HIV-1-Mutanten und von Patienten abgeleiteten HIV-1-Isolaten mit Resistenz gegen die vierwichtigsten Klassen antiretroviraler Arzneimittel (NRTI, NNRTI, INSTI und PI; n = 58) sowie gegen
Viren, die resistent sind gegen Maturations-Inhibitoren (n = 24) und gegen Viren, die resistent sindgegen die Klasse der Entry-Inhibitoren (EI) (Fostemsavir, Ibalizumab, Maraviroc und Enfuvirtid;n = 42) bestimmt. Diese Daten zeigten, dass Lenacapavir gegen alle getesteten Varianten voll aktivblieb und dabei ein nicht überlappendes Resistenzprofil aufwies. Darüber hinaus wurde die antivirale
Aktivität von Lenacapavir in Patientenisolaten durch das Vorhandensein von natürlich vorkommenden
Gag-Polymorphismen nicht beeinflusst.
Auswirkungen auf das ElektrokardiogrammIn einer QT/QTc-Studie im Parallelgruppendesign hatte Lenacapavir keine klinisch relevante
Auswirkung auf das QTcF-Intervall. Bei supratherapeutischer Lenacapavir-Exposition (9-mal höherals die therapeutische Exposition bei Anwendung von Sunlenca) betrug der erwartete mittlere (oberes90-%-Konfidenzintervall) Anstieg des QTcF-Intervalls 2,6 (4,8) msec, und es bestand kein
Zusammenhang (p = 0,36) zwischen den beobachteten Lenacapavir-Plasmakonzentrationen und einer
Veränderung von QTcF.
Klinische DatenDie Wirksamkeit und Sicherheit von Sunlenca bei HIV-1-infizierten, stark behandlungserfahrenen
Patienten mit multiplen Resistenzen basieren auf einer teilweise randomisierten, placebokontrollierten,doppelblinden, multizentrischen Studie, GS-US-200-4625 (‚CAPELLA‘), über einen Zeitraum von52 Wochen.
CAPELLA wurde mit 72 stark behandlungserfahrenen Patienten mit gegen mehrere
Arzneimittelklassen resistentem HIV-1 durchgeführt. Die Patienten mussten eine Viruslastvon ≥ 400 Kopien/ml, eine dokumentierte Resistenz gegen mindestens zwei antiretrovirale
Arzneimittel aus jeder von mindestens 3 der 4 Klassen antiretroviraler Arzneimittel (NRTI, NNRTI,
PI und INSTI) aufweisen. Bei Studienbeginn durften höchstens 2 voll aktive antiretrovirale
Arzneimittel aus den 4 Klassen antiretroviraler Arzneimittel aufgrund von Resistenz,
Unverträglichkeit, Verfügbarkeit des Arzneimittels, Kontraindikationen oder anderer
Sicherheitsbedenken übrig sein.
Die Studie bestand aus zwei Kohorten. Die Patienten wurden in die randomisierte Kohorte (Kohorte 1,n = 36) aufgenommen, wenn sie im Vergleich zum Screening-Termin einen Rückgang der
HIV-1-RNA um < 0,5 log10 hatten. Die Patienten wurden in die nicht randomisierte Kohorte(Kohorte 2, n = 36) aufgenommen, wenn sie im Vergleich zum Screening-Termin einen Rückgang der
HIV-1-RNA um ≥ 0,5 log10 hatten oder nachdem Kohorte 1 ihre geplante Stichprobengröße erreichthatte. Die Patienten erhielten 600 mg, 600 mg bzw. 300 mg Lenacapavir oral an Tag 1, Tag 2 bzw.
Tag 8, und anschließend 927 mg subkutan an Tag 15 und danach alle 6 Monate 927 mg subkutan(siehe Abschnitt 5.2).
In dem funktionellen 14-tägigen Monotherapiezeitraum wurden die Patienten in Kohorte 1 verblindetin einem Verhältnis von 2:1 randomisiert, um entweder Lenacapavir oder Placebo zu erhalten, wobeisie gleichzeitig ihre versagende Therapie fortsetzten. Nach dem funktionellen Monotherapiezeitraumsetzten die Patienten, die Sunlenca erhalten hatten, die Behandlung mit Sunlenca zusammen mit einer
OBR fort; die Patienten, die während dieses Zeitraums Placebo erhalten hatten, begannen mit
Sunlenca zusammen mit einer OBR.
Die Mehrheit der Patienten in Kohorte 1 war männlich (72 %), Weiß (46 %) oder Schwarz (46 %) undzwischen 24 und 71 Jahre alt (Durchschnitt [Standardabweichung; SD]: 52 [11,2] Jahre). Zu
Studienbeginn lag die mediane Viruslast und CD4-Zellzahl bei 4,5 log10 Kopien/ml (Spanne2,33 bis 5,40) bzw. 127 Zellen/mm3 (Spanne 6 bis 827). Die Mehrheit (53 %) der Patienten hatte keinevoll aktiven Wirkstoffe in ihrem ersten versagenden Behandlungsregime.
Die Patienten in Kohorte 2 begannen an Tag 1 mit Sunlenca und einer OBR.
Die Mehrheit der Patienten in Kohorte 2 war männlich (78 %), Weiß (36 %), Schwarz (31 %) oderasiatischer Abstammung (33 %) und zwischen 23 und 78 Jahre alt (Durchschnitt [SD]: 48 [13,7]
Jahre). Zu Studienbeginn lag die mediane Viruslast und CD4-Zellzahl bei 4,5 log10 Kopien/ml (Spanne1,28 bis 5,70) bzw. 195 Zellen/mm3 (Spanne 3 bis 1296). In Kohorte 2 hatten 31 % der Patientenkeinen voll aktiven Wirkstoff, 42 % hatten einen voll aktiven Wirkstoff, und 28 % hatten zwei odermehr voll aktive Wirkstoffe in ihrem ersten versagenden Behandlungsregime.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil an Patienten in Kohorte 1, die am Ende desfunktionellen Monotherapiezeitraums eine Reduzierung der HIV-1-RNA um ≥ 0,5 log10 Kopien/ml im
Vergleich zum Studienbeginn erreichten. Die Ergebnisse der Analysen des primären Endpunktszeigten die Überlegenheit von Sunlenca gegenüber Placebo, wie in Tabelle 4 gezeigt.
Tabelle 4: Anteil der Patienten, die eine Reduzierung der Viruslast um ≥ 0,5 log10 erreichten(Kohorte 1)
Sunlenca Placebo(n = 24) (n = 12)
Anteil der Patienten, die eine Reduzierung der
Viruslast um ≥ 0,5 log erreichten 87,5 % 16,7 %
Unterschied zwischen Behandlungsgruppen(95 % KI); p-Wert 70,8 % (34,9 % bis 90,0 %); p < 0,0001
Die Ergebnisse in Woche 26 und 52 sind in Tabelle 5 und Tabelle 6 dargestellt.
Tabelle 5: Virologische Ergebnisse (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml bzw. < 200 Kopien/ml) in
Woche 26a und 52b mit Sunlenca plus OBR in der CAPELLA-Studie (Kohorte 1)
Sunlenca plus OBR(n = 36)
Woche 26 Woche 52
HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml 81 % 83 %
HIV-1-RNA < 200 Kopien/ml 89 % 86 %
HIV-1-RNA ≥ 50 Kopien/mlc 19 % 14 %
HIV-1-RNA ≥ 200 Kopien/mlc 11 % 11 %
Keine virologischen Daten im Woche-26- oder Woche-52-Fenster 0 3 %
Studienmedikation wegen unerwünschter Ereignisse oder Tod abgesetztd 0 0
Studienmedikation aus anderen Gründene abgesetzt und letzter verfügbarer
HIV-1-RNA-Wert < 50 Kopien/ml oder < 200 Kopien/ml 0 3 %
Keine Daten aus dem Zeitfenster, aber weiter unter Studienmedikation 0 0a Das Woche-26-Fenster reichte von Tag 184 bis Tag 232 (einschließlich).b Das Woche-52-Fenster reichte von Tag 324 bis Tag 414 (einschließlich).c Umfasst Patienten, die im Woche-26- bzw. Woche-52-Zeitfenster ≥ 50 Kopien/ml bzw. ≥ 200 Kopien/ml hatten oderwegen ausbleibender oder nachlassender Wirksamkeit vorzeitig ausschieden oder aus anderen Gründen alsunerwünschten Ereignissen (UE), Tod oder ausbleibender/nachlassender Wirksamkeit ausschieden und zu diesem
Zeitpunkt eine Viruslast von ≥ 50 Kopien/ml bzw. ≥ 200 Kopien/ml hatten.
d Umfasst Patienten, die wegen UE oder Tod irgendwann zwischen Tag 1 und dem Ende des Zeitfensters ausschieden,wenn dies dazu führte, dass für das jeweilige Zeitfenster keine virologischen Daten zur Behandlung vorlagen.
e Umfasst Patienten, die aus anderen Gründen als UE, Tod oder ausbleibender/nachlassender Wirksamkeit ausschieden,z. B. Einwilligung zurückgezogen, für Nachbeobachtung nicht verfügbar usw.
Tabelle 6: Virologische Ergebnisse (HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml) nach Baseline-Kovariaten in
Woche 26a und 52b mit Sunlenca plus OBR in der CAPELLA-Studie (Kohorte 1)
Sunlenca plus OBR(n = 36)
Woche 26 Woche 52
Viruslast im Plasma zu Studienbeginn (Kopien/ml)≤ 100.000 86 % (25/29) 86 % (25/29)> 100.000 57 % (4/7) 71 % (5/7)
CD4-Zellzahl zu Studienbeginn (Zellen/mm3)< 200 78 % (21/27) 78 % (21/27)≥ 200 89 % (8/9) 100 % (9/9)
INSTI-Resistenzprofil zu Studienbeginn
Mit INSTI-Resistenz 85 % (23/27) 81 % (22/27)
Ohne INSTI-Resistenz 63 % (5/8) 88 % (7/8)
Anzahl der voll aktiven ARV-Wirkstoffe in der OBR0 67 % (4/6) 67 % (4/6)1 86 % (12/14) 79 % (11/14)≥ 2 81 % (13/16) 94 % (15/16)
Anwendung von DTG und/oder DRV in der OBR
Mit DTG und DRV 83 % (10/12) 83 % (10/12)
Mit DTG, ohne DRV 83 % (5/6) 83 % (5/6)
Ohne DTG, mit DRV 78 % (7/9) 89 % (8/9)
Ohne DTG oder DRV 78 % (7/9) 78 % (7/9)
ARV = antiretroviral; DRV = Darunavir; DTG = Dolutegravir; INSTI = integrase strand-transfer inhibitor (Integrase-
Strangtransfer-Hemmer); OBR = optimised background regimen (optimierte Hintergrundtherapie)a Das Woche-26-Fenster reichte von Tag 184 bis Tag 232 (einschließlich).b Das Woche-52-Fenster reichte von Tag 324 bis Tag 414 (einschließlich).
In Kohorte 1 betrug die mittlere Veränderung der CD4-Zellzahl gegenüber Studienbeginn in
Woche 26 bzw. Woche 52 81 Zellen/mm3 (Spanne: -101 bis 522) bzw. 83 Zellen/mm3 (Spanne: -194bis 467).
In Kohorte 2 erreichten in Woche 26 81 % (29/36) der Patienten eine HIV-1-RNA < 50 Kopien/ml,und die mittlere Veränderung der CD4-Zellzahl gegenüber Studienbeginn betrug 98 Zellen/mm3(Spanne: -103 bis 459).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Sunlenca eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Behandlung der HIV-1-Infektion beim Menschen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach populationspharmakokinetischen Analysen waren die Lenacapavir-Expositionen (AUCtau, Cmaxund Ctrough) bei stark behandlungserfahrenen Patienten mit HIV-1-Infektion um 29 % bis 84 % höherals bei Studienteilnehmern ohne HIV-1-Infektion.
ResorptionSubkutane AnwendungLenacapavir wird nach subkutaner Anwendung vollständig resorbiert. Aufgrund der langsamen
Freisetzung an der Injektionsstelle ist das Resorptionsprofil von subkutan angewendetem Lenacapavirkomplex, mit Spitzen-Plasmaspiegel 84 Tage nach der Verabreichung.
Orale AnwendungLenacapavir wird nach oraler Anwendung resorbiert, wobei die Spitzen-Plasmaspiegel ca. 4 Stundennach der Anwendung von Sunlenca gemessen werden. Die absolute Bioverfügbarkeit von Lenacapavirnach oraler Anwendung ist gering (ca. 6 bis 10 %). Lenacapavir ist ein Substrat von P-gp.
AUC, Cmax und Tmax von Lenacapavir waren im Vergleich zum Nüchternzustand bei Einnahme miteiner fettarmen (~400 kcal, 25 % Fett) oder fettreichen (~1000 kcal, 50 % Fett) Mahlzeit vergleichbar.
Oral eingenommenes Lenacapavir kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme angewendet werden.
Pharmakokinetische ParameterSimulierte Steady-State-Expositionen von Lenacapavir nach dem empfohlenen Anwendungsschemabei stark behandlungserfahrenen Patienten mit HIV sind in Tabelle 7 aufgeführt.
Tabelle 7: Pharmakokinetische Parameter von Lenacapavir nach oraler und subkutaner
AnwendungParameter Tag 1 und 2: 600 mg (oral), Tag 8: 300 mg (oral), Tag 15: 927 mg (s.c.)
Durchschnitt Tag 1 bis Tag 15 Tag 15 bis Ende von Steady State(% CV)a Monat 6
Cmax(ng/ml) 69,6 (56) 87 (71,8) 97,2 (70,3)
AUCtau(h*ng/ml) 15.600 (52,9) 250.000 (66,6) 300.000 (68,5)
Ctrough(ng/ml) 35,9 (56,8) 32,7 (88) 36,2 (90,6)
CV = Coefficient of Variation (Variationskoeffizient); s.c. = subkutana Simulierte Expositionen unter Verwendung von populationspharmakokinetischen Analysen.
VerteilungNach populationspharmakokinetischen Analysen betrug das Verteilungsvolumen von Lenacapavir im
Steady-State 976 Liter bei stark behandlungserfahrenen Patienten mit HIV-1-Infektion.
Lenacapavir ist in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden (ca. 99,8 %, basierend auf In-vivo-
Daten).
BiotransformationNach einer intravenösen Einzeldosis von radiomarkiertem Lenacapavir bei gesunden Probandenwurden 76 % der gesamten Radioaktivität im Fäzes und < 1 % im Urin wiedergefunden.
Unverändertes Lenacapavir war der vorherrschende Anteil im Plasma (69 %) und den Fäzes (33 %).
Bei der Lenacapavir-Elimination spielte die Metabolisierung eine untergeordnete Rolle. Lenacapavirwurde mittels Oxidation, N-Dealkylierung, Hydrogenierung, Amidhydrolyse, Glucuronidierung,
Hexose-Konjugation, Pentose-Konjugation und Glutathion-Konjugation metabolisiert, vorwiegendüber CYP3A und UGT1A1. Kein einzelner zirkulierender Metabolit machte > 10 % derarzneimittelbezogenen Exposition im Plasma aus.
EliminationDie mediane Halbwertszeit nach oraler und subkutaner Anwendung betrug 10 bis 12 Tage bzw.8 bis 12 Wochen. Populationspharmakokinetische Analysen zeigten eine Clearance von Lenacapavirvon 3,62 l/h bei stark behandlungserfahrenen Patienten mit HIV-1-Infektion.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Pharmakokinetik einer Lenacapavir-Einzeldosis nach oraler Anwendung ist nicht-linear und im
Dosisbereich von 50 bis 1800 mg weniger als dosisproportional.
Die Pharmakokinetik einer Lenacapavir-Einzeldosis nach subkutaner Injektion (309 mg/ml) ist im
Dosisbereich von 309 bis 927 mg dosisproportional.
Sonstige besondere PatientengruppenAlter, Geschlecht und ethnische ZugehörigkeitPopulationspharmakokinetische Analysen mit Daten aus Studien mit Erwachsenen, einschließlicheiner begrenzten Anzahl älterer Patienten (n = 5; ≥ 65 bis 78 Jahre), erbrachten keine klinischrelevanten Unterschiede hinsichtlich der Exposition gegenüber Lenacapavir aufgrund des Alters, des
Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit oder des Gewichts.
LeberfunktionsstörungDie Pharmakokinetik einer oralen 300-mg-Einzeldosis Lenacapavir wurde in einer gesonderten
Phase-1-Studie bei Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B)untersucht. Die mittlere Lenacapavir-Exposition (gesamt und ungebunden) war bei Patienten mitmittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) in Bezug auf AUCinf bzw. Cmax um das 1,47-bis 2,84-Fache bzw. 2,61- bis 5,03-Fache höher als bei Patienten mit normaler Leberfunktion. Auf
Basis der Expositions-Wirkungsbeziehung von Lenacapavir wird dieser Anstieg jedoch nicht alsklinisch relevant angesehen. Die Pharmakokinetik von Lenacapavir wurde nicht bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) untersucht (siehe Abschnitt 4.2).
NierenfunktionsstörungDie Pharmakokinetik einer oralen 300-mg-Einzeldosis Lenacapavir wurde in einer gesonderten Studiebei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte Kreatinin-Clearance ≥ 15und < 30 ml/Minute) untersucht. Die Exposition gegenüber Lenacapavir war bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion erhöht(84 % bzw. 162 % in Bezug auf AUCinf bzw. Cmax); die Erhöhung wurde jedoch nicht als klinischrelevant eingestuft. Die Pharmakokinetik von Lenacapavir wurde bei Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz, einschließlich Dialysepatienten, nicht untersucht (siehe Abschnitt 4.2). Da
Lenacapavir zu ca. 99,8 % proteingebunden ist, ist nicht zu erwarten, dass die Dialyse die
Lenacapavir-Exposition ändert.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie lassen die präklinischen
Daten zu Toxizität bei wiederholter Gabe, Geno- und Reproduktions- und Entwicklungstoxizität keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Lenacapavir zeigte in konventionellen Genotoxizitätstests keine mutagene oder klastogene Aktivität.
Lenacapavir zeigte in einer 6-monatigen Studie an transgenen rasH2-Mäusen in Dosen von bis zu300 mg/kg/Tag einmal alle 13 Wochen, was Expositionen entspricht, die etwa 60-fach über der
Exposition des empfohlenen humantherapeutischen Dosisbereichs lagen, kein kanzerogenes Potenzial.
In einer Studie über 2 Jahre zur Karzinogenität bei Ratten zeigten sich bei Tieren, denen einmal alle13 Wochen eine 927-mg/kg-Dosis verabreicht wurde, an den Injektionsstellen durch die Lenacapavir-
Behandlung induzierte subkutane primäre Sarkome, die mit Fibrose und Entzündung assoziiert waren.
Bei 11/110 Tieren traten Sarkome bei der hohen Dosis auf, wobei jedes Tier bis zu 16 Injektions-stellen hatte - dies entspricht einer Inzidenz von <1 % aller Injektionsstellen bei den Tieren mit derhohen Dosis. Die Arzneimittelkonzentrationen an den Injektionsdepotstellen sind schwer zubestimmen, aber systemisch entspricht die 927-mg/kg-Dosis dem 44-Fachen der Exposition der beim
Menschen empfohlenen Dosis. Beim No-Observed-Adverse-Effect-Level (NOAEL, Dosis ohnebeobachtete schädliche Wirkung) entspricht die 309-mg/kg-Dosis dem 25-Fachen der Exposition derbeim Menschen empfohlenen Dosis. Ratten sind anfällig für Sarkombildung an der subkutanen
Injektionsstelle; eine klinische Relevanz beim Menschen kann jedoch in Anbetracht der langen
Verweildauer des Arzneimitteldepots nicht ausgeschlossen werden. Mit der systemischen Expositiongegenüber Lenacapavir in beliebigen Dosen waren keine Neoplasmen assoziiert.
Bei Ratten und Kaninchen, die während der Trächtigkeit Lenacapavir erhalten hatten, wurden keinetoxikologisch signifikanten Auswirkungen auf die entwicklungsbezogenen Endpunkte der
Nachkommen beobachtet.
Bei Ratten wurde die männliche und weibliche Fertilität bei Lenacapavir-Expositionen bis zum8-Fachen der beim Menschen empfohlenen Dosis nicht beinträchtigt. Bei Ratten und Kaninchenwurde die embryofetale Entwicklung bei Expositionen bis zum 21- bzw. 172-Fachen dermenschlichen Exposition bei der beim Menschen empfohlenen Dosis nicht beeinträchtigt. Bei Rattenwurde die prä- und postnatale Entwicklung bei Expositionen bis zum 7-Fachen der menschlichen
Exposition bei der beim Menschen empfohlenen Dosis nicht beeinträchtigt.
In einer prä- und postnatalen Entwicklungsstudie wurde der Übergang von Lenacapavir von den
Muttertieren auf die neonatalen Ratten beobachtet. Es ist jedoch nicht bekannt, ob der Übergang überdie Plazenta oder die Milch erfolgte; daher ist nicht bekannt, ob Lenacapavir möglicherweise beim
Menschen in die Plazenta oder in die Muttermilch übergeht.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Macrogol (E1521)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich. Im Original-Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Ausmikrobiologischer Sicht sollte die Injektionslösung sofort angewendet werden, nachdem sie in die
Spritzen aufgezogen wurde. Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen
Zubereitung wurde für 4 Stunden bei 25 °C außerhalb der Verpackung nachgewiesen.
Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort angewendet wird, ist der Anwender für die Dauerund die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Sunlenca-Injektionslösung ist als Dosierungs-Kit erhältlich, das Folgendes enthält:
* 2 Durchstechflaschen aus farblosem, durchsichtigem Glas mit jeweils 1,5 ml Injektionslösung.
Die Durchstechflaschen sind mit einem elastomeren Butylgummi-Stopfen versehen und miteinem Aluminiumsiegel mit Flip-off-Kappe versiegelt;
* 2 Durchstechflaschen-Verbindungsstücke, 2 Einwegspritzen und 2 Sicherheits-Injektionsnadelnzur subkutanen Injektion (G22, 12,7 mm).
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Unter aseptischen Bedingungen arbeiten. Lösung in den Durchstechflaschen vor der Anwendung aufsichtbare Partikel und Verfärbungen überprüfen. Die Sunlenca-Injektionslösung ist eine gelbe bisbraune Lösung. Sunlenca-Injektionslösung nicht anwenden, wenn sie verfärbt ist oder Partikel enthält.
Sobald die Lösung aus den Durchstechflaschen entnommen wurde, sollten die subkutanen Injektionenso bald wie möglich verabreicht werden.
Die Bestandteile des Injektionskits sind nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Die Verwendungder Durchstechflaschen-Verbindungsstücks ist erforderlich. Für eine vollständige Dosis sind zwei1,5-ml-Injektionen erforderlich.
Eine vollständige Anleitung zur Anwendung und Handhabung von Sunlenca befinden sich in der
Packungsbeilage (siehe ‚Anleitung zur Anwendung‘).
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Gilead Sciences Ireland UC
Carrigtohill
County Cork, T45 DP77
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 17. August 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.