Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SULIQUA 100U / 33mcg / ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Suliqua 100 Einheiten/ml + 50 Mikrogramm/ml Injektionslösung im Fertigpen
Suliqua 100 Einheiten/ml + 33 Mikrogramm/ml Injektionslösung im Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Suliqua 100 Einheiten/ml + 50 Mikrogramm/ml Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Fertigpen enthält 300 Einheiten Insulin glargin* und 150 Mikrogramm Lixisenatid in 3 ml
Lösung.
Jeder ml enthält 100 Einheiten Insulin glargin und 50 Mikrogramm Lixisenatid.
Jeder Dosisschritt enthält 1 Einheit Insulin glargin und 0,5 Mikrogramm Lixisenatid.
Suliqua 100 Einheiten/ml + 33 Mikrogramm/ml Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Fertigpen enthält 300 Einheiten Insulin glargin und 100 Mikrogramm Lixisenatid in 3 ml
Lösung.
Jeder ml enthält 100 Einheiten Insulin glargin und 33 Mikrogramm Lixisenatid.
Jeder Dosisschritt enthält 1 Einheit Insulin glargin und 0,33 Mikrogramm Lixisenatid.
*Insulin glargin wird durch rekombinante DNA-Technologie in Escherichia coli hergestellt.
Das Dosisfenster auf dem Pen zeigt die Anzahl der Dosisschritte an.
Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter WirkungJeder ml enthält 2,7 mg Metacresol.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung im Fertigpen (SoloStar).
Klare, farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Suliqua wird als Ergänzung zu Diät und Bewegung zusätzlich zu Metformin mit oder ohne Natrium-
Glucose-Cotransporter-2-(SGLT-2-)Inhibitoren zur Behandlung von erwachsenen Patienten mitunzureichend kontrolliertem Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolleangewendet.
Zu Studienergebnissen hinsichtlich Wirkung auf die Blutzuckerkontrolle sowie der untersuchten
Populationen siehe Abschnitt 4.4 und 5.1.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Suliqua ist in zwei Fertigpens erhältlich, Suliqua-(10-40)-Pen und Suliqua-(30-60)-Pen, dieunterschiedliche Dosierungsoptionen bieten. Die Differenzierung zwischen den Pens basiert auf den
Dosierungsbereichen der Pens.
* Suliqua 100 Einheiten/ml + 50 Mikrogramm/ml Fertigpen ermöglicht Dosisschritte von10-40 Einheiten Insulin glargin in Kombination mit 5-20 µg Lixisenatid [Suliqua-(10-40)-
Pen].
* Suliqua 100 Einheiten/ml + 33 Mikrogramm/ml Fertigpen ermöglicht Dosisschritte von30-60 Einheiten Insulin glargin in Kombination mit 10-20 µg Lixisenatid [Suliqua-(30-60)-
Pen].
Um Medikationsfehler zu vermeiden, muss der Arzt sicherstellen, dass der richtige Pen und diekorrekte Anzahl der Dosisschritte auf dem Rezept vermerkt sind (siehe Abschnitt 4.4).
DosierungDie Dosierung von Suliqua erfolgt individuell auf Basis des klinischen Ansprechens und wird je nach
Insulinbedarf des Patienten titriert. Die Lixisenatid-Dosis wird mit der Insulin-glargin-Dosis erhöhtoder reduziert und hängt auch davon ab, welcher Pen verwendet wird.
AnfangsdosisDie Therapie mit Basalinsulin oder GLP-1-Rezeptoragonisten (Glucagon-like peptide 1, GLP-1) oderoralen Antidiabetika (mit Ausnahme von Metformin und SGLT-2-Inhibitoren) sollte vor Beginn der
Behandlung mit Suliqua beendet werden.
Die Anfangsdosis von Suliqua wird auf Basis der bisherigen Diabetestherapie festgelegt. Dabei darfdie empfohlene Anfangsdosis von 10 µg Lixisenatid nicht überschritten werden.
Bisherige Therapie
Insulin-naive Insulin glargin Insulin glargin
Patienten (orale (100 Einheiten/ml)** (100 Einheiten/ml)**
Antidiabetika oder ≥ 20 bis < 30 ≥ 30 bis ≤ 60
GLP-1-Rezeptor- Einheiten Einheitenagonisten)
Suliqua- 10 Dosisschritte 20 Dosisschritte
Anfangs- (10-40)-Pen (10 Einheiten/5 µg)* (20 Einheiten/10 µg)*dosis und
Pen Suliqua- 30 Dosisschritte(30-60)-Pen (30 Einheiten/10 µg)*
*Einheiten Insulin glargin (100 Einheiten/ml)/µg Lixisenatid.
Patienten, die weniger als 20 Einheiten Insulin glargin erhalten, können ähnlich wie Insulin-naive
Patienten angesehen werden.
**Falls ein anderes Basalinsulin angewendet wurde:
* Bei einem zweimal täglich verabreichten Basalinsulin oder Insulin glargin (300 Einheiten/ml)wird als Anfangsdosis für Suliqua empfohlen, die bisher angewendete Gesamttagesdosis um20 % zu reduzieren.
* Bei allen anderen Basalinsulinen sollten die gleichen Regeln wie für Insulin glargin(100 Einheiten/ml) angewendet werden.
Die Tageshöchstdosis von Suliqua beträgt 60 Einheiten Insulin glargin und 20 µg Lixisenatid,entsprechend 60 Dosisschritten.
Suliqua sollte einmal täglich in der Stunde vor einer Mahlzeit injiziert werden. Nach Auswahl der ambesten geeigneten Mahlzeit wird Suliqua vorzugsweise täglich vor der gleichen Mahlzeit injiziert.
DosistitrationSuliqua wird je nach individuellem Insulinbedarf des Patienten dosiert. Für eine optimierte
Blutzuckereinstellung wird eine Anpassung der Dosis auf Basis des Nüchternblutzuckerspiegelsempfohlen (siehe Abschnitt 5.1). Während der Umstellung und in den darauffolgenden Wochen wirdeine engmaschige Blutzuckerkontrolle empfohlen.
* Wenn Patienten mit dem Suliqua-(10-40)-Pen beginnen, darf die Dosis mit diesem Pen bis auf40 Dosisschritte auftitriert werden.
* Bei Dosen > 40 Dosisschritte/Tag muss die Titration mit dem Suliqua-(30-60)-Pen fortgesetztwerden.
* Wenn Patienten mit dem Suliqua-(30-60)-Pen beginnen, darf die Dosis mit diesem Pen bis auf60 Dosisschritte auftitriert werden.
* Bei Gesamttagesdosen > 60 Dosisschritte/Tag darf Suliqua nicht angewendet werden.
Patienten sollten nur unter ärztlicher Kontrolle und mit angemessener Blutzuckerüberwachung Höheoder Zeitpunkt der Dosierung verändern (siehe Abschnitt 4.4).
Vergessene DosisWenn eine Dosis Suliqua vergessen wurde, sollte sie innerhalb einer Stunde vor der nächsten Mahlzeitgespritzt werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenSuliqua kann bei älteren Patienten angewendet werden. Die Dosis sollte auf Basis von
Blutzuckermessungen individuell angepasst werden. Bei älteren Menschen kann eine progressive
Verschlechterung der Nierenfunktion zu einem kontinuierlich abnehmenden Insulinbedarf führen. Für
Lixisenatid ist keine altersabhängige Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten ≥ 75 Jahre ist dietherapeutische Erfahrung mit Suliqua eingeschränkt.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion oder terminaler
Niereninsuffizienz wird die Anwendung von Suliqua nicht empfohlen, da keine ausreichendentherapeutischen Erfahrungen mit Lixisenatid vorliegen.
Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion ist keine
Dosisanpassung für Lixisenatid erforderlich.
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen kann der Insulinbedarf aufgrund des reduzierten
Insulinstoffwechsels vermindert sein.
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion, die Suliquaanwenden, können regelmäßige Blutzuckerkontrollen und eine Dosisanpassung erforderlich sein.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung für Lixisenatid erforderlich(siehe Abschnitt 5.2). Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann der Insulinbedarfaufgrund der verringerten Glukoneogenese-Kapazität und des verminderten Insulinabbaus reduziertsein. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen können regelmäßige Blutzuckerkontrollen und eine
Dosisanpassung von Suliqua erforderlich sein.
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Suliqua bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungSuliqua wird subkutan in den Bauch, den Bereich des Deltamuskels oder den Oberschenkel injiziert.
Die Injektionsstellen müssen innerhalb des gleichen Bereichs (Bauch, Deltamuskel oder
Oberschenkel) von Injektion zu Injektion gewechselt werden, um das Risiko einer Lipodystrophie undeiner kutanen Amyloidose zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8).
Die Patienten sind anzuweisen, stets eine neue Nadel zu verwenden. Die Wiederverwendung von
Insulinpen-Nadeln erhöht das Risiko, dass diese verstopfen. Dies kann zu Unter- oder Überdosierungführen. Wenn die Nadel verstopft ist, muss der Patient die Anweisungen befolgen, die in der
Bedienungsanleitung, die Bestandteil der Packungsbeilage ist, beschrieben sind (siehe Abschnitt 6.6).
Um Dosierungsfehler und eventuelle Überdosierungen zu vermeiden, darf Suliqua niemals mit einer
Spritze aus der Patrone des Fertigpens entnommen werden (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Diabetes mellitus Typ 1
Suliqua darf bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 oder zur Behandlung der diabetischen
Ketoazidose nicht angewendet werden.
Wechsel der Injektionsstelle
Patienten müssen angewiesen werden, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um das Risikoeiner Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren. Es besteht das potenzielle Risikoeiner verzögerten Insulinresorption und einer schlechteren Blutzuckerkontrolle nach Insulininjektionenan Stellen mit diesen Reaktionen. Bei einem plötzlichen Wechsel der Injektionsstelle zu einem nichtbetroffenen Bereich wurde darüber berichtet, dass dies zu Hypoglykämie führte. Nach einem Wechseldes Injektionsbereichs wird eine Überwachung des Blutzuckers empfohlen und eine Dosisanpassungder Antidiabetika kann in Erwägung gezogen werden.
HypoglykämieWährend der Behandlung mit Suliqua war Hypoglykämie die am häufigsten berichtete beobachtete
Nebenwirkung (siehe Abschnitt 4.8). Hypoglykämie kann auftreten, wenn die Suliqua-Dosis höher istals erforderlich.
Faktoren, die zu einer Verstärkung der Hypoglykämieneigung führen, müssen besonders beachtetwerden und können eine Dosisanpassung erfordern. Dazu zählen:‒ ein Wechsel des Injektionsgebietes,‒ eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit (z. B. wenn Stressfaktoren entfallen),‒ eine ungewohnte, stärkere oder längere körperliche Anstrengung,‒ interkurrierende Erkrankungen (z. B. Erbrechen, Durchfall),‒ unzureichende Nahrungsaufnahme,‒ versäumte Mahlzeiten,‒ Alkoholkonsum,‒ bestimmte unkompensierte Störungen des endokrinen Systems (z. B. Unterfunktion der
Schilddrüse, des Hypophysenvorderlappens oder Nebennierenrindeninsuffizienz),‒ gleichzeitige Gabe bestimmter anderer Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5),‒ Lixisenatid und/oder Insulin in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff kann das Risiko einer
Hypoglykämie erhöhen. Daher darf Suliqua nicht in Kombination mit einem Sulfonylharnstoffangewendet werden.
Die Dosierung von Suliqua erfolgt individuell auf Basis des klinischen Ansprechens und wird je nach
Insulinbedarf des Patienten titriert (siehe Abschnitt 4.2).
Akute PankreatitisDie Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten wird mit einem Risiko für die Entwicklung einerakuten Pankreatitis assoziiert. Unter Lixisenatid wurden einige Fälle von akuter Pankreatitis berichtet,ein kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht nachgewiesen. Die Patienten sollten über diecharakteristischen Symptome einer akuten Pankreatitis, d. h. anhaltende starke Bauchschmerzen,aufgeklärt werden. Wird eine Pankreatitis vermutet, ist die Behandlung mit Suliqua abzusetzen. Fallssich die Diagnose einer akuten Pankreatitis bestätigt, darf Lixisenatid nicht mehr angewendet werden.
Bei Patienten mit Pankreatitis in der Vorgeschichte ist Vorsicht geboten.
Schwere Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Die Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten kann mit gastrointestinalen Nebenwirkungeneinhergehen (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit schweren Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts, einschließlich schwerer Gastroparese, wurde Suliqua nicht untersucht, daherwird die Anwendung von Suliqua bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Schwere NierenfunktionsstörungBei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) oderterminaler Niereninsuffizienz gibt es keine therapeutischen Erfahrungen. Die Anwendung bei
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz wird nichtempfohlen (siehe Abschnitt 4.2 und 5.2).
Gleichzeitig angewendete Arzneimittel
Die Verzögerung der Magenentleerung unter Lixisenatid kann die Resorptionsrate oraler Arzneimittelsenken. Bei Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die eine schnelle gastrointestinale Resorption odereine sorgfältige klinische Überwachung erfordern oder die eine enge therapeutische Breite haben,sollte Suliqua mit Vorsicht angewendet werden. Genaue Empfehlungen zur Einnahme solcher
Arzneimittel sind in Abschnitt 4.5 aufgeführt.
DehydrierungPatienten, die mit Suliqua behandelt werden, sollten auf das potenzielle Dehydrierungsrisiko im
Zusammenhang mit gastrointestinalen Nebenwirkungen hingewiesen werden und Vorkehrungengegen einen Flüssigkeitsverlust treffen.
Bildung von Antikörpern
Die Anwendung von Suliqua kann zur Bildung von Antikörpern gegen Insulin glargin und/oder
Lixisenatid führen. In seltenen Fällen kann das Vorhandensein solcher Antikörper eine Anpassung der
Suliqua-Dosis erforderlich machen, um eine Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien auszugleichen.
Vermeidung von Medikationsfehlern
Patienten müssen angewiesen werden, stets vor jeder Injektion das Penetikett zu überprüfen, umversehentliche Verwechslungen zwischen den beiden Suliqua-Pens mit unterschiedlichen
Dosierungsbereichen und Verwechslungen mit anderen injizierbaren Antidiabetika zu vermeiden.
Um Dosierungsfehler und eventuelle Überdosierungen zu vermeiden, dürfen sowohl die Patienten alsauch das medizinische Fachpersonal das Arzneimittel niemals mit einer Spritze aus der Patrone des
Fertigpens entnehmen.
Antidiabetika, die nicht in Kombination mit Suliqua untersucht wurden
Suliqua wurde nicht in Kombination mit Dipeptidylpeptidase-4-(DPP-4-)Inhibitoren,
Sulfonylharnstoffen, Gliniden und Pioglitazon untersucht.
ReisenUm Dosierungsfehler und eventuelle Überdosierungen bei der Umstellung auf eine andere Zeitzone zuvermeiden, sollte der Patient vor der Reise den Rat des Arztes einholen.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Dieses Arzneimittel enthält Metacresol, das allergische Reaktionen auslösen kann.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Interaktionsstudien mit Suliqua durchgeführt. Die nachfolgend aufgeführten
Informationen basieren auf Studien mit den Einzelkomponenten.
Pharmakodynamische Interaktionen
Eine Reihe von Substanzen beeinflusst den Glucosestoffwechsel und kann eine Dosisanpassung von
Suliqua erforderlich machen.
Zu den Substanzen, die eine Verstärkung der Blutzuckersenkung und eine Erhöhung der Anfälligkeitfür Hypoglykämie verursachen können, gehören z. B. blutzuckersenkende Arzneimittel, Angiotensin-
Converting-Enzym-(ACE-)Hemmer, Disopyramid, Fibrate, Fluoxetin, Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmer, Pentoxifyllin, Propoxyphen, Salicylate und Sulfonamid-Antibiotika.
Zu den Substanzen, die den blutzuckersenkenden Effekt abschwächen können, gehören z. B.
Kortikosteroide, Danazol, Diazoxid, Diuretika, Glukagon, Isoniazide, Östrogene und Gestagene,
Phenothiazinderivate, Somatropin, Sympathomimetika (z. B. Epinephrin [Adrenalin], Salbutamol,
Terbutalin), Schilddrüsenhormone, atypische Antipsychotika (z. B. Clozapin und Olanzapin) und
Proteaseinhibitoren.
Betablocker, Clonidin, Lithiumsalze oder Alkohol können sowohl zu einer Verstärkung als auch zueiner Abschwächung der blutzuckersenkenden Wirkung von Insulin führen. Pentamidin kann eine
Hypoglykämie verursachen, gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie.
Zusätzlich können unter der Wirkung von Sympatholytika wie Betablocker, Clonidin, Guanethidinund Reserpin die Symptome der adrenergen Gegenregulation abgeschwächt sein oder fehlen.
Pharmakokinetische WechselwirkungenLixisenatid ist ein Peptid und wird nicht durch Cytochrom P450 verstoffwechselt. In In vitro-Studienhat Lixisenatid die Aktivität der getesteten Cytochrom-P450-Isoenzyme und humanen
Transportproteine nicht beeinflusst.
Für Insulin glargin sind keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen bekannt.
Die Wirkung der Magenentleerung auf oral anzuwendende Arzneimittel
Die durch Lixisenatid verzögerte Magenentleerung kann die Resorptionsrate oraler Arzneimittelsenken. Patienten, die Arzneimittel mit enger therapeutischer Breite oder der Erfordernis einersorgfältigen klinischen Überwachung erhalten, sollten insbesondere zu Beginn der Behandlung mit
Lixisenatid engmaschig überwacht werden. Diese Arzneimittel sollten bei gleichzeitiger Anwendungvon Lixisenatid nach einem festen Schema eingenommen werden. Werden diese Arzneimittel zum
Essen eingenommen, sollten die Patienten angewiesen werden, diese möglichst zu einer Mahlzeiteinzunehmen, bei der kein Lixisenatid appliziert wird.
Bei oralen Arzneimitteln, deren Wirksamkeit in besonderem Maße von einer Mindestkonzentrationabhängt, wie z. B. Antibiotika, sind die Patienten anzuweisen, diese Arzneimittel mindestens 1 Stundevor oder 4 Stunden nach der Lixisenatid-Injektion einzunehmen.
Magensaftresistente Zubereitungen, die Substanzen enthalten, die leicht im Magen abgebaut werdenkönnen, sollten 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach der Lixisenatid-Injektion angewendet werden.
Paracetamol
Paracetamol wurde als Modellarzneimittel verwendet, um die Wirkung von Lixisenatid auf die
Magenentleerung zu messen. Nach Einnahme einer Einzeldosis Paracetamol 1.000 mg waren die
Fläche unter der Kurve (area under the curve, AUC) und Halbwertszeit (t½) von Paracetamolunverändert, unabhängig vom Zeitpunkt der Einnahme (vor oder nach der Lixisenatid-Injektion). Bei
Einnahme 1 Stunde bzw. 4 Stunden nach Gabe von 10 µg Lixisenatid verringerte sich die Cmax von
Paracetamol um 29 % bzw. 31 % und die mediane tmax war um 2,0 bzw. 1,75 Stunden verzögert. Unterder Erhaltungsdosis von 20 µg werden eine weitere Verzögerung der tmax sowie eine reduzierte Cmaxvon Paracetamol erwartet.
Wurde Paracetamol 1 Stunde vor Lixisenatid verabreicht, waren keine Auswirkungen auf Cmax und tmaxvon Paracetamol zu beobachten.
Basierend auf diesen Ergebnissen, ist keine Dosisanpassung von Paracetamol erforderlich. Allerdingssollte die bei Einnahme von Paracetamol 1 bis 4 Stunden nach Gabe von Lixisenatid beobachteteverzögerte tmax berücksichtigt werden, wenn ein schneller Wirkungseintritt für die Wirksamkeiterforderlich ist.
Orale KontrazeptivaNach Einnahme einer Einzeldosis eines oralen Kontrazeptivums (Ethinylestradiol0,03 mg/Levonorgestrel 0,15 mg) 1 Stunde vor bzw. 11 Stunden nach Applikation von 10 µg
Lixisenatid waren Cmax, AUC, t½und tmax von Ethinylestradiol bzw. Levonorgestrel unverändert.
Bei Einnahme des oralen Kontrazeptivums 1 Stunde bzw. 4 Stunden nach Lixisenatid waren AUC undt½von Ethinylestradiol und Levonorgestrel unverändert, während sich die Cmax von Ethinylestradiol um52 % bzw. 39 % und die Cmax von Levonorgestrel um 46 % bzw. 20 % verringerten und die medianetmax um 1 bis 3 Stunden verzögert wurde.
Die Verringerung der Cmax ist nur von begrenzter klinischer Relevanz und eine Dosisanpassung vonoralen Kontrazeptiva nicht erforderlich.
AtorvastatinBei gleichzeitiger morgendlicher Gabe von Lixisenatid 20 µg und Atorvastatin 40 mg über 6 Tagewurde die Atorvastatin-Exposition nicht beeinflusst, während sich die Cmax um 31 % verringerte unddie tmax sich um 3,25 Stunden verzögerte.
Eine solche Verzögerung der tmax war nicht zu beobachten, wenn Atorvastatin abends und Lixisenatidmorgens angewendet wurde, jedoch waren AUC und Cmax von Atorvastatin um 27 % bzw. 66 %erhöht.
Diese Veränderungen sind nicht klinisch relevant, daher ist keine Dosisanpassung von Atorvastatin beigleichzeitiger Gabe mit Lixisenatid erforderlich.
Warfarin und andere Kumarinderivate
Die gleichzeitige Einnahme von Warfarin 25 mg zeigte bei wiederholter Applikation von Lixisenatid20 µg keine Auswirkungen auf AUC oder INR (International Normalised Ratio), während sich die
Cmax um 19 % verringerte und sich die tmax um 7 Stunden verzögerte.
Aufgrund dieser Ergebnisse ist keine Dosisanpassung von Warfarin bei gleichzeitiger Gabe mit
Lixisenatid erforderlich. Allerdings empfiehlt es sich, bei Patienten, die mit Warfarin und/oder
Kumarinderivaten behandelt werden, zu Beginn oder bei Beenden der Behandlung mit Lixisenatid den
INR-Wert engmaschig zu überwachen.
DigoxinNach gleichzeitiger Gabe von Lixisenatid 20 µg und Digoxin 0,25 mg war die AUC von Digoxin im
Steady State nicht beeinflusst. Die tmax von Digoxin verzögerte sich um 1,5 Stunden und die Cmaxverringerte sich um 26 %.
Basierend auf diesen Ergebnissen, ist keine Dosisanpassung von Digoxin bei gleichzeitiger Gabe mit
Lixisenatid erforderlich.
Ramipril
Bei gleichzeitiger Gabe von Lixisenatid 20 µg und Ramipril 5 mg über 6 Tage nahm die AUC von
Ramipril um 21 % zu, während sich die Cmax um 63 % verringerte. AUC und Cmax des aktiven
Metaboliten (Ramiprilat) wurden nicht beeinflusst. Die tmax von Ramipril und Ramiprilat war um ca.2,5 Stunden verzögert.
Basierend auf diesen Ergebnissen, ist keine Dosisanpassung von Ramipril bei gleichzeitiger Gabe mit
Lixisenatid erforderlich.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterDie Anwendung von Suliqua bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nichtempfohlen.
SchwangerschaftFür Suliqua, Insulin glargin oder Lixisenatid liegen keine klinischen Daten über exponierte
Schwangere aus kontrollierten klinischen Studien vor.
Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgänge) mit
Insulin glargin deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität von Insulinglargin hin. Tierexperimentelle Daten mit Insulin glargin ergaben keine Hinweise auf eine
Reproduktionstoxizität.Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Lixisenatid bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien mit Lixisenatid haben eine Reproduktionstoxizitätgezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Suliqua während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, dienicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Insulin glargin oder Lixisenatid in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko fürdas Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der
Behandlung mit Suliqua unterbrochen werden.
FertilitätTierexperimentelle Studien mit Lixisenatid oder Insulin glargin ergaben keine Hinweise auf direktegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die Fertilität.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenSuliqua hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patientenkann jedoch aufgrund einer Hypo- oder Hyperglykämie oder z. B. aufgrund von Sehstörungenbeeinträchtigt sein. Dies kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutungsind (z. B. beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen), ein Risiko darstellen.
Den Patienten ist zu raten, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Hypoglykämien beim Führen von
Kraftfahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig bei
Patienten mit verringerter oder fehlender Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen oderhäufigen Hypoglykämie-Episoden. In diesen Fällen ist zu überlegen, ob das Führen eines
Kraftfahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen ratsam ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie während der Behandlung mit Suliqua am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren
Hypoglykämie und gastrointestinale Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 'Beschreibung ausgewählter
Nebenwirkungen“ unten).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgenden, in klinischen Studien beobachteten Nebenwirkungen werden unten nach
Systemorganklasse und nach abnehmender Häufigkeit aufgelistet (sehr häufig: ≥ 1/10; häufig: ≥ 1/100,< 1/10; gelegentlich: ≥ 1/1.000, < 1/100; selten: ≥ 1/10.000, < 1/1.000; sehr selten: < 1/10.000); nichtbekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar. Innerhalb jeder
Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 1: Berichtete Nebemwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit
Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Infektionen und Nasopharyngitisparasitäre Infektion der
Erkrankungen oberen Atemwege
Erkrankungen des Urtikaria
Immunsystems
Stoffwechsel- und Hypoglykämie
Ernährungsstörungen
Erkrankungen des Schwindelgefühl Kopfschmerz
Nervensystems
Erkrankungen des Übelkeit Dyspepsie
Gastrointestinaltrakts Diarrhö Abdominalschmerz
ErbrechenErkrankungen der Kutane
Haut und des Amyloidose
Unterhautzellgewebes Lipodystrophie
Allgemeine Reaktionen an der Ermüdung
Erkrankungen und Injektionsstelle
Beschwerden am
Verabreichungsort
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHypoglykämieDie folgende Tabelle beschreibt die Anzahl der dokumentierten symptomatischen Hypoglykämien(≤ 3,9 mmol/l) und schweren Hypoglykämien für Suliqua und das Vergleichspräparat***.
Tabelle 2: Dokumentierte symptomatische oder schwere hypoglykämische Nebenwirkungen
Insulin-naive Patienten Umstellung von Umstellung von GLP-1-
Basalinsulin Rezeptoragonist(RA)***
Suliqua Insulin Insulinglargin Lixisenatid Suliqua glargin Suliqua GLP-1-
RA***
N 469 467 233 365 365 255 256
Dokumentiertesymptomatische
Hypoglykämie*
Patienten mit
Ereignis, 120 110 15 146 155 71 6n (%) (25,6 %) (23,6 %) (6,4 %) (40,0 %) (42,5 %) (27,8 %) (2,3 %)
Ereignisse pro
Patientenjahr, n 1,44 1,22 0,34 3,03 4,22 1,54 0,08
Schwere
Hypoglykämie**
Ereignisse pro
Patientenjahr, n 0 < 0,01 0 0,02 < 0,01 < 0,01 0
* Dokumentierte symptomatische Hypoglykämie war ein Ereignis, bei dem typische Symptome einer
Hypoglykämie von einer gemessenen Plasmaglucosekonzentration von ≤ 3,9 mmol/l begleitet wurden.
** Schwere symptomatische Hypoglykämie war ein Ereignis, bei dem die Hilfe eines Dritten erforderlich war,um aktiv Kohlenhydrate oder Glukagon zu verabreichen oder andere wiederbelebende Maßnahmen zuergreifen.
*** Liraglutid, Exenatid BID (zweimal täglich) oder mit verlängerter Wirkstofffreisetzung, Dulaglutid oder
Albiglutid.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsGastrointestinale Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö) waren häufig beobachtete
Nebenwirkungen während des Behandlungszeitraums. Übelkeit, Diarrhö und Erbrechen traten bei mit
Suliqua behandelten Patienten mit einer Häufigkeit von 8,4 %, 2,2 % bzw. 2,2 % auf. Gastrointestinale
Nebenwirkungen waren überwiegend leicht und von vorübergehender Dauer.
Erkrankungen des ImmunsystemsAllergische Reaktionen (Urtikaria), die möglicherweise mit Suliqua im Zusammenhang stehen,wurden bei 0,3 % der Patienten beobachtet. Für Insulin glargin und Lixisenatid wurden nach der
Markteinführung Fälle von generalisierten allergischen Reaktionen einschließlich anaphylaktischer
Reaktion und Angioödem berichtet.
ImmunogenitätDie Anwendung von Suliqua kann eine Bildung von Antikörpern gegen Insulin glargin und/oder
Lixisenatid verursachen.
Die Häufigkeit der Antikörperbildung gegen Insulin glargin betrug 21 % bzw. 26,2 %. Bei ca. 93 %der Patienten zeigten die Antikörper gegen Insulin glargin eine Kreuzreaktivität gegen Humaninsulin.
Die Häufigkeit der Antikörperbildung gegen Lixisenatid betrug ca. 43 %. Weder der Status der Anti-
Insulin-glargin-Antikörper noch der Status der Anti-Lixisenatid-Antikörper hatte einen klinischrelevanten Einfluss auf die Sicherheit oder Wirksamkeit.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesBei Insulinen kann es an der Injektionsstelle zu einer Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidosekommen, die die Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert. Ein ständiger Wechsel der
Einstichstelle innerhalb des gegebenen Injektionsbereichs kann helfen, diese Reaktionenabzuschwächen oder zu vermeiden (siehe Abschnit 4.4).
Reaktionen an der InjektionsstelleBei einigen (1,7 %) der mit Insulin, einschließlich Suliqua, behandelten Patienten traten Erytheme,lokale Ödeme und Pruritus (Juckreiz) an der Injektionsstelle auf.
HerzfrequenzBei Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten wurde ein Anstieg der Herzfrequenz berichtet, einvorübergehender Anstieg wurde auch in einigen Studien mit Lixisenatid beobachtet. In den Phase-3-
Studien mit Suliqua war keine Erhöhung der mittleren Herzfrequenz zu beobachten.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Hypoglykämie und gastrointestinale Nebenwirkungen können sich entwickeln, wenn ein Patient mehr
Suliqua als erforderlich erhält.
Leichte Episoden von Hypoglykämie können normalerweise durch die orale Einnahme von
Kohlenhydraten behandelt werden. Anpassungen der Arzneimitteldosis, der Essgewohnheiten oder derkörperlichen Aktivität können erforderlich sein.
Schwerere Episoden von Hypoglykämie mit Koma, Krampfanfällen oder neurologischen
Beeinträchtigungen können mit einer intramuskulären/subkutanen Injektion von Glukagon oderintravenöser Gabe von konzentrierter Glucose behandelt werden. Anhaltende Kohlenhydrataufnahmeund Beobachtung können erforderlich sein, da nach einer scheinbaren klinischen Erholung erneut eine
Hypoglykämie auftreten kann.
Im Falle von gastrointestinalen Nebenwirkungen sind entsprechend den klinischen Zeichen und
Symptomen des Patienten angemessene unterstützende Maßnahmen einzuleiten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika. Insuline und Analoga zur Injektion, lang wirkend.
ATC-Code: A10AE54.
WirkmechanismusZur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle kombiniert Suliqua zwei Wirkstoffe mit sich ergänzenden
Wirkmechanismen: Insulin glargin, ein Basalinsulinanalogon (wirkt insbesondere auf die
Nüchternglucosewerte), und Lixisenatid, ein GLP-1-Rezeptoragonist (wirkt insbesondere auf diepostprandialen Glucosewerte).
Insulin glargin
Die Hauptwirkung von Insulin, einschließlich Insulin glargin, ist die Regulierung des
Glucosestoffwechsels. Insulin und seine Analoga senken den Blutzuckerspiegel durch eine
Stimulierung der peripheren Glucoseaufnahme, insbesondere durch die Skelettmuskulatur und das
Fettgewebe, sowie durch Hemmung der Glukoneogenese in der Leber. Insulin hemmt die Lipolyseund die Proteolyse und fördert die Proteinsynthese.
Lixisenatid
Lixisenatid ist ein GLP-1-Rezeptoragonist. Der GLP-1-Rezeptor ist der Zielrezeptor für natives GLP-1, ein endogenes Inkretinhormon, das die glucoseabhängige Insulinsekretion von pankreatischen
Betazellen steigert und die Freisetzung von Glukagon aus Alphazellen unterdrückt.
Lixisenatid stimuliert die Insulinsekretion bei hohem Blutzuckerspiegel, jedoch nicht bei
Normoglykämie, wodurch das Hypoglykämierisiko begrenzt wird. Gleichzeitig wird die Sekretion von
Glukagon unterdrückt. Im Falle einer Hypoglykämie bleibt der 'Rettungsmechanismus“ der
Glukagonsekretion erhalten. Eine postprandiale Injektion von Lixisenatid verlangsamt zusätzlich die
Magenentleerung, wodurch die mit der Nahrung zugeführte Glucose langsamer resorbiert und dem
Blutkreislauf zugeführt wird.
Pharmakodynamische WirkungenSuliqua
Die Kombination von Insulin glargin und Lixisenatid hat keinen Einfluss auf diepharmakodynamische Wirkung von Insulin glargin. Der Einfluss der Kombination von Insulin glarginund Lixisenatid auf die Pharmakodynamik von Lixisenatid wurde nicht in Phase-1-Studien untersucht.
Übereinstimmend mit einem relativ konstanten Konzentrations-Zeit-Profil über 24 Stunden ohneausgeprägten Peak bei Gabe von Insulin glargin allein, war das Glucoseutilisations-Zeit-Profil bei
Gabe der Kombination von Insulin glargin und Lixisenatid ähnlich.
Der zeitliche Verlauf der Wirkung von Insulinen, einschließlich Suliqua, kann inter- undintraindividuell variieren.
Insulin glargin
In klinischen Studien mit Insulin glargin (100 Einheiten/ml) zeigt intravenös appliziertes Insulinglargin auf molarer Ebene (d. h. bei Gabe der gleichen Dosis) einen mit Humaninsulin vergleichbarenblutzuckersenkenden Effekt.
Lixisenatid
In einer 28-tägigen placebokontrollierten Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes führten 5 bis 20 µg
Lixisenatid zu einer statistisch signifikanten Senkung des postprandialen Blutzuckerspiegels nach dem
Frühstück, Mittagessen und Abendessen.
MagenentleerungNach einer standardisierten, radioaktiv markierten Testmahlzeit wurde in der oben erwähnten Studiebestätigt, dass Lixisenatid die Magenentleerung verzögert und dadurch die postprandiale
Glucoseresorption reduziert. Die verzögernde Wirkung auf die Magenentleerung wurde bis zum Endeder Studie aufrechterhalten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit und Wirksamkeit von Suliqua zur Blutzuckerkontrolle wurden in drei randomisiertenklinischen Studien bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus untersucht:
* Add-on-Therapie zu Metformin (Insulin-naiv),
* Umstellung von Basalinsulin,
* Umstellung von GLP-1-Rezeptoragonist.
In jeder der aktiv kontrollierten klinischen Studien erzielte die Behandlung mit Suliqua klinisch undstatistisch signifikante Verbesserungen des Hämoglobin-A1c-(HbA1c-)Werts.
Bei Erreichen niedrigerer HbA1c-Spiegel und einer stärkeren HbA1c-Senkung führte die Behandlungmit dem Kombinationsprodukt im Vergleich zu Insulin glargin allein nicht zu erhöhten Raten an
Hypoglykämien (siehe Abschnitt 4.8).
In der klinischen Studie als Add-on-Therapie zu Metformin wurde die Behandlung mit10 Dosisschritten begonnen (10 Einheiten Insulin glargin und 5 µg Lixisenatid). In der klinischen
Studie zur Umstellung von einem Basalinsulin betrug die Anfangsdosis 20 Dosisschritte (20 Einheiten
Insulin glargin und 10 µg Lixisenatid) oder 30 Dosisschritte (30 Einheiten Insulin glargin und 10 µg
Lixisenatid) je nach vorheriger Insulindosis, siehe Abschnitt 4.2. In beiden Studien wurde die Dosiseinmal wöchentlich auf Basis selbst gemessener Nüchternblutzuckerwerte titriert.
Add-on-Therapie zu Metformin (Insulin-naiv)
Klinische Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit oralen Antidiabetika (OAD) nichtausreichend kontrolliert waren
Insgesamt 1.170 Patienten mit Typ-2-Diabetes wurden in einer nicht verblindeten (open label),30-wöchigen, aktiv kontrollierten Studie randomisiert, um die Wirksamkeit und Sicherheit von
Suliqua im Vergleich zu den Einzelkomponenten, Insulin glargin (100 Einheiten/ml) und Lixisenatid(20 µg), zu untersuchen.
Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit Metformin allein oder mit Metformin und einem zweiten OADbehandelt wurden, bei dem es sich um einen Sulfonylharnstoff, ein Glinid, einen SGLT-2-Inhibitoroder einen Dipeptidyl-Peptidase-4-(DPP-4)Inhibitor handeln konnte, und die mit dieser Behandlungnicht ausreichend kontrolliert waren (HbA1c-Werte zwischen 7,5 % und 10 % bei Patienten, die bishermit Metformin allein behandelt wurden, und zwischen 7 % und 9 % bei Patienten, die bisher mit
Metformin und einem weiteren OAD behandelt wurden), durchliefen eine 4-wöchige Run-in-Phase.
Während dieser Run-in-Phase wurde die Metformin-Behandlung optimiert und alle anderen OADabgesetzt. Am Ende der Run-in-Phase wurden Patienten, die noch immer nicht ausreichendkontrolliert waren (HbA1c zwischen 7 % und 10 %), entweder auf Suliqua, Insulin glargin oder
Lixisenatid randomisiert. Von den 1.479 in die Run-in-Phase eingeschlossenen Patienten wurden1.170 randomisiert. Die Hauptgründe für das Nichteintreten in die randomisierte Phase waren
Nüchternblutzuckerwerte > 13,9 mmol/l und HbA1c-Werte < 7 % oder > 10 % am Ende der Run-in-
Phase.
Die randomisierte Typ-2-Diabetes-Population wies die folgenden Charakteristika auf: Das
Durchschnittsalter betrug 58,4 Jahre, wobei die Mehrheit (57,1 %) zwischen 50 und 64 Jahre alt war,50,6 % waren männlich. Der durchschnittliche BMI-Ausgangswert betrug 31,7 kg/m2, wobei 63,4 %der Patienten einen BMI ≥ 30 kg/m2 hatten. Die durchschnittliche Diabetesdauer lag bei ca. 9 Jahren.
Metformin war als Begleittherapie verpflichtend, 58 % der Patienten erhielten zum Zeitpunkt des
Screenings ein zweites OAD, bei 54 % der Patienten handelte es sich dabei um einen
Sulfonylharnstoff.
In Woche 30 zeigte Suliqua eine statistisch signifikante Verbesserung des HbA1c-Werts (p-Wert< 0,0001) im Vergleich zu den Einzelkomponenten. In einer vorab spezifizierten Analyse diesesprimären Endpunkts waren die beobachteten Unterschiede im Hinblick auf den HbA1c-Ausgangswert(< 8 % oder ≥ 8 %) oder die Anwendung von OAD bei Studienbeginn (Metformin allein oder
Metformin mit einem zweiten OAD) konsistent.
Siehe Tabelle und Abbildung unten für die weiteren Studienendpunkte.
Tabelle 3: Ergebnisse nach 30 Wochen - Klinische Studie Add-on-Therapie zu Metformin(Modified-intention-to-treat-[mITT-]Population)
Suliqua Insulin glargin Lixisenatid
Patientenzahl (mITT) 468 466 233
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittelwert; nach der 8,1 8,1 8,1
Run-in-Phase)
Ende der Studie (Mittelwert) 6,5 6,8 7,3
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -1,6 -1,3 -0,9
Unterschied vs. Insulin glargin -0,3[95 %-Konfidenzintervall] [-0,4; -0,2](p-Wert) (< 0,0001)
Unterschied vs. Lixisenatid -0,8[95 %-Konfidenzintervall] [-0,9; -0,7](p-Wert) (< 0,0001)
Anzahl an Patienten (%), die in Woche 30 345 (74 %) 277 (59 %) 77 (33 %)einen HbA1c-Wert < 7 % erreichen*
Nüchternplasmaglucose (mmol/l)
Ausgangswert (Mittelwert) 9,88 9,75 9,79
Ende der Studie (Mittelwert) 6,32 6,53 8,27
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -3,46 -3,27 -1,50
Unterschied vs. Insulin glargin (Mittelwert) -0,19[95 %-Konfidenzintervall] [-0,420 bis 0,038](p-Wert) (0,1017)
Unterschied vs. Lixisenatid (Mittelwert) -1,96[95 %-Konfidenzintervall] [-2,246 bis -1,682](p-Wert) (< 0,0001)
PPG nach 2 Stunden (mmol/l)**
Ausgangswert (Mittelwert) 15,19 14,61 14,72
Ende der Studie (Mittelwert) 9,15 11,35 9,99
Veränderung zum Ausgangswert -5,68 -3,31 -4,58
Unterschied vs. Insulin glargin (Mittelwert) -2,38[95 %-Konfidenzintervall] (-2,79 bis -1,96)
Unterschied vs. Lixisenatid (Mittelwert) -1,10[95 %-Konfidenzintervall] (-1,63 bis -0,57)
Mittleres Körpergewicht (kg)
Ausgangswert (Mittelwert) 89,4 89,8 90,8
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -0,3 1,1 -2,3
Vergleich vs. Insulin glargin -1,4[95 %-Konfidenzintervall] [-1,9 bis-0,9](p-Wert) (< 0,0001)
Vergleich vs. Lixisenatid 2,01[95 %-Konfidenzintervall]* [1,4 bis 2,6]
Anzahl an Patienten (%), die in Woche 30 202 117 65einen HbA1c-Wert < 7 % ohne (43,2 %) (25,1 %) (27,9 %)
Gewichtszunahme erreichen
Proportionaler Unterschied vs. Insulin glargin 18,1[95 %-Konfidenzintervall] [12,2 bis 24,0](p-Wert) (< 0,0001)
Proportionaler Unterschied vs. Lixisenatid 15,2[95 %-Konfidenzintervall]* [8,1 bis 22,4]
Suliqua Insulin glargin Lixisenatid
Insulin glargin Tagesdosis
Insulindosis in Woche 30 (Mittelwert) 39,8 40,5 nicht zutreffend
*Nicht Bestandteil des vorab festgelegten schrittweisen Testverfahrens.
**PPG (postprandiale Glucose) nach 2 Stunden abzüglich des Glucosewerts vor der Mahlzeit.
Abbildung 1: Mittlerer HbA1c-Wert (%) bei den Besuchsterminen während des 30-wöchigenrandomisierten Behandlungszeitraums - mITT-Population
Patienten in der Suliqua-Gruppe berichteten eine statistisch signifikant stärkere Senkung in dem durch
Blutzuckerselbstkontrolle ermittelten durchschnittlichen 7-Punkte-Profil von Studienbeginn bis
Woche 30 (-3,35 mmol/l) im Vergleich zu Patienten in der Insulin-glargin-Gruppe (-2,66 mmol/l;
Unterschied -0,69 mmol/l) und Patienten in der Lixisenatid-Gruppe (-1,95 mmol/l; Unterschied-1,40 mmol/l) (p < 0,0001 für beide Vergleiche). Zu allen Zeitpunkten waren die durchschnittlichen30-Wochen-Plasmaglucosewerte in der Suliqua-Gruppe niedriger als in der Insulin-glargin-Gruppeund der Lixisenatid-Gruppe, mit Ausnahme des Werts vor dem Frühstück, der in der Suliqua-Gruppeund der Insulin-glargin-Gruppe vergleichbar war.
Umstellung von Basalinsulin
Klinische Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die durch ein Basalinsulin nicht ausreichendkontrolliert waren
Insgesamt 736 Patienten mit Typ-2-Diabetes nahmen an einer randomisierten, 30-wöchigen, aktivkontrollierten, nicht verblindeten (open label), zweiarmigen, multizentrischen Studie mit
Parallelgruppendesign teil, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Suliqua im Vergleich zu Insulinglargin (100 Einheiten/ml) zu untersuchen.
Die gescreenten Patienten hatten Typ-2-Diabetes und wurden seit mindestens 6 Monaten mit einem
Basalinsulin behandelt. Die Patienten erhielten eine stabile Tagesdosis zwischen 15 und 40 Einheitenallein oder in Kombination mit einem oder zwei OAD (Metformin oder ein Sulfonylharnstoff oder ein
Glinid oder ein SGLT-2-Inhibitor oder ein DPP-4-Inhibitor), hatten einen HbA1c-Wert zwischen7,5 % und 10 % (mittlerer HbA1c-Wert zum Zeitpunkt des Screenings 8,5 %) und einen
Nüchternblutzuckerwert kleiner oder gleich 10,0 mmol/l oder 11,1 mmol/l, je nach vorhergehender
Diabetesbehandlung.
Nach dem Screening traten geeignete Patienten (n = 1.018) in eine 6-wöchige Run-in-Phase ein, in derdie Patienten entweder mit Insulin glargin weiterbehandelt oder umgestellt wurden, falls sie einanderes Basalinsulin anwendeten. Die Insulindosis wurde unter weiterer Einnahme von Metformin(falls dies bisher eingenommen wurde) titriert/stabilisiert. Alle anderen OAD wurden abgesetzt.
Am Ende der Run-in-Phase wurden Patienten mit einem HbA1c-Wert zwischen 7 und 10 %, einem
Nüchternblutzuckerwert ≤ 7,77 mmol/l und einer Insulin-glargin-Tagesdosis von 20 bis 50 Einheitenentweder auf Suliqua (n = 367) oder Insulin glargin (n = 369) randomisiert.
Diese Typ-2-Diabetes-Population wies die folgenden Charakteristika auf: Das Durchschnittsalterbetrug 60,0 Jahre, die Mehrheit (56,3 %) war zwischen 50 und 64 Jahre alt und 53,3 % warenweiblich. Der durchschnittliche BMI-Ausgangswert betrug 31,1 kg/m2, bei 57,3 % der Patienten warder BMI ≥ 30 kg/m2. Die durchschnittliche Diabetesdauer betrug ca. 12 Jahre, und die
Durchschnittsdauer der vorhergehenden Basalinsulin-Behandlung lag bei ungefähr 3 Jahren. Zum
Zeitpunkt des Screenings erhielten 64,4 % der Patienten Insulin glargin als Basalinsulin und 95 %erhielten mindestens ein begleitendes OAD.
In Woche 30 zeigte sich unter Suliqua eine statistisch signifikante Verbesserung des HbA1c-Werts (p-
Wert < 0,0001) im Vergleich zu Insulin glargin.
Siehe Tabelle und Abbildung unten für die anderen Endpunkte in der Studie.
Tabelle 4: Ergebnisse nach 30 Wochen - Studie Typ-2-Diabetes nicht kontrolliert mit einem
Basalinsulin, mITT-Population
Suliqua Insulin glargin
Patientenzahl (mITT) 366 365
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittelwert; nach der Run-in-Phase) 8,1 8,1
Ende der Behandlung (Mittelwert) 6,9 7,5
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -1,1 -0,6
Unterschied vs. Insulin glargin -0.5[95 %-Konfidenzintervall] [-0,6; -0,4](p-Wert) (< 0,0001)
Patienten [n (%)], die in Woche 30 einen HbA1c-Wert 201 (54,9 %) 108 (29,6 %)< 7 % erreichen*
Nüchternplasmaglucose (mmol/l)
Ausgangswert (Mittelwert) 7,33 7,32
Ende der Studie (Mittelwert) 6,78 6,69
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -0,35 -0,46
Unterschied vs. Insulin glargin 0,11[95 %-Konfidenzintervall] (-0,21 bis 0,43)
PPG nach 2 Stunden (mmol/l)**
Ausgangswert (Mittelwert) 14,85 14,97
Ende der Studie (Mittelwert) 9,91 13,41
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -4,72 -1,39
Unterschied vs. Insulin glargin (Durchschnitt) -3,33[95 %-Konfidenzintervall] (-3,89 bis -2,77)
Mittleres Körpergewicht (kg)
Ausgangswert (Mittelwert) 87,8 87,1
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -0,7 0,7
Vergleich vs. Insulin glargin -1,4[95 %-Konfidenzintervall] [-1,8 bis -0,9](p-Wert) (< 0,0001)
Anzahl (%) an Patienten, die in Woche 30 einen 125 49
HbA1c-Wert < 7 % ohne Gewichtszunahme erreichen (34,2 %) (13,4 %)
Proportionaler Unterschied vs. Insulin glargin 20,8[95 %-Konfidenzintervall] [15,0 bis 26,7](p-Wert) (< 0,0001)
Insulin-glargin-Tagesdosis
Ausgangswert (Mittelwert) 35,0 35,2
Endpunkt (Mittelwert) 46,7 46,7
Veränderung der Insulindosis in Woche 30 (Mittelwert) 10,6 10,9
*Nicht Bestandteil des vorab festgelegten schrittweisen Testverfahrens.
** PPG (postprandiale Glucose) nach 2 Stunden abzüglich des Glucosewerts vor der Mahlzeit.
Abbildung 2: Mittlerer HbA1c-Wert (%) bei den Besuchsterminen während des 30-wöchigenrandomisierten Behandlungszeitraums - mITT-Population
Umstellung von GLP-1-Rezeptoragonist
Klinische Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten nichtausreichend kontrolliert waren
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Suliqua wurden im Vergleich zu einer bei Studienbeginnunverändert fortgesetzten Behandlung mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten in einer 26-wöchigenrandomisierten, nicht verblindeten (open label) Studie untersucht. In die Studie wurden 514 nichtausreichend kontrollierte Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus eingeschlossen (HbA1c-Werte jeweilseinschließlich 7 % bis 9 %), die für mindestens 4 Monate mit Liraglutid oder Exenatid oder fürmindestens 6 Monate mit Dulaglutid, Albiglutid oder Exenatid mit verlängerter Wirkstofffreisetzung,in der jeweils maximal verträglichen Dosierung, zusätzlich zu Metformin allein oder in Kombinationmit Pioglitazon, einem SGLT-2-Inhibitor oder beidem behandelt wurden. Geeignete Patienten wurden,zusätzlich zu ihren bisher angewendeten OAD, entweder auf Suliqua oder auf die Fortsetzung ihrerbisherigen Behandlung mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten randomisiert.
Zum Zeitpunkt des Screenings erhielten 59,7 % der Studienteilnehmer einen einmal oder zweimaltäglich anzuwendenden GLP-1-Rezeptoragonisten und 40,3 % einen einmal wöchentlichanzuwendenden GLP-1-Rezeptoragonisten. Zum Zeitpunkt des Screenings erhielten 6,6 % der
Studienteilnehmer Pioglitazon und 10,1 % einen SGLT-2-Inhibitor in Kombination mit Metformin.
Die Studienpopulation wies die folgenden Charakteristika auf: Das mittlere Alter betrug 59,6 Jahre,52,5 % der Studienteilnehmer waren männlich. Die mittlere Diabetesdauer war 11 Jahre, die mittlere
Dauer der bisherigen Behandlung mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten lag bei 1,9 Jahren, der mittlere
BMI betrug etwa 32,9 kg/m2, die mittlere eGFR 87,3 ml/min/1,73 m2, und 90,7 % der Patienten hatteneine eGFR ≥ 60 ml/min.
In Woche 26 zeigte Suliqua eine statistisch signifikante Verbesserung des HbA1c-Wertes(p < 0,0001). Eine präspezifizierte Analyse nach dem zum Zeitpunkt des Screenings angewendeten
GLP-1-Rezeptoragonist-Untertyp (einmal/zweimal tägliche oder wöchentliche Formulierung) zeigte in
Woche 26 eine vergleichbare HbA1c-Änderung in allen Subgruppen sowie Konsistenz mit derprimären Analyse der Gesamtpopulation. Die mittlere Tagesdosis von Suliqua in Woche 26 betrug43,5 Dosisschritte.
Siehe Tabelle und Abbildung unten für die weiteren Studienendpunkte.
Tabelle 5: Ergebnisse nach 26 Wochen - Studie Typ-2-Diabetes nicht kontrolliert mit einem
GLP-1-Rezeptoragonisten, mITT-Population
Suliqua GLP-1-RA*
Patientenzahl (mITT) 252 253
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittelwert; nach der Run-in-Phase) 7,8 7,8
Ende der Behandlung (Mittelwert) 6,7 7,4
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -1,0 -0,4
Unterschied vs. GLP-1-Rezeptoragonist -0,6[95 %-Konfidenzintervall] [-0,8; -0,5](p-Wert) (< 0,0001)
Patienten [n (%)], die in Woche 26 einen HbA1c-Wert 156 (61,9 %) 65 (25,7 %)< 7 % erreichen
Prozentualer Unterschied (95 %-Konfidenzintervall) vs. 36,1 %
GLP-1-Rezeptoragonist [28,1 % bis 44 %]p-Wert < 0,0001
Nüchternplasmaglucose (mmol/l)
Ausgangswert (Mittelwert) 9,06 9,45
Ende der Studie (Mittelwert) 6,86 8,66
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -2,28 -0,60
Unterschied vs. GLP-1-Rezeptoragonist -1,67[95 %-Konfidenzintervall] [-2,00 bis -1,34](p-Wert) (< 0,0001)
PPG nach 2 Stunden (mmol/l)**
Ausgangswert (Mittelwert) 13,60 13,78
Ende der Studie (Mittelwert) 9,68 12,59
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) -4,00 -1,11
Unterschied vs. GLP-1-Rezeptoragonist (Mittelwert) -2,9[95 %-Konfidenzintervall] [-3,42 bis -2,28](p-Wert) (< 0,0001)
Mittleres Körpergewicht (kg)
Ausgangswert (Mittelwert) 93,01 95,49
Veränderung zum Ausgangswert (Mittelwert) 1,89 -1,14
Vergleich vs. GLP-1-Rezeptoragonist -3,03[95 %-Konfidenzintervall] [2,417 bis 3,643](p-Wert) (< 0,0001)
*Liraglutid, Exenatid BID (zweimal täglich) oder mit verlängerter Wirkstofffreisetzung, Dulaglutidoder Albiglutid.
** PPG (postprandiale Glucose) nach 2 Stunden abzüglich des Glucosewerts vor der Mahlzeit.
Abbildung 3: Mittlerer HbA1c-Wert (%) bei den Besuchsterminen während des 26-wöchigen randomisierten Behandlungszeitraums - mITT-Population
Gleichzeitige Anwendung von Suliqua und SGLT-2-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Suliqua und SGLT-2-Inhibitoren wird unterstützt durch
Subgruppenanalysen aus drei randomisierten klinischen Phase-3-Studien (119 Patienten, die SGLT-2-
Inhibitoren zusätzlich zur Insulin glargin/Lixisenatid-Kombination erhielten).
Eine Studie wurde in Europa und Nordamerika durchgeführt und erfasste Daten von 26 Patienten(10,1 %), die gleichzeitig mit Insulin glargin/Lixisenatid, Metformin und einem SGLT-2-Inhibitorbehandelt wurden. Zwei weitere Studien aus dem klinischen Entwicklungsprogramm der Phase 3 für
Japan schlossen Patienten ein, die mit oralen Antidiabetika nicht ausreichend kontrolliert waren, underfassten Daten von 59 Patienten (22,7 %) bzw. 34 Patienten (21,1 %), die gleichzeitig einen SGLT-2-
Inhibitor und Insulin glargin/Lixisenatid erhielten.
Die Daten aus diesen drei Studien zeigen, dass Suliqua bei Patienten, die mit ihrer bisherigen Therapieeinschließlich eines SGLT-2-Inhibitors nicht ausreichend kontrolliert waren, zu einer im Vergleichzum Komparator (Insulin glargin, Lixisenatid, Liraglutid, Exenatid BID oder mit verlängerter
Wirkstofffreisetzung, Dulaglutid oder Albiglutid) stärkeren HbA1c-Senkung führt. Dabei war das
Hypoglykämierisiko nicht erhöht, und es gab keine relevanten Unterschiede im allgemeinen
Sicherheitsprofil zwischen den Patienten mit oder ohne SGLT-2-Inhibitor-Therapie.
Kardiovaskuläre Endpunktstudien
Die kardiovaskuläre Sicherheit von Insulin glargin und Lixisenatid wurde bereits in den klinischen
Studien ORIGIN und ELIXA nachgewiesen. Mit Suliqua wurde keine separate kardiovaskuläre
Endpunktstudie durchgeführt.
Insulin glargin
Die Studie 'Outcome Reduction with Initial Glargine Intervention“ (ORIGIN) war eine nichtverblindete (open label), randomisierte Studie mit 12.537 Patienten, in der Insulin glargin 100
Einheiten/ml mit der Standardtherapie bezüglich der Zeit bis zum ersten Auftreten einesschwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisses (major adverse cardiovascular event, MACE)verglichen wurde. MACE war definiert als zusammengesetzter Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod,nichttödlichem Myokardinfarkt und nichttödlichem Schlaganfall. Die mediane Beobachtungsdauer inder Studie betrug 6,2 Jahre. Die Häufigkeit schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse war in der
ORIGIN-Studie bei Insulin glargin 100 Einheiten/ml und der Standardtherapie vergleichbar (Hazard
Ratio [95 %-KI] für MACE; 1,02 [0,94; 1,11]).
Lixisenatid
Die ELIXA-Studie war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multinationale Studie,in der die kardiovaskulären Endpunkte unter der Behandlung mit Lixisenatid bei Patienten (n = 6.068)mit Typ-2-Diabetes mellitus nach einem kürzlich aufgetretenen akuten Koronarsyndrom untersuchtwurden. Der primäre zusammengesetzte Wirksamkeitsendpunkt war die Zeit bis zum ersten Auftreteneines der folgenden Ereignisse: kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt, nicht tödlicher
Schlaganfall oder Hospitalisierung aufgrund instabiler Angina Pectoris. Die mediane
Beobachtungsdauer der Studie betrug 25,8 und 25,7 Monate in der Lixisenatid-Gruppe bzw. der
Placebo-Gruppe.
Die Inzidenz des primären Endpunkts war in der Lixisenatid-Gruppe (13,4 %) und der Placebo-
Gruppe (13,2 %) vergleichbar: Die Hazard Ratio (HR) für Lixisenatid vs. Placebo betrug 1,017; beieinem zweiseitigen 95 %-Konfidenzintervall (KI) von 0,886 bis 1,168.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Suliqua eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung des
Diabetes mellitus Typ 2 gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bez. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDas Verhältnis von Insulin glargin zu Lixisenatid hat keinen relevanten Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Insulin glargin und Lixisenatid in Suliqua.
Nach subkutaner Injektion von Insulin glargin/Lixisenatid-Kombinationen bei Patienten mit Typ-1-
Diabetes zeigte Insulin glargin keinen ausgeprägten Peak. Die Insulin-glargin-Exposition nach Gabeder Insulin glargin/Lixisenatid-Kombination betrug 86 bis 88 %, verglichen mit separaten, gleichzeitigverabreichten Injektionen von Insulin glargin und Lixisenatid. Dieser Unterschied wird als klinischnicht relevant betrachtet.
Nach subkutaner Injektion von Insulin glargin/Lixisenatid-Kombinationen bei Patienten mit Typ-1-
Diabetes lag die mediane tmax von Lixisenatid im Bereich von 2,5 bis 3,0 Stunden. Die AUC warvergleichbar, während die Cmax von Lixisenatid, verglichen mit separaten, gleichzeitig verabreichten
Injektionen von Insulin glargin und Lixisenatid, um 22 bis 34 % leicht abnahm, was wahrscheinlichklinisch nicht relevant ist.
Bei subkutaner Gabe von Lixisenatid als Monotherapie in Abdomen, Oberarm (M. deltoideus) oder
Oberschenkel zeigen sich keine klinisch relevanten Unterschiede in der Resorptionsgeschwindigkeit.
VerteilungDas scheinbare Verteilungsvolumen von Insulin glargin nach subkutaner Applikation von Insulinglargin/Lixisenatid-Kombinationen (Vss/F) beträgt ca. 1.700 l.
Lixisenatid weist eine mäßige Bindung (55 %) an Humanproteine auf. Das scheinbare
Verteilungsvolumen von Lixisenatid nach subkutaner Applikation von Insulin glargin/Lixisenatid-
Kombinationen (Vz/F) beträgt ca. 100 l.
BiotransformationEine Metabolismusstudie bei Diabetikern, die nur Insulin glargin erhielten, zeigte, dass Insulin glarginschnell am Carboxy-Ende der Beta-Kette abgebaut wird, wodurch zwei aktive Metaboliten M1(21A-Gly-Insulin) und M2 (21A-Gly-des-30B-Thr-Insulin) entstehen. Im Plasma zirkuliert als
Hauptbestandteil der Metabolit M1. Die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Datenzeigen, dass die Wirkung der subkutanen Injektion von Insulin glargin in erster Linie auf der M1-
Exposition beruht.
Als Peptid wird Lixisenatid über glomeruläre Filtration, gefolgt von tubulärer Rückresorption undanschließender Proteolyse, eliminiert. Die dadurch entstandenen kleineren Peptide und Aminosäurenwerden wieder dem Proteinstoffwechsel zugeführt.
EliminationNach einmaliger subkutaner Gabe von Insulin glargin/Lixisenatid-Kombinationen betrug die mittlerescheinbare Clearance (CL/F) von Insulin glargin ca. 120 l/Stunde.
Nach wiederholter subkutaner Gabe von Lixisenatid bei Typ-2-Diabetespatienten betrug die mittlereterminale Halbwertszeit ca. 3 Stunden und die mittlere scheinbare Clearance (CL/F) ca. 35 l/Stunde.
Besondere PatientengruppenPatienten mit eingeschränkter NierenfunktionBei Patienten mit einer leichten (Kreatinin-Clearance berechnet nach der Cockcroft-Gault-Formel: 60bis 90 ml/min), mittelschweren (Kreatinin-Clearance 30 bis 60 ml/min) und schweren Einschränkungder Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 15 bis 30 ml/min) war die AUC von Lixisenatid um 46 %,51 % bzw. 87 % erhöht.
Insulin glargin wurde nicht bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion untersucht. Bei Patientenmit Nierenfunktionsstörungen kann der Insulinbedarf aufgrund des reduzierten Insulinstoffwechselsgeringer sein.
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionDa Lixisenatid primär über die Nieren ausgeschieden wird, wurde keine pharmakokinetische Studiebei Patienten mit akuter oder chronischer Leberfunktionsstörung durchgeführt. Es ist nicht zuerwarten, dass eine Leberfunktionsstörung die Pharmakokinetik von Lixisenatid beeinflusst.
Insulin glargin wurde nicht bei Diabetikern mit eingeschränkter Leberfunktion untersucht. Bei
Patienten mit Leberfunktionsstörungen kann der Insulinbedarf aufgrund der verringerten
Glukoneogenese-Kapazität und des verminderten Insulinabbaus herabgesetzt sein.
Alter, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht und Körpergewicht
Insulin glargin
Der Einfluss von Alter, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht auf die Pharmakokinetik von Insulinglargin wurde nicht untersucht. In kontrollierten klinischen Studien mit Insulin glargin(100 Einheiten/ml) bei Erwachsenen zeigten Subgruppenanalysen nach Alter, ethnischer
Zugehörigkeit und Geschlecht keine Unterschiede bei der Sicherheit und Wirksamkeit.
Lixisenatid
Das Alter hat keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Lixisenatid. In einerpharmakokinetischen Studie mit älteren, nicht an Diabetes erkrankten Probanden führte die Gabe von20 µg Lixisenatid bei älteren Personen (11 Probanden im Alter von 65 bis 74 Jahren und 7 Probandenim Alter von ≥ 75 Jahren) im Vergleich zu 18 Probanden im Alter von 18 bis 45 Jahren zu einerdurchschnittlichen Zunahme der AUC von Lixisenatid um 29 %. Dies ist wahrscheinlich auf einereduzierte Nierenfunktion im höheren Alter zurückzuführen.
Anhand der Ergebnisse pharmakokinetischer Studien mit kaukasischen, japanischen und chinesischen
Probanden wurde ermittelt, dass die ethnische Zugehörigkeit keinen klinisch relevanten Einfluss aufdie Pharmakokinetik von Lixisenatid hat.
Das Geschlecht hat keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Lixisenatid.
Das Körpergewicht hat keinen klinisch relevanten Einfluss auf die AUC von Lixisenatid.
ImmunogenitätIn Anwesenheit von Anti-Lixisenatid-Antikörpern steigen die Lixisenatid-Exposition und die
Variabilität der Exposition unabhängig von der Dosierung deutlich an.
Kinder und JugendlicheEs wurden keine Studien mit Suliqua bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren durchgeführt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Es wurden keine tierexperimentellen Studien mit der Kombination von Insulin glargin und Lixisenatidzur Untersuchung der Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Kanzerogenität, Genotoxizität oder
Reproduktionstoxizität durchgeführt.
Insulin glargin
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Verabreichung, Genotoxizität, Kanzerogenität und Reproduktionstoxizität, lassen die präklinischen
Daten für Insulin glargin keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen.
Lixisenatid
In 2-jährigen Kanzerogenitätsstudien mit subkutaner Gabe traten bei Ratten und Mäusen nicht letale
C-Zelltumore der Schilddrüse auf, die auf einen nicht genotoxischen GLP-1-Rezeptor-vermittelten
Mechanismus zurückgeführt werden, auf den Nager besonders empfindlich reagieren. Bei Rattenzeigten sich C-Zellhyperplasien und Adenome bei allen Dosierungen, ein no observed adverse effectlevel (NOAEL) konnte nicht definiert werden. Bei Mäusen traten diese Effekte bei einer Expositionauf, die das 9,3-Fache der therapeutischen Dosis beim Menschen überstieg. Bei Mäusen wurden keine
C-Zellkarzinome beobachtet. Bei Ratten traten C-Zellkarzinome bei einer Exposition auf, die ca. 900-fach über der humantherapeutischen Dosis lag.
In einer 2-jährigen subkutanen Kanzerogenitätsstudie bei Mäusen wurde in der mittleren Dosisgruppe,entsprechend einer 97-fachen Exposition, mit drei Fällen von Adenokarzinom im Endometrium einstatistisch signifikanter Anstieg beobachtet. Es wurden keine behandlungsbedingten Effektenachgewiesen.
Tierexperimentelle Studien zeigten bei Ratten keine direkte schädigende Wirkung hinsichtlich dermännlichen und weiblichen Fertilität. Bei mit Lixisenatid behandelten Hunden wurden reversible
Läsionen in Hoden und Nebenhoden beobachtet. Bei männlichen Probanden wurde kein Einfluss aufdie Spermatogenese festgestellt.
In embryofetalen Entwicklungsstudien wurden bei Ratten bei allen Dosierungen von Lixisenatid (5-fach höhere Exposition als beim Menschen) und bei Kaninchen unter hohen Dosierungen (32-fachhöhere Exposition als beim Menschen) Fehlbildungen, verzögertes Wachstum, verzögerte Ossifikationund Auswirkungen auf das Skelett beobachtet. In beiden Spezies zeigten die Muttertiere leichte
Anzeichen von Toxizität wie geringe Nahrungsaufnahme und reduziertes Körpergewicht. Hohe Dosen
Lixisenatid im letzten Abschnitt der Tragzeit und während der Stillzeit reduzierten bei männlichen
Ratten das neonatale Wachstum, wobei eine leicht erhöhte Sterblichkeit der Jungtiere beobachtetwurde.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Glycerol 85 %
Methionin
MetacresolZinkchlorid
Salzsäure 36 % (zur Einstellung des pH-Werts)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Vor der ersten Anwendung3 Jahre.
Nach der ersten Anwendung28 Tage.
Nach der ersten Anwendung: Nicht über 25 ºC lagern. Nicht im Kühlschrank lagern. Nicht einfrieren.
Nicht mit aufgesteckter Nadel aufbewahren.
Den Pen vor direkter Hitzeeinwirkung und direktem Licht geschützt aufbewahren. Die Penkappe mussnach jeder Injektion wieder auf den Pen gesetzt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C).
Nicht einfrieren oder in der Nähe des Gefrierfachs oder eines Kühlelements aufbewahren.
Den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach der ersten Anwendung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Patrone aus farblosem Glas Typ 1 mit einem schwarzen Kolben (Brombutylgummi) und einer
Bördelkappe (Aluminium) mit beschichteten Dichtscheiben (Brombutylgummi auf der
Arzneimittelseite und Polyisopren auf der Außenseite), die 3 ml Lösung enthält. Jede Patrone ist ineinen Einweg-Fertigpen eingesetzt.
Packungen mit 3, 5 und 10 Fertigpens.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungVor der ersten Anwendung muss der Pen aus dem Kühlschrank genommen und 1 bis 2 Stunden beieiner Temperatur unter 25 °C aufbewahrt werden.
Die Patrone muss vor Gebrauch genau geprüft werden. Sie darf nur verwendet werden, wenn die
Lösung klar und farblos ist, keine sichtbaren Partikel enthält und von wasserähnlicher Konsistenz ist.
Suliqua darf nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden. Mischen oder
Verdünnen kann sein Zeit-/Wirkprofil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.
Für jede Anwendung muss eine neue Nadel aufgesteckt werden. Nadeln dürfen nicht wiederverwendetwerden. Der Patient muss die Nadel nach jeder Injektion entsorgen. Nadeln sind nicht in der Packungenthalten.
Wenn die Nadel verstopft ist, muss der Patient die Anweisungen befolgen, die in der
Bedienungsanleitung, die Bestandteil der Packungsbeilage ist, beschrieben sind.
Leere Pens dürfen nicht wiederverwendet werden und müssen vorschriftsgemäß entsorgt werden.
Zur Vermeidung einer möglichen Übertragung von Krankheiten darf jeder Pen nur von einem
Patienten benutzt werden.
Das Etikett muss vor jeder Injektion überprüft werden, um Medikationsfehler zwischen Suliqua undanderen injizierbaren Antidiabetika zu vermeiden. Hierzu zählen auch die zwei verschiedenen
Suliqua-Pens (siehe Abschnitt 4.4).
Vor der Anwendung von Suliqua muss die in der Packungsbeilage enthaltene Bedienungsanleitungsorgfältig durchgelesen werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
sanofi-aventis groupe54, rue La Boétie75008 Paris
Frankreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/16/1157/001
EU/1/16/1157/002
EU/1/16/1157/003
EU/1/16/1157/004
EU/1/16/1157/005
EU/1/16/1157/006
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 11. Januar 2017
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. November 2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.