Merkblatt SUBOXONE 2mg / 0.5mg sublingualtabletten


Angewendet bei: Opioidabhängigkeit; Entzug

Art der Anwendung: sublingual

Substanz: Buprenorphin + Naloxon (Opioid-Analgetikum + Opioidantagonist)

ATC: N07BC51 (NERVENSYSTEM | MITTEL ZUR BEHANDLUNG VON SUCHTERKRANKUNGEN | Mittel zur Behandlung der Opiatabhängigkeit)

Hinweise:
Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit
Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit

Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Schwindel / Vertigo
Schwindel / Vertigo

Dieses Arzneimittel kann Schwindel oder Vertigo verursachen.

Abhängigkeit / Missbrauch
Abhängigkeit / Missbrauch

Dieses Arzneimittel kann abhängig machen oder missbräuchlich verwendet werden.

Atemdepression
Atemdepression

Kann die Atmung verlangsamen, besonders zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln.

Alkohol vermeiden
Alkohol vermeiden

Vermeiden Sie während der Behandlung Alkohol.

Schwerwiegende Arzneimittelwechselwirkungen
Schwerwiegende Arzneimittelwechselwirkungen

Dieses Arzneimittel kann wichtige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.

Warnhinweis während der Stillzeit
Warnhinweis während der Stillzeit

Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis während der Schwangerschaft
Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis bei älteren Menschen
Warnhinweis bei älteren Menschen

Ältere Menschen können ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen haben.

Entzug / nicht abrupt absetzen
Entzug / nicht abrupt absetzen

Beenden Sie die Behandlung nicht abrupt ohne ärztlichen Rat.

Schläfrigkeit / Sedierung
Schläfrigkeit / Sedierung

Dieses Arzneimittel kann Schläfrigkeit oder verminderte Aufmerksamkeit verursachen.

Die Kombination aus Buprenorphin und Naloxon wird zur Behandlung von Opioidabhängigkeit im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms eingesetzt, das Beratung und psychosoziale Unterstützung umfasst. Buprenorphin ist ein partieller Agonist der Mu-Opioid-Rezeptoren, der hilft, Entzugssymptome zu reduzieren und das Verlangen nach Opioiden zu kontrollieren, während Naloxon ein Antagonist der Opioid-Rezeptoren ist, der entwickelt wurde, um Missbrauch durch Injektion zu verhindern.

Das Medikament wird als sublinguale Tabletten oder bukkale Filme verabreicht, wie vom Arzt verordnet. Die Dosierung wird basierend auf den individuellen Bedürfnissen des Patienten und seiner Reaktion auf die Behandlung angepasst.

Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Verstopfung, Schlaflosigkeit, übermäßiges Schwitzen und Kopfschmerzen. In seltenen Fällen können schwerwiegendere Nebenwirkungen wie schwere Atemdepression oder allergische Reaktionen auftreten.

Diese Kombination wird nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen, es sei denn, der Nutzen überwiegt die Risiken. Patienten sollten ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente informieren, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Außerdem erfordert die Anwendung dieses Medikaments eine sorgfältige medizinische Überwachung, um Missbrauch, Abhängigkeit oder andere mit Opioiden verbundene Komplikationen zu verhindern.

Allgemeine Daten zu SUBOXONE 2mg / 0.5mg

  • Substanz: Buprenorphin + Naloxon
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-03-2026
  • Handelsgesetzbuch: W62865002
  • Konzentration: 2mg / 0.5mg
  • Pharmazeutisches Formblatt: sublingualtabletten
  • Quantität: 28
  • Produktart: original
  • Rezeptbeschränkungen: TAB3 - Arzneimittel, die mit einem speziellen Rezept (psychotrop) in grüner Farbe ausgestellt werden.

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: RECKITT BENCKISER HEALTHCARE (UK) LTD. - MAREA BRITANIE
  • Zulassungsinhaber: INDIVIOR UK LIMITED - MAREA BRITANIE
  • Zulassungsnummer: 359/2006/02
  • Haltbarkeit: 3 Jahre

Verfügbare Konzentrationen für Buprenorphin + Naloxon

  • 1.4mg/0.36mg
  • 2mg/0.5mg
  • 5.7mg/1.4mg
  • 8mg/2mg

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SUBOXONE 2mg / 0.5mg sublingualtabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Suboxone 2 mg/0,5 mg Sublingualtabletten

Suboxone 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Suboxone 16 mg/4 mg Sublingualtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Suboxone 2 mg/0,5 mg Sublingualtabletten

Jede Sublingualtablette enthält 2 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 0,5 mg Naloxon (als

Hydrochlorid-Dihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Sublingualtablette enthält 42 mg Laktose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

Suboxone 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Jede Sublingualtablette enthält 8 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 2 mg Naloxon (als

Hydrochlorid-Dihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Sublingualtablette enthält 168 mg Laktose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

Suboxone 16 mg/4 mg Sublingualtabletten

Jede Sublingualtablette enthält 16 mg Buprenorphin (als Hydrochlorid) und 4 mg Naloxon (als

Hydrochlorid-Dihydrat).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Jede Sublingualtablette enthält 156,64 mg Laktose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Sublingualtablette

Suboxone 2 mg/0,5 mg Sublingualtabletten

Weiße, sechseckige, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von 6,5 mm mit der Prägung 'N2“auf einer Seite.

Suboxone 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

Weiße, sechseckige, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von 11 mm mit der Prägung 'N8“auf einer Seite.

Suboxone 16 mg/4 mg Sublingualtabletten

Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von 10,5 mm mit der Prägung 'N16“ aufeiner Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit im Rahmen medizinischer, sozialer undpsychotherapeutischer Maßnahmen. Mit dem Naloxon-Bestandteil soll ein intravenöser Missbrauchverhindert werden. Suboxone wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen über 15 Jahren, dieeiner Suchtbehandlung zugestimmt haben.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung muss unter der Aufsicht eines Arztes mit Erfahrung in der Behandlung von

Opioidabhängigkeit/-sucht erfolgen.

Vorsichtsmaßnahmen vor Einleitung der Therapie

Vor Einleitung der Therapie sollten die Art der Opioidabhängigkeit (d. h. lang- oder kurzwirksames

Opioid), der Zeitraum seit der letzten Opioidanwendung und der Grad der Opioidabhängigkeitberücksichtigt werden. Zur Verhinderung eines beschleunigten Entzugs sollte eine Einleitung mit

Buprenorphin/Naloxon oder Buprenorphin allein erst dann erfolgen, wenn objektive und eindeutige

Anzeichen eines Entzugs vorliegen (z. B. kann eine Punktzahl, die eine leichte bis mäßige

Entzugssymptomatik auf der validierten Clinical Opioid Withdrawal Scale [COWS] anzeigt, als

Richtwert verwendet werden).o Bei heroinabhängigen oder von kurzwirksamen Opioiden abhängigen Patienten muss die erste

Dosis Buprenorphin/Naloxon bei den ersten Anzeichen von Entzug, frühestens jedoch6 Stunden nach der letzten Opioidanwendung, angewendet werden.

o Bei Patienten unter Methadon muss die Methadon-Dosis vor Beginn der

Buprenorphin/Naloxon-Therapie auf maximal 30 mg/Tag reduziert werden. Bei Einleitung einer

Buprenorphin/Naloxon-Therapie ist die lange Halbwertszeit von Methadon zu berücksichtigen.

Die erste Dosis Buprenorphin/Naloxon sollte erst beim Auftreten von Entzugserscheinungen,frühestens jedoch 24 Stunden nachdem der Patient zuletzt Methadon eingenommen hat,angewendet werden. Buprenorphin kann bei methadonabhängigen Patienten das Auftreten von

Entzugssymptomen beschleunigen.

Dosierung

Initialtherapie (Einleitung)

Die empfohlene Initialdosis bei Erwachsenen und Jugendlichen über 15 Jahren beträgt 4 mg/1 mg.

Diese kann an Tag 1 mehrmals bis zu einer Höchstdosis von 12 mg/3 mg angewendet werden, umunerwünschte Entzugssymptome zu minimieren und damit der Patient die Behandlung beibehält.

Zu Beginn der Therapie wird eine tägliche Überwachung der Dosierung empfohlen, umsicherzustellen, dass die Dosis richtig unter die Zunge gelegt wird und um die Therapieantwort des

Patienten beobachten zu können, auf deren Grundlage eine effektive Dosistitration entsprechend derklinischen Wirkung erfolgt.

Dosisanpassung und Erhaltungstherapie

Nach Einleitung der Behandlung am ersten Tag muss der Patient durch schrittweise Dosisanpassungschnell stabil auf eine angemessene Erhaltungsdosis eingestellt werden, damit er die Behandlungbeibehält und Opioidentzugserscheinungen unterdrückt werden; richtungweisend ist dabei eine

Neubewertung des klinischen und psychologischen Status des Patienten. Die maximale tägliche

Einzeldosis darf 24 mg Buprenorphin nicht überschreiten.

Im Verlauf der Erhaltungstherapie kann es notwendig sein, den Patienten entsprechend seinenveränderten Bedürfnissen in regelmäßigen Abständen auf eine neue Erhaltungsdosis einzustellen.

Seltenere als einmal tägliche Gabe

Nach Erreichen einer zufriedenstellenden Stabilisierung kann die Dosierungshäufigkeit von Suboxoneauf ein 2-Tagesintervall herabgesetzt werden, wobei der Patient die doppelte individuell titrierte

Tagesdosis erhält. Zum Beispiel: Ein Patient, der auf eine Tagesdosis von 8 mg/2 mg stabil eingestelltist, kann demnach an jedem zweiten Tag 16 mg/4 mg erhalten, wobei an den dazwischenliegenden

Tagen keine Dosisgabe erfolgt. Nach Erreichen einer zufrieden stellenden Stabilisierung kann die

Dosierungshäufigkeit von Suboxone bei manchen Patienten auf eine 3-mal wöchentliche Gabereduziert werden (beispielsweise montags, mittwochs und freitags). Die Montags- und die

Mittwochsdosis sollten jeweils doppelt so hoch sein wie die individuell titrierte Tagesdosis, und die

Freitagsdosis sollte das Dreifache der individuell titrierten Tagesdosis betragen; an dendazwischenliegenden Tagen erfolgen keine Dosisgaben. Die an einem Tag gegebene Dosis darf jedoch24 mg nicht überschreiten. Für Patienten, die eine titrierte Tagesdosis von > 8 mg/Tag benötigen, istdieses Behandlungsschema möglicherweise nicht geeignet.

Medizinischer Entzug

Nach Erreichen einer zufrieden stellenden Stabilisierung und bei Einverständnis des Patienten kanndie Dosis schrittweise auf eine niedrigere Erhaltungsdosis reduziert werden. In bestimmten günstigen

Fällen kann die Therapie beendet werden. Die zur Verfügung stehenden Sublingualtabletten in Dosenvon 2 mg/0,5 mg und 8 mg/2 mg ermöglichen ein Heruntertitrieren der Dosis. Bei Patienten, dieeventuell eine niedrigere Buprenorphin-Dosis benötigen, können Sublingualtabletten mit 0,4 mg

Buprenorphin angewendet werden. Nach dem medizinischen Entzug sind die Patienten zuüberwachen, da die Möglichkeit eines Rückfalls besteht.

Wechsel zwischen Buprenorphin und Buprenorphin/Naloxon

Bei sublingualer Anwendung haben Buprenorphin/Naloxon und Buprenorphin ähnliche klinische

Wirkungen und sind austauschbar. Vor dem Wechsel zwischen Buprenorphin/Naloxon und

Buprenorphin sollten sich der verordnende Arzt und der Patient über den Wechsel abstimmen und der

Patient sollte überwacht werden, falls eine Dosisanpassung notwendig wird.

Wechsel zwischen Sublingualtablette und Sublingualfilm (soweit zutreffend)

Patienten, die zwischen der Anwendung von Suboxone Sublingualtabletten und Suboxone

Sublingualfilm wechseln, sollten die Behandlung mit der gleichen Dosis wie bei dem zuvorangewendeten Arzneimittel beginnen. Beim Wechsel zwischen Arzneimitteln können jedoch

Dosisanpassungen erforderlich werden. Aufgrund der potenziell größeren relativen Bioverfügbarkeitdes Suboxone Sublingualfilms im Vergleich zu Suboxone Sublingualtabletten sollten Patienten, dievon Sublingualtabletten auf den Sublingualfilm umgestellt werden, auf Überdosierung überwachtwerden. Patienten, die vom Sublingualfilm zu Sublingualtabletten wechseln, sollten auf

Entzugserscheinungen oder andere Anzeichen für eine Unterdosierung überwacht werden. Inklinischen Studien wurde gezeigt, dass die Pharmakokinetik von Suboxone Sublingualfilm nichtimmer gleich war wie die der entsprechenden Dosisstärken von Suboxone Sublingualtabletten oder der

Kombinationen (siehe Abschnitt 5.2). Beim Wechsel zwischen Suboxone Sublingualfilm und

Suboxone Sublingualtabletten sollte der Patient überwacht werden, falls eine Dosisanpassungnotwendig wird. Die Kombination verschiedener Darreichungsformen oder die abwechselnde

Anwendung von Sublingualfilm und Sublingualtabletten ist nicht ratsam.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin/Naloxon bei Patienten über 65 Jahren ist nichterwiesen. Es können keine speziellen Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

Leberfunktionsstörung

Da die Pharmakokinetik von Buprenorphin/Naloxon bei Patienten mit Leberfunktionsstörungverändert sein kann, werden bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung niedrigere

Initialdosen und eine vorsichtige Dosistitration empfohlen. Buprenorphin/Naloxon ist bei Patientenmit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Anpassung der Buprenorphin/Naloxon-Dosiserforderlich. Bei der Behandlung von Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-

Clearance <30 ml/min) ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Buprenorphin/Naloxon bei Kindern unter 15 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Ärzte müssen Ihre Patienten darüber aufklären, dass die sublinguale Anwendung die einzige wirksameund sichere Art der Anwendung für dieses Arzneimittel ist (siehe Abschnitt 4.4). Die Tablette wirdunter die Zunge gelegt und dort belassen, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Die Patienten sollennicht schlucken und keine Nahrung oder Getränke zu sich nehmen, bis sich die Tablette vollständigaufgelöst hat.

Eine Dosis kann aus mehreren Suboxone Tabletten unterschiedlicher Stärke zusammengesetzt sein.

Diese können entweder alle gleichzeitig oder aufgeteilt auf zwei Teildosierungen angewendet werden.

Die zweite Teildosis soll direkt nachdem sich der erste Teil der Dosis aufgelöst hat angewendetwerden.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile,

Schwere respiratorische Insuffizienz,

Schwere Leberfunktionsstörung,

Akuter Alkoholismus oder Delirium tremens,

Gleichzeitige Anwendung von Opioid-Antagonisten (Naltrexon, Nalmefen) zur Behandlung von

Alkohol- oder Opioidabhängigkeit.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch, Missbrauch und Abzweigung zum illegalen Gebrauch

Buprenorphin kann, wie andere legale oder illegale Opioide auch, missbräuchlich oder nichtbestimmungsgemäß angewendet werden. Risiken einer missbräuchlichen oder nichtbestimmungsgemäßen Anwendung sind z. B. Überdosierung, Verbreitung von hämatogenübertragenen viralen oder lokalen und systemischen Infektionen, Atemdepression und

Leberschädigung. Eine missbräuchliche Anwendung von Buprenorphin durch Personen, denen das

Arzneimittel nicht verordnet wurde, beinhaltet außerdem das Risiko neuer Drogenabhängiger, die

Buprenorphin als Hauptdroge missbrauchen, wenn das Arzneimittel direkt vom betreffenden Patientenzum illegalen Gebrauch in Umlauf gebracht oder wenn es nicht genügend gegen Diebstahl gesichertwird.

Eine suboptimale Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon kann einen Arzneimittelmissbrauch durchden Patienten zur Folge haben, was zu Überdosierung oder Behandlungsabbruch führen kann. Ein

Patient, der eine zu niedrige Dosis Buprenorphin/Naloxon erhält, könnte auf unkontrollierte

Entzugssymptome weiterhin mit der Selbstbehandlung mit Opioiden, Alkohol oder sonstigen

Sedativa/Hypnotika, wie zum Beispiel Benzodiazepinen, reagieren.

Um das Risiko eines nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs, Missbrauchs und des Abzweigens zumillegalen Gebrauch zu minimieren, sollten bei der Verordnung und Ausgabe von Buprenorphingeeignete Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, wie z. B. zu Behandlungsbeginn nicht mehrere

Dosen gleichzeitig verordnen und dem Bedarf des Patienten angemessene Nachbeobachtungsterminezur klinischen Überwachung durchführen.

Durch die Kombination von Buprenorphin mit Naloxon in Suboxone sollen ein nichtbestimmungsgemäßer Gebrauch und Missbrauch von Buprenorphin vermieden werden. Da der

Naloxon-Bestandteil in diesem Arzneimittel das Auftreten von Entzugssymptomen bei von Heroin,

Methadon oder sonstigen Opioid-Agonisten abhängigen Personen beschleunigen kann, ist die

Wahrscheinlichkeit, dass Suboxone missbräuchlich intravenös oder intranasal angewendet wird,voraussichtlich geringer als bei der alleinigen Gabe von Buprenorphin.

Schlafbezogene Atmungsstörungen

Opioide können schlafbezogene Atmungsstörungen verursachen, einschließlich zentraler Schlafapnoe(ZSA) und schlafbezogener Hypoxämie. Die Anwendung von Opioiden erhöht dosisabhängig das

Risiko für ZSA. Bei Patienten, bei denen ZSA auftritt, sollte eine Verringerung der Gesamtopioiddosisin Betracht gezogen werden.

Atemdepression

Es wurden einige Todesfälle infolge von Atemdepression beschrieben, insbesondere bei kombinierter

Anwendung von Buprenorphin mit Benzodiazepinen (siehe Abschnitt 4.5), oder wenn Buprenorphinnicht gemäß der Fachinformation angewendet wurde. Todesfälle wurden auch in Zusammenhang mitder gleichzeitigen Anwendung von Buprenorphin und anderen zentral dämpfenden Mitteln, wie z. B.

Alkohol oder anderen Opioiden, berichtet. Bei Anwendung von Buprenorphin bei einigen nichtopioidabhängigen Personen, die keine Toleranz gegenüber den Wirkungen von Opioiden haben, kanneine möglicherweise tödliche Atemdepression auftreten.

Dieses Arzneimittel sollte bei Patienten mit Asthma bronchiale oder respiratorischer Insuffizienz (z. B.chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Cor pulmonale, eingeschränkter Atemreserve, Hypoxie,

Hyperkapnie, vorbestehender Atemdepression oder Kyphoskoliose [Verkrümmung der Wirbelsäulemit daraus potentiell resultierender Atemnot]) mit Vorsicht angewendet werden.

Buprenorphin/Naloxon kann bei Kindern und nicht abhängigen Personen bei versehentlicher oderabsichtlicher Einnahme zu einer schweren, möglicherweise tödlichen Atemdepression führen. Die

Patienten müssen ermahnt werden, die Blisterpackung an einem sicheren Ort aufzubewahren, sie nieim Voraus zu öffnen, dieses Arzneimittel für Kinder und andere Haushaltsmitglieder unzugänglichaufzubewahren und es nie vor Kindern einzunehmen. Bei versehentlicher Einnahme oder Verdacht auf

Einnahme ist umgehend ein Notdienst zu verständigen.

ZNS-dämpfende Wirkung

Buprenorphin/Naloxon kann Benommenheit hervorrufen, insbesondere wenn es zusammen mit

Alkohol oder zentral dämpfenden Mitteln (z. B. Benzodiazepinen, Tranquilizern, Sedativa oder

Hypnotika) eingenommen wird (siehe Abschnitte 4.5 und 4.7).

Risiken bei gleichzeitiger Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten

Arzneimitteln

Die gleichzeitige Anwendung von Buprenorphin/Naloxon und Sedativa wie Benzodiazepinen oderverwandten Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrunddieser Risiken sollte die gleichzeitige Verordnung mit solchen Sedativa Patienten vorbehalten bleiben,denen keine anderen Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. Wenn entschieden wird,

Buprenorphin/Naloxon zusammen mit Sedativa zu verordnen, sollte die niedrigste wirksame Dosis der

Sedativa angewendet werden und die Behandlungsdauer sollte möglichst kurz sein. Die Patientensollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung beobachtetwerden. Diesbezüglich wird dringend empfohlen, Patienten und deren Betreuungspersonen darüber zuinformieren, dass sie auf diese Symptome achten müssen (siehe Abschnitt 4.5).

Serotoninsyndrom

Die gleichzeitige Anwendung von Suboxone mit anderen serotonergen Arzneimitteln wie MAO-

Hemmern, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Selective Serotonin Re-Uptake Inhibitors,

SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (Serotonin Norepinephrine Re-Uptake

Inhibitors, SNRI) oder trizyklischen Antidepressiva kann zu einem Serotoninsyndrom, einer potenzielllebensbedrohlichen Erkrankung, führen (siehe Abschnitt 4.5).

Wenn eine gleichzeitige Behandlung mit anderen serotonergen Arzneimitteln klinisch angezeigt ist,wird eine sorgfältige Beobachtung des Patienten empfohlen, insbesondere bei Behandlungsbeginn und

Dosiserhöhungen.

Die Symptome des Serotoninsyndroms umfassen unter anderem Veränderungen des Gemütszustandes,autonome Instabilität, neuromuskuläre Auffälligkeiten und/oder gastrointestinale Symptome.

Wenn ein Serotoninsyndrom vermutet wird, sind je nach der Schwere der Symptome eine

Dosisverringerung oder das Absetzen der Behandlung in Erwägung zu ziehen.

Abhängigkeit

Buprenorphin wirkt am µ (my)-Opioidrezeptor partiell agonistisch und eine Dauertherapie führt zur

Abhängigkeit vom Opioidtyp. Tierexperimentelle Studien und die klinische Erfahrung haben gezeigt,dass Buprenorphin zur Abhängigkeit führen kann, wobei diese Abhängigkeit jedoch nicht so starkausgeprägt ist wie bei einem vollen Agonisten, wie z. B. Morphin.

Ein plötzliches Absetzen der Behandlung wird nicht empfohlen, da dies zu einem Entzugssyndromführen kann, das möglicherweise auch verzögert eintritt.

Hepatitis und hepatische Ereignisse

In klinischen Studien und Nebenwirkungsberichten nach Markteinführung wurden bei

Opioidabhängigen Fälle von akuter Leberschädigung beschrieben. Das Spektrum der abnormen

Veränderungen reicht von passageren asymptomatischen Erhöhungen der Lebertransaminasen bis hinzu Berichten von Leberversagen, Lebernekrose, hepatorenalem Syndrom, hepatischer Enzephalopathieund Tod. In vielen Fällen könnten vorbestehende mitochondriale Störungen (genetische Erkrankung,

Abweichungen der Leberenzymwerte, Infektionen mit dem Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Virus,

Alkoholmissbrauch, Anorexie, die gleichzeitige Anwendung eines anderen potenziell hepatotoxischen

Arzneimittels) oder ein fortbestehender intravenöser Drogenmissbrauch ursächlich sein oder dazubeitragen. Vor der Verordnung von Buprenorphin/Naloxon und während der Therapie müssen diesezugrundeliegenden Faktoren berücksichtigt werden. Bei Verdacht auf ein hepatisches Ereignis ist eineweitergehende biologische und ätiologische Abklärung erforderlich. Ausgehend von den Befundenkann das Arzneimittel vorsichtig abgesetzt werden, um Entzugssymptome und einen erneuten illegalen

Drogenmissbrauch zu verhindern. Bei Fortführung der Therapie ist die Leberfunktion engmaschig zuüberwachen.

Beschleunigt einsetzendes Opioidentzugssyndrom

Zu Beginn der Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon muss sich der Arzt über das partiellagonistische Wirkungsprofil von Buprenorphin im Klaren sein, und dass es bei opioidabhängigen

Patienten zum beschleunigten Eintreten von Entzugssymptomen führen kann, insbesondere wenn esfrüher als 6 Stunden nach der letzten Anwendung von Heroin oder einem anderen kurzwirksamen

Opioid oder früher als 24 Stunden nach der letzten Methadon-Dosis angewendet wird. Die Patientensollten in der Umstellungsphase von Buprenorphin oder Methadon auf Buprenorphin/Naloxon genaubeobachtet werden, da über Entzugssymptome berichtet wurde. Zur Verhinderung einesbeschleunigten Entzugs sollte eine Einleitung mit Buprenorphin/Naloxon erfolgen, wenn objektive

Anzeichen eines Entzugs vorliegen (siehe Abschnitt 4.2).

Entzugssymptome können auch mit einer suboptimalen Dosierung verbunden sein.

Leberfunktionsstörung

Der Einfluss einer beeinträchtigten Leberfunktion auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin und

Naloxon wurde in einer Anwendungsbeobachtungsstudie untersucht. Sowohl Buprenorphin als auch

Naloxon werden extensiv in der Leber metabolisiert, und bei Patienten mit mittelschwerer undschwerer Leberfunktionsstörung wurden erhöhte Plasmaspiegel von Buprenorphin und Naloxon im

Vergleich zu gesunden Personen festgestellt. Die Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einesbeschleunigten Opioid-Entzugs oder einer durch erhöhte Naloxon- und/oder Buprenorphin-Spiegelverursachten Toxizität oder Überdosierung überwacht werden.

Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn Leberfunktionstests zur Ermittlung der Ausgangswertedurchzuführen und den Virushepatitis-Status zu dokumentieren. Patienten, die positiv auf eine

Virushepatitis getestet werden, Begleitmedikation erhalten (siehe Abschnitt 4.5) und/oder an einervorbestehenden Leberfunktionsstörung leiden, haben ein größeres Risiko für einen Leberschaden. Eswird eine regelmäßige Überwachung der Leberfunktion empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).

Buprenorphin/Naloxon sollten bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung mit Vorsichtangewendet werden (siehe Abschnitte 4.3 und 5.2). Die Anwendung von Buprenorphin/Naloxon istbei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz kontraindiziert.

Nierenfunktionsstörung

Die Ausscheidung über die Niere kann verzögert sein, da 30 % der angewendeten Dosis renaleliminiert werden. Die Metaboliten von Buprenorphin akkumulieren bei Patienten mit

Niereninsuffizienz. Bei der Anwendung bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung(Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

CYP3A4-Hemmer

Arzneimittel, die das Enzym CYP3A4 hemmen, können zu erhöhten Buprenorphin-Konzentrationenführen. Eine Reduzierung der Buprenorphin/Naloxon-Dosis kann erforderlich sein. Bei Patienten, diebereits mit CYP3A4-Hemmern behandelt werden, sollte die Dosistitration von Buprenorphin/Naloxonvorsichtig erfolgen, da bei diesen Patienten eine geringere Dosis ausreichend sein kann (siehe

Abschnitt 4.5).

Klasseneffekte

Opioide können bei ambulant behandelten Patienten eine orthostatische Hypotonie verursachen.

Opioide können zu einem erhöhten Liquordruck führen, der Krampfanfälle verursachen kann, so dass

Opioide bei Patienten mit Kopfverletzungen, intrakraniellen Läsionen, anderen Zuständen mitmöglicher Erhöhung des Liquordrucks oder Krampfanfällen in der Krankengeschichte mit Vorsichtanzuwenden sind.

Vorsicht ist geboten, wenn Opioide bei Patienten mit Hypotonie, Prostatahypertrophie oder Urethral-stenose angewendet werden.

Eine durch Opioide verursachte Miosis, Veränderungen des Bewusstseinszustands und Veränderungender Schmerzwahrnehmung als Symptom einer Krankheit können die Patientenbeurteilungbeeinträchtigen und die Diagnose oder den klinischen Verlauf einer Begleiterkrankung verschleiern.

Opioide sollten bei Patienten mit Myxödem, Hypothyreose oder Nebenniereninsuffizienz (z. B.

Morbus Addison) mit Vorsicht angewendet werden.

Es hat sich gezeigt, dass Opioide den Druck im Gallengang erhöhen und bei Patienten mit

Dysfunktion der Gallenwege mit Vorsicht angewendet werden sollten.

Bei der Anwendung von Opioiden bei älteren oder geschwächten Patienten ist Vorsicht geboten.

Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) kann, ausgehend vonder Erfahrung mit Morphin, zu einer Verstärkung der Wirkung von Opioiden führen (siehe

Abschnitt 4.5).

Sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

Kinder und Jugendliche

Anwendung bei Jugendlichen (15 - < 18 Jahre)

Aufgrund mangelnder Daten für Jugendliche (Alter 15 - < 18 Jahre) sollten Patienten dieser

Altersgruppe während der Therapie engmaschiger überwacht werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Buprenorphin/Naloxon sollte nicht zusammen angewendet werden mit:

* Alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln, da Alkohol die sedierende

Wirkung von Buprenorphin verstärkt (siehe Abschnitt 4.7).

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Suboxone zusammen mit:

* Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln.

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden mit Sedativa wie Benzodiazepinen oderverwandten Arzneimitteln erhöht wegen einer additiven ZNS-dämpfenden Wirkung das Risikovon Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Dosis und Dauer der Anwendung begleitender

Sedativa sind zu begrenzen (siehe Abschnitt 4.4). Die Patienten sind zu warnen, dass es extremgefährlich ist, nicht verordnete Benzodiazepine gleichzeitig mit diesem Arzneimitteleinzunehmen. Die Patienten sind außerdem darauf hinzuweisen, dass Benzodiazepinezusammen mit diesem Arzneimittel nur auf Anweisung ihres Arztes eingenommen werdendürfen (siehe Abschnitt 4.4).

* Die gleichzeitige Anwendung von Suboxone und Gabapentinoiden (Gabapentin und Pregabalin)kann zu Atemdepression, Hypotonie, starker Sedierung, Koma oder Tod führen (siehe

Abschnitt 4.4).

* Anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln, anderen Opioidderivaten (z. B. Methadon,

Analgetika und Antitussiva), bestimmten Antidepressiva, sedativen H1-Rezeptorantagonisten,

Barbituraten, anderen Anxiolytika als Benzodiazepine, Neuroleptika, Clonidin und verwandten

Substanzen: Diese Kombinationen verstärken die dämpfende Wirkung auf das zentrale

Nervensystem. Aufgrund der herabgesetzten Aufmerksamkeit kann es gefährlich sein,

Fahrzeuge zu führen und Maschinen zu bedienen.

* Zudem kann es schwierig sein, eine ausreichende Analgesie zu erreichen, wenn bei Patienten,die Buprenorphin/Naloxon erhalten, ein Opioid-Vollagonist angewendet wird. Daher besteht die

Möglichkeit der Überdosierung mit einem Vollagonisten, insbesondere wenn versucht wird, diepartiell agonistische Wirkung von Buprenorphin zu überwinden, oder wenn die Buprenorphin-

Plasmaspiegel sinken.

* Serotonergen Arzneimitteln wie MAO-Hemmern, selektiven Serotonin-

Wiederaufnahmehemmern (Selective Serotonin Re-Uptake Inhibitors, SSRI), Serotonin-

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (Serotonin Norepinephrine Re-Uptake Inhibitors,

SNRI) oder trizyklischen Antidepressiva, da das Risiko eines Serotoninsyndroms, einerpotenziell lebensbedrohlichen Erkrankung, erhöht ist (siehe Abschnitt 4.4).

* Naltrexon und Nalmefen. Dies sind Opioid-Antagonisten, die die pharmakologischen

Wirkungen von Buprenorphin blockieren können. Die gleichzeitige Anwendung während einer

Behandlung mit Buprenorphin/Naloxon ist wegen der potenziell gefährlichen Wechselwirkung,die ein plötzliches Auftreten von anhaltenden und starken Symptomen eines Opioidentzugsauslösen kann, kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

* CYP3A4-Hemmern: In einer Studie zur Wechselwirkung von Buprenorphin mit Ketoconazol(einem starken CYP3A4-Hemmer) wurden erhöhte Cmax- und AUC-Werte (Fläche unter der

Kurve) für Buprenorphin (ca. 50 % bzw. 70 %) und zu einem geringeren Grad auch für

Norbuprenorphin gemessen. Patienten, die Suboxone erhalten, sind engmaschig zu überwachenund bedürfen bei kombinierter Anwendung mit starken CYP3A4-Hemmern (z. B. Protease-

Hemmern wie Ritonavir, Nelfinavir oder Indinavir oder Antimykotika vom Azol-Typ, z. B.

Ketoconazol oder Itraconazol, Makrolidantibiotika) möglicherweise einer Dosisreduzierung.

* CYP3A4-Induktoren: Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren mit Buprenorphinkann die Buprenorphin-Plasmakonzentrationen senken und somit möglicherweise zu einersuboptimalen Behandlung der Opioidabhängigkeit mit Buprenorphin führen. Es wirdempfohlen, Patienten, die Buprenorphin/Naloxon zusammen mit CYP3A4-Induktoren (z. B.

Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin) erhalten, engmaschig zu überwachen.

Die Buprenorphin- oder CYP3A4-Induktor-Dosis muss gegebenenfalls entsprechend angepasstwerden.

* Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) kann,ausgehend von der Erfahrung mit Morphin, zu einer Verstärkung der Wirkung von Opioidenführen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von

Buprenorphin/Naloxon bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine

Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nichtbekannt.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann Buprenorphin auch nach kurzer Anwendungsdauer eine

Atemdepression beim Neugeborenen hervorrufen. Eine Langzeitanwendung von Buprenorphinwährend der letzten drei Schwangerschaftsmonate kann zum Entzugssyndrom beim Neugeborenenführen (z. B. Hypertonie, neonataler Tremor, neonatale Agitation, Myoklonus oder Krampfanfälle).

Das Syndrom tritt im Allgemeinen mit einer Verzögerung von einigen Stunden bis einigen Tagen nachder Geburt auf.

Wegen der langen Halbwertszeit von Buprenorphin sollte das Neugeborene am Ende der

Schwangerschaft mehrere Tage lang überwacht werden, um dem Risiko einer Atemdepression odereines Entzugssyndroms beim Neugeborenen vorzubeugen.

Zudem sollte die Anwendung von Buprenorphin/Naloxon während der Schwangerschaft durch den

Arzt sorgfältig überprüft werden. Buprenorphin/Naloxon sollte während der Schwangerschaft nurangewendet werden, wenn der potentielle Nutzen das potentielle Risiko für den Fötus überwiegt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Naloxon beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Buprenorphin unddessen Metaboliten werden in die Muttermilch ausgeschieden. Untersuchungen an Ratten habengezeigt, dass Buprenorphin die Laktation hemmt. Das Stillen soll während der Behandlung mit

Suboxone unterbrochen werden.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien haben eine Abnahme der weiblichen Fertilität unter hohen Dosen gezeigt(systemische Exposition > 2,4-Fache der Exposition des Menschen bei der empfohlenen Höchstdosisvon 24 mg Buprenorphin, basierend auf den AUC-Werten) (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Buprenorphin/Naloxon hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, wenn es bei opioidabhängigen Patienten angewendet wird.

Das Arzneimittel kann Benommenheit, Schwindelgefühl oder eine Beeinträchtigung des Denkensverursachen, insbesondere bei Therapieeinleitung und Dosisanpassung. Diese Wirkung kann sichverstärken, wenn es gleichzeitig mit Alkohol oder Arzneimitteln angewendet wird, die eine dämpfende

Wirkung auf das zentrale Nervensystem ausüben (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Patienten sollten davor gewarnt werden, Fahrzeuge zu führen oder gefährliche Maschinen zubedienen, da Buprenorphin/Naloxon ihre diesbezüglichen Fähigkeiten beeinträchtigen kann.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen, die im Rahmen zulassungsrelevanter klinischer

Studien beschrieben wurden, waren Obstipation und Symptome, die im Allgemeinen mit

Entzugssymptomen assoziiert sind (d. h. Schlaflosigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit, Hyperhidrosis und

Schmerzen). Bestimmte berichtete Fälle von Krampfanfällen, Erbrechen, Diarrhoe und erhöhten

Leberfunktionswerten wurden als schwerwiegend eingestuft.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Tabelle 1 enthält eine Zusammenfassung der aus zulassungsrelevanten klinischen Prüfungengemeldeten Nebenwirkungen, in denen 342 von 472 Patienten (72,5 %) Nebenwirkungen meldeten,sowie Nebenwirkungen, die während der Überwachung nach dem Inverkehrbringen gemeldet wurden.

Die Häufigkeit möglicher Nebenwirkungen, die unten aufgeführt sind, wird gemäß folgender

Konvention definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 1: Therapiebedingte Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach

Markteinführung zu Buprenorphin/Naloxon berichtet wurden

Systemorgankl Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntasse

Infektionen und Grippe, Harnwegsinfektionparasitäre Infektion, ,

Erkrankungen Pharyngitis, Vaginalinfektion

Rhinitis

Erkrankungen Anämie,des Blutes und Leukozytose,des Leukopenie,

Lymphsystems Lymphadenopathie,

Thrombozytopenie

Erkrankungen Überempfindlichk Anaphylaktischedes eit r Schock

Immunsystems

Stoffwechsel- Verminderterund Appetit,

Ernährungsstör Hyperglykämie,ungen Hyperlipidämie,

Hypoglykämie

Psychiatrische Schlaflosigkeit Angst, Abnorme Träume, Halluzinationen

Erkrankungen Depression, Agitiertheit,

Verminderte Apathie,

Libido, Depersonalisation,

Nervosität, Arzneimittel-

Denken anomal /Drogenabhängigkeit,

Euphorische

Stimmung,

Feindseligkeit

Erkrankungen Kopfschmerz Migräne, Amnesie, Hepatischedes Vertigo, Hyperkinesie, Enzephalopathie

Nervensystems Hypertonie, Krampfanfall, ,

Parästhesie, Sprachstörung, Synkope

Somnolenz Tremor

Augenerkrankun Amblyopie, Konjunktivitis,gen Erkrankung des Miosis

Tränenapparats

Erkrankungen Vertigodes Ohrs unddes Labyrinths

Systemorgankl Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntasse

Herzerkrankung Angina pectoris,en Bradykardie,

Myokardinfarkt,

Palpitationen,

Tachykardie

Gefäßerkrankun Hypertonie, Hypotonie Orthostasesyndrgen Vasodilatation om

Erkrankungen Husten Asthma, Bronchospasmuder Atemwege, Dyspnoe, s,des Brustraums Gähnen Atemdepressionund

Mediastinums

Erkrankungen Obstipation, Abdominal- Mundulzeration, Kariesdes Übelkeit schmerz, Zungenverfärbung

Gastrointestinal Diarrhoe,trakts Dyspepsie,

Flatulenz,

Erbrechen

Leber- und Hepatitis,

Gallenerkranku Akute Hepatitis,ngen Ikterus,

Lebernekrose,

Hepatorenales

Syndrom

Erkrankungen Hyperhidrosis Pruritus, Akne, Angioödemder Haut und Ausschlag, Alopezie,des Urtikaria Dermatitis

Unterhautzellge exfoliativa,webes Trockene Haut,

Raumforderungder Haut

Skelettmuskulatu Rückenschmerze Arthritisr-, n,

Bindegewebs- Arthralgie,und Muskelspasmen,

Knochenerkrank Myalgieungen

Erkrankungen Anomalie des Albuminurie,der Nieren und Urins Dysurie,

Harnwege Hämaturie,

Nephrolithiasis,

Harnretention

Erkrankungen Erektionsstörung Amenorrhoe,der Ejakulationsstörun

Geschlechtsorga g,ne und der Menorrhagie,

Brustdrüse Metrorrhagie

Allgemeine Arzneimittelentzu Asthenie, Hypothermie Arzneimittelentz

Erkrankungen gssyndrom Brustkorbschmer ugssyndrom desund z, Neugeborenen

Beschwerden Schüttelfrost,am Fieber,

Verabreichungs Unwohlsein,ort Schmerz,periphere Ödeme

Systemorgankl Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntasse

Untersuchungen anomale Kreatinin im Blut Transaminasen

Leberfunktionstes erhöht erhöhtts,verringertes

Gewicht

Verletzung, Verletzung Hitzschlag

Vergiftung unddurch Eingriffebedingte

Komplikationen

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

In Fällen intravenösen Missbrauchs von Arzneimitteln sind einige Nebenwirkungen eher auf den

Umstand des Missbrauchs als auf das Arzneimittel selbst zurückzuführen; dazu gehören lokale,manchmal septische Reaktionen(Abszess, Zellulitis). Eine potentiell schwerwiegende akute Hepatitisund andere akute Infektionen, wie Pneumonie und Endokarditis, wurden berichtet (siehe

Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit ausgeprägter Drogenabhängigkeit kann die initiale Gabe von Buprenorphin zu einem

Arzneimittelentzugssyndrom führen, das dem für Naloxon beschriebenen Entzugssyndrom ähnlich ist(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Das primäre Symptom bei Überdosierung, das eine Intervention erforderlich macht, ist eine

Atemdepression in Folge einer Depression des Zentralnervensystems, da diese zum Atemstillstand undzum Tod führen könnte. Anzeichen einer Überdosierung können unter anderem Somnolenz,

Amblyopie, Miosis, Hypotonie, Übelkeit, Erbrechen und/oder Sprachstörungen sein.

Behandlung

Es sind allgemeine unterstützende Maßnahmen einzuleiten, u. a. eine engmaschige Kontrolle der

Atem- und Herzfunktionen des Patienten. Eine symptomatische Behandlung der Atemdepression undintensivmedizinische Standardmaßnahmen sind einzuleiten. Freie Atemwege und eine unterstützendeoder kontrollierte Beatmung müssen sichergestellt werden. Der Patient ist in eine Einrichtung mitkompletter Reanimationsausrüstung zu überweisen.

Bei Erbrechen ist darauf zu achten, dass es nicht zu einer Aspiration des Erbrochenen kommt.

Die Anwendung eines Opioid-Antagonisten (d. h. Naloxon) wird trotz des im Vergleich zur Wirkungbei Opioid-Vollagonisten möglicherweise mäßigen Effekts bei der Behebung der Atemsymptomedurch Buprenorphin empfohlen.

Wird Naloxon angewendet, ist bei der Festlegung der Behandlungsdauer und der medizinischen

Überwachung, die zur Behebung der Auswirkungen einer Überdosis erforderlich sind, die lange

Wirkdauer von Buprenorphin zu berücksichtigen. Naloxon kann schneller als Buprenorphinausgeschieden werden, was zu einem erneuten Auftreten der zuvor kontrollierten Symptome der

Buprenorphin-Überdosis führen kann, weshalb eine Dauerinfusion erforderlich sein kann.

Wenn keine Infusion möglich ist, kann eine wiederholte Naloxon-Anwendung erforderlich sein. Dieintravenösen Infusionsraten sind dem Ansprechen des Patienten gemäß anzupassen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Nervensystem; Mittel zur Behandlung von

Suchterkrankungen;

ATC-Code: N07BC51.

Wirkmechanismus

Buprenorphin ist ein partieller Opioid-Agonist/Antagonist, der an die μ- und κ- (Kappa)-

Opioidrezeptoren des Gehirns bindet. Seine Wirksamkeit in der Erhaltungstherapie mit Opioidenberuht auf seiner Fähigkeit, langsam reversibel an die μ-Opioidrezeptoren zu binden, wodurch das

Bedürfnis des abhängigen Patienten nach Drogen über einen längeren Zeitraum minimiert werdenkann.

Opioidagonistische Ceiling-Effekte wurden im Rahmen klinisch-pharmakologischer Studien bei

Opioidabhängigen beschrieben.

Naloxon wirkt antagonistisch an den μ-Opioidrezeptoren. Bei oraler oder sublingualer Gabe in denüblichen Dosierungen weist Naloxon bei Patienten unter Opioidentzug aufgrund seines nahezuvollständigen First-Pass-Metabolismus eine geringe oder keine pharmakologische Wirkung auf. Beiintravenöser Anwendung bei Opioidabhängigen führt der Naloxon-Bestandteil in Suboxone jedoch zuausgeprägten opioidantagonistischen Wirkungen und zu Opioidentzugssymptomen, was einenintravenösen Missbrauch verhindert.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Daten zur Wirksamkeit und zur Sicherheit von Buprenorphin/Naloxon stammen hauptsächlich auseiner einjährigen klinischen Studie, die einen 4-wöchigen randomisierten doppelblinden Vergleich von

Buprenorphin/Naloxon, Buprenorphin und Placebo und im Anschluss daran eine 48-wöchige Studiezur Sicherheit von Buprenorphin/Naloxon beinhaltete. In dieser Studie wurden 326 heroinabhängige

Patienten randomisiert einer Behandlung mit entweder Buprenorphin/Naloxon 16 mg täglich oder

Buprenorphin 16 mg täglich oder einem Placebo zugewiesen. Patienten, die einer der Verumgruppenzugewiesen wurden, erhielten zu Beginn der Therapie 8 mg Buprenorphin an Tag 1, danach 16 mg(zwei 8-mg-Tabletten) Buprenorphin an Tag 2. An Tag 3 wurden die Patienten, die der

Buprenorphin/Naloxon-Gruppe zugewiesen worden waren, auf die Kombinationstablette umgestellt.

Die Patienten kamen zur Ausgabe der Dosis und zur Beurteilung der Wirksamkeit täglich in die Klinik(Montag bis Freitag). Für die Wochenenden wurden Take-Home-Dosen ausgegeben. Primärer

Vergleichswert der Studie war die Beurteilung der individuellen Wirksamkeit von Buprenorphin und

Buprenorphin/Naloxon versus Placebo. Der prozentuale Anteil der dreimal wöchentlich entnommenen

Urinproben, die im Hinblick auf Nicht-Studien-Opioide negativ waren, war sowohl für

Buprenorphin/Naloxon versus Placebo (p < 0,0001) als auch für Buprenorphin versus Placebo(p < 0,0001) statistisch signifikant höher.

In einer doppelblinden, doppelt placebokontrollierten Parallelgruppenstudie zum Vergleich von

Buprenorphin-Ethanol-Lösung mit einem Vollagonisten als Verumkontrolle wurden 162 Patientenrandomisiert einer Behandlung mit Buprenorphin als Ethanol-Sublinguallösung in einer Dosierungvon 8 mg/Tag (diese Dosis entspricht ungefähr einer Dosis von 12 mg/Tag Buprenorphin/Naloxon)oder zwei relativ niedrigen Dosierungen des Verum-Kontrollpräparats zugewiesen (eine dieser

Dosierungen war niedrig genug, um als Alternative zum Placebo zu dienen). Die Studie umfasste eine3- bis 10-tägige Einleitungsphase, eine 16-wöchige Erhaltungsphase und eine 7-wöchige

Detoxifikationsphase. Buprenorphin wurde bis Tag 3 auf die Erhaltungsdosis auftitriert. Die

Dosistitration des Verum-Kontrollpräparats erfolgte langsamer. Ausgehend von den Patienten, die in

Behandlung blieben und vom prozentualen Anteil der dreimal wöchentlich entnommenen Urinproben,die im Hinblick auf Nicht-Studien-Opioide negativ waren, zeigte sich Buprenorphin im Hinblick aufdie Fortführung der Therapie durch die Heroinabhängigen und die Reduktion ihres Gebrauchs von

Opioiden unter der Therapie wirksamer als das niedrig dosierte Kontrollpräparat. Die Wirksamkeitvon Buprenorphin 8 mg täglich war mit der Wirksamkeit des moderat dosierten Verum-

Kontrollpräparats vergleichbar, eine Äquivalenz wurde jedoch nicht belegt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Buprenorphin

Resorption

Buprenorphin unterliegt bei oraler Anwendung einem First-Pass-Metabolismus, wobei es zu einer N-

Dealkylierung und Glukuronidierung im Dünndarm und in der Leber kommt. Eine orale Anwendungist für dieses Arzneimittel daher ungeeignet.

Die Plasmaspitzenkonzentrationen werden 90 Minuten nach der sublingualen Anwendung erreicht.

Die Buprenorphin-Plasmaspiegel stiegen mit ansteigender sublingual angewendeter Dosis

Buprenorphin/Naloxon an. Sowohl die Cmax als auch die AUC von Buprenorphin stiegen mitansteigender Dosis (im Bereich von 4-16 mg) an, wobei der Anstieg geringer als dosisproportionalausfiel.

Tabelle 2: Durchschnittliche pharmakokinetische Parameter von Buprenorphin

Pharmakokinetische Suboxone Suboxone 8 mg Suboxone 16 mg

Parameter 4 mg

Cmax ng/ml 1,84 (39) 3,0 (51) 5,95 (38)

AUC0-48 12,52 (35) 20,22 (43) 34,89 (33)

Stunde ng/ml

Tabelle 3: Veränderungen der pharmakokinetischen Parameter bei sublingual oder buccalangewendetem Suboxone Sublingualfilm im Vergleich zur Suboxone Sublingualtablette

Dosierung Pharmako Anstieg bei Buprenorphin Pharmak Anstieg bei Naloxonkinetische Sublingual Buccal Buccal okinetisc Sublingua Buccal Buccal

Parameter angewendete angewen angewendet he l angew angewr Film im deter er Film im Paramete angewend endete endete

Vergleich Film im Vergleich r eter Film r Film r Filmzur Vergleich zum im im im

Sublingualta zur sublingual Vergleich Vergle Vergleblette Sublingu angewandte zur ich zur ichaltablette n Film Sublingua Sublin zumltablette gualta sublinblette gualangewendeten Film1 × 2 mg/0,5 Cmax 22 % 25 % - Cmax - - -mg AUC0-last - 19 % - AUC0-last - - -2 × 2 mg/0,5 Cmax - 21 % 21 % Cmax - 17 % 21 %mg AUC0-last - 23 % 16 % AUC0-last - 22 % 24 %1 × 8 mg/2 mg Cmax 28 % 34 % - Cmax 41 % 54 % -

AUC0-last 20 % 25 % - AUC0-last 30 % 43 % -1 × 12 mg/3 m Cmax 37 % 47 % - Cmax 57 % 72 % 9 %g AUC0-last 21 % 29 % - AUC0-last 45 % 57 % -1 × 8 mg/2 mg Cmax - 27 % 13 % Cmax 17 % 38 % 19 %plus AUC0-last - 23 % - AUC0-last - 30 % 19 %2 × 2 mg/0,5mg

Anmerkung Nr. 1. ‘- ‘ repräsentiert keine Veränderung, wenn die 90 %-Konfidenzintervalle für diegeometrischen Mittelwertquotienten der Cmax- und AUC0-last-Werte innerhalb des Bereichs 80 % bis125 % liegen.

Anmerkung Nr. 2. Für den Sublingualfilm der Stärke 4 mg/1 mg liegen keine Daten vor; er ist inseiner Zusammensetzung proportional zum Sublingualfilm der Stärke 2 mg/0,5 mg und hat die gleiche

Größe wie 2 Sublingualfilme der Stärke 2 mg/0,5 mg.

Verteilung

Auf die Resorption von Buprenorphin folgt eine rasche Verteilungsphase (die

Distributionshalbwertszeit beträgt 2 bis 5 Stunden).

Buprenorphin ist stark lipophil, was zu einer raschen Penetration der Blut-Hirn-Schranke führt.

Buprenorphin wird zu etwa 96 % an Protein gebunden und zwar vorwiegend an Alpha- und Beta-

Globulin.

Biotransformation

Die Metabolisierung von Buprenorphin erfolgt in erster Linie durch N-Dealkylierung mithilfe von

CYP3A4 in den Lebermikrosomen. Das Stammmolekül und der dealkylierte Hauptmetabolit

Norbuprenorphin unterliegen anschließend einer Glukuronidierung. Norbuprenorphin bindet in vitroan Opioidrezeptoren; es ist jedoch nicht bekannt, ob Norbuprenorphin zur Gesamtwirkung von

Buprenorphin/Naloxon beiträgt.

Elimination

Die Elimination von Buprenorphin verläuft bi- oder tri-exponentiell und hat eine mittlere

Eliminationshalbwertszeit aus dem Plasma von 32 Stunden.

Buprenorphin wird durch biliäre Exkretion der glukuronidierten Metaboliten über die Fäzesausgeschieden (zu etwa 70 %), der Rest über den Urin (zu etwa 30 %).

Linearität/Nicht-Linearität

Die Cmax und AUC von Buprenorphin stiegen mit ansteigender Dosis (im Bereich von 4 bis 16 mg)linear an, auch wenn der Anstieg nicht direkt dosisproportional war.

Naloxon

Resorption und Verteilung

Nach sublingualer Anwendung von Buprenorphin/Naloxon sind die Naloxon-Plasmakonzentrationenniedrig und nehmen schnell ab. Die mittleren Spitzenkonzentrationen von Naloxon im Plasma warenzu niedrig, um die Dosisproportionalität beurteilen zu können.

Es wurde kein Einfluss von Naloxon auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin festgestellt, undsowohl Buprenorphin-Sublingualtabletten als auch der Buprenorphin/Naloxon-Sublingualfilm führtenzu vergleichbaren Plasmakonzentrationen von Buprenorphin.

Verteilung

Naloxon wird zu etwa 45 % an Protein, vorwiegend Albumin, gebunden.

Biotransformation

Naloxon wird in der Leber, hauptsächlich durch Glukuronidierung, metabolisiert und über den Urinausgeschieden.

Naloxon unterliegt einer direkten Glukuronidierung zu Naloxon-3-Glukuronid sowie einer N-

Dealkylierung und Reduktion der 6-Oxo-Gruppe.

Elimination

Naloxon wird über den Urin ausgeschieden und die mittlere Plasma-Eliminationshalbwertszeit reichtvon 0,9 bis 9 Stunden.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Es liegen keine pharmakokinetischen Daten zu älteren Patienten vor.

Nierenfunktionsstörung

Die renale Elimination spielt bei der Gesamt-Clearance von Buprenorphin/Naloxon eine relativgeringe Rolle (~30 %). Aufgrund der Nierenfunktion ist keine Dosismodifikation erforderlich.

Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung geboten (siehe Abschnitt 4.3).

Leberfunktionsstörung

Die Auswirkungen einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Buprenorphin und

Naloxon wurden in einer Anwendungsbeobachtungsstudie untersucht.

Tabelle 4 fasst die Ergebnisse einer klinischen Studie zusammen, in der die Bioverfügbarkeit von

Buprenorphin und Naloxon nach Anwendung einer Sublingualtablette von 2,0/0,5 mg

Buprenorphin/Naloxon bei gesunden Probanden und bei Patienten mit unterschiedlichen Graden von

Leberfunktionsstörungen untersucht wurde.

Tabelle 4. Auswirkung einer Leberfunktionsstörung auf die pharmakokinetischen Parametervon Buprenorphin und Naloxon nach der Anwendung von Suboxone (Veränderungim Vergleich zu gesunden Probanden)

Pharmakoki Leichte Mittelschwere Schwerenetische Leberfunktionsstörung Leberfunktionsstörung Leberfunktionsstörung

Parameter (Child-Pugh-Stadium A) (Child-Pugh-Stadium B) (Child-Pugh-Stadium C)(n = 9) (n = 8) (n = 8)

Buprenorphin

Cmax 1,2-fache Erhöhung 1,1-fache Erhöhung 1,7-fache Erhöhung

AUC Vergleichbar zurlast Kontrollgruppe 1,6-fache Erhöhung 2,8-fache Erhöhung

Naloxon

C Vergleichbar zurmax Kontrollgruppe 2,7-fache Erhöhung 11,3-fache Erhöhung

AUClast 0,2-fache Erhöhung 3,2-fache Erhöhung 14,0-fache Erhöhung

Insgesamt wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ein Buprenorphin-Anstieg im

Blutplasma um das Dreifache verzeichnet, während der Naloxon-Spiegel im Blutplasma bei schwerer

Leberfunktionsstörung 14-fach erhöht war.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Die Kombination von Buprenorphin und Naloxon ist in tierexperimentellen Studien auf akute

Toxizität und auf Toxizität bei wiederholter Dosisgabe (bis zu 90 Tage bei Ratten) untersucht worden.

Eine synergistische Erhöhung der Toxizität ist nicht beobachtet worden. Nebenwirkungen basiertenauf der bekannten pharmakologischen Aktivität von Opioidagonisten und/oder -antagonisten.

Die Kombination (4:1) von Buprenorphinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid erwies sich in einembakteriellen Mutationsassay (Ames-Test) als nicht mutagen und in einem zytogenetischen In-vitro-

Assay mit Humanlymphozyten bzw. in einem intravenösen Mikronucleus-Test bei der Ratte als nichtklastogen.

Reproduktionsstudien mit oraler Gabe von Buprenorphin und Naloxon (im Verhältnis von 1:1)deuteten darauf hin, dass bei Ratten unter allen Dosen bei maternaler Toxizität Embryoletalität auftrat.

Die geringste untersuchte Dosis repräsentierte die 1-fache Exposition für Buprenorphin und die 5-fache für Naloxon der auf mg/m2-Basis berechneten maximalen therapeutischen Dosis für den

Menschen. Bei Kaninchen wurde keine Entwicklungstoxizität bei maternal toxischen Dosenbeobachtet. Ferner ist weder bei Ratten noch bei Kaninchen Teratogenität beobachtet worden. Eineperi-/postnatale Studie mit Buprenorphin/Naloxon wurde nicht durchgeführt. Die orale Verabreichungvon hohen Buprenorphin-Dosen an das Muttertier während der Gestation und Laktation führte jedochzu Geburtsschwierigkeiten (möglicherweise infolge der sedierenden Wirkung von Buprenorphin),hoher neonataler Mortalität und einer leichten Verzögerung bei der Ausbildung bestimmterneurologischer Funktionen (Aufrichtungs- und Schreckreflex) bei neugeborenen Ratten.

Die Verabreichung von Buprenorphin/Naloxon im Futter in Dosierungen von 500 ppm und darüberführte bei Ratten zu einer Verringerung der Fertilität, die sich in niedrigeren Konzeptionsraten bei den

Weibchen äußerte. Eine Dosis von 100 ppm im Futter (die geschätzte Exposition betrug für

Buprenorphin etwa das 2,4-Fache der Humandosis von 24 mg Buprenorphin/Naloxon, basierend aufder AUC; die Naloxon-Plasmaspiegel lagen unter der Nachweisgrenze für Ratten) beeinträchtigte die

Fertilität der Weibchen nicht.

Eine Kanzerogenitätsstudie mit Buprenorphin/Naloxon wurde bei Ratten in Dosierungen von 7, 30und 120 mg/kg/Tag durchgeführt. Die geschätzte Exposition betrug hier das 3- bis 75-Fache einersublingualen Tagesdosis von 16 mg beim Menschen (berechnet auf mg/m²-Basis). In allen

Dosierungsgruppen wurde ein statistisch signifikanter Anstieg der Inzidenz benigner interstitieller

Hodenadenome (Leydigzell-Tumor) festgestellt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Mannitol

Maisstärke

Povidon K 30

Citronensäure, wasserfrei

Natriumcitrat

Magnesiumstearat

Acesulfam-Kalium

Natürliches Zitronen- und Limettenaroma

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

7 Tabletten in Blisterpackungen aus Papier/Aluminium/Nylon/Aluminium/PVC.

28 Tabletten in Blisterpackungen aus Papier/Aluminium/Nylon/Aluminium/PVC.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Indivior Europe Limited27 Windsor Place

Dublin 2

D02 DK44

Irland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

Suboxone 2 mg/0,5 mg Sublingualtabletten

EU/1/06/359/001

EU/1/06/359/002

Suboxone 8 mg/2 mg Sublingualtabletten

EU/1/06/359/003

EU/1/06/359/004

Suboxone 16 mg/4 mg Sublingualtabletten

EU/1/06/359/005

EU/1/06/359/006

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 26. September 2006

Datum der letzten Verlängerung: 16. September 2011

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.