Streptomycin ist ein Aminoglykosid-Antibiotikum gegen ausgewählte Infektionen durch empfindliche Bakterien. Bei Tuberkulose kann es Bestandteil bestimmter Behandlungsschemata sein, immer zusammen mit weiteren Tuberkulosemitteln. Es hemmt die bakterielle Eiweißbildung. Gegen Viren wirkt es nicht; die Auswahl richtet sich nach Infektion, Erregerempfindlichkeit und Alternativen.
Es wird meist durch Fachpersonal in einen Muskel gespritzt. Dosis und Abstände hängen von Gewicht, Alter und Nierenfunktion ab. Nieren, Gehör und Gleichgewicht müssen kontrolliert werden; manchmal werden Blutspiegel gemessen. Das verordnete Schema einhalten und Dosis oder Dauer nicht selbst ändern.
Möglich sind Schmerzen an der Einstichstelle, Übelkeit, Ausschlag oder Allergien. Wichtige Risiken sind Nieren- und Innenohrschäden mit Gleichgewichtsstörungen oder teils bleibendem Hörverlust. Selten können starke Muskelschwäche und Atemstörungen auftreten. Manche Antibiotika und Entwässerungsmittel erhöhen diese Risiken.
Ohrgeräusche, schlechteres Hören, Schwindel mit Unsicherheit, weniger Urin oder starke Schwäche sofort melden; bei Atemnot Notfallhilfe suchen. Nieren- und Hörprobleme, geplante Narkosen und alle Medikamente angeben. In der Schwangerschaft kann das Gehör des ungeborenen Kindes geschädigt werden; die Anwendung kommt nur infrage, wenn der Facharzt sie für unverzichtbar hält.