Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SPEDRA 200mg tablette
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Tablette enthält 200 mg Avanafil.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette.
Hellgelbe ovale Tabletten mit der Einprägung '200“ auf einer Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei erwachsenen Männern.
Für die Wirksamkeit von Spedra ist eine sexuelle Stimulation erforderlich.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungAnwendung bei erwachsenen Männern
Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg und wird bei Bedarf etwa 15 bis 30 Minuten vor der sexuellen
Aktivität eingenommen (siehe Abschnitt 5.1). Je nach individueller Wirksamkeit und Verträglichkeitkann die Dosis auf maximal 200 mg erhöht oder auf 50 mg reduziert werden. Die empfohlenemaximale Einnahmehäufigkeit ist einmal täglich. Für das Ansprechen auf die Behandlung ist einesexuelle Stimulation erforderlich.
Besondere PersonengruppenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Bei älteren Patienten sind keine Dosisanpassungen erforderlich. Für ältere Patienten ab einem Altervon 70 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter bis moderater Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance ≥ 30 ml/min)sind keine Dosisanpassungen erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung(Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist Spedra kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 5.2). Bei
Patienten mit leichter oder moderater Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance ≥ 30 ml/min, aber< 80 ml/min), die an Phase-III-Studien teilnahmen, zeigte sich eine Verringerung der Wirksamkeit im
Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Stadium C) ist Spedra kontraindiziert(siehe Abschnitte 4.3 und 5.2). Bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung (Child-
Pugh-Stadium A oder B) sollte die Behandlung mit der niedrigsten wirksamen Dosis eingeleitetwerden; anschließend kann die Dosis in dem Maß, wie der Patient dies verträgt, erhöht werden.
Anwendung bei Männern mit Diabetes
Bei Diabetikern sind keine Dosisanpassungen erforderlich.
Kinder und JugendlicheEs gibt in der Indikation erektile Dysfunktion keinen relevanten Nutzen von Spedra bei Kindern und
Jugendlichen.
Anwendung bei Patienten, die weitere Arzneimittel einnehmen
Anwendung gemeinsam mit CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Avanafil mit starken CYP3A4-Inhibitoren (u. a. Ketoconazol,
Ritonavir, Atazanavir, Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol, Nefazodon, Nelfinavir, Saquinavir und
Telithromycin) ist kontraindiziert (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 4.5).
Bei Patienten, die gleichzeitig mit moderaten CYP3A4-Inhibitoren (u. a. Erythromycin, Amprenavir,
Aprepitant, Diltiazem, Fluconazol, Fosamprenavir oder Verapamil) behandelt werden, sollte dieempfohlene Avanafil-Maximaldosis von 100 mg nicht überschritten werden und zwischen deneinzelnen Einnahmen ein zeitlicher Abstand von mindestens 48 Stunden liegen (siehe Abschnitt 4.5).
Art der AnwendungZum Einnehmen. Wenn Spedra zusammen mit Nahrung eingenommen wird, kann die Wirkung im
Vergleich zum nüchternen Zustand verzögert eintreten (siehe Abschnitt 5.2).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Patienten, die irgendeine Form organischer Nitrate oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (wie z. B.
Amylnitrit) einnehmen (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Phosphodiesterase-5(PDE5)-Inhibitoren, einschließlich Avanafil,mit Guanylatcyclase-Stimulatoren wie Riociguat ist kontraindiziert, da es möglicherweise zu einersymptomatischen Hypotonie führen kann (siehe Abschnitt 4.5).
Ärzte sollten bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen vor der Verschreibung von Spedradas mögliche kardiale Risiko bei der sexuellen Aktivität berücksichtigen.
Die Anwendung von Avanafil ist kontraindiziert bei
- Patienten, die innerhalb der letzten 6 Monate einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder einelebensbedrohliche Arrhythmie erlitten haben,
- Patienten mit anhaltender Hypotonie (Blutdruck < 90/50 mmHg) oder Hypertonie (Blutdruck> 170/100 mmHg),
- Patienten mit instabiler Angina, Angina während des Geschlechtsverkehrs oder mitkongestivem Herzversagen (Stauungsinsuffizienz) im Stadium 2 oder höher, klassifiziert nachder New York Heart Association (NYHA),
- Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Stadium C),
- Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min),
- Patienten, die aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie(NAION) unter dem Verlust des Sehvermögens auf einem Auge leiden, unabhängig davon, obdiese Episode in Zusammenhang mit einer vorherigen Exposition gegenüber eines PDE5-
Inhibitors steht oder nicht (siehe Abschnitt 4.4).
- Patienten mit bekannten erblichen degenerativen Netzhauterkrankungen,
- Patienten, die starke CYP3A4-Inhibitoren anwenden (u. a. Ketoconazol, Ritonavir, Atazanavir,
Clarithromycin, Indinavir, Itraconazol, Nefazodon, Nelfinavir, Saquinavir und Telithromycin)(siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bevor eine pharmakologische Behandlung in Betracht gezogen wird, sollten zunächst eine Anamneseund eine körperliche Untersuchung durchgeführt werden, um die erektile Dysfunktion zudiagnostizieren und die möglichen zugrunde liegenden Ursachen zu ermitteln.
Kardiovaskulärer Status
Vor Beginn irgendeiner Behandlung zur Behebung der erektilen Dysfunktion sollte der Arzt denkardiovaskulären Status seines Patienten prüfen, da sexuelle Aktivität mit einem gewissen Risiko fürdas Herz verbunden ist (siehe Abschnitt 4.3). Avanafil hat gefäßerweiternde (vasodilatorische)
Eigenschaften, die zu einem vorübergehenden leichten Abfall des Blutdrucks führen (siehe
Abschnitt 4.5) und demzufolge die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten verstärken (siehe
Abschnitt 4.3). Patienten mit einer Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts, z. B. einer
Aortenstenose oder einer idiopathischen hypertrophen Subaortenstenose, können auf die Wirkung von
Vasodilatoren, einschließlich PDE5-Inhibitoren, empfindlich reagieren.
PriapismusPatienten, deren Erektion 4 Stunden oder länger andauert (Priapismus), sollten angewiesen werden,umgehend einen Arzt aufzusuchen. Falls der Priapismus nicht umgehend behandelt wird, kann dieszur Schädigung des Penisgewebes und zu dauerhaftem Potenzverlust führen. Avanafil sollte bei
Patienten mit anatomischer Deformation des Penis (beispielsweise Angulation, Schwellkörperfibroseoder Peyronie-Krankheit) sowie bei Patienten mit Krankheiten, die sie für Priapismus prädestinieren(wie z. B. Sichelzellanämie, Multiples Myelom oder Leukämie), mit Vorsicht angewendet werden.
SehstörungenSehstörungen, einschließlich der zentralen serösen Chorioretinopathie (ZSCR), und Fälle von nichtarteriitischer anteriorer ischämischer Optikusneuropathie (NAION) sind im Zusammenhang mit der
Einnahme von PDE5-Inhibitoren berichtet worden. Der Patient sollte darauf hingewiesen werden, dasser im Falle plötzlicher Auswirkungen auf das Sehvermögen die Einnahme von Spedra abbrechen undumgehend einen Arzt aufsuchen sollte (siehe Abschnitt 4.3).
Auswirkung auf die Blutung
In-vitro-Untersuchungen an menschlichen Blutplättchen (Thrombozyten) weisen darauf hin, dass
PDE5-Inhibitoren selbst keine Wirkung auf die Aggregation von Thrombozyten haben, beisupratherapeutischen Dosen jedoch die aggregationshemmende Wirkung des Stickstoffmonoxid-
Donators Natriumnitroprussid verstärken. Bei Menschen scheinen PDE5-Inhibitoren allein oder in
Kombination mit Acetylsalicylsäure keine Auswirkung auf die Blutungszeit zu haben.
Es gibt keine Sicherheitsinformationen zur Anwendung von Avanafil bei Patienten mit
Blutgerinnungsstörungen oder akutem Magengeschwür. Deshalb sollte Avanafil von solchen Patientennur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung angewendet werden.
Vermindertes Hörvermögen oder plötzlicher Verlust des Hörvermögens
Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, im Falle einer plötzlichen Abnahme oder dem
Verlust des Hörvermögens die Einnahme von PDE5-Inhibitoren, einschließlich Avanafil, abzubrechenund umgehend einen Arzt aufzusuchen. Diese Ereignisse, die in Begleitung von Tinnitus und
Schwindelgefühl auftreten können, wurden in zeitlichem Zusammenhang mit der Einnahme von
PDE5-Inhibitoren beobachtet. Es ist nicht möglich, festzustellen, ob diese Ereignisse direkt mit der
Anwendung von PDE5-Inhibitoren oder mit anderen Faktoren zusammenhängen.
Anwendung gemeinsam mit Alphablockern
Die gleichzeitige Anwendung von Alphablockern und Avanafil kann aufgrund der sich addierendengefäßerweiternden Wirkungen bei manchen Patienten zu einer symptomatischen Hypotonie führen(siehe Abschnitt 4.5). Folgendes sollte berücksichtigt werden:
* Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, sollten vor Beginn der Behandlung mit
Spedra stabil eingestellt sein. Patienten, die bei der alleinigen Behandlung mit Alphablockerneine hämodynamische Instabilität zeigen, haben bei gleichzeitiger Einnahme von Avanafil einerhöhtes Risiko für eine symptomatische Hypotonie.
* Bei den Patienten, die in Bezug auf ihre Behandlung mit Alphablockern stabil eingestellt sind,sollte die Avanafil-Einnahme mit der niedrigsten Dosis von 50 mg begonnen werden.
* Bei den Patienten, die bereits die optimierte Spedra-Dosis einnehmen, sollte die Therapie mit
Alphablockern mit der niedrigsten Dosis begonnen werden. Eine schrittweise Steigerung der
Alphablocker-Dosis kann bei (gleichzeitiger) Einnahme von Avanafil mit einer weiteren
Senkung des Blutdrucks einhergehen.
* Die Sicherheit der gleichzeitigen Einnahme von Avanafil und Alphablockern kann durchweitere Variablen beeinflusst werden, u. a. einen Volumenmangel im Gefäßsystem(intravaskuläre Volumendepletion) und andere blutdrucksenkende Arzneimittel.
Gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Avanafil mit starken CYP3A4-Inhibitoren, wie Ketoconazol oder
Ritonavir, ist kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 4.5).
Gleichzeitige Anwendung anderer Therapien gegen erektile Dysfunktion
Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Kombination von Spedra mit anderen PDE5-Inhibitoren oderanderen Therapien gegen erektile Dysfunktion sind nicht untersucht worden. Die Patienten solltendarüber informiert werden, Spedra nicht in Kombination mit solchen Arzneimitteln anzuwenden.
Gleichzeitiger Konsum von Alkohol
Der Konsum von Alkohol während der Anwendung von Avanafil kann die Wahrscheinlichkeit des
Eintretens einer symptomatischen Hypotonie erhöhen (siehe Abschnitt 4.5). Die Patienten solltendarüber aufgeklärt werden, dass der Konsum von Alkohol während der Anwendung von Avanafil die
Wahrscheinlichkeit von Hypotonie, Schwindelgefühlen oder Synkopen erhöhen kann. Ärzte solltendie Patienten auch dahin gehend beraten, welche Maßnahmen im Fall einer orthostatischen Hypotoniezu ergreifen sind.
Nicht untersuchte Personengruppen
Avanafil wurde weder bei Patienten bewertet, deren erektile Dysfunktion auf eine
Rückenmarksverletzung oder andere neurologische Erkrankungen zurückzuführen ist, noch bei
Probanden mit schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Mögliche pharmakodynamische Wechselwirkungen mit Avanafil
Nitrate
Avanafil verstärkt bei gesunden Probanden nachweislich die hypotonischen Wirkungen von Nitratenim Vergleich zu einem Placebo. Dies wird auf die gemeinsame Wirkung von Nitraten und Avanafilauf den NO/cGMP-Reaktionsweg zurückgeführt. Daher ist die Anwendung von Avanafil bei
Patienten, die in irgendeiner Form organische Nitrate oder Stickstoffmonoxid-Donatoren (wie z. B.
Amylnitrit) zu sich nehmen, kontraindiziert. Wird bei einem Patienten, der innerhalb der letzten12 Stunden Avanafil eingenommen hat, aufgrund einer lebensbedrohlichen Situation eine Nitrat-Gabeals medizinisch notwendig erachtet, besteht die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines signifikanten undmöglicherweise gefährlichen Blutdruckabfalls. Unter solchen Umständen darf Nitrat nur unter strengerärztlicher Aufsicht und entsprechender hämodynamischer Kontrolle gegeben werden (siehe Abschnitt4.3).
Arzneimittel, die den systemischen Blutdruck senken
Da Avanafil gefäßerweiternd wirkt, kann es den systemischen Blutdruck senken. Bei gleichzeitiger
Anwendung von Spedra mit einem weiteren Arzneimittel, das ebenfalls den systemischen Blutdrucksenkt, können die additiven Effekte zu einer symptomatischen Hypotonie (z. B. Schwindelgefühl,
Benommenheit, Synkope oder Präsynkope) führen. In klinischen Phase-III-Studien traten keine
Ereignisse von 'Hypotonie“ auf, aber es wurden gelegentliche Vorfälle von 'Schwindelgefühlen“beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). In den klinischen Phase-III-Studien zu Avanafil wurde ein'Synkope“-Vorfall bei Placebo-Gabe und ein Vorfall bei Anwendung von 100 mg Avanafilbeobachtet.
Patienten mit einer Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z. B. einer Aortenstenose odereiner idiopathischen hypertrophen Subaortenstenose) und solche mit einer stark beeinträchtigtenautonomen Kontrolle des Blutdrucks können auf die Wirkung von Vasodilatoren, einschließlich
Avanafil, extrem empfindlich reagieren (siehe Abschnitt 4.4).
AlphablockerHämodynamische Wechselwirkungen mit Doxazosin und Tamsulosin wurden bei gesunden
Probanden in einer zweiphasigen Crossover-Studie untersucht. Bei Patienten, die unter Doxazosin-
Behandlung stabil waren, betrugen nach Abzug des Placeboeffekts die mittleren Maximalabnahmendes systolischen Blutdrucks im Stehen und Liegen nach Avanafil-Gabe 2,5 mmHg bzw. 6,0 mmHg.
Insgesamt zeigten 7 von 24 Probanden nach Avanafil-Gabe Werte oder Abnahmen gegenüber dem
Ausgangswert von potenzieller klinischer Signifikanz (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Patienten, die unter Tamsulosin-Behandlung stabil waren, betrugen nach Abzug des
Placeboeffekts die mittleren Maximalabnahmen des systolischen Blutdrucks im Stehen und Liegennach Avanafil-Gabe 3,6 mmHg bzw. 3,1 mmHg und 5 von 24 Probanden zeigten nach Avanafil-Gabe
Blutdruckwerte oder Abnahmen gegenüber dem Ausgangswert von potenzieller klinischer Signifikanz(siehe Abschnitt 4.4).
Weitere blutdrucksenkende Mittel außer Alphablockern
Es wurde eine klinische Studie zur Bewertung der Wirkung von Avanafil auf die Verstärkung derblutdrucksenkenden Wirkungen ausgewählter blutdrucksenkender Arzneimittel (Amlodipin und
Enalapril) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten für Enalapril eine mittlere Maximalabnahme des
Blutdrucks im Liegen von 2/3 mmHg im Vergleich zu einem Placebo und für Amlodipin von1/-1 mmHg, wenn gleichzeitig Avanafil angewendet wurde. Ein statistisch signifikanter Unterschiedin der Maximalabnahme des diastolischen Blutdrucks im Liegen gegenüber dem Ausgangswert zeigtesich nur bei Enalapril und Avanafil; er kehrte aber 4 Stunden nach der Avanafil-Gabe auf den
Ausgangswert zurück. In beiden Kohorten litt jeweils ein Proband unter einem Blutdruckabfall ohne
Hypotonie-Symptome, der sich innerhalb von einer Stunde nach Beginn wieder normalisierte.
Avanafil hatte zwar keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Amlodipin, aber Amlodipinerhöhte die maximale und Gesamtexposition von Avanafil um 28 % bzw. 60 % (siehe Abschnitt 4.4).
AlkoholAlkoholkonsum in Kombination mit Avanafil kann das Potenzial für eine symptomatische Hypotonieerhöhen. In einer dreiarmigen Einzeldosis-Crossover-Studie, bei der gesunde Probanden bewertetwurden, war die mittlere Maximalabnahme des diastolischen Blutdrucks nach gleichzeitiger Gabe von
Avanafil und Alkohol signifikant höher als nach Gabe von Avanafil allein (3,2 mmHg) oder Alkoholallein (5,0 mmHg) (siehe Abschnitt 4.4).
Andere Behandlungen gegen erektile Dysfunktion
Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Anwendung von Avanafil gleichzeitig mit anderen PDE5-
Inhibitoren oder anderen Behandlungen gegen erektile Dysfunktion wurden nicht untersucht (siehe
Abschnitt 4.4).
Wirkungen anderer Substanzen auf Avanafil
Avanafil ist ein Substrat der CYP3A4 und wird hauptsächlich von diesem Enzym metabolisiert.
Studien haben ergeben, dass Arzneimittel, die CYP3A4 hemmen, die Avanafil-Exposition steigernkönnen (siehe Abschnitt 4.2).
CYP3A4-InhibitorenKetoconazol (400 mg täglich), ein selektiver und hochwirksamer Inhibitor von CYP3A4, erhöhte beieiner Einzelgabe von 50 mg Avanafil die Cmax und Exposition (AUC) entsprechend dem Faktor 3 bzw.14 und verlängerte die Halbwertszeit von Avanafil auf etwa 9 Stunden. Ritonavir (600 mg, zweimaltäglich), ein hochwirksamer CYP3A4-Inhibitor, der auch CYP2C9 hemmt, erhöhte bei einer
Einzelgabe von 50 mg Avanafil die Cmax und Exposition (AUC) etwa um den Faktor 2 bzw. 13 undverlängerte die Halbwertszeit von Avanafil auf etwa 9 Stunden. Von anderen starken CYP3A4-
Inhibitoren (z. B. Itraconazol, Voriconazol, Clarithromycin, Nefazodon, Saquinavir, Nelfinavir,
Indinavir, Atazanavir und Telithromycin) werden vergleichbare Wirkungen angenommen. Folglich istdie gleichzeitige Anwendung von Avanafil und starken CYP3A4-Inhibitoren kontraindiziert (siehe
Abschnitte 4.2, pct. 4.3. und 4.4).
Erythromycin (500 mg, zweimal täglich), ein moderater CYP3A4-Inhibitor, erhöhte bei einer
Einzelgabe von 200 mg Avanafil die Cmax und Exposition (AUC) um etwa den Faktor 2 bzw. 3 undverlängerte die Halbwertszeit von Avanafil auf etwa 8 Stunden. Von anderen moderat wirkenden
CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Amprenavir, Aprepitant, Diltiazem, Fluconazol, Fosamprenavir und
Verapamil) werden vergleichbare Wirkungen angenommen. Folglich beträgt die empfohlene
Maximaldosis an Avanafil 100 mg und sollte von Patienten, die gleichzeitig moderat wirkende
CYP3A4-Inhibitoren einnehmen, maximal einmal alle 48 Stunden genommen werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Obwohl keine spezifischen Wechselwirkungen untersucht wurden, werden andere CYP3A4-
Inhibitoren, einschließlich Grapefruitsaft, wahrscheinlich die Avanafil-Exposition erhöhen. Den
Patienten sollte geraten werden, innerhalb von 24 Stunden vor der Einnahme von Avanafil keinen
Grapefruitsaft zu trinken.
CYP3A4-SubstrateAmlodipin (5 mg täglich) erhöhte bei einer Avanafil-Einzeldosis von 200 mg die Cmax und AUC umetwa 28 % bzw. 60 %. Diese Expositionsänderungen werden als klinisch nicht relevant betrachtet.
Eine Avanafil-Einzeldosis hatte keine Auswirkungen auf die Amlodipin-Plasmaspiegel.
Spezifische Wechselwirkungen zwischen Avanafil und Rivaroxaban oder Apixaban (beides CYP3A4-
Substrate) wurden zwar nicht untersucht, sind jedoch auch nicht zu erwarten.
Cytochrom-P450-Induktoren
Die potenzielle Wirkung von CYP-Induktoren, insbesondere Induktoren von CYP3A4 (z. B.
Bosentan, Carbamazepin, Efavirenz, Phenobarbital und Rifampicin) auf die Pharmakokinetik und
Wirksamkeit von Avanafil wurde nicht evaluiert. Die gleichzeitige Anwendung von Avanafil undeinem CYP-Induktor wird nicht empfohlen, da dies die Wirksamkeit von Avanafil herabsetzen kann.
Wirkungen von Avanafil auf andere Arzneimittel
Cytochrom-P450-Inhibition
Bei In-vitro-Studien an humanen Lebermikrosomen zeigte Avanafil ein vernachlässigbares Potenzialfür Arzneimittelwechselwirkungen mit CYP1A1/2, 2A6, 2B6 und 2E1. Des Weiteren zeigten auch die
Metaboliten von Avanafil (M4, M16 und M27) nur eine minimale Hemmung von CYP 1A1/2, 2A6,2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4. Auf Grundlage dieser Daten ist nicht zu erwarten, dass
Avanafil eine signifikante Wirkung auf die Metabolisierung anderer Arzneimittel durch diese Enzymehat.
Da die In-vitro-Daten mögliche Wechselwirkungen von Avanafil mit CYP 2C19, 2C8/9, 2D6 und 3A4nahelegten, wurden weitere klinische Studien mit Omeprazol, Rosiglitazon bzw. Desipramindurchgeführt, wobei sich jedoch keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit CYP 2C19, 2C8/9und 2D6 zeigten.
Cytochrom-P450-Induktion
Die potenzielle Induktion von CYP1A2, CYP2B6 und CYP3A4 durch Avanafil wurde anhand vonprimären humanen Hepatozyten in vitro untersucht, wobei sich jedoch bei klinisch relevanten
Konzentrationen keine Wechselwirkungen zeigten.
TransporterIn-vitro-Studien ergaben, dass Avanafil bei Konzentrationen, die unter den für den Darm berechneten
Konzentrationen liegen, nur ein geringes Potenzial zeigt, als P-gp-Substrat oder, wenn Digoxin das
Substrat ist, als P-gp-Inhibitor zu wirken. Ob Avanafil den P-gp-vermittelten Transport anderer
Arzneimittel stören kann, ist nicht bekannt.
Auf Grundlage von In-vitro-Daten könnte Avanafil in klinisch relevanten Konzentrationen ein
Inhibitor von BCRP sein. Avanafil ist in klinisch relevanten Konzentrationen kein Inhibitor von
OATP1B1, OATP1B3, OCT1, OCT2, OAT1, OAT3 und BSEP.
Der Einfluss von Avanafil auf andere Transporter ist unbekannt.
RiociguatPräklinische Studien zeigten eine additive systemische blutdrucksenkende Wirkung, wenn PDE5-
Inhibitoren mit Riociguat kombiniert wurden. In klinischen Studien zeigte Riociguat eine Verstärkungder blutdrucksenkenden Wirkung von PDE5-Inhibitoren. Es gab keine Hinweise auf eine vorteilhafteklinische Wirkung dieser Kombination in der untersuchten Population. Die gleichzeitige Anwendungvon Riociguat mit PDE5-Inhibitoren einschließlich Avanafil ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftSpedra ist nicht für die Anwendung bei Frauen indiziert.
Es gibt keine Daten zur Anwendung von Avanafil bei Schwangeren. Tierstudien weisen auf keinedirekten oder indirekten schädlichen Wirkungen in Bezug auf eine Schwangerschaft, dieembryonale/fötale Entwicklung, die Geburt oder postnatale Entwicklung hin (siehe Abschnitt 5.3).
StillzeitEs gibt keine Daten zur Anwendung von Avanafil während der Stillzeit.
FertilitätBei gesunden Probanden wurden nach einer einmaligen oralen Dosis von 200 mg Avanafil keine
Auswirkungen auf die Beweglichkeit oder Morphologie der Spermien beobachtet.
In einer klinischen Studie an gesunden Probanden und erwachsenen Männern mit leichter erektiler
Dysfunktion war die tägliche orale Anwendung von 100 mg Avanafil über einen Zeitraum von26 Wochen nicht mit negativen Auswirkungen auf die Konzentration, Anzahl, Motilität oder
Morphologie der Spermien verbunden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenSpedra hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Da in klinischen Studien im Zusammenhang mit der Anwendung von Avanafil von
Schwindelgefühlen und Sehstörungen berichtet wurde, sollten die Patienten vor dem Fahren oder
Bedienen von Maschinen wissen, wie sie auf die Einnahme von Spedra reagieren.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDas Sicherheitsprofil von Spedra basiert auf den Daten von 2.566 Probanden, die während desklinischen Entwicklungsprogramms Avanafil einnahmen. Die am häufigsten in den klinischen Studienberichteten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Nasenverstopfung,
Sinussekretstauung (Verstopfung der Nebenhöhlen) und Rückenschmerzen. Unerwünschte Ereignisseinsgesamt und Nebenwirkungen unter Behandlung mit Avanafil traten häufiger bei Probanden miteinem BMI (Body Mass Index) < 25 (normalgewichtige Probanden) auf.
Bei der klinischen Langzeitstudie nahm der Prozentsatz der Patienten, bei denen Nebenwirkungenauftraten, mit zunehmender Länge der Exposition ab.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenIn der nachfolgenden Tabelle sind die in placebokontrollierten klinischen Studien beobachteten
Nebenwirkungen gemäß der einheitlichen Terminologie des MedDRA gelistet: sehr häufig (≥ 1/10),häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000),sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb der einzelnen Häufigkeitsgruppierungen sind die Nebenwirkungen in der
Reihenfolge abnehmenden Schweregrads dargestellt.
Nebenwirkung (MedDRA-Terminologie, bevorzugte Bezeichnung)
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten
Infektionen und Influenzaparasitäre
Erkrankungen Nasopharyngitis
Erkrankungen des Saisonale Allergie
Immunsystems
Stoffwechsel- und Gicht
Ernährungsstörungen
Schlaflosigkeit
Psychiatrische Vorzeitiger
Erkrankungen Samenerguss
Affektstörungen
Schwindel
Erkrankungen des Psychomotorische
Kopfschmerzen Somnolenz
Nervensystems Hyperaktivität
Nebenhöhlenschmerzen
Verschwommenes
AugenerkrankungenSehen
Angina pectoris
Herzerkrankungen Palpitationen
TachykardieHypertonieGefäßerkrankungen Hitzegefühl Hitzewallungen
HypotonieNebenwirkung (MedDRA-Terminologie, bevorzugte Bezeichnung)
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten
Erkrankungen der Rhinorrhö
Atemwege, des Sinussekretstauung Verstopfung der
Nasenverstopfung
Brustraums und Belastungsdyspnö oberen Atemwege
Mediastinums Epistaxis
Dyspepsie Mundtrockenheit
Erkrankungen des Übelkeit Gastritis
Gastrointestinaltrakts Erbrechen Bauchschmerzen
Magenbeschwerden Diarrhö
Erkrankungen der
Haut und des Ausschlag
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-, Flankenschmerz
Bindegewebs- und Rückenschmerzen
Myalgie
Knochen- Muskelverspannungenerkrankungen Muskelspasmen
Erkrankungen der Pollakisurie
Nieren und Harnwege
Penisstörungen
Erkrankungen der Spontane Erektion
Geschlechtsorganeund der Brustdrüse Juckreiz im
Genitalbereich
Asthenie
Allgemeine Brustschmerzen
Erkrankungen und Müdigkeit
Beschwerden am Grippeähnliche
Verabreichungsort Symptome
Peripheres ÖdemHypertonieBlut im Urin
Herzgeräusche
Erhöhtes
Erhöhung der prostataspezifisches
Leberenzyme Antigen
Untersuchungen Abnormes Gewichtszunahme
Elektrokardiogramm Erhöhung des
Erhöhte Herzfrequenz Bilirubins im Blut
Erhöhtes Kreatininim Blut
Erhöhte
Körpertemperatur
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen, die mit anderen PDE5-Inhibitoren beobachtet wurden
Im Zusammenhang mit anderen PDE5-Inhibitoren wurde bei Anwendungsbeobachtungen undklinischen Studien von einer kleinen Zahl an Fällen nicht arteriitischer anteriorer ischämischer
Optikusneuropathie (NAION) und plötzlichen Hörverlusts berichtet. Im Rahmen der klinischen
Studien zu Avanafil wurde von keinem Fall berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Im Zusammenhang mit anderen PDE5-Inhibitoren wurde in Anwendungsbeobachtungen undklinischen Studien von einer kleinen Zahl an Priapismus-Fällen berichtet. Im Rahmen der klinischen
Studien zu Avanafil wurde von keinem Fall berichtet.
Im Zusammenhang mit anderen PDE5-Inhibitoren wurde bei Anwendungsbeobachtungen und inklinischen Studien von einer kleinen Zahl an Fällen von Hämaturie, Hämatospermie und Penisblutungberichtet.
Im Zusammenhang mit anderen PDE5-Inhibitoren wurde bei Anwendungsbeobachtungen über Fällevon Hypotonie berichtet. Im Rahmen von klinischen Studien mit Avanafil wurde über
Schwindelgefühle berichtet, ein Symptom, das häufig durch niedrigen Blutdruck verursacht wird(siehe Abschnitt 4.5).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Gesunden Probanden wurden Einzeldosen von bis zu 800 mg Avanafil gegeben und Patienten täglichmehrere Dosen bis zu 300 mg. Die beobachteten Nebenwirkungen waren ähnlich denen bei geringeren
Dosen, aber die Inzidenzen und Schweregrade waren höher.
In Fällen von Überdosierung sollten je nach Bedarf die üblichen unterstützenden Maßnahmenergriffen werden. Es ist nicht zu erwarten, dass eine Dialyse die Clearance beschleunigt, da Avanafilfest an Plasmaproteine gebunden ist und nicht über den Urin ausgeschieden wird.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologika; Mittel bei erektiler Dysfunktion.
ATC-Code: G04BE10
WirkmechanismusAvanafil ist ein höchst selektiver und wirksamer reversibler Inhibitor der Zyklo-
Guanosinmonophosphat(cGMP)-spezifischen Phosphodiesterase 5. Sobald die sexuelle Stimulation zueiner lokalen Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) führt, bewirkt Avanafil eine Hemmung der
PDE5 und damit eine erhöhte Konzentration von cGMP im Schwellkörper des Penis. Dies führt zueiner Entspannung der glatten Muskulatur und einem Bluteinstrom in das Penisgewebe, wodurch eszur Erektion kommt. Avanafil hat bei fehlender sexueller Stimulation keine Wirkung.
Pharmakodynamische WirkungenIn-vitro-Studien haben ergeben, dass Avanafil höchst selektiv für die PDE5 ist. Seine Wirkung auf die
PDE5 ist stärker als auf andere bekannte Phosphodiesterasen (> 100-fach gegenüber PDE6;> 1.000-fach gegenüber PDE4, PDE8 und PDE10; > 5.000-fach gegenüber PDE2 und PDE7;> 10.000-fach gegenüber PDE1, PDE3, PDE9 und PDE11). Avanafil ist > 100-fach wirksamergegenüber der PDE5 als der PDE6, die in der Retina vorkommt und dort für die Phototransduktionverantwortlich ist. Die um den Faktor von etwa 20.000 höhere Selektivität für die PDE5 im Vergleichzur PDE3 ist wichtig, da die PDE3, ein in Herz- und Blutgefäßen vorkommendes Enzym, an der
Kontrolle der Herzkontraktilität beteiligt ist.
Bei einer Penis-Plethysmographie-Untersuchung (RigiScan) führte Avanafil in einer Dosierung von200 mg bei einigen Männern bereits 20 Minuten nach der Anwendung zu Erektionen, die alshinreichend für eine Penetration (60 % Rigidität laut RigiScan-Messung) angesehen werden, und die
Gesamtreaktion dieser Probanden auf Avanafil war im Vergleich zum Placebo im Zeitraum von 20 bis40 Minuten statistisch signifikant.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn klinischen Studien wurde die Wirkung von Avanafil bei Männern mit erektiler Dysfunktion (ED)untersucht. Festgestellt werden sollte die Fähigkeit dieser Männer, (mit Avanafil) eine für einebefriedigende sexuelle Aktivität ausreichende Erektion aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Die
Wirkung von Avanafil wurde über einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten in 4 randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten Parallelgruppen-Studien bewertet, durchgeführt an derallgemeinen Population mit ED, an Patienten mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 plus ED sowie an
Patienten mit ED infolge einer bilateralen nervenerhaltenden radikalen Prostatektomie. Die vierte
Studie untersuchte den Wirkeintritt von Avanafil in zwei Dosierungen (100 mg und 200 mg) bezüglichdes Anteils an Versuchen pro Patient, die zu einer befriedigenden Durchführung von
Geschlechtsverkehr führten. Insgesamt erhielten 1.774 Patienten Avanafil, das je nach Bedarf in
Dosierungen von 50 mg (eine Studie), 100 mg bzw. 200 mg (vier Studien) eingenommen wurde. Die
Patienten wurden angehalten, eine Dosis des Studienarzneimittels etwa 30 Minuten vor Beginn dersexuellen Aktivität einzunehmen. In der vierten Studie wurden die Patienten ermutigt, ca. 15 Minutennach der Dosiseinnahme Geschlechtsverkehr zu versuchen, um den Eintritt der erektogenen Wirkungvon Avanafil in Dosen von 100 mg und 200 mg, eingenommen bei Bedarf, zu untersuchen.
Außerdem wurde eine Untergruppe von Patienten in eine offene Verlängerungsstudie aufgenommen,in der 493 Patienten Avanafil mindestens 6 Monate lang und 153 Patienten mindestens 12 Monatelang einnahmen. Zu Beginn wurde die Dosierung auf 100 mg Avanafil festgelegt; die Patientenkonnten dann zu jedem Zeitpunkt der Studie, je nach ihrem individuellen Ansprechen auf die
Behandlung, die Dosis auf 200 mg erhöhen oder auf 50 mg reduzieren.
In allen Studien wurden bei allen drei Avanafil-Dosierungen in allen primären
Wirksamkeitsmessungen statistisch signifikante Verbesserungen im Vergleich zum Placebobeobachtet. Diese Unterschiede blieben bei Langzeitbehandlung erhalten (gemäß Studien an derallgemeinen Population mit ED, an Diabetikern mit ED und an Männern mit ED infolge einerbilateralen nervenerhaltenden radikalen Prostatektomie sowie der offenen Verlängerungsstudie).
In der Gruppe der allgemeinen Population mit ED betrug der mittlere Prozentsatz an Versuchen, die zuerfolgreichem Geschlechtsverkehr führten, bei den Personengruppen die 50 mg, 100 mg bzw. 200 mg
Avanafil einnahmen, etwa 47 %, 58 % bzw. 59 % im Vergleich zu etwa 28 % bei Placebo-Einnahme.
Bei Männern mit Diabetes mellitus entweder vom Typ 1 oder Typ 2 betrug der mittlere Prozentsatz an
Versuchen, die zu erfolgreichem Geschlechtsverkehr führten, bei den Personengruppen die 100 mgbzw. 200 mg Avanafil einnahmen, etwa 34 % bzw. 40 % im Vergleich zu etwa 21 % bei der Placebo-
Gruppe.
Bei Männern mit ED infolge einer bilateralen nervenerhaltenden radikalen Prostatektomie betrug dermittlere Prozentsatz an Versuchen, die zu erfolgreichem Geschlechtsverkehr führten, bei den
Personengruppen die 100 mg bzw. 200 mg Avanafil einnahmen, etwa 23 % bzw. 26 % im Vergleichzu etwa 9 % bei der Placebo-Gruppe.
In der Studie zum Wirkeintritt zeigte Avanafil eine statistisch signifikante Verbesserung des primären
Wirksamkeitsparameters (durchschnittlicher Anteil erfolgreicher Geschlechtsverkehrversuche pro
Patient in Abhängigkeit von der Zeit nach Dosiseinnahme, gemäß dem Sexual Encounter Profile 3 -
SEP3) im Vergleich zu Placebo. Avanafil führte zu erfolgreichem Geschlechtsverkehr etwa 15
Minuten nach Einnahme in 24,71 % der Versuche in der 100-mg-Dosierung sowie in 28,18 % in der200-mg-Dosierung im Vergleich zu 13,78 % unter Placebo.
Bei allen Avanafil-Zulassungsstudien war der Prozentsatz an erfolgreichen
Geschlechtsverkehrversuchen bei allen Avanafil-Dosierungen signifikant höher als bei Placebo-Gabe,und zwar zu allen nach der Dosisanwendung untersuchten Zeitintervallen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Spedra eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen aus Studien zu erektiler Dysfunktion in allen pädiatrischen Altersklassengewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Avanafil wird nach oraler Anwendung rasch resorbiert; die mittlere Tmax beträgt 30 bis 45 Minuten.
Die Pharmakokinetik ist über den empfohlenen Dosisbereich proportional zur Dosis. Die Eliminationvon Avanafil findet vorwiegend über den Lebermetabolismus statt (hauptsächlich CYP3A4). Diegleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol oder Ritonavir) ist mit einererhöhten Plasmaexposition von Avanafil assoziiert (siehe Abschnitt 4.5). Avanafil hat eine terminale
Halbwertszeit von etwa 6-17 Stunden.
ResorptionAvanafil wird rasch resorbiert. Die maximal beobachteten Plasmakonzentrationen werden innerhalbvon 0,5 bis 0,75 Stunden nach oraler Anwendung im nüchternen Zustand erreicht. Wird Avanafilgemeinsam mit einer sehr fettreichen Mahlzeit eingenommen, verringert sich die Resorptionsrate miteiner mittleren Tmax-Verzögerung von 1,25 Stunden und einer mittleren Cmax-Abnahme von 39 %(200 mg). Es gab keine Auswirkungen auf das Ausmaß der Exposition (AUC). Die klinische
Bedeutung dieser geringen Änderungen in der Cmax von Avanafil wird als minimal angesehen.
VerteilungAvanafil ist zu etwa 99 % an Plasmaproteine gebunden. Die Proteinbindung ist unabhängig von der
Gesamtkonzentration des Wirkstoffs, dem Alter sowie der Nieren- und Leberfunktion. Es wurde keine
Anreicherung von Avanafil im Plasma nachgewiesen, wenn das Arzneimittel über einen Zeitraum von7 Tagen in einer Dosierung von 200 mg zweimal täglich eingenommen wurde. Messungen von
Avanafil im Samen gesunder Probanden, die 45 bis 90 Minuten nach Anwendung des Mittelsdurchgeführt wurden, ergaben, dass weniger als 0,0002 % der angewendeten Menge im Samen von
Patienten erscheinen dürften.
BiotransformationAvanafil wird vorwiegend durch die Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg) und CYP2C9 (Nebenweg) inden Lebermikrosomen metabolisiert. Die Plasmakonzentrationen der wichtigsten zirkulierenden
Metaboliten M4 und M16 betragen etwa 23 % und 29 % der Ausgangssubstanz. Der Metabolit M4zeigt ein Phosphodiesterase-Selektivitätsprofil, das dem von Avanafil ähnlich ist, und in vitro ein
PDE5-Hemmpotenzial, das 18 % des Avanafil-Wertes beträgt. Demzufolge macht M4 etwa 4 % derpharmakologischen Gesamtaktivität aus. Der Metabolit M16 ist gegenüber der PDE5 inaktiv.
EliminationAvanafil wird bei Menschen intensiv metabolisiert. Nach oraler Anwendung wird Avanafilvorwiegend in Form von Metaboliten über den Stuhl ausgeschieden (etwa 63 % der angewendetenoralen Dosis) und in geringerem Ausmaß über den Urin (etwa 21 % der angewendeten oralen Dosis).
Andere besondere Personengruppen
Ältere PatientenÄltere Patienten (65 Jahre oder älter) zeigten eine mit der bei jüngeren Patienten (18-45 Jahre)vergleichbare Exposition. Die Daten zu Probanden im Alter von 70 Jahren und älter sind jedochbegrenzt.
NierenfunktionsstörungBei Probanden mit leichter (Kreatinin-Clearance ≥ 50 bis < 80 ml/min) bzw. moderater (Kreatinin-
Clearance ≥ 30 bis < 50 ml/min) Nierenfunktionsstörung war die Pharmakokinetik nach einer
Einzeldosis von 200 mg Avanafil nicht verändert. Für Probanden mit schwerer Niereninsuffizienzoder einer terminalen Niereninsuffizienz mit Hämodialyse sind keine Daten verfügbar.
LeberfunktionsstörungProbanden mit leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Stadium A) zeigten bei Einnahme einer
Einzeldosis von 200 mg Avanafil eine zu Probanden mit normaler Leberfunktion vergleichbare
Exposition.
4 Stunden nach der Gabe von 200 mg Avanafil war die Exposition von Probanden mit moderater
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Stadium B) niedriger als bei Probanden mit normaler
Leberfunktion. Die maximale Konzentration und Exposition war ähnlich der, die beobachtet wurde,wenn Probanden mit normaler Leberfunktion eine wirksame Dosis von 100 mg Avanafil erhaltenhatten.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potentiallassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
In einer Studie an Ratten zur Fertilität und frühen Embryonalentwicklung traten bei einer Dosierungvon 1.000 mg/kg/Tag, die bei den behandelten männlichen und weiblichen Tieren zu einerparenteralen Toxizität führte, eine Abnahme in der Fertilität und Spermienbeweglichkeit auf, einveränderter Östruszyklus (Reproduktionszyklus) und ein erhöhter Prozentsatz an anormalen Spermien.
Bei Dosierungen bis zu 300 mg/kg/Tag (bei männlichen Ratten 9-fache humane Exposition basierendauf ungebundener AUC bei einer Dosis von 200 mg) wurden keine Auswirkungen auf die Fertilitätoder Spermienparameter beobachtet. Es gab keine behandlungsbedingten Hodenbefunde bei Mäusenoder Ratten, die 2 Jahre lang mit Dosen von bis zu 600 oder 1.000 mg/kg/Tag behandelt wurden, undkeine Hodenbefunde bei Hunden, denen 9 Monate lang Avanafil gegeben wurde, und zwar in
Expositionen, die 110-fach höher lagen als die empfohlene Maximaldosis bei Menschen (Maximum
Recommended Human Dose, MRHD).
Bei schwangeren Ratten zeigten sich bei Dosen bis zu 300 mg/kg/Tag (etwa die 15-fache Menge der
MRHD auf einer mg/m2-Basis bei einem Proband mit einem Gewicht von 60 kg) keine Hinweise auf
Teratogenität, Embryotoxizität oder Fetotoxizität. Bei einer für die Mutter toxischen Dosis von1.000 mg/kg/Tag (etwa die 49-fache MRHD auf mg/m2-Basis) war das Körpergewicht des Föten zwarvermindert, Anzeichen für Teratogenität traten aber nicht auf. Bei schwangeren Kaninchen wurde bei
Dosen bis zu 240 mg/kg/Tag (etwa die 23-fache MRHD auf mg/m2-Basis) keine Teratogenität,
Embryotoxizität oder Fetotoxizität beobachtet. In der Kaninchenstudie wurde bei einer Dosis von240 mg/kg/Tag eine mütterliche Toxizität beobachtet.
In einer prä- und postnatalen Entwicklungsstudie an Ratten zeigten die Jungen bei einer Dosis von300 mg/kg/Tag und höher (etwa die 15-fache MRHD auf mg/m2-Basis) ein dauerhaft verringertes
Körpergewicht und bei 600 mg/kg/Tag (etwa die 29-fache MRHD auf mg/m2-Basis) eine verzögertesexuelle Entwicklung.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol
Fumarsäure
Hyprolose
Niedrigsubstituierte Hyprolose
Calciumcarbonat
Magnesiumstearat
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Aufbewahrungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Perforierte PVC/PCTFE/Aluminium- oder PVC/PVDC/Aluminium-Blisterpackungen zur Abgabe von
Einzeldosen in Kartons mit 2 x 1, 4 x 1, 8 x 1 und 12 x 1 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Menarini International Operations Luxembourg S.A.1, Avenue de la Gare,
L-1611 Luxembourg
Luxemburg
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/13/841/008-011
EU/1/13/841/019-022
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Juni 2013
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. April 2018
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.