RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Es wird nicht damit gerechnet, dass sich Soliris bei PNH-Patienten auf die aplastische Komponenteder Anämie auswirkt.
MeningokokkeninfektionAufgrund seines Wirkmechanismus erhöht Soliris die Anfälligkeit des Patienten für eine
Meningokokkeninfektion (Neisseria meningitidis). Eine Meningokokkenerkrankung kann durchjedwede Serogruppe auftreten. Zur Verringerung des Infektionsrisikos müssen alle Patientenmindestens 2 Wochen vor der Verabreichung von Soliris geimpft werden, es sei denn, das Risiko einer
Verzögerung der Soliris-Therapie überwiegt das Risiko einer Meningokokkeninfektion. Patienten, dieeine Behandlung mit Soliris früher als 2 Wochen nach einer tetravalenten Meningokokkenimpfungbeginnen, müssen bis 2 Wochen nach der Impfung eine geeignete Antibiotikaprophylaxe erhalten.
Impfstoffe gegen alle verfügbaren Serogruppen einschließlich A, C, Y ,W 135 und B werdenempfohlen, um Infektionen mit den häufig pathogenen Meningokokken-Serogruppen zu verhindern.
Die Patienten müssen gemäß den geltenden nationalen Impfempfehlungen geimpft und nachgeimpftwerden.
Eine Impfung kann das Komplement zusätzlich aktivieren. Folglich können sich bei Patienten mitkomplementvermittelten Erkrankungen, einschließlich PNH, aHUS, refraktäre gMG und NMOSD, die
Anzeichen und Symptome der Grunderkrankung verstärken, wie z. B. Hämolyse (PNH), TMA(aHUS) oder Exazerbation der MG (refraktäre gMG) oder Schub (NMOSD). Daher sollten die
Patienten im Anschluss an die empfohlene Impfung engmaschig auf Krankheitssymptome überwachtwerden.
Eine Impfung ist unter Umständen nicht ausreichend, um eine Meningokokkeninfektion zuverhindern. Die offiziellen Empfehlungen zur indikationsgerechten Anwendung von Antibiotikasollten berücksichtigt werden. Es wurde über Fälle von schwerwiegenden oder tödlich verlaufenden
Meningokokkeninfektionen bei mit Soliris behandelten Patienten berichtet. Sepsis ist eine häufige
Form einer Meningokokkeninfektion bei Patienten, die mit Soliris behandelt werden (siehe
Abschnitt 4.8). Alle Patienten sollen auf Frühzeichen einer Meningokokkeninfektion überwacht, bei
Infektionsverdacht sofort untersucht und, falls erforderlich, mit geeigneten Antibiotika behandeltwerden. Die Patienten sollen über diese Anzeichen und Symptome sowie über die einuzuleitenden
Schritte für eine sofortige ärztliche Behandlung informiert werden. Behandelnde Ärzte müssen mitden Patienten über Nutzen und Risiken der Soliris-Behandlung sprechen und ihnen den Leitfaden fürdie sichere Anwendung - Patienten und Eltern/Betreuungspersonen mit Kindern und Kleinkindern als
Patienten und die Patientenkarte aushändigen (Beschreibung siehe Packungsbeilage).
Andere systemische InfektionenAufgrund seines Wirkungsmechanismus sollte die Therapie mit Soliris bei Patienten mit aktivensystemischen Infektionen mit Vorsicht durchgeführt werden. Patienten könnten eine erhöhte
Anfälligkeit gegenüber Infektionen, insbesondere mit Neisseria und bekapselten Bakterien, aufweisen.
Es wurden schwerwiegende Infektionen mit Neisseria-Arten (außer Neisseria meningitidis)einschließlich disseminierter Gonokokkeninfektionen berichtet.
Die Patienten sollen auf die Hinweise in der Packungsbeilage aufmerksam gemacht werden, um ihr
Bewusstsein für mögliche schwerwiegende Infektionen und deren Anzeichen und Symptome zuschärfen. Ärzte sollen die Patienten dahingehend beraten, wie man einer Gonorrhoe vorbeugen kann.
InfusionsreaktionenDie Verabreichung von Soliris kann zu Infusionsreaktionen oder Immunogenität führen, dieallergische Reaktionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Anaphylaxie)verursachen könnten. In klinischen Studien kam es bei 1 (0,9 %) Patienten mit refraktärer gMG zueiner Infusionsreaktion, die das Absetzen von Soliris erforderte. Bei keinem der Kinder und
Jugendlichen mit PNH, aHUS, refraktärer gMG oder NMOSD kam es zu einer Infusionsreaktion, diedas Absetzen von Soliris erforderte. Bei allen Patienten mit schweren Reaktionen im Zusammenhangmit einer Infusion soll die Verabreichung von Soliris unterbrochen und eine geeignete medizinische
Behandlung eingeleitet werden.
ImmunogenitätIn allen klinischen Studien wurden in seltenen Fällen Antikörperreaktionen bei den mit Solirisbehandelten Patienten beobachtet. In placebo-kontrollierten Studien bei PNH wurden
Antikörperreaktionen mit niedrigen Titern mit einer Häufigkeit vergleichbar zu Patienten unter
Placebo beobachtet (3,4 % vs. 4,8 %).
Bei Patienten mit aHUS wurden nach der Behandlung mit Soliris Antikörper gegen Soliris bei 3/100(3 %) mittels ECL Bridging Format Assay nachgewiesen. 1/100 (1 %) der aHUS-Patienten hattenniedrige positive Werte neutralisierender Antikörper.
In einer placebo-kontrollierten Studie zu refraktärer gMG wurde in den 26 Wochen der aktiven
Behandlung bei keinem (0/62) der mit Soliris behandelten Patienten eine Antikörperreaktion gegendas Arzneimittel beobachtet, wogegen bei einer Verlängerungsstudie zu refraktärer gMG insgesamt3/117 (2,6 %) der Patienten bei mindestens einem Besuch nach Studienbeginn (Baseline) positiv für
Anti-Wirkstoff-Antikörper (antidrug antibodies, ADA) waren. Positive ADA-Ergebnisse schienenvorübergehend zu sein, da bei nachfolgenden Besuchen keine positiven Titer beobachtet wurden undbei diesen Patienten keine klinischen Befunde vorlagen, die auf eine Wirkung positiver ADA-Titerhindeuteten.
In einer placebo-kontrollierten Studie bei NMOSD zeigten 2/95 (2,1 %) der mit Soliris behandelten
Patienten nach Studienbeginn (Baseline) eine Antikörperreaktion gegen das Arzneimittel. Beide
Patienten waren negativ für neutralisierende Antikörper. Positive Proben zeigten ADA mit niedrigem
Titer, die transient waren. Es war keine Korrelation von Antikörperentwicklung und klinischem
Ansprechen oder unerwünschten Ereignissen zu beobachten.
ImmunisierungVor Beginn der Therapie mit Soliris wird empfohlen, dass Patienten mit PNH, aHUS, und refraktärergMG und NMOSD die gemäß den geltenden Impfrichtlinien empfohlenen Impfungen erhalten.
Darüber hinaus müssen alle Patienten mindestens 2 Wochen vor der Verabreichung von Soliris gegen
Meningokokkeninfektionen geimpft werden, es sei denn, das Risiko, das mit einer Verzögerung der
Soliris-Therapie verbunden wäre, wiegt schwerer als das Risiko einer Meningokokkeninfektion.
Patienten, die eine Behandlung mit Soliris früher als 2 Wochen nach einer tetravalenten
Meningokokkenimpfung beginnen, müssen bis 2 Wochen nach der Impfung eine geeignete
Antibiotikaprophylaxe erhalten. Impfstoffe gegen alle verfügbaren Serogruppen einschließlich A, C,
Y, W 135 und B, werden empfohlen, um Infektionen mit den häufig pathogenen Meningokokken-
Serogruppen zu verhindern. Die Patienten müssen gemäß den geltenden nationalen Impfempfehlungengeimpft und nachgeimpft werden (siehe Abschnitt Meningokokkeninfektion).
Patienten unter 18 Jahren müssen gegen Haemophilus influenzae und Pneumokokken geimpft werden.
Dabei müssen die nationalen Impfempfehlungen für die jeweiligen Altersgruppen strikt eingehaltenwerden.
Eine Impfung kann das Komplement zusätzlich aktivieren. Folglich können sich bei Patienten mitkomplementvermittelten Erkrankungen, einschließlich PNH, aHUS, refraktärer gMG und NMOSD,die Anzeichen und Symptome der Grunderkrankung verstärken, wie z. B. Hämolyse (PNH), TMA(aHUS), Exazerbation der MG (refraktäre gMG) oder Schub (NMOSD). Daher sollten die Patientenim Anschluss an die empfohlene Impfung engmaschig auf Krankheitssymptome überwacht werden.
Therapie mit AntikoagulanzienDie Behandlung mit Soliris sollte die Therapie mit Antikoagulanzien nicht verändern.
Therapie mit Immunsuppressiva und CholinesterasehemmernRefraktäre gMGWenn die Therapie mit Immunsuppressiva und Cholinesterasehemmern verringert oder abgesetztwird, müssen Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Exazerbation der Erkrankung überwachtwerden.
Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD)Wenn die Immunsuppressiva-Therapie reduziert oder abgesetzt wird, sind die Patienten engmaschigauf Anzeichen und Symptome eines potenziellen NMOSD-Schubes zu beobachten.
Labormedizinische Überwachung bei PNHPNH-Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer intravaskulären Hämolyse einschließlichder Laktatdehydrogenase (LDH)-Spiegel im Serum überwacht werden. PNH-Patienten, die mit Solirisbehandelt werden, sollten durch Messung der LDH-Spiegel auf eine intravaskuläre Hämolyseüberwacht werden. Gegebenenfalls kann während der Erhaltungsphase eine Dosisanpassung innerhalbdes empfohlenen Dosierungsschemas von 14+/-2 Tagen (bis zu alle 12 Tage) erforderlich sein.
Labormedizinische Überwachung bei aHUSaHUS-Patienten, die mit Soliris behandelt werden, sollten durch Messung der Thrombozytenzahl, der
Serum-LDH-Spiegel und der Serum-Kreatinin-Spiegel auf Anzeichen einer thrombotischen
Mikroangiopathie überwacht werden. Gegebenenfalls kann während der Erhaltungsphase eine
Dosisanpassung innerhalb des empfohlenen Dosierungsschemas von 14+/-2 Tagen (bis zu alle12 Tage) erforderlich sein.
Behandlungsabbruch bei PNHWenn PNH- Patienten die Behandlung mit Soliris abbrechen , sollen sie engmaschig auf Anzeichenund Symptome einer schweren intravaskulären Hämolyse überwacht werden. Eine schwere Hämolyseist durch Serum-LDH-Werte über dem Ausgangswert zusammen mit Folgendem erkennbar: absolute
Abnahme der Größe des PNH-Klons um mehr als 25 % (nicht eingerechnet Verdünnungseffekteaufgrund von Transfusionen) in einer Woche oder weniger; ein Hämoglobin-Spiegel von <5 g/dl odereine Abnahme von >4 g/dl in einer Woche oder weniger; Angina pectoris; Veränderung des
Geisteszustandes; Anstieg des Serum-Kreatinin-Spiegels um 50 % oder Thrombose. Überwachen Siejeden Patienten, der Soliris absetztfür mindestens 8 Wochen, um eine schwere Hämolyse oder andere
Reaktionen zu erkennen.
Wenn nach dem Absetzen von Soliris eine schwere Hämolyse auftritt, ziehen Sie folgende
Verfahren/Therapien in Erwägung: Bluttransfusion (Erythrozytenkonzentrat) oder
Austauschtransfusion, falls mittels Durchflusszytometrie festgestellt wird, dass die PNH-Erythrozyten>50 % der Gesamt-Erythrozyten ausmachen; Antikoagulanzien; Corticosteroide oder erneute
Anwendung von Soliris. In klinischen PNH-Studien brachen 16 Patienten die Behandlung mit Solirisab. Eine schwere Hämolyse wurde nicht beobachtet.
Behandlungsabbruch bei aHUSKomplikationen einer thrombotischen Mikroangiopathie (TMA) wurden bei einigen Patientenfrühestens nach 4 bis zu 127 Wochen nach Unterbrechung der Soliris Therapie beobachtet. Eine
Unterbrechung der Therapie sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn diese medizinisch begründetist.
In klinischen Studien bei aHUS unterbrachen 61 Patienten (21 pädiatrische Patienten) die Behandlungmit Soliris, mit einer anschließenden Folgeüberwachung von im Median 24 Wochen.
Bei 12 Patienten konnten 15 schwere Komplikationen einer thrombotischen Mikroangiopathie (TMA)nach Behandlungsabbruch beobachtet werden. Bei weiteren 2 Patienten, die eine geringere Dosierungaußerhalb des zugelassenen Dosierungsschemas erhielten (siehe Abschnitt 4.2), traten 2 schwere TMA
Komplikationen auf. Schwere TMA-Komplikationen traten bei Patienten unabhängig davon auf, obsie eine identifizierte genetische Mutation, hoch riskante Polymorphismen oder Autoantikörper,aufwiesen. Bei diesen Patienten traten weitere schwerwiegende medizinische Komplikationen auf,darunter eine starke Verschlechterung der Nierenfunktion, krankheitsbedingte
Krankenhauseinweisungen und das Fortschreiten der Erkrankung bis zum terminalen Nierenversagenmit Dialysepflicht. Trotz Wiederaufnahme der Soliris Therapie nach der Unterbrechung kam es beieinem Patienten zum terminalen Nierenversagen.
Wenn aHUS-Patienten die Behandlung mit Soliris abbrechen, sollen sie engmaschig auf Anzeichenund Symptome von schweren Komplikationen einer thrombotischen Mikroangiopathie überwachtwerden. Die Überwachung kann zur Prognose oder Verhütung von schweren Komplikationen einerthrombotischen Mikroangiopathie bei aHUS Patienten nach Absetzen von Soliris nicht ausreichendsein.
Schwere Komplikationen einer thrombotischen Mikroangiopathie nach Absetzen sind zu erkennen (i)am Auftreten einer Kombination von zwei oder wiederholter Messung eines der folgenden Parameter:
Verringerung der Thrombozytenzahl um ≥ 25 % im Vergleich zum Ausgangswert vor Soliris-
Behandlung oder zur maximalen Thrombozytenzahl während der Soliris-Behandlung; Anstieg des
Serum-Kreatinins um ≥ 25 % im Vergleich zum Ausgangswert vor Soliris-Behandlung oder zum
Tiefstwert (Nadir) während der Soliris-Behandlung; Anstieg der Serum-LDH um ≥ 25 % im Vergleichzum Ausgangswert vor Soliris-Behandlung oder zum Tiefstwert (Nadir) während der Soliris-
Behandlung oder (ii) am Auftreten eines der folgenden Anzeichen/Symptome: Veränderung des
Geisteszustands oder Krampfanfälle; Angina pectoris oder Dyspnoe oder Thrombose.
Wenn nach dem Absetzen von Soliris schwere Komplikationen einer thrombotischen
Mikroangiopathie auftreten, sollen eine Fortsetzung der Soliris-Behandlung, unterstützende
Maßnahmen durch Plasmaaustausch/Plasmainfusion oder geeignete organspezifische supportive
Maßnahmen wie eine Dialyse zur Unterstützung der Nierenfunktion, eine mechanische Beatmung zur
Unterstützung der Atemfunktion oder eine Behandlung mit Antikoagulanzien in Betracht gezogenwerden.
Behandlungsabbruch bei refraktärer gMG:Die Anwendung von Soliris zur Behandlung von refraktärer gMG wurde nur im Rahmen einerdauerhaften Anwendung untersucht. Patienten, die die Soliris-Behandlung abbrechen, sind sorgfältigauf Anzeichen und Symptome einer Exazerbation der Krankheit zu überwachen.
Behandlungsabbruch bei NMOSD:Die Anwendung von Soliris zur Behandlung von NMOSD wurde nur im Rahmen einer dauerhaften
Anwendung untersucht und die Wirkung bei Absetzen von Soliris wurde nicht beschrieben. Patienten,die die Soliris-Behandlung abbrechen, sind sorgfältig auf Anzeichen und Symptome eines möglichen
NMOSD-Schubs zu überwachen.
SchulungsmaterialienAlle Ärzte, die beabsichtigen Soliris zu verschreiben, müssen mit dem Leitfaden zur Verringerung von
Arzneimittel- und Anwendungsrisiken - Angehörige der Heilberufe vertraut sein. Die Ärzte müssenden Nutzen und die Risiken einer Soliris-Behandlung mit den Patienten besprechen und ihnen den
Leitfaden für die sichere Anwendung -Patienten und Eltern/Betreuungspersonen mit Kindern und
Kleinkindern als Patienten und die Patientenkarte aushändigen.
Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass sie bei Fieber, Kopfschmerzen in Verbindung mit
Fieber und/oder Nackensteifigkeit oder Lichtempfindlichkeit umgehend ärztliche Hilfe in Anspruchnehmen sollten, da diese Anzeichen für eine Meningokokkeninfektion sein können.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungNatriumNach Verdünnung mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung enthält dieses Arzneimittel0,88 g Natrium pro 240 ml bei maximaler Dosierung, entsprechend 44,0 % der von der WHO füreinen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Nach Verdünnung mit Natriumchlorid 4,5 mg/ml (0,45 %) Injektionslösung enthält dieses
Arzneimittel 0,67 g Natrium pro 240 ml bei maximaler Dosierung, entsprechend 33,5 % der von der
WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrungvon 2 g.
Polysorbat 80
Dieses Arzneimittel enthält 6,6 mg Polysorbat 80 pro Durchstechflasche (30-ml-Durchstechflasche).
Dies entspricht 0,66 mg/kg oder weniger bei der Höchstdosis für erwachsene Patienten undpädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht von mehr als 10 kg und 1,32 mg/kg oder weniger beider Höchstdosis für pädiatrische Patienten mit einem Körpergewicht von 5 bis < 10 kg. Polysorbatekönnen allergische Reaktionen hervorrufen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Komplementinhibitoren, ATC-Code: L04AJ01
Soliris ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler IgG2/4k-Antikörper, der an das humane
Komplementprotein C5 bindet und die Aktivierung des terminalen Komplements hemmt. Der Soliris-
Antikörper enthält humane konstante Regionen und murine Komplementarität-bestimmende Regionen(CDR), die auf die variablen Regionen der leichten und schweren Ketten des humanen Gerüsts(Framework) aufgesetzt sind. Soliris besteht aus zwei schweren Ketten mit 448 Aminosäuren und zweileichten Ketten mit 214 Aminosäuren und hat ein Molekulargewicht von ca. 148 kDa.
Soliris wird in einem murinen Myelom-(NS0-Zelllinien-) Expressionssystem hergestellt und wirddurch Affinitäts- und Ionenaustauschchromatographie gereinigt. Der Herstellungsprozess des
Arzneistoffs umfasst ebenfalls spezifische Virusinaktivierungs- und -abreicherungsschritte.
WirkmechanismusEculizumab, der Wirkstoff in Soliris, ist ein terminaler Komplementinhibitor, der spezifisch und mithoher Affinität an das Komplementprotein C5 bindet und dadurch dessen Spaltung in die Fragmente
C5a und C5b blockiert und die Bildung des terminalen Komplementkomplexes C5b-9 verhindert.
Eculizumab erhält die frühen Komponenten der Komplementaktivierung, die von wesentlicher
Bedeutung für die Opsonisierung von Mikroorganismen und die Elimination (Clearance) von
Immunkomplexen sind.
Bei PNH-Patienten werden die unkontrollierte terminale Komplementaktivierung und die darausresultierende komplementvermittelte intravaskuläre Hämolyse durch die Behandlung mit Solirisblockiert.
Bei den meisten PNH-Patienten reichen Eculizumab-Serumkonzentrationen von etwa35 Mikrogramm/ml für eine praktisch vollständige Hemmung der terminalen komplementvermitteltenintravaskulären Hämolyse aus.
Die dauerhafte Anwendung von Soliris bei PNH führte zu einer raschen und nachhaltigen
Verringerung der komplementvermittelten hämolytischen Aktivität.
Bei a HUS-Patienten werden die unkontrollierte terminale Komplementaktivierung und die darausresultierende komplementvermittelte thrombotische Mikroangiopathie durch die Behandlung mit
Soliris blockiert.
Alle aHUS-Patienten, die nach dem empfohlenen Dosierungsschema mit Soliris behandelt wurden,erreichten eine rasche und anhaltende Abnahme der terminalen Komplementaktivität. Bei allen
Patienten mit aHUS reichen Eculizumab-Serumkonzentrationen von etwa 50 - 100 Mikrogramm/mlfür eine praktisch vollständige Hemmung der terminalen Komplementaktivität aus.
Die dauerhafte Anwendung von Soliris bei aHUS führte zu einer raschen und nachhaltigen
Verringerung der komplementvermittelten thrombotischen Mikroangiopathie.
Bei Patienten mit refraktärer gMG verursacht die unkontrollierte terminale Komplementaktivierungeine vom Membranangriffskomplex (MAC) abhängige Lyse und eine C5a-abhängige Entzündung ander neuromuskulären Endplatte, was zum Ausfall der neuromuskulären Übertragung führt. Diedauerhafte Anwendung von Soliris führt zu einer sofortigen, vollständigen und nachhaltigen
Hemmung der terminalen Komplementaktivität (Eculizumab-Serumkonzentrationen≥ 116 Mikrogramm/ml).
Bei Patienten mit NMOSD führt eine durch Autoantikörper gegen AQP4 verursachte unkontrollierte
Aktivierung des terminalen Komplements zur Entstehung der MAC- und C5a-abhängigen
Entzündung, die Astrozytennekrose und eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke sowiedas Absterben der umgebenden Oligodendrozyten und Neuronen zur Folge hat. Die dauerhafte
Anwendung von Soliris führt zu einer sofortigen, vollständigen und anhaltenden Hemmung derterminalen Komplementaktivität (Eculizumab-Serumkonzentrationen ≥ 116 Mikrogramm/ml).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitParoxysmale Nächtliche HämoglobinurieDie Sicherheit und Wirksamkeit von Soliris bei PNH-Patienten mit Hämolyse wurden in einer26-wöchigen randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie (C04-001) untersucht.
PNH-Patienten wurden ebenfalls in einer 52-wöchigen einarmigen Studie (C04-002) sowie in einer
Langzeit-Verlängerungsstudie (E05-001) mit Soliris behandelt. Die Patienten erhielten vor der
Verabreichung von Soliris eine Meningokokkenimpfung. In allen Studien betrug die Eculizumab-
Dosis 600 mg alle 7 ± 2 Tage über 4 Wochen, gefolgt von 900 mg 7 ± 2 Tage später und anschließend900 mg alle 14 ±2 Tage für die Dauer der Studie. Soliris wurde als intravenöse Infusion über25 bis 45 Minuten (35 Minuten ± 10 Minuten) verabreicht. Zusätzlich wurde ein nicht-interventionelles Beobachtungsregister (M07-001) bei PNH-Patienten initiiert, um den natürlichen
Verlauf der PNH bei unbehandelten Patienten, sowie die klinischen Ergebnisse unter Soliris-Therapiezu charakterisieren.
In die Studie C04-001 (TRIUMPH) wurden PNH-Patienten mit mindestens 4 Transfusionen in denvorangegangenen 12 Monaten, einem mittels Durchflusszytometrie bestätigten Anteil von mindestens10 % PNH-Zellen und einer Thrombozytenzahl von mindestens 100 000/Mikroliter entwederrandomisiert einer Soliris- (n = 43) oder Placebo-Behandlung (n = 44) zugeordnet. Vor der
Randomisierung durchliefen alle Patienten eine anfängliche Beobachtungsphase, um den Bedarf an
Erythrozytentransfusion zu bestätigen und die Hämoglobinkonzentration (den 'Sollwert“) zuermitteln, der die Hämoglobolinstabilisierung und die Transfusionsergebnisse jedes Patientendefinieren würde. Der Hämoglobinsollwert war bei Patienten mit Symptomen ≤ 9g/dl und bei
Patienten ohne Symptome ≤ 7g/dl. Primäre Wirksamkeitsendpunkte waren eine Stabilisierung der
Hämoglobinkonzentration (Patienten, die eine über dem Hämoglobinsollwert liegende
Hämoglobinkonzentration aufrechterhielten und keine Erythrozytentransfusion während des gesamten26-wöchigen Zeitraums benötigten) und der Bedarf an Bluttransfusion. Ermüdung/Fatigue undgesundheitsbezogene Lebensqualität waren relevante sekundäre Endpunkte. Die Hämolyse wurdehauptsächlich durch Messung der LDH-Spiegel im Serum überwacht, der Anteil der PNH-
Erythrozyten wurde mittels Durchflusszytometrie kontrolliert. Patienten, die Antikoagulantien undsystemische e Corticosteroide zu Beginn erhielten, setzten die Einnahme dieser Medikamente fort. Diewichtigsten Ausgangsparameter waren ausgeglichen (siehe Tabelle 2).
In der nicht-kontrollierten Studie C04-002 (SHEPHERD) erhielten PNH-Patienten mit mindestenseiner Transfusion in den vorausgegangenen 24 Monaten und mindestens30 000 Thrombozyten/Mikroliter Soliris über einen 52-wöchigen Zeitraum. Zu den Begleittherapiengehörten Antithrombotika bei 63 % der Patienten und systemische Corticosteroide bei 40 % der
Patienten. Die Ausgangsparameter sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Demografische Patientendaten und -parameter in den Studien C04-001 und C04-002
C04-001 C04-002
Parameter Placebo Soliris Soliris
N = 44 N = 43 N = 97
Mittleres Alter (SD) 38,4 (13,4) 42,1 (15,5) 41,1 (14,4)
Geschlecht - weiblich (%) 29 (65,9) 23 (53,5) 49 (50,5)
Aplastische Anämie oder MDS in der
Anamnese (%) 12 (27,3) 8 (18,7) 29 (29,9)
Begleittherapie mit Antikoagulantien (%) 20 (45,5) 24 (55,8) 59 (61)
Begleittherapie mit
Steroiden/Immunsuppressiva (%) 16 (36,4) 14 (32,6) 46 (47,4)
Behandlungsabbruch 10 2 1
Erythrozytenkonzentrate in denvorangegangenen 12 Monaten (Median 17,0 (13,5; 25,0) 18,0(Q1/Q3)) (12,0;24,0) 8,0 (4,0;24,0)
Mittlerer Hb-Spiegel (g/dl) am Sollwert 7,7 (0,75) 7,8 (0,79) n.a.(SD)
Prätherapeutische LDH-Spiegel (Median, 2 234,5 2 032,0 2 051,0
U/l)
Freies Hämoglobin zu Beginn der Studie 46,2 40,5 34,9(Median, mg/dl)
In der Studie TRIUMPH war die Hämolyse bei den mit Soliris behandelten Patienten signifikantverringert (p < 0,001), was Besserungen der Anämie bewirkte, die sich durch erhöhte
Hämoglobinstabilisierung und verminderten Bedarf an Erythrozyten-Transfusionen im Vergleich zuden mit Placebo behandelten Patienten äußerten (siehe Tabelle 3). Diese Auswirkungen konnten beiden Patienten innerhalb jeder der drei vor der Studie festgelegten Straten bezüglich Erythrozyten-
Transfusionen (4-14 Einheiten; 15-25 Einheiten;> 25 Einheiten) festgestellt werden. Nach 3 Wochen
Behandlung mit Soliris berichteten die Patienten geringere Fatigue und eine verbessertegesundheitsbezogene Lebensqualität. Aufgrund des Stichprobenumfangs und der Dauer der Studiekonnten die Wirkungen von Soliris auf thrombotische Ereignisse nicht ermittelt werden. In der
SHEPHERD-Studie beendeten 96 der 97 aufgenommenen Patienten die Studie (ein Patient starb nacheinem thrombotischen Ereignis). Die Reduktion intravaskulärer Hämolyse, die anhand der LDH-
Spiegel im Serum gemessen wurde, hielt während des Behandlungszeitraums an und führte zu einererhöhten Transfusionsvermeidung, einem verringerten Bedarf an Erythrozyten-Transfusion und zugeringerer Fatigue (siehe Tabelle 3).
Tabelle 3: Ergebnisse zur Wirksamkeit in den Studien C04-001 und C04-002
C04-001 C04-002*
Placebo Soliris
N = 44 N = 43 p-Wert Soliris
N = 97 p-Wert
Prozentualer Anteil von
Patienten mit stabilisierten
Hämoglobin-spiegeln am 0 49 < 0,001 n.a.
Ende der Studie
Transfundierte Erythrozyten-konserven während der 10 0 < 0,001 0 < 0,001
Behandlung (Median)
Vermeidung von
Transfusionen während der 0 51 < 0,001 51 < 0,001
Behandlung (%)
LDH-Spiegel am Ende der
Studie (Median, U/l) 2 167 239 < 0,001 269 < 0,001
LDH-AUC am Ende der
Studie (Median, U/l x Tag) 411 822 58 587 < 0,001 -632 264 < 0,001
Freies Hämoglobin am Endeder Studie (Median, mg/dl) 62 5 < 0,001 5 < 0,001
FACIT-Fatigue (Effektgröße) 1,12 < 0,001 1,14 < 0,001
* Die Ergebnisse aus der Studie C04-002 beziehen sich auf Vergleiche vor und nach der Behandlung
Von den 195 Patienten aus den Studien C04-001, C04-002 und anderen anfänglichen Studien wurdendie mit Soliris behandelten PNH-Patienten in eine Langzeit-Verlängerungsstudie (E05-001)eingeschlossen. Bei allen Patienten wurde die Reduktion der intravaskulären Hämolyse während dergesamten Dauer der Soliris-Exposition von 10 bis zu 54 Monaten aufrechterhalten. Unter der
Behandlung mit Soliris traten weniger thrombotische Ereignisse auf als während desselben Zeitraumsvor der Behandlung. Dieses Ergebnis wurde jedoch in nicht-kontrollierten klinischen Studienfestgestellt.
Das PNH Register (M07-001) wurde genutzt, um die Wirksamkeit von Soliris bei PNH-Patienten ohne
Transfusionen mit Erythrozytenkonzentraten in der Historie zu beurteilen. Diese Patienten hatten einehohe Krankheitsaktivität, die durch eine erhöhte Hämolyse (LDH ≥ 1,5xONW) und das
Vorhandensein eines oder mehrerer der damit verbundenen klinischen Symptome definiert ist:
Fatigue, Hämoglobinurie, abdominelle Schmerzen, Kurzatmigkeit (Dyspnoe), Anämie (Hämoglobin< 100 g/l), schwere unerwünschte vaskuläre Ereignisse (einschließlich Thrombosen), Dysphagie odererektile Dysfunktion.
Im PNH-Register wurde bei mit Soliris behandelten Patienten eine Reduktion der Hämolyse und derdamit verbundenen Symptome beobachtet. Nach 6 Monaten hatten die mit Soliris behandelten
Patienten ohne Transfusionen mit Erythrozytenkonzentraten in der Historie signifikant (p < 0,001)reduzierte LDH-Spiegel (medianer LDH-Spiegel von 305 U/l; Tabelle 4). Weiterhin erfuhren 74 % dermit Soliris behandelten Patienten ohne Transfusionshistorie klinisch relevante Verbesserungen im
FACIT-Fatigue Score (d. h. Erhöhung um 4 oder mehr Punkte) und 84 % im EORTC Fatigue Score(d.h. Abnahme um 10 oder mehr Punkte).
Tabelle 4: Ergebnisse zur Wirksamkeit (LDH-Spiegel und FACIT-Fatigue) bei PNH-Patientenohne Transfusionshistorie im M07-001)
M07-001
Parameter Soliris
Keine Transfusion
LDH Spiegel zu Beginn der Studie N = 43(Median, U/l) 1 447
LDH Spiegel nach 6 Monaten N = 36(Median, U/l) 305
FACIT-Fatigue Score zu Beginn der
Studie N = 25(Median) 32
FACIT-Fatigue Score der letzten N = 31verfügbaren Auswertung (Median) 44
FACIT-Fatigue wird auf einer Skala von 0-52 ermittelt, wobei höhere Werte auf weniger Fatiguehinweisen
Atypisches Hämolytisch-Urämisches SyndromDie Wirksamkeit von Soliris bei der Behandlung des aHUS wurde aus den Daten von 100 Patienten invier prospektiven kontrollierten klinischen Studien, drei bei erwachsenen und jugendlichen Patienten(C08-002A/B, C08-003A/B, C10-004) und einer bei pädiatrischen und jugendlichen Patienten (C10-003) sowie bei 30 Patienten in einer retrospektiven Studie (C09-001r) ermittelt.
Bei Studie C08-002A/B handelte es sich um eine prospektive, kontrollierte, offene Studie, in die
Patienten in der Frühphase eines aHUS mit Anzeichen einer klinisch manifestierten thrombotischen
Mikroangiopathie (Thrombozytenzahl von ≤ 150x109/l trotz Plasmaaustausch/Plasmainfusion und
LDH und Serum-Kreatinin oberhalb der oberen Grenze des Normalbereichs) eingeschlossen wurden.
Bei Studie C08-003A/B handelte es sich um eine prospektive, kontrollierte, offene Studie, in die
Patienten mit länger bestehendem aHUS ohne offensichtliche Hinweise auf eine klinisch manifestiertethrombotische Mikroangiopathie eingeschlossen wurden. Diese Patienten hatten über längere Zeit
Plasmaaustausch/Plasmainfusionen (PA/PI) erhalten (≥ 1 PA/PI-Sitzung alle zwei Wochen und nichtmehr als 3 PA/PI-Sitzungen/Woche über mindestens 8 Wochen vor der ersten Dosis). Die Patientenwurden in beiden prospektiven Studien über 26 Wochen mit Soliris behandelt und die meisten dieser
Patienten wurden in eine offene Verlängerungsstudie aufgenommen. Alle Patienten, die in die beidenprospektiven Studien aufgenommen wurden, hatten einen ADAMTS-13 Wert über 5 %.
Vor Therapieeinleitung mit Soliris wurden die Patienten gegen Meningokokken geimpft oder erhielteneine geeignete Antibiotikaprophylaxe bis 2 Wochen nach der Impfung. In allen Studien betrug die
Soliris-Dosis bei Erwachsenen und Jugendlichen mit aHUS 900 mg alle 7 ± 2 Tage über 4 Wochen,gefolgt von 1 200 mg 7 ± 2 Tage später, dann 1 200 mg alle 14 ± 2 Tage über die gesamte
Studiendauer. Soliris wurde als intravenöse Infusion über 35 Minuten verabreicht. Das
Dosierungsschema bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht unter 40 kg wurdemithilfe einer pharmakokinetischen Simulation festgelegt, mit der die empfohlene Dosis und das
Dosierungsschema auf Basis des Körpergewichts ermittelt wurde (siehe Abschnitt 4.2).
Zu den primären Endpunkten gehörte in Studie C08-002A/B die Änderung der Thrombozytenzahlgegenüber dem Ausgangswert und in Studie C08-003A/B die Abwesenheit von Ereignissen einerthrombotischen Mikroangiopathie (TMA). Weitere Endpunkte waren TMA-Interventionsrate,
Normalisierung hämatologischer Parameter, vollständiges Ansprechen der TMA, Änderungen der
LDH, Nierenfunktion und Lebensqualität. Die Abwesenheit von TMA-Ereignissen war definiert als
Abwesenheit folgender Ereignisse über mindestens 12 Wochen: Abnahme der Thrombozytenzahl von> 25 % gegenüber dem Ausgangswert, Plasmaaustausch/ Plasmainfusion und neu eingeleitete Dialyse.
TMA-Interventionen waren definiert als Plasmaaustausch/Plasmainfusion oder neu eingeleitete
Dialyse. Normalisierung hämatologischer Parameter war definiert als Normalisierung der
Thrombozytenzahl und der LDH-Spiegel während ≥ 2 aufeinanderfolgender Messungen während≥ 4 Wochen. Vollständiges Ansprechen der TMA war definiert als Normalisierung hämatologischer
Parameter und anhaltende Abnahme des Serumkreatinins um ≥ 25 % in ≥ 2 aufeinanderfolgenden
Messungen über ≥ 4 Wochen.
Die Ausgangsparameter für die jeweiligen Studien sind in Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 5: Demografische Patientendaten und -parameter in den Studien C08-002A/B und
C08-003A/B
Parameter C08-002A/B C08-003A/B
Soliris Soliris
N = 17 N = 20
Zeit von der Erstdiagnose bis zum Screening in 10 (0,26; 236) 48 (0,66; 286)
Monaten, Median (min/max)
Zeit von der klinischen Manifestierung der < 1 (< 1; 4) 9 (1; 45)bestehenden TMA bis zum Screening in Monaten,
Median (min/max)
Anzahl der Sitzungen für 17 (2; 37) 62 (20; 230)
Plasmaaustausch/Plasmainfusion zur Behandlungeiner bestehenden TMA, Median (min/max)
Anzahl der Sitzungen für 6 (0; 7) 2 (1; 3)
Plasmaaustausch/Plasmainfusion innerhalb 7 Tagenvor der ersten Eculizumab-Verabreichung, Median(min/max)
Thrombozytenzahl, Ausgangswert (×109/l), Mittelwert 109 (32) 228 (78)(SD)
LDH Ausgangswert (U/l), 323 (138) 223 (70)
Mittelwert (SD)
Patienten ohne identifizierte Mutation, 4 (24) 6 (30)n (%)
Patienten in der aHUS-Studie C08-002A/B wurden mindestens 26 Wochen mit Soliris behandelt.
Nach Abschluss der initialen 26-wöchigen Behandlungsphase führten die meisten Patienten die
Behandlung mit Soliris im Rahmen einer Verlängerungsstudie fort. In der aHUS-Studie C08-002A/Bbetrug die mediane Behandlungsdauer mit Soliris annähernd 100 Wochen (Spanne: 2-145 Wochen).
Nach Beginn der Soliris-Behandlung waren eine Abnahme der terminalen Komplementaktivität sowieein Anstieg der Thrombozytenzahlen im Vergleich zu den Ausgangswerten zu beobachten. Die
Abnahme der terminalen Komplementaktivität war bei allen Patienten nach Beginn der Soliris-
Behandlung zu beobachten. Daten zur Wirksamkeit bei aHUS in Studie C08-002A/B sind in Tabelle 6zusammengefasst. Alle Werte der Wirksamkeitsendpunkte verbesserten sich über die
Behandlungsdauer von 2 Jahren oder blieben unverändert. Bei allen Patienten, mit vollständigem
TMA-Ansprechen, wurde dieses aufrechterhalten. Bei einer Behandlung von länger als 26 Wochenwurde bei 2 weiteren Patienten ein vollständiges und anhaltendes TMA-Ansprechen durch Senkungder LDH auf Normalwerte (bei einem Patienten) und durch Abnahme des Serumkreatinins (bei2 Patienten) erreicht.
Unter Behandlung mit Soliris verbesserte sich die Nierenfunktion anhaltend, gemessen als geschätzteglomeruläre Filtrationsrate (eGFR). Vier der 5 Patienten, die zu Studienbeginn dialysepflichtig waren,konnten die Dialyse für die Dauer der Soliris-Behandlung unterbrechen. Ein Patient benötigte eineneue Dialyse. Die Patienten berichteten eine Verbesserung ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität(QoL).
In der aHUS-Studie C08-002A/B zeigten Patienten mit und ohne identifizierte Mutationen in Genen,die Proteine für komplement-regulierende Faktoren kodieren, ein vergleichbares Ansprechen auf
Soliris.
Patienten in der aHUS-Studie C08-003A/B wurden mindestens 26 Wochen mit Soliris behandelt.
Nach Abschluss der initialen 26-wöchigen Behandlungsphase führten die meisten Patienten die
Behandlung mit Soliris im Rahmen einer Verlängerungsstudie fort. In der aHUS-Studie C08-003A/Bbetrug die mediane Behandlungsdauer mit Soliris annähernd 114 Wochen (Spanne: 26-129 Wochen).
Daten zur Wirksamkeit bei aHUS in Studie C08-003A/B sind in Tabelle 6 zusammengefasst.
In der aHUS-Studie C08-003A/B zeigten Patienten mit und ohne identifizierte Mutationen in Genen,die Proteine für komplement-regulierende Faktoren kodieren, ein vergleichbares Ansprechen auf
Soliris. Bei allen Patienten wurde nach Beginn der Soliris-Behandlung eine Abnahme der terminalen
Komplementaktivität beobachtet. Alle Werte der Wirksamkeitsendpunkte verbesserten sich über die
Behandlungsdauer von 2 Jahren oder blieben unverändert. Bei allen Patienten mit vollständigem
TMA-Ansprechen wurde dieses aufrechterhalten. Bei einer Behandlung von länger als 26 Wochenwurde bei 6 weiteren Patienten ein vollständiges und anhaltendes TMA-Ansprechen durch Abnahmedes Serumkreatinins erreicht. Kein Patient benötigte eine neue Dialyse. Die Nierenfunktion, gemessenals geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR), verbesserte sich unter Soliris-Behandlung.
Tabelle 6: Ergebnisse zur Wirksamkeit in den prospektiven aHUS-Studien C08-002A/B und
C08-003A/B
C08-002A/B C08-003A/B
N = 17 N = 20
Nach 26 Nach 2 Nach 26 Nach 2
Wochen Jahren1 Wochen Jahren1
Normalisierung der
Thrombozytenzahl 14 (82) 15 (88) 18 (90) 18 (90)
Alle Patienten, n (%) (95 % KI) (57-96) (64-99) (68-99) (68-99)
Patienten mit abnormem 13/15 (87) 13/15 (87) 1/3/(33) 1/3/(33)
Ausgangswert, n/n (%)
Abwesenheit von TMA-Ereignissen, 15 (88) 15 (88) 16 (80) 19 (95)n (%) (95 % KI) (64-99) (64-99) (56-94) (75-99)
Tägliche TMA Interventionsrate
- prä-Eculizumab Median 0,88 0,88 0,23 0,23(min/max) (0,04/1,59) (0,04/1,59) (0,05/1,09) (0,05/1,09)
- unter Eculizumab Median 0 (0/0,31) 0 (0/0,31) 0 0(min/max)p-Wert p < 0,0001 p < 0,0001 p < 0,0001 p < 0,0001
CKD Verbesserung um ≥ 1 Stadium 10 (59) 12 (71) 7 (35) 12 (60)n (%) (95% KI) (33-82) (44-90) (15-59) (36-81)eGFR Veränderung ml/min/1,73 m2: 20 (-1;98) 28 (3;82) 5 (-1;20) 11 (-42;30)
Median (Spanne)eGFR Veränderung 8 (47) 10 (59) 1 (5) 8 (40)≥ 15 ml/min/1,73 m2; n (%) (95% KI) (23-72) (33-82) (0-25) (19-64)
Veränderung des Hb > 20 g/l, 11 (65) 13 (76) 9 (45) 13 (65)n (%) (95% KI) (38-86)2 (50-93) (23-68)3 (41-85)
Normalisierung der hämatologischen 13 (76) 15 (88) 18 (90) 18 (90)
Parameter, n (%) (95% KI) (50-93) (64-99) (68-99) (68-99)
Vollständiges Ansprechen der TMA, 11 (65) 13(76) 5 (25) 11(55)n (%) (95%KI) (38-86) (50-93) (9-49) (32-77)1 Bei Cut-off (20.April 2012)2 Studie C008-002: 3 Patienten erhielten Erythropoese stimulierende Substanzen, die nach Beginn der
Soliris-Behandlung abgesetzt wurden.3 Studie C008-003: 8 Patienten erhielten Erythropoese stimulierende Substanzen, die bei 3 Patientenwährend der Soliris-Behandlung abgesetzt wurden.
In die aHUS-Studie C10-004 wurden 41 Patienten mit Anzeichen einer thrombotischen
Mikroangiopathie eingeschlossen. Um die Einschlusskriterien zu erfüllen, mussten die Patienten eine
Thrombozytenzahl unterhalb des niedrigsten Werts des Normalbereichs (NB), Anzeichen einer
Hämolyse wie Erhöhung der Serum-LDH, und ein Serumkreatinin über dem obersten Wert des
Normalbereichs haben, ohne chronisch dialysepflichtig zu sein. Das mediane Patientenalter war 35(Bereich: 18-80 Jahre). Alle in die aHUS-Studie C10-004 eingeschlossenen Patienten hatten eine
ADAMTS-13-Aktivität über 5 %. 51 % der Patienten hatten eine nachgewiesene Mutation eines
Komplement-regulierenden Faktors oder Autoantikörper. Insgesamt 35 Patienten erhielten
Plasmaaustausch/Plasmainfusion vor der Behandlung mit Eculizumab. In Tabelle 7 sind die
Ausgangsparameter der wichtigsten klinischen und krankheitsbezogenen Charakteristika der
Patienten, die in die aHUS-Studie C10-004 aufgenommen wurden, zusammengefasst.
Tabelle 7: Ausgangsparameter der Patienten, die in die aHUS-Studie C10-004 aufgenommenwurden
Parameter aHUS-Studie C10-004
N = 41
Zeit von der aHUS-Diagnosestellung bis zurersten Dosis der Studienmedikation (Monate), 0,79 (0,03; 311)
Median (min; max)
Zeit von der Manifestierung der bestehenden
TMA bis zur ersten Dosis der
Studienmedikation (Monate), Median (min; 0,52 (0,03; 19)max)
Thrombozytenzahl, Ausgangswert (x 109/l),
Median (min; max) 125 (16; 332)
LDH, Ausgangswert (E/l), Median (Spanne) 375 (131; 3318)eGFR, Ausgangswert (ml/min/1,73 m²), Median(min; max) 10 (6; 53)
Die Patienten der aHUS-Studie C10-004 erhielten Soliris über einen Zeitraum von mindestens26 Wochen. Nach Beendigung der initialen 26-wöchigen Behandlungsperiode entschieden sich diemeisten Patienten für die Fortsetzung der Langzeitbehandlung.
Nach Behandlungsbeginn mit Soliris wurden eine Reduktion der terminalen Komplementaktivität undeine Zunahme der Thrombozytenzahl im Vergleich zum Ausgangswert beobachtet. Soliris reduziertedie Anzeichen der komplement-vermittelten TMA-Aktivität, wie durch eine Zunahme der mittleren
Thrombozytenzahl von Studienbeginn bis 26 Wochen danach gezeigt wurde. In der aHUS-Studie
C10-004 stieg der Mittelwert der Thrombozytenzahl (±SD) innerhalb einer Woche von119 ± 66 x109/l zu Studienbeginn auf 200± 84x109/l; diese Wirkung hielt 26 Wochen an (der
Mittelwert der Thrombozytenzahl (± SD) nach 26 Wochen lag bei 252 ± 70x109/l). Die
Nierenfunktion, durch die eGFR ermittelt, verbesserte sich während der Soliris-Behandlung. 20 der24 Patienten, die zu Anfang dialysepflichtig waren, konnten die Dialyse während der Behandlung mit
Soliris absetzen. In Tabelle 8 sind die Ergebnisse der Wirksamkeit aus der aHUS-Studie C10-004zusammengefasst.
Tabelle 8: Ergebnisse zur Wirksamkeit in der prospektiven aHUS Studie C10-004aHUS-Studie C10-004
Wirksamkeitsparameter (N = 41)nach 26 Wochen
Änderung der Thrombozytenzahl nach 26 Wochen (109/l) 111 (-122; 362)
Normalisierung hämatologischer Parameter, n (%) 36 (88)
Mediane Dauer der Normalisierung hämatologischer
Parameter, Wochen (Spanne)1 46 (10; 74)
Vollständiges Ansprechen der TMA, n (%) 23 (56)
Mediane Dauer bis zum vollständigen TMA-Ansprechen, 42 (6; 74)
Wochen (Spanne)1
Abwesenheit von TMA-Ereignissen, n (%) 37 (90)95 %KI 77; 97
Tägliche TMA Interventionsrate, Median (Spanne)
- vor Eculizumab-Behandlung 0,63 (0; 1,38)
- unter Eculizumab-Behandlung 0 (0; 0,58)1 Bei Cut-off (4.September 2012), bei medianer Dauer der Soliris Therapie von 50 Wochen (Spanne: 13 bis86 Wochen).
Eine Langzeitbehandlung mit Soliris (Median 52 Wochen, Bereich 15 bis 126 Wochen) war mit einemerhöhten Anteil von klinisch bedeutsamen Verbesserungen bei erwachsenen aHUS Patientenverbunden. Als die Soliris Therapie länger als 26 Wochen beibehalten wurde, erreichten 3 weitere
Patienten (63 % der Patienten insgesamt) ein vollständiges TMA-Ansprechenund 4 weitere Patienten(98 % der Patienten insgesamt) erreichten eine Normalisierung der hämatologischen Parameter. Beider letzten Auswertung erreichten 25 der 41 Patienten (61 %) eine Verbesserung der eGFR≥ 15 ml/min/1,73 m² im Vergleich zum Ausgangswert.
Refraktäre generalisierte Myasthenia gravisDie Wirksamkeit von Soliris bei der Behandlung von Patienten mit refraktärer gMG wurde aus den
Daten von 139 Patienten in zwei prospektiven kontrollierten klinischen Studien (C08-001 und ECU-
MG-301) und einer offenen Verlängerungsstudie (ECU-MG-302) ermittelt.
Bei der Studie ECU-MG-301 (REGAIN) handelte es sich um eine 26-wöchige doppelblinde,randomisierte, placebo-kontrollierte, multizentrische Phase-3-Studie mit Soliris bei Patienten, die aufvorangegangene Therapien nicht angesprochen hatten und weiterhin symptomatisch waren.
Einhundertachtzehn (118) der 125 (94 %) Patienten schlossen die 26-wöchige Behandlungsphase abund 117 (94 %) Patienten wurden anschließend in die Studie ECU-MG-302 aufgenommen, eineoffene, multizentrische Verlängerungsstudie zur Untersuchung der langfristigen Wirksamkeit und
Sicherheit, bei der alle Patienten eine Behandlung mit Soliris erhielten.
In der Studie ECU-MG-301 wurden gMG-Patienten mit einem positiven serologischen Test auf Anti-
AChR-Antikörper, mit klinischer MGFA-Klassifizierung (Myasthenia Gravis Foundation of America)der Klassen II bis IV und einem MG-ADL-Gesamtscore ≥ 6 randomisiert entweder Soliris (n = 62)oder Placebo (n = 63) zugeordnet. Alle in die Studie eingeschlossenen Patienten hatten refraktäregMG und erfüllten die folgenden im Vorfeld festgelegten Kriterien:
1) Seit mindestens einem Jahr erfolglose Behandlung mit 2 oder mehr immunsuppressiven Therapien(entweder in Kombination oder als Monotherapie), d.h. die Alltagsaktivitäten der Patienten warentrotz immunsuppressiver Therapien weiterhin eingeschränkt
ODER2) Erfolglose Behandlung mit mindestens einer immunsuppressiven Therapie und Notwendigkeit einesdauerhaften Plasmaaustauschs oder von intravenösen Immunglobulinen (IVIg) zur Kontrolle der
Symptome, d.h. die Patienten benötigten über die letzten 12 Monate mindestens alle 3 Monateregelmäßig Plasmaaustausch oder IVIg zur Behandlung von Muskelschwäche.
Vor Beginn der Behandlung mit Soliris wurden die Patienten gegen Meningokokken geimpft odererhielten eine geeignete Antibiotikaprophylaxe bis 2 Wochen nach der Impfung. In den Studien ECU-
MG-301 und ECU-MG-302 betrug die Soliris-Dosis bei erwachsenen Patienten mit refraktärer gMG900 mg alle 7 ± 2 Tage über 4 Wochen, gefolgt von 1 200 mg in Woche 5 ± 2 Tage und anschließend1 200 mg alle 14 ± 2 Tage für die Dauer der Studie. Soliris wurde als intravenöse Infusion über35 Minuten verabreicht.
Die Tabelle 9 zeigt die Ausgangsparameter der in die Studie ECU-MG-301 aufgenommenen Patientenmit refraktärer gMG.
Tabelle 9: Demografische Patientendaten und -parameter in der Studie ECU-MG-301
Soliris (n = 62) Placebo (n = 63)
Alter zum Zeitpunkt der MG-Diagnose (in
Jahren), 38,0 (5,9; 70,8) 38,1 (7,7; 78,0)
Mittelwert (Min, Max)
Weiblich, n (%) 41 (66,1) 41 (65,1)
Dauer der MG (Jahre),
Mittelwert (Min, Max) 9,9 (1,3; 29,7) 9,2 (1,0; 33,8)
Ausgangswert MG-ADL-Score
Mittelwert (SD) 10,5 (3,06) 9,9 (2,58)
Median 10,0 9,0
Ausgangswert QMG-Score
Mittelwert (SD) 17,3 (5,10) 16,9 (5,56)
Median 17,0 16,0≥3 vorangegangene immunsuppressive
Therapien* seit der Diagnose, n (%) 31 (50,0) 34 (54,0)
Anzahl Patienten mit vorangegangenen
Exazerbationen seit der Diagnose, n (%) 46 (74,2) 52 (82,5)
Anzahl Patienten mit vorangegangener MG-
Krise seit der Diagnose, n (%) 13 (21,0) 10 (15,9)
Vorangegangene künstliche Beatmung seitder Diagnose, n (%) 15 (24,2) 14 (22,2)
Vorangegangene Intubation seit der
Diagnose (MGFA-Klasse V), n (%) 11 ( 17,7) 9 ( 14,3)
* Immunsuppressiva waren unter anderem Corticosteroide, Azathioprin, Mycophenolat, Methotrexat,
Ciclosporin, Tacrolimus und Cyclophosphamid.
Der primäre Endpunkt der Studie ECU-MG-301 war die Veränderung des MG-ADL-Gesamtscores(ADL, Activities of Daily Living Profile - eine vom Patienten gemeldete Outcome-Variable, die beigMG bewertet wird) gegenüber dem Ausgangswert in Woche 26. Die primäre Analyse des MG-ADLwar eine Worst-Rank-ANCOVA mit einem durchschnittlichen Rang von 56,6 für Soliris und 68,3 für
Placebo, basierend auf 125 Patienten in der Studie (p = 0,0698).
Der wichtigste sekundäre Endpunkt war die Veränderung des Gesamtscores des Quantitative MG
Scoring System (QMG - eine vom Arzt gemeldete Outcome-Variable, die bei gMG bewertet wird)gegenüber dem Ausgangswert in Woche 26. Die primäre Analyse des QMG war eine Worst-Rank-
ANCOVA mit einem durchschnittlichen Rang von 54,7 für Soliris und 70,7 für Placebo, basierend auf125 Patienten der Studie (p = 0,0129).
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit für die zuvor festgelegten Analysen der primären und sekundären
Endpunkte mit wiederholten Messungen sind in Tabelle 10 aufgeführt.
Tabelle 10: ECU-MG-301 Ergebnisse zur Wirksamkeit: Veränderung gegenüber dem
Ausgangswert in Woche 26
Wirksamkeitsendpunkte: Soliris Placebo Veränderung unter p-Wert (mittels
Veränderung des (n = 62) (n = 63) Soliris gegenüber Analyse mit
Gesamtscores in (SEM) (SEM) Placebo - Differenz wiederholten
Woche 26 gegenüber der Kleinste- Messungen)dem Ausgangswert Quadrate-
Mittelwerte (95% KI)
MG-ADL -4,2 (0,49) -2,3 (0,48) -1,9 0,0058(-3,3; -0,6)
QMG -4,6 (0,60) -1,6 (0,59) -3,0 0,0006(-4,6; -1,3)
MGC -8,1 (0,96) -4,8 (0,94) -3,4 0,0134(-6,0; -0,7)
MG-QoL-15 -12,6 (1,52) -5,4 (1,49) -7,2 0,0010(-11,5; -3,0)
SEM = Standardfehler des Mittelwertes; KI = Konfidenzintervall; MGC = Myasthenia Gravis Composite;
MG-QoL15 = Myasthenia Gravis Quality of Life 15
In der Studie ECU-MG-301 wurde für einen klinischen Responder beim MG-ADL-Gesamtscore eine
Verbesserung um mindestens 3 Punkte definiert. Der Anteil der klinischen Responder, die biseinschließlich Woche 26 keine Notfallbehandlung erhielten, betrug unter Soliris 59,7 %, verglichenmit 39,7 % unter Placebo (p = 0,0229).
In Studie ECU-MG-301 wurde für einen klinischen Responder beim QMG-Gesamtscore eine
Verbesserung um mindestens 5 Punkte definiert. Der Anteil der klinischen Responder in Woche 26,die keine Notfallbehandlung erhielten, betrug 45,2 % unter Soliris verglichen mit 19 % unter Placebo(p = 0,0018).
Tabelle 11 zeigt eine Übersicht der Patienten, die in den 26 Wochen über eine klinische
Verschlechterung berichteten, und der Patienten, die in diesem Zeitraum eine Notfallbehandlungbenötigten.
Tabelle 11: Klinische Verschlechterung und Notfallbehandlung in ECU-MG-301
Variable Statistik Placebo Soliris(N = 63) (N = 62)
Gesamtzahl Patienten, die über eine klinische Verschlechterung berichteten n (%) 15 (23,8) 6 (9,7)
Gesamtzahl Patienten, die eine Notfallbehandlung benötigten n (%) 12 (19,0) 6 (9,7)
Von den 125 Patienten der Studie ECU-MG-301 wurden 117 Patienten anschließend in die Langzeit-
Verlängerungsstudie (Studie ECU-MG-302) aufgenommen, in der alle Soliris erhielten. Patienten, diezuvor in der Studie ECU-MG-301 mit Soliris behandelt worden waren, zeigten nach zusätzlichen130 Wochen Behandlung mit Eculizumab in der Studie ECU-MG-302- weiterhin eine anhaltende
Wirkung von Soliris bei allen Zielgrößen (MG-ADL, QMG, MGC und MG-QoL15). Bei Patienten,die in der Studie ECU-MG-301 (Placebo/Eculizumab-Arm der Studie ECU-MG-302) Placeboerhielten, trat nach Beginn der Behandlung mit Eculizumab eine Verbesserung ein und wurde übermehr als 130 Wochen in der Studie ECU-MG-302 aufrechterhalten. Abbildung 1 zeigt die
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert bei MG-ADL (A) und QMG (B) nach 26-wöchiger
Behandlung in Studie ECU-MG-301 und nach 130-wöchiger Behandlung (n = 80 Patienten) in Studie
ECU-MG-302.
Abbildung 1: Durchschnittliche Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert bei MG-ADL (1A)und QMG (1B) in den Studien ECU-MG-301 und ECU-MG-302
In der Studie ECU-MG-302 hatten Ärzte die Möglichkeit, bestehende Hintergrundtherapien mit
Immunsuppressiva anzupassen. In diesem Rahmen verringerten 65,0 % der Patienten ihre tägliche
Dosis von mindestens einer immunsuppressiven Therapie (IST); 43,6 % der Patienten brachen einebestehende IST ab. Der häufigste Grund für eine Änderung der IST-Therapie war die Verbesserungder MG-Symptome.
Zweiundzwanzig (22) (17,6 %) der älteren Patienten mit refraktärer gMG (>65 Jahre) wurden im
Rahmen der klinischen Studien mit Soliris behandelt. Dabei wurden keine wesentlichen Unterschiedein Bezug auf Sicherheit und Wirksamkeit in Zusammenhang mit dem Lebensalter festgestellt.
Neuromyelitis-optica-Spektrum-ErkrankungenDaten von 143 Patienten in einer kontrollierten Studie (Studie ECU-NMO-301) und von119 Patienten, die in einer offenen Verlängerungsstudie (Studie ECU-NMO-302) weiterbehandeltwurden, wurden verwendet, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Soliris bei der Behandlung von
Patienten mit NMOSD zu beurteilen.
Studie ECU-NMO-301 war eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte, multizentrische
Phase-III-Studie mit Soliris bei Patienten mit NMOSD.
In Studie ECU-NMO-301 wurden NMOSD-Patienten mit positivem Serumtest auf Anti-AQP4-
Antikörper, einer Anamnese mit mindestens 2 Schüben in den letzten 12 Monaten oder 3 Schüben inden letzten 24 Monaten und mindestens 1 Schub in den 12 Monaten vor dem Screening sowie einem
Expanded Disability Status Scale (EDSS) Score von ≤ 7 im Verhältnis 2 : 1 auf Soliris (n = 96) oder
Placebo (n = 47) randomisiert. Den Patienten war es gestattet, während der Studie eine
Hintergrundbehandlung mit Immunsuppressiva in stabiler Dosis, mit Ausnahme von Rituximab und
Mitoxantron, anzuwenden.
Die Patienten erhielten entweder mindestens 2 Wochen vor Beginn der Behandlung mit Soliris eine
Meningokokken-Impfung oder bis 2 Wochen nach der Impfung eine prophylaktische Behandlung mitgeeigneten Antibiotika. In dem klinischen Entwicklungsprogramm für Eculizumab bei NMOSDbetrug die Soliris-Dosis bei erwachsenen NMOSD-Patienten 900 mg alle 7 ± 2 Tage über 4 Wochen,gefolgt von 1 200 mg in Woche 5 ± 2 Tage und anschließend 1 200 mg alle 14 ± 2 Tage für die Dauerder Studie. Soliris wurde als intravenöse Infusion über 35 Minuten gegeben.
Die Mehrheit (90,9%) der Patienten war weiblich. Ungefähr die Hälfte der Patienten (49,0 %) warweiß. Das Durchschnittsalter bei der ersten Gabe des Studienmedikaments betrug 45 Jahre.
Tabelle 12: Krankheitsanamnese und Ausgangsparameter der Patienten in Studie ECU-NMO-
Variable Statistik Placebo Eculizumab Insgesamt(N = 47) (N = 96) (N = 143)
NMOSD-Anamnese
Alter bei der ersten Mittelwertklinischen (SD) 38,5 (14,98) 35,8 (14,03) 36,6 (14,35)
Manifestation der Median 38,0 35,5 36,0
NMOSD (Jahre) Min, Max 12; 73 5; 66 5; 73
Zeitraum von der Mittelwert 7,645ersten klinischen (SD) 6,601 (6,5863) 8,156 (8,5792) (7,9894)
Manifestation der Median 3,760 5,030 4,800
NMOSD bis zur
Anwendung derersten Dosis des Min, Max 0,51; 29,10 0.41, 44.85 0,41; 44,85
Studienmedikaments (Jahre)
Anamnestische Mittelwertannualisierte (SD) 2,07 (1,037) 1,94 (0,896) 1,99 (0,943)
Rezidivrate Median 1,92 1,85 1,92innerhalb von24 Monaten vor Min, Max 1,0; 6,4 1.0, 5.7 1,0; 6,4dem Screening
Ausgangsparameter
EDSS- Mittelwert 4,26 (1,510) 4,15 (1,646) 4,18 (1,598)
Ausgangsscore (SD)
Median 4,00 4,00 4,00
Min, Max 1,0; 6,5 1,0; 7,0 1,0; 7,0
Keine IST-
Anwendung zu n (%) 13 (27,7) 21 (21,9) 34 (23,8)
Studienbeginn
Abkürzungen: EDSS = Expanded Disability Status Scale; IST = Immunsupressiva-Therapie; Max = Maximum; Min =
Minimum; NMOSD = Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen; SD = Standardabweichung (standard deviation).
Der primäre Endpunkt von Studie ECU-NMO-301 war die Dauer bis zum ersten Schub während der
Studie gemäß der Bestätigung durch ein unabhängiges und für die Behandlung verblindetes Komitee.
Während der Studie wurde ein signifikanter Effekt von Eculizumab im Vergleich zu Placebobezüglich der Dauer bis zum Auftreten des ersten bestätigten Schubs beobachtet (relative
Risikoreduktion 94 %; Hazard Ratio 0,058; p < 0,0001) (Abbildung 2). Die mit Soliris behandelten
Patienten zeigten eine ähnliche Verbesserung der Dauer bis zum ersten bestätigten Schub während der
Studie mit oder ohne begleitende IST-Therapie.
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve für die Zeit bis zum ersten bestätigten Schub während der
Studie ECU-NMO-301 - vollständiges Analyseset
Hinweis: Patienten, bei denen kein bestätigter Schub während der Studie auftrat, wurden am Ende des Studienzeitraumszensiert.
Stratifizierte Analysen basieren auf vier Randomisierungsstraten:(i) niedriger EDSS bei Randomisierung (<= 2,0), (ii) hoher EDSS (> = 2,5 bis <= 7) und nicht vorbehandelt bei
Randomisierung, (iii) hoher EDSS (> = 2,5 bis <= 7) und Fortsetzung derselben IST(s) seit dem letzten Schub bei der
Randomisierung, (iv) hoher EDSS (> = 2,5 bis <= 7) und Änderungen bei den IST(s) seit dem letzten Schub bei der
Randomisierung.1 Basierend auf der Kaplan-Meier-Methode.2 Basierend auf der komplementären Log-Log-Transformation.3 Basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test.4 Basierend auf einem stratifizierten Cox-Proportional-Hazards-Modell.5 Wald-Konfidenzintervall.
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall (confidence interval); EDSS = Expanded Disability Status Scale; IST =
Immunsuppressiva-Therapie
Das Verhältnis der bestätigten jährlichen Schubrate (ARR) während der Studie (95 % KI) für
Eculizumab im Vergleich zu Placebo betrug 0,045 (0,013; 0,151). Dies entspricht einer relativen
Reduktion der bestätigten ARR während der Studie von 95,5 % bei Patienten, die mit Eculizumabbehandelt wurden, im Vergleich zu Placebo (p < 0,0001) (Tabelle 13).
Tabelle 13: Bestätigte annualisierte Schubrate während der Studie ECU-NMO-301 -vollständiges Analyseset
Variable Statistik Placebo Eculizumab(N = 47) (N = 96)
Gesamtzahl der Rezidive Summe 21 3
Gesamtzahl der Patientenjahre im n 52,41 171,32
Studienzeitraum
Rate 0,350 0,016
Adjustierte bestätigte ARRa95 % KI 0,199; 0,616 0,005; 0,050
Rate Ratio … 0,045(Eculizumab/Placebo)
Behandlungseffekta 95% KI … 0,013; 0,151p-Wert … <0,0001a Basierend auf einer Poisson-Regression, angepasst um Randomisierungsstraten und die historische ARR in24 Monaten vor dem Screening.
Abkürzungen: ARR = annualisierte Rezidivrate; KI = Konfidenzintervall.
Verglichen mit Patienten, die Placebo erhielten, wiesen die mit Soliris behandelten Patientenniedrigere annualisierte Raten auf für stationäre Behandlungen (0,04 für Soliris versus 0,31 für
Placebo), intravenöse Corticosteroid -Anwendungen zur Behandlung von akuten Schüben (0,07 für
Soliris versus 0,42 für Placebo) und Plasmaaustausch-Behandlungen (0,02 für Soliris versus 0,19 für
Placebo).
Die Verteilung der Veränderungen von Studienbeginn bis Studienende bei den sekundären
Endpunkten neurologische Behinderungen (EDSS-Score [p-Wert=0,0597] und mRS [nominaler p-
Wert =0,0154]), Funktionseinschränkung (HAI [nominaler p-Wert=0,0002]) und Lebensqualität (EQ-5D VAS [nominaler p-Wert=0,0309] und EQ-5D Index [nominaler p-Wert=0,0077]) fiel zu Gunstenvon Eculizumab gegenüber Placebo aus.
Die finale Analyse der Studie ECU-NMO-302 zeigte eine statistisch signifikante und klinischbedeutsame Abnahme der ARR während der Studie (gemäß Entscheidung des behandelnden Arztes)unter der Eculizumab-Behandlung, basierend auf der medianen (Min, Max) Veränderung (-1,825[-6,38; 1,02], p <0,0001) gegenüber der anamnestischen ARR (24 Monate vor dem Screening in der
Studie ECU-NMO-301).
In der Studie ECU-NMO-302 hatten Ärzte die Möglichkeit, bestehende Hintergrundtherapien mit
Immunsuppressiva anzupassen. In diesem Rahmen war die häufigste Änderung derimmunsuppressiven Therapie eine Verringerung der Immunsuppressiva-Dosis, die bei 21,0 % der
Patienten erfolgte. Zudem brachen 15,1 % der Patienten eine bestehende IST-Therapie ab.
Soliris (Eculizumab) wurde nicht im Hinblick auf die Behandlung von akuten Schüben bei NMOSD-
Patienten untersucht.
Kinder und JugendlicheParoxysmale Nächtliche HämoglobinurieIn der Studie M07-005 wurden insgesamt 7 pädiatrische Patienten mit PNH mit einem medianen
Körpergewicht von 57,2 kg (Spanne 48,6 bis 69,8 kg) und im Alter von 11 bis 17 Jahren (medianes
Alter: 15,6 Jahre) mit Soliris behandelt.
Die Behandlung mit Eculizumab entsprechend dem Dosierungsschema für Kinder und Jugendlicheführte zu einer Verminderung der intravaskulären Hämolyse, gemessen anhand des Serum-LDH
Spiegels. Die Behandlung führte auch zu einer deutlichen Reduktion oder Elimination des Bedarfes an
Bluttransfusionen und tendenziell zu einer generellen Verbesserung des Allgemeinzustandes. Die
Wirksamkeit einer Behandlung mit Eculizumab bei pädiatrischen Patienten mit PNH scheint mit der
Wirksamkeit bei Erwachsenen mit PNH übereinzustimmen, die in den Zulassungsstudien (C04-001und C04-002) behandelt wurden (Tabelle 3 und 14).
Tabelle 14: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten mit PNH in Studie M07-
P - Wert
Mittelwert Wilcoxon- t-Test für(SD) Vorzeichen- verbundene
Rang-Test Stichproben
Veränderung LDH-Wert nach 12 Wochen -771 (914) 0,0156 0,0336gegenüber dem Ausgangswert (U/l)
LDH-AUC -60 634 0,0156 0,0350(U/l x Tag) (72 916)
Veränderung freies Hämoglobin im Plasmanach 12 Wochen gegenüber dem -10.3 (21,13) 0,2188 0,1232
Ausgangswert (mg/dl)
Veränderung Typ III Erythrozyten-
Klongröße gegenüber dem Ausgangswert 1,80 (358,1)(Prozentanteil veränderter Zellen)
Veränderung der Lebensqualität nach12 Wochen gegenüber dem Ausgangswert(PedsQLTM4.0; krankheitsunspezifischer 10,5 (6,66) 0,1250 0,0256
Fragebogen) (Patienten)
Veränderung der Lebensqualität nach12 Wochen gegenüber dem Ausgangswert(PedsQLTM4.0; krankheitsunspezifischer 11,3 (8,5) 0,2500 0,0737
Fragebogen) (Eltern)
Veränderung des mehrdimensionalen
Parameters “Fatigue” nach 12 Wochengegenüber dem Ausgangswert 0,8 (21,39) 0,6250 0,4687(PedsQLTM4.0;) (Patienten)
Veränderung des mehrdimensionalen
Parameters “Fatigue” nach 12 Wochengegenüber dem Ausgangswert 5,5 (0,71) 0,5000 0,0289(PedsQLTM4.0;) (Eltern)
Atypisches Hämolytisch-Urämisches SyndromIn Studie C09-001r wurden insgesamt 15 pädiatrische Patienten (Alter 2 Monate bis 12 Jahre) mit
Soliris behandelt. Siebenundvierzig Prozent dieser Patienten hatten eine nachgewiesene Mutationeines Komplement-regulierenden Faktors oder Autoantikörper. Die mediane Zeit von der aHUS-
Diagnose bis zur ersten Verabreichung von Soliris betrug 14 Monate (Spanne < 1 bis 110 Monate).
Die mediane Zeit von der Manifestation der bestehenden thrombotischen Mikroangiopathie bis zurersten Verabreichung von Soliris betrug 1 Monat (Spanne < 1 bis 16 Monate). Die mediane Dauer der
Soliris-Behandlung betrug in der Gruppe der Patienten unter 2 Jahren 16 Wochen (Spanne4 bis 70 Wochen; n = 5) und in der Gruppe der 2 bis < 12-jährigen Patienten 31 Wochen (Spanne19-63 Wochen; n = 10).
Insgesamt erscheinen die Ergebnisse zur Wirksamkeit bei diesen pädiatrischen Patienten konsistentmit den Ergebnissen der Patienten in den aHUS Pivot-Studien C008-002 und C008-003 (Tabelle 6).
Keiner der pädiatrischen Patienten benötigte eine neue Dialyse.
Tabelle 15: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten in Studie C09-001r
Wirksamkeits-Parameter < 2 Jahre 2 bis < 12 Jahre < 12 Jahre(n = 5) (n = 10) (n = 15)
Patienten mit Normalisierung der 4 (80) 10 (100) 14 (93)
Thrombozytenzahl, n (%)
Vollständiges Ansprechen der 2 (40) 5 (50) 7 (50)
TMA, n (%)
Wirksamkeits-Parameter < 2 Jahre 2 bis < 12 Jahre < 12 Jahre(n = 5) (n = 10) (n = 15)
Tägliche TMA Interventionsrate
Median (Spanne)
- vor-Eculizumab, Median 1 (0/2) < 1 (0,07/1.46) < 1 (0/2)
- unter Eculizumab, < 1 (0/<1) 0 (0/<1) 0 (0/<1)
Median
Patienten mit eGFR Veränderung 2 (40) 6 (60) 8 (53)≥15ml/min/1,73m2, n (%)
Bei pädiatrischen Patienten mit einer kürzeren Dauer einer bestehenden schweren klinischen
Manifestation der thrombotischen Mikroangiopathie (TMA) vor Eculizumab-Behandlung wurden eine
Kontrolle der TMA und eine Verbesserung der Nierenfunktion unter Eculizumab-Behandlung erreicht(Tabelle 15).
Bei pädiatrischen Patienten mit einer längeren Dauer einer bestehenden schweren klinischen
Manifestation der thrombotischen Mikroangiopathie (TMA) vor Eculizumab-Behandlung wurde eine
Kontrolle der TMA unter Eculizumab-Behandlung erreicht. Die Nierenfunktion verbesserte sichjedoch auf Grund der bereits bestehenden irreversiblen Nierenschädigung nicht (Tabelle 16).
Tabelle 16: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten in Studie C09-001r in
Bezug auf die Dauer der aktuellen schweren klinischen Manifestation einer thrombotischen
Mikroangiopathie (TMA)
Dauer der aktuellen schweren klinischen
Manifestation einer TMA< 2 Monate > 2 Monate(N = 10) (%) (N = 5) (%)
Patienten mit Normalisierung der
Thrombozytenzahl, n (%) 9 (90) 5 (100)
Abwesenheit von TMA-Ereignissen, n (%) 8 (80) 3 (60)
Vollständiges Ansprechen der TMA, n (%) 7 (70) 0
Patienten mit eGFR Veränderung≥ 15 ml/min/1,73 m2, n (%) 7 (70) 0*
*Ein Patient erreichte eine Verbesserung der eGFR nach Nierentransplantation.
Insgesamt erhielten 22 pädiatrische und jugendliche Patienten (im Alter von 5 Monaten bis 17 Jahren)
Soliris in der aHUS-Studie C10-003.
In der Studie C10-003 mussten Patienten eine Thrombozytenzahl unterhalb des niedrigsten Werts des
Normalbereichs (NB), Anzeichen einer Hämolyse wie Erhöhung der Serum-LDH über dem obersten
Wert des Normalbereichs und einen Serumkreatininspiegel von ≥ 97 Perzentil für das jeweilige Alterhaben ohne chronisch dialysepflichtig zu sein. Das mittlere Patientenalter betrug 6,5 Jahre (Spanne:5 Monate bis 17 Jahre). Die Patienten in der aHUS-Studie C10-003 hatten eine ADAMTS-13-
Aktivität über 5 %. 50 % der Patienten hatten eine nachgewiesene Mutation eines komplement-regulierenden Faktors oder Autoantikörper. Insgesamt 10 Patienten erhielten
Plasmaaustausch/Plasmainfusion vor der Behandlung mit Soliris. In Tabelle 17 sind die
Ausgangswerte der wichtigsten klinischen und krankheitsbezogenen Parameter der Patienten, die indie aHUS-Studie C-10-003 aufgenommen wurden, zusammengefasst.
Tabelle 17: Ausgangsparameter der Kinder und jugendlichen Patienten, die in die aHUS-Studie
C10-003 aufgenommen wurden
Parameter 1 Monat bis < 12 Jahre Alle Patienten
N = 18 (N = 22)
Zeit von der aHUS-Diagnosestellung biszur ersten Dosis der Studienmedikation 0,51 (0,03; 58) 0,56 (0,03; 191)(Monate), Median (min; max)
Zeit von der Manifestierung derbestehenden TMA bis zur ersten Dosis der 0,20 (0,03; 4)
Studienmedikation in (Monate), Median 0,23 (0,03; 4)(min; max)
Thrombozytenzahl, Ausgangswert (x109/l), Median (min; max) 110 (19; 146) 91 (19; 146)
LDH, Ausgangswert (E/l), Median(Spanne) 1 510 (282; 7 164) 1 244 (282; 7 164)eGFR, Ausgangswert (ml/min/1,73 m²),
Median (min; max) 22 (10; 105) 22 (10; 105)
Die Patienten in der aHUS-Studie C10-003 erhielten Soliris über einen Zeitraum von mindestens26 Wochen. Nach Beendigung der initialen 26-wöchigen Behandlungsperiode entschieden sich diemeisten Patienten für die Fortsetzung der Langzeitbehandlung. Nach Behandlungsbeginn mit Soliriswurde bei allen Patienten eine Reduktion der terminalen Komplementaktivität beobachtet. Solirisreduzierte die Anzeichen der komplement-vermittelten TMA-Aktivität, wie durch eine Zunahme des
Mittelwerts der Thrombozytenzahl von Studienbeginn bis 26 Wochen danach gezeigt wurde. Der
Mittelwert der Thrombozytenzahl (±SD) stieg innerhalb einer Woche von 88 + 42x109/l zu
Studienbeginn auf 281 + 123x109/l; diese Wirkung hielt 26 Wochen an (der Mittelwert der
Thrombozytenzahl (±SD) nach 26 Wochen lag bei 293 + 106 x109/l). Die Nierenfunktion, wie durchdie eGFR ermittelt, verbesserte sich während der Soliris-Behandlung. Neun der 11 Patienten, die zu
Anfang dialysepflichtig waren, waren nach Tag 15 der Studie unter Eculizumab Therapie nicht mehrauf eine Dialyse angewiesen. Das Ansprechen auf die Soliris-Behandlung war vergleichbar bei allen
Altersgruppen ab 5 Monaten bis 17 Jahren. In der aHUS-Studie C10-003 war das Ansprechen auf die
Soliris-Behandlung vergleichbar bei Patienten mit und ohne nachgewiesene Mutationen in Genen, diefür komplement-regulierende Faktorproteine oder Autoantikörper gegen Faktor H kodieren.
In Tabelle 18 sind die Ergebnisse der Wirksamkeit in der aHUS-Studie C10-003 zusammengefasst.
Tabelle 18: Ergebnisse zur Wirksamkeit der prospektiven aHUS Studie C10-0031 Monat bis < 12 Jahre Alle Patienten
Wirksamkeitsparameter (N = 18) (N = 22)
Nach 26 Wochen Nach 26 Wochen
Vollständige Normalisierung hämatologischer
Parameter, N (%) 14 (78) 18 (82)
Mediane Dauer der vollständigen Normalisierung 35 (13; 78) 35 (13; 78)hämatologischer Parameter, Wochen (Spanne)1
Vollständiges Ansprechen der TMA, n (%)
Mediane Dauer bis zum vollständigen TMA- 11 (61) 14 (64)
Ansprechen, Wochen (Spanne)1 40 (13; 78) 37 (13; 78)
Abwesenheit von TMA-Ereignissen, n (%) 17 (94) 21 (96)(95%KI) N. z. 77; 97
Tägliche TMA Interventionsrate, Median(Spanne) N. z. 0,4 (0; 1,7)
- vor Eculizumab-Behandlung, Median N. z. 0 (0; 1,01)
- unter Eculizumab-Behandlung, MedianeGFR Verbesserung ≥ 15ml/min/1,73m2, n (%) 16 (89) 19 (86)eGFR Veränderung (≥ 15ml/min/1,73m2) nach 26
Wochen, Median (Spanne) 64 (0; 146) 58 (0; 146)
CKD Verbesserung um ≥ 1 Stadium, n (%) 14/16 (88) 17/20 (85)
Patienten ohne Bedarffür Plasmaaustausch/Plasmainfusion, n (%) 16 (89) 20 (91)für eine neue Dialyse, n (%) 18 (100) 22 (100)(95%KI) N. z. 85; 1001 Bei Cut-off (12.Oktober 2012), bei medianer Dauer der Soliris Therapie von 44 Wochen (Spanne: 1 Dosis bis88 Wochen).
Eine Langzeitbehandlung mit Soliris (Median 55 Wochen, im Bereich von einem Tag bis107 Wochen) war mit einem erhöhten Anteil von klinisch bedeutsamen Verbesserungen bei Kindernund jugendlichen aHUS Patienten verbunden.
Wenn die Soliris Therapie länger als 26 Wochen beibehalten wurde, erreichte 1 weiterer Patient (68 %insgesamt) ein vollständiges TMA-Ansprechen. Weitere 2 Patienten (91 % der Patienten insgesamt)erreichten eine Normalisierung der hämatologischen Parameter. Bei der letzten Auswertung erreichten19 der 22 Patienten (86 %) eine Verbesserung der eGFR ≥ 15 ml/min/1,73m² im Vergleich zum
Ausgangswert. Kein Patient benötigte erneut eine Dialyse unter Soliris.
Refraktäre generalisierte Myasthenia gravisInsgesamt 11 pädiatrische Patienten mit refraktärer gMG in der Studie ECU-MG-303 erhielten Soliris.
Das mittlere (Spanne) Körpergewicht der behandelten Patienten zu Studienbeginn betrug 59,7 kg (37,2bis 91,2 kg) und das mittlere (Spanne) Alter beim Screening war 15 Jahre (12 bis 17 Jahre). Bei allenin die Studie einbezogenen Patienten handelte es sich um Patienten mit refraktärer gMG, die eine odermehrere der folgenden Eigenschaften aufwiesen:
1. Fehlgeschlagene Behandlung ≥ 1 Jahr mit mindestens 1 immunsuppressiven Therapie, definiertals: (i) anhaltende Schwäche mit Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens oder (ii)
Verschlimmerung und/oder myasthene Krise während der Behandlung oder (iii)
Unverträglichkeit gegenüber IST aufgrund von Nebenwirkungen oder Begleiterkrankungen.
2. Benötigen eine Erhaltungstherapie mit PE oder IVIg zur Symptomkontrolle (d. h. Patienten, dieregelmäßig PE oder IVIg zur Behandlung von Muskelschwäche benötigen, mindestens alle3 Monate in den letzten 12 Monaten vor dem Screening).
Die Ausgangsparameter der pädiatrischen Patienten mit refraktärer gMG, die in die
Studie ECU-MG-303 aufgenommen wurden, sind in Tabelle 19 aufgeführt.
Tabelle 19: Demografische Patientendaten und -parameter in der Studie ECU-MG-303
Eculizumab (n = 11)
Weiblich n (%) 9 (81,8 %)
Dauer der MG (Zeit von der MG- Mittelwert (SD) 3,99 (2,909)
Diagnosestellung bis zur ersten Median (min, max) 2,90 (0,1; 8,8)
Studienmedikation [Jahre])
Ausgangswert MG-ADL- Mittelwert (SD) 5,0 (5,25)
Gesamtscore Median (min, max) 4,0 (0; 19)
Ausgangswert QMG-Gesamtscore Mittelwert (SD) 16,7 (5,64)
Median (min, max) 15,0 (10; 28)
MGFA-Klassifizierung beim n (%)
Screening
IIa 2 (18,2)
IIb 3 (27,3)
IIIa 3 (27,3)
IIIb 0
IVa 3 (27,3)
IVb 0
Anzahl Patienten mit n (%)vorangegangenen Exazerbationender MG, einschließlich MG-Krise,seit der Diagnose
Nein 4 (36,4)
Ja 7 (63,6)
Exazerbation 6 (54,5)
MG-Krise 3 (27,3)
IVIg-Langzeittherapie bei n (%)
Studienbeginn
Ja 6 (54,5)
Nein 5 (45,5)
Anzahl der Immunsupressiva- n (%)
Therapien zu Studienbeginn0 2 (18,2)1 4 (36,4)2 5 (45,5)
Patienten mit Immunsupressiva- n (%)
Therapiena zu Studienbeginn n (%)
Corticosteroide Azathioprin 8 (72,7)
Mycophenolat-Mofetil 1 (9,1)
Tacrolimus 2 (18,2)3 (27,3)aZu den Immunsuppressiva-Therapien gehörten Corticosteroide, Azathioprin, Cyclophosphamid, Ciclosporin,
Methotrexat, Mycophenolat-Mofetil oder Tacrolimus. Zu Studienbeginn erhielt keiner der Patienten
Cyclosporin, Cyclophosphamid oder Methotrexat.
Abkürzungen: IVIg = intravenöses Immunglobulin; max = Maxiumum; MG = Myasthenia gravis; MG ADL =
Myasthenia Gravis Activities of Daily Living (Myasthenia-Gravis-Profil für Aktivitäten des täglichen Lebens);
MGFA = Myasthenia Gravis Foundation of America; min = Minimum; QMG = Quantitative Myasthenia Gravisscore for disease severity (Quantitativer Myasthenia Gravis-Score für die Schwere der Erkrankung); SD =
Standardabweichung
Der primäre Endpunkt der Studie ECU-MG-303 war die Veränderung des QMG-Gesamtscoresgegenüber dem Ausgangswert im Laufe der Zeit, unabhängig von Notfallbehandlungen. Mit Solirisbehandelte pädiatrische Patienten zeigten im QMG-Gesamtscore über den gesamten 26-wöchigenprimären Behandlungszeitraum eine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber dem
Ausgangswert. Die Ergebnisse für die primären und wichtigsten sekundären Endpunkte der
Studie ECU-MG-303 sind in Tabelle 20 aufgeführt.
Die Wirksamkeit der Soliris-Behandlung bei pädiatrischen Patienten mit refraktärer gMG entsprachderjenigen, die bei erwachsenen Patienten mit refraktärer gMG im Rahmen der Zulassungsstudie ECU
MG 301 beobachtet wurde (Tabelle 10).
Tabelle 20: Wirksamkeitsergebnisse der Studie ECU-MG-303
Wirksamkeitsendpunkte: Veränderung des Differenz der Kleinste-Quadrate-Mittelwerte (SEM)
Gesamtscores in Woche 26 gegenüber dem 95% KI
Ausgangswert
QMG -5;8 (1;2)(-8,40; -3,13)na = 10
MG-ADL-Gesamtscore -2;3 (0,6)(-3,63; -1,03)na = 10
MGC-Gesamtscore -8,8 (1,9)(-12,92; -4,70)na = 10na ist die Anzahl der Patienten in Woche 26
Abkürzungen: KI = KonfidenzintervallLS = kleinste Quadrate; MG-ADL = Myasthenia Gravis Activities of
Daily Living (Myasthenia-Gravis-Profil für Aktivitäten des täglichen Lebens); MGC = Myasthenia-Gravis-
Komposit; QMG = Quantitative Myasthenia Gravis score for disease severity (Quantitativer Myasthenia Gravis-
Score für die Schwere der Erkrankung); SEM = Standardfehler des Mittelwerts;
In der Studie ECU-MG-303 wurde ein klinisches Ansprechen bei den QMG- und MG-ADL-
Gesamtscores als eine Verbesserung von mindestens 5 bzw. 3 Punkten gegenüber dem Ausgangswertdefiniert. Der Anteil der klinischen Responder bei den QMG- und MG-ADL-Gesamtscores betrug in
Woche 26, unabhängig von der Notfallbehandlung, 70 % bzw. 50 %. Die 10 Patienten, die den Besuchnach 26 Wochen wahrnahmen, erreichten zu diesem Zeitpunkt einen verbesserten MGFA-postinterventionellen Status (MGFA PIS). Sieben (70 %) Patienten erreichten in Woche 26 eineminimale Manifestation der refraktären gMG.
Bei einem Patienten (9,1 %) wurde während der primären Auswertung des Behandlungszeitraums eineklinische Verschlechterung (myasthene Krise) beobachtet, die eine Notfalltherapie (PE) erforderte,welche zwischen den Studienbesuchen in Woche 22 und Woche 24 verabreicht wurde. Infolgedessenund aufgrund der Entscheidung des Arztes wurden bei diesem Patienten nach Woche 20 keine QMG-,
MG-ADL oder andere Wirksamkeitsbeurteilungen durchgeführt und er wurde nicht in den
Verlängerungszeitraum aufgenommen. Zwei weitere Patienten zeigten während des
Verlängerungszeitraums klinische Verschlechterungen (myasthene Krisen), die eine Notfalltherapieerforderten (PE und IVIg wegen einer klinischen Verschlechterung in einem Fall und IVIg und 2ergänzende Behandlungen mit Eculizumab im anderen Fall).
Während des gesamten Studienzeitraums bei pädiatrischen Patienten mit refraktärer gMG (Studie
ECU-MG-303) reduzierten 4 von 11 Patienten (36,4 %) ihre tägliche IST- oder Anticholinesterase-
Dosis aufgrund einer Verbesserung der MG-Symptome. Ein weiterer Patient (9,1 %) senkte währenddes Verlängerungszeitraums seine tägliche Dosis aufgrund einer Verbesserung der MG-Symptomeund erhöhte sie anschließend wieder, weil sich die MG-Symptome wieder verschlechterten. Ein
Patient begann eine neue Corticosteroid-Behandlung aufgrund einer Verschlechterung der MG-
Symptome.Langzeitwirksamkeit
Alle Patienten, die den primären Behandlungszeitraum abschlossen (N = 10), wurden in den
Verlängerungszeitraum mit bis zu 208 Wochen Behandlung aufgenommen. Nur zwei Patientenbeendeten den Verlängerungszeitraum. Acht Teilnehmer brachen die Studie während des
Verlängerungszeitraums ab, darunter 4 Teilnehmer, die entweder auf im Handel erhältliches Solirisoder Ultomiris umgestellt oder in eine andere laufende pädiatrische Ultomiris-Studie aufgenommenwurden.
Das Ansprechen der Patienten blieb während der Studie auf einem konstanten Niveau und erreichte einähnliches Ausmaß wie während des ersten Behandlungszeitraums.
Wochen
Abbildung 3: Veränderung des QMG-Gesamtscores gegenüber Basislinie (LS-Mittelwert und95 %-KI) unabhängig von der Rescue-Therapie in Woche 1 bis Woche 52 unter Verwendungeines Modells mit wiederholten Messungen
Abkürzungen: LS=Kleinste Quadrate; KI=Konfidenzintervall.
Hinweis: Die Basislinie ist definiert als die letzte verfügbare Beurteilung vor der ersten Infusion des
Studienmedikaments.
Hinweis: Die Schätzungen basieren auf einem gemischten Modell für Messwiederholungen (MMRM), das die
Begriffe 'Besuch“ und 'Ausgangswert“ umfasste.
Mittelwert gleich 0. Es wurde eine zusammengesetzte symmetrische Kovarianzstruktur verwendet.
Neuromyelitis-optica-Spektrum-ErkrankungenDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Soliris eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der
Behandlung von NMOSD gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).