Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SOGROYA 10mg / 1.5ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Sogroya 5 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Sogroya 10 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Sogroya 15 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Sogroya 5 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen1 ml Lösung enthält 3,3 mg Somapacitan*
Jeder Fertigpen enthält 5 mg Somapacitan in 1,5 ml Lösung
Sogroya 10 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen1 ml Lösung enthält 6,7 mg Somapacitan*
Jeder Fertigpen enthält 10 mg Somapacitan in 1,5 ml Lösung
Sogroya 15 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen1 ml Lösung enthält 10 mg Somapacitan*
Jeder Fertigpen enthält 15 mg Somapacitan in 1,5 ml Lösung
*Hergestellt durch rekombinante DNA-Technologie in Escherichia coli, mit anschließender
Anbringung einer albuminbindenden Einheit.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion).
Klare bis leicht opaleszente, farblose bis leicht gelbliche Flüssigkeit und frei von sichtbaren Partikeln.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Sogroya wird zur Substitution des endogenen Wachstumshormons (growth hormone, GH) bei Kindernab 3 Jahren und Jugendlichen mit Wachstumsstörung aufgrund eines Wachstumshormonmangels(pediatric growth hormone deficiency, GHD) sowie bei Erwachsenen mit einem
Wachstumshormonmangel (adult growth hormone deficiency, AGHD) angewendet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie mit Somapacitan sollte von Ärzten eingeleitet und überwacht werden, die in der
Diagnose und Behandlung von Patienten mit Wachstumshormonmangel entsprechend qualifiziert underfahren sind (z. B. Endokrinologen).
DosierungTabelle 1: Dosierungsempfehlung
Pädiatrische GHD-Population Empfohlene Anfangsdosis
Therapienaive pädiatrische Patienten und 0,16 mg/kg/Wochepädiatrische Patienten, die von einem anderen
Wachstumshormonpräparat wechseln
AGHD-Population Empfohlene Anfangsdosis
Therapienaive Patienten
Erwachsene (≥18 bis <60 Jahre) 1,5 mg/Woche
Frauen unter oraler Östrogentherapie 2 mg/Woche(altersunabhängig)
Ältere Patienten (60 Jahre oder älter) 1 mg/Woche
Patienten, die von einem täglichenwachstumshormonhaltigen Arzneimittel umgestelltwerden
Erwachsene (≥18 bis <60 Jahre) 2 mg/Woche
Frauen unter oraler Östrogentherapie 4 mg/Woche(altersunabhängig)
Ältere Patienten (60 Jahre oder älter) 1,5 mg/Woche
Wachstumshormonmangel bei Kindern
DosistitrationDie Somapacitan-Dosis sollte für jeden Patienten individuell angepasst werden - basierend auf der
Wachstumsgeschwindigkeit, dem Auftreten von Nebenwirkungen, Körpergewicht und des insulin-likegrowth factor I (IGF-I)-Spiegels im Serum.
Der durchschnittliche insulin-like growth factor I (IGF-I)-Spiegel (gemessen 4 Tage nach der
Injektion) kann als Kontrollwert zur Dosiseinstellung dienen. Dosisanpassungen sollten mit dem Zielerfolgen, den durchschnittlichen IGF-I-Standard Deviation Score (SDS)-Spiegel in den Normbereichzu bringen, z. B. zwischen +2 und -2 (bevorzugt nah an 0 SDS).
Wenn der IGF-I (SDS) > 2 liegt, sollte er nach einer weiteren Somapacitan Anwendung erneutgemessen werden. Wenn der Wert > 2 bleibt, wird empfohlen, die Dosis um 0,04 mg/kg/Woche zureduzieren. Bei einigen Patienten ist möglicherweise mehr als eine Dosisreduktion erforderlich.
Bei Patienten, die eine Dosisreduktion hatten, aber kein gutes Wachstum zeigen, kann die Dosisgraduell, je nach Verträglichkeit, bis zu einer Maximaldosis von 0,16 mg/kg/Woche gesteigert werden.
Dosissteigerungen sollten 0,02 mg/kg/Woche nicht überschreiten.
Bewertung der Behandlung
Die Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit sollte in Intervallen von ungefähr 6 bis 12 Monatenanhand von Wachstumsparametern, Labor (IGF-I, Hormone, Glukose und Lipid-Spiegel) und
Pubertätsstadium erfolgen. Während der Pubertät sollten häufigere Untersuchungen in Erwägunggezogen werden.
Die Behandlung sollte beendet werden, wenn die Patienten die endgültige oder nahezu endgültige
Körperhöhe erreicht haben, d. h. wenn die Wachstumsgeschwindigkeit < 2 cm/Jahr und das
Knochenalter > 14 Jahre bei Mädchen oder > 16 Jahre bei Jungen beträgt, was einem Schluss der
Wachstumsfugen entspricht, siehe Abschnitt 4.3. Nach dem Schluss der Epiphysenfugen sollte die
Notwendigkeit der Wachstumshormonbehandlung der Patienten erneut bewertet werden.
Wenn der Wachstumshormonmangel nach Beendigung des Längenwachstums fortbesteht, sollte die
Wachstumshormonbehandlung fortgeführt werden, um eine vollständige körperliche Entwicklungeinschließlich fettfreier Körpermasse und Knochenmineralisierung zu erreichen (zur empfohlenen
Dosierung siehe Substitution bei Erwachsenen in Tabelle 1).
Wachstumshormonmangel bei ErwachsenenDosistitrationDie Somapacitan-Dosis muss für jeden Patienten individuell angepasst werden. Es wird empfohlen,die Dosis allmählich, je nach klinischem Ansprechen des Patienten und Auftreten von
Nebenwirkungen, in Abständen von 2-4 Wochen schrittweise um 0,5 mg bis 1,5 mg zu erhöhen bis zueiner Dosis von 8 mg Somapacitan pro Woche.
Der insulin-like growth factor I (IGF-I)-Spiegel im Serum (Bestimmung 3-4 Tage nach der Dosis)kann als Kontrollwert zur Dosisfindung herangezogen werden. Als Zielwert für den IGF-I-Standard
Deviation Score (SDS) sollte der obere Normbereich angestrebt werden und 2 SDS nichtüberschreiten. IGF-I-SDS-Spiegel im Zielbereich werden in der Regel innerhalb von 8 Wochen
Dosistitration erreicht. Bei einigen erwachsenen GHD-Patienten kann eine längere Dosistitrationerforderlich sein (siehe unten und Abschnitt 5.1).
Bewertung der Behandlung
Bei Verwendung des IGF-I-SDS als Biomarker für die Dosistitration wird angestrebt, IGF-I-SDS-
Spiegel innerhalb des altersangepassten oberen Referenzbereichs (IGF-I-SDS oberer Referenzbereich:0 und +2) innerhalb von 12 Monaten Titration zu erreichen. Wenn dieser Zielbereich nicht innerhalbdieses Zeitraums erreicht werden kann oder der Patient nicht das gewünschte klinische Ergebniserzielt, sollten andere Behandlungsoptionen in Betracht gezogen werden.
Während der Somapacitan-Erhaltungstherapie sollte eine Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheitin etwa 6- bis 12-monatigen Abständen in Betracht gezogen werden, welche durch Auswertung der
Biochemie (IGF-I-, Glukose- und Lipidspiegel), der Körperzusammensetzung und des Body-Mass-
Index erfolgen kann.
Wachstumshormonmangel bei Kindern und Erwachsenen mit GHD
Wechsel von anderen Wachstumshormonpräparaten
Patienten, die von einem anderen wöchentlich verwendeten Wachstumshormonpräparat zu
Somapacitan wechseln, sollten den bisherigen Tag zur Injektion beibehalten.
Patienten, die von einem täglich verwendeten Wachstumshormonpräparat zum einmal wöchentlichverwendeten Somapacitan wechseln, sollten den bevorzugten Wochentag für die wöchentliche Dosisauswählen und die letzte Dosis des täglich zu verwendenden Wachstumshormonpräparats am Tagvorher injizieren (oder mindestens 8 Stunden vorher), bevor sie die erste Dosis des wöchentlichverwendeten Somapacitans injizieren. Die Patienten sollten sich an die Dosierungsempfehlung aus
Tabelle 1 halten.
Orale ÖstrogentherapieFrauen, die eine orale Östrogentherapie anwenden, haben verringerte IGF-1 Spiegel und benötigenmöglicherweise eine Dosisanpassung der Wachstumshormonmenge, um das Behandlungsziel zuerreichen (siehe Abschnnitt 4.4).
Bei pädiatrischen Patienten mit GHD wurden Dosierungen über 0,16 mg/kg/Woche nicht untersuchtund werden nicht empfohlen.
Ausgelassene DosisPatienten, die eine Dosis ausgelassen haben, wird geraten, sich wöchentlich anzuwendendes
Somapacitan so bald wie möglich, innerhalb von 3 Tagen nach dem ursprünglichen Dosistermin zuinjizieren, und anschließend zu ihrem gewohnten, einmal wöchentlichen Dosierungsschemazurückzukehren. Wenn mehr als 3 Tage vergangen sind, sollte die ausgelassene Dosis übersprungenwerden und die nächste Dosis am regulären, turnusgemäßen Tag verabreicht werden. Wurden zweioder mehr Dosen versäumt, sollte die Dosierung am regulären, turnusgemäßen Tag wiederaufgenommen werden.
Umstellung des Verabreichungstages
Der Tag der wöchentlichen Injektion kann gewechselt werden, solange die Zeit zwischen zwei Dosenmindestens 4 Tage beträgt. Nach der Auswahl eines neuen Verabreichungstages ist die einmalwöchentliche Dosierung fortzusetzen.
Flexibilität hinsichtlich des Dosierungszeitpunkts
Falls es gelegentlich nicht möglich ist, die Injektion am festgelegten Tag zu verabreichen, kann diewöchentliche Somapacitan Gabe bis zu 2 Tage vorher oder 3 Tage später erfolgen, wenn zwischen denbeiden Dosen mindestens 4 Tage (96 Stunden) liegen. Danach kann die wöchentliche Gabe wieder aufden ursprünglich festgelegten Tag verlegt werden.
Spezielle PopulationenÄltere Patienten (ab 60 Jahre)
Im Allgemeinen kann bei älteren Patienten eine niedrigere Dosierung von Somapacitan erforderlichsein. Siehe Abschnitt 5.2 für weitere Informationen.
Kinder und JugendlicheFür Kinder mit Wachstumshormonmangel, die jünger als 3 Jahre alt sind, liegen begrenzte Daten zuklinischen Wirkungen von Somapacitan vor. Die im Moment zur Verfügung stehenden Daten findensich in den Abschnitten 5.1 und 5.2; es kann allerdings keine Dosierungsempfehlung erfolgen.
GeschlechtMänner zeigen mit der Zeit eine zunehmende IGF-I-Sensitivität. Dies bedeutet, dass ein Risikobesteht, dass Männer eine zu hohe Dosis erhalten. Frauen benötigen, insbesondere bei Einnahme vonoralem Östrogen, möglicherweise höhere Dosierungen und eine längere Titrationsphase als Männer,siehe Abschnitte 5.1 und 5.2. Bei Frauen, die orale Östrogene einnehmen, sollte erwogen werden, die
Art der Östrogenanwendung zu ändern (z. B. transdermal, vaginal), siehe Abschnitt 4.4.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich.
Möglicherweise benötigen Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung geringere Dosen an
Somapacitan, da die Dosis aber individuell auf den Bedarf jedes Patienten abgestimmt wird, ist keineweitere Dosisanpassung erforderlich, siehe Abschnitt 5.2.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit Leberfunktionsstörung ist keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich.
Möglicherweise benötigen Patienten mit einer mittelschweren Leberfunktionsstörung höhere Dosen an
Somapacitan, da die Dosis aber individuell auf den Bedarf jedes Patienten abgestimmt wird, ist keineweitere Dosisanpassung erforderlich. Es liegen keine Daten zur Anwendung von Somapacitan bei
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung vor. Bei der Behandlung dieser Patienten mit
Somapacitan ist Vorsicht geboten, siehe Abschnitt 5.2.
Art der AnwendungSomapacitan wird einmal wöchentlich zu einer beliebigen Tageszeit verabreicht.
Somapacitan wird subkutan in Bauchdecke, Oberschenkel, Gesäß oder Oberarm injiziert. Die
Injektionsstelle kann ohne Dosisanpassung geändert werden.
Die Injektionsstelle sollte jede Woche gewechselt werden, um eine lokale Lipoatrophie zu vermeiden.
Sogroya 5 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Der Sogroya 5 mg/1,5 ml (3,3 mg/ml) Pen gibt Dosen von 0,025 mg (0,0075 ml) bis 2 mg (0,6 ml) in
Schritten von 0,025 mg ab.
Sogroya 10 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Der Sogroya 10 mg/1,5 ml (6,7 mg/ml) Pen gibt Dosen von 0,05 mg (0,0075 ml) bis 4 mg (0,6 ml) in
Schritten von 0,05 mg ab.
Sogroya 15 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Der Sogroya 15 mg/1,5 ml (10 mg/ml) Pen gibt Dosen von 0,10 mg (0,01 ml) bis 8 mg (0,8 ml) in
Schritten von 0,10 mg ab.
Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Somapacitan darf nicht angewendet werden, wenn Hinweise auf Tumoraktivität bestehen.
Intrakranielle Tumore müssen inaktiv und die Antitumor-Therapie muss vor dem Beginn der
Somapacitan-Therapie abgeschlossen sein. Die Behandlung muss abgebrochen werden, wenn es
Anzeichen für ein Tumorwachstum gibt, siehe Abschnitt 4.4.
Somapacitan darf nicht zur Förderung des Längenwachstums bei Kindern mit geschlossenen
Epiphysenfugen angewendet werden, siehe Abschnitt 4.2.
Patienten mit akuten schwerwiegenden Erkrankungen, die unter Komplikationen nach Operationen amoffenen Herzen, Operationen der Bauchhöhle, Polytrauma, akuter respiratorischer Insuffizienz oderähnlichen Bedingungen leiden, dürfen nicht mit Somapacitan behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4bezüglich Patienten unter einer Substitutionstherapie).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Nebennierenrindeninsuffizienz
Der Beginn einer Wachstumshormontherapie kann zu einer Hemmung der 11βHSD-1 undverringerten Cortisol-Serumspiegeln führen. Bei mit Wachstumshormon behandelten Patienten kannein zuvor nicht diagnostizierter, zentraler (sekundärer) Hypoadrenalismus aufgedeckt werden, der eine
Glucocorticoid-Substitutionstherapie erfordern kann. Darüber hinaus kann bei Patienten, die aufgrundeines zuvor diagnostizierten Hypoadrenalismus bereits eine Glucocorticoid-Substitutionstherapieerhalten, nach Beginn der Wachstumshormontherapie eine Erhöhung der Erhaltungs- oder Stressdosiserforderlich sein. Patienten mit bekanntem Hypoadrenalismus sollten auf verringerte Cortisol-
Serumspiegel und/oder die Notwendigkeit einer Glucocorticoid-Dosissteigerung überwacht werden,siehe Abschnitt 4.5.
Störung des Glukosestoffwechsels
Eine Behandlung mit Wachstumshormon kann die Insulinempfindlichkeit herabsetzen, insbesonderebei höheren Dosen bei entsprechend anfälligen Patienten und deshalb kann sie bei Patienten mitunzureichender insulinsekretorischer Kapazität zu Hyperglykämie führen. Infolgedessen können unterder Behandlung mit dem Wachstumshormon eine zuvor nicht diagnostizierte eingeschränkte
Glukosetoleranz und ein manifester Diabetes mellitus aufgedeckt werden. Der Blutzuckerspiegel solltedeshalb bei allen Patienten unter Wachstumshormontherapie in regelmäßigen Abständen kontrolliertwerden, insbesondere bei denjenigen mit Risikofaktoren für Diabetes mellitus, wie Übergewicht odereiner familiären Disposition. Patienten mit bereits bestehendem Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2oder eingeschränkter Glukosetoleranz sollten während der Wachstumshormontherapie engmaschigüberwacht werden. Die Dosierung von blutzuckersenkenden Arzneimitteln muss bei diesen Patientengegebenenfalls angepasst werden, wenn eine Wachstumshormontherapie eingeleitet wird.
Neoplasmen
Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für neue primäre Krebserkrankungen bei Patienten, diemit Wachstumshormon behandelt wurden.
Bei Patienten in vollständiger Remission von malignen Erkrankungen oder die wegen eines benignen
Tumors behandelt wurden, wurde die Wachstumshormontherapie nicht mit einer erhöhten Rezidivratein Verbindung gebracht.
Patienten, die eine vollständige Remission nach einer malignen Erkrankung erreicht haben oder diewegen eines benignen Tumors behandelt wurden, sollten nach Beginn einer
Wachstumshormontherapie engmaschig auf ein Rezidiv hin überwacht werden. Falls es zur
Entwicklung oder zum Wiederauftreten eines malignen oder benignen Tumors kommt, muss die
Behandlung mit Wachstumshormon abgebrochen werden.
Bei Überlebenden einer Krebserkrankung in der Kindheit, die mit Wachstumshormon behandeltwurden, wurde insgesamt ein leichter Anstieg von sekundären Neoplasmen beobachtet, wobei diehäufigsten intrakranielle Tumore waren. Der dominante Risikofaktor für sekundäre Neoplasmenscheint eine vorausgegangene Strahlenexposition zu sein.
Benigne intrakranielle Hypertension
Bei schweren und wiederkehrenden Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und/oder Erbrechen wirdeine Fundoskopie zum Ausschluss eines Papillenödems empfohlen. Wird ein Papillenödem bestätigt,sollte die Diagnose einer benignen intrakraniellen Hypertension erwogen und gegebenenfalls die
Wachstumshormontherapie abgebrochen werden. Derzeit gibt es nur unzureichende Erfahrungen zurklinischen Entscheidungsfindung für Patienten mit renormalisierter intrakranieller Hypertension. Bei
Wiederaufnahme der Wachstumshormontherapie muss eine engmaschige Kontrolle auf Symptomeeiner intrakraniellen Hypertension erfolgen.
SchilddrüsenfunktionWachstumshormon erhöht die extrathyreoidale Umwandlung von T4 zu T3 und kann dadurch einebeginnende Hypothyreose aufdecken. Da eine Hypothyreose mit dem Ansprechen auf eine
Wachstumshormonbehandlung interferiert, sollte bei den Patienten die Schilddrüsenfunktionregelmäßig überprüft und gegebenenfalls eine Substitution mit Schilddrüsenhormon begonnen werden,siehe Abschnitte 4.5 und 4.8.
Anwendung unter oraler ÖstrogentherapieOrales Östrogen beeinflusst die IGF-I-Antwort auf Wachstumshormon einschließlich Somapacitan.
Frauen, die eine Form von oralem Östrogen einnehmen (Hormontherapie oder Empfängnisverhütung),sollten in Erwägung ziehen, die Art der Östrogenanwendung zu ändern (z. B. transdermale, vaginale
Hormonprodukte) oder eine andere Form der Empfängnisverhütung zu verwenden. Wenn eine Frau,die orale Östrogene einnimmt, eine Somapacitan-Therapie beginnt, können höhere Anfangsdosen undeine längere Titrationsphase erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.2).
Bei Frauen, die mit Somapacitan behandelt werden und eine orale Therapie mit Östrogenen beginnen,kann eine Dosissteigerung von Somapacitan erforderlich sein, um die IGF-I-Serumspiegel imnormalen, altersgerechten Bereich zu erhalten. Wenn eine Frau unter der Therapie mit Somapacitandagegen die orale Östrogentherapie beendet, muss die Dosis von Somapacitan möglicherweisereduziert werden, um eine Überdosierung von Somapacitan und/oder Nebenwirkungen zu vermeiden,siehe Abschnitte 4.2 und 4.5.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesWird Somapacitan über einen längeren Zeitraum hinweg an der gleichen Stelle verabreicht, könnenlokale Veränderungen des Unterhautgewebes, wie Lipohypertrophie, Lipoatrophie oder eineerworbene Lipodystrophie auftreten. Um das Risiko zu minimieren, sollte die Injektionsstellegewechselt werden, siehe Abschnitte 4.2 und 4.8.
Antikörper
Bei Erwachsenen mit Wachstumshormonmangel wurden keine Antikörper beobachtet. Wenige Kindermit Wachstumshormonmangel wurden positiv auf Somapacitan-bindende Antikörper getestet. Keinerdieser Antikörper war neutralisierend, und es wurde kein Einfluss auf die klinische Wirksamkeitbeobachtet. Bei Patienten, die nicht auf die Therapie ansprechen, sollte auf das Vorhandensein von
Anti-Somapacitan-Antikörpern getestet werden.
Akute, schwerwiegende Erkrankung
Die Wirkung des Wachstumshormons auf die Genesung wurde in zwei placebokontrollierten Studienmit 522 schwerwiegend erkrankten erwachsenen Patienten mit Komplikationen nach einemchirurgischen Eingriff am offenen Herzen oder im Abdominalbereich, nach Polytrauma oder akuterrespiratorischer Insuffizienz untersucht. Die Sterblichkeit war bei Patienten, die mit einer Dosierungvon 5,3 mg bzw. 8 mg Wachstumshormon täglich behandelt wurden, höher, als bei Patienten, die
Placebo erhielten (42 % vs. 19 %). Basierend auf dieser Information sollten solche Patienten nicht mit
Somapacitan behandelt werden. Da keine Erkenntnisse über die Sicherheit einer
Wachstumshormonsubstitution bei akut schwerwiegend erkrankten Patienten vorliegen, sollte der
Nutzen einer Weiterbehandlung unter diesen Umständen gegen die möglichen Risiken abgewogenwerden.
Wachstumshormonmangel bei Erwachsenen ist eine lebenslange Erkrankung und mussdementsprechend behandelt werden. Allerdings sind die Erfahrungen bei Patienten, die älter als60 Jahre sind, und bei Patienten, die seit mehr als fünf Jahren wegen Wachstumshormonmangel bei
Erwachsenen behandelt werden, noch begrenzt.
PankreatitisEs wurden einige wenige Fälle von Pankreatitis während der Anwendung von anderen
Wachstumshormonpräparaten berichtet. Daher sollte diese Möglichkeit bei Patienten, die mit
Somapacitan behandelt werden und unerklärliche Bauchschmerzen entwickeln, in Betracht gezogenwerden.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Von Cytochrom P450 verstoffwechselte Arzneimittel
Daten aus einer Interaktionsstudie an Erwachsenen mit Wachstumshormonmangel deuten darauf hin,dass die Gabe von Wachstumshormon die Ausscheidung von Substanzen, die bekanntermaßen durch
Cytochrom P450-Isoenzymen verstoffwechselt werden, erhöhen kann. Insbesondere kann die
Ausscheidung von Substanzen, die durch Cytochrom P450 verstoffwechselt werden (z. B.
Sexualsteroide, Corticosteroide, Antikonvulsiva und Ciclosporin), erhöht sein, was zu niedrigeren
Plasmaspiegeln dieser Substanzen führt. Die klinische Bedeutung dieser Erkenntnis ist unbekannt.
Glucocorticoide
Wachstumshormon verringert die Umwandlung von Cortison in Cortisol und kann einen zuvor nichtdiagnostizierten, zentralen Hypoadrenalismus aufdecken oder eine niedrigdosierte Glucocorticoid-
Substitutionstherapie ineffektiv machen, siehe Abschnitt 4.4.
Orale Östrogene
Bei Frauen unter oraler Östrogentherapie kann eine höhere Dosis von Somapacitan erforderlich sein,um das Behandlungsziel zu erreichen, siehe Abschnitte 4.2 und 4.4.
Blutzuckersenkende Arzneimittel
Eine blutzuckersenkende Behandlung einschließlich Insulin kann bei gleichzeitiger Anwendung von
Somapacitan eine Dosisanpassung erforderlich machen, da Somapacitan die Insulinempfindlichkeitherabsetzen kann, siehe Abschnitte 4.4 und 4.8.
Sonstige
Die Stoffwechselwirkungen von Somapacitan können auch durch begleitende Therapien mit anderen
Hormonen, z. B. Testosteron oder Schilddrüsenhormone, beeinflusst werden, siehe Abschnitt 4.4.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Anwendung von Somapacitan bei schwangeren Frauen vor.
Studien an Tieren haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt, siehe Abschnitt 5.3.
Die Anwendung von Sogroya während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,die keine Empfängnisverhütung anwenden, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Somapacitan/seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen.
Die vorliegenden pharmakodynamischen/toxikologischen Daten aus Tierstudien weisen auf einen
Übergang von Somapacitan in die Muttermilch hin, siehe Abschnitt 5.3.
Ein Risiko für gestillte Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob aufdie Behandlung mit Sogroya verzichtet werden soll/die Behandlung mit Sogroya zu unterbrechen ist.
Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zuberücksichtigen.
FertilitätEs liegen keine klinischen Erfahrungen zur Anwendung von Somapacitan und seinen potenziellen
Auswirkungen auf die Fertilität vor.
Bei männlichen und weiblichen Ratten wurden keine unerwünschten Auswirkungen auf die Fertilitätbeobachtet, siehe Abschnitt 5.3.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenSogroya hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie üblicherweise am häufigsten unter einer Behandlung mit Somapacitan berichteten
Nebenwirkungen sind (in absteigender Reihenfolge [Kinder, Erwachsene mit
Wachstumshormonmangel]): Kopfschmerzen (12 %, 12 %), Schmerzen der Extremitäten (9 %, NA),
Hypothyreose (5 %, 2 %), Reaktionen an der Injektionsstelle (5 %, 1 %), periphere Ödeme (3 %, 4 %),
Arthralgie (2 %, 7 %), Hyperglykämie (2 %, 1 %), Erschöpfung (2 %, 6 %) und
Nebennierenrindeninsuffizienz (1,5 %, 3 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie in Tabelle 2 aufgeführten Nebenwirkungen beruhen auf den Sicherheitsdaten einer noch laufendenpivotalen Phase-3-Studie (52 Wochen) bei pädiatrischen Patienten mit GHD (Alter zu Beginn der
Studie: 2,5 bis 11 Jahre) und Nebenwirkungen durch die Somapacitan Behandlung. Die Häufigkeitender Nebenwirkungen beruhen auf den Häufigkeiten dieser pivotalen Phase-3-Studie.
Die in Tabelle 3 aufgeführten Nebenwirkungen beruhen auf den gesammelten Sicherheitsdaten ausdrei abgeschlossenen Phase-3-Studien an erwachsenen Patienten mit GHD (Alter zu Beginn der
Studie: 19 bis 77 Jahre).
Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeitskategorie aufgeführtund wie folgt definiert: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich(≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000).
Tabelle 2: Nebenwirkungen der Phase-3-Studie bei Kindern mit GHD
Systemorganklasse gemäß Sehr häufig Häufig
MedDRA
Endokrine Erkrankungen Hypothyreose*
Nebennierenrindeninsuffizienz
Stoffwechsel- und Hyperglykämie
Ernährungsstörungen
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen*
Skelettmuskulatur-, Arthralgie
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen Schmerzen der Extremitäten**
Allgemeine Erkrankungen und Periphere Ödeme*
Beschwerden am
Verabreichungsort Reaktionen an der
Injektionsstelle*#
Erschöpfung
*Diese Nebenwirkungen waren im Allgemeinen nicht schwerwiegend, von leichter oder mäßiger
Natur und vorübergehend#Die Reaktionen an der Injektionsstelle beinhalten Blutergüsse an der Injektionsstelle (1,5 %),
Schmerzen an der Injektionsstelle (1,5 %), Hämatom an der Injektionsstelle (1,5 %), Schwellung ander Injektionsstelle (0,8 %).
**In erster Linie leichte Beinschmerzen
Tabelle 3: Nebenwirkungen aus drei beendeten Phase-3-Studien bei Erwachsenen mit GHD
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlichgemäß MedDRA
Endokrine Nebennierenrindeninsuffizienz
Erkrankungen Hypothyreose
Stoffwechsel- und Hyperglykämie*
Ernährungsstörungen
Erkrankungen des Kopfschmerzen Parästhesien Karpaltunnel-
Nervensystems Syndrom
Erkrankungen der Ausschlag* Lipohypertrophie*
Haut und des Urtikaria* Pruritus*
Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur-, Arthralgie Gelenksteifigkeit
Bindegewebs- und Myalgie
Knochenerkrankungen Muskelsteifigkeit*
Allgemeine Periphere Ödeme
Erkrankungen und Erschöpfung
Beschwerden am Asthenie
Verabreichungsort Reaktionen an der
Injektionsstelle*
*Diese Nebenwirkungen waren im Allgemeinen nicht schwerwiegend, von leichter oder mäßiger
Natur und vorübergehend
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenPeriphere Ödeme
Periphere Ödeme traten häufig auf (3 % bei Kindern und 4 % bei Erwachsenen mit
Wachstumshormonmangel). Patienten mit einem Wachstumshormonmangel haben einenextrazellulären Volumenmangel. Dieses Defizit wird ausgeglichen, wenn eine Behandlung mit einem
Wachstumshormonpräparat eingeleitet wird. Es können Wassereinlagerungen mit peripheren Ödemenauftreten. Diese Symptome sind normalerweise vorübergehend, dosisabhängig und könnenmöglicherweise eine vorübergehende Dosisreduktion erforderlich machen.
Nebennierenrindeninsuffizienz
Nebennierenrindeninsuffizienz wurde häufig beobachtet (1,5 % bei Kindern und 3 % bei Erwachsenenmit Wachstumshormonmangel), siehe Abschnitt 4.4.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit von Somapacitan wurde bei Kindern und Jugendlichen ab 3 Jahren mit
Wachstumsstörung aufgrund eines Wachstumshormonmangels (GHD) untersucht. Das
Sicherheitsprofil von Somapacitan bei GHD Patienten unter 3 Jahren wurde nicht untersucht.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es gibt nur begrenzte klinische Erfahrungen zur Überdosierung von Somapacitan.
Basierend auf Erfahrungen mit der Behandlung mit täglich anzuwendendem Wachstumshormon kanneine kurzzeitige Überdosierung mit initial zu niedrigen und im Verlauf hohen Blutzuckerspiegelnvorkommen. Diese erniedrigten Blutzuckerspiegel wurden biochemisch nachgewiesen, aber ohneklinische Anzeichen einer Hypoglykämie.
Eine langfristige Überdosierung könnte zu Anzeichen und Symptomen führen, die mit den bekannten
Anzeichen eines Überschusses an menschlichem Wachstumshormon übereinstimmen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypophysen- und Hypothalamushormone und Analoga, Somatropinund Somatropinrezeptoragonisten, ATC-Code: H01AC07.
WirkmechanismusSomapacitan ist ein langwirkendes, rekombinantes Derivat des humanen Wachstumshormons. Esbesteht aus 191 Aminosäuren, dem endogenen menschlichen Wachstumshormon ähnlich, mit einereinzelnen Substitution am Aminosäure-Backbone (L101C), dem eine albuminbindende Einheithinzugefügt wurde. Die albuminbindende Einheit (Seitenkette) besteht aus einer Fettsäureeinheit undeinem an die Proteinposition 101 gebundenen hydrophilen Spacer.
Der Wirkmechanismus von Somapacitan wird entweder direkt über den GH-Rezeptor und/oderindirekt über insulin-like growth factor I (IGF-I) vermittelt, das in den Geweben des gesamten
Körpers, aber vorwiegend in der Leber, prodziert wird.
Bei der Behandlung eines Wachstumshormonmangels mit Somapacitan wird angestrebt, eine
Normalisierung der Körperzusammensetzung (d. h. verminderte Körperfettmasse, erhöhte fettfreie
Masse) und der metabolischen Aktivität zu erreichen.
Somapacitan stimuliert das Skelettwachstums bei Kindern mit Wachstumshormonmangel durch
Wirkung auf die Wachstumsfugen (Epiphysen) der Knochen, siehe Abschnitt 5.3.
Pharmakodynamische WirkungenIGF-I
IGF-I ist ein allgemein anerkannter Biomarker für die Wirkung bei GHD.
Durch die Gabe von Somapacitan wird ein dosisabhängiges IGF-I-Ansprechen induziert.
Ein Steady State-Muster in der IGF-I-Antwort wird nach 1-2 wöchentlichen Dosen erreicht.
Die IGF-I-Spiegel schwanken im Laufe der Woche. Die IGF-I-Antwort ist nach 2 bis 4 Tagenmaximal. Im Vergleich zur täglichen GH-Behandlung unterscheidet sich das IGF-I-Profil von
Somapacitan, siehe Abbildung 1.
Bei Kindern mit Wachstumshormonmangel erzeugt Somapacitan eine lineare IGF-I Antwort, mit einerdurchschnittlichen Änderung von 0,02 mg/kg, was in einer Änderung des IGF-I SDS von 0,32resultiert.
Somapacitan
Somatropin
Tage im Steady State
Abbildung 1: Modell-abgeleitete IGF-I-Profile während des Steady State von Somapacitan und
Somatropin (basierend auf Daten für Erwachsene mit GHD)
Klinische Wirksamkeit und SicherheitKinder mit Wachstumshormonmagel
REAL 4 (Phase 3)
Die Wirksamkeit und Sicherheit der einmal wöchentlichen Somapacitan Gabe wurde in einer 52-wöchigen, randomisierten, multizentrischen, unverblindeten, aktiv-kontrollierten Parallelgruppen
Phase-3-Studie (REAL 4) an 200 nicht-vorbehandelten pädiatrischen Patienten mit GHD untersucht.
Die Patienten wurden in eine Gruppe mit einmal wöchentlichem Somapacitan 0,16 mg/kg/Woche(N=132) oder einmal täglichem Somatropin 0,034 mg/kg/Tag (N=68) randomisiert.
Das Durchschnittsalter der 200 Patienten lag zu Beginn bei 6,4 Jahren (Spanne 2,5 bis 11 Jahre).74,5 % der Patienten waren männlich.
Die auf ein Jahr berechnete Wachstumsgeschwindigkeit in Woche 52 war für Somapacitan und
Somatropin ähnlich (Tabelle 4).
Tabelle 4: Wachstumsergebnis in Woche 52 bei Kindern mit Wachstumshormonmangel
Einmal Einmal tägliches Geschätztewöchentliches Somatropin Behandlungsdifferenz
Somapacitan (N=68) (95 % KI) (Somapacitan(N=132) abzüglich Somatropin)
Auf ein Jahr berechnete 11,2 11,7 -0,5 [-1,1; 0,2]
Wachstumsgeschwindigkeit(cm/Jahr)
Übereinstimmend damit, waren die Änderungen von Körperhöhen SDS und IGF-I SDS in Woche 52in Bezug auf den Ausgangswert ebenfalls vergleichbar für Somapacitan und Somatropin (Tabelle 5).
Tabelle 5: Körperhöhen SDS und IGF-I SDS bei Kindern mit Wachstumshormonmangel - 52
B ehandlungswochen
Einmal wöchentliches Einmal tägliches Geschätzte
Somapacitan Somatropin Behandlungsdifferenz(N=132) (N=68) (95 % KI)(Somapacitanabzüglich
Somatropin)
Körperhöhen SDS, -2,99 -3,47
Ausgangswerta
Körperhöhen SDS, 1,25 1,30 -0,05 [-0,18; 0,08]
Veränderung zum
Ausgangswert
IGF-I SDS, -2,03 -2,33
Ausgangswerta
IGF-I SDS, Woche 52a 0,28 0,10
IGF-I SDS Spiegel - 2,36 2,33 0,03 [-0,30; 0,36]
Änderung zum
Ausgangswerta Beobachteter Mittelwert
Die überwiegende Mehrheit der pädiatrischen Patienten (96,9 %) der klinischen Studie erreichte nach52 Behandlungswochen mit einmal wöchentlichem Somapacitan durchschnittliche IGF-I SDS Spiegelim Normbereich (-2 bis +2) (Tabelle 6). Eine geringe Anzahl Patienten hatte einen durchschnittlichen
IGF-I SDS über +2 (2,3 %), kein Patient hatte einen durchschnittlichen IGF-I SDS über +3.
Tabelle 6: Durchschnittliche IGF-I SDS Werte bei pädiatrischen Patienten mit GHD nach52 Behandlungswochen und einmal wöchentlicher Somapacitan Gabe
IGF-I SDS Kategorie Durchschnitt nach Woche 52(N=132)<-2 0,8 %
- 2 bis 0 21,2 %0 bis +2 75,8 %+2 bis +3 2,3 %> +3 0
REAL 3 (Phase 2)
Insgesamt 59 pädiatrische Patienten mit einem Wachstumshormonmangel, die nicht mit
Wachstumshormon vorbehandelt waren, beendeten eine 4-armige Parallel-Gruppen-Studie mit einmalwöchentlichem Somapacitan in Dosierungen von 0,04, 0,08 und 0,16 mg/kg/Woche und einem aktiven
Kontrollarm mit täglicher Gabe von 0,034 mg/kg/Tag Somatropin über einen Hauptstudienzeitraumvon 26 Wochen und einem 26-wöchigen Verlängerungszeitraum. Die Patienten verblieben in einerunverblindeten 104-Wochen Sicherheitsverlängerungsphase in parallelen Studienarmen mit0,16 mg/kg/Woche Somapacitan und täglichem Somatropin 0,034 mg/kg/Tag. Alle Patienten wurdendanach für eine 208-wöchige Langzeit-Sicherheitsverlängerungsphase auf einmal wöchentliches
Somapacitan mit 0,16 mg/kg/Woche umgestellt.
Die Behandlung mit wöchentlichem Somapacitan führte mindestens bis Woche 208 zukontinuerlichen Behandlungsvorteilen. Der Körperhöhen SDS lag bei 38 Patienten bei -1,06(Veränderung in Bezug auf den Ausgangswert: 2,85).
Der in Woche 208 erreichte Größenzuwachs von Patienten, die in Woche 156 von einer täglichen
Dosis 0,034 mg/kg/Tag Somatropin zu wöchentlich 0,16 mg/kg/Woche Somapacitan wechselten, gab
Hinweise darauf, dass die mit täglicher Wachstumshormongabe erreichten Behandlungserfolge nachdem Wechsel zu wöchentlichem Somapacitan beibehalten werden.
Der durchschnittliche IGF-I SDS blieb für alle Gruppen im Normbereich.
Wachstumshormonmangel bei ErwachsenenIn einer 34-wöchigen placebokontrollierten (doppelblinden) und aktiv-kontrollierten (unverblindeten)
Studie wurden 301 nicht vorbehandelte erwachsene Patienten mit AGHD randomisiert (2:1:2) und 300erhielten über einen Behandlungszeitraum von 34 Wochen (Hauptphase der Studie) einmalwöchentlich Somapacitan oder Placebo oder täglich Somatropin. Der Altersdurchschnitt der
Patientenpopulation lag bei 45,1 Jahren (Spanne 23-77 Jahre alt, 41 Patienten waren 65 Jahre alt oderälter), 51,7 % waren Frauen und 69,7 % hatten AGHD mit Beginn im Erwachsenenalter.
Insgesamt 272 der erwachsenen GHD-Patienten schlossen die 34-wöchige Hauptphase ab und setztendie Studie im Rahmen einer unverblindeten 53-wöchigen Verlängerungsphase fort. Patienten, die
Placebo erhielten, wurden auf Somapacitan umgestellt, und Patienten, die Somatropin erhielten,wurden erneut randomisiert (1:1) auf Somapacitan oder Somatropin.
Die beobachteten klinischen Wirkungen für die wichtigsten Endpunkte in der Hauptbehandlungsphase(Tabelle 7) und der Verlängerungsphase der Studie (Tabelle 8) sind nachstehend dargestellt.
Tabelle 7: Ergebnisse nach 34 Wochen
Differenz Differenz
Änderung gegenüber Somapacitan - Somapacitan -
Ausgangswert nach 34 Somapacitan Somatropin Placebo Placebo Somatropin
Wochena [95 % KI] [95 % KI]p-Wert
Anzahl der Patienten(N) 120 119 61
Stammfettanteil % -1,53(Primärer Endpunkt) -1,06 -2,23 0,47 [-2,68; -0,38] 1,17 [0,23; 2,11]0,0090b
Viszerales Fettgewebe -14 -1(cm2) -10 -9 3 [-21; -7] [-7; 4]
Skelettmuskelmasse an 679 96den Extremitäten (g) 558 462 -121 [340; 1.019] [-182; 374]
Fettfreie Körpermasse 1144 49(g) 1.394 1.345 250 [459; 1.829] [-513; 610]2,40 0,02
IGF-I-SDS-Spiegel 2,40 2,37 -0,01 [2,09; 2,72] [-0,23; 0,28]
Abkürzungen: N = Anzahl der Patienten in der Gesamtgruppe (full analysis set, FAS), KI = Konfidenzintervall,
DM = Diabetes mellitus. IGF-I-SDS: insulin-like growth factor 1 Standard Deviation Score.a Die Parameter für die Körperzusammensetzung basieren auf einer Dual-Energie-Röntgenabsorptionsmessung(DXA).b Für die Primäranalyse wurde ein Vergleich der Veränderungen der prozentualen (%) Stammfettmassegegenüber dem Ausgangswert für Somapacitan und Placebo vorgenommen. Die Veränderung des prozentualen
Stammfettanteils in Woche 34 gegenüber dem Ausgangswert wurde mithilfe eines Kovarianzanalysemodellsanalysiert, mit Behandlung, GHD-Typ bei Diagnosestellung, Geschlecht, Region, DM und Geschlecht nach
Region und nach DM-Interaktion als Faktoren und dem Ausgangswert als Kovariate, unter Anwendungmultipler Imputationstechniken, mit denen in Woche 34 fehlende Daten auf der Grundlage von Daten der
Placebogruppe imputiert wurden.
Eine Post-hoc-Subgruppenanalyse der Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert im
Stammfettanteil (%) im Vergleich zu Placebo in Woche 34 zeigte einen geschätzten
Behandlungsunterschied (Somapacitan-Placebo) von -2,49 % [-4,19; -0,79] bei Männern, -0,80 %[- 2,99; 1,39] bei Frauen, die kein orales Östrogen erhielten, und -1,44 % [-3,97; 1,09] bei Frauen, dieorales Östrogen erhielten.
Tabelle 8: Ergebnisse nach 87 Wochen
Änderung Differenz Somapacitan/gegenüber Somapacitan/ Somatropin/ Placebo/ Somatropin/ Somapacitan vs.
Ausgangswert Somapacitan Somatropin Somapacitan Somapacitan Somatropin/Somatropinnach 87 Wochena [95 % KI]
Anzahl der
Patienten (N) 114 52 54 511,15
Stammfettanteil % -1,52 -2,67 -2,28 -1,35 [-0,10; 2,40]0,22
Viszerales
Fettgewebe (cm2) -6,64 -6,85 -10,21 -8,77 [-10; 10]
Skelettmuskelmasse 97,02an den Extremitäten 546,11 449,09 411,05 575,80 [-362; 556](g)
Fettfreie 433,32
Körpermasse (g) 1.739,05 1.305,73 1.660,56 1.707,82 [-404; 1.271]a Die Parameter für die Körperzusammensetzung basieren auf einer DXA-Messung.
Beobachtete und simulierte IGF-I-SDS-Spiegel in der klinischen Studie
In der Hauptphase der klinischen Studie wurden bei insgesamt 53 % der mit Somapacitan behandeltenerwachsenen GHD-Studienpatienten nach einer 8-wöchigen Dosistitrationsphase IGF-I-SDS-Wertevon 0 und darüber erreicht. Dieser Anteil war jedoch in bestimmten Subgruppen, wie Frauen, die orale
Östrogene einnehmen (32 %), und Patienten mit Beginn der Erkrankung im Kindesalter (39 %)niedriger (Tabelle 9). Post-hoc-Simulationsanalysen deuteten darauf hin, dass der Anteil dererwachsenen GHD-Patienten, die IGF-I-SDS-Werte über 0 erreichen, erwartungsgemäß höher wäre,wenn eine Somapacitan-Dosistitration über 8 Wochen hinaus erlaubt wäre. In dieser
Simulationsanalyse wurde angenommen, dass die Somapacitan-Dosistitration bei allen Patienten gutverträglich ist, bis der IGF-I-SDS-Zielbereich oder eine Somapacitan-Dosis von 8 mg pro Wocheerreicht wird.
Tabelle 9 Anteil der mit Somapacitan behandelten erwachsenen GHD-Patienten mit IGF-I-SDS-
Werten über 0
Frauen, die Frauen, die Erwachsene Erwachsene mit
Subgruppen Männer kein orales orales mit GHD, im GHD, im
Östrogen Östrogen Kindesalter Erwachsenenalter Alleeinnehmen einnehmen begonnen begonnen
Beobachteta 71 % 46 % 32 % 39% 60 % 53 %
Post-hoc
Simulationen 100 % 96 % 70 % 84 % 92 % 90 %a Die Studie war darauf ausgelegt, auf einen IGF-I-SDS-Spiegel über -0,5 zu titrieren
ErhaltungsdosisDie Erhaltungsdosis ist von Patient zu Patient und zwischen Männern und Frauen unterschiedlich. Diein den klinischen Phase-3-Studien beobachtete durchschnittliche Somapacitan-Erhaltungsdosis lag bei2,4 mg/Woche.
Kinder und Erwachsene mit GHD
Klinische Sicherheit
Das Sicherheitsprofil von Somapacitan war vergleichbar mit dem gut bekannten Sicherheitsprofil von
Somatropin. Es wurden keine neuen Sicherheitsaspekte entdeckt, siehe Abschnitt 4.8.
ImmunogenitätAnti-Drug-Antikörper (ADA) werden selten bei pädiatrischen Patienten (16/132) gefunden. Keinerdieser Antikörper war neutralisierend. Es gibt keine Hinweise darauf, dass ADA die Pharmakokinetik,die Wirksamkeit oder Sicherheit beeinträchtigen.
Bei Erwachsenen wurden keine Anti-Drug-Antikörper gefunden.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Sogroya eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen mit Wachstumshormonstörunggewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Somapacitan hat pharmakokinetische Eigenschaften, durch die es sich für die einmal wöchentliche
Anwendung eignet. Die reversible Bindung an endogenes Albumin verzögert die Elimination von
Somapacitan und verlängert so die in vivo Halbwertszeit und Wirkungsdauer.
Die Pharmakokinetik von Somapacitan nach subkutaner Verabreichung wurde in den Dosisstufen0,02 bis 0,16 mg/kg/Woche an pädiatrischen Populationen (2,5 bis 14 Jahre), in Dosisstufen von0,01 bis 0,32 mg/kg an gesunden Erwachsenen und in Dosen von bis zu 0,12 mg/kg an Erwachsenenmit AGHD untersucht.
Somapacitan zeigt insgesamt eine nicht-lineare Pharmakokinetik im untersuchten Dosisbereich.
Im klinisch relevanten Dosisbereich von Somapacitan bei Erwachsenen mit AGHD erwies sich die
Pharmakokinetik aber als annähernd linear.
Bei pädiatrischen GHD Patienten entsprach eine Somapacitan Dosis von 0,16 mg/kg/Woche einerdurchschnittlichen Konzentration von 80,2 ng/ml. Bei Erwachsenen mit AGHD entsprachen
Somapacitan Dosen im klinisch relevanten Bereich einer durchschnittlichen Konzentration von 0,1-36,2 ng/ml.
ResorptionBei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit GHD lag die mediane tmax mit Dosen von0,02 mg/kg/Woche bis 0,16 mg/kg/Woche zwischen 4 und 25,5 Stunden.
Die Steady State Exposition wurde nach 1-2 wöchentlichen Gaben erreicht.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Somapacitan bei Menschen wurde nicht untersucht.
VerteilungSomapacitan ist stark (> 99 %) an Plasmaproteine gebunden und wird vermutlich ähnlich wie Albuminverteilt. Das auf den Populations-Pharmakokinetik-Analysen beruhende zu erwartende
Verteilungsvolumen (V/F) lag für pädiatrische GHD Patienten bei 1,7 l und für erwachsene GHD
Patienten bei 14,6 l.
EliminationNach einmaliger und wiederholter Dosierung von 0,16 mg/kg/Woche lag die terminale Halbwertszeitbei pädiatrischen Patienten bei ungefähr 34 Stunden.
Die mithilfe geometrischer Mittelwerte geschätzte terminale Halbwertszeit lag bei pädiatrischen underwachsenen GHD-Patienten bei ungefähr 2 bis 3 Tagen im Steady State (Dosen: 0,02 bis0,12 mg/kg).
Somapacitan befindet sich bis etwa 2 Wochen nach der letzten Dosis im Blutkreislauf. Es wurdewenig bis keine Akkumulation (durchschnittliches Akkumulationsverhältnis: 1-2) von Somapacitannach mehrfacher Dosierung beobachtet.
BiotransformationSomapacitan wird zu großen Teilen mittels Proteolyse und Spaltung der Linkersequenz zwischen dem
Peptid und der albuminbindenden Einheit abgebaut.
Somapacitan wurde größtenteils vor der Ausscheidung abgebaut und weder im Urin, dem wichtigsten
Ausscheidungsweg (81 %), noch in den Fäzes, wo 13 % Somapacitan-assoziiertes Material gefundenwurde, wurde intaktes Somapacitan nachgewiesen, was auf eine vollständige Biotransformation vorder Ausscheidung schließen lässt.
Spezielle PopulationenKinder mit Wachstumshormonmangel
Basierend auf den pharmakokinetischen Analysen der Population hatten Geschlecht, ethnische
Herkunft, und Körpergewicht keinen klinisch relevanten Effekt auf die Pharmakokinetik, wenn einekörpergewichtsbezogene Dosierung angewendet wurde.
Erwachsene mit Wachstumshormonmangel
AlterTeilnehmer über 60 Jahre zeigen bei der gleichen Somapacitan-Dosis eine höhere Exposition (29 %)als jüngere Menschen. Informationen über eine geringere Anfangsdosis für Patienten über 60 Jahresind in Abschnitt 4.2 aufgeführt.
GeschlechtFrauen weisen, insbesondere unter oraler Östrogentherapie, bei gleicher Somapacitan-Dosis einegeringere Exposition auf als Männer (53 % bei Frauen unter oraler Östrogentherapie und 30 % bei
Frauen ohne orale Östrogentherapie). Informationen über eine höhere Anfangsdosis für Patientinnenunter oraler Östrogentherapie sind in Abschnitt 4.2 aufgeführt.
Ethnische HerkunftEs wurden keine Unterschiede der Somapacitan-Exposition und des IGF-I-Ansprechens zwischenjapanischen und weißen Teilnehmern festgestellt. Trotz einer bei gleicher Somapacitan-Dosis höheren
Exposition bei asiatischen, nicht-japanischen Teilnehmern gegenüber weißen Teilnehmern benötigten
Weiße, Japaner und asiatische nicht-Japaner die gleichen Dosen, um vergleichbare IGF-I-Spiegel zuerreichen. Somit wird keine Empfehlung zur Dosisanpassung auf Basis der ethnischen Herkunftausgesprochen.
Ethnische ZugehörigkeitAufgrund der geringen Stichprobengröße im klinischen Entwicklungsprogramm wurde die ethnische
Zugehörigkeit nicht untersucht (4,5 % hispanische oder lateinamerikanische Teilnehmer(15 Teilnehmer erhielten Somapacitan)).
KörpergewichtTrotz einer bei gleicher Somapacitan-Dosis höheren Exposition bei Patienten mit einem geringen
Körpergewicht gegenüber Teilnehmern mit einem hohen Körpergewicht benötigten alle Patienten im
Körpergewichtsbereich 35 kg bis 150 kg die gleichen Dosen, um vergleichbare IGF-I-Spiegel zuerreichen. Somit wird keine Empfehlung zur Dosisanpassung auf Basis des Körpergewichtsausgesprochen.
NierenfunktionsstörungEine Somapacitan-Dosis von 0,08 mg/kg im Steady State führte bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörung zu höheren Expositionen. Dies zeigte sich insbesondere bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung und dialysepflichtigen Patienten; hier lag das Verhältnis von AUC0-168h zur normalen Nierenfunktion bei 1,75 bzw. 1,63. Im Allgemeinen stieg die Somapacitan-
Exposition mit abnehmender GFR tendenziell an.
Bei Patienten mit mittelschwerer und schwerer Nierenfunktionsstörung und dialysepflichtigen
Patienten wurden höhere IGF-I-AUC0-168h-Werte beobachtet; das Verhältnis zur normalen
Nierenfunktion lag bei 1,35; 1,40 bzw. 1,24.
Angesichts des beobachteten moderaten Anstiegs des IGF-I in Kombination mit den empfohlenengeringen Anfangsdosen und der individuell angepassten Dosistitration von Somapacitan wird keine
Empfehlung zur Dosisanpassung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung gegeben.
LeberfunktionsstörungEine Somapacitan-Dosis von 0,08 mg/kg im Steady State führte bei Patienten mit mittelschwerer
Leberfunktionsstörung zu höheren Expositionen; das Verhältnis zur normalen Leberfunktion betrug4,69 für AUC0-168h und 3,52 für Cmax.
Bei Patienten mit leichter und mittelschwerer Leberfunktionsstörung wurden im Vergleich zu
Patienten mit normaler Leberfunktion niedrigere, durch Somapacitan stimulierte IGF-I-Spiegelbeobachtet (das Verhältnis zum Normalwert betrug 0,85 für leichte und 0,75 für mittelschwere
Leberfunktionsstörungen).
Angesichts der beobachteten moderaten Abnahme des IGF-I in Kombination mit der individuellangepassten Dosistitration von Somapacitan wird keine Empfehlung zur Dosisanpassung bei Patientenmit Leberfunktionsstörungen gegeben.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität oder prä- und postnatalen Entwicklung lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Es wurden keine Studien mit Somapacitan zur Karzinogenität durchgeführt.
In einer Dosis, die zur mindestens 13- und 15-fachen Exposition der erwarteten maximalen klinischen
Exposition von 8 mg/Woche führte, wurden keine unerwünschten Auswirkungen auf die männlicheund weibliche Fertilität bei Ratten beobachtet. Jedoch wurden bei allen verabreichten Dosen
Unregelmäßigkeiten des weiblichen Östruszyklus beobachtet.
Nach subkutaner Verabreichung von Somapacitan-Dosen an trächtige Ratten und Kaninchen währendder Organogenese, die zu Expositionen deutlich über den erwarteten Expositionen mit der klinischen
Maximaldosis von 8 mg/Woche führten (mindestens 18-fach), wurden keine Hinweise auf fetale
Schäden identifiziert. Bei hohen Dosen, die zu einer Exposition des mindestens 130-fachen dererwarteten maximalen klinischen Exposition von 8 mg/Woche führten, wurden bei den Jungtieren vonweiblichen Ratten, denen Somapacitan verabreicht wurde, kurze/gekrümmte/verdickte Röhrenknochenbeobachtet. Derartige Befunde bei Ratten haben sich als nach der Geburt reversibel erwiesen undwerden eher als geringfügige Missbildungen denn als dauerhafte Anomalien betrachtet.
Bei der Verabreichung von subkutanem Somapacitan an trächtige Kaninchen in Dosen, die mindestens9-fach über der erwarteten Exposition mit der klinischen Maximaldosis von 8 mg/Woche lagen, wurdeein vermindertes Fötuswachstum beobachtet.
Bei säugenden Ratten wurde Somapacitan-assoziiertes Material in die Muttermilch abgesondert,allerdings in geringerem Maße als im Plasma (bis zu 50 % des Plasmaspiegels).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Histidin
Mannitol (Ph.Eur.)
Poloxamer 188
Phenol
Wasser für Injektionszwecke
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Werts)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts).
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Nach Anbruch6 Wochen. Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren. Vom Kühlelement fernhalten.
Sogroya ist im Karton und mit aufgesetzter Penkappe aufzubewahren, um es vor Licht zu schützen.
Vor und nach Anbruch
Falls eine Kühlung nicht möglich ist (z.B. während einer Reise), darf Sogroya vorübergehend übereinen Zeitraum von bis zu insgesamt 72 Stunden (3 Tage) bei einer Temperatur bis zu 30 °Caufbewahrt werden. Sogroya muss nach Aufbewahrung bei dieser Temperatur wieder in den
Kühlschrank gelegt werden. Falls das Produkt außerhalb des Kühlschranks gelagert und dann wiederin den Kühlschrank gelegt wird, sollte die Gesamtdauer der Lagerung außerhalb des Kühlschranks 3
Tage nicht überschreiten, dies sollte sorgfältig überwacht werden. Der Sogroya Pen sollte entsorgtwerden, wenn er länger als 72 Stunden (3 Tage) bei bis zu 30 °C oder für eine beliebige Zeitspanne beiüber 30 °C aufbewahrt wurde.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren. Vom Kühlelement fernhalten.
Sogroya ist im Umkarton mit aufgesetzter Penkappe aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zuschützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Der Fertigpen besteht aus einer 1,5 ml Lösung in einer Glaspatrone (farbloses Glas vom Typ 1) miteinem Kolben aus Chlorobutylgummi und einem Stopfen aus Bromobutyl/Isoprengummi,verschlossen mit einer Aluminiumkappe. Die Patrone befindet sich in einem Mehrdosen-Einweg-
Fertigpen mit Polypropylen, Polyacetal, Polycarbonat und Acrylnitril-Butadien-Styrol sowiezusätzlich zwei Metallfedern. Die Patrone ist fest in einen Fertigpen installiert.
Sogroya Fertigpen 5 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Ein farbkodierter Fertigpen mit einem blaugrünen Injektionsknopf am Pen.
Sogroya Fertigpen 10 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Ein farbkodierter Fertigpen mit einem gelben Injektionsknopf am Pen.
Sogroya Fertigpen 15 mg/1,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Ein farbkodierter Fertigpen mit einem rubinroten Injektionsknopf am Pen.
Packungsgrößen mit einem Fertigpen und Bündelpackungen mit 5 Fertigpens (5 Packungen mit je 1
Pen). Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDer Pen darf nur für eine Person verwendet werden.
Sogroya darf nicht verwendet werden, wenn die Lösung nicht klar bis leicht opaleszent, farblos bisleicht gelblich und frei von sichtbaren Partikel ist.
Einmal gefrorenes Sogroya darf nicht mehr verwendet werden.
Die Patrone darf nicht aus dem Fertigpen genommen und wiederaufgefüllt werden.
Vor der Anwendung ist immer eine Nadel aufzusetzen. Die Nadeln dürfen nicht mehrfach verwendetwerden. Die Nadel sollte nach jeder Injektion entfernt werden und der Pen ohne aufgeschraubte Nadelaufbewahrt werden. Dies kann dazu beitragen, verstopfte Nadeln, Verunreinigungen, Infektionen, das
Auslaufen von Lösung und ungenaue Dosierungen zu vermeiden.
Falls eine Nadel verstopft ist, müssen Patienten den Anweisungen der Bedienungsanleitung folgen, dieder Gebrauchsinformation beigefügt ist.
Nadeln sind nicht enthalten. Der Sogroya Fertigpen ist zur Verwendung mit Einwegnadeln mit einer
Länge zwischen 4 mm und 8 mm und einem Außendurchmesser zwischen 30G und 32G vorgesehen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novo Nordisk A/S
Novo Allé
DK-2880 Bagsværd
Dänemark
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/20/1501/001
EU/1/20/1501/002
EU/1/20/1501/003
EU/1/20/1501/004
EU/1/20/1501/005
EU/1/20/1501/006
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 31. März 2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.