Angewendet bei: Typ-2-Diabetes mellitus
Substanz: Sitagliptin + Metformin (DPP-4-Hemmer + Biguanid-Antidiabetikum)
ATC: A10BD07 (ALIMENTÄRES SYSTEM UND STOFFWECHSEL | ANTIDIABETIKA, EXKL. INSULINE | Kombinationen mit oralen Antidiabetika)
Sitagliptin und Metformin werden zusammen zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. Diese Kombination hilft, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, und wird Patienten empfohlen, die ihren Glukosespiegel nicht allein durch Diät und Bewegung normal halten können.
Metformin reduziert die Glukoseproduktion in der Leber und verbessert die Insulinempfindlichkeit des Körpers, wodurch die Glukoseaufnahme in die Zellen erleichtert wird. Sitagliptin, ein DPP-4-Hemmer, erhöht die Spiegel von Inkretinhormonen, die die Insulinsekretion stimulieren und die Glukagonfreisetzung verringern, wodurch der Blutzuckerspiegel gesenkt wird.
Diese Kombination ist wirksam bei der Senkung des HbA1c-Wertes (glykiertes Hämoglobin) und bei der Vorbeugung von diabetesbedingten Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenschäden. Außerdem besteht ein geringes Risiko für Hypoglykämie im Vergleich zu anderen Antidiabetika.
Nebenwirkungen können Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen oder leichte Atemwegsinfektionen sein. In seltenen Fällen können schwerwiegendere Reaktionen wie Laktatazidose (im Zusammenhang mit Metformin) oder Pankreatitis (im Zusammenhang mit Sitagliptin) auftreten. Eine regelmäßige ärztliche Überwachung ist wichtig.
Patienten sollten die Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung und Medikamenteneinnahme genau befolgen, um eine optimale Blutzuckerkontrolle zu erreichen und das Risiko langfristiger Komplikationen zu verringern.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/850 mg Filmtabletten
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/1 000 mg Filmtabletten
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/850 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält Sitagliptinfumarat, entsprechend 50 mg Sitagliptin, und 850 mg
Metforminhydrochlorid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 6,9 mg hydriertes Rizinusöl.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/1 000 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält Sitagliptinfumarat, entsprechend 50 mg Sitagliptin, und 1 000 mg
Metforminhydrochlorid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 8,0 mg hydriertes Rizinusöl.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette).
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/850 mg Filmtabletten
Rosafarbene, kapselförmige Filmtabletten mit einer Größe von ca. 20 mm x 10 mm x 6 mm und der
Prägung 'SC1“ auf einer Seite.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/1 000 mg Filmtabletten
Braune bis rötlich-braune, kapselförmige Filmtabletten mit einer Größe von ca. 22 mm x 11 mm x7 mm und der Prägung 'SC7“ auf einer Seite.
Für erwachsene Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus:
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN ist zusätzlich zu Diät und Bewegung zur Verbesserung der
Blutzuckerkontrolle bei Patienten indiziert, bei denen eine Monotherapie mit Metformin in derhöchsten vertragenen Dosis den Blutzucker nicht ausreichend senkt oder die bereits mit der
Kombination von Sitagliptin und Metformin behandelt werden.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN ist in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (z.B. als
Dreifachtherapie) zusätzlich zu Diät und Bewegung bei Patienten indiziert, bei denen eine
Kombination aus der jeweils höchsten vertragenen Dosis von Metformin und eines Sulfonylharnstoffsnicht ausreicht, um den Blutzucker zu senken.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN ist als Dreifachtherapie in Kombination mit einem
Peroxisomal Proliferator-activated Receptor gamma(PPARγ)-Agonisten (d. h. einem Thiazolidindion)zusätzlich zu Diät und Bewegung bei Patienten indiziert, bei denen die jeweils höchste vertragene
Dosis von Metformin und einem PPARγ-Agonisten nicht ausreicht, um den Blutzucker zu senken.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN ist auch zusätzlich zu Insulin (d. h. als Dreifachtherapie)indiziert als Ergänzung zu Diät und Bewegung bei Patienten, bei denen eine stabile Insulindosis und
Metformin allein den Blutzucker nicht ausreichend senken.
Die Dosis der blutzuckersenkenden Therapie mit Sitagliptin/Metforminhydrochlorid sollte individuellauf Basis des bisherigen Therapieregimes des Patienten, je nach Wirksamkeit und Verträglichkeitfestgelegt werden, ohne die empfohlene Tageshöchstdosis von 100 mg Sitagliptin zu überschreiten.
Erwachsene mit normaler Nierenfunktion (GFR ≥ 90 ml/min)
Patienten, die mit der Maximaldosis einer Metforminmonotherapie unzureichend eingestellt sind:
Die übliche Anfangsdosis sollte sich bei Patienten, deren Blutzucker mit Metformin allein nichtausreichend kontrolliert ist, aus Sitagliptin in einer Dosierung von zweimal täglich 50 mg (100 mg
Gesamttagesdosis) sowie der bisherigen Metformindosierung ergeben.
Patienten, die von einer Kombination der jeweiligen Einzelwirkstoffe Sitagliptin und Metforminumgestellt werden:
Bei den Patienten, die bereits eine Kombination der jeweiligen einzelnen Wirkstoffe Sitagliptin und
Metformin erhalten haben, sollte die Umstellung auf Sitagliptin/Metforminhydrochlorid initial mit denbisher eingenommenen Dosierungen von Sitagliptin und Metformin erfolgen.
Patienten, die mit einer Zweifachtherapie bestehend aus der vertragenen Maximaldosis Metforminund einem Sulfonylharnstoff unzureichend eingestellt sind:
Die Dosierung sollte Sitagliptin in einer Dosierung von zweimal täglich 50 mg (100 mg
Gesamttagesdosis) und eine Metformindosis, die etwa der bisherigen Dosis entspricht, enthalten. Falls
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff gegeben wird, kanneine niedrigere Dosierung des Sulfonylharnstoffs erforderlich sein, um das Risiko für Hypoglykämienzu senken (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten, die mit einer Zweifachtherapie bestehend aus der vertragenen Maximaldosis Metforminund einem PPARγ-Agonisten unzureichend eingestellt sind:
Die Dosierung sollte Sitagliptin in einer Dosierung von zweimal täglich 50 mg (100 mg
Gesamttagesdosis) und eine Metformindosis, die etwa der bisherigen Dosis entspricht, enthalten.
Patienten, die durch eine Zweifachtherapie bestehend aus Insulin und der maximal vertragenen Dosis
Metformin unzureichend eingestellt sind:
Die Dosierung sollte Sitagliptin in einer Dosis von zweimal täglich 50 mg (100 mg Gesamttagesdosis)enthalten und eine Metformindosis, die etwa der bisherigen entspricht. Wenn
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid in Kombination mit Insulin angewendet wird, kann eine niedrigere
Insulindosis erforderlich sein, um das Risiko für Hypoglykämien zu senken (siehe Abschnitt 4.4).
Um die verschiedenen Dosen von Metformin zu erreichen, ist Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUNin Stärken mit 50 mg Sitagliptin und jeweils 850 mg Metforminhydrochlorid oder 1.000 mg
Metforminhydrochlorid erhältlich.
Alle Patienten sollten ihre empfohlene Diät mit einer angemessenen Verteilung der
Kohlenhydratzufuhr während des Tages fortführen.
Spezielle PatientengruppenBei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (glomeruläre Filtrationsrate [GFR] ≥ 60 ml/min) istkeine Dosisanpassung notwendig. Vor Beginn der Behandlung mit metforminhaltigen Arzneimittelnund danach mindestens einmal jährlich sollte die GFR ermittelt werden. Bei Patienten mit erhöhtem
Risiko einer weiteren Progression der Nierenfunktionsstörung und bei älteren Patienten sollte die
Nierenfunktion häufiger, z.B. alle 3-6 Monate, kontrolliert werden.
Die maximale Tagesdosis von Metformin sollte möglichst auf 2-3 Dosen pro Tag aufgeteilt werden.
Bevor die Einleitung einer Behandlung mit Metformin bei Patienten mit einer GFR < 60 ml/minerwogen wird, sollten Faktoren, die das Risiko einer Laktatazidose erhöhen können (siehe Abschnitt4.4), überprüft werden.
Falls keine angemessene Stärke von Sitagliptin/Metforminhydrochlorid erhältlich ist, sollten statt der
Fixdosiskombination die Einzelsubstanzen angewendet werden.
Tabelle 1: Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
GFR ml/min Metformin Sitagliptin60-89 Die maximale Tagesdosis beträgt 3.000 mg. Die maximale Tagesdosis beträgt 100
Eine Dosisreduktion kann in Abhängigkeit mg.von der Abnahme der Nierenfunktion in
Betracht gezogen werden.
45-59 Die maximale Tagesdosis beträgt 2.000 mg. Die maximale Tagesdosis beträgt 100
Die Anfangsdosis beträgt höchstens die mg.
Hälfte der Maximaldosis.
30-44 Die maximale Tagesdosis beträgt 1.000 mg. Die maximale Tagesdosis beträgt 50
Die Anfangsdosis beträgt höchstens die mg.
Hälfte der Maximaldosis.
< 30 Metformin ist kontraindiziert. Die maximale Tagesdosis beträgt 25mg.
LeberfunktionsstörungSitagliptin/Metforminhydrochlorid darf nicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörung eingesetztwerden (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere MenschenDa Metformin und Sitagliptin renal eliminiert werden, sollte Sitagliptin/Metforminhydrochlorid mitzunehmendem Alter der Patienten mit vermehrter Vorsicht angewendet werden. Eine Überwachungder Nierenfunktion ist angezeigt, um eine mit Metformin assoziierte Laktatazidose zu verhindern,insbesondere bei älteren Menschen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Kinder und JugendlicheSitagliptin/Metforminhydrochlorid darf bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahrenaufgrund der unzureichenden Wirksamkeit nicht angewendet werden. Zurzeit vorliegende Datenwerden in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben. Sitagliptin/Metforminhydrochlorid wurde bei
Kindern unter 10 Jahren nicht untersucht.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid sollte zweimal täglich zu den Mahlzeiten eingenommen werden,um die mit Metformin assoziierten gastrointestinalen Nebenwirkungen zu reduzieren.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid ist kontraindiziert bei Patienten mit:
− Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8);− jeder Art von akuter metabolischer Azidose (z.B. Laktatazidose, diabetische Ketoazidose);− diabetischem Präkoma;− schwerer Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min) (siehe Abschnitt 4.4);− akuten Erkrankungen, welche die Nierenfunktion beeinträchtigen können, wie:
* Dehydratation,
* schweren Infektionen,
* Schock,
* intravaskuläre Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln (siehe Abschnitt 4.4);− akuten oder chronischen Erkrankungen, die eine Gewebehypoxie verursachen können, wie:
* Herz- oder Lungeninsuffizienz,
* kürzlich erlittener Myokardinfarkt,
* Schock;− Leberfunktionsstörung;− akuter Alkoholvergiftung, Alkoholismus;− Stillzeit.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid sollte nicht bei Typ-1-Diabetikern eingesetzt werden und darf nichtzur Behandlung der diabetischen Ketoazidose angewendet werden.
Akute PankreatitisDie Anwendung von DPP-4 Inhibitoren wurde mit einem Risiko für die Entwicklung einer akuten
Pankreatitis assoziiert. Die Patienten sollten informiert werden, dass anhaltende starke
Bauchschmerzen das charakteristische Symptom einer akuten Pankreatitis sein können. Nach
Absetzen von Sitagliptin wurde ein Abklingen der Pankreatitis beobachtet (mit oder ohne supportive
Behandlung), aber es wurde auch über sehr seltene schwerwiegende Fälle nekrotisierender oderhämorrhagischer Pankreatitis und/oder Todesfälle berichtet. Bei Verdacht auf eine Pankreatitis sind
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid sowie andere potenziell eine Pankreatitis verursachende
Arzneimittel abzusetzen; im Falle der Bestätigung einer akuten Pankreatitis ist die Therapie mit
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid nicht wieder aufzunehmen. Bei Patienten mit einer Pankreatitis inder Krankengeschichte ist Vorsicht geboten.
LaktatazidoseLaktatazidose, eine sehr seltene, aber schwerwiegende metabolische Komplikation, tritt am häufigstenbei akuter Verschlechterung der Nierenfunktion oder kardiorespiratorischer Erkrankung oder Sepsisauf. Bei akuter Verschlechterung der Nierenfunktion kommt es zur Kumulation von Metformin, diedas Risiko einer Laktatazidose erhöht.
In Fällen von Dehydratation (schwerer Diarrhö oder Erbrechen, Fieber oder verminderter
Flüssigkeitsaufnahme) sollte Metformin vorübergehend abgesetzt und möglichst Kontakt mit einem
Arzt aufgenommen werden.
Eine Behandlung mit Arzneimitteln, die die Nierenfunktion akut beeinträchtigen können (wie z.B.
Antihypertonika, Diuretika und NSAR) sollte bei mit Metformin behandelten Patienten mit Vorsichteingeleitet werden. Weitere Risikofaktoren für eine Laktatazidose sind übermäßiger Alkoholkonsum,
Leberfunktionsstörung, schlecht eingestellter Diabetes, Ketose, langes Fasten und alle mit Hypoxieassoziierten Erkrankungen sowie die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die eine
Laktatazidose verursachen können (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).
Patienten und/oder ihre Betreuer sollten auf das Risiko einer Laktatazidose hingewiesen werden. Eine
Laktatazidose ist gekennzeichnet durch azidotische Dyspnoe, Abdominalschmerzen, Muskelkrämpfe,
Asthenie und Hypothermie, gefolgt von Koma. Bei vermuteten Symptomen muss der Patient die
Einnahme von Metformin beenden und umgehend einen Arzt aufsuchen. Diagnostische Laborwertesind ein verringerter pH-Wert des Blutes (< 7,35), erhöhte Laktatplasmaspiegel (> 5 mmol/l) sowieeine Erhöhung der Anionenlücke und des Laktat/Pyruvat-Quotienten.
Patienten mit bekannter oder vermuteter mitochondrialer Erkrankung
Bei Patienten mit bekannter mitochondrialer Erkrankung wie Mitochondrialer Enzephalomyopathiemit Laktatazidose und schlaganfallähnlichen Episoden (MELAS-Syndrom) und maternal vererbter
Diabetes mit Hörverlust (MIDD) wird die Anwendung von Metformin nicht empfohlen, da das Risikoeiner Exazerbation der Laktatazidose und neurologischer Komplikationen besteht, was zu einer
Verschlechterung der Krankheit führen könnte.
Treten nach der Einnahme von Metformin Anzeichen und Symptome auf, die auf MELAS-Syndromoder MIDD hindeuten, ist die Behandlung mit Metformin unverzüglich abzusetzen und eine sofortigediagnostische Untersuchung einzuleiten.
Nierenfunktion
Die GFR sollte vor Beginn der Behandlung und danach in regelmäßigen Abständen ermittelt werden(siehe Abschnitt 4.2). Metformin darf bei Patienten mit einer GFR < 30 ml/min nicht angewendet undsollte in Situationen, die die Nierenfunktion verändern, vorübergehend abgesetzt werden (siehe
Abschnitt 4.3).
Hypoglykämien
Bei Patienten, die Sitagliptin/Metforminhydrochlorid in Kombination mit einem Sulfonylharnstoffoder mit Insulin erhalten, kann das Risiko einer Hypoglykämie bestehen. Daher kann eine
Dosisreduktion des Sulfonylharnstoffs oder Insulins notwendig sein.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenNach Markteinführung wurde von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen bei Patienten, die mit
Sitagliptin behandelt wurden, berichtet, einschließlich anaphylaktischer Schock, Angioödem undexfoliative Hauterkrankungen wie Stevens-Johnson-Syndrom. Diese Reaktionen traten innerhalb derersten 3 Monate nach Therapiebeginn mit Sitagliptin auf; einigen Berichten zufolge bereits nach derersten Dosis. Falls eine Überempfindlichkeitsreaktion vermutet wird, ist
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid abzusetzen, andere potentielle Ursachen für diese Reaktion sindabzuklären und eine alternative Diabetes-Behandlung ist einzuleiten (siehe Abschnitt 4.8).
Bullöses PemphigoidNach Markteinführung wurde bei Patienten unter DPP-4-Inhibitoren einschließlich Sitagliptin überdas Auftreten eines bullösen Pemphigoids berichtet. Falls ein Verdacht auf bullöses Pemphigoidbesteht, ist Sitagliptin/Metforminhydrochlorid abzusetzen.
Chirurgische EingriffeSitagliptin/Metforminhydrochlorid muss zur Zeit einer Operation unter Allgemein-, Spinal- oder
Epiduralanästhesie abgesetzt werden. Die Therapie darf nicht früher als 48 Stunden nach der
Operation oder nach Wiederaufnahme der oralen Ernährung und nur dann wieder aufgenommenwerden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabil erwiesen hat.
Anwendung jodhaltiger KontrastmittelDie intravaskuläre Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel kann zu einer kontrastmittelinduzierten
Nephropathie führen. Dies kann eine Metformin-Kumulation zur Folge haben und das Risiko einer
Laktatazidose erhöhen. Die Behandlung mit Sitagliptin/Metforminhydrochlorid muss im Vorfeld oderzum Zeitpunkt des bildgebenden Verfahrens unterbrochen werden und darf frühestens 48 Stundendanach und nur dann wieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliertwurde und sich als stabil erwiesen hat (siehe Abschnitte 4.3 und 4.5).
Veränderung im klinischen Zustand von Patienten, deren Typ-2-Diabetes mellitus bisher unter
Kontrolle war:
Wenn ein Patient mit Typ-2-Diabetes mellitus, der unter Sitagliptin/Metforminhydrochlorid bereits guteingestellt war, abnorme Laborwerte oder klinische Erkrankungen entwickelt (insbesondere unklareoder schlecht zu definierende Krankheiten), sollte er umgehend auf eine Ketoazidose oder
Laktatazidose untersucht werden. Dazu sind die Serum-Elektrolyte, Ketone, der Blutzucker sowie,falls angezeigt, der pH-Wert des Bluts, der Laktat-, Pyruvat- und Metformin-Spiegel zu bestimmen.
Sobald eine Azidose vorliegt, in jeglicher Form, muss die Behandlung sofort abgesetzt werden undandere entsprechende korrektive Maßnahmen sind zu ergreifen.
Vitamin-B12-Mangel
Metformin kann den Vitamin-B12-Serumspiegel senken. Das Risiko eines niedrigen Vitamin-B12-
Spiegels steigt mit zunehmender Metformindosis, Behandlungsdauer und/oder bei Patienten mit
Risikofaktoren, von denen bekannt ist, dass sie einen Vitamin-B12-Mangel verursachen. Bei Verdachtauf einen Vitamin-B12-Mangel (wie z. B. bei Anämie oder Neuropathie) sollten die Vitamin-B12-
Serumspiegel überwacht werden. Eine regelmäßige Vitamin-B12-Überwachung könnte bei Patientenmit Risikofaktoren für einen Vitamin-B12-Mangel erforderlich sein. Die Metformin-Therapie sollte solange fortgesetzt werden, wie sie toleriert wird und nicht kontraindiziert ist. Eine geeignete
Korrekturbehandlung für Vitamin-B12-Mangel sollte im Einklang mit den aktuellen klinischen
Leitlinien erfolgen.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält hydriertes Rizinusöl, welches Magenverstimmung und Durchfallhervorrufen kann.
Die gemeinsame Anwendung mehrfacher Dosen von Sitagliptin (50 mg zweimal täglich) und
Metformin (1.000 mg zweimal täglich) führte bei Typ-2-Diabetikern nicht zu relevanten
Veränderungen der Pharmakokinetik von Sitagliptin oder Metformin.
Mit Sitagliptin/Metforminhydrochlorid wurden keine pharmakokinetischen Interaktionsstudiendurchgeführt; allerdings liegen solche Studien für die einzelnen Wirkstoffe, Sitagliptin und
Metformin, vor.
Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlenAlkoholvergiftung ist mit einem erhöhten Risiko für eine Laktatazidose assoziiert, insbesondere in
Zusammenhang mit Fasten, Mangelernährung oder Leberfunktionsstörung.
Jodhaltige KontrastmittelDie Behandlung mit Sitagliptin/Metforminhydrochlorid muss im Vorfeld oder zum Zeitpunkt desbildgebenden Verfahrens unterbrochen werden und darf frühestens 48 Stunden danach und nur dannwieder aufgenommen werden, wenn die Nierenfunktion erneut kontrolliert wurde und sich als stabilerwiesen hat (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Kombinationen, bei denen Vorsicht geboten ist
Einige Arzneimittel können die Nierenfunktion ungünstig beeinflussen und dadurch das Risiko einer
Laktatazidose erhöhen, wie z.B. NSAR einschließlich selektiver Cyclooxygenase(COX)-2-Hemmer,
ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten und Diuretika, insbesondere Schleifendiuretika.
Zu Beginn der Behandlung mit solchen Arzneimitteln oder bei ihrer Anwendung in Kombination mit
Metformin ist eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion erforderlich.
Die gemeinsame Anwendung mit Arzneimitteln, die mit den an der Ausscheidung von Metforminbeteiligten, üblichen renalen tubulären Transportsystemen interferieren (z.B. Organischer
Kationentransporter-2 [OCT2]/'multidrug and toxin extrusion“ [MATE]-Inhibitoren wie Ranolazin,
Vandetanib, Dolutegravir sowie Cimetidin) könnten die systemische Exposition von Metformin unddamit das Risiko für eine Laktatazidose erhöhen. Nutzen und Risiko einer gemeinsamen Anwendungsind abzuwägen. Daher sollten eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckers, eine Dosisanpassunginnerhalb des empfohlenen Dosierungsbereichs und Änderungen der Diabetesbehandlung in Betrachtgezogen werden, wenn gleichzeitig solche Arzneimittel gegeben werden.
Glukokortikoide (systemisch und topisch gegeben), Beta-2-Agonisten und Diuretika besitzen eineintrinsische hyperglykämische Wirkung. Der Patient sollte darüber informiert sein und sein Blutzuckersollte häufiger kontrolliert werden, insbesondere zu Beginn der Behandlung mit solchen
Arzneimitteln. Falls erforderlich, sollte die Dosis des Antidiabetikums während der Therapie mit demzusätzlichen Arzneimittel sowie bei dessen Absetzen angepasst werden.
ACE-Hemmer können den Blutzuckerspiegel senken. Falls erforderlich, sollte die Dosis des
Antidiabetikums während der Therapie mit dem zusätzlichen Arzneimittel sowie bei dessen Absetzenangepasst werden.
Wirkung anderer Arzneimittel auf SitagliptinDie nachstehend beschriebenen in-vitro-Daten und klinischen Daten legen nahe, dass das Risiko fürklinisch relevante Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel gering ist.
In-vitro-Studien wiesen darauf hin, dass primär CYP3A4, unter Beteiligung von CYP2C8, das für diebegrenzte Metabolisierung von Sitagliptin verantwortliche Enzym ist. Bei Patienten mit normaler
Nierenfunktion spielt die Metabolisierung, einschließlich der über CYP3A4, nur eine geringe Rolle fürdie Clearance von Sitagliptin. Die Metabolisierung könnte jedoch bei schwerer oder terminaler
Niereninsuffizienz eine wichtigere Rolle bei der Ausscheidung von Sitagliptin spielen. Daher ist esmöglich, dass potente CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir, Clarithromycin)die Pharmakokinetik von Sitagliptin bei Patienten mit schwerer oder terminaler Niereninsuffizienzverändern. Der Einfluss potenter CYP3A4-Inhibitoren bei Niereninsuffizienz wurde noch nicht ineiner klinischen Studie untersucht.
In-vitro-Studien zum Transport zeigten, dass Sitagliptin ein Substrat für p-Glykoprotein und denorganischen Anionentransporter-3 (OAT-3) ist. Der OAT-3-vermittelte Transport von Sitagliptinwurde in-vitro durch Probenecid gehemmt; das Risiko klinisch relevanter Wechselwirkungen wirdjedoch als gering eingeschätzt. Die gleichzeitige Anwendung mit OAT-3-Inhibitoren wurde noch nichtin-vivo untersucht.
CiclosporinEine Studie untersuchte die Wirkung von Ciclosporin, einem starken p-Glykoprotein-Inhibitor, auf die
Pharmakokinetik von Sitagliptin. Die gemeinsame Anwendung einer oralen Einzeldosis von 100 mg
Sitagliptin und einer oralen Einzeldosis von 600 mg Ciclosporin vergrößerte die AUC von Sitagliptinum ca. 29 % und seine Cmax um ca. 68 %. Diesen Veränderungen der Pharmakokinetik von Sitagliptinwurde keine klinische Relevanz beigemessen. Die renale Clearance von Sitagliptin wurde nicht inrelevantem Ausmaß beeinflusst. Daher sollten mit anderen p-Glykoprotein-Inhibitoren keinerelevanten Wechselwirkungen zu erwarten sein.
Wirkung von Sitagliptin auf andere Arzneimittel
DigoxinSitagliptin hatte eine geringe Wirkung auf die Plasmakonzentrationen von Digoxin. Nach der Gabevon 0,25 mg Digoxin mit 100 mg Sitagliptin pro Tag über 10 Tage vergrößerte sich die Plasma-AUCvon Digoxin um durchschnittlich 11 %, die Plasma-Cmax stieg um durchschnittlich 18 %. Für Digoxinwird keine Dosisanpassung empfohlen. Risiko-Patienten für eine Digoxin-Toxizität sollten jedochunter einer gemeinsamen Behandlung mit Sitagliptin und Digoxin entsprechend überwacht werden.
In-vitro-Daten legen nahe, dass Sitagliptin CYP450-Isoenzyme weder hemmt noch induziert.
Sitagliptin hatte in klinischen Studien keinen relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von
Metformin, Glibenclamid, Simvastatin, Rosiglitazon, Warfarin oder oralen Kontrazeptiva, was in-vivozeigt, dass Sitagliptin eine geringe Neigung zu Wechselwirkungen mit Substraten von CYP3A4,
CYP2C8, CYP2C9 und organischen Kationentransportern (organic cationic transporter, OCT) hat.
Sitagliptin könnte p-Glykoprotein in-vivo leicht hemmen.
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Sitagliptin bei schwangeren Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität bei hohen Dosen von Sitagliptin gezeigt(siehe Abschnitt 5.3).
Die begrenzten Daten, die vorliegen, lassen vermuten, dass die Anwendung von Metformin beischwangeren Frauen nicht mit einem erhöhten Risiko für angeborene Missbildungen assoziiert ist.
Tierexperimentelle Studien mit Metformin zeigten keine schädlichen Effekte auf Schwangerschaft,embryonale oder fötale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Wenn eine Patientin einen Kinderwunsch hat oder schwanger wird, sollte die Behandlungunterbrochen werden und die Patientin so schnell wie möglich auf eine Therapie mit Insulinumgestellt werden.
StillzeitEs wurden keine Studien zu säugenden Tieren mit der Kombination der Wirkstoffe dieses
Arzneimittels durchgeführt. In tierexperimentellen Studien, die zu den einzelnen Wirkstoffendurchgeführt wurden, wurde jedoch gezeigt, dass sowohl Sitagliptin als auch Metformin in die Milchsäugender Ratten übergehen. Metformin geht in kleinen Mengen in die menschliche Muttermilch über.
Es ist nicht bekannt, ob Sitagliptin in die menschliche Muttermilch übergeht. Daher darf
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid während der Stillzeit nicht eingenommen werden (siehe Abschnitt4.3).
FertilitätDaten aus tierexperimentellen Studien legen keine schädlichen Auswirkungen einer Behandlung mit
Sitagliptin auf die männliche und weibliche Fertilität nahe. Vergleichbare Daten beim Menschenliegen nicht vor.
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Jedoch sollte man bei
Fahrtätigkeit oder beim Bedienen von Maschinen beachten, dass über Schwindel und Schläfrigkeitunter Sitagliptin berichtet wurde.
Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass bei Einnahme von
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin ein
Risiko für eine Hypoglykämie besteht.
Mit Sitagliptin/Metforminhydrochlorid Tabletten wurden keine klinischen Therapiestudiendurchgeführt. Es wurde jedoch die Bioäquivalenz von Sitagliptin/Metforminhydrochlorid mitgleichzeitiger Anwendung von Sitagliptin und Metformin nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.2). Eswurden schwerwiegende Nebenwirkungen einschließlich Pankreatitis und
Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Hypoglykämien wurden in der Kombination mit
Sulfonylharnstoffen (13,8 %) und Insulin (10,9 %) berichtet.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenSitagliptin und Metformin
Nebenwirkungen sind nachfolgend gemäß der MedDRA-Terminologie nach Organklassen und derabsoluten Häufigkeit (Tabelle 2) angegeben.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000,< 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2: Häufigkeit der Nebenwirkungen von Sitagliptin und Metformin allein inplacebokontrollierten klinischen Studien und nach Markteinführung
Nebenwirkung Häufigkeit der Nebenwirkung
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsThrombozytopenie Selten
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Häufigkeit nicht bekanntanaphylaktischer Reaktionen*,†
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypoglykämie† Häufig
Nebenwirkung Häufigkeit der Nebenwirkung
Vitamin B12 erniedrigt/Mangel* Häufig
Erkrankungen des NervensystemsSomnolenz Gelegentlich
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
Interstitielle Lungenkrankheit* Häufigkeit nicht bekannt
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsDiarrhö Gelegentlich
Übelkeit Häufig
Flatulenz Häufig
Obstipation Gelegentlich
Schmerzen im Oberbauch Gelegentlich
Erbrechen Häufig
Akute Pankreatitis*,†,‡ Häufigkeit nicht bekannt
Letale und nicht letale hämorrhagische und Häufigkeit nicht bekanntnekrotisierende Pankreatitis*,†
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesPruritus* Gelegentlich
Angioödem*,† Häufigkeit nicht bekannt
Hautausschlag*,† Häufigkeit nicht bekannt
Urtikaria*,† Häufigkeit nicht bekannt
Kutane Vaskulitis*,† Häufigkeit nicht bekannt
Exfoliative Hauterkrankungen einschließlich
Stevens-Johnson-Syndrom*,† Häufigkeit nicht bekannt
Bullöses Pemphigoid* Häufigkeit nicht bekannt
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenArthralgie* Häufigkeit nicht bekannt
Myalgie* Häufigkeit nicht bekannt
Schmerzen in den Extremitäten Häufigkeit nicht bekannt
Rückenschmerzen* Häufigkeit nicht bekannt
Arthropathie* Häufigkeit nicht bekannt
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörungen* Häufigkeit nicht bekannt
Akutes Nierenversagen* Häufigkeit nicht bekannt
* Nach Markteinführung identifizierte Nebenwirkungen.† Siehe Abschnitt 4.4.‡ Siehe unten: TECOS Kardiovaskuläre Sicherheitsstudie.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenEinige Nebenwirkungen wurden häufiger in Studien über die Anwendung von Sitagliptin und
Metformin in Kombination mit anderen Antidiabetika als in Studien über eine Anwendung von
Sitagliptin und Metformin allein beobachtet. Dazu gehörten beispielsweise Hypoglykämien(Häufigkeit: sehr häufig zusammen mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin), Obstipation (häufig mit
Sulfonylharnstoffen), periphere Ödeme (häufig mit Pioglitazon), sowie Kopfschmerzen und
Mundtrockenheit (gelegentlich mit Insulin).
Sitagliptin
In Monotherapiestudien unter 100 mg Sitagliptin einmal täglich im Vergleich zu Placebo wurdenfolgende Nebenwirkungen berichtet: Kopfschmerzen, Hypoglykämie, Obstipation und Schwindel.
Unter diesen Patienten traten ungeachtet eines Kausalzusammenhangs mit dem Arzneimittel beimindestens 5 % der Patienten Infektionen der oberen Atemwege und Nasopharyngitis auf. Darüberhinaus wurde gelegentlich über Osteoarthrose und Schmerzen in den Extremitäten berichtet (die
Häufigkeit unter Sitagliptin lag > 0,5 % über der in der Kontrollgruppe).
MetforminGastrointestinale Symptome wurden sehr häufig in klinischen Studien und nach Markteinführung bei
Metformin berichtet. Gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Schmerzen im
Oberbauch und Appetitverlust treten am häufigsten zu Behandlungsbeginn auf und bilden sich in denmeisten Fällen spontan zurück. Weitere Nebenwirkungen in Zusammenhang mit Metformin umfassenmetallischen Geschmack (häufig); Laktatazidose, Leberfunktionsstörungen, Hepatitis, Urtikaria,
Erythem und Pruritus (sehr selten). Die Häufigkeiten basieren auf den verfügbaren Informationen ausder Produktinformation von Metformin in der EU.
Kinder und JugendlicheIn klinischen Studien mit Sitagliptin/Metforminhydrochlorid bei Kindern und Jugendlichen im Altervon 10 bis 17 Jahren mit Typ-2-Diabetes mellitus war das Nebenwirkungsprofil im Allgemeinen mitdem bei erwachsenen Patienten beobachteten Nebenwirkungsprofil vergleichbar. Die Anwendung von
Sitagliptin war bei Kindern und Jugendlichen ungeachtet einer Hintergrundmedikation mit Insulin miteinem erhöhten Hypoglykämierisiko verbunden.
TECOS Kardiovaskuläre SicherheitsstudieDie Studie zur Untersuchung kardiovaskulärer Endpunkte unter Sitagliptin (TECOS, Trial Evaluating
Cardiovascular Outcomes with sitagliptin) schloss in der 'Intention-to-Treat Population“ 7.332
Patienten, die mit Sitagliptin 100 mg pro Tag behandelt wurden (oder 50 mg pro Tag, falls diegeschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) zu Studienbeginn bei ≥ 30 und < 50 ml/min/1,73 m2lag) sowie 7.339 Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, ein. Beide Behandlungen wurdenzusätzlich zu einer Standardversorgung, die hinsichtlich HbA1c-Zielwert und kardiovaskulärer
Risikofaktoren den lokalen Therapierichtlinien angepasst war, gegeben. Die Gesamtinzidenzschwerwiegender Nebenwirkungen war bei den Patienten unter Sitagliptin und den Patienten unter
Placebo ähnlich.
In der 'Intention-to-Treat Population“ betrug die Inzidenz schwerer Hypoglykämien bei den Patienten,die bei Studieneinschluss Insulin und/oder Sulfonylharnstoff erhielten 2,7 % unter Behandlung mit
Sitagliptin und 2,5 % unter Behandlung mit Placebo. Bei den Patienten, die bei Studieneinschlussweder Insulin noch Sulfonylharnstoff erhielten, betrug die Inzidenz schwerer Hypoglykämien 1,0 %unter Behandlung mit Sitagliptin und 0,7 % unter Behandlung mit Placebo. Die Inzidenz medizinischbestätigter Ereignisse von Pankreatitis betrug 0,3 % unter Behandlung mit Sitagliptin und 0,2 % bei
Patienten unter Placebo.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: http://www.bfarm.deanzuzeigen.
Im Rahmen kontrollierter klinischer Studien mit gesunden Probanden wurden Einzeldosen von bis zu800 mg Sitagliptin gegeben. Minimale QTc-Verlängerungen, die nicht als klinisch relevant erachtetwurden, wurden in einer Studie unter einer Dosis von 800 mg Sitagliptin beobachtet. Es gibt keine
Erfahrungen mit Dosen über 800 mg aus klinischen Studien. In Dosisfindungsstudien der Phase Iwurden keine dosisabhängigen klinischen Nebenwirkungen von Sitagliptin bei Dosierungen bis zu 600mg täglich über Zeiträume bis zu 10 Tagen und 400 mg täglich über Zeiträume bis zu 28 Tagenbeobachtet.
Bei starker Überdosierung von Metformin (oder gleichzeitig bestehenden Risikofaktoren für eine
Laktatazidose) kann es zu einer Laktatazidose kommen, einem medizinischen Notfall, der stationärbehandelt werden muss. Die wirksamste Methode zur Entfernung von Laktat und Metformin ist die
Hämodialyse.In klinischen Studien wurden ca. 13,5 % einer Dosis während einer 3-4-stündigen Hämodialyseentfernt. Eine verlängerte Dialyse kann in Betracht gezogen werden, wenn dies klinisch angebracht ist.
Es ist nicht bekannt, ob Sitagliptin durch Peritonealdialyse zu entfernen ist.
Im Fall einer Überdosierung sollten die üblichen supportiven Maßnahmen ergriffen werden, z.B. nichtresorbierte Substanz aus dem Gastrointestinaltrakt entfernen, den Patienten klinisch überwachen(einschließlich der Erstellung eines EKGs) und evtl. erforderliche unterstützende Behandlungeneinleiten.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Kombinationen oraler Antidiabetika
ATC-Code: A10BD07
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN enthält eine Kombination zweier Antidiabetika mitkomplementären Wirkmechanismen zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetikern:
Sitagliptinfumarat, ein Dipeptidyl-Peptidase-4-(DPP-4-)Inhibitor und Metforminhydrochlorid, ein
Vertreter der Substanzklasse der Biguanide.
Sitagliptin
WirkmechanismusSitagliptinfumarat ist ein oral wirksamer, potenter und hoch selektiver Inhibitor des Dipeptidyl-
Peptidase-4-(DPP-4)-Enzyms zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus. Die DPP-4-Inhibitorensind eine Substanzklasse, die als Inkretinverstärker wirken. Durch die Hemmung von DPP-4 erhöht
Sitagliptin die Spiegel von zwei bekannten aktiven Inkretinhormonen: Glucagon-like-Peptid-1 (GLP-1) und Glucose-dependent insulinotropic Polypeptid (GIP). Die Inkretine sind Teil eines endogenen
Systems, das bei der physiologischen Regulation der Glukosehomöostase eine Rolle spielt. Wenn die
Blutzuckerspiegel normal oder erhöht sind, erhöhen GLP-1 und GIP die Insulinsyntheseund -freisetzung aus den Beta-Zellen des Pankreas. Zusätzlich senkt GLP-1 die Glucagonfreisetzungaus den Alpha-Zellen des Pankreas und führt so zu einer verminderten hepatischen
Glukoseproduktion. Wenn die Blutzuckerspiegel niedrig sind, ist die Insulinfreisetzung nicht erhöhtund die Glucagonsekretion wird nicht unterdrückt. Sitagliptin ist ein potenter und hoch selektiver
Inhibitor des DPP-4-Enzyms und hemmt in therapeutischen Konzentrationen nicht die eng verwandten
Enzyme DPP-8 oder DPP-9. Sitagliptin hat eine andere chemische Struktur und eine anderepharmakologische Wirkung als GLP-1-Analoga, Insulin, Sulfonylharnstoffe oder Meglitinide,
Biguanide, PPAR-γ-(Peroxisomen Proliferator aktivierter Rezeptor gamma) Agonisten, Alpha-
Glucosidase-Inhibitoren und Amylin-Analoga.
In einer zweitägigen Studie mit gesunden Probanden erhöhte Sitagliptin allein die aktiven GLP-1-
Konzentrationen, während Metformin allein die aktiven und Gesamt-GLP-1-Konzentrationen inähnlichem Ausmaß erhöhte. Die Koadministration von Sitagliptin und Metformin hatte eine additive
Wirkung auf die aktiven GLP-1-Konzentrationen. Sitagliptin erhöhte die aktiven GIP-
Konzentrationen, nicht aber Metformin.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitInsgesamt verbesserte Sitagliptin die Blutzuckerkontrolle, wenn es als Monotherapie oder in einer
Kombinationsbehandlung bei erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus angewendet wurde.
In klinischen Studien führte die Monotherapie mit Sitagliptin zu einer Verbesserung der
Blutzuckerkontrolle mit einer signifikanten Erniedrigung von HbA1c, Nüchternblutzuckerwerten undpostprandialen Blutzuckerwerten. Eine Reduktion der Nüchternblutzuckerwerte (fasting plasmaglucose FPG) wurde nach 3 Wochen, dem Zeitpunkt der ersten FPG-Messung, beobachtet. Bei den
Patienten unter Sitagliptin wurden Hypoglykämien in ähnlicher Häufigkeit wie unter Placebobeobachtet. Im Vergleich zum Ausgangswert erhöhte sich das Körpergewicht unter Sitagliptin nicht.
Verbesserungen der Surrogatmarker der Beta-Zell-Funktion, einschließlich HOMA-β (homeostasismodel assessment-β), das Verhältnis von Proinsulin zu Insulin und Messungen der Beta-Zell-
Sensibilität auf Basis des häufig, mittels standardisierter Mahlzeit erhobenen Glukose-Toleranz-Testswurden beobachtet.
Studien mit Sitagliptin in Kombination mit Metformin
In einer 24-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und
Sicherheit der zusätzlichen Gabe von 100 mg Sitagliptin einmal täglich zu einer bestehenden Therapiemit Metformin verbesserte Sitagliptin signifikant die glykämischen Parameter im Vergleich zu
Placebo. Die Veränderungen des Körpergewichts im Vergleich zum Ausgangswert bei Patienten, diemit Sitagliptin behandelt wurden, waren vergleichbar zur Placebogruppe. In dieser Studie wurde einevergleichbare Inzidenz von Hypoglykämien bei Patienten, die mit Sitagliptin oder Placebo behandeltwurden, berichtet.
In einer 24-wöchigen placebokontrollierten faktoriellen Studie zur Initialtherapie mit der Kombination50 mg Sitagliptin zweimal täglich und Metformin (500 mg oder 1.000 mg zweimal täglich) kam es zueiner signifikanten Verbesserung der glykämischen Parameter im Vergleich zur Monotherapie. Die
Gewichtsabnahme unter der Kombination Sitagliptin/Metformin war ähnlich wie unter Metforminallein oder unter Placebo; unter Sitagliptin allein veränderte sich das Gewicht nicht im Vergleich zum
Ausgangswert. Die Inzidenz von Hypoglykämien war in allen Behandlungsgruppen vergleichbar.
Studie mit Sitagliptin in Kombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff
Das Design einer 24-wöchigen placebokontrollierten Studie diente der Bewertung der Wirksamkeitund Sicherheit von Sitagliptin (100 mg einmal täglich) bei zusätzlicher Gabe zu Glimepirid (alleinoder in Kombination mit Metformin). Die Kombination von Sitagliptin, Glimepirid und Metforminführte zu einer signifikanten Verbesserung der glykämischen Parameter. Bei den Patienten unter
Sitagliptin kam es zu einer leichten Gewichtszunahme (+ 1,1 kg) im Vergleich zu den Patienten unter
Placebo.
Studie mit Sitagliptin in Kombination mit Metformin und einem PPARγ-Agonisten
Das Design einer 26-wöchigen placebokontrollierten Studie diente der Bewertung der Wirksamkeitund Sicherheit von Sitagliptin (100 mg einmal täglich) in Verbindung mit der Kombination
Pioglitazon und Metformin. Die zusätzliche Gabe von Sitagliptin zu Pioglitazon und Metformin führtezu signifikanten Verbesserungen glykämischer Parameter. Bei den Patienten unter Sitagliptin kam eszu ähnlichen Veränderungen des Ausgangsgewichts wie unter Placebo. Die Inzidenz von
Hypoglykämien bei den Patienten unter Sitagliptin war ebenfalls der unter Placebo ähnlich.
Studie mit Sitagliptin in Kombination mit Metformin und Insulin
Eine 24-wöchige placebokontrollierte Studie wurde konzipiert, um die Wirksamkeit und Sicherheitvon Sitagliptin (100 mg einmal täglich) zusätzlich zu Insulin (eine stabile Dosis über mindestens 10
Wochen) mit oder ohne Metformin (mindestens 1 500 mg) zu bewerten. Bei Patienten, die
Mischinsulin erhielten, betrug die mittlere Tagesdosis 70,9 I.E./Tag. Bei Patienten, die intermediäroder langwirkendes Insulin erhielten, betrug die mittlere Tagesdosis 44,3 I.E./Tag. Die Daten von 73% der Patienten, die ebenfalls Metformin einnahmen, sind in Tabelle 3 dargestellt. Die Gabe von
Sitagliptin zusätzlich zu Insulin führte zu signifikanten Verbesserungen der Blutparameter. Es kam inkeiner der beiden Gruppen zu nennenswerten Gewichtsveränderungen im Vergleich zum
Ausgangswert.
Tabelle 3: HbA1c-Ergebnisse in placebokontrollierten Studien mit Sitagliptin und Metformin*
Mittlerer Mittlere Placebo- korrigierte
Studie Ausgangswert Veränderung des mittlere
HbA (%) HbA1c (%) vom Veränderung des1c Ausgangswert HbA1c (%)(95 % CI)
Sitagliptin 100 mgeinmal täglichzusätzlich zu einer † -0,7†,‡bestehenden 8,0 -0,7 (-0,8, -0,5)
Metformin-Therapie II(n = 453)
Sitagliptin 100 mgeinmal täglichzusätzlich zu einer †,‡bestehenden 8,3 -0,6† -0,9
Glimepirid + (-1,1, -0,7)
Metformin Therapie II(n = 115)
Sitagliptin 100 mgeinmal täglichzusätzlich zu einer 8,8 -1,2† -0,7†,‡laufenden Therapie (-1,0, -0,5)mit Pioglitazon¶ +
Metformin (n = 152)
Sitagliptin 100 mgeinmal täglichzusätzlich zu einer §,‡laufenden Therapie 8,7 -0,7§ -0,5mit Insulin und (-0,7;-0,4)
Metformin II:(n = 223)
Initialtherapie(zweimal täglich) II: †,‡
Sitagliptin 50 mg + 8,8 -1,4† -1,6
Metformin 500 mg (-1,8, -1,3)(n = 183)
Mittlerer Mittlere Placebo- korrigierte
Studie Ausgangswert Veränderung des mittlere
HbA (%) HbA1c (%) vom Veränderung des1c Ausgangswert HbA1c (%)(95 % CI)
Initialtherapie(zweimal täglich) II: †,‡
Sitagliptin 50 mg + 8,8 -1,9† -2,1
Metformin 1.000 mg (-2,3, -1,8)(n = 178)
*Alle behandelten Patientengruppen (Intent-to-treat-Analyse)† Least square mean/adjustierte Mittelwerte: vorher angepasst an eine antihyperglykämische Therapie und den Ausgangswert‡ p < 0,001 im Vergleich zu Placebo oder zu Placebo in Kombinationstherapie
II HbA1c (%) in Woche 24.¶ HbA1c (%) in Woche 26.§ Least Square Mean = Mittelwerte, adjustiert für die Insulin-Anwendung bei Visite 1 (Mischinsulin vs. ungemischtes Insulin[intermediär oder langwirksam]) und Ausgangswerten.
In einer 52-wöchigen Studie zum Vergleich von Wirksamkeit und Sicherheit einer zusätzlichen Gabevon 100 mg Sitagliptin einmal täglich oder von Glipizid (einem Sulfonylharnstoff) bei Patienten mitunzureichender Blutzuckerkontrolle unter Metforminmonotherapie erzielte Sitagliptin ähnliche
Ergebnisse wie Glipizid in der Senkung des HbA1c-Wertes (-0,7 % mittlere Veränderung des HbA1cnach 52 Wochen bei einem HbA1c-Ausgangswert von ca. 7,5 % in beiden Gruppen). Diedurchschnittliche Glipiziddosis der Vergleichsgruppe betrug 10 mg/Tag, wobei ca. 40 % der Patienteneine Glipiziddosis von ≤ 5 mg/Tag während der Studie benötigten. Jedoch brachen mehr Patientenunter Sitagliptin aufgrund mangelnder Wirksamkeit ab als unter Glipizid. Bei den mit Sitagliptinbehandelten Patienten kam es zu einer signifikanten Gewichtsabnahme ab Studienbeginn (-1,5 kg),während es bei den mit Glipizid behandelten Patienten zu einer signifikanten Gewichtszunahme kam+1,1 kg). In dieser Studie verbesserte sich das Verhältnis von Proinsulin zu Insulin, einem Marker fürdie Effizienz der Insulinsynthese und -freisetzung, unter der Behandlung mit Sitagliptin,verschlechterte sich aber unter der Behandlung mit Glipizid. Die Häufigkeit von Patienten mit
Hypoglykämien war in der Sitagliptin-Gruppe (4,9 %) signifikant geringer als in der Glipizid-Gruppe(32,0 %).
Zur Untersuchung der insulinsparenden Wirksamkeit und Sicherheit von Sitagliptin (100 mg einmaltäglich) als Zugabe zu Insulin glargin mit oder ohne Metformin (mindestens 1.500 mg) während einer
Intensivierung der Insulinbehandlung wurde eine 24-wöchige placebokontrollierte Studie mit 660
Patienten angelegt. Bei den Patienten unter Metformin lag der HbA1c-Ausgangswert bei 8,70 % unddie Insulinausgangsdosis bei 37 IU/Tag. Die Patienten wurden angewiesen ihre Insulin glargin Dosisentsprechend ihrer Nüchternblutglukosewerte (Blutglukosebestimmung nach Stich in die Fingerbeere)zu titrieren. Bei den Patienten unter Metformin wurde in Woche 24 die tägliche Insulindosis bei den
Patienten mit Sitagliptin um 19 IU/Tag erhöht und bei den Patienten mit Placebo um 24 IU/Tag. Die
Reduktion des HbA1c bei Patienten unter Sitagliptin, Metformin und Insulin betrug -1,35 % im
Vergleich zu -0,90 % bei Patienten unter Placebo, Metformin und Insulin, was einer Differenzvon -0,45 % [95 % KI: -0,62; -0,29] entsprach. Die Inzidenz von Hypoglykämien betrug bei den
Patienten unter Sitagliptin, Metformin und Insulin 24,9 % im Vergleich zu 37,8 % bei den Patientenunter Placebo, Metformin und Insulin. Der Unterschied kam hauptsächlich durch den höheren
Prozentsatz von Patienten mit drei oder mehr Hypoglykämie-Episoden (9,1 % vs. 19,8 %) in der
Placebogruppe zustande. Es gab keinen Unterschied in der Inzidenz schwerer Hypoglykämien.
MetforminMetformin ist ein Biguanid mit blutzuckersenkender Wirkung und bewirkt eine Senkung sowohl desbasalen als auch des postprandialen Blutzuckerspiegels. Es stimuliert nicht die Insulinsekretion undführt daher nicht zu Hypoglykämie.
Die Wirkung von Metformin beruht wahrscheinlich auf 3 Mechanismen:
- Senkung der Glukoseproduktion in der Leber durch Hemmung der Glukoneogenese und der
Glykogenolyse
- Erhöhung der Insulinempfindlichkeit in der Muskulatur und damit Verbesserung der peripheren
Glukoseaufnahme und -verwertung
- Verzögerung der intestinalen Glukoseabsorption.
Metformin stimuliert die intrazelluläre Glykogensynthese durch seine Wirkung auf die
Glykogensynthase. Metformin erhöht die Transportkapazität von spezifischen membranständigen
Glukosetransportern (GLUT-1 und GLUT-4).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitBeim Menschen besitzt Metformin unabhängig von seiner Wirkung auf den Blutzuckerspiegel einegünstige Wirkung auf den Fettstoffwechsel. Dies wurde in therapeutischer Dosierung in kontrolliertenmittel- und langfristigen klinischen Studien nachgewiesen. Metformin führt zu einer Senkung des
Gesamtcholesterins, des LDL-Cholesterins und der Triglyzeride.
In einer prospektiven, randomisierten Studie (UKPDS) wurde der langfristige Nutzen einer intensiven
Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetikern nachgewiesen. Bei der Analyse der Ergebnisse fürübergewichtige Patienten, die nach dem Versagen von diätetischen Maßnahmen allein mit
Metforminhydrochlorid behandelt wurden, kam man zu den folgenden Ergebnissen:
- signifikante Senkung des absoluten Risikos aller diabetesbedingten Komplikationen in der
Metformin-Gruppe (29,8 Ereignisse/1.000 Patientenjahre) gegenüber Diät allein (43,3
Ereignisse/1.000 Patientenjahre), p = 0,0023, sowie gegenüber den mit Sulfonylharnstoffen undmit Insulin allein behandelten Gruppen (40,1 Ereignisse/1.000 Patientenjahre), p = 0,0034
- signifikante Senkung des absoluten Risikos für jegliche diabetesbedingte Mortalität: Metformin7,5 Ereignisse/1.000 Patientenjahre gegenüber Diät allein 12,7 Ereignisse/1.000 Patientenjahre,p = 0,017
- signifikante Senkung des absoluten Risikos für Gesamtmortalität: Metformin 13,5
Ereignisse/1.000 Patientenjahre gegenüber Diät allein 20,6 Ereignisse/1.000 Patientenjahre (p =0,011) und gegenüber den mit Sulfonylharnstoffen und mit Insulin allein behandelten Gruppen18,9 Ereignisse/1.000 Patientenjahre (p = 0,021)
- signifikante Senkung des absoluten Risikos für Myokardinfarkt: Metformin 11 Ereignisse/1.000
Patientenjahre, Diät allein 18 Ereignisse/1.000 Patientenjahre (p = 0,01)
Die TECOS-Studie war eine randomisierte Studie mit 14.671 Patienten in der 'Intention-to treat
Population“ mit einem HbA1c-Wert von ≥ 6,5 bis 8,0 % und manifester kardiovaskulärer Erkrankung,die zusätzlich zur Standardversorgung, die hinsichtlich HbA1c-Zielwert und kardiovaskulärer
Risikofaktoren den lokalen Therapierichtlinien angepasst war, entweder mit Sitagliptin 100 mg pro
Tag (7.332 Patienten) (oder 50 mg pro Tag, falls die eGFR zu Studienbeginn bei ≥ 30 und < 50ml/min/1,73 m2 lag) oder mit Placebo (7.339 Patienten) behandelt wurden. Patienten mit einer eGFRvon < 30 ml/min/1,73 m2 wurden nicht in die Studie eingeschlossen. Die Studienpopulation schloss2.004 Patienten ≥ 75 Jahre und 3.324 Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR < 60ml/min/1,73 m2) ein.
Im Verlauf der Studie betrug die geschätzte mittlere Gesamtdifferenz (SD, Standardabweichung) der
HbA1c-Werte zwischen der Sitagliptin- und der Placebogruppe 0,29 % (0,01), 95 % KI (-0,32; -0,27);p < 0,001.
Der primäre kardiovaskuläre Endpunkt setzte sich zusammen aus erstmaligem Auftreten vonkardiovaskulärem Tod, nicht-tödlichem Myokardinfarkt, nicht-tödlichem Schlaganfall oder
Krankenhauseinweisung aufgrund instabiler Angina pectoris. Sekundäre kardiovaskuläre Endpunkteumfassten das erstmalige Auftreten von kardiovaskulärem Tod, nicht-tödlichem Myokardinfarkt odernicht-tödlichem Schlaganfall; das erstmalige Auftreten eines der Einzel-Komponenten des primärenkombinierten Endpunktes; Mortalität jeglicher Ursache und Krankenhauseinweisung aufgrund von
Herzinsuffizienz.Nach einem medianen Follow-up von 3 Jahren zeigte sich, dass bei Patienten mit Typ-2-Diabetes die
Gabe von Sitagliptin zusätzlich zur üblichen Standardversorgung das Risiko schwererkardiovaskulärer Ereignisse oder das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund von
Herzinsuffizienz im Vergleich zur üblichen Standardversorgung ohne Gabe von Sitagliptin nichterhöhte (siehe Tabelle 4).
Tabelle 4: Inzidenzraten der kombinierten kardiovaskulären Endpunkte sowie wesentlichersekundärer Endpunkte
Sitagliptin 100 mg Placebon (%) Inzidenz- n (%) Inzidenz- Hazard p-rate rate Ratio Wert†pro 100 pro 100 (95 % KI)
Patienten- Patienten-jahre* jahre*
Analyse der Intention-to-Treat Population
Anzahl der Patienten 7.332 7.339
Primärer kombinierter Endpunkt 839 4,1 851 4,2 0,98 < 0,001(Kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Myo- (11,4) (11,6) (0,89-1,08)kardinfarkt, nicht-tödlicher Schlaganfall oder
Krankenhauseinweisung aufgrund instabiler
Angina pectoris)
Sekundärer kombinierter Endpunkt 745 3,6 746 3,6 0,99 < 0,001(Kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Myo- (10,2) (10,2) (0,89-1,10)kardinfarkt oder nicht-tödlicher Schlaganfall)
Sekundärer Endpunkt
Kardiovaskulärer Tod 380 1,7 366 1,7 1,03 0,711(5,2) (5,0) (0,89-1,19)
Myokardinfarkt gesamt (tödlich und nicht- 300 1,4 316 1,5 0,95 0,487tödlich (4,1) (4,3) (0,81-1,11)
Schlaganfall gesamt (tödlich und nicht-tödlich) 178 0,8 183 0,9 0,97 0,760(2,4) (2,5) (0,79-1,19)
Krankenhauseinweisung aufgrund instabiler 116 0,5 129 0,6 0,90 0,419
Angina pectoris (1,6) (1,8) (0,70-1,16)
Tod jeglicher Ursache 547 2,5 537 2,5 1,01 0,875(7,5) (7,3) (0,90-1,14)
Krankenhauseinweisung aufgrund von 228 1,1 229 1,1 1,00 0,983
Herzinsuffizienz‡ (3,1) (3,1) (0,83-1,20)
* Die Inzidenzrate pro 100 Patientenjahre wird berechnet als 100 × (Gesamtanzahl der Patienten mit ≥ 1 Ereignis innerhalbdes in Frage kommenden Expositionszeitraums pro Gesamt-Patientenjahre des Nachbeobachtungszeitraums).† Basiert auf einem Cox-Modell mit Stratifizierung nach Region. Bei den kombinierten Endpunkten beziehen sich diep-Werte auf eine Testung auf Nicht-Unterlegenheit zum Beleg einer Hazard Ratio von weniger als 1,3. Bei allen anderen
Endpunkten beziehen sich die p-Werte auf einen Test auf Unterschiede bezüglich der Hazard Ratios.
‡ Die Analyse der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinsuffizienz wurde hinsichtlich Herzinsuffizienz in der
Anamnese bei Studieneinschluss adjustiert.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Sitagliptin/Metforminhydrochlorid eine Zurückstellungvon der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassenmit Typ-2-Diabetes mellitus gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
Im Rahmen von zwei 54-wöchigen Studien wurde die Sicherheit und Wirksamkeit der zusätzlichen
Gabe von Sitagliptin bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren mit Typ-2-Diabetesmellitus und unzureichender glykämischer Kontrolle unter Metformin, mit oder ohne Insulin,untersucht. Die zusätzliche Gabe von Sitagliptin (als Sitagliptin + Metformin oder Sitagliptin +retardiertes Metformin ('XR“) gegeben) wurde mit der zusätzlichen Gabe von Placebo + Metforminbzw. Metformin XR verglichen.
Obwohl für Sitagliptin + Metformin/Sitagliptin + Metformin XR im Vergleich zu Metformin in einergepoolten Analyse dieser beiden Studien in Woche 20 eine Überlegenheit hinsichtlich der Senkungdes HbA1c-Wertes gezeigt werden konnte, waren die Ergebnisse der einzelnen Studien inkonsistent.
Darüber hinaus wurde eine erhöhte Wirksamkeit von Sitagliptin + Metformin bzw. Sitagliptin +
Metformin XR im Vergleich zu Metformin in Woche 54 nicht beobachtet. Daher darf
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid bei Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren mit Typ-2-Diabetes mellitus aufgrund der unzureichenden Wirksamkeit nicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.2 hinsichtlich Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid
Eine Bioäquivalenzstudie an gesunden Probanden zeigte die Bioäquivalenz der
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid Kombinationstabletten (Sitagliptin/Metforminhydrochlorid) mit
Sitagliptin und Metforminhydrochlorid bei gleichzeitiger Gabe als Einzeltabletten.
Nachfolgend werden die pharmakokinetischen Eigenschaften der einzelnen Wirkstoffe von
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN beschrieben.
Sitagliptin
ResorptionNach oraler Gabe einer 100-mg-Dosis an gesunde Probanden wurde Sitagliptin schnell resorbiert,wobei die Spitzenplasmakonzentrationen (mediane Tmax) 1 bis 4 Stunden nach Einnahme der Dosisauftraten; die mittlere Plasma-AUC von Sitagliptin betrug 8,52 µM * h, die Cmax 950 nM.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Sitagliptin beträgt ca. 87 %. Da die gleichzeitige Aufnahme einerfettreichen Mahlzeit keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sitagliptin hatte, kann Sitagliptinunabhängig von der Nahrungsaufnahme eingenommen werden.
Die Plasma-AUC von Sitagliptin stieg proportional mit der Dosis an. Für die Cmax und die C24 h wurdekeine Dosisproportionalität festgestellt (die Cmax stieg mehr, die C24 h weniger als dosisproportionalan).
VerteilungDas mittlere Verteilungsvolumen im Steady-State nach intravenöser Gabe einer Einzeldosis von 100mg Sitagliptin an gesunde Probanden beträgt ca. 198 Liter. Der Anteil reversibel an Plasmaproteinegebundenen Sitagliptins ist gering (38 %).
BiotransformationSitagliptin wird vorwiegend unverändert im Urin eliminiert, seine Metabolisierung spielt eineuntergeordnete Rolle. Ca. 79 % von Sitagliptin werden unverändert im Urin ausgeschieden.
Nach einer [14C]markierten oralen Sitagliptin-Dosis wurden ca. 16 % der Radioaktivität als
Metaboliten von Sitagliptin ausgeschieden. Sechs Metaboliten wurden in Spuren gefunden, die jedochnicht zu der DPP-4-inhibitorischen Aktivität von Sitagliptin im Plasma beitragen dürften. In-vitro-
Studien wiesen darauf hin, dass CYP3A4, mit Beteiligung von CYP2C8, das hauptverantwortliche
Enzym für die begrenzte Metabolisierung von Sitagliptin ist.
In-vitro-Daten zeigten, dass Sitagliptin kein Inhibitor der CYP-Isoenzyme CYP3A4, 2C8, 2C9, 2D6,1A2, 2C19 oder 2B6 und kein Induktor von CYP3A4 und CYP1A2 ist.
EliminationNach Gabe einer [14C]markierten oralen Sitagliptin-Dosis an gesunde Probanden wurden ca. 100 %der angewendeten Radioaktivität in den Fäzes (13 %) oder im Urin (87 %) innerhalb einer Wochenach Gabe der Dosis ausgeschieden. Die Halbwertzeit (t½) einer oralen 100-mg-Dosis Sitagliptinbetrug ca. 12,4 Stunden. Sitagliptin akkumuliert kaum bei wiederholter Gabe. Die renale Clearancebetrug ca. 350 ml/min.
Sitagliptin wird überwiegend renal mit Hilfe aktiver tubulärer Sekretion ausgeschieden. Sitagliptin istbeim Menschen ein Substrat für den organischen Anionentransporter-3 (human organic anionictransporter-3, hOAT-3), der an der renalen Elimination von Sitagliptin beteiligt sein könnte. Dieklinische Bedeutung von hOAT-3 für den Sitagliptin-Transport ist noch unbekannt. Sitagliptin ist auchein Substrat des p-Glykoproteins, welches ebenfalls an der Vermittlung der renalen Elimination von
Sitagliptin beteiligt sein könnte. Jedoch verminderte Ciclosporin, ein p-Glykoprotein-Inhibitor, dierenale Clearance von Sitagliptin nicht. Sitagliptin ist kein Substrat für den OCT-2-, OAT-1- oder
PEPT-1/2-vermittelten Transport. Sitagliptin hemmte in-vitro bei therapeutisch relevanten
Plasmakonzentrationen weder den OAT-3 (IC50 = 160 µM), noch den p-Glykoprotein (bis zu 250µM) vermittelten Transport. In einer klinischen Studie hatte Sitagliptin eine geringe Wirkung auf die
Plasmakonzentrationen von Digoxin, was darauf hinweist, dass Sitagliptin p-Glykoprotein leichthemmen könnte.
Besondere PatientengruppenDie Pharmakokinetik von Sitagliptin war bei gesunden Probanden und Typ-2-Diabetikern im
Allgemeinen ähnlich.
NierenfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Sitagliptin wurde in einer offenen Studie mit einer reduzierten Einzeldosisvon Sitagliptin (50 mg) untersucht. Es wurden Patienten in verschiedenen Stadien der chronischen
Nierenfunktionsstörung mit gesunden Probanden als Kontrolle verglichen. Die Studie untersuchte
Patienten mit leichten, mäßigen und schweren Nierenfunktionsstörungen, sowie dialysepflichtige
Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium (ESRD). Darüber hinaus wurden die
Auswirkungen der Nierenfunktionsstörungen auf die Pharmakokinetik von Sitagliptin bei Patientenmit Typ-2-Diabetes und leichter, mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (einschließlich
ESRD) mittels populations-pharmakokinetischer Analysen untersucht.
Im Vergleich zu der Kontrollgruppe gesunder Probanden kam es bei Patienten mit leichter
Nierenfunktionsstörung (GFR ≥ 60 bis < 90 ml/min) zu einem ca. 1,2-fachen und bei Patienten mitmäßiger Nierenfunktionsstörung (GFR ≥ 45 bis< 60 ml/min) zu einem ca. 1,6-fachen Anstieg der
Plasma-AUC von Sitagliptin. Da Anstiege dieser Größenordnung klinisch nicht relevant sind, ist eine
Dosisanpassung bei diesen Patienten nicht erforderlich.
Bei Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung (GFR ≥ 30 bis < 45 ml/min) kam es zu einem ca. 2-fachen Anstieg, bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min) einschließlichdialysepflichtiger Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium zu einem ca. 4-fachen Anstiegder Plasma-AUC von Sitagliptin. Sitagliptin wurde durch Hämodialyse in geringem Umfang entfernt(13,5 % durch 3-4-stündige Hämodialyse, die 4 Stunden nach Einnahme begonnen wurde).
LeberfunktionsstörungFür Sitagliptin ist bei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score ≤9) keine Dosisanpassung nötig. Es gibt keine klinischen Erfahrungen bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score > 9). Da Sitagliptin jedoch überwiegend renal eliminiertwird, geht man davon aus, dass eine schwere Leberfunktionsstörung die Pharmakokinetik von
Sitagliptin nicht beeinflussen wird.
Ältere PatientenDas Alter der Patienten erfordert keine Dosisanpassung. In einer pharmakokinetischen
Populationsanalyse der Phase-I- und Phase-II-Studiendaten hatte Alter keinen klinisch relevanten
Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sitagliptin. Bei älteren Personen (65 bis 80 Jahre) waren die
Plasmakonzentrationen von Sitagliptin ca. 19 % höher als bei jüngeren Personen.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Sitagliptin (Einzeldosen von 50 mg, 100 mg oder 200 mg) wurde bei
Kindern und Jugendlichen (im Alter von 10 bis 17 Jahren) mit Typ-2-Diabetes mellitus untersucht.
Bei dieser Population war die dosisangepasste AUC von Sitagliptin im Plasma im Vergleich zuerwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus nach Gabe einer 100-mg-Dosis ca. 18 %niedriger. Es wurden keine Studien mit Sitagliptin bei Kindern unter 10 Jahren durchgeführt.
Weitere Patientengruppen
Eine Dosisanpassung nach Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder Body Mass Index (BMI) istnicht erforderlich. Diese Eigenschaften hatten in einer kombinierten Analyse der pharmakokinetischen
Phase-I-Studiendaten und einer pharmakokinetischen Populationsanalyse der Phase-I- und Phase-II-
Studiendaten keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Sitagliptin.
MetforminNach einer oralen Dosis Metformin wird die Tmax nach 2,5 Stunden erreicht. Die absolute
Bioverfügbarkeit einer 500-mg-Metformintablette beträgt bei gesunden Probanden ca. 50 - 60 %.
Nach einer oralen Dosis beträgt der nicht absorbierte und über den Fäzes ausgeschiedene Anteil 20 -30 %.
Nach oraler Gabe ist die Resorption von Metformin unvollständig und zeigt Sättigungscharakter. Mannimmt an, dass die Pharmakokinetik der Metforminresorption nicht linear ist. Bei der empfohlenen
Dosierung und den gebräuchlichen Dosierungsintervallen von Metformin werden die Steady-State-
Plasmakonzentrationen innerhalb von 24 - 48 Stunden erreicht und betragen im Allgemeinen wenigerals 1 µg/ml. In kontrollierten klinischen Studien überstiegen die maximalen Plasmakonzentrationen(Cmax) von Metformin selbst bei maximaler Dosierung nicht 5 µg/ml.
Durch Nahrung wird die Resorption von Metformin verringert und leicht verzögert. Nach Gabe einer
Dosis von 850 mg zeigte sich eine um 40 % geringere maximale Plasmakonzentration, eine Senkungder AUC um 25 % und eine Verlängerung der Zeit bis zum Erreichen der maximalen
Plasmakonzentration um 35 Minuten. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse ist nicht bekannt.
VerteilungDie Bindung an Plasmaproteine ist zu vernachlässigen. Metformin geht in die Erythrozyten über. Diemaximale Konzentration im Vollblut ist geringer als im Plasma und stellt sich ungefähr zur selben Zeitein. Die Erythrozyten stellen wahrscheinlich ein sekundäres Verteilungskompartiment dar. Dasmittlere Verteilungsvolumen (Vd) schwankte zwischen 63 - 276 l.
BiotransformationMetformin wird in unveränderter Form mit dem Urin ausgeschieden. Beim Menschen wurden bisherkeine Metaboliten identifiziert.
EliminationDie renale Clearance für Metformin beträgt > 400 ml/min, was darauf hinweist, dass Metformin durchglomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion ausgeschieden wird. Nach einer oralen Dosis beträgt dieterminale Eliminationshalbwertzeit ungefähr 6,5 Stunden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sinktdie renale Clearance proportional zur Kreatinin-Clearance, so dass die Eliminationshalbwertzeitverlängert wird und die Metforminkonzentration im Plasma steigt.
Mit Sitagliptin/Metforminhydrochlorid wurden keine Tierstudien durchgeführt.
In 16-wöchigen Studien, in denen Hunde Metformin allein oder eine Kombination von Metformin mit
Sitagliptin erhielten, wurden keine weiteren schädigenden Wirkungen, die der Kombinationzuzuschreiben waren, beobachtet. Die No-Effect-Dosis (NOEL) wurde in diesen Studien bei einersystemischen Sitagliptinexposition, die ca. 6mal höher lag als beim Menschen, und einer systemischen
Metforminexposition, die ca. 2,5mal höher lag als beim Menschen, beobachtet.
Die folgenden Daten sind Ergebnisse aus Studien, die individuell mit Sitagliptin oder Metformindurchgeführt wurden.
Sitagliptin
Bei Nagern wurden Zeichen von Leber- und Nierentoxizität beobachtet bei einer systemischen
Expositionsdosis, die dem 58-Fachen der humantherapeutischen Exposition entsprach, wobei die No-
Effect-Dosis (NOEL) dem 19-Fachen der humantherapeutischen Expositionsdosis entsprach. Bei
Ratten wurden Fehlbildungen der Schneidezähne bei der 67-fachen klinischen Expositionsdosisbeobachtet. Die No-Effect-Dosis (Schwellenwert) für diese in einer 14-wöchigen Rattenstudieerhobenen Befunde entsprach dem 58-Fachen der humantherapeutischen Dosis. Die Relevanz dieser
Ergebnisse für den Menschen ist nicht bekannt. Vorübergehende, auf die Behandlungzurückzuführende, physische Anzeichen, die auf neurotoxische Wirkungen hinweisen, darunter
Atmung mit offenem Maul, vermehrter Speichelfluss, Emesis mit weißem Schaum, Ataxie, Zittern,verminderte Aktivität und/oder gekrümmte Haltung, wurden bei Hunden bei einer Expositionbeobachtet, die der 23-fachen klinischen Expositionsdosis entsprach. Zusätzlich wurde beisystemischer Exposition, deren Dosis der ca. 23-fachen humantherapeutischen klinischen
Expositionsdosis entsprach, histologisch eine minimale bis geringfügige Degeneration der
Skelettmuskulatur festgestellt. Die No-Effect-Dosis für diese Befunde lag beim 6-Fachen derhumantherapeutischen klinischen Expositionsdosis.
Sitagliptin zeigte in präklinischen Studien keine genotoxischen Wirkungen. Sitagliptin war bei
Mäusen nicht kanzerogen. Bei Ratten kam es zu einem häufigeren Auftreten von Leberadenomen und
- karzinomen bei der ca. 58-fachen humantherapeutischen Expositionsdosis. Da bei Rattennachgewiesenermaßen eine hepatotoxische Wirkung mit der Induktion hepatischer Neoplasieneinhergeht, ist diese erhöhte Inzidenz hepatischer Tumore bei Ratten vermutlich ein Sekundäreffektder chronischen hepatischen Toxizität in dieser hohen Dosis. Aufgrund der hohen Sicherheitsspanne(19-Faches der entsprechenden No-Effect-Dosis) wird diesen neoplastischen Veränderungen keine
Relevanz beim Menschen zugemessen.
Nach Gabe von Sitagliptin vor und nach der Paarung wurden weder bei männlichen noch beiweiblichen Ratten unerwünschte Wirkungen auf die Fertilität festgestellt.
In einer prä-/postnatalen Entwicklungsstudie bei Ratten kam es unter Sitagliptin nicht zuunerwünschten Wirkungen.
Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten bei Expositionsdosen über dem 29-Fachen derhumantherapeutischen Exposition eine geringfügige, behandlungsbedingte Erhöhung der Inzidenzfetaler Missbildungen der Rippen (fehlende, unterentwickelte und gewellte Rippen) bei den
Nachkommen der Ratten. Zeichen maternaler Toxizität wurden bei Kaninchen bei Expositionsdosenüber dem 29-Fachen der humantherapeutischen Exposition gesehen. Aufgrund der hohen
Sicherheitsspanne legen diese Ergebnisse kein relevantes Risiko für die menschliche Fortpflanzungnahe. Sitagliptin tritt in erheblichen Mengen in die Muttermilch säugender Ratten über (Verhältnis
Muttermilch/Plasma: 4:1).
MetforminNach den präklinischen Daten besteht aufgrund der konventionellen Studien hinsichtlichpharmakologischer Sicherheit, Toxizität bei wiederholten Dosen, Genotoxizität, kanzerogenem
Potenzial und Reproduktionstoxizität keine besondere Gefahr für den Menschen.
Hydroxypropylcellulose (Ph.Eur.) (E463)
Calciumhydrogenphosphat (E341)
Crospovidon Typ A (E1202)
Hydriertes Rizinusöl
Glyceroldibehenat (Ph.Eur.)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E470b)
FilmüberzugHypromellose
Hydroxypropylcellulose (Ph.Eur.) (E463)
Titandioxid (E171)
Talkum (E553b)
Stearinsäure
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Nicht zutreffend.
2 Jahre.
Nicht über 25 °C lagern.
HDPE-Flasche mit Silicagel/Kohle-Trockenmittel.
Packungsgrößen mit 28 oder 56 Filmtabletten in einer Flasche mit kindergesichertem Verschluss oder200 Filmtabletten in einer Flasche mit Schraubdeckel.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Sun Pharmaceutical Industries Europe B.V.
Polarisavenue 872132JH Hoofddorp
Niederlande
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/850 mg Filmtabletten
EU/1/23/1720/001
EU/1/23/1720/002
EU/1/23/1720/003
Sitagliptin/Metforminhydrochlorid SUN 50 mg/1 000 mg Filmtabletten
EU/1/23/1720/004
EU/1/23/1720/005
EU/1/23/1720/006
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 31. März 2023
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.