Packungsbeilage SIILTIBCY (0.5mcg+0.5mcg) / ml Injektionslösung

Angewendet bei: Diagnose einer Tuberkuloseinfektion

Art der Anwendung: Injektion

Substanz: von Mycobacterium tuberculosis abgeleitete Antigene (rDESAT-6 und rCFP-10) (Diagnostikum)

ATC: V04CF02 (Varia | Diagnostika | Andere Diagnostika | Tuberkulose-Diagnostika)

Von Mycobacterium tuberculosis abgeleitete Antigene, rdESAT-6 und rCFP-10, werden als Hauttest eingesetzt, um eine Infektion mit dem Tuberkuloseerreger bei Erwachsenen und Kindern ab einem Alter von 4 Wochen nachzuweisen. Das Produkt ist ein diagnostisches Hilfsmittel, kein Impfstoff und keine Behandlung gegen Tuberkulose.

Der Test enthält zwei im Labor hergestellte Proteine, die für den Tuberkuloseerreger spezifisch sind. Wenn das Immunsystem Mycobacterium tuberculosis früher begegnet ist, kann die intradermale Injektion eine lokale Reaktion auslösen. Die Stelle verhärtet sich, und das medizinische Personal misst die Induration nach 48 bis 72 Stunden; ein Wert über dem Grenzwert kann auf eine Infektion hinweisen.

Die Injektion erfolgt in die Haut des Unterarms durch geschultes Personal mit der Mantoux-Technik. Die Rückkehr zur Ablesung im empfohlenen Zeitraum ist entscheidend, sonst kann das Ergebnis ungültig sein. Informieren Sie den Arzt über schwere Reaktionen auf Tuberkulose-Hauttests, wichtige Allergien, Erkrankungen mit geschwächter Immunabwehr oder immunsuppressive Therapien.

Häufige Reaktionen sind Juckreiz, Schmerzen, Bluterguss, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Selten können allergische Reaktionen oder ausgeprägte lokale Reaktionen auftreten. Der Test allein zeigt nicht, ob Tuberkulose aktiv oder latent ist; er muss zusammen mit Beschwerden, Röntgenbefund, Laboruntersuchungen und Expositionsgeschichte beurteilt werden.

Allgemeine Daten zu SIILTIBCY (0.5mcg+0.5mcg) / ml

  • Substanz: von Mycobacterium tuberculosis abgeleitete Antigene (rDESAT-6 und rCFP-10)
  • Produktcode: W71433001
  • Konzentration: (0.5mcg+0.5mcg) / ml
  • Darreichungsform: Injektionslösung
  • Menge: 1
  • Produktart: Generikum
  • Abgabebedingungen: P-RF - Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: BILTHOVEN BIOLOGICALS B.V. - OLANDA
  • Zulassungsinhaber: SERUM LIFE SCIENCE EUROPE G - GERMANIA
  • Zulassungsnummer: 1882/2025/01
  • Haltbarkeit: 2 Jahre -ungeöffnete Flasche

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SIILTIBCY (0.5mcg+0.5mcg) / ml Injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

SIILTIBCY (0,5 Mikrogramm + 0,5 Mikrogramm)/ml Injektionslösung

Von Mycobacterium tuberculosis abgeleitete Antigene (rdESAT-6 und rCFP-10)

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Dosis (0,1 ml) enthält 0,05 Mikrogramm rdESAT-6* und 0,05 Mikrogramm rCFP-10**.

*Rekombinantes Dimer des früh sezernierten antigenen Ziels von Mycobacterium tuberculosis1

**Rekombinantes Kulturfiltratprotein von Mycobacterium tuberculosis11Produziert in Zellen von Lactococcus lactis.

Mehrdosen-Durchstechflasche.

Eine Durchstechflasche (1 ml) enthält 10 Dosen zu 0,1 ml.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jede Dosis (0,1 ml) enthält 0,011 mg Polysorbat 20.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion).

Klare, farblose bis blassgelbe Lösung mit einem pH-Wert von 7,2-7,6.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

SIILTIBCY wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern ab 28 Tagen als diagnostisches

Hilfsmittel zum Nachweis von Mycobacterium-tuberculosis-Infektionen und -Erkrankungen.

Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosis beträgt 0,1 ml SIILTIBCY.

Spezielle Populationen
Ältere Personen

Es liegen nur begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von SIILTIBCY bei Personen ab65 Jahren vor. Für diese Population ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von SIILTIBCY bei Neugeborenen unter 28 Tagen ist nicht erwiesen.

Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

SIILTIBCY sollte von medizinischem Fachpersonal, welches für die Mantoux-Technik geschult ist,vorbereitet und durch intradermale Injektion verabreicht werden. Das Arzneimittel sollte unterausreichender Handhygiene und aseptischer Anwendung wie folgt verabreicht werden:

* 0,1 ml von SIILTIBCY mit einer 1-ml-Spritze mit Kurzschliffnadel aufziehen. Vor dem

Aufziehen von SIILTIBCY aus der Mehrdosen-Durchstechflasche muss die Luft aus der Spritzeentfernt werden. Wenn die Durchstechflasche bereits geöffnet wurde, vor der Anwendung miteinem Alkoholtupfer abtupfen und trocknen lassen.

* 0,1 ml SIILTIBCY intradermal im mittleren Drittel des Unterarms mittels Mantoux-Technikverabreichen. Die Haut sollte daher leicht gedehnt und die Nadel fast parallel zur

Hautoberfläche mit dem Schliff nach oben gehalten werden. Die Nadelspitze in dieoberflächliche Schicht der Dermis einführen. Es muss sichergestellt sein, dass die Nadelwährend der Injektion durch die Epidermis sichtbar ist. Den Test nicht an Narben, Ausschlägen,

Verbrennungen oder Tätowierungen anwenden.

* Die aufgezogene 0,1-ml-Lösung langsam injizieren. Es erscheint eine leicht erbleichte Papelvon 8 bis 10 Millimeter (mm) Durchmesser, die nach ca. 10 Minuten verschwinden sollte.

Wenn die Papel nicht erscheint, am anderen Arm oder am selben Arm mindestens 4 cm von derersten Injektionsstelle entfernt eine erneute Injektion von 0,1 ml SIILTIBCY verabreichen.

Messung der Reaktion

Intradermal injiziertes SIILTIBCY kann eine Verhärtung an der Injektionsstelle verursachen. Die

Verhärtung ist als erhabener Bereich mit klar definiertem Rand an der und um die Injektionsstelleherum zu erkennen. Obwohl sie von einem Erythem begleitet werden kann, sollte nur die Verhärtunggemessen werden.

Die Verhärtung wird 48 bis 72 Stunden nach der Injektion von geschultem medizinischem

Fachpersonal gemessen. Den Durchmesser der Verhärtung mit einem Lineal quer zur Längsachse des

Unterarms messen. Um die Messung zu erleichtern, wird die Anwendung eines flexiblen (oder leichtbiegbaren) Lineals vorgeschlagen.

Normalerweise nehmen die Verhärtung und das Erythem nach 4 Tagen ab und verschwindeninnerhalb von 28 Tagen nach der Injektion.

Auswertung

Als positives Testergebnis gilt eine Verhärtung von ≥ 5 mm, die auf eine Infektion mit Mycobacteriumtuberculosis hinweist.

Die Interpretation der Hauttestergebnisse sollte den spezifischen Anwendungskontext und die

Risikobewertung berücksichtigen und könnte durch Röntgenaufnahmen und andere diagnostische

Untersuchungen ergänzt werden.

Die Durchführung eines Tests früher als 6 bis 8 Wochen nach Exposition gegenüber Mycobacteriumtuberculosis kann zu einem falsch-negativen Ergebnis führen.

Das Risiko falsch-positiver Testergebnisse kann sich erhöhen, wenn SIILTIBCY innerhalb von6 Wochen wiederholt wird. Daher sollte zwischen wiederholten Tuberkulose-Hauttests ein Abstandvon mindestens 6 Wochen eingehalten werden. Dies kann für Personen relevant sein, die an einem

Screening-Programm teilnehmen, wie z. B. Angehörige der Gesundheitsberufe, und für Personen in

Kontakt mit aktiven Tuberkulosefällen (z. B. Indexfall).

Wie bei jedem Diagnostikum sind falsch-negative Ergebnisse möglich (Einzelheiten siehe

Abschnitt 5.1). Wenn ein negatives Testergebnis ermittelt wird, aber ein starker klinischer Verdachtbesteht, sollten weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Die Testergebnisse werden durch eine vorangegangene Impfung mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG)nicht beeinflusst.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile. Überempfindlichkeit gegen Lactococcus lactis.

Schwere lokale oder systemische Reaktion auf andere von Mycobacterium tuberculosis abgeleitete

Wirkstoffe.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Allgemeine Empfehlungen
Anaphylaxie

Anaphylaktische oder andere allergische Reaktionen sind nach Verabreichung von SIILTIBCYmöglich. Während der Durchführung des Tests sollte immer eine geeignete Ausrüstung für den

Umgang mit solchen Reaktionen zur Verfügung stehen. Nach dem Test wird eine engmaschige

Beobachtung für mindestens 15 Minuten empfohlen.

Anwendungsart

Die Einhaltung der Mantoux-Technik bei der Injektion von SIILTIBCY ist unerlässlich, umzuverlässige Ergebnisse zu erzielen. Eine subkutane oder intramuskuläre Injektion ist daher zuvermeiden.

Spezielle Populationen

Die Reaktivität gegenüber SIILTIBCY kann bei immungeschwächten Personen, einschließlich

Empfängern einer immunsuppressiven Therapie, und bei Personen, die positiv für das humane

Immundefizienzvirus (HIV) sind, niedriger sein oder falsch-negative Ergebnisse liefern, wenn die

Anzahl der CD4-Rezeptor-positiven (CD4+) Thymuszellen (T-Zellen) < 100 T-Zellen/mm3 beträgt.

Ein positives Testergebnis zeigt eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis unabhängig von der

Anzahl der CD4+ T-Zellen an.

Bei älteren Personen kann ein erhöhtes Risiko für falsch-negative Ergebnisse bestehen, da die

Immunseneszenz mit dem Alter zunimmt.

Vorherige Exposition gegenüber nicht-tuberkulösen Mykobakterien

SIILTIBCY identifiziert keine Probanden mit vorheriger Exposition gegenüber nicht-tuberkulösen

Mykobakterien oder die eine(n) Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff oder -Therapie erhalten haben,und ist daher für diesen Zweck nicht geeignet.

Diagnose der aktiven Tuberkulose

SIILTIBCY kann nicht als eigenständiges Instrument zur Diagnose einer aktiven

Tuberkuloseerkrankung verwendet werden. Darüber hinaus sollten bei Personen, bei denen der

Verdacht auf aktive Tuberkulose besteht, eine Risikobewertung, eine Röntgenaufnahme und anderediagnostische Bewertungen in Betracht gezogen werden.

Sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält Kalium, jedoch weniger als 1 mmol (39 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'kaliumfrei“.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

Dieses Arzneimittel enthält 0,011 mg Polysorbat 20 pro Dosis entsprechend 0,11 mg/ml. Polysorbatekönnen allergische Reaktionen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Ähnlich wie bei anderen Mycobacterium-tuberculosis-Hauttests kann die Reaktivität gegenüber

SIILTIBCY bei Personen, die Corticosteroide oder Immunsuppressiva erhalten, verringert sein.

Eine verminderte Reaktivität kann beobachtet werden, wenn SIILTIBCY nach der Impfung mit

Lebendimpfstoffen (z. B. Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln) angewendet wird. Dieseverminderte Reaktivität kann zu falsch-negativen Reaktionen führen. Daher sollte SIILTIBCYentweder vor oder gleichzeitig mit der Impfung verabreicht oder auf 4 Wochen nach der Impfungverschoben werden.

Unabhängig von der gleichzeitigen Anwendung anderer Arzneimittel deutet ein positives Testergebnisauf eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis hin.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von SIILTIBCY bei

Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche

Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Da die systemische Exposition durch SIILTIBCY zu vernachlässigen ist, wird davon ausgegangen,dass während einer Schwangerschaft keine Wirkungen auftreten. SIILTIBCY kann während der

Schwangerschaft angewendet werden.

Stillzeit

Es wird angenommen, dass SIILTIBCY keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind hat,weil die systemische Exposition der stillenden Frau gegenüber SIILTIBCY vernachlässigbar ist. Der

Hauttest kann während der Stillzeit durchgeführt werden.

Fertilität

Es wurden keine tierexperimentellen Studien zu den Auswirkungen von SIILTIBCY auf die

Fruchtbarkeit durchgeführt. In Anbetracht der vernachlässigbaren systemischen Exposition des

Menschen gegenüber SIILTIBCY sind keine Auswirkungen auf die Fertilität bei männlichen undweiblichen Probanden zu erwarten.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

SIILTIBCY hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Das unten dargestellte Sicherheitsprofil basiert auf Daten aus 7 klinischen Studien (TESEC-01 bis

TESEC-07), in denen 2 960 Probanden (im Alter von 32 Tagen bis 76 Jahren) SIILTIBCY verabreichtwurde (Tabelle 1).

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Jucken an der Injektionsstelle (20 %), Schmerzen an der

Injektionsstelle (8 %) und Hämatom an der Injektionsstelle (6 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die berichteten Nebenwirkungen sind nach folgender Häufigkeit aufgelistet: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten(< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse (SOC) geordnet. Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad dargestellt.

Tabelle 1: Nebenwirkungen, die bei SIILTIBCY berichtet wurden (Säuglinge, Kinder,

Jugendliche und Erwachsene kombiniert)

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre Erkrankungen Gelegentlich Gastroenteritis

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems Gelegentlich Lymphadenopathie

Selten Lymphadenitis

Eosinophilie

Erkrankungen des Nervensystems Häufig Kopfschmerzen

Gelegentlich Schwindelgefühl

Selten Kopfbeschwerden

Parästhesie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Gelegentlich Diarrhoe

Übelkeit

Selten Erbrechen

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen

Leber- und Gallenerkrankungen Selten Hepatitis

Ikterus

Transaminasen erhöht

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes Gelegentlich Ausschlag

Pruritus

Selten Nächtliche Schweißausbrüche

Urtikaria

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Gelegentlich Schmerz in einer Extremität

Knochenerkrankungen Selten Myalgie

Arthritis

Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Jucken an der Injektionsstelle

Beschwerden am Verabreichungsort Häufig Injektionsstelle Hämatom

Bläschen an der

Injektionsstelle

Verhärtung an der

Injektionsstelle#

Schwellung an der

Injektionsstelle

Schmerzen an der

Injektionsstelle

Ausschlag an der

Injektionsstelle

Erythem an der

Injektionsstelle

Gelegentlich Ulkus an der Injektionsstelle

Blutung an der

Injektionsstelle

Fieber

Unwohlsein

Ermüdung/Fatigue

Verfärbung an der

Injektionsstelle

Schmerzen

Grippeähnliche Erkrankung

Selten Schmerzen in der

Achselgegend

Entzündung an der

Injektionsstelle

Urtikaria an der

Injektionsstelle

Knötchen an der

Injektionsstelle

Papel an der Injektionsstelle

Schüttelfrost

Hypästhesie an der

Injektionsstelle#: Weitere Informationen finden Sie unter 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Reaktionen an der Injektionsstelle

Leichte Reaktionen an der Injektionsstelle waren häufig und umfassten Pruritus, Schmerzen,

Hämatom, Ausschlag, Bläschen, Verhärtung, Erythem und Schwellung. Verhärtung und Erythem sinderwartete Reaktionen bei Personen, die mit Mycobacterium tuberculosis infiziert sind. Gelegentlichtreten Fälle mit einer Verhärtung von mehr als 50 mm und einem Erythem von mehr als 80 mm auf.

Reaktionen an der Injektionsstelle waren im Allgemeinen vorübergehend und nahmen normalerweiseinnerhalb von 4 Tagen ab und verschwanden innerhalb von 28 Tagen.

Spezielle Patientengruppen

Patienten mit HIV-positivem Status zum Zeitpunkt des Screening-Termins wurden in die klinischen

Studien mit SIILTIBCY aufgenommen, wenn sie eine antiretrovirale Therapie erhielten, wurdenjedoch ausgeschlossen, wenn bei Ihnen ein erworbenes Immunschwächesyndrom (AIDS)diagnostiziert wurde. Basierend auf den verfügbaren Daten schienen Häufigkeit, Art und Schwere der

Nebenwirkungen in der HIV-positiven Population insgesamt ähnlich zu sein wie in der allgemeinenerwachsenen Bevölkerung.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheitsbewertung bei Kindern und Jugendlichen basiert auf Daten aus 2 Phase-3-Studien(TESEC-05 und TESEC-06), in denen insgesamt 723 pädiatrische Probanden im Alter von 32 Tagenbis 17 Jahren SIILTIBCY erhielten (siehe Abschnitt 5.1). Insgesamt war das Sicherheitsprofil bei

Säuglingen, Kindern und Jugendlichen ähnlich dem in der erwachsenen Bevölkerung beobachteten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Diesbezüglich liegen keine Berichte vor.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: noch nicht zugewiesen, ATC-Code: noch nicht zugewiesen.

Wirkmechanismus

SIILTIBCY enthält zwei rekombinante Mycobacterium-tuberculosis-spezifische Antigene, rdESAT-6und rCFP-10. Im Falle einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis induziert SIILTIBCY eineverzögerte Überempfindlichkeitsreaktion, die von Zytokinen geleitet wird, die von Thymus-

Helferzellen Typ 1 nach Stimulation durch die in SIILTIBCY enthaltenen spezifischen Antigenefreigesetzt werden.

Diese Reaktion wird als Verhärtung an der Injektionsstelle beobachtet. Die Verhärtung erreicht ihr

Maximum 48 bis 72 Stunden nach der Verabreichung.

Klinische Wirksamkeit

Die diagnostische Leistung von SIILTIBCY zur Identifizierung von mit Mycobacterium tuberculosisinfizierten Personen wurde in 3 zulassungsrelevanten klinischen Studien (TESEC-05, TESEC-06 und

TESEC-07; Tabelle 2, Tabelle 3) im Vergleich zu anderen zugelassenen diagnostischenimmunologischen Tuberkulose-Tests, d. h. dem tuberkulingereinigten Proteinderivat des Statens

Serum Institut (SSI) (PPD RT 23 SSI, im Folgenden als PPD bezeichnet) und QuantiFERON®-TB

Gold in-Tube (QFT), bewertet.

Der Sensitivitäts- und Spezifitätsvergleich von SIILTIBCY und den anderen diagnostischen Tests(QFT und PPD) wurde in einer Post-hoc-Analyse an der gesamten FAS-Population mit bestätigter

Tuberkulose bzw. in der negativen Kontrollgruppe ausgewertet (Tabelle 2 und Tabelle 3).

TESEC-05

In dieser Phase-3-Studie wurden die diagnostischen Leistungen von SIILTIBCY und QFT verglichen,in Kombination mit einer doppelblinden, randomisierten Split-Body-Bewertung von SIILTIBCY vs.

PPD. Die primären Studienziele waren die Bewertung der Leistung von SIILTIBCY in Bezug auf

Alter, HIV-Status und CD4+ Zellzahlen sowie die Bewertung der klinischen Sicherheit von

SIILTIBCY, wobei der Schwerpunkt auf Kindern und HIV-positiven Personen lag. Der primäre

Endpunkt war die Testpositivitätsrate für SIILTIBCY; sekundäre Endpunkte waren Vergleiche der

Positivität des SIILTIBCY-, PPD- und QFT-Tests sowie der Sensitivität und Spezifität.

Die Studie wurde in Südafrika durchgeführt, wo Tuberkulose endemisch, die HIV-Infektionsprävalenzhoch und die BCG-Impfung bei der Geburt Routine ist.

Insgesamt wurden 1 190 Probanden aufgenommen, von denen 1 090 Verdachtsfälle auf Tuberkulose(0 bis 65 Jahre) waren. Zweihundertneunundneunzig Probanden (25,1 %) waren HIV-positiv und 882(74,1 %) waren BCG-geimpft. Das mittlere (Standardabweichung [SD]) Alter aller Probanden betrug22,5 (18,3) Jahre mit einer Spanne von 1 Monat bis 65 Jahren. Die Geschlechterverteilung betrug fast50 % (49,5 % Frauen und 50,5 % Männer). Die negative Kontrollpopulation (n = 100) bestand aus

Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren ohne bekannten Kontakt zu mit Mycobacterium tuberculosisinfizierten Personen und ohne Anzeichen von Symptomen einer Tuberkulose.

Die Probanden wurden randomisiert, um Doppelinjektionen von SIILTIBCY und PPD in beide

Unterarme (Split-Body) zu erhalten; Blutproben für die QFT-Analyse wurden vor der Verabreichungder Hauttests entnommen und die Testpositivitätsraten verglichen.

TESEC-06

Diese doppelblinde, randomisierte, Split-Body-Studie der Phase 3, die in 13 spanischen Zentrendurchgeführt wurde, verglich die diagnostische Leistung von SIILTIBCY und QFT in4 Risikogruppen (Negativkontrollen, gelegentliche Kontakte, enge Kontakte und Positivkontrollen).

Das Hauptziel bestand darin, festzustellen, ob ein Trend zur Positivität des SIILTIBCY-Tests miteinem steigenden Risiko für eine Mycobacterium-tuberculosis-Infektion (d. h. von Negativkontrollenüber gelegentliche Kontakte bis hin zu engen Kontakten) zu sehen ist. Sekundäre Ergebnisse waren

Vergleiche von SIILTIBCY-, QFT- und PPD-Testpositivität, Sensitivität und Spezifität.

Neunhundertneunundsiebzig geeignete Probanden (im Alter von 0 bis 76 Jahren) wurdenaufgenommen, darunter 263 Negativkontrollen, 299 gelegentliche Kontakte, 316 enge Kontakte und101 Tuberkulosepatienten. Das mittlere (SD) Alter aller aufgenommenen Probanden betrug 30,6(14,5) Jahre. Insgesamt waren 53,5 % der Probanden weiblich und 46,5 % männlich. Von allenaufgenommenen Teilnehmern waren 366 (37,4 %) BCG-geimpft. Alle Probanden mit gelegentlichenund engen Kontakten sowie in den Positivkontrollgruppen erhielten Doppelinjektionen von

SIILTIBCY und PPD. In der Negativkontrollgruppe erhielten 213 Probanden Doppelinjektionen von

SIILTIBCY und PPD in verschiedene Arme und eine Untergruppe von 50 Probanden erhielt nur

SIILTIBCY, um zu untersuchen, ob SIILTIBCY-Reaktionen durch die gleichzeitige Verabreichungvon PPD beeinflusst wurden. Vor der Verabreichung der Hauttests waren für alle Probanden ab5 Jahren QFT-Tests geplant, um mögliche Auffrischungsreaktionen zu vermeiden.

TESEC-07

Dies war eine doppelblinde, randomisierte, kontrollierte klinische Phase-2/3-Studie bei Erwachsenenmit neu diagnostizierter aktiver Lungentuberkulose (PTB), die < 2 Wochen lang in 7 Zentren in

Südafrika behandelt wurden. Die primären Studienziele bestanden darin, die Größe der Verhärtungenbei SIILTIBCY und PPD nach alleiniger oder gleichzeitiger Injektion in verschiedene Arme zuuntersuchen und zu vergleichen sowie zu beurteilen, ob gleichzeitige Injektionen von SIILTIBCY und

PPD die Sensitivität der Tests beeinflussen. Das sekundäre Studienziel bestand darin, die

Testpositivitätsraten (Sensitivität) von SIILTIBCY mit denen von PPD und QFT zu vergleichen.

Vierhundertsechsundfünfzig geeignete Erwachsene (im Alter von 18 bis 67 Jahren) wurdenrandomisiert in eine von 3 Behandlungsgruppen aufgenommen, um entweder SIILTIBCY (n = 1 534),

PPD (n = 149) oder SIILTIBCY und PPD (n = 153) in beide Unterarme zu erhalten. Proben für QFT-

Tests wurden vor der Verabreichung der Hauttests entnommen.

In der FAS-Population betrug das Durchschnittsalter (SD) 37,2 (12,7) Jahre in der SIILTIBCY-

Gruppe, 36,3 (11,8) Jahre für PPD und 35,3 (11,5) Jahre für die SIILTIBCY- und PPD-Gruppe.

Insgesamt waren 64,3 % der Probanden männlich und 35,7 % weiblich.

Tabelle 1: Sensitivitätsanalyse - einzelne klinische Studien TESEC05/06/07 (FAS-Populationenmit bestätigter Tuberkulose)

SIILTIBCY QFT PPD Differenz der Sensitivität,% (95%-KI)

Klinische n Sensitivität, n Sensitivität, n Sensitivität, SIILTIBC SIILTIBCY -

Studie % % % Y - QFT PPD(95%-KI) (95%-KI) (95%-KI)

TESEC-05 75 72,0 70 58,6 75 77,3 13,4 -5,3(61,8; 82,2) (47,0; 70,1) (67,9; 86,8) (-3,3; 30,2) (-20,6; 9,9)

TESEC-06 100 68,0 101 81,2 100 81,0 -13,2 -13,0(58,9; 77,1) (73,6; 88,8) (73,3; 88,7) (-26,1; -0,3 (-25,9; -0,1))

TESEC-07 305 78,0 446 69,5 303 87,1 8,5 -9,1(73,4; 82,7) (65,2; 73,8) (83,4; 90,9) (1,9; 15,1) (-15,4; -2,8)

Abkürzungen: BCG = Bacillus Calmette-Guérin; KI = Konfidenzintervall; FAS = vollständiger

Analysesatz; HIV = humanes Immundefizienzvirus; mm = Millimeter; n = Anzahl der Probanden inder Population mit Testergebnis; PPD = tuberkulingereinigtes Proteinderivat RT 23 SSI;

QFT = QuantiFeron®-TB Gold in-Tube-Test. Die Sensitivitätsanalyse wurde post hoc durchgeführt.

Die Prozentsätze wurden mit n als Nenner berechnet. Das diagnostische Ergebnis des SIILTIBCY-

Tests verwendete einen Cut-off-Wert von ≥ 5 mm. Das diagnostische Ergebnis des PPD-Testsverwendete einen Test-Cut-off von ≥ 15 mm für HIV-negative und BCG-geimpfte Probanden undansonsten 5 mm. Das diagnostische Ergebnis des QFT-Tests basierte auf dem Algorithmus des

Herstellers. Die QFT-Unbestimmten wurden in die Analyse entweder als 'nicht positiv“ oder 'nichtnegativ“ einbezogen, je nachdem, ob die Sensitivität bzw. Spezifität von QFT berechnet wurde.

Probanden mit Verdacht auf Tuberkulose wurden bei der Sensitivitätsberechnung nicht berücksichtigt.

Tabelle 2: Spezifitätsanalyse - einzelne klinische Studien TESEC05/06 (FAS-Populationen ohne

Tuberkulose)

SIILTIBCY QFT PPD Differenz der Spezifität, %(95%-KI)

Klinische n Spezifität, n Spezifität, n Spezifität, SIILTIBCY SIILTIBCY

Studie % % % - QFT - PPD(95%-KI) (95%-KI) (95%-KI)

TESEC-05 100 83,0 98 71,4 100 85,0 11,6 -2,0(75,6; 90,4) (62,5; 80,4) (78,0; 92,0) (-1,0; 24,2) (-13,2; 9,2)

TESEC-06 263 96,6 263 96,2 213 93,4 0,4 3,2(94,4; 98,8) (93,9; 98,5) (90,1; 96,8) (-3,2; 3,9) (-1,3; 7,6)

Abkürzungen: BCG = Bacillus Calmette-Guérin; KI = Konfidenzintervall; FAS = vollständiger

Analysesatz; HIV = humanes Immundefizienzvirus; mm = Millimeter; n = Anzahl der Probanden inder Population mit Testergebnis; PPD = tuberkulingereinigtes Proteinderivat RT 23 SSI;

QFT = QuantiFeron®-TB Gold in-Tube-Test. Die Spezifitätsanalyse wurde post hoc durchgeführt.Die

Prozentsätze wurden mit n als Nenner berechnet. Das diagnostische Ergebnis des SIILTIBCY-Testsverwendete einen Cut-off-Wert von ≥ 5 mm. Das diagnostische Ergebnis des PPD-Tests verwendeteeinen Test-Cut-off von ≥ 15 mm für HIV-negative und BCG-geimpfte Probanden und ansonsten5 mm. Das diagnostische Ergebnis des QFT-Tests basierte auf dem Algorithmus des Herstellers. Die

QFT-Unbestimmten wurden in die Analyse entweder als 'nicht positiv“ oder 'nicht negativ“einbezogen, je nachdem, ob die Sensitivität bzw. Spezifität von QFT berechnet wurde. Personen mit

Verdacht auf Tuberkulose wurden bei der Berechnung der Spezifität nicht berücksichtigt. Die

Spezifität wurde in der klinischen Studie TESEC-07 nicht bewertet, da die Studie bei Patientendurchgeführt wurde, bei denen kürzlich eine aktive Tuberkulose diagnostiziert wurde.

Unterstützende Analyse

Eine Post-hoc-Analyse der Daten aus den 3 zentralen klinischen Studien (TESEC-05, TESEC-06 und

TESEC-07) wurde durchgeführt, um die diagnostische Leistung von SIILTIBCY zu bewerten. Die

QFT-Unbestimmten wurden in die Analyse entweder als 'nicht positiv“ oder 'nicht negativ“einbezogen, je nachdem, ob die Sensitivität bzw. Spezifität von QFT berechnet wurde. Personen mit

Verdacht auf Tuberkulose wurden bei der Berechnung der Sensitivität oder Spezifität nichtberücksichtigt.

Sensitivität

Die Sensitivität wurde bei Probanden mit kulturbestätigter aktiver Tuberkuloseerkrankung in den

Studien TESEC-05 und TESEC-07 bewertet. Die Sensitivität von SIILTIBCY (n = 380) betrug 76,8 %(95%-KI: 72,6; 81,1) im Vergleich zu 68,0 % (95%-KI: 64,0; 72,0) für QFT (n = 516) und 85,2 %(95%-KI: 81,6; 88,8) für PPD (n = 378). Der prozentuale Unterschied in der Sensitivität betrug 8,8 %(95%-KI: 2,7; 14,9) im Vergleich zu QFT und -8,3 % (95%-KI: -14,2; -2,5) im Vergleich zu PPD.

Spezielle Populationen
Kinder und Jugendliche

Insgesamt 723 pädiatrische Probanden (32 Tage bis 2 Jahre: 115 Probanden; 2 bis 4 Jahre:156 Probanden; 5 bis 11 Jahre: 312 Probanden; 12 bis 17 Jahre: 140 Probanden) wurden in 2 Phase-3-

Studien (TESEC-05 und TESEC-06) mit dem Ziel eingeschlossen, die diagnostische Leistung und

Sicherheit von SIILTIBCY bei Kindern und Jugendlichen zu bewerten. Die pädiatrische Gruppeerhielt die gleiche Dosis SIILTIBCY wie die erwachsene Gruppe. Die Verhärtung wurde 2 bis 3 Tagenach der Verabreichung von SIILTIBCY gemessen und der Cut-off für einen positiven Test betrug≥ 5 mm.

Die Sensitivität und Spezifität von SIILTIBCY in verschiedenen Altersgruppen wurden in einergepoolten Post-hoc-Analyse der 3 zulassungsrelevanten klinischen Studien (TESEC-05, TESEC-06und TESEC-07) bewertet.

Bei Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren betrug die Sensitivität von SIILTIBCY (n = 5) 80,0 %(95%-KI: 44,9; 100,0) im Vergleich zu 66,7 % (95%-KI: 13,3; 100,0) für QFT (n = 3) und 60,0 %(95%-KI: 17,1; 100,0) für PPD (n = 5). Bei Personen im Alter von 11 bis 25 Jahren betrug die

Sensitivität von SIILTIBCY (n = 108) 81,5 % (95%-KI: 74,2; 88,8) im Vergleich zu 76,3 % (95%-KI:69,1; 83,5) für QFT (n = 135) und 90 % (95%-KI: 84,1; 95,9) für PPD (n = 100).

Bei Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren betrug die Spezifität von SIILTIBCY (n = 85) 81,2 %(95%-KI: 72,9; 89,5) im Vergleich zu 72,3 % (95%-KI: 62,7; 81,9) für QFT (n = 83) und 84,7 %(95%-KI: 77,1; 92,4) für PPD (n = 85). Bei Personen im Alter von 11 bis 25 Jahren betrug die Spezifität von

SIILTIBCY (n = 241) 98,3 % (95%-KI: 96,7; 100,0) im Vergleich zu 95,9 % (95%-KI: 93,3; 98,4) für QFT(n = 241) und 97,4 % (95%-KI: 95,1; 99,6) für PPD (n = 191).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Es wurde keine pharmakokinetische Studie durchgeführt. Da SIILTIBCY intradermal verabreichtwird, ist die Exposition überwiegend lokal und es wird nur eine sehr geringe systemische Wirkungerwartet.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf konventionellen Studien zur akuten Toxizität und zur Toxizität bei wiederholter Gabelassen die präklinischen Daten zu rdESAT-6 (subkutane Verabreichung an Ratten und Hunde) und der

Kombination rdESAT-6 + rCFP-10 (subkutane Verabreichung an Ratten) keine besonderen Gefahrenfür den Menschen erkennen.

Eine Studie zur embryofetalen Entwicklung mit der Kombination von rdESAT-6 + rCFP-10 und

Vehikelphenol 0,5 % (in der handelsüblichen Formulierung enthalten), die subkutan an Rattenverabreicht wurde, ergab weder maternale Toxizität noch embryofetale Auffälligkeiten. Die geschätztehumane Äquivalentdosis, bei der keine Wirkungen bei Ratten beobachtet wurden, betrug 4,64 µg/kgrdESAT-6 + rCFP-10 (mehr als das 2 700-Fache der Humandosis) in den Studien zur Toxizität beiwiederholter Gabe und 6,08 Mikrogramm (µg)/kg für rdESAT-6 + CFP-10 in der Studie zurembryofetalen Entwicklung (mehr als das 3 500-Fache der Humandosis).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat (E339)

Kaliumdihydrogenorthophosphat (E340)

Kaliumchlorid (E508)

Natriumchlorid

Polysorbat 20 (E432)

Phenol

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre.

Nach dem ersten Öffnen

Die chemische und physikalische Stabilität während der Anwendung wurde für 28 Tage bei 2 °C bis8 °C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht kann das Produkt nach dem Öffnen maximal 28 Tage bei 2 °C bis 8 °Cgelagert werden. Andere Aufbewahrungszeiten und -bedingungen liegen in der Verantwortung des

Anwenders.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C).

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

1 ml Lösung in einer klaren Mehrdosen-Durchstechflasche aus Glas mit Stopfen (Brombutylgummi)und einem Kunststoff-Flip-off-Verschluss mit Bördelkappe aus Aluminium. Jede Durchstechflascheenthält 10 Dosen zu 0,1 ml.

Packungsgrößen

* 1 Mehrdosen-Durchstechflasche

* Bündelpackung mit 10 (10 Packungen zu je 1) Mehrdosen-Durchstechflaschen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Nach der Entlassung sollten die Patienten angewiesen werden, die Injektionsstelle sauber zu halten.

Das Kratzen der Injektionsstelle sollte vermieden werden, aber im Falle von Juckreiz kann eine kalte

Kompresse angewendet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

Die Lösung ist zu entsorgen, wenn sichtbare Partikel zu beobachten sind.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Serum Life Science Europe GmbH

Ahrensburger Straße 130659 Hannover

Deutschland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/24/1882/001

EU/1/24/1882/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 13. Januar 2025

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.