Packungsbeilage SIBNAYAL 24 MEQ 24mEq(847mg+1582mg) Retardgranulat

Produktcode:
W69437001
Menge:
60
Angewendet bei:
Nierensteine; Alkalisierung des Urins
Art der Anwendung:
oral
Substanz:
Kaliumcitrat + Kaliumbicarbonat (Elektrolyte)
ATC
A12BA30 — Alimentäres System und Stoffwechsel | Kalium
Die Kombination aus Kaliumcitrat und Kaliumbicarbonat wird zur Behandlung von metabolischer Azidose und anderen Erkrankungen eingesetzt, die eine Alkalisierung des Urins erfordern. Sie hilft, die Säuregehalt des Urins zu reduzieren und die Bildung von Nierensteinen zu verhindern.

Das Medikament wird oral eingenommen, in der Regel zwei- bis dreimal täglich, wie vom Arzt verordnet. Es ist wichtig, die empfohlene Dosis einzuhalten und die Kaliumspiegel im Blut zu überwachen.

Nebenwirkungen können Übelkeit, Bauchbeschwerden oder Durchfall umfassen. In seltenen Fällen können Hyperkaliämie oder allergische Reaktionen auftreten.

Diese Kombination wird nicht für Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, Hyperkaliämie oder Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile empfohlen.

Allgemeine Daten zu SIBNAYAL 24 MEQ 24mEq(847mg+1582mg)

Substanz:
Kaliumcitrat + Kaliumbicarbonat
Datum der letzten Medikamentenliste:
01-10-2023
Produktcode:
W69437001
Konzentration:
24mEq(847mg+1582mg)
Darreichungsform:
Retardgranulat
Menge:
60
Produktart:
Originalpräparat
Abgabebedingungen:
P-RF — Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Marketing autorisation

Zulassungshersteller:
ELAIAPHARM - FRANTA
Zulassungsinhaber:
ADVICENNE - FRANTA
Zulassungsnummer:
1517/2021/07
Haltbarkeit:
4 Jahre

Verfügbare Konzentrationen für Kaliumcitrat + Kaliumbicarbonat

  • 24mEq(847mg+1582mg)
  • 8mEq(282mg+527mg)

Offizielle Dokumente

Zur Datenbank hinzugefügt:
03/05/2021
Quelldatensatz aktualisiert:
09/04/2026

Hinweise:

Milch, Kalzium, Eisen oder Antazida vermeiden

Nicht zusammen mit Milch, Kalzium, Eisen, Magnesium oder Antazida einnehmen, wenn ein Abstand empfohlen wird.

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SIBNAYAL 24 MEQ 24mEq(847mg+1582mg) Retardgranulat

Packungsbeilage SIBNAYAL 24 MEQ 24mEq(847mg+1582mg)

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Sibnayal 8 mEq Retardgranulat

Sibnayal 24 mEq Retardgranulat

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Sibnayal 8 mEq Retardgranulat

Ein Beutel enthält 282 mg Kaliumcitrat und 527 mg Kaliumhydrogencarbonat.

Dies entspricht 7,9 mEq Alkali (d. h. 2,6 mEq Citrat und 5,3 mEq Hydrogencarbonat) und 7,9 mEq

Kalium (d. h. 308 mg Kalium).

Sibnayal 24 mEq Retardgranulat

Ein Beutel enthält 847 mg Kaliumcitrat und 1.582 mg Kaliumhydrogencarbonat.

Dies entspricht 23,6 mEq Alkali (d. h. 7,8 mEq Citrat und 15,8 mEq Hydrogencarbonat) und 23,6 mEq

Kalium (d. h. 924 mg Kalium).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Retardgranulat

Grün Granulat (Kaliumcitrat) und weiß (Kaliumhydrogencarbonat), bikonvex, mit 2 mm Durchmesser.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Sibnayal ist angezeigt für die Behandlung der distalen renalen tubulären Azidose (dRTA) bei

Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab einem Jahr.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung hängt von Alter und Gewicht ab.

Bei Beginn der alkalisierenden Therapie sollte die nachstehend aufgeführte tägliche Anfangsdosis fürdie entsprechende Altersgruppe angewendet und schrittweise titriert werden, um die optimale Dosis zuerzielen, die eine angemessene metabolische Kontrolle der Azidose auf Basis des Plasma-Bicarbonat-

Spiegels ermöglicht.

- Erwachsene: Beginn der Behandlung mit 1 mEq/kg/Tag, mit maximaler Erhöhung/Senkung der

Dosis um 0,5 mEq/kg/Tag bis zum Erreichen der optimalen Dosis

- Jugendliche ab 12 Jahren: Beginn der Behandlung mit 1 mEq/kg/Tag, mit maximaler

Erhöhung/Senkung der Dosis um 1,0 mEq/kg/Tag bis zum Erreichen der optimalen Dosis

- Kinder im Alter von 4 bis einschließlich 11 Jahren: Beginn der Behandlung mit 2 mEq/kg/Tag,mit maximaler Erhöhung/Senkung der Dosis um 1,5 mEq/kg/Tag bis zum Erreichen deroptimalen Dosis

- Kinder im Alter von 1 bis einschließlich 3 Jahren: Beginn der Behandlung mit 4 mEq/kg/Tag,mit maximaler Erhöhung/Senkung der Dosis um 1,5 mEq/kg/Tag bis zum Erreichen deroptimalen Dosis

Bei Umstellung von einer anderen alkalisierenden Therapie auf Sibnayal sollte die Behandlung mit der

Zieldosis eingeleitet werden, die in der vorherigen Therapie angewendet wurde (in mEq/kg/Tag), undgegebenenfalls wie oben beschrieben titriert werden.

Die Höchstdosis, unabhängig von der Altersgruppe, beträgt entweder 10 mEq/kg/Tag oder täglichinsgesamt 336 mEq, je nachdem, welcher Wert der niedrigere ist.

Die tägliche Gesamtdosis sollte in zwei Gaben verabreicht werden. Bei jedem Patienten sollte die

Dosierung, die der Zieldosis am nächsten liegt, durch eine Kombination von ganzen Beuteln derbeiden verfügbaren Stärken festgelegt werden.

Bei Erbrechen innerhalb von zwei Stunden nach der Einnahme sollte der Patient eine weitere Dosiseinnehmen.

Die Anwendung dieses Arzneimittels muss medizinisch überwacht werden.

Versäumte Dosis

Wenn eine Dosis versäumt wurde, muss sie so bald wie möglich eingenommen werden. Wenn jedochdie nächste geplante Dosis in weniger als sechs Stunden fällig ist, muss die versäumte Dosisausgelassen werden.

Besondere Bevölkerungsgruppen
Ältere Menschen

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Niereninsuffizienz

Sibnayal sollte nur bei Personen mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von> 44 mL/min/1,73 m² angewendet werden. Bei Personen mit einer GFR zwischen 45 bzw59 mL/min/1,73 m² sollte, das Arzneimittel nur angewendet werden, wenn davon ausgegangen wird,dass der potenzielle Nutzen gegenüber den potenziellen Risiken überwiegt (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Dosierungsempfehlungen für Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion

GFR Behandlung von dRTAml/min/1,73 m²

* Kaliumplasmaspiegel im Normalbereich:

Eine regelmäßige Überwachung der Nierenfunktionsparameter und der

Kaliumblutspiegel ist bei der Anfangsdosis sowie nach jeder Dosiserhöhung45-59 oder im Falle einer Abnahme der GFR erforderlich. Die Häufigkeit richtetsich dann nach dem Ermessen des Arztes, liegt jedoch bei mindestenszweimal pro Jahr (siehe Abschnitt 4.4).

* Erhöhter Kaliumplasmaspiegel:

Kontraindiziert≤ 44 Kontraindiziert

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung besteht keine Notwendigkeit einer spezifischen täglichen

Dosisanpassung.
Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Kaliumcitrat/Kaliumhydrogencarbonat bei Kindern unter einem

Jahr ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die tägliche Gesamtdosis wird zweimal täglich im Abstand von zwölf Stunden verabreicht.

Das Arzneimittel ist oral mit einem großen Glas Wasser einzunehmen.

Falls erforderlich, kann die gesamte Dosis Granulat pro Einnahme in mehreren kleineren Teilmengengeschluckt werden, jedoch muss der Inhalt jedes Beutels vollständig eingenommen werden.

Die Dosen sollten vorzugsweise während der Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei Patienten, die das Granulat nicht wie oben beschrieben schlucken können, kann das Granulat mitkleinen Mengen weicher Nahrung (z. B. Fruchtpüree, Joghurt) gemischt werden (ohne es zuzerdrücken). Die Mischung des Arzneimittels mit weicher Nahrung muss sofort eingenommen werdenund darf nicht aufbewahrt werden. Die Mischung sollte unzerkaut geschluckt werden. Es ist darauf zuachten, dass das Arzneimittel nicht im Mund zurückbleibt.

Das Granulat darf keinesfalls mit heißer Nahrung, heißer Flüssigkeit oder Alkohol gemischt, zerkautoder zerkleinert werden, da dies die verzögerte Wirkstofffreisetzung beeinträchtigen und zu einerplötzlichen Freisetzung einer größeren Menge alkalisierender Wirkstoffe führen kann, die die

Wirksamkeit und Sicherheit des Produkts beeinträchtigen könnte (siehe Abschnitt 5.2).

Sibnayal-Granulat ist aufgrund des hohen Risikos einer Verstopfung der Sonden nicht für die

Verabreichung über Ernährungssonden geeignet.

4.3 Kontraindikationen

- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

- Niereninsuffizienz mit GFR ≤ 44 mL/min/1,73 m².

- Hyperkaliämie.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hyperkaliämie und Kardiotoxizität

Kaliumcitrat/Kaliumhydrogencarbonat sollte bei Patienten, die aufgrund einer Erkrankung anfällig füreine Hyperkaliämie sind, wie Niereninsuffizienz oder Crush-Syndrom, mit Vorsicht angewendetwerden, da ein weiterer Anstieg des Kaliumplasmaspiegels zu Herzstillstand führen kann. Bei Beginnder Behandlung sowie nach einer Dosiserhöhung oder im Falle einer Verschlechterung dervorbestehenden Erkrankung ist bei Risikopatienten eine engmaschige Überwachung des

Kaliumplasmaspiegels erforderlich. Danach richtet sich die Häufigkeit der Überwachung nach dem

Ermessen des Arztes, sie muss jedoch mindestens zweimal pro Jahr erfolgen.

Es sollte in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die den Kaliumplasmaspiegel erhöhen oder zu

Herzrhythmusstörungen führen können, mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Das Arzneimittel sollte bei Patienten mit Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, wie Malabsorption,verzögerte Magenentleerung, Diarrhö, Nausea und Erbrechen, mit Vorsicht angewendet werden, dadiese Erkrankungen die Wirksamkeit und Sicherheit beeinflussen könnten.

In solchen Fällen sollten die Blut-Bicarbonatspiegel regelmäßig überwacht und die Dosis so angepasstwerden, dass sie im Normalbereich bleiben.

Die Matrix des Granulats findet sich im Stuhl wieder, was die Wirksamkeit oder Sicherheit von des

Arzneimittels nicht beeinträchtigt.

Niereninsuffizienz

Kaliumcitrat/Kaliumhydrogencarbonat sollte nur bei Personen mit einer glomerulären Filtrationsrate(GFR) von > 44 mL/min/1,73 m² angewendet werden. Bei Personen mit GFR zwischen 45 und59 mL/min/1,73 m² sollte, das Arzneimittels nur angewendet werden, wenn davon auszugehen ist,dass der potenzielle Nutzen gegenüber den potenziellen Risiken überwiegt. Bei diesen Patienten solltedie Dosierung unter regelmäßiger Überwachung des Bicarbonat- und des Kaliumplasmaspiegelsangepasst werden (siehe Abschnitt 4.2). Besondere Vorsicht ist bei älteren Patienten geboten, deren

Nierenfunktion möglicherweise herabgesetzt ist.

Kaliumgehalt

Sibnayal 8 mEq enthält 308 mg Kalium pro Beutel. Dies ist zu berücksichtigen, wenn der Patient einereduzierte Nierenfunktion aufweist oder eine kaliumkontrollierte Diät einhält.

Sibnayal 24 mEq enthält 924 mg Kalium pro Beutel. Dies ist zu berücksichtigen, wenn der Patienteine reduzierte Nierenfunktion aufweist oder eine kaliumkontrollierte Diät einhält.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt.

Arzneimittel, die den Kaliumplasmaspiegel erhöhen oder Hyperkaliämie induzieren können

Die gleichzeitige Anwendung von Kaliumcitrat/Kaliumhydrogencarbonat mit Arzneimitteln‚ die den

Kaliumspiegel erhöhen oder Hyperkaliämie induzieren können (z. B. ACE-Hemmer, kaliumsparende

Diuretika, Kaliumergänzungsmittel, Salzersatzprodukte mit Kalium, Ciclosporin oder andere

Arzneimittel wie Heparin-Natrium oder nichtsteroidale Entzündungshemmer), erfordert eine

Überwachung des Kaliumplasmaspiegels (siehe Abschnitt 4.4).

Arzneimittel, die von Kaliumstörungen im Plasma beeinflusst werden

Wird das Arzneimittel mit Arzneimitteln verabreicht, die von Kaliumstörungen im Plasma beeinflusstwerden (z. B. Digitalisglycoside, Kortikosteroide, Antiarrhythmika wie Chinidin, Amiodaron,

Chlorpromazin, Cisaprid oder Sparfloxacin), wird aufgrund des potenziellen Risikos einerproarrhythmischen Wirkung eine regelmäßige Überwachung des Kaliumplasmaspiegels sowie des

EKGs empfohlen.

Arzneimittel, die von einem erhöhten pH-Wert im Urin beeinflusst werden

Patienten mit dRTA haben aufgrund ihrer Protonensekretionsstörung einen alkalischen Urin. Dieskann die Ausscheidung des Arzneimittels über den Urin beeinflussen (wie z. B. eine erhöhte

Elimination von Salicylaten, Tetrazyklinen und Barbituraten sowie eine verringerte Elimination von

Chinidin) oder die Wirksamkeit von Methenamin herabsetzen. Da das Arzneimittel den pH-Wert im

Urin geringfügig erhöhen kann, kann die Wechselwirkung von alkalischem Urin mit diesen

Arzneimitteln verstärkt werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (weniger als 300

Schwangerschaftsausgänge) mit der Anwendung von Kaliumcitrat/Kaliumhydrogencarbonat bei

Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche

Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).

Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Sibnayal während der Schwangerschaft vermiedenwerden, es sei denn, der erwartete Nutzen überwiegt gegenüber den potenziellen Risiken.

Während der Schwangerschaft und in noch stärkerem Maße während der Entbindung ist bei dRTA-

Patientinnen ein höheres Risiko mit einer potenziell schweren Azidose und Hypokaliämie als mit einer

Alkali-Behandlung verbunden; dennoch könnte bei Frauen mit Problemschwangerschaften einerhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Hyperkaliämie bestehen, wenn die Kaliumaufnahme hochist.

Stillzeit

Kalium/metaboliten gehen in die Muttermilch über; bei therapeutischen Dosen von Sibnayal sindjedoch keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kleinkind zu erwarten.

Sibnayal kann während der Stillzeit angewendet werden.

Fertilität

Es ist nicht bekannt, dass Kaliumcitrat und Kaliumhydrogencarbonat die Fertilität beeinträchtigen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Sibnayal hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Abdominalschmerzen (14 %, sehr häufig),

Oberbauchschmerzen (8 %, häufig) und gastrointestinale Schmerzen (2 %, häufig).

Nausea (2 %, häufig) kann zu Beginn der Therapie auftreten.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Liste der Nebenwirkungen basiert auf den Erfahrungen aus klinischen Studien.

Die Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen sind folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥1/10);häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1 000 bis <1/100); selten (≥1/10 000 bis <1/1 000) undsehr selten (<1/10 000). Innerhalb jeder Häufigkeitsklasse werden Nebenwirkungen in absteigender

Reihenfolge ihrer Schwere dargestellt:

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Erkrankungen des sehr häufig Abdominalschmerzen

Gastrointestinaltrakts häufig Oberbauchschmerzen, Diarrhö, Dyspepsie,

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts,gastrointestinale Schmerzen, Nausea und

Erbrechen
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gastrointestinale Schmerzen, Abdominalschmerzen und Oberbauchschmerzen waren im Allgemeinenleicht oder mittelschwer und klangen innerhalb von 24 Stunden wieder ab, ohne dass die Behandlungverändert oder beendet werden musste. Auch alle anderen gastrointestinalen Nebenwirkungen(Dyspepsie, Erbrechen, Diarrhö) waren von leichter oder mittelschwerer Intensität und klangeninnerhalb von 1 bis 3 Tagen ohne Veränderung oder Unterbrechung der Behandlung ab.

Kinder und Jugendliche

In klinischen Studien waren die Zahlen zwar gering, aber das Sicherheitsprofil der behandelten

Patienten war bei Erwachsenen (N = 16 gesunde Probanden und 7 dRTA-Patienten) und Kindern und

Jugendlichen (N = 27, darunter 10 Jugendliche (12-17 Jahre einschließlich), 14 Kinder (4-11 Jahreeinschließlich) und 3 Kleinkinder (6 Monate bis 3 Jahre) vergleichbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang°V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es liegen Berichte über eine abführende Wirkung nach oraler Überdosierung einzelner alkalisierender

Salze vor.

Eine akute, massive Aufnahme von Kalium kann zu Hyperkaliämie führen, die wiederum Nausea,

Erbrechen und Durchfall, in schweren Fällen auch Parästhesie, Muskelschwäche, geistige

Verwirrtheit, elektrokardiografische Anomalien (hohe und symmetrische T-Wellen),

Herzrhythmusstörungen, atrioventrikulären Block und Herzversagen verursacht. Hyperkaliämie ist bei

Patienten mit zugrunde liegender Niereninsuffizienz besonders besorgniserregend.

Im Fall einer schweren Hyperkaliämie sollten die Patienten überwacht werden (zumeist

Kaliumplasmaspiegel und EKG) und eine geeignete symptomatische und unterstützende Therapie inspezialisierten Einrichtungen eingeleitet werden, in denen Notfallbehandlungen durchgeführt werden,die zu einer raschen Elimination des Kaliums führen, wie Ionenaustauscherharz, eine Kombinationvon Insulin-Dextrose oder β2-Mimetika (Salbutamol) oder Hämodialyse.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Mineralstoffe, Kalium (verschiedene Salze in Kombination), ATC-

Code: A12BA30.

Wirkmechanismus

Kaliumcitrat/Kaliumhydrogencarbonat ist ein Fixdosis-Kombinationspräparat aus Kaliumcitrat und

Kaliumhydrogencarbonat (auch bekannt als Kaliumbicarbonat) in Form eines Retardgranulats.

Die pharmakologischen Eigenschaften hängen direkt mit der Fähigkeit von Kaliumcitrat und

Kaliumhydrogencarbonat zur Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen Elektrolythaushalts zusammen.

Beide wirken als alkalisierende Mittel und puffern die metabolische Azidose. Sibnayal liefert eine

Kaliumquelle zur Behandlung von Hypokaliämie. Zudem wirkt Citrat auch als

Calciumchelationsmittel.

Pharmakodynamische Wirkungen

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, zweiphasigen, unvollständigen

Crossover-Studie an gesunden Erwachsenen wurde gezeigt, dass Sibnayal bei Dosen von 1,0 bis2,9 mEq/kg/Tag über 5 Tage den pH-Wert im Urin (Marker für die alkalisierende Wirkung beigesunden Probanden) mit einer dosisproportionalen Wirkung im Vergleich zu Placebo erhöht. Die

Wirkung wurde in allen bewerteten Dosen über 12 Stunden aufrechterhalten.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sibnayal zur Behandlung von dRTA wurde in einer offenen,sequenziellen Multicenterstudie bewertet; diese umfasste 37 Patienten mit bestätigter dRTA-Diagnose(7 Erwachsene, 10 Jugendliche (12-17 Jahre), 15 Kinder (4-11 Jahre), 5 Kleinkinder (1-4 Jahre), diemit ihrem dem Behandlungsstandard (SoC) entsprechenden kurzwirkenden alkalisierenden Mitteln mitwiederholter täglicher Einnahme behandelt wurden. Die Patienten setzten ihre SoC-Behandlung über 5

Tage (n = 35) fort; danach erhielten sie zweimal täglich Sibnayal, zunächst titriert, um die optimale

Dosis zu ermitteln (bis zu 30 Tage), und anschließend 5 Tage lang diese optimale Dosis (n = 32).

Bei Sibnayal zeigte der primäre Endpunkt, dass der Mittelwert (SD) des Plasma-Bicarbonatspiegelsvor der Gabe (pre-dose level) über 3 Behandlungstage im Steady-State 23,1 (1,62) mmol/l betrug,wobei 90 % (26/29) der Patienten im 3-Tage-Mittel normale Bicarbonatspiegel erreichten. Diese

Wirkung hielt im Allgemeinen während einer Behandlungsdauer von 24 Monaten an, wobei jedocheinige Schwankungen bei einer Ansprechrate von 56-92 % beobachtet wurden. Der mittleregemessene Kaliumgehalt im Plasma betrug 4,0 (0,44) mmol/l, wobei 83 % (24/29) der Patienten

Normwerte aufwiesen.

Mit SoC ergab sich ein mittlerer Plasma-Bicarbonatspiegel (SD) vor der Gabe (pre-dose level) über 3

Behandlungstage im Steady-State von 21,7 (3,06) mmol/l, wobei 45 % (13/29) der Patienten normale

Werte erreichten. Der mittlere gemessene Kaliumgehalt im Plasma betrug 3,8 (0,44) mmol/l, wobei82 % normale Werte aufwiesen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Sibnayal ist eine Retardgranulat-Formulierung für einen 12-stündigen Behandlungszeitraum nach

Verabreichung.

Die pharmakokinetischen Merkmale von Citrat, Bicarbonat und Kalium basieren auf der Literatur.

Resorption

Orales Citrat wird bei einem pH-Wert zwischen 4,8 und 6,4 entlang des oberen Dünndarms(Duodenum, oberes Jejunum) resorbiert. Unter diesen Umständen erfolgt die intestinale Resorptionvon Citrat schnell und nahezu vollständig.

Orales Bicarbonat wird im gesamten Gastrointestinaltrakt resorbiert. Bicarbonat neutralisiert die

Magensäure unter Produktion von CO2 ‚das über die Atemwege ausgeschieden wird. Nicht an dieser

Reaktion beteiligtes Bicarbonat wird schnell von der Darmschleimhaut resorbiert.

Die Kaliumionen werden vollständig resorbiert, unabhängig von der konsumierten Menge. Der

Großteil der Kaliumresorption erfolgt im Dünndarm, hauptsächlich durch passive Diffusion.

Verteilung und Biotransformation

Der Großteil des Citrats im Blut zirkuliert ungebunden und das verbleibende Citrat bildet Komplexemit Kalzium, Kalium oder Natrium. Das Citration aus oralen Alkalicitraten wird in einem oxidativen

Stoffwechselvorgang zu Kohlendioxid (CO2) oder Bicarbonat abgebaut. Folglich ist mit seiner

Verstoffwechselung eine alkalisierende Wirkung assoziiert. Die Aufnahme von 36 mmol Citrat (d. h.108 mEq) entspricht weniger als 2 % des täglichen Umsatzes von Citrat, das am Energiestoffwechselim Körper beteiligt ist.

Das resorbierte Bicarbonat verteilt sich wie das endogene Bicarbonat in den intra- und extrazellulären

Kompartimenten des Organismus. Bicarbonat wird nicht wirklich verstoffwechselt. Bicarbonatbefindet sich jedoch im Gleichgewicht mit Wasserstoffionen und Kohlendioxid und reguliert durchseine Konzentration das Säure-Basen-Gleichgewicht.

Kalium wird aus extrazellulären Flüssigkeiten in die intrazelluläre Flüssigkeit aufgenommen und seine

Verteilung zwischen Zellen wird streng kontrolliert, wobei nur 1,5-2,5 % des gesamten Körperkaliumsin der Extrazellulärflüssigkeit enthalten sind. Ein großer Teil der Kaliumlast im Körper (98 %)befindet sich in Muskeln und Skelett, außerdem ist es in hohen Konzentrationen im Blut, im

Zentralnervensystem sowie in Darm, Leber, Lunge und Haut vorhanden. Ein aktives

Ionentransportsystem erhält das Gefälle durch die Plasmamembran aufrecht.

Elimination

Citrat wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. In dreiwertiger Form wird es frei durch denrenalen Glomerulus filtriert. Die Resorption von Alkalien aus der Nahrung erhöht die

Citratausscheidung, indem es dessen Reabsorption auf mitochondrialer Ebene hemmt und dessen

Sekretion durch das Nephron erhöht.

Bicarbonat stellt eine alkalische Belastung dar und regt daher eine vermehrte Harnausscheidung von

Citrat an. Außerdem findet eine verstärkte Ausscheidung von Bicarbonat über den Urin statt.

Bicarbonat kann auch teilweise über die Atemwege (in Form von CO2) ausgeschieden werden. Kaliumwird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden (90 %). Der Rest wird über die Faecesausgeschieden, kleine Mengen können zudem mit dem Schweiß ausgeschieden werden.

Besondere Patientengruppen
Niereninsuffizienz

Die Pharmakokinetik des Kaliums kann bei Patienten mit Niereninsuffizienz, bei denen dieglomeruläre Filtration des Kaliums weniger aktiv ist verändert sein.

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörung, bei übergewichtigen oder fettleibigen Patienten geht manvon einer unveränderten Pharmakokinetik aus.

Andere besondere Patientengruppen

Die Pharmakokinetik des Kaliums kann bei Herzpatienten, die eine Anfälligkeit für Hyperkaliämieaufweisen, und bei Patienten, die an Störungen der Nebennierenrinde leiden, mit erhöhtem Risikoeiner Hyperkaliämie verändert sein.

Die Pharmakokinetik von Citrat, Bicarbonat und/oder Kalium kann bei Patienten mit Störungen des

Gastrointestinaltrakts (z. B. Malabsorption, verzögerte Magenentleerung, ösophageale Dysphagie,

Darmverschluss oder andere chronische Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts) verändert sein, wasdie Resorption beeinflussen könnte.

Wechselwirkungen mit Alkohol

Wenn Kaliumcitrat/Kaliumhydrogencarbonat in vitro mit Alkohol gemischt wird‚ beschleunigt sichdie Auflösung des Granulats, sodass es zu einem Verlust der Retardwirkung kommen kann (siehe

Abschnitt 4.2).

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potentiallassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Kerngranula

Hypromellose (E464)

Mikrokristalline Cellulose (E460(i))

Glyceroldibehenat (Ph.Eur.)

Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E470b)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Schweres Magnesiumoxid (E530)

Beschichtung

Ethylcellulose (E462)

Chlorophyllin (E140 (ii))

Technisches Mittel (auf beschichtetem Granulat)

Talkum

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

5 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Beutel aus dreilagiger Folie (Polyethylenterephthalat (Polyester)/Aluminium/Polyethylen niedriger

Dichte), versiegelt für den einmaligen Gebrauch.

Sibnayal 8 mEq Retardgranulat

Packung mit 60 Beuteln.

Mehrfachpackungen mit 120 Beuteln (2 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 180 Beuteln (3 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 240 Beuteln (4 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 300 Beuteln (5 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 360 Beuteln (6 Packungen mit je 60 Beuteln).

Sibnayal 24 mEq Retardgranulat

Packung mit 60 Beuteln.

Mehrfachpackungen mit 120 Beuteln (2 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 180 Beuteln (3 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 240 Beuteln (4 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 300 Beuteln (5 Packungen mit je 60 Beuteln).

Mehrfachpackungen mit 360 Beuteln (6 Packungen mit je 60 Beuteln).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Nach Öffnen des Beutels nicht verwendeten Inhalt entsorgen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

ADVICENNE262 rue du Faubourg Saint Honoré75008 Paris

Frankreich

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

Sibnayal 8 mEq Retardgranulat

EU/1/20/1517/001-006

Sibnayal 24 mEq Retardgranulat

EU/1/20/1517/007-012

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. April 2021

Datum der letzten Verlängerung: 08. Januar 2026

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

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