Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels SEEBRI BREEZHALER 44mcg kapseln mit inhalationspulver
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Seebri Breezhaler 44 Mikrogramm, Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Kapsel enthält 63 Mikrogramm Glycopyrroniumbromid, entsprechend 50 Mikrogramm
Glycopyrronium.
Jede abgegebene Dosis (d. h. die Dosis, die aus dem Mundstück des Inhalators abgegeben wird)enthält 55 Mikrogramm Glycopyrroniumbromid, entsprechend 44 Mikrogramm Glycopyrronium.
Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter WirkungJede Kapsel enthält 23,6 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Hartkapsel mit Pulver zur Inhalation (Pulver zur Inhalation).
Transparente orangefarbene Kapseln, die ein weißes Pulver enthalten. Die Kapseln sind schwarzbedruckt mit einem Balken, dem Produktcode 'GPL50“ darüber und dem Firmenlogo ( ) darunter.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Seebri Breezhaler ist für die bronchialerweiternde Erhaltungstherapie zur Symptomlinderung beierwachsenen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) angezeigt.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosis besteht aus der einmal täglichen Inhalation des Inhalts einer Kapsel mit dem
Seebri Breezhaler Inhalator.
Es wird empfohlen, Seebri Breezhaler jeden Tag zur gleichen Tageszeit anzuwenden. Wenn eine
Dosis ausgelassen wurde, ist die nächste Dosis so bald wie möglich anzuwenden. Der Patient istanzuweisen, nicht mehr als eine Dosis pro Tag anzuwenden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei älteren Patienten (ab 75 Jahren) kann Seebri Breezhaler in der empfohlenen Dosierungangewendet werden (siehe Abschnitt 4.8).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung kann Seebri Breezhaler in derempfohlenen Dosierung angewendet werden. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oderterminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz ist Seebri Breezhaler nur anzuwenden, wenn dererwartete Nutzen die möglichen Risiken überwiegt, da die systemische Exposition gegenüber
Glycopyrronium in dieser Patientengruppe erhöht sein kann (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
LeberfunktionsstörungZu Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen keine Studien vor. Glycopyrronium wirdvorwiegend renal ausgeschieden, daher ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion keinewesentliche Erhöhung der Wirkstoffexposition zu erwarten. Für Patienten mit Leberfunktionsstörungist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Seebri Breezhaler bei Kindern und Jugendlichen (unter18 Jahren) in der Indikation COPD.
Art der AnwendungNur zur Inhalation.
Die Kapseln dürfen nur mit dem Seebri Breezhaler Inhalator angewendet werden (siehe
Abschnitt 6.6).
Die Kapseln dürfen erst unmittelbar vor der Anwendung aus der Blisterpackung entnommen werden.
Die Kapseln dürfen nicht geschluckt werden.
Der Patient ist in die sachgerechte Anwendung des Arzneimittels einzuweisen. Patienten, die keine
Verbesserung bei der Atmung feststellen, sollten befragt werden, ob sie das Arzneimittel schluckenanstatt es zu inhalieren.
Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nicht zur Akuttherapie
Seebri Breezhaler ist zur einmal täglichen Anwendung als Langzeit-Erhaltungstherapie bestimmt undnicht zur Initialtherapie akuter Episoden von Bronchospasmen im Sinne einer Notfallmedikation.
ÜberempfindlichkeitEs wurde über plötzliche Überempfindlichkeitsreaktionen nach der Verabreichung von Seebri
Breezhaler berichtet. Falls Anzeichen auftreten, die auf eine allergische Reaktion hindeuten,insbesondere Angioödeme (einschließlich Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken, ein
Anschwellen von Zunge, Lippen und Gesicht), Urtikaria oder Hautausschlag, muss die Behandlungsofort abgesetzt und eine alternative Therapie eingeleitet werden.
Paradoxer Bronchospasmus
In klinischen Studien mit Seebri Breezhaler wurden keine Fälle von paradoxem Bronchospasmusbeobachtet. Unter anderen Inhalationstherapien sind jedoch paradoxe Bronchospasmen aufgetreten;diese können lebensbedrohlich sein. Sollte ein paradoxer Bronchospasmus auftreten, muss die
Behandlung sofort abgesetzt und eine alternative Therapie eingeleitet werden.
Anticholinerge Wirkung
Seebri Breezhaler ist bei Patienten mit Engwinkelglaukom oder Harnverhalt nur unter besonderer
Vorsicht anzuwenden.
Die Patienten sind über die Krankheitszeichen und Symptome eines akuten Engwinkelglaukomsaufzuklären und anzuweisen, die Anwendung von Seebri Breezhaler sofort zu beenden und ärztliche
Hilfe zu suchen, sobald sie eines dieser Krankheitszeichen oder Symptome bei sich bemerken.
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung war eine moderate mittlere
Erhöhung der systemischen Gesamtexposition (AUClast) bis auf das 1,4-Fache, bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung und terminaler Niereninsuffizienz bis auf das 2,2-Fache zubeobachten. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzte glomeruläre
Filtrationsrate unter 30 ml/min/1,73 m2), einschließlich dialysepflichtiger Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz, ist Seebri Breezhaler nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen
Risiken überwiegt (siehe Abschnitt 5.2). Diese Patienten sind engmaschig auf eventuelle
Nebenwirkungen zu überwachen.
Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Vorgeschichte
Patienten mit instabiler ischämischer Herzerkrankung, linksventrikulärer Herzinsuffizienz, früherem
Myokardinfarkt, Arrhythmien (mit Ausnahme von chronisch stabilem Vorhofflimmern), früherem
Long-QT-Syndrom oder verlängerter QT-Zeit nach der Fridericia-Methode (>450 ms für Männer oder>470 ms für Frauen) wurden von den klinischen Studien ausgeschlossen, weshalb die Erfahrungen mitdiesen Patientengruppen limitiert sind. Seebri Breezhaler ist bei diesen Patientengruppen mit Vorsichteinzusetzen.
Sonstige BestandteilePatienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-
Galactose-Malabsorption sollten Seebri Breezhaler nicht anwenden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die gleichzeitige Anwendung von Seebri Breezhaler und anderen Anticholinergika enthaltenden
Arzneimitteln ist nicht untersucht worden und wird daher nicht empfohlen.
Obwohl keine formalen Wechselwirkungsstudien durchgeführt wurden, wurde Seebri Breezhaler ohneklinischen Nachweis von Arzneimittelwechselwirkungen gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, diehäufig bei der Behandlung von COPD eingesetzt werden, angewendet. Dazu gehörensympathomimetische Bronchodilatatoren, Methylxanthine und orale sowie inhalative Steroide.
In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden bewirkte Cimetidin - ein Inhibitor des organischen
Kationentransports, der mutmaßlich an der renalen Ausscheidung von Glycopyrronium beteiligt ist -eine Erhöhung der Gesamtexposition (AUC) von Glycopyrronium um 22 % und eine Verringerungder renalen Clearance um 23 %. Basierend auf dem Ausmaß dieser Veränderungen sind beigleichzeitiger Anwendung von Glycopyrronium und Cimetidin oder anderen Inhibitoren desorganischen Kationentransports keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zu erwarten.
Die gleichzeitige Anwendung von Glycopyrronium und oral inhaliertem Indacaterol, einem beta2-adrenergen Agonisten, zeigte unter Steady-State-Bedingungen beider Wirkstoffe keinenwechselseitigen Einfluss auf die Pharmakokinetik der beiden Arzneimittel.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Seebri Breezhaler bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Glycopyrronium istwährend der Schwangerschaft nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen für die Patientin daspotenzielle Risiko für den Fetus rechtfertigt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Glycopyrroniumbromid in die Muttermilch übergeht. Jedoch ging
Glycopyrroniumbromid (einschließlich seiner Metaboliten) in die Milch laktierender Ratten über(siehe Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Glycopyrronium bei stillenden Frauen ist nur in Betrachtzu ziehen, wenn der erwartete Nutzen für die Frau größer ist als alle eventuellen Risiken für den
Säugling (siehe Abschnitt 5.3).
FertilitätStudien zur Reproduktionstoxizität und andere tierexperimentelle Daten geben keine Hinweise auf
Bedenken hinsichtlich der männlichen oder weiblichen Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenGlycopyrronium hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigste anticholinerge Nebenwirkung war Mundtrockenheit (2,4 %). Für die Mehrheit dergemeldeten Fälle von Mundtrockenheit wurde ein Zusammenhang mit dem Arzneimittel vermutet undder Schweregrad als gering eingestuft. Schwerwiegende Fälle wurden nicht gemeldet.
Auch darüber hinaus wird das Sicherheitsprofil durch Symptome gekennzeichnet, die mit deranticholinergen Wirkung zusammenhängen, einschließlich Anzeichen für Harnverhalt, diegelegentlich auftraten. Gastrointestinale Auswirkungen, einschließlich Gastroenteritis und Dyspepsie,wurden ebenfalls beobachtet. Als Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der lokalen Verträglichkeittraten Reizungen im Rachenraum, Nasopharyngitis, Rhinitis und Sinusitis auf.
Tabellarische Zusammenfassung von Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen, die in den ersten 6 Monaten zweier zusammengefasster pivotaler Phase-III-
Studien von 6 bzw. 12 Monaten Dauer beobachtet wurden, sind nachstehend nach MedDRA-
Organsystemklassen geordnet aufgeführt (Tabelle 1). Innerhalb jeder Organsystemklasse sind die
Nebenwirkungen in abnehmender Reihenfolge ihrer Häufigkeit angegeben. Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen in abnehmender Reihenfolge ihres Schweregradesangegeben. Dabei basieren die jeweiligen Häufigkeitsangaben der Nebenwirkungen auf folgender
Konvention: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten(≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1 Nebenwirkungen
Nebenwirkungen Häufigkeitskategorie
Infektionen und parasitäre ErkrankungenNasopharyngitis1) Häufig
Rhinitis Gelegentlich
Zystitis Gelegentlich
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeit Gelegentlich
Angioödeme2) Gelegentlich
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHyperglykämie Gelegentlich
Psychiatrische ErkrankungenSchlaflosigkeit Häufig
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen3) Häufig
Hypoästhesie Gelegentlich
HerzerkrankungenVorhofflimmern Gelegentlich
Palpitationen Gelegentlich
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und
Mediastinums
Sinus-Sekretstauung Gelegentlich
Husten mit Auswurf Gelegentlich
Rachenreizung Gelegentlich
Epistaxis Gelegentlich
Dysphonie2) Gelegentlich
Paradoxer Bronchospasmus2) Nicht bekannt
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsMundtrockenheit Häufig
Gastroenteritis Häufig
Übelkeit2) Gelegentlich
Erbrechen1) 2) Gelegentlich
Dyspepsie Gelegentlich
Karies Gelegentlich
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesAusschlag Gelegentlich
Pruritus2) Gelegentlich
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Schmerzen des Bewegungsapparats1) 2) Häufig
Schmerz in einer Extremität Gelegentlich
Brustschmerzen die Skelettmuskeln betreffend Gelegentlich
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHarnwegsinfektion3) Häufig
Dysurie Gelegentlich
Harnretention Gelegentlich
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am
Verabreichungsort
Ermüdung Gelegentlich
Asthenie Gelegentlich1) Nur in der 12-Monats-Datenbank häufiger unter Glycopyrronium als unter Placebo.
2) Nach der Markteinführung wurden Berichte in Verbindung mit der Anwendung von Seebri
Breezhaler erhalten. Dies waren Spontanberichte aus einer Population unbekannter Größe und daherist es nicht immer möglich, die Häufigkeit zuverlässig zu bestimmen oder den Nachweis eines kausalen
Zusammenhangs zur Anwendung eines Arzneimittels zu erbringen. Daher wurde die Häufigkeitbasierend auf den Daten klinischer Studien berechnet.
3) Nur bei älteren Patienten (>75 Jahre) häufiger beobachtet unter Glycopyrronium als unter
Placebo.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIn der zusammengefassten 6-Monats-Datenbank betrugen unter Seebri Breezhaler gegenüber Placebodie Häufigkeiten von Mundtrockenheit 2,2 % bzw. 1,1 %, von Insomnie 1,0 % bzw. 0,8 % und von
Gastroenteritis 1,4 % bzw. 0,9 %.
Mundtrockenheit wurde vor allem während der ersten 4 Wochen der Behandlung beobachtet, dabeibetrug die durchschnittliche Dauer bei der Mehrheit der Patienten 4 Wochen. In 40 % der Fälle hieltendie Symptome jedoch über den gesamten Zeitraum von 6 Monaten an. Im 7. bis 12. Monat traten keineneuen Fälle von Mundtrockenheit auf.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Hohe Dosen von Glycopyrronium können zu anticholinergen Anzeichen und Symptomen führen, fürdie eine symptomatische Behandlung angezeigt sein kann.
Eine akute Intoxikation nach versehentlicher oraler Einnahme der Seebri Breezhaler Kapseln istunwahrscheinlich, da die orale Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs gering ist (rund 5 %).
Der Spitzen-Plasmaspiegel und die systemische Gesamtexposition nach intravenöser Gabe von150 Mikrogramm Glycopyrroniumbromid (entspricht 120 Mikrogramm Glycopyrronium) betrugen beigesunden Probanden etwa das 50- bzw. 6-Fache der entsprechenden Steady-State-Werte derempfohlenen Dosis Seebri Breezhaler (44 Mikrogramm einmal täglich) und wurden gut vertragen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen, Anticholinergika,
ATC-Code: R03BB06
WirkmechanismusGlycopyrronium ist ein inhalativer, langwirksamer Muskarinrezeptorantagonist (Anticholinergikum)zur einmal täglichen bronchialerweiternden Erhaltungstherapie bei COPD. Die parasympathischen
Nervenbahnen sind der wichtigste Signalpfad für die Bronchokonstriktion in den Atemwegen, und dercholinerge Tonus ist die maßgebliche reversible Komponente der Atemwegsobstruktion bei COPD.
Die Wirkung von Glycopyrronium beruht darauf, dass die bronchokonstriktive Wirkung von
Acetylcholin auf die glatten Muskelzellen der Atemwege blockiert wird, wodurch die Atemwegegeweitet werden.
Glycopyrroniumbromid ist ein hochaffiner Antagonist des Muskarinrezeptors. In Radioligand-
Bindungsstudien wurde nachgewiesen, dass der Wirkstoff eine mehr als 4-fach erhöhte Selektivität fürden menschlichen M3-Rezeptor im Vergleich zum menschlichen M2-Rezeptor besitzt.
Glycopyrroniumbromid hat einen schnellen Wirkungseintritt, der durch die beobachteten kinetischen
Parameter der Rezeptor-Assoziation und -Dissoziation sowie den schnellen Wirkungseintritt nach
Inhalation in klinischen Studien belegt ist.
Die lange Wirkungsdauer ist zum Teil auf die anhaltend hohe Wirkstoffkonzentration in der Lungezurückzuführen, die sich in der verlängerten terminalen Eliminationshalbwertszeit von
Glycopyrronium nach Inhalation mit dem Seebri Breezhaler Inhalator im Vergleich zur Halbwertszeitnach intravenöser Anwendung widerspiegelt (siehe Abschnitt 5.2).
Pharmakodynamische WirkungenDas klinische Entwicklungsprogramm der Phase III umfasste zwei Phase-III-Studien: eine 6-monatigeplacebokontrollierte Studie und eine 12-monatige placebo- und aktiv kontrollierte Studie (nichtverblindetes Tiotropium 18 Mikrogramm einmal täglich), beide mit Patienten mit klinischdiagnostizierter mittelschwerer bis schwerer COPD.
Auswirkungen auf die Lungenfunktion
Seebri Breezhaler 44 Mikrogramm einmal täglich bewirkte in mehreren klinischen Studiendurchgängig statistisch signifikante Verbesserungen der Lungenfunktion (forciertes exspiratorisches
Volumen in einer Sekunde, FEV1, forcierte Vitalkapazität, FVK und inspiratorische Kapazität, IK). Inden Phase-III-Studien setzte die bronchodilatatorische Wirkung innerhalb von 5 Minuten nach derersten Dosis ein und hielt ab der ersten Dosis über das gesamte 24-Stunden-Dosierungsintervall an.
Eine Abschwächung der bronchodilatatorischen Wirkung mit der Zeit war weder in der 6- noch in der12-monatigen Studie zu beobachten. Das Ausmaß des Effekts war abhängig vom ursprünglichen Gradder Reversibilität der Atemwegseinschränkung (diese wurde durch Gabe eines kurzwirksamenbronchialerweiternden Muskarinantagonisten getestet): Patienten mit dem geringsten ursprünglichen
Grad der Reversibilität (<5 %) zeigten im Allgemeinen eine geringere bronchodilatatorische Reaktionals Patienten mit einem ursprünglich höheren Grad der Reversibilität (≥5 %). Nach 12 Wochen(primärer Endpunkt) bewirkte Seebri Breezhaler im Vergleich zu Placebo (beide p < 0,05) eine
Erhöhung des Trough-FEV1 um 72 ml bei Patienten mit dem geringsten Grad der Reversibilität(<5 %) und um 113 ml bei Patienten mit einem höheren ursprünglichen Grad der Reversibilität(≥5 %).
In der 6-monatigen Studie bewirkte Seebri Breezhaler nach der ersten Dosis 5 Minuten nach der
Anwendung einen Anstieg des FEV1 um 93 ml und nach 15 Minuten um 144 ml gegenüber Placebo(beide p < 0,001). In der 12-monatigen Studie betrug die Verbesserung 87 ml nach 5 Minuten und143 ml nach 15 Minuten (beide p < 0,001). In der 12-monatigen Studie bewirkte Seebri Breezhaler inden ersten 4 Stunden nach der Anwendung an Tag 1 und in Woche 26 statistisch signifikant bessere
FEV1-Werte als Tiotropium. Des Weiteren waren die absoluten FEV1-Werte in den ersten 4 Stundennach der Anwendung in Woche 12 und Woche 52 höher als unter Tiotropium.
Die FEV1-Werte am Ende des Dosierungsintervalls (24 h nach der Anwendung) waren nach der ersten
Anwendung ähnlich wie nach einjähriger Anwendung. Nach 12 Wochen (primärer Endpunkt)bewirkte Seebri Breezhaler im Vergleich zu Placebo in der 6-monatigen Studie eine Erhöhung des
Trough-FEV1 um 108 ml und in der 12-monatigen Studie um 97 ml (beide p < 0,001). In der12-monatigen Studie betrug die Verbesserung unter Tiotropium gegenüber Placebo 83 ml (p < 0,001).
Auswirkungen auf die Symptomatik
Seebri Breezhaler bewirkte in der Dosierung von 44 Mikrogramm einmal täglich eine statistischsignifikante Besserung der Kurzatmigkeit, gemessen am TDI (Transitional Dyspnoea Index). In einerzusammengefassten Analyse der 6- und 12-monatigen pivotalen Studien sprach in Woche 26 einstatistisch signifikant höherer Anteil der Patienten, die Seebri Breezhaler erhielten, mit einer
Verbesserung des TDI-Focal-Scores um 1 Punkt oder mehr auf die Behandlung an als unter Placebo(58,4 % bzw. 46,4 %; p < 0,001). Diese Ergebnisse waren vergleichbar mit denen der mit Tiotropiumbehandelten Patienten, von denen 53,4 % mit einer Verbesserung um 1 Punkt oder mehr auf die
Behandlung ansprachen (p = 0,009 im Vergleich zu Placebo).
Seebri Breezhaler einmal täglich hat gemäß Auswertungen des SGRQ (St. George's Respiratory
Questionnaire) außerdem statistisch signifikante Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene
Lebensqualität gezeigt. In einer zusammengefassten Analyse der 6- und 12-monatigen pivotalen
Studien sprach in Woche 26 ein statistisch signifikant höherer Anteil der Patienten, die Seebri
Breezhaler erhielten, mit einer Verbesserung des SGRQ-Scores um 4 Punkte oder mehr auf die
Behandlung an als unter Placebo (57,8 % bzw. 47,6 %; p < 0,001). Von den mit Tiotropiumbehandelten Patienten sprachen 61,0 % mit einer Verbesserung des SGRQ-Scores um 4 Punkte odermehr auf die Behandlung an (p = 0,004 im Vergleich zu Placebo).
Reduktion von COPD-Exazerbationen
Die COPD-Exazerbationsdaten wurden in den 6- und 12-monatigen Pivotalstudien gesammelt. Inbeiden Studien war der Anteil an Patienten, bei denen eine mittelschwere oder schwere Exazerbation(definiert als behandlungsbedürftig mit systemischen Kortikosteroiden und/oder Antibiotika oderstationärer Behandlung) auftrat, vermindert. In der 6-monatigen Studie lag der Anteil an Patienten miteiner mittelschweren oder schweren Exazerbation bei 17,5 % unter Seebri Breezhaler und bei 24,2 %unter Placebo (Risikoquotient: 0,69, p = 0,023), und in der 12-monatigen Studie bei 32,8 % unter
Seebri Breezhaler und 40,2 % unter Placebo (Risikoquotient: 0,66, p = 0,001). In einerzusammenfassenden Analyse der ersten 6 Behandlungsmonate der 6- und 12-monatigen Studienbewirkte Seebri Breezhaler im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Verlängerung des
Zeitraums bis zur ersten mittelschweren oder schweren COPD-Exazerbation und reduzierte die Ratevon mittelschweren oder schweren COPD-Exazerbationen (0,53 Exazerbationen/Jahr versus0,77 Exazerbationen/Jahr; p < 0,001). Die zusammenfassende Analyse ergab auch, dass unter Seebri
Breezhaler weniger Patienten mit einer Exazerbation eine stationäre Behandlung benötigten als unter
Placebo (1,7 % versus 4,2 %; p = 0,003).
Weitere Auswirkungen
Seebri Breezhaler einmal täglich war im Vergleich zu Placebo in der 6- und 12-monatigen Studie miteinem statistisch signifikant geringeren Bedarf an Notfallmedikation (Salbutamol) assoziiert, der
Verbrauch sank über 26 Wochen um 0,46 Hübe pro Tag (p = 0,005) bzw. über 52 Wochen um0,37 Hübe pro Tag (p = 0,039).
In einer 3-wöchigen Studie, in der die Belastungstoleranz mit dem Fahrradergometer untersubmaximaler Belastung (80 %) untersucht wurde (submaximaler Belastungstoleranztest), verringerte
Seebri Breezhaler nach morgendlicher Anwendung von der ersten Dosis an die dynamische
Überblähung und verlängerte die Zeit, über die die Belastung aufrecht erhalten werden konnte. Amersten Tag der Behandlung verbesserte sich die inspiratorische Kapazität unter Belastung um 230 mlund die Belastungsausdauer um 43 Sekunden (eine Steigerung um 10 %) im Vergleich zu Placebo.
Nach 3-wöchiger Behandlung war die Verbesserung der inspiratorischen Kapazität unter Seebri
Breezhaler im Vergleich zu Placebo ähnlich wie am ersten Tag (200 ml), während die
Belastungsausdauer um 89 Sekunden verlängert war (eine Steigerung um 21 %). Gemäß Messung mitder Borg-Skala verringerte Seebri Breezhaler Dyspnoe und Beinermüdung unter Belastung. Ebensobewirkte Seebri Breezhaler gemäß TDI-Score eine Verringerung der Dyspnoe in Ruhe.
Sekundäre pharmakodynamische Wirkungen
Es wurde keine Veränderung der mittleren Herzfrequenz oder des QTc-Intervalls nach Anwendungvon Seebri Breezhaler in Dosierungen bis zu 176 Mikrogramm bei COPD-Patienten beobachtet. Ineiner umfassenden QT-Studie an 73 gesunden Probanden bewirkte eine einzelne inhalierte Dosis von352 Mikrogramm Glycopyrronium (dem 8-Fachen der therapeutischen Dosis) im Vergleich zu
Placebo keine Verlängerung der QTc-Zeit und eine leichte Verringerung der Herzfrequenz (maximaler
Effekt: -5,9 Schläge/min; durchschnittlicher Effekt über 24 Stunden: -2,8 Schläge/min). Die
Auswirkung von 150 Mikrogramm Glycopyrroniumbromid (entspricht 120 Mikrogramm
Glycopyrronium) auf Herzfrequenz und QTc-Intervall nach intravenöser Anwendung wurde beijungen gesunden Probanden untersucht. Die erreichten Spitzenkonzentrationen (Cmax) betrugen etwadas 50-Fache der Exposition nach Inhalation von 44 Mikrogramm Glycopyrronium im Steady Stateund gingen weder mit Tachykardie noch Verlängerung der QTc-Zeit einher. Eine leichte Reduktionder Herzfrequenz (mittlere Differenz über 24 h: -2 Schläge/min im Vergleich zu Placebo) wurdebeobachtet; dies ist eine bekannte Auswirkung von geringen Anticholinergika-Konzentrationen beijungen gesunden Personen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Seebri Breezhaler eine Freistellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in COPDgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach oraler Inhalation mit dem Seebri Breezhaler Inhalator wurde Glycopyrronium rasch resorbiert,der Spitzen-Plasmaspiegel wurde 5 Minuten nach der Gabe erreicht.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Glycopyrronium nach Inhalation von Seebri Breezhaler wurde auf45 % der verabreichten Dosis geschätzt. Die systemische Exposition nach Inhalation ist zu 90 % auf
Resorption in der Lunge und zu 10 % auf gastrointestinale Resorption zurückzuführen.
Bei Patienten mit COPD wurde der pharmakokinetische Steady State von Glycopyrronium innerhalbvon einer Woche nach Behandlungsbeginn erreicht. Die mittleren Spitzen- und Talplasmaspiegel im
Steady State von Glycopyrronium bei einem Dosierungsschema von 44 Mikrogramm einmal täglichbetrugen 166 Pikogramm/ml bzw. 8 Pikogramm/ml. Die Glycopyrronium-Exposition im Steady State(AUC über das 24-Stunden-Dosierungsintervall) war etwa 1,4- bis 1,7-mal höher als nach der ersten
Dosis.
VerteilungNach intravenöser Anwendung betrug das Verteilungsvolumen von Glycopyrronium im Steady State83 Liter und das Verteilungsvolumen in der terminalen Phase 376 Liter. Das scheinbare
Verteilungsvolumen in der terminalen Phase nach Inhalation betrug fast das 20-Fache, was dieerheblich verlangsamte Elimination nach Inhalation widerspiegelt. Die Bindung von Glycopyrroniuman humanes Plasmaprotein in vitro betrug bei Konzentrationen von 1 bis 10 Nanogramm/ml zwischen38 % und 41 %.
BiotransformationIn-vitro-Studien zur Metabolisierung zeigten übereinstimmende Stoffwechselwege für
Glycopyrroniumbromid bei Tieren und Menschen. Beobachtet wurde eine Hydroxylierung, die zur
Bildung verschiedener mono- und dihydroxylierter Metaboliten führt, sowie eine direkte Hydrolyse,bei der ein Carboxylsäurederivat (M9) gebildet wird. In vivo entsteht M9 aus dem verschluckten
Anteil der inhalierten Glycopyrroniumbromid-Dosis. Glucuronid- und/oder Sulfatkonjugate von
Glycopyrronium wurden nach wiederholter Inhalation im menschlichen Urin gefunden, sieentsprachen rund 3 % der Dosis.
Zahlreiche CYP-Isoenzyme sind an der oxidativen Biotransformation von Glycopyrronium beteiligt.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Hemmung oder Induktion der Verstoffwechselung von
Glycopyrronium zu relevanten Veränderungen der systemischen Wirkstoffexposition führt.
In-vitro-Studien zur Inhibition belegen, dass Glycopyrroniumbromid keine relevante
Inhibitionskapazität für CYP1A2, CYP2A6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6, CYP2E1 oder
CYP3A4/5, die Effluxtransporter MDR1, MRP2 oder MXR und die Aufnahmetransporter OCT1 oder
OCT2 besitzt. In-vitro-Studien zur Enzyminduktion ergaben keine Hinweise auf eine klinischrelevante Induktion von Zytochrom-P450-Isoenzymen, UGT1A1 und die Transporter MDR1 oder
MRP2 durch Glycopyrroniumbromid.
EliminationNach intravenöser Verabreichung von [3H]-markiertem Glycopyrroniumbromid an Menschen betrugder mittlere Anteil der in 48 Stunden mit dem Urin ausgeschiedenen Radioaktivität 85 % der Dosis.
Weitere 5 % der Dosis waren in der Gallenflüssigkeit zu finden.
Die renale Elimination der Muttersubstanz ist für rund 60 bis 70 % der Gesamtclearance dessystemisch verfügbaren Glycopyrroniums verantwortlich, auf nicht-renale Clearanceprozesse entfallenrund 30 bis 40 %. Die Elimination über die Galle trägt zur nicht-renalen Clearance bei, es wird jedochangenommen, dass die nicht-renale Clearance zum Großteil auf der Metabolisierung basiert.
Die mittlere renale Clearance von Glycopyrronium nach Inhalation lag im Bereich von 17,4 bis24,4 Litern/h. Aktive tubuläre Sekretion trägt zur renalen Elimination von Glycopyrronium bei. Bis zu23 % der verabreichten Dosis waren in unveränderter Form im Urin zu finden.
Der Plasmaspiegel von Glycopyrronium sinkt in mehreren Phasen. Die mittlere terminale
Eliminationshalbwertszeit war nach Inhalation (33 bis 57 Stunden) erheblich länger als nachintravenöser (6,2 Stunden) oder oraler Gabe (2,8 Stunden). Das Eliminationsmuster deutet aufanhaltende Aufnahme aus der Lunge und/oder Transfer des Glycopyrroniums in den systemischen
Kreislauf 24 Stunden nach der Inhalation und darüber hinaus hin.
Linearität/Nicht-LinearitätBei Patienten mit COPD nahmen sowohl die systemische Exposition als auch die Gesamtexkretion mitdem Urin von Glycopyrronium im pharmakokinetischen Steady State im Dosisbereich von 44 bis176 Mikrogramm ungefähr proportional zur Dosis zu.
Besondere PatientengruppenIn einer populationsbezogenen pharmakokinetischen Analyse der Daten von COPD-Patienten wurden
Körpergewicht und Alter als Faktoren identifiziert, die zur interindividuellen Variabilität dersystemischen Exposition beitragen. Seebri Breezhaler 44 Mikrogramm einmal täglich kann ohne
Bedenken bei jedem Alter und Körpergewicht angewendet werden.
Geschlecht, Tabakkonsum und FEV1-Ausgangswert hatten keinen erkennbaren Einfluss auf diesystemische Exposition.
Hinsichtlich der systemischen Gesamtexposition (AUC) nach Inhalation von Glycopyrroniumbromidbestanden keine größeren Unterschiede zwischen japanischen und kaukasischen Teilnehmern. Zuweiteren ethnischen Gruppen liegen keine ausreichenden pharmakokinetischen Daten vor.
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionZu Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion liegen keine klinischen Studien vor. Die Eliminationvon Glycopyrronium aus dem systemischen Kreislauf erfolgt vorwiegend durch renale Exkretion. Esist nicht anzunehmen, dass die Einschränkung der Verstoffwechselung von Glycopyrronium in der
Leber zu einem klinisch relevanten Anstieg der systemischen Wirkstoffexposition führt.
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionNierenfunktionsstörungen wirken sich auf die systemische Exposition von Glycopyrroniumbromidaus. Bei Patienten mit leichter und mittelschwerer Nierenfunktionsstörung war eine moderate mittlere
Erhöhung der systemischen Gesamtexposition (AUClast) bis auf das 1,4-Fache, bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung und terminaler Niereninsuffizienz bis auf das 2,2-Fache zubeobachten. Bei COPD-Patienten mit leichter und mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (geschätzteglomeruläre Filtrationsrate, eGFR ≥30 ml/min/1,73 m2) kann Seebri Breezhaler in der empfohlenen
Dosierung angewendet werden. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR<30 ml/min/1,73 m2), einschließlich dialysepflichtiger Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz, ist
Seebri Breezhaler nur anzuwenden, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken überwiegt(siehe Abschnitt 4.4).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenziallassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Auswirkungen, die den muskarinrezeptorantagonistischen Eigenschaften von Glycopyrroniumbromidzuzuschreiben sind, beinhalteten leichte bis moderate Erhöhungen der Herzfrequenz bei Hunden,
Linsentrübungen bei Ratten und reversible Veränderungen im Zusammenhang mit verringerter
Drüsensekretion bei Ratten und Hunden. Leichte Reizungen oder adaptive Veränderungen der
Atemwege wurden bei Ratten beobachtet. Alle diese Befunde traten bei Expositionen auf, dieausreichend über der zu erwartenden humantherapeutischen Exposition lagen.
Glycopyrronium zeigte bei Ratten und Kaninchen nach inhalativer Anwendung keine teratogenen
Wirkungen. Fertilität sowie prä- und postnatale Entwicklung waren bei Ratten nicht beeinträchtigt.
Glycopyrroniumbromid und seine Metaboliten passierten nicht in signifikantem Ausmaß die
Plazentaschranke bei trächtigen Mäusen, Kaninchen und Hunden. Glycopyrroniumbromid(einschließlich seiner Metaboliten) ging in die Milch laktierender Ratten über und erreichte in der
Milch Konzentrationen, die bis zu 10-mal höher waren als die im Blut des Muttertieres.
Genotoxizitätsstudien ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes oder klastogenes Potenzial von
Glycopyrroniumbromid. Karzinogenitätsstudien an transgenen Mäusen bei oraler Verabreichungsowie an Ratten bei inhalativer Verabreichung ergaben keine Hinweise auf eine karzinogene Wirkungbei systemischen Expositionen (AUC), die bei den Mäusen etwa 53-fach höher und bei den Rattenetwa 75-fach höher waren als die humantherapeutisch empfohlene Höchstdosis von einmal täglich44 Mikrogramm.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Inhalt der Kapsel
Lactose-Monohydrat
Magnesiumstearat (Ph. Eur.)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre
Der Inhalator der Packung ist zu entsorgen, nachdem alle Kapseln in der Packung verbraucht sind.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern.
Die Kapseln müssen zum Schutz vor Feuchtigkeit immer in der Blisterpackung aufbewahrt werden.
Die Kapseln dürfen erst unmittelbar vor der Anwendung entnommen werden.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Seebri Breezhaler ist ein Inhalator für Einzeldosen. Inhalatorgehäuse und Schutzkappe bestehen aus
Acrylnitril-Butadien-Styrol und die Drucktasten bestehen aus Methylmethacrylat-Acrylnitril-
Butadien-Styrol. Nadeln und Federn bestehen aus Edelstahl. Jede Blisterpackung enthält entweder 6oder 10 Hartkapseln.
PA/Al/PVC-Al-perforierte Blisterpackung zur Abgabe von Einzeldosen
Packungen mit 6x1, 10x1, 12x1 oder 30x1 Hartkapseln und einem Inhalator.
Mehrfachpackungen mit 90 (3 Packungen mit 30x1) Hartkapseln und 3 Inhalatoren.
Mehrfachpackungen mit 96 (4 Packungen mit 24x1) Hartkapseln und 4 Inhalatoren.
Mehrfachpackungen mit 150 (15 Packungen mit 10x1) Hartkapseln und 15 Inhalatoren.
Mehrfachpackungen mit 150 (25 Packungen mit 6x1) Hartkapseln und 25 Inhalatoren.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungMit Anbruch jeder neuen Packung ist der darin enthaltene Inhalator zu verwenden. Der Inhalator der
Packung ist zu entsorgen, nachdem alle Kapseln in der Packung verbraucht sind.
Anleitung zur Handhabung und Anwendung
Bitte lesen Sie die Gebrauchsanweisung vollständig durch, bevor Sie den Seebri Breezhalerverwenden.
Einlegen Durchstechen und Tief inhalieren Kontrolle, ob dieloslassen Kapsel entleert ist
Kont1 2 3rolle
Schritt 1a: Schritt 2a: Schritt 3a: Kontrollieren Sie, ob die
Schutzkappe abziehen Durchstechen Sie die Atmen Sie vollständig Kapsel entleert ist.
Kapsel einmal. aus. Öffnen Sie den Inhalator,
Halten Sie den Inhalator Blasen Sie nicht in den um zu sehen, ob nochnach oben. Inhalator. Pulver in der Kapsel
Durchstechen Sie die verblieben ist.
Kapsel, indem Sie beide
Seitentasten gleichzeitigfest drücken.
Wenn die Kapsel Wenn Pulver in der Kapseldurchstochen wird, verblieben ist:
sollten Sie ein Klicken - Schließen Sie denhören. Inhalator.
Durchstechen Sie die - Wiederholen Sie die
Kapsel nur einmal. Schritte 3a bis 3c.
Schritt 1b: Schritt 3b:
Inhalator öffnen Das Arzneimittel tief
Pulver Entleertinhalierenverblieben
Halten Sie den Inhalatorwie im Bild gezeigt.
Nehmen Sie das
Mundstück in den Mund
Schritt 2b: und schließen Sie die
Lassen Sie die Lippen fest darum.
Seitentasten los. Drücken Sie nicht auf die
Seitentasten.
Atmen Sie rasch und sotief wie Sie können ein.
Während der Inhalationwerden Sie einschwirrendes Geräuschhören.
Sie werden das
Arzneimittelmöglicherweise bei der
Inhalation schmecken.
Schritt 1c: Entleerte Kapsel
Kapsel entnehmen entfernen
Trennen Sie eine Entsorgen Sie die
Blisterzelle von der entleerte Kapsel in den
Blisterpackung ab. Haushaltsabfall.
Öffnen Sie die Blisterzelle Schließen Sie dendurch Abziehen der Folie Inhalator und setzen Sieund entnehmen Sie die
Schritt 3c: die Schutzkappe wieder
Kapsel.
Atem anhalten auf.
Drücken Sie die Kapsel
Halten Sie Ihren Atemnicht durch die Folie.
bis zu 5 Sekunden an.
Sie dürfen die Kapselnicht schlucken.
Wichtige Informationen
- Seebri Breezhaler
Kapseln müssen stets inder Blisterverpackungaufbewahrt und dürfenerst unmittelbar vor der
Schritt 1d: Anwendung entnommen
Kapsel einlegen werden.
Legen Sie niemals eine - Drücken Sie die Kapsel
Kapsel direkt in das nicht durch die Folie, um
Mundstück. sie aus der Blisterzellezu entnehmen.
- Sie dürfen die Kapselnicht schlucken.
- Verwenden Sie die
Seebri Breezhaler
Kapseln nicht mit einemanderen Inhalator.
- Verwenden Sie den
Schritt 1e: Seebri Breezhaler
Inhalator schließen Inhalator nichtzusammen mit anderen
Arzneimittel-Kapseln.
- Stecken Sie die Kapselniemals in Ihren Mundoder in das Mundstückdes Inhalators.
- Drücken Sie die
Seitentasten nicht öfterals einmal.
- Blasen Sie nicht in das
Mundstück.
- Drücken Sie nicht aufdie Seitentasten,während Sie durch das
Mundstück inhalieren.
- Fassen Sie die Kapselnnicht mit nassen Händenan.
- Spülen Sie Ihren
Inhalator niemals mit
Wasser.
Ihre Seebri Breezhaler Inhalator-Packung enthält: Häufig gestellte Fragen Reinigung des Inhalators
- Einen Seebri Breezhaler Inhalator Wischen Sie das
- Eine oder mehrere Blisterpackungen mit jeweils Warum hat der Mundstück innen und6 oder 10 Seebri Breezhaler Kapseln, die Inhalator beim Einatmen außen mit einem sauberen,zusammen mit dem Inhalator angewendet werden kein Geräusch gemacht? trockenen, fusselfreien
Die Kapsel ist Tuch ab, um Pulverreste zu
Kapselfach Mundstück möglicherweise im entfernen. Halten Sie den
Schutzkappe Kapselfach eingeklemmt. Inhalator trocken. Reinigen
Wenn dies der Fall ist, Sie Ihren Inhalator niemals
Filterklopfen Sie leicht an das mit Wasser.
Seitentasten
Basisteil des Inhalators,
Blisterzelle um die Kapsel vorsichtig
Basisteilzu lösen. Inhalieren Sie
Inhalator Inhalator- Blisterpackung
Basisteil das Arzneimittel nochmalsdurch Wiederholung der Entsorgung des
Schritte 3a bis 3c. Inhalators nach
Gebrauch
Was soll ich tun, wenn Jeder Inhalator sollte nachnoch Pulver in der Gebrauch aller Kapseln
Kapsel verblieben ist? entsorgt werden. Fragen
Sie haben noch nicht Sie Ihren Apotheker, wiegenug Ihres Arzneimittels Sie nicht mehr benötigteerhalten. Schließen Sie den Arzneimittel und
Inhalator und wiederholen Inhalatoren entsorgen
Sie die Schritte 3a bis 3c. können.
Ich habe nach dem
Einatmen gehustet -spielt das eine Rolle?
Dies kann passieren.
Solange die Kapsel leer ist,haben Sie genug von
Ihrem Arzneimittelerhalten.
Ich habe kleine Stückeder Kapsel auf meiner
Zunge gefühlt - spielt daseine Rolle?
Das kann passieren. Es istnicht schädlich. Die
Wahrscheinlichkeit, dassdie Kapsel in kleine Stückezerbricht, wird erhöht,wenn die Kapsel mehr alseinmal durchstochen wird.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. September 2012
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. Juli 2017
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.