Angewendet bei: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom
Art der Anwendung: Infusion
Substanz: amivantamab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L01FX18 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate)
Amivantamab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit Mutationen im EGFR-Gen (epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor) eingesetzt wird. Es wirkt, indem es an EGFR- und MET-Rezeptoren bindet und so die zelluläre Signalübertragung hemmt, die das Wachstum und Überleben von Krebszellen fördert.
Amivantamab wird intravenös verabreicht, in der Regel einmal wöchentlich während der ersten Behandlungswochen, gefolgt von selteneren Verabreichungen gemäß dem vom Arzt festgelegten Protokoll. Die Behandlung ist insbesondere für Patienten mit EGFR-Exon-20-Mutationen angezeigt, die gegen andere zielgerichtete Therapien resistent sind.
Häufige Nebenwirkungen sind infusionsbedingte Reaktionen, Hautausschläge, Durchfall, Übelkeit und Müdigkeit. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie Pneumonitis oder Leberschäden auftreten.
Patienten, die Amivantamab erhalten, sollten engmaschig auf Nebenwirkungen und die Wirksamkeit der Behandlung überwacht werden. Es ist wichtig, dass die Behandlung unter der Aufsicht eines Onkologen mit Erfahrung in zielgerichteten Therapien erfolgt. Amivantamab ist eine vielversprechende Option für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und bietet die Möglichkeit, die Krankheit bei spezifischen genetischen Mutationen zu kontrollieren.
Rybrevant 1 600 mg Injektionslösung
Rybrevant 2 240 mg Injektionslösung
Rybrevant 1 600 mg Injektionslösung
Ein ml der Injektionslösung enthält 160 mg Amivantamab.
Eine 10-ml-Durchstechflasche mit Injektionslösung enthält 1 600 mg Amivantamab.
Rybrevant 2 240 mg Injektionslösung
Ein ml der Injektionslösung enthält 160 mg Amivantamab.
Eine 14-ml-Durchstechflasche mit Injektionslösung enthält 2 240 mg Amivantamab.
Amivantamab ist ein vollhumaner, auf Immunglobulin G1 (IgG1) basierender bispezifischer
Antikörper, der gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (epidermal growth factor, EGFR)und den mesenchymal-epithelialen Transitionsfaktor (MET) gerichtet ist und mittels rekombinanter
DNA-Technologie aus einer Säugetierzelllinie (Chinese Hamster Ovary [CHO]) hergestellt wird.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Ein ml der Lösung enthält 0,6 mg Polysorbat 80.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung.
Die Lösung ist farblos bis hellgelb.
Rybrevant als subkutane Darreichungsform ist indiziert:
- in Kombination mit Lazertinib zur Erstlinienbehandlung erwachsener Patienten mitfortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer, NSCLC)mit EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen.
- als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mitaktivierenden Exon-20-Insertionsmutationen des EGFR nach Versagen einer platinbasierten
Therapie.Die Behandlung mit Rybrevant als subkutane Darreichungsform soll von einem Arzt mit Erfahrung inder Anwendung von antineoplastischen Arzneimitteln eingeleitet und überwacht werden.
Vor Beginn einer Therapie mit Rybrevant als subkutane Darreichungsform muss der EGFR-
Mutationsstatus in Tumorgewebe- oder Plasmaproben mit einer validierten Testmethodenachgewiesen werden. Wird in einer Plasmaprobe keine Mutation nachgewiesen, soll Tumorgewebegetestet werden, sofern es in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht, da ein Plasmatestmöglicherweise falsch negative Ergebnisse liefert. Sobald der EGFR-Mutationsstatus bestimmt wurde,muss die Testung nicht wiederholt werden (siehe Abschnitt 5.1).
Rybrevant als subkutane Darreichungsform soll von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden,das Zugang zu angemessener medizinischer Ausrüstung und Unterstützung hat, um im Falle des
Auftretens von verabreichungsbedingten Reaktionen handeln zu können.
DosierungUm das Risiko des Auftretens verabreichungsbedingter Reaktionen unter Rybrevant als subkutane
Darreichungsform zu reduzieren, soll Prämedikation verabreicht werden (siehe 'Dosisänderungen“und 'Empfohlene Begleitmedikation“ unten).
Die empfohlenen Dosierungen von Rybrevant als subkutane Darreichungsform in Kombination mit
Lazertinib oder als Monotherapie sind in Tabelle 1, basierend auf dem Körpergewicht bei
Behandlungsbeginn, angegeben.
Tabelle 1: Empfohlene Dosierung von Rybrevant als subkutane Darreichungsform
Körpergewicht bei Empfohlene Dosierungsschema
Behandlungsbeginn* Dosis
Unter 80 kg 1 600 mg - Wöchentlich (insgesamt 4 Dosen) ab Woche 1bis 4
- Alle 2 Wochen, beginnend ab Woche 580 kg oder mehr 2 240 mg - Wöchentlich (insgesamt 4 Dosen) ab Woche 1bis 4
- Alle 2 Wochen, beginnend ab Woche 5
* Dosisanpassungen bei nachfolgenden Änderungen des Körpergewichts sind nicht erforderlich.
Bei Anwendung in Kombination mit Lazertinib wird empfohlen, Rybrevant als subkutane
Darreichungsform zu einem beliebigen Zeitpunkt nach Lazertinib anzuwenden, wenn es am selben
Tag angewendet wird. Für Informationen zur empfohlenen Dosierung von Lazertinib siehe
Abschnitt 4.2 der Lazertinib Fachinformation.
Dauer der BehandlungEs wird empfohlen, die Behandlung der Patienten mit Rybrevant als subkutane Darreichungsform biszur Krankheitsprogression oder bis zum Eintreten inakzeptabler Toxizität fortzuführen.
Ausgelassene DosisWenn eine Dosis Rybrevant als subkutane Darreichungsform in den Wochen 1 bis 4 ausgelassen wird,soll diese innerhalb von 24 Stunden nachgeholt werden. Wird eine Dosis Rybrevant als subkutane
Darreichungsform ab Woche 5 ausgelassen, soll diese innerhalb von 7 Tagen nachgeholt werden.
Andernfalls soll die ausgelassene Dosis nicht verabreicht und die nächste Dosis nach dem üblichen
Dosierungsschema angewendet werden.
Dosisänderungen
Bei Nebenwirkungen Grad 3 oder 4 ist die Anwendung so lange zu unterbrechen, bis die
Nebenwirkung auf Grad ≤ 1 oder Ausgangszustand abklingt. Bei einer Unterbrechung von 7 Tagenoder weniger ist die Anwendung mit der bisherigen Dosis fortzusetzen. Dauert eine Unterbrechunglänger als 7 Tage, wird empfohlen, mit einer reduzierten Dosis gemäß Tabelle 2 wieder zu beginnen.
Siehe auch spezifische Dosisänderungen für spezifische Nebenwirkungen unter Tabelle 2.
Bei Anwendung in Kombination mit Lazertinib siehe Abschnitt 4.2 der Lazertinib Fachinformation für
Informationen zu Dosisänderungen.
Tabelle 2: Empfohlene Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Dosis* Dosis nach 1. Dosis nach 2. Dosis nach 3.
Unterbrechung wegen Unterbrechung wegen Unterbrechung wegen
Nebenwirkungen Nebenwirkungen Nebenwirkungen1 600 mg 1 050 mg 700 mg Rybrevant subkutan2 240 mg 1 600 mg 1 050 mg absetzen
* Dosis, bei der die Nebenwirkung aufgetreten ist.
Verabreichungsbedingte Reaktionen
Um das Risiko verabreichungsbedingter Reaktionen von Rybrevant als subkutane Darreichungsformzu reduzieren, soll Prämedikation verabreicht werden (siehe 'Empfohlene Begleitmedikation“). Die
Injektionen sollen bei den ersten Anzeichen verabreichungsbedingter Reaktionen unterbrochenwerden. Zusätzliche unterstützende Arzneimittel (z. B. zusätzliche Glucocorticoide, Antihistaminika,
Antipyretika und Antiemetika) sollen, wie klinisch angezeigt, angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.4).
- Grad 1-3 (leicht bis schwer): Nach Abklingen der Symptome sind die Injektionen von
Rybrevant als subkutane Darreichungsform wieder aufzunehmen. Bei der nächsten Dosis soll
Begleitmedikation angewendet werden, einschließlich Dexamethason (20 mg) oder Äquivalent(siehe Tabelle 3).
- Wiederholt Grad 3 oder Grad 4 (lebensbedrohlich): Rybrevant dauerhaft absetzen.
Venöse thromboembolische (VTE)-Ereignisse bei gleichzeitiger Anwendung mit Lazertinib
Bei Patienten, die Rybrevant als subkutane Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib erhalten,soll zum Zeitpunkt des Therapiebeginns zur Vermeidung von VTE-Ereignissen eine prophylaktische
Antikoagulation eingeleitet werden. Entsprechend der klinischen Leitlinien sollen Patientenprophylaktisch entweder ein direktes orales Antikoagulans (DOAK) oder ein niedermolekulares
Heparin (low-molecular weight heparin, LMWH) erhalten. Die Anwendung von Vitamin K-
Antagonisten wird nicht empfohlen.
Bei VTE-Ereignissen im Zusammenhang mit klinischer Instabilität (z. B. respiratorische Insuffizienzoder kardiale Dysfunktion) soll die Behandlung mit beiden Arzneimitteln unterbrochen werden, bisder Patient klinisch stabil ist. Danach können beide Arzneimittel mit der gleichen Dosis wiedergestartet werden. Bei Wiederauftreten trotz angemessener Antikoagulation ist Rybrevant abzusetzen.
Die Behandlung mit Lazertinib kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Haut- und NagelreaktionenUm das Risiko und den Schweregrad von Haut- und Nagelreaktionen bei Patienten, die Rybrevanterhalten, zu verringern, wird eine prophylaktische Therapie mit oralen und topischen Antibiotikaempfohlen. Zudem wird die Anwendung einer nicht-komedogenen Feuchtigkeitspflege für die Haut(auf Ceramidbasis oder andere Formulierungen, die eine langanhaltende Feuchtigkeitsversorgung der
Haut bewirken und keine austrocknenden Bestandteile enthalten) im Gesicht und am ganzen Körper(außer der Kopfhaut) und die Anwendung einer Chlorhexidin-Lösung zum Waschen der Hände und
Füße empfohlen. Die Patienten sollen angewiesen werden, sich während und für 2 Monate nach der
Rybrevant-Therapie nur eingeschränkt der Sonne auszusetzen. Für weitere Informationen zur
Prophylaxe von Haut- und Nagelreaktionen siehe Abschnitt 4.4.
Wenn der Patient eine Haut- oder Nagelreaktion Grad 1-2 entwickelt, soll, wie klinisch angezeigt,eine unterstützende Behandlung eingeleitet werden; wenn nach 2 Wochen keine Besserung eintritt,soll bei persistierendem Hautausschlag Grad 2 eine Dosisreduktion erwogen werden (siehe Tabelle 2).
Wenn der Patient eine Haut- oder Nagelreaktion Grad 3 entwickelt, soll, wie klinisch angezeigt, eineunterstützende Behandlung eingeleitet und eine Unterbrechung der Anwendung von Rybrevant alssubkutane Darreichungsform in Erwägung gezogen werden, bis die Nebenwirkung nachlässt. Sobalddie Haut- oder Nagelreaktion auf ≤ Grad 2 abgeklungen ist, soll die Behandlung mit Rybrevant alssubkutane Darreichungsform mit reduzierter Dosis wieder aufgenommen werden. Wenn der Patient
Hautreaktionen Grad 4 entwickelt, muss Rybrevant dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Interstitielle LungenerkrankungRybrevant als subkutane Darreichungsform soll ausgesetzt werden, wenn der Verdacht auf eineinterstitielle Lungenerkrankung (interstitial lung disease, ILD) oder ILD-ähnliche Nebenwirkungen(z. B. Pneumonitis) besteht. Wenn bei einem Patienten eine ILD oder ILD-ähnliche Nebenwirkungen(z. B. Pneumonitis) bestätigt werden, muss Rybrevant dauerhaft abgesetzt werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Empfohlene BegleitmedikationVor der initialen Dosis (Woche 1, Tag 1) sollen Antihistaminika, Antipyretika und Glucocorticoideangewendet werden, um das Risiko für das Auftreten von verabreichungsbedingten Reaktionen zureduzieren (siehe Tabelle 3). Bei den anschließenden Dosen ist die Gabe von Antihistaminika und
Antipyretika erforderlich. Bei längerer Dosisunterbrechung sind auch Glucocorticoide erneuteinzusetzen. Antiemetika sind nach Bedarf anzuwenden.
Tabelle 3: Dosierungsschema der Prämedikation
Prämedikation Dosis Art der Empfohlenes
Anwendung Dosierungsfenster vorder Anwendung von
Rybrevant alssubkutane
Darreichungsform
* Diphenhydramin (25 bis intravenös 15 bis 30 Minuten
Antihistaminikum50 mg) oder Äquivalent oral 30 bis 60 Minuten
Paracetamol/Acetaminophen intravenös 15 bis 30 Minuten
Antipyretikum* (650 bis 1 000 mg) oderoral 30 bis 60 Minuten
Äquivalent† Dexamethason (20 mg) oder intravenös 45 bis 60 Minuten
Glucocorticoid
Äquivalent oral Mindestens 60 Minuten
Dexamethason (10 mg) oder intravenös 45 bis 60 Minuten
Glucocorticoid‡
Äquivalent oral 60 bis 90 Minuten
* Bei allen Dosen erforderlich.† Erforderlich bei der ersten Dosis (Woche 1, Tag 1) oder bei der nächstfolgenden Dosis im Falle einerverabreichungsbedingten Reaktion.‡ Optional bei den nachfolgenden Dosen.
Besondere PatientengruppenEs gibt im Anwendungsgebiet des NSCLC keinen relevanten Einsatz von Amivantamab bei Kindernund Jugendlichen.
Ältere PatientenEs sind keine Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitt 4.8, Abschnitt 5.1 und Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsbeeinträchtigungEs wurden keine formalen Studien zu Amivantamab bei Patienten mit
Nierenfunktionsbeeinträchtigung durchgeführt. Basierend auf populationspharmakokinetischen
Analysen ist bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung keine
Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung ist Vorsichtgeboten, da die Anwendung von Amivantamab bei dieser Patientenpopulation nicht untersucht wurde(siehe Abschnitt 5.2). Wenn mit der Behandlung begonnen wird, sollen die Patienten auf
Nebenwirkungen überwacht und die Dosis entsprechend den oben genannten Empfehlungen angepasstwerden.
Beeinträchtigung der Leber
Es wurden keine formalen Studien zu Amivantamab bei Patienten mit Beeinträchtigung der Leberdurchgeführt. Basierend auf populationspharmakokinetischen Analysen ist bei Patienten mit leichter
Beeinträchtigung der Leber keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit mittelschwerer oderschwerer Beeinträchtigung der Leber ist Vorsicht geboten, da die Anwendung von Amivantamab beidieser Patientenpopulation nicht untersucht wurde (siehe Abschnitt 5.2). Wenn mit der Behandlungbegonnen wird, sollen die Patienten auf Nebenwirkungen überwacht und die Dosis entsprechend denoben genannten Empfehlungen angepasst werden.
Art der AnwendungRybrevant Injektionslösung ist nur zur subkutanen Anwendung bestimmt.
Rybrevant als subkutane Darreichungsform ist nicht zur intravenösen Anwendung bestimmt und darfnur über subkutane Injektion in der angegebenen Dosierung angewendet werden. Siehe Abschnitt 6.6für Anweisungen zur Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung.
Injizieren Sie das erforderliche Volumen von Rybrevant als subkutane Darreichungsform über einen
Zeitraum von etwa 5 Minuten in das Subkutangewebe des Abdomens. Nicht an anderen Körperstellenanwenden, da hierzu keine Daten vorliegen.
Unterbrechen oder verlangsamen Sie die Injektion, wenn der Patient Schmerzen verspürt. Falls die
Schmerzen durch Unterbrechung oder Verlangsamung der Injektion nicht gelindert werden, kann einezweite Injektionsstelle auf der gegenüberliegenden Seite des Abdomens gewählt werden, um den Restder Dosis zu injizieren.
Bei Injektion mit einem subkutanen Infusionsset ist darauf zu achten, dass die gesamte Dosis über das
Infusionsset infundiert wird. Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) kann verwendet werden, um den
Rest des Arzneimittels durch die Leitung zu spülen.
Nicht in Tätowierungen oder Narben oder in Bereiche injizieren, in denen die Haut gerötet,gequetscht, empfindlich, verhärtet oder verletzt ist sowie im Bereich von 5 cm um den Bauchnabelherum.
Die Injektionsstellen sollen bei aufeinanderfolgenden Injektionen gewechselt werden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Verabreichungsbedingte Reaktionen
Verabreichungsbedingte Reaktionen traten bei Patienten auf, die mit Rybrevant als subkutane
Darreichungsform behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8).
Vor der initialen Injektion (Woche 1, Tag 1) sollen Antihistaminika, Antipyretika und Glucocorticoideangewendet werden, um das Risiko für das Auftreten verabreichungsbedingter Reaktionen zureduzieren. Bei den nachfolgenden Dosen sollen Antihistaminika und Antipyretika angewendetwerden.
Die Patienten sollen in einer Umgebung mit angemessener medizinischer Ausrüstung und
Unterstützung behandelt werden, um verabreichungsbedingte Reaktionen zu behandeln. Bei den ersten
Anzeichen von verabreichungsbedingten Reaktionen jeglichen Schweregrades soll die Injektionunterbrochen werden, sofern diese noch nicht abgeschlossen ist, und es sollen Arzneimittel, wieklinisch angezeigt, nach der Injektion angewendet werden. Nach Abklingen der Symptome soll die
Injektion fortgesetzt werden. Bei verabreichungsbedingten Reaktionen Grad 4 oder wiederholtauftretenden verabreichungsbedingten Reaktionen Grad 3 soll Rybrevant dauerhaft abgesetzt werden(siehe Abschnitt 4.2).
Interstitielle LungenerkrankungInterstitielle Lungenerkrankung (interstitial lung disease, ILD) oder ILD-ähnliche Nebenwirkungen(z. B. Pneumonitis), darunter Ereignisse mit tödlichem Ausgang, wurden bei Patienten, die mit
Amivantamab behandelt wurden, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollen auf Symptome,die auf eine ILD/Pneumonitis hinweisen (z. B. Dyspnoe, Husten, Fieber), überwacht werden. Wenn
Symptome auftreten, soll die Behandlung mit Rybrevant unterbrochen werden, bis diese Symptomeuntersucht worden sind. Bei Verdacht auf ILD oder ILD-ähnliche Nebenwirkungen soll eine
Beurteilung durchgeführt und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Rybrevant soll bei Patienten mit bestätigter ILD oder ILD-ähnlichen Nebenwirkungen dauerhaftabgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Venöse thromboembolische (VTE) Ereignisse bei gleichzeitiger Anwendung mit Lazertinib
Bei Patienten, die Amivantamab in Kombination mit Lazertinib erhielten, wurden VTE-Ereignisse,einschließlich tiefer Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LE) berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Ereignisse mit tödlichem Ausgang wurden bei der intravenösen Verabreichung von Amivantamabbeobachtet.
Entsprechend der klinischen Leitlinien sollen Patienten prophylaktisch entweder ein direktes orales
Antikoagulans (DOAK) oder ein niedermolekulares Heparin (low molecular weight heparin, LMWH)erhalten. Die Anwendung von Vitamin K-Antagonisten wird nicht empfohlen.
Anzeichen und Symptome von VTE-Ereignissen sollen überwacht werden. Patienten mit VTE-
Ereignissen sollen, wie klinisch angezeigt, mittels Antikoagulation behandelt werden. Bei VTE-
Ereignissen im Zusammenhang mit klinischer Instabilität soll die Behandlung unterbrochen werden,bis der Patient klinisch stabil ist. Danach können beide Arzneimittel mit der gleichen Dosis wiedergestartet werden.
Bei Wiederauftreten trotz angemessener Antikoagulation ist Rybrevant abzusetzen. Die Behandlungmit Lazertinib kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Haut- und NagelreaktionenAusschlag (einschließlich Dermatitis akneiform), Juckreiz, trockene Haut und Hautulkus traten bei
Patienten auf, die mit Amivantamab behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollenangewiesen werden, sich während und für 2 Monate nach der Rybrevant-Therapie nur eingeschränktder Sonne auszusetzen. Schutzkleidung und die Verwendung von UVA/UVB-Breitband-
Sonnenschutzmitteln sind empfehlenswert. Ein prophylaktischer Ansatz zur Prävention von Ausschlagwird empfohlen. Dies beinhaltet eine prophylaktische Therapie zu Behandlungsbeginn mit einemoralen Antibiotikum (z. B. 100 mg Doxycyclin oder Minocyclin, zweimal täglich) ab Tag 1 für dieersten 12 Wochen der Behandlung und nach Abschluss der oralen Antibiotikatherapie eine topischeantibiotische Lotion (z. B. Clindamycin 1 %) auf der Kopfhaut für die darauffolgenden 9 Monate der
Behandlung. Zudem wird die Anwendung einer nicht-komedogenen Feuchtigkeitspflege für die Haut(auf Ceramidbasis oder andere Formulierungen, die eine langanhaltende Hautbefeuchtung bewirkenund keine austrocknenden Bestandteile enthalten) im Gesicht und am ganzen Körper (außer der
Kopfhaut) und die Anwendung einer Chlorhexidin-Lösung zum Waschen der Hände und Füße ab
Tag 1 für die gesamte Behandlungsdauer empfohlen.
Es wird empfohlen, zum Zeitpunkt der ersten Dosis Rezepte für topische und/oder orale Antibiotikaund topische Corticosteroide bereit zu halten, um Verzögerungen bei der reaktiven Behandlung zuminimieren, falls trotz prophylaktischer Behandlung Ausschlag auftritt. Wenn Hautreaktionenauftreten, sollen unterstützende Maßnahmen, topische Corticosteroide und topische und/oder orale
Antibiotika angewendet werden. Bei Nebenwirkungen Grad 3 oder Grad 2, die schlecht toleriertwerden, sollen auch systemische Antibiotika und orale Steroide angewendet werden. Patienten mitschwerem Ausschlag, der ein atypisches Aussehen oder eine atypische Verteilung aufweist oder beidem innerhalb von 2 Wochen keine Besserung eintritt, sollen umgehend an einen Dermatologenüberwiesen werden. Je nach Schweregrad soll die Dosis von Rybrevant reduziert, unterbrochen oder
Rybrevant dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Toxische epidermale Nekrolyse (TEN) wurde beobachtet. Die Behandlung mit diesem Arzneimittelsoll abgebrochen werden, wenn eine TEN bestätigt ist.
AugenerkrankungenAugenerkrankungen, einschließlich Keratitis, traten bei Patienten, die mit Amivantamab behandeltwurden, auf (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit sich verschlechternder Augensymptomatik sollenumgehend an einen Ophthalmologen überwiesen werden und keine Kontaktlinsen tragen, bis die
Symptome beurteilt wurden. Für Dosisanpassungen bei Augenerkrankungen Grad 3 oder 4, siehe
Abschnitt 4.2.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“ (siehe Abschnitt 6.6).
Polysorbatgehalt
Dieses Arzneimittel enthält 0,6 mg Polysorbat 80 pro ml entsprechend 6 mg pro 10-ml-
Durchstechflasche oder 8,4 mg pro 14-ml-Durchstechflasche. Polysorbate können allergische
Reaktionen hervorrufen.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Die renale
Ausscheidung sowie die enzymatische Metabolisierung in der Leber sind als wesentliche
Eliminationswege von intaktem Amivantamab unwahrscheinlich, da es sich um einen monoklonalen
IgG1-Antikörper handelt. Daher ist nicht zu erwarten, dass Veränderungen von Arzneimittel-metabolisierenden Enzymen die Elimination von Amivantamab beeinträchtigen. Aufgrund der hohen
Affinität zu einem einzigartigen Epitop auf EGFR und MET ist nicht davon auszugehen, dass
Amivantamab Arzneimittel-metabolisierende Enzyme beeinflusst.
ImpfstoffeEs liegen keine klinischen Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Impfungen bei Patienten vor,die mit Amivantamab behandelt werden. Vermeiden Sie die Anwendung von Lebendimpfstoffen oderabgeschwächten Lebendimpfstoffen während der Behandlung mit Amivantamab.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Amivantamab und bis 3 Monatenach Beendigung der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine Humandaten zur Beurteilung des Risikos der Anwendung von Amivantamab währendder Schwangerschaft vor. Es wurden keine tierexperimentellen Reproduktionsstudien durchgeführt,um arzneimittelassoziierte Risiken zu bestimmen. Die Anwendung von EGFR- und MET-
Inhibitormolekülen bei trächtigen Tieren führte zu einer erhöhten Inzidenz an embryofetalen
Entwicklungsstörungen, embryonaler Sterblichkeit und Aborten. Aufgrund seines Wirkmechanismusund der Ergebnisse im Tiermodell könnte Amivantamab daher zu einer Schädigung des Fetus führen,wenn es bei Schwangeren angewendet wird. Amivantamab darf während der Schwangerschaft nichtangewendet werden, es sei denn, dass der Nutzen der Behandlung für die Frau die potenziellen
Risiken für den Fetus überwiegt. Wenn die Patientin während der Anwendung dieses Arzneimittelsschwanger wird, muss sie über das mögliche Risiko für den Fetus aufgeklärt werden (siehe
Abschnitt 5.3).
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Amivantamab beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Humane IgGsgehen bekanntermaßen in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch über und fallen kurzdarauf auf einen niedrigen Spiegel ab. Während dieser kurzen Zeit unmittelbar nach der Geburt kannein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden, auch wenn die IgGs wahrscheinlich im
Magen-Darm-Trakt des gestillten Kindes abgebaut und nicht resorbiert werden. Es muss eine
Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen unterbrochen oder die Amivantamab-Therapieunterbrochen/abgesetzt werden soll, wobei der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der
Therapie für die Frau berücksichtigt werden muss.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Auswirkungen von Amivantamab auf die Fertilität beim Menschen vor.
In tierexperimentellen Studien wurden die Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilitätnicht untersucht.
Rybrevant kann einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben, siehe Abschnitt 4.8 (z. B. Schwindelgefühl, Ermüdung/Fatigue,
Sehverschlechterung). Wenn bei Patienten behandlungsbedingte Symptome einschließlich
Nebenwirkungen in Bezug auf die Sehkraft auftreten, die ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeitbeeinträchtigen, wird von Fahren und Bedienen von Maschinen bis zum Abklingen der Nebenwirkungabgeraten.
Rybrevant als Monotherapie
In klinischen Studien zu Rybrevant als intravenöse Darreichungsform als Monotherapie (N = 380)waren die häufigsten Nebenwirkungen, unabhängig vom Schweregrad, Ausschlag (76 %), Reaktionenim Zusammenhang mit einer Infusion (IRRs) (67 %), Nageltoxizität (47 %), Hypoalbuminämie(31 %), Ödeme (26 %), Ermüdung/Fatigue (26 %), Stomatitis (24 %), Übelkeit (23 %) und
Obstipation (23 %). Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen gehörten ILD (1,3 %), IRRs (1,1 %)und Ausschlag (1,1 %). Bei drei Prozent der Patienten wurde Rybrevant aufgrund von
Nebenwirkungen abgesetzt. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zum Absetzen der Behandlungführten, waren IRRs (1,1 %), ILD (0,5 %) und Nageltoxizität (0,5 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenTabelle 4 gibt einen Überblick über die Nebenwirkungen bei Patienten, die Rybrevant als
Monotherapie erhielten.
Die Daten basieren auf der Anwendung von Rybrevant als intravenöse Darreichungsform bei380 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomnach Versagen einer platinbasierten Chemotherapie. Die Patienten erhielten 1 050 mg Amivantamab(bei Patienten < 80 kg) oder 1 400 mg Amivantamab (bei Patienten ≥ 80 kg). Die Expositiongegenüber Amivantamab betrug im Median 4,1 Monate (Spanne: 0,0 bis 39,7 Monate).
Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden, sind nach Häufigkeitskategorieaufgeführt (siehe unten). Häufigkeitskategorien sind folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten(< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb der einzelnen Häufigkeitskategorien sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 4: Nebenwirkungen bei Patienten, die Rybrevant als Monotherapie erhielten(N = 380)
Systemorganklasse Häufigkeits- Alle Grade Grad 3-4 (%)
Nebenwirkung kategorie (%)
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypoalbuminämie* (siehe Abschnitt 5.1) Sehr häufig 31 2†
Appetit vermindert 16 0,5†
Hypokalzämie 10 0,3†
Hypokaliämie Häufig 9 2
Hypomagnesiämie 8 0
Erkrankungen des NervensystemsSchwindelgefühl* Sehr häufig 13 0,3†
AugenerkrankungenSehverschlechterung* Häufig 3 0
Wimpernwachstum* 1 0sonstige Augenerkrankungen* 6 0
Keratitis Gelegentlich 0,5 0
Uveitis 0,3 0
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinumsinterstitielle Lungenerkrankung* Häufig 3 0,5†
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsDiarrhö Sehr häufig 11 2†
Stomatitis* 24 0,5†
Übelkeit 23 0,5†
Obstipation 23 0
Erbrechen 12 0,5†
Abdominalschmerz* Häufig 9 0,8†
Hämorrhoiden 3,7 0
Leber- und GallenerkrankungenAlaninaminotransferase erhöht Sehr häufig 15 2
Aspartataminotransferase erhöht 13 1alkalische Phosphatase im Blut erhöht 12 0,5†
Tabelle 4: Nebenwirkungen bei Patienten, die Rybrevant als Monotherapie erhielten(N = 380)
Systemorganklasse Häufigkeits- Alle Grade Grad 3-4 (%)
Nebenwirkung kategorie (%)
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAusschlag* Sehr häufig 76 3†
Nageltoxizität* 47 2†trockene Haut* 19 0
Pruritus 18 0
Hautulkus Gelegentlich 0,8 0toxische epidermale Nekrolyse 0,3 0,3†
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenMyalgie Sehr häufig 11 0,3†
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortÖdem* Sehr häufig 26 0,8†
Ermüdung/Fatigue* 26 0,8†
Fieber 11 0
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Reaktion im Zusammenhang mit einer Sehr häufig 67 2
Infusion
* Zusammengefasste Begriffe† Nur Grad-3-Nebenwirkungen
Rybrevant in Kombination mit Lazertinib
Insgesamt stimmte das Sicherheitsprofil von Rybrevant als subkutane Darreichungsform mit demetablierten Sicherheitsprofil von Rybrevant als intravenöse Darreichungsform überein, wobei bei dersubkutanen Darreichungsform im Vergleich zur intravenösen Darreichungsform eine geringere
Inzidenz von verabreichungsbedingten Reaktionen und VTE-Ereignissen beobachtet wurde.
In klinischen Studien zu Rybrevant (entweder als intravenöse oder subkutane Darreichungsform) in
Kombination mit Lazertinib (N = 752) waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 20 % der Patienten),unabhängig vom Schweregrad, Ausschlag (87 %), Nageltoxizität (67 %), Hypoalbuminämie (48 %),
Hepatotoxizität (43 %), Stomatitis (43 %), Ödeme (42 %), Ermüdung/Fatigue (35 %), Parästhesie(29 %), Obstipation (26 %), Diarrhö (26 %), trockene Haut (25 %), verminderter Appetit (24 %),
Übelkeit (24 %) und Pruritus (23 %).
Klinisch relevante Unterschiede zwischen der intravenösen und der subkutanen Darreichungsformwurden bei der Anwendung in Kombination mit Lazertinib in Bezug auf verabreichungsbedingte
Reaktionen (63 % bei intravenöser gegenüber 14 % bei subkutaner Anwendung) und VTE-Ereignissen(37 % bei intravenöser gegenüber 11 % bei subkutaner Anwendung) beobachtet.
Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bei 14 % der Patienten berichtet, die Rybrevant alssubkutane Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib erhielten, darunter ILD (4,2 %), VTE-
Ereignisse (2,7 %), Hepatotoxizität (2,1 %) und Ermüdung/Fatigue (1,5 %). Sieben Prozent der
Patienten setzten die Behandlung mit Rybrevant als subkutane Darreichungsform aufgrund von
Nebenwirkungen ab. Bei Patienten, die mit Rybrevant als subkutane Darreichungsform in
Kombination mit Lazertinib behandelt wurden, waren die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 1 % der
Patienten), unabhängig vom Schweregrad, die zum Absetzen von Rybrevant als subkutane
Darreichungsform führten, ILD (3,6 %) und Ausschlag (1,5 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen von Rybrevant (entweder als intravenöse oder subkutane Darreichungsform) in
Kombination mit Lazertinib sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
Die nachstehenden Sicherheitsdaten geben die Exposition gegenüber Rybrevant (entweder alsintravenöse oder subkutane Darreichungsform) in Kombination mit Lazertinib bei 752 Patienten mitlokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC an, darunter 421 Patienten in der MARIPOSA-
Studie, 125 Patienten in den Kohorten 1 und 6 der PALOMA-2-Studie und 206 Patienten imsubkutanen Arm der PALOMA-3-Studie. Die Patienten erhielten Rybrevant (entweder als intravenöseoder subkutane Darreichungsform) bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Eintreten inakzeptabler
Toxizität. Die mediane Dauer der Behandlung mit Amivantamab betrug insgesamt bei derintravenösen und bei der subkutanen Darreichungsform 9,9 Monate (Spanne: 0,1 bis 31,4 Monate).
Bei der subkutanen Darreichungsform betrug die mediane Behandlungsdauer 5,7 Monate (Spanne: 0,1bis 13,2 Monate), wohingegen die mediane Behandlungsdauer bei der intravenösen Darreichungsform18,5 Monate betrug (Spanne: 0,2 bis 31,4 Monate).
Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden, sind nach Häufigkeitskategorieaufgeführt (siehe unten). Häufigkeitskategorien sind folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten(< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 5: Nebenwirkungen von Rybrevant (entweder als subkutane oder intravenöse
Darreichungsform) in Kombination mit Lazertinib (N = 752)
Systemorganklasse Häufigkeits- Alle Grade Grad 3-4
Nebenwirkung kategorie (%) (%)
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypoalbuminämie* Sehr häufig 48 4,5
Appetit vermindert 24 0,8
Hypokalzämie 19 1,2
Hypokaliämie 13 2,7
Hypomagnesiämie Häufig 6 0
Erkrankungen des NervensystemsParästhesie*, a Sehr häufig 29 1,3
Schwindelgefühl* 12 0
AugenerkrankungenSonstige Augenerkrankungen* Sehr häufig 19 0,5
Sehverschlechterung* Häufig 3,6 0
Keratitis 1,7 0,3
Wimpernwachstum* 1,7 0
GefäßerkrankungenAmivantamab intravenös*, b Sehr häufig 37 11
Amivantamab subkutan*, c Sehr häufig 11 0,9
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsInterstitielle Lungenerkrankung* Häufig 3,6 1,7
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsStomatitis* Sehr häufig 43 2,0
Obstipation 26 0
Diarrhö 26 1,7
Übelkeit 24 0,8
Erbrechen 15 0,5
Abdominalschmerz* 10 0,1
Hämorrhoiden Häufig 8 0,1
Leber- und GallenerkrankungenHepatotoxizität* Sehr häufig 43 7
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAusschlag* Sehr häufig 87 23
Nageltoxizität* 67 8
Trockene Haut* 25 0,7
Pruritus 23 0,3
Tabelle 5: Nebenwirkungen von Rybrevant (entweder als subkutane oder intravenöse
Darreichungsform) in Kombination mit Lazertinib (N = 752)
Systemorganklasse Häufigkeits- Alle Grade Grad 3-4
Nebenwirkung kategorie (%) (%)
Hautulkus Häufig 3,9 0,5
Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom 3,9 0,1
Urtikaria 1,6 0
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenMyalgie Sehr häufig 15 0,5
Muskelspasmen 13 0,4
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortÖdem* Sehr häufig 42 2,7
Ermüdung/Fatigue* 35 3,5
Fieber 11 0
Reaktionen an der Injektionsstelle*, c, d Häufig 8 0
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion/Verabreichungsbedingte Reaktionen
Amivantamab intravenösb, e Sehr häufig 63 6
Amivantamab subkutanc, f Sehr häufig 14 0,3
* Zusammengefasste Begriffe.a Gilt nur für Lazertinib.b Häufigkeit basiert nur auf der Studie zur intravenösen Anwendung von Amivantamab (MARIPOSA [N = 421]).c Häufigkeit basiert nur auf den Studien zur subkutanen Anwendung von Amivantamab (PALOMA-2, Kohorten 1 und 6[N = 125] und PALOMA-3, subkutaner Arm [N = 206]).d Reaktionen an der Injektionsstelle sind lokale Anzeichen und Symptome im Zusammenhang mit der subkutanen
Anwendung.e Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion sind systemische Anzeichen und Symptome im Zusammenhang mitder intravenösen Infusion von Amivantamab.f Verabreichungsbedingte Reaktionen sind systemische Anzeichen und Symptome im Zusammenhang mit dersubkutanen Anwendung von Amivantamab.
Beschreibung von ausgewählten NebenwirkungenVerabreichungsbedingte Reaktionen
Insgesamt traten verabreichungsbedingte Reaktionen bei 14 % der Patienten auf, die mit Rybrevant alssubkutane Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib behandelt wurden. In der PALOMA-3-
Studie wurden verabreichungsbedingte Reaktionen bei 13 % der Patienten berichtet, die mit Rybrevantals subkutane Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib behandelt wurden, im Vergleich zu66 % bei der Behandlung mit Rybrevant als intravenöse Darreichungsform in Kombination mit
Lazertinib. Zu den häufigsten Anzeichen und Symptomen von verabreichungsbedingten Reaktionengehören Dyspnoe, Flush, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Beschwerden im Brustkorb. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten der ersten verabreichungsbedingten Reaktionen betrug 2,1 Stunden (Spanne:0,0 bis 176,5 Stunden). Die meisten verabreichungsbedingten Reaktionen (98 %) waren vom
Schweregrad 1 oder 2.
Reaktionen an der InjektionsstelleInsgesamt traten Reaktionen an der Injektionsstelle bei 8 % der Patienten auf, die mit Rybrevant alssubkutane Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib behandelt wurden. Alle Reaktionen ander Injektionsstelle waren vom Schweregrad 1 oder 2. Das häufigste Symptom der Reaktionen an der
Injektionsstelle war Erythem.
Interstitielle LungenerkrankungInterstitielle Lungenerkrankung (ILD) oder ILD-ähnliche Nebenwirkungen wurden sowohl bei der
Anwendung von Amivantamab als auch bei anderen EGFR-Inhibitoren berichtet. Bei 3,6 % der
Patienten, die mit Rybrevant (entweder als intravenöse oder subkutane Darreichungsform) in
Kombination mit Lazertinib behandelt wurden, wurde ILD berichtet, darunter waren 2 Fälle (0,3 %)mit tödlichem Ausgang. Patienten mit einer anamnestisch bekannten ILD, einschließlicharzneistoffinduzierter ILD oder Strahlenpneumonitis, wurden von der PALOMA-2 und PALOMA-3-
Studie ausgeschlossen.
Venöse thromboembolische (VTE) Ereignisse bei gleichzeitiger Anwendung mit Lazertinib
VTE-Ereignisse, einschließlich tiefer Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LE), wurden bei11 % der Patienten berichtet, die in der PALOMA-2- und PALOMA-3-Studie Rybrevant alssubkutane Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib erhielten. In den meisten Fällen handeltees sich um Ereignisse Grad 1 oder 2, wobei Ereignisse Grad 3 bei 3 Patienten (0,9 %) auftraten.
Darüber hinaus wendeten 269 (81 %) dieser 331 Patienten, die Rybrevant als subkutane
Darreichungsform erhielten, innerhalb der ersten vier Monate der Studienbehandlung prophylaktisch
Antikoagulanzien - entweder ein direktes orales Antikoagulans oder ein niedermolekulares Heparin -an. In der PALOMA-3-Studie betrug die Inzidenz von VTE-Ereignissen 9 % bei Patienten, die mit
Rybrevant als subkutane Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib behandelt wurden, im
Vergleich zu 13 % bei Patienten, die mit Rybrevant als intravenöse Darreichungsform in Kombinationmit Lazertinib behandelt wurden, wobei die Raten der prophylaktischen Anwendung von
Antikoagulanzien in beiden Behandlungsarmen ähnlich waren (80 % im subkutanen Arm gegenüber81 % im intravenösen Arm). Bei Patienten, die keine prophylaktische Antikoagulation erhielten, lagdie Gesamtinzidenz von VTE-Ereignissen bei 17 % der mit der subkutanen Rybrevant-
Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib behandelten Patienten, wobei alle VTE-Ereignisseals Grad 1-2 und schwerwiegende VTE-Ereignisse bei 4,8 % dieser Patienten berichtet wurden; im
Vergleich dazu lag die Gesamtinzidenz von VTE-Ereignissen bei 23 % der mit der intravenösen
Rybrevant-Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib behandelten Patienten, wobei VTE-
Ereignisse von Grad 3 bei 10 % und schwerwiegende VTE-Ereignisse bei 8 % dieser Patientenberichtet wurden.
Haut- und NagelreaktionenAusschlag (einschließlich Dermatitis akneiform), Juckreiz und trockene Haut traten bei Patienten auf,die mit Rybrevant (entweder als intravenöse oder subkutane Darreichungsform) in Kombination mit
Lazertinib behandelt wurden. Ausschlag trat bei 87 % der Patienten auf und führte bei 0,7 % der
Patienten zum Absetzen der Behandlung mit Rybrevant. In den meisten Fällen handelte es sich um
Reaktionen Grad 1 oder 2, wobei Reaktionen Grad 3 und 4 bei 23 % bzw. 0,1 % der Patientenauftraten.
In einer Phase-II-Studie bei Patienten, die mit Rybrevant in Kombination mit Lazertinib behandeltwurden, wurde die Anwendung einer prophylaktischen Therapie mit einem oralen Antibiotikum,einem topischen Antibiotikum auf der Kopfhaut, einer Feuchtigkeitspflege für das Gesicht und denganzen Körper (außer der Kopfhaut) sowie einem Antiseptikum für Hände und Füße untersucht (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.4). Die Studie zeigte eine Reduktion der Häufigkeit dermatologischer
Nebenwirkungen ≥ Grad 2 während der ersten 12 Behandlungswochen im Vergleich zu der in derklinischen Praxis üblichen dermatologischen Standardbehandlung (38,6 % gegenüber 76,5 %;p < 0,0001). Darüber hinaus gab es eine Reduktion der Nebenwirkungen ≥ Grad 2 auf der Kopfhaut inden ersten 12 Behandlungswochen (8,6 % gegenüber 29,4 %) sowie eine geringere Häufigkeit von
Dosisreduktionen (7,1 % gegenüber 19,1 %), Behandlungsunterbrechungen (15,7 % gegenüber33,8 %) und Behandlungsabbrüchen (1,4 % gegenüber 4,4 %) aufgrund dermatologischer
Nebenwirkungen.
AugenerkrankungenAugenerkrankungen, einschließlich Keratitis (1,7 %), traten bei Patienten auf, die mit Rybrevant(entweder als intravenöse oder subkutane Darreichungsform) behandelt wurden. Zu den weiterenberichteten Nebenwirkungen gehörten Wimpernwachstum, Sehverschlechterung und sonstige
Augenerkrankungen.Es liegen begrenzt klinische Daten für Amivantamab bei Patienten ab 75 Jahren vor (siehe
Abschnitt 5.1). Insgesamt wurde kein Unterschied hinsichtlich der Sicherheit zwischen Patienten im
Alter von ≥ 65 Jahren und Patienten < 65 Jahren festgestellt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es liegen keine Informationen zur Überdosierung von Rybrevant als subkutane Darreichungsform vorund es gibt kein bekanntes, spezifisches Antidot bei Überdosierung. Im Falle einer Überdosierung solldie Behandlung mit Rybrevant abgebrochen werden. Der Patient soll auf Anzeichen oder Symptomevon Nebenwirkungen überwacht werden. Adäquate allgemein supportive Maßnahmen sollenumgehend eingeleitet werden, bis die klinische Toxizität nachgelassen oder sich vollständigzurückgebildet hat.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugat,
ATC-Code: L01FX18
Rybrevant als subkutane Darreichungsform enthält rekombinante humane Hyaluronidase (rHuPH20).rHuPH20 wirkt lokal und vorübergehend, um Hyaluronan ((HA), ein natürlich vorkommendes
Glykoaminoglykan, das überall im Körper zu finden ist) in der extrazellulären Matrix des subkutanen
Gewebes abzubauen, indem es die Verknüpfung zwischen den beiden Zuckern (N-Acetylglucosaminund Glucuronsäure), aus denen HA besteht, spaltet.
WirkmechanismusAmivantamab ist ein vollhumaner, auf IgG1 basierender bispezifischer EGFR-MET-Antikörper mitniedrigem Fucoseanteil, der Immunzell-gerichtete Aktivität aufweist und gegen Tumore mitaktivierenden EGFR-Mutationen, wie Exon-19-Deletionen, Exon-21-L858R-Substitutionsmutationenund Exon-20-Insertionsmutationen, gerichtet ist. Amivantamab bindet an die extrazellulären Domänenvon EGFR und MET.
Amivantamab unterbindet die EGFR- und MET-Signalfunktionen, indem es die Ligandenbindungblockiert und die Degradation von EGFR und MET fördert, wodurch Tumorwachstumund -progression verhindert werden. Die Expression von EGFR und MET auf der Oberfläche von
Tumorzellen ermöglicht auch die zielgerichtete Destruktion dieser Zellen. Dies wird durch
Immuneffektorzellen wie natürlichen Killerzellen und Makrophagen auf Basis antikörperabhängigerzellulärer Zytotoxizität (antibody-dependent cellular cytotoxicity, ADCC) bzw. Trogozytose erreicht.
Pharmakodynamische WirkungenNach der ersten vollständigen Dosis von Rybrevant als subkutane Darreichungsform sanken diemittleren EGFR- und MET-Konzentrationen im Serum erheblich und blieben bei allen untersuchten
Dosierungen während der gesamten Behandlungsdauer supprimiert.
AlbuminRybrevant als subkutane Darreichungsform verringerte die Serumalbuminkonzentration, einepharmakodynamische Wirkung der MET-Inhibition, typischerweise während der ersten 8 Wochen(siehe Abschnitt 4.8); danach stabilisierte sich die Albuminkonzentration während des weiteren
Verlaufs der Behandlung mit Amivantamab.
Klinische Erfahrungen mit Rybrevant als subkutane Darreichungsform
Die Wirksamkeit von Rybrevant als subkutane Darreichungsform bei Patienten mit EGFR-mutiertemlokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC basiert auf dem Erreichen einer nicht-unterlegenen PK-Exposition gegenüber intravenösem Amivantamab in der Nicht-
Unterlegenheitsstudie PALOMA-3 (siehe Abschnitt 5.2). Die Studie zeigte Nicht-Unterlegenheitbezüglich der Wirksamkeit von subkutan gegenüber intravenös injiziertem Amivantamab in
Kombination mit Lazertinib bei Patienten mit EGFR-mutiertem lokal fortgeschrittenem odermetastasiertem NSCLC, deren Krankheit während oder nach einer Behandlung mit Osimertinib undplatinbasierter Chemotherapie fortgeschritten ist.
Klinische Erfahrungen mit Rybrevant als intravenöse Darreichungsform
Zuvor unbehandeltes NSCLC mit EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-
Substitutionsmutationen (MARIPOSA)
NSC3003 (MARIPOSA) ist eine randomisierte, offene, aktiv kontrollierte, multizentrische Phase-III-
Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Rybrevant als intravenöse
Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib im Vergleich zur Osimertinib-Monotherapie bei der
Erstlinienbehandlung von Patienten mit EGFR-mutiertem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
NSCLC, die nicht für eine kurative Therapie geeignet sind. Die Patientenproben mussten eine derbeiden common EGFR-Mutationen aufweisen (Exon-19-Deletion oder Exon-21-L858R-
Substitutionsmutation), die durch lokale Tests festgestellt wurden. Die Tumorgewebeproben (94 %)und/oder Plasmaproben (6 %) aller Patienten wurden lokal getestet, um den EGFR-Exon-19-
Deletions- und/oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationsstatus zu bestimmen; dabei kam bei 65 %der Patienten eine Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) und bei 35 % ein
Next Generation Sequencing (NGS) zum Einsatz.
Insgesamt wurden 1 074 Patienten zu der Behandlung mit Rybrevant als intravenöse
Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib, der Osimertinib-Monotherapie oder der Lazertinib-
Monotherapie, jeweils bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität, randomisiert(2:2:1). Rybrevant als intravenöse Darreichungsform wurde intravenös in der Dosierung 1 050 mg (bei
Patienten < 80 kg) oder 1 400 mg (bei Patienten ≥ 80 kg) einmal wöchentlich, jeweils über 4 Wochenund danach ab Woche 5 alle 2 Wochen angewendet. Lazertinib wurde in der Dosierung 240 mg oraleinmal täglich angewendet. Osimertinib wurde in der Dosierung 80 mg oral einmal täglichangewendet. Die Randomisierung wurde nach EGFR-Mutationstyp (Exon-19-Deletion oder Exon-21-
L858R-Substitutionsmutation), ethnischer Abstammung (asiatisch oder nicht-asiatisch) und
Hirnmetastasen in der Anamnese (ja oder nein) stratifiziert.
Die demografischen Kennzahlen und die krankheitsbezogenen Parameter waren bei Baseline in allen
Behandlungsarmen ausgewogen. Das mediane Alter betrug 63 (Spanne: 25-88) Jahre, wobei 45 % der
Patienten ≥ 65 Jahre alt waren; 62 % waren weiblich, 59 % asiatischer und 38 % kaukasischer
Abstammung. Der Performance-Status der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) bei
Baseline betrug 0 (34 %) oder 1 (66 %); 69 % hatten nie geraucht, 41 % hatten in der Vorgeschichte
Hirnmetastasen und 90 % hatten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose Krebs im Stadium IV. Im Hinblickauf den EGFR-Mutationsstatus lagen bei 60 % Exon-19-Deletionen und bei 40 % Exon-21-L858R-
Substitutionsmutationen vor.
Rybrevant als intravenöse Darreichungsform in Kombination mit Lazertinib zeigte in der BICR-
Beurteilung (blinded independent central review) eine statistisch signifikante Verbesserung desprogressionsfreien Überlebens (progression free survival, PFS).
Die finale Analyse des Gesamtüberlebens (overall survival, OS) zeigte eine statistisch signifikante
Verbesserung des OS für Rybrevant als intravenöse Darreichungsform in Kombination mit Lazertinibim Vergleich zu Osimertinib (siehe Tabelle 6 und Abbildung 2).
Tabelle 6: Ergebnisse zur Wirksamkeit in der MARIPOSA-Studie
Rybrevant als intravenöse
Darreichungsform + Lazertinib Osimertinib(n = 429) (n = 429)
Progressionsfreies Überleben (PFS)a
Anzahl der Ereignisse 192 (45 %) 252 (59 %)
Median, Monate (95 % KI) 23,7 (19,1; 27,7) 16,6 (14,8; 18,5)
Hazard Ratio (95 % KI); 0,70 (0,58; 0,85); p = 0,0002p-Wert
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl der Ereignisse 173 (40 %) 217 (51 %)
Median, Monate (95 % KI) NA (42,9; NA) 36,7 (33,4; 41,0)
Hazard Ratio (95 % KI); 0,75 (0,61; 0,92); p = 0,0048p-Wert
Objektive Ansprechrate (ORR)a, b
ORR, % (95 % KI) 80 % (76 %; 84 %) 77 % (72 %; 81 %)
Dauer des Ansprechens (DOR)a, b
Median, Monate (95 % KI) 25,8 (20,3; 33,9) 18,1 (14,8; 20,1)
BICR = verblindete unabhängige zentrale Überprüfung; KI = Konfidenzintervall; NA = nicht abschätzbar.
Die PFS-Ergebnisse stammen aus dem Daten-Cut-off 11. August 2023, mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von22,0 Monaten. Die Ergebnisse für DOR (Duration of Response, Dauer des Ansprechens) und ORR (Objective Response
Rate, Objektive Ansprechrate) stammen aus dem Daten-Cut-off 13. Mai 2024, mit einer medianen Nachbeobachtungszeitvon 31,3 Monaten. Die Ergebnisse für OS stammen aus dem Daten-Cut-off 04. Dezember 2024, mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 37,8 Monaten.a BICR nach RECIST v1.1.b Basierend auf bestätigten Respondern.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des PFS bei zuvor unbehandelten NSCLC-Patientennach BICR -Beurteilung
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des OS bei zuvor unbehandelten NSCLC-Patienten
Die intrakranielle ORR und DOR mittels BICR waren vorab festgelegte Endpunkte in MARIPOSA. Inder Subgruppe von Patienten mit intrakraniellen Läsionen bei Baseline wurde für die Kombinationvon Rybrevant als intravenöse Darreichungsform und Lazertinib eine vergleichbare intrakranielle
ORR wie die der Kontrollgruppe gezeigt. Von allen Patienten in der MARIPOSA-Studie lagen serielle
Gehirn-MRT gemäß Prüfplan vor, um das intrakranielle Ansprechen und die Dauer des Ansprechenszu beurteilen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 7 zusammengefasst.
Tabelle 7: Intrakranielle ORR und DOR nach BICR-Beurteilung bei Patienten mitintrakraniellen Läsionen bei Baseline - MARIPOSA
Rybrevant als intravenöse
Darreichungsform + Lazertinib Osimertinib(n = 180) (n = 186)
Beurteilung des Ansprechens intrakranieller Tumoren
Intrakranielle ORR 78 % 77 %(CR + PR), % (95 % KI) (71 %; 84 %) (71 %; 83 %)
Komplette Remission 64 % 59 %
Intrakranielle DOR
Anzahl der Responder 140 144
Median, Monate (95 % KI) 35,0 (20,4; NA) 25,1 (22,1; 31,2)
KI = Konfidenzintervall
NA = nicht abschätzbar
Die Ergebnisse für die intrakranielle ORR und DOR stammen aus dem Daten-Cut-off 04. Dezember 2024, mit einermedianen Nachbeobachtungszeit von 37,8 Monaten.
Zuvor behandeltes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC) mit Exon-20-Insertionsmutationen(CHRYSALIS)
CHRYSALIS ist eine multizentrische, offene Multi-Kohorten-Studie zur Beurteilung der Sicherheitund Wirksamkeit von Rybrevant als intravenöse Darreichungsform bei Patienten mit lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC. Die Wirksamkeit wurde bei 114 Patienten mit lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC untersucht, die Exon-20-Insertionsmutationen im
EGFR-Gen aufwiesen, deren Tumor während oder nach einer platinbasierten Chemotherapiefortgeschritten war und deren mediane Nachbeobachtungszeit 12,5 Monate betrug. Tumorgewebe-(93 %) oder Plasmaproben (10 %) wurden für alle Patienten lokal getestet, um den EGFR-Exon-20-
Insertionsmutations-Status mittels Next-Generation-Sequencing (NGS) bei 46 % der Patientenund/oder mittels Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) bei 41 % der Patientennachzuweisen; bei 4 % der Patienten wurden die Testmethoden nicht angegeben. Patienten mitunbehandelten Hirnmetastasen oder mit einer ILD in der Vorgeschichte, die innerhalb der letzten2 Jahre eine Behandlung mit langwirksamen Steroiden oder anderen Immunsuppressiva erforderte,waren von der Studie ausgeschlossen. Rybrevant als intravenöse Darreichungsform wurde intravenösin einer Dosierung von 1 050 mg bei Patienten < 80 kg oder 1 400 mg bei Patienten ≥ 80 kg einmalwöchentlich über 4 Wochen und anschließend alle 2 Wochen beginnend ab Woche 5 angewendet, biskein klinischer Nutzen mehr bestand oder eine inakzeptable Toxizität auftrat. Der primäre
Wirksamkeitsendpunkt war die vom Prüfer bewertete Gesamtansprechrate (overall response rate,
ORR), definiert als bestätigte komplette Remission (complete response, CR) oder partielle Remission(partial response, PR) gemäß RECIST v1.1. Darüber hinaus wurde der primäre Endpunkt im Rahmeneiner verblindeten unabhängigen zentralen Überprüfung (blinded independent central review, BICR)bewertet. Zu den sekundären Wirksamkeitsendpunkten gehörte die Dauer des Ansprechens (durationof response, DOR).
Das mediane Alter betrug 62 Jahre (Spanne: 36-84), wobei 41 % der Patienten ≥ 65 Jahre alt waren;61 % waren weiblich; 52 % waren asiatischer und 37 % kaukasischer Abstammung. Die mediane Zahlder vorangegangenen Therapien betrug 2 (Spanne: 1 bis 7 Therapien). Bei Baseline hatten 29 % einen
ECOG-Performance-Status von 0 und 70 % einen ECOG-Performance-Status von 1; 57 % hatten niegeraucht; 100 % hatten Krebs im Stadium IV; 25 % waren bereits wegen Hirnmetastasen behandeltworden. Insertionen in Exon-20 wurden an 8 verschiedenen Genloci beobachtet; die häufigsten
Genloci waren A767 (22 %), S768 (16 %), D770 (12 %) und N771 (11 %).
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8: Ergebnisse zur Wirksamkeit aus CHRYSALIS
Prüferbeurteilung(N = 114)
Gesamtansprechratea, b (95 % KI) 37 % (28 %, 46 %)
Komplette Remission 0 %
Partielle Remission 37 %
Dauer des Ansprechens
Medianc (95 % KI), Monate 12,5 (6,5; 16,1)
Patienten mit DOR ≥ 6 Monate 64 %
KI = Konfidenzintervalla Bestätigtes Ansprechenb ORR- und DOR-Ergebnisse nach Beurteilung durch Prüfärzte stimmten mit denen überein, die durch
BICR-Beurteilung berichtet wurden. Die ORR gemäß BICR-Beurteilung betrug 43 % (34 %, 53 %) mit einer CR-Ratevon 3 % und einer PR-Rate von 40 %. Die mediane DOR gemäß BICR-Beurteilung betrug 10,8 Monate (95 % KI:6,9; 15,0). Der Anteil der Patienten mit DOR ≥ 6 Monate gemäß BICR-Beurteilung betrug 55 %.
c Basierend auf der Kaplan-Meier-Schätzung
Antitumorale Aktivität wurde quer durch die untersuchten Mutations-Subtypen beobachtet.
ImmunogenitätAntikörper gegen den Wirkstoff (anti-drug antibodies, ADA) wurden nach der Behandlung mit
Rybrevant als subkutane Darreichungsform gelegentlich nachgewiesen. Es wurden keine Hinweise aufeinen Einfluss von ADA auf die Pharmakokinetik (PK), Wirksamkeit oder Sicherheit beobachtet. Vonden 389 Studienteilnehmern, die Rybrevant als subkutane Darreichungsform als Monotherapie oderals Teil einer Kombinationstherapie erhielten, wurden 37 Studienteilnehmer (10 %) positiv aufbehandlungsbedingte Antikörper gegen rHuPH20 getestet. Die bei diesen Studienteilnehmernbeobachtete Immunogenität gegen rHuPH20 hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von
Amivantamab.
Ältere PatientenInsgesamt wurde kein Unterschied hinsichtlich der Wirksamkeit zwischen Patienten im Alter von≥ 65 Jahren und Patienten < 65 Jahren festgestellt.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Rybrevant eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei NSCLC gewährt (siehe
Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Nach subkutaner Anwendung beträgt in der Populations-PK-Analyse das geometrische Mittel (%CV)der Bioverfügbarkeit von Amivantamab 66,6 % (14,9 %) mit einer medianen Zeit bis zum Erreichendes Maximalspiegels von 3 Tagen, basierend auf den individuellen Amivantamab-PK-
Parameterschätzungen bei Studienteilnehmern, die eine subkutane Dosis erhielten.
Beim subkutanen Dosierungsschema alle 2 Wochen betrug das geometrische Mittel (%CV) dermaximalen Talspiegel von Amivantamab nach der 4. wöchentlichen Dosis 335 µg/ml (32,7 %). Diemittlere AUC1 Woche stieg von der ersten Dosis bis zu Zyklus 2, Tag 1 um das 3,5-Fache an. Dermaximale Talspiegel von Amivantamab nach subkutaner Anwendung als Monotherapie und in
Kombination mit Lazertinib wird typischerweise am Ende der wöchentlichen Dosierung (Zyklus 2,
Tag 1) beobachtet. Die Steady-State-Konzentration von Amivantamab wird etwa in Woche13 erreicht. Das geometrische Mittel (%CV) des Steady-State-Talspiegels von Amivantamab in
Zyklus 4, Tag 1 betrug 206 µg/ml (39,1 %).
In Tabelle 9 sind die beobachteten geometrischen Mittelwerte (%CV) der maximalen Talspiegel(Zyklus 2, Tag 1 CTal) und der Fläche unter der Konzentrationszeitkurve in Zyklus 2 (AUCTag 1-15)nach den empfohlenen Dosen von subkutan und intravenös angewendetem Amivantamab bei
Patienten mit NSCLC aufgeführt. Diese PK-Endpunkte bildeten die Grundlage für den Nachweis der
Nichtunterlegenheit, der die Gleichwertigkeit von der intravenösen und der subkutanen Anwendungunterstützt.
Tabelle 9: Zusammenfassung der pharmakokinetischen Serumparameter von Amivantamabbei Patienten mit NSCLC (PALOMA-3-Studie)
Parameter Rybrevant als subkutane Rybrevant als intravenöse
Darreichungsform Darreichungsform1 600 mg 1 050 mg(2 240 mg bei einem (1 400 mg bei einem
Körpergewicht ≥ 80 kg) Körpergewicht ≥ 80 kg)
Geometrisches Mittel (%CV)
Zyklus 2, Tag 1 CTal 335 (32,7 %) 293 (31,7 %)(µg/ml)
Zyklus 2135 861 (30,7 %) 131 704 (24,0 %)
AUC(Tag 1- 15) (µg/ml)
VerteilungAuf Grundlage der individuellen Amivantamab-PK-Parameterschätzungen bei Studienteilnehmern, diedie subkutane Dosierung erhielten, beträgt in der Populations-PK-Analyse das geometrische Mittel(%CV) des Gesamtverteilungsvolumens für subkutan angewendetes Amivantamab 5,69 l (23,8 %).
EliminationAuf Grundlage der individuellen Amivantamab-PK-Parameterschätzungen bei Studienteilnehmern, diedie subkutane Dosierung erhielten, beträgt in der Populations-PK-Analyse die geschätzte geometrischemittlere (%CV) lineare Clearance (CL) und die damit verbundene terminale Halbwertszeit 0,224 l/Tag(26,0 %) bzw. 18,8 Tage (34,3 %).
Besondere PatientengruppenEs wurden keine klinisch relevanten Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik von Amivantamabbezogen auf das Alter (21-88 Jahre) festgestellt.
NierenfunktionsbeeinträchtigungBei Patienten mit leichter (60 ≤ Kreatinin-Clearance [creatinine clearance, CrCl] < 90 ml/min),mittelschwerer (29 ≤ CrCl < 60 ml/min) oder schwerer (15 ≤ CrCl < 29 ml/min)
Nierenfunktionsbeeinträchtigung wurde keine klinisch relevante Auswirkung auf die Pharmakokinetikvon Amivantamab beobachtet. Die Daten von Patienten mit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigungsind begrenzt (n = 1), es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass bei diesen Patienten eine
Dosisanpassung erforderlich ist. Die Auswirkung einer terminalen Niereninsuffizienz(CrCl < 15 ml/min) auf die Pharmakokinetik von Amivantamab ist nicht bekannt.
Beeinträchtigung der Leber
Eine Auswirkung von Leberfunktionsänderungen auf die Elimination von Amivantamab istunwahrscheinlich, da IgG1-basierte Moleküle wie Amivantamab nicht über die Leber metabolisiertwerden.
Bei leichter [(Gesamtbilirubin ≤ ULN (upper limit of normal, oberer Normbereich) und AST > ULN)oder (ULN < Gesamtbilirubin ≤ 1,5 x ULN)] oder mittelschwerer (1,5 x ULN < Gesamtbilirubin≤ 3 x ULN und beliebiger AST-Spiegel) Beeinträchtigung der Leber wurde keine klinisch bedeutsame
Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Amivantamab beobachtet. Die Daten von Patienten mitmittelschwerer Beeinträchtigung der Leber sind begrenzt (n = 1), es gibt jedoch keine Hinweisedarauf, dass bei diesen Patienten eine Dosisanpassung erforderlich ist. Die Auswirkung einer schweren(Gesamtbilirubin > 3 x ULN) Beeinträchtigung der Leber auf die Pharmakokinetik von Amivantamabist nicht bekannt.
Kinder und JugendlicheDie PK von Amivantamab wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Kanzerogenität und MutagenitätEs wurden keine tierexperimentellen Studien zum Nachweis des kanzerogenen Potenzials von
Amivantamab durchgeführt. Routinemäßige Genotoxizitäts- und Kanzerogenitätsstudien sind in der
Regel nicht auf biologische Arzneimittel anwendbar, da große Proteine nicht in Zellen eindringen undnicht mit DNA oder chromosomalem Material interagieren können.
ReproduktionstoxikologieEs wurden keine tierexperimentellen Studien durchgeführt, um die Auswirkungen auf die
Reproduktion und die fetale Entwicklung zu bewerten. Aufgrund seines Wirkmechanismus kann die
Anwendung von Amivantamab jedoch zu Schäden des Fetus oder zu Entwicklungsanomalien führen.
Wie in der Literatur beschrieben kann die Verringerung, Ausschaltung oder Unterbrechung derembryofetalen oder maternalen EGFR-Signalübertragung die Einnistung verhindern, zum Verlust des
Embryos in verschiedenen Gestationsstadien führen (durch Auswirkungen auf die
Plazentaentwicklung), Entwicklungsanomalien in verschiedenen Organen hervorrufen oder zumfrühen Tod von überlebenden Feten führen. In ähnlicher Weise war auch die Ausschaltung von METoder seines Liganden, des Hepatozyten-Wachstumsfaktors (hepatocyte growth factor, HGF), für
Embryonen letal, da es zu schweren Defekten bei der Plazentaentwicklung und Defekten der fetalen
Muskelentwicklung in verschiedenen Organen kam. Es ist bekannt, dass humanes IgG1plazentagängig ist, daher besteht die Möglichkeit, dass Amivantamab von der Mutter auf den sichentwickelnden Fetus übertragen wird.
Rekombinante humane Hyaluronidase (rHuPH20)
Natriumedetat (Ph.Eur.)
Essigsäure 99 %
Methionin
Polysorbat 80 (E 433)
Natriumacetat-Trihydrat
SaccharoseWasser für Injektionszwecke
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Ungeöffnete Durchstechflasche2 Jahre
Vorbereitete SpritzeDie chemische und physikalische Stabilität wurde bis zu 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C undanschließend bis zu 24 Stunden bei 15 °C bis 30 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht solldas Arzneimittel sofort verwendet werden, es sei denn, die Art der Vorbereitung der Dosis schließt das
Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wenn das Arzneimittel nicht sofort verwendet wird,liegen die Lagerungszeiten und -bedingungen in der Verantwortung des Anwenders.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Lagerungsbedingungen nach Vorbereitung der Spritze, siehe Abschnitt 6.3.
10 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Glas vom Typ 1 mit einem Elastomerverschluss undeiner Aluminiumdichtung mit Flip-off-Kappe, die 1 600 mg Amivantamab enthält. Packungsgröße:1 Durchstechflasche.
14 ml Lösung in einer Durchstechflasche aus Glas vom Typ 1 mit einem Elastomerverschluss undeiner Aluminiumdichtung mit Flip-off-Kappe, die 2 240 mg Amivantamab enthält. Packungsgröße:1 Durchstechflasche.
Rybrevant als subkutane Darreichungsform ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt undgebrauchsfertig.
Bereiten Sie die Injektionslösung unter Anwendung aseptischer Techniken wie folgt vor:
Vorbereitung- Bestimmen Sie die erforderliche Dosis und die entsprechende Durchstechflasche Rybrevant alssubkutane Darreichungsform, die Sie benötigen, basierend auf dem Ausgangsgewicht des
Patienten (siehe Abschnitt 4.2).
- Patienten < 80 kg erhalten 1 600 mg und Patienten ≥ 80 kg erhalten 2 240 mg, jeweilswöchentlich ab Woche 1 bis 4 und dann alle 2 Wochen, beginnend ab Woche 5.
- Nehmen Sie die entsprechende Durchstechflasche mit Rybrevant als subkutane
Darreichungsform aus der Kühlung (2 °C bis 8 °C).
- Prüfen Sie visuell, ob die Rybrevant-Lösung farblos bis hellgelb ist. Nicht verwenden, wennundurchsichtige Partikel, Verfärbungen oder andere Fremdpartikel vorhanden sind.
- Lassen Sie Rybrevant als subkutane Darreichungsform mindestens 15 Minuten lang
Raumtemperatur (15 °C bis 30 °C) annehmen. Erwärmen Sie Rybrevant als subkutane
Darreichungsform nicht auf andere Weise. Nicht schütteln.
- Ziehen Sie das erforderliche Injektionsvolumen von Rybrevant als subkutane Darreichungsformmit einer Transferkanüle aus der Durchstechflasche in eine Spritze geeigneter Größe auf.
Kleinere Spritzen erfordern weniger Kraftaufwand bei der Vorbereitung und Injektion.
- Rybrevant als subkutane Darreichungsform ist mit Injektionskanülen aus rostfreiem Stahl,
Spritzen aus Polypropylen und Polycarbonat sowie subkutanen Infusionssets aus Polyethylen,
Polyurethan und Polyvinylchlorid kompatibel. Bei Bedarf kann auch eine Natriumchloridlösung9 mg/ml (0,9 %) zum Spülen eines Infusionssets verwendet werden.
- Ersetzen Sie die Transferkanüle durch die entsprechenden Hilfsmittel für den Transport oder die
Injektion. Es wird empfohlen, eine Kanüle der Größe 21G bis 23G oder ein Infusionsset zuverwenden, um die Anwendung zu erleichtern.
Lagerung der vorbereiteten Spritze
Die vorbereitete Spritze soll sofort verwendet werden. Ist eine sofortige Injektion nicht möglich, kanndie vorbereitete Spritze bis zu 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C gekühlt und anschließend bis zu24 Stunden bei einer Raumtemperatur von 15 °C bis 30 °C gelagert werden. Die vorbereitete Spritzesoll verworfen werden, wenn sie länger als 24 Stunden gekühlt oder länger als 24 Stunden bei
Raumtemperatur gelagert wurde. Bei Lagerung im Kühlschrank muss die Lösung vor der Injektion auf
Raumtemperatur gebracht werden.
EntsorgungDieses Arzneimittel ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimitteloder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Janssen-Cilag International NV
Turnhoutseweg 302340 Beerse
Belgien
EU/1/21/1594/002
EU/1/21/1594/003
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 09. Dezember 2021
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 11. September 2023
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.