Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels RXULTI 1mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
RXULTI 0,25 mg Filmtabletten
RXULTI 0,5 mg Filmtabletten
RXULTI 1 mg Filmtabletten
RXULTI 2 mg Filmtabletten
RXULTI 3 mg Filmtabletten
RXULTI 4 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
RXULTI 0,25 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 0,25 mg Brexpiprazol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält ca. 45,8 mg Lactose (als Monohydrat).
RXULTI 0,5 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 0,5 mg Brexpiprazol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält ca. 45,5 mg Lactose (als Monohydrat).
RXULTI 1 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 1 mg Brexpiprazol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält ca. 45 mg Lactose (als Monohydrat).
RXULTI 2 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 2 mg Brexpiprazol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält ca. 44,1 mg Lactose (als Monohydrat).
RXULTI 3 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 3 mg Brexpiprazol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält ca. 43,1 mg Lactose (als Monohydrat).
RXULTI 4 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 4 mg Brexpiprazol.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält ca. 42,2 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
RXULTI 0,25 mg Filmtabletten
Hellbraun, rund, 6 mm Durchmesser, leicht konvex mit abgeschrägter Kante, mit der Prägung 'BRX“und '0.25“ auf einer Seite.
RXULTI 0,5 mg Filmtabletten
Hellorange, rund, 6 mm Durchmesser, leicht konvex mit abgeschrägter Kante, mit der Prägung 'BRX“und '0.5“ auf einer Seite.
RXULTI 1 mg Filmtabletten
Hellgelb, rund, 6 mm Durchmesser, leicht konvex mit abgeschrägter Kante, mit der Prägung 'BRX“und '1“ auf einer Seite.
RXULTI 2 mg Filmtabletten
Hellgrün, rund, 6 mm Durchmesser, leicht konvex mit abgeschrägter Kante, mit der Prägung 'BRX“und '2“ auf einer Seite.
RXULTI 3 mg Filmtabletten
Hellviolett, rund, 6 mm Durchmesser, leicht konvex mit abgeschrägter Kante, mit der Prägung 'BRX“und '3“ auf einer Seite.
RXULTI 4 mg Filmtabletten
Weiß, rund, 6 mm Durchmesser, leicht konvex mit abgeschrägter Kante, mit der Prägung 'BRX“ und'4“ auf einer Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
RXULTI wird angewendet zur Behandlung von Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab13 Jahren.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungErwachseneDie empfohlene Anfangsdosis für Brexpiprazol beträgt 1 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 4.
Abhängig vom Ansprechen des Patienten und der Verträglichkeit kann die Brexpiprazoldosis an Tag 5bis Tag 7 auf 2 mg einmal täglich titriert werden und anschließend an Tag 8 auf 4 mg.
Der empfohlene Zieldosisbereich beträgt 2 mg bis 4 mg einmal täglich. Die empfohlene
Tageshöchstdosis beträgt 4 mg.
Kinder und JugendlicheDie empfohlene Anfangsdosis für Brexpiprazol beträgt 0,5 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 4.
Die Brexpiprazoldosis sollte an Tag 5 bis Tag 7 auf 1 mg einmal täglich titriert werden undanschließend an Tag 8 auf 2 mg. Wöchentliche Dosissteigerungen können schrittweise um jeweils1 mg erfolgen, abhängig vom klinischen Ansprechen und von der Verträglichkeit.
Der empfohlene Zieldosisbereich beträgt 2 mg bis 4 mg einmal täglich. Die empfohlene
Tageshöchstdosis beträgt 4 mg.
Umstellung von anderen Antipsychotika auf Brexpiprazol
Bei der Umstellung von anderen Antipsychotika auf Brexpiprazol ist eine sukzessive Kreuztitration in
Betracht zu ziehen, wobei die vorherige Behandlung sukzessive abgesetzt und gleichzeitig die
Behandlung mit Brexpiprazol eingeleitet wird.
Umstellung von Brexpiprazol auf andere Antipsychotika
Bei der Umstellung von Brexpiprazol auf andere Antipsychotika ist keine sukzessive Kreuztitrationerforderlich. Die Behandlung mit dem neuen Antipsychotikum ist in der geringsten Dosis zu initiieren,während Brexpiprazol gleichzeitig abgesetzt wird. Es ist zu beachten, dass die Plasmakonzentrationvon Brexpiprazol sukzessive abnimmt und nach 1 bis 2 Wochen vollständig eliminiert sein wird.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Brexpiprazol bei der Behandlung von Schizophrenie bei
Patienten ab 65 Jahren ist nicht erwiesen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Zur niedrigstenwirksamen/sicheren Dosis bei dieser Patientengruppe ist keine Empfehlung möglich.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung ist die empfohlene Höchstdosisauf 3 mg einmal täglich zu verringern (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score ≥ 7) ist dieempfohlene Höchstdosis auf 3 mg einmal täglich zu verringern (siehe Abschnitt 5.2).
Langsame CYP2D6-Metabolisierer
Dosierungsanpassungen auf die Hälfte der empfohlenen Dosen sind erforderlich bei Patienten, dienachweislich langsame CYP2D6-Metabolisierer sind. Bei Personen, die nachweislich langsame
CYP2D6-Metabolisierer sind und außerdem starke oder moderate CYP3A4-Inhibitoren einnehmen,sind weitere Dosierungsanpassungen auf ein Viertel der empfohlenen Dosis erforderlich (siehe
Abschnitte 4.5 und 5.2).
Dosisanpassungen aufgrund von Wechselwirkungen
Dosisanpassungen sind erforderlich bei Patienten, die gleichzeitig starke CYP3A4-Inhibitoren/-
Induktoren oder starke CYP2D6-Inhibitoren einnehmen. Wird der CYP3A4-Inhibitor/-Induktor oder
CYP2D6-Inhibitor abgesetzt, muss die Brexpiprazol-Dosis möglicherweise wieder auf die Dosis vor
Beginn der gleichzeitigen Therapie angepasst werden (siehe Abschnitt 4.5). Treten trotz der
Dosisanpassungen von RXULTI Nebenwirkungen auf, ist die Notwendigkeit der gleichzeitigen
Anwendung von RXULTI und CYP2D6- oder CYP3A4-Inhibitoren zu überdenken.
Tabelle 1: Dosisanpassungen von RXULTI bei Patienten, die langsame CYP2D6-
Metabolisierer sind, und bei gleichzeitiger Anwendung von CYP-Inhibitoren
Faktoren Angepasste Dosis
Langsame CYP2D6-Metabolisierer
Nachweislich langsame CYP2D6-Metabolisierer Hälfte der empfohlenen Dosis geben
Nachweislich langsame CYP2D6-Metabolisierer, Ein Viertel der empfohlenen Dosis gebendie starke/moderate CYP3A4-Inhibitoreneinnehmen
Patienten, die CYP2D6-Inhibitoren und/oder CYP3A4-Inhibitoren einnehmen
Starke CYP2D6-Inhibitoren Hälfte der empfohlenen Dosis geben
Starke CYP3A4-Inhibitoren Hälfte der empfohlenen Dosis geben
Starke/moderate CYP2D6-Inhibitoren und Ein Viertel der empfohlenen Dosis gebenstarke/moderate CYP3A4-Inhibitoren
Patienten, die starke CYP3A4-Induktoren einnehmen
Wird Brexpiprazol gemeinsam mit starken CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin) angewendet, ist esbei einem mit Brexpiprazol eingestellten Patienten notwendig, die Brexpiprazol Tagesdosis im Verlaufvon 1 bis 2 Wochen schrittweise bis zum doppelten der empfohlenen Dosis zu titrieren. Anschließendkann, wenn aufgrund des klinischen Ansprechens weitere Dosisanpassungen erforderlich sind, die
Dosis bis maximal zum 3-Fachen der empfohlenen Tagesdosis erhöht werden. Die tägliche Dosis darf12 mg nicht überschreiten, wenn Brexpiprazol zusammen mit starken CYP3A4-Induktorenangewendet wird. Die Tagesdosis von Brexpiprazol sollte vorzugsweise auf zwei Teildosen aufgeteiltwerden, da eine Tagesdosis als Einzelgabe zu hohen Schwankungen zwischen der Maximal- und
Talkonzentration führt (siehe Abschnitt 4.5).
Die Wirkung von CYP3A4-Induktoren nimmt mit der Zeit zu, weshalb es nach Behandlungsbeginnmindestens 2 Wochen dauern kann, um die maximale Wirkung zu erreichen. Umgekehrt kann es nachdem Absetzen mindestens 2 Wochen dauern, bevor die Induktion von CYP3A4 nachlässt.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Brexpiprazol bei Kindern und Jugendlichen unter 13 Jahren istnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Filmtabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Während der Behandlung mit einem Antipsychotikum kann es mehrere Tage bis zu einigen Wochendauern, bis sich der klinische Zustand des Patienten bessert. Die Patienten sollten in dieser Zeitdurchgängig engmaschig überwacht werden.
Suizidgedanken und suizidales Verhalten
Das Auftreten von suizidalem Verhalten gehört zu psychotischen Erkrankungen und affektiven
Störungen und wurde in einigen Fällen frühzeitig nach dem Beginn oder Wechsel einerantipsychotischen Behandlung berichtet, einschließlich der Behandlung mit Brexpiprazol (siehe
Abschnitt 4.8). Bei Patienten mit hohem Risiko sollte die antipsychotische Behandlung von einerengmaschigen Überwachung begleitet werden.
Kardiovaskuläre ErkrankungenBei Patienten mit anamnestisch bekanntem Myokardinfarkt/ischämischer Herzerkrankung oderklinisch signifikanten kardiovaskulären Erkrankungen wurde Brexpiprazol nicht untersucht, da diese
Patienten aus den klinischen Studien ausgeschlossen waren.
Brexpiprazol sollte bei Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen (anamnestischbekanntem Myokardinfarkt oder ischämischer Herzerkrankung, kardialem Versagen oder
Überleitungsstörungen), zerebrovaskulären Erkrankungen, Bedingungen, die Patienten für Hypotonieprädisponieren (Dehydratation, Hypovolämie und Behandlung mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln)oder Hypertonie (einschließlich akzelerierter oder maligner Form) mit Vorsicht angewendet werden.
QT-VerlängerungBei mit Antipsychotika behandelten Patienten kann sich eine QT-Verlängerung entwickeln. Inklinischen Studien wurden lediglich einige wenige nicht schwerwiegende QT-Verlängerungen unter
Brexpiprazol berichtet. Bei Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen, QT-
Verlängerung in der Familienanamnese, Elektrolytungleichgewicht oder bei der gleichzeitigen
Anwendung von anderen Arzneimitteln, die zu einer QT-Verlängerung führen könnten, sollte bei der
Verschreibung von Brexpiprazol erhöhte Vorsicht gelten (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
Venöse ThromboembolieIn Zusammenhang mit antipsychotischen Arzneimitteln wurden Fälle von venöser Thromboembolie(VTE) berichtet. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, häufig erworbene
Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollten alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und währendder Behandlung mit Brexpiprazol identifiziert und Präventivmaßnahmen ergriffen werden.
Orthostasesyndrom und Synkope
Mit einem Orthostasesyndrom einhergehende Nebenwirkungen können unter anderem
Schwindelgefühl, Schwindel und Tachykardie sein. Am häufigsten kommen diese Risikenüblicherweise zu Behandlungsbeginn mit Antipsychotika und während der Erhöhung der Dosis vor.
Zu den Patienten mit einem erhöhten Risiko für diese Nebenwirkungen (z. B. ältere Patienten) odermit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Komplikationen aufgrund von Hypotonie zählensolche mit Dehydratation, Hypovolämie, Behandlung mit Antihypertensiva, kardiovaskulären
Erkrankungen in der Vorgeschichte (z. B. kardiales Versagen, Myokardinfarkt, Ischämie oder
Überleitungsstörungen), zerebrovaskulären Erkrankungen in der Vorgeschichte sowie Patienten, dienoch nicht mit Antipsychotika behandelt wurden. Bei diesen Patienten ist eine niedrigere
Anfangsdosis und langsamere Titration zu erwägen sowie die Überwachung orthostatischer
Vitalparameter (siehe Abschnitt 4.2).
Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)
Beim malignen neuroleptischen Syndrom (MNS) handelt es sich um einen potenziell tödlichen
Symptomkomplex, der mit der Einnahme von Antipsychotika, einschließlich Brexpiprazol in
Zusammenhang gebracht wird (siehe Abschnitt 4.8). Klinische Manifestationen eines MNS sind hohes
Fieber, Muskelrigidität, wechselnde Bewusstseinslagen und Anzeichen autonomer Instabilität(unregelmäßiger Puls oder Blutdruck, Tachykardie, Diaphorese und Herzrhythmusstörungen). Weitere
Anzeichen können eine Erhöhung der Kreatinphosphokinase, Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) undakutes Nierenversagen sein. Entwickelt ein Patient Anzeichen und Symptome, die auf ein MNShindeuten, oder hohes Fieber mit ungeklärter Ursache ohne die weiteren klinischen Manifestationeneines MNS, muss Brexpiprazol sofort abgesetzt werden.
Extrapyramidale Symptome (EPS)
Extrapyramidale Symptome (einschließlich akuter Dystonie) sind unter Antipsychotika auftretendebekannte Klasseneffekte. Brexpiprazol ist mit Vorsicht bei Patienten anzuwenden, bei denen bekanntist, dass bereits früher EPS auftraten.
Tardive Dyskinesie
Bei mit Antipsychotika behandelten Patienten kann ein Syndrom mit potenziell irreversiblen,unwillkürlichen, dyskinetischen Bewegungen auftreten. Auch wenn die Prävalenz des Syndroms beiälteren Patienten am höchsten zu sein scheint, insbesondere bei älteren Frauen, ist es nicht möglich,sich zu Beginn der Behandlung mit Antipsychotika auf Prävalenzschätzungen zu verlassen, wennabgeschätzt werden soll, bei welchen Patienten das Syndrom möglicherweise auftritt. Wenn bei einemmit Brexpiprazol behandelten Patienten Anzeichen und Symptome einer tardiven Dyskinesieauftreten, sollte in Erwägung gezogen werden, die Dosis zu verringern oder die Behandlungabzubrechen. Nach Abbruch der Behandlung können sich diese Symptome kurzzeitig verschlechternoder sogar erst auftreten.
Zerebrovaskuläre Nebenwirkungen
In placebokontrollierten Studien wurde im Vergleich mit Probanden, die Placebo erhielten, bei miteinigen Antipsychotika behandelten älteren Patienten mit Demenz eine höhere Inzidenz vonzerebrovaskulären Nebenwirkungen (Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken),einschließlich Todesfälle, beobachtet.
Ältere Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose
Brexpiprazol wurde bei älteren Patienten mit Demenz nicht untersucht und wird zur Behandlung vonälteren Patienten mit Demenz aufgrund des erhöhten Gesamtmortalitätsrisikos nicht empfohlen.
Hyperglykämie und Diabetes mellitus
Hyperglykämie, in einigen Fällen extrem und assoziiert mit Ketoazidose oder hyperosmolarem Komaoder Tod, wurde bei Patienten berichtet, die mit atypischen Antipsychotika behandelt wurden.
Risikofaktoren, die Patienten für schwere Komplikationen prädisponieren können, beinhalten
Adipositas und Diabetes in der Familienanamnese.
Patienten, die mit Antipsychotika, einschließlich Brexpiprazol, behandelt werden, sind auf Anzeichenund Symptome von Hyperglykämie (wie Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und Schwäche) zubeobachten. Die Plasmaglukose im Nüchternzustand ist vor oder kurz nach Beginn der Behandlungmit Antipsychotika zu untersuchen. Während einer Langzeitbehandlung sind die
Plasmaglukosespiegel regelmäßig auf eine Verschlechterung der Glukosekontrolle zu überwachen.
Gewichtszunahme und Dyslipidämie
Antipsychotika, einschließlich Brexpiprazol, sind mit metabolischen Veränderungen einschließlich
Gewichtszunahme und Dyslipidämie assoziiert. Mit zunehmender Behandlungsdauer wurdebeobachtet, dass es unter Brexpiprazol häufiger zu einer Gewichtszunahme kam (siehe Abschnitt 4.8).
Zu Behandlungsbeginn sollte das Lipidprofil untersucht werden. Zu Beginn und während der
Behandlung wird die klinische Überwachung des Gewichts und Lipidprofils empfohlen.
KrampfanfälleWie bei anderen Antipsychotika sollte Brexpiprazol bei Patienten mit Krampfanfällen in der
Anamnese oder mit Zuständen, die die Krampfschwelle herabsetzen können, mit Vorsicht angewendetwerden. Während der Anwendung von Brexpiprazol wurde über Krampfanfälle berichtet (siehe
Abschnitt 4.8).
Regulierung der Körpertemperatur
Die Fähigkeit des Körpers, die Körperkerntemperatur zu senken, scheint durch Antipsychotikabehindert zu werden. Eine angemessene Betreuung wird empfohlen, wenn Brexpiprazol Patientenverschrieben wird, die sich Umständen ausgesetzt sehen werden, die zur Erhöhung der
Körperkerntemperatur führen können, z. B. anstrengendes Training, großer Hitze ausgesetzt sein,gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung oder bei Dehydratation.
Dysphagie
Motilitätsstörungen der Speiseröhre und Aspiration sind mit antipsychotischer Behandlung assoziiertworden. Brexpiprazol sollte bei Patienten mit einem Risiko für Aspirationspneumonie mit Vorsichtangewendet werden.
Störungen der Impulskontrolle
Bei Patienten, die mit Brexpiprazol behandelt wurden, wurde über Störungen der Impulskontrolleeinschließlich Spielsucht-Störung berichtet. Bei Patienten, die Brexpiprazol einnehmen, kanngesteigertes Verlangen insbesondere nach Glücksspiel, sowie die Unfähigkeit dieses zu kontrollieren,auftreten. Andere Zwänge, über die berichtet wurde, beinhalten zwanghaftes Sexualverhalten,zwanghaftes Kaufverhalten, Essattacken oder zwanghaftes Essen und andere impulsive undzwanghafte Verhaltensweisen. Bei Patienten mit Störungen der Impulskontrolle in der Vorgeschichtekann das Risiko dafür erhöht sein, weshalb sie sorgfältig zu überwachen sind. Da Patienten diese
Verhaltensweisen möglicherweise nicht als anormal erkennen, ist es für verschreibende Ärzte wichtig,
Patienten die mit Brexpiprazol behandelt werden oder deren Betreuungspersonen gezielt nach dem
Auftreten von neuen oder gesteigerten Störungen der Impulskontrolle oder anderen zwanghaften
Verhaltensweisen zu befragen. Es ist zu beachten, dass Symptome einer Störung der Impulskontrolleauf die Grunderkrankung zurückgeführt werden könnten; in einigen Fällen wurde jedoch berichtet,dass das Verlangen aufgehört hatte, als die Dosis reduziert oder das Arzneimittel abgesetzt wurde.
Zwanghaftes Verhalten kann dem Patienten und anderen Personen Schaden zufügen, wenn es nichterkannt wird. Ziehen Sie eine Dosisreduktion oder das Absetzen des Arzneimittels in Betracht, wennein Patient während der Einnahme von Brexpiprazol solche Zwänge entwickelt (siehe Abschnitt 4.8).
Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose
Während der Behandlung mit Antipsychotika wurden Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose(einschließlich Fälle mit tödlichem Ausgang) berichtet. Mögliche Risikofaktoren für
Leukopenie/Neutropenie sind u.a. eine bereits bestehende niedrige Anzahl weißer Blutzellen (WBC)und arzneimittelinduzierte Leukopenie/Neutropenie in der Vorgeschichte. Während der ersten
Therapiemonate sollte bei Patienten mit einer bereits bestehenden niedrigen WBC oderarzneimittelinduzierten Leukopenie/Neutropenie in der Vorgeschichte das große Blutbild regelmäßiguntersucht werden, und Brexpiprazol ist beim ersten Anzeichen einer Abnahme der WBC abzusetzen,sofern andere Ursachen auszuschließen sind. Patienten mit Neutropenie sind sorgfältig auf Fieber oderandere Symptome oder Anzeichen einer Infektion zu überwachen und beim Auftreten solcher
Symptome oder Anzeichen unverzüglich zu behandeln. Brexpiprazol ist bei Patienten mit schwerer
Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl < 1 000/mm3) abzusetzen und deren WBC bis zur
Wiederherstellung zu beobachten.
Prolaktin
Brexpiprazol kann den Prolaktinspiegel erhöhen. Auch wenn die mit der Brexpiprazolbehandlungeinhergehenden Anstiege normalerweise nur gering sind und während der Anwendung wieder abfallenkönnen, kann die Wirkung in Einzelfällen während der Anwendung bestehen bleiben (siehe
Abschnitt 4.8).
LactoseRXULTI Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Brexpiprazol wird überwiegend durch CYP3A4 und CYP2D6 metabolisiert.
Möglicher Einfluss von anderen Arzneimitteln auf Brexpiprazol
CYP3A4-InhibitorenDie gleichzeitige Anwendung von Ketoconazol (200 mg zweimal täglich über 7 Tage), einem starken
CYP3A4-Inhibitor, mit einer oralen Einzeldosis von 2 mg Brexpiprazol erhöhte die AUC von
Brexpiprazol um 97 %, führte aber zu keiner Veränderung der Cmax. Bezogen auf die Ergebnisse von
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wird bei einer gemeinsamen Anwendung mit starken
CYP3A4-Inhibitoren (Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir und Clarithromycin) eine Dosisanpassungvon Brexpiprazol auf die Hälfte empfohlen.
CYP3A4-InduktorenDie gleichzeitige Anwendung von Rifampicin (600 mg zweimal täglich über 12 Tage), einem starken
CYP3A4-Induktor, mit einer oralen Einzeldosis von 4 mg Brexpiprazol führte zu einer Abnahme der
Cmax bzw. AUC von Brexpiprazol von ungefähr 31 % bzw. 73 %. Wird Brexpiprazol gemeinsam mitstarken CYP3A4-Induktoren angewendet (z. B. Carbamazepin, Phenobarbital, Rifampicin,
Johanniskraut), muss die benötigte Gesamttagesdosis von Brexpiprazol auf etwa das Dreifache derempfohlenen Tagesdosis erhöht werden. Die einmal tägliche Gabe von Brexpiprazol führt beigemeinsamer Anwendung mit CYP3A4-Induktoren zu hohen Schwankungen zwischen der Maximal-und Talkonzentration (siehe Abschnitt 4.2).
CYP2D6-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung einer oralen Einzeldosis von 2 mg Brexpiprazol mit Chinidin(324 mg/Tag über 7 Tage), einem starken CYP2D6-Inhibitor, erhöhte die AUC von Brexpiprazol um94 %, führte aber zu keiner Veränderung der Cmax. Bezogen auf die Ergebnisse von Studien zur
Erfassung von Wechselwirkungen wird bei einer gemeinsamen Anwendung mit starken CYP2D6-
Inhibitoren (Chinidin, Paroxetin und Fluoxetin) eine Dosisanpassung von Brexpiprazol auf die Hälfteempfohlen.
Bezogen auf Schätzungen pharmakokinetischer Populationsanalysen wird erwartet, dass es beischnellen CYP2D6-Metabolisierern, die sowohl CYP3A4- als auch CYP2D6-Inhibitoren erhalten,oder langsamen CYP2D6-Metabolisierern, die starke CYP3A4-Inhibitoren erhalten, zu einem Anstiegder Brexpiprazolkonzentrationen um das etwa 4- bis 5-Fache kommt, weshalb bei diesen Patienteneine Dosisanpassung auf ein Viertel der Dosis empfohlen wird (siehe Abschnitt 4.2).
Möglicher Einfluss von Brexpiprazol auf andere Arzneimittel
Ergebnisse von In-vitro-Studien zeigen, dass es unwahrscheinlich ist, dass Brexpiprazol klinischbedeutsame pharmakokinetische Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die durch Cytochrom-P450-
Enzyme metabolisiert werden, verursacht. Brexpiprazol hat keinen Einfluss auf die Resorption von
Arzneimitteln, die Substrate des Brustkrebs-Resistenz-Protein-Transporters (BCRP) und des
P-Glykoprotein Transporters (P-gp) sind.
Eine gemeinsame Anwendung von Brexpiprazol zusammen mit anderen Arzneimitteln, diebekanntermaßen eine QT-Verlängerung (z. B. Moxifloxacin) oder ein Elektrolytungleichgewicht (z. B.
Diuretika wie Furosemid, Bendroflumethiazid) verursachen, sollte mit Vorsicht erfolgen.
Wird Brexpiprazol zusammen mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen die Aktivität der
Kreatinphosphokinase (CPK) erhöhen (z. B. Statine wie Simvastatin), angewendet, ist die möglicheadditive Wirkung durch Erhöhung der CPK-Aktivität, die durch Brexpiprazol hervorgerufen wird, zuberücksichtigen.
Pharmakodynamische WechselwirkungenDerzeit sind keine Informationen zu pharmakodynamischen Wechselwirkungen von Brexpiprazolverfügbar. Bei der gleichzeitigen Verschreibung anderer Arzneimittel ist Vorsicht geboten. Aufgrundder primären Wirkungen von Brexpiprazol auf das zentrale Nervensystem (ZNS) sollte Brexpiprazolin Kombination mit Alkohol oder anderen auf das ZNS wirkenden Arzneimitteln mit überlappenden
Nebenwirkungen, z. B. Opiate wie Codein oder Morphin, mit Vorsicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.8).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Brexpiprazol bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Brexpiprazol während der Schwangerschaft und bei Frauen imgebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Bei Neugeborenen, die während des dritten Trimenons der Schwangerschaft gegenüber
Antipsychotika, einschließlich Brexpiprazol, exponiert waren, besteht das Risiko für Nebenwirkungen,einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Absetzerscheinungen, die in Bezug auf ihren
Schweregrad und ihre Dauer nach der Geburt variieren können. Es gab Berichte über Agitiertheit,erhöhten Muskeltonus, erniedrigten Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot und Probleme bei der
Nahrungsaufnahme. Neugeborene sollten daher sorgfältig überwacht werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Brexpiprazol/Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Die zur Verfügungstehenden pharmakodynamischen/toxikologischen Daten vom Tier zeigten, dass
Brexpiprazol/Metabolite bei Ratten in die Milch übergehen (siehe Abschnitt 5.3). Ein Risiko für das
Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffenwerden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Brexpiprazol verzichtetwerden soll/die Behandlung mit Brexpiprazol zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des
Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
FertilitätDie Wirkung von Brexpiprazol auf die Fertilität beim Menschen wurde nicht untersucht.
Tierexperimentelle Studien haben eine Verringerung der weiblichen Fertilität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenBrexpiprazol hat einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen, da mögliche Wirkungen auf das Nervensystem wie Sedierung und
Schwindelgefühl, die häufige unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind, auftreten können (siehe
Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten beobachteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) waren bei
Erwachsenen Akathisie (5,6 %) und Gewichtszunahme (3,9 %) und bei Kindern und Jugendlichen
Übelkeit (6,4 %), Somnolenz (4,5 %) und Akathisie (3,6 %).
Tabellarische Zusammenstellung der Nebenwirkungen
Die Inzidenzen der mit der Brexpiprazoltherapie assoziierten UAW sind nachfolgend tabellarischzusammengefasst. Die Tabelle bezieht sich auf Nebenwirkungen, die in placebokontrollierten,klinischen Phase-2 und -3-Kurzzeitstudien bei Erwachsenen mit relevanten therapeutischen Dosen(2 mg bis 4 mg) sowie in placebokontrollierten, klinischen Phase-3-Kurzzeitstudien bei Kindern und
Jugendlichen mit relevanten therapeutischen Dosen (1 mg bis 4 mg) berichtet wurden.
Alle Nebenwirkungen werden nach Systemorganklassen (SOC) und Häufigkeit aufgeführt: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000),sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
SOC Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Erkrankungen des Ausschlag Angioödem
Immunsystems Urtikaria
Anschwellen des
Gesichts
Stoffwechsel- und Gewichtszunahme
Ernährungsstörungen
Psychiatrische Suizidversuch Spielsucht-
Erkrankungen Suizidgedanken Störung
Impulsives
Verhalten
Essattacken
Zwanghaftes
Kaufverhalten
Zwanghaftes
Sexualverhalten
SOC Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Erkrankungen des Akathisie Parkinsonismus Krampfanfälle
Nervensystems Schwindelgefühl Malignes
Tremor neuroleptisches
Somnolenz1 Syndrom (MNS)
Herzerkrankungen Elektrokardiogramm QTverlängert
Gefäßerkrankunge Venösen Thromboembolie(einschließlich
Lungenembolie undtiefe
Venenthrombose)
Orthostasesyndrom
Erkrankungen der Husten
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Diarrhoe Karies
Gastrointestinaltra Übelkeit Flatulenzkts Schmerzen
Oberbauch
Skelettmuskulatur-, Rückenschmerzen Myalgie Rhabdomyolyse
Bindegewebs- und Schmerz in einer
Knochenerkrankun Extremitätgen
Schwangerschaft, Arzneimittelentzu
Wochenbett und gssyndrom desperinatale Neugeborenen
Erkrankungen (siehe
Abschnitt 4.6)
Untersuchungen Prolaktin im Kreatinphosphoki Blutdruck erhöht
Blut erhöht2 nase im Blut Triglyzeride imerhöht Blut erhöht
Leberenzymeerhöht1 Umfasst auch Sedierung und Hypersomnie.2 Die Kategorisierung vom im Blut erhöhten Prolaktin basiert auf PCR-Kriterien (potentially clinically relevant)von > 1 × Obere Grenze des Normbereichs (ONG).
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenErwachseneExtrapyramidale Symptome (EPS)
In der Gruppe, die 2 mg Brexpiprazol/Tag bis 4 mg Brexpiprazol/Tag erhielt, war Akathisie die amhäufigsten berichtete UAW (5,6 %) unter den EPS im Vergleich zu Placebo (4,5 %), gefolgt von
Tremor (2,7 %) im Vergleich zu Placebo (1,2 %). Die Inzidenzen anderer UAW, die zu den EPSgezählt werden und in kontrollierten Kurzzeitstudien berichtet wurden, sind Dyskinesie (0,4 %),extrapyramidale Erkrankung (1,8 %) und Parkinsonismus (0,4 %). Siehe Abschnitt 4.4.
Akathisie
In Studien mit fixer Dosisgabe scheint Akathisie bei mit Brexpiprazol behandelten Patienten in
Abhängigkeit von der Dosis aufzutreten, wobei die Häufigkeit bei höheren Dosen zunimmt. Die
Inzidenz von Akathisie lag in den Gruppen, die mit 1 mg Brexpiprazol/Tag, 2 mg Brexpiprazol/Tagbzw. 4 mg Brexpiprazol/Tag behandelt wurden, bei 3,0 %, 4,6 % bzw. 6,5 %, während sie bei den
Probanden der Placebogruppe 5,2 % betrug.
Die Inzidenz von Akathisie in den kontrollierten Kurzzeitstudien (5,4 %) war vergleichbar mit der
Inzidenz in den unverblindeten Langzeitstudien (5,7 %).
Suizidales Verhalten
In kontrollierten Kurzzeitstudien wurden behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAE), diemit suizidalem Verhalten in Zusammenhang standen, bei 8 Probanden (0,5 %, 2 schwerwiegende
Ereignisse, 1 führte zum Studienabbruch) aus der Gruppe berichtet, die mit Brexpiprazol behandeltwurde, während es in der Placebogruppe 3 Probanden (0,4 %, keines schwerwiegend) waren. Inunverblindeten Langzeitstudien wurden TEAE, die mit suizidalem Verhalten in Zusammenhangstanden, bei 23 Probanden (1,6 %) berichtet. Im gesamten klinischen Entwicklungsprogramm von
Brexpiprazol zur Behandlung von Schizophrenie kam es zu einem Todesfall infolge Suizids, der vom
Prüfarzt jedoch nicht mit dem Arzneimittel in Verbindung gebracht wurde. Aus der Zeit nach
Markteinführung liegen Spontanmeldungen, in denen über vollendeten Suizid sowie Suizidversuchberichtet wurde, vor. Siehe Abschnitt 4.4.
QT-VerlängerungIn den kontrollierten Kurzzeitstudien mit Brexpiprazol wurden in der mit 2 mg bis 4 mg behandelten
Gruppe 3 TEAE, die mit einer QT-Verlängerung in Zusammenhang gebracht wurden berichtet(0,3 %), während es bei Probanden unter Placebo 3 TEAE (0,5 %) waren. Die Inzidenz von TEAE in
Langzeitstudien war mit der in Kurzzeitstudien vergleichbar.
Die Wirkungen von Brexpiprazol auf das QT-Intervall bei Probanden mit Schizophrenie oderschizoaffektiver Störung wurden in der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten und miteiner Positivkontrolle (Moxifloxacin) versehenen Parallelgruppenstudie mit therapeutischen (4 mg)und supratherapeutischen (12 mg) Dosen untersucht. Die Subgruppenanalysen dieser Studie deutetendarauf hin, dass die QTc-Verlängerung bei Probandinnen ausgeprägter war als bei den Männern (siehe
Abschnitte 4.4, 4.5 und 5.1).
GewichtszunahmeDer Anteil der Probanden mit klinisch signifikanter Gewichtszunahme (Zunahme des Körpergewichtsum ≥ 7 % im Vergleich zum Ausgangswert) betrug in den kontrollierten Kurzzeitstudien 9,1 % in der
Gruppe, die mit 2 mg bis 4 mg Brexpiprazol/Tag behandelt wurde, während er in der Placebogruppebei 3,8 % lag.
Der Anteil der Probanden mit klinisch signifikanter Gewichtszunahme (Zunahme des Körpergewichtsum ≥ 7 %) betrug in der unverblindeten Langzeitstudie bei jedem Besuch 20,7 %, wobei 0,4 % der
Probanden die Studie aufgrund der Gewichtszunahme abbrachen. Bei Probanden mit einer
Gewichtszunahme um ≥ 7 % im Vergleich zum Ausgangswert erhöhte sich das Gewicht mit der Zeit,wobei die mittlere Gewichtszunahme in Woche 52 bei bis zu 10,2 kg lag. In der unverblindeten
Langzeitstudie betrug die mittlere Änderung des Körpergewichts insgesamt in der Gruppe, die
Brexpiprazol erhalten hatte, 2,1 kg in Woche 52. Siehe Abschnitt 4.4.
Prolaktin
In kontrollierten Kurzzeitstudien betrug die Inzidenz von erhöhten Prolaktinwerten im Blut 0,9 % inder Gruppe, die mit 2 mg bis 4 mg Brexpiprazol behandelt wurde, während sie in der Placebogruppebei 0,5 % lag. In Kurzzeitstudien wurde bei Frauen eine häufigere Erhöhung der Prolaktinwerte (1,5 %versus 0,60 %) beobachtet als bei Männern. Darüber hinaus betrug die Häufigkeit der Erhöhung der
Prolaktinwerte > 1 × ONG in der Gruppe, die mit 2 mg bis 4 mg Brexpiprazol behandelt wurde,13,7 % bei Frauen (6,4 % in der Placebogruppe), während sie bei Männern bei 11,1 % (10,3 % in der
Placebogruppe) lag. Siehe Abschnitt 4.4.
Malignes neuroleptisches Syndrom
In Zusammenhang mit Brexpiprazol wurde über einen potenziell tödlichen Symptomkomplex, der alsmalignes neuroleptisches Syndrom (MNS) bezeichnet wird, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Übelkeit
Die Inzidenz von Übelkeit in kontrollierten Kurzzeitstudien betrug in der Gruppe, die mit 2 mg bis4 mg Brexpiprazol behandelt wurde, insgesamt 2,3 %, während sie in der Placebogruppe bei 2,0 %lag. Die Inzidenz von Erbrechen betrug in der mit Brexpiprazol behandelten Gruppe 1,0 %, währendsie in der Placebogruppe bei 1,2 % lag.
In Kurzzeitstudien wurden Unterschiede zwischen den Geschlechtern offensichtlich. Bei den mit
Brexpiprazol behandelten Probanden wurden bei Frauen Übelkeit (4,8 %) und Erbrechen (4,6 %)häufiger beobachtet als bei Männern (2,8 % bzw. 1,4 %). Bei den Probanden, die Placebo erhielten,lag die Häufigkeit von Übelkeit bei Männern bei 2,8 % und bei Frauen bei 3,2 %, während die
Häufigkeit von Erbrechen bei Männern bei 3,0 % lag und bei Frauen bei 2,6 % (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheJugendliche ab 13 Jahren mit Schizophrenie
Es wird davon ausgegangen, dass Häufigkeit, Art und Schweregrad von Nebenwirkungen bei Kindernund Jugendlichen ähnlich wie bei Erwachsenen sind.
Extrapyramidale Symptome (EPS)
In Kurzzeitstudien war in der Gruppe, die 1 mg Brexpiprazol/Tag bis 4 mg Brexpiprazol/Tag erhielt,
Akathisie die am häufigsten berichtete UAW unter den EPS (3,6 %) im Vergleich zu Placebo (2,9 %).
Die Inzidenzen anderer UAW, die zu den EPS gezählt werden und in kontrollierten Kurzzeitstudienbei Kindern und Jugendlichen berichtet wurden, waren Muskelsteifigkeit (0,9 %) Hypokinesie (0,9 %)und Tremor (0,9 %).
Akathisie
Die Inzidenz von Akathisie bei Kindern und Jugendlichen, die in einer randomisierten, doppelblinden
Kurzzeitstudie mit Brexpiprazol behandelt wurden, lag bei 3,6 %, während sie bei den mit Placebobehandelten Probanden 2,9 % betrug.
Die Inzidenz von Akathisie in der laufenden unverblindeten Langzeitstudie lag bei 5,1 %. Siehe
Abschnitt 4.4.
Suizidales Verhalten
In einer kontrollierten Kurzzeitstudie wurde ein behandlungsbedingtes unerwünschtes Ereignis(TEAE), das mit suizidalem Verhalten in Zusammenhang stand, bei einem Probanden (0,9 %, einnicht schwerwiegendes Ereignis) aus der Gruppe berichtet, die mit Brexpiprazol behandelt wurde, undbei keinem Probanden in der Placebogruppe. In einer unverblindeten Langzeitstudie wurden TEAE,die mit suizidalem Verhalten in Zusammenhang standen, bei 8 Probanden (2,7 %) berichtet. Siehe
Abschnitt 4.4
QT-VerlängerungIn den Schizophrenie-Studien bei Kindern und Jugendlichen wurden keine TEAE, die mit einer QT-
Verlängerung in Zusammenhang gebracht wurden, berichtet. Das bei Kindern und Jugendlichenbeobachtete Sicherheitsprofil gilt als mit dem bei Erwachsenen beobachteten vergleichbar (siehe
Abschnitt 4.4).
GewichtszunahmeDer Anteil der Probanden mit klinisch signifikanter Gewichtszunahme (Zunahme des Körpergewichtsum ≥ 7 % im Vergleich zum Ausgangswert) betrug in einer kontrollierten Kurzzeitstudie 8,2 % in der
Gruppe, die mit Brexpiprazol behandelt wurde, während er in der Placebogruppe bei 4,9 % lag. Diemittlere Gewichtszunahme vom Ausgangswert bis zum letzten Besuch betrug 0,8 kg bei Probanden,die mit Brexpiprazol behandelt wurden, und 0,0 kg bei Probanden, die mit Placebo behandelt wurden.
Zur Berücksichtigung des normalen Wachstums wurden z-Scores abgeleitet (gemessen in
Standardabweichungen [SD]), die um das natürliche Wachstum von Kindern und Jugendlichen durchden Vergleich zu alters- und geschlechtsbezogenen Bevölkerungsstandards bereinigen. Eine z-Score-
Veränderung von < 0,5 SD wird als klinisch nicht signifikant betrachtet. In dieser Studie wurde wederbei der mit Brexpiprazol behandelten Gruppe noch bei der mit Placebo behandelten Gruppe eine
Veränderung des z-Scores vom Ausgangswert bis zum letzten Besuch beobachtet. 4,5 % der
Probanden unter Brexpiprazol und 3,9 % der Probanden unter Placebo wiesen beim Körpergewichteine alters- und geschlechtsbereinigte Zunahme des z-Scores von mindestens 0,5 SD im Vergleichzum Ausgangswert auf. TEAE in Form einer Gewichtszunahme wurden bei 1,7 % aller Patienten inder Brexpiprazol-Gruppe im Vergleich zu 3,4 % in der Placebo-Gruppe berichtet. Siehe Abschnitt 4.4.
Der Anteil der Probanden mit klinisch signifikanter Gewichtszunahme (Zunahme des Körpergewichtsum ≥ 7 % gegenüber dem Ausgangswert) bei irgendeinem Besuch betrug in der unverblindeten
Langzeitstudie 44,6 % in der mit Brexpiprazol behandelten Gruppe. Die mittlere Veränderung des z-
Scores vom Ausgangswert bis zum letzten Besuch betrug 0,10 SD beim Körpergewicht, während20 % der Patienten beim Körpergewicht eine alters- und geschlechtsbereinigte Zunahme des z-Scoresvon mindestens 0,5 SD gegenüber dem Ausgangswert aufwiesen. TEAE in Zusammenhang mit
Gewichtszunahme wurden bei 11,5 % der Probanden beobachtet, während andere TEAE in
Zusammenhang mit Gewichtszunahme, wie z. B. ein Anstieg des BMI und mehr Taillenumfangjeweils bei einem Probanden berichtet wurden.
Prolaktin
In der Kurzzeitstudie wurden keine behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse, die in
Zusammenhang mit erhöhtem Prolaktin standen, berichtet. Die Häufigkeit der Erhöhung der
Prolaktinwerte > 1 × ONG in der Gruppe, die mit 2 mg bis 4 mg Brexpiprazol behandelt wurde, betrug26,8 % bei Frauen (6,3 % in der Placebogruppe), während sie bei Männern bei 24,5 % (6 % in der
Placebogruppe) lag. In den Langzeitstudien berichteten 1,7 % der Probanden TEAE mit erhöhtem
Prolaktinspiegel im Blut und 0,7 % der Probanden TEAE in Form von Hyperprolaktinämie. Siehe
Abschnitt 4.4.
Malignes neuroleptisches Syndrom
In den Schizophrenie-Studien bei Kindern und Jugendlichen wurden keine TEAE in Zusammenhangmit MNS berichtet. Das bei Kindern und Jugendlichen beobachtete Sicherheitsprofil gilt als mit dembei Erwachsenen beobachteten vergleichbar (siehe Abschnitt 4.4).
Übelkeit
In den Schizophrenie-Studien bei Kindern und Jugendlichen wurden TEAE in Bezug auf Übelkeitberichtet. Das bei Kindern und Jugendlichen beobachtete Sicherheitsprofil gilt als mit dem bei
Erwachsenen beobachteten vergleichbar.
Somnolenz einschließlich Sedierung und Hypersomnie
In Kurzzeitstudien betrug die Inzidenz von Somnolenz-TEAE (Sedierung, Somnolenz, Hypersomnie)in der Gruppe, die mit Brexpiprazol 2-4 mg behandelt wurde, 7,3 % im Vergleich zu 6,7 % in der
Placebo-Gruppe. In einer offenen Langzeitstudie betrug die Inzidenz von Somnolenz-TEAE(Sedierung, Somnolenz, Hypersomnie) 11,9 %. Diese TEAE waren leicht bis mittelschwer.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Unmittelbar nach einer Überdosierung können eine Magenspülung und die Gabe eines Emetikumsnützlich sein. Bei einer Überdosierung sollte ein Elektrokardiogramm vorgenommen werden. Wirddabei eine Verlängerung des QT-Intervalls offensichtlich, ist eine kardiale Überwachungvorzunehmen.
Ansonsten sollte sich die Behandlung einer Überdosierung auf unterstützende Maßnahmen,
Freihaltung der Atemwege, Sauerstoffversorgung und Beatmung sowie auf eine symptomatische
Behandlung konzentrieren. Eine engmaschige medizinische Überwachung ist solange angezeigt, bissich der Patient erholt hat.
Eine Stunde nach der oralen Einnahme von 2 mg Brexpiprazol senkten oral verabreichte Aktivkohleund Sorbitol (50 g/240 ml) die Cmax von Brexpiprazol um ungefähr 5 % auf 23 % und die AUC von
Brexpiprazol um etwa 31 % auf 39 %. Zum therapeutischen Potenzial von Aktivkohle bei der
Behandlung einer Überdosierung mit Brexpiprazol stehen jedoch nur unzureichende Informationen zur
Verfügung.
Zwar liegen keine Informationen über die Wirksamkeit einer Hämodialyse bei der Behandlung einer
Überdosierung mit Brexpiprazol vor, doch ist es unwahrscheinlich, dass Hämodialyse in der
Behandlung einer Überdosierung von Nutzen ist, da Brexpiprazol eine hohe Plasmaproteinbindungaufweist.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycholeptika, andere Antipsychotika, ATC-Code N05AX16
WirkmechanismusBrexpiprazol ist ein atypisches Antipsychotikum. Man geht davon aus, dass die Pharmakologie von
Brexpiprazol auf der modulatorischen Aktivität auf die Serotonin- und Dopaminsysteme beruht undüber eine Kombination einer partiell agonistischen Aktivität am 5-HT1A-Serotoninrezeptor und
D2-Dopaminrezeptor und einer antagonistische Aktivität am 5-HT2A-Serotoninrezeptor vermittelt wird,mit ähnlich hohen Affinitäten an all diesen Rezeptoren (Ki: 0,1 nM bis 0,5 nM). Brexpiprazol weistauch eine antagonistische Aktivität an noradrenergen α1B/2C-Rezeptoren auf, wobei die Affinität imgleichen subnanomolaren Ki-Bereich liegt (Ki: 0,2 nM bis 0,6 nM).
Pharmakodynamische WirkungenDie Auswirkungen der genetischen Variation auf das pharmakodynamische Ansprechen gegenüber
Brexpiprazol wurden nicht untersucht.
Auswirkung auf QT
Die Auswirkungen von Brexpiprazol auf das QT-Intervall wurden bei Patienten mit Schizophrenieoder schizoaffektiver Störung untersucht. Die Gesamtanalyse ergab, dass Brexpiprazol das QTc-
Intervall nach therapeutischen und supratherapeutischen Dosen (4 mg/Tag, n = 62 bzw. 12 mg/Tag,n = 53) in keinem klinisch relevanten Ausmaß verlängerte. Eine Korrelation zwischen
Brexpiprazolkonzentrationen und QTc-Verlängerung war nicht zu beobachten.
Die Subgruppenanalysen der umfassenden QTc-Studie deuteten darauf hin, dass die QTc-Verlängerungbei Probandinnen ausgeprägter war als bei den Männern. In der Gruppe, die 4 mg Brexpiprazol/Tagerhielt, betrug die maximale placebobereinigte mittlere Änderung des QTcI-Intervalls im Vergleichzum Ausgangswert 6 Stunden nach Dosisgabe 5,2 ms (90 %-KI: 1,5, 8,9) bei Männern (n = 48) und15,0 ms (90 %-KI: 7,7, 22,3) bei Frauen (n = 14). In der Gruppe, die 12 mg Brexpiprazol/Tag erhielt,betrug die maximale placebobereinigte mittlere Änderung des QTcI-Intervalls im Vergleich zum
Ausgangswert 12 Stunden nach Dosisgabe 2,9 ms (90 %-KI: −1,2, 6,9) bei Männern (n = 40) und24 Stunden nach Dosisgabe 10,4 ms (90 %-KI: 2,7, 18,2) bei Frauen (n = 13). Da weniger Frauen als
Männer in die Studie aufgenommen worden waren, sind endgültige Schlussfolgerungen nicht möglich.
Klinische WirksamkeitErwachsene:Die Wirksamkeit und Sicherheit von Brexpiprazol bei der Behandlung von Erwachsenen mit
Schizophrenie wurde in zwei multinationalen und einer regionalen (Japan), 6-wöchigen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, klinischen Studie mit fixer Dosisgabe (Studien 1bis 3), einer multinationalen, 6-wöchigen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten undmit aktiver Referenz (Quetiapin) kontrollierten klinischen Studie mit flexibler Dosisgabe (Studie 4)sowie einer multinationalen, placebokontrollierten, 52-wöchigen Erhaltungsstudie (Studie 5)untersucht. Es wurden 2 690 Patienten im Alter von 18 Jahren bis 65 Jahren in die Studienaufgenommen.
In den Studien 1, 2 und 3 erfolgte die Titration von Brexpiprazol wie in Abschnitt 4.2 beschrieben mit1 mg über 4 Tage, anschließend mit 2 mg an den Tagen 5 bis 7. An Tag 8 wurde in einigen
Behandlungsgruppen die Dosis auf 4 mg erhöht.
Kurzzeitstudien
In den drei Kurzzeitstudien mit fixer Dosisgabe (Studien 1, 2 und 3) wurden die Probandenrandomisiert und erhielten 2 mg Brexpiprazol einmal täglich, 4 mg einmal täglich oder Placebo.
In Studie 4 wurden die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Brexpiprazol im flexiblen
Dosisbereich von 2 mg/Tag bis 4 mg/Tag untersucht, während mit 400 mg bis 800 mg Quetiapin mitverlängerter Wirkstofffreisetzung (extended release, XR) die Assay-Sensitivität beurteilt wurde. Inden Kurzzeitstudien wurde der primäre Wirksamkeitsendpunkt definiert als die mittlere Änderung in
Woche 6 im Vergleich zum Ausgangswert beim PANSS-Gesamt-Score (Positive and Negative
Syndrome Scale), anhand einer Liste mit mehreren Punkten, zusammengestellt aus fünf Faktoren zur
Bewertung von positiven Symptomen, negativen Symptomen, Denkstörungen, unkontrollierter
Feindseligkeit/Aufregung und Angst/Depressionen.
Der wichtigste sekundäre Endpunkt der Studien 1, 2 und 4 war die klinische ganzheitliche Beurteilungdes Schweregrads (Clinical Global Impression of Severity, CGI-S) der Schizophrenie, einer aus sieben
Punkten bestehenden Skala zur ärztlichen Bewertung des Schweregrads der Erkrankung. Die CGI-Swurde auch in den Studien 3 und 5 als sekundärer Endpunkt bestimmt.
Die Wirkungen von Brexpiprazol wurden ebenfalls anhand einer Reihe zuvor festgelegter sekundärer
Endpunkte bewertet: den jeweiligen Aspekten der Symptome der Schizophrenie (PANSS Positiv-
Subskala-Score, PANSS Negativ-Subskala-Score, PANSS Erregungskomponenten [PEC]-Score,
PANSS Marder-Faktor positiv, negativ, Denkstörungen, unkontrollierte Feindseligkeit/Aufregung und
Angst/Depressionen) und einer Auswertung des Ansprechens (definiert als 30 %ige Verbesserung des
PANSS-Gesamt-Scores im Vergleich zum Ausgangswert oder einem CGI-I-Score von 1 [sehr gute
Verbesserung] oder 2 [gute Verbesserung]).
In Studie 1 konnte die Wirksamkeit sowohl von 2 mg Brexpiprazol/Tag als auch 4 mg
Brexpiprazol/Tag gezeigt werden, in Studie 2 konnte dieses Ergebnis nur für 4 mg Brexpiprazol/Tagund in Studie 3 nur für 2 mg Brexpiprazol/Tag repliziert werden.
In Studie 4 mit flexibler Dosisgabe waren bei den Probanden in der mit Brexpiprazol behandelten
Gruppe in Woche 6 zahlenmäßig größere Verbesserungen im PANSS-Gesamt-Score zu beobachtenals bei Probanden in der Placebogruppe, obwohl der Unterschied in Woche 6 für die primäre
Wirksamkeitsanalyse keine statistische Signifikanz erreichte (p = 0,0560, siehe Tabelle 2). Inderselben Studie unterschied sich die aktive Referenz Quetiapin XR, hinzugefügt zur Beurteilung der
Assay-Sensitivität, von Placebo.
Tabelle 2: Primäre Ergebnisse zur Wirksamkeit der 6-wöchigen Studien zu Schizophrenie
Studie Behandlungsgruppe n Primärer Wirksamkeitsparameter: PANSS
Mittlerer Mittlere Differenz p-Wert
Ausgangswert Veränderung der Kleinstquadrat(SD) Kleinstquadratmi mittelwertea, bttelwerte (95 %-KI)gegenüber
Ausgangswert(SE)1 Brexpiprazol(2 mg/Tag)* 180 95,85 −20,73 −8,72(13,75) (1,55) (−13,1, −4,37) < 0,0001
Brexpiprazol 178 94,70 −19,65 −7,64(4 mg/Tag)* (12,06) (1,54) (−12,0, −3,30) 0,0006
Placebo 178 95,69 −12,01(11,46) (1,60) -- --2 Brexpiprazol(2 mg/Tag) 179 96,30 −16,61 −3,08(12,91) (1,49) (−7,23, 1,07) 0,1448
Brexpiprazol(4 mg/Tag)* 181 94,99 −20,00 −6,47(12,38) (1,48) (−10,6, −2,35) 0,0022
Placebo 180 94,63 −13,53(12,84) (1,52) -- --3 Brexpiprazol 96,55 −14,95 −7,32(2 mg/Tag)* 113 (19,20) (2,00) (−13,04, −1,59) 0,0124
Brexpiprazol 109 96,39 −11,49 −3,86(4 mg/Tag) (15,73) (2,10) (−9,71, 2,00) 0,1959
Placebo 113 97,19 −7,63(19,27) (2,11) -- --
Brexpiprazol4 (2 mg/Tag bis 150 97,82 −19,99 −4,14 mg/Tag) (10,25) (1,51) (−8,2, 0,1) 0,0560
Placebo 159 98,38 −15,93(10,30) (1,49) -- --
SD Standardabweichung
SE Standardfehler
LS Mittelwert Kleinstquadratmittelwerte.
KI Konfidenzintervall
* Behandlung ist Placebo gegenüber statistisch signifikant überlegena Unterschied (Brexpiprazol minus Placebo) der mittleren Veränderung der
Kleinstquadratmittelwerte zwischen Ausgangswert und Woche 6b LS Mittelwert, 95 %-KI und p-Werte der einzelnen Studien wurden anhand einer MMRM(Mixed effect Model Repeat Measurement)-Analyse folgendermaßen ermittelt: Fixe Wirkungenvon Region, Behandlung, Besuch und Treatment-by-visit-Interaktion, mit Baseline und
Baseline-by-visit-Interaktion als Kovarianten. Unstrukturierte Varianz-Kovarianz-Matrix-
Struktur wurde verwendet.
Die primäre statistische Analyse wurde mit Hilfe eines MMRM-Modells mit MAR (Missing At
Random)-Imputation vorgenommen. Ergebnisse einer Sensitivitäts-Analyse, die auf Placebobasierende multiple Imputation (PMI) verwendete, stimmten mit der primären Analyse überein.
Die Ergebnisse für den (wichtigen) sekundären Endpunkt und weitere Endpunkte unterstützten denprimären Endpunkt.
In Studie 1 wurde in Woche 6 eine statistisch signifikante größere Verbesserung des Scores auf der
CGI-S-Skala, dem wichtigen sekundären Wirksamkeitsparameter, im Vergleich zu den
Placebogruppen auch für 2 mg/Tag und 4 mg/Tag gezeigt. Aufgrund der Testhierarchie ist davonauszugehen, dass die sowohl für 2 mg/Tag als auch 4 mg/Tag gezeigten größeren Verbesserungen aufder CGI-S-Skala lediglich die Studien 2, 3 und 4 unterstützen (siehe Tabelle 3).
Tabelle 3: Wichtige sekundäre Ergebnisse zur Wirksamkeit der 6-wöchigen Studien zu
Schizophrenie
Studie Behandlungsgruppe n Wichtige sekundäre Wirksamkeitsparameter: CGI-S
Mittlerer Mittlere Differenz p-Wert
Ausgangswert Veränderung Kleinstquadra(SD) der tmittelwertea
Kleinstquadrat (95 %-KI)mittelwertegegenüber
Ausgangswert(SE)1 Brexpiprazol 4,90 −1,15 −0,33(2 mg/Tag)* 181 (0,64) (0,08) (−0,56, −0,10) 0,0056
Brexpiprazol 178 4,81 −1,20 −0,38(4 mg/Tag)* (0,64) (0,08) (−0,61, −0,15) 0,0012
Placebo 181 4,84 −0,82(0,66) (0,09) -- --2 Brexpiprazol 180 4,96 −0,99 −0,19(2 mg/Tag) (0,65) (0,09) (−0,42, 0,05) 0,1269
Brexpiprazol 183 4,85 −1,19 −0,38(4 mg/Tag)* (0,64) (0,08) (−0,62, −0,15) 0,0015
Placebo 181 4,87 −0,81(0,61) (0,09) -- --3 Brexpiprazol(2 mg/Tag)* 113 4,80 −0,84 −0,35(0,78) (0,11) (−0,67, −0,03) 0,0308
Brexpiprazol 4,71 −0,64 −0,16(4 mg/Tag) 109 (0,75) (0,12) (−0,48, 0,17) 0,3461
Placebo 113 4,73 −0,48(0,71) (0,12) -- --
Brexpiprazol*4 (2 mg/Tag bis 150 4,96 −1,21 −0,274 mg/Tag)b (0,59) (0,08) (−0,49, −0,06) 0,0142
Placebo 159 4,94 −0,93(0,57) (0,08) -- --
SD Standardabweichung
SE Standardfehler
LS Mittelwert Kleinstquadratmittelwerte
KI Konfidenzintervall
* Behandlung ist Placebo gegenüber statistisch signifikant überlegena Unterschied (Brexpiprazol minus Placebo) der mittleren Veränderung der
Kleinstquadratmittelwerte zwischen Ausgangswert und Woche 6b Mittlere Dosis 3,5 mg/Tag
Ansprechverhalten in Wirksamkeitsstudie
In Studie 5, einer Langzeitstudie zur Beurteilung der Aufrechterhaltung der Wirkung von Brexpiprazoldurch Bestimmung des verzögerten Zeitpunkts des nächsten Rezidivs der Schizophrenie, wurde der
Zustand von Patienten mit Schizophrenie, die auf die Behandlung mit 1 mg bis 4 mg Brexpiprazol/Tagansprachen, 12 Wochen bis 36 Wochen stabilisiert und diese anschließend doppelblind randomisiert,um die Behandlung entweder mit der stabilisierenden Dosis Brexpiprazol (n = 96) oder mit Placebo(n = 104) über 52 Wochen oder bis zum Rezidiv fortzusetzen.
In der Primäranalyse der Zeit bis zum nächsten Rezidiv zeigten die mit Brexpiprazol behandelten
Patienten eine signifikant längere Zeit bis zum Rezidiv im Vergleich mit Patienten unter Placebo(p < 0,0001). In Woche 52 verringerte Brexpiprazol (13,5 %) das Risiko des nächsten Rezidivs um71 % im Vergleich mit Placebo (38,5 %). Während der Stabilisationsphase verbesserte Brexpiprazoldie klinische Symptomatik (beurteilt anhand PANSS, CGI-S und CGI-I [Analysis of Covariance -
ANCOVA Last Observation Carried Forward - LOCF]) und Funktionsfähigkeit (beurteilt anhand der
Erfassung des allgemeinen Funktionsniveaus, GAF [ANCOVA LOCF]). Diese Verbesserungenhielten bei mit Brexpiprazol behandelten Patienten während der 52-wöchigen, doppelblinden
Erhaltungsphase an, während sich bei Patienten, die randomisiert Placebo erhielten, eine
Verschlechterung bei den PANSS-, CGI-S- und CGI-I- sowie den GAF-Scores zeigte (ANCOVA
LOCF). Im Vergleich mit Placebo wurden unter Brexpiprazol die Symptomkontrolle und
Funktionsfähigkeit aufrechterhalten.
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit und Sicherheit von Brexpiprazol bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichenmit Schizophrenie wurde in einer 6-wöchigen randomisierten, doppelblinden undplacebokontrollierten Studie (Studie 6) und in einer laufenden 24-monatigen unverblindeten
Langzeitstudie untersucht. In die Kurzzeitstudie waren 110 Patienten aufgenommen, die randomisiert
Brexpiprazol erhielten, 101 Patienten, die Aripiprazol zur Beurteilung der Assay-Sensitivität erhielten,und 104 Patienten, die Placebo erhielten. Die Patienten hatten ein durchschnittliches Alter von15 Jahren.
In der Kurzzeitstudie (Studie 6) erhielten die Patienten entweder Brexpiprazol (2 bis 4 mg/Tag),
Aripiprazol (10 bis 20 mg/Tag) oder Placebo.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt wurde als die mittlere Veränderung in Woche 6 im Vergleich zum
Ausgangswert beim PANSS-Gesamt-Score (Positive and Negative Syndrome Scale) definiert.
Sowohl Brexpiprazol (2 bis 4 mg/Tag) als auch Aripiprazol zeigten im Vergleich zu Placebostatistisch signifikante Verbesserungen bei der mittleren Veränderung des PANSS-Gesamt-Scoresgegenüber dem Ausgangswert.
Zwischenanalysen der Langzeitstudie mit flexiblen Dosen von Brexpiprazol (1 bis 4 mg/Tag) zeigtenkonstante Verbesserungen bei den Symptomen vom Ausgangswert bis Monat 24 im PANSS-Gesamt-
Score.
Tabelle 4: Primäre Wirksamkeitsergebnisse der 6-wöchigen Studie zu Schizophrenie bei
Kindern und Jugendlichen
Studie Behandlungsgruppe n Primärer Wirksamkeitsparameter: PANSS
Mittlerer Mittlere Differenz p-Wert
Ausgangswert Veränderung Kleinstquad(SD) der ratmittelwer
Kleinstquadrat tea (95%-KI)mittelwertegegenüber
Ausgangswert(SE)6 Brexpiprazol (2 mg/Tag 101,06 -22,75 -5,33bis 4 mg/Tag)* 110 (14,87) (1,49) (-9,55, 0,0136-1,10)
Aripiprazol (10 mg/Tag 101,03 -23,95 -6,53101 (13,08) (1,57) (-10,8, 0,0032bis 20 mg/Tag) -2,21)b
Placebo 103 102,17 -17,42(16,30) (1,58) -- --
SD Standardabweichung
SE Standardfehler
LS Mittelwert Kleinstquadratmittelwerte
KI Konfidenzintervall
* Behandlung ist Placebo gegenüber statistisch signifikant überlegena Unterschied (Brexpiprazol minus Placebo) der mittleren Veränderung der
Kleinstquadratmittelwerte zwischen Ausgangswert und Woche 6b Die Wirksamkeitsprobe umfasst behandelte Probanden, für die es sowohl einen Ausgangswertals auch mindestens eine Wirksamkeitsüberprüfung nach dem Ausgangswert beim PANSS-
Gesamt-Score gibt
Des Weiteren wurde eine pharmakokinetische/pharmakodynamische Analyse als hilfreich für den
Vergleich klinischer Wirksamkeitsdaten zwischen Jugendlichen und Erwachsenen mit Schizophrenieerachtet.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionBrexpiprazol wird nach Gabe der Tablette resorbiert, wobei die maximalen Plasmakonzentrationennach Anwendung einer Einzeldosis innerhalb von 4,0 Stunden erreicht werden. Die absolute orale
Bioverfügbarkeit der Tablettenformulierung beträgt 95,1 %. Die Steady-state-Konzentrationen von
Brexpiprazol werden innerhalb von 10 Anwendungstagen bis 12 Anwendungstagen erreicht. Die
Anwendung einer Tablette mit 4 mg Brexpiprazol mit einer normalen fettreichen Mahlzeit führte zukeiner signifikanten Beeinflussung der Cmax oder AUC von Brexpiprazol. Nach der Anwendungeinzelner und mehrerer Tageseinzeldosen erhöht sich die Brexpiprazolexposition (Cmax und AUC)proportional zur angewendeten Dosis. In-vivo-Studien zeigen, dass Brexpiprazol weder ein Substratnoch ein Inhibitor von Efflux-Transportern wie dem Multidrug-Resistance-Protein (MDR) 1 (P-gp)und BCRP ist.
VerteilungDas Verteilungsvolumen von Brexpiprazol nach intravenöser Anwendung ist hoch(1,56 l/kg ± 0,418 l/kg), was auf eine extravaskuläre Verteilung hindeutet. Brexpiprazol weist einestarke Plasmaproteinbindung (mehr als 99 %) an Serumalbumin und das saure α1-Glykoprotein auf,wobei seine Proteinbindung durch eine Nieren- oder Leberfunktionsstörung nicht beeinträchtigt wird.
Ergebnisse von In-vitro-Studien zeigen, dass die Proteinbindung von Brexpiprazol weder durch
Warfarin, Diazepam noch Digitoxin beeinträchtigt wird.
BiotransformationIn-vitro-Studien zur Metabolisierung von Brexpiprazol unter Verwendung von rekombinantemhumanen Cytochrom P450 zeigten, dass die Metabolisierung hauptsächlich durch CYP3A4 und
CYP2D6 erfolgt und zur Bildung von oxidativen Metaboliten führt. In-vitro-Daten zu Brexpiprazolzeigten eine geringe oder keine Hemmung anderer CYP450-Isoenzyme. Die Metabolisierung von
Brexpiprazol in vivo erfolgt hauptsächlich durch CYP3A4 und CYP2D6, was die Bildung vonoxidativen Metaboliten zur Folge hat, wobei im Plasma lediglich ein Metabolit, DM-3411, mit einer
Exposition von mehr als 10 % vorzufinden ist.
Im Steady-state stellt DM-3411 im Plasma 23,1 % bis 47,7 % der Brexpiprazolexposition (AUC) dar.
Es ist zu beachten, dass präklinische In-vivo-Studien gezeigt haben, dass bei klinisch relevanten
Plasmaexpositionen von Brexpiprazol die Konzentrationen von DM-3411 im Gehirn unterhalb der
Nachweisgrenze lagen. Daher wird davon ausgegangen, dass DM-3411 nicht zu den therapeutischen
Wirkungen von Brexpiprazol beiträgt.
EliminationNach oraler Gabe einer Einzeldosis von [14C]-markiertem Brexpiprazol wurden ungefähr 24,6 % dergegebenen Radioaktivität im Urin und annähernd 46 % in den Fäzes gefunden. Weniger als 1 %
Brexpiprazol wurde unverändert im Urin ausgeschieden und ungefähr 14 % der oralen Dosis wurdenunverändert in den Fäzes gefunden. Die scheinbare orale Clearance einer Tablette Brexpiprazol nacheinmaliger täglicher Anwendung beträgt 19,8 (± 11,4) ml/h/kg. Nach mehrfacher einmal täglicher
Anwendung von Brexpiprazol liegt die terminale Eliminationshalbwertszeit von Brexpiprazol bei91,4 Stunden und die seines Hauptmetaboliten DM-3411 bei 85,7 Stunden.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Pharmakokinetik von Brexpiprazol ist nach der Gabe einer Einzeldosis (0,2 mg bis 8 mg) und
Mehrfachgabe (0,5 mg bis 4 mg) bei einmal täglicher Anwendung dosisproportional und zeitinvariant.
Pharmakokinetik bei besonderen PatientengruppenAlterNach einmaliger Anwendung von Brexpiprazol (2 mg) zeigte sich bei älteren Probanden (älter als65 Jahre) eine ähnliche systemische Exposition von Brexpiprazol (Cmax und AUC) wie beierwachsenen Probanden (18 Jahre bis 45 Jahre; siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
GeschlechtBei der populationspharmakokinetischen Analyse wurde das Geschlecht als statistisch signifikante
Kovariante identifiziert. Es wurde geschätzt, dass die Brexpiprazol-Exposition (AUC) bei Frauen25 % höher liegt als bei Männern (siehe Abschnitt 4.8).
Ethnische ZugehörigkeitObwohl keine besondere pharmakokinetische Studie durchgeführt wurde, ergab diepopulationspharmakokinetische Analyse keinen Hinweis auf klinisch signifikante ethnisch bedingte
Unterschiede in der Pharmakokinetik von Brexpiprazol.
CYP2D6-Genotyp
Die populationspharmakokinetische Analyse zeigt, dass langsame CYP2D6-Metabolisierer eine um47 % höhere Exposition gegenüber Brexpiprazol im Vergleich zu schnellen Metabolisierern aufweisen(siehe Abschnitt 4.2).
Rauchen
Laut In-vitro-Studien mit humanen Leberzellen ist Brexpiprazol kein Substrat von CYP1A2. Dahersollte das Rauchen keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Brexpiprazol haben.
NierenfunktionsstörungBei Probanden (n = 10) mit schwerer Nierenfunktionsstörung (CLcr < 30 ml/min) erhöhte sich die
AUC von oral verabreichtem Brexpiprazol (3 mg Einzeldosis) im Vergleich mit entsprechendengesunden Probanden um 68 %, während die Cmax unverändert blieb. Bei Patienten mit mittelschwererbis schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance CLcr < 60 ml/min) ist die empfohlene
Höchstdosis auf 3 mg einmal täglich zu verringern (siehe Abschnitt 4.2).
LeberfunktionsstörungBei Probanden (n = 22) mit Leberfunktionsstörung verschiedener Schweregrade (Child-Pugh-
Klassen A, B und C) erhöhte sich die AUC von oral verabreichtem Brexpiprazol (2 mg Einzeldosis)im Vergleich mit entsprechenden gesunden Probanden um 24 % bei leichter Leberfunktionsstörungund um 60 % bei mittelschwerer Leberfunktionsstörung, während bei einer schweren
Leberfunktionsstörung keine Veränderung auftrat. Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klassen B und C) ist die empfohlene Höchstdosis auf 3 mgeinmal täglich zu verringern (siehe Abschnitt 4.2).
Kinder und JugendlicheEs wurde eine pharmakokinetische Mehrfachdosis-Studie (0,5, 1, 2, 3 oder 4 mg/Tag) bei 24 Kindernund Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren durchgeführt. Bei derpopulationspharmakokinetischen Analyse zeigte sich bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 13bis 17 Jahren) eine ähnliche systemische Exposition gegenüber Brexpiprazol (Cmax und AUC) wie beierwachsenen Patienten im Dosisbereich von 0,5 bis 4 mg.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Ratten und Affen wurden Wirkungen beobachtet,die überwiegend auf die übermäßige pharmakologische Aktivität von Brexpiprazol zurückzuführenwaren. Sicherheitsmargen anhand der AUC0-24 h konnten bei der maximal empfohlenen Humandosis(MRHD) von 4 mg/Tag weder bei weiblichen noch männlichen Ratten und Affen abgeleitet werden.
Kardiovaskuläre Toxizität
In einer Studie zur Sicherheitspharmakologie mit wachen männlichen Hunden, in Studien zur
Toxizität bei wiederholter Gabe mit männlichen und weiblichen Affen und in einer Toxizitätsstudiemit juvenilen männlichen und weiblichen Hunden senkte Brexpiprazol nach oraler Verabreichung den
Blutdruck und verlängerte das QT-Intervall. Die blutdrucksenkende Wirkung von Brexpiprazol wirdder zu erwartenden Blockade der α1-Adrenozeptoren in den peripheren Blutgefäßen zugeschrieben.
Genotoxizität, Kanzerogenität
Brexpiprazol zeigte bei klinisch relevanten Expositionen weder in In-vitro- noch in In-vivo-Studien eingenotoxisches Potenzial. In einer 2-jährigen Kanzerogenitätsstudie mit männlichen und weiblichen
Ratten bzw. männlichen Mäusen kam es unter oral verabreichtem Brexpiprazol bei Expositionen vombis zu 4,4-Fachen bzw. 3,1-Fachen der MRHD zu keiner erhöhten Inzidenz von Tumoren. Beiweiblichen Mäusen wurde bei ähnlichen oder niedrigeren klinisch relevanten Expositionen eineerhöhte Inzidenz von Adenokarzinomen der Brust und adenosquamösen Karzinomen sowie
Hypophysenadenomen (pars distalis) festgestellt: diese durch Prolaktin vermittelten endokrinen
Tumoren wurden auch bei Nagern beobachtet, die mit anderen Antipsychotika behandelt wurden, undihre klinische Relevanz ist nicht bekannt.
ReproduktionstoxizitätNach oraler Verabreichung beeinträchtigte Brexpiprazol nicht die männliche Fertilität bei Ratten,verlängerte jedoch die Zwischenbrunst, und verringerte die Fertilität bei weiblichen Ratten beiähnlichen oder niedrigeren Expositionen als solchen, die klinisch bei MRHD erreicht wurden. Einsignifikanter Anstieg von Abgängen vor der Implantation wurde beobachtet, wenn die klinische
Exposition über dem 4,1-Fachen lag, wie sie bei MRHD erreicht wird. In Toxizitätsstudien zurembryo-fetalen Entwicklung zeigte Brexpiprazol nach oraler Gabe keine teratogene Wirkung bei
Ratten bei Expositionen (beruhen auf Daten bei nicht schwangeren Ratten), wie sie klinisch bei
MRHD erreicht werden. Bei Kaninchen wurden bei 3 Feten aus 2 Würfen Fehlbildungen der
Wirbelsäule beobachtet, die bei maternal toxischen oralen Brexpiprazoldosen auftraten, die zu einer
Exposition führten, die etwa dem 16,5-Fachen der klinischen Exposition bei MRHD entsprach.
In einer Toxizitätsstudie zur prä-/postnatalen Entwicklung führte oral verabreichtes Brexpiprazol inmaternal toxischen Dosen bei Ratten bei deren Nachwuchs zu einer Verzögerung beim Wachstum undder körperlichen Entwicklung sowie einer Beeinträchtigung der Lebensfähigkeit.
Nach oraler Verabreichung wurde bei schwangeren Ratten der Übergang von Brexpiprazol in den
Fetus und die Milch bei Konzentrationen nachgewiesen, die normalerweise mit Spiegeln immütterlichen Blut vergleichbar sind.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])In der Umwelt ist Brexpiprazol sehr persistent und sehr bioakkumulierend (vPvB), jedoch nichttoxisch. Eine mögliche Anreicherung von Brexpiprazol in der Nahrungskette von Ökosystemen kannein Risiko darstellen (siehe Abschnitt 6.6).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernLactose-Monohydrat
Maisstärke
Mikrokristalline Cellulose
Hyprolose (5,0-16,0 % m/m Hydroxypropoxy-Gruppen)
Hyprolose
Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]
Gereinigtes Wasser
TablettenüberzugHypromellose (E 464)
Talkum (E 553b)
Titandioxid (E 171)
RXULTI 0,25 mg Filmtabletten
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O (E 172)
Eisen(III)-oxid (E 172)
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
RXULTI 0,5 mg Filmtabletten
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O (E 172)
Eisen(III)-oxid (E 172)
RXULTI 1 mg Filmtabletten
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O (E 172)
RXULTI 2 mg Filmtabletten
Eisen(III)-hydroxid-oxid × H2O (E 172)
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
RXULTI 3 mg Filmtabletten
Eisen(III)-oxid (E 172)
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
RXULTI 0,25 mg und 0,5 mg Filmtabletten28 Filmtabletten in Aluminium/PVC-Blisterpackungen.
RXULTI 1 mg Filmtabletten10, 28 oder 56 Filmtabletten in Aluminium/PVC-Blisterpackungen.
RXULTI 2 mg, 3 mg und 4 mg Filmtabletten28 oder 56 Filmtabletten in Aluminium/PVC-Blisterpackungen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDieses Arzneimittel kann ein Risiko für die Umwelt darstellen (siehe Abschnitt 5.3).
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V.
Herikerbergweg 2921101 CT, Amsterdam
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
RXULTI 0,25 mg Filmtabletten
EU/1/18/1294/001 (28 Filmtabletten)
RXULTI 0,5 mg Filmtabletten
EU/1/18/1294/002 (28 Filmtabletten)
RXULTI 1 mg Filmtabletten
EU/1/18/1294/003 (10 Filmtabletten)
EU/1/18/1294/004 (28 Filmtabletten)
EU/1/18/1294/008 (56 Filmtabletten)
RXULTI 2 mg Filmtabletten
EU/1/18/1294/005 (28 Filmtabletten)
EU/1/18/1294/009 (56 Filmtabletten)
RXULTI 3 mg Filmtabletten
EU/1/18/1294/006 (28 Filmtabletten)
EU/1/18/1294/010 (56 Filmtabletten)
RXULTI 4 mg Filmtabletten
EU/1/18/1294/007 (28 Filmtabletten)
EU/1/18/1294/011 (56 Filmtabletten)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26. Juli 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. Mai 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.