Angewendet bei: Zytomegalievirus-Infektion
Art der Anwendung: oral
Substanz: letermovir (Virostatikum)
ATC: J05AX18 (ANTIINFEKTIVA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG | DIREKT WIRKENDE ANTIVIRALE MITTEL | Andere antivirale Mittel)
Letermovir ist ein antivirales Medikament, das zur Vorbeugung von Zytomegalievirus (CMV)-Infektionen bei Patienten eingesetzt wird, die sich einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation unterzogen haben. Es wirkt, indem es den CMV-Terminase-Komplex hemmt und so die Vermehrung des Virus verhindert.
Das Medikament wird oral oder intravenös verabreicht, in der Regel einmal täglich, und wird für einen begrenzten Zeitraum gemäß den Anweisungen eines Arztes angewendet.
Zu den Nebenwirkungen können Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder Müdigkeit gehören. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen oder eine Beeinträchtigung der Leberfunktion auftreten.
Patienten sollten ihren Arzt über andere Medikamente informieren, die sie einnehmen, und die Anweisungen zur Einnahme genau befolgen. Schwangere oder stillende Frauen sollten vor der Anwendung einen Spezialisten konsultieren.
NGP 9.7 (C2) - Ambulante Behandlung von Transplantationspatienten
Preis
Zuzahlung
Patient
21907.21 RON
21907.21 RON
0.00 RON
PREVYMIS 240 mg Filmtabletten
PREVYMIS 480 mg Filmtabletten
PREVYMIS 240 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 240 mg Letermovir.
PREVYMIS 480 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 480 mg Letermovir.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 240-mg-Filmtablette enthält 4 mg Lactose (als Monohydrat).
Jede 480-mg-Filmtablette enthält 6,4 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette)
PREVYMIS 240 mg Filmtabletten
Gelbe, ovale Tablette mit den Abmessungen 16,5 mm × 8,5 mm, die auf der einen Seite mit '591“ undauf der anderen Seite mit dem Firmenlogo geprägt ist.
PREVYMIS 480 mg Filmtabletten
Rosafarbene, ovale bikonvexe Tablette mit den Abmessungen 21,2 mm × 10,3 mm, die auf der einen
Seite mit '595“ und auf der anderen Seite mit dem Firmenlogo geprägt ist.
PREVYMIS wird zur Prophylaxe einer Cytomegalievirus(CMV)-Reaktivierung und -Erkrankung beierwachsenen und pädiatrischen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenenhämatopoetischen Stammzelltransplantation (hematopoietic stem cell transplant [HSCT]) mit einem
Gewicht von mindestens 15 kg angewendet.
PREVYMIS wird zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung bei CMV-seronegativen erwachsenen undpädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 40 kg angewendet, die eine
Nierentransplantation von einem CMV-seropositiven Spender erhalten haben [D+/R-].
Offizielle Leitlinien zur fachgerechten Anwendung von antiviralen Wirkstoffen sollten beachtetwerden.
Die Behandlung mit Letermovir sollte durch einen Arzt eingeleitet werden, der über Erfahrungen inder Behandlung von Patienten verfügt, die eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantationoder eine Nierentransplantation erhalten haben.
DosierungLetermovir ist auch als Granulat im Beutel (20 mg und 120 mg) und als Konzentrat zur Herstellungeiner Infusionslösung verfügbar (240 mg und 480 mg).
Letermovir Tabletten, Granulat im Beutel und das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösungsind austauschbar. Die jeweilige Anwendung liegt im Ermessen des Arztes. Bei pädiatrischen
Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg kann eine Dosisanpassung erforderlich sein, wenn zwischenoraler und intravenöser Darreichungsform gewechselt wird. Hinweise zur Dosierung finden Sie in der
Fachinformation für das Letermovir Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
HSCT
Mit der Einnahme von Letermovir sollte nach einer HSCT begonnen werden. Mit der Einnahme von
Letermovir kann am Tag der Transplantation begonnen werden und nicht später als 28 Tage nach der
HSCT. Mit der Einnahme von Letermovir kann vor oder nach dem Engraftment (Anwachsen des
Transplantats) begonnen werden. Eine Prophylaxe mit Letermovir sollte über einen Zeitraum von100 Tagen nach HSCT fortgeführt werden.
Eine verlängerte Prophylaxe mit Letermovir, die über 100 Tage nach HSCT hinausgeht, kann fürmanche Patienten, bei denen ein hohes Risiko für eine späte CMV-Reaktivierung besteht, von Nutzensein (siehe Abschnitt 5.1). Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Letermovir übereinen Zeitraum von mehr als 200 Tagen wurde in klinischen Studien nicht untersucht.
Erwachsene und pädiatrische Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg, die eine HSCTerhalten haben
Die empfohlene Dosis von Letermovir beträgt 480 mg einmal täglich, die entweder als eine 480-mg-
Tablette oder zwei 240-mg-Tabletten genommen werden kann.
Für Patienten, die keine Tabletten schlucken können, finden Sie Informationen zur Dosierung in der
Fachinformation von Letermovir Granulat im Beutel.
Dosisanpassung bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens30 kg, die eine HSCT erhalten haben
Wenn Letermovir in Kombination mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis von Letermovirauf 240 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Dosis von Letermovir auf 240 mg einmal täglich reduziert werden.
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Dosis von Letermovir auf 480 mg einmal täglich erhöht werden.
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
Pädiatrische Patienten mit einem Gewicht von mindesten 15 kg bis unter 30 kg, die eine HSCTerhalten haben
Die empfohlene Dosis von Letermovir beträgt 240 mg einmal täglich, die als eine 240-mg-Tablettegenommen werden kann (siehe auch Abschnitt 5.2).
Für pädiatrische Patienten, die keine Tabletten schlucken können, finden Sie Informationen zur
Dosierung in der Fachinformation von Letermovir Granulat im Beutel.
Dosisanpassung bei pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 15 kg bis unter 30 kg,die eine HSCT erhalten haben
Wenn orales Letermovir gleichzeitig mit Ciclosporin gegeben wird, sollte die Letermovir-Dosis auf120 mg einmal täglich reduziert werden (siehe auch Abschnitte 4.5 und 5.2). Für Patienten, die eine
Dosis von 120 mg benötigen, finden Sie Informationen zur Dosierung in der Fachinformation von
Letermovir Granulat im Beutel.
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Dosis Letermovir auf 120 mg einmal täglich reduziert werden.
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Letermovir-Dosis auf 240 mg einmal täglich erhöht werden.
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
NierentransplantationLetermovir sollte am Tag der Transplantation und spätestens 7 Tage nach der Nierentransplantationbegonnen und bis 200 Tage nach der Transplantation fortgesetzt werden.
Erwachsene und pädiatrische Patienten mit einem Gewicht von mindestens 40 kg, die eine
Nierentransplantation erhalten haben
Die empfohlene Dosis von Letermovir beträgt 480 mg einmal täglich, die entweder als eine 480-mg-
Tablette oder zwei 240-mg-Tabletten genommen werden kann.
Für Patienten, die keine Tabletten schlucken können, finden Sie Informationen zur Dosierung in der
Fachinformation von Letermovir Granulat im Beutel.
Dosisanpassung bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens40 kg, die eine Nierentransplantation erhalten haben
Wenn Letermovir in Kombination mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis von Letermovirauf 240 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Dosis von Letermovir auf 240 mg einmal täglich reduziert werden.
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Dosis von Letermovir auf 480 mg einmal täglich erhöht werden.
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
Vergessene DosisDie Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass eine vergessene Dosis von Letermovirnachgeholt werden muss, sobald dies bemerkt wird. Falls dies nicht bemerkt wird, bis es schon Zeitist, die nächste Dosis einzunehmen, sollte die vergessene Dosis ausgelassen und mit dem gewohnten
Dosierungsschema fortgefahren werden. Die Patienten sollten ihre nächste Dosis nicht verdoppelnoder mehr einnehmen als die verordnete Dosis.
Spezielle PatientengruppenEine altersgemäße Dosisanpassung von Letermovir ist nicht erforderlich (siehe Abschnitte 5.1 und5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter (Child-Pugh-Klasse A) oder mäßiger (Child-Pugh-Klasse B)
Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich. Für Patienten mitschwerer (Child-Pugh-Klasse C) Leberfunktionsstörung wird Letermovir nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 5.2).
Gleichzeitig bestehende Leber- und Nierenfunktionsstörung
Für Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung und gleichzeitig bestehender mäßiger oder schwerer
Nierenfunktionsstörung wird Letermovir nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter, mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung wird keine Dosisanpassungvon Letermovir empfohlen. Für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD [end stage renaldisease]) mit oder ohne Dialyse ist eine Dosierungsempfehlung nicht möglich. Die Wirksamkeit und
Sicherheit bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz wurden nicht nachgewiesen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Letermovir bei HSCT-Patienten mit einem Gewicht unter 5 kgsowie bei Patienten mit einer Nierentransplantation mit einem Gewicht unter 40 kg ist nichtuntersucht. Es liegen keine Daten vor. Auf Basis einer pharmakokinetischen/pharmakodynamischen
Extrapolation konnte keine Empfehlung zur Dosierung bei Patienten mit Nierentransplantation miteinem Gewicht unter 40 kg gegeben werden.
Art der AnwendungZur Einnahme.
Die Tablette sollte im Ganzen geschluckt werden und kann mit oder ohne Nahrung eingenommenwerden. Die Tablette sollte nicht geteilt, zerdrückt oder gekaut werden, da dazu keine Untersuchungendurchgeführt wurden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Die gemeinsame Anwendung mit Pimozid (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Die gemeinsame Anwendung mit Mutterkornalkaloiden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Die gemeinsame Anwendung mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Kombination von Letermovir mit Ciclosporin:
* Die gemeinsame Anwendung mit Dabigatran, Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin oder
Pitavastatin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
Überwachung der CMV-DNA bei HSCT-Empfängern
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Letermovir wurden in einer Phase-III-Studie (P001) bei HSCT-
Empfängern mit einem negativen CMV-DNA-Testergebnis vor Einleitung der Prophylaxenachgewiesen. Die CMV-DNA wurde wöchentlich bis Woche 14 nach Transplantation kontrolliertund anschließend alle 2 Wochen bis Woche 24. Im Falle einer klinisch signifikanten CMV-DNA-ämieoder einer CMV-Erkrankung wurde die Prophylaxe mit Letermovir beendet und eine
Standardversorgung mit einer präemptiven Therapie (PET) oder eine Behandlung eingeleitet. Bei den
Studienteilnehmern, bei denen eine Letermovir-Prophylaxe eingeleitet wurde und deren CMV-DNA-
Test anschließend positiv war, konnte die Prophylaxe fortgesetzt werden, wenn die Kriterien für eine
PET nicht erfüllt waren (siehe Abschnitt 5.1).
Risiko von Nebenwirkungen oder verminderter therapeutischer Wirkung durch
ArzneimittelwechselwirkungenDie gemeinsame Anwendung von Letermovir und bestimmten anderen Arzneimitteln kann zubekannten oder potenziell signifikanten Arzneimittelwechselwirkungen führen. In einigen Fällen kannes zu folgenden Auswirkungen kommen:
* möglichen klinisch signifikanten Nebenwirkungen infolge stärkerer Exposition gegenübergemeinsam angewendeten anderen Arzneimitteln oder Letermovir,
* signifikante Abnahme der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten Arzneimittelnund damit verminderte therapeutische Wirkung des gemeinsam angewendeten Arzneimittels.
In Tabelle 1 sind Maßnahmen zur Vorbeugung oder zur Handhabung von diesen bekannten oderpotenziell signifikanten Wechselwirkungen sowie Dosierungsempfehlungen angegeben (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.5).
WechselwirkungenLetermovir sollte zusammen mit Arzneimitteln, die CYP3A-Substrate mit einer geringentherapeutischen Breite sind (z.B. Alfentanil, Fentanyl und Chinidin), mit Vorsicht angewendet werden,da eine gemeinsame Anwendung zu erhöhten Plasmakonzentrationen von CYP3A-Substraten führenkann. Eine engmaschige Überwachung und/oder Dosisanpassung von gemeinsam angewendeten
CYP3A-Substraten wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Generell wird eine engmaschigere Überwachung der Konzentrationen von Ciclosporin, Tacrolimusund Sirolimus in den ersten beiden Wochen nach Beginn und nach Beendigung der Anwendung von
Letermovir (siehe Abschnitt 4.5) sowie auch nach Änderung der Anwendungsart von Letermovirempfohlen.
Letermovir ist ein moderater Induktor von Enzymen und Transportern. Diese Induktion kann die
Plasmakonzentrationen von einigen metabolisierten und transportierten Arzneimitteln senken (siehe
Abschnitt 4.5).
Ein therapeutisches Monitoring (therapeutic drug monitoring, TDM) wird daher für Voriconazolempfohlen. Die gemeinsame Anwendung von Dabigatran ist wegen des Risikos einer verminderten
Wirksamkeit von Dabigatran zu vermeiden.
Letermovir kann die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln erhöhen, die von OATP1B1/3transportiert werden, wie beispielsweise von vielen Statinen (siehe Abschnitt 4.5 und Tabelle 1).
Sonstige BestandteilePREVYMIS enthält Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Allgemeine Informationen über Unterschiede in der Exposition zwischen den verschiedenen
Therapieregimen mit Letermovir
- Die geschätzte Letermovir-Plasmaexposition ist unterschiedlich, abhängig vom gewählten
Dosierungsregime (siehe Tabelle in Abschnitt 5.2). Daher sind die klinischen Auswirkungen der
Letermovir-Wechselwirkungen abhängig vom gewählten Letermovir-Therapieregime und davon, ob
Letermovir mit Ciclosporin kombiniert wird oder nicht.
- Die Kombination von Ciclosporin und Letermovir kann zu stärker ausgeprägten oder zusätzlichen
Wirkungen auf gleichzeitig angewendete Arzneimittel führen im Vergleich zur alleinigen Gabe von
Letermovir (siehe Tabelle 1).
Wirkung anderer Arzneimittel auf Letermovir
Die Elimination von Letermovir erfolgt in vivo über biliäre Ausscheidung und Glucuronidierung. Dierelative Bedeutung dieser Eliminationswege ist nicht bekannt. Bei beiden Eliminationswegen erfolgtdie aktive Aufnahme in Hepatozyten über den hepatischen Aufnahmetransporter OATP1B1/3. Nachder Aufnahme wird die Glucuronidierung von Letermovir über UGT1A1 und 3 vermittelt. Außerdemscheint Letermovir dem P-gp- und BCRP-vermittelten Efflux in Leber und Darm zu unterliegen (siehe
Abschnitt 5.2).
Induktoren von metabolisierenden Enzymen oder Transportern
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir (mit oder ohne Ciclosporin) mit starken oder moderaten
Induktoren von Transportern (z.B. P-gp) und/oder Enzymen (z.B. UGTs) wird nicht empfohlen, dadies zu einem subtherapeutischen Plasmaspiegel von Letermovir führen kann (siehe Tabelle 1).
- Beispiele für starke Induktoren sind Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Rifabutin und
Phenobarbital.
- Beispiele für moderate Induktoren sind Thioridazin, Modafinil, Ritonavir, Lopinavir, Efavirenz und
Etravirin.
Die gemeinsame Anwendung mit Rifampicin führte zu einem initialen, klinisch nicht relevanten
Anstieg der Plasmakonzentration von Letermovir (aufgrund von OATP1B1/3- und/oder P-gp-
Inhibition), gefolgt von einer klinisch relevanten Abnahme der Plasmakonzentrationen von Letermovir(aufgrund der Induktion von P-gp/UGT) bei kontinuierlicher Anwendung von Rifampicin (siehe
Tabelle 1).
Zusätzliche Wirkungen anderer Arzneimittel auf Letermovir, die bei einer Kombination mit
Ciclosporin relevant sind
Inhibitoren von OATP1B1 oder 3
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir mit Inhibitoren der OATP1B1/3-Transporter kann zuerhöhten Plasmakonzentrationen von Letermovir führen. Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir und Ciclosporin (einem potenten OATP1B1/3-Inhibitor) wird bei erwachsenen undpädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg eine einmal tägliche Dosis von240 mg Letermovir empfohlen (siehe Tabelle 1 sowie Abschnitte 4.2 und 5.2). Wenn orales
Letermovir bei pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von unter 30 kg gleichzeitig mit
Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis reduziert werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2)
Vorsicht ist geboten bei der gemeinsamen Anwendung von anderen OATP1B1/3-Inhibitoren mit
Letermovir und Ciclosporin.
- Beispiele für OATP1B1-Inhibitoren sind Gemfibrozil, Erythromycin, Clarithromycin sowie einige
Proteaseinhibitoren (Atazanavir, Simeprevir).
Inhibitoren von P-gp/BCRP (Brustkrebs-Resistenz-Protein, breast cancer resistance protein, BCRP)
In-vitro-Ergebnisse zeigen, dass Letermovir ein P-gp-/BCRP-Substrat ist. Änderungen der
Letermovir-Plasmakonzentrationen aufgrund einer Inhibition von P-gp/BCRP durch Itraconazol sindklinisch nicht relevant.
Wirkung von Letermovir auf andere Arzneimittel
Arzneimittel, die hauptsächlich über den Stoffwechsel ausgeschieden oder durch aktiven Transportbeeinflusst werden
Letermovir ist in aller Regel in vivo ein Induktor von Enzymen und Transportern. Im Allgemeinenkann eine Induktion erwartet werden, außer es wird gleichzeitig ein bestimmtes Enzym oder
Transporter inhibiert (siehe unten). Daher kann Letermovir potenziell zu niedrigeren
Plasmakonzentrationen und möglicherweise verminderter Wirksamkeit von gemeinsam angewendeten
Arzneimitteln führen, die hauptsächlich über den Metabolismus oder durch aktiven Transporteliminiert werden.
Das Ausmaß des induzierenden Effekts hängt von der Art der Anwendung von Letermovir ab unddavon, ob Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin angewendet wird. Der volle induzierende Effektkann 10 bis 14 Tage nach Beginn der Anwendung von Letermovir erwartet werden. Die Zeit, die einspezifisch betroffenes Arzneimittel jeweils braucht, den Steady State zu erreichen, wird ebenfalls die
Zeit beeinflussen, bis die volle Wirkung auf die Plasmakonzentrationen erreicht ist.
In vitro ist Letermovir ein Inhibitor von CYP3A, CYP2C8, CYP2B6, BCRP, UGT1A1, OATP2B1und OAT3 bei in vivo relevanten Konzentrationen. In-vivo-Studien zur Untersuchung des
Nettoeffektes auf CYP3A4, P-gp, OATP1B1/3 sowie auf CYP2C19 stehen zur Verfügung. Der
Nettoeffekt in vivo auf die anderen genannten Enzyme und Transporter ist nicht bekannt. Detaillierte
Informationen werden nachfolgend aufgeführt.
Es ist nicht bekannt, ob Letermovir die Exposition von Piperacillin/Tazobactam, Amphotericin B und
Micafungin beeinflusst. Mögliche Wechselwirkungen zwischen Letermovir und diesen Arzneimittelnwurden nicht untersucht. Aufgrund der Induktion besteht ein theoretisches Risiko für eine Senkung der
Plasmaspiegel, deren Ausmaß und klinische Bedeutung jedoch gegenwärtig nicht bekannt sind.
Über CYP3A metabolisierte Arzneimittel
In vivo ist Letermovir ein moderater Inhibitor von CYP3A. Die gemeinsame Anwendung von
Letermovir mit oralem Midazolam (ein CYP3A-Substrat) führt zu 2-bis 3-fach erhöhten
Plasmakonzentrationen von Midazolam. Die Anwendung von Letermovir kann zu klinisch relevanten
Erhöhungen der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten Substraten von CYP3A führen(siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
- Beispiele für solche Arzneimittel umfassen bestimmte Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin,
Tacrolimus, Sirolimus), HMG-CoA-Reduktase-Hemmer und Amiodaron (siehe Tabelle 1). Pimozidund Mutterkornalkaloide sind kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Das Ausmaß des durch CYP3A verursachten inhibitorischen Effekts hängt von der Art der
Anwendung von Letermovir ab und davon, ob Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin angewendetwird.
Aufgrund der zeitabhängigen Inhibition und der gleichzeitigen Induktion wird der Nettoeffekt der
Enzymhemmung möglicherweise erst nach 10 bis 14 Tagen erreicht. Die Zeitdauer, die ein spezifischbetroffenes Arzneimittel braucht, den Steady State zu erreichen, wird ebenfalls die Zeit beeinflussen,bis die volle Wirkung auf die Plasmakonzentrationen erreicht ist. Nach dem Behandlungsende dauertes 10 bis 14 Tage, bis der inhibitorische Effekt verschwunden ist. Bei einer Überwachung wirdempfohlen, diese in den ersten beiden Wochen nach Beginn und Absetzen der Anwendung von
Letermovir durchzuführen (siehe Abschnitt 4.4) sowie bei Änderung der Anwendungsart von
Letermovir.
Von OATP1B1/3 transportierte Arzneimittel
Letermovir ist ein Inhibitor von OATP1B1/3-Transportern. Die Anwendung von Letermovir kann zueinem klinisch relevanten Anstieg der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten
Arzneimitteln, die Substrate von OATP1B1/3 sind, führen.
- Beispiele für solche Arzneimittel umfassen HMG-CoA-Reduktase-Hemmer, Fexofenadin, Repaglinidund Glibenclamid (siehe Tabelle 1). Bei Vergleich der Letermovir-Regime ohne Ciclosporin ist die
Wirkung nach intravenöser Gabe ausgeprägter als nach oraler Gabe von Letermovir.
Das Ausmaß der durch OATP1B1/3 vermittelten Inhibition auf andere gemeinsam angewendete
Arzneimittel ist vermutlich größer, wenn Letermovir zusammen mit Ciclosporin (einem potenten
OATP1B1/3-Inhibitor) angewendet wird. Dies ist zu beachten, wenn das Letermovir-Regime währendder Behandlung mit einem OATP1B1/3-Substrat geändert wird.
Über CYP2C9 und/oder CYP2C19 metabolisierte Arzneimittel
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir mit Voriconazol (ein CYP2C19-Substrat) führt zusignifikant verminderten Voriconazol-Plasmakonzentrationen, was darauf hindeutet, dass Letermovirein Induktor von CYP2C19 ist. Auch CYP2C9 wird vermutlich induziert. Letermovir kann die
Exposition von CYP2C9- und /oder CYP2C19-Substraten verringern, so dass möglicherweisesubtherapeutische Konzentrationen erreicht werden.
- Zu diesen Arzneimitteln zählen u.a. Warfarin, Voriconazol, Diazepam, Lansoprazol, Omeprazol,
Esomeprazol, Pantoprazol, Tilidin und Tolbutamid (siehe Tabelle 1).
Es wird davon ausgegangen, dass die Wirkung bei oraler Anwendung von Letermovir ohne
Ciclosporin nicht so ausgeprägt ist, wie unter intravenöser Anwendung von Letermovir mit oder ohne
Ciclosporin oder oraler Anwendung von Letermovir mit Ciclosporin. Dies ist zu beachten, wenn das
Letermovir-Regime während der Behandlung mit einem CYP2C9- oder CYP2C19-Substrat geändertwird. Bitte beachten Sie bezüglich des zeitlichen Verlaufs der Interaktion auch die obenstehendenallgemeinen Hinweise zur Induktion.
Über CYP2C8 metabolisierte Arzneimittel
In vitro hemmt Letermovir CYP2C8, kann aber aufgrund seines Induktionspotenzials CYP2C8 auchinduzieren. Der Nettoeffekt in vivo ist nicht bekannt.
- Zu den Arzneimitteln, die hauptsächlich über CYP2C8 eliminiert werden, zählt Repaglinid (siehe
Tabelle 1). Die gemeinsame Anwendung von Repaglinid und Letermovir mit oder ohne Ciclosporinwird nicht empfohlen.
Arzneimittel, die intestinal über P-gp transportiert werden
Letermovir ist ein Induktor intestinalen P-gps. Die Anwendung von Letermovir kann die
Plasmakonzentrationen gemeinsam angewendeter Arzneimittel, für die der intestinale P-gp-Transporteine wichtige Rolle spielt, wie z. B. bei Dabigatran und Sofosbuvir, in klinisch bedeutsamem Ausmaßverringern.
Arzneimittel, die über CYP2B6 oder UGT1A1 metabolisiert oder von BCRP oder OATP2B1transportiert werden
Letermovir ist in vivo allgemein ein Induktor von CYP2B6 und UGT1A1, aber es wurde auchbeobachtet, dass es in vitro CYP2B6, UGT1A1, BCRP und OATP2B1 inhibiert. Der Nettoeffekt invivo ist nicht bekannt. Daher können die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die Substratedieser Enzyme oder Transporter sind, bei Kombination mit Letermovir ansteigen oder sinken. Einezusätzliche Überwachung kann notwendig sein; beachten Sie dazu die Fachinformationen solcher
Arzneimittel.
- Ein Beispiel für CYP2B6-metabolisierte Arzneimittel ist Bupropion.
- Beispiele für UGT1A1-metabolisierte Arzneimittel sind Raltegravir und Dolutegravir.
- Beispiele für BCRP-transportierte Arzneimittel sind Rosuvastatin und Sulfasalazin.
- Ein Beispiel für OATP2B1-transportierte Arzneimittel ist Celiprolol.
Arzneimittel, die über den renalen Transporter OAT3 transportiert werden
In-vitro-Daten legen nahe, dass Letermovir ein Inhibitor von OAT3 ist; daher kann Letermovir auch invivo ein OAT3-Inhibitor sein. Die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die über OAT3transportiert werden, können ansteigen.
- Beispiele für OAT3-transportierte Arzneimittel sind Ciprofloxazin, Tenofovir, Imipenem und
Cilastatin.
Allgemeine InformationenFalls aufgrund einer Anwendung von Letermovir Dosisanpassungen von gleichzeitig angewendeten
Arzneimitteln durchgeführt werden, sollten nach Beendigung der Anwendung von Letermovir die
Dosen wieder neu angepasst werden. Eine Dosisanpassung kann auch bei einem Wechsel der Art der
Anwendung oder des Immunsuppressivums erforderlich sein.
Tabelle 1 enthält eine Liste von bekannten oder potenziell klinisch signifikanten Wechselwirkungen.
Die aufgeführten Wechselwirkungen basieren auf Studien mit Erwachsenen, die mit Letermovirdurchgeführt wurden, oder sind zu erwartende Wechselwirkungen, die unter Letermovir auftretenkönnen (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4, 5.1 und 5.2).
Tabelle 1: Wechselwirkungen und Dosierungsempfehlungen für die gemeinsame Anwendungmit anderen Arzneimitteln. Beachten Sie, dass die Tabelle nicht vollständig ist, aber Beispielefür klinisch relevante Wechselwirkungen aufführt. Beachten Sie auch die obenstehendenallgemeinen Informationen zu Wechselwirkungen.
Soweit nicht anders angegeben, wurden die Studien zu Wechselwirkungen mit oral gegebenem
Letermovir ohne Ciclosporin bei Erwachsenen durchgeführt. Bitte berücksichtigen Sie, dass das
Interaktionspotenzial und die klinischen Auswirkungen unterschiedlich sein können, jenachdem, ob Letermovir oral oder intravenös angewendet wird oder ob es gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird. Bei Änderung der Anwendungsart oder Wechsel des
Immunsuppressivums sind die Empfehlungen zu Kombinationen erneut zu beachten.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antibiotika
Nafcillin Interaktion nicht untersucht. Nafcillin kann die Plasmakonzentration
Erwartet: von Letermovir verringern.↓ Letermovir Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Nafcillin wird nicht(P-gp/UGT-Induktion) empfohlen.
Antimykotika
Fluconazol ↔ Fluconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(400 mg AUC 1,03 (0,99; 1,08)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,95 (0,92; 0,99)(480 mg Einzeldosis) ↔ Letermovir
AUC 1,11 (1,01; 1,23)
Cmax 1,06 (0,93; 1,21)
Interaktion im Steady Statenicht untersucht.
Erwartet:↔ Fluconazol↔ Letermovir
Itraconazol ↔ Itraconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(200 mg einmal täglich AUC 0,76 (0,71; 0,81)oral)/Letermovir Cmax 0,84 (0,76; 0,92)(480 mg einmal täglichoral) ↔ Letermovir
AUC 1,33 (1,17; 1,51)
Cmax 1,21 (1,05; 1,39)
Posaconazol‡ ↔ Posaconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(300 mg AUC 0,98 (0,82; 1,17)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,11 (0,95; 1,29)(480 mg täglich)
Voriconazol‡ ↓ Voriconazol Falls eine gemeinsame Anwendung(200 mg zweimal AUC 0,56 (0,51; 0,62) erforderlich ist, wird ein TDM fürtäglich)/Letermovir Cmax 0,61 (0,53; 0,71) Voriconazol in den ersten beiden(480 mg täglich) Wochen nach Beginn oder Beendigung(CYP2C9/19-Induktion) der Anwendung von Letermovir sowiebei Änderung der Anwendungsart von
Letermovir oder des
Immunsuppressivums empfohlen.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antimykobakterielle Wirkstoffe
Rifabutin Interaktion nicht untersucht. Rifabutin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Rifabutin wird nichtempfohlen.
Rifampicin(600 mg Einzeldosis ↔ Letermoviroral)/Letermovir AUC 2,03 (1,84; 2,26)(480 mg Einzeldosis Cmax 1,59 (1,46; 1,74)oral) C24 2,01 (1,59; 2,54)(OATP1B1/3- und/oder P-gp-
Inhibition)(600 mg Einzeldosis ↔ Letermovirintravenös)/Letermovir AUC 1,58 (1,38; 1,81)(480 mg Einzeldosis Cmax 1,37 (1,16; 1,61)oral) C24 0,78 (0,65; 0,93) Mehrfachdosen von Rifampicinreduzieren die Plasmakonzentration(OATP1B1/3- und/oder P-gp- von Letermovir.
Inhibition) Eine gemeinsame Anwendung von(600 mg einmal täglich ↓ Letermovir Letermovir und Rifampicin wird nichtoral)/Letermovir AUC 0,81 (0,67; 0,98) empfohlen.(480 mg einmal täglich Cmax 1,01 (0,79; 1,28)oral) C24 0,14 (0,11; 0,19)(Summe aus OATP1B1/3-und/oder P-gp-Inhibition und
P-gp/UGT-Induktion)(600 mg einmal täglich ↓ Letermoviroral [24 Stunden nach AUC 0,15 (0,13; 0,17)der Anwendung von Cmax 0,27 (0,22; 0,31)
Rifampicin])§/Letermovi C24 0,09 (0,06; 0,12)r (480 mg einmal täglichoral) (P-gp/UGT-Induktion)
Antipsychotika
Thioridazin Interaktion nicht untersucht. Thioridazin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Thioridazin wird nichtempfohlen.
Endothelinantagonisten
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Bosentan Interaktion nicht untersucht. Bosentan kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Bosentan wird nichtempfohlen.
Virostatika
Aciclovir‡ ↔ Aciclovir Keine Dosisanpassung erforderlich.(400 mg AUC 1,02 (0,87; 1,2)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,82 (0,71; 0,93)(480 mg täglich)
Valaciclovir Interaktion nicht untersucht. Keine Dosisanpassung erforderlich.
Erwartet:↔ Valaciclovir
Pflanzliche Präparate
Johanniskraut Interaktion nicht untersucht. Johanniskraut kann die(Hypericum perforatum) Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Die gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Johanniskraut istkontraindiziert.
HIV-Medikamente
Efavirenz Interaktion nicht untersucht. Efavirenz kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.(P-gp/UGT-Induktion) Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Efavirenz wird nicht↑ oder ↓ Efavirenz empfohlen.(CYP2B6-Inhibition oder -
Induktion)
Etravirin, Nevirapin, Interaktion nicht untersucht. Diese antiretroviralen Arzneimittel
Ritonavir, Lopinavir Erwartet: können die Plasmakonzentration von↓ Letermovir Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir mit diesen antiretroviralen
Arzneimitteln wird nicht empfohlen.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
HMG-CoA-Reduktase-HemmerAtorvastatin‡ ↑ Atorvastatin Statin-bedingte Nebenwirkungen wie(20 mg Einzeldosis)/ AUC 3,29 (2,84; 3,82) Myopathien sollten engmaschig
Letermovir (480 mg Cmax 2,17 (1,76; 2,67) überwacht werden. Bei gemeinsamertäglich) Anwendung von Letermovir sollte die(CYP3A, Atorvastatin-Dosis 20 mg täglich nicht
OATP1B1/3-Inhibition) überschreiten#.
Obwohl nicht untersucht, wird erwartet,dass bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin das
Ausmaß des Anstiegs der
Plasmakonzentrationen von
Atorvastatin größer ist als bei alleiniger
Gabe von Letermovir.
Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin ist
Atorvastatin kontraindiziert.
Simvastatin, Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Pitavastatin, Erwartet: Plasmakonzentrationen dieser Statine
Rosuvastatin ↑ HMG-CoA-Reduktase- erheblich erhöhen. Daher wird eine
Hemmer gleichzeitige Anwendung mit
Letermovir allein nicht empfohlen.
(CYP3A,
OATP1B1/3-Inhibition) Wenn Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist die
Anwendung dieser Statinekontraindiziert.
Fluvastatin, Pravastatin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von Statinen↑ HMG-CoA-Reduktase- erhöhen.
Hemmer
Bei gemeinsamer Anwendung von(OATP1B1/3- und/oder Letermovir mit diesen Statinen ist unter
BCRP-Inhibition) Umständen eine Dosisreduktion der
Statine erforderlich#. Statin-bedingte
Nebenwirkungen wie z.B. Myopathiesollten engmaschig überwacht werden.
Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin wird
Pravastatin nicht empfohlen, währendfür Fluvastatin unter Umständen eine
Dosisreduktion erforderlich ist#. Statin-bedingte Nebenwirkungen wie z.B.
Myopathie sollten engmaschigüberwacht werden.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
ImmunsuppressivaCiclosporin ↑ Ciclosporin Falls Letermovir gemeinsam mit(50 mg Einzeldosis)/ AUC 1,66 (1,51; 1,82) Ciclosporin angewendet wird, sollte die
Letermovir (240 mg Cmax 1,08 (0,97; 1,19) Dosis von Letermovir bei Erwachsenentäglich) auf 240 mg einmal täglich reduziert(CYP3A-Inhibition) werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1),
Ciclosporin ↑ Letermovir ebenso bei pädiatrischen Patienten mit(200 mg AUC 2,11 (1,97; 2,26) einem Gewicht von mindestens 30 kg
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,48 (1,33; 1,65) (siehe Abschnitt 4.2). Wenn orales(240 mg täglich) Letermovir bei pädiatrischen Patienten(OATP1B1/3-Inhibition) mit einem Gewicht unter 30 kggleichzeitig mit Ciclosporinangewendet wird, sollte die Dosisreduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
Die Vollblutkonzentration von
Ciclosporin sollte engmaschigüberwacht werden, während
Letermovir angewendet, die
Anwendungsart geändert und wenn esabgesetzt wird. Die Dosis von
Ciclosporin sollte entsprechendangepasst werden#.
Mycophenolatmofetil ↔ Mycophenolsäure Keine Dosisanpassung erforderlich.(1 g AUC 1,08 (0,97; 1,20)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,96 (0,82; 1,12)(480 mg täglich)↔ Letermovir
AUC 1,18 (1,04; 1,32)
Cmax 1,11 (0,92; 1,34)
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Sirolimus‡ ↑ Sirolimus Die Vollblutkonzentration von(2 mg AUC 3,40 (3,01; 3,85) Sirolimus sollte engmaschig überwacht
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 2,76 (2,48; 3,06) werden, während Letermovir(480 mg täglich) angewendet, wenn die Anwendungsart(CYP3A-Inhibition) geändert und wenn es abgesetzt wird.
Die Dosis von Sirolimus sollte
Interaktion nicht untersucht. entsprechend angepasst werden#.
Erwartet:↔ Letermovir Die Vollblutkonzentration von
Sirolimus sollte bei der gemeinsamen
Anwendung von Letermovir mit
Ciclosporin bei Beginn und nach dem
Absetzen von Ciclosporin engmaschigüberwacht werden.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist auchdie Fachinformation von Sirolimus zuspezifischen Dosierungsempfehlungenbei Anwendung von Sirolimus mit
Ciclosporin zu beachten.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, kann der
Anstieg der Plasmakonzentration von
Sirolimus ausgeprägter sein als unter
Letermovir allein.
Tacrolimus ↑ Tacrolimus Die Vollblutkonzentration von(5 mg AUC 2,42 (2,04; 2,88) Tacrolimus sollte engmaschig
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,57 (1,32; 1,86) überwacht werden, während(480 mg täglich) (CYP3A-Inhibition) Letermovir angewendet, wenn die
Tacrolimus ↔ Letermovir Anwendungsart geändert und wenn es(5 mg AUC 1,02 (0,97; 1,07) abgesetzt wird. Die Dosis von
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,92 (0,84; 1,00) Tacrolimus sollte entsprechend(80 mg zweimal täglich) angepasst werden#.
Orale KontrazeptivaEthinylestradiol (EE) ↔ EE Keine Dosisanpassung erforderlich.(0,03 mg)/ AUC 1,42 (1,32; 1,52)
Levonorgestrel (LNG)‡ Cmax 0,89 (0,83; 0,96)(0,15 mg)
Einzeldosis/Letermovir ↔ LNG(480 mg täglich) AUC 1,36 (1,30; 1,43)
Cmax 0,95 (0,86; 1,04)
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Andere Kontrazeptiva Risiko für ↓ kontrazeptiver Letermovir kann diemit systemischer Steroide Plasmakonzentrationen anderer oraler
Wirkung kontrazeptiver Steroide reduzieren unddadurch deren Wirksamkeitbeeinträchtigen. Um einenangemessenen kontrazeptiven Schutzmit einem oralen Kontrazeptivum zugewährleisten, sollten solche
Kontrazeptiva gewählt werden, die
Ethinylestradiol und Levonorgestrelenthalten.
Antidiabetika
Repaglinid Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Repaglinid↑ oder ↓ Repaglinid erhöhen oder reduzieren (der
Nettoeffekt ist nicht bekannt).(CYP2C8-Induktion,
CYP2C8- und Eine gemeinsame Anwendung wird
OATP1B-Inhibition) nicht empfohlen.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, istaufgrund der zusätzlichen OATP1B-
Inhibition durch Ciclosporin zuerwarten, dass die
Plasmakonzentrationen von Repaglinidansteigen. Eine gemeinsame
Anwendung wird nicht empfohlen#.
Glibenclamid Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Glibenclamid↑ Glibenclamid erhöhen.
(OATP1B1/3-Inhibition, Eine engmaschige Überwachung der
CYP3A-Inhibition, Glucose-Konzentrationen wird
CYP2C9-Induktion) während der ersten beiden Wochennach Beginn oder Beendigung der
Anwendung von Letermovir, sowie bei
Änderung der Anwendungsart von
Letermovir empfohlen.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist auchdie Fachinformation von Glibenclamidzu spezifischen Dosierungs-empfehlungen zu beachten.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antiepileptika (siehe auch allgemeiner Teil)
Carbamazepin, Interaktion nicht untersucht. Carbamazepin oder Phenobarbital
Phenobarbital Erwartet: können die Plasmakonzentration von↓ Letermovir Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Carbamazepin oder
Phenobarbital wird nicht empfohlen.
Phenytoin Interaktion nicht untersucht. Phenytoin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir kann die
Plasmakonzentration von Phenytoin↓ Phenytoin reduzieren.
(CYP2C9/19-Induktion) Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Phenytoin wird nichtempfohlen.
Orale Antikoagulanzien
Warfarin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Warfarin↓ Warfarin reduzieren.
(CYP2C9-Induktion) Bei gemeinsamer Anwendung von
Warfarin mit Letermovir sollte die
International Normalised Ratio (INR)engmaschig überwacht werden#.
Während der ersten beiden Wochennach Beginn oder Beendigung der
Anwendung von Letermovir wird eine
Überwachung empfohlen, sowie bei
Änderung der Anwendungsart von
Letermovir oder des
Immunsuppressivums.
Dabigatran Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Dabigatran↓ Dabigatran reduzieren und seine Wirksamkeitvermindern. Aufgrund des Risikos(intestinale P-gp-Induktion) einer verminderten Wirksamkeit von
Dabigatran ist die gemeinsame
Anwendung zu vermeiden.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist
Dabigatran kontraindiziert.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Sedativa
Midazolam ↑ Midazolam Bei gemeinsamer Anwendung von(1 mg Einzeldosis intravenös: Letermovir mit Midazolam sollte eineintravenös)/Letermovir AUC 1,47 (1,37; 1,58) engmaschige klinische Überwachung(240 mg einmal täglich Cmax 1,05 (0,94; 1,17) hinsichtlich einer Atemdepressionoral) und/oder einer verlängerten Sedierungoral: vorgenommen werden. Eine
Midazolam (2 mg AUC 2,25 (2,04; 2,48) Dosisanpassung von Midazolam sollte
Einzeldosis Cmax 1,72 (1,55; 1,92) in Betracht gezogen werden#. Deroral)/Letermovir Anstieg der Plasmakonzentrationen(240 mg einmal täglich (CYP3A-Inhibition) von Midazolam kann größer sein, wennoral) Midazolam oral gemeinsam mit
Letermovir in klinischer Dosis gegebenwird, als bei der untersuchten Dosis.
Opioidagonisten
Beispiele: Alfentanil, Interaktion nicht untersucht. Eine engmaschige Überwachung
Fentanyl Erwartet: hinsichtlich mit diesen Arzneimitteln↑ über CYP3A assoziierten Nebenwirkungen wirdmetabolisierter Opioide während einer gemeinsamen
Anwendung empfohlen. Eine(CYP3A-Inhibition) Dosisanpassung der über CYP3Ametabolisierten Opioide kannerforderlich sein# (siehe Abschnitt 4.4).
Eine Überwachung ist auch bei
Änderung der Anwendungsartempfohlen. Bei gemeinsamer
Anwendung von Letermovir mit
Ciclosporin kann das Ausmaß der
Erhöhung der Plasmakonzentrationender über CYP3A metabolisierten
Opioide noch größer sein. Eineengmaschige klinische Überwachunghinsichtlich einer Atemdepressionund/oder einer länger anhaltenden
Sedierung sollte während dergemeinsamen Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin und
Alfentanil oder Fentanyl erfolgen.
Beachten Sie dazu die jeweilige
Fachinformation (siehe Abschnitt 4.4).
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antiarrhythmika
Amiodaron Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Amiodaron↑ Amiodaron erhöhen.
(hauptsächlich Bei gemeinsamer Anwendung wird
CYP3A-Inhibition und eine regelmäßige Überwachung von
CYP2C8-Inhibition mit Amiodaron assoziiertenoder -Induktion) Nebenwirkungen empfohlen. Beigemeinsamer Anwendung von
Amiodaron mit Letermovir sollte die
Konzentration von Amiodaronregelmäßig kontrolliert werden#.
Chinidin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Chinidin↑ Chinidin erhöhen.
(CYP3A-Inhibition) Eine engmaschige klinische
Überwachung sollte während der
Anwendung von Letermovir mit
Chinidin erfolgen. Beachten Sie dazudie entsprechende Fachinformation#.
Kardiovaskuläre Arzneimittel
Digoxin‡ ↔ Digoxin Keine Dosisanpassung erforderlich.(0,5 mg AUC 0,88 (0,80; 0,96)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,75 (0,63; 0,89)(240 mg zweimaltäglich) (P-gp-Induktion)
Protonenpumpen-Hemmer
Omeprazol Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von↓ Omeprazol CYP2C19-Substraten reduzieren.
(Induktion von CYP2C19) Klinische Überwachung und
Dosisanpassung können erforderlich
Interaktion nicht untersucht. sein.
Erwartet:↔ Letermovir
Pantoprazol Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von↓ Pantoprazol CYP2C19-Substraten reduzieren.
(vermutlich aufgrund der Klinische Überwachung und
Induktion von CYP2C19) Dosisanpassung können erforderlichsein.
Interaktion nicht untersucht.
Erwartet:↔ Letermovir
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Psychostimulanzien
Modafinil Interaktion nicht untersucht. Modafinil kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Modafinil wird nichtempfohlen.
* Diese Tabelle ist nicht vollständig.† ↓ = Abnahme; ↑ = Anstieg↔ = keine klinisch relevante Veränderung‡ Einseitig gerichtete Wechselwirkungsstudie zur Untersuchung der Wirkung von Letermovir aufdas gemeinsam angewendete Arzneimittel.§ Diese Daten stellen die Wirkung von Rifampicin auf Letermovir 24 Stunden nach Anwendung derfinalen Dosis von Rifampicin dar.# Beachten Sie die entsprechenden Fachinformationen.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Es liegen keine Daten über die Anwendung von Letermovir bei Schwangeren vor. Studien an Tierenhaben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Letermovir wird während einer Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine
Empfängnisverhütung verwenden, nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Letermovir in die Muttermilch übertritt. Verfügbarepharmakodynamische/toxikologische Daten von Tieren zeigten, dass Letermovir in die Muttermilchübertritt (siehe Abschnitt 5.3). Ein Risiko für Neugeborene/Kleinkinder kann nicht ausgeschlossenwerden. Unter Berücksichtigung des Vorteils des Stillens für das Kind und des Vorteils der Therapiefür die stillende Frau ist zu entscheiden, ob abzustillen ist oder die Anwendung von Letermovir zubeenden ist bzw. auf die Anwendung verzichtet wird.
FertilitätBei Ratten zeigten sich keine Auswirkungen auf die weibliche Fertilität. Eine irreversible testikuläre
Toxizität und eine Beeinträchtigung der Fertilität wurden bei männlichen Ratten beobachtet, jedochnicht bei männlichen Mäusen oder männlichen Affen (siehe Abschnitt 5.3).
Letermovir kann einen geringfügigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen haben. Bei einigen Studienteilnehmern wurden während der Behandlung mit
Letermovir Ermüdung (Fatigue) und Schwindel (Vertigo) berichtet, welche die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können (siehe Abschnitt 4.8).
Die Bewertung der Sicherheit von Letermovir beruht auf drei klinischen Phase-III-Studien.
HSCT
In der Studie P001 erhielten 565 erwachsene HSCT-Empfänger Letermovir oder Placebo über14 Wochen nach Transplantation und wurden hinsichtlich der Sicherheit bis Woche 24 nach
Transplantation nachbeobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Die am häufigsten berichteten
Nebenwirkungen, die bei mindestens 1% der Studienteilnehmer in der Letermovir-Gruppe undhäufiger als unter Placebo auftraten, waren: Übelkeit (7,2%), Diarrhö (2,4%) und Erbrechen (1,9%).
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die zum Absetzen von Letermovir führten, waren:
Übelkeit (1,6%), Erbrechen (0,8%) und abdominaler Schmerz (0,5%).
In der Studie P040 erhielten 218 erwachsene HSCT-Empfänger Letermovir oder Placebo von
Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche 28 (~ 200 Tage) nach der HSCT und wurden hinsichtlich der
Sicherheit bis Woche 48 nach der HSCT nachbeobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Die gemeldeten
Nebenwirkungen stimmten mit dem in Studie P001 beschriebenen Sicherheitsprofil von Letermovirüberein.
NierentransplantationIn der Studie P002 erhielten 292 erwachsene Nierentransplantatempfänger Letermovir bis Woche 28(~ 200 Tage) nach der Transplantation (siehe Abschnitt 5.1).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen wurden bei erwachsenen Studienteilnehmern beschrieben, die
Letermovir in klinischen Studien erhielten. Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach
Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig(≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis< 1/1 000) oder sehr selten (< 1/10 000).
Tabelle 2: Unter Letermovir beschriebene Nebenwirkungen
Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Überempfindlichkeit
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenGelegentlich verminderter Appetit
Erkrankungen des NervensystemsGelegentlich Veränderung der Geschmackswahrnehmung,
Kopfschmerz
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich Schwindel (Vertigo)
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen
Gelegentlich abdominaler Schmerz
Leber- und GallenerkrankungenGelegentlich erhöhte Alaninaminotransferase, erhöhte
Aspartataminotransferase
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlich Muskelspasmen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich Kreatinin im Blut erhöht
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortGelegentlich Ermüdung (Fatigue), peripheres Ödem
Kinder und JugendlicheDie Sicherheitsbewertung von Letermovir bei pädiatrischen Patienten von der Geburt bis zu Patientenunter 18 Jahren basierte auf einer klinischen Phase-2b-Studie (P030). In P030 wurden 63 HSCT-
Empfänger bis Woche 14 nach der HSCT mit Letermovir behandelt. Die Altersverteilung war wiefolgt: 28 Jugendliche, 14 Kinder im Alter von 7 bis unter 12 Jahren, 13 im Alter von 2 bis unter7 Jahren und 8 unter 2 Jahren (davon 5 unter 1 Jahr). Die Nebenwirkungen stimmten mit denenüberein, die in klinischen Studien mit Letermovir bei Erwachsenen beobachtet wurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es liegen keine Erfahrungen zu Überdosierungen mit Letermovir beim Menschen vor. In klinischen
Phase-I-Studien erhielten 86 gesunde, erwachsene Studienteilnehmer über einen Zeitraum von bis zu14 Tagen Letermovir in Dosen von 720 mg/Tag bis 1 440 mg/Tag. Das Nebenwirkungsprofil warvergleichbar mit dem unter der klinischen Dosis von 480 mg/Tag. Es gibt kein spezifisches Antidotbei Überdosierungen mit Letermovir. Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf
Nebenwirkungen hin zu überwachen und eine geeignete symptomatische Behandlung einzuleiten.
Es ist unbekannt, ob eine Dialyse zu einer nennenswerten Eliminierung von Letermovir aus dersystemischen Zirkulation führen wird.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, direkt wirkende
Antiinfektiva, ATC-Code: J05AX18
WirkmechanismusLetermovir hemmt den CMV-DNA-Terminase-Komplex, welcher für die Spaltung und Verpackungviraler Nachkommen-DNA erforderlich ist. Letermovir beeinflusst die Bildung von Genomeneinheitlicher Länge und beeinträchtigt die Virion-Reifung.
Antivirale AktivitätDer mediane EC50-Wert (mittlere effektive Konzentration) von Letermovir betrug gegenüber einer
Sammlung von klinischen CMV-Isolaten in einem Infektions-Zellkulturmodell 2,1 nM(Bereich 0,7 nM bis 6,1 nM; n=74).
Virale ResistenzDie CMV-Gene UL51, UL56 und UL89 kodieren für die Untereinheiten der CMV-DNA-Terminase.
CMV-Mutanten mit verminderter Empfindlichkeit gegenüber Letermovir wurden in Zellkulturenbestätigt. EC50-Werte für rekombinante CMV-Mutationen, welche die Substitutionen in pUL51(P91S), pUL56 (C25F, S229F, V231A, V231L, V236A, T244K, T244R, L254F, L257F, L257I,
F261C, F261L, F261S, Y321C, L328V, M329T, A365S, N368D) und pUL89 (N320H, D344E)exprimieren, waren 1,6- bis < 10-fach höher als die für das Wildtyp-Referenzvirus; diese
Substitutionen sind wahrscheinlich klinisch nicht relevant. Die EC50-Werte für rekombinante
CMV-Mutationen, welche die pUL51-Substitution A95V oder die pUL56-Substitutionen N232Y,
V236L, V236M, E237D, E237G, L241P, K258E, C325F, C325R, C325W, C325Y, R369G, R369M,
R369S und R369T exprimieren, waren 10- bis 9 300-fach höher als die für das Wildtyp-Referenzvirus;einige dieser Substitutionen wurden in Patienten beobachtet, bei denen in klinischen Studien die
Prophylaxe versagt hatte (siehe unten).
In klinischen StudienIn einer Phase-IIb-Studie, in der Letermovir-Dosen von 60, 120 oder 240 mg/Tag oder Placebo bis zu84 Tage bei 131 erwachsenen HSCT-Empfängern untersucht wurden, wurde eine DNA-
Sequenzanalyse einer ausgewählten Region von UL56 (Aminosäuren 231 bis 369) an Proben von 12mit Letermovir-behandelten Studienteilnehmern durchgeführt, bei denen die Prophylaxe versagt hatteund für die Proben zur Analyse zur Verfügung standen. Ein Studienteilnehmer (der 60 mg/Tag erhielt)wies eine Letermovir-resistente genotypische Variante (GV) (V236M) auf.
In einer Phase-III-Studie (P001) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL56 und UL89 mit 40 Proben von Letermovir-behandelten erwachsenen
Studienteilnehmern in der FAS-Population durchgeführt, bei denen die Prophylaxe versagt hatte undfür die Proben zur Analyse zur Verfügung standen. Bei zwei Studienteilnehmern wurden Letermovir-resistente genotypische Varianten (GVs) nachgewiesen, beide mit Substitutionen in pUL56. Ein
Studienteilnehmer wies die Substitution V236M und der andere Studienteilnehmer die Substitution
E237G auf. Bei einem weiteren Studienteilnehmer, der detektierbare CMV-DNA zu Studienbeginnaufwies (und dadurch nicht zur FAS-Population gehörte), wurden nach dem Absetzen der Letermovir-
Anwendung die pUL56 Substitutionen C325W und R369T nachgewiesen.
In einer Phase-III-Studie (P040) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben von 32 erwachsenen Studienteilnehmern(unabhängig von der Behandlungsgruppe) durchgeführt, bei denen ein Versagen der Prophylaxeauftrat oder welche die Behandlung aufgrund einer CMV-Virämie vorzeitig abbrachen. Es wurdenkeine Letermovir-Resistenz-assoziierten Substitutionen über dem validierten Testgrenzwert von 5%festgestellt.
In einer Phase-III-Studie (P002) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben von 52 mit Letermovir behandelten erwachsenen
Studienteilnehmern durchgeführt, bei denen eine CMV-Erkrankung auftrat oder welche die
Behandlung aufgrund einer CMV-Virämie vorzeitig abbrachen. Es wurden keine Letermovir-
Resistenz-assoziierten Substitutionen über dem validierten Testgrenzwert von 5% festgestellt.
In einer Phase 2b Studie (P030) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben durchgeführt, die von 10 mit Letermovir behandeltenpädiatrischen Studienteilnehmern bei einem Besuch zur Beurteilung einer CMV-Infektion entnommenwurden. Bei zwei Studienteilnehmern wurden insgesamt zwei Letermovir-Resistenz-assoziierte
Substitutionen festgestellt, die beide auf pUL56 abgebildet sind. Ein Studienteilnehmer hatte die
Substitution R369S und der andere hatte die Substitution C325W.
KreuzresistenzEine Kreuzresistenz mit Arzneimitteln mit einem anderen Wirkmechanismus ist unwahrscheinlich.
Letermovir ist vollständig wirksam gegenüber Viruspopulationen mit Substitutionen, die eine
Resistenz gegenüber CMV-DNA-Polymerase-Hemmern (Ganciclovir, Cidofovir und Foscarnet)vermitteln. Eine Gruppe rekombinanter CMV-Stämme mit Substitutionen, die eine Resistenzgegenüber Letermovir vermitteln, war vollständig empfindlich gegen Cidofovir, Foscarnet und
Ganciclovir, mit Ausnahme eines rekombinanten Stammes mit der pUL56 E237G-Substitution, dieeine 2,1-fache Verringerung der Ganciclovir-Empfindlichkeit im Vergleich zum Wildtyp vermittelt.
Kardiale ElektrophysiologieDer Einfluss von Letermovir in Dosen von bis zu 960 mg intravenös auf das QTc-Intervall wurde ineiner randomisierten, mit Einzeldosen durchgeführten, placebo- und verum-kontrollierten(Moxifloxacin 400 mg, oral) 4-phasischen Crossover-Thorough-QT-Studie an 38 gesundenerwachsenen Studienteilnehmern untersucht. Bei intravenöser Gabe von 960 mg führte Letermovir zukeiner klinisch relevanten Verlängerung des QTc-Intervalls, wobei die Plasmakonzentrationen ca. 2-fach höher waren als bei einer 480 mg intravenösen Dosis.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitErwachsene CMV-seropositive Empfänger [R+] einer allogenen hämatopoetischen
Stammzelltransplantation (HSCT)
Studie P001: Prophylaxe bis Woche 14 (~ 100 Tage) nach HSCT
Zur Beurteilung der Letermovir-Prophylaxe als präventive Strategie gegen CMV-Reaktivierungenoder -Erkrankungen wurde die Wirksamkeit von Letermovir in einer multizentrischen, doppelblinden,placebokontrollierten Phase-III-Studie (P001) bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+]einer allogenen HSCT untersucht. Die Studienteilnehmer erhielten randomisiert (2:1) entweder
Letermovir in einer Dosis von 480 mg einmal täglich angepasst auf 240 mg bei gemeinsamer Gabe mit
Ciclosporin oder Placebo. Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach Studienzentrum und anhanddes Risikos (hoch vs. niedrig) für eine CMV-Reaktivierung zum Zeitpunkt des Einschlusses der
Studienteilnehmer. Die Behandlung mit Letermovir wurde nach HSCT (Tag 0-28 nach HSCT)begonnen und bis Woche 14 nach der HSCT fortgesetzt. Letermovir wurde entweder oral oderintravenös angewendet; die Dosierung von Letermovir war gleich und unabhängig von der Art der
Anwendung. Die Studienteilnehmer wurden bis einschließlich Woche 24 nach der HSCT undanschließend kontinuierlich bis Woche 48 nach HSCT bezüglich des primären
Wirksamkeitsendpunkts nachbeobachtet.
Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 14 nach der HSCT wöchentlich und bis Woche 24 nach der
HSCT alle 2 Wochen auf CMV-DNA untersucht, wobei eine präemptive Standardversorgungeingeleitet wurde, wenn die CMV-DNA-ämie als klinisch signifikant angesehen wurde. Die
Studienteilnehmer wurden dann bis Woche 48 nach HSCT nachbeobachtet.
Von den 565 behandelten Studienteilnehmern erhielten 373 Studienteilnehmer Letermovir (darunter99 Studienteilnehmer, die mindestens eine intravenöse Dosis erhielten) und 192 Placebo (darunter48 Studienteilnehmer, die mindestens eine intravenöse Dosis erhielten). Die mediane Dauer bis zum
Beginn der Letermovir-Anwendung betrug 9 Tage nach Transplantation. Bei 37% der
Studienteilnehmer war das Engraftment zu Studienbeginn erfolgt. Das mediane Alter betrug 54 Jahre(Bereich: 18 bis 78 Jahre); 56 Studienteilnehmer (15,0%) waren mindestens 65 Jahre alt: 58% warenmännlich; 82% waren weiß; 10% waren asiatischer Herkunft; 2% waren schwarz oder afrikanischer
Herkunft und 7% waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft. Zu Studienbeginn erhielten50% der Studienteilnehmer ein myeloablatives Regime, 52% erhielten Ciclosporin und 42% erhielten
Tacrolimus. Die häufigsten primären Gründe für die Transplantation waren akute myeloische
Leukämie (38%), myeloblastisches Syndrom (15%) und Lymphom (13%). 12% der Studienteilnehmerwaren zu Studienbeginn CMV-DNA-positiv.
Zu Studienbeginn hatten 31% der Studienteilnehmer ein hohes Risiko für eine Reaktivierung, definiertdurch eines oder mehrere der folgenden Kriterien: Bezüglich des humanen
Leukozyten-Antigens(HLA) verwandte (Geschwister-) Spender mit mindestens einer Diskrepanz aneinem der folgenden drei HLA-Gen-Loci: HLA-A, -B oder-DR, haplo-identischer Spender; nichtverwandter Spender mit mindestens einer Diskrepanz an einem der folgenden vier HLA-Gen-Loci:
HLA-A, -B, -C und -DRB1; Verwendung von Nabelschnurblut als Stammzellquelle; Verwendung vonex-vivo T-Zell-depletierten Transplantaten; Graft-Versus-Host-Disease (GVHD) Grad 2 oder höher,die systemische Kortikosteroide erfordert.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der klinisch signifikanten CMV-Infektion wurde in P001 definiertdurch die Häufigkeit einer CMV-DNA-ämie mit erforderlicher präemptiver Anti-CMV-Therapie(PET) oder durch das Auftreten einer CMV-Endorganerkrankung. Es wurde nach dem Non-
Completer = Failure (NC = F)-Ansatz vorgegangen, wonach jeder Studienteilnehmer als
Prophylaxeversager galt, der die Studie vor Woche 24 nach HSCT abbrach oder bei dem in Woche 24nach HSCT kein Ergebnis vorlag.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine überlegene Wirksamkeit gegenüber
Placebo, wie in Tabelle 3 dargestellt. Der geschätzte Anwendungsunterschied von -23,5% warstatistisch signifikant (einseitiger p-Wert < 0,0001).
Tabelle 3: P001: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei HSCT-Empfängern ([NC = F]-Ansatz,
FAS-Population)
Letermovir Placebo(N = 325) (N = 170)
Parameter n (%) n (%)
Primärer Wirksamkeitsendpunkt (Anteil der 122 (37,5) 103 (60,6)
Studienteilnehmer mit Prophylaxe-Versagen bis
Woche 24)
Gründe für das Prophylaxe-Versagen†
Klinisch signifikante CMV-Infektion 57 (17,5) 71 (41,8)
CMV-DNA-ämie mit erforderlicher Anti-CMV- 52 (16,0) 68 (40,0)
PET
CMV-Endorganerkrankung 5 (1,5) 3 (1,8)
Studienabbruch 56 (17,2) 27 (15,9)
Fehlendes Ergebnis 9 (2,8) 5 (2,9)
Stratum-adjustierter Anwendungsunterschied(Letermovir-Placebo)§
Unterschied (95% KI) -23,5 (-32,5, -14,6)p-Wert < 0,0001† Die Kategorien für ein Prophylaxeversagen schließen sich gegenseitig aus und basieren auf der
Hierarchie der Kategorien in der aufgeführten Reihenfolge.§ 95% KI und p-Wert für die Behandlungsunterschiede bezüglich des prozentualen Ansprechenswurden unter Verwendung der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei der
Unterschied nach dem harmonischen Mittel der Stichprobengröße pro Studienarm für jede Schicht(hohes oder geringes Risiko) gewichtet wurde. Für die Abklärung der statistischen Signifikanz wurdeein 1-seitiger p-Wert ≤ 0,0249 verwendet.
FAS = Vollständiger Analysesatz (full analysis set); FAS umfasst randomisierte Studienteilnehmer,die mindestens eine Dosis der Studienmedikation erhalten haben, und schließt Studienteilnehmer mitnachweisbarer CMV-DNA vor Studienbeginn aus. Ansatz zur Handhabung fehlender Werte: Non-
Completer = Failure (NC = F)-Ansatz. Unter Verwendung des (NC = F)-Ansatzes wurde ein
Versagen definiert als alle Studienteilnehmer mit einer klinisch signifikanten CMV-Infektion, oderdie die Studie vorzeitig abbrachen oder für die keine Ergebnisse bis Woche 24 nach HSCT vorlagen.
N = Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%) = Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subgruppe.
Anmerkung: Der Anteil der Studienteilnehmer mit nachweisbarer viraler CMV-DNA an Tag 1, dieeine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickelten, betrug bis Woche 24 nach HSCT 64,6%(31/48) in der Letermovir-Gruppe im Vergleich zu 90,9% (20/22) in der Placebo-Gruppe. Dergeschätzte Unterschied (95% KI für den Unterschied) betrug -26,1% (-45,9%; -6,3%), mit einemeinseitigen nominalen p-Wert von < 0,0048.
Zu den Faktoren, die mit einer CMV-DNA-ämie nach Woche 14 nach HSCT bei Letermovir-behandelten Studienteilnehmern assoziiert waren, zählten ein hohes Risiko für eine
CMV-Reaktivierung zu Studienbeginn, GVHD und Anwendung von Kortikosteroiden sowie ein
CMV-seronegativer Spenderstatus.
Abbildung 1: P001: Kaplan-Meier-Kurve über die Zeit bis zur Einleitung einer Anti-CMV-PEToder dem Ausbruch einer CMV-Endorganerkrankung bis Woche 24 nach Transplantation bei
HSCT-Empfängern (FAS-Population)
Letermovir vs Placebo50 Stratifizierter log-Rank Test, zweiseitiger p-Wert <0,000144,3%41,3% Placebo18,9%
Letermovir10 6,8%
Woche 0 Woche 14 Woche 24
Wochen nach Transplantation
Anzahl der Studienteilnehmer mit einem Risiko
Letermovir 325 270 212
Placebo 170 85 70
Zwischen den Letermovir- und Placebogruppen zeigte sich kein Unterschied hinsichtlich der
Häufigkeit von Engraftments oder der Zeit bis zu deren Auftreten.
In Bezug auf geringes und hohes Risiko einer CMV-Reaktivierung, konditionierende Regime undbegleitende immunsuppressive Regime erwies sich Letermovir in allen Subgruppen durchweg alswirksamer (siehe Abbildung 2).
Kumulative Rate einer
Klinisch relevanten CMV-Infektion (%)
Abbildung 2: P001: Forest-Diagramm des Anteils an Studienteilnehmern mit Einleitung einer
Anti-CMV-PET oder einer CMV-Endorganerkrankung bis Woche 24 nach HSCT nachausgewählten Subgruppen ([NC = F]-Ansatz, FAS-Population)
Gesamt (N=325, 170)
Risikoschicht
Hohes Risiko (n=102, 45)
Niedriges Risiko (n=223, 125)
Stammzellenquelle
Peripheres Blut (n=241, 117)
Knochenmark (n=72, 43)
Spenderdiskrepanz
Verwandte Spender mit Übereinstimmung (n=108, 58)
Verwandte Spender mit Nicht-Übereinstimmung (n=52, 18)
Nicht-verwandte Spender mit Übereinstimmung (n=122, 70)
Nicht-verwandte Spender mit Nicht-Übereinstimmung (n=43, 24)
Haploidentischer Spender
Ja (n=49, 17)
Nein (n=276, 153)
Konditionierungsregime
Myeloablativ (n=154, 85)
Konditionierung mit verminderter Intensität (n=86, 48)
Non-myeloablativ (n=85, 37)
Immunsuppressives Regime
Ciclosporin A (n=162, 90)
Tacrolimus (n=145, 69)
- 70 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20
Favorisiert Letermovir Favorisiert Placebo
Unterschied Letermovir - Placebo (%) und 95% K.I.
Non-Completer = Failure (NC = F). Unter Verwendung des (NC = F)-Ansatzes: alle Studienteilnehmer, die die Studie vor Woche 24 nach
Transplantation abbrachen oder für die keine Ergebnisse in Woche 24 nach Transplantation vorlagen, wurden als Therapieversager gezählt.
Studie P040: Prophylaxe von Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche 28 (~ 200 Tage) nach HSCT
Die Wirksamkeit der Verlängerung der Letermovir-Prophylaxe ab Woche 14 (~ 100 Tage) bis
Woche 28 (~200 Tage) nach HSCT bei Patienten mit einem Risiko für eine späte CMV-Infektion und
- Erkrankung wurde in einer multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie(P040) an erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen HSCT untersucht.
Geeignete Studienteilnehmer, welche die Letermovir-Prophylaxe ~ 100 Tage nach der HSCTabgeschlossen hatten, wurden randomisiert (2:1) und erhielten ab Woche 14 bis Woche 28 nach der
HSCT Letermovir oder Placebo. Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 28 nach der HSCT auf denprimären Wirksamkeitsendpunkt hin überwacht und die Nachbeobachtung außerhalb der Behandlungwurde bis Woche 48 nach der HSCT fortgesetzt.
Von den 218 behandelten Studienteilnehmern erhielten 144 Studienteilnehmer Letermovir und74 Studienteilnehmer erhielten Placebo. Das mediane Alter betrug 55 Jahre (Bereich: 20 bis 74 Jahre);62% waren männlich; 79% hatten weiße Hautfarbe; 11% waren Asiaten; 2% hatten schwarze
Hautfarbe; und 10% waren Hispanoamerikaner oder Latinos. Die häufigsten Gründe für eine
Transplantation waren akute myeloische Leukämie (42%), akute lymphatische Leukämie (15%) undmyelodysplastisches Syndrom (11%).
Bei Studienbeginn hatten alle Studienteilnehmer Risikofaktoren für eine späte CMV-Infektion und -
Erkrankung, wobei 64% zwei oder mehr Risikofaktoren hatten. Zu den Risikofaktoren gehörten:
HLA-verwandter (Geschwister-)Spender mit mindestens einer Fehlpaarung an einem der folgendendrei HLA-Genorte: HLA-A, -B oder -DR; haploidentischer Spender; nicht verwandter Spender mitmindestens einer Fehlpaarung an einem der folgenden vier HLA-Genorte: HLA-A, -B, -C und -DRB1;
Verwendung von Nabelschnurblut als Stammzellquelle; Verwendung von ex vivo T-Zell-depletierten
Transplantaten; Erhalt von Anti-Thymozyten-Globulin; Erhalt von Alemtuzumab; Anwendung vonsystemischem Prednison (oder einem Äquivalent) in einer Dosis von ≥ 1 mg/kg Körpergewicht pro
Tag.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie P040 war die Inzidenz einer klinisch signifikanten
CMV-Infektion bis Woche 28 nach der HSCT. Eine klinisch signifikante CMV-Infektion wurdeentweder als das Auftreten einer CMV-Endorganerkrankung oder die Einleitung einer Anti-CMV-PETbasierend auf einer dokumentierten CMV-Virämie und dem klinischen Zustand des
Studienteilnehmers definiert. Es wurde der Observed Failure (OF)-Ansatz verwendet, bei dem
Studienteilnehmer, die eine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickelten oder die Studie wegen
Virämie vorzeitig abbrachen, als “Therapieversager“ gewertet wurden.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine überlegene Wirksamkeit gegenüber
Placebo, wie in Tabelle 4 dargestellt. Der geschätzte Behandlungsunterschied von -16,1% warstatistisch signifikant (einseitiger p-Wert=0,0005). Die Wirksamkeit begünstigte Letermovir in allen
Subgruppen durchweg, basierend auf den Merkmalen der Studienteilnehmer (Alter, Geschlecht,ethnische Herkunft) und Risikofaktoren für eine späte CMV-Infektion und -Erkrankung.
Tabelle 4: Studie P040: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei HSCT-Empfängern mit einem Risikofür eine späte CMV-Infektion und -Erkrankung (OF-Ansatz, FAS-Population)
Letermovir Placebo(~ 200 Tage (~ 100 Tage
Parameter Letermovir) Letermovir)(N=144) (N=74)n (%) n (%)
Therapieversagen* 4 (2,8) 14 (18,9)
Klinisch signifikante CMV-Infektion bis 2 (1,4) 13 (17,6)
Woche 28†
Beginn einer PET basierend auf 1 (0,7) 11 (14,9)dokumentierter CMV-Virämie
CMV-Endorganerkrankung 1 (0,7) 2 (2,7)
Studienabbruch mit CMV-Virämie vor Woche 28 2 (1,4) 1 (1,4)
Stratum-angepasster Behandlungsunterschied(Letermovir (~ 200 Tage Letermovir)-Placebo(~ 100 Tage Letermovir)) ‡
Unterschied (95% KI) -16,1 (-25,8; -6,5)p-Wert 0,0005
* Die Kategorien für 'Therapieversagen“ schließen sich gegenseitig aus und basieren auf der
Hierarchie der Kategorien in der aufgeführten Reihenfolge.
† Eine klinisch signifikante CMV-Infektion wurde als CMV-Endorganerkrankung (nachgewiesenoder wahrscheinlich) oder Beginn einer PET basierend auf dokumentierter CMV-Virämie und demklinischen Zustand des Studienteilnehmers definiert.
‡ 95%-KIs und p-Wert für die Behandlungsunterschiede im prozentualen Ansprechen wurdenmithilfe der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei die Differenz mit demharmonischen Mittel der Probengröße pro Studienarm für jedes Stratum gewichtet wurde(haploidentischer Spender ja oder nein). Zur Angabe der statistischen Signifikanz wurde eineinseitiger p-Wert ≤ 0,0249 verwendet.
Ansatz zum Vorgehen bei fehlenden Werten: Observed Failure (OF)-Ansatz. Beim OF-Ansatz wurdeein Therapieversagen definiert als alle Studienteilnehmer, die ab Woche 14 (~ 100 Tage) bis
Woche 28 (~ 200 Tage) nach der HSCT eine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickeltenoder die Studie mit CMV-Virämie vorzeitig abbrachen.
N=Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%)=Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subkategorie.
Studie P002: Erwachsene CMV-seronegative Empfänger eines Nierentransplantats von einem CMV-seropositiven Spender [D+/R-]
Um die Letermovir-Prophylaxe als präventive Strategie für CMV-Erkrankungen bei
Nierentransplantatempfängern zu bewerten, wurde die Wirksamkeit von Letermovir in einermultizentrischen, doppelblinden, aktiv komparator-kontrollierten Nichtunterlegenheitsstudie der
Phase-III (P002) bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern mit hohem Risiko [D+/R-]untersucht. Die Studienteilnehmer wurden randomisiert (1:1) und erhielten entweder Letermovir oder
Valganciclovir. Letermovir wurde gleichzeitig mit Aciclovir gegeben. Valganciclovir wurdegleichzeitig mit einem Placebo zu Aciclovir gegeben. Die Randomisierung wurde nach der
Verwendung oder Nichtverwendung einer hochzytolytischen Anti-Lymphozyten-Immuntherapiewährend der Induktion stratifiziert. Die Behandlung mit Letermovir oder Valganciclovir wurdezwischen Tag 0 und Tag 7 nach der Nierentransplantation begonnen und bis Woche 28 (~ 200 Tage)nach der Transplantation fortgesetzt. Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 52 nach der
Transplantation überwacht.
Von den 589 behandelten Studienteilnehmern erhielten 292 Studienteilnehmer Letermovir und297 Studienteilnehmer Valganciclovir. Das mediane Alter betrug 51 Jahre (Bereich: 18 bis 82 Jahre);72% waren männlich; 84% hatten weiße Hautfarbe; 2% waren Asiaten; 9% hatten schwarze
Hautfarbe; 17% waren Hispanoamerikaner oder Latinos; und 60% erhielten eine Niere von einemverstorbenen Spender. Die häufigsten Hauptgründe für eine Transplantation waren angeborenezystische Nierenerkrankung (17%), Hypertonie (16%) und Diabetes/diabetische Nephropathie (14%).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie P002 war die Inzidenz einer CMV-Erkrankung (CMV-
Endorganerkrankung oder CMV-Syndrom, bestätigt durch ein unabhängiges Beurteilungsgremium)bis Woche 52 nach der Transplantation. Es wurde der OF-Ansatz verwendet, bei dem
Studienteilnehmer, welche die Studie aus irgendeinem Grund vorzeitig abbrachen oder bei denen zudiesem Zeitpunkt Daten fehlten, nicht als “Therapieversager“ gewertet wurden.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine Nichtunterlegenheit gegenüber
Valganciclovir, wie in Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 5: Studie P002: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Nierentransplantatempfängern (OF-
Ansatz, FAS-Population)
Letermovir Valganciclovir
Parameter (N=289) (N=297)n (%) n (%)
CMV-Erkrankung* bis Woche 52 30 (10,4) 35 (11,8)
Stratum-adjustierter
Behandlungsunterschied (Letermovir-
Valganciclovir)†
- 1,4 (-6,5; 3,8)‡
Unterschied (95% KI)
* CMV-Erkrankungsfälle wurden von einem unabhängigen Beurteilungsausschuss bestätigt.
† Die 95%-KIs für die Behandlungsunterschiede im prozentualen Ansprechen wurden unter
Verwendung der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei die Differenz mitdem harmonischen Mittel der Probengröße pro Studienarm für jedes Stratum gewichtet wurde(Verwendung/Nichtverwendung einer hochzytolytischen, Anti-Lymphozyten-Immuntherapiewährend der Induktion).
‡ Basierend auf einer Nichtunterlegenheitsspanne von 10% ist Letermovir Valganciclovir nichtunterlegen.
Ansatz zum Vorgehen bei fehlenden Werten: Observed Failure (OF)-Ansatz. Beim OF-Ansatz gelten
Teilnehmer, die die Studie aus irgendeinem Grund vorzeitig abbrechen, nicht als“Therapieversager“.
Hinweis: Den in die Letermovir-Gruppe randomisierten Studienteilnehmern wurde Aciclovir zur
Prophylaxe des Herpes-simplex-Virus (HSV) und des Varizella-Zoster-Virus (VZV) gegeben. Denin die Valganciclovir-Gruppe randomisierten Studienteilnehmern wurde ein Placebo zu Aciclovirgegeben.
N=Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%)=Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subkategorie.
Die Wirksamkeit war in allen Subgruppen vergleichbar, einschließlich Geschlecht, Alter, ethnische
Herkunft, Region und der Verwendung/Nichtverwendung einer hoch-zytolytischen Anti-
Lymphozyten-Immuntherapie während der Induktion.
Kinder und JugendlicheStudie P030: Pädiatrische Empfänger einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation
Um die Letermovir Prophylaxe als präventive Strategie gegen CMV-Infektionen oder -Erkrankungenbei pädiatrischen Transplantatempfängern zu bewerten, wurde die Wirksamkeit von Letermovir ineiner multizentrischen, offenen, einarmigen Phase 2b Studie (P030) bei pädiatrischen Empfängerneiner allogenen HSCT untersucht. Das Studienmedikament wurde nach der HSCT (Tag 0-28 nach der
HSCT) begonnen und bis Woche 14 nach der HSCT fortgesetzt. Das Studienmedikament wurdeentweder oral oder intravenös gegeben; die Dosis von Letermovir richtete sich nach Alter,
Körpergewicht und Darreichungsform.
Von den 63 behandelten Studienteilnehmern waren 8 Teilnehmer 0 bis unter 2 Jahre alt, 27 waren 2bis unter 12 Jahre alt und 28 waren 12 bis unter 18 Jahre alt. Zu Studienbeginn erhielten 87 % der
Studienteilnehmer eine myeloablative Therapie, 67 % erhielten Ciclosporin und 27 % erhielten
Tacrolimus. Die häufigsten primären Gründe für eine Transplantation in der gesamten
Studienpopulation waren akute myeloische Leukämie (18 %) und aplastische Anämie (10 %), sowieeine kombinierte Immunschwäche (37,5 %) und familiäre hämophagozytische Lymphohistiozytose(25,0 %) bei Kindern unter 2 Jahren.
Sekundärer Wirksamkeitsendpunkt
Die Wirksamkeitsendpunkte von P030 waren sekundär und umfassten die Inzidenz klinischsignifikanter CMV-Infektionen bis Woche 14 nach HSCT und bis Woche 24 nach HSCT. Eineklinisch signifikante CMV-Infektion wurde als das Auftreten entweder einer CMV-
Endorganerkrankung oder die Einleitung einer Anti-CMV-PET basierend auf einer dokumentierten
CMV-Virämie und dem klinischen Zustand des Studienteilnehmer definiert. Die Inzidenz klinischsignifikanter CMV-Infektionen betrug bis Woche 14 nach HSCT 7,1 % bzw. bis Woche 24 nach
HSCT 10,7 %.
Die Pharmakokinetik von Letermovir wurde nach oraler und intravenöser Gabe bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern untersucht. Die Letermovir-Exposition erhöhte sich stärker alsdosisproportional sowohl bei oraler als auch bei intravenöser Gabe. Der Mechanismus istwahrscheinlich eine Sättigung/Autoinhibition von OATP1B1/3. Die Pharmakokinetik von Letermovirwurde auch nach oraler und intravenöser Anwendung bei erwachsenen HSCT-Empfängern (siehe
Tabelle 6) und bei pädiatrischen HSCT-Empfängern (siehe Tabellen 8 und 9), sowie nach oraler
Anwendung bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern (siehe Tabelle 7) charakterisiert.
Gesunde erwachsene Studienteilnehmer
Die geometrischen mittleren Steady-State-AUC- und Cmax-Werte lagen bei 71 500 ng*h/ml bzw.13 000 ng/ml bei oraler Gabe von 480 mg Letermovir einmal täglich.
Letermovir erreichte einen Steady State innerhalb von 9 bis 10 Tagen mit einem
Kumulationsverhältnis von 1,2 für AUC und 1 für Cmax.
Erwachsene HSCT-Empfänger
Die AUC von Letermovir wurde unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen(PK)-Analysen mittels Phase-III-Daten der Studie P001 geschätzt (siehe Tabelle 6). Die Unterschiedebezüglich der Exposition sind für alle Behandlungsregime klinisch nicht relevant; die Wirksamkeitwar über den Bereich der in der Studie P001 beobachteten Expositionen hinweg konsistent.
Tabelle 6: Letermovir AUC (ng*h/ml)-Werte bei erwachsenen HSCT-Empfängern
Behandlungsregime Median (90% Vorhersageintervall)*480 mg oral, ohne Ciclosporin 34 400 (16 900, 73 700)480 mg intravenös, ohne Ciclosporin 100 000 (65 300, 148 000)240 mg oral, mit Ciclosporin 60 800 (28 700, 122 000)240 mg intravenös, mit Ciclosporin 70 300 (46 200, 106 000)
* Populationsbasierte Post-hoc-Vorhersagen aus der populationsbasierten PK-Analyse mittels
Phase-III-Daten
Erwachsene Empfänger von Nierentransplantaten
Die AUC von Letermovir wurde unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen(PK)-Analysen mittels Phase-III-Daten der Studie P002 geschätzt (siehe Tabelle 7). Die Wirksamkeitwar über den Bereich der in der Studie P002 beobachteten Expositionen hinweg konsistent.
Tabelle 7: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern
Behandlungsregime Median (90% Vorhersageintervall)*480 mg oral, ohne Ciclosporin 62 200 (28 900, 145 000)240 mg oral, mit Ciclosporin 57 700 (26 900, 135 000)
* Mediane und 90%-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung des Phase-
III-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
Hinweis: Die PK von Letermovir wurde nach intravenöser Anwendung bei
Nierentransplantatempfängern nicht untersucht. Die prognostizierte AUC nach intravenöser
Anwendung ähnelt der vom Modell vorhergesagten AUC nach intravenöser Anwendung bei HSCT-
Empfängern (siehe Tabelle 6).
ResorptionLetermovir wurde bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern rasch resorbiert mit einer medianen
Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (Tmax) von 1,5 bis 3,0 Stunden und nahmbiphasisch ab. Bei erwachsenen HSCT-Empfängern wurde die Bioverfügbarkeit von Letermovir beioraler Gabe von 480 mg Letermovir einmal täglich ohne Ciclosporin auf etwa 35% geschätzt. Dieinter-individuelle Variabilität der Bioverfügbarkeit wurde auf etwa 37% geschätzt. Bei erwachsenen
Nierentransplantatempfängern wurde die Bioverfügbarkeit von Letermovir bei einmal täglicher oraler
Gabe von 480 mg Letermovir ohne Ciclosporin auf etwa 60% geschätzt.
Wirkung von Ciclosporin
Bei erwachsenen HSCT-Empfängern erhöhte die gemeinsame Anwendung mit Ciclosporin die
Plasmakonzentrationen von Letermovir durch eine Inhibition von OATP1B. Bei oraler Gabe von240 mg Letermovir einmal täglich und gemeinsamer Anwendung mit Ciclosporin wurde die
Bioverfügbarkeit von Letermovir bei Patienten auf etwa 85% geschätzt.
Wenn Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin gegeben wird, beträgt die empfohlene Letermovir-Dosisbei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg 240 mgeinmal täglich (siehe Abschnitt 4.2). Wenn orales Letermovir bei pädiatrischen Patienten mit einem
Gewicht unter 30 kg gleichzeitig mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis reduziert werden(siehe Abschnitt 4.2).
Einfluss von NahrungBei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern hatte die orale Einnahme einer 480 mg Letermovir
Tablette als Einzeldosis mit einer Standardmahlzeit mit hohem Fett- und hohem Kaloriengehalt keine
Auswirkung auf die Gesamtexposition (AUC) und führte zu einer etwa 30%igen Erhöhung der
Spitzenplasmakonzentrationen (Cmax) von Letermovir. Letermovir-Tabletten können oral mit oderohne Nahrung eingenommen werden, wie es in den klinischen Studien gehandhabt wurde (siehe
Abschnitt 4.2).
Bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern führte die orale Einnahme einer 240-mg-Einzeldosisvon Letermovir Granulat mit weicher Nahrung (Pudding oder Apfelmus) zu einer Erhöhung von etwa13 % und 20 % der Gesamtexposition (AUC) und von etwa 25 % und 33 % der Spitzenkonzentration(Cmax) von Letermovir. Letermovir Granulat kann mit weicher Nahrung gegeben werden, so wie es inder pädiatrischen Studie gehandhabt wurde (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird das mittlere Steady-
State-Verteilungsvolumen bei erwachsenen HSCT-Empfängern nach intravenöser Anwendung auf45,5 l geschätzt.
In vitro ist Letermovir, unabhängig vom untersuchten Konzentrationsbereich (3 bis 100 mg/l),größtenteils (98,2%) an menschliche Plasmaproteine gebunden. Bei niedrigeren Konzentrationenwurde eine Sättigung beobachtet. Die Blut-Plasma-Verteilung von Letermovir beträgt 0,56 und istunabhängig von dem in vitro untersuchten Konzentrationsbereich (0,1 bis 10 mg/l).
In präklinischen Verteilungsstudien wird Letermovir auf Organe und Gewebe verteilt, wobei diehöchsten Konzentrationen im Magen-Darm-Trakt, im Gallengang und in der Leber und in niedrigen
Konzentrationen im Gehirn beobachtet wurden.
BiotransformationDer Hauptanteil der mit Letermovir verwandten Komponenten liegt im Plasma in unveränderter Formvor (96,6%). Es werden keine wesentlichen Metaboliten im Plasma nachgewiesen. Letermovir wirdteilweise durch Glucuronidierung, die durch UGT1A1/1A3 vermittelt wird, eliminiert.
EliminationBei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern beträgt die mittlere scheinbare terminale Halbwertszeitvon Letermovir etwa 12 Stunden bei intravenöser Gabe von 480 mg Letermovir. Die
Haupteliminationswege von Letermovir sind die biliäre Exkretion sowie die direkte Glucuronidierung.
Dieser Vorgang umfasst die hepatischen Aufnahmetransporter OATP1B1 und 3, gefolgt von einerdurch UGT1A1/3 katalysierten Glucuronidierung.
Unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird die scheinbare
Steady-State-CL von Letermovir nach intravenöser Anwendung von 480 mg bei erwachsenen
HSCT-Empfängern auf 4,84 l/h geschätzt. Die interindividuelle Variabilität für CL wird auf 24,6%geschätzt.
Exkretion
Nach oraler Gabe von radioaktiv markiertem Letermovir wurden 93,3% der Radioaktivität in den
Faeces wiedergefunden. Letermovir wurde hauptsächlich als unveränderte Ausgangssubstanz, ingeringerer Menge (6% der Dosis) als Acylglucuronid-Metabolit, biliär in den Faeces ausgeschieden.
Das Acylglucuronid ist in den Faeces instabil. Die Urinausscheidung von Letermovir warvernachlässigbar (< 2% der Dosis).
Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen
LeberfunktionsstörungDie AUC von ungebundenem Letermovir war bei erwachsenen Studienteilnehmern mit moderater(Child-Pugh-Klasse B [CP-B], Score von 7-9) Leberfunktionsstörung etwa 81% und schwerer (Child-
Pugh-Klasse C [CP-C], Score von 10-15) Leberfunktionsstörung etwa 4-fach höher als bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern. Die Veränderungen der Letermovir-Exposition bei erwachsenen
Studienteilnehmern mit mäßiger Leberfunktionsstörung sind klinisch nicht relevant.
Bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung in Kombination mit mäßiger oder schwerer
Nierenfunktionsstörung ist mit ausgeprägten Erhöhungen der Exposition von ungebundenem
Letermovir zu rechnen (siehe Abschnitt 4.2).
NierenfunktionsstörungKlinische Studie bei einer Population mit Nierenfunktionsstörung
Die AUC von ungebundenem Letermovir war bei erwachsenen Studienteilnehmern mit moderater(eGFR von 31,0 bis 56,8 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörung etwa 115% und mit schwerer(eGFR von 11,9 bis 28,1 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörung etwa 81% höher als bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern. Die Veränderungen der Letermovir-Exposition aufgrund vonmoderaten oder schweren Nierenfunktionsstörungen gelten als klinisch nicht relevant. Es wurdenkeine Studienteilnehmer mit terminaler Niereninsuffizienz untersucht.
Nach einer Nierentransplantation (Studie P002)
Unter Verwendung einer populationsbasierten pharmakokinetischen Analyse war die AUC von
Letermovir bei erwachsenen Studienteilnehmern mit leichter (CrCl größer oder gleich 60 bis wenigerals 90 ml/min), moderater (CrCl größer oder gleich 30 bis weniger als 60 ml/min) oder schwerer (CrClgrößer oder gleich 15 bis weniger als 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung etwa 12%, 27% bzw. 35%höher im Vergleich zu erwachsenen Studienteilnehmern mit einer CrCl größer oder gleich 90 ml/min.
Diese Unterschiede gelten als klinisch nicht relevant.
GewichtUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird die AUC von
Letermovir bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern mit einem Gewicht von 80-100 kg um18,7% niedriger geschätzt als bei Studienteilnehmern mit einem Gewicht von 67 kg. Basierend aufeiner populationsbasierten pharmakokinetischen Analyse bei erwachsenen Empfängern von
Nierentransplantaten (Studie P002) wird geschätzt, dass die AUC von Letermovir bei Personen miteinem Gewicht von mehr als 80 kg im Vergleich zu Personen mit einem Gewicht von weniger als odergleich 80 kg um 26% niedriger ist. Diese Unterschiede sind klinisch nicht relevant.
Ethnische ZugehörigkeitUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern wird die AUC von Letermovir bei Asiaten im Vergleich zu Weißenum 33,2% höher geschätzt. Dieser Unterschied ist klinisch nicht relevant.
GeschlechtUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen bestehen zwischenerwachsenen Frauen und Männern bezüglich Letermovir keine pharmakokinetischen Unterschiede.
Ältere PatientenUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen hat das Alter keinen
Einfluss auf die Pharmakokinetik von Letermovir. Eine altersabhängige Dosisanpassung ist nichterforderlich.
Kinder und JugendlicheDie AUC von Letermovir bei pädiatrischen HSCT-Empfängern wurde mithilfe einerpopulationspharmakokinetischen Analyse unter Verwendung der beobachteten PK-Daten aus Studie
P030 geschätzt (siehe Tabelle 8 und Tabelle 9). Die Expositionen für pädiatrische HSCT-Empfängerin allen Körpergewichtsbereichen liegen im Bereich der Expositionen, die bei den HSCT-
Referenzexpositionen für Erwachsene erreicht werden (siehe Tabelle 6).
Tabelle 8: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) nach oraler Einnahme bei pädiatrischen HSCT-
Empfängern
Median Orale Dosis, Median
Körpergewicht Orale Dosis, (90% Vorhersage- mit (90% Vorhersage-ohne Ciclosporin intervall)* Ciclosporin intervall)*39 100 49 100
Ab 30 kg 480 mg 240 mg(18 700-81 300) (23 200-104 000)38 900 51 00015 kg bis unter 30 kg 240 mg 120 mg(20 200-74 300) (26 600-98 200)32 000 41 6007,5 kg bis unter 15 kg 120 mg 60 mg(16 700-59 300) (22 300-81 100)30 600 39 0005 kg bis unter 7,5 kg 80 mg 40 mg(16 200-55 000) (20 600-72 000)
* Mediane und 90 %-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung despädiatrischen HSCT-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
Tabelle 9: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) nach intravenöser Gabe bei pädiatrischen HSCT-
Empfängerni.v. Dosis, ohne Median i.v. Dosis, mit Median
Körpergewicht Ciclosporin (90% Vorhersage- Ciclosporin (90% Vorhersage-intervall)* intervall)*
Ab 30 kg 111 000 59 800480 mg 240 mg(55 700-218 000) (28 400-120 000)57 200 61 10015 kg bis unter 30 kg 120 mg 120 mg(29 700-113 000) (29 900-121 000)46 000 49 2007,5 kg bis unter 15 kg 60 mg 60 mg(24 300-83 900) (25 800-93 800)43 400 45 9005 kg bis unter 7,5 kg 40 mg 40 mg(24 300-81 000) (24 900-82 200)
* Mediane und 90 %-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung despädiatrischen HSCT-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
Eine irreversible testikuläre Toxizität wurde nur bei Ratten bei systemischer Exposition (AUC)beobachtet, die einer ≥ 3-fachen Exposition der beim Menschen empfohlenen Dosis (recommendedhuman dose = RHD) entspricht. Charakteristisch für diese Toxizität waren eine Degeneration der
Samenleiter und Oligospermie sowie Zellüberreste in den Nebenhoden einhergehend mitvermindertem Hoden- und Nebenhodengewicht. Es gab keine testikuläre Toxizität bei Ratten bei
Expositionen (AUC), die den Expositionen beim Menschen unter RHD ähnlich waren. Bei Gabehöchster getesteter Dosen, die dem bis zu 4-Fachen bzw. 2-Fachen der RHD entsprechen, wurde bei
Mäusen und Affen keine testikuläre Toxizität beobachtet. Die Relevanz für den Menschen ist nichtbekannt.
KarzinogeneseEine 6-monatige orale Karzinogenitätsstudie an transgenen RasH2-Mäusen (Tg.RasH2) zeigte bis zuden höchsten getesteten Dosen von 150 mg/kg/Tag bei männlichen bzw. 300 mg/kg/Tag beiweiblichen Mäusen keine Hinweise auf eine für den Menschen relevante Tumorentstehung.
MutageneseLetermovir zeigte in einer Reihe von in-vitro- oder in-vivo-Assays, einschließlich mikrobieller
Mutagenese-Assays, Chromosomenaberrationstests in chinesischen Hamsterovarialzellen und in einerin-vivo-Maus-Mikronukleus-Studie, keine Genotoxizität.
ReproduktionIn Studien zur Fertilität und zur frühembryonalen Entwicklung an der Ratte zeigte Letermovir keinen
Einfluss auf die weibliche Fertilität. Bei männlichen Ratten wurden bei systemischen Expositionen≥ 3-fach der AUC beim Menschen unter RHD reduzierte Spermienkonzentration, reduzierte
Spermienmotilität und verminderte Fertilität beobachtet (siehe Allgemeine Toxizität).
Bei Affen, die Letermovir erhielten, gab es bei systemischen Expositionen von etwa dem 2-Fachen der
AUC beim Menschen unter RHD anhand der histopathologischen Beurteilung, der Messung der
Hodengröße, der Blut-Hormon-Analyse (follikelstimulierendes Hormon, Inhibin B und Testosteron)und der Spermienuntersuchung (Spermienzahl, -motilität und -morphologie) keinen Hinweis auftestikuläre Toxizität.
Entwicklung
Bei Ratten wurde eine Toxizität bei den Muttertieren (einschließlich Verringerung der
Körpergewichtszunahme) bei 250 mg/kg/Tag beobachtet (entsprechend etwa das 11-Fache der AUCunter RHD); bei den Nachkommen wurden ein vermindertes Fetalgewicht mit verzögerter
Verknöcherung, leicht ödematösen Feten und eine erhöhte Inzidenz verkürzter Nabelschnüre sowie
Veränderungen und Fehlbildungen an Wirbeln, Rippen und Becken beobachtet. Bei Dosen von50 mg/kg/Tag (etwa das 2,5-Fache der AUC unter RHD) wurden keine Effekte auf die Muttertiereoder auf die Entwicklung der Nachkommen beobachtet.
Bei Kaninchen wurde eine Toxizität bei den Muttertieren (einschließlich Mortalität und Aborte) bei225 mg/kg/Tag beobachtet (etwa das 2-Fache der AUC unter RHD); bei den Nachkommen wurde eineerhöhte Inzidenz von Fehlbildungen und Veränderungen der Wirbel und Rippen beobachtet.
In der prä- und postnatalen Entwicklungsstudie wurde Letermovir trächtigen Ratten oral verabreicht.
Es wurde keine Entwicklungstoxizität bis zur höchsten getesteten Exposition beobachtet (2-Faches der
AUC unter RHD).
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Povidon (E1201)
Siliciumdioxid (E551)
Magnesiumstearat (E470b)
FilmüberzugLactose-Monohydrat
Hypromellose (E464)
Titandioxid (E171)
Triacetin
Eisen(III)-hydroxid-oxid (E172)
Eisen(III)-oxid (nur in 480-mg-Filmtabletten) (E172)
Carnaubawachs (E903)
Nicht zutreffend.
3 Jahre
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen für die Temperatur einzuhalten.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Packungen zu 28x1 Tabletten in perforierten Einzeldosis-Blisterpackungen aus
Polyamid/Aluminium/PVC-Aluminium.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Merck Sharp & Dohme B.V.
Waarderweg 392031 BN Haarlem
Niederlande
EU/1/17/1245/001
EU/1/17/1245/002
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 8. Januar 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. August 2022
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.
1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL
PREVYMIS 240 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
PREVYMIS 480 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
PREVYMIS 240 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 240 mg (12 ml pro Durchstechflasche) Letermovir.
Jeder Milliliter enthält 20 mg Letermovir.
PREVYMIS 480 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 480 mg (24 ml pro Durchstechflasche) Letermovir.
Jeder Milliliter enthält 20 mg Letermovir.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält 23 mg (1 mmol) Natrium pro 240-mg-Durchstechflasche.
Dieses Arzneimittel enthält 46 mg (2 mmol) Natrium pro 480-mg-Durchstechflasche.
Dieses Arzneimittel enthält 1 800 mg Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) pro 240-mg-
Durchstechflasche.
Dieses Arzneimittel enthält 3 600 mg Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) pro 480-mg-
Durchstechflasche.
Für weitere Informationen siehe Abschnitt 4.2.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat)
Klare, farblose FlüssigkeitpH zwischen 7 und 84. KLINISCHE ANGABEN4.1 Anwendungsgebiete
PREVYMIS wird zur Prophylaxe einer Cytomegalievirus(CMV)-Reaktivierung und -Erkrankung beierwachsenen und pädiatrischen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenenhämatopoetischen Stammzelltransplantation (hematopoietic stem cell transplant [HSCT]) mit einem
Gewicht von mindestens 5 kg angewendet.
PREVYMIS wird zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung bei CMV-seronegativen erwachsenen undpädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 40 kg angewendet, die eine
Nierentransplantation von einem CMV-seropositiven Spender erhalten haben [D+/R-].
Offizielle Leitlinien zur fachgerechten Anwendung von antiviralen Wirkstoffen sollten beachtetwerden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Letermovir sollte durch einen Arzt eingeleitet werden, der über Erfahrungen inder Behandlung von Patienten verfügt, die eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantationoder eine Nierentransplantation erhalten haben.
DosierungLetermovir ist auch für die orale Anwendung (240-mg- und 480-mg-Filmtabletten und 20 mg und120 mg Granulat im Beutel) erhältlich.
Letermovir Tabletten, Granulat im Beutel und das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösungsind austauschbar. Die jeweilige Anwendung liegt im Ermessen des Arztes. Bei pädiatrischen
Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg kann eine Dosisanpassung erforderlich sein, wenn zwischenoraler und intravenöser Darreichungsform gewechselt wird. Hinweise zur Dosierung finden Sie in der
Fachinformation für die Letermovir Filmtabletten oder das Letermovir Granulat im Beutel.
HSCT
Mit der Anwendung von Letermovir sollte nach einer HSCT begonnen werden. Mit der Anwendungvon Letermovir kann am Tag der Transplantation begonnen werden und nicht später als 28 Tage nachder HSCT. Mit der Anwendung von Letermovir kann vor oder nach dem Engraftment (Anwachsen des
Transplantats) begonnen werden. Eine Prophylaxe mit Letermovir sollte über einen Zeitraum von100 Tagen nach HSCT fortgeführt werden.
Eine verlängerte Prophylaxe mit Letermovir, die über 100 Tage nach HSCT hinausgeht, kann fürmanche Patienten, bei denen ein hohes Risiko für eine späte CMV-Reaktivierung besteht, von Nutzensein (siehe Abschnitt 5.1). Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Letermovir übereinen Zeitraum von mehr als 200 Tagen wurde in klinischen Studien nicht untersucht.
Erwachsene und pädiatrische Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg, die eine HSCTerhalten haben
Die empfohlene Dosis von Letermovir beträgt 480 mg einmal täglich.
Dosisanpassung bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens30 kg, die eine HSCT erhalten haben
Wenn Letermovir in Kombination mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis von Letermovirauf 240 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Dosis von Letermovir auf 240 mg einmal täglich reduziert werden.
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Dosis von Letermovir auf 480 mg einmal täglich erhöht werden.
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
Pädiatrische Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg, die eine HSCT erhalten haben
Die empfohlenen Dosen von Letermovir für pädiatrische Patienten mit einem Gewicht unter 30 kgsind in Tabelle 1 aufgeführt (siehe auch Abschnitt 5.2). Letermovir sollte einmal täglich gegebenwerden.
Dosisanpassung bei pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg, die eine HSCT erhaltenhaben
Wenn intravenöses Letermovir gleichzeitig mit Ciclosporin gegeben wird, ist keine Anpassung der
Letermovir-Dosis erforderlich, wie in Tabelle 1 dargestellt (siehe auch Abschnitte 4.5 und 5.2).
Tabelle 1: Empfohlene Dosis von Letermovir Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösungohne oder mit Ciclosporin bei pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg
Körpergewicht Intravenöse Tagesdosis mit oder ohne Ciclosporin15 kg bis unter 30 kg 120 mg7,5 kg bis unter 15 kg 60 mg5 kg bis unter 7,5 kg 40 mg
NierentransplantationLetermovir sollte am Tag der Transplantation und spätestens 7 Tage nach der Nierentransplantationbegonnen und bis 200 Tage nach der Transplantation fortgesetzt werden.
Erwachsene und pädiatrische Patienten mit einem Gewicht von mindestens 40 kg, die eine
Nierentransplantation erhalten haben
Die empfohlene Dosis von Letermovir beträgt 480 mg einmal täglich.
Dosisanpassung bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens40 kg, die eine Nierentransplantation erhalten haben
Wenn Letermovir in Kombination mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis von Letermovirauf 240 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Dosis von Letermovir auf 240 mg einmal täglich reduziert werden.
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Dosis von Letermovir auf 480 mg einmal täglich erhöht werden.
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
Vergessene DosisWenn eine Dosis vergessen wird, sollte sie dem Patienten so schnell wie möglich gegeben werden.
Wenn es Zeit für die nächste Dosis ist, sollte die vergessene Dosis ausgelassen und mit demgewohnten Dosierungsschema fortgefahren werden. Verdoppeln Sie nicht die nächste Dosis odergeben Sie nicht mehr als die vorgeschriebene Dosis.
Spezielle PatientengruppenEine altersgemäße Dosisanpassung von Letermovir ist nicht erforderlich (siehe Abschnitte 5.1 und5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter (Child-Pugh-Klasse A) oder mäßiger (Child-Pugh-Klasse B)
Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich. Für Patienten mitschwerer (Child-Pugh-Klasse C) Leberfunktionsstörung wird Letermovir nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 5.2).
Gleichzeitig bestehende Leber- und Nierenfunktionsstörung
Für Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung und gleichzeitig bestehender mäßiger oder schwerer
Nierenfunktionsstörung wird Letermovir nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter, mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung wird keine Dosisanpassungvon Letermovir empfohlen. Für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD [end stage renaldisease]) mit oder ohne Dialyse ist eine Dosierungsempfehlung nicht möglich. Die Wirksamkeit und
Sicherheit bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz wurden nicht nachgewiesen.
PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält Hydroxypropylbetadex (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.3). Bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-
Clearance unter 50 ml/min) oder bei kleinen Kindern (unter 2 Jahren), die PREVYMIS erhalten,könnte eine Kumulation von Hydroxypropylbetadex auftreten. Die Serum-Kreatinin-Spiegel solltenbei diesen Patienten engmaschig überwacht werden.
Kinder und JugendlicheWenn möglich sollte eine intravenöse Anwendung nicht länger als 4 Wochen dauern.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Letermovir bei HSCT-Patienten mit einem Gewicht unter 5 kgsowie von Patienten mit einer Nierentransplantation mit einem Gewicht unter 40 kg wurde nichtuntersucht. Es liegen keine Daten vor. Auf Basis einer pharmakokinetischen/pharmakodynamischen
Extrapolation konnte keine Empfehlung zur Dosierung bei Patienten mit Nierentransplantation miteinem Gewicht unter 40 kg gegeben werden.
Art der AnwendungNur zum intravenösen Gebrauch.
Letermovir Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung muss vor der Anwendung verdünntwerden (siehe Abschnitt 6.6).
Letermovir verdünnte Lösung muss über einen sterilen 0,2 µm oder 0,22 µm
Polyethersulfon(PES)-Inline-Filter angewendet werden. Wenden Sie die verdünnte Lösung nicht unter
Verwendung eines anderen Filters als eines sterilen 0,2 µm oder 0,22 µm PES-Inline-Filters an.
Letermovir darf nur als intravenöse Infusion angewendet werden.
Nach der Verdünnung sollte Letermovir als intravenöse Infusion über einen peripheren oder zentralen
Venenkatheter über einen Zeitraum von insgesamt etwa 60 Minuten gegeben werden. Wenden Sie dengesamten Inhalt des Infusionsbeutels an.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Die gemeinsame Anwendung mit Pimozid (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Die gemeinsame Anwendung mit Mutterkornalkaloiden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Die gemeinsame Anwendung mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Kombination von Letermovir mit Ciclosporin:
* Die gemeinsame Anwendung mit Dabigatran, Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin oder
Pitavastatin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Überwachung der CMV-DNA bei HSCT-Empfängern
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Letermovir wurden in einer Phase-III-Studie (P001) bei HSCT-
Empfängern mit einem negativen CMV-DNA-Testergebnis vor Einleitung der Prophylaxenachgewiesen. Die CMV-DNA wurde wöchentlich bis Woche 14 nach Transplantation kontrolliertund anschließend alle 2 Wochen bis Woche 24. Im Falle einer klinisch signifikanten CMV-DNA-ämieoder einer CMV-Erkrankung wurde die Prophylaxe mit Letermovir beendet und eine
Standardversorgung mit einer präemptiven Therapie (PET) oder eine Behandlung eingeleitet. Bei den
Studienteilnehmern, bei denen eine Letermovir-Prophylaxe eingeleitet wurde und deren CMV-DNA-
Test anschließend positiv war, konnte die Prophylaxe fortgesetzt werden, wenn die Kriterien für eine
PET nicht erfüllt waren (siehe Abschnitt 5.1).
Risiko von Nebenwirkungen oder verminderter therapeutischer Wirkung durch
ArzneimittelwechselwirkungenDie gemeinsame Anwendung von Letermovir und bestimmten anderen Arzneimitteln kann zubekannten oder potenziell signifikanten Arzneimittelwechselwirkungen führen. In einigen Fällen kannes zu folgenden Auswirkungen kommen:
* möglichen klinisch signifikanten Nebenwirkungen infolge stärkerer Exposition gegenübergemeinsam angewendeten anderen Arzneimitteln oder Letermovir,
* signifikante Abnahme der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten Arzneimittelnund damit verminderte therapeutische Wirkung des gemeinsam angewendeten Arzneimittels.(siehe Abschnitt 4.5),
In Tabelle 2 sind Maßnahmen zur Vorbeugung oder zur Handhabung von diesen bekannten oderpotenziell signifikanten Wechselwirkungen sowie Dosierungsempfehlungen angegeben (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.5).
WechselwirkungenLetermovir sollte zusammen mit Arzneimitteln, die CYP3A-Substrate mit einer geringentherapeutischen Breite sind (z.B. Alfentanil, Fentanyl und Chinidin), mit Vorsicht angewendet werden,da eine gemeinsame Anwendung zu erhöhten Plasmakonzentrationen von CYP3A-Substraten führenkann. Eine engmaschige Überwachung und/oder Dosisanpassung von gemeinsam angewendeten
CYP3A-Substraten wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Generell wird eine engmaschigere Überwachung der Konzentrationen von Ciclosporin, Tacrolimusund Sirolimus in den ersten beiden Wochen nach Beginn und nach Beendigung der Anwendung von
Letermovir sowie auch nach Änderung der Anwendungsart von Letermovir empfohlen.
Letermovir ist ein moderater Induktor von Enzymen und Transportern. Diese Induktion kann die
Plasmakonzentrationen von einigen metabolisierten und transportierten Arzneimitteln senken (siehe
Abschnitt 4.5). Ein therapeutisches Monitoring (therapeutic drug monitoring, TDM) wird daher für
Voriconazol empfohlen. Die gemeinsame Anwendung von Dabigatran ist wegen des Risikos einerverminderten Wirksamkeit von Dabigatran zu vermeiden.
Letermovir kann die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln erhöhen, die von OATP1B1/3transportiert werden, wie beispielsweise von vielen Statinen (siehe Abschnitt 4.5 und Tabelle 2).
Anwendung unter Verwendung eines sterilen 0,2 µm oder 0,22 µm Polyethersulfon(PES)-Inline-
Filters
PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung kann einige wenige produktbezogenekleine durchscheinende oder weiße Partikel enthalten. Die Anwendung der verdünnten Lösung von
PREVYMIS muss immer mit einem sterilen 0,2 µm oder 0,22 µm PES-Inline-Filter erfolgen,unabhängig davon, ob diese produktbezogenen Partikel in der Durchstechflasche oder in derverdünnten Lösung sichtbar sind (siehe Abschnitte 4.2 und 6.6).
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält 23 mg (1 mmol) Natrium pro 240-mg-Durchstechflasche, entsprechend1,15% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahmemit der Nahrung von 2 g.
Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer)
Diät.
Dieses Arzneimittel enthält 46 mg (2 mmol) Natrium pro 480-mg-Durchstechflasche, entsprechend2,30% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahmemit der Nahrung von 2 g. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter(natriumarmer/-kochsalzarmer) Diät.
Cyclodextrin
Dieses Arzneimittel enthält 300 mg Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) pro 40-mg-Dosis.
Dieses Arzneimittel enthält 450 mg Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) pro 60-mg-Dosis.
Dieses Arzneimittel enthält 900 mg Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) pro 120-mg-Dosis.
Dieses Arzneimittel enthält 1 800 mg Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) pro 240-mg-Dosis.
Dieses Arzneimittel enthält 3 600 mg Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin) pro 480-mg-Dosis.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Allgemeine Informationen über Unterschiede in der Exposition zwischen den verschiedenen
Therapieregimen mit Letermovir
- Die geschätzte Letermovir-Plasmaexposition ist unterschiedlich, abhängig vom gewählten
Dosierungsregime (siehe Tabelle in Abschnitt 5.2). Daher sind die klinischen Auswirkungen der
Letermovir-Wechselwirkungen abhängig vom gewählten Letermovir-Therapieregime und davon, ob
Letermovir mit Ciclosporin kombiniert wird oder nicht.
- Die Kombination von Ciclosporin und Letermovir kann zu stärker ausgeprägten oder zusätzlichen
Wirkungen auf gleichzeitig angewendete Arzneimittel führen im Vergleich zur alleinigen Gabe von
Letermovir (siehe Tabelle 2).
Wirkung anderer Arzneimittel auf Letermovir
Die Elimination von Letermovir erfolgt in vivo über biliäre Ausscheidung und Glucuronidierung. Dierelative Bedeutung dieser Eliminationswege ist nicht bekannt. Bei beiden Eliminationswegen erfolgtdie aktive Aufnahme in Hepatozyten über den hepatischen Aufnahmetransporter OATP1B1/3. Nachder Aufnahme wird die Glucuronidierung von Letermovir über UGT1A1 und 3 vermittelt. Außerdemscheint Letermovir dem P-gp- und BCRP-vermittelten Efflux in Leber und Darm zu unterliegen (siehe
Abschnitt 5.2).
Induktoren von metabolisierenden Enzymen oder Transportern
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir (mit oder ohne Ciclosporin) mit starken oder moderaten
Induktoren von Transportern (z.B. P-gp) und/oder Enzymen (z.B. UGTs) wird nicht empfohlen, dadies zu einem subtherapeutischen Plasmaspiegel von Letermovir führen kann (siehe Tabelle 2).
- Beispiele für starke Induktoren sind Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Rifabutin und
Phenobarbital.
- Beispiele für moderate Induktoren sind Thioridazin, Modafinil, Ritonavir, Lopinavir, Efavirenz und
Etravirin.
Die gemeinsame Anwendung mit Rifampicin führte zu einem initialen, klinisch nicht relevanten
Anstieg der Plasmakonzentration von Letermovir (aufgrund von OATP1B1/3- und/oder
P-gp-Inhibition), gefolgt von einer klinisch relevanten Abnahme der Plasmakonzentrationen von
Letermovir (aufgrund der Induktion von P-gp/UGT) bei kontinuierlicher Anwendung von Rifampicin(siehe Tabelle 2).
Zusätzliche Wirkungen anderer Arzneimittel auf Letermovir, die bei einer Kombination mit
Ciclosporin relevant sind
Inhibitoren von OATP1B1 oder 3
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir mit Inhibitoren der OATP1B1/3-Transporter kann zuerhöhten Plasmakonzentrationen von Letermovir führen. Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir und Ciclosporin (einem potenten OATP1B1/3-Inhibitor) wird bei erwachsenen undpädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg eine einmal tägliche Dosis von240 mg Letermovir empfohlen (siehe Tabelle 2 sowie Abschnitte 4.2 und 5.2). Wenn intravenöses
Letermovir bei pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg gleichzeitig mit Ciclosporinangewendet wird, ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Tabelle 2 und Abschnitte 4.2 und 5.2)
Vorsicht ist geboten bei der gemeinsamen Anwendung von anderen OATP1B1/3-Inhibitoren mit
Letermovir und Ciclosporin.
- Beispiele für OATP1B1-Inhibitoren sind Gemfibrozil, Erythromycin, Clarithromycin sowie einige
Proteaseinhibitoren (Atazanavir, Simeprevir).
Inhibitoren von P-gp/BCRP (Brustkrebs-Resistenz-Protein, breast cancer resistance protein, BCRP)
In-vitro-Ergebnisse zeigen, dass Letermovir ein P-gp-/BCRP-Substrat ist. Änderungen der
Letermovir-Plasmakonzentrationen aufgrund einer Inhibition von P-gp/BCRP durch Itraconazol sindklinisch nicht relevant.
Wirkung von Letermovir auf andere Arzneimittel
Arzneimittel, die hauptsächlich über den Stoffwechsel ausgeschieden oder durch aktiven Transportbeeinflusst werden
Letermovir ist in aller Regel in vivo ein Induktor von Enzymen und Transportern. Im Allgemeinenkann eine Induktion erwartet werden, außer es wird gleichzeitig ein bestimmtes Enzym oder
Transporter inhibiert (siehe unten). Daher kann Letermovir potenziell zu niedrigeren
Plasmakonzentrationen und möglicherweise verminderter Wirksamkeit von gemeinsam angewendeten
Arzneimitteln führen, die hauptsächlich über den Metabolismus oder durch aktiven Transporteliminiert werden.
Das Ausmaß des induzierenden Effekts hängt von der Art der Anwendung von Letermovir ab unddavon, ob Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin angewendet wird.
Der volle induzierende Effekt kann 10 bis 14 Tage nach Beginn der Anwendung von Letermovirerwartet werden. Die Zeit, die ein spezifisch betroffenes Arzneimittel jeweils braucht, den Steady
State zu erreichen, wird ebenfalls die Zeit beeinflussen, bis die volle Wirkung auf die
Plasmakonzentrationen erreicht ist.
In vitro ist Letermovir ein Inhibitor von CYP3A, CYP2C8, CYP2B6, BCRP, UGT1A1, OATP2B1und OAT3 bei in vivo relevanten Konzentrationen. In-vivo-Studien zur Untersuchung des
Nettoeffektes auf CYP3A4, P-gp, OATP1B1/3 sowie auf CYP2C19 stehen zur Verfügung. Der
Nettoeffekt in vivo auf die anderen genannten Enzyme und Transporter ist nicht bekannt. Detaillierte
Informationen werden nachfolgend aufgeführt.
Es ist nicht bekannt, ob Letermovir die Exposition von Piperacillin/Tazobactam, Amphotericin B und
Micafungin beeinflusst. Mögliche Wechselwirkungen zwischen Letermovir und diesen Arzneimittelnwurden nicht untersucht. Aufgrund der Induktion besteht ein theoretisches Risiko für eine Senkung der
Plasmaspiegel, deren Ausmaß und klinische Bedeutung jedoch gegenwärtig nicht bekannt sind.
Über CYP3A metabolisierte Arzneimittel
In vivo ist Letermovir ein moderater Inhibitor von CYP3A. Die gemeinsame Anwendung von
Letermovir mit oralem Midazolam (ein CYP3A-Substrat) führt zu 2-bis 3-fach erhöhten
Plasmakonzentrationen von Midazolam. Die Anwendung von Letermovir kann zu klinisch relevanten
Erhöhungen der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten Substraten von CYP3A führen(siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
- Beispiele für solche Arzneimittel umfassen bestimmte Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin,
Tacrolimus, Sirolimus), HMG-CoA-Reduktase-Hemmer und Amiodaron (siehe Tabelle 2). Pimozidund Mutterkornalkaloide sind kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Das Ausmaß des durch CYP3A verursachten inhibitorischen Effekts hängt von der Art der
Anwendung von Letermovir ab und davon, ob Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin angewendetwird.
Aufgrund der zeitabhängigen Inhibition und der gleichzeitigen Induktion wird der Nettoeffekt der
Enzymhemmung möglicherweise erst nach 10 bis 14 Tagen erreicht. Die Zeitdauer, die ein spezifischbetroffenes Arzneimittel braucht, den Steady State zu erreichen, wird ebenfalls die Zeit beeinflussen,bis die volle Wirkung auf die Plasmakonzentrationen erreicht ist. Nach dem Behandlungsende dauertes 10 bis 14 Tage, bis der inhibitorische Effekt verschwunden ist. Bei einer Überwachung wirdempfohlen, diese in den ersten beiden Wochen nach Beginn und Absetzen der Anwendung von
Letermovir durchzuführen (siehe Abschnitt 4.4) sowie bei Änderung der Anwendungsart von
Letermovir.
Von OATP1B1/3 transportierte Arzneimittel
Letermovir ist ein Inhibitor von OATP1B1/3-Transportern. Die Anwendung von Letermovir kann zueinem klinisch relevanten Anstieg der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten
Arzneimitteln, die Substrate von OATP1B1/3 sind, führen.
- Beispiele für solche Arzneimittel umfassen HMG-CoA-Reduktase-Hemmer, Fexofenadin, Repaglinidund Glibenclamid (siehe Tabelle 2). Bei Vergleich der Letermovir-Regime ohne Ciclosporin ist die
Wirkung nach intravenöser Gabe ausgeprägter als nach oraler Gabe von Letermovir.
Das Ausmaß der durch OATP1B1/3 vermittelten Inhibition auf andere gemeinsam angewendete
Arzneimittel ist vermutlich größer, wenn Letermovir zusammen mit Ciclosporin (einem potenten
OATP1B1/3-Inhibitor) angewendet wird. Dies ist zu beachten, wenn das Letermovir-Regime währendder Behandlung mit einem OATP1B1/3-Substrat geändert wird.
Über CYP2C9 und/oder CYP2C19 metabolisierte Arzneimittel
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir mit Voriconazol (ein CYP2C19-Substrat) führt zusignifikant verminderten Voriconazol-Plasmakonzentrationen, was darauf hindeutet, dass Letermovirein Induktor von CYP2C19 ist. Auch CYP2C9 wird vermutlich induziert. Letermovir kann die
Exposition von CYP2C9- und /oder CYP2C19-Substraten verringern, so dass möglicherweisesubtherapeutische Konzentrationen erreicht werden.
- Zu diesen Arzneimitteln zählen u.a. Warfarin, Voriconazol, Diazepam, Lansoprazol, Omeprazol,
Esomeprazol, Pantoprazol, Tilidin und Tolbutamid (siehe Tabelle 2).
Es wird davon ausgegangen, dass die Wirkung bei oraler Anwendung von Letermovir ohne
Ciclosporin nicht so ausgeprägt ist, wie unter intravenöser Anwendung von Letermovir mit oder ohne
Ciclosporin oder oraler Anwendung von Letermovir mit Ciclosporin. Dies ist zu beachten, wenn das
Letermovir-Regime während der Behandlung mit einem CYP2C9- oder CYP2C19-Substrat geändertwird. Bitte beachten Sie bezüglich des zeitlichen Verlaufs der Interaktion auch die obenstehendenallgemeinen Hinweise zur Induktion.
Über CYP2C8 metabolisierte Arzneimittel
In vitro hemmt Letermovir CYP2C8, kann aber aufgrund seines Induktionspotenzials CYP2C8 auchinduzieren. Der Nettoeffekt in vivo ist nicht bekannt.
- Zu den Arzneimitteln, die hauptsächlich über CYP2C8 eliminiert werden, zählt Repaglinid (siehe
Tabelle 2). Die gemeinsame Anwendung von Repaglinid und Letermovir mit oder ohne Ciclosporinwird nicht empfohlen.
Arzneimittel, die intestinal über P-gp transportiert werden
Letermovir ist ein Induktor intestinalen P-gps. Die Anwendung von Letermovir kann die
Plasmakonzentrationen gemeinsam angewendeter Arzneimittel, für die der intestinale P-gp-Transporteine wichtige Rolle spielt, wie z. B. bei Dabigatran und Sofosbuvir, in klinisch bedeutsamem Ausmaßverringern.
Arzneimittel, die über CYP2B6 oder UGT1A1 metabolisiert oder von BCRP oder OATP2B1transportiert werden
Letermovir ist in vivo allgemein ein Induktor von CYP2B6 und UGT1A1, aber es wurde auchbeobachtet, dass es in vitro CYP2B6, UGT1A1, BCRP und OATP2B1 inhibiert. Der Nettoeffekt invivo ist nicht bekannt. Daher können die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die Substratedieser Enzyme oder Transporter sind, bei Kombination mit Letermovir ansteigen oder sinken. Einezusätzliche Überwachung kann notwendig sein; beachten Sie dazu die Fachinformationen solcher
Arzneimittel.
- Ein Beispiel für CYP2B6-metabolisierte Arzneimittel ist Bupropion.
- Beispiele für UGT1A1-metabolisierte Arzneimittel sind Raltegravir und Dolutegravir.
- Beispiele für BCRP-transportierte Arzneimittel sind Rosuvastatin und Sulfasalazin.
- Ein Beispiel für OATP2B1-transportierte Arzneimittel ist Celiprolol.
Arzneimittel, die über den renalen Transporter OAT3 transportiert werden
In-vitro-Daten legen nahe, dass Letermovir ein Inhibitor von OAT3 ist; daher kann Letermovir auch invivo ein OAT3-Inhibitor sein. Die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die über OAT3transportiert werden, können ansteigen.
- Beispiele für OAT3-transportierte Arzneimittel sind Ciprofloxazin, Tenofovir, Imipenem und
Cilastatin.
Allgemeine InformationenFalls aufgrund einer Anwendung von Letermovir Dosisanpassungen von gleichzeitig angewendeten
Arzneimitteln durchgeführt werden, sollten nach Beendigung der Anwendung von Letermovir die
Dosen wieder neu angepasst werden. Eine Dosisanpassung kann auch bei einem Wechsel der Art der
Anwendung oder des Immunsuppressivums erforderlich sein.
Tabelle 2 enthält eine Liste von bekannten oder potenziell klinisch signifikanten Wechselwirkungen.
Die aufgeführten Wechselwirkungen basieren auf Studien mit Erwachsenen, die mit Letermovirdurchgeführt wurden, oder sind zu erwartende Wechselwirkungen, die unter Letermovir auftretenkönnen (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4, 5.1 und 5.2).
Tabelle 2: Wechselwirkungen und Dosierungsempfehlungen für die gemeinsame Anwendungmit anderen Arzneimitteln. Beachten Sie, dass die Tabelle nicht vollständig ist, aber Beispielefür klinisch relevante Wechselwirkungen aufführt. Beachten Sie auch die obenstehendenallgemeinen Informationen zu Wechselwirkungen.
Soweit nicht anders angegeben, wurden die Studien zu Wechselwirkungen mit oral gegebenem
Letermovir ohne Ciclosporin bei Erwachsenen durchgeführt. Bitte berücksichtigen Sie, dass das
Interaktionspotenzial und die klinischen Auswirkungen unterschiedlich sein können, jenachdem, ob Letermovir oral oder intravenös angewendet wird oder ob es gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird. Bei Änderung der Anwendungsart oder Wechsel des
Immunsuppressivums sind die Empfehlungen zu Kombinationen erneut zu beachten.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antibiotika
Nafcillin Interaktion nicht untersucht. Nafcillin kann die Plasmakonzentration
Erwartet: von Letermovir verringern.↓ Letermovir Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Nafcillin wird nicht(P-gp/UGT-Induktion) empfohlen.
Antimykotika
Fluconazol ↔ Fluconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(400 mg AUC 1,03 (0,99; 1,08)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,95 (0,92; 0,99)(480 mg Einzeldosis) ↔ Letermovir
AUC 1,11 (1,01; 1,23)
Cmax 1,06 (0,93; 1,21)
Interaktion im Steady Statenicht untersucht.
Erwartet:↔ Fluconazol↔ Letermovir
Itraconazol ↔ Itraconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(200 mg einmal täglich AUC 0,76 (0,71; 0,81)oral)/Letermovir Cmax 0,84 (0,76; 0,92)(480 mg einmal täglichoral) ↔ Letermovir
AUC 1,33 (1,17; 1,51)
Cmax 1,21 (1,05; 1,39)
Posaconazol‡ ↔ Posaconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(300 mg AUC 0,98 (0,82; 1,17)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,11 (0,95; 1,29)(480 mg täglich)
Voriconazol‡ ↓ Voriconazol Falls eine gemeinsame Anwendung(200 mg zweimal AUC 0,56 (0,51; 0,62) erforderlich ist, wird ein TDM fürtäglich)/Letermovir Cmax 0,61 (0,53; 0,71) Voriconazol in den ersten beiden(480 mg täglich) Wochen nach Beginn oder Beendigung(CYP2C9/19-Induktion) der Anwendung von Letermovir sowiebei Änderung der Anwendungsart von
Letermovir oder des
Immunsuppressivums empfohlen.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antimykobakterielle Wirkstoffe
Rifabutin Interaktion nicht untersucht. Rifabutin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Rifabutin wird nichtempfohlen.
Rifampicin(600 mg Einzeldosis ↔ Letermoviroral)/Letermovir AUC 2,03 (1,84; 2,26)(480 mg Einzeldosis Cmax 1,59 (1,46; 1,74)oral) C24 2,01 (1,59; 2,54)(OATP1B1/3- und/oder P-gp-
Inhibition)(600 mg Einzeldosis ↔ Letermovirintravenös)/ Letermovir AUC 1,58 (1,38; 1,81)(480 mg Einzeldosis Cmax 1,37 (1,16; 1,61)oral) C24 0,78 (0,65; 0,93) Mehrfachdosen von Rifampicinreduzieren die Plasmakonzentration(OATP1B1/3- und/oder P-gp- von Letermovir.
Inhibition) Eine gemeinsame Anwendung von(600 mg einmal täglich ↓ Letermovir Letermovir und Rifampicin wird nichtoral)/ Letermovir AUC 0,81 (0,67; 0,98) empfohlen.(480 mg einmal täglich Cmax 1,01 (0,79; 1,28)oral) C24 0,14 (0,11; 0,19)(Summe aus OATP1B1/3-und/oder P-gp-Inhibition und
P-gp/UGT-Induktion)(600 mg einmal täglich ↓ Letermoviroral [24 Stunden nach AUC 0,15 (0,13; 0,17)der Anwendung von Cmax 0,27 (0,22; 0,31)
Rifampicin])§/ C24 0,09 (0,06; 0,12)
Letermovir (480 mgeinmal täglich oral) (P-gp/UGT-Induktion)
Antipsychotika
Thioridazin Interaktion nicht untersucht. Thioridazin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Thioridazin wird nichtempfohlen.
Endothelinantagonisten
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Bosentan Interaktion nicht untersucht. Bosentan kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Bosentan wird nichtempfohlen.
Virostatika
Aciclovir‡ ↔ Aciclovir Keine Dosisanpassung erforderlich.(400 mg AUC 1,02 (0,87; 1,2)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,82 (0,71; 0,93)(480 mg täglich)
Valaciclovir Interaktion nicht untersucht. Keine Dosisanpassung erforderlich.
Erwartet:↔ Valaciclovir
Pflanzliche Präparate
Johanniskraut Interaktion nicht untersucht. Johanniskraut kann die(Hypericum perforatum) Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Die gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Johanniskraut istkontraindiziert.
HIV-Medikamente
Efavirenz Interaktion nicht untersucht. Efavirenz kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.(P-gp/UGT-Induktion) Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Efavirenz wird nicht↑ oder ↓ Efavirenz empfohlen.(CYP2B6-Inhibition oder -
Induktion)
Etravirin, Nevirapin, Interaktion nicht untersucht. Diese antiretroviralen Arzneimittel
Ritonavir, Lopinavir Erwartet: können die Plasmakonzentration von↓ Letermovir Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir mit diesen antiretroviralen
Arzneimitteln wird nicht empfohlen.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
HMG-CoA-Reduktase-HemmerAtorvastatin‡ ↑ Atorvastatin Statin-bedingte Nebenwirkungen wie(20 mg Einzeldosis)/ AUC 3,29 (2,84; 3,82) Myopathien sollten engmaschig
Letermovir (480 mg Cmax 2,17 (1,76; 2,67) überwacht werden. Bei gemeinsamertäglich) Anwendung von Letermovir sollte die(CYP3A, Atorvastatin-Dosis 20 mg täglich nicht
OATP1B1/3-Inhibition) überschreiten#.
Obwohl nicht untersucht, wird erwartet,dass bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin das
Ausmaß des Anstiegs der
Plasmakonzentrationen von
Atorvastatin größer ist als bei alleiniger
Gabe von Letermovir.
Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin ist
Atorvastatin kontraindiziert.
Simvastatin, Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Pitavastatin, Erwartet: Plasmakonzentrationen dieser Statine
Rosuvastatin ↑ HMG-CoA-Reduktase- erheblich erhöhen. Daher wird eine
Hemmer gleichzeitige Anwendung mit
Letermovir allein nicht empfohlen.
(CYP3A,
OATP1B1/3-Inhibition) Wenn Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist die
Anwendung dieser Statinekontraindiziert.
Fluvastatin, Pravastatin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von Statinen↑ HMG-CoA-Reduktase- erhöhen.
Hemmer
Bei gemeinsamer Anwendung von(OATP1B1/3- und/oder Letermovir mit diesen Statinen ist unter
BCRP-Inhibition) Umständen eine Dosisreduktion der
Statine erforderlich#. Statin-bedingte
Nebenwirkungen wie z.B. Myopathiesollten engmaschig überwacht werden.
Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin wird
Pravastatin nicht empfohlen, währendfür Fluvastatin unter Umständen eine
Dosisreduktion erforderlich ist#. Statin-bedingte Nebenwirkungen wie z.B.
Myopathie sollten engmaschigüberwacht werden.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
ImmunsuppressivaCiclosporin ↑ Ciclosporin Falls Letermovir gemeinsam mit(50 mg Einzeldosis)/ AUC 1,66 (1,51; 1,82) Ciclosporin angewendet wird, sollte die
Letermovir (240 mg Cmax 1,08 (0,97; 1,19) Dosis von Letermovir bei Erwachsenentäglich) auf 240 mg einmal täglich reduziert(CYP3A-Inhibition) werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1),
Ciclosporin ↑ Letermovir ebenso bei pädiatrischen Patienten mit(200 mg AUC 2,11 (1,97; 2,26) einem Gewicht über 30 kg (siehe
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,48 (1,33; 1,65) Abschnitt 4.2). Wenn intravenöses(240 mg täglich) Letermovir bei pädiatrischen Patienten(OATP1B1/3-Inhibition) mit einem Gewicht unter 30 kggleichzeitig mit Ciclosporinangewendet wird, ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitt 4.2).
Die Vollblutkonzentration von
Ciclosporin sollte engmaschigüberwacht werden, während
Letermovir angewendet, die
Anwendungsart geändert und wenn esabgesetzt wird. Die Dosis von
Ciclosporin sollte entsprechendangepasst werden#.
Mycophenolatmofetil ↔Mycophenolsäure Keine Dosisanpassung erforderlich.(1 g AUC 1,08 (0,97; 1,20)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,96 (0,82; 1,12)(480 mg täglich)↔ Letermovir
AUC 1,18 (1,04; 1,32)
Cmax 1,11 (0,92; 1,34)
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Sirolimus‡ ↑ Sirolimus Die Vollblutkonzentration von(2 mg AUC 3,40 (3,01; 3,85) Sirolimus sollte engmaschig überwacht
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 2,76 (2,48; 3,06) werden, während Letermovir(480 mg täglich) angewendet, wenn die Anwendungsart(CYP3A-Inhibition) geändert und wenn es abgesetzt wird.
Die Dosis von Sirolimus sollte
Interaktion nicht untersucht. entsprechend angepasst werden#.
Erwartet: Die Vollblutkonzentration von↔ Letermovir Sirolimus sollte bei der gemeinsamen
Anwendung von Letermovir mit
Ciclosporin bei Beginn und nach dem
Absetzen von Ciclosporin engmaschigüberwacht werden.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist auchdie Fachinformation von Sirolimus zuspezifischen Dosierungsempfehlungenbei Anwendung von Sirolimus mit
Ciclosporin zu beachten.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, kann der
Anstieg der Plasmakonzentration von
Sirolimus ausgeprägter sein als unter
Letermovir allein.
Tacrolimus ↑ Tacrolimus Die Vollblutkonzentration von(5 mg AUC 2,42 (2,04; 2,88) Tacrolimus sollte engmaschig
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,57 (1,32; 1,86) überwacht werden, während(480 mg täglich) (CYP3A-Inhibition) Letermovir angewendet, wenn die
Tacrolimus ↔ Letermovir Anwendungsart geändert und wenn es(5 mg AUC 1,02 (0,97; 1,07) abgesetzt wird. Die Dosis von
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,92 (0,84; 1) Tacrolimus sollte entsprechend(80 mg zweimal täglich) angepasst werden#.
Orale KontrazeptivaEthinylestradiol (EE) ↔ EE Keine Dosisanpassung erforderlich.(0,03 mg)/ AUC 1,42 (1,32; 1,52)
Levonorgestrel (LNG)‡ Cmax 0,89 (0,83; 0,96)(0,15 mg)
Einzeldosis/Letermovir ↔ LNG(480 mg täglich) AUC 1,36 (1,30; 1,43)
Cmax 0,95 (0,86; 1,04)
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Andere Kontrazeptiva Risiko für ↓ kontrazeptiver Letermovir kann diemit systemischer Steroide Plasmakonzentrationen anderer oraler
Wirkung kontrazeptiver Steroide reduzieren unddadurch deren Wirksamkeitbeeinträchtigen. Um einenangemessenen kontrazeptiven Schutzmit einem oralen Kontrazeptivum zugewährleisten, sollten solche
Kontrazeptiva gewählt werden, die
Ethinylestradiol und Levonorgestrelenthalten.
Antidiabetika
Repaglinid Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Repaglinid↑ oder ↓ Repaglinid erhöhen oder reduzieren (der
Nettoeffekt ist nicht bekannt).(CYP2C8-Induktion,
CYP2C8- und Eine gemeinsame Anwendung wird
OATP1B-Inhibition) nicht empfohlen.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, istaufgrund der zusätzlichen OATP1B-
Inhibition durch Ciclosporin zuerwarten, dass die
Plasmakonzentrationen von Repaglinidansteigen. Eine gemeinsame
Anwendung wird nicht empfohlen#.
Glibenclamid Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Glibenclamid↑ Glibenclamid erhöhen.
(OATP1B1/3-Inhibition, Eine engmaschige Überwachung der
CYP3A-Inhibition, Glucose-Konzentrationen wird
CYP2C9-Induktion) während der ersten beiden Wochennach Beginn oder Beendigung der
Anwendung von Letermovir, sowie bei
Änderung der Anwendungsart von
Letermovir empfohlen.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist auchdie Fachinformation von Glibenclamidzu spezifischen Dosierungs-empfehlungen zu beachten.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antiepileptika (siehe auch allgemeiner Teil)
Carbamazepin, Interaktion nicht untersucht. Carbamazepin oder Phenobarbital
Phenobarbital Erwartet: können die Plasmakonzentration von↓ Letermovir Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Carbamazepin oder
Phenobarbital wird nicht empfohlen.
Phenytoin Interaktion nicht untersucht. Phenytoin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir kann die
Plasmakonzentration von Phenytoin↓ Phenytoin reduzieren.
(CYP2C9/19-Induktion) Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Phenytoin wird nichtempfohlen.
Orale Antikoagulanzien
Warfarin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Warfarin↓ Warfarin reduzieren.
(CYP2C9-Induktion) Bei gemeinsamer Anwendung von
Warfarin mit Letermovir sollte die
International Normalised Ratio (INR)engmaschig überwacht werden#.
Während der ersten beiden Wochennach Beginn oder Beendigung der
Anwendung von Letermovir wird eine
Überwachung empfohlen, sowie bei
Änderung der Anwendungsart von
Letermovir oder des
Immunsuppressivums.
Dabigatran Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Dabigatran↓ Dabigatran reduzieren und seine Wirksamkeitvermindern. Aufgrund des Risikos(intestinale P-gp-Induktion) einer verminderten Wirksamkeit von
Dabigatran ist die gemeinsame
Anwendung zu vermeiden.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist
Dabigatran kontraindiziert.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Sedativa
Midazolam ↑ Midazolam Bei gemeinsamer Anwendung von(1 mg Einzeldosis intravenös: Letermovir mit Midazolam sollte eineintravenös)/Letermovir AUC 1,47 (1,37; 1,58) engmaschige klinische Überwachung(240 mg einmal täglich Cmax 1,05 (0,94; 1,17) hinsichtlich einer Atemdepressionoral) und/oder einer verlängerten Sedierungoral: vorgenommen werden. Eine
Midazolam (2 mg AUC 2,25 (2,04; 2,48) Dosisanpassung von Midazolam sollte
Einzeldosis Cmax 1,72 (1,55; 1,92) in Betracht gezogen werden#. Deroral)/Letermovir Anstieg der Plasmakonzentrationen(240 mg einmal täglich (CYP3A-Inhibition) von Midazolam kann größer sein, wennoral) Midazolam oral gemeinsam mit
Letermovir in klinischer Dosis gegebenwird, als bei der untersuchten Dosis.
Opioidagonisten
Beispiele: Alfentanil, Interaktion nicht untersucht. Eine engmaschige Überwachung
Fentanyl Erwartet: hinsichtlich mit diesen Arzneimitteln↑ über CYP3A assoziierten Nebenwirkungen wirdmetabolisierter Opioide während einer gemeinsamen
Anwendung empfohlen. Eine(CYP3A-Inhibition) Dosisanpassung der über CYP3Ametabolisierten Opioide kannerforderlich sein# (siehe Abschnitt 4.4).
Eine Überwachung ist auch bei
Änderung der Anwendungsartempfohlen. Bei gemeinsamer
Anwendung von Letermovir mit
Ciclosporin kann das Ausmaß der
Erhöhung der Plasmakonzentrationender über CYP3A metabolisierten
Opioide noch größer sein. Eineengmaschige klinische Überwachunghinsichtlich einer Atemdepressionund/oder einer länger anhaltenden
Sedierung sollte während dergemeinsamen Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin und
Alfentanil oder Fentanyl erfolgen.
Beachten Sie dazu die jeweilige
Fachinformation (siehe Abschnitt 4.4).
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antiarrhythmika
Amiodaron Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Amiodaron↑ Amiodaron erhöhen.
(hauptsächlich Bei gemeinsamer Anwendung wird
CYP3A-Inhibition und eine regelmäßige Überwachung von
CYP2C8-Inhibition mit Amiodaron assoziiertenoder -Induktion) Nebenwirkungen empfohlen. Beigemeinsamer Anwendung von
Amiodaron mit Letermovir sollte die
Konzentration von Amiodaronregelmäßig kontrolliert werden#.
Chinidin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Chinidin↑ Chinidin erhöhen.
(CYP3A-Inhibition) Eine engmaschige klinische
Überwachung sollte während der
Anwendung von Letermovir mit
Chinidin erfolgen. Beachten Sie dazudie entsprechende Fachinformation #.
Kardiovaskuläre Arzneimittel
Digoxin‡ ↔ Digoxin Keine Dosisanpassung erforderlich.(0,5 mg AUC 0,88 (0,80; 0,96)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,75 (0,63; 0,89)(240 mg zweimaltäglich) (P-gp-Induktion)
Protonenpumpen-Hemmer
Omeprazol Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von↓ Omeprazol CYP2C19-Substraten reduzieren.
(Induktion von CYP2C19) Klinische Überwachung und
Dosisanpassung können erforderlich
Interaktion nicht untersucht. sein.
Erwartet:↔ Letermovir
Pantoprazol Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von↓ Pantoprazol CYP2C19-Substraten reduzieren.
(vermutlich aufgrund der Klinische Überwachung und
Induktion von CYP2C19) Dosisanpassung können erforderlichsein.
Interaktion nicht untersucht.
Erwartet:↔ Letermovir
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90%
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Psychostimulanzien
Modafinil Interaktion nicht untersucht. Modafinil kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Modafinil wird nichtempfohlen.
* Diese Tabelle ist nicht vollständig.† ↓ = Abnahme; ↑ = Anstieg↔ = keine klinisch relevante Veränderung‡ Einseitig gerichtete Wechselwirkungsstudie zur Untersuchung der Wirkung von Letermovir aufdas gemeinsam angewendete Arzneimittel.§ Diese Daten stellen die Wirkung von Rifampicin auf Letermovir 24 Stunden nach Anwendung derfinalen Dosis von Rifampicin dar.# Beachten Sie die entsprechenden Fachinformationen.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine Daten über die Anwendung von Letermovir bei Schwangeren vor. Studien an Tierenhaben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Letermovir wird während einer Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine
Empfängnisverhütung verwenden, nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Letermovir in die Muttermilch übertritt. Verfügbarepharmakodynamische/toxikologische Daten von Tieren zeigten, dass Letermovir in die Muttermilchübertritt (siehe Abschnitt 5.3). Ein Risiko für Neugeborene/Kleinkinder kann nicht ausgeschlossenwerden. Unter Berücksichtigung des Vorteils des Stillens für das Kind und des Vorteils der Therapiefür die stillende Frau ist zu entscheiden, ob abzustillen ist oder die Anwendung von Letermovir zubeenden ist bzw. auf die Anwendung verzichtet wird.
FertilitätBei Ratten zeigten sich keine Auswirkungen auf die weibliche Fertilität. Eine irreversible testikuläre
Toxizität und eine Beeinträchtigung der Fertilität wurden bei männlichen Ratten beobachtet, jedochnicht bei männlichen Mäusen oder männlichen Affen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
MaschinenLetermovir kann einen geringfügigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen haben. Bei einigen Studienteilnehmern wurden während der Behandlung mit
Letermovir Ermüdung (Fatigue) und Schwindel (Vertigo) berichtet, welche die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Bewertung der Sicherheit von Letermovir beruht auf drei klinischen Phase-III-Studien.
HSCT
In der Studie P001 erhielten 565 erwachsene HSCT-Empfänger Letermovir oder Placebo über14 Wochen nach Transplantation und wurden hinsichtlich der Sicherheit bis Woche 24 nach
Transplantation nachbeobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Die am häufigsten berichteten
Nebenwirkungen, die bei mindestens 1% der Studienteilnehmer in der Letermovir-Gruppe undhäufiger als unter Placebo auftraten, waren: Übelkeit (7,2%), Diarrhö (2,4%) und Erbrechen (1,9%).
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die zum Absetzen von Letermovir führten, waren
Übelkeit (1,6%), Erbrechen (0,8%) und abdominaler Schmerz (0,5%).
In der Studie P040 erhielten 218 erwachsene HSCT-Empfänger Letermovir oder Placebo von
Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche 28 (~ 200 Tage) nach der HSCT und wurden hinsichtlich der
Sicherheit bis Woche 48 nach der HSCT nachbeobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Die gemeldeten
Nebenwirkungen stimmten mit dem in Studie P001 beschriebenen Sicherheitsprofil von Letermovirüberein.
NierentransplantationIn der Studie P002 erhielten 292 erwachsene Nierentransplantatempfänger Letermovir bis Woche 28(~ 200 Tage) nach der Transplantation (siehe Abschnitt 5.1).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen wurden bei erwachsenen Studienteilnehmern beschrieben, die
Letermovir in klinischen Studien erhielten. Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach
Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig(≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis< 1/1 000) oder sehr selten (< 1/10 000).
Tabelle 3: Unter Letermovir beschriebene Nebenwirkungen
Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Überempfindlichkeit
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenGelegentlich verminderter Appetit
Erkrankungen des NervensystemsGelegentlich Veränderung der Geschmackswahrnehmung,
Kopfschmerz
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich Schwindel (Vertigo)
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen
Gelegentlich abdominaler Schmerz
Leber- und GallenerkrankungenGelegentlich erhöhte Alaninaminotransferase, erhöhte
Aspartataminotransferase
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlich Muskelspasmen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich Kreatinin im Blut erhöht
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortGelegentlich Ermüdung (Fatigue), peripheres Ödem
Kinder und JugendlicheDie Sicherheitsbewertung von Letermovir bei pädiatrischen Patienten von der Geburt bis zu Patientenunter 18 Jahren basierte auf einer klinischen Phase 2b Studie (P030). In P030 wurden 63 HSCT-
Empfänger bis Woche 14 nach der HSCT mit Letermovir behandelt. Die Altersverteilung war wiefolgt: 28 Jugendliche, 14 Kinder im Alter von 7 bis unter 12 Jahren, 13 im Alter von 2 bis unter7 Jahren und 8 unter 2 Jahren (davon 5 unter 1 Jahr). Die Nebenwirkungen stimmten mit denenüberein, die in klinischen Studien mit Letermovir bei Erwachsenen beobachtet wurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen keine Erfahrungen zu Überdosierungen mit Letermovir beim Menschen vor. In klinischen
Phase-I-Studien erhielten 86 gesunde erwachsene Studienteilnehmer über einen Zeitraum von bis zu14 Tagen Letermovir in Dosen von 720 mg/Tag bis 1 440 mg/Tag. Das Nebenwirkungsprofil warvergleichbar mit dem unter der klinischen Dosis von 480 mg/Tag. Es gibt kein spezifisches Antidotbei Überdosierungen mit Letermovir. Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf
Nebenwirkungen hin zu überwachen und eine geeignete symptomatische Behandlung einzuleiten.
Es ist unbekannt, ob eine Dialyse zu einer nennenswerten Eliminierung von Letermovir aus dersystemischen Zirkulation führen wird.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, direkt wirkende
Antiinfektiva, ATC-Code: J05AX18
WirkmechanismusLetermovir hemmt den CMV-DNA-Terminase-Komplex, welcher für die Spaltung und Verpackungviraler Nachkommen-DNA erforderlich ist. Letermovir beeinflusst die Bildung von Genomeneinheitlicher Länge und beeinträchtigt die Virion-Reifung.
Antivirale AktivitätDer mediane EC50-Wert (mittlere effektive Konzentration) von Letermovir betrug gegenüber einer
Sammlung von klinischen CMV-Isolaten in einem Infektions-Zellkulturmodell 2,1 nM(Bereich 0,7 nM bis 6,1 nM; n=74).
Virale ResistenzDie CMV-Gene UL51, UL56 und UL89 kodieren für die Untereinheiten der CMV-DNA-Terminase.
CMV-Mutanten mit verminderter Empfindlichkeit gegenüber Letermovir wurden in Zellkulturenbestätigt. EC50-Werte für rekombinante CMV-Mutationen, welche die Substitutionen in pUL51(P91S), pUL56 (C25F, S229F, V231A, V231L, V236A, T244K, T244R, L254F, L257F, L257I,
F261C, F261L, F261S, Y321C, L328V, M329T, A365S, N368D) und pUL89 (N320H, D344E)exprimieren, waren 1,6- bis < 10-fach höher als die für das Wildtyp-Referenzvirus; diese
Substitutionen sind wahrscheinlich klinisch nicht relevant. Die EC50-Werte für rekombinante
CMV-Mutationen, welche die pUL51-Substitution A95V oder die pUL56-Substitutionen N232Y,
V236L, V236M, E237D, E237G, L241P, K258E, C325F, C325R, C325W, C325Y, R369G, R369M,
R369S und R369T exprimieren, waren 10- bis 9 300-fach höher als die für das Wildtyp-Referenzvirus;einige dieser Substitutionen wurden in Patienten beobachtet, bei denen in klinischen Studien die
Prophylaxe versagt hatte (siehe unten).
In klinischen StudienIn einer Phase-IIb-Studie, in der Letermovir-Dosen von 60, 120 oder 240 mg/Tag oder Placebo bis zu84 Tage bei 131 erwachsenen HSCT-Empfängern untersucht wurden, wurde eine DNA-
Sequenzanalyse einer ausgewählten Region von UL56 (Aminosäuren 231 bis 369) an Proben von 12mit Letermovir-behandelten Studienteilnehmern durchgeführt, bei denen die Prophylaxe versagt hatteund für die Proben zur Analyse zur Verfügung standen. Ein Studienteilnehmer (der 60 mg/Tag erhielt)wies eine Letermovir-resistente genotypische Variante (GV) (V236M) auf.
In einer Phase-III-Studie (P001) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL56 und UL89 mit 40 Proben von Letermovir-behandelten erwachsenen
Studienteilnehmern in der FAS-Population durchgeführt, bei denen die Prophylaxe versagt hatte undfür die Proben zur Analyse zur Verfügung standen. Bei zwei Studienteilnehmern wurden Letermovir-resistente genotypische Varianten (GVs) nachgewiesen, beide mit Substitutionen in pUL56. Ein
Studienteilnehmer wies die Substitution V236M und der andere Studienteilnehmer die Substitution
E237G auf. Bei einem weiteren Studienteilnehmer, der detektierbare CMV-DNA zu Studienbeginnaufwies (und dadurch nicht zur FAS-Population gehörte), wurden nach dem Absetzen der Letermovir-
Anwendung die pUL56 Substitutionen C325W und R369T nachgewiesen.
In einer Phase-III-Studie (P040) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben von 32 erwachsenen Studienteilnehmern(unabhängig von der Behandlungsgruppe) durchgeführt, bei denen ein Versagen der Prophylaxeauftrat oder welche die Behandlung aufgrund einer CMV-Virämie vorzeitig abbrachen. Es wurdenkeine Letermovir-Resistenz-assoziierten Substitutionen über dem validierten Testgrenzwert von 5%festgestellt.
In einer Phase-III-Studie (P002) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben von 52 mit Letermovir behandelten erwachsenen
Studienteilnehmern durchgeführt, bei denen eine CMV-Erkrankung auftrat oder welche die
Behandlung aufgrund einer CMV-Virämie vorzeitig abbrachen. Es wurden keine Letermovir-
Resistenz-assoziierten Substitutionen über dem validierten Testgrenzwert von 5% festgestellt.
In einer Phase 2b Studie (P030) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben durchgeführt, die von 10 mit Letermovir behandeltenpädiatrischen Studienteilnehmern bei einem Besuch zur Beurteilung einer CMV-Infektion entnommenwurden. Bei zwei Studienteilnehmern wurden insgesamt zwei Letermovir-Resistenz-assoziierte
Substitutionen festgestellt, die beide auf pUL56 abgebildet sind. Ein Studienteilnehmer hatte die
Substitution R369S und der andere hatte die Substitution C325W.
KreuzresistenzEine Kreuzresistenz mit Arzneimitteln mit einem anderen Wirkmechanismus ist unwahrscheinlich.
Letermovir ist vollständig wirksam gegenüber Viruspopulationen mit Substitutionen, die eine
Resistenz gegenüber CMV-DNA-Polymerase-Hemmern (Ganciclovir, Cidofovir und Foscarnet)vermitteln. Eine Gruppe rekombinanter CMV-Stämme mit Substitutionen, die eine Resistenzgegenüber Letermovir vermitteln, war vollständig empfindlich gegen Cidofovir, Foscarnet und
Ganciclovir, mit Ausnahme eines rekombinanten Stammes mit der pUL56 E237G-Substitution, dieeine 2,1-fache Verringerung der Ganciclovir-Empfindlichkeit im Vergleich zum Wildtyp vermittelt.
Kardiale ElektrophysiologieDer Einfluss von Letermovir in Dosen von bis zu 960 mg intravenös auf das QTc-Intervall wurde ineiner randomisierten, mit Einzeldosen durchgeführten, placebo- und verum-kontrollierten(Moxifloxacin 400 mg, oral) 4-phasischen Crossover-Thorough-QT-Studie an 38 gesundenerwachsenen Studienteilnehmern untersucht. Bei intravenöser Gabe von 960 mg führte Letermovir zukeiner klinisch relevanten Verlängerung des QTc-Intervalls, wobei die Plasmakonzentrationen ca. 2-fach höher waren als bei einer 480 mg intravenösen Dosis.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitErwachsene CMV-seropositive Empfänger [R+] einer allogenen hämatopoetischen
Stammzelltransplantation (HSCT)
P001: Prophylaxe bis Woche 14 (~ 100 Tage) nach HSCT
Zur Beurteilung der Letermovir-Prophylaxe als präventive Strategie gegen CMV-Reaktivierungenoder -Erkrankungen wurde die Wirksamkeit von Letermovir in einer multizentrischen, doppelblinden,placebokontrollierten Phase-III-Studie (P001) bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+]einer allogenen HSCT untersucht. Die Studienteilnehmer erhielten randomisiert (2:1) entweder
Letermovir in einer Dosis von 480 mg einmal täglich angepasst auf 240 mg bei gemeinsamer Gabe mit
Ciclosporin oder Placebo. Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach Studienzentrum und anhanddes Risikos (hoch vs. niedrig) für eine CMV-Reaktivierung zum Zeitpunkt des Einschlusses der
Studienteilnehmer. Die Behandlung mit Letermovir wurde nach HSCT (Tag 0-28 nach HSCT)begonnen und bis Woche 14 nach der HSCT fortgesetzt. Letermovir wurde entweder oral oderintravenös angewendet; die Dosierung von Letermovir war gleich und unabhängig von der Art der
Anwendung. Die Studienteilnehmer wurden bis einschließlich Woche 24 nach der HSCT undanschließend kontinuierlich bis Woche 48 nach HSCT bezüglich des primären
Wirksamkeitsendpunkts nachbeobachtet.
Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 14 nach der HSCT wöchentlich und bis Woche 24 nach der
HSCT alle 2 Wochen auf CMV-DNA untersucht, wobei eine präemptive Standardversorgungeingeleitet wurde, wenn die CMV-DNA-ämie als klinisch signifikant angesehen wurde. Die
Studienteilnehmer wurden dann bis Woche 48 nach HSCT nachbeobachtet.
Von den 565 behandelten Studienteilnehmern erhielten 373 Studienteilnehmer Letermovir (darunter99 Studienteilnehmer, die mindestens eine intravenöse Dosis erhielten) und 192 Placebo (darunter48 Studienteilnehmer, die mindestens eine intravenöse Dosis erhielten). Die mediane Dauer bis zum
Beginn der Letermovir-Anwendung betrug 9 Tage nach Transplantation. Bei 37% der
Studienteilnehmer war das Engraftment zu Studienbeginn erfolgt. Das mediane Alter betrug 54 Jahre(Bereich: 18 bis 78 Jahre); 56 Studienteilnehmer (15,0%) waren mindestens 65 Jahre alt: 58% warenmännlich; 82% waren weiß; 10% waren asiatischer Herkunft; 2% waren schwarz oder afrikanischer
Herkunft und 7% waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft. Zu Studienbeginn erhielten50% der Studienteilnehmer ein myeloablatives Regime, 52% erhielten Ciclosporin und 42% erhielten
Tacrolimus. Die häufigsten primären Gründe für die Transplantation waren akute myeloische
Leukämie (38%), myeloblastisches Syndrom (15%) und Lymphom (13%). 12% der Studienteilnehmerwaren zu Studienbeginn CMV-DNA-positiv.
Zu Studienbeginn hatten 31% der Studienteilnehmer ein hohes Risiko für eine Reaktivierung, definiertdurch eines oder mehrere der folgenden Kriterien: Bezüglich des humanen
Leukozyten-Antigens(HLA) verwandte (Geschwister-) Spender mit mindestens einer Diskrepanz aneinem der folgenden drei HLA-Gen-Loci: HLA-A, -B oder-DR, haplo-identischer Spender; nichtverwandter Spender mit mindestens einer Diskrepanz an einem der folgenden vier HLA-Gen-Loci:
HLA-A, -B, -C und -DRB1; Verwendung von Nabelschnurblut als Stammzellquelle; Verwendung vonex vivo T-Zell-depletierten Transplantaten; Graft-Versus-Host-Disease (GVHD) Grad 2 oder höher,die systemische Kortikosteroide erfordert.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der klinisch signifikanten CMV-Infektion wurde in P001 definiertdurch die Häufigkeit einer CMV-DNA-ämie mit erforderlicher präemptiver Anti-CMV-Therapie(PET) oder durch das Auftreten einer CMV-Endorganerkrankung. Es wurde nach dem Non-
Completer = Failure (NC = F)-Ansatz vorgegangen, wonach jeder Studienteilnehmer als
Prophylaxeversager galt, der die Studie vor Woche 24 nach HSCT abbrach oder bei dem in Woche 24nach HSCT kein Ergebnis vorlag.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine überlegene Wirksamkeit gegenüber
Placebo, wie in Tabelle 4 dargestellt. Der geschätzte Anwendungsunterschied von -23,5% warstatistisch signifikant (einseitiger p-Wert < 0,0001).
Tabelle 4: P001: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei HSCT-Empfängern ([NC = F]-Ansatz,
FAS-Population)
Letermovir Placebo(N = 325) (N = 170)
Parameter n (%) n (%)
Primärer Wirksamkeitsendpunkt (Anteil der 122 (37,5) 103 (60,6)
Studienteilnehmer mit Prophylaxe-Versagen bis
Woche 24)
Gründe für das Prophylaxe-Versagen†
Klinisch signifikante CMV-Infektion 57 (17,5) 71 (41,8)
CMV-DNA-ämie mit erforderlicher Anti-CMV- 52 (16,0) 68 (40,0)
PET
CMV-Endorganerkrankung 5 (1,5) 3 (1,8)
Studienabbruch 56 (17,2) 27 (15,9)
Fehlendes Ergebnis 9 (2,8) 5 (2,9)
Stratum-adjustierter Anwendungsunterschied(Letermovir-Placebo)§
Unterschied (95% KI) -23,5 (-32,5, -14,6)p-Wert < 0,0001† Die Kategorien für ein Prophylaxeversagen schließen sich gegenseitig aus und basieren auf der
Hierarchie der Kategorien in der aufgeführten Reihenfolge.§ 95% KI und p-Wert für die Behandlungsunterschiede bezüglich des prozentualen Ansprechenswurden unter Verwendung der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei der
Unterschied nach dem harmonischen Mittel der Stichprobengröße pro Studienarm für jede Schicht(hohes oder geringes Risiko) gewichtet wurde. Für die Abklärung der statistischen Signifikanz wurdeein 1-seitiger p-Wert ≤ 0,0249 verwendet.
FAS = Vollständiger Analysesatz (full analysis set); FAS umfasst randomisierte Studienteilnehmer,die mindestens eine Dosis der Studienmedikation erhalten haben, und schließt Studienteilnehmer mitnachweisbarer CMV-DNA vor Studienbeginn aus. Ansatz zur Handhabung fehlender Werte: Non-
Completer = Failure (NC = F)-Ansatz. Unter Verwendung des (NC = F)-Ansatzes wurde ein
Versagen definiert als alle Studienteilnehmer mit einer klinisch signifikanten CMV-Infektion, oderdie die Studie vorzeitig abbrachen oder für die keine Ergebnisse bis Woche 24 nach HSCT vorlagen.
N = Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%) = Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subgruppe.
Anmerkung: Der Anteil der Studienteilnehmer mit nachweisbarer viraler CMV-DNA an Tag 1, dieeine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickelten, betrug bis Woche 24 nach HSCT 64,6%(31/48) in der Letermovir-Gruppe im Vergleich zu 90,9% (20/22) in der Placebo-Gruppe. Dergeschätzte Unterschied (95% KI für den Unterschied) betrug -26,1% (-45,9%; -6,3%), mit einemeinseitigen nominalen p-Wert von < 0,0048.
Zu den Faktoren, die mit einer CMV-DNA-ämie nach Woche 14 nach HSCT bei Letermovir-behandelten Studienteilnehmern assoziiert waren, zählten ein hohes Risiko für eine
CMV-Reaktivierung zu Studienbeginn, GVHD und Anwendung von Kortikosteroiden sowie ein
CMV-seronegativer Spenderstatus.
Abbildung 1: P001: Kaplan-Meier-Kurve über die Zeit bis zur Einleitung einer Anti-CMV-PEToder dem Ausbruch einer CMV-Endorganerkrankung bis Woche 24 nach Transplantation bei
HSCT-Empfängern (FAS-Population)
Letermovir vs Placebo50 Stratifizierter log-Rank Test, zweiseitiger p-Wert <0,000144,3%41,3% Placebo18,9%
Letermovir10 6,8%
Woche 0 Woche 14 Woche 24
Wochen nach Transplantation
Anzahl der Studienteilnehmer mit einem Risiko
Letermovir 325 270 212
Placebo 170 85 70
Zwischen den Letermovir - und Placebogruppen zeigte sich kein Unterschied hinsichtlich der
Häufigkeit von Engraftments oder der Zeit bis zu deren Auftreten.
In Bezug auf geringes und hohes Risiko einer CMV-Reaktivierung, konditionierende Regime undbegleitende immunsuppressive Regime erwies sich Letermovir in allen Subgruppen durchweg alswirksamer (siehe Abbildung 2).
Kumulative Rate einer
Klinisch relevanten CMV-Infektion (%)
Abbildung 2: P001: Forest-Diagramm des Anteils an Studienteilnehmern mit Einleitung einer
Anti-CMV-PET oder einer CMV-Endorganerkrankung bis Woche 24 nach HSCT nachausgewählten Subgruppen ([NC = F]-Ansatz, FAS-Population)
Gesamt (N=325, 170)
Risikoschicht
Hohes Risiko (n=102, 45)
Niedriges Risiko (n=223, 125)
Stammzellenquelle
Peripheres Blut (n=241, 117)
Knochenmark (n=72, 43)
Spenderdiskrepanz
Verwandte Spender mit Übereinstimmung (n=108, 58)
Verwandte Spender mit Nicht-Übereinstimmung (n=52, 18)
Nicht-verwandte Spender mit Übereinstimmung (n=122, 70)
Nicht-verwandte Spender mit Nicht-Übereinstimmung (n=43, 24)
Haploidentischer Spender
Ja (n=49, 17)
Nein (n=276, 153)
Konditionierungsregime
Myeloablativ (n=154, 85)
Konditionierung mit verminderter Intensität (n=86, 48)
Non-myeloablativ (n=85, 37)
Immunsuppressives Regime
Ciclosporin A (n=162, 90)
Tacrolimus (n=145, 69)
- 70 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20
Favorisiert Letermovir Favorisiert Placebo
Unterschied Letermovir - Placebo (%) und 95% K.I.
Non-Completer = Failure (NC = F). Unter Verwendung des (NC = F)-Ansatzes: alle Studienteilnehmer, die die Studie vor Woche 24 nach
Transplantation abbrachen oder für die keine Ergebnisse in Woche 24 nach Transplantation vorlagen, wurden als Therapieversager gezählt.
Studie P040: Prophylaxe von Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche 28 (~ 200 Tage) nach HSCT
Die Wirksamkeit der Verlängerung der Letermovir-Prophylaxe ab Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche28 (~200 Tage) nach HSCT bei Patienten mit einem Risiko für eine späte CMV-Infektion und -
Erkrankung wurde in einer multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie(P040) an erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen HSCT untersucht.
Geeignete Studienteilnehmer, welche die Letermovir-Prophylaxe ~ 100 Tage nach der HSCTabgeschlossen hatten, wurden randomisiert (2:1) und erhielten ab Woche 14 bis Woche 28 nach der
HSCT Letermovir oder Placebo. Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 28 nach der HSCT auf denprimären Wirksamkeitsendpunkt hin überwacht und die Nachbeobachtung außerhalb der Behandlungwurde bis Woche 48 nach der HSCT fortgesetzt.
Von den 218 behandelten Studienteilnehmern erhielten 144 Studienteilnehmer Letermovir und74 Studienteilnehmer erhielten Placebo. Das mediane Alter betrug 55 Jahre (Bereich: 20 bis 74 Jahre);62% waren männlich; 79% hatten weiße Hautfarbe; 11% waren Asiaten; 2% hatten schwarze
Hautfarbe; und 10% waren Hispanoamerikaner oder Latinos. Die häufigsten Gründe für eine
Transplantation waren akute myeloische Leukämie (42%), akute lymphatische Leukämie (15%) undmyelodysplastisches Syndrom (11%).
Bei Studienbeginn hatten alle Studienteilnehmer Risikofaktoren für eine späte CMV-Infektion und -
Erkrankung, wobei 64% zwei oder mehr Risikofaktoren hatten. Zu den Risikofaktoren gehörten:
HLA-verwandter (Geschwister-)Spender mit mindestens einer Fehlpaarung an einem der folgendendrei HLA-Genorte: HLA-A, -B oder -DR; haploidentischer Spender; nicht verwandter Spender mitmindestens einer Fehlpaarung an einem der folgenden vier HLA-Genorte: HLA-A, -B, -C und -DRB1;
Verwendung von Nabelschnurblut als Stammzellquelle; Verwendung von ex vivo T-Zell-depletierten
Transplantaten; Erhalt von Anti-Thymozyten-Globulin; Erhalt von Alemtuzumab; Anwendung vonsystemischem Prednison (oder einem Äquivalent) in einer Dosis von ≥ 1 mg/kg Körpergewicht pro
Tag.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie P040 war die Inzidenz einer klinisch signifikanten
CMV-Infektion bis Woche 28 nach der HSCT. Eine klinisch signifikante CMV-Infektion wurdeentweder als das Auftreten einer CMV-Endorganerkrankung oder die Einleitung einer Anti-CMV-PETbasierend auf einer dokumentierten CMV-Virämie und dem klinischen Zustand des
Studienteilnehmers definiert. Es wurde der Observed Failure (OF)-Ansatz verwendet, bei dem
Studienteilnehmer, die eine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickelten oder die Studie wegen
Virämie vorzeitig abbrachen, als “Therapieversager“ gewertet wurden.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine überlegene Wirksamkeit gegenüber
Placebo, wie in Tabelle 5 dargestellt. Der geschätzte Behandlungsunterschied von -16,1% warstatistisch signifikant (einseitiger p-Wert = 0,0005). Die Wirksamkeit begünstigte Letermovir in allen
Subgruppen durchweg, basierend auf den Merkmalen der Studienteilnehmer (Alter, Geschlecht,ethnische Herkunft) und Risikofaktoren für eine späte CMV-Infektion und -Erkrankung.
Tabelle 5: Studie P040: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei HSCT-Empfängern mit einem Risikofür eine späte CMV-Infektion und -Erkrankung (OF-Ansatz, FAS-Population)
Letermovir Placebo(~ 200 Tage (~ 100 Tage
Parameter Letermovir) Letermovir)(N=144) (N=74)n (%) n (%)
Therapieversagen* 4 (2,8) 14 (18,9)
Klinisch signifikante CMV-Infektion bis 2 (1,4) 13 (17,6)
Woche 28†
Beginn einer PET basierend auf 1 (0,7) 11 (14,9)dokumentierter CMV-Virämie
CMV-Endorganerkrankung 1 (0,7) 2 (2,7)
Studienabbruch mit CMV-Virämie vor Woche 28 2 (1,4) 1 (1,4)
Stratum-angepasster Behandlungsunterschied(Letermovir (~ 200 Tage Letermovir)-Placebo(~ 100 Tage Letermovir)) ‡
Unterschied (95% KI) -16,1 (-25,8; -6,5)p-Wert 0,0005
* Die Kategorien für 'Therapieversagen“ schließen sich gegenseitig aus und basieren auf der
Hierarchie der Kategorien in der aufgeführten Reihenfolge.
† Eine klinisch signifikante CMV-Infektion wurde als CMV-Endorganerkrankung (nachgewiesenoder wahrscheinlich) oder Beginn einer PET basierend auf dokumentierter CMV-Virämie und demklinischen Zustand des Studienteilnehmers definiert.
‡ 95%-KIs und p-Wert für die Behandlungsunterschiede im prozentualen Ansprechen wurdenmithilfe der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei die Differenz mit demharmonischen Mittel der Probengröße pro Studienarm für jedes Stratum gewichtet wurde(haploidentischer Spender ja oder nein). Zur Angabe der statistischen Signifikanz wurde eineinseitiger p-Wert ≤ 0,0249 verwendet.
Ansatz zum Vorgehen bei fehlenden Werten: Observed Failure (OF)-Ansatz. Beim OF-Ansatz wurdeein Therapieversagen definiert als alle Studienteilnehmer, die ab Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche28 (~ 200 Tage) nach der HSCT eine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickelten oder die
Studie mit CMV-Virämie vorzeitig abbrachen.
N=Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%)=Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subkategorie.
Studie P002: Erwachsene CMV-seronegative Empfänger eines Nierentransplantats von einem CMV-seropositiven Spender [D+/R-]
Um die Letermovir-Prophylaxe als präventive Strategie für CMV-Erkrankungen bei
Nierentransplantatempfängern zu bewerten, wurde die Wirksamkeit von Letermovir in einermultizentrischen, doppelblinden, aktiv komparator-kontrollierten Nichtunterlegenheitsstudie der
Phase-III (P002) bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern mit hohem Risiko [D+/R-]untersucht. Die Studienteilnehmer wurden randomisiert (1:1) und erhielten entweder Letermovir oder
Valganciclovir. Letermovir wurde gleichzeitig mit Aciclovir gegeben. Valganciclovir wurdegleichzeitig mit einem Placebo zu Aciclovir gegeben. Die Randomisierung wurde nach der
Verwendung oder Nichtverwendung einer hoch-zytolytischen Anti-Lymphozyten-Immuntherapiewährend der Induktion stratifiziert. Die Behandlung mit Letermovir oder Valganciclovir wurdezwischen Tag 0 und Tag 7 nach der Nierentransplantation begonnen und bis Woche 28 (~ 200 Tage)nach der Transplantation fortgesetzt. Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 52 nach der
Transplantation überwacht.
Von den 589 behandelten Studienteilnehmern erhielten 292 Studienteilnehmer Letermovir und297 Studienteilnehmer Valganciclovir. Das mediane Alter betrug 51 Jahre (Bereich: 18 bis 82 Jahre);72% waren männlich; 84% hatten weiße Hautfarbe; 2% waren Asiaten; 9% hatten schwarze
Hautfarbe; 17% waren Hispanoamerikaner oder Latinos; und 60% erhielten eine Niere von einemverstorbenen Spender. Die häufigsten Hauptgründe für eine Transplantation waren angeborenezystische Nierenerkrankung (17%), Hypertonie (16%) und Diabetes/diabetische Nephropathie (14%).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie P002 war die Inzidenz einer CMV-Erkrankung (CMV-
Endorganerkrankung oder CMV-Syndrom, bestätigt durch ein unabhängiges Beurteilungsgremium)bis Woche 52 nach der Transplantation. Es wurde der OF-Ansatz verwendet, bei dem
Studienteilnehmer, welche die Studie aus irgendeinem Grund vorzeitig abbrachen oder bei denen zudiesem Zeitpunkt Daten fehlten, nicht als “Therapieversager“ gewertet wurden.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine Nichtunterlegenheit gegenüber
Valganciclovir, wie in Tabelle 6 dargestellt.
Tabelle 6: Studie P002: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Nierentransplantatempfängern (OF-
Ansatz, FAS-Population)
Letermovir Valganciclovir
Parameter (N=289) (N=297)n (%) n (%)
CMV-Erkrankung* bis Woche 52 30 (10,4) 35 (11,8)
Stratum-adjustierter
Behandlungsunterschied (Letermovir-
Valganciclovir)†
Unterschied (95% KI) -1,4 (-6,5; 3,8)‡
* CMV-Erkrankungsfälle wurden von einem unabhängigen Beurteilungsausschuss bestätigt.
† Die 95%-KIs für die Behandlungsunterschiede im prozentualen Ansprechen wurden unter
Verwendung der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei die Differenz mitdem harmonischen Mittel der Probengröße pro Studienarm für jedes Stratum gewichtet wurde(Verwendung/Nichtverwendung einer hoch-zytolytischen, Anti- Lymphozyten-Immuntherapiewährend der Induktion).
‡ Basierend auf einer Nichtunterlegenheitsspanne von 10% ist Letermovir Valganciclovir nichtunterlegen.
Ansatz zum Vorgehen bei fehlenden Werten: Observed Failure (OF)-Ansatz. Beim OF-Ansatz gelten
Teilnehmer, die die Studie aus irgendeinem Grund vorzeitig abbrechen, nicht als“Therapieversager“.
Hinweis: Den in die Letermovir-Gruppe randomisierten Studienteilnehmern wurde Aciclovir zur
Prophylaxe des Herpes-simplex-Virus (HSV) und des Varizella-Zoster-Virus (VZV) gegeben. Denin die Valganciclovir-Gruppe randomisierten Studienteilnehmern wurde ein Placebo zu Aciclovirgegeben.
N=Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%)=Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subkategorie.
Die Wirksamkeit war in allen Subgruppen vergleichbar, einschließlich Geschlecht, Alter, ethnische
Herkunft, Region und der Verwendung/Nichtverwendung einer hoch-zytolytischen Anti-
Lymphozyten-Immuntherapie während der Induktion.
Kinder und JugendlicheStudie P030: Pädiatrische Empfänger einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation
Um die Letermovir Prophylaxe als präventive Strategie gegen CMV-Infektionen oder -Erkrankungenbei pädiatrischen Transplantatempfängern zu bewerten, wurde die Wirksamkeit von Letermovir ineiner multizentrischen, offenen, einarmigen Phase 2b Studie (P030) bei pädiatrischen Empfängerneiner allogenen HSCT untersucht. Das Studienmedikament wurde nach der HSCT (Tag 0-28 nach der
HSCT) begonnen und bis Woche 14 nach der HSCT fortgesetzt. Das Studienmedikament wurdeentweder oral oder intravenös gegeben; die Dosis von Letermovir richtete sich nach Alter,
Körpergewicht und Darreichungsform.
Von den 63 behandelten Studienteilnehmern waren 8 Teilnehmer 0 bis unter 2 Jahre alt, 27 waren 2bis unter 12 Jahre alt und 28 waren 12 bis unter 18 Jahre alt. Zu Studienbeginn erhielten 87 % der
Studienteilnehmer eine myeloablative Therapie, 67 % erhielten Ciclosporin und 27 % erhielten
Tacrolimus. Die häufigsten primären Gründe für eine Transplantation in der gesamten
Studienpopulation waren akute myeloische Leukämie (18 %) und aplastische Anämie (10 %), sowieeine kombinierte Immunschwäche (37,5 %) und familiäre hämophagozytische Lymphohistiozytose(25,0 %) bei Kindern unter 2 Jahren.
Sekundärer Wirksamkeitsendpunkt
Die Wirksamkeitsendpunkte von P030 waren sekundär und umfassten die Inzidenz klinischsignifikanter CMV-Infektionen bis Woche 14 nach HSCT und bis Woche 24 nach HSCT. Eineklinisch signifikante CMV-Infektion wurde als das Auftreten entweder einer CMV-
Endorganerkrankung oder die Einleitung einer Anti-CMV-PET basierend auf einer dokumentierten
CMV-Virämie und dem klinischen Zustand des Studienteilnehmer definiert. Die Inzidenz klinischsignifikanter CMV-Infektionen betrug bis Woche 14 nach HSCT 7,1 % bzw. bis Woche 24 nach
HSCT 10,7 %.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Letermovir wurde nach oraler und intravenöser Gabe bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern untersucht. Die Letermovir-Exposition erhöhte sich stärker alsdosisproportional sowohl bei oraler als auch bei intravenöser Gabe. Der Mechanismus istwahrscheinlich eine Sättigung/Autoinhibition von OATP1B1/3. Die Pharmakokinetik von Letermovirwurde auch nach oraler und intravenöser Anwendung bei erwachsenen HSCT-Empfängern (siehe
Tabelle 7) und bei pädiatrischen HSCT-Empfängern (siehe Tabellen 9 und 10) sowie nach oraler
Anwendung bei Nierentransplantatempfängern (siehe Tabelle 8) charakterisiert.
Gesunde erwachsene Studienteilnehmer
Die geometrischen mittleren Steady-State-AUC- und Cmax-Werte lagen bei 71 500 ng*h/ml bzw.13 000 ng/ml bei oraler Gabe von 480 mg Letermovir einmal täglich.
Letermovir erreichte einen Steady State innerhalb von 9 bis 10 Tagen mit einem
Kumulationsverhältnis von 1,2 für AUC und 1 für Cmax.
Erwachsene HSCT-Empfänger
Die AUC von Letermovir wurde unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen(PK)-Analysen mittels Phase-III-Daten der Studie P001 geschätzt (siehe Tabelle 7). Die Unterschiedebezüglich der Exposition sind für alle Behandlungsregime klinisch nicht relevant; die Wirksamkeitwar über den Bereich der in der Studie P001 beobachteten Expositionen hinweg konsistent.
Tabelle 7: Letermovir AUC (ng*h/ml)-Werte bei erwachsenen HSCT-Empfängern
Behandlungsregime Median (90% Vorhersageintervall)*480 mg oral, ohne Ciclosporin 34 400 (16 900, 73 700)480 mg intravenös, ohne Ciclosporin 100 000 (65 300, 148 000)240 mg oral, mit Ciclosporin 60 800 (28 700, 122 000)240 mg intravenös, mit Ciclosporin 70 300 (46 200, 106 000)
* Populationsbasierte Post-hoc-Vorhersagen aus der populationsbasierten PK-Analyse mittels
Phase-III-Daten
Erwachsene Empfänger von Nierentransplantaten
Die AUC von Letermovir wurde unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen(PK)-Analysen mittels Phase-III-Daten der Studie P002 geschätzt (siehe Tabelle 8). Die Wirksamkeitwar über den Bereich der in der Studie P002 beobachteten Expositionen hinweg konsistent.
Tabelle 8: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern
Behandlungsregime Median (90% Vorhersageintervall)*480 mg oral, ohne Ciclosporin 62 200 (28 900, 145 000)240 mg oral, mit Ciclosporin 57 700 (26 900, 135 000)
* Mediane und 90%-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung des Phase-
III-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
Hinweis: Die PK von Letermovir wurde nach intravenöser Anwendung bei
Nierentransplantatempfängern nicht untersucht. Die prognostizierte AUC nach intravenöser
Anwendung ähnelt der vom Modell vorhergesagten AUC nach intravenöser Anwendung bei HSCT-
Empfängern (siehe Tabelle 7).
ResorptionLetermovir wurde bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern rasch resorbiert mit einer medianen
Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (Tmax) von 1,5 bis 3,0 Stunden und nahmbiphasisch ab. Bei erwachsenen HSCT-Empfängern wurde die Bioverfügbarkeit von Letermovir beioraler Gabe von 480 mg Letermovir einmal täglich ohne Ciclosporin auf etwa 35% geschätzt. Dieinter-individuelle Variabilität der Bioverfügbarkeit wurde auf etwa 37% geschätzt. Bei erwachsenen
Nierentransplantatempfängern wurde die Bioverfügbarkeit von Letermovir bei einmal täglicher oraler
Gabe von 480 mg Letermovir ohne Ciclosporin auf etwa 60% geschätzt.
Wirkung von Ciclosporin
Bei erwachsenen HSCT-Empfängern erhöhte die gemeinsame Anwendung mit Ciclosporin die
Plasmakonzentrationen von Letermovir durch eine Inhibition von OATP1B. Bei oraler Gabe von240 mg Letermovir einmal täglich und gemeinsamer Anwendung mit Ciclosporin wurde die
Bioverfügbarkeit von Letermovir bei Patienten auf etwa 85% geschätzt.
Wenn Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin gegeben wird, beträgt die empfohlene Letermovir-Dosisbei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg 240 mgeinmal täglich (siehe Abschnitt 4.2). Wenn intravenöses Letermovir bei pädiatrischen Patienten miteinem Gewicht unter 30 kg gleichzeitig mit Ciclosporin angewendet wird, ist keine Dosisanpassungerforderlich (siehe Abschnitt 4.2).
Einfluss von NahrungBei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern hatte die orale Einnahme einer 480 mg Letermovir
Tablette als Einzeldosis mit einer Standardmahlzeit mit hohem Fett- und hohem Kaloriengehalt keine
Auswirkung auf die Gesamtexposition (AUC) und führte zu einer etwa 30%-igen Erhöhung der
Spitzenplasmakonzentrationen (Cmax) von Letermovir. Letermovir-Tabletten können oral mit oderohne Nahrung eingenommen werden, wie es in den klinischen Studien gehandhabt wurde (siehe
Abschnitt 4.2).
Bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern führte die orale Einnahme einer 240-mg-Einzeldosisvon Letermovir Granulat mit weicher Nahrung (Pudding oder Apfelmus) zu einer Erhöhung von etwa13 % und 20 % der Gesamtexposition (AUC) und von etwa 25 % und 33 % der Spitzenkonzentration(Cmax) von Letermovir. Letermovir Granulat kann mit weicher Nahrung gegeben werden, so wie es inder pädiatrischen Studie gehandhabt wurde (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird das mittlere Steady-
State-Verteilungsvolumen bei erwachsenen HSCT-Empfängern nach intravenöser Anwendung auf45,5 l geschätzt.
In vitro ist Letermovir, unabhängig vom untersuchten Konzentrationsbereich (3 bis 100 mg/l),größtenteils (98,2%) an menschliche Plasmaproteine gebunden. Bei niedrigeren Konzentrationenwurde eine Sättigung beobachtet. Die Blut-Plasma-Verteilung von Letermovir beträgt 0,56 und istunabhängig von dem in vitro untersuchten Konzentrationsbereich (0,1 bis 10 mg/l).
In präklinischen Verteilungsstudien wird Letermovir auf Organe und Gewebe verteilt, wobei diehöchsten Konzentrationen im Magen-Darm-Trakt, im Gallengang und in der Leber und in niedrigen
Konzentrationen im Gehirn beobachtet wurden.
BiotransformationDer Hauptanteil der mit Letermovir verwandten Komponenten liegt im Plasma in unveränderter Formvor (96,6%). Es werden keine wesentlichen Metaboliten im Plasma nachgewiesen. Letermovir wirdteilweise durch Glucuronidierung, die durch UGT1A1/1A3 vermittelt wird, eliminiert.
EliminationBei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern beträgt die mittlere scheinbare terminale Halbwertszeitvon Letermovir etwa 12 Stunden bei intravenöser Gabe von 480 mg Letermovir. Die
Haupteliminationswege von Letermovir sind die biliäre Exkretion sowie die direkte Glucuronidierung.
Dieser Vorgang umfasst die hepatischen Aufnahmetransporter OATP1B1 und 3, gefolgt von einerdurch UGT1A1/3 katalysierten Glucuronidierung.
Unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird die scheinbare
Steady-State-CL von Letermovir nach intravenöser Anwendung von 480 mg bei erwachsenen
HSCT-Empfängern auf 4,84 l/h geschätzt. Die interindividuelle Variabilität für CL wird auf 24,6%geschätzt.
Exkretion
Nach oraler Gabe von radioaktiv markiertem Letermovir wurden 93,3% der Radioaktivität in den
Faeces wiedergefunden. Letermovir wurde hauptsächlich als unveränderte Ausgangssubstanz, ingeringerer Menge (6% der Dosis) als Acylglucuronid-Metabolit, biliär in den Faeces ausgeschieden.
Das Acylglucuronid ist in den Faeces instabil. Die Urinausscheidung von Letermovir warvernachlässigbar (< 2% der Dosis).
Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen
LeberfunktionsstörungDie AUC von ungebundenem Letermovir war bei erwachsenen Studienteilnehmern mit moderater(Child-Pugh-Klasse B [CP-B], Score von 7-9) Leberfunktionsstörung etwa 81% und schwerer (Child-
Pugh-Klasse C [CP-C], Score von 10-15) Leberfunktionsstörung etwa 4-fach höher als bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern. Die Veränderungen der Letermovir-Exposition bei erwachsenen
Studienteilnehmern mit mäßiger Leberfunktionsstörung sind klinisch nicht relevant.
Bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung in Kombination mit mäßiger oder schwerer
Nierenfunktionsstörung ist mit ausgeprägten Erhöhungen der Exposition von ungebundenem
Letermovir zu rechnen (siehe Abschnitt 4.2).
NierenfunktionsstörungKlinische Studie bei einer Population mit Nierenfunktionsstörung
Die AUC von ungebundenem Letermovir war bei erwachsenen Studienteilnehmern mit moderater(eGFR von 31,0 bis 56,8 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörung etwa 115% und mit schwerer(eGFR von 11,9 bis 28,1 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörung etwa 81% höher als bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern. Die Veränderungen der Letermovir-Exposition aufgrund vonmoderaten oder schweren Nierenfunktionsstörungen gelten als klinisch nicht relevant. Es wurdenkeine Studienteilnehmer mit terminaler Niereninsuffizienz untersucht.
Nach einer Nierentransplantation (Studie P002)
Unter Verwendung einer populationsbasierten pharmakokinetischen Analyse war die AUC von
Letermovir bei erwachsenen Studienteilnehmern mit leichter (CrCl größer oder gleich 60 bis wenigerals 90 ml/min), moderater (CrCl größer oder gleich 30 bis weniger als 60 ml/min) oder schwerer (CrClgrößer oder gleich 15 bis weniger als 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung etwa 12%, 27% bzw. 35%höher als im Vergleich zu erwachsenen Studienteilnehmern mit einer CrCl größer oder gleich90 ml/min. Diese Unterschiede gelten als klinisch nicht relevant.
GewichtUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird die AUC von
Letermovir bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern mit einem Gewicht von 80-100 kg um18,7% niedriger geschätzt als bei Studienteilnehmern mit einem Gewicht von 67 kg. Basierend aufeiner populationsbasierten pharmakokinetischen Analyse bei erwachsenen Empfängern von
Nierentransplantaten (Studie P002) wird geschätzt, dass die AUC von Letermovir bei Personen miteinem Gewicht von mehr als 80 kg im Vergleich zu Personen mit einem Gewicht von weniger als odergleich 80 kg um 26% niedriger ist. Diese Unterschiede sind klinisch nicht relevant.
Ethnische ZugehörigkeitUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern wird die AUC von Letermovir bei Asiaten im Vergleich zu Weißenum 33,2% höher geschätzt. Dieser Unterschied ist klinisch nicht relevant.
GeschlechtUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen bestehen zwischenerwachsenen Frauen und Männern bezüglich Letermovir keine pharmakokinetischen Unterschiede.
Ältere PatientenUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen hat das Alter keinen
Einfluss auf die Pharmakokinetik von Letermovir. Eine altersabhängige Dosisanpassung ist nichterforderlich.
Kinder und JugendlicheDie AUC von Letermovir bei pädiatrischen HSCT-Empfängern wurde mithilfe einerpopulationspharmakokinetischen Analyse unter Verwendung der beobachteten PK-Daten aus Studie
P030 geschätzt (siehe Tabelle 9 und Tabelle 10). Die Expositionen für pädiatrische HSCT-Empfängerin allen Körpergewichtsbereichen liegen im Bereich der Expositionen, die bei den HSCT-
Referenzexpositionen für Erwachsene erreicht werden (siehe Tabelle 7).
Tabelle 9: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) nach oraler Einnahme bei pädiatrischen HSCT-
Empfängern
Median Orale Dosis, Median
Orale Dosis,
Körpergewicht (90% Vorhersage- mit (90% Vorhersage-ohne Ciclosporinintervall)* Ciclosporin intervall)*39 100 49 100
Ab 30 kg 480 mg 240 mg(18 700-81 300) (23 200-104 000)38 900 51 00015 kg bis unter 30 kg 240 mg 120 mg(20 200-74 300) (26 600-98 200)32 000 41 6007,5 kg bis unter 15 kg 120 mg 60 mg(16 700-59 300) (22 300-81 100)30 600 39 0005 kg bis unter 7,5 kg 80 mg 40 mg(16 200-55 000) (20 600-72 000)
* Mediane und 90 %-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung despädiatrischen HSCT-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
Tabelle 10: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) nach intravenöser Gabe bei pädiatrischen HSCT-
Empfängern
Median Median
Körpergewicht i.v. Dosis, ohne (90% Vorhersage- i.v. Dosis, mit (90% Vorhersage-
Ciclosporin Ciclosporinintervall)* intervall)*111 000 59 800
Ab 30 kg 480 mg 240 mg(55 700-218 000) (28 400-120 000)57 200 61 10015 kg bis unter 30 kg 120 mg 120 mg(29 700-113 000) (29 900-121 000)46 000 49 2007,5 kg bis unter 15 kg 60 mg 60 mg(24 300-83 900) (25 800-93 800)43 400 45 9005 kg bis unter 7,5 kg 40 mg 40 mg(24 300-81 000) (24 900-82 200)
* Mediane und 90 %-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung despädiatrischen HSCT-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Allgemeine ToxizitätEine irreversible testikuläre Toxizität wurde nur bei Ratten bei systemischer Exposition (AUC)beobachtet, die einer ≥ 3-fachen Exposition der beim Menschen empfohlenen Dosis (recommendedhuman dose = RHD) entspricht. Charakteristisch für diese Toxizität waren eine Degeneration der
Samenleiter und Oligospermie sowie Zellüberreste in den Nebenhoden einhergehend mitvermindertem Hoden- und Nebenhodengewicht. Es gab keine testikuläre Toxizität bei Ratten bei
Expositionen (AUC), die den Expositionen beim Menschen unter RHD ähnlich waren. Bei Gabehöchster getesteter Dosen, die dem bis zu 4-Fachen bzw. 2-Fachen der RHD entsprechen, wurde bei
Mäusen und Affen keine testikuläre Toxizität beobachtet. Die Relevanz für den Menschen ist nichtbekannt.
Es ist bekannt, dass Hydroxypropylbetadex bei Ratten eine Vakuolisierung in den Nieren verursachenkann, wenn es intravenös in Dosen von mehr als 50 mg/kg/Tag verabreicht wird. Eine Vakuolisierungwurde in den Nieren von Ratten beobachtet, die Letermovir intravenös erhielten, das mit1 500 mg/kg/Tag Hydroxypropylbetadex, einem Cyclodextrin, zubereitet war.
Die parenterale Gabe von Hydroxypropylbetadex mit ≥ 2 000 mg/kg war bei zahlreichen Tierarten miteinem Hörverlust aufgrund einer Schädigung des Innenohrs verbunden. Im Vergleich dazu war diemaximale Dosis von Hydroxypropylbetadex (120 mg/kg) bei intravenöser Gabe von PREVYMIS mitder beim Menschen maximal empfohlenen Dosis (MRHD) (von 120 mg/kg) in keiner Tierstudie mit
Hörverlust verbunden. Der Wirkstoff Letermovir ist nicht dafür bekannt, mit Ototoxizität verbundenzu sein.
KarzinogeneseEine 6-monatige orale Karzinogenitätsstudie an transgenen RasH2-Mäusen (Tg.RasH2) zeigte bis zuden höchsten getesteten Dosen von 150 mg/kg/Tag bei männlichen bzw. 300 mg/kg/Tag beiweiblichen Mäusen keine Hinweise auf eine für den Menschen relevante Tumorentstehung.
MutageneseLetermovir zeigte in einer Reihe von in-vitro- oder in-vivo-Assays, einschließlich mikrobieller
Mutagenese-Assays, Chromosomenaberrationstests in chinesischen Hamsterovarialzellen und in einerin-vivo-Maus-Mikronukleus-Studie, keine Genotoxizität.
ReproduktionIn Studien zur Fertilität und zur frühembryonalen Entwicklung an der Ratte zeigte Letermovir keinen
Einfluss auf die weibliche Fertilität. Bei männlichen Ratten wurden bei systemischen Expositionen≥ 3-fach der AUC beim Menschen unter RHD reduzierte Spermienkonzentration, reduzierte
Spermienmotilität und verminderte Fertilität beobachtet (siehe Allgemeine Toxizität).
Bei Affen, die Letermovir erhielten, gab es bei systemischen Expositionen von etwa dem 2-Fachen der
AUC beim Menschen unter RHD anhand der histopathologischen Beurteilung, der Messung der
Hodengröße, der Blut-Hormon-Analyse (follikelstimulierendes Hormon, Inhibin B und Testosteron)und der Spermienuntersuchung (Spermienzahl, -motilität und -morphologie) keinen Hinweis auftestikuläre Toxizität.
Entwicklung
Bei Ratten wurde eine Toxizität bei den Muttertieren (einschließlich Verringerung der
Körpergewichtszunahme) bei 250 mg/kg/Tag beobachtet (entsprechend etwa das 11-Fache der AUCunter RHD); bei den Nachkommen wurden ein vermindertes Fetalgewicht mit verzögerter
Verknöcherung, leicht ödematösen Feten und eine erhöhte Inzidenz verkürzter Nabelschnüre sowie
Veränderungen und Fehlbildungen an Wirbeln, Rippen und Becken beobachtet. Bei Dosen von50 mg/kg/Tag (etwa das 2,5-Fache der AUC unter RHD) wurden keine Effekte auf die Muttertiereoder auf die Entwicklung der Nachkommen beobachtet.
Bei Kaninchen wurde eine Toxizität bei den Muttertieren (einschließlich Mortalität und Aborte) bei225 mg/kg/Tag beobachtet (etwa das 2-Fache der AUC unter RHD); bei den Nachkommen wurde eineerhöhte Inzidenz von Fehlbildungen und Veränderungen der Wirbel und Rippen beobachtet.
In der prä- und postnatalen Entwicklungsstudie wurde Letermovir trächtigen Ratten oral verabreicht.
Es wurde keine Entwicklungstoxizität bis zur höchsten getesteten Exposition beobachtet (2-Faches der
AUC unter RHD).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Hydroxypropylbetadex (Cyclodextrin)
Natriumchlorid
Natriumhydroxid (E524)
Wasser für Injektionszwecke6.2 Inkompatibilitäten
Inkompatible Arzneimittel
PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist physikalisch inkompatibel mit
Amiodaronhydrochlorid, Amphotericin B (liposomal), Aztreonam, Cefepimhydrochlorid,
Ciprofloxacin, Ciclosporin, Diltiazemhydrochlorid, Filgrastim, Gentamicinsulfat, Levofloxacin,
Linezolid, Lorazepam, Midazolam HCl, Mycophenolatmofetilhydrochlorid, Ondansetron,
Palonosetron.
Dieses Arzneimittel darf außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Inkompatible intravenöse Infusionsbeutel- und Infusionsset-Materialien
PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist inkompatibel mit
Diethylhexylphthalat(DEHP)-Weichmacher- und Polyurethan-haltigen intravenösen
Infusionssetschläuchen.
Dieses Arzneimittel darf nur mit den in Abschnitt 6.6 genannten intravenösen Infusionsbeutel- und
Infusionsset-Materialien angewendet werden.
6.3 Dauer der Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche: 3 Jahre
Nach Anbruch: Unmittelbar zu verwenden
Lagerung der verdünnten Lösung
Chemische und physikalische Stabilität während des Gebrauchs wurde für 48 Stunden bei 25 °C undfür 48 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht ist das Produktunmittelbar zu verwenden. Wird es nicht sofort verwendet, liegen die Lagerungszeitenund -bedingungen vor der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und solltennormalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung erfolgteunter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen für die Temperatur einzuhalten.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Für die Lagerungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Durchstechflasche aus Klarglas Typ I (30 ml) mit einem 20 mm fluorummantelten Chlorbutylstopfenmit Aluminium flip-off Verschluss mit 12 ml (mittelgrüner Verschluss) oder 24 ml (dunkelblauer
Verschluss) Lösung.
Packungsgröße: 1 Durchstechflasche6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
HandhabungPREVYMIS Durchstechflaschen sind nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen.
ZubereitungPREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung muss vor der intravenösen Anwendungverdünnt werden.
Den Inhalt der Durchstechflasche vor der Verdünnung auf Verfärbungen und Partikel überprüfen.
PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist eine klare, farblose Lösung undkann einige wenige produktbezogene kleine durchscheinende oder weiße Partikel enthalten. Die
Durchstechflasche darf nicht verwendet werden, wenn die Lösung trüb oder verfärbt ist oder andere
Bestandteile als ein paar kleine durchscheinende oder weiße Partikel enthält.
Das PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung darf nicht mit Infusionsbeutel- und
Infusionsset-Materialien verwendet werden, die Polyurethan oder den Weichmacher
Diethylhexylphthalat (DEHP) enthalten. Materialien, die phthalatfrei sind, sind auch DEHP-frei.
Die Durchstechflasche von PREVYMIS nicht schütteln.
Für die 480-mg- oder die 240-mg-Dosis, den Inhalt einer Einzeldosis-Durchstechflasche (entweder12 ml für eine 240-mg-Dosis oder 24 ml für eine 480-mg-Dosis) von PREVYMIS Konzentrat zur
Herstellung einer Infusionslösung in einen mit 250 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%)-
Injektionslösung oder Glucose 50 mg/ml (5%)-Injektionslösung vorgefüllten Infusionsbeutel gebenund die verdünnte Lösung durch vorsichtiges Umdrehen mischen. Nicht schütteln. Wenn eine
Durchstechflasche in einen 250-ml-Beutel mit intravenösem Verdünnungsmittel gegeben wird, liegendie endgültigen Konzentrationsbereiche von Letermovir bei 0,9 mg/ml (für eine 240-mg-Dosis) und1,8 mg/ml (für eine 480-mg-Dosis).
Für die 120-mg- oder 60-mg-Dosis bereiten Sie PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer
Infusionslösung gemäß Tabelle 11 unten in 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Injektionslösung oder5 % Glucose zu und mischen Sie die verdünnte Lösung durch sanftes Schwenken. Nicht schütteln.
Für die 40-mg-Dosis bereiten Sie PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösunggemäß Tabelle 12 unten entweder in Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Lösung zur Injektion oder 5 %
Glucose vor und mischen Sie die verdünnte Lösung durch sanftes Schwenken. Nicht schütteln.
Tabelle 11: Zubereitung der intravenösen PREVYMIS-Lösung für Dosen von 120 mg oder60 mg
Volumen von 20 mg/ml Finales Finale
Intravenöse Dosis PREVYMIS Konzentrat zur Infusions- Konzentration
Herstellung einer Infusionslösung volumen von Letermovir120 mg 6 ml von 20 mg/ml 75 ml 1,6 mg/ml60 mg 3 ml von 20 mg/ml 50 ml 1,2 mg/ml
Tabelle 12: Zubereitung der intravenösen PREVYMIS-Lösung für Dosen von 40 mg
Finales Finale
Intravenöse Dosis Volumen von 2 mg/ml PREVYMIS Infusions- Konzentration
Lösung (1:10)*volumen von Letermovir40 mg 20 ml von 2 mg/ml 20 ml 2 mg/ml
* Um eine 2 mg/ml PREVYMIS Lösung herzustellen, fügen Sie 5 ml 20 mg/ml PREVYMIS
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung aus der Durchstechflasche zu 45 ml
Verdünnungsmittel (Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung oder 5 % Glucose) hinzu undmischen vorsichtig.
Einmal verdünnt, ist die Lösung von PREVYMIS klar und farblos bis gelb. Farbvarianten in diesem
Bereich beeinträchtigen die Qualität des Arzneimittels nicht. Die verdünnte Lösung sollte vor der
Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen geprüft werden. Die verdünnte Lösung ist zuverwerfen, wenn sie trüb oder verfärbt ist oder andere Bestandteile als ein paar kleine durchscheinendeoder weiße Partikel enthält.
AnwendungSiehe Abschnitt 4.2.
PREVYMIS verdünnte Lösung muss unter Verwendung eines sterilen 0,2 µm oder 0,22 µm
Polyethersulfon(PES)-Inline-Filters angewendet werden.
Kompatible intravenöse Lösungen und andere Arzneimittel
PREVYMIS Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%)-und Glucose 50 mg/ml (5%)-Injektionslösungen kompatibel.
PREVYMIS darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln und Lösungsmittelkombinationen mit
Ausnahme der nachstehend aufgeführten über denselben intravenösen Zugang (oder dieselbe Kanüle)angewendet werden.
Liste der kompatiblen Arzneimittel für die Zubereitung von PREVYMIS und Arzneimittel* in
Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9%)-Injektionslösung
* Ampicillin-Natrium * Fluconazol
* Ampicillin-Natrium/Sulbactam-Natrium * Humanes Insulin
* Antithymocytenglobulin * Magnesiumsulfat
* Caspofungin * Methotrexat
* Daptomycin * Micafungin
* Fentanylcitrat
* Beachten Sie die jeweilige Fachinformation, um sich über die Kompatibilität bei gleichzeitiger
Anwendung zu vergewissern.
Liste der kompatiblen Arzneimittel für die Zubereitung von PREVYMIS und Arzneimittel* in
Glucose 50 mg/ml (5%)-Injektionslösung
* Amphotericin B (Lipidkomplex)† * Hydrocortison-Natriumsuccinat
* Anidulafungin * Morphinsulfat
* Cefazolin-Natrium * Norepinephrin-Bitartrat
* Ceftarolin * Pantoprazol-Natrium
* Ceftriaxon-Natrium * Kaliumchlorid
* Doripenem * Kaliumphosphat
* Famotidin * Tacrolimus
* Folsäure * Telavancin
* Ganciclovir-Natrium * Tigecyclin
* Beachten Sie die jeweilige Fachinformation, um sich über die Kompatibilität bei gleichzeitiger
Anwendung zu vergewissern.
† Amphotericin B ist als Lipidkomplex mit PREVYMIS kompatibel. Mit liposomalem
Amphotericin B ist PREVYMIS jedoch nicht kompatibel (siehe Abschnitt 6.2).
Kompatible intravenöse Infusionsbeutel- und Infusionsset-Materialien
PREVYMIS ist kompatibel mit den folgenden intravenösen Infusionsbeutel- und Infusionsset-
Materialien. Alle nachstehend nicht aufgeführten intravenösen Infusionsbeutel- oder Infusionsset-
Materialien dürfen nicht verwendet werden.
Intravenöse Infusionsbeutel-Materialien
Polyvinylchlorid (PVC), Ethylenvinylacetat (EVA) und Polyolefin (Polypropylen und Polyethylen)
Infusionsset-Materialien
PVC, Polyethylen (PE), Polybutadien (PBD), Silikonkautschuk (SR), Styrol-Butadien-Copolymer(SBC), Styrol-Butadien-Styrol-Copolymer (SBS), Polystyrol (PS)
Weichmacher
Tris (2-ethylhexyl) trimellitat (TOTM), Butylbenzylphthalat (BBP)
Katheter
Strahlenundurchlässiges Polyurethan
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Merck Sharp & Dohme B.V.
Waarderweg 392031 BN Haarlem
Niederlande8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
EU/1/17/1245/003
EU/1/17/1245/0049. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 8. Januar 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. August 202210. STAND DER INFORMATION
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.
1. BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL
PREVYMIS 20 mg Granulat im Beutel
PREVYMIS 120 mg Granulat im Beutel2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
PREVYMIS 20 mg Granulat im Beutel
Jeder Beutel enthält 20 mg Letermovir.
PREVYMIS 120 mg Granulat im Beutel
Jeder Beutel enthält 120 mg Letermovir.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJeder 20-mg-Beutel enthält 1,7 mg Lactose (als Monohydrat).
Jeder 120-mg-Beutel enthält 9,9 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Granulat im Beutel (Granulat)
Beiges Granulat mit einem Durchmesser von ca. 2 mm.
4. KLINISCHE ANGABEN4.1 Anwendungsgebiete
PREVYMIS wird zur Prophylaxe einer Cytomegalievirus (CMV)-Reaktivierung und -Erkrankung beierwachsenen und pädiatrischen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenenhämatopoetischen Stammzelltransplantation (hematopoietic stem cell transplant [HSCT]) mit einem
Gewicht von mindestens 5 kg angewendet.
PREVYMIS wird zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung bei CMV-seronegativen erwachsenen undpädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 40 kg angewendet, die eine
Nierentransplantation von einem CMV-seropositiven Spender erhalten haben [D+/R-].
Offizielle Leitlinien zur fachgerechten Anwendung von antiviralen Wirkstoffen sollten beachtetwerden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Letermovir sollte durch einen Arzt eingeleitet werden, der über Erfahrungen inder Behandlung von Patienten verfügt, die eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantationoder eine Nierentransplantation erhalten haben.
DosierungLetermovir ist auch als Filmtabletten (240 mg und 480 mg) und als Konzentrat zur Herstellung einer
Infusionslösung verfügbar (240 mg und 480 mg).
Letermovir Tabletten, Granulat im Beutel und das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösungsind austauschbar. Die jeweilige Anwendung liegt im Ermessen des Arztes. Bei pädiatrischen
Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg kann eine Dosisanpassung erforderlich sein, wenn zwischenoraler und intravenöser Darreichungsform gewechselt wird. Hinweise zur Dosierung finden Sie in der
Fachinformation für das Letermovir Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
HSCT
Mit der Einnahme von Letermovir sollte nach einer HSCT begonnen werden. Mit der Einnahme von
Letermovir kann am Tag der Transplantation begonnen werden und nicht später als 28 Tage nach der
HSCT. Mit der Einnahme von Letermovir kann vor oder nach dem Engraftment (Anwachsen des
Transplantats) begonnen werden. Eine Prophylaxe mit Letermovir sollte über einen Zeitraum von100 Tagen nach HSCT fortgeführt werden.
Eine verlängerte Prophylaxe mit Letermovir, die über 100 Tage nach HSCT hinausgeht, kann fürmanche Patienten, bei denen ein hohes Risiko für eine späte CMV-Reaktivierung besteht, von Nutzensein (siehe Abschnitt 5.1). Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von Letermovir übereinen Zeitraum von mehr als 200 Tagen wurde in klinischen Studien nicht untersucht.
Erwachsene und pädiatrische Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg, die eine HSCTerhalten haben
Die empfohlene Dosis von Letermovir beträgt 480 mg einmal täglich, die mit vier Beuteln mit je120 mg angewendet werden kann.
Dosisanpassung bei erwachsenen Patienten und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht vonmindestens 30 kg, die eine HSCT erhalten haben
Wenn Letermovir in Kombination mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis von Letermovirauf 240 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Dosis von Letermovir auf 240 mg einmal täglich reduziert werden.
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Dosis von Letermovir auf 480 mg einmal täglich erhöht werden.
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
Pädiatrische Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg, die eine HSCT erhalten haben
Die empfohlenen Dosen von Letermovir für pädiatrische Patienten mit einem Gewicht unter 30 kgsind in Tabelle 1 aufgeführt (siehe auch Abschnitt 5.2). Letermovir sollte einmal täglich angewendetwerden.
Bei Patienten, die Tabletten schlucken können, können Letermovir Filmtabletten angewendet werden.
Informationen zur Dosierung von Letermovir Filmtabletten finden Sie in der Fachinformation.
Dosisanpassung bei pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg, die eine HSCT erhaltenhaben
Wenn orales Letermovir gleichzeitig mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Letermovir-Dosisreduziert werden, wie in Tabelle 1 dargestellt (siehe auch Abschnitte 4.5 und 5.2).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Letermovir-Dosis der täglichen oralen Dosis entsprechen, die zusammen mit
Ciclosporin angewendet wird (siehe Tabelle 1).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Letermovir-Dosis der täglichen oralen Dosis entsprechen, die ohne Ciclosporin angewendetwird (siehe Tabelle 1).
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
Tabelle 1: Empfohlene Dosis von Letermovir Granulat im Beutel ohne oder mit Ciclosporin beipädiatrischen Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg
Gabe ohne Ciclosporin Gabe mit Ciclosporin
Körpergewicht Anzahl der Anzahl der
Orale Letermovir Beutel Orale Letermovir Beutel
Tagesdosis Tagesdosiseinmal täglich einmal täglich15 kg bis unter240 mg Zwei 120 mg Beutel 120 mg Ein 120 mg Beutel30 kg7,5 kg bis unter120 mg Ein 120 mg Beutel 60 mg Drei 20 mg Beutel15 kg5 kg bis unter80 mg Vier 20 mg Beutel 40 mg Zwei 20 mg Beutel7,5 kg
NierentransplantationLetermovir sollte am Tag der Transplantation und spätestens 7 Tage nach der Nierentransplantationbegonnen und bis 200 Tage nach der Transplantation fortgesetzt werden.
Erwachsene und pädiatrische Patienten mit einem Gewicht von mindestens 40 kg, die eine
Nierentransplantation erhalten haben
Die empfohlene Dosis von Letermovir beträgt 480 mg einmal täglich, die mit vier Beuteln mit je120 mg angewendet werden kann.
Dosisanpassung bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens40 kg, die eine Nierentransplantation erhalten haben
Wenn Letermovir in Kombination mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis von Letermovirauf 240 mg einmal täglich reduziert werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir eingeleitet, sollte dienächste Dosis von Letermovir auf 240 mg einmal täglich reduziert
* Wird Ciclosporin nach dem Beginn der Behandlung mit Letermovir abgesetzt, sollte die nächste
Dosis von Letermovir auf 480 mg einmal täglich erhöht werden.
* Wird die Ciclosporin-Dosierung aufgrund von zu hohen Ciclosporin-Spiegeln vorübergehendunterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich.
Vergessene DosisDie Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass eine vergessene Dosis Letermovir nachgeholtwerden muss, sobald dies bemerkt wird. Falls dies nicht bemerkt wird, bis es schon Zeit ist, dienächste Dosis einzunehmen, sollte die vergessene Dosis ausgelassen und mit dem gewohnten
Dosierungsschema fortgefahren werden. Die Patienten sollten ihre nächste Dosis nicht verdoppelnoder mehr einnehmen als verordnet.
Spezielle PatientengruppenEine altersgemäße Dosisanpassung von Letermovir ist nicht erforderlich (siehe Abschnitte 5.1 und5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter (Child-Pugh-Klasse A) oder mäßiger (Child-Pugh-Klasse B)
Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung von Letermovir erforderlich. Für Patienten mitschwerer (Child-Pugh-Klasse C) Leberfunktionsstörung wird Letermovir nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 5.2).
Gleichzeitig bestehende Leber- und Nierenfunktionsstörung
Für Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung und gleichzeitig bestehender mäßiger oder schwerer
Nierenfunktionsstörung wird Letermovir nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter, mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung wird keine Dosisanpassungvon Letermovir empfohlen. Für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD [end stage renaldisease]) mit oder ohne Dialyse ist eine Dosierungsempfehlung nicht möglich. Die Wirksamkeit und
Sicherheit bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz wurden nicht nachgewiesen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Letermovir bei HSCT-Patienten mit einem Gewicht unter 5 kgsowie von Patienten mit einer Nierentransplantation mit einem Gewicht unter 40 kg wurde nichtuntersucht. Es liegen keine Daten vor. Auf Basis einer pharmakokinetischen/pharmakodynamischen
Extrapolation konnte keine Empfehlung zur Dosierung bei Patienten mit Nierentransplantation miteinem Gewicht unter 40 kg gegeben werden.
Art der AnwendungOrale Anwendung (durch Einnahme oder über eine enterale Ernährungssonde).
Geben Sie Letermovir Granulat oral gemischt mit 1-3 Teelöffeln mit weicher Nahrung oder über einenasogastrale Sonde (NG-Sonde) oder eine perkutane Magensonde (PEG-Sonde) (siehe Abschnitt 6.6).
Nicht zerdrücken oder kauen, da dazu keine Untersuchungen durchgeführt wurden. Nach der
Einnahme kann weiter Nahrung oder eine Mahlzeit verzehrt werden.
4.3 Gegenanzeigen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Die gemeinsame Anwendung mit Pimozid (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Die gemeinsame Anwendung mit Mutterkornalkaloiden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Die gemeinsame Anwendung mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) (siehe Abschnitt 4.5).
Bei Kombination von Letermovir mit Ciclosporin:
* Die gemeinsame Anwendung mit Dabigatran, Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin oder
Pitavastatin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Überwachung der CMV-DNA bei HSCT-Empfängern
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Letermovir wurden in einer Phase-III-Studie (P001) bei HSCT-
Empfängern mit einem negativen CMV-DNA-Testergebnis vor Einleitung der Prophylaxenachgewiesen. Die CMV-DNA wurde wöchentlich bis Woche 14 nach Transplantation kontrolliertund anschließend alle 2 Wochen bis Woche 24. Im Falle einer klinisch signifikanten CMV-DNA-ämieoder einer CMV-Erkrankung wurde die Prophylaxe mit Letermovir beendet und eine
Standardversorgung mit einer präemptiven Therapie (PET) oder eine Behandlung eingeleitet. Bei den
Studienteilnehmern, bei denen eine Letermovir-Prophylaxe eingeleitet wurde und deren CMV-DNA-
Test anschließend positiv war, konnte die Prophylaxe fortgesetzt werden, wenn die Kriterien für eine
PET nicht erfüllt waren (siehe Abschnitt 5.1).
Risiko von Nebenwirkungen oder verminderter therapeutischer Wirkung durch
ArzneimittelwechselwirkungenDie gemeinsame Anwendung von Letermovir und bestimmten anderen Arzneimitteln kann zubekannten oder potenziell signifikanten Arzneimittelwechselwirkungen führen. In einigen Fällen kannes zu folgenden Auswirkungen kommen:
* möglichen klinisch signifikanten Nebenwirkungen infolge stärkerer Exposition gegenübergemeinsam angewendeten anderen Arzneimitteln oder Letermovir,
* signifikante Abnahme der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten Arzneimittelnund damit verminderte therapeutische Wirkung des gemeinsam angewendeten Arzneimittels.
In Tabelle 2 sind Maßnahmen zur Vorbeugung oder zur Handhabung von diesen bekannten oderpotenziell signifikanten Wechselwirkungen sowie Dosierungsempfehlungen angegeben (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.5).
WechselwirkungenLetermovir sollte zusammen mit Arzneimitteln, die CYP3A-Substrate mit einer geringentherapeutischen Breite sind (z.B. Alfentanil, Fentanyl und Chinidin), mit Vorsicht angewendet werden,da eine gemeinsame Anwendung zu erhöhten Plasmakonzentrationen von CYP3A-Substraten führenkann. Eine engmaschige Überwachung und/oder Dosisanpassung von gemeinsam angewendeten
CYP3A-Substraten wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Generell wird eine engmaschigere Überwachung der Konzentrationen von Ciclosporin, Tacrolimusund Sirolimus in den ersten beiden Wochen nach Beginn und nach Beendigung der Anwendung von
Letermovir (siehe Abschnitt 4.5) sowie auch nach Änderung der Anwendungsart von Letermovirempfohlen.
Letermovir ist ein moderater Induktor von Enzymen und Transportern. Diese Induktion kann die
Plasmakonzentrationen von einigen metabolisierten und transportierten Arzneimitteln senken (siehe
Abschnitt 4.5).
Ein therapeutisches Monitoring (therapeutic drug monitoring, TDM) wird daher für Voriconazolempfohlen. Die gemeinsame Anwendung von Dabigatran ist wegen des Risikos einer verminderten
Wirksamkeit von Dabigatran zu vermeiden.
Letermovir kann die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln erhöhen, die von OATP1B1/3transportiert werden, wie beispielsweise von vielen Statinen (siehe Abschnitt 4.5 und Tabelle 2).
Sonstige BestandteilePREVYMIS enthält Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Beutel, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Allgemeine Informationen über Unterschiede in der Exposition zwischen den verschiedenen
Therapieregimen mit Letermovir
- Die geschätzte Letermovir-Plasmaexposition ist unterschiedlich, abhängig vom gewählten
Dosierungsregime (siehe Tabelle in Abschnitt 5.2). Daher sind die klinischen Auswirkungen der
Letermovir-Wechselwirkungen abhängig vom gewählten Letermovir-Therapieregime und davon, ob
Letermovir mit Ciclosporin kombiniert wird oder nicht.
- Die Kombination von Ciclosporin und Letermovir kann zu stärker ausgeprägten oder zusätzlichen
Wirkungen auf gleichzeitig angewendete Arzneimittel führen im Vergleich zur alleinigen Gabe von
Letermovir (siehe Tabelle 2).
Wirkung anderer Arzneimittel auf Letermovir
Die Elimination von Letermovir erfolgt in vivo über biliäre Ausscheidung und Glucuronidierung. Dierelative Bedeutung dieser Eliminationswege ist nicht bekannt. Bei beiden Eliminationswegen erfolgtdie aktive Aufnahme in Hepatozyten über den hepatischen Aufnahmetransporter OATP1B1/3. Nachder Aufnahme wird die Glucuronidierung von Letermovir über UGT1A1 und 3 vermittelt. Außerdemscheint Letermovir dem P-gp- und BCRP-vermittelten Efflux in Leber und Darm zu unterliegen (siehe
Abschnitt 5.2).
Induktoren von metabolisierenden Enzymen oder Transportern
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir (mit oder ohne Ciclosporin) mit starken oder moderaten
Induktoren von Transportern (z. B. P-gp) und/oder Enzymen (z. B. UGTs) wird nicht empfohlen, dadies zu einem subtherapeutischen Plasmaspiegel von Letermovir führen kann (siehe Tabelle 2).
- Beispiele für starke Induktoren sind Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Rifabutin und
Phenobarbital.
- Beispiele für moderate Induktoren sind Thioridazin, Modafinil, Ritonavir, Lopinavir, Efavirenz und
Etravirin.
Die gemeinsame Anwendung mit Rifampicin führte zu einem initialen, klinisch nicht relevanten
Anstieg der Plasmakonzentration von Letermovir (aufgrund von OATP1B1/3- und/oder P-gp-
Inhibition), gefolgt von einer klinisch relevanten Abnahme der Plasmakonzentrationen von Letermovir(aufgrund der Induktion von P-gp/UGT) bei kontinuierlicher Anwendung von Rifampicin (siehe
Tabelle 2).
Zusätzliche Wirkungen anderer Arzneimittel auf Letermovir, die bei einer Kombination mit
Ciclosporin relevant sind
Inhibitoren von OATP1B1 oder 3
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir mit Inhibitoren der OATP1B1/3-Transporter kann zuerhöhten Plasmakonzentrationen von Letermovir führen. Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir und Ciclosporin (einem potenten OATP1B1/3-Inhibitor) wird bei erwachsenen undpädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg eine einmal tägliche Dosis von240 mg Letermovir empfohlen (siehe Tabelle 2 sowie Abschnitte 4.2 und 5.2). Wenn orales
Letermovir bei pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht unter 30 kg gleichzeitig mit Ciclosporinangewendet wird, sollte die Dosis reduziert werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2) Vorsicht ist gebotenbei der gemeinsamen Anwendung von anderen OATP1B1/3-Inhibitoren mit Letermovir und
Ciclosporin.- Beispiele für OATP1B1-Inhibitoren sind Gemfibrozil, Erythromycin, Clarithromycin sowie einige
Proteaseinhibitoren (Atazanavir, Simeprevir).
Inhibitoren von P-gp/BCRP (Brustkrebs-Resistenz-Protein, breast cancer resistance protein, BCRP)
In-vitro-Ergebnisse zeigen, dass Letermovir ein P-gp-/BCRP-Substrat ist. Änderungen der
Letermovir-Plasmakonzentrationen aufgrund einer Inhibition von P-gp/BCRP durch Itraconazol sindklinisch nicht relevant.
Wirkung von Letermovir auf andere Arzneimittel
Arzneimittel, die hauptsächlich über den Stoffwechsel ausgeschieden oder durch aktiven Transportbeeinflusst werden
Letermovir ist in aller Regel in vivo ein Induktor von Enzymen und Transportern. Im Allgemeinenkann eine Induktion erwartet werden, außer es wird gleichzeitig ein bestimmtes Enzym oder
Transporter inhibiert (siehe unten). Daher kann Letermovir potenziell zu niedrigeren
Plasmakonzentrationen und möglicherweise verminderter Wirksamkeit von gemeinsam angewendeten
Arzneimitteln führen, die hauptsächlich über den Metabolismus oder durch aktiven Transporteliminiert werden.
Das Ausmaß des induzierenden Effekts hängt von der Art der Anwendung von Letermovir ab unddavon, ob Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin angewendet wird. Der volle induzierende Effektkann 10 bis 14 Tage nach Beginn der Anwendung von Letermovir erwartet werden. Die Zeit, die einspezifisch betroffenes Arzneimittel jeweils braucht, den Steady State zu erreichen, wird ebenfalls die
Zeit beeinflussen, bis die volle Wirkung auf die Plasmakonzentrationen erreicht ist.
In vitro ist Letermovir ein Inhibitor von CYP3A, CYP2C8, CYP2B6, BCRP, UGT1A1, OATP2B1und OAT3 bei in vivo relevanten Konzentrationen. In-vivo-Studien zur Untersuchung des
Nettoeffektes auf CYP3A4, P-gp, OATP1B1/3 sowie auf CYP2C19 stehen zur Verfügung. Der
Nettoeffekt in vivo auf die anderen genannten Enzyme und Transporter ist nicht bekannt. Detaillierte
Informationen werden nachfolgend aufgeführt.
Es ist nicht bekannt, ob Letermovir die Exposition von Piperacillin/Tazobactam, Amphotericin B und
Micafungin beeinflusst. Mögliche Wechselwirkungen zwischen Letermovir und diesen Arzneimittelnwurden nicht untersucht. Aufgrund der Induktion besteht ein theoretisches Risiko für eine Senkung der
Plasmaspiegel, deren Ausmaß und klinische Bedeutung jedoch gegenwärtig nicht bekannt sind.
Über CYP3A metabolisierte Arzneimittel
In vivo ist Letermovir ein moderater Inhibitor von CYP3A. Die gemeinsame Anwendung von
Letermovir mit oralem Midazolam (ein CYP3A-Substrat) führt zu 2-bis 3-fach erhöhten
Plasmakonzentrationen von Midazolam. Die Anwendung von Letermovir kann zu klinisch relevanten
Erhöhungen der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten Substraten von CYP3A führen(siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
- Beispiele für solche Arzneimittel umfassen bestimmte Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin,
Tacrolimus, Sirolimus), HMG-CoA-Reduktase-Hemmer und Amiodaron (siehe Tabelle 2). Pimozidund Mutterkornalkaloide sind kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Das Ausmaß des durch CYP3A verursachten inhibitorischen Effekts hängt von der Art der
Anwendung von Letermovir ab und davon, ob Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin angewendetwird.
Aufgrund der zeitabhängigen Inhibition und der gleichzeitigen Induktion wird der Nettoeffekt der
Enzymhemmung möglicherweise erst nach 10 bis 14 Tagen erreicht. Die Zeitdauer, die ein spezifischbetroffenes Arzneimittel braucht, den Steady State zu erreichen, wird ebenfalls die Zeit beeinflussen,bis die volle Wirkung auf die Plasmakonzentrationen erreicht ist. Nach dem Behandlungsende dauertes 10 bis 14 Tage, bis der inhibitorische Effekt verschwunden ist. Bei einer Überwachung wirdempfohlen, diese in den ersten beiden Wochen nach Beginn und Absetzen der Anwendung von
Letermovir durchzuführen (siehe Abschnitt 4.4) sowie bei Änderung der Anwendungsart von
Letermovir.
Von OATP1B1/3 transportierte Arzneimittel
Letermovir ist ein Inhibitor von OATP1B1/3-Transportern. Die Anwendung von Letermovir kann zueinem klinisch relevanten Anstieg der Plasmakonzentrationen von gemeinsam angewendeten
Arzneimitteln, die Substrate von OATP1B1/3 sind, führen.
- Beispiele für solche Arzneimittel umfassen HMG-CoA-Reduktase-Hemmer, Fexofenadin, Repaglinidund Glibenclamid (siehe Tabelle 2). Bei Vergleich der Letermovir-Regime ohne Ciclosporin ist die
Wirkung nach intravenöser Gabe ausgeprägter als nach oraler Gabe von Letermovir.
Das Ausmaß der durch OATP1B1/3 vermittelten Inhibition auf andere gemeinsam angewendete
Arzneimittel ist vermutlich größer, wenn Letermovir zusammen mit Ciclosporin (einem potenten
OATP1B1/3-Inhibitor) angewendet wird. Dies ist zu beachten, wenn das Letermovir-Regime währendder Behandlung mit einem OATP1B1/3-Substrat geändert wird.
Über CYP2C9 und/oder CYP2C19 metabolisierte Arzneimittel
Die gemeinsame Anwendung von Letermovir mit Voriconazol (ein CYP2C19-Substrat) führt zusignifikant verminderten Voriconazol-Plasmakonzentrationen, was darauf hindeutet, dass Letermovirein Induktor von CYP2C19 ist. Auch CYP2C9 wird vermutlich induziert. Letermovir kann die
Exposition von CYP2C9- und /oder CYP2C19-Substraten verringern, so dass möglicherweisesubtherapeutische Konzentrationen erreicht werden.
- Zu diesen Arzneimitteln zählen u.a. Warfarin, Voriconazol, Diazepam, Lansoprazol, Omeprazol,
Esomeprazol, Pantoprazol, Tilidin und Tolbutamid (siehe Tabelle 2).
Es wird davon ausgegangen, dass die Wirkung bei oraler Anwendung von Letermovir ohne
Ciclosporin nicht so ausgeprägt ist, wie unter intravenöser Anwendung von Letermovir mit oder ohne
Ciclosporin oder oraler Anwendung von Letermovir mit Ciclosporin. Dies ist zu beachten, wenn das
Letermovir-Regime während der Behandlung mit einem CYP2C9- oder CYP2C19-Substrat geändertwird. Bitte beachten Sie bezüglich des zeitlichen Verlaufs der Interaktion auch die obenstehendenallgemeinen Hinweise zur Induktion.
Über CYP2C8 metabolisierte Arzneimittel
In vitro hemmt Letermovir CYP2C8, kann aber aufgrund seines Induktionspotenzials CYP2C8 auchinduzieren. Der Nettoeffekt in vivo ist nicht bekannt.
- Zu den Arzneimitteln, die hauptsächlich über CYP2C8 eliminiert werden, zählt Repaglinid (siehe
Tabelle 2). Die gemeinsame Anwendung von Repaglinid und Letermovir mit oder ohne Ciclosporinwird nicht empfohlen.
Arzneimittel, die intestinal über P-gp transportiert werden
Letermovir ist ein Induktor intestinalen P-gps. Die Anwendung von Letermovir kann die
Plasmakonzentrationen gemeinsam angewendeter Arzneimittel, für die der intestinale P-gp-Transporteine wichtige Rolle spielt, wie z. B. bei Dabigatran und Sofosbuvir, in klinisch bedeutsamem Ausmaßverringern.
Arzneimittel, die über CYP2B6 oder UGT1A1 metabolisiert oder von BCRP oder OATP2B1transportiert werden
Letermovir ist in vivo allgemein ein Induktor von CYP2B6 und UGT1A1, aber es wurde auchbeobachtet, dass es in vitro CYP2B6, UGT1A1, BCRP und OATP2B1 inhibiert. Der Nettoeffekt invivo ist nicht bekannt. Daher können die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die Substratedieser Enzyme oder Transporter sind, bei Kombination mit Letermovir ansteigen oder sinken. Einezusätzliche Überwachung kann notwendig sein; beachten Sie dazu die Fachinformationen solcher
Arzneimittel.
- Ein Beispiel für CYP2B6-metabolisierte Arzneimittel ist Bupropion.
- Beispiele für UGT1A1-metabolisierte Arzneimittel sind Raltegravir und Dolutegravir.
- Beispiele für BCRP-transportierte Arzneimittel sind Rosuvastatin und Sulfasalazin.
- Ein Beispiel für OATP2B1-transportierte Arzneimittel ist Celiprolol.
Arzneimittel, die über den renalen Transporter OAT3 transportiert werden
In-vitro-Daten legen nahe, dass Letermovir ein Inhibitor von OAT3 ist; daher kann Letermovir auch invivo ein OAT3-Inhibitor sein. Die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln, die über OAT3transportiert werden, können ansteigen.
- Beispiele für OAT3-transportierte Arzneimittel sind Ciprofloxazin, Tenofovir, Imipenem und
Cilastatin.
Allgemeine InformationenFalls aufgrund einer Anwendung von Letermovir Dosisanpassungen von gleichzeitig angewendeten
Arzneimitteln durchgeführt werden, sollten nach Beendigung der Anwendung von Letermovir die
Dosen wieder neu angepasst werden. Eine Dosisanpassung kann auch bei einem Wechsel der Art der
Anwendung oder des Immunsuppressivums erforderlich sein.
Tabelle 2 enthält eine Liste von bekannten oder potenziell klinisch signifikanten Wechselwirkungen.
Die aufgeführten Wechselwirkungen basieren auf Studien mit Erwachsenen, die mit Letermovirdurchgeführt wurden, oder sind zu erwartende Wechselwirkungen, die unter Letermovir auftretenkönnen (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4, 5.1 und 5.2).
Tabelle 2: Wechselwirkungen und Dosierungsempfehlungen für die gemeinsame Anwendungmit anderen Arzneimitteln. Beachten Sie, dass die Tabelle nicht vollständig ist, aber Beispielefür klinisch relevante Wechselwirkungen aufführt. Beachten Sie auch die obenstehendenallgemeinen Informationen zu Wechselwirkungen.
Soweit nicht anders angegeben, wurden die Studien zu Wechselwirkungen mit oral gegebenem
Letermovir ohne Ciclosporin bei Erwachsenen durchgeführt. Bitte berücksichtigen Sie, dass das
Interaktionspotenzial und die klinischen Auswirkungen unterschiedlich sein können, jenachdem, ob Letermovir oral oder intravenös angewendet wird oder ob es gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird. Bei Änderung der Anwendungsart oder Wechsel des
Immunsuppressivums sind die Empfehlungen zu Kombinationen erneut zu beachten.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antibiotika
Nafcillin Interaktion nicht untersucht. Nafcillin kann die Plasmakonzentration
Erwartet: von Letermovir verringern.↓ Letermovir Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Nafcillin wird nicht(P-gp/UGT-Induktion) empfohlen.
Antimykotika
Fluconazol ↔ Fluconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(400 mg AUC 1,03 (0,99; 1,08)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,95 (0,92; 0,99)(480 mg Einzeldosis) ↔ Letermovir
AUC 1,11 (1,01; 1,23)
Cmax 1,06 (0,93; 1,21)
Interaktion im Steady Statenicht untersucht.
Erwartet:↔ Fluconazol↔ Letermovir
Itraconazol ↔ Itraconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(200 mg einmal täglich AUC 0,76 (0,71; 0,81)oral)/Letermovir Cmax 0,84 (0,76; 0,92)(480 mg einmal täglichoral) ↔ Letermovir
AUC 1,33 (1,17; 1,51)
Cmax 1,21 (1,05; 1,39)
Posaconazol‡ ↔ Posaconazol Keine Dosisanpassung erforderlich.(300 mg AUC 0,98 (0,82; 1,17)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,11 (0,95; 1,29)(480 mg täglich)
Voriconazol‡ ↓ Voriconazol Falls eine gemeinsame Anwendung(200 mg zweimal AUC 0,56 (0,51; 0,62) erforderlich ist, wird ein TDM fürtäglich)/Letermovir Cmax 0,61 (0,53; 0,71) Voriconazol in den ersten beiden(480 mg täglich) Wochen nach Beginn oder Beendigung(CYP2C9/19-Induktion) der Anwendung von Letermovir sowiebei Änderung der Anwendungsart von
Letermovir oder des
Immunsuppressivums empfohlen.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antimykobakterielle Wirkstoffe
Rifabutin Interaktion nicht untersucht. Rifabutin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Rifabutin wird nichtempfohlen.
Rifampicin(600 mg Einzeldosis ↔ Letermoviroral)/Letermovir AUC 2,03 (1,84; 2,26)(480 mg Einzeldosis Cmax 1,59 (1,46; 1,74)oral) C24 2,01 (1,59; 2,54)(OATP1B1/3- und/oder P-gp-
Inhibition)(600 mg Einzeldosis ↔ Letermovirintravenös)/Letermovir AUC 1,58 (1,38; 1,81)(480 mg Einzeldosis Cmax 1,37 (1,16; 1,61)oral) C24 0,78 (0,65; 0,93) Mehrfachdosen von Rifampicinreduzieren die Plasmakonzentration(OATP1B1/3- und/oder P-gp- von Letermovir.
Inhibition) Eine gemeinsame Anwendung von(600 mg einmal täglich ↓ Letermovir Letermovir und Rifampicin wird nichtoral)/Letermovir AUC 0,81 (0,67; 0,98) empfohlen.(480 mg einmal täglich Cmax 1,01 (0,79; 1,28)oral) C24 0,14 (0,11; 0,19)(Summe aus OATP1B1/3-und/oder P-gp-Inhibition und
P-gp/UGT-Induktion)(600 mg einmal täglich ↓ Letermoviroral [24 Stunden nach AUC 0,15 (0,13; 0,17)der Anwendung von Cmax 0,27 (0,22; 0,31)
Rifampicin])§/Letermovi C24 0,09 (0,06; 0,12)r (480 mg einmal täglichoral) (P-gp/UGT-Induktion)
Antipsychotika
Thioridazin Interaktion nicht untersucht. Thioridazin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Thioridazin wird nichtempfohlen.
Endothelinantagonisten
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Bosentan Interaktion nicht untersucht. Bosentan kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Bosentan wird nichtempfohlen.
Virostatika
Aciclovir‡ ↔ Aciclovir Keine Dosisanpassung erforderlich.(400 mg AUC 1,02 (0,87; 1,2)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,82 (0,71; 0,93)(480 mg täglich)
Valaciclovir Interaktion nicht untersucht. Keine Dosisanpassung erforderlich.
Erwartet:↔ Valaciclovir
Pflanzliche Präparate
Johanniskraut Interaktion nicht untersucht. Johanniskraut kann die(Hypericum perforatum) Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Die gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Johanniskraut istkontraindiziert.
HIV-Medikamente
Efavirenz Interaktion nicht untersucht. Efavirenz kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.(P-gp/UGT-Induktion) Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Efavirenz wird nicht↑ oder ↓ Efavirenz empfohlen.(CYP2B6-Inhibition oder -
Induktion)
Etravirin, Nevirapin, Interaktion nicht untersucht. Diese antiretroviralen Arzneimittel
Ritonavir, Lopinavir Erwartet: können die Plasmakonzentration von↓ Letermovir Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir mit diesen antiretroviralen
Arzneimitteln wird nicht empfohlen.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
HMG-CoA-Reduktase-HemmerAtorvastatin‡ ↑ Atorvastatin Statin-bedingte Nebenwirkungen wie(20 mg Einzeldosis)/ AUC 3,29 (2,84; 3,82) Myopathien sollten engmaschig
Letermovir (480 mg Cmax 2,17 (1,76; 2,67) überwacht werden. Bei gemeinsamertäglich) Anwendung von Letermovir sollte die(CYP3A, Atorvastatin-Dosis 20 mg täglich nicht
OATP1B1/3-Inhibition) überschreiten#.
Obwohl nicht untersucht, wird erwartet,dass bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin das
Ausmaß des Anstiegs der
Plasmakonzentrationen von
Atorvastatin größer ist als bei alleiniger
Gabe von Letermovir.
Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin ist
Atorvastatin kontraindiziert.
Simvastatin, Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Pitavastatin, Erwartet: Plasmakonzentrationen dieser Statine
Rosuvastatin ↑ HMG-CoA-Reduktase- erheblich erhöhen. Daher wird eine
Hemmer gleichzeitige Anwendung mit
Letermovir allein nicht empfohlen.
(CYP3A,
OATP1B1/3-Inhibition) Wenn Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist die
Anwendung dieser Statinekontraindiziert.
Fluvastatin, Pravastatin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von Statinen↑ HMG-CoA-Reduktase- erhöhen.
Hemmer
Bei gemeinsamer Anwendung von(OATP1B1/3- und/oder Letermovir mit diesen Statinen ist unter
BCRP-Inhibition) Umständen eine Dosisreduktion der
Statine erforderlich#. Statin-bedingte
Nebenwirkungen wie z. B. Myopathiesollten engmaschig überwacht werden.
Bei gemeinsamer Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin wird
Pravastatin nicht empfohlen, währendfür Fluvastatin unter Umständen eine
Dosisreduktion erforderlich ist#. Statin-bedingte Nebenwirkungen wie z. B.
Myopathie sollten engmaschigüberwacht werden.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
ImmunsuppressivaCiclosporin ↑ Ciclosporin Falls Letermovir gemeinsam mit(50 mg Einzeldosis)/ AUC 1,66 (1,51; 1,82) Ciclosporin angewendet wird, sollte die
Letermovir (240 mg Cmax 1,08 (0,97; 1,19) Dosis von Letermovir bei Erwachsenentäglich) auf 240 mg einmal täglich reduziert(CYP3A-Inhibition) werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1),
Ciclosporin ↑ Letermovir ebenso bei pädiatrischen Patienten mit(200 mg AUC 2,11 (1,97; 2,26) einem Gewicht von mindestens 30 kg
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,48 (1,33; 1,65) (siehe Abschnitt 4.2). Wenn orales(240 mg täglich) Letermovir bei pädiatrischen Patienten(OATP1B1/3-Inhibition) mit einem Gewicht unter 30 kggleichzeitig mit Ciclosporinangewendet wird, sollte die Dosisreduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
Die Vollblutkonzentration von
Ciclosporin sollte engmaschigüberwacht werden, während
Letermovir angewendet, die
Anwendungsart geändert und wenn esabgesetzt wird. Die Dosis von
Ciclosporin sollte entsprechendangepasst werden#.
Mycophenolatmofetil ↔ Mycophenolsäure Keine Dosisanpassung erforderlich.(1 g AUC 1,08 (0,97; 1,20)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,96 (0,82; 1,12)(480 mg täglich)↔ Letermovir
AUC 1,18 (1,04; 1,32)
Cmax 1,11 (0,92; 1,34)
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Sirolimus‡ ↑ Sirolimus Die Vollblutkonzentration von(2 mg AUC 3,40 (3,01; 3,85) Sirolimus sollte engmaschig überwacht
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 2,76 (2,48; 3,06) werden, während Letermovir(480 mg täglich) angewendet, wenn die Anwendungsart(CYP3A-Inhibition) geändert und wenn es abgesetzt wird.
Die Dosis von Sirolimus sollte
Interaktion nicht untersucht. entsprechend angepasst werden#.
Erwartet:↔ Letermovir Die Vollblutkonzentration von
Sirolimus sollte bei der gemeinsamen
Anwendung von Letermovir mit
Ciclosporin bei Beginn und nach dem
Absetzen von Ciclosporin engmaschigüberwacht werden.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist auchdie Fachinformation von Sirolimus zuspezifischen Dosierungsempfehlungenbei Anwendung von Sirolimus mit
Ciclosporin zu beachten.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, kann der
Anstieg der Plasmakonzentration von
Sirolimus ausgeprägter sein als unter
Letermovir allein.
Tacrolimus ↑ Tacrolimus Die Vollblutkonzentration von(5 mg AUC 2,42 (2,04; 2,88) Tacrolimus sollte engmaschig
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 1,57 (1,32; 1,86) überwacht werden, während(480 mg täglich) (CYP3A-Inhibition) Letermovir angewendet, wenn die
Tacrolimus ↔ Letermovir Anwendungsart geändert und wenn es(5 mg AUC 1,02 (0,97; 1,07) abgesetzt wird. Die Dosis von
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,92 (0,84; 1,00) Tacrolimus sollte entsprechend(80 mg zweimal täglich) angepasst werden#.
Orale KontrazeptivaEthinylestradiol (EE) ↔ EE Keine Dosisanpassung erforderlich.(0,03 mg)/ AUC 1,42 (1,32; 1,52)
Levonorgestrel (LNG)‡ Cmax 0,89 (0,83; 0,96)(0,15 mg)
Einzeldosis/Letermovir ↔ LNG(480 mg täglich) AUC 1,36 (1,30; 1,43)
Cmax 0,95 (0,86; 1,04)
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Andere Kontrazeptiva Risiko für ↓ kontrazeptiver Letermovir kann diemit systemischer Steroide Plasmakonzentrationen anderer oraler
Wirkung kontrazeptiver Steroide reduzieren unddadurch deren Wirksamkeitbeeinträchtigen. Um einenangemessenen kontrazeptiven Schutzmit einem oralen Kontrazeptivum zugewährleisten, sollten solche
Kontrazeptiva gewählt werden, die
Ethinylestradiol und Levonorgestrelenthalten.
Antidiabetika
Repaglinid Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Repaglinid↑ oder ↓ Repaglinid erhöhen oder reduzieren (der
Nettoeffekt ist nicht bekannt).(CYP2C8-Induktion,
CYP2C8- und Eine gemeinsame Anwendung wird
OATP1B-Inhibition) nicht empfohlen.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, istaufgrund der zusätzlichen OATP1B-
Inhibition durch Ciclosporin zuerwarten, dass die
Plasmakonzentrationen von Repaglinidansteigen. Eine gemeinsame
Anwendung wird nicht empfohlen#.
Glibenclamid Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Glibenclamid↑ Glibenclamid erhöhen.
(OATP1B1/3-Inhibition, Eine engmaschige Überwachung der
CYP3A-Inhibition, Glucose-Konzentrationen wird
CYP2C9-Induktion) während der ersten beiden Wochennach Beginn oder Beendigung der
Anwendung von Letermovir, sowie bei
Änderung der Anwendungsart von
Letermovir empfohlen.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist auchdie Fachinformation von Glibenclamidzu spezifischen Dosierungs-empfehlungen zu beachten.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antiepileptika (siehe auch allgemeiner Teil)
Carbamazepin, Interaktion nicht untersucht. Carbamazepin oder Phenobarbital
Phenobarbital Erwartet: können die Plasmakonzentration von↓ Letermovir Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Carbamazepin oder
Phenobarbital wird nicht empfohlen.
Phenytoin Interaktion nicht untersucht. Phenytoin kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir kann die
Plasmakonzentration von Phenytoin↓ Phenytoin reduzieren.
(CYP2C9/19-Induktion) Eine gemeinsame Anwendung von
Letermovir und Phenytoin wird nichtempfohlen.
Orale Antikoagulanzien
Warfarin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Warfarin↓ Warfarin reduzieren.
(CYP2C9-Induktion) Bei gemeinsamer Anwendung von
Warfarin mit Letermovir sollte die
International Normalised Ratio (INR)engmaschig überwacht werden#.
Während der ersten beiden Wochennach Beginn oder Beendigung der
Anwendung von Letermovir wird eine
Überwachung empfohlen, sowie bei
Änderung der Anwendungsart von
Letermovir oder des
Immunsuppressivums.
Dabigatran Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Dabigatran↓ Dabigatran reduzieren und seine Wirksamkeitvermindern. Aufgrund des Risikos(intestinale P-gp-Induktion) einer verminderten Wirksamkeit von
Dabigatran ist die gemeinsame
Anwendung zu vermeiden.
Falls Letermovir gemeinsam mit
Ciclosporin angewendet wird, ist
Dabigatran kontraindiziert.
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Sedativa
Midazolam ↑ Midazolam Bei gemeinsamer Anwendung von(1 mg Einzeldosis intravenös: Letermovir mit Midazolam sollte eineintravenös)/Letermovir AUC 1,47 (1,37; 1,58) engmaschige klinische Überwachung(240 mg einmal täglich Cmax 1,05 (0,94; 1,17) hinsichtlich einer Atemdepressionoral) und/oder einer verlängerten Sedierungoral: vorgenommen werden. Eine
Midazolam (2 mg AUC 2,25 (2,04; 2,48) Dosisanpassung von Midazolam sollte
Einzeldosis Cmax 1,72 (1,55; 1,92) in Betracht gezogen werden#. Deroral)/Letermovir Anstieg der Plasmakonzentrationen(240 mg einmal täglich (CYP3A-Inhibition) von Midazolam kann größer sein, wennoral) Midazolam oral gemeinsam mit
Letermovir in klinischer Dosis gegebenwird, als bei der untersuchten Dosis.
Opioidagonisten
Beispiele: Alfentanil, Interaktion nicht untersucht. Eine engmaschige Überwachung
Fentanyl Erwartet: hinsichtlich mit diesen Arzneimitteln↑ über CYP3A assoziierten Nebenwirkungen wirdmetabolisierter Opioide während einer gemeinsamen
Anwendung empfohlen. Eine(CYP3A-Inhibition) Dosisanpassung der über CYP3Ametabolisierten Opioide kannerforderlich sein# (siehe Abschnitt 4.4).
Eine Überwachung ist auch bei
Änderung der Anwendungsartempfohlen. Bei gemeinsamer
Anwendung von Letermovir mit
Ciclosporin kann das Ausmaß der
Erhöhung der Plasmakonzentrationender über CYP3A metabolisierten
Opioide noch größer sein. Eineengmaschige klinische Überwachunghinsichtlich einer Atemdepressionund/oder einer länger anhaltenden
Sedierung sollte während dergemeinsamen Anwendung von
Letermovir mit Ciclosporin und
Alfentanil oder Fentanyl erfolgen.
Beachten Sie dazu die jeweilige
Fachinformation (siehe Abschnitt 4.4).
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Antiarrhythmika
Amiodaron Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Amiodaron↑ Amiodaron erhöhen.
(hauptsächlich Bei gemeinsamer Anwendung wird
CYP3A-Inhibition und eine regelmäßige Überwachung von
CYP2C8-Inhibition mit Amiodaron assoziiertenoder -Induktion) Nebenwirkungen empfohlen. Beigemeinsamer Anwendung von
Amiodaron mit Letermovir sollte die
Konzentration von Amiodaronregelmäßig kontrolliert werden#.
Chinidin Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Chinidin↑ Chinidin erhöhen.
(CYP3A-Inhibition) Eine engmaschige klinische
Überwachung sollte während der
Anwendung von Letermovir mit
Chinidin erfolgen. Beachten Sie dazudie entsprechende Fachinformation#.
Kardiovaskuläre Arzneimittel
Digoxin‡ ↔ Digoxin Keine Dosisanpassung erforderlich.(0,5 mg AUC 0,88 (0,80; 0,96)
Einzeldosis)/Letermovir Cmax 0,75 (0,63; 0,89)(240 mg zweimaltäglich) (P-gp-Induktion)
Protonenpumpen-Hemmer
Omeprazol Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von↓ Omeprazol CYP2C19-Substraten reduzieren.
(Induktion von CYP2C19) Klinische Überwachung und
Dosisanpassung können erforderlich
Interaktion nicht untersucht. sein.
Erwartet:↔ Letermovir
Pantoprazol Interaktion nicht untersucht. Letermovir kann die
Erwartet: Plasmakonzentrationen von↓ Pantoprazol CYP2C19-Substraten reduzieren.
(vermutlich aufgrund der Klinische Überwachung und
Induktion von CYP2C19) Dosisanpassung können erforderlichsein.
Interaktion nicht untersucht.
Erwartet:↔ Letermovir
Gleichzeitig Wirkung auf Empfehlungen bei gemeinsamerangewendete Konzentration† Anwendung mit Letermovir
Arzneimittel Mittelwert (90 %
Konfidenzintervall) für
AUC, Cmax(wahrscheinlicher
Wirkmechanismus)
Psychostimulanzien
Modafinil Interaktion nicht untersucht. Modafinil kann die
Erwartet: Plasmakonzentration von Letermovir↓ Letermovir reduzieren.
Eine gemeinsame Anwendung von(P-gp/UGT-Induktion) Letermovir und Modafinil wird nichtempfohlen.
*Diese Tabelle ist nicht vollständig.† ↓ = Abnahme; ↑ = Anstieg↔ = keine klinisch relevante Veränderung‡ Einseitig gerichtete Wechselwirkungsstudie zur Untersuchung der Wirkung von Letermovir aufdas gemeinsam angewendete Arzneimittel.§ Diese Daten stellen die Wirkung von Rifampicin auf Letermovir 24 Stunden nach Anwendung derfinalen Dosis von Rifampicin dar.#Beachten Sie die entsprechenden Fachinformationen.
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine Daten über die Anwendung von Letermovir bei Schwangeren vor. Studien an Tierenhaben Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Letermovir wird während einer Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine
Empfängnisverhütung verwenden, nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Letermovir in die Muttermilch übertritt. Verfügbarepharmakodynamische/toxikologische Daten von Tieren zeigten, dass Letermovir in die Muttermilchübertritt (siehe Abschnitt 5.3). Ein Risiko für Neugeborene/Kleinkinder kann nicht ausgeschlossenwerden. Unter Berücksichtigung des Vorteils des Stillens für das Kind und des Vorteils der Therapiefür die stillende Frau ist zu entscheiden, ob abzustillen ist oder die Anwendung von Letermovir zubeenden ist bzw. auf die Anwendung verzichtet wird.
FertilitätBei Ratten zeigten sich keine Auswirkungen auf die weibliche Fertilität. Eine irreversible testikuläre
Toxizität und eine Beeinträchtigung der Fertilität wurden bei männlichen Ratten beobachtet, jedochnicht bei männlichen Mäusen oder männlichen Affen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
MaschinenLetermovir kann einen geringfügigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen haben. Bei einigen Studienteilnehmern wurden während der Behandlung mit
Letermovir Ermüdung (Fatigue) und Schwindel (Vertigo) berichtet, welche die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Bewertung der Sicherheit von Letermovir beruht auf drei klinischen Phase-III-Studien.
HSCT
In der Studie P001 erhielten 565 erwachsene HSCT-Empfänger Letermovir oder Placebo über14 Wochen nach Transplantation und wurden hinsichtlich der Sicherheit bis Woche 24 nach
Transplantation nachbeobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Die am häufigsten berichteten
Nebenwirkungen, die bei mindestens 1% der Studienteilnehmer in der Letermovir Gruppe undhäufiger als unter Placebo auftraten, waren: Übelkeit (7,2%), Diarrhö (2,4%) und Erbrechen (1,9%).
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die zum Absetzen von Letermovir führten, waren:
Übelkeit (1,6%), Erbrechen (0,8%) und abdominaler Schmerz (0,5%).
In der Studie P040 erhielten 218 erwachsene HSCT-Empfänger Letermovir oder Placebo von
Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche 28 (~ 200 Tage) nach der HSCT und wurden hinsichtlich der
Sicherheit bis Woche 48 nach der HSCT nachbeobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Die gemeldeten
Nebenwirkungen stimmten mit dem in Studie P001 beschriebenen Sicherheitsprofil von Letermovirüberein.
NierentransplantationIn der Studie P002 erhielten 292 erwachsene Nierentransplantatempfänger Letermovir bis Woche 28(~ 200 Tage) nach der Transplantation (siehe Abschnitt 5.1).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen wurden bei erwachsenen Studienteilnehmern beschrieben, die
Letermovir in klinischen Studien erhielten. Die Nebenwirkungen sind im Folgenden nach
Systemorganklasse und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig(≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis< 1/1 000) oder sehr selten (< 1/10 000).
Tabelle 3: Unter Letermovir beschriebene Nebenwirkungen
Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Überempfindlichkeit
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenGelegentlich verminderter Appetit
Erkrankungen des NervensystemsGelegentlich Veränderung der Geschmackswahrnehmung,
Kopfschmerz
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich Schwindel (Vertigo)
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen
Gelegentlich abdominaler Schmerz
Leber- und GallenerkrankungenGelegentlich erhöhte Alaninaminotransferase, erhöhte
Aspartataminotransferase
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlich Muskelspasmen
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich Kreatinin im Blut erhöht
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortGelegentlich Ermüdung (Fatigue), peripheres Ödem
Kinder und JugendlicheDie Sicherheitsbewertung von Letermovir bei pädiatrischen Patienten von der Geburt bis zu Patientenunter 18 Jahren basierte auf einer klinischen Phase 2b Studie (P030). In P030 wurden 63 HSCT-
Empfänger bis Woche 14 nach der HSCT mit Letermovir behandelt. Die Altersverteilung war wiefolgt: 28 Jugendliche, 14 Kinder im Alter von 7 bis unter 12 Jahren, 13 im Alter von 2 bis unter7 Jahren und 8 unter 2 Jahren (davon 5 unter 1 Jahr). Die Nebenwirkungen stimmten mit denenüberein, die in klinischen Studien mit Letermovir bei Erwachsenen beobachtet wurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen keine Erfahrungen zu Überdosierungen mit Letermovir beim Menschen vor. In klinischen
Phase-I-Studien erhielten 86 gesunde, erwachsene Studienteilnehmer über einen Zeitraum von bis zu14 Tagen Letermovir in Dosen von 720 mg/Tag bis 1 440 mg/Tag. Das Nebenwirkungsprofil warvergleichbar mit dem unter der klinischen Dosis von 480 mg/Tag. Es gibt kein spezifisches Antidotbei Überdosierungen mit Letermovir. Im Falle einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf
Nebenwirkungen hin zu überwachen und eine geeignete symptomatische Behandlung einzuleiten.
Es ist unbekannt, ob eine Dialyse zu einer nennenswerten Eliminierung von Letermovir aus dersystemischen Zirkulation führen wird.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, direkt wirkende
Antiinfektiva, ATC-Code: J05AX18
WirkmechanismusLetermovir hemmt den CMV-DNA-Terminase-Komplex, welcher für die Spaltung und Verpackungviraler Nachkommen-DNA erforderlich ist. Letermovir beeinflusst die Bildung von Genomeneinheitlicher Länge und beeinträchtigt die Virion-Reifung.
Antivirale AktivitätDer mediane EC50-Wert (mittlere effektive Konzentration) von Letermovir betrug gegenüber einer
Sammlung von klinischen CMV-Isolaten in einem Infektions-Zellkulturmodell 2,1 nM(Bereich 0,7 nM bis 6,1 nM; n=74).
Virale ResistenzDie CMV-Gene UL51, UL56 und UL89 kodieren für die Untereinheiten der CMV-DNA-Terminase.
CMV-Mutanten mit verminderter Empfindlichkeit gegenüber Letermovir wurden in Zellkulturenbestätigt. EC50-Werte für rekombinante CMV-Mutationen, welche die Substitutionen in pUL51(P91S), pUL56 (C25F, S229F, V231A, V231L, V236A, T244K, T244R, L254F, L257F, L257I,
F261C, F261L, F261S, Y321C, L328V, M329T, A365S, N368D) und pUL89 (N320H, D344E)exprimieren, waren 1,6- bis < 10-fach höher als die für das Wildtyp-Referenzvirus; diese
Substitutionen sind wahrscheinlich klinisch nicht relevant. Die EC50-Werte für rekombinante
CMV-Mutationen, welche die pUL51-Substitution A95V oder die pUL56-Substitutionen N232Y,
V236L, V236M, E237D, E237G, L241P, K258E, C325F, C325R, C325W, C325Y, R369G, R369M,
R369S und R369T exprimieren, waren 10- bis 9 300-fach höher als die für das Wildtyp-Referenzvirus;einige dieser Substitutionen wurden in Patienten beobachtet, bei denen in klinischen Studien die
Prophylaxe versagt hatte (siehe unten).
In klinischen StudienIn einer Phase-IIb-Studie, in der Letermovir-Dosen von 60, 120 oder 240 mg/Tag oder Placebo bis zu84 Tage bei 131 erwachsenen HSCT-Empfängern untersucht wurden, wurde eine DNA-
Sequenzanalyse einer ausgewählten Region von UL56 (Aminosäuren 231 bis 369) an Proben von 12mit Letermovir-behandelten Studienteilnehmern durchgeführt, bei denen die Prophylaxe versagt hatteund für die Proben zur Analyse zur Verfügung standen. Ein Studienteilnehmer (der 60 mg/Tag erhielt)wies eine Letermovir-resistente genotypische Variante (GV) (V236M) auf.
In einer Phase-III-Studie (P001) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL56 und UL89 mit 40 Proben von Letermovir-behandelten erwachsenen
Studienteilnehmern in der FAS-Population durchgeführt, bei denen die Prophylaxe versagt hatte undfür die Proben zur Analyse zur Verfügung standen. Bei zwei Studienteilnehmern wurden Letermovir-resistente genotypische Varianten (GVs) nachgewiesen, beide mit Substitutionen in pUL56. Ein
Studienteilnehmer wies die Substitution V236M und der andere Studienteilnehmer die Substitution
E237G auf. Bei einem weiteren Studienteilnehmer, der detektierbare CMV-DNA zu Studienbeginnaufwies (und dadurch nicht zur FAS-Population gehörte), wurden nach dem Absetzen der Letermovir-
Anwendung die pUL56 Substitutionen C325W und R369T nachgewiesen.
In einer Phase-III-Studie (P040) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben von 32 erwachsenen Studienteilnehmern(unabhängig von der Behandlungsgruppe) durchgeführt, bei denen ein Versagen der Prophylaxeauftrat oder welche die Behandlung aufgrund einer CMV-Virämie vorzeitig abbrachen. Es wurdenkeine Letermovir-Resistenz-assoziierten Substitutionen über dem validierten Testgrenzwert von 5%festgestellt.
In einer Phase-III-Studie (P002) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben von 52 mit Letermovir behandelten erwachsenen
Studienteilnehmern durchgeführt, bei denen eine CMV-Erkrankung auftrat oder welche die
Behandlung aufgrund einer CMV-Virämie vorzeitig abbrachen. Es wurden keine Letermovir-
Resistenz-assoziierten Substitutionen über dem validierten Testgrenzwert von 5 % festgestellt.
In einer Phase-2b-Studie (P030) wurde eine DNA-Sequenzanalyse der gesamten kodierenden
Regionen von UL51, UL56 und UL89 an Proben durchgeführt, die von 10 mit Letermovir behandeltenpädiatrischen Studienteilnehmern bei einem Besuch zur Beurteilung einer CMV-Infektion entnommenwurden. Bei zwei Studienteilnehmern wurden insgesamt zwei Letermovir-Resistenz-assoziierte
Substitutionen festgestellt, die beide auf pUL56 abgebildet sind. Ein Studienteilnehmer hatte die
Substitution R369S und der andere hatte die Substitution C325W.
KreuzresistenzEine Kreuzresistenz mit Arzneimitteln mit einem anderen Wirkmechanismus ist unwahrscheinlich.
Letermovir ist vollständig wirksam gegenüber Viruspopulationen mit Substitutionen, die eine
Resistenz gegenüber CMV-DNA-Polymerase-Hemmern (Ganciclovir, Cidofovir und Foscarnet)vermitteln. Eine Gruppe rekombinanter CMV-Stämme mit Substitutionen, die eine Resistenzgegenüber Letermovir vermitteln, war vollständig empfindlich gegen Cidofovir, Foscarnet und
Ganciclovir, mit Ausnahme eines rekombinanten Stammes mit der pUL56 E237G-Substitution, dieeine 2,1-fache Verringerung der Ganciclovir-Empfindlichkeit im Vergleich zum Wildtyp vermittelt.
Kardiale ElektrophysiologieDer Einfluss von Letermovir in Dosen von bis zu 960 mg intravenös auf das QTc-Intervall wurde ineiner randomisierten, mit Einzeldosen durchgeführten, placebo- und verum-kontrollierten(Moxifloxacin 400 mg, oral) 4-phasischen Crossover-Thorough-QT-Studie an 38 gesundenerwachsenen Studienteilnehmern untersucht. Bei intravenöser Gabe von 960 mg führte Letermovir zukeiner klinisch relevanten Verlängerung des QTc-Intervalls, wobei die Plasmakonzentrationen ca. 2-fach höher waren als bei einer 480 mg intravenösen Dosis.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitErwachsene CMV-seropositive Empfänger [R+] einer allogenen hämatopoetischen
Stammzelltransplantation (HSCT)
Studie P001: Prophylaxe bis Woche 14 (~ 100 Tage) nach HSCT
Zur Beurteilung der Letermovir-Prophylaxe als präventive Strategie gegen CMV-Reaktivierungenoder -Erkrankungen wurde die Wirksamkeit von Letermovir in einer multizentrischen, doppelblinden,placebokontrollierten Phase-III-Studie (P001) bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+]einer allogenen HSCT untersucht. Die Studienteilnehmer erhielten randomisiert (2:1) entweder
Letermovir in einer Dosis von 480 mg einmal täglich angepasst auf 240 mg bei gemeinsamer Gabe mit
Ciclosporin oder Placebo. Die Randomisierung erfolgte stratifiziert nach Studienzentrum und anhanddes Risikos (hoch vs. niedrig) für eine CMV-Reaktivierung zum Zeitpunkt des Einschlusses der
Studienteilnehmer. Die Behandlung mit Letermovir wurde nach HSCT (Tag 0-28 nach HSCT)begonnen und bis Woche 14 nach der HSCT fortgesetzt. Letermovir wurde entweder oral oderintravenös angewendet; die Dosierung von Letermovir war gleich und unabhängig von der Art der
Anwendung. Die Studienteilnehmer wurden bis einschließlich Woche 24 nach der HSCT undanschließend kontinuierlich bis Woche 48 nach HSCT bezüglich des primären
Wirksamkeitsendpunkts nachbeobachtet.
Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 14 nach der HSCT wöchentlich und bis Woche 24 nach der
HSCT alle 2 Wochen auf CMV-DNA untersucht, wobei eine präemptive Standardversorgungeingeleitet wurde, wenn die CMV-DNA-ämie als klinisch signifikant angesehen wurde. Die
Studienteilnehmer wurden dann bis Woche 48 nach HSCT nachbeobachtet.
Von den 565 behandelten Studienteilnehmern erhielten 373 Studienteilnehmer Letermovir (darunter99 Studienteilnehmer, die mindestens eine intravenöse Dosis erhielten) und 192 Placebo (darunter48 Studienteilnehmer, die mindestens eine intravenöse Dosis erhielten). Die mediane Dauer bis zum
Beginn der Letermovir-Anwendung betrug 9 Tage nach Transplantation. Bei 37 % der
Studienteilnehmer war das Engraftment zu Studienbeginn erfolgt. Das mediane Alter betrug 54 Jahre(Bereich: 18 bis 78 Jahre); 56 Studienteilnehmer (15,0 %) waren mindestens 65 Jahre alt: 58 % warenmännlich; 82 % waren weiß; 10 % waren asiatischer Herkunft; 2 % waren schwarz oder afrikanischer
Herkunft und 7 % waren hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft. Zu Studienbeginn erhielten50 % der Studienteilnehmer ein myeloablatives Regime, 52 % erhielten Ciclosporin und 42 %erhielten Tacrolimus. Die häufigsten primären Gründe für die Transplantation waren akute myeloische
Leukämie (38 %), myeloblastisches Syndrom (15 %) und Lymphom (13 %). 12 % der
Studienteilnehmer waren zu Studienbeginn CMV-DNA-positiv.
Zu Studienbeginn hatten 31 % der Studienteilnehmer ein hohes Risiko für eine Reaktivierung,definiert durch eines oder mehrere der folgenden Kriterien: Bezüglich des humanen
Leukozyten-Antigens(HLA) verwandte (Geschwister-) Spender mit mindestens einer Diskrepanz aneinem der folgenden drei HLA-Gen-Loci: HLA-A, -B oder-DR, haplo-identischer Spender; nichtverwandter Spender mit mindestens einer Diskrepanz an einem der folgenden vier HLA-Gen-Loci:
HLA-A, -B, -C und -DRB1; Verwendung von Nabelschnurblut als Stammzellquelle; Verwendung vonex-vivo T-Zell-depletierten Transplantaten; Graft-Versus-Host-Disease (GVHD) Grad 2 oder höher,die systemische Kortikosteroide erfordert.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der klinisch signifikanten CMV-Infektion wurde in P001 definiertdurch die Häufigkeit einer CMV-DNA-ämie mit erforderlicher präemptiver Anti-CMV-Therapie(PET) oder durch das Auftreten einer CMV-Endorganerkrankung. Es wurde nach dem Non-
Completer = Failure (NC = F)-Ansatz vorgegangen, wonach jeder Studienteilnehmer als
Prophylaxeversager galt, der die Studie vor Woche 24 nach HSCT abbrach oder bei dem in Woche 24nach HSCT kein Ergebnis vorlag.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine überlegene Wirksamkeit gegenüber
Placebo, wie in Tabelle 4 dargestellt. Der geschätzte Anwendungsunterschied von -23,5 % warstatistisch signifikant (einseitiger p-Wert < 0,0001).
Tabelle 4: P001: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei HSCT-Empfängern ([NC = F]-Ansatz,
FAS-Population)
Letermovir Placebo(N = 325) (N = 170)
Parameter n (%) n (%)
Primärer Wirksamkeitsendpunkt (Anteil der 122 (37,5) 103 (60,6)
Studienteilnehmer mit Prophylaxe-Versagen bis
Woche 24)
Gründe für das Prophylaxe-Versagen†
Klinisch signifikante CMV-Infektion 57 (17,5) 71 (41,8)
CMV-DNA-ämie mit erforderlicher Anti-CMV- 52 (16,0) 68 (40,0)
PET
CMV-Endorganerkrankung 5 (1,5) 3 (1,8)
Studienabbruch 56 (17,2) 27 (15,9)
Fehlendes Ergebnis 9 (2,8) 5 (2,9)
Stratum-adjustierter Anwendungsunterschied(Letermovir-Placebo)§
Unterschied (95 % KI) -23,5 (-32,5, -14,6)p-Wert <0,0001† Die Kategorien für ein Prophylaxeversagen schließen sich gegenseitig aus und basieren auf der
Hierarchie der Kategorien in der aufgeführten Reihenfolge.§ 95 % KI und p-Wert für die Behandlungsunterschiede bezüglich des prozentualen Ansprechenswurden unter Verwendung der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei der
Unterschied nach dem harmonischen Mittel der Stichprobengröße pro Studienarm für jede Schicht(hohes oder geringes Risiko) gewichtet wurde. Für die Abklärung der statistischen Signifikanz wurdeein 1-seitiger p-Wert ≤ 0,0249 verwendet.
FAS = Vollständiger Analysesatz (full analysis set); FAS umfasst randomisierte Studienteilnehmer,die mindestens eine Dosis der Studienmedikation erhalten haben, und schließt Studienteilnehmer mitnachweisbarer CMV-DNA vor Studienbeginn aus. Ansatz zur Handhabung fehlender Werte: Non-
Completer = Failure (NC = F)-Ansatz. Unter Verwendung des (NC = F)-Ansatzes wurde ein
Versagen definiert als alle Studienteilnehmer mit einer klinisch signifikanten CMV-Infektion, oderdie die Studie vorzeitig abbrachen oder für die keine Ergebnisse bis Woche 24 nach HSCT vorlagen.
N = Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%) = Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subgruppe.
Anmerkung: Der Anteil der Studienteilnehmer mit nachweisbarer viraler CMV-DNA an Tag 1, dieeine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickelten, betrug bis Woche 24 nach HSCT 64,6 %(31/48) in der Letermovir-Gruppe im Vergleich zu 90,9 % (20/22) in der Placebo-Gruppe. Dergeschätzte Unterschied (95 % KI für den Unterschied) betrug -26,1 % (-45,9 %; -6,3 %), mit einemeinseitigen nominalen p-Wert von <0,0048.
Zu den Faktoren, die mit einer CMV-DNA-ämie nach Woche 14 nach HSCT bei Letermovir-behandelten Studienteilnehmern assoziiert waren, zählten ein hohes Risiko für eine
CMV-Reaktivierung zu Studienbeginn, GVHD und Anwendung von Kortikosteroiden sowie ein
CMV-seronegativer Spenderstatus.
Abbildung 1: P001: Kaplan-Meier-Kurve über die Zeit bis zur Einleitung einer Anti-CMV-PEToder dem Ausbruch einer CMV-Endorganerkrankung bis Woche 24 nach Transplantation bei
HSCT-Empfängern (FAS-Population)
Letermovir vs Placebo50 Stratifizierter log-Rank Test, zweiseitiger p-Wert <0,000144,3%41,3% Placebo18,9%
Letermovir10 6,8%
Woche 0 Woche 14 Woche 24
Wochen nach Transplantation
Anzahl der Studienteilnehmer mit einem Risiko
Letermovir 325 270 212
Placebo 170 85 70
Zwischen den Letermovir - und Placebogruppen zeigte sich kein Unterschied hinsichtlich der
Häufigkeit von Engraftments oder der Zeit bis zu deren Auftreten.
In Bezug auf geringes und hohes Risiko einer CMV-Reaktivierung, konditionierende Regime undbegleitende immunsuppressive Regime erwies sich Letermovir in allen Subgruppen durchweg alswirksamer (siehe Abbildung 2).
Kumulative Rate einer
Klinisch relevanten CMV-Infektion (%)
Abbildung 2: P001: Forest-Diagramm des Anteils an Studienteilnehmern mit Einleitung einer
Anti-CMV-PET oder einer CMV-Endorganerkrankung bis Woche 24 nach HSCT nachausgewählten Subgruppen ([NC = F]-Ansatz, FAS-Population)
Gesamt (N=325, 170)
Risikoschicht
Hohes Risiko (n=102, 45)
Niedriges Risiko (n=223, 125)
Stammzellenquelle
Peripheres Blut (n=241, 117)
Knochenmark (n=72, 43)
Spenderdiskrepanz
Verwandte Spender mit Übereinstimmung (n=108, 58)
Verwandte Spender mit Nicht-Übereinstimmung (n=52, 18)
Nicht-verwandte Spender mit Übereinstimmung (n=122, 70)
Nicht-verwandte Spender mit Nicht-Übereinstimmung (n=43, 24)
Haploidentischer Spender
Ja (n=49, 17)
Nein (n=276, 153)
Konditionierungsregime
Myeloablativ (n=154, 85)
Konditionierung mit verminderter Intensität (n=86, 48)
Non-myeloablativ (n=85, 37)
Immunsuppressives Regime
Ciclosporin A (n=162, 90)
Tacrolimus (n=145, 69)
- 70 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20
Favorisiert Letermovir Favorisiert Placebo
Unterschied Letermovir - Placebo (%) und 95% K.I.
Non-Completer = Failure (NC = F). Unter Verwendung des (NC = F)-Ansatzes: alle Studienteilnehmer, die die Studie vor Woche 24 nach
Transplantation abbrachen oder für die keine Ergebnisse in Woche 24 nach Transplantation vorlagen, wurden als Therapieversager gezählt.
Studie P040: Prophylaxe von Woche 14 (~ 100 Tage) bis Woche 28 (~ 200 Tage) nach HSCT
Die Wirksamkeit der Verlängerung der Letermovir-Prophylaxe ab Woche 14 (~ 100 Tage) bis
Woche 28 (~200 Tage) nach HSCT bei Patienten mit einem Risiko für eine späte CMV-Infektion und
- Erkrankung wurde in einer multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie(P040) an erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen HSCT untersucht.
Geeignete Studienteilnehmer, welche die Letermovir-Prophylaxe ~ 100 Tage nach der HSCTabgeschlossen hatten, wurden randomisiert (2:1) und erhielten ab Woche 14 bis Woche 28 nach der
HSCT Letermovir oder Placebo. Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 28 nach der HSCT auf denprimären Wirksamkeitsendpunkt hin überwacht und die Nachbeobachtung außerhalb der Behandlungwurde bis Woche 48 nach der HSCT fortgesetzt.
Von den 218 behandelten Studienteilnehmern erhielten 144 Studienteilnehmer Letermovir und74 Studienteilnehmer erhielten Placebo. Das mediane Alter betrug 55 Jahre (Bereich: 20 bis 74 Jahre);62 % waren männlich; 79 % hatten weiße Hautfarbe; 11 % waren Asiaten; 2 % hatten schwarze
Hautfarbe; und 10 % waren Hispanoamerikaner oder Latinos. Die häufigsten Gründe für eine
Transplantation waren akute myeloische Leukämie (42 %), akute lymphatische Leukämie (15 %) undmyelodysplastisches Syndrom (11 %).
Bei Studienbeginn hatten alle Studienteilnehmer Risikofaktoren für eine späte CMV-Infektion und -
Erkrankung, wobei 64 % zwei oder mehr Risikofaktoren hatten. Zu den Risikofaktoren gehörten:
HLA-verwandter (Geschwister-)Spender mit mindestens einer Fehlpaarung an einem der folgendendrei HLA-Genorte: HLA-A, -B oder -DR; haploidentischer Spender; nicht verwandter Spender mitmindestens einer Fehlpaarung an einem der folgenden vier HLA-Genorte: HLA-A, -B, -C und -DRB1;
Verwendung von Nabelschnurblut als Stammzellquelle; Verwendung von ex vivo T-Zell-depletierten
Transplantaten; Erhalt von Anti-Thymozyten-Globulin; Erhalt von Alemtuzumab; Anwendung vonsystemischem Prednison (oder einem Äquivalent) in einer Dosis von ≥1 mg/kg Körpergewicht pro
Tag.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie P040 war die Inzidenz einer klinisch signifikanten
CMV-Infektion bis Woche 28 nach der HSCT. Eine klinisch signifikante CMV-Infektion wurdeentweder als das Auftreten einer CMV-Endorganerkrankung oder die Einleitung einer Anti-CMV-PETbasierend auf einer dokumentierten CMV-Virämie und dem klinischen Zustand des
Studienteilnehmers definiert. Es wurde der Observed Failure (OF)-Ansatz verwendet, bei dem
Studienteilnehmer, die eine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickelten oder die Studie wegen
Virämie vorzeitig abbrachen, als “Therapieversager“ gewertet wurden.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine überlegene Wirksamkeit gegenüber
Placebo, wie in Tabelle 5 dargestellt. Der geschätzte Behandlungsunterschied von -16,1 % warstatistisch signifikant (einseitiger p-Wert=0,0005). Die Wirksamkeit begünstigte Letermovir in allen
Subgruppen durchweg, basierend auf den Merkmalen der Studienteilnehmer (Alter, Geschlecht,ethnische Herkunft) und Risikofaktoren für eine späte CMV-Infektion und -Erkrankung.
Tabelle 5: Studie P040: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei HSCT-Empfängern mit einem Risikofür eine späte CMV-Infektion und -Erkrankung (OF-Ansatz, FAS-Population)
Letermovir Placebo(~ 200 Tage (~ 100 Tage
Parameter Letermovir) Letermovir)(N=144) (N=74)n (%) n (%)
Therapieversagen* 4 (2,8) 14 (18,9)
Klinisch signifikante CMV-Infektion bis 2 (1,4) 13 (17,6)
Woche 28†
Beginn einer PET basierend auf 1 (0,7) 11 (14,9)dokumentierter CMV-Virämie
CMV-Endorganerkrankung 1 (0,7) 2 (2,7)
Studienabbruch mit CMV-Virämie vor Woche 28 2 (1,4) 1 (1,4)
Stratum-angepasster Behandlungsunterschied(Letermovir (~ 200 Tage Letermovir)-Placebo(~ 100 Tage Letermovir)) ‡
Unterschied (95% KI) -16,1 (-25,8; -6,5)p-Wert 0,0005
* Die Kategorien für 'Therapieversagen“ schließen sich gegenseitig aus und basieren auf der
Hierarchie der Kategorien in der aufgeführten Reihenfolge.
† Eine klinisch signifikante CMV-Infektion wurde als CMV-Endorganerkrankung (nachgewiesenoder wahrscheinlich) oder Beginn einer PET basierend auf dokumentierter CMV-Virämie und demklinischen Zustand des Studienteilnehmers definiert.
‡ 95%-KIs und p-Wert für die Behandlungsunterschiede im prozentualen Ansprechen wurdenmithilfe der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei die Differenz mit demharmonischen Mittel der Probengröße pro Studienarm für jedes Stratum gewichtet wurde(haploidentischer Spender ja oder nein). Zur Angabe der statistischen Signifikanz wurde eineinseitiger p-Wert ≤0,0249 verwendet.
Ansatz zum Vorgehen bei fehlenden Werten: Observed Failure (OF)-Ansatz. Beim OF-Ansatz wurdeein Therapieversagen definiert als alle Studienteilnehmer, die ab Woche 14 (~ 100 Tage) bis
Woche 28 (~ 200 Tage) nach der HSCT eine klinisch signifikante CMV-Infektion entwickeltenoder die Studie mit CMV-Virämie vorzeitig abbrachen.
N=Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%)=Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subkategorie.
Studie P002: Erwachsene CMV-seronegative Empfänger eines Nierentransplantats von einem CMV-seropositiven Spender [D+/R-]
Um die Letermovir-Prophylaxe als präventive Strategie für CMV-Erkrankungen bei
Nierentransplantatempfängern zu bewerten, wurde die Wirksamkeit von Letermovir in einermultizentrischen, doppelblinden, aktiv komparator-kontrollierten Nichtunterlegenheitsstudie der
Phase-III (P002) bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern mit hohem Risiko [D+/R-]untersucht. Die Studienteilnehmer wurden randomisiert (1:1) und erhielten entweder Letermovir oder
Valganciclovir. Letermovir wurde gleichzeitig mit Aciclovir gegeben. Valganciclovir wurdegleichzeitig mit einem Placebo zu Aciclovir gegeben. Die Randomisierung wurde nach der
Verwendung oder Nichtverwendung einer hochzytolytischen Anti-Lymphozyten-Immuntherapiewährend der Induktion stratifiziert. Die Behandlung mit Letermovir oder Valganciclovir wurdezwischen Tag 0 und Tag 7 nach der Nierentransplantation begonnen und bis Woche 28 (~ 200 Tage)nach der Transplantation fortgesetzt. Die Studienteilnehmer wurden bis Woche 52 nach der
Transplantation überwacht.
Von den 589 behandelten Studienteilnehmern erhielten 292 Studienteilnehmer Letermovir und297 Studienteilnehmer Valganciclovir. Das mediane Alter betrug 51 Jahre (Bereich: 18 bis 82 Jahre);72 % waren männlich; 84 % hatten weiße Hautfarbe; 2 % waren Asiaten; 9 % hatten schwarze
Hautfarbe; 17 % waren Hispanoamerikaner oder Latinos; und 60 % erhielten eine Niere von einemverstorbenen Spender. Die häufigsten Hauptgründe für eine Transplantation waren angeborenezystische Nierenerkrankung (17 %), Hypertonie (16 %) und Diabetes/diabetische Nephropathie(14 %).
Primärer Wirksamkeitsendpunkt
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie P002 war die Inzidenz einer CMV-Erkrankung (CMV-
Endorganerkrankung oder CMV-Syndrom, bestätigt durch ein unabhängiges Beurteilungsgremium)bis Woche 52 nach der Transplantation. Es wurde der OF-Ansatz verwendet, bei dem
Studienteilnehmer, welche die Studie aus irgendeinem Grund vorzeitig abbrachen oder bei denen zudiesem Zeitpunkt Daten fehlten, nicht als “Therapieversager“ gewertet wurden.
Letermovir zeigte in der Analyse des primären Endpunkts eine Nichtunterlegenheit gegenüber
Valganciclovir, wie in Tabelle 6 dargestellt.
Tabelle 6: Studie P002: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Nierentransplantatempfängern (OF-
Ansatz, FAS-Population)
Letermovir Valganciclovir
Parameter (N=289) (N=297)n (%) n (%)
CMV-Erkrankung* bis Woche 52 30 (10,4) 35 (11,8)
Stratum-adjustierter
Behandlungsunterschied (Letermovir-
Valganciclovir)†
- 1,4 (-6,5; 3,8)‡
Unterschied (95% KI)
* CMV-Erkrankungsfälle wurden von einem unabhängigen Beurteilungsausschuss bestätigt.
† Die 95 %-KIs für die Behandlungsunterschiede im prozentualen Ansprechen wurden unter
Verwendung der stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-Methode berechnet, wobei die Differenz mitdem harmonischen Mittel der Probengröße pro Studienarm für jedes Stratum gewichtet wurde(Verwendung/Nichtverwendung einer hochzytolytischen, Anti-Lymphozyten-Immuntherapiewährend der Induktion).
‡ Basierend auf einer Nichtunterlegenheitsspanne von 10 % ist Letermovir Valganciclovir nichtunterlegen.
Ansatz zum Vorgehen bei fehlenden Werten: Observed Failure (OF)-Ansatz. Beim OF-Ansatz gelten
Teilnehmer, die die Studie aus irgendeinem Grund vorzeitig abbrechen, nicht als“Therapieversager“.
Hinweis: Den in die Letermovir-Gruppe randomisierten Studienteilnehmern wurde Aciclovir zur
Prophylaxe des Herpes-simplex-Virus (HSV) und des Varizella-Zoster-Virus (VZV) gegeben. Denin die Valganciclovir-Gruppe randomisierten Studienteilnehmern wurde ein Placebo zu Aciclovirgegeben.
N=Anzahl der Studienteilnehmer in jeder Behandlungsgruppe.n (%)=Anzahl (Prozent) der Studienteilnehmer in jeder Subkategorie.
Die Wirksamkeit war in allen Subgruppen vergleichbar, einschließlich Geschlecht, Alter, ethnische
Herkunft, Region und der Verwendung/Nichtverwendung einer hoch-zytolytischen Anti-
Lymphozyten-Immuntherapie während der Induktion.
Kinder und JugendlicheStudie P030: Pädiatrische Empfänger einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation
Um die Letermovir-Prophylaxe als präventive Strategie gegen CMV-Infektionen oder -Erkrankungenbei pädiatrischen Transplantatempfängern zu bewerten, wurde die Wirksamkeit von Letermovir ineiner multizentrischen, offenen, einarmigen Phase 2b Studie (P030) bei pädiatrischen Empfängerneiner allogenen HSCT untersucht. Das Studienmedikament wurde nach der HSCT (Tag 0-28 nach der
HSCT) begonnen und bis Woche 14 nach der HSCT fortgesetzt. Das Studienmedikament wurdeentweder oral oder intravenös gegeben; die Dosis von Letermovir richtete sich nach Alter,
Körpergewicht und Darreichungsform.
Von den 63 behandelten Studienteilnehmern waren 8 Teilnehmer 0 bis unter 2 Jahre alt, 27 waren 2bis unter 12 Jahre alt und 28 waren 12 bis unter 18 Jahre alt. Zu Studienbeginn erhielten 87 % der
Studienteilnehmer eine myeloablative Therapie, 67 % erhielten Ciclosporin und 27 % erhielten
Tacrolimus. Die häufigsten primären Gründe für eine Transplantation in der gesamten
Studienpopulation waren akute myeloische Leukämie (18 %) und aplastische Anämie (10 %), sowieeine kombinierte Immunschwäche (37,5 %) und familiäre hämophagozytische Lymphohistiozytose(25,0 %) bei Kindern unter 2 Jahren.
Sekundärer Wirksamkeitsendpunkt
Die Wirksamkeitsendpunkte von P030 waren sekundär und umfassten die Inzidenz klinischsignifikanter CMV-Infektionen bis Woche 14 nach HSCT und bis Woche 24 nach HSCT. Eineklinisch signifikante CMV-Infektion wurde als das Auftreten entweder einer CMV-
Endorganerkrankung oder die Einleitung einer Anti-CMV-PET basierend auf einer dokumentierten
CMV-Virämie und dem klinischen Zustand des Studienteilnehmer definiert. Die Inzidenz klinischsignifikanter CMV-Infektionen betrug bis Woche 14 nach HSCT 7,1 % bzw. bis Woche 24 nach
HSCT 10,7 %.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Letermovir wurde nach oraler und intravenöser Gabe bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern untersucht. Die Letermovir-Exposition erhöhte sich stärker alsdosisproportional sowohl bei oraler als auch bei intravenöser Gabe. Der Mechanismus istwahrscheinlich eine Sättigung/Autoinhibition von OATP1B1/3. Die Pharmakokinetik von Letermovirwurde auch nach oraler und intravenöser Anwendung bei erwachsenen HSCT-Empfängern (siehe
Tabelle 7) und bei pädiatrischen HSCT-Empfängern (siehe Tabellen 9 und 10) sowie nach oraler
Anwendung bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern (siehe Tabelle 8) charakterisiert.
Gesunde erwachsene Studienteilnehmer
Die geometrischen mittleren Steady-State-AUC- und Cmax-Werte lagen bei 71 500 ng*h/ml bzw.13 000 ng/ml bei oraler Gabe von 480 mg Letermovir einmal täglich.
Letermovir erreichte einen Steady State innerhalb von 9 bis 10 Tagen mit einem
Kumulationsverhältnis von 1,2 für AUC und 1 für Cmax.
Erwachsene HSCT-Empfänger
Die AUC von Letermovir wurde unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen(PK)-Analysen mittels Phase-III-Daten der Studie P001 geschätzt (siehe Tabelle 7). Die Unterschiedebezüglich der Exposition sind für alle Behandlungsregime klinisch nicht relevant; die Wirksamkeitwar über den Bereich der in der Studie P001 beobachteten Expositionen hinweg konsistent.
Tabelle 7: Letermovir AUC (ng*h/ml)-Werte bei erwachsenen HSCT-Empfängern
Behandlungsregime Median (90% Vorhersageintervall)*480 mg oral, ohne Ciclosporin 34 400 (16 900, 73 700)480 mg intravenös, ohne Ciclosporin 100 000 (65 300, 148 000)240 mg oral, mit Ciclosporin 60 800 (28 700, 122 000)240 mg intravenös, mit Ciclosporin 70 300 (46 200, 106 000)
* Populationsbasierte Post-hoc-Vorhersagen aus der populationsbasierten PK-Analyse mittels
Phase-III-Daten
Erwachsene Empfänger von Nierentransplantaten
Die AUC von Letermovir wurde unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen(PK)-Analysen mittels Phase-III-Daten der Studie P002 geschätzt (siehe Tabelle 8). Die Wirksamkeitwar über den Bereich der in der Studie P002 beobachteten Expositionen hinweg konsistent.
Tabelle 8: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) bei erwachsenen Nierentransplantatempfängern
Behandlungsregime Median (90% Vorhersageintervall)*480 mg oral, ohne Ciclosporin 62 200 (28 900, 145 000)240 mg oral, mit Ciclosporin 57 700 (26 900, 135 000)
* Mediane und 90 %-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung des Phase-
III-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
Hinweis: Die PK von Letermovir wurde nach intravenöser Anwendung bei
Nierentransplantatempfängern nicht untersucht. Die prognostizierte AUC nach intravenöser
Anwendung ähnelt der vom Modell vorhergesagten AUC nach intravenöser Anwendung bei HSCT-
Empfängern (siehe Tabelle 7).
ResorptionLetermovir wurde bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern rasch resorbiert mit einer medianen
Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (Tmax) von 1,5 bis 3,0 Stunden und nahmbiphasisch ab. Bei erwachsenen HSCT-Empfängern wurde die Bioverfügbarkeit von Letermovir beioraler Gabe von 480 mg Letermovir einmal täglich ohne Ciclosporin auf etwa 35 % geschätzt. Dieinter-individuelle Variabilität der Bioverfügbarkeit wurde auf etwa 37 % geschätzt. Bei erwachsenen
Nierentransplantatempfängern wurde die Bioverfügbarkeit von Letermovir bei einmal täglicher oraler
Gabe von 480 mg Letermovir ohne Ciclosporin auf etwa 60 % geschätzt.
Wirkung von Ciclosporin
Bei erwachsenen HSCT-Empfängern erhöhte die gemeinsame Anwendung mit Ciclosporin die
Plasmakonzentrationen von Letermovir durch eine Inhibition von OATP1B. Bei oraler Gabe von240 mg Letermovir einmal täglich und gemeinsamer Anwendung mit Ciclosporin wurde die
Bioverfügbarkeit von Letermovir bei Patienten auf etwa 85 % geschätzt.
Wenn Letermovir gemeinsam mit Ciclosporin gegeben wird, beträgt die empfohlene Letermovir-Dosisbei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit einem Gewicht von mindestens 30 kg 240 mgeinmal täglich (siehe Abschnitt 4.2). Wenn orales Letermovir bei pädiatrischen Patienten mit einem
Gewicht unter 30 kg gleichzeitig mit Ciclosporin angewendet wird, sollte die Dosis reduziert werden(siehe Abschnitt 4.2).
Einfluss von NahrungBei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern hatte die orale Einnahme einer 480 mg-Tablette
Letermovir als Einzeldosis mit einer Standardmahlzeit mit hohem Fett- und hohem Kaloriengehaltkeine Auswirkung auf die Gesamtexposition (AUC) und führte zu einer etwa 30 %-igen Erhöhung der
Spitzenplasmakonzentrationen (Cmax) von Letermovir. Letermovir-Tabletten können oral mit oderohne Nahrung eingenommen werden, wie es in den klinischen Studien gehandhabt wurde (siehe
Abschnitt 4.2).
Bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern führte die orale Einnahme von einer 240-mg-
Einzeldosis von Letermovir Granulat mit weicher Nahrung (Pudding oder Apfelmus) zu einer
Erhöhung von etwa 13 % und 20 % der Gesamtexposition (AUC) und von etwa 25 % und 33 % der
Spitzenkonzentration (Cmax) von Letermovir. Letermovir Granulat kann mit weicher Nahrung gegebenwerden, so wie es in der pädiatrischen Studie gehandhabt wurde (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird das mittlere Steady-
State-Verteilungsvolumen bei erwachsenen HSCT-Empfängern nach intravenöser Anwendung auf45,5 l geschätzt.
In vitro ist Letermovir, unabhängig vom untersuchten Konzentrationsbereich (3 bis 100 mg/l),größtenteils (98,2 %) an menschliche Plasmaproteine gebunden. Bei niedrigeren Konzentrationenwurde eine Sättigung beobachtet. Die Blut-Plasma-Verteilung von Letermovir beträgt 0,56 und istunabhängig von dem in vitro untersuchten Konzentrationsbereich (0,1 bis 10 mg/l).
In präklinischen Verteilungsstudien wird Letermovir auf Organe und Gewebe verteilt, wobei diehöchsten Konzentrationen im Magen-Darm-Trakt, im Gallengang und in der Leber und in niedrigen
Konzentrationen im Gehirn beobachtet wurden.
BiotransformationDer Hauptanteil der mit Letermovir verwandten Komponenten liegt im Plasma in unveränderter Formvor (96,6 %). Es werden keine wesentlichen Metaboliten im Plasma nachgewiesen. Letermovir wirdteilweise durch Glucuronidierung, die durch UGT1A1/1A3 vermittelt wird, eliminiert.
EliminationBei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern beträgt die mittlere scheinbare terminale Halbwertszeitvon Letermovir etwa 12 Stunden bei intravenöser Gabe von 480 mg Letermovir. Die
Haupteliminationswege von Letermovir sind die biliäre Exkretion sowie die direkte Glucuronidierung.
Dieser Vorgang umfasst die hepatischen Aufnahmetransporter OATP1B1 und 3, gefolgt von einerdurch UGT1A1/3 katalysierten Glucuronidierung.
Unter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird die scheinbare
Steady-State-CL von Letermovir nach intravenöser Anwendung von 480 mg bei erwachsenen
HSCT-Empfängern auf 4,84 l/h geschätzt. Die interindividuelle Variabilität für CL wird auf 24,6 %geschätzt.
Exkretion
Nach oraler Gabe von radioaktiv markiertem Letermovir wurden 93,3 % der Radioaktivität in den
Faeces wiedergefunden. Letermovir wurde hauptsächlich als unveränderte Ausgangssubstanz, ingeringerer Menge (6 % der Dosis) als Acylglucuronid-Metabolit, biliär in den Faeces ausgeschieden.
Das Acylglucuronid ist in den Faeces instabil. Die Urinausscheidung von Letermovir warvernachlässigbar (< 2 % der Dosis).
Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen
LeberfunktionsstörungDie AUC von ungebundenem Letermovir war bei erwachsenen Studienteilnehmern mit moderater(Child-Pugh-Klasse B [CP-B], Score von 7-9) Leberfunktionsstörung etwa 81 % und schwerer (Child-
Pugh-Klasse C [CP-C], Score von 10-15) Leberfunktionsstörung etwa 4-fach höher als bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern. Die Veränderungen der Letermovir-Exposition bei erwachsenen
Studienteilnehmern mit mäßiger Leberfunktionsstörung sind klinisch nicht relevant.
Bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung in Kombination mit mäßiger oder schwerer
Nierenfunktionsstörung ist mit ausgeprägten Erhöhungen der Exposition von ungebundenem
Letermovir zu rechnen (siehe Abschnitt 4.2).
NierenfunktionsstörungKlinische Studie bei einer Population mit Nierenfunktionsstörung
Die AUC von ungebundenem Letermovir war bei erwachsenen Studienteilnehmern mit moderater(eGFR von 31,0 bis 56,8 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörung etwa 115 % und mit schwerer(eGFR von 11,9 bis 28,1 ml/min/1,73 m2) Nierenfunktionsstörung etwa 81 % höher als bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern. Die Veränderungen der Letermovir-Exposition aufgrund vonmoderaten oder schweren Nierenfunktionsstörungen gelten als klinisch nicht relevant. Es wurdenkeine Studienteilnehmer mit terminaler Niereninsuffizienz untersucht.
Nach einer Nierentransplantation (Studie P002)
Unter Verwendung einer populationsbasierten pharmakokinetischen Analyse war die AUC von
Letermovir bei erwachsenen Studienteilnehmern mit leichter (CrCl größer oder gleich 60 bis wenigerals 90 ml/min), moderater (CrCl größer oder gleich 30 bis weniger als 60 ml/min) oder schwerer (CrClgrößer oder gleich 15 bis weniger als 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung etwa 12 %, 27 % bzw. 35 %höher im Vergleich zu erwachsenen Studienteilnehmern mit einer CrCl größer oder gleich 90 ml/min.
Diese Unterschiede gelten als klinisch nicht relevant.
GewichtUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen wird die AUC von
Letermovir bei gesunden erwachsenen Studienteilnehmern mit einem Gewicht von 80-100 kg um18,7 % niedriger geschätzt als bei Studienteilnehmern mit einem Gewicht von 67 kg. Basierend aufeiner populationsbasierten pharmakokinetischen Analyse bei erwachsenen Empfängern von
Nierentransplantaten (Studie P002) wird geschätzt, dass die AUC von Letermovir bei Personen miteinem Gewicht von mehr als 80 kg im Vergleich zu Personen mit einem Gewicht von weniger als odergleich 80 kg um 26 % niedriger ist. Diese Unterschiede sind klinisch nicht relevant.
Ethnische ZugehörigkeitUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen bei gesundenerwachsenen Studienteilnehmern wird die AUC von Letermovir bei Asiaten im Vergleich zu Weißenum 33,2 % höher geschätzt. Dieser Unterschied ist klinisch nicht relevant.
GeschlechtUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen bestehen zwischenerwachsenen Frauen und Männern bezüglich Letermovir keine pharmakokinetischen Unterschiede.
Ältere PatientenUnter Verwendung von populationsbasierten pharmakokinetischen Analysen hat das Alter keinen
Einfluss auf die Pharmakokinetik von Letermovir. Eine altersabhängige Dosisanpassung ist nichterforderlich.
Kinder und JugendlicheDie AUC von Letermovir bei pädiatrischen HSCT-Empfängern wurde mithilfe einerpopulationspharmakokinetischen Analyse unter Verwendung der beobachteten PK-Daten aus
Studie P030 geschätzt (siehe Tabelle 9 und Tabelle 10). Die Expositionen für pädiatrische HSCT-
Empfänger in allen Körpergewichtsbereichen liegen im Bereich der Expositionen, die bei den HSCT-
Referenzexpositionen für Erwachsene erreicht werden (siehe Tabelle 7).
Tabelle 9: Letermovir AUC-Werte (ng·h/ml) nach oraler Einnahme bei pädiatrischen HSCT-
Empfängern
Median Orale Dosis, Median
Körpergewicht Orale Dosis, (90% Vorhersage- mit (90% Vorhersage-ohne Ciclosporin intervall)* Ciclosporin intervall)*39 100 49 100
Ab 30 kg 480 mg 240 mg(18 700-81 300) (23 200-104 000)38 900 51 00015 kg bis unter 30 kg 240 mg 120 mg(20 200-74 300) (26 600-98 200)32 000 41 6007,5 kg bis unter 15 kg 120 mg 60 mg(16 700-59 300) (22 300-81 100)30 600 39 0005 kg bis unter 7,5 kg 80 mg 40 mg(16 200-55 000) (20 600-72 000)
* Mediane und 90 %-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung despädiatrischen HSCT-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
Tabelle 10: Letermovir-AUC-Werte (ng·h/ml) nach intravenöser Gabe bei pädiatrischen HSCT-
Empfängerni.v. Dosis, ohne Median i.v. Dosis, mit Median
Körpergewicht Ciclosporin (90% Vorhersage- Ciclosporin (90% Vorhersage-intervall)* intervall)*111 000 59 800
Ab 30 kg 480 mg 240 mg(55 700-218 000) (28 400-120 000)57 200 61 10015 kg bis unter 30 kg 120 mg 120 mg(29 700-113 000) (29 900-121 000)46 000 49 2007,5 kg bis unter 15 kg 60 mg 60 mg(24 300-83 900) (25 800-93 800)43 400 45 9005 kg bis unter 7,5 kg 40 mg 40 mg(24 300-81 000) (24 900-82 200)
* Mediane und 90 %-Vorhersageintervalle basieren auf Simulationen unter Verwendung despädiatrischen HSCT-Populations-PK-Modells mit interindividueller Variabilität.
5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit
Allgemeine ToxizitätEine irreversible testikuläre Toxizität wurde nur bei Ratten bei systemischer Exposition (AUC)beobachtet, die einer ≥ 3-fachen Exposition der beim Menschen empfohlenen Dosis (recommendedhuman dose = RHD) entspricht. Charakteristisch für diese Toxizität waren eine Degeneration der
Samenleiter und Oligospermie sowie Zellüberreste in den Nebenhoden einhergehend mitvermindertem Hoden- und Nebenhodengewicht. Es gab keine testikuläre Toxizität bei Ratten bei
Expositionen (AUC), die den Expositionen beim Menschen unter RHD ähnlich waren. Bei Gabehöchster getesteter Dosen, die dem bis zu 4-Fachen bzw. 2-Fachen der RHD entsprechen, wurde bei
Mäusen und Affen keine testikuläre Toxizität beobachtet. Die Relevanz für den Menschen ist nichtbekannt.
KarzinogeneseEine 6-monatige orale Karzinogenitätsstudie an transgenen RasH2-Mäusen (Tg.RasH2) zeigte bis zuden höchsten getesteten Dosen von 150 mg/kg/Tag bei männlichen bzw. 300 mg/kg/Tag beiweiblichen Mäusen keine Hinweise auf eine für den Menschen relevante Tumorentstehung.
MutageneseLetermovir zeigte in einer Reihe von in-vitro- oder in-vivo-Assays, einschließlich mikrobieller
Mutagenese-Assays, Chromosomenaberrationstests in chinesischen Hamsterovarialzellen und in einerin-vivo-Maus-Mikronukleus-Studie, keine Genotoxizität.
ReproduktionIn Studien zur Fertilität und zur frühembryonalen Entwicklung an der Ratte zeigte Letermovir keinen
Einfluss auf die weibliche Fertilität. Bei männlichen Ratten wurden bei systemischen Expositionen≥ 3-fach der AUC beim Menschen unter RHD reduzierte Spermienkonzentration, reduzierte
Spermienmotilität und verminderte Fertilität beobachtet (siehe Allgemeine Toxizität).
Bei Affen, die Letermovir erhielten, gab es bei systemischen Expositionen von etwa dem 2-Fachen der
AUC beim Menschen unter RHD anhand der histopathologischen Beurteilung, der Messung der
Hodengröße, der Blut-Hormon-Analyse (follikelstimulierendes Hormon, Inhibin B und Testosteron)und der Spermienuntersuchung (Spermienzahl, -motilität und -morphologie) keinen Hinweis auftestikuläre Toxizität.
Entwicklung
Bei Ratten wurde eine Toxizität bei den Muttertieren (einschließlich Verringerung der
Körpergewichtszunahme) bei 250 mg/kg/Tag beobachtet (entsprechend etwa das 11-Fache der AUCunter RHD); bei den Nachkommen wurden ein vermindertes Fetalgewicht mit verzögerter
Verknöcherung, leicht ödematösen Feten und eine erhöhte Inzidenz verkürzter Nabelschnüre sowie
Veränderungen und Fehlbildungen an Wirbeln, Rippen und Becken beobachtet. Bei Dosen von50 mg/kg/Tag (etwa das 2,5-Fache der AUC unter RHD) wurden keine Effekte auf die Muttertiereoder auf die Entwicklung der Nachkommen beobachtet.
Bei Kaninchen wurde eine Toxizität bei den Muttertieren (einschließlich Mortalität und Aborte) bei225 mg/kg/Tag beobachtet (etwa das 2-Fache der AUC unter RHD); bei den Nachkommen wurde eineerhöhte Inzidenz von Fehlbildungen und Veränderungen der Wirbel und Rippen beobachtet.
In der prä- und postnatalen Entwicklungsstudie wurde Letermovir trächtigen Ratten oral verabreicht.
Es wurde keine Entwicklungstoxizität bis zur höchsten getesteten Exposition beobachtet (2-Faches der
AUC unter RHD).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Povidon (E1201)
Siliciumdioxid (E551)
Magnesiumstearat (E470b)
Lactose-Monohydrat
Hypromellose (E464)
Titandioxid (E171)
Triacetin
Eisen(III)-hydroxid-oxid (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)6.2 Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
6.3 Dauer der Haltbarkeit3 Jahre6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen einzuhalten.
6.5 Inhalt und Art und Inhalt des Behältnisses
Beutel bestehend aus Polyethylenterephthalat (PET)/Aluminiumfolie/linearem Polyethylen niedriger
Dichte (LLDPE). Jeder Umkarton enthält 30 Beutel.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur
HandhabungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
ZubereitungPREVYMIS Granulat wird oral gemischt mit weicher Nahrung oder über eine NG-Sonde oder eine
PEG-Sonde gegeben.
Zubereitung und Gabe gemischt mit weicher Nahrung
Einzelheiten zur Zubereitung und Gabe von PREVYMIS Granulat gemischt mit weicher Nahrungfinden Sie in der Gebrauchsanweisung.
* PREVYMIS Granulat nicht zerdrücken oder kauen.
* Streuen Sie PREVYMIS Granulat auf 1 bis 3 Teelöffel mit weicher Nahrung, die höchstens
Raumtemperatur haben soll. Verwenden Sie keine heißen Speisen. Beispiele für weiche
Lebensmittel sind Apfelmus oder Joghurt.
* PREVYMIS Granulat mit der weichen Nahrung vermischen.
* Die gesamte Mischung innerhalb von 10 Minuten nach dem Mischen des PREVYMIS
Granulats mit der weichen Nahrung geben.
Vorbereitung und Gabe über NG- oder PEG-Sonde
Einzelheiten zur Zubereitung und Gabe von PREVYMIS Granulat über NG- oder PEG-Sonde finden
Sie in der Gebrauchsanweisung, in Tabelle 11 (NG-Sonde) und Tabelle 12 (PEG-Sonde).
* Geben Sie mit der Spritze die initiale Menge der zimmerwarmen Flüssigkeit (Milch, Apfelsaft,
Säuglingsnahrung oder Wasser) in einen Medikamentenbecher. Mischen Sie PREVYMIS
Granulat nicht mit Wasser, wenn Sie es über eine PEG-Sonde geben. Mischen Sie PREVYMIS
Granulat nicht mit heißer oder gekühlter (Kühlschranktemperatur) Flüssigkeit.
* Gießen Sie PREVYMIS Granulat in die Flüssigkeit im Medikamentenbecher.
* Warten Sie 10 Minuten. Schütteln oder schwenken Sie den Medikamentenbecher nicht.
PREVYMIS Granulat löst sich nicht auf, sondern wird locker oder bröckelig.
* Rühren Sie die Mischung mit der Spritze um. Geben Sie die gesamte Mischung mit der Spritzeüber die NG- oder PEG-Sonde.
* Geben Sie mit der Spritze die Spülmenge der zimmerwarmen Flüssigkeit (Milch, Apfelsaft,
Säuglingsnahrung oder Wasser) in den Medikamentenbecher. Spülen Sie den
Medikamentenbecher nicht mit Wasser, wenn Sie PREVYMIS über eine PEG-Sonde geben.
* Rühren Sie die Mischung mit der Spritze um. Geben Sie die gesamte Spülmischung mit der
Spritze über die NG- oder PEG-Sonde.
* Spülen Sie die NG- oder PEG-Sonde mit der vom Hersteller empfohlenen Wassermenge.
Tabelle 11: Empfehlungen zur Gabe von PREVYMIS Granulat im Beutel über eine NG-Sonde
Initiale Spül-
Dosis NG- Flüssigkeit Spritze† Mischbehälter Menge menge
Sonde*(ml) (ml)120 mg Jede ≥ 8bis Fr NG- 15 15480 mg Sonde
Passend große5 Fr PUR Milch,
ENFit-Spritze
NG- Apfelsaft,oder Spritze Medikamentenbecher40 mg Sonde Babynahrungmitbis oder oder Wasser 3 2
Katheterspitze80 mg Jede ≥ 6
Fr NG-
Sonde
* Fr = French; PUR = Polyurethan† Bei der ENFit-Spritze wird ein Entnahmehalm (großer Durchmesser) benötigt, um die Entnahmeder Mischung aus dem Medikamentenbecher zu erleichtern
Tabelle 12: Empfehlungen zur Gabe von PREVYMIS Granulat im Beutel über eine PEG-Sonde
Initiale Spül-
PEG-
Dosis Sonde* Flüssigkeit Spritze† Mischbehälter Menge meng(ml) e (ml)120 mg Milch,
Jede PEG-bis Apfelsaft Passend große 15 15
Sonde480 mg oder ENFit-Spritze
Medikamenten-
Babynahrung oder Spritze40 mg becher
Jede 12 Fr mitbis 3 2
PEG-Sonde Kein Wasser Katheterspitze80 mgverwenden
* Fr = French† Bei der ENFit-Spritze wird ein Entnahmehalm (großer Durchmesser) benötigt, um die
Entnahme der Mischung aus dem Medikamentenbecher zu erleichtern.
7. INHABER DER ZULASSUNG
Merck Sharp & Dohme B.V.
Waarderweg 392031 BN Haarlem
Niederlande8. ZULASSUNGSNUMMER(N)
EU/1/17/1245/005
EU/1/17/1245/0069. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 8. Januar 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. August 202210. STAND DER INFORMATION
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.