Pharmakotherapeutische Gruppe: Impfstoffe, Pneumokokken-Impfstoffe, ATC-Code: J07AL02
Prevenar 13 enthält die 7 Pneumokokken-Kapselpolysaccharide, die in Prevenar enthalten sind (4, 6B,9V, 14, 18C, 19F, 23F), sowie 6 weitere Polysaccharide (1, 3, 5, 6A, 7F, 19A), alle konjugiert an das
CRM197-Trägerprotein.
Krankheitslast
Säuglinge und Kinder im Alter von 6 Wochen bis 5 Jahren
Auf Grundlage der Serotypen-Überwachung in Europa, die vor der Einführung von Prevenardurchgeführt wurde, wird geschätzt, dass 73 bis 100 % (abhängig vom Land) der Serotypen, die die
Ursache für invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) bei Kindern unter 5 Jahren sind, durch
Prevenar 13 abgedeckt werden. In dieser Altersgruppe sind die Serotypen 1, 3, 5, 6A, 7F und 19A für15,6 bis 59,7 % der invasiven Erkrankungen verantwortlich, abhängig vom Land, dem untersuchten
Zeitraum und der Anwendung von Prevenar.
Die akute Otitis media (AOM) ist eine häufige Kinderkrankheit mit unterschiedlicher Ätiologie.
Bakterien werden für 60 bis 70 % der klinischen AOM-Episoden verantwortlich gemacht.
S. pneumoniae ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für bakterielle AOM.
Es wird geschätzt, dass Prevenar 13 über 90 % der Serotypen abdeckt, die antimikrobiell-resistente
IPD verursachen.
Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren
Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren ist die Inzidenz von Pneumokokken-
Erkrankungen niedrig, bei bestehenden Grunderkrankungen ist das Morbiditäts- und Mortalitätsrisikojedoch erhöht.
Erwachsene ab 18 Jahre und ältere Personen
Pneumonie ist das häufigste klinische Erscheinungsbild einer Pneumokokken-Erkrankung bei
Erwachsenen.
Die berichtete Inzidenz von ambulant erworbener Pneumonie (community-aquired pneumonia, CAP)und IPD in Europa ist je nach Land verschieden, nimmt ab einem Lebensalter von 50 Jahren zu und istam höchsten bei Personen im Alter von ≥ 65 Jahren. S. pneumoniae ist die häufigste Ursache von
CAP. Es wird geschätzt, dass S. pneumoniae für ca. 30 % aller CAP-Fälle, die eine
Krankenhauseinweisung erfordern, bei Erwachsenen in Industrieländern verantwortlich ist.
Bakteriämische Pneumonie (ca. 80 % der IPD-Fälle bei Erwachsenen), Bakteriämie ohne Fokus und
Meningitis sind die häufigsten Manifestationen einer IPD bei Erwachsenen. Basierend auf
Überwachungsdaten nach der Einführung von Prevenar, aber vor der Einführung von Prevenar 13 in
Kinderimpfprogramme, dürften die Pneumokokken-Serotypen in Prevenar 13 für mindestens 50 bis76 % (abhängig vom Land) der IPD-Fälle bei Erwachsenen verantwortlich sein.
Das Risiko für CAP und IPD bei Erwachsenen ist auch bei Vorliegen von chronischen
Grunderkrankungen erhöht, insbesondere bei anatomischer oder funktioneller Asplenie, Diabetesmellitus, Asthma sowie chronischer Herz-Kreislauf-, Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankung. Amhöchsten ist es bei immunsupprimierten Patienten, wie z. B. bei Patienten mit malignenhämatologischen Erkrankungen oder HIV-Infektion.
Klinische Immunogenitätsstudien mit Prevenar 13 bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
Die Schutzwirkung von Prevenar 13 gegen IPD wurde nicht klinisch geprüft. Wie von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen, beruht die Bewertung der potenziellen Wirksamkeitgegen IPD bei Säuglingen und Kleinkindern auf dem Vergleich der Immunantworten auf die7 gemeinsamen Serotypen, die sowohl in Prevenar 13 als auch in Prevenar enthalten sind und für dieeine Schutzwirkung nachgewiesen wurde (zur Wirksamkeit von Prevenar (7-valent) bei Säuglingenund Kindern siehe unten). Die Immunantworten auf die 6 zusätzlichen Serotypen wurden ebenfallsgemessen.
Immunantworten von Säuglingen nach der Grundimmunisierung mit 3 Dosen
Klinische Studien wurden in mehreren europäischen Ländern und in den USA mit verschiedenen
Impfschemata durchgeführt; darunter 2 randomisierte Nicht-Unterlegenheits-Studien (in Deutschlandunter Anwendung einer Grundimmunisierung im Alter von 2, 3 und 4 Monaten [006] und in den USAunter Anwendung einer Grundimmunisierung im Alter von 2, 4 und 6 Monaten [004]). In diesen2 Studien wurden die Pneumokokken-Immunantworten verglichen, indem verschiedene Nicht-
Unterlegenheits-Kriterien angewendet wurden, z. B. der Prozentsatz der Studienteilnehmer mit
Serotyp-spezifischem Antipolysaccharid-Serum-IgG ≥ 0,35 μg/ml 1 Monat nach der
Grundimmunisierung und Vergleich des geometrischen Mittels der IgG-Konzentrationen(ELISA-GMCs); zusätzlich wurden die funktionalen Antikörpertiter (OPA) von Studienteilnehmern,die Prevenar 13 erhielten, mit denen, die Prevenar erhielten, verglichen. Für die 6 zusätzlichen
Serotypen wurden diese Werte mit der niedrigsten Immunantwort von allen 7 gemeinsamen Serotypenbei den Prevenar-Empfängern verglichen.
Der Vergleich der Immunantworten hinsichtlich Nicht-Unterlegenheit aus Studie 006, basierend aufdem Anteil der Säuglinge, die Antipolysaccharid-IgG-Konzentrationen ≥ 0,35 μg/ml erreichten, wirdin Tabelle 1 gezeigt. Die Ergebnisse für Studie 004 waren ähnlich. Nicht-Unterlegenheit von
Prevenar 13 (die untere Grenze des 95 %-KI für die prozentuale Differenz der Responder bei0,35 µg/ml zwischen den Gruppen war > -10 %) wurde für alle 7 gemeinsamen Serotypen gezeigt,jedoch für Serotyp 6B in Studie 006 und für die Serotypen 6B und 9V in Studie 004 knapp verfehlt.
Alle 7 gemeinsamen Serotypen erfüllten die vordefinierten Nicht-Unterlegenheits-Kriterien für
IgG-ELISA-GMCs. Prevenar 13 induzierte für die 7 gemeinsamen Serotypen vergleichbare, jedochgeringfügig niedrigere Antikörperspiegel als Prevenar. Die klinische Relevanz dieser Unterschiede istnicht bekannt.
Nicht-Unterlegenheit wurde für die 6 zusätzlichen Serotypen in Studie 006 erreicht, basierend auf dem
Anteil der Säuglinge, die Antikörperkonzentrationen ≥ 0,35 μg/ml erreichten, und auf dem Vergleichder IgG-ELISA-GMCs; ebenso für 5 der 6 Serotypen in Studie 004, mit Ausnahme von Serotyp 3. Für
Serotyp 3 betrugen die Prozentsätze der Prevenar13-Empfänger mit einem Serum-IgG ≥ 0,35 µg/ml98,2 % (Studie 006) bzw. 63,5 % (Studie 004).
Tabelle 1: Vergleich des Anteils der Studienteilnehmer, die nach der 3. Dosis der Säuglings-Impfserie eine
Pneumokokken-Antipolysaccharid-IgG-Antikörperkonzentration ≥ 0,35 μg/ml erreichten - Studie 006
Prevenar 13 Prevenar (7valent)% % Unterschied
Serotypen(n = 282-285) (n = 277-279) (95 %-KI)
Serotypen in Prevenar (7valent)4 98,2 98,2 0,0 (-2,5, 2,6)6B 77,5 87,1 -9,6 (-16,0, -3,3)9V 98,6 96,4 2,2 (-0,4, 5,2)14 98,9 97,5 1,5 (-0,9, 4,1)18C 97,2 98,6 -1,4 (-4,2, 1,2)19F 95,8 96,0 -0,3 (-3,8, 3,3)23F 88,7 89,5 -0,8 (-6,0, 4,5)
Tabelle 1: Vergleich des Anteils der Studienteilnehmer, die nach der 3. Dosis der Säuglings-Impfserie eine
Pneumokokken-Antipolysaccharid-IgG-Antikörperkonzentration ≥ 0,35 μg/ml erreichten - Studie 006
Prevenar 13 Prevenar (7valent)% % Unterschied
Serotypen(n = 282-285) (n = 277-279) (95 %-KI)
Zusätzliche Serotypen in Prevenar 131 96,1 87,1* 9,1 (4,5, 13,9)3 98,2 87,1 11,2 (7,0, 15,8)5 93,0 87,1 5,9 (0,8, 11,1)6A 91,9 87,1 4,8 (-0,3, 10,1)7F 98,6 87,1 11,5 (7,4, 16,1)19A 99,3 87,1 12,2 (8,3, 16,8)
* Serotyp 6B war der Serotyp in Prevenar mit der niedrigsten prozentualen Ansprechrate in Studie 006 (87,1 %).
Prevenar 13 induzierte in den Studien 004 und 006 funktionale Antikörper gegen alle 13 Impfstoff-
Serotypen. Für die 7 gemeinsamen Serotypen gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen bzgl.des Anteils der Studienteilnehmer mit OPA-Titern ≥ 1:8. Für jeden der 7 gemeinsamen Serotypenerreichten > 96 % bzw. > 90 % der Prevenar13-Empfänger in den Studien 006 und 004 1 Monat nachder Grundimmunisierung einen OPA-Titer ≥ 1:8.
Bei jedem der 6 zusätzlichen Serotypen induzierte Prevenar 13 in den Studien 004/ 006 1 Monat nachder Grundimmunisierung bei 91,4 % bis 100 % der Geimpften OPA-Titer ≥ 1:8. Die geometrischen
Mittelwerte der funktionalen Antikörper (OPA)-Titer waren für die Serotypen 1, 3 und 5 niedriger alsdie jeweiligen Titer für die anderen zusätzlichen Serotypen; die klinische Relevanz dieses Befunds fürdie Schutzwirkung ist nicht bekannt.
Immunantworten nach Grundimmunisierung mit 2 Dosen bei Säuglingen
Die Immunogenität nach Verabreichung von 2 Dosen an Säuglinge wurde in 4 Studien dokumentiert.
Der Anteil der Säuglinge, die 1 Monat nach der 2. Dosis eine Pneumokokken-Anti-
Kapselpolysaccharid-IgG-Konzentration ≥ 0,35 g/ml erreichten, lag bei 11 der 13 Impfstoff-
Serotypen zwischen 79,6 % und 98,5 %. Ein geringerer Anteil der Säuglinge erreichte diesen
Grenzwert der Antikörperkonzentration für die Serotypen 6B (27,9 bis 57,3 %) und 23F (55,8 bis68,1 %) in allen Studien mit einem 2- und 4-Monats-Impfschema, im Vergleich zu 58,4 % (6B) bzw.68,6 % (23F) in einer Studie mit einem 3- und 5-Monats-Impfschema. Nach der Boosterdosis kam esbei allen Impfstoff-Serotypen, einschließlich 6B und 23F, zu Immunantworten, die einer adäquaten
Grundimmunisierung mittels eines 2-Dosen-Grundimmunisierungsschemas entsprachen. In einerbritischen Studie waren die funktionalen Antikörper (OPA)-Antworten für alle Serotypeneinschließlich 6B und 23F in den Prevenar- und Prevenar13-Studienarmen nach der
Grundimmunisierung im Alter von 2 und 4 Monaten und nach der Boosterdosis im Alter von12 Monaten vergleichbar. Bei den Prevenar13-Empfängern betrug der Anteil der Responder mit einem
OPA-Titer ≥ 1:8 nach der Säuglings-Impfserie mindestens 87 % und mindestens 93 % nach der
Boosterdosis. Die geometrischen Mittelwerte der Titer für die Serotypen 1, 3 und 5 waren niedriger alsdie jeweiligen Titer für die anderen zusätzlichen Serotypen; die klinische Relevanz dieses Befunds istnicht bekannt.
Boosterantworten nach Grundimmunisierung mit 2 und 3 Dosen bei Säuglingen
Nach Verabreichung der Boosterdosis waren die Antikörperkonzentrationen für alle 13 Serotypenhöher als vor der Boosterdosis. Die Antikörperkonzentrationen waren nach der Boosterimpfung für12 Serotypen höher als nach der Grundimmunisierung. Diese Beobachtungen stehen im Einklang miteinem adäquaten Priming (Induktion eines immunologischen Gedächtnisses). Die Immunantwort warnach Verabreichung der Boosterimpfung für Serotyp 3 nicht stärker als die nach der
Grundimmunisierung; die klinische Relevanz dieser Beobachtung im Hinblick auf die Induktion einesimmunologischen Gedächtnisses für Serotyp 3 ist unbekannt.
Antikörperantworten auf Boosterdosen waren nach einer Grundimmunisierung mit 2 Dosen bzw. mit3 Dosen für alle 13 Impfstoff-Serotypen vergleichbar.
Bei Kindern im Alter von 7 Monaten bis 5 Jahren erzeugen altersgemäße Nachhol-Impfschemata (wiein Abschnitt 4.2 beschrieben) für jeden der 13 Serotypen Anti-Kapselpolysaccharid-IgG-Antikörper-
Antworten, die mindestens vergleichbar sind mit denen nach einer Grundimmunisierung mit 3 Dosenbei Säuglingen.
Die Persistenz von Antikörpern und das immunologische Gedächtnis wurden in einer Studie angesunden Kindern untersucht, die mindestens 2 Jahre nach vorheriger Immunisierung eine Einzeldosis
Prevenar 13 erhielten. Die vorherige Immunisierung kann entweder durch 4 Dosen Prevenar, durcheine Grundimmunisierung mit 3 Dosen Prevenar, gefolgt von Prevenar 13 im Alter von 12 Monaten,oder durch 4 Dosen Prevenar 13 erfolgt sein.
Die Einzeldosis Prevenar 13 induzierte bei Kindern im Alter von etwa 3,4 Jahren, unabhängig vom
Impfstatus (Impfung mit Prevenar oder Prevenar 13), eine robuste Antikörperantwort sowohl für die7 gemeinsamen Serotypen als auch für die 6 zusätzlichen Serotypen in Prevenar 13.
Die Daten zur Überwachung von Pneumokokken-Erkrankungen seit der Einführung des 7valenten
Prevenar im Jahr 2000 lassen nicht darauf schließen, dass die durch Prevenar im Säuglingsaltererzeugte Immunität mit der Zeit abgenommen hat.
Frühgeborene Säuglinge
Sicherheit und Immunogenität von Prevenar 13, verabreicht im Alter von 2, 3, 4 und 12 Monaten,wurden bei etwa 100 frühgeborenen Säuglingen beurteilt (mittleres geschätztes Gestationsalter[Estimated Gestational Age, EGA] 31 Wochen; Spannbreite 26 bis 36 Wochen) und mit etwa100 termingerecht geborenen Säuglingen verglichen (mittleres EGA 39 Wochen; Spannbreite 37 bis42 Wochen).
Ein Vergleich der Immunantworten bei frühgeborenen mit denen bei termingerecht geborenen
Säuglingen erfolgte anhand des Anteils der Säuglinge, die 1 Monat nach der Grundimmunisierungeine Pneumokokken-Polysaccarid-bindende IgG-Antikörperkonzentration ≥ 0,35 µg/ml erreichten.
Dies entspricht dem Vorgehen, das bei den Immunogenitätsvergleichen von Prevenar 13 und Prevenarzur Anwendung kam und auf den Richtlinien der WHO basiert.
Mehr als 85 % der Frühgeborenen erreichten 1 Monat nach Grundimmunisierung eine
Pneumokokken-Polysaccharid-bindende IgG-Antikörperkonzentration ≥ 0,35 µg/ml, außer für die
Serotypen 5 (71,7 %), 6A (82,7 %) und 6B (72,7 %). Für diese 3 Serotypen war der Anteil der
Responder unter den frühgeborenen Säuglingen signifikant niedriger als unter den termingerechtgeborenen Säuglingen. Etwa 1 Monat nach der Boosterdosis betrug der Probandenanteil in jeder
Gruppe, der diesen gleichen Grenzwert der Antikörperkonzentration erreichte, > 97 %, mit Ausnahmefür den Serotyp 3 (71 % bei frühgeborenen Säuglingen und 79 % bei termingerecht geborenen
Säuglingen). Es ist unbekannt, ob das immunologische Gedächtnis für alle Serotypen bei
Frühgeborenen induziert wird. Im Allgemeinen waren die Serotyp-spezifischen IgG-GMCs beifrühgeborenen Säuglingen niedriger als bei termingerecht geborenen Säuglingen.
Nach der Grundimmunisierung waren die OPA-GMTs bei frühgeborenen und bei termingerechtgeborenen Säuglingen ähnlich, außer für Serotyp 5, der bei Frühgeborenen niedriger war. Nach der
Boosterdosis waren die OPA-GMTs im Vergleich zu denen nach der Grundimmunisierung ähnlichoder niedriger für 4 Serotypen (4, 14, 18C, 19F) und waren statistisch signifikant höher für 6 der13 Serotypen (1, 3, 5, 7F, 9V und 19A) bei frühgeborenen Säuglingen im Vergleich zu 10 der13 Serotypen (1, 3, 4, 5, 6A, 7F, 9V, 18C, 19A und 23F) bei termingerecht geborenen Säuglingen.
Kinder (12 bis 59 Monate), die vollständig mit Prevenar (7valent) immunisiert wurden
Nach Gabe einer Einzeldosis Prevenar 13 an Kinder (12 bis 59 Monate), die als vollständig mit
Prevenar (7valent) immunisiert gelten (entweder 2- oder 3-Dosen-Grundimmunisierung plus
Boosterimpfung), betrug der Anteil der Kinder, die IgG-Spiegel ≥ 0,35 µg/ml und OPA-Titer ≥ 1:8erreichten, mindestens 90 %. Allerdings waren die IgG-GMC und OPA-GMT für 3 (Serotypen 1, 5und 6A) der 6 zusätzlichen Serotypen niedriger als bei Kindern, die zuvor mindestens 1 Impfung mit
Prevenar 13 erhalten hatten. Die klinische Relevanz der niedrigeren GMCs und GMTs ist derzeitunbekannt.
Ungeimpfte Kinder (12 bis 23 Monate)
Studien an ungeimpften Kindern (12 bis 23 Monate) mit Prevenar (7valent) zeigten, dass 2 Dosenerforderlich waren, um für 6B und 23F Serum-IgG-Konzentrationen zu erreichen, die denen ähnelten,die durch eine Grundimmunisierung mit 3 Dosen induziert wurden.
Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren
In einer offenen Studie mit 592 gesunden Kindern und Jugendlichen, einschließlich Asthma-Patienten(17,4 %), die möglicherweise eine Prädisposition für eine Pneumokokken-Infektion zeigten, löste
Prevenar 13 Immunantworten auf alle 13 Serotypen aus. Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren, diezuvor mit mindestens 1 Dosis Prevenar geimpft worden waren, und Kindern und Jugendlichen im
Alter von 10 bis 17 Jahren, die noch niemals einen Pneumokokken-Impfstoff erhalten hatten, wurdejeweils eine Einzeldosis Prevenar 13 verabreicht.
Im Vergleich zur Immunantwort nach der 4. Dosis von Prevenar bzw. Prevenar 13 bei Kleinkindern,die im Alter von 2, 4, 6 und 12 bis 15 Monaten geimpft worden waren, war sowohl bei den Kindernim Alter von 5 bis 10 Jahren als auch bei den Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahrendie Immunogenität von Prevenar 13 der von Prevenar bezüglich der 7 gemeinsamen Serotypen und dervon Prevenar 13 bezüglich der 6 zusätzlichen Serotypen anhand der Messungen des Serum-IgG nichtunterlegen.
Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren waren die OPA-GMTs 1 Monat nach der
Impfung für 12 der 13 Serotypen (Ausnahme: Serotyp 3) den OPA-GMTs in der Altersgruppe 5 bis10 Jahre nicht unterlegen.
Immunantworten nach subkutaner Gabe
Die subkutane Gabe von Prevenar 13 wurde in einer nichtvergleichenden Studie an 185 gesundenjapanischen Säuglingen und Kindern untersucht, die 4 Dosen im Alter von 2, 4, 6 und 12 bis15 Monaten erhielten. Die Studie zeigte, dass Sicherheit und Immunogenität im Allgemeinenvergleichbar waren mit Beobachtungen aus Studien mit intramuskulärer Gabe.
Effektivität von Prevenar 13
Invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD)
Vier Jahre nach der Einführung von Prevenar mit einer 2-Dosen-Grundimmunisierung von Säuglingenund Boosterimpfung im 2. Lebensjahr sowie einer Durchimpfungsrate von 94 % in England und
Wales zeigten von Public Health England publizierte Daten einen Rückgang der durch die 7 Impfstoff-
Serotypen verursachten Erkrankungen um 98 % (95 %-KI 95; 99). Vier Jahre nach der Umstellung auf
Prevenar 13 betrug der zusätzliche Rückgang der Inzidenz von IPD durch die 7 in Prevenarenthaltenen Serotypen zwischen 76 % bei Kindern unter 2 Jahren und 91 % bei Kindern im Alter von5-14 Jahren. Die Serotyp-spezifischen Rückgänge für jeden der 5 zusätzlichen in Prevenar 13enthaltenen Serotypen (es wurden keine Fälle von IPD durch Serotyp 5 beobachtet) sind nach Alter inder Tabelle 2 dargestellt und reichten bei Kindern unter 5 Jahren von 68 % (Serotyp 3) bis zu 100 %(Serotyp 6A). Signifikante Rückgänge der Inzidenz wurden auch in älteren Altersgruppen beobachtet,die nicht mit Prevenar 13 geimpft worden waren (indirekter Effekt).
Tabelle 2: Serotyp-spezifische Anzahl der Fälle und Rückgang der Inzidenz von IPD in 2013/14 im
Vergleich zu 2008/09-2009/10 (2008/10) nach Alter in England und Wales< 5 Jahre 5 bis 64 Jahre ≥ 65 Jahre2008-10§ 2013/14 % Rückgang 2008-10§ 2013/14 % 2008- 2013/ % Rückgang§ der Inzidenz § Rückgang 10§ 14§ der Inzidenz(95 %-KI*) der Inzidenz (95 %-KI*)(95 %-KI*)
Zusätzliche Serotypen, die in Prevenar 13 enthalten sind1 59 (54) 5 (5) 91 % 458 (382) 77 83 % 102 (89) 13 87 %(71) (13)(98 %; (88 %; (94 %;68 %)** 74 %)** 72 %)**3 26 (24) 8 (8) 68 % 178 (148) 73 59 % 256 143 44 %(68) (224) (146)(89 %; 6 %) (72 %; (57 %;38 %)** 27 %)**6A 10 (9) 0 (0) 100 % 53 (44) 5 (5) 90 % 94 (82) 5 (5) 95 %(100 %; (97 %; (99 %;62 %)** 56 %)** 81 %)**7F 90 (82) 8 (8) 91 % 430 (361) 160 63 % 173 75 56 %(148) (152) (77)(97 %; (71 %; (70 %;74 %)** 50 %)** 37 %)**19A 85 (77) 7 (7) 91 % 225 (191) 104 54 % 279 97 65 %(97) (246) (99)(97 %; (65 %; (75 %;75 %)** 32 %)** 53 %)**§ Korrigiert entsprechend dem Anteil serotypisierter Proben, fehlenden Altersangaben, dem mit 2009/10verglichenen Nenner und dem Trend der Gesamtzahl der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen bis2009/10 (danach wurde keine Trendkorrektur mehr verwendet)
* 95 %-KI berechnet aus einem Poisson-Intervall auf Basis einer Überdispersion von 2,1, die aus einer
Modellierung aller IPD-Daten aus 2000-06 vor Prevenar resultiert
** p < 0,005, um 6A abzudecken, wo p = 0,002
Otitis media (OM)
In einer publizierten, in Israel durchgeführten Studie wurde unter Anwendung einer 2-Dosen-
Grundimmunisierung plus Boosterimpfung im 2. Lebensjahr die Wirkung von Prevenar 13 auf OM ineinem populationsbasierten System der aktiven Überwachung dokumentiert. Hierbei wurde bei unter2 Jahre alten israelischen Kindern mit OM eine Tympanozentese mit Kultivierung der
Mittelohrflüssigkeit vorgenommen.
Nach der Einführung von Prevenar und später Prevenar 13 kam es zu einem Rückgang der Inzidenzder durch die Prevenar-Serotypen sowie Serotyp 6A verursachten OM von 2,1 auf 0,1 Fälle pro1.000 Kinder (95 %) sowie zu einem Rückgang der Inzidenz der durch die zusätzlichen Prevenar 13-
Serotypen 1, 3, 5, 7F und 19A verursachten OM von 0,9 auf 0,1 Fälle pro 1.000 Kinder (89 %). Diejährliche Inzidenz von OM durch Pneumokokken insgesamt sank zwischen Juli 2004 (vor der
Einführung von Prevenar) und Juni 2013 (nach der Einführung von Prevenar 13) von 9,6 auf 2,1 Fällepro 1.000 Kinder (78 %).
Pneumonie
In einer französischen multizentrischen Beobachtungsstudie, in der die Zeiträume vor und nach der
Umstellung von Prevenar auf Prevenar 13 verglichen wurden, kam es zu einem 16%-igen Rückgang(von 2.060 auf 1.725 Fälle) aller ambulant erworbenen Fälle von Pneumonie (CAP) in
Notfallabteilungen bei Kindern im Alter zwischen 1 Monat und 15 Jahren.
Der Rückgang betrug 53 % (von 167 auf 79 Fälle, p < 0,001) für CAP-Fälle mit Pleuraerguss und63 % (von 64 auf 24 Fälle, p < 0,001) für mikrobiologisch bestätigte, durch Pneumokokkenverursachte CAP-Fälle. Im 2. Jahr nach der Einführung von Prevenar 13 sank die Gesamtzahl der
CAP-Fälle, die von den 6 zusätzlichen in Prevenar 13 enthaltenen Impfstoff-Serotypen verursachtwurden, von 27 auf 7 Isolate (74 %).
Der Rückgang der Fälle von Pneumonie jeglicher Ursache war am stärksten ausgeprägt in denjüngeren geimpften Altersgruppen, mit einer Abnahme um 31,8 % (von 757 auf 516 Fälle) bei denunter 2-Jährigen und um 16,6 % (von 833 auf 695 Fälle) bei den 2-5-Jährigen. Die Inzidenz beiälteren, vorwiegend nicht geimpften Kindern (> 5 Jahre) änderte sich im Laufe der Studie nicht.
In einem fortlaufenden Überwachungssystem (2004 bis 2013) in Süd-Israel wurde die Wirkung von
Prevenar und später Prevenar 13 auf CAP bei Kindern unter 5 Jahren dokumentiert, bei denen eine2-Dosen-Grundimmunisierung mit einer Boosterimpfung im 2. Lebensjahr angewendet wurde. Nachder Einführung von Prevenar 13 kam es im Vergleich zu der Zeit vor der Einführung von Prevenar zueinem Rückgang von ambulanten Patienten mit alveolärer CAP um 68 % (95 %-KI 73; 61) und von
Krankenhauseinweisungen aufgrund alveolärer CAP um 32 % (95 %-KI 39; 22).
Wirkung auf die nasopharyngeale Besiedlung
In einer Beobachtungsstudie in Frankreich an Kindern mit akuter Otitis media wurden Änderungen dernasopharyngealen (NP) Besiedlung durch Pneumokokken-Serotypen nach der Markteinführung von
Prevenar (7valent) und später Prevenar 13 ausgewertet. Prevenar 13 führte im Vergleich zu Prevenarzu einer signifikanten Reduktion der NP Besiedlung durch die 6 zusätzlichen Serotypen (und
Serotyp 6C) insgesamt sowie jeweils individuell durch Serotyp 6C, 7F und 19A. Eine Reduktion der
Besiedlung wurde ebenfalls für Serotyp 3 gefunden (2,5 % vs. 1,1 %; p = 0,1). Eine Besiedlung durchdie Serotypen 1 und 5 wurde nicht beobachtet.
Die Wirkung einer Pneumokokken-Konjugatimpfung auf die nasopharyngeale Besiedlung wurde ineiner randomisierten Doppelblindstudie in Israel untersucht, in der Säuglinge Prevenar 13 oder
Prevenar (7valent) im Alter von 2, 4, 6 und 12 Monaten erhielten. Prevenar 13 reduzierte im Vergleichzu Prevenar signifikant neue Befunde einer NP Besiedlung durch die 6 zusätzlichen Serotypen (und
Serotyp 6C) insgesamt sowie jeweils individuell durch Serotyp 1, 6A, 6C, 7F und 19A. Es wurdekeine Reduktion für Serotyp 3 gefunden, für Serotyp 5 war die Besiedlung zu selten, um die
Wirksamkeit zu beurteilen. Für 6 der übrigen 7 gemeinsamen Serotypen waren die Häufigkeiten einer
NP Besiedlung in beiden Impfstoffgruppen ähnlich; für Serotyp 19F wurde eine signifikante
Reduktion beobachtet.
In dieser Studie wurden Reduktionen von S. pneumoniae-Serotypen 19A, 19F und 6A nachgewiesen,die gegenüber zahlreichen Antibiotika unempfindlich sind. Abhängig von Serotyp und Antibiotikumlagen die Abnahmen in einem Bereich zwischen 34 % und 62 %.
Schutzwirkung von Prevenar (7valenter Impfstoff) bei Säuglingen und Kindern
Die Wirksamkeit von 7valentem Prevenar wurde in 2 groß angelegten Studien untersucht - der'Northern California Kaiser Permanente“ (NCKP)-Studie und der finnischen Otitis-media (FinOM)-
Studie. Bei beiden handelte es sich um randomisierte, doppelblinde, verumkontrollierte Studien an
Säuglingen, die entweder Prevenar oder einen Kontrollimpfstoff (NCKP: Meningokokken-
Serogruppe-C-CRM-Konjugat [MnCC]-Impfstoff, FinOM: Hepatitis-B-Impfstoff) nach einem
Impfschema mit 4 Dosen im Alter von 2, 4, 6 und 12 bis 15 Monaten erhielten. Die Ergebnisse zur
Wirksamkeit aus diesen Studien (bei invasiven Pneumokokken-Erkrankungen, Pneumonie und akuter
Otitis media) sind unten aufgeführt (Tabelle 3).
Tabelle 3: Zusammenfassung der Wirksamkeitsdaten von 7valentem Prevenar1
Untersuchung n VE2 95 %-KI
NCKP: Impfstoff-Serotyp IPD3 30.258 97 % 85, 100
NCKP: Klinische Pneumonie mit pathologischem Röntgen-Thorax 23.746 35 % 4, 56
NCKP: Akute Otitis media (AOM)4 23.746
Episoden gesamt 7 % 4, 10
Rezidivierende AOM (3 Episoden in 6 Monaten oder 4 Episoden in 1 Jahr) 9 % 3, 15
Rezidivierende AOM (5 Episoden in 6 Monaten oder 6 Episoden in 1 Jahr) 23 % 7, 36
Einlage eines Paukenbelüftungsröhrchens 20 % 2, 35
FinOM: AOM 1.662
Episoden gesamt 6 % -4, 16
Alle Pneumokokken-AOM-Fälle 34 % 21, 45
Impfstoff-Serotyp-AOM 57 % 44, 671 'per protocol“2 'Vaccine efficacy'3 Oktober 1995 bis 20. April 19994 Oktober 1995 bis 30. April 1998
Effektivität von Prevenar (7valent)
Die Effektivität (direkte und indirekte Wirkung) von 7valentem Prevenar gegen Pneumokokken-
Erkrankungen wurde sowohl in Grundimmunisierungsprogrammen mit 3 Dosen als auch mit 2 Dosen,jeweils gefolgt von einer Boosterdosis, untersucht (Tabelle 4). Nach der breiten Anwendung von
Prevenar wurde die Inzidenz von IPD durchgängig und beträchtlich reduziert.
Unter Verwendung der Screening-Methode lagen die Schätzungen bzgl. der Serotyp-spezifischen
Effektivität bei Verabreichung von 2 Dosen im Alter unter 1 Jahr in Großbritannien bei 66 % (-29,91 %) und 100 % (25, 100 %) für die Serotypen 6B bzw. 23F.
Tabelle 4: Zusammenfassung der Effektivitätsdaten von 7valentem Prevenarbei invasiven Pneumokokken-Erkrankungen
Land Empfohlenes Impfschema Rückgang der Krankheit 95 %-KI(Jahr der Einführung) in %
UK (England & Wales)1 (2006) 2, 4, + 13 Monate Impfstoff-Serotypen: 49, 95 %2 Dosen im Alter < 1 Jahr:85 %
USA (2000) 2, 4, 6, + 12 bis 15 Monate
Kinder < 5 Jahren2 Impfstoff-Serotypen: 98 % 97, 99 %
Alle Serotypen: 77 % 73, 79 %
Personen ≥ 65 Jahren3 Impfstoff-Serotypen: 76 % -
Alle Serotypen: 38 % -
Kanada (Quebec)4 2, 4, + 12 Monate Alle Serotypen: 73 % -(2004) Impfstoff-Serotypen:
Grundimmunisierung mit 92, 100 %2 Dosen: 99 %
Abgeschlossenes 82, 100 %
Impfschema: 100 %1 Kinder < 2 Jahren. Berechnete Impfstoffeffektivität Stand Juni 2008 (Broome-Methode)2 Daten von 20053 Daten von 20044 Kinder < 5 Jahren. Januar 2005 bis Dezember 2007. Vollständige Effektivitätsdaten für das 2+1-
Standardimpfschema noch nicht verfügbar.
Akute Otitis media
Die Effektivität von Prevenar in einem '3+1“-Impfschema wurde seit seiner Einführung in einemnationalen Impfprogramm auch bei akuter Otitis media und Pneumonie beobachtet. In einerretrospektiven Auswertung der Datenbank einer großen US-Versicherung ging im Vergleich zur
Häufigkeit vor der Zulassung die Anzahl von Arztbesuchen aufgrund einer AOM bei Kindern unter2 Jahren um 42,7 % (95 %-KI: 42,4 bis 43,1 %), Verschreibungen wegen AOM um 41,9 % zurück(2004 im Vergleich zu 1997 bis 1999). In einer ähnlichen Analyse gingen Krankenhausaufenthalte und
Praxisbesuche aufgrund von Pneumonien gleich welcher Ursache um 52,4 % bzw. 41,1 % zurück. Bei
Erkrankungen, die spezifisch als Pneumokokken-Pneumonie identifiziert wurden, wurden bei Kindernunter 2 Jahren Rückgänge bei Krankenhausaufenthalten und Praxisbesuchen um 57,6 % bzw. 46,9 %im Vergleich zur Häufigkeit vor der Zulassung verzeichnet (2004 im Vergleich zu 1997 bis 1999).
Aus Beobachtungsanalysen dieser Art können zwar nicht die direkte Ursache und Wirkung ermitteltwerden, diese Ergebnisse lassen aber darauf schließen, dass Prevenar eine wichtige Rolle bei der
Reduzierung der Krankheitslast durch Schleimhauterkrankungen (AOM und Pneumonie) in der
Zielpopulation spielt.
Wirksamkeitsstudie bei Erwachsenen ab 65 Jahre
Die Wirksamkeit von Prevenar 13 gegen Pneumokokken-CAP und -IPD, die durch im Impfstoffenthaltene Serotypen (Vakzine-Typen, VT) verursacht werden, wurde in einer groß angelegtenrandomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie in den Niederlanden untersucht (Studie zur
Immunisierung von Erwachsenen gegen ambulant erworbene Pneumonien/ Community-Acquired
Pneumonia Immunization Trial in Adults, CAPiTA). 84.496 Teilnehmer im Alter ab 65 Jahre wurdenim Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten eine einzelne Impfung mit Prevenar 13 oder Placebo.
In die CAPiTA-Studie wurden Freiwillige im Alter ab 65 Jahre aufgenommen, die sich in ihrendemographischen und gesundheitlichen Merkmalen von Personen unterscheiden können, die eine
Impfung anstreben.
Bei ca. 2 % dieser Population (n = 1.814 Teilnehmer) wurde eine erste Episode vonkrankenhauspflichtiger, durch Thorax-Röntgenbild bestätigter Pneumonie identifiziert. Von diesenwurden 329 Fälle als Pneumokokken-CAP bestätigt und 182 Fälle waren VT Pneumokokken-CAPinnerhalb der Per-protocol-Population und der modifizierten Intent-to-treat (mITT)-Population.
Die Wirksamkeit wurde für die primären und sekundären Endpunkte in der Per-protocol-Populationnachgewiesen (Tabelle 5).
Tabelle 5: Impfstoffwirksamkeit (Vaccine Efficacy, VE) für die primären und sekundären Endpunkteder CAPiTA-Studie (Per-protocol-Population)
Fälle
VE (%)
Wirksamkeitsendpunkt Prevenar 13- Placebo- p-Wert
Gesamt (95,2 %-KI)
Gruppe Gruppe
Primärer Endpunkt
Erste Episode von bestätigter VT 45,56139 49 90 0,0006
Pneumokokken-CAP (21,82, 62,49)
Sekundäre Endpunkte
Erste Episode von bestätigter 45,0093 33 60 0,0067
NB/NI1 VT Pneumokokken-CAP (14,21, 65,31)75,00
Erste Episode von VT-IPD2 35 7 28 0,0005(41,06, 90,87)1NB/NI - nicht-bakteriämisch/nicht-invasiv2VT-IPD - durch Impfstoff-Serotypen verursachte invasive Pneumokokken-Erkrankung
Die Schutzwirkung gegen eine erste Episode von VT Pneumokokken-CAP,
NB/NI VT Pneumokokken-CAP und VT-IPD hielt während der gesamten Dauer der 4-jährigen Studiean.
Die Studie war nicht darauf angelegt, den Nachweis der Wirksamkeit in Untergruppen der
Studienpopulation zu erbringen, und die Anzahl an Teilnehmern im Alter ab 85 Jahre war nichtausreichend, um die Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nachzuweisen.
In einer Post-hoc-Analyse wurden die folgenden Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheitgegenüber klinischer CAP bewertet (gemäß Definition in der CAPiTA-Studie und basierend aufklinischen Befunden, ungeachtet des radiologischen Nachweises von Infiltraten oder ätiologischer
Bestätigung): Impfstoffwirksamkeit (VE), Rückgang der Inzidenzrate (Incidence Rate Reduction,
IRR) und Anzahl der notwendigen Impfungen (Number needed to vaccinate, NNV) (Tabelle 6).
IRR, auch als durch Impfung vermeidbare Erkrankungsinzidenz bezeichnet, entspricht der Anzahl derdurch Impfung vermeidbaren Krankheitsfälle pro 100.000 Personenjahre Beobachtung.
In Tabelle 6 ist die Anzahl notwendiger Impfungen eine Kennzahl, die die Anzahl von Personenquantifiziert, die zur Vermeidung eines klinischen CAP-Falls geimpft werden müssen (NNV).
Tabelle 6: Impfstoffwirksamkeit (VE) gegen klinische CAP*
Episoden Impfstoffwirk- Inzidenz pro Rückgang Anzahlsamkeit1 % 100.000 Personenjahre der notwen-(95 %-KI) unter Beobachtung Inzidenz- diger(1-seitiger p- (PYO) rate2 Impfun-
Wert) (95 %-KI) gen3
Prevenar Placebo Prevenar Placebo13 13
Analyse 1375 1495 8,1 819,1 891,2 72,2 277alle (-0,6, 16,1) (-5,3,
Episoden (0,034) 149,6)
Analyse 1126 1214 7,3 670,7 723,7 53,0 378erste (-0,4, 14,4) (-2,7,
Episode (0,031) 108,7)
* Patienten mit mindestens 2 der folgenden Symptome: Husten, eitriges Sputum, Temperatur > 38 °C oder< 36,1 °C, Pneumonie (auskultatorischer Befund), Leukozytose, C-reaktives Protein > 3 ULN (Upper Limit of
Normal: Obergrenze des Normbereichs), Hypoxämie mit einem Sauerstoffpartialdruck von < 60 mmHg beim
Einatmen von Raumluft.1 Berechnung der VE mittels Poisson-Regressionsmodell mit Zufallseffekten2 Pro100.000 Personenjahre unter Beobachtung. Berechnung der IRR als Inzidenz in der Placebo-Gruppeabzüglich der Inzidenz in der Impfstoffgruppe; war mathematisch äquivalent der VE × Inzidenz in der Placebo-
Gruppe.3 Basierend auf 5-jähriger Schutzdauer. NNV ist keine Rate, sondern entspricht der Anzahl der vermiedenen Fällebei Impfung einer bestimmten Anzahl an Personen. NNV berücksichtigt auch die Studiendauer oder Dauer der
Schutzwirkung und wird berechnet als 1 geteilt durch das Produkt von IRR und Schutzdauer (oder Studiendauer)(=1/(IRR × Dauer).
Immunogenitätsstudien bei Erwachsenen ab 18 Jahre und älteren Personen
Bei Erwachsenen wurde kein mit einer Schutzwirkung assoziierter Antikörper-Grenzwert der
Konzentration der Serotyp-spezifischen Pneumokokken-Polysaccharid-bindenden IgG-Antikörperfestgelegt. In allen pivotalen klinischen Studien wurde ein Serotyp-spezifischer Opsonophagozytose-
Assay (OPA) als Surrogat zur Bewertung der potenziellen Wirksamkeit gegen invasive
Pneumokokken-Erkrankung und Pneumonie verwendet. Auf Basis der 1 Monat nach jeder Impfunggemessenen OPA-Titer wurden die geometrischen Mittelwerte der Titer (GMT) berechnet. OPA-Titerwerden ausgedrückt als der Kehrwert der höchsten Serumverdünnung, die das Überleben der
Pneumokokken um mindestens 50 % reduziert.
Die pivotalen Studien zu Prevenar 13 sollten zeigen, dass 1 Monat nach der Impfung die funktionalen
OPA-Antikörper-Antworten für die 13 Serotypen den 12 Serotypen, die auch im zugelassenen 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff enthalten sind (1, 3, 4, 5, 6B, 7F, 9V, 14, 18C, 19A,19F, 23F), nicht unterlegen und für einige Serotypen überlegen sind. Die Antwort auf den nur in
Prevenar 13 enthaltenen Serotyp 6A wurde über den Nachweis eines Anstiegs des spezifischen OPA-
Titers um das 4-Fache gegenüber der Konzentration vor der Immunisierung beurteilt.
5 klinische Studien wurden in Europa und den USA zur Beurteilung der Immunogenität von
Prevenar 13 in verschiedenen Altersgruppen im Bereich von 18 bis 95 Jahren durchgeführt. Klinische
Studien mit Prevenar 13 liefern derzeit Daten zur Immunogenität bei Erwachsenen im Alter von18 Jahren und darüber, einschließlich Erwachsenen ab einem Alter von 65 Jahren, die 5 Jahre vor
Einschluss in die Studie mit 1 oder mehreren Dosen von 23valentem Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoff geimpft wurden. Jede Studie enthielt gesunde Erwachsene, immunkompetente
Erwachsene mit stabilen Grunderkrankungen, die eine bekannte Prädisposition für eine
Pneumokokken-Infektion darstellen (z. B. chronische kardiovaskuläre Erkrankung, chronische
Lungenerkrankung einschließlich Asthma, Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus, chronische
Lebererkrankung einschließlich alkoholischer Lebererkrankung) und Erwachsene mit Risikofaktorenwie z. B. Rauchen und Alkoholmissbrauch.
Immunogenität und Sicherheit von Prevenar 13 wurden für Erwachsene im Alter von 18 Jahren unddarüber, einschließlich solchen, die zuvor mit einem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff geimpftworden waren, nachgewiesen.
Nicht zuvor mit 23valentem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff geimpfte Erwachsene
In einer direkten Vergleichsstudie (Head-to-Head-Studie), die mit Erwachsenen im Alter von 60 bis64 Jahren durchgeführt wurde, erhielten die Teilnehmer entweder 1 Einzeldosis Prevenar 13 oder1 Einzeldosis von 23valentem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff. In derselben Studie erhielt eineandere Gruppe Erwachsener im Alter von 50 bis 59 Jahren und eine andere Gruppe Erwachsener im
Alter von 18 bis 49 Jahren 1 Einzeldosis Prevenar 13.
Tabelle 7 vergleicht die OPA-GMTs 1 Monat nach der Impfung bei 60- bis 64-Jährigen nach Gabe1 Einzeldosis Prevenar 13 oder 1 Einzeldosis von 23valentem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffund bei 50- bis 59-Jährigen nach Gabe 1 Einzeldosis Prevenar 13.
Tabelle 7: OPA-GMTs bei Erwachsenen im Alter von 60 bis 64 Jahren, denen Prevenar 13 oder 23-valenter Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) gegeben wurde, und bei Erwachsenen im Altervon 50 bis 59 Jahren, denen Prevenar 13 gegeben wurdea,b,c
Prevenar 13 Prevenar 13 PPSV23 Prevenar 13 Prevenar 13 versus50-59 Jahre 60-64 Jahre 60-64 Jahre 50-59 versus PPSV23,n = 350-384 n = 359-404 n = 367-402 60-64 Jahre 60-64 Jahre
Serotyp GMT GMT GMT GMR (95 %-KI) GMR (95 %-KI)1 200 146 104 1,4 (1,08, 1,73) 1,4 (1,10, 1,78)3 91 93 85 1,0 (0,81, 1,19) 1,1 (0,90, 1,32)4 2.833 2.062 1.295 1,4 (1,07, 1,77) 1,6 (1,19, 2,13)5 269 199 162 1,4 (1,01, 1,80) 1,2 (0,93, 1,62)6A† 4.328 2.593 213 1,7 (1,30, 2,15) 12,1 (8,63, 17,08)6B 3.212 1.984 788 1,6 (1,24, 2,12) 2,5 (1,82, 3,48)7F 1.520 1.120 405 1,4 (1,03, 1,79) 2,8 (1,98, 3,87)9V 1.726 1.164 407 1,5 (1,11, 1,98) 2,9 (2,00, 4,08)14 957 612 692 1,6 (1,16, 2,12) 0,9 (0,64, 1,21)18C 1.939 1.726 925 1,1 (0,86, 1,47) 1,9 (1,39, 2,51)19A 956 682 352 1,4 (1,16, 1,69) 1,9 (1,56, 2,41)19F 599 517 539 1,2 (0,87, 1,54) 1,0 (0,72, 1,28)23F 494 375 72 1,3 (0,94, 1,84) 5,2 (3,67, 7,33)a Nicht-Unterlegenheit war definiert als untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das GMR größer als 0,5.b Statistisch signifikant stärkeres Ansprechen war definiert als untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das
GMR größer als 1.c Für Serotyp 6A†, der nur in Prevenar 13 enthalten ist, war eine statistisch signifikant stärkere Antwort definiertals untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das GMR größer als 2.
Bei Erwachsenen im Alter von 60 bis 64 Jahren waren für die 12 in beiden Impfstoffen gemeinsamvorkommenden Serotypen die OPA-GMTs bei Prevenar 13 den OPA-GMTs bei dem 23valenten
Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff nicht unterlegen. Für 9 Serotypen waren die OPA-Titer beiden mit Prevenar 13 Geimpften statistisch signifikant höher.
Bei Erwachsenen im Alter von 50 bis 59 Jahren waren die OPA-GMTs für alle 13 Serotypen in
Prevenar 13 den Prevenar13-Antworten bei Erwachsenen im Alter von 60 bis 64 Jahren nichtunterlegen. Für 9 Serotypen waren die Immunantworten abhängig vom Alter, wobei Erwachsene inder Altersgruppe 50 bis 59 Jahre statistisch signifikant stärkere Antworten zeigten als Erwachsene im
Alter von 60 bis 64 Jahren.
Bei allen Erwachsenen ≥ 50 Jahre, die 1 Einzeldosis Prevenar 13 erhielten, waren die OPA-Titer für
Serotyp 6A signifikant höher als bei Erwachsenen ≥ 60 Jahre, die 1 Einzeldosis des 23valenten
Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffs erhielten.
1 Jahr nach der Impfung mit Prevenar 13 waren die OPA-Titer im Vergleich zum Zeitpunkt 1 Monatnach der Impfung zwar gesunken, die OPA-Titer blieben für alle Serotypen aber höher als die
Ausgangswerte.
OPA-GMT-Ausgangswerte OPA-GMT-Werte 1 Jahrnach Prevenar 13
Erwachsene im Alter von 50 bis 59 Jahren, diezuvor nicht mit 23valentem Pneumokokken- 5 bis 45 20 bis 1.234
Polysaccharidimpfstoff geimpft worden waren
Erwachsene im Alter von 60 bis 64 Jahren, diezuvor nicht mit 23valentem Pneumokokken- 5 bis 37 19 bis 733
Polysaccharidimpfstoff geimpft worden waren
Tabelle 8 zeigt OPA-GMTs 1 Monat nach 1 Einzeldosis Prevenar 13 bei 18- bis 49-Jährigen im
Vergleich zu 60- bis 64-Jährigen.
Tabelle 8: OPA-GMTs bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 49 Jahren und von 60 bis 64 Jahren, denen
Prevenar 13 gegeben wurdea,b18-49 Jahre18-49 Jahre 60-64 Jahre im Vergleich zun = 836-866 n = 359-404 60-64 Jahre
Serotyp GMTb GMTb GMR (95 %-KIc)1 353 146 2,4 (2,03, 2,87)3 91 93 1,0 (0,84, 1,13)4 4.747 2.062 2,3 (1,92, 2,76)5 386 199 1,9 (1,55, 2,42)6A 5.746 2.593 2,2 (1,84, 2,67)6B 9.813 1.984 4,9 (4,13, 5,93)7F 3.249 1.120 2,9 (2,41, 3,49)9V 3.339 1.164 2,9 (2,34, 3,52)14 2.983 612 4,9 (4,01, 5,93)18C 3.989 1.726 2,3 (1,91, 2,79)19A 1.580 682 2,3 (2,02, 2,66)19F 1.533 517 3,0 (2,44, 3,60)23F 1.570 375 4,2 (3,31, 5,31)a Nicht-Unterlegenheit war definiert als untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das GMR größer als 0,5.b Statistisch signifikant stärkeres Ansprechen war definiert als untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das GMRgrößer als 1.c Konfidenzintervalle (KI) für das Verhältnis sind Rücktransformationen eines Konfidenzintervalls, das auf der
Student-t-Verteilung für die mittlere Differenz der Logarithmen der Messwerte basiert.
Bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 49 Jahren waren die OPA-GMTs für alle 13 Serotypen in
Prevenar 13 dem Prevenar13-Ansprechen bei Erwachsenen im Alter von 60 bis 64 Jahren nichtunterlegen.
1 Jahr nach der Impfung mit Prevenar 13 waren die OPA-Titer im Vergleich zum Zeitpunkt 1 Monatnach der Impfung zwar gesunken, die OPA-Titer blieben für alle Serotypen aber höher als die
Ausgangswerte.
OPA-GMT-Ausgangswerte OPA-GMT-Werte 1 Jahr nach
Prevenar 13
Erwachsene im Alter von 18 bis 49 Jahren,die zuvor nicht mit 23valentem 5 bis 186 23 bis 2.948
Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffgeimpft wurden
Zuvor mit 23valentem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff geimpfte Erwachsene
Ein Vergleich der Immunantworten auf Prevenar 13 und 23valenten Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoff erfolgte in einer Head-to-Head-Studie mit Erwachsenen im Alter von≥ 70 Jahren, die 1 Einzeldosis des Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffs mindestens 5 Jahre vor der
Impfung in der Studie erhalten hatten.
Tabelle 9 zeigt einen Vergleich der OPA-GMTs 1 Monat nach der Impfung bei mit Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoff geimpften Erwachsenen im Alter von ≥ 70 Jahren, denen entweder1 Einzeldosis Prevenar 13 oder 1 Einzeldosis von 23valentem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffgegeben wurde.
Tabelle 9: OPA-GMTs bei mit Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff geimpften Erwachsenen im Altervon ≥ 70 Jahren, denen entweder Prevenar 13 oder 23valenter Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff(PPSV23) gegeben wurdea,b,c
Prevenar 13 PPSV23 Prevenar 13 OPA-GMTn = 400-426 n = 395-445 versus PPSV23
Serotyp OPA-GMT OPA-GMT GMR (95 %-KI)1 81 55 1,5 (1,17, 1,88)3 55 49 1,1 (0,91, 1,35)4 545 203 2,7 (1,93, 3,74)5 72 36 2,0 (1,55, 2,63)6A† 903 94 9,6 (7,00, 13,26)6B 1.261 417 3,0 (2,21, 4,13)7F 245 160 1,5 (1,07, 2,18)9V 181 90 2,0 (1,36, 2,97)14 280 285 1,0 (0,73, 1,33)18C 907 481 1,9 (1,42, 2,50)19A 354 200 1,8 (1,43, 2,20)19F 333 214 1,6 (1,17, 2,06)23F 158 43 3,7 (2,69, 5,09)a Nicht-Unterlegenheit war definiert als untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das GMR größer als 0,5.b Statistisch signifikant stärkere Antwort war definiert als untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das GMRgrößer als 1.c Für Serotyp 6A†, der nur in Prevenar 13 enthalten ist, war eine statistisch signifikant stärkere Antwort definiertals untere Grenze des 2-seitigen 95 %-KI für das GMR größer als 2.
Bei Erwachsenen, die mindestens 5 Jahre vor der klinischen Studie mit dem Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoff geimpft worden waren, waren für die 12 in beiden Impfstoffen gemeinsamvorkommenden Serotypen die OPA-GMTs bei Prevenar 13 den Antworten auf den 23valenten
Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff nicht unterlegen. Weiterhin wurden in dieser Studie für 10 der12 gemeinsamen Serotypen statistisch signifikant höhere OPA-GMTs ermittelt. Immunantworten auf
Serotyp 6A waren nach Impfung mit Prevenar 13 statistisch signifikant stärker als nach 23valentem
Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff.
1 Jahr nach Impfung mit Prevenar 13 waren bei Erwachsenen im Alter von 70 Jahren und darüber, diemindestens 5 Jahre vor Aufnahme in die Studie mit 23valentem Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoff geimpft worden waren, die OPA-Titer im Vergleich zum Zeitpunkt 1 Monatnach der Impfung zwar gesunken, die OPA-Titer blieben für alle Serotypen aber höher als die
Ausgangswerte.
OPA-GMT-Ausgangswerte OPA-GMT-Werte 1 Jahr nach
Prevenar 13
Erwachsene ≥ 70 Jahre, die mindestens5 Jahre zuvor mit 23valentem9 bis 122 18 bis 381
Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffgeimpft worden waren
Immunantworten bei besonderen PersonengruppenPersonen mit den nachfolgend beschriebenen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für
Pneumokokken-Erkrankungen. Die klinische Relevanz der durch Prevenar 13 induzierten
Antikörperspiegel bei diesen besonderen Personengruppen ist nicht bekannt.
Sichelzellkrankheit
In einer offenen, einarmigen Studie, die in Frankreich, Italien, dem Vereinigten Königreich, den
Vereinigten Staaten, im Libanon, in Ägypten und in Saudi-Arabien durchgeführt wurde, erhielten158 Kinder und Jugendliche mit Sichelzellkrankheit, die ≥ 6 und < 18 Jahre alt und mindestens6 Monate vor Aufnahme in die Studie mit 1 oder mehreren Dosen eines 23valenten Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoffs geimpft worden waren, 2 Dosen Prevenar 13 im Abstand von 6 Monaten. Dienach der 1. Impfung induzierten Prevenar13-Antikörperspiegel, welche sowohl mittels IgG-GMCs alsauch mittels OPA-GMTs gemessen wurden, waren im Vergleich zu den Spiegeln vor der Impfungstatistisch signifikant höher. Nach der 2. Dosis waren die Immunantworten vergleichbar mit denennach der 1. Dosis. 1 Jahr nach der 2. Dosis waren die mittels IgG-GMCs und OPA-GMTs gemessenen
Antikörperspiegel höher als die vor der Verabreichung der 1. Dosis Prevenar 13, außer bei den IgG-
GMCs für die Serotypen 3 und 5, die numerisch ähnlich waren.
Zusätzliche Daten zur Immunogenität von Prevenar (7valent): Kinder mit Sichelzellkrankheit
Die Immunogenität von Prevenar wurde in einer offenen, multizentrischen Studie bei 49 Säuglingenmit Sichelzellkrankheit untersucht. Die Kinder wurden mit Prevenar geimpft (3 Dosen im Abstand von1 Monat ab einem Alter von 2 Monaten), wobei 46 dieser Kinder zusätzlich im Alter von 15 bis18 Monaten einen 23valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff erhielten. Nach der
Grundimmunisierung hatten 95,6 % der Probanden Antikörperspiegel von mindestens 0,35 µg/mlgegen alle 7 Serotypen, die in Prevenar enthalten sind. Nach der Polysaccharidimpfung wurde einsignifikanter Anstieg der Antikörperkonzentrationen gegen die 7 Serotypen beobachtet, was auf eingut etabliertes immunologisches Gedächtnis hinweist.
HIV-InfektionNicht zuvor mit einem Pneumokokken-Impfstoff geimpfte Kinder und Erwachsene
HIV-infizierte Kinder und Erwachsene mit CD4 ≥ 200 Zellen/µl (Mittelwert 717,0 Zellen/μl) undeiner Viruslast < 50.000 Kopien/ml (Mittelwert 2.090,0 Kopien/ml), bei denen keine aktive mit AIDSin Zusammenhang stehende Erkrankung vorlag und die zuvor nicht mit einem Pneumokokken-
Impfstoff geimpft worden waren, erhielten 3 Dosen Prevenar 13. Im Einklang mit den allgemeinen
Empfehlungen wurde anschließend 1 Einzeldosis des 23valenten Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoffs verabreicht. Der Abstand zwischen den Dosen betrug 1 Monat. Die
Immunantworten wurden bei 259 bis 270 auswertbaren Probanden etwa 1 Monat nach jeder
Impfstoffdosis ermittelt. Die nach der 1. Impfung induzierten Prevenar13-Antikörperspiegel, welchesowohl mittels IgG-GMCs als auch mittels OPA-GMTs gemessen wurden, waren im Vergleich zu den
Spiegeln vor der Impfung statistisch signifikant höher. Nach der 2. und 3. Dosis Prevenar 13 waren die
Immunantworten vergleichbar oder höher als die nach der 1. Dosis.
Zuvor mit 23valentem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff geimpfte Erwachsene
HIV-infizierte Erwachsene ≥ 18 Jahre mit CD4 ≥ 200 Zellen/µl (Mittelwert 609,1 Zellen/μl) und einer
Viruslast < 50.000 Kopien/ml (Mittelwert 330,6 Kopien/ml), bei denen keine aktive mit AIDS in
Zusammenhang stehende Erkrankung vorlag und die mindestens 6 Monate vor Aufnahme in die
Studie mit 23valentem Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff geimpft worden waren, erhielten3 Dosen Prevenar 13, und zwar zu Studienbeginn sowie 6 Monate und 12 Monate nach der1. Prevenar13-Dosis. Die Immunantworten wurden bei 231 bis 255 auswertbaren Probanden etwa1 Monat nach jeder Dosis Prevenar 13 ermittelt. Die nach der 1. Impfung induzierten Prevenar13-
Antikörperspiegel, welche sowohl mittels IgG-GMCs als auch mittels OPA-GMTs gemessen wurden,waren im Vergleich zu den Spiegeln vor der Impfung statistisch signifikant höher. Nach der 2. und3. Dosis Prevenar 13 waren die Immunantworten vergleichbar oder höher als die nach der 1. Dosis. Inder Studie hatten 162 Probanden zuvor 1 Dosis des 23valenten Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoffs erhalten, 143 Probanden 2 Dosen und 26 Probanden hatten mehr als 2 Dosen23valenten Polysaccharidimpfstoff erhalten. Probanden, die zuvor 1 oder mehrere Dosen 23valenten
Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffs erhielten, zeigten im Vergleich mit Probanden, die eineeinzelne vorherige Dosis erhielten, eine ähnliche Immunantwort.
Hämatopoetische Stammzelltransplantation
Kinder und Erwachsene mit allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) im Altervon ≥ 2 Jahren mit kompletter hämatologischer Remission der Grunderkrankung oder mit sehr guterpartieller Remission bei Lymphom und Myelom erhielten 3 Dosen Prevenar 13, wobei der Abstandzwischen den Dosen mindestens 1 Monat betrug. Die 1. Dosis wurde 3 bis 6 Monate nach der HSZTverabreicht. Die 4. (Booster-)Dosis von Prevenar 13 wurde 6 Monate nach der 3. Dosis verabreicht.
Im Einklang mit den allgemeinen Empfehlungen wurde 1 Einzeldosis des 23valenten Pneumokokken-
Polysaccharidimpfstoffs 1 Monat nach der 4. Dosis Prevenar 13 verabreicht. Die Immunantwortenwurden bei 168 bis 211 auswertbaren Probanden etwa 1 Monat nach der Impfung mittels IgG-GMCsermittelt. Die induzierten Prevenar-13-Antikörperspiegel waren nach jeder Dosis Prevenar 13 erhöht.
Nach der 4. Dosis Prevenar 13 waren die Immunantworten für alle Serotypen signifikant höher als dienach der 3. Dosis. Funktionale Antikörpertiter (OPA-Titer) wurden in dieser Studie nicht bestimmt.