Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels PEMAZYRE 4.5mg tablette
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Pemazyre 4,5 mg Tabletten
Pemazyre 9 mg Tabletten
Pemazyre 13,5 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Pemazyre 4,5 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 4,5 mg Pemigatinib.
Pemazyre 9 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 9 mg Pemigatinib.
Pemazyre 13,5 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 13,5 mg Pemigatinib.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette.
Pemazyre 4,5 mg Tabletten
Runde (5,8 mm), weiße bis cremefarbene Tablette mit 'I“-Prägung auf der einen Seite und'4.5“-Prägung auf der anderen Seite.
Pemazyre 9 mg Tabletten
Ovale (10 x 5 mm), weiße bis cremefarbene Tablette mit 'I“-Prägung auf der einen Seite und'9“-Prägung auf der anderen Seite.
Pemazyre 13,5 mg Tabletten
Runde (8,5 mm), weiße bis cremefarbene Tablette mit 'I“-Prägung auf der einen Seite und'13.5“-Prägung auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Pemazyre wird als Monotherapie angewendet zur Behandlung von Erwachsenen mit lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Cholangiokarzinom mit einer
Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (fibroblast growth factor receptor 2, FGFR2)-Fusion odereinem FGFR2-Rearrangement, das nach mindestens einer vorherigen systemischen Therapieliniefortgeschritten ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie sollte von einem in der Diagnose und Behandlung von Patienten mit
Gallengangkarzinom erfahrenen Arzt eingeleitet werden.
Der Status der FGFR2-Fusionspositivität muss vor der Einleitung der Pemazyre-Therapie bekanntsein. Die Beurteilung auf FGFR2-Fusionspositivität in Tumorproben sollte mit einem geeignetendiagnostischen Test durchgeführt werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 13,5 mg Pemigatinib einmal täglich für 14 Tage, gefolgt von 7 Tagenohne Therapie.
Wenn eine Dosis von Pemigatinib um 4 oder mehr Stunden versäumt wird oder Erbrechen nach der
Einnahme einer Dosis auftritt, sollte keine weitere Dosis verabreicht werden und die Dosierung mitder nächsten geplanten Dosis wieder aufgenommen werden.
Die Behandlung sollte so lange fortgesetzt werden, wie der Patient keine Anzeichen für eine
Krankheitsprogression und keine inakzeptable Toxizität zeigt.
Bei allen Patienten sollte eine phosphatarme Diät eingeleitet werden, wenn der
Serumphosphatspiegel > 5,5 mg/dl ist, und eine zusätzliche phosphatsenkende Therapie sollte in
Betracht gezogen werden, wenn der Spiegel > 7 mg/dl ist. Die Dosis der phosphatsenkenden Therapiesollte angepasst werden, bis der Serumphosphatspiegel wieder < 7 mg/dl beträgt. Eine anhaltende
Hyperphosphatämie kann zur Ausfällung von Calcium-Phosphat-Kristallen führen, die zu
Hypokalzämie, Weichteilmineralisation, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen,
QT-Intervall-Verlängerung und Arrhythmien führen können (siehe Abschnitt 4.4).
Während der Behandlungspausen mit Pemazyre oder wenn der Serumphosphatspiegel unter den
Normalbereich fällt, sollte ein Abbruch der phosphatsenkenden Therapie und Diät erwogen werden.
Schwere Hypophosphatämie kann möglicherweise mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalenneurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, Ateminsuffizienz, Muskelschwäche, Rhabdomyolyse undhämolytischer Anämie einhergehen (siehe Abschnitt 4.4).
Dosisanpassung aufgrund von Arzneimittelwechselwirkungen
Gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren, einschließlich
Grapefruit-/Pampelmusensaft, sollte während der Behandlung mit Pemigatinib vermieden werden.
Wenn die gleichzeitige Verabreichung mit einem starken CYP3A4-Inhibitor erforderlich ist, sollte die
Dosis von Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich unddie Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglichreduziert werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Management von Toxizitäten
Für das Management von Toxizitäten sollten Dosisänderungen oder eine Unterbrechung der
Dosierung in Betracht gezogen werden.
Die Dosisreduktionen von Pemigatinib sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1: Empfohlene Dosisreduktionsstufen von Pemigatinib
Dosis Dosisreduktionsstufen
Zum ersten Mal Zum zweiten Mal13,5 mg einmal täglich oral 9 mg einmal täglich oral 4,5 mg einmal täglich oralüber 14 Tage, gefolgt über 14 Tage, gefolgt über 14 Tage, gefolgtvon 7 Tagen Therapiepause von 7 Tagen Therapiepause von 7 Tagen Therapiepause
Die Behandlung sollte dauerhaft abgebrochen werden, wenn der Patient 4,5 mg Pemigatinib einmaltäglich nicht verträgt.
Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie sind in Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2: Dosisänderungen bei Hyperphosphatämie
Nebenwirkung Pemigatinib-Dosisänderung> 5,5 mg/dl - ≤ 7 mg/dl * Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden.
> 7 mg/dl - ≤ 10 mg/dl * Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden,eine phosphatsenkende Therapie sollte eingeleitet werden, das
Phosphat im Serum sollte wöchentlich überwacht werden, die
Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte bei Bedarfangepasst werden, bis der Spiegel wieder < 7 mg/dl beträgt.
* Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, wenn der Spiegel nichtinnerhalb von 2 Wochen nach Beginn einer phosphatsenkenden
Therapie auf < 7 mg/dl zurückkehrt. Pemigatinib und diephosphatsenkende Therapie sollten in der gleichen Dosiswieder aufgenommen werden, wenn der Spiegel auf < 7 mg/dlzurückkehrt.
* Bei Wiederauftreten eines Serumphosphatspiegelsvon > 7 mg/dl unter phosphatsenkender Therapie sollte
Pemigatinib um 1 Dosisstufe reduziert werden.
> 10 mg/dl * Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden,eine phosphatsenkende Therapie sollte eingeleitet werden, das
Phosphat im Serum sollte wöchentlich überwacht werden unddie Dosis der phosphatsenkenden Therapie sollte bei Bedarfangepasst werden, bis der Spiegel wieder < 7 mg/dl beträgt.
* Pemigatinib sollte ausgesetzt werden, wenn der Spiegelfür 1 Woche > 10 mg/dl bleibt. Pemigatinib und diephosphatsenkende Therapie sollten 1 Dosisstufe niedrigerwieder aufgenommen werden, wenn das Phosphat im
Serum < 7 mg/dl ist.
* Wenn es nach 2 Dosisreduktionen zu einem Wiederauftretendes Serumphosphatspiegels > 10 mg/dl kommt, sollte
Pemigatinib dauerhaft abgesetzt werden.
Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung sind in Tabelle 3 aufgeführt.
Tabelle 3: Dosisänderungen bei seröser Netzhautablösung
Nebenwirkung Pemigatinib-Dosisänderung
Asymptomatisch * Pemigatinib sollte in der aktuellen Dosis fortgesetzt werden.
Eine Überwachung sollte wie in Abschnitt 4.4 beschriebendurchgeführt werden.
Mäßige Abnahme der * Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei
Sehschärfe (bestkorrigierte einer Verbesserung in der nachfolgenden Untersuchung sollte
Sehschärfe 20/40 oder besser Pemigatinib in der nächstniedrigeren Dosisstufe wiederoder ≤ 3 Zeilen vermindertes aufgenommen werden.
Sehvermögen ab Baseline); * Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oder
Einschränkung der ausbleibender Besserung in der Untersuchung sollte je nachinstrumentellen klinischem Zustand ein dauerhaftes Absetzen von Pemigatinib
Alltagsaktivitäten erwogen werden.
Deutliche Abnahme der * Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Bei
Sehschärfe (bestkorrigierte einer Verbesserung in der nachfolgenden Untersuchung kann
Sehschärfe schlechter Pemigatinib möglicherweise in einer um 2 Dosisstufenals 20/40 oder > 3 Zeilen niedrigeren Dosierung wieder aufgenommen werden.vermindertes Sehvermögen * Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oderab Baseline bis auf 20/200); ausbleibender Besserung in der Untersuchung sollte je nach
Einschränkung der klinischem Zustand ein dauerhaftes Absetzen von Pemigatinib
Alltagsaktivitäten erwogen werden.
Sehschärfe schlechter * Pemigatinib sollte bis zur Abheilung ausgesetzt werden. Beials 20/200 im betroffenen einer Verbesserung in der nachfolgenden Untersuchung kann
Auge; Einschränkung der Pemigatinib möglicherweise in einer um 2 Dosisstufen
Alltagsaktivitäten niedrigeren Dosierung wieder aufgenommen werden.
* Bei Wiederauftreten, Fortbestehen der Symptome oderausbleibender Besserung in der Untersuchung sollte je nachklinischem Zustand ein dauerhaftes Absetzen von Pemigatiniberwogen werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenDie Dosis von Pemigatinib ist bei älteren Patienten die gleiche wie bei jüngeren erwachsenen
Patienten (siehe Abschnitt 5.1).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung oder bei Patienten mitterminaler Nierenerkrankung (end stage renal disease, ESRD) unter Hämodialyse ist eine
Dosisanpassung nicht erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte die Dosisvon Patienten, die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die
Dosis von Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglichreduziert werden (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte die Dosis von Patienten, dieeinmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, auf 9 mg einmal täglich und die Dosis von Patienten,die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, auf 4,5 mg einmal täglich reduziert werden (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Pemazyre bei Patienten unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor.
Art der AnwendungPemazyre ist zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeiteingenommen werden. Die Patienten sollten die Tabletten nicht zerdrücken, kauen, teilen oderauflösen. Pemigatinib kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Gleichzeitige Anwendung mit Johanniskraut (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Hyperphosphatämie
Hyperphosphatämie ist eine pharmakodynamische Wirkung, die bei der Verabreichung von
Pemigatinib zu erwarten ist (siehe Abschnitt 5.1). Eine anhaltende Hyperphosphatämie kann zur
Ausfällung von Calcium-Phosphat-Kristallen führen, die zu Hypokalzämie, Weichteilmineralisation,
Anämie, sekundärem Hyperparathyreoidismus, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen,
QT-Intervall-Verlängerung und Arrhythmien führen können (siehe Abschnitt 4.2).
Weichteilmineralisation, einschließlich kutaner Kalzifizierung, Kalzinose und nicht-urämischer
Kalziphylaxie, wurde unter der Behandlung mit Pemigatinib beobachtet.
Die Empfehlungen für das Management der Hyperphosphatämie umfassen eine diätetische
Phosphatrestriktion, die Verabreichung einer phosphatsenkenden Therapie und, falls erforderlich, eine
Dosisänderung (siehe Abschnitt 4.2).
Eine phosphatsenkende Therapie wurde von 19 % der Patienten während der Behandlung mit
Pemigatinib angewendet (siehe Abschnitt 4.8).
Hypophosphatämie
Während der Behandlungspausen mit Pemigatinib oder wenn der Serumphosphatspiegel unter den
Normalbereich fällt, sollte ein Abbruch der phosphatsenkenden Therapie und Diät erwogen werden.
Schwere Hypophosphatämie kann möglicherweise mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalenneurologischen Befunden, Herzinsuffizienz, respiratorische Insuffizienz, Muskelschwäche,
Rhabdomyolyse und hämolytischer Anämie einhergehen (siehe Abschnitt 4.2).
Hypophosphatämie-Reaktionen waren bei 14,3 % der Teilnehmer ≥ Grad 3. Keines der Ereignisse warschwerwiegend, führte zum Abbruch oder zu einer Dosisreduktion. Bei 1,4 % der Teilnehmer kam eszu einer Dosisunterbrechung.
Bei Patienten mit Hyperphosphatämie oder Hypophosphatämie wird eine zusätzliche engmaschige
Überwachung und Nachbeobachtung hinsichtlich einer Dysregulation der Knochenmineralisationempfohlen.
Seröse Netzhautablösung
Pemigatinib kann Reaktionen einer serösen Netzhautablösung verursachen, die möglicherweise mit
Symptomen wie verschwommenem Sehen, Glaskörperflusen oder Photopsie auftreten können (siehe
Abschnitt 4.8). Dies kann die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen mäßigbeeinflussen (siehe Abschnitt 4.7).
Ophthalmologische Untersuchung, einschließlich optischer Kohärenztomografie (optical coherencetomography, OCT), sollte vor Beginn der Therapie und alle 2 Monate während der ersten 6 Monateder Behandlung, danach alle 3 Monate und bei visuellen Symptomen jederzeit dringend durchgeführtwerden. Bei Reaktionen einer serösen Netzhautablösung sollten die Richtlinien zur Dosisänderungbeachtet werden (siehe Abschnitt 4.2).
Während der Durchführung der klinischen Studie gab es keine routinemäßige Überwachung,einschließlich OCT, um asymptomatische seröse Netzhautablösungen zu erkennen; daher ist die
Inzidenz asymptomatischer seröser Netzhautablösungen unter Pemigatinib nicht bekannt.
Bei Patienten mit klinisch bedeutsamen medizinischen Augenerkrankungen, wie z. B. Erkrankungender Retina, unter anderem zentrale seröse Retinopathie, Makula-/Netzhautdegeneration, diabetische
Retinopathie und frühere Netzhautablösung, sollte eine sorgfältige Abwägung erfolgen.
Trockene Augen
Pemigatinib kann trockene Augen verursachen (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollten je nach
Bedarf okuläre Demulzenzien zur Vorbeugung oder Behandlung von trockenen Augen verwenden.
Embryofetale ToxizitätBasierend auf dem Wirkmechanismus und den Ergebnissen einer tierexperimentellen
Reproduktionsstudie (siehe Abschnitt 5.3) kann Pemigatinib, wenn es an eine schwangere Frauverabreicht wird, den Fötus schädigen. Schwangere sollten hinsichtlich des potenziellen Risikos fürden Fötus beraten werden. Gebärfähigen Frauen sollte geraten werden, während der Behandlung mit
Pemigatinib und für 1 Woche nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethodeanzuwenden.
Männlichen Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollte geraten werden, während der
Behandlung mit Pemigatinib und für mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis eine zuverlässige
Verhütungsmethode anzuwenden (siehe Abschnitt 4.6).
Erhöhter Kreatininwert im Blut
Pemigatinib kann möglicherweise das Kreatinin im Serum erhöhen, indem es die renale tubuläre
Sekretion von Kreatinin vermindert; dies könnte aufgrund einer Hemmung der renalen Transporter
OCT2 und MATE1 auftreten und beeinflusst möglicherweise nicht die glomeruläre Funktion.
Innerhalb des ersten Zyklus stieg das Kreatinin im Serum an (mittlerer Anstieg von 0,2 mg/dl) underreichte am 8. Tag den Steady-State, um dann während der 7 therapiefreien Tage zu sinken (siehe
Abschnitt 4.8). Alternative Marker der Nierenfunktion sollten in Betracht gezogen werden, wennanhaltende Erhöhungen des Kreatinins im Serum beobachtet werden.
Kombination mit Protonenpumpenhemmern
Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit Protonenpumpenhemmern sollte vermiedenwerden (siehe Abschnitt 4.5).
Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken CYP3A4-Inhibitoren erfordert eine
Dosisanpassung (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5). Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dasssie während der Einnahme von Pemigatinib keine Grapefruits/Pampelmusen essen oder
Grapefruit-/Pampelmusensaft trinken dürfen.
Kombination mit starken oder mittelstarken CYP3A4-Induktoren
Die gleichzeitige Anwendung von Pemigatinib mit starken oder moderaten CYP3A4-Induktoren wirdnicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
ZNS-Metastasen
Da unbehandelte oder fortgeschrittene Hirn-/ZNS-Metastasen in der Studie nicht zugelassen waren,wurde die Wirksamkeit in dieser Population nicht untersucht und es können keine Dosisempfehlungengegeben werden, jedoch wird erwartet, dass die Penetration der Blut-Hirn-Schranke von Pemigatinibgering ist (siehe Abschnitt 5.3).
EmpfängnisverhütungBasierend auf den Ergebnissen einer tierexperimentellen Studie und seinem Wirkmechanismus kann
Pemazyre, wenn es an eine schwangere Frau verabreicht wird, den Fötus schädigen. Frauen imgebärfähigen Alter, die mit Pemazyre behandelt werden, sollte geraten werden, nicht schwanger zuwerden, und Männern, die mit Pemazyre behandelt werden, sollte geraten werden, während der
Behandlung kein Kind zu zeugen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter und bei Männern mit
Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollte während der Behandlung mit Pemazyre und für 1 Wochenach Beendigung der Behandlung eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung angewendetwerden (siehe Abschnitt 4.6).
SchwangerschaftstestVor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um eine
Schwangerschaft auszuschließen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Pemigatinib
Starke CYP3A4-InhibitorenEin starker CYP3A4-Inhibitor (Itraconazol 200 mg einmal täglich) erhöhte den geometrischen
Mittelwert der AUC von Pemigatinib um 88 % (90 %-KI: 75 %, 103 %), was möglicherweise die
Inzidenz und den Schweregrad von Nebenwirkungen von Pemigatinib erhöhen kann. Bei Patienten,die einmal täglich 13,5 mg Pemigatinib einnehmen, sollte die Dosis auf einmal täglich 9 mg und bei
Patienten, die einmal täglich 9 mg Pemigatinib einnehmen, sollte die Dosis auf einmal täglich 4,5 mgreduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
CYP3A4-InduktorenEin starker CYP3A4-Induktor (Rifampin 600 mg einmal täglich) verringerte den geometrischen
Mittelwert der AUC von Pemigatinib um 85 % (90 %-KI: 84 %, 86 %), was möglicherweise die
Wirksamkeit von Pemigatinib verringern kann. Die gleichzeitige Anwendung von starken
CYP3A4-Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Rifampicin) sollte während der
Behandlung mit Pemigatinib vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4). Die gleichzeitige Anwendungvon Pemigatinib mit Johanniskraut ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Falls erforderlich, solltenandere Enzyminduktoren (z. B. Efavirenz) unter engmaschiger Überwachung eingesetzt werden.
Protonenpumpenhemmer
Die geometrischen Mittelwerte (90 %-KI) für Cmax und AUC von Pemigatinibbetrugen 65,3 % (54,7; 78,0) bzw. 92,1 % (88,6; 95,8), wenn es bei gesunden Probanden zusammenmit Esomeprazol (einem Protonenpumpenhemmer) verabreicht wurde, im Vergleich zu Pemigatiniballein. Die gleichzeitige Verabreichung eines Protonenpumpenhemmers (Esomeprazol) führte nicht zueiner klinisch bedeutsamen Veränderung der Pemigatinib-Exposition.
Allerdings wurde bei mehr als einem Drittel der Patienten, die Protonenpumpenhemmer (proton pumpinhibitors, PPIs) erhielten, eine signifikante Verringerung der Exposition von Pemigatinib beobachtet.
PPIs sollten bei Patienten, die Pemigatinib erhalten, vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).
H2-Rezeptor-Antagonisten
Die gleichzeitige Verabreichung von Ranitidin führte nicht zu einer klinisch bedeutsamen
Veränderung der Pemigatinib-Exposition.
Wirkungen von Pemigatinib auf andere Arzneimittel
Wirkung von Pemigatinib auf CYP2B6-Substrate
In-vitro-Studien zeigen, dass Pemigatinib CYP2B6 induziert. Die gleichzeitige Verabreichung von
Pemigatinib mit CYP2B6-Substraten (z. B. Cyclophosphamid, Ifosfamid, Methadon, Efavirenz) kannderen Exposition möglicherweise verringern. Eine engmaschige klinische Überwachung wirdempfohlen, wenn Pemigatinib zusammen mit diesen Arzneimitteln oder einem CYP2B6-Substrat miteinem engen therapeutischen Index verabreicht wird.
Wirkung von Pemigatinib auf P-gp-Substrate
In vitro ist Pemigatinib ein P-gp-Inhibitor. Die gleichzeitige Verabreichung von Pemigatinib mit
P-gp-Substraten (z. B. Digoxin, Dabigatran, Colchicin) kann deren Exposition und damit deren
Toxizität möglicherweise erhöhen. Die Verabreichung von Pemigatinib sollte mindestens 6 Stundenvor oder nach der Verabreichung von P-gp-Substraten mit einem engen therapeutischen Indexerfolgen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen/gebärfähigen Frauen
Basierend auf den Ergebnissen einer tierexperimentellen Studie und seinem Wirkmechanismus kann
Pemigatinib, wenn es an eine schwangere Frau verabreicht wird, den Fötus schädigen. Frauen imgebärfähigen Alter, die mit Pemigatinib behandelt werden, sollte geraten werden, nicht schwanger zuwerden, und Männern, die mit Pemigatinib behandelt werden, sollte geraten werden, während der
Behandlung kein Kind zu zeugen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter und bei Männern mit
Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollte während der Behandlung mit Pemigatinib und für 1 Wochenach Beendigung der Behandlung eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung angewendetwerden. Da die Wirkung von Pemigatinib auf den Metabolismus und die Wirksamkeit von
Verhütungsmitteln nicht untersucht wurde, sollten Barrieremethoden als zusätzliche Form der
Empfängnisverhütung angewendet werden, um eine Schwangerschaft zu vermeiden.
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Pemigatinib bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Basierendauf tierexperimentellen Daten und der Pharmakologie von Pemigatinib darf Pemazyre während der
Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass eine Behandlung mit Pemigatinibaufgrund des klinischen Zustandes der Frauen erforderlich ist. Vor Beginn der Behandlung sollte ein
Schwangerschaftstest durchgeführt werden, um eine Schwangerschaft auszuschließen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Pemigatinib bzw. dessen Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Ein
Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen sollte während der Behandlungmit Pemazyre und für 1 Woche nach Abschluss der Behandlung unterbrochen werden.
FertilitätEs liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Pemigatinib auf die menschliche Fertilität vor.
Tierexperimentelle Fertilitätsstudien wurden mit Pemigatinib nicht durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).
Basierend auf der Pharmakologie von Pemigatinib kann eine Beeinträchtigung der männlichen undweiblichen Fertilität nicht ausgeschlossen werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenPemigatinib hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Nebenwirkungen wie Ermüdung und visuelle Störungen wurden mit Pemigatinib in
Verbindung gebracht. Daher wird bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder beim Bedienen von
Maschinen zur Vorsicht geraten (siehe Abschnitt 4.4).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen waren Hyperphosphatämie (60,5 %), Alopezie (49,7 %), Diarrhoe(47,6 %), Nageltoxizität (44,9 %), Ermüdung (43,5 %), Übelkeit (41,5 %), Stomatitis (38,1 %),
Obstipation (36,7 %), Geschmacksstörung (Dysgeusie) (36,1 %), Mundtrockenheit (34,0 %),
Arthralgie (29,9 %), trockenes Auge (27,9 %), Hypophosphatämie (23,8 %), trockene Haut (21,8 %)und palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (16,3 %).
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Hyponatriämie (2,0 %) und ein Anstieg des
Kreatinins im Blut (1,4 %). Keine schwerwiegende Nebenwirkung führte zu einer Dosisreduktion von
Pemigatinib. Eine schwerwiegende Nebenwirkung von Hyponatriämie (0,7 %) führte zu einer
Dosisunterbrechung. Eine schwerwiegende Nebenwirkung eines Anstiegs des Kreatinins im Blut(0,7 %) führte zum Absetzen der Dosis.
Schwerwiegende Nebenwirkungen von Augenerkrankungen waren Netzhautablösung (0,7 %),nicht-arteriitische ischämische Optikusneuropathie (0,7 %) und Verschluss einer Netzhautarterie(0,7 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen sind in Tabelle 4 dargestellt. Die Häufigkeitskategorien sind sehr häufig (≥ 1/10),häufig (≥ 1/100, < 1/10) und gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppewerden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 4: In klinischen Studien berichtete Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Stoffwechsel- und Hyponatriämie, Hyperphosphatämiea,
Ernährungsstörungen Sehr häufig Hypophosphatämieb
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig Geschmacksstörung (Dysgeusie)
Sehr häufig Trockenes Auge
Augenerkrankungen Seröse Netzhautablösungc, Keratitis
Häufig punctata, verschwommenes Sehen,
Trichiasis
Erkrankungen des Übelkeit, Stomatitis, Diarrhoe,
Gastrointestinaltrakts Sehr häufig Obstipation, Mundtrockenheit
Palmar-plantares
Erkrankungen der Haut und des Sehr häufig Erythrodysästhesiesyndrom,
Unterhautgewebes Nageltoxizitätd, Alopezie, trockene Haut
Häufig Haarwachstum anomal
Gelegentlich Kutane Kalzifizierung
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-und Knochenerkrankungen Sehr häufig Arthralgie
Allgemeine Erkrankungen und
Beschwerden am Sehr häufig Ermüdung
Verabreichungsort
Untersuchungen Sehr häufig Kreatinin im Blut erhöhta Beinhaltet Hyperphosphatämie und Phosphor im Blut erhöht. Siehe 'Hyperphosphatämie“ unten.b Beinhaltet Hypophosphatämie und Phosphor im Blut vermindertc Umfasst seröse Netzhautablösung, Netzhautablösung, Abhebung des retinalen Pigmentepithels, Netzhautverdickung,subretinale Flüssigkeit, chorioretinale Falten, chorioretinale Narbe und Makulopathie. Siehe unten 'Seröse
Netzhautablösung“.d Beinhaltet Nageltoxizität, Nagelstörung, Nagelverfärbung, Nageldystrophie, Nagelhypertrophie, Nagelfurchung,
Nagelinfektion, Onychalgie, Onychoklasie, Onycholyse, Onychomadesis, Onychomykose und Paronychie
Beschreibung von ausgewählten NebenwirkungenHyperphosphatämie
Hyperphosphatämie wurde bei 60,5 % aller mit Pemigatinib behandelten Patienten berichtet. Eine
Hyperphosphatämie über 7 mg/dl und 10 mg/dl wurde bei 27,2 % bzw. 0,7 % der Patientenfestgestellt. Eine Hyperphosphatämie entwickelt sich normalerweise innerhalb der ersten 15 Tage.
Keine der Reaktionen war vom Schweregrad ≥ 3, schwerwiegend oder führte zum Absetzen von
Pemigatinib. Eine Dosisunterbrechung trat bei 1,4 % der Patienten und eine Dosisreduktionbei 0,7 % der Patienten auf. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die diätetische
Phosphatrestriktion und/oder die Verabreichung einer phosphatsenkenden Therapie zusammen mitder 1-wöchigen Dosispause wirksame Strategien zur Steuerung dieses On-Target-Effekts von
Pemigatinib waren.
Empfehlungen zum Management einer Hyperphosphatämie finden Sie in den Abschnitten 4.2 und 4.4.
Seröse Netzhautablösung
Eine seröse Netzhautablösung trat bei 4,8 % aller mit Pemigatinib behandelten Patienten auf. Die
Reaktionen waren im Allgemeinen vom Schweregrad 1 oder 2 (4,1 %); Reaktionen vom Grad ≥ 3 undschwerwiegende Reaktionen beinhalteten eine Netzhautablösung bei 1 Patient (0,7 %). Zwei
Nebenwirkungen von Netzhautablösung (0,7 %) und Abhebung des retinalen Pigmentepithels (0,7 %)führten zur Dosisunterbrechung. Keine der Reaktionen führte zu einer Dosisreduktion oder zum
Absetzen der Behandlung.Empfehlungen zum Management der serösen Netzhautablösung finden Sie in den
Abschnitten 4.2 und 4.4.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen keine Informationen zur Überdosierung von Pemigatinib vor.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren, ATC-Code:
L01EN02
Pemigatinib ist ein Kinaseinhibitor von FGFR1, 2 und 3, der die FGFR-Phosphorylierungund -Signalübertragung hemmt und die Zellviabilität in Zellen verringert, die genetische
Veränderungen von FGFR exprimieren und FGFR Punktmutationen, Amplifikationen und Fusionenoder Rearrangements aufweisen. FGFR2-Fusionen/-Rearrangements sind starke onkogene Treiber undstellen die häufigste FGFR-Veränderung dar, die fast ausschließlich bei 10-16 % der intrahepatischen
Cholangiokarzinome (Cholangiocarcinoma, CCA) auftritt.
Pharmakodynamische WirkungenPhosphat im Serum
Pemigatinib erhöhte den Serumphosphatspiegel als Folge der FGFR-Inhibition. In klinischen Studienmit Pemigatinib waren eine phosphatsenkende Therapie und Dosisänderungen zur Behandlung der
Hyperphosphatämie erlaubt (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.8).
Klinische StudienFIGHT-202 war eine multizentrische, offene, einarmige Studie zur Untersuchung der Wirksamkeitund Sicherheit von Pemazyre bei vorbehandelten Patienten mit lokal fortgeschrittenem/metastasiertemoder inoperablem Cholangiokarzinom. Die Wirksamkeitspopulation bestand aus 108 Patienten(107 Patienten mit intrahepatischer Erkrankung), die nach mindestens 1 vorangegangenen Therapiefortgeschritten waren und bei denen eine FGFR2-Fusion oder ein -Rearrangement vorlag, wie durchden in einem Zentrallabor durchgeführten Test festgestellt wurde.
Die Patienten erhielten Pemazyre in 21-tägigen Zyklen, bestehend aus einer einmal täglichen oralen
Gabe von 13,5 mg über 14 Tage, gefolgt von 7 therapiefreien Tagen. Pemazyre wurde bis zur
Krankheitsprogression oder bis zur inakzeptablen Toxizität verabreicht. Die wichtigsten
Ergebnismessungen zur Wirksamkeit umfassten die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate,
ORR) und die Dauer des Ansprechens (Duration Of Response, DOR) gemäß Beurteilung durch eineunabhängige Prüfkommission (Independent Review Commitee, IRC) nach RECIST V. 1.1.
Das mediane Alter betrug 55,5 Jahre (Bereich: 26 bis 77 Jahre), 23,1 % waren ≥ 65 Jahrealt, 61,1 % waren weiblich und 73,1 % waren hellhäutig (Kaukasier). Die meisten Patienten (95,4 %)hatten zur Baseline einen Leistungsstatus nach der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)von 0 (42,6 %) oder 1 (52,8 %). Alle Patienten hatten mindestens 1 vorherige systemische
Therapielinie, 27,8 % hatten 2 vorherige Therapielinien und 12,0 % hatten 3 oder mehr vorherige
Therapielinien erhalten. 96 % der Patienten hatten eine vorherige platinbasierte Therapie erhalten,davon 78 % mit vorherigem Gemcitabin/Cisplatin.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
Die mediane Zeit bis zum Ansprechen betrug 2,69 Monate (Bereich: 0,7 - 16,6 Monate).
Tabelle 5: Ergebnisse zur Wirksamkeit
Kohorte A (FGFR2-Fusionoder -Rearrangement)
Hinsichtlich der Wirksamkeit auswertbare
Population(N = 108)
ORR (95 %-KI) 37,0 % (27,94; 46,86)
Vollständiges Ansprechen (n) 2,8 % (3)
Teilweises Ansprechen (n) 34,3 % (37)
Mediane Dauer des Ansprechens (Monate) 9,13 (6,01; 14,49)(95 %-KI)a
Kaplan-Meier-Schätzungen der Dauer des
Ansprechens (95 %-KI)3 Monate 100,0 (100,0; 100,0)6 Monate 67,8 (50,4; 80,3)9 Monate 50,5 (33,3; 65,4)12 Monate 41,2 (24,8; 56,8)
ORR: CR + PR
KI: Konfidenzintervall
Hinweis: Die Daten stammen vom IRC und wurden gemäß RECIST V. 1.1 beurteilt; alle Fälle von vollständigem undpartiellem Ansprechen wurden bestätigt.a Das 95 %-KI wurde nach der Methode von Brookmeyer und Crowley berechnet.
Ältere PatientenIn der klinischen Studie mit Pemigatinib waren 23,1 % der Patienten 65 Jahre alt und älterund 4,6 % der Patienten waren 75 Jahre alt und älter. Es wurde kein Unterschied in Bezug auf das
Ansprechen zwischen diesen Patienten und Patienten < 65 Jahren festgestellt.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Pemazyre eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen zur Behandlung des
Cholangiokarzinoms gewährt. Siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen.
Dieses Arzneimittel wurde unter 'Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere
Erkenntnisse zu diesem Arzneimittel erwartet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur wirdneue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens jährlich überprüfen und, falls erforderlich,wird diese Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisiert werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Pemigatinib zeigt eine lineare Pharmakokinetik im Dosisbereich von 1 bis 20 mg. Nach oraler
Verabreichung von Pemazyre 13,5 mg einmal täglich wurde der Steady-State nach 4 Tagen mit einergeometrischen mittleren Akkumulationsrate von 1,6 erreicht. Der geometrische Mittelwert der
AUC0-24h im Steady-State betrug 2.620 nMh (54 % CV) und die Cmax betrug 236 nM (56 % CV)für 13,5 mg einmal täglich.
ResorptionDie mediane Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (tmax) betrug 1 bis 2 Stunden.
Es wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik von Pemigatinib nach
Verabreichung einer fett- und kalorienreichen Mahlzeit (800 bis 1.000 Kalorien mit etwa 50 % desgesamten Kaloriengehalts der Mahlzeit aus Fett) bei Patienten mit Krebs beobachtet.
VerteilungPemigatinib ist zu 90,6 % an menschliche Plasmaproteine gebunden, vorwiegend an Albumin. Dasgeschätzte scheinbare Verteilungsvolumen betrug 235 l (60,8 %) bei Patienten mit Krebs.
BiotransformationPemigatinib wird in vitro überwiegend durch CYP3A4 metabolisiert. Nach oraler Verabreichung einer
Einzeldosis von 13,5 mg radioaktiv-markiertem Pemigatinib war unverändertes Pemigatinib derwichtigste arzneimittelbezogene Anteil im Plasma, und es wurden keine Metaboliten > 10 % dergesamten zirkulierenden Radioaktivität beobachtet.
EliminationNach oraler Verabreichung von Pemigatinib 13,5 mg einmal täglich bei Patienten mit Krebs betrug diegeometrische mittlere Eliminationshalbwertszeit (t½) 15,4 (51,6 % CV) Stunden und die geometrischemittlere scheinbare Clearance (CL/F) 10,6 l/h (54 % CV).
AusscheidungNach einer oralen Einzeldosis von radioaktiv-markiertem Pemigatinib wurden 82,4 % der Dosis in den
Fäzes (1,4 % in unveränderter Form) und 12,6 % im Urin (1 % in unveränderter Form)wiedergefunden.
NierenfunktionsstörungDie Auswirkung einer Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Pemigatinib wurde ineiner Studie zur Niereninsuffizienz bei Teilnehmern mit normaler Nierenfunktion (GFR ≥ 90 ml/min),schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min, keine Hämodialyse) und terminaler
Nierenerkrankung (end stage renal disease, ESRD) (GFR < 30 ml/min, Hämodialyse) untersucht. Bei
Teilnehmern mit schwerer Nierenfunktionsstörung betrugen die geometrischen Mittelwerte (90 %-KI)im Vergleich zu normalen Kontrollpatienten 64,6 % (44,1 %; 94,4 %) für Cmaxund 159 % (95,4 %; 264 %) für AUC0-∞. Bei den Patienten mit ESRD vor Hämodialyse betrugen diegeometrischen Mittelwerte (90 %-KI) 77,5 % (51,2 %; 118 %) für Cmax und 76,8 % (54,0 %; 109 %)für AUC0-∞. Außerdem betrugen bei Teilnehmern mit ESRD nach Hämodialyse die geometrischen
Mittelwerte (90 %-KI) 90,0 % (59,3 %; 137 %) für Cmax und 91,3 % (64,1 %, 130 %) für AUC0-∞.
Aufgrund dieser Ergebnisse sollte die Dosis von Pemigatinib bei Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
LeberfunktionsstörungDie Auswirkung einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Pemigatinib wurde in einer
Studie zur Leberfunktionsstörung bei Teilnehmern mit normaler Leberfunktion, mittelschwerer(Child-Pugh-Klasse B) und schwerer (Child-Pugh-Klasse C) Leberfunktionsstörung untersucht. Bei
Teilnehmern mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung betrugen die geometrischen Mittelwerte(90 %-KI) im Vergleich zu normalen Kontrollen 96,7 % (59,4 %; 157 %) für Cmaxund 146 % (100 %, 212 %) für AUC0-∞. Bei Teilnehmern mit schwerer Leberfunktionsstörungbetrugen die geometrischen Mittelwerte (geometric mean ratios, GMR)(90 %-KI) 94,2 % (68,9 %; 129 %) für Cmax und 174 % (116 %, 261 %) für AUC0-∞. Basierend aufdiesen Ergebnissen wird keine Dosisanpassung für Patienten mit leichter und mittelschwerer
Leberfunktionsstörung empfohlen. Die Dosis von Pemigatinib sollte bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung dennoch reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
WechselwirkungenCYP-SubstratePemigatinib ist in klinisch relevanten Konzentrationen weder ein Inhibitor von CYP1A2, CYP2B6,
CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 und CYP3A4 noch ein Induktor von CYP1A2 und CYP3A4.
TransporterPemigatinib ist ein Substrat von P-gp und BCRP. Es wird nicht erwartet, dass P-gp- oder
BCRP-Inhibitoren die Exposition von Pemigatinib bei klinisch relevanten Konzentrationenbeeinflussen.
In vitro ist Pemigatinib ein Inhibitor von OATP1B3, OCT2 und MATE1. Die Hemmung von
OCT2 kann das Kreatinin im Serum erhöhen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Systemische ToxizitätDie auffälligsten Befunde nach wiederholter Verabreichung von Pemigatinib sowohl bei Ratten alsauch bei Affen wurden der vorgesehenen Pharmakologie von Pemigatinib (FGFR1-, FGFR2- und
FGFR3-Hemmung) zugeschrieben, einschließlich Hyperphosphatämie, physärer Dysplasie und
Weichteilmineralisation; einige dieser Befunde wurden bei Expositionen (AUC) unterhalb dertherapeutischen Dosis beobachtet. Eine Mineralisation wurde in zahlreichen Geweben beobachtet,einschließlich Nieren, Magen, Arterien, Ovarien (nur bei Affen) und Augen (Hornhaut, nur bei
Ratten). Die Weichteilmineralisation war nicht reversibel, während die physären Befunde und
Knorpelbefunde reversibel waren. Darüber hinaus wurden Veränderungen des Knochenmarks (Ratten)und Nierenläsionen beobachtet.
GenotoxizitätPemigatinib war weder mutagen in einem bakteriellen Mutagenitätstest noch klastogen in einem
In-vitro-Chromosomenaberrationstest und führte in einem In-vivo-Mikronukleustest bei Rattennicht zur Induktion von Knochenmark-Mikronuklei.
KarzinogenitätMit Pemigatinib wurden keine Studien zur Karzinogenität durchgeführt.
Beeinträchtigung der FertilitätEs wurden keine speziellen tierexperimentellen Studien zur Beurteilung der Auswirkungen von
Pemigatinib auf die Fertilität durchgeführt. In Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe führte die orale
Verabreichung von Pemigatinib zu keinen dosisabhängigen unerwünschten Wirkungen auf diemännlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane.
Toxische Wirkung auf die Entwicklung
Bei Ratten führte die Verabreichung von Pemigatinib in einer Dosierung von ≥ 0,3 mg/kg/Tag im
Zeitraum der Organogenese zu einem 100%igen Verlust nach Implantation. Bei einer Dosierungvon 0,1 mg/kg/Tag wurde eine Zunahme von fetalen Skelettfehlbildungen und Veränderungen dergroßen Blutgefäße, eine verminderte Verknöcherung und eine Abnahme des fetalen Körpergewichtsbeobachtet. Die Exposition bei dieser Dosis entspricht etwa 20 % der klinischen Exposition bei dermaximal empfohlenen menschlichen Dosis von 13,5 mg, basierend auf der AUC.
SicherheitspharmakologieIn-vitro zeigte Pemigatinib eine IC50 für die hERG-Hemmung > 8 μM (die höchste machbare
Konzentration basierend auf der Löslichkeit), die > 360-fach höher ist als die klinische ungebundene
Cmax im Steady-State bei einer Dosis von 13,5 mg. In-vivo gab es keine unerwünschten Befunde in densicherheitspharmakologischen Untersuchungen von Pemigatinib, einschließlich In-vivo-Studien zur
Funktion der Atemwege und des Zentralnervensystems bei Ratten und kardiovaskulärer Studien bei
Affen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose (E-460)
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)
Magnesiumstearat (E-572)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/Al-Blisterpackung mit 14 Tabletten. Faltschachtel mit 14 oder 28 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungKeine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Incyte Biosciences Distribution B.V.
Paasheuvelweg 251105 BP Amsterdam
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Pemazyre 4,5 mg Tabletten
EU/1/21/1535/001
EU/1/21/1535/002
Pemazyre 9 mg Tabletten
EU/1/21/1535/003
EU/1/21/1535/004
Pemazyre 13,5 mg Tabletten
EU/1/21/1535/005
EU/1/21/1535/006
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26. März 2021
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. Februar 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.