Angewendet bei: COVID-19
Art der Anwendung: oral
Substanz: nirmatrelvir + ritonavir (Proteasehemmer)
ATC: J05AE30 (ANTIINFEKTIVA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG | DIREKT WIRKENDE ANTIVIRALE MITTEL | Proteasehemmer)
Nirmatrelvir und Ritonavir werden zusammen als antivirale Behandlung für COVID-19 eingesetzt. Nirmatrelvir hemmt die Hauptprotease von SARS-CoV-2 und verhindert so die Virusreplikation, während Ritonavir die Nirmatrelvir-Spiegel im Körper durch Hemmung seines Metabolismus erhöht.
Diese Kombination wird oral verabreicht, in der Regel zweimal täglich für fünf Tage. Sie ist für Patienten mit mildem bis mäßigem COVID-19 angezeigt, die ein hohes Risiko haben, eine schwere Erkrankung zu entwickeln. Häufige Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit und Geschmacksveränderungen.
Die Behandlung ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung sowie bei Patienten, die Medikamente einnehmen, die mit Ritonavir interagieren. Darüber hinaus sollte die Anwendung während der Schwangerschaft aufgrund potenzieller Risiken sorgfältig abgewogen werden.
Diese Kombination stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung von COVID-19 dar, da sie das Risiko von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen reduziert. Es ist wichtig, dass die Verabreichung gemäß den Anweisungen des Arztes und im Rahmen eines gut definierten Behandlungsplans erfolgt.
Paxlovid 150 mg + 100 mg Filmtabletten
Jede pinkfarbene Filmtablette enthält 150 mg Nirmatrelvir.
Jede weiße Filmtablette enthält 100 mg Ritonavir.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede pinkfarbene 150 mg Filmtablette mit Nirmatrelvir enthält 176 mg Lactose.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Nirmatrelvir
Filmtablette (Tablette).
Pinkfarbene, ovale Tabletten, ca. 17,6 mm lang und ca. 8,6 mm breit, mit der Prägung 'PFE“ auf einerund '3CL“ auf der anderen Seite.
RitonavirFilmtablette (Tablette).
Weiße bis cremefarbene, kapselförmige Tabletten, ca. 17,1 mm lang und ca. 9,1 mm breit, mit der
Prägung 'H“ auf einer und 'R9“ auf der anderen Seite.
Paxlovid wird angewendet zur Behandlung einer Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID‑19) bei
Erwachsenen und pädiatrischen Patienten ab einem Alter von 6 Jahren mit einem Körpergewicht vonmindestens 20 kg, die keine zusätzliche Sauerstoffzufuhr benötigen und ein erhöhtes Risiko haben,einen schweren COVID-19-Verlauf zu entwickeln (siehe Abschnitt 5.1).
Die empfohlene Dosierung bei Erwachsenen beträgt 300 mg Nirmatrelvir (zwei 150 mg Tabletten)und 100 mg Ritonavir (eine 100 mg Tablette) zur gleichzeitigen Einnahme alle 12 Stunden über einen
Zeitraum von 5 Tagen.
Pädiatrische Patienten ab einem Alter von 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg
Die empfohlene Dosierung bei pädiatrischen Patienten ab einem Alter von 6 Jahren mit einem
Körpergewicht von mindestens 20 kg ist in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Empfohlene Dosis bei pädiatrischen Patienten ab einem Alter von 6 Jahren miteinem Körpergewicht von mindestens 20 kg
Patientenpopulation Empfohlene Dosierung
Pädiatrische Patienten im 300 mg Nirmatrelvir (zwei 150-mg-Tabletten) mit 100 mg
Alter von ≥ 6 Jahren mit Ritonavir (eine 100-mg-Tablette) zur gleichzeitigen Einnahme alleeinem Körpergewicht von 12 Stunden über einen Zeitraum von 5 Tagen≥ 40 kg
Pädiatrische Patienten im 150 mg Nirmatrelvir (eine 150-mg-Tablette) mit 100 mg Ritonavir
Alter von ≥ 6 Jahren mit (eine 100-mg-Tablette) zur gleichzeitigen Einnahme alleeinem Körpergewicht von 12 Stunden über einen Zeitraum von 5 Tagen≥ 20 bis < 40 kg
Besondere Aufmerksamkeit für pädiatrische Patienten ab einem Alter von 6 Jahren miteinem Körpergewicht von mindestens 20 kg bis unter 40 kg
Für pädiatrische Patienten ab einem Alter von 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens20 kg bis unter 40 kg ist eine spezielle Packung verfügbar. Diese Packung enthält5 Blisterpackungen mit zwei getrennten Abschnitten, die jeweils eine Tablette mit Nirmatrelvir undeine Tablette mit Ritonavir für die Anwendung alle 12 Stunden enthalten.
Paxlovid sollte so schnell wie möglich nach der Diagnose von COVID‑19 und innerhalb von 5 Tagennach Symptombeginn angewendet werden. Es wird empfohlen, die 5-tägige Behandlungabzuschließen, auch wenn der Patient nach Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel aufgrundeiner schweren oder kritischen COVID‑19-Erkrankung hospitalisiert werden muss.
Wenn der Patient eine Dosis ausgelassen hat und der vorgesehene Einnahmezeitpunkt weniger als8 Stunden zurückliegt, sollte die Einnahme so bald wie möglich nachgeholt und anschließend dasübliche Einnahmeschema wieder aufgenommen werden. Wenn der vorgesehene Einnahmezeitpunktmehr als 8 Stunden zurückliegt, sollte die ausgelassene Dosis nicht mehr eingenommen undstattdessen die nächste Dosis zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Es sollte keine doppelte
Dosis eingenommen werden, um die ausgelassene Dosis zu ersetzen.
Besondere PatientengruppenBei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate [estimated
Glomerular Filtration Rate, eGFR] ≥ 60 bis < 90 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Beierwachsenen Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung (eGFR ≥ 30 bis < 60 ml/min) oder mitschwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR < 30 ml/min, einschließlich Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz [End Stage Renal Disease, ESRD] unter Hämodialyse), sollte die Dosis gemäß
Tabelle 2 reduziert werden, um eine Überexposition zu vermeiden. Die Behandlung sollte über 5 Tagejeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit angewendet werden. An Tagen, an denen Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung einer Hämodialyse unterzogen werden, sollte die Dosis nach der Hämodialyseeingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).
Tabelle 2: Empfohlene Dosis und Dosierungsschema bei erwachsenen Patienten mit
NierenfunktionsstörungNierenfunktion Behandlungs- Dosis und Dosishäufigkeittage
Mäßige Tag 1 bis 5 150 mg Nirmatrelvir (eine 150-mg-Tablette) mit
Nierenfunktionsstörung 100 mg Ritonavir (eine 100-mg-Tablette) alle(eGFR ≥ 30 bis < 60 ml/min) 12 Stunden
Nierenfunktion Behandlungs- Dosis und Dosishäufigkeittage
Schwere Tag 1 300 mg Nirmatrelvir (zwei 150-mg-Tabletten) mit
Nierenfunktionsstörung 100 mg Ritonavir (eine 100-mg-Tablette) einmal(eGFR < 30 ml/min),einschließlichhämodialysepflichtiger Tag 2 bis 5 150 mg Nirmatrelvir (eine 150-mg-Tablette) mit
Patienten 100 mg Ritonavir (eine 100-mg-Tablette) einmaltäglich
Abkürzung: eGFR = geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (estimated Glomerular Filtration Rate).
Besondere Aufmerksamkeit für Patienten mit MÄSSIGER Nierenfunktionsstörung
Für Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung ist eine spezielle Packung verfügbar. Diese
Packung enthält 5 Blisterpackungen mit zwei getrennten Abschnitten, die jeweils eine Tablette mit
Nirmatrelvir und eine Tablette mit Ritonavir für die Anwendung alle 12 Stunden enthalten.
Besondere Aufmerksamkeit für Patienten mit SCHWERER Nierenfunktionsstörung
Für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung ist eine spezielle Packung verfügbar. Diese
Packung enthält 1 Blisterpackung mit einem getrennten Abschnitt, der zwei Tabletten Nirmatrelvirund eine Tablette Ritonavir für die Anwendung an Tag 1 enthält, und vier zusätzlichen getrennten
Abschnitten, die jeweils eine Tablette Nirmatrelvir und eine Tablette Ritonavir für die Anwendungeinmal täglich an den Tagen 2 bis 5 enthalten.
Wenngleich die Sicherheit und Pharmakokinetik von Nirmatrelvir/Ritonavir bei pädiatrischen
Patienten mit Nierenfunktionsstörung nicht untersucht wurden, sollte eine Dosisreduktion beipädiatrischen Patienten ab einem Alter von 6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kgund mit Nierenfunktionsstörung der Empfehlung für Erwachsene mit einer Nierenfunktionsstörungdesselben Grades entsprechen (siehe Tabelle 2) (siehe Abschnitt 5.2).
Die Dosis bei pädiatrischen Patienten mit Nierenfunktionsstörung und einem Körpergewicht vonweniger als 40 kg wurde nicht bestimmt.
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionBei Patienten mit leichter (Child-Pugh-Klasse A) oder mäßiger (Child-Pugh-Klasse B)
Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Paxlovid sollte nicht bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und5.2).
Schwer immunsupprimierte Patienten
Es liegen nur begrenzt Daten zum Einsatz bei schwer immunsupprimierten Patienten vor. Eine
Behandlungsdauer von 10 Tagen kann dazu beitragen, das Risiko eines virologischen Rebound bei
Patienten mit schwerer Immundepression (z. B. aktive hämatologische Malignome, hämatopoetische
Stammzelltransplantation, CAR-T-Zell-Therapie oder B-Zell-Depletionstherapien) zu verringern(siehe Abschnitt 5.1).
Begleittherapie mit einem Ritonavir- oder Cobicistat-haltigen RegimeEs ist keine Dosisanpassung erforderlich. Patienten, bei denen eine Infektion mit dem humanen
Immundefizienz-Virus (HIV) oder dem Hepatitis-C-Virus (HCV) diagnostiziert wurde und die ein
Ritonavir- oder Cobicistat-haltiges Regime erhalten, sollten ihre Behandlung wie angezeigt fortsetzen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Paxlovid bei pädiatrischen Patienten im Alter unter 6 Jahren odermit einem Körpergewicht von weniger als 20 kg ist nicht erwiesen.
Die Dosierung bei pädiatrischen Patienten ab einem Alter von 6 Jahren und mit einem Körpergewichtvon mindestens 20 kg basiert auf den Ergebnissen einer pädiatrischen Studie (siehe Abschnitte 5.1 und5.2).
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Nirmatrelvir muss gleichzeitig mit Ritonavir eingenommen werden. Wird Nirmatrelvir nicht korrektzusammen mit Ritonavir eingenommen, kommt es zu Plasmakonzentrationen von Nirmatrelvir, dienicht ausreichen, um die gewünschte therapeutische Wirkung zu erzielen.
Dieses Arzneimittel kann mit oder ohne eine Mahlzeit eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).
Die Tabletten sollten als Ganzes geschluckt und nicht gekaut, zerbrochen oder zerdrückt werden, daderzeit keine Daten verfügbar sind.
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Die unten aufgeführten Arzneimittel stellen eine Orientierungshilfe dar. Es handelt sich nicht um einevollständige Liste aller Arzneimittel, die mit Paxlovid kontraindiziert sind.
Arzneimittel mit stark CYP3A-abhängiger Clearance, bei denen eine erhöhte Plasmakonzentration mitschwerwiegenden und/ oder lebensbedrohlichen Reaktionen einhergeht.
- α1-Adrenorezeptor-Antagonist: Alfuzosin
- Antianginöse Arzneimittel: Ranolazin
- Antiarrhythmika: Dronedaron, Propafenon, Chinidin
- Arzneimittel gegen Krebserkrankungen: Neratinib, Venetoclax
- Arzneimittel gegen Gicht: Colchicin
- Antihistaminika: Terfenadin
- Antipsychotika/Neuroleptika: Lurasidon, Pimozid, Quetiapin
- Arzneimittel zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie: Silodosin
- Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Eplerenon, Ivabradin
- Ergotaminderivate: Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin, Methylergometrin
- GI-motilitätsmodifizierende Arzneimittel: Cisaprid
- Immunsuppressiva: Voclosporin
- Lipidsenker:
o HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren: Lovastatin, Simvastatino Inhibitoren des Mikrosomalen Triglycerid-Transferproteins (MTTP): Lomitapid
- Arzneimittel gegen Migräne: Eletriptan
- Mineralkortikoid-Rezeptorantagonisten: Finerenon
- Neuropsychiatrische Arzneimittel: Cariprazin
- Opioid-Antagonisten: Naloxegol
- PDE-5-Inhibitoren: Avanafil, Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil
- Sedativa/Hypnotika: Clorazepat, Diazepam, Estazolam, Flurazepam, oral angewendetes
Midazolam und Triazolam
- Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten: Tolvaptan
Arzneimittel, die starke CYP3A-Induktoren sind, bei denen signifikant reduzierte
Nirmatrelvir/Ritonavir-Konzentrationen im Plasma mit einem potenziellen Verlust des virologischen
Ansprechens und einer möglichen Resistenzbildung einhergehen können.
- Antibiotika: Rifampicin, Rifapentin
- Arzneimittel gegen Krebserkrankungen: Apalutamid, Enzalutamid
- Antikonvulsiva: Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon
- Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator-Potentiatoren: Lumacaftor/Ivacaftor
- Pflanzliche Arzneimittel: Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Die Behandlung mit Paxlovid darf nicht unmittelbar nach dem Absetzen von CYP3A4‑Induktorenbegonnen werden, da die Wirkung des kürzlich abgesetzten CYP3A4‑Induktors verzögert nachlässt(siehe Abschnitt 4.5).
Für die Festlegung des geeigneten Zeitpunkts für den Beginn einer Paxlovid-Behandlung sollte einmultidisziplinärer Ansatz (z. B. unter Einbeziehung von Ärzten und Fachärzten für klinische
Pharmakologie) in Betracht gezogen werden, wobei die verzögert nachlassende Wirkung des kürzlichabgesetzten CYP3A‑Induktors und die Notwendigkeit, die Paxlovid-Behandlung innerhalb von5 Tagen nach Symptombeginn zu initiieren, zu berücksichtigen sind.
Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen aufgrund von Wechselwirkungen mit anderen
Arzneimitteln
Das Management von Arzneimittelwechselwirkungen bei Hochrisikopatienten mit COVID-19, diemehrere Begleitmedikamente erhalten, kann komplex sein und erfordert ein fundiertes Wissen über
Art und Ausmaß der Wechselwirkung mit allen Begleitmedikamenten. Bei bestimmten Patienten solltefür das Management von Arzneimittelwechselwirkungen ein multidisziplinärer Ansatz (z. B. unter
Einbeziehung von Ärzten und Fachärzten für klinische Pharmakologie) in Betracht gezogen werden,insbesondere wenn Begleitmedikamente ausgesetzt werden, ihre Dosis reduziert wird oder eine
Überwachung auf Nebenwirkungen erforderlich ist.
Wirkungen von Paxlovid auf andere Arzneimittel
Die Einleitung einer Behandlung mit dem CYP3A-Inhibitor Paxlovid bei Patienten, die über CYP3Ametabolisierte Arzneimittel erhalten, oder der Beginn einer Anwendung von über CYP3Ametabolisierten Arzneimitteln bei Patienten, die bereits Paxlovid einnehmen, kann die
Plasmakonzentrationen von über CYP3A metabolisierten Arzneimitteln erhöhen (siehe Abschnitt 4.5).
Gleichzeitige Anwendung von Paxlovid mit Calcineurin-Inhibitoren und mTOR-Inhibitoren
Eine multidisziplinäre Gruppe (z. B. aus Ärzten, Fachärzten für immunsuppressive Therapien und/oder Fachärzten für klinische Pharmakologie) muss konsultiert werden, um mit der Komplexität diesergleichzeitigen Anwendung umzugehen, indem die Konzentrationen des Immunsuppressivums im Blutengmaschig und regelmäßig überwacht werden und die Dosis des Immunsuppressivums gemäß denaktuellen Leitlinien angepasst wird (siehe Abschnitt 4.5).
Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Paxlovid
Die Einleitung einer Behandlung mit CYP3A inhibierenden oder induzierenden Arzneimitteln kanndie Plasmakonzentration von Paxlovid erhöhen bzw. verringern.
Mögliche Folgen solcher Wechselwirkungen sind:
- klinisch signifikante Nebenwirkungen mit schwerwiegenden, lebensbedrohlichen odertödlichen Ereignissen durch die höhere Exposition gleichzeitig angewendeter Arzneimittel,
- klinisch signifikante Nebenwirkungen aufgrund einer höheren Paxlovid-Exposition,
- Verlust der therapeutischen Wirkung von Paxlovid und mögliche Entwicklung einer viralen
Resistenz.In Tabelle 3 sind Arzneimittel aufgeführt, die für die gleichzeitige Anwendung mit
Nirmatrelvir/Ritonavir kontraindiziert sind sowie potenziell signifikante Wechselwirkungen mitanderen Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5). Vor und während der Paxlovid-Behandlung solltenmögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln in Betracht gezogen werden. Die gleichzeitige
Anwendung anderer Arzneimittel sollte während der Paxlovid-Behandlung regelmäßig geprüft und
Patienten sollten auf mögliche Nebenwirkungen von gleichzeitig angewendeten Arzneimittelnüberwacht werden.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenBei Anwendung von Paxlovid wurde über Anaphylaxie, Überempfindlichkeitsreaktionen undschwerwiegende Hautreaktionen (einschließlich toxisch-epidermaler Nekrolyse und Stevens-Johnson-
Syndrom) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Wenn Anzeichen und Symptome einer klinisch signifikanten
Überempfindlichkeitsreaktion oder Anaphylaxie auftreten, ist die Anwendung dieses Arzneimittelssofort abzubrechen und eine geeignete medikamentöse Behandlung und/ oder unterstützende
Maßnahmen einzuleiten.
Schwere LeberfunktionsstörungEs liegen keine pharmakokinetischen und klinischen Daten zur Anwendung von Paxlovid bei
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung vor. Daher sollte dieses Arzneimittel bei Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden.
HepatotoxizitätBei Patienten, die mit Ritonavir behandelt wurden, sind eine Erhöhung hepatischer Transaminasensowie eine klinisch manifeste Hepatitis und Ikterus aufgetreten. Dieses Arzneimittel sollte deshalb bei
Patienten mit vorbestehenden Lebererkrankungen, Leberenzymveränderungen oder Hepatitis mit
Vorsicht angewendet werden.
Erhöhung des Blutdrucks
Während der Behandlung mit Paxlovid wurden Fälle von Hypertonie berichtet, die im Allgemeinennicht schwerwiegend und vorübergehend waren. Insbesondere bei älteren Patienten ist besondere
Vorsicht, einschließlich einer regelmäßigen Kontrolle des Blutdrucks, geboten, da bei ihnen das Risikofür das Auftreten schwerwiegender Komplikationen von Hypertonie erhöht ist.
Risiko der Entwicklung einer HIV-1-ResistenzDa Nirmatrelvir gleichzeitig mit Ritonavir angewendet wird, besteht bei Personen mit unkontrollierteroder nicht diagnostizierter HIV-1-Infektion möglicherweise das Risiko für eine Resistenzentwicklunggegen HIV-Protease-Inhibitoren.
Sonstige BestandteileNirmatrelvir-Tabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichtanwenden.
NatriumNirmatrelvir und Ritonavir enthalten jeweils weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h.sie sind nahezu 'natriumfrei“.
Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Paxlovid
Nirmatrelvir und Ritonavir sind CYP3A-Substrate.
Die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid und Arzneimitteln, die CYP3A induzieren, kann die
Plasmakonzentrationen von Nirmatrelvir und Ritonavir verringern und die therapeutische Wirkungvon Paxlovid reduzieren.
Die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid und Arzneimitteln, die CYP3A4 inhibieren, kann die
Plasmakonzentrationen von Nirmatrelvir und Ritonavir erhöhen.
Wirkungen von Paxlovid auf andere Arzneimittel
Arzneimittel, die CYP3A4-Substrate sind
Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir) ist ein starker CYP3A-Inhibitor und erhöht die
Plasmakonzentrationen primär über CYP3A metabolisierter Arzneimittel. Daher ist die gleichzeitige
Anwendung von Nirmatrelvir/Ritonavir mit Arzneimitteln mit stark CYP3A-abhängiger Clearance,bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/ oder lebensbedrohlichen
Reaktionen einhergehen, kontraindiziert (siehe Tabelle 3). Die gleichzeitige Anwendung von anderen
CYP3A4-Substraten, die zu potenziell signifikanten Wechselwirkungen führen können (siehe
Tabelle 3), sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt.
Arzneimittel, die CYP2D6-Substrate sind
Gemäß In-vitro-Studien hat Ritonavir eine hohe Affinität zu verschiedenen Cytochrom-P450 (CYP)-
Isoformen und kann die Oxidation in der folgenden Reihenfolge inhibieren: CYP3A4 > CYP2D6. Diegleichzeitige Anwendung von Paxlovid mit Arzneimitteln, die CYP2D6-Substrate sind, kann die
CYP2D6-Substratkonzentration erhöhen.
Arzneimittel, die P-Glykoprotein-Substrate sind
Paxlovid weist ebenfalls eine hohe Affinität zum P-Glykoprotein (P-gp) auf und hemmt diesen
Transporter, daher ist bei gleichzeitiger Gabe Vorsicht geboten. Es sollte eine engmaschige
Überwachung der Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels erfolgen, und die Dosis kannentsprechend reduziert oder die gleichzeitige Anwendung vermieden werden.
Paxlovid kann die Glucuronidierung und Oxidation durch CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9 und
CYP2C19 induzieren und dadurch die Biotransformation einiger Arzneimittel, die über diese
Stoffwechselwege metabolisiert werden, erhöhen. Dies kann zu einer verringerten systemischen
Verfügbarkeit dieser Arzneimittel führen, was deren therapeutische Wirkung erniedrigen oderverkürzen kann.
Gemäß In-vitro-Studien besteht das Potenzial, dass Nirmatrelvir MDR1 und OATP1B1 in klinischrelevanten Konzentrationen hemmt.
Die mit Paxlovid durchgeführten Studien zu den Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln zeigen,dass die Wechselwirkungen primär auf Ritonavir zurückzuführen sind. Daher gelten die
Arzneimittelwechselwirkungen von Ritonavir auch für Paxlovid.
Die in Tabelle 3 aufgeführten Arzneimittel stellen eine Orientierungshilfe dar. Es handelt sich nichtum eine vollständige Liste aller Arzneimittel, die kontraindiziert oder bei denen Wechselwirkungenmit Nirmatrelvir/Ritonavir möglich sind.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweiseα1-Adrenorezeptor- ↑Alfuzosin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Antagonist Alfuzosin können zu schwerer Hypotonieführen. Daher ist Alfuzosinkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Tamsulosin Tamsulosin wird weitgehendmetabolisiert, hauptsächlich durch
CYP3A4 und CYP2D6, die beide von
Ritonavir gehemmt werden. Diegleichzeitige Anwendung mit Paxlovid istzu vermeiden.
Amphetamin- ↑Amphetamin Ritonavir, bei Anwendung in hoher
Derivate Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel, inhibiertwahrscheinlich CYP2D6, undinfolgedessen ist zu erwarten, dass sichdie Konzentrationen von Amphetaminund seinen Derivaten erhöhen. Beigleichzeitiger Anwendung dieser
Arzneimittel mit Paxlovid wird einesorgfältige Überwachung auf
Nebenwirkungen empfohlen.
Analgetika ↑Buprenorphin (57 %, 77 %) Der Anstieg der Plasmakonzentrationenvon Buprenorphin und seinen aktiven
Metaboliten führte bei Opioid-toleranten
Patienten nicht zu klinisch signifikantenpharmakodynamischen Veränderungen.
Deshalb ist eine Dosisanpassung von
Buprenorphin bei gleichzeitiger
Anwendung möglicherweise nichtnotwendig.
↑Fentanyl, Ritonavir inhibiert CYP3A4 und↑Oxycodon infolgedessen ist zu erwarten, dass sichdie Plasmakonzentrationen diesernarkotischen Analgetika erhöhen. Wenneine gleichzeitige Anwendung mit
Paxlovid notwendig ist, ist eine
Dosisreduktion der narkotischen
Analgetika in Betracht zu ziehen, und dietherapeutischen Wirkungen und
Nebenwirkungen (einschließlich
Atemdepression) sind engmaschig zuüberwachen. Für weitere Informationensiehe die jeweiligen Fachinformationen.
↓Methadon (36 %, 38 %) Bei gleichzeitiger Anwendung von
Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, kann aufgrund der
Induktion der Glucuronidierung eine
Dosiserhöhung von Methadon notwendigwerden. Patienten unter
Methadonsubstitution sind engmaschigauf Anzeichen von Entzugserscheinungenzu überwachen. In Abhängigkeit vomklinischen Ansprechen des Patienten auf
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweisedie Methadon-Therapie muss eine
Dosisanpassung in Betracht gezogenwerden.
↓Morphin Aufgrund der Induktion der
Glucuronidierung kann bei gleichzeitiger
Anwendung von Ritonavir, dosiert zur
Verbesserung der Pharmakokinetik, der
Morphinspiegel erniedrigt werden.
↑Pethidin Die gleichzeitige Anwendung könnte zuverstärkten oder verlängerten
Opioideffekten führen. Ist diegleichzeitige Anwendung erforderlich,muss eine Dosisreduktion von Pethidin in
Betracht gezogen werden. Patienten sindauf Atemdepression und Sedierung zuüberwachen.
↓Piroxicam Verringerte Piroxicam-Expositionaufgrund der CYP2C9-Induktion durch
Paxlovid.
Antianginöse ↑Ranolazin Es ist zu erwarten, dass sich die
Arzneimittel Serumkonzentration von Ranolazinaufgrund der CYP3A-Inhibition durch
Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Anwendung mit Ranolazin ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Antiarrhythmika ↑Amiodaron, Da ein Risiko für eine erhebliche↑Flecainid Erhöhung der Exposition gegenüber
Amiodaron oder Flecainid und somitauch für damit verbundene unerwünschte
Ereignisse besteht, sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen,es sei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
↑Digoxin Diese Wechselwirkung könnte auf eine
Veränderung des P-gp-vermittelten
Digoxin-Effluxes durch Ritonavir, dosiertzur Verbesserung der Pharmakokinetik,beruhen. Es ist zu erwarten, dass sich die
Konzentration von Digoxin erhöht. Wennmöglich, sollten die Digoxin-Spiegel unddie Sicherheit und Wirksamkeit der
Digoxin-Anwendung überwacht werden.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Disopyramid Ritonavir kann die
Plasmakonzentrationen von Disopyramiderhöhen. Dies könnte zu einem erhöhten
Risiko für unerwünschte Ereignisse, wiez. B. Herzrhythmusstörungen, führen.
Vorsicht ist geboten und eine
Überwachung der therapeutischen
Konzentration von Disopyramid wirdempfohlen, sofern verfügbar.
↑Dronedaron, Die gleichzeitige Anwendung von↑Propafenon, Ritonavir kann die↑Chinidin Plasmakonzentrationen von Dronedaron,
Propafenon und Chinidin erhöhen und istdeshalb kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Antiasthmatika ↓Theophyllin (43 %, 32 %) Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Ritonavir kann durch eine CYP1A2-
Induktion eine erhöhte Dosis von
Theophyllin erforderlich sein.
Arzneimittel gegen ↑Abemaciclib Die Serumkonzentration ist
Krebserkrankungen möglicherweise aufgrund der CYP3A4-
Inhibition durch Ritonavir erhöht. Diegleichzeitige Anwendung von
Abemaciclib und Paxlovid solltevermieden werden. Wenn einegleichzeitige Anwendung alsunvermeidbar angesehen wird, müssendie Empfehlungen zur Dosisanpassung inder Fachinformation zu Abemaciclibberücksichtigt werden. Patienten sind auf
Abemaciclib-assoziierte Nebenwirkungenhin zu überwachen.
↑Afatinib Die Serumkonzentration erhöht sichmöglicherweise aufgrund der akuten
Inhibition des Brustkrebs-
Resistenzproteins (BCRP) und des P-gpdurch Ritonavir. Das Ausmaß der
Erhöhung von AUC und Cmax istabhängig vom Zeitpunkt der Anwendungvon Ritonavir. Vorsicht ist bei der
Anwendung von Afatinib mit Paxlovidgeboten (siehe Fachinformation zu
Afatinib). Patienten sind auf Afatinib-assoziierte Nebenwirkungen hin zuüberwachen.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Apalutamid Apalutamid ist ein mäßiger bis starker
CYP3A4-Induktor. Dies kann zu einerverringerten Nirmatrelvir/Ritonavir-
Exposition und einem möglichen Verlustdes virologischen Ansprechens führen.
Darüber hinaus kann die
Serumkonzentration von Apalutamidansteigen, wenn Apalutamid gleichzeitigmit Ritonavir angewendet wird, was zuschwerwiegenden unerwünschten
Ereignissen einschließlich
Krampfanfällen führen kann. Diegleichzeitige Anwendung von Paxlovidund Apalutamid ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Ceritinib Die Serumkonzentration von Ceritiniberhöht sich möglicherweise aufgrund der
CYP3A- und der P-gp-Inhibition durch
Ritonavir. Vorsicht ist geboten bei der
Anwendung von Ceritinib mit Paxlovid.
Empfehlungen zur Dosisanpassung siehe
Fachinformation zu Ceritinib. Patientensind auf Ceritinib-assoziierte
Nebenwirkungen hin zu überwachen.
↑Dasatinib, Die Serumkonzentration kann bei↑Nilotinib, gleichzeitiger Anwendung mit Ritonavir↑Vinblastin, ansteigen und die Wahrscheinlichkeit des↑Vincristin Auftretens von Nebenwirkungen erhöhen.
↑Encorafenib, Wenn Encorafenib oder Ivosidenib↑Ivosidenib gleichzeitig mit Ritonavir angewendetwird, sind die Serumkonzentrationen von
Encorafenib oder Ivosidenibmöglicherweise erhöht, wodurch das
Toxizitätsrisiko, einschließlich des
Risikos schwerwiegender
Nebenwirkungen, wie der Verlängerungdes QT-Intervalls, erhöht sein kann. Diegleichzeitige Anwendung von
Encorafenib oder Ivosidenib ist zuvermeiden. Überwiegt der Nutzen das
Risiko und Ritonavir muss angewendetwerden, müssen die Patienten sorgfältigüberwacht werden.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Enzalutamid Enzalutamid ist ein starker CYP3A4-
Induktor. Dies kann zu einerverminderten Paxlovid-Exposition, einempotenziellen Verlust des virologischen
Ansprechens und einer möglichen
Resistenz führen. Die gleichzeitige
Anwendung von Enzalutamid mit
Paxlovid ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Fostamatinib Die gleichzeitige Anwendung von
Fostamatinib mit Ritonavir kann die
Exposition des Fostamatinib-Metaboliten
R406 erhöhen, was zu dosisabhängigen
Nebenwirkungen wie Hepatotoxizität,
Neutropenie, Hypertonie oder Diarrhöführen kann. Bei Auftreten solcher
Nebenwirkungen sind die Empfehlungenzur Dosisreduktion in der
Fachinformation zu Fostamatinib zubeachten.
↑Ibrutinib Aufgrund der CYP3A4- Inhibition durch
Ritonavir kann es zu einem Anstieg der
Serumkonzentration von Ibrutinib undinfolgedessen zu einem erhöhten Risikovon Toxizitäten, einschließlich des
Risikos eines Tumorlysesyndroms,kommen. Die gleichzeitige Anwendungvon Ibrutinib und Ritonavir ist zuvermeiden. Wenn der Nutzen das Risikoüberwiegt und Ritonavir angewendetwerden muss, ist die Ibrutinib-Dosis auf140 mg zu senken und der Patientengmaschig auf Toxizitäten zuüberwachen.
↑Neratinib Die Serumkonzentration istmöglicherweise aufgrund der CYP3A-
Inhibition durch Ritonavir erhöht.
Die gleichzeitige Anwendung von
Paxlovid und Neratinib istkontraindiziert, da das Risiko fürschwerwiegende und/ oderlebensbedrohliche Reaktioneneinschließlich Hepatotoxizität erhöht ist(siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Venetoclax Aufgrund der CYP3A-Inhibition durch
Ritonavir kann es zu einem Anstieg der
Serumkonzentration und infolgedessen zueinem erhöhten Risiko für ein
Tumorlysesyndrom bei der
Therapieeinleitung und während der
Dosiseskalation kommen. Daher ist
Venetoclax kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3 und Fachinformation zu
Venetoclax). Bei Patienten, die die
Dosiseskalation abgeschlossen haben undauf eine konstante Venetoclax-
Tagesdosis eingestellt sind, sollte die
Venetoclax-Dosis auf 100 mg oderweniger (oder um mindestens 75 %, fallsbereits aus anderen Gründen angepasst)verringert werden, wenn gleichzeitigstarke CYP3A-Inhibitoren angewendetwerden.
Antikoagulanzien ↑Apixaban Die Kombination von P-gp und starken
CYP3A4-Inhibitoren erhöht die
Blutspiegel von Apixaban und das Risikofür Blutungen. Die
Dosierungsempfehlungen für diegleichzeitige Anwendung von Apixabanmit Paxlovid hängen von der Apixaban-
Dosis ab. Apixaban-Dosen von 5 mg oder10 mg zweimal täglich sollten um 50 %verringert werden. Bei Patienten, diebereits zweimal täglich 2,5 mg Apixabanerhalten, sollte die gleichzeitige
Anwendung mit Paxlovid vermiedenwerden.
↑Dabigatran (94 %, 133 %)* Bei gleichzeitiger Anwendung von
Paxlovid wird eine Erhöhung der
Dabigatran-Konzentrationen erwartet, diezu einem erhöhten Blutungsrisiko führen.
Daher ist die Dabigatran-Dosis zureduzieren oder die gleichzeitige
Anwendung zu vermeiden.
↑Rivaroxaban (153 %, 53 %) Die Inhibition von CYP3A und P-gpführt zu erhöhten Plasmaspiegeln undpharmakodynamischen Effekten von
Rivaroxaban, die zu einem erhöhten
Blutungsrisiko führen können. Ausdiesem Grund wird die Anwendung von
Paxlovid bei Patienten, die Rivaroxabanerhalten, nicht empfohlen.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Warfarin, Bei gleichzeitiger Anwendung mit↑↓S-Warfarin (9 %, 9 %), Ritonavir führt die Induktion von↓↔R-Warfarin (33 %) CYP1A2 und CYP2C9 zu einer
Erniedrigung des R-Warfarin-Spiegels,während nur geringfügige Auswirkungenauf die Pharmakokinetik von S-Warfarinbeobachtet wurden. Erniedrigte R-
Warfarin-Spiegel können zu einerverminderten Antikoagulation führen.
Deshalb wird die Überwachung der
Antikoagulationsparameter beigleichzeitiger Anwendung von Warfarinmit Ritonavir empfohlen.
Antikonvulsiva Carbamazepin*, Carbamazepin erniedrigt die AUC bzw.
Phenobarbital, Cmax von Nirmatrelvir um 55 % bzw.
Phenytoin, 43 %. Phenobarbital, Phenytoin und
Primidon Primidon sind starke CYP3A4-
Induktoren. Dies kann zu einerverringerten Nirmatrelvir- und Ritonavir-
Exposition und einem möglichen Verlustdes virologischen Ansprechens führen.
Die gleichzeitige Anwendung von
Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoinund Primidon mit Paxlovid istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
↑Clonazepam Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Paxlovid kann eine Dosisreduktion von
Clonazepam erforderlich sein, und eineklinische Überwachung wird empfohlen.
↓Divalproex, Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Lamotrigin Pharmakokinetik, induziert die Oxidationdurch CYP2C9 und die
Glucuronidierung. Als Folge wird eine
Erniedrigung der Plasmakonzentrationendieser Antikonvulsiva erwartet. Einesorgfältige Überwachung der
Serumkonzentration oder dertherapeutischen Wirksamkeit beigleichzeitiger Anwendung dieser
Arzneimittel mit Ritonavir wirdempfohlen.
Antikortikosteroide ↑Ketoconazol (3,4-fach, 55 %) Ritonavir hemmt den CYP3A-vermittelten Metabolismus von
Ketoconazol. Aufgrund eines erhöhten
Auftretens von gastrointestinalen undhepatischen Nebenwirkungen muss eine
Dosisreduktion von Ketoconazol beigleichzeitiger Anwendung von Ritonavirin Betracht gezogen werden.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Antidepressiva ↑Amitriptylin, Ritonavir, bei Anwendung in hoher
Fluoxetin, Dosierung im Einklang mit seinem
Imipramin, vorhergehenden Anwendungsgebiet als
Nortriptylin, antiretrovirales Arzneimittel, inhibiert
Paroxetin, wahrscheinlich CYP2D6, und
Sertralin infolgedessen wird eine Erhöhung der
Konzentrationen von Imipramin,
Amitriptylin, Nortriptylin, Fluoxetin,
Paroxetin oder Sertralin erwartet. Einesorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung dieser Arzneimittel mit
Ritonavir, dosiert als antiretrovirales
Arzneimittel, wird empfohlen.
Arzneimittel gegen ↑Colchicin Bei gleichzeitiger Anwendung von
Gicht Ritonavir wird ein Anstieg der Colchicin-
Konzentration erwartet.
Lebensbedrohliche und tödliche
Wechselwirkungen wurden von Patientenberichtet, die mit Colchicin und Ritonavir(CYP3A4- und P-gp-Inhibition)behandelt wurden.
Die gleichzeitige Anwendung von
Colchicin mit Paxlovid ist kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Antivirale ↑Glecaprevir/ Pibrentasvir Die Serumkonzentrationen sind
Arzneimittel zur möglicherweise aufgrund der P-gp-,
Behandlung von BCRP- und OATP1B-Inhibition durch
Hepatitis-C- Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Infektionen Anwendung von Glecaprevir/Pibrentasvirund Paxlovid wird wegen des erhöhten
Risikos eines Anstiegs der Alanin-
Aminotransferase (ALT) durch eineerhöhte Glecaprevir-Exposition nichtempfohlen.
↑Sofosbuvir/Velpatasvir/ Die Serumkonzentrationen sind
Voxilaprevir möglicherweise aufgrund der OATP1B-
Inhibition durch Ritonavir erhöht. Diegleichzeitige Anwendung von
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir und
Paxlovid wird nicht empfohlen. Fürweitere Informationen siehe
Fachinformation von
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Antihistaminika ↑Fexofenadin Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, kann den P-gp-vermittelten Fexofenadin-Effluxverändern und die Fexofenadin-
Konzentration steigern.
↑Loratadin Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, inhibiert CYP3A, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Loratadinerwartet. Bei gleichzeitiger Anwendungvon Loratadin mit Ritonavir wird einesorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirkungen und der
Nebenwirkungen empfohlen.
↑Terfenadin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Terfenadin. Dadurch erhöht sich das
Risiko schwerer Herzrhythmusstörungendurch diesen Wirkstoff. Die gleichzeitige
Anwendung mit Paxlovid ist daherkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
HIV-Arzneimittel ↑Bictegravir/ Ritonavir kann die↔Emtricitabin/ Plasmakonzentrationen von Bictegravir↑Tenofovir durch CYP3A-Inhibition signifikanterhöhen. Es wird erwartet, dass Ritonavirdie Resorption von Tenofoviralafenamiddurch Inhibition von P-gp erhöht,wodurch sich die systemische
Konzentration von Tenofovir erhöht.
↑Efavirenz (21 %) Eine höhere Nebenwirkungsrate (z. B.
Schwindelgefühl, Übelkeit, Parästhesien)und abnormale Laborwerte (erhöhte
Leberenzyme) wurden bei gleichzeitiger
Anwendung von Efavirenz mit Ritonavirbeobachtet. Für weitere Informationensollte die Efavirenz Fachinformation zu
Rate gezogen werden.
↑Maraviroc (161 %, 28 %) Ritonavir erhöht die Serumkonzentrationvon Maraviroc infolge der CYP3A-
Inhibition. Maraviroc kann zusammenmit Ritonavir angewendet werden, um die
Maraviroc-Exposition zu erhöhen. Fürweitere Informationen sollte die
Maraviroc Fachinformation zu Rategezogen werden.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↓Raltegravir (16 %, 1 %) Die gleichzeitige Anwendung von
Ritonavir und Raltegravir resultiert ineiner geringfügigen Abnahme der
Raltegravir-Plasmakonzentrationen.
↓Zidovudin (25 %, nicht Ritonavir induziert möglicherweise dieermittelt) Glucuronidierung von Zidovudin. Diesäußert sich in einer leichten Erniedrigungder Zidovudin-Plasmakonzentrationen.
Eine Dosisanpassung sollte nichtnotwendig sein.
Antiinfektiva ↓Atovaquon Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, induziert die
Glucuronidierung. Als Folge wird eine
Erniedrigung der Plasmakonzentrationvon Atovaquon erwartet. Eine sorgfältige
Überwachung der Serumkonzentrationoder der therapeutischen Wirksamkeit beigleichzeitiger Anwendung von
Atovaquon mit Ritonavir wirdempfohlen.
↑Bedaquilin Wechselwirkungsstudien, in denen nur
Ritonavir angewendet wurde, sind nichtverfügbar. Aufgrund des Risikos vonunerwünschten Ereignissen, die mit
Bedaquilin in Zusammenhang stehen,sollte die gleichzeitige Anwendungvermieden werden. Falls der Nutzen das
Risiko überwiegt, muss die gleichzeitige
Anwendung von Bedaquilin mit
Ritonavir mit Vorsicht erfolgen. Einehäufigere Überwachung des
Elektrokardiogramms und der
Transaminasen wird empfohlen (siehe
Fachinformation zu Bedaquilin).
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Clarithromycin (77 %, 31 %), Aufgrund der großen therapeutischen↓14-OH-Clarithromycin- Breite von Clarithromycin sollte bei
Metabolit (100 %, 99 %) Patienten mit normaler Nierenfunktionkeine Dosisreduktion erforderlich sein.
Clarithromycin-Dosierungen, die mehrals 1 g pro Tag betragen, dürfen nichtzusammen mit Ritonavir, dosiert zur
Verbesserung der Pharmakokinetik,verabreicht werden. Bei Patienten mit
Nierenfunktionsbeeinträchtigung sollteeine Reduktion der Clarithromycin-Dosisin Betracht gezogen werden: Reduktionder Clarithromycin-Dosis um 50 % bei
Patienten mit einer Kreatininclearancevon 30 bis 60 ml/min (siehe Abschnitt 4.2zu Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung).
Delamanid Wechselwirkungsstudien, in denen nur
Ritonavir angewendet wurde, sind nichtverfügbar. In einer
Wechselwirkungsstudie bei gesunden
Probanden mit 100 mg Delamanidzweimal täglich und 400/100 mg
Lopinavir/Ritonavir zweimal täglich für14 Tage erhöhte sich die Expositiongegenüber dem Delamanid-Metaboliten
DM-6705 um 30 %. Aufgrund des
Risikos einer QTc-Verlängerungassoziiert mit DM-6705 und falls diegleichzeitige Einnahme von Delamanidzusammen mit Ritonavir als notwendigerachtet wird, wird eine sehr häufige
EKG-Überwachung während dergesamten Paxlovid-Behandlungempfohlen (siehe Abschnitt 4.4 und
Fachinformation zu Delamanid).
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Erythromycin Itraconazol erhöht die AUC bzw. Cmax↑Itraconazol* von Nirmatrelvir um 39 % bzw. 19 %.
Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, hemmt CYP3A4, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentrationen von Itraconazolund Erythromycin erwartet. Beigleichzeitiger Anwendung von
Erythromycin oder Itraconazol mit
Ritonavir wird eine sorgfältige
Überwachung der therapeutischen
Wirkungen und der Nebenwirkungenempfohlen.
↑Fusidinsäure (systemischer In Anbetracht des Risikos für eine
Weg) erhebliche Erhöhung der Expositiongegenüber Fusidinsäure (systemischer
Weg) und damit verbundenerunerwünschter Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen,es sei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
↑Rifabutin (4-fach, 2,5-fach), Aufgrund der Hemmung von CYP3A4↑25-O-desacetyl Rifabutin- durch Ritonavir ist eine Erhöhung der
Metabolit (38-fach, 16-fach) Rifabutin-Exposition zu erwarten. Die
Konsultation einer multidisziplinären
Gruppe wird empfohlen, um diegleichzeitige Anwendung und die
Notwendigkeit einer Verringerung der
Rifabutin-Dosis sicher zu steuern.
Rifampicin, Rifampicin und Rifapentin sind starke
Rifapentin CYP3A4-Induktoren. Dies kann zu einerverringerten Nirmatrelvir-/Ritonavir-
Exposition, einem möglichen Verlust desvirologischen Ansprechens und einermöglichen Resistenz führen. Diegleichzeitige Anwendung von Rifampicinoder Rifapentin mit Paxlovid istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Sulfamethoxazol/ Trimethopri Eine Dosisanpassung vonm Sulfamethoxazol/Trimethoprim währendder gleichzeitigen Ritonavir-Behandlungsollte nicht notwendig sein.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↓Voriconazol (39 %, 24 %) Die gleichzeitige Anwendung von
Voriconazol und Ritonavir, dosiert zur
Verbesserung der Pharmakokinetik, solltevermieden werden, es sei denn, die
Nutzen-Risiko-Abwägung rechtfertigt die
Anwendung von Voriconazol.
Antiparasitika ↓Albendazol Infolge der Induktion durch Ritonavirkann eine signifikante Abnahme der
Plasmakonzentrationen von Albendazolund seines aktiven Metaboliten auftreten,mit dem Risiko einer verminderten
Wirksamkeit von Albendazol. Eineklinische Überwachung destherapeutischen Ansprechens und einemögliche Anpassung der Albendazol-
Dosierung während der Behandlung mit
Paxlovid und nach dem Absetzen wirdempfohlen.
Antipsychotika ↑Clozapin, In Anbetracht des Risikos für eine
Erhöhung der Exposition gegenüber
Clozapin und damit verbundenerunerwünschter Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen,es sei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
↑Haloperidol, Ritonavir hemmt wahrscheinlich↑Risperidon, CYP2D6, und infolgedessen wird eine↑Thioridazin Erhöhung der Konzentration von
Haloperidol, Risperidon und Thioridazinerwartet. Eine sorgfältige Überwachungder therapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung dieser Arzneimittel mit
Ritonavir, dosiert als antiretrovirales
Arzneimittel, wird empfohlen.
↑Lurasidon Es ist zu erwarten, dass sich die
Plasmakonzentration von Luradisonaufgrund der CYP3A-Inhibition durch
Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Anwendung mit Luradison ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
↑Pimozid Die gleichzeitige Anwendung von
Ritonavir kann die Plasmakonzentrationvon Pimozid erhöhen und ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Quetiapin Es ist zu erwarten, dass sich die
Plasmakonzentration von Quetiapinaufgrund der CYP3A-Inhibition durch
Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Anwendung von Paxlovid und Quetiapinist kontraindiziert, da sie die Quetiapin-bedingte Toxizität erhöhen kann (siehe
Abschnitt 4.3).
Arzneimittel zur ↑Silodosin Die gleichzeitige Anwendung ist
Behandlung der aufgrund des Potenzials für orthostatischebenignen Hypotonie kontraindiziert (siehe
Prostatahyperplasie Abschnitt 4.3).β2-Agonist (lang ↑Salmeterol Ritonavir inhibiert CYP3A4, undwirksam) infolgedessen wird eine deutliche
Erhöhung der Plasmakonzentration von
Salmeterol erwartet, was zu einemerhöhten Risiko für kardiovaskuläreunerwünschte Ereignisse im
Zusammenhang mit Salmeterol führt,einschließlich QT-Verlängerung,
Herzklopfen und Sinustachykardie.
Deshalb ist eine gleichzeitige
Anwendung mit Paxlovid zu vermeiden.
Calciumkanalblocke ↑Amlodipin, Ritonavir, dosiert zur Verbesserung derr ↑Diltiazem, Pharmakokinetik oder als antiretrovirales↑Felodipin, Arzneimittel, inhibiert CYP3A4, und als↑Nicardipin, Folge davon wird eine Erhöhung der↑Nifedipin, Plasmakonzentration von↑Verapamil Calciumkanalblockern erwartet. Es sollteeine Konsultation einermultidisziplinären Gruppe erfolgen, umden besten Umgang mit den
Arzneimittelwechselwirkungen durcheine Dosisverringerung oder sogar einvorübergehendes Absetzen des
Calciumkanalblockers bei gleichzeitiger
Anwendung mit Paxlovid zu bestimmen.
Außerdem sollten die Patienten beigleichzeitiger Anwendung sorgfältig aufdie therapeutische Wirkung und
Nebenwirkungen überwacht werden. Fürweitere Informationen siehe
Fachinformationen des jeweiligen
Calciumkanalblockers.
↑Lercanidipin In Anbetracht des Risikos einessignifikanten Anstiegs der Lercanidipin-
Exposition und der damit verbundenenunerwünschten Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen,es sei denn, eine multidisziplinäre
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
Arzneimittel zur ↑Aliskiren Die gleichzeitige Anwendung mit
Behandlung von Paxlovid ist zu vermeiden.
Herz-Kreislauf-
Erkrankungen↑Cilostazol Eine Dosisanpassung von Cilostazol wirdempfohlen. Für weitere Informationensiehe Fachinformation von Cilostazol.
Clopidogrel Bei einer gleichzeitigen Anwendung mit
Clopidogrel können sich die
Konzentrationen des aktiven Metabolitenvon Clopidogrel verringern. Einegleichzeitige Anwendung mit Paxlovid istzu vermeiden.
↑Eplerenon Die gleichzeitige Anwendung mit
Eplerenon ist aufgrund des Potenzials für
Hyperkaliämie kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Ivabradin Die gleichzeitige Anwendung mit
Ivabradin ist aufgrund des Potenzials für
Bradykardie oder
Erregungsleitungsstörungenkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
↑Ticagrelor In Anbetracht des Risikos einererheblichen Erhöhung der Ticagrelor-
Exposition und der damit verbundenenunerwünschten Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen,es sei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
Cystic Fibrosis ↑Elexacaftor/Tezacaftor/Ivacaft Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Transmembrane or, Paxlovid ist die Dosis zu verringern. Für
Conductance ↑Ivacaftor, weitere Informationen siehe die
Regulator- ↑Tezacaftor/Ivacaftor jeweiligen Fachinformationen.
Potentiatoren Lumacaftor/Ivacaftor Aufgrund eines möglichen Verlusts desvirologischen Ansprechens und einermöglichen Resistenz ist die gleichzeitige
Anwendung kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)
Dipeptidylpeptidase- ↑Saxagliptin Eine Dosisanpassung von Saxagliptin auf4(DPP4)-Inhibitoren 2,5 mg einmal täglich wird empfohlen.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Endothelin- ↑Bosentan Die gleichzeitige Anwendung von
Rezeptor- Bosentan und Ritonavir führte zu einer
Antagonisten Erhöhung der maximalen Steady-State-
Konzentration (Cmax) und AUC von
Bosentan. Eine gleichzeitige Anwendungmit Paxlovid ist zu vermeiden. Fürweitere Informationen siehe
Fachinformation von Bosentan.
↑Riociguat Die Serumkonzentration erhöht sichmöglicherweise aufgrund der CYP3A-und der P-gp-Inhibition durch Ritonavir.
Die gleichzeitige Anwendung von
Riociguat zusammen mit Paxlovid wirdnicht empfohlen (siehe Fachinformationzu Riociguat).
Ergotaminderivate ↑Dihydroergotamin, Die gleichzeitige Anwendung von↑Ergometrin, Ritonavir kann die Plasmakonzentration↑Ergotamin, von Ergotaminderivaten erhöhen und ist↑Methylergometrin deshalb kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
GI- ↑Cisaprid Erhöhte Plasmakonzentrationen vonmotilitätsmodifiziere Cisaprid. Dadurch erhöht sich das Risikonde Arzneimittel schwerwiegender
Herzrhythmusstörungen durch diesen
Wirkstoff, weshalb die gleichzeitige
Anwendung mit Paxlovid kontraindiziertist (siehe Abschnitt 4.3).
Pflanzliche Johanniskraut Pflanzliche Zubereitungen, die
Zubereitungen Johanniskraut (Hypericum perforatum)enthalten. Die gleichzeitige Anwendungmit Paxlovid ist aufgrund des Risikosverringerter Plasmakonzentrationen undverminderter klinischer Wirkungen von
Nirmatrelvir und Ritonavirkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
HMG-CoA- ↑Lovastatin, Bei HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren
Reduktase- Simvastatin wie Lovastatin und Simvastatin, deren
Inhibitoren Metabolisierung in hohem Ausmaß von
CYP3A abhängt, wird bei gleichzeitiger
Anwendung von Ritonavir in hoher
Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel oder zur
Verbesserung der Pharmakokinetik einedeutlich erhöhte Plasmakonzentrationerwartet. Da eine erhöhte Konzentrationvon Lovastatin und Simvastatin Patientenfür Myopathie, einschließlich
Rhabdomyolyse, prädisponieren kann, istdie Kombination dieser Arzneimittel mit
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Ritonavir kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Atorvastatin, Die Metabolisierung von Atorvastatin ist
Rosuvastatin (31 %, 112 %)* in geringerem Ausmaß von CYP3Aabhängig. Es wurde über eine Erhöhungder Rosuvastatin-Exposition beigleichzeitiger Anwendung von Ritonavirberichtet, obwohl die Elimination von
Rosuvastatin unabhängig von CYP3A ist.
Der Mechanismus dieser
Wechselwirkung ist nicht geklärt, könntejedoch auf eine Inhibition von
Transportern zurückzuführen sein. Beigleichzeitiger Anwendung mit Ritonavir,dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik oder als antiretrovirales
Arzneimittel, sollte die kleinstmögliche
Dosis von Atorvastatin oder Rosuvastatingegeben werden.
↑Fluvastatin, Die Metabolisierung von Pravastatin und
Pravastatin Fluvastatin hängt nicht von CYP3A ab.
Die Pravastatin- und Fluvastatin-
Exposition könnte jedoch aufgrund einer
Inhibition von Transportern erhöht sein.
Während der Behandlung mit Paxlovidsollte eine vorübergehende
Unterbrechung der Behandlung mit
Pravastatin und Fluvastatin in Betrachtgezogen werden.
Hormonelle ↓Ethinylestradiol (40 %, 32 %) Aufgrund der Erniedrigung der
Kontrazeptiva Ethinylestradiol-Konzentration müssenbei gleichzeitiger Anwendung von
Paxlovid und bis zu einem
Menstruationszyklus nach Beendigungder Einnahme von Paxlovid Barriere-oder andere nicht-hormonelle Methodender Empfängnisverhütung in Betrachtgezogen werden. Ritonavir kann das
Blutungsverhalten ändern und reduziertdie Wirksamkeit östrogenhaltiger
Kontrazeptiva.
Immunsuppressiva ↑Voclosporin Die gleichzeitige Anwendung istaufgrund des Potenzials für akute und/oder chronische Nephrotoxizitätkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Immunsuppressiva Calcineurin-Inhibitoren: Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der↑Ciclosporin, Pharmakokinetik, hemmt CYP3A4, und↑Tacrolimus infolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Ciclosporin,mTOR-Inhibitoren: Everolimus, Sirolimus und Tacrolimus
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Everolimus, erwartet. Die gleichzeitige Anwendung↑Sirolimus sollte nur bei engmaschiger undregelmäßiger Überwachung der
Konzentrationen des
Immunsuppressivums im Blut in Betrachtgezogen werden, um die Dosis des
Immunsuppressivums gemäß denaktuellen Leitlinien zu reduzieren undeine Überdosierung und eineanschließende Zunahmeschwerwiegender Nebenwirkungen des
Immunsuppressivums zu vermeiden. Esist wichtig, dass die engmaschige undregelmäßige Überwachung nicht nurwährend der gleichzeitigen Anwendungvon Paxlovid erfolgt, sondern auch nachder Behandlung mit Paxlovid fortgesetztwird. Wie allgemein für das Managementvon Wechselwirkungen zwischen
Arzneimitteln empfohlen, ist die
Konsultation einer multidisziplinären
Gruppe erforderlich, um die Komplexitätdieser gleichzeitigen Anwendung zubewältigen (siehe Abschnitt 4.4).
Januskinase(JAK)- ↑Tofacitinib Eine Dosisanpassung von Tofacitinib
Inhibitoren wird empfohlen. Für weitere
Informationen siehe Fachinformation von
Tofacitinib.
↑Upadacitinib Die Dosierungsempfehlungen für diegleichzeitige Anwendung von
Upadacitinib mit Paxlovid hängen vom
Anwendungsgebiet von Upadacitinib ab.
Für weitere Informationen siehe
Fachinformation von Upadacitinib.
Lipidsenker ↑Lomitapid CYP3A4-Inhibitoren erhöhen die
Exposition von Lomitapid, wobei starke
Inhibitoren die Exposition um das etwa27-fache erhöhen. Aufgrund der CYP3A-
Inhibition durch Ritonavir wird eine
Erhöhung der Plasmakonzentration von
Lomitapid erwartet. Die gleichzeitige
Anwendung von Paxlovid und Lomitapidist kontraindiziert (siehe Fachinformationzu Lomitapid) (siehe Abschnitt 4.3).
Arzneimittel gegen ↑Eletriptan Die gleichzeitige Anwendung von
Migräne Eletriptan innerhalb von mindestens72 Stunden nach Paxlovid ist aufgrunddes Potenzials für schwerwiegendeunerwünschte Ereignisse, einschließlichkardiovaskulärer und zerebrovaskulärer
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Ereignisse, kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Rimegepant Die gleichzeitige Anwendung mit
Paxlovid ist zu vermeiden.
Mineralkortikoid- ↑Finerenon Die gleichzeitige Anwendung ist
Rezeptorantagoniste aufgrund des Potenzials fürn schwerwiegende unerwünschte
Ereignisse, einschließlich Hyperkaliämie,
Hypotonie und Hyponatriämie,kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Muskarinrezeptor- ↑Darifenacin In Anbetracht des Risikos eines
Antagonist erheblichen Anstiegs der Darifenacin-
Exposition und der damit verbundenenunerwünschten Ereignisse sollte einegleichzeitige Verabreichung nichterfolgen, es sei denn, einemultidisziplinäre Konsultation kanneingeholt werden, um sie sicher zusteuern.
↑Solifenacin In Anbetracht des Risikos eineserheblichen Anstiegs der Expositiongegenüber Solifenacin und der damitverbundenen unerwünschten Ereignissesollte eine gleichzeitige Anwendung nichterfolgen, es sei denn, einemultidisziplinäre Konsultation kanneingeholt werden, um sie sicher zusteuern.
Neuropsychiatrische ↑Aripiprazol, Eine Dosisanpassung von Aripiprazol
Wirkstoffe ↑Brexpiprazol und Brexpiprazol wird empfohlen. Fürweitere Informationen siehe
Fachinformationen von Aripiprazol und
Brexpiprazol.
↑Cariprazin Die gleichzeitige Anwendung istaufgrund der erhöhten Plasmaexpositionvon Cariprazin und seinen aktiven
Metaboliten kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Opioid-Antagonisten ↑Naloxegol Die gleichzeitige Anwendung istaufgrund möglicher Opioid-
Entzugssymptome kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Phosphodiesterase ↑Avanafil (13-fach, 2,4-fach) Die gleichzeitige Anwendung von(PDE-5)-Inhibitoren ↑Sildenafil (11-fach, 4-fach) Avanafil, Sildenafil, Tadalafil und↑Tadalafil (124 %, ↔) Vardenafil mit Paxlovid ist↑Vardenafil (49-fach, 13-fach) kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Sedativa/ Hypnotika ↑Alprazolam (2,5-fach, ↔) Der Metabolismus von Alprazolam wirdnach Anwendung von Ritonavir inhibiert.
Bei gleichzeitiger Anwendung von
Alprazolam mit Ritonavir in hoher
Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel oder zur
Verbesserung der Pharmakokinetik ist inden ersten Tagen bis zur Induktion des
Alprazolam-Metabolismus Vorsichtgeboten.
↑Buspiron Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik oder als antiretrovirales
Arzneimittel, inhibiert CYP3A, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Buspironerwartet. Bei gleichzeitiger Anwendungvon Buspiron mit Ritonavir wird einesorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirkungen und der
Nebenwirkungen empfohlen.
↑Clorazepat, Die gleichzeitige Anwendung von↑Diazepam, Ritonavir kann die Plasmakonzentration↑Estazolam, von Clorazepat, Diazepam, Estazolam↑Flurazepam und Flurazepam erhöhen und ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
↑Oral angewendetes Midazolam wird weitgehend von
Midazolam (1330 %, 268 %)* CYP3A4 metabolisiert. Die gleichzeitigeund parenteral angewendetes Anwendung von Paxlovid kann einen
Midazolam erheblichen Konzentrationsanstieg von
Midazolam verursachen. Es wird einesignifikant höhere Midazolam-
Plasmakonzentration bei oralangewendetem Midazolam erwartet.
Deshalb ist die gleichzeitige Anwendungvon Paxlovid zusammen mit oralem
Midazolam kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3), während bei dergleichzeitigen Anwendung von Paxlovidund parenteral angewendetem Midazolam
Vorsicht geboten ist. Die Daten zurgleichzeitigen Anwendung vonparenteralem Midazolam mit anderen
Proteaseinhibitoren weisen auf einenmöglichen 3- bis 4-fachen Anstieg der
Midazolam-Plasmakonzentrationen hin.
Falls Paxlovid gleichzeitig mitparenteralem Midazolam angewendet
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweisewird, sollte dies auf der Intensivstation(ITS) oder in einer ähnlichen Einrichtungvorgenommen werden, um eine engeklinische Überwachung und, im Falleeiner Atemdepression und/ oder einerverlängerten Sedierung, geeignetemedizinische Maßnahmen zugewährleisten. Für Midazolam muss eine
Dosisanpassung in Betracht gezogenwerden, insbesondere dann, wenn mehrals eine Dosis Midazolam angewendetwird.
↑Triazolam (> 20-fach, 87 %) Die gleichzeitige Anwendung von
Ritonavir kann die Plasmakonzentrationvon Triazolam erhöhen und ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Schlafmittel ↑Zolpidem (28 %, 22 %) Zolpidem und Ritonavir können unterengmaschiger Überwachung aufübermäßige sedative Effekte gleichzeitigangewendet werden.
Mittel zur ↓Bupropion (22 %, 21 %) Bupropion wird hauptsächlich über
Raucherentwöhnung CYP2B6 metabolisiert. Es wird erwartet,dass es bei gleichzeitiger Anwendungvon Bupropion mit wiederholten
Ritonavir-Dosen zu erniedrigten
Bupropion-Plasmakonzentrationenkommt. Es wird davon ausgegangen, dassdiese Effekte die Induktion der
Bupropion-Metabolisierungwiderspiegeln. Die empfohlene
Bupropion-Dosis sollte jedoch nichtüberschritten werden, da sich gezeigt hat,dass Ritonavir CYP2B6 in vitro inhibiert.
Im Gegensatz zur Langzeit-Anwendungvon Ritonavir gab es bei einerkurzzeitigen Anwendung von niedrigen
Ritonavir-Dosen (zweimal täglich200 mg für 2 Tage) keine signifikante
Wechselwirkung mit Bupropion. Daslässt darauf schließen, dass der Abfall der
Bupropion-Konzentration erst einige
Tage nach Beginn der gleichzeitigen
Anwendung mit Ritonavir einsetzt.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Steroide Budesonid, Es wurden Fälle von systemischen
Inhaliertes, injizierbares oder Effekten der Kortikosteroide,intranasales einschließlich Cushing-Syndrom und
Fluticasonpropionat, Suppression der Nebennierenfunktion
Triamcinolon (die Cortisol-Plasmakonzentrationensanken um 86 %), bei Patienten berichtet,die gleichzeitig Ritonavir und inhalativesoder intranasales Fluticasonpropionaterhalten haben. Ähnliche Wirkungenkönnen auch bei anderen
Kortikosteroiden, die über CYP3Averstoffwechselt werden (z. B. Budesonidund Triamcinolon), auftreten.
Infolgedessen wird die gleichzeitige
Anwendung von Ritonavir in hoher
Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel oder zur
Verbesserung der Pharmakokinetik mitdiesen Glucokortikoiden nichtempfohlen, es sei denn, dass dermögliche Nutzen einer Behandlung das
Risiko systemischer Effekte der
Kortikosteroide überwiegt. Eine
Reduktion der Glukokorticoid-Dosisunter engmaschiger Überwachung derlokalen und systemischen Wirkungenoder ein Wechsel auf ein Glukokorticoid,das kein Substrat von CYP3A4 ist (z. B.
Beclometason), sollten in Erwägunggezogen werden. Darüber hinaus kannbeim Absetzen der Glukokorticoide dieschrittweise Dosisreduktion über einenlängeren Zeitraum erforderlich sein.
↑Dexamethason Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik oder als antiretrovirales
Arzneimittel, hemmt CYP3A, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Dexamethasonerwartet. Eine sorgfältige Überwachungder therapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung von Dexamethason mit
Ritonavir wird empfohlen.
Tabelle 3: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Prednisolon (28 %, 9 %) Eine sorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung von Prednisolon mit
Ritonavir wird empfohlen. Die AUC des
Metaboliten Prednisolon stieg um 37 %bzw. 28 % nach 4 bzw. 14 Tagen
Ritonavir-Behandlung an.
Schilddrüsenhormon Levothyroxin Nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle
- einer möglichen Wechselwirkung
Substitutionstherapie zwischen Ritonavir-haltigen Produktenund Levothyroxin berichtet. Bei
Patienten, die mit Levothyroxinbehandelt werden, sollte mindestens ein
Monat nach Beginn und/ oder Ende der
Therapie mit Ritonavir eine
Überwachung der TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)-Werte erfolgen.
Vasopressin- ↑Tolvaptan Die gleichzeitige Anwendung ist
Rezeptor- aufgrund des Potenzials für
Antagonisten Dehydratation, Hypovolämie und
Hyperkaliämie kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Abkürzungen: ALT = Alanin-Aminotransferase; AUC = Fläche unter der Kurve (area under thecurve)
*Ergebnisse aus mit Paxlovid durchgeführten Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen (siehe
Abschnitt 5.2).
Es liegen begrenzte Daten zur Anwendung von Paxlovid bei Schwangeren vor, die Aufschluss überdas Risiko arzneimittelassoziierter unerwünschter Wirkungen auf die Entwicklung des Fötus/Embryosgeben. Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaft während der Behandlung mitdiesem Arzneimittel und als Vorsichtsmaßnahme für 7 Tage nach Abschluss der Behandlungvermeiden.
Die Anwendung von Ritonavir kann die Wirksamkeit kombinierter hormoneller Kontrazeptivaverringern. Patientinnen, die kombinierte hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollte geraten werden,während der Behandlung mit diesem Arzneimittel und bis zum ersten Menstruationszyklus nach
Beendigung der Behandlung eine andere wirksame Methode zur Empfängnisverhütung oder einezusätzliche Barriere-Methode anzuwenden (siehe Abschnitt 4.5).
SchwangerschaftEs liegen begrenzte Daten zur Anwendung von Paxlovid bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Daten zu Nirmatrelvir zeigten eine Entwicklungstoxizität bei Kaninchen(geringeres fötales Körpergewicht), jedoch nicht bei Ratten (siehe Abschnitt 5.3).
Daten von einer großen Anzahl Frauen, die während der Schwangerschaft Ritonavir erhielten, weisenauf keine Erhöhung der Fehlbildungsraten im Vergleich zur beobachteten Rate auspopulationsbasierten Fehlbildungsregistern hin.
Tierexperimentelle Daten zu Ritonavir zeigten eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Paxlovid während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,die keine Verhütungsmittel anwenden, wird nicht empfohlen, es sein denn, der klinische Zustanderfordert eine Behandlung mit diesem Arzneimittel.
StillzeitNirmatrelvir und Ritonavir werden in die Muttermilch ausgeschieden (siehe Abschnitt 5.2).
Über die Auswirkungen von Nirmatrelvir und Ritonavir auf das gestillte Neugeborene/den Säuglingoder die Milchproduktion ist nichts bekannt. Ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling kann nichtausgeschlossen werden.
Das Stillen sollte während der Behandlung und als Vorsichtsmaßnahme für 48 Stunden nach
Beendigung der Behandlung unterbrochen werden.
FertilitätEs liegen keine Daten aus Studien am Menschen zur Auswirkung von Paxlovid (Nirmatrelvir und
Ritonavir) oder Ritonavir alleine auf die Fertilität vor. Sowohl Nirmatrelvir als auch Ritonavir, jeweilsseparat getestet, hatten keine Auswirkungen auf die Fertilität von Ratten (siehe Abschnitt 5.3).
Es wird erwartet, dass Paxlovid keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen hat.
Die häufigsten Nebenwirkungen, die während der Behandlung mit Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir300 mg/100 mg) gemeldet wurden, waren Geschmacksstörungen (4,6 %), Diarrhö (3,0 %),
Kopfschmerzen (1,2 %) und Erbrechen (1,2 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDas Sicherheitsprofil des Arzneimittels basiert auf Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und
Spontanberichten gemeldet wurden.
Die Nebenwirkungen in Tabelle 4 sind nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die
Häufigkeiten werden wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 4: Nebenwirkungen von Paxlovid
Systemorganklasse Häufigkeitskategorie Nebenwirkungen
Erkrankungen des Immunsystems Gelegentlich Überempfindlichkeit
Selten Anaphylaxie
Erkrankungen des Nervensystems Häufig Geschmacksstörungen,
KopfschmerzenTabelle 4: Nebenwirkungen von Paxlovid
Systemorganklasse Häufigkeitskategorie Nebenwirkungen
Gefäßerkrankungen Gelegentlich Hypertonie
Erkrankungen des Häufig Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit
Gastrointestinaltrakts Gelegentlich Abdominalschmerz
Erkrankungen der Haut und des Gelegentlich Ausschlag*
Unterhautgewebes Selten Toxisch-epidermale Nekrolyse,
Stevens-Johnson-Syndrom,
Pruritus*
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- Gelegentlich Myalgieund Knochenerkrankungen
Allgemeine Erkrankungen und Selten Unwohlsein
Beschwerden am Verabreichungsort
* Diese Nebenwirkungen sind ebenfalls Manifestationen einer Überempfindlichkeitsreaktion.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenPatienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
Basierend auf begrenzten Daten aus einer offenen Phase-1-Studie entsprach das Sicherheitsprofil von
Paxlovid bei Teilnehmern mit schwerer Nierenfunktionsstörung, einschließlich dialysepflichtiger
Teilnehmer, dem in anderen klinischen Studien beobachteten Sicherheitsprofil.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit von Paxlovid bei pädiatrischen Patienten wurde in einer offenen, einarmigen Phase-2/3-
Studie untersucht (siehe Abschnitt 5.1).
In der Studienanalyse wurden 75 Teilnehmer im Alter von 6 bis unter 18 Jahren mit einem
Körpergewicht von mindestens 20 kg in die Bewertung der Sicherheit einbezogen. Das in dieser
Studie beobachtete Nebenwirkungsprofil ist mit dem in der erwachsenen Population vergleichbar.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Die Behandlung einer Überdosierung von Paxlovid sollte allgemeine unterstützende Maßnahmenumfassen, einschließlich der Überwachung der Vitalzeichen und der Beobachtung des klinischen
Zustands des Patienten. Es gibt kein spezifisches Antidot für eine Überdosierung mit diesem
Arzneimittel.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, Proteasehemmer,
ATC-Code: J05AE30
WirkmechanismusNirmatrelvir ist ein peptidomimetischer Inhibitor der SARS-CoV-2-Hauptprotease (main protease,
Mpro), die auch als 3C-ähnliche Protease (3CLpro) oder nsp5-Protease bezeichnet wird. Die Inhibitionder SARS-CoV-2-Mpro macht das Protein unfähig, Polyproteinvorläufer zu verarbeiten, und verhindertso die Virusreplikation.
Ritonavir hemmt den CYP3A-vermittelten Metabolismus von Nirmatrelvir und sorgt so für einehöhere Plasmakonzentration von Nirmatrelvir.
Antivirale AktivitätNirmatrelvir zeigte eine antivirale Aktivität gegen SARS-CoV-2-Infektionen von differenziertennormalen humanen Bronchialepithel (dNHBE)-Zellen, einer primären menschlichen Lungen-
Alveolarepithelzelllinie (EC50-Wert von 61,8 nM und EC90-Wert von 181 nM) nach 3-tägiger
Arzneimittelexposition.
Die antivirale Aktivität von Nirmatrelvir gegen die Omikron-Subvarianten BA.2, BA.2.12.1, BA.4,
BA.4.6, BA.5, BF.7 (P252L+F294L), BF.7 (T243I), BQ.1.11, BQ.1, XBB.1.5, EG.5 und JN.1 wurdein Gegenwart eines P-gp-Inhibitors in Vero-E6-TMPRSS2-Zellen untersucht. Nirmatrelvir hatte einenmedianen EC50-Wert von 88 nM (Bereich: 39 - 146 nM) gegen die Omikron-Subvarianten, was einer≤ 1,8-fachen Reduzierung des EC50-Werts im Vergleich zum Isolat USA-WA1/2020 entspricht.
Zusätzlich wurde die antivirale Aktivität von Nirmatrelvir gegen die SARS-CoV-2-Varianten Alpha,
Beta, Gamma, Delta, Lambda, Mu und Omikron BA.1 in Vero-E6-Zellen mit P-gp-Knockoutuntersucht. Nirmatrelvir hatte einen medianen EC50-Wert von 25 nM (Bereich: 16 - 141 nM). Unterden getesteten Varianten wies die Beta-Variante mit einer 3,7-fachen Reduzierung des EC50-Wertsgegenüber USA-WA1/2020 die geringste Empfindlichkeit auf. Bei den anderen Varianten war der
EC50-Wert im Vergleich zu USA-WA1/2020 um das ≤ 1,1-Fache reduziert.
Antivirale Resistenz in Zellkulturen und biochemischen Assays
Mittels verschiedener Methoden, einschließlich SARS-CoV-2-Resistenzselektion, Tests mitrekombinanten SARS-CoV-2-Viren mit Mpro-Substitutionen sowie biochemischen Assays mitrekombinantem SARS-CoV-2-Mpro mit Aminosäuresubstitutionen, wurden Aminosäuren von SARS-
CoV-2-Mpro identifiziert, die möglicherweise mit einer Resistenz gegen Nirmatrelvir in
Zusammenhang stehen. In Tabelle 5 sind die Mpro-Substitutionen und Kombinationen von Mpro-
Substitutionen dargestellt, die in Zellkulturen durch Nirmatrelvir selektierten SARS-CoV-2 beobachtetwurden. Die einzelnen Mpro-Substitutionen sind unabhängig davon aufgeführt, ob sie allein oder in
Kombination mit anderen Mpro-Substitutionen auftraten. Zu beachten ist, dass S301P- und T304I-
Substitutionen von Mpro die P6- und P3-Positionen der nsp5-/nsp6-Spaltungsstelle am C-Terminus von
Mpro überlappen. Substitutionen an anderen Mpro-Spaltungsstellen wurden nicht mit einer Nirmatrelvir-
Resistenz in Zellkulturen assoziiert. Die klinische Signifikanz dieser Substitutionen ist nicht bekannt.
Tabelle 5: Durch Nirmatrelvir selektierte SARS-CoV-2-Mpro-Aminosäuresubstitutionen in
Zellkultur (mit einem > 5-fachen Anstieg des EC50-Werts)
S144A (2,2 - 5,3), E166V (25 - 288), P252L (5,9), T304I (1,4 - 5,5), T21I+S144A (9,4),
T21I+E166V (83), T21I+A173V (3,1 - 8,9), T21I+T304I (3,0 - 7,9), L50F+E166V (34 - 175),
L50F+T304I (5,9), F140L+A173V (10,1), A173V+T304I (20,2), T21+L50F+A193P+S301P (28,8),
T21I+S144A+T304I (27,8), T21I+C160F+A173V+V186A+T304I (28,5), T21I+A173V+T304I(15), L50F+F140L+L167F+T304I (54,7)
Die meisten beobachteten einfachen und einige Doppel-Mpro-Aminosäuresubstitutionen, welche die
Empfindlichkeit von SARS-CoV-2 gegenüber Nirmatrelvir verringerten, führten zu einer
Verschiebung des EC50-Werts um das < 5-Fache im Vergleich zum SARS-CoV-2-Wildtyp. Im
Allgemeinen führten Dreifach- und einige Doppel-Mpro-Aminosäuresubstitutionen im Vergleich zum
Wildtyp zu einem > 5-fachen Anstieg des EC50-Werts. Die klinische Signifikanz dieser Substitutionenmuss noch weiter untersucht werden.
Wiederanstieg der Viruslast
In einer Untergruppe von mit Paxlovid und Placebo behandelten Teilnehmern der Studie EPIC-HRwurde an Tag 10 und/ oder Tag 14 ein Wiederanstieg viraler RNA im Nasensekret nach der
Behandlung unabhängig von COVID-19-Symptomen beobachtet. Ein Wiederanstieg der Viruslast tratin der Studie EPIC-HR sowohl bei mit Paxlovid behandelten Teilnehmern als auch bei unbehandelten(Placebo-) Teilnehmern auf, jedoch war die Inzidenz im Paxlovid-Arm numerisch höher (6,3 %gegenüber 4,2 %). Der Wiederanstieg der Viruslast und das Wiederauftreten von COVID-19-
Symptomen wurden nicht mit einer Progression zu einer schweren Erkrankung, einschließlich
Hospitalisierung, Tod oder dem Auftreten einer Resistenz in Verbindung gebracht.
Klinische WirksamkeitAngaben zur Wirksamkeit von Paxlovid basieren auf der Zwischenanalyse sowie der unterstützendenendgültigen Analyse der Studie EPIC-HR, einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten
Phase-2/3-Studie an nicht-hospitalisierten, symptomatischen, erwachsenen Teilnehmern mitlaborbestätigter Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion. Geeignete Teilnehmer waren 18 Jahre undälter und wiesen mindestens einen der folgenden Risikofaktoren für einen schweren Verlauf auf:
Diabetes, Übergewicht (BMI > 25 kg/m2), chronische Lungenerkrankung (einschließlich Asthma),chronische Nierenerkrankung, aktuelles Rauchen, immunsuppressive Erkrankung oderimmunsuppressive Therapie, Herzerkrankung, Hypertonie, Sichelzellanämie, neurologische
Entwicklungsstörungen, aktive Krebserkrankung, medizinisch bedingte technologische Abhängigkeitoder Alter ab 60 Jahre, unabhängig von den Begleiterkrankungen. Teilnehmer mit einem COVID-19-
Symptombeginn von ≤ 5 Tagen wurden in die Studie aufgenommen. Personen mit einer bekanntenfrüheren COVID-19-Infektion oder -Impfung wurden von der Studie ausgeschlossen.
Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Paxlovid(Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg) oder Placebo oral alle 12 Stunden über 5 Tage. Primärer
Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil der Teilnehmer mit COVID‑19-bedingten Hospitalisierungenoder Tod jeglicher Ursache bis Tag 28. Die Analyse wurde anhand des modifizierten Intent-to-Treat(mITT)-Analysesatzes (alle behandelten Teilnehmer mit Symptombeginn ≤ 3 Tage, die zu
Studienbeginn weder eine Behandlung mit einem therapeutischen mAk gegen COVID‑19 erhieltennoch eine solche erhalten sollten), des mITT1-Analysesatzes (alle behandelten Teilnehmer mit
Symptombeginn ≤ 5 Tage, die zu Studienbeginn weder eine Behandlung mit einem therapeutischenmAk gegen COVID‑19 erhielten noch eine solche erhalten sollten) und des mITT2-Analysesatzes (allebehandelten Teilnehmer mit Symptombeginn ≤ 5 Tage) durchgeführt.
Insgesamt 2 113 Teilnehmer wurden randomisiert und erhielten entweder Paxlovid oder Placebo. Bei
Studienbeginn betrug das mittlere Alter der Teilnehmer 45 Jahre, wobei 12 % der Teilnehmer 65 Jahreoder älter waren (3 % waren 75 Jahre oder älter). 51 % der Teilnehmer waren männlich. 71 % waren
Weiße, 4 % Schwarze oder Afroamerikaner, 15 % Asiaten und 41 % Hispano- oder Lateinamerikaner.67 % der Teilnehmer hatten einen Symptombeginn von ≤ 3 Tagen vor Beginn der Studienbehandlung.80 % hatten einen BMI > 25 kg/m2 (36 % einen BMI > 30 kg/m2), 11 % hatten Diabetes mellitus undweniger als 1 % der Studienpopulation hatte eine Immunschwäche. 49 % der Teilnehmer waren bei
Studienbeginn serologisch negativ und 49 % waren serologisch positiv. Die mittlere Viruslast bei
Studienbeginn betrug 4,71 log10 Kopien/ml (SD 2,89). 27 % der Teilnehmer hatten eine Viruslast bei
Studienbeginn von > 10^7 (Kopien/ml). 6,0 % der Teilnehmer erhielten zum Zeitpunkt der
Randomisierung entweder bereits eine Behandlung gegen COVID‑19 mit einem therapeutischen mAkoder es war eine solche Behandlung geplant, weshalb sie aus der mITT- und mITT1-Analyseausgeschlossen wurden. Die primäre SARS-CoV-2-Variante in beiden Behandlungsarmen war Delta(99 %), hauptsächlich der Subtyp Klade 21J.
Die demografischen und krankheitsspezifischen Merkmale bei Studienbeginn waren zwischen der
Paxlovid- und der Placebo-Gruppe ausgeglichen.
Die Bestimmung der primären Wirksamkeit erfolgte anhand einer geplanten Zwischenanalyse von754 Teilnehmern in der mITT-Population. Die geschätzte Risikoreduktion betrug -6,5 % mit einemunangepassten 95 %-KI von (-9,3 % bis -3,7 %) und einem 95 %-KI von (-10,92 % bis -2,09 %) bei
Anpassung für Multiplizität. Der 2-seitige p-Wert war < 0,0001 mit einem 2-seitigen
Signifikanzniveau von 0,002.
In Tabelle 6 sind die Ergebnisse zum primären Endpunkt in der Population für die mITT1-Analyse fürden vollständigen Datensatz bei Abschluss der Studie dargestellt.
Tabelle 6: Wirksamkeitsergebnisse bei nicht-hospitalisierten Erwachsenen mit COVID‑19,die innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn behandelt wurden und bei
Studienbeginn keine Behandlung mit mAk gegen COVID‑19 erhielten (mITT1-
Analysesatzb)
Paxlovid Placebo(n = 977) (n = 989)
COVID‑19-bedingte Hospitalisierung oder Tod jeglicher Ursache bis Tag 28n (%) 9 (0,9 %) 64 (6,5 %)
Verringerung im Vergleich zu Placeboa -5,64 (-7,31; -3,97)(95 %-KI), %p-Wert < 0,0001
Mortalität jeglicher Ursache bis Tag 28, % 0 12 (1,2 %)
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; COVID-19 = Coronavirus-Krankheit 2019; mAk = monoklonaler
Antikörper; mITT1 = modifizierter Intent-to-treat-Analysesatz 1 (alle Teilnehmer mit Randomisierung auf die
Studienintervention, die mindestens 1 Dosis der Studienintervention erhielten, die bis Tag 28 mindestens1 Besuch nach Studienbeginn hatten, bei denen zu Studienbeginn weder eine Behandlung mit einemtherapeutischen mAk gegen COVID-19 erfolgte, noch eine solche Therapie geplant war und deren
Behandlung innerhalb von höchstens 5 Tagen nach dem ersten Auftreten von COVID-19-Symptomeneingeleitet wurde).
a. Der geschätzte kumulative Anteil an hospitalisierten oder verstorbenen Teilnehmern bis Tag 28wurde für jede Behandlungsgruppe mithilfe der Kaplan-Meier-Methode berechnet, wobei
Teilnehmer ohne Hospitalisierungs- bzw. Mortalitätsstatus bis Tag 28 zum Zeitpunkt des
Studienabbruchs zensiert wurden.
b. Der Datenanalysesatz wurde aktualisiert, nachdem die Daten von 133 Teilnehmern aufgrundvon GCP-Qualitätsproblemen nachträglich entfernt wurden.
Die geschätzte Risikoreduktion betrug -6,1 % mit einem 95 %-KI von (-8,2 % bis -4,1 %) bei
Teilnehmern, die innerhalb von 3 Tagen nach Symptombeginn behandelt wurden, und -4,6 % miteinem 95 %-KI von (-7,4 % bis -1,8 %) in der mITT1-Untergruppe der Teilnehmer, die > 3 Tagennach Symptombeginn behandelt wurden.
In den Populationen für die finale mITT- und mITT2-Analyse wurden übereinstimmende Ergebnissefestgestellt. Insgesamt 1 318 Teilnehmer wurden in die mITT-Analysepopulation eingeschlossen. Die
Ereignisrate in der Paxlovid-Gruppe betrug 5/671 (0,75 %) und in der Placebo-Gruppe44/647 (6,80 %).
Tabelle 7: COVID-19-Verlauf (Hospitalisierung oder Tod) bis Tag 28 bei symptomatischen
Erwachsenen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung eines schweren Verlaufs;mITT1-Analysesatz
Paxlovid 300 mg/100 mg Placebo
Anzahl an Patienten n = 977 n = 989
Serologie negativ n = 475 n = 497
Patienten mit Hospitalisierung oder Toda 8 (1,7 %) 56 (11,3 %)(%) 1,72 (0,86; 3,40) 11,50 (8,97; 14,68)
Geschätzter Anteil in 28 Tagen [95 %-KI], -9,79 (-12,86; -6,72)%
Geschätzte Verringerung im Vergleich zu
Placebo (95 %-KI)
Serologie positiv n = 490 n = 479
Patienten mit Hospitalisierung oder Toda 1 (0,2 %) 8 (1,7 %)(%) 0,20 (0,03; 1,44) 1,68 (0,84; 3,33)
Geschätzter Anteil in 28 Tage [95 %-KI], -1,5 (-2,70; -0,25)%
Geschätzte Verringerung im Vergleich zu
Placebo (95 %-KI)
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; COVID-19 = Coronavirus-Krankheit 2019; mITT1 = modifizierter
Intent-to-treat-Analysesatz 1 (alle Teilnehmer mit Randomisierung auf die Studienintervention, die mindestens1 Dosis der Studienintervention erhielten, die zu Studienbeginn weder eine Behandlung mit einemtherapeutischen monoklonalen Antikörper gegen COVID-19 erhalten hatten und bei denen keine solche Therapiegeplant war und deren Behandlung innerhalb von höchstens 5 Tagen nach dem ersten Auftreten von COVID-19-
Symptomen eingeleitet wurde).
Seropositivität war definiert als positives Ergebnis eines serologischen Immunoassays, der spezifisch für
Wirtsantikörper gegen entweder S- oder N-Virusproteine ist.
Angabe der Differenz zwischen den Anteilen in den beiden Behandlungsgruppen und des 95 %-
Konfidenzintervalls basierend auf der Normalannäherung der Daten.
a. COVID-19-bedingte Hospitalisierung oder Tod jeglicher Ursache.
Die Wirksamkeitsergebnisse von mITT1 waren in allen Untergruppen der Teilnehmer konsistent,einschließlich Alter (≥ 65 Jahre) und BMI (BMI > 25 und BMI > 30) sowie Diabetes.
Post-hoc-Untergruppenanalyse bei schwer immunsupprimierten Teilnehmern
Eine Post-hoc-Untergruppenanalyse bei schwer immunsupprimierten Teilnehmern (z. B. aktivehämatologische Malignome, hämatopoetische Stammzelltransplantation, CAR-T-Zell-Therapie oder
B-Zell-Depletionstherapien) wurde durchgeführt und wurde von der Studie EPIC-IC (C4671034) mitimmunsupprimierten Teilnehmern abgeleitet. Bei schwer immunsupprimierten Teilnehmern war diemediane Zeit bis zum Erreichen eines Nasopharyngeal(NP)-Abstrichs für SARS-CoV-2-RNA< LLOQ bei der 5 Tage lang behandelten Gruppe im Vergleich zu den 10 Tage lang behandelten(13 Tage) und 15 Tage lang behandelten (15 Tage) Gruppen numerisch länger (28 Tage). Der Anteilder Teilnehmer, die von Tag 15 bis einschließlich Tag 44 sowohl einen positiven SARS-CoV-2-
Antigen-Schnelltest als auch selbst berichtete, zielgerichtete COVID-19-Symptome aufwiesen, betrug33,3 % (6 von 18 Teilnehmern), 6,3 % (1 von 16 Teilnehmern) bzw. 0 % (0 von 16 Teilnehmern) inden 5, 10 und 15 Tage lang mit Nirmatrelvir/Ritonavir behandelten Gruppen. Die Inzidenz einesvirologischen RNA-Rebound bei den schwer immunsupprimierten Teilnehmern betrug 25 % (5 von20 Teilnehmern), 0 % (0 von 17 Teilnehmern) bzw. 5 % (1 von 20 Teilnehmern) in den 5, 10 und15 Tage lang mit Paxlovid behandelten Gruppen.
Kinder und JugendlichePaxlovid wurde in einer offenen, einarmigen Phase-2/3-Studie (EPIC-PEDS, C4671026) zur
Untersuchung der Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Wirksamkeit bei nichthospitalisierten symptomatischen pädiatrischen Teilnehmern mit bestätigter COVID-19-Erkrankung,bei denen ein Risiko für eine Progression zu einer schweren Erkrankung bestand, untersucht. Es liegen
Daten zu 75 Teilnehmern im Alter von 6 bis unter 18 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens20 kg vor, die über einen Zeitraum von 5 Tagen alle 12 Stunden Paxlovid (Nirmatrelvir/Ritonavir150 mg/100 mg oder 300 mg/100 mg) peroral erhielten. Die bei Studienbeginn am häufigstenberichteten Risikofaktoren für eine Progression zu einer schweren Erkrankung waren Adipositas(49 %) und chronische Lungenerkrankung (40 %)
Die Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten basiert auf einem Abgleich der Exposition miterwachsenen COVID-19-Patienten.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Paxlovid eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen zur
Behandlung einer COVID‑19 gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
Die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir/ Ritonavir wurde bei gesunden Teilnehmern und bei
Teilnehmern mit leichter bis mäßiger COVID-19 untersucht.
Ritonavir wird zur Verbesserung der Pharmakokinetik zusammen mit Nirmatrelvir angewendet undführt zu einer höheren systemischen Konzentration und einer längeren Halbwertszeit von Nirmatrelvir.
Bei wiederholter Anwendung von Nirmatrelvir/Ritonavir 75 mg/100 mg, 250 mg/100 mg und500 mg/100 mg zweimal täglich ist der Anstieg der systemischen Exposition im Steady State offenbargeringer als dosisproportional. Bei einer Mehrfachdosierung über einen Zeitraum von 10 Tagen wurdeder Steady State an Tag 2 erreicht, mit einer etwa 2-fachen Akkumulation. Die systemische Expositionan Tag 5 war bei allen Dosierungen ähnlich wie an Tag 10.
ResorptionNach peroraler Anwendung einer Einzeldosis Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg lag dasgeometrische Mittel der Cmax von Nirmatrelvir bei 2,21 µg/ml und die AUCinf im Steady State bei23,01 µg*h/ml. Die mediane Zeit bis zur Cmax (Tmax) betrug 3,00 Stunden. Das arithmetische Mittel derterminalen Eliminationshalbwertszeit betrug 6,1 Stunden.
Nach peroraler Anwendung einer Einzeldosis Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg lag dasgeometrische Mittel der Cmax von Ritonavir bei 0,36 µg/ml und die AUCinf bei 3,60 µg*h/ml. Diemediane Zeit bis zur Cmax (Tmax) betrug 3,98 Stunden. Das arithmetische Mittel der terminalen
Eliminationshalbwertszeit betrug 6,1 Stunden.
Auswirkungen einer Mahlzeit auf die orale ResorptionBei Anwendung von 300 mg Nirmatrelvir (2 × 150 mg)/100 mg Ritonavir-Tabletten zusammen miteiner fettreichen Mahlzeit erhöhte sich die Nirmatrelvir-Exposition im Vergleich zu einer Anwendungim nüchternen Zustand (Anstieg der mittleren Cmax um etwa 61 % und der mittleren AUClast um etwa20 %).
VerteilungDie humane Plasmaproteinbindung von Nirmatrelvir beträgt etwa 69 %.
Die humane Plasmaproteinbindung von Ritonavir beträgt etwa 98 bis 99 %.
BiotransformationIn-vitro-Studien zur Untersuchung von Nirmatrelvir ohne gleichzeitige Gabe von Ritonavir lassendarauf schließen, dass Nirmatrelvir hauptsächlich durch Cytochrom P450 (CYP) 3A4 metabolisiertwird. Die Anwendung von Nirmatrelvir zusammen mit Ritonavir hemmt jedoch den Nirmatrelvir-
Metabolismus. Im Plasma wurde als einzige mit dem Arzneimittel in Zusammenhang stehende
Substanz unverändertes Nirmatrelvir nachgewiesen. Geringere oxidative Metaboliten fanden sich inden Fäzes und im Urin.
In-vitro-Studien mit humanen Lebermikrosomen wiesen CYP3A als wichtigste Isoform für den
Ritonavir-Metabolismus nach, wobei CYP2D6 auch zur Bildung des oxidativen Metaboliten M-2beiträgt.
EliminationPrimärer Ausscheidungsweg von Nirmatrelvir bei Anwendung mit Ritonavir war die Ausscheidungdes intakten Arzneimittels über die Nieren. Etwa 49,6 % der angewendeten Nirmatrelvir-Dosis von300 mg wurden im Urin und etwa 35,3 % in den Fäzes wiedergefunden. Nirmatrelvir war dievorherrschende mit dem Wirkstoff in Zusammenhang stehende Substanz, mit geringen Mengen an
Metaboliten, die durch Hydrolysereaktionen in den Ausscheidungen entstanden. Die einzigequantifizierbare mit dem Wirkstoff in Zusammenhang stehende Substanz im Plasma warunverändertes Nirmatrelvir.
Untersuchungen am Menschen mit radioaktiv markiertem Ritonavir zeigten, dass die Ausscheidungvon Ritonavir in erster Linie über das hepatobiliäre System erfolgt. Ca. 86 % der radioaktivmarkierten Substanz wurden im Stuhl wiedergefunden. Vermutlich handelt es sich bei einem Teildavon um nicht resorbiertes Ritonavir.
Besondere PatientengruppenDie Pharmakokinetik von Nirmatrelvir nach zweimal täglicher Gabe von Nirmatrelvir/Ritonavir150 mg/100 mg oder 300 mg/100 mg wurde bei 68 pädiatrischen Patienten ab einem Alter von6 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg untersucht (siehe Abschnitt 5.1).
Populationspharmakokinetische Analysen und modellbasierte Simulationen zeigten, dass die
Pharmakokinetik von Nirmatrelvir/Ritonavir bei pädiatrischen Patienten ab einem Alter von 6 Jahrenmit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg nach Berücksichtigung von Gewichtsunterschiedenmit der Pharmakokinetik bei erwachsenen Teilnehmern vergleichbar war (Tabelle 8), wobei die Wertefür Cmax, AUCtau und Cmin 1,2-fach, 1,4-fach bzw. 1,7-fach höher waren. Die empfohlenenpädiatrischen Dosierungsschemata bei Teilnehmern ab einem Alter von 6 Jahren mit einem
Körpergewicht von mindestens 20 kg führen zu keinen klinisch relevanten Unterschieden in dersystemischen Exposition im Vergleich zu denjenigen bei Erwachsenen, die über einen Zeitraum von5 Tagen zweimal täglich Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg erhalten (siehe Abschnitt 4.2).
Tabelle 8: Pharmakokinetische Parameter von Nirmatrelvir an Tag 5, geschätzt durchpopulationspharmakokinetische Modellierung nach Anwendung empfohlenerpädiatrischer Dosierungsschemata für Nirmatrelvir/Ritonavirb
Patientenpopulation Pädiatrische Dosis Cmax AUCtau Cmin(µg/ml)a (µg*hr/ml)a,c (µg/ml)a
Pädiatrische 300 mg
Teilnehmer im Alter Nirmatrelvir/100 mg4,31 36,3 1,62von ≥ 6 Jahren mit Ritonavir zweimal(2,88; 6,40) (22,5; 58,3) (0,71; 3,48)einem Körpergewicht täglich über einenvon ≥ 40 kg Zeitraum von 5 Tagen
Tabelle 8: Pharmakokinetische Parameter von Nirmatrelvir an Tag 5, geschätzt durchpopulationspharmakokinetische Modellierung nach Anwendung empfohlenerpädiatrischer Dosierungsschemata für Nirmatrelvir/Ritonavirb
Patientenpopulation Pädiatrische Dosis Cmax AUCtau Cmin(µg/ml)a (µg*hr/ml)a,c (µg/ml)a
Pädiatrische 150 mg
Teilnehmer im Alter Nirmatrelvir/100 mg4,11 34,1 1,47von ≥ 6 Jahren mit Ritonavir zweimal(2,76; 6,15) (21,0; 55,3) (0,61; 3,19)einem Körpergewicht täglich über einenvon ≥ 20 bis < 40 kg Zeitraum von 5 Tagen
Abkürzungen: Cmax = vorhergesagte Maximalkonzentration; Cmin = vorhergesagte
Minimalkonzentration (Ctrough).
a. Daten dargestellt als geometrisches Mittel (10. und 90. Perzentil).
b. Die dargestellten Daten wurden durch eine Simulation mithilfe eines populationspharmakokinetischen
Analysemodells (Phase 1 bei Erwachsenen + pädiatrischen Patienten) mit 10 000 virtuellen Teilnehmernpro Gruppe generiert.
c. AUCtau = vorhergesagte Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Profilkurve vom Zeitpunkt 0 bis zum
Zeitpunkt 12 Stunden bei einer zweimal täglichen Dosierung.
Es liegen unzureichende Informationen zur Beurteilung der Exposition gegenüber Paxlovid beipädiatrischen Patienten mit einem Körpergewicht von weniger als 20 kg vor.
Alter und GeschlechtDie Pharmakokinetik von Nirmatrelvir/Ritonavir in Bezug auf Alter und Geschlecht wurde nichtuntersucht.
Ethnische Herkunft und ZugehörigkeitDie systemische Exposition bei japanischen Teilnehmern war numerisch geringer, unterschied sichaber nicht in klinisch bedeutsamer Weise von westlichen Teilnehmern.
NierenfunktionsstörungIm Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen ohne Nierenfunktionsstörung waren die Cmax und die
AUC von Nirmatrelvir bei erwachsenen Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung um 30 % bzw.24 %, bei erwachsenen Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung um 38 % bzw. 87 % und beierwachsenen Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung um 48 % bzw. 204 % höher.
Schwere Nierenfunktionsstörung, einschließlich dialysepflichtiger Patienten
Die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir bei erwachsenen Teilnehmern mit leichter bis mäßiger
COVID-19-Infektion und schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR< 30 ml/min), die entwederhämodialysepflichtig waren (n = 12) oder nicht hämodialysepflichtig waren (n = 2), wurde nach
Anwendung von 300 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir einmal täglich an Tag 1, gefolgt von150 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir einmal täglich an Tag 2 bis 5 für insgesamt 5 Dosen beurteilt.
Im Verlauf einer 4-stündigen Hämodialyse-Sitzung wurden ungefähr 6,9 % der Nirmatrelvir-Dosisdurch Dialyse ausgeschieden. Die Hämodialyse-Clearance betrug 1,83 l/h.
Populationspharmakokinetische modellbasierte Simulationen zeigten, dass die Anwendung von300 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir einmal an Tag 1 gefolgt von 150 mg/100 mg
Nirmatrelvir/Ritonavir einmal täglich an Tag 2 bis 5 bei erwachsenen Teilnehmern mit schwerer
Nierenfunktionsstörung zu vergleichbaren Expositionen an Tag 1 und im Steady State (AUC0-24 und
Cmax) führte wie bei erwachsenen Teilnehmern mit normaler Nierenfunktion, die über 5 Tage300 mg/100 mg Nirmatrelvir/Ritonavir zweimal täglich erhielten.
Basierend auf den Ergebnissen einer Simulation mithilfe eines populationspharmakokinetischen
Analysemodells sollte eine Dosisreduktion bei pädiatrischen Patienten ab einem Alter von 6 Jahrenmit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg und mit Nierenfunktionsstörung der Empfehlung für
Erwachsene mit einer Nierenfunktionsstörung desselben Grades entsprechen.
Die Dosis bei pädiatrischen Patienten mit Nierenfunktionsstörung und einem Körpergewicht vonweniger als 40 kg wurde nicht bestimmt.
LeberfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Nirmatrelvir bei Teilnehmern mit mäßiger Leberfunktionsstörungunterschied sich nicht signifikant von derjenigen bei gesunden Kontrollpersonen ohne
Leberfunktionsstörung. Das bereinigte geometrische Mittelverhältnis (90 %-KI) der AUCinf und Cmaxvon Nirmatrelvir im Vergleich zwischen einer mäßigen Leberfunktionsstörung (Test) und einernormalen Leberfunktion (Referenz) betrug jeweils 98,78 % (70,65 %; 138,12 %) bzw. 101,96 %(74,20 %; 140,11 %).
Nirmatrelvir/Ritonavir wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht.
Stillende MütterNach 3 Dosen Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg, die zweimal täglich an 8 gesunde stillende
Frauen, die eine fett- und kalorienreiche Ernährung erhielten, verabreicht wurden, wurden sowohl
Nirmatrelvir als auch Ritonavir in die Muttermilch ausgeschieden. Die geschätzten Milch-Plasma-
Verhältnisse für Cmax und AUC betrugen 0,27 bzw. 0,26 für Nirmatrelvir und 0,06 bzw. 0,07 für
Ritonavir.Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Nirmatrelvir/Ritonavir
Bei einer Untersuchung von Nirmatrelvir in menschlichen Lebermikrosomen als einziges Substratleistete CYP3A4 den größten Beitrag zum oxidativen Metabolismus von Nirmatrelvir. Ritonavir istein CYP3A-Inhibitor und führt zu einer Erhöhung der Plasmakonzentration von Nirmatrelvir undanderen primär über CYP3A metabolisierten Arzneimitteln. Trotz der gleichzeitigen Anwendung mit
Ritonavir zur Verbesserung der Pharmakokinetik könnten starke Inhibitoren und Induktoren die
Pharmakokinetik von Nirmatrelvir verändern.
Nirmatrelvir hemmt CYP2B6, CYP2D6, CYP2C9, CYP2C19, CYP2C8 oder CYP1A2 in vitro beiklinisch relevanten Konzentrationen nicht reversibel. In-vitro-Studienergebnisse zeigten, dass
Nirmatrelvir ein Induktor von CYP3A4, CYP2B6, CYP2C8 und CYP2C9 sein kann. Die klinische
Relevanz ist unbekannt. Basierend auf In-vitro-Daten hat Nirmatrelvir ein geringes Potenzial zur
Inhibition von BCRP, MATE1, MATE2K, OAT1, OAT3, OATP1B3, OCT1 und OCT2. Nirmatrelvirhat das Potenzial MDR1 und OATP1B1 in klinisch relevanten Konzentrationen zu hemmen.
Der Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nirmatrelvir/Ritonavir wurde mit Itraconazol(CYP3A‑Inhibitor) und Carbamazepin (CYP3A‑Induktor) untersucht. Das Test-/Referenzverhältnisdes bereinigten geometrischen Mittelwerts für die AUCinf und Cmax von Nirmatrelvir betrug 44,50 %bzw. 56,82 % nach gleichzeitiger Anwendung von Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg mitmehreren oralen Dosen Carbamazepin. Das Test-/Referenzverhältnis des bereinigten geometrischen
Mittelwerts für die AUCtau und Cmax von Nirmatrelvir betrug 138,82 % bzw. 118,57 % beigleichzeitiger Anwendung von Nirmatrelvir/Ritonavir mit mehreren Dosen Itraconazol, verglichen miteiner alleinigen Anwendung von Nirmatrelvir/Ritonavir.
Die Wirkung von Nirmatrelvir/Ritonavir auf andere Arzneimittel wurde mit Midazolam (CYP3A-
Substrat), Dabigatran (P-gp-Substrat) und Rosuvastatin (OATP1B1-Substrat) untersucht. Das Test-/Referenzverhältnis des bereinigten geometrischen Mittelwerts für die AUCinf und Cmax von
Midazolam betrug 1 430,02 % bzw. 368,33 % bei gleichzeitiger Anwendung von Midazolam mitmehreren Dosen Nirmatrelvir/Ritonavir, verglichen mit einer alleinigen Anwendung von Midazolam.
Das Test-/Referenzverhältnis des bereinigten geometrischen Mittelwerts für die AUC inf und Cmax von
Dabigatran betrug 194,47 % bzw. 233,06 % nach Anwendung von Dabigatran mit mehreren Dosen
Nirmatrelvir/Ritonavir, verglichen mit einer alleinigen Anwendung von Dabigatran. Das Test-/Referenzverhältnis der bereinigten geometrischen Mittelwerte für die AUCinf und Cmax von Ritonavirbetrug 131,18 % bzw. 212,44 % bei gleichzeitiger Anwendung von Rosuvastatin mit mehreren Dosen
Nirmatrelvir/Ritonavir, verglichen mit einer alleinigen Anwendung von Rosuvastatin.
Es wurden keine nicht-klinischen Sicherheitsstudien mit Nirmatrelvir in Kombination mit Ritonavirdurchgeführt.
Nirmatrelvir
Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe und zur Genotoxizität ergaben kein Risiko aufgrund von
Nirmatrelvir. In Studien zur Fruchtbarkeit, zur embryofötalen Entwicklung oder zur prä- undpostnatalen Entwicklung bei Ratten wurden keine schädlichen Wirkungen beobachtet. Eine Studie anträchtigen Kaninchen zeigte eine nachteilige Abnahme des fötalen Körpergewichts, ohne dass einesignifikante maternale Toxizität vorlag. Die systemische Exposition (AUC24) in Kaninchen bei dermaximalen Dosis, bei der keine nachteiligen Auswirkungen auf das fötale Körpergewicht festgestelltwurden, war etwa 3-mal so hoch wie die Exposition beim Menschen bei der empfohlenentherapeutischen Dosis von Paxlovid.
Es wurden keine Karzinogenitätsstudien mit Nirmatrelvir durchgeführt.
RitonavirIn tierexperimentellen Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe von Ritonavir erwiesen sich Leber,
Netzhaut, Schilddrüse und Nieren als die wichtigsten Zielorgane. Die Leberveränderungen betrafendie Leberzellen, das Gallensystem und die Phagozyten und gingen mit einem Anstieg der
Leberenzyme einher. Eine Hyperplasie des Netzhautpigmentepithels und eine Netzhautdegenerationwurden in allen Untersuchungen an Nagern, die mit Ritonavir durchgeführt wurden, festgestellt,nicht aber bei Hunden. Untersuchungen der Ultrastruktur lassen darauf schließen, dass diese
Netzhautveränderungen Folgeerscheinungen einer Phospholipidose sind. Klinische Studien liefertenjedoch keine Hinweise auf durch die Prüfsubstanz induzierte Augenveränderungen beim Menschen.
Sämtliche Veränderungen an der Schilddrüse waren nach Absetzen von Ritonavir reversibel.
Klinische Untersuchungen am Menschen ergaben keine klinisch relevanten Veränderungen in
Schilddrüsenfunktionstests.Bei Ratten wurden Nierenveränderungen wie z. B. eine Degeneration der Nierenkanälchen,chronische Entzündung und Proteinurie festgestellt, die vermutlich auf speziesspezifische, spontane
Erkrankungen zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurden in klinischen Studien keine klinischrelevanten Nierenveränderungen festgestellt.
Genotoxizitätsstudien ergaben kein von Ritonavir ausgehendes Risiko. Langzeit-
Karzinogenitätsstudien mit Ritonavir an Mäusen und Ratten ergaben ein für diese Spezien spezifischestumorerzeugendes Potenzial, das jedoch für den Menschen als nicht relevant angesehen wird.
Ritonavir hatte bei Ratten keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit. Die bei Ratten beobachtete
Entwicklungstoxizität (Embryo-Letalität, vermindertes Körpergewicht des Fötus, Verzögerungen beider Verknöcherung und viszerale Veränderungen, einschließlich eines verzögerten Hodenabstiegs) trathauptsächlich bei einer maternal toxischen Dosis auf. Die Entwicklungstoxizität bei Kaninchen(Embryo-Letalität, verringerte Wurfgröße und verringerte Fötusgewichte) trat bei einer maternaltoxischen Dosis auf.
Nirmatrelvir Filmtabletten
TablettenkernMikrokristalline Cellulose
Lactose-Monohydrat
Croscarmellose-Natrium
Kolloidales Siliciumdioxid
Natriumstearylfumarat
FilmüberzugHypromellose (E 464)
Titandioxid (E 171)
Macrogol/ Polyethylenglycol (E 1521)
Eisen(III)-oxid (E 172)
Ritonavir FilmtablettenCopovidon
Sorbitanlaurat
Hochdisperses Siliciumdioxid (E 551)
Calciumhydrogenphosphat
Natriumstearylfumarat
FilmüberzugHypromellose (E 464)
Titandioxid (E 171)
Macrogol/ Polyethylenglycol (E 1521)
Hyprolose (E 463)
Talkum (E 553b)
Hochdisperses Siliciumdioxid (E 551)
Polysorbat 80 (E 433)
Nicht zutreffend.
2 Jahre.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Blisterpackungen aus OPA/Al/PVC-Folie.
Packungsgröße von 5 Blisterpackungen mit je 4 Tabletten Nirmatrelvir und 2 Tabletten Ritonavir fürdie Morgen- und Abenddosis (insgesamt 30 Tabletten).
Packungsgröße von 1 Blisterpackung mit 6 Tabletten Nirmatrelvir und 5 Tabletten Ritonavir für dieeinmal tägliche Dosis (insgesamt 11 Tabletten).
Packungsgröße von 5 Blisterpackungen mit je 2 Tabletten Nirmatrelvir und 2 Tabletten Ritonavir fürdie Morgen- und Abenddosis (insgesamt 20 Tabletten).
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
EU/1/22/1625/001
EU/1/22/1625/002
EU/1/22/1625/003
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. Januar 2022
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. November 2022
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.