Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Paxlovid
Nirmatrelvir und Ritonavir sind CYP3A-Substrate.
Die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid und Arzneimitteln, die CYP3A induzieren, kann die
Plasmakonzentrationen von Nirmatrelvir und Ritonavir verringern und die therapeutische Wirkungvon Paxlovid reduzieren.
Die gleichzeitige Anwendung von Paxlovid und Arzneimitteln, die CYP3A4 inhibieren, kann die
Plasmakonzentrationen von Nirmatrelvir und Ritonavir erhöhen.
Wirkungen von Paxlovid auf andere Arzneimittel
Arzneimittel, die CYP3A4-Substrate sind
Paxlovid (Nirmatrelvir/ Ritonavir) ist ein starker CYP3A-Inhibitor und erhöht die
Plasmakonzentrationen primär über CYP3A metabolisierter Arzneimittel. Daher ist die gleichzeitige
Anwendung von Nirmatrelvir/ Ritonavir mit Arzneimitteln mit stark CYP3A-abhängiger Clearance,bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/ oder lebensbedrohlichen
Reaktionen einhergehen, kontraindiziert (siehe Tabelle 1). Die gleichzeitige Anwendung von anderen
CYP3A4-Substraten, die zu potenziell signifikanten Wechselwirkungen führen können (siehe
Tabelle 1), sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt.
Arzneimittel, die CYP2D6-Substrate sind
Gemäß In-vitro-Studien hat Ritonavir eine hohe Affinität zu verschiedenen Cytochrom-P450 (CYP)-
Isoformen und kann die Oxidation in der folgenden Reihenfolge inhibieren: CYP3A4 > CYP2D6. Diegleichzeitige Anwendung von Paxlovid mit Arzneimitteln, die CYP2D6-Substrate sind, kann die
CYP2D6-Substratkonzentration erhöhen.
Arzneimittel, die P-Glykoprotein-Substrate sind
Paxlovid weist ebenfalls eine hohe Affinität zum P-Glykoprotein (P-gp) auf und hemmt diesen
Transporter, daher ist bei gleichzeitiger Gabe Vorsicht geboten. Es sollte eine engmaschige
Überwachung der Sicherheit und Wirksamkeit des Arzneimittels erfolgen, und die Dosis kannentsprechend reduziert oder die gleichzeitige Anwendung vermieden werden.
Paxlovid kann die Glucuronidierung und Oxidation durch CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9 und
CYP2C19 induzieren und dadurch die Biotransformation einiger Arzneimittel, die über diese
Stoffwechselwege metabolisiert werden, erhöhen. Dies kann zu einer verringerten systemischen
Verfügbarkeit dieser Arzneimittel führen, was deren therapeutische Wirkung erniedrigen oderverkürzen kann.
Gemäß In-vitro-Studien besteht das Potenzial, dass Nirmatrelvir MDR1 und OATP1B1 in klinischrelevanten Konzentrationen hemmt.
Die mit Paxlovid durchgeführten Studien zu den Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln zeigen,dass die Wechselwirkungen primär auf Ritonavir zurückzuführen sind. Daher gelten die
Arzneimittelwechselwirkungen von Ritonavir auch für Paxlovid.
Die in Tabelle 1 aufgeführten Arzneimittel stellen eine Orientierungshilfe dar. Es handelt sich nichtum eine vollständige Liste aller Arzneimittel, die kontraindiziert oder bei denen Wechselwirkungenmit Nirmatrelvir/ Ritonavir möglich sind.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweiseα1-Adrenorezeptor- ↑Alfuzosin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Antagonist Alfuzosin können zu schwerer Hypotonieführen. Daher ist Alfuzosin kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
↑Tamsulosin Tamsulosin wird weitgehend metabolisiert,hauptsächlich durch CYP3A4 und
CYP2D6, die beide von Ritonavirgehemmt werden. Die gleichzeitige
Anwendung mit Paxlovid ist zu vermeiden.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Amphetamin- ↑Amphetamin Ritonavir, bei Anwendung in hoher
Derivate Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel, inhibiertwahrscheinlich CYP2D6, undinfolgedessen ist zu erwarten, dass sich die
Konzentrationen von Amphetamin undseinen Derivaten erhöhen. Beigleichzeitiger Anwendung dieser
Arzneimittel mit Paxlovid wird einesorgfältige Überwachung auf
Nebenwirkungen empfohlen.
Analgetika ↑Buprenorphin (57 %, 77 %) Der Anstieg der Plasmakonzentrationenvon Buprenorphin und seinen aktiven
Metaboliten führte bei Opioid-toleranten
Patienten nicht zu klinisch signifikantenpharmakodynamischen Veränderungen.
Deshalb ist eine Dosisanpassung von
Buprenorphin bei gleichzeitiger
Anwendung möglicherweise nichtnotwendig.
↑Fentanyl, Ritonavir inhibiert CYP3A4 und↑Oxycodon infolgedessen ist zu erwarten, dass sich die
Plasmakonzentrationen dieser narkotischen
Analgetika erhöhen. Wenn einegleichzeitige Anwendung mit Paxlovidnotwendig ist, ist eine Dosisreduktion dernarkotischen Analgetika in Betracht zuziehen, und die therapeutischen Wirkungenund Nebenwirkungen (einschließlich
Atemdepression) sind engmaschig zuüberwachen. Für weitere Informationensiehe die jeweiligen Fachinformationen.
↓Methadon (36 %, 38 %) Bei gleichzeitiger Anwendung von
Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, kann aufgrund der
Induktion der Glucuronidierung eine
Dosiserhöhung von Methadon notwendigwerden. In Abhängigkeit vom klinischen
Ansprechen des Patienten auf die
Methadon-Therapie muss eine
Dosisanpassung in Betracht gezogenwerden.
↓Morphin Aufgrund der Induktion der
Glucuronidierung kann bei gleichzeitiger
Anwendung von Ritonavir, dosiert zur
Verbesserung der Pharmakokinetik, der
Morphinspiegel erniedrigt werden.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Pethidin Die gleichzeitige Anwendung könnte zuverstärkten oder verlängerten
Opioideffekten führen. Ist die gleichzeitige
Anwendung erforderlich, muss eine
Dosisreduktion von Pethidin in Betrachtgezogen werden. Patienten sind auf
Atemdepression und Sedierung zuüberwachen.
↓Piroxicam Verringerte Piroxicam-Expositionaufgrund der CYP2C9-Induktion durch
Paxlovid.
Antianginöse ↑Ranolazin Es ist zu erwarten, dass sich die
Arzneimittel Serumkonzentration von Ranolazinaufgrund der CYP3A-Inhibition durch
Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Anwendung mit Ranolazin ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Antiarrhythmika ↑Amiodaron, Da ein Risiko für eine erhebliche↑Flecainid Erhöhung der Exposition gegenüber
Amiodaron oder Flecainid und somit auchfür damit verbundene unerwünschte
Ereignisse besteht, sollte eine gleichzeitige
Anwendung nicht erfolgen, es sei denn,eine multidisziplinäre Konsultation kanneingeholt werden, um sie sicher zu steuern.
↑Digoxin Diese Wechselwirkung könnte auf eine
Veränderung des P-gp-vermittelten
Digoxin-Effluxes durch Ritonavir, dosiertzur Verbesserung der Pharmakokinetik,beruhen. Es ist zu erwarten, dass sich die
Konzentration von Digoxin erhöht. Wennmöglich, sollten die Digoxin-Spiegel unddie Sicherheit und Wirksamkeit der
Digoxin-Anwendung überwacht werden.
↑Disopyramid Ritonavir kann die Plasmakonzentrationenvon Disopyramid erhöhen. Dies könnte zueinem erhöhten Risiko für unerwünschte
Ereignisse, wie z. B.
Herzrhythmusstörungen, führen. Vorsichtist geboten und eine Überwachung dertherapeutischen Konzentration von
Disopyramid wird empfohlen, sofernverfügbar.
↑Dronedaron, Die gleichzeitige Anwendung von↑Propafenon, Ritonavir kann die Plasmakonzentrationen↑Chinidin von Dronedaron, Propafenon und Chinidinerhöhen und ist deshalb kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Antiasthmatika ↓Theophyllin (43 %, 32 %) Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Ritonavir kann durch eine CYP1A2-
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Induktion eine erhöhte Dosis von
Theophyllin erforderlich sein.
Arzneimittel gegen ↑Abemaciclib Die Serumkonzentration ist
Krebserkrankungen möglicherweise aufgrund der CYP3A4-
Inhibition durch Ritonavir erhöht. Diegleichzeitige Anwendung von Abemaciclibund Paxlovid sollte vermieden werden.
Wenn eine gleichzeitige Anwendung alsunvermeidbar angesehen wird, müssen die
Empfehlungen zur Dosisanpassung in der
Fachinformation zu Abemaciclibberücksichtigt werden. Patienten sind auf
Abemaciclib-assoziierte Nebenwirkungenhin zu überwachen.
↑Afatinib Die Serumkonzentration erhöht sichmöglicherweise aufgrund der akuten
Inhibition des Brustkrebs-
Resistenzproteins (BCRP) und des P-gpdurch Ritonavir. Das Ausmaß der
Erhöhung von AUC und Cmax ist abhängigvom Zeitpunkt der Anwendung von
Ritonavir. Vorsicht ist bei der Anwendungvon Afatinib mit Paxlovid geboten (siehe
Fachinformation zu Afatinib). Patientensind auf Afatinib-assoziierte
Nebenwirkungen hin zu überwachen.
↑Apalutamid Apalutamid ist ein mäßiger bis starker
CYP3A4-Induktor. Dies kann zu einerverringerten Nirmatrelvir/ Ritonavir-
Exposition und einem möglichen Verlustdes virologischen Ansprechens führen.
Darüber hinaus kann die
Serumkonzentration von Apalutamidansteigen, wenn Apalutamid gleichzeitigmit Ritonavir angewendet wird, was zuschwerwiegenden unerwünschten
Ereignissen einschließlich Krampfanfällenführen kann. Die gleichzeitige Anwendungvon Paxlovid und Apalutamid istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
↑Ceritinib Die Serumkonzentration von Ceritiniberhöht sich möglicherweise aufgrund der
CYP3A- und der P-gp-Inhibition durch
Ritonavir. Vorsicht ist geboten bei der
Anwendung von Ceritinib mit Paxlovid.
Empfehlungen zur Dosisanpassung siehe
Fachinformation zu Ceritinib. Patientensind auf Ceritinib-assoziierte
Nebenwirkungen hin zu überwachen.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Dasatinib, Die Serumkonzentration kann bei↑Nilotinib, gleichzeitiger Anwendung mit Ritonavir↑Vinblastin, ansteigen und die Wahrscheinlichkeit des↑Vincristin Auftretens von Nebenwirkungen erhöhen.
↑Encorafenib, Wenn Encorafenib oder Ivosidenib↑Ivosidenib gleichzeitig mit Ritonavir angewendetwird, sind die Serumkonzentrationen von
Encorafenib oder Ivosidenibmöglicherweise erhöht, wodurch das
Toxizitätsrisiko, einschließlich des Risikosschwerwiegender Nebenwirkungen, wieder Verlängerung des QT-Intervalls, erhöhtsein kann. Die gleichzeitige Anwendungvon Encorafenib oder Ivosidenib ist zuvermeiden. Überwiegt der Nutzen das
Risiko und Ritonavir muss angewendetwerden, müssen die Patienten sorgfältigüberwacht werden.
Enzalutamid Enzalutamid ist ein starker CYP3A4-
Induktor. Dies kann zu einer verminderten
Paxlovid-Exposition, einem potenziellen
Verlust des virologischen Ansprechens undeiner möglichen Resistenz führen. Diegleichzeitige Anwendung von Enzalutamidmit Paxlovid ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Fostamatinib Die gleichzeitige Anwendung von
Fostamatinib mit Ritonavir kann die
Exposition des Fostamatinib-Metaboliten
R406 erhöhen, was zu dosisabhängigen
Nebenwirkungen wie Hepatotoxizität,
Neutropenie, Hypertonie oder Diarrhöführen kann. Bei Auftreten solcher
Nebenwirkungen sind die Empfehlungenzur Dosisreduktion in der Fachinformationzu Fostamatinib zu beachten.
↑Ibrutinib Aufgrund der CYP3A4- Inhibition durch
Ritonavir kann es zu einem Anstieg der
Serumkonzentration von Ibrutinib undinfolgedessen zu einem erhöhten Risikovon Toxizitäten, einschließlich des Risikoseines Tumorlysesyndroms, kommen. Diegleichzeitige Anwendung von Ibrutinibund Ritonavir ist zu vermeiden. Wenn der
Nutzen das Risiko überwiegt und Ritonavirangewendet werden muss, ist die Ibrutinib-
Dosis auf 140 mg zu senken und der
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Patient engmaschig auf Toxizitäten zuüberwachen.
↑Neratinib Die Serumkonzentration istmöglicherweise aufgrund der CYP3A-
Inhibition durch Ritonavir erhöht.
Die gleichzeitige Anwendung von
Paxlovid und Neratinib ist kontraindiziert,da das Risiko für schwerwiegendeund/ oder lebensbedrohliche Reaktioneneinschließlich Hepatotoxizität erhöht ist(siehe Abschnitt 4.3).
↑Venetoclax Aufgrund der CYP3A-Inhibition durch
Ritonavir kann es zu einem Anstieg der
Serumkonzentration und infolgedessen zueinem erhöhten Risiko für ein
Tumorlysesyndrom bei der
Therapieeinleitung und während der
Dosiseskalation kommen. Daher ist
Venetoclax kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3 und Fachinformation zu
Venetoclax). Bei Patienten, die die
Dosiseskalation abgeschlossen haben undauf eine konstante Venetoclax-Tagesdosiseingestellt sind, sollte die Venetoclax-
Dosis auf 100 mg oder weniger (oder ummindestens 75 %, falls bereits aus anderen
Gründen angepasst) verringert werden,wenn gleichzeitig starke CYP3A-
Inhibitoren angewendet werden.
Antikoagulanzien ↑Apixaban Die Kombination von P-gp und starken
CYP3A4-Inhibitoren erhöht die
Blutspiegel von Apixaban und das Risikofür Blutungen. Die
Dosierungsempfehlungen für diegleichzeitige Anwendung von Apixabanmit Paxlovid hängen von der Apixaban-
Dosis ab. Apixaban-Dosen von 5 mg oder10 mg zweimal täglich sollten um 50 %verringert werden. Bei Patienten, diebereits zweimal täglich 2,5 mg Apixabanerhalten, sollte die gleichzeitige
Anwendung mit Paxlovid vermiedenwerden.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Dabigatran (94 %, 133 %)* Bei gleichzeitiger Anwendung von
Paxlovid wird eine Erhöhung der
Dabigatran-Konzentrationen erwartet, diezu einem erhöhten Blutungsrisiko führen.
Daher ist die Dabigatran-Dosis zureduzieren oder die gleichzeitige
Anwendung zu vermeiden.
↑Rivaroxaban (153 %, 53 %) Die Inhibition von CYP3A und P-gp führtzu erhöhten Plasmaspiegeln undpharmakodynamischen Effekten von
Rivaroxaban, die zu einem erhöhten
Blutungsrisiko führen können. Aus diesem
Grund wird die Anwendung von Paxlovidbei Patienten, die Rivaroxaban erhalten,nicht empfohlen.
Warfarin, Bei gleichzeitiger Anwendung mit↑↓S-Warfarin (9 %, 9 %), Ritonavir führt die Induktion von CYP1A2↓↔R-Warfarin (33 %) und CYP2C9 zu einer Erniedrigung des R-
Warfarin-Spiegels, während nurgeringfügige Auswirkungen auf die
Pharmakokinetik von S-Warfarinbeobachtet wurden. Erniedrigte R-
Warfarin-Spiegel können zu einerverminderten Antikoagulation führen.
Deshalb wird die Überwachung der
Antikoagulationsparameter beigleichzeitiger Anwendung von Warfarinmit Ritonavir empfohlen.
Antikonvulsiva Carbamazepin*, Carbamazepin erniedrigt die AUC bzw.
Phenobarbital, Cmax von Nirmatrelvir um 55 % bzw. 43 %.
Phenytoin, Phenobarbital, Phenytoin und Primidon
Primidon sind starke CYP3A4-Induktoren. Dieskann zu einer verringerten Nirmatrelvir-und Ritonavir-Exposition und einemmöglichen Verlust des virologischen
Ansprechens führen. Die gleichzeitige
Anwendung von Carbamazepin,
Phenobarbital, Phenytoin und Primidon mit
Paxlovid ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Clonazepam Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Paxlovid kann eine Dosisreduktion von
Clonazepam erforderlich sein, und eineklinische Überwachung wird empfohlen.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↓Divalproex, Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Lamotrigin Pharmakokinetik, induziert die Oxidationdurch CYP2C9 und die Glucuronidierung.
Als Folge wird eine Erniedrigung der
Plasmakonzentrationen dieser
Antikonvulsiva erwartet. Eine sorgfältige
Überwachung der Serumkonzentrationoder der therapeutischen Wirksamkeit beigleichzeitiger Anwendung dieser
Arzneimittel mit Ritonavir wirdempfohlen.
Antikortikosteroide ↑Ketoconazol (3,4-fach, 55 %) Ritonavir hemmt den CYP3A-vermittelten
Metabolismus von Ketoconazol. Aufgrundeines erhöhten Auftretens vongastrointestinalen und hepatischen
Nebenwirkungen muss eine
Dosisreduktion von Ketoconazol beigleichzeitiger Anwendung von Ritonavir in
Betracht gezogen werden.
Antidepressiva ↑Amitriptylin, Ritonavir, bei Anwendung in hoher
Fluoxetin, Dosierung im Einklang mit seinem
Imipramin, vorhergehenden Anwendungsgebiet als
Nortriptylin, antiretrovirales Arzneimittel, inhibiert
Paroxetin, wahrscheinlich CYP2D6, und
Sertralin infolgedessen wird eine Erhöhung der
Konzentrationen von Imipramin,
Amitriptylin, Nortriptylin, Fluoxetin,
Paroxetin oder Sertralin erwartet. Einesorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung dieser Arzneimittel mit
Ritonavir, dosiert als antiretrovirales
Arzneimittel, wird empfohlen.
Arzneimittel gegen ↑Colchicin Bei gleichzeitiger Anwendung von
Gicht Ritonavir wird ein Anstieg der Colchicin-
Konzentration erwartet. Lebensbedrohlicheund tödliche Wechselwirkungen wurdenvon Patienten berichtet, die mit Colchicinund Ritonavir (CYP3A4- und P-gp-
Inhibition) behandelt wurden.
Die gleichzeitige Anwendung von
Colchicin mit Paxlovid ist kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Antivirale ↑Glecaprevir/ Pibrentasvir Die Serumkonzentrationen sind
Arzneimittel zur möglicherweise aufgrund der P-gp-,
Behandlung von BCRP- und OATP1B-Inhibition durch
Hepatitis-C- Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Infektionen Anwendung von Glecaprevir/ Pibrentasvirund Paxlovid wird wegen des erhöhten
Risikos eines Anstiegs der Alanin-
Aminotransferase (ALT) durch eineerhöhte Glecaprevir-Exposition nichtempfohlen.
↑Sofosbuvir/Velpatasvir/ Die Serumkonzentrationen sind
Voxilaprevir möglicherweise aufgrund der OATP1B-
Inhibition durch Ritonavir erhöht. Diegleichzeitige Anwendung von
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir und
Paxlovid wird nicht empfohlen. Fürweitere Informationen siehe
Fachinformation von
Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir.
Antihistaminika ↑Fexofenadin Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, kann den P-gp-vermittelten Fexofenadin-Efflux verändernund die Fexofenadin-Konzentrationsteigern.
↑Loratadin Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, inhibiert CYP3A, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Loratadinerwartet. Bei gleichzeitiger Anwendungvon Loratadin mit Ritonavir wird einesorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirkungen und der
Nebenwirkungen empfohlen.
↑Terfenadin Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Terfenadin. Dadurch erhöht sich das
Risiko schwerer Herzrhythmusstörungendurch diesen Wirkstoff. Die gleichzeitige
Anwendung mit Paxlovid ist daherkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
HIV-Arzneimittel ↑Bictegravir/ Ritonavir kann die Plasmakonzentrationen↔Emtricitabin/ von Bictegravir durch CYP3A-Inhibition↑Tenofovir signifikant erhöhen. Es wird erwartet, dass
Ritonavir die Resorption von
Tenofoviralafenamid durch Inhibition von
P-gp erhöht, wodurch sich die systemische
Konzentration von Tenofovir erhöht.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Efavirenz (21 %) Eine höhere Nebenwirkungsrate (z. B.
Schwindelgefühl, Übelkeit, Parästhesien)und abnormale Laborwerte (erhöhte
Leberenzyme) wurden bei gleichzeitiger
Anwendung von Efavirenz mit Ritonavirbeobachtet. Für weitere Informationensollte die Efavirenz Fachinformation zu
Rate gezogen werden.
↑Maraviroc (161 %, 28 %) Ritonavir erhöht die Serumkonzentrationvon Maraviroc infolge der CYP3A-
Inhibition. Maraviroc kann zusammen mit
Ritonavir angewendet werden, um die
Maraviroc-Exposition zu erhöhen. Fürweitere Informationen sollte die Maraviroc
Fachinformation zu Rate gezogen werden.
↓Raltegravir (16 %, 1 %) Die gleichzeitige Anwendung von
Ritonavir und Raltegravir resultiert in einergeringfügigen Abnahme der Raltegravir-
Plasmakonzentrationen.↓Zidovudin (25 %, nicht Ritonavir induziert möglicherweise dieermittelt) Glucuronidierung von Zidovudin. Diesäußert sich in einer leichten Erniedrigungder Zidovudin-Plasmakonzentrationen.
Eine Dosisanpassung sollte nichtnotwendig sein.
Antiinfektiva ↓Atovaquon Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, induziert die
Glucuronidierung. Als Folge wird eine
Erniedrigung der Plasmakonzentration von
Atovaquon erwartet. Eine sorgfältige
Überwachung der Serumkonzentrationoder der therapeutischen Wirksamkeit beigleichzeitiger Anwendung von Atovaquonmit Ritonavir wird empfohlen.
↑Bedaquilin Wechselwirkungsstudien, in denen nur
Ritonavir angewendet wurde, sind nichtverfügbar. Aufgrund des Risikos vonunerwünschten Ereignissen, die mit
Bedaquilin in Zusammenhang stehen,sollte die gleichzeitige Anwendungvermieden werden. Falls der Nutzen das
Risiko überwiegt, muss die gleichzeitige
Anwendung von Bedaquilin mit Ritonavirmit Vorsicht erfolgen. Eine häufigere
Überwachung des Elektrokardiogrammsund der Transaminasen wird empfohlen(siehe Fachinformation zu Bedaquilin).
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Clarithromycin (77 %, 31 %), Aufgrund der großen therapeutischen↓14-OH-Clarithromycin- Breite von Clarithromycin sollte bei
Metabolit (100 %, 99 %) Patienten mit normaler Nierenfunktionkeine Dosisreduktion erforderlich sein.
Clarithromycin-Dosierungen, die mehr als1 g pro Tag betragen, dürfen nichtzusammen mit Ritonavir, dosiert zur
Verbesserung der Pharmakokinetik,verabreicht werden. Bei Patienten mit
Nierenfunktionsbeeinträchtigung sollteeine Reduktion der Clarithromycin-Dosisin Betracht gezogen werden: Reduktion der
Clarithromycin-Dosis um 50 % bei
Patienten mit einer Kreatininclearance von30 bis 60 ml/min (siehe Abschnitt 4.2 zu
Patienten mit schwerer
Nierenfunktionsstörung).
Delamanid Wechselwirkungsstudien, in denen nur
Ritonavir angewendet wurde, sind nichtverfügbar. In einer Wechselwirkungsstudiebei gesunden Probanden mit 100 mg
Delamanid zweimal täglich und400/100 mg Lopinavir/ Ritonavir zweimaltäglich für 14 Tage erhöhte sich die
Exposition gegenüber dem Delamanid-
Metaboliten DM-6705 um 30 %. Aufgrunddes Risikos einer QTc-Verlängerungassoziiert mit DM-6705 und falls diegleichzeitige Einnahme von Delamanidzusammen mit Ritonavir als notwendigerachtet wird, wird eine sehr häufige EKG-
Überwachung während der gesamten
Paxlovid-Behandlung empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4 und Fachinformation zu
Delamanid).
↑Erythromycin Itraconazol erhöht die AUC bzw. Cmax von↑Itraconazol* Nirmatrelvir um 39 % bzw. 19 %.
Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik, hemmt CYP3A4, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentrationen von Itraconazolund Erythromycin erwartet. Beigleichzeitiger Anwendung von
Erythromycin oder Itraconazol mit
Ritonavir wird eine sorgfältige
Überwachung der therapeutischen
Wirkungen und der Nebenwirkungenempfohlen.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Fusidinsäure (systemischer In Anbetracht des Risikos für eine
Weg) erhebliche Erhöhung der Expositiongegenüber Fusidinsäure (systemischer
Weg) und damit verbundenerunerwünschter Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen, essei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
↑Rifabutin (4-fach, 2,5-fach), Aufgrund der Hemmung von CYP3A4↑25-O-desacetyl Rifabutin- durch Ritonavir ist eine Erhöhung der
Metabolit (38-fach, 16-fach) Rifabutin-Exposition zu erwarten. Die
Konsultation einer multidisziplinären
Gruppe wird empfohlen, um diegleichzeitige Anwendung und die
Notwendigkeit einer Verringerung der
Rifabutin-Dosis sicher zu steuern.
Rifampicin, Rifampicin und Rifapentin sind starke
Rifapentin CYP3A4-Induktoren. Dies kann zu einerverringerten Nirmatrelvir-/ Ritonavir-
Exposition, einem möglichen Verlust desvirologischen Ansprechens und einermöglichen Resistenz führen. Diegleichzeitige Anwendung von Rifampicinoder Rifapentin mit Paxlovid istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Sulfamethoxazol/ Trimethoprim Eine Dosisanpassung von
Sulfamethoxazol/ Trimethoprim währendder gleichzeitigen Ritonavir-Behandlungsollte nicht notwendig sein.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↓Voriconazol (39 %, 24 %) Die gleichzeitige Anwendung von
Voriconazol und Ritonavir, dosiert zur
Verbesserung der Pharmakokinetik, solltevermieden werden, es sei denn, die
Nutzen-Risiko-Abwägung rechtfertigt die
Anwendung von Voriconazol.
Antipsychotika ↑Clozapin, In Anbetracht des Risikos für eine
Erhöhung der Exposition gegenüber
Clozapin und damit verbundenerunerwünschter Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen, essei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
↑Haloperidol, Ritonavir hemmt wahrscheinlich CYP2D6,↑Risperidon, und infolgedessen wird eine Erhöhung der↑Thioridazin Konzentration von Haloperidol, Risperidonund Thioridazin erwartet. Eine sorgfältige
Überwachung der therapeutischen
Wirksamkeit und der Nebenwirkungen beigleichzeitiger Anwendung dieser
Arzneimittel mit Ritonavir, dosiert alsantiretrovirales Arzneimittel, wirdempfohlen.
↑Lurasidon Es ist zu erwarten, dass sich die
Plasmakonzentration von Luradisonaufgrund der CYP3A- Inhibition durch
Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Anwendung mit Luradison ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
↑Pimozid Die gleichzeitige Anwendung von
Ritonavir kann die Plasmakonzentrationvon Pimozid erhöhen und ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
↑Quetiapin Es ist zu erwarten, dass sich die
Plasmakonzentration von Quetiapinaufgrund der CYP3A-Inhibition durch
Ritonavir erhöht. Die gleichzeitige
Anwendung von Paxlovid und Quetiapinist kontraindiziert, da sie die Quetiapin-bedingte Toxizität erhöhen kann (siehe
Abschnitt 4.3).
Arzneimittel zur ↑Silodosin Die gleichzeitige Anwendung ist aufgrund
Behandlung der des Potenzials für orthostatische Hypotoniebenignen kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Prostatahyperplasieβ2-Agonist (lang ↑Salmeterol Ritonavir inhibiert CYP3A4, undwirksam) infolgedessen wird eine deutliche
Erhöhung der Plasmakonzentration von
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Salmeterol erwartet, was zu einemerhöhten Risiko für kardiovaskuläreunerwünschte Ereignisse im
Zusammenhang mit Salmeterol führt,einschließlich QT-Verlängerung,
Herzklopfen und Sinustachykardie.
Deshalb ist eine gleichzeitige Anwendungmit Paxlovid zu vermeiden.
Calciumkanalblocker ↑Amlodipin, Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der↑Diltiazem, Pharmakokinetik oder als antiretrovirales↑Felodipin, Arzneimittel, inhibiert CYP3A4, und als↑Nicardipin, Folge davon wird eine Erhöhung der↑Nifedipin, Plasmakonzentration von↑Verapamil Calciumkanalblockern erwartet. Einesorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung von Amlodipin, Diltiazem,
Felodipin, Nicardipin, Nifedipin oder
Verapamil mit Ritonavir wird empfohlen.
↑Lercanidipin In Anbetracht des Risikos einessignifikanten Anstiegs der Lercanidipin-
Exposition und der damit verbundenenunerwünschten Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen, essei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
Arzneimittel zur ↑Aliskiren Die gleichzeitige Anwendung mit Paxlovid
Behandlung von ist zu vermeiden.
Herz-Kreislauf-
Erkrankungen↑Cilostazol Eine Dosisanpassung von Cilostazol wirdempfohlen. Für weitere Informationensiehe Fachinformation von Cilostazol.
Clopidogrel Bei einer gleichzeitigen Anwendung mit
Clopidogrel können sich die
Konzentrationen des aktiven Metabolitenvon Clopidogrel verringern. Einegleichzeitige Anwendung mit Paxlovid istzu vermeiden.
↑Eplerenon Die gleichzeitige Anwendung mit
Eplerenon ist aufgrund des Potenzials für
Hyperkaliämie kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Ivabradin Die gleichzeitige Anwendung mit
Ivabradin ist aufgrund des Potenzials für
Bradykardie oder
Erregungsleitungsstörungen kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
↑Ticagrelor In Anbetracht des Risikos einererheblichen Erhöhung der Ticagrelor-
Exposition und der damit verbundenenunerwünschten Ereignisse sollte einegleichzeitige Anwendung nicht erfolgen, essei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
Cystic Fibrosis ↑Elexacaftor/ Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Transmembrane Tezacaftor/Ivacaftor, Paxlovid ist die Dosis zu verringern. Für
Conductance ↑Ivacaftor, weitere Informationen siehe die jeweiligen
Regulator- ↑Tezacaftor/Ivacaftor Fachinformationen.
Potentiatoren Lumacaftor/Ivacaftor Aufgrund eines möglichen Verlusts desvirologischen Ansprechens und einermöglichen Resistenz ist die gleichzeitige
Anwendung kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3)
Dipeptidylpeptidase- ↑Saxagliptin Eine Dosisanpassung von Saxagliptin auf4(DPP4)-Inhibitoren 2,5 mg einmal täglich wird empfohlen.
Endothelin-Rezeptor- ↑Bosentan Die gleichzeitige Anwendung von
Antagonisten Bosentan und Ritonavir führte zu einer
Erhöhung der maximalen Steady-State-
Konzentration (Cmax) und AUC von
Bosentan. Eine gleichzeitige Anwendungmit Paxlovid ist zu vermeiden. Für weitere
Informationen siehe Fachinformation von
Bosentan.
↑Riociguat Die Serumkonzentration erhöht sichmöglicherweise aufgrund der CYP3A- undder P-gp-Inhibition durch Ritonavir. Diegleichzeitige Anwendung von Riociguatzusammen mit Paxlovid wird nichtempfohlen (siehe Fachinformation zu
Riociguat).
Ergotaminderivate ↑Dihydroergotamin, Die gleichzeitige Anwendung von↑Ergometrin, Ritonavir kann die Plasmakonzentration↑Ergotamin, von Ergotaminderivaten erhöhen und ist↑Methylergometrin deshalb kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
GI- ↑Cisaprid Erhöhte Plasmakonzentrationen vonmotilitätsmodifiziere Cisaprid. Dadurch erhöht sich das Risikonde Arzneimittel schwerwiegender Herzrhythmusstörungendurch diesen Wirkstoff, weshalb diegleichzeitige Anwendung mit Paxlovidkontraindiziert ist (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Pflanzliche Johanniskraut Pflanzliche Zubereitungen, die
Zubereitungen Johanniskraut (Hypericum perforatum)enthalten. Die gleichzeitige Anwendungmit Paxlovid ist aufgrund des Risikosverringerter Plasmakonzentrationen undverminderter klinischer Wirkungen von
Nirmatrelvir und Ritonavir kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
HMG-CoA- ↑Lovastatin, Bei HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren wie
Reduktase- Simvastatin Lovastatin und Simvastatin, deren
Inhibitoren Metabolisierung in hohem Ausmaß von
CYP3A abhängt, wird bei gleichzeitiger
Anwendung von Ritonavir in hoher
Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel oder zur
Verbesserung der Pharmakokinetik einedeutlich erhöhte Plasmakonzentrationerwartet. Da eine erhöhte Konzentrationvon Lovastatin und Simvastatin Patientenfür Myopathie, einschließlich
Rhabdomyolyse, prädisponieren kann, istdie Kombination dieser Arzneimittel mit
Ritonavir kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Atorvastatin, Die Metabolisierung von Atorvastatin ist in
Rosuvastatin (31 %, 112 %)* geringerem Ausmaß von CYP3Aabhängig. Es wurde über eine Erhöhungder Rosuvastatin-Exposition beigleichzeitiger Anwendung von Ritonavirberichtet, obwohl die Elimination von
Rosuvastatin unabhängig von CYP3A ist.
Der Mechanismus dieser Wechselwirkungist nicht geklärt, könnte jedoch auf eine
Inhibition von Transporternzurückzuführen sein. Bei gleichzeitiger
Anwendung mit Ritonavir, dosiert zur
Verbesserung der Pharmakokinetik oderals antiretrovirales Arzneimittel, sollte diekleinstmögliche Dosis von Atorvastatinoder Rosuvastatin gegeben werden.
↑Fluvastatin, Die Metabolisierung von Pravastatin und
Pravastatin Fluvastatin hängt nicht von CYP3A ab.
Die Pravastatin- und Fluvastatin-
Exposition könnte jedoch aufgrund einer
Inhibition von Transportern erhöht sein.
Während der Behandlung mit Paxlovidsollte eine vorübergehende Unterbrechungder Behandlung mit Pravastatin und
Fluvastatin in Betracht gezogen werden.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Hormonelle ↓Ethinylestradiol (40 %, 32 %) Aufgrund der Erniedrigung der
Kontrazeptiva Ethinylestradiol-Konzentration müssen beigleichzeitiger Anwendung von Ritonavir inhoher Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel oder zur
Verbesserung der Pharmakokinetik
Barriere- oder andere nicht-hormonelle
Methoden der Empfängnisverhütung in
Betracht gezogen werden. Ritonavir kanndas Blutungsverhalten ändern undreduziert die Wirksamkeit östrogenhaltiger
Kontrazeptiva.
Immunsuppressiva ↑Voclosporin Die gleichzeitige Anwendung ist aufgrunddes Potenzials für akute und/oderchronische Nephrotoxizität kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Immunsuppressiva Calcineurin-Inhibitoren: Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der↑Ciclosporin, Pharmakokinetik, hemmt CYP3A4, und↑Tacrolimus infolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Ciclosporin,mTOR-Inhibitoren: Everolimus, Sirolimus und Tacrolimus↑Everolimus, erwartet. Die gleichzeitige Anwendung↑Sirolimus sollte nur bei engmaschiger undregelmäßiger Überwachung der
Konzentrationen des Immunsuppressivumsim Blut in Betracht gezogen werden, umdie Dosis des Immunsuppressivums gemäßden aktuellen Leitlinien zu reduzieren undeine Überdosierung und eineanschließende Zunahme schwerwiegender
Nebenwirkungen des
Immunsuppressivums zu vermeiden. Es istwichtig, dass die engmaschige undregelmäßige Überwachung nicht nurwährend der gleichzeitigen Anwendungvon Paxlovid erfolgt, sondern auch nachder Behandlung mit Paxlovid fortgesetztwird. Wie allgemein für das Managementvon Wechselwirkungen zwischen
Arzneimitteln empfohlen, ist die
Konsultation einer multidisziplinären
Gruppe erforderlich, um die Komplexitätdieser gleichzeitigen Anwendung zubewältigen (siehe Abschnitt 4.4).
Januskinase(JAK)- ↑Tofacitinib Eine Dosisanpassung von Tofacitinib wird
Inhibitoren empfohlen. Für weitere Informationensiehe Fachinformation von Tofacitinib.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Upadacitinib Die Dosierungsempfehlungen für diegleichzeitige Anwendung von Upadacitinibmit Paxlovid hängen vom
Anwendungsgebiet von Upadacitinib ab.
Für weitere Informationen siehe
Fachinformation von Upadacitinib.
Lipidsenker ↑Lomitapid CYP3A4-Inhibitoren erhöhen die
Exposition von Lomitapid, wobei starke
Inhibitoren die Exposition um das etwa 27-fache erhöhen. Aufgrund der CYP3A-
Inhibition durch Ritonavir wird eine
Erhöhung der Plasmakonzentration von
Lomitapid erwartet. Die gleichzeitige
Anwendung von Paxlovid und Lomitapidist kontraindiziert (siehe Fachinformationzu Lomitapid) (siehe Abschnitt 4.3).
Arzneimittel gegen ↑Eletriptan Die gleichzeitige Anwendung von
Migräne Eletriptan innerhalb von mindestens72 Stunden nach Paxlovid ist aufgrund des
Potenzials für schwerwiegendeunerwünschte Ereignisse, einschließlichkardiovaskulärer und zerebrovaskulärer
Ereignisse, kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
↑Rimegepant Die gleichzeitige Anwendung mit Paxlovidist zu vermeiden.
Mineralkortikoid- ↑Finerenon Die gleichzeitige Anwendung ist aufgrund
Rezeptorantagonisten des Potenzials für schwerwiegendeunerwünschte Ereignisse, einschließlich
Hyperkaliämie, Hypotonie und
Hyponatriämie, kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Muskarinrezeptor- ↑Darifenacin In Anbetracht des Risikos eines
Antagonist erheblichen Anstiegs der Darifenacin-
Exposition und der damit verbundenenunerwünschten Ereignisse sollte einegleichzeitige Verabreichung nicht erfolgen,es sei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
↑Solifenacin In Anbetracht des Risikos eineserheblichen Anstiegs der Expositiongegenüber Solifenacin und der damitverbundenen unerwünschten Ereignissesollte eine gleichzeitige Anwendung nichterfolgen, es sei denn, eine multidisziplinäre
Konsultation kann eingeholt werden, umsie sicher zu steuern.
Neuropsychiatrische ↑Aripiprazol, Eine Dosisanpassung von Aripiprazol und
Wirkstoffe ↑Brexpiprazol Brexpiprazol wird empfohlen. Für weitere
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Informationen siehe Fachinformationenvon Aripiprazol und Brexpiprazol.
↑Cariprazin Die gleichzeitige Anwendung ist aufgrundder erhöhten Plasmaexposition von
Cariprazin und seinen aktiven Metabolitenkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Opioid-Antagonisten ↑Naloxegol Die gleichzeitige Anwendung ist aufgrundmöglicher Opioid-Entzugssymptomekontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Phosphodiesterase ↑Avanafil (13-fach, 2,4-fach) Die gleichzeitige Anwendung von(PDE-5)-Inhibitoren ↑Sildenafil (11-fach, 4-fach) Avanafil, Sildenafil, Tadalafil und↑Tadalafil (124 %, ↔) Vardenafil mit Paxlovid ist kontraindiziert↑Vardenafil (49-fach, 13-fach) (siehe Abschnitt 4.3).
Sedativa/ Hypnotika ↑Alprazolam (2,5-fach, ↔) Der Metabolismus von Alprazolam wirdnach Anwendung von Ritonavir inhibiert.
Bei gleichzeitiger Anwendung von
Alprazolam mit Ritonavir in hoher
Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel oder zur
Verbesserung der Pharmakokinetik ist inden ersten Tagen bis zur Induktion des
Alprazolam-Metabolismus Vorsichtgeboten.
↑Buspiron Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik oder als antiretrovirales
Arzneimittel, inhibiert CYP3A, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Buspironerwartet. Bei gleichzeitiger Anwendungvon Buspiron mit Ritonavir wird einesorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirkungen und der
Nebenwirkungen empfohlen.
↑Clorazepat, Die gleichzeitige Anwendung von↑Diazepam, Ritonavir kann die Plasmakonzentration↑Estazolam, von Clorazepat, Diazepam, Estazolam und↑Flurazepam Flurazepam erhöhen und ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Oral angewendetes Midazolam Midazolam wird weitgehend von CYP3A4(1330 %, 268 %)* und parenteral metabolisiert. Die gleichzeitigeangewendetes Midazolam Anwendung von Paxlovid kann einenerheblichen Konzentrationsanstieg von
Midazolam verursachen. Es wird einesignifikant höhere Midazolam-
Plasmakonzentration bei oralangewendetem Midazolam erwartet.
Deshalb ist die gleichzeitige Anwendungvon Paxlovid zusammen mit oralem
Midazolam kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3), während bei dergleichzeitigen Anwendung von Paxlovidund parenteral angewendetem Midazolam
Vorsicht geboten ist. Die Daten zurgleichzeitigen Anwendung vonparenteralem Midazolam mit anderen
Proteaseinhibitoren weisen auf einenmöglichen 3- bis 4-fachen Anstieg der
Midazolam-Plasmakonzentrationen hin.
Falls Paxlovid gleichzeitig mitparenteralem Midazolam angewendet wird,sollte dies auf der Intensivstation (ITS)oder in einer ähnlichen Einrichtungvorgenommen werden, um eine engeklinische Überwachung und, im Falle einer
Atemdepression und/ oder einerverlängerten Sedierung, geeignetemedizinische Maßnahmen zugewährleisten. Für Midazolam muss eine
Dosisanpassung in Betracht gezogenwerden, insbesondere dann, wenn mehr alseine Dosis Midazolam angewendet wird.
↑Triazolam (> 20-fach, 87 %) Die gleichzeitige Anwendung von
Ritonavir kann die Plasmakonzentrationvon Triazolam erhöhen und ist deshalbkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Schlafmittel ↑Zolpidem (28 %, 22 %) Zolpidem und Ritonavir können unterengmaschiger Überwachung aufübermäßige sedative Effekte gleichzeitigangewendet werden.
Mittel zur ↓Bupropion (22 %, 21 %) Bupropion wird hauptsächlich über
Raucherentwöhnung CYP2B6 metabolisiert. Es wird erwartet,dass es bei gleichzeitiger Anwendung von
Bupropion mit wiederholten Ritonavir-
Dosen zu erniedrigten Bupropion-
Plasmakonzentrationen kommt. Es wirddavon ausgegangen, dass diese Effekte die
Induktion der Bupropion-Metabolisierungwiderspiegeln. Die empfohlene Bupropion-
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise
Dosis sollte jedoch nicht überschrittenwerden, da sich gezeigt hat, dass Ritonavir
CYP2B6 in vitro inhibiert. Im Gegensatzzur Langzeit-Anwendung von Ritonavirgab es bei einer kurzzeitigen Anwendungvon niedrigen Ritonavir-Dosen (zweimaltäglich 200 mg für 2 Tage) keinesignifikante Wechselwirkung mit
Bupropion. Das lässt darauf schließen, dassder Abfall der Bupropion-Konzentrationerst einige Tage nach Beginn dergleichzeitigen Anwendung mit Ritonavireinsetzt.
Steroide Budesonid, Es wurden Fälle von systemischen
Inhaliertes, injizierbares oder Effekten der Kortikosteroide,intranasales Fluticasonpropionat, einschließlich Cushing-Syndrom und
Triamcinolon Suppression der Nebennierenfunktion (die
Cortisol-Plasmakonzentrationen sankenum 86 %), bei Patienten berichtet, diegleichzeitig Ritonavir und inhalatives oderintranasales Fluticasonpropionat erhaltenhaben. Ähnliche Wirkungen können auchbei anderen Kortikosteroiden, die über
CYP3A verstoffwechselt werden (z. B.
Budesonid und Triamcinolon), auftreten.
Infolgedessen wird die gleichzeitige
Anwendung von Ritonavir in hoher
Dosierung im Einklang mit seinemvorhergehenden Anwendungsgebiet alsantiretrovirales Arzneimittel oder zur
Verbesserung der Pharmakokinetik mitdiesen Glucokortikoiden nicht empfohlen,es sei denn, dass der mögliche Nutzeneiner Behandlung das Risiko systemischer
Effekte der Kortikosteroide überwiegt.
Eine Reduktion der Glukokorticoid-Dosisunter engmaschiger Überwachung derlokalen und systemischen Wirkungen oderein Wechsel auf ein Glukokorticoid, daskein Substrat von CYP3A4 ist (z. B.
Beclometason), sollten in Erwägunggezogen werden. Darüber hinaus kannbeim Absetzen der Glukokorticoide dieschrittweise Dosisreduktion über einenlängeren Zeitraum erforderlich sein.
Tabelle 1: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel innerhalb der
Klasse(AUC-Veränderung, Cmax-
Arzneimittelklasse Veränderung) Klinische Hinweise↑Dexamethason Ritonavir, dosiert zur Verbesserung der
Pharmakokinetik oder als antiretrovirales
Arzneimittel, hemmt CYP3A, undinfolgedessen wird eine Erhöhung der
Plasmakonzentration von Dexamethasonerwartet. Eine sorgfältige Überwachungder therapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung von Dexamethason mit
Ritonavir wird empfohlen.
↑Prednisolon (28 %, 9 %) Eine sorgfältige Überwachung dertherapeutischen Wirksamkeit und der
Nebenwirkungen bei gleichzeitiger
Anwendung von Prednisolon mit Ritonavirwird empfohlen. Die AUC des Metaboliten
Prednisolon stieg um 37 % bzw. 28 % nach4 bzw. 14 Tagen Ritonavir-Behandlung an.
Schilddrüsenhormon- Levothyroxin Nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle
Substitutionstherapie einer möglichen Wechselwirkungzwischen Ritonavir-haltigen Produkten und
Levothyroxin berichtet. Bei Patienten, diemit Levothyroxin behandelt werden, solltemindestens ein Monat nach Beginn und/oder Ende der Therapie mit Ritonavir eine
Überwachung der TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)-Werte erfolgen.
Vasopressin- ↑Tolvaptan Die gleichzeitige Anwendung ist aufgrund
Rezeptor- des Potenzials für Dehydratation,
Antagonisten Hypovolämie und Hyperkaliämiekontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Abkürzungen: ATL = Alanin-Aminotransferase; AUC = Fläche unter der Kurve (area under the curve)
*Ergebnisse aus mit Paxlovid durchgeführten Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen (siehe
Abschnitt 5.2).
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, Proteasehemmer,
ATC-Code: J05AE30
WirkmechanismusNirmatrelvir ist ein peptidomimetischer Inhibitor der SARS-CoV-2-Hauptprotease (main protease,
Mpro), die auch als 3C-ähnliche Protease (3CLpro) oder nsp5-Protease bezeichnet wird. Die Inhibitionder SARS-CoV-2-Mpro macht das Protein unfähig, Polyproteinvorläufer zu verarbeiten, und verhindertso die Virusreplikation.
Ritonavir hemmt den CYP3A-vermittelten Metabolismus von Nirmatrelvir und sorgt so für einehöhere Plasmakonzentration von Nirmatrelvir.
Antivirale AktivitätNirmatrelvir zeigte eine antivirale Aktivität gegen SARS-CoV-2-Infektionen von differenziertennormalen humanen Bronchialepithel (dNHBE)-Zellen, einer primären menschlichen Lungen-
Alveolarepithelzelllinie (EC50-Wert von 61,8 nM und EC90-Wert von 181 nM) nach 3-tägiger
Arzneimittelexposition.
Die antivirale Aktivität von Nirmatrelvir gegen die Omikron-Subvarianten BA.2, BA.2.12.1, BA.4,
BA.4.6, BA.5, BF.7 (P252L+F294L), BF.7 (T243I), BQ.1.11, BQ.1 und XBB.1.5 wurde in Gegenwarteines P-gp-Inhibitors in Vero-E6-TMPRSS2-Zellen untersucht. Nirmatrelvir hatte einen medianen
EC50-Wert von 73 nM (Bereich: 39 - 146 nM) gegen die Omikron-Subvarianten, was einer ≤ 1,5-fachen Reduzierung des EC50-Werts im Vergleich zum Isolat USA-WA1/2020 entspricht.
Zusätzlich wurde die antivirale Aktivität von Nirmatrelvir gegen die SARS-CoV-2-Varianten Alpha,
Beta, Gamma, Delta, Lambda, Mu und Omikron BA.1 in Vero-E6-Zellen mit P-gp-Knockoutuntersucht. Nirmatrelvir hatte einen medianen EC50-Wert von 25 nM (Bereich: 16 - 141 nM). Unterden getesteten Varianten wies die Beta-Variante mit einer 3,7-fachen Reduzierung des EC50-Wertsgegenüber USA-WA1/2020 die geringste Empfindlichkeit auf. Bei den anderen Varianten war der
EC50-Wert im Vergleich zu USA-WA1/2020 um das ≤ 1,1-Fache reduziert.
Antivirale Resistenz in Zellkulturen und biochemischen Assays
Mittels verschiedener Methoden, einschließlich SARS-CoV-2-Resistenzselektion, Tests mitrekombinanten SARS-CoV-2-Viren mit Mpro-Substitutionen sowie biochemischen Assays mitrekombinantem SARS-CoV-2-Mpro mit Aminosäuresubstitutionen, wurden Aminosäuren von SARS-
CoV-2-Mpro identifiziert, die möglicherweise mit einer Resistenz gegen Nirmatrelvir in
Zusammenhang stehen. In Tabelle 3 sind die Mpro-Substitutionen und Kombinationen von Mpro-
Substitutionen dargestellt, die in Zellkulturen durch Nirmatrelvir selektierten SARS-CoV-2 beobachtetwurden. Die einzelnen Mpro-Substitutionen sind unabhängig davon aufgeführt, ob sie allein oder in
Kombination mit anderen Mpro-Substitutionen auftraten. Zu beachten ist, dass S301P- und T304I-
Substitutionen von Mpro die P6- und P3-Positionen der nsp5-/nsp6-Spaltungsstelle am C-Terminus von
Mpro überlappen. Substitutionen an anderen Mpro-Spaltungsstellen wurden nicht mit einer Nirmatrelvir-
Resistenz in Zellkulturen assoziiert. Die klinische Signifikanz dieser Substitutionen ist nicht bekannt.
Tabelle 3: Durch Nirmatrelvir selektierte SARS-CoV-2-Mpro-Aminosäuresubstitutionen in
Zellkultur (mit einem > 5-fachen Anstieg des EC50-Werts)
S144A (2,2 - 5,3), E166V (25 - 288), P252L (5,9), T304I (1,4 - 5,5), T21I+S144A (9,4),
T21I+E166V (83), T21I+T304I (3,0 - 7,9), L50F+E166V (34 - 175), L50F+T304I (5,9),
F140L+A173V (10,1), A173V+T304I (20,2), T21+L50F+A193P+S301P (28,8),
T21I+S144A+T304I (27,8), T21I+C160F+A173V+V186A+T304I (28,5), T21I+A173V+T304I(15), L50F+F140L+L167F+T304I (54,7)
Die meisten beobachteten einfachen und einige Doppel-Mpro-Aminosäuresubstitutionen, welche die
Empfindlichkeit von SARS-CoV-2 gegenüber Nirmatrelvir verringerten, führten zu einer
Verschiebung des EC50-Werts um das < 5-Fache im Vergleich zum SARS-CoV-2-Wildtyp. Im
Allgemeinen führten Dreifach- und einige Doppel-Mpro-Aminosäuresubstitutionen im Vergleich zum
Wildtyp zu einem > 5-fachen Anstieg des EC50-Werts. Die klinische Signifikanz dieser Substitutionenmuss noch weiter untersucht werden.
Wiederanstieg der Viruslast
In einer Untergruppe von mit Paxlovid und Placebo behandelten Teilnehmern der Studie EPIC-HRwurde an Tag 10 und/oder Tag 14 ein Wiederanstieg viraler RNA im Nasensekret nach der
Behandlung unabhängig von COVID-19-Symptomen beobachtet. Ein Wiederanstieg der Viruslast tratin der Studie EPIC-HR sowohl bei mit Paxlovid behandelten Teilnehmern als auch bei unbehandelten(Placebo-) Teilnehmern auf, jedoch war die Inzidenz im Paxlovid-Arm numerisch höher (6,3 %gegenüber 4,2 %). Der Wiederanstieg der Viruslast und das Wiederauftreten von COVID-19-
Symptomen wurden nicht mit einer Progression zu einer schweren Erkrankung, einschließlich
Hospitalisierung, Tod oder dem Auftreten einer Resistenz in Verbindung gebracht.
Klinische WirksamkeitAngaben zur Wirksamkeit von Paxlovid basieren auf der Zwischenanalyse sowie der unterstützendenendgültigen Analyse der Studie EPIC-HR, einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten
Phase-2/3-Studie an nicht-hospitalisierten, symptomatischen, erwachsenen Teilnehmern mitlaborbestätigter Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion. Geeignete Teilnehmer waren 18 Jahre undälter und wiesen mindestens einen der folgenden Risikofaktoren für einen schweren Verlauf auf:
Diabetes, Übergewicht (BMI > 25 kg/m2), chronische Lungenerkrankung (einschließlich Asthma),chronische Nierenerkrankung, aktuelles Rauchen, immunsuppressive Erkrankung oderimmunsuppressive Therapie, Herzerkrankung, Hypertonie, Sichelzellanämie, neurologische
Entwicklungsstörungen, aktive Krebserkrankung, medizinisch bedingte technologische Abhängigkeitoder Alter ab 60 Jahre, unabhängig von den Begleiterkrankungen. Teilnehmer mit einem COVID-19-
Symptombeginn von ≤ 5 Tagen wurden in die Studie aufgenommen. Personen mit einer bekanntenfrüheren COVID-19-Infektion oder -Impfung wurden von der Studie ausgeschlossen.
Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Paxlovid(Nirmatrelvir/Ritonavir 300 mg/100 mg) oder Placebo oral alle 12 Stunden über 5 Tage. Primärer
Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil der Teilnehmer mit COVID‑19-bedingten Hospitalisierungenoder Tod jeglicher Ursache bis Tag 28. Die Analyse wurde anhand des modifizierten Intent-to-Treat(mITT)-Analysesatzes (alle behandelten Teilnehmer mit Symptombeginn ≤ 3 Tage, die zu
Studienbeginn weder eine Behandlung mit einem therapeutischen mAk gegen COVID‑19 erhieltennoch eine solche erhalten sollten), des mITT1-Analysesatzes (alle behandelten Teilnehmer mit
Symptombeginn ≤ 5 Tage, die zu Studienbeginn weder eine Behandlung mit einem therapeutischenmAk gegen COVID‑19 erhielten noch eine solche erhalten sollten) und des mITT2-Analysesatzes (allebehandelten Teilnehmer mit Symptombeginn ≤ 5 Tage) durchgeführt.
Insgesamt 2 113 Teilnehmer wurden randomisiert und erhielten entweder Paxlovid oder Placebo. Bei
Studienbeginn betrug das mittlere Alter der Teilnehmer 45 Jahre, wobei 12 % der Teilnehmer 65 Jahreoder älter waren (3 % waren 75 Jahre oder älter). 51 % der Teilnehmer waren männlich. 71 % waren
Weiße, 4 % Schwarze oder Afroamerikaner, 15 % Asiaten und 41 % Hispano- oder Lateinamerikaner.67 % der Teilnehmer hatten einen Symptombeginn von ≤ 3 Tagen vor Beginn der Studienbehandlung.80 % hatten einen BMI > 25 kg/m2 (36 % einen BMI > 30 kg/m2), 11 % hatten Diabetes mellitus undweniger als 1 % der Studienpopulation hatte eine Immunschwäche. 49 % der Teilnehmer waren bei
Studienbeginn serologisch negativ und 49 % waren serologisch positiv. Die mittlere Viruslast bei
Studienbeginn betrug 4,71 log10 Kopien/ml (SD 2,89). 27 % der Teilnehmer hatten eine Viruslast bei
Studienbeginn von > 10^7 (Kopien/ml). 6,0 % der Teilnehmer erhielten zum Zeitpunkt der
Randomisierung entweder bereits eine Behandlung gegen COVID‑19 mit einem therapeutischen mAkoder es war eine solche Behandlung geplant, weshalb sie aus der mITT- und mITT1-Analyseausgeschlossen wurden. Die primäre SARS-CoV-2-Variante in beiden Behandlungsarmen war Delta(99 %), hauptsächlich der Subtyp Klade 21J.
Die demografischen und krankheitsspezifischen Merkmale bei Studienbeginn waren zwischen der
Paxlovid- und der Placebo-Gruppe ausgeglichen.
Die Bestimmung der primären Wirksamkeit erfolgte anhand einer geplanten Zwischenanalyse von754 Teilnehmern in der mITT-Population. Die geschätzte Risikoreduktion betrug -6,5 % mit einemunangepassten 95%-KI von (-9,3 % bis -3,7 %) und einem 95%-KI von (-10,92 % bis -2,09 %) bei
Anpassung für Multiplizität. Der 2-seitige p-Wert war < 0,0001 mit einem 2-seitigen
Signifikanzniveau von 0,002.
In Tabelle 4 sind die Ergebnisse zum primären Endpunkt in der Population für die mITT1-Analyse fürden vollständigen Datensatz bei Abschluss der Studie dargestellt.
Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse bei nicht-hospitalisierten Erwachsenen mit COVID‑19,die innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn behandelt wurden und bei
Studienbeginn keine Behandlung mit mAk gegen COVID‑19 erhielten (mITT1-
Analysesatzb)
Paxlovid Placebo(n = 977) (n = 989)
COVID‑19-bedingte Hospitalisierung oder Tod jeglicher Ursache bis Tag 28n (%) 9 (0,9 %) 64 (6,5 %)
Verringerung im Vergleich zu Placeboa -5,64 (-7,31; -3,97)(95%-KI), %p-Wert < 0,0001
Mortalität jeglicher Ursache bis Tag 28, % 0 12 (1,2 %)
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; COVID-19 = Coronavirus-Krankheit 2019; mAk = monoklonaler
Antikörper; mITT1 = modifizierter Intent-to-treat-Analysesatz 1 (alle Teilnehmer mit Randomisierung auf die
Studienintervention, die mindestens 1 Dosis der Studienintervention erhielten, die bis Tag 28 mindestens1 Besuch nach Studienbeginn hatten, bei denen zu Studienbeginn weder eine Behandlung mit einemtherapeutischen mAk gegen COVID-19 erfolgte, noch eine solche Therapie geplant war und deren
Behandlung innerhalb von höchstens 5 Tagen nach dem ersten Auftreten von COVID-19-Symptomeneingeleitet wurde).
a. Der geschätzte kumulative Anteil an hospitalisierten oder verstorbenen Teilnehmern bis Tag 28 wurde fürjede Behandlungsgruppe mithilfe der Kaplan-Meier-Methode berechnet, wobei Teilnehmer ohne
Hospitalisierungs- bzw. Mortalitätsstatus bis Tag 28 zum Zeitpunkt des Studienabbruchs zensiert wurden.
b. Der Datenanalysesatz wurde aktualisiert, nachdem die Daten von 133 Teilnehmern aufgrund von GCP-
Qualitätsproblemen nachträglich entfernt wurden.
Die geschätzte Risikoreduktion betrug -6,1 % mit einem 95%-KI von (-8,2 % bis -4,1 %) bei
Teilnehmern, die innerhalb von 3 Tagen nach Symptombeginn behandelt wurden, und -4,6 % miteinem 95%-KI von (-7,4 % bis -1,8 %) in der mITT1-Untergruppe der Teilnehmer, die > 3 Tagen nach
Symptombeginn behandelt wurden.
In den Populationen für die finale mITT- und mITT2-Analyse wurden übereinstimmende Ergebnissefestgestellt. Insgesamt 1 318 Teilnehmer wurden in die mITT-Analysepopulation eingeschlossen. Die
Ereignisrate in der Paxlovid-Gruppe betrug 5/671 (0,75 %) und in der Placebo-Gruppe 44/647(6,80 %).
Tabelle 5: COVID-19-Verlauf (Hospitalisierung oder Tod) bis Tag 28 bei symptomatischen
Erwachsenen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung eines schweren Verlaufs; mITT1-
Analysesatz
Paxlovid 300 mg/100 mg Placebo
Anzahl an Patienten n = 977 n = 989
Serologie negativ n = 475 n = 497
Patienten mit Hospitalisierung oder Toda (%) 8 (1,7 %) 56 (11,3 %)
Geschätzter Anteil in 28 Tagen [95%-KI], % 1,72 (0,86; 3,40) 11,50 (8,97; 14,68)
Geschätzte Verringerung im Vergleich zu -9,79 (-12,86; -6,72)
Placebo (95%-KI)
Serologie positiv n = 490 n = 479
Patienten mit Hospitalisierung oder Toda (%) 1 (0,2 %) 8 (1,7 %)
Geschätzter Anteil in 28 Tage [95%-KI], % 0,20 (0,03; 1,44) 1,68 (0,84; 3,33)
Geschätzte Verringerung im Vergleich zu -1,5 (-2,70; -0,25)
Placebo (95%-KI)
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall; COVID-19 = Coronavirus-Krankheit 2019; mITT1 = modifizierter
Intent-to-treat-Analysesatz 1 (alle Teilnehmer mit Randomisierung auf die Studienintervention, die mindestens1 Dosis der Studienintervention erhielten, die zu Studienbeginn weder eine Behandlung mit einemtherapeutischen monoklonalen Antikörper gegen COVID-19 erhalten hatten und bei denen keine solche Therapiegeplant war und deren Behandlung innerhalb von höchstens 5 Tagen nach dem ersten Auftreten von COVID-19-
Symptomen eingeleitet wurde).
Seropositivität war definiert als positives Ergebnis eines serologischen Immunoassays, der spezifisch für
Wirtsantikörper gegen entweder S- oder N-Virusproteine ist.
Angabe der Differenz zwischen den Anteilen in den beiden Behandlungsgruppen und des 95%-
Konfidenzintervalls basierend auf der Normalannäherung der Daten.
a. COVID-19-bedingte Hospitalisierung oder Tod jeglicher Ursache.
Die Wirksamkeitsergebnisse von mITT1 waren in allen Untergruppen der Teilnehmer konsistent,einschließlich Alter (≥ 65 Jahre) und BMI (BMI > 25 und BMI > 30) sowie Diabetes.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Paxlovid eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen zur
Behandlung einer COVID‑19 gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).