Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels PALONOSETRON ACCORD 250mcg injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Palonosetron Accord 250 Mikrogramm Injektionslösung.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder ml Lösung enthält 50 Mikrogramm Palonosetron (als Hydrochlorid).
Jede Durchstechflasche mit 5 ml Lösung enthält 250 Mikrogramm Palonosetron (als Hydrochlorid).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Eine klare, farblose Lösung, praktisch frei von Fremdpartikeln.
pH 3,0 bis 3,9
Osmolarität: 260-320 mOsm/l
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Palonosetron Accord wird angewendet bei Erwachsenen zur:
* Prävention von akuter Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogener Chemotherapie aufgrundeiner Krebserkrankung,
* Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei mäßig emetogener Chemotherapie aufgrund einer
Krebserkrankung.
Palonosetron Accord wird angewendet bei Kindern und Jugendlichen ab 1 Monat zur:
* Prävention von akuter Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogener Chemotherapie aufgrundeiner Krebserkrankung und zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen bei mäßig emetogener
Chemotherapie aufgrund einer Krebserkrankung.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Palonosetron Accord soll ausschließlich vor der Verabreichung von Chemotherapeutika angewendetwerden. Dieses Arzneimittel ist von einer medizinischen Fachkraft unter entsprechender ärztlicher
Aufsicht zu verabreichen.
DosierungErwachsene250 Mikrogramm Palonosetron als einmaliger intravenöser Bolus etwa 30 Minuten vor Beginn der
Chemotherapie. Palonosetron Accord sollte im Verlauf von 30 Sekunden injiziert werden.
Die Wirksamkeit von Palonosetron zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen, das durch eine starkemetogene Chemotherapie induziert wird, kann durch Hinzufügen eines vor der Chemotherapiegegebenen Corticosteroids verstärkt werden.
Ältere PatientenBei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz, die dialysiert werden, stehen keine Daten zur
Verfügung.
Kinder und JugendlicheKinder und Jugendliche (im Alter von 1 Monat bis 17 Jahren):
20 Mikrogramm/kg Palonosetron (eine maximale Gesamtdosis von 1.500 Mikrogramm sollte nichtüberschritten werden) als einmalige 15-minütige intravenöse Infusion beginnend ab etwa 30 Minutenvor Beginn der Chemotherapie.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Palonosetron bei Kindern im Alter von weniger als 1 Monat istnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor. Zur Anwendung von Palonosetron in der Prävention von
Übelkeit und Erbrechen bei Kindern unter 2 Jahren liegen begrenzte Daten vor.
Art der AnwendungZur intravenösen Anwendung.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Verlängerung des QTc-IntervallsIn allen untersuchten Dosierungen führte Palonosetron nicht zu einer klinisch relevanten Verlängerungdes QTc-Intervalls. Zur Erarbeitung definitiver Daten zum Einfluss von Palonosetron auf das QT-bzw. QTc-Intervall wurde bei gesunden Probanden eine speziell auf die umfassende Abklärungeventueller Auswirkungen von Palonosetron auf das QT- bzw. QTc-Intervall angelegte Studiedurchgeführt (siehe Abschnitt 5.1).
Wie mit anderen 5HT3-Antagonisten ist jedoch Vorsicht geboten bei der Gabe von Palonosetron bei
Patienten, bei denen das QT-Intervall verlängert ist oder die zu einer solchen Verlängerung neigen.
Hiermit ist unter anderem zu rechnen bei Patienten mit eigen- oder familienanamnestisch bekannter
Verlängerung des QT-Intervalls, Elektrolytstörungen, dekompensierter Herzinsuffizienz,
Bradyarrhythmien, Reizleitungsstörungen sowie bei Patienten, die Antiarrhythmika oder andere
Arzneimittel einnehmen, welche zu QT-Verlängerung oder Elektrolytstörungen führen. Eine
Hypokaliämie und Hypomagnesiämie sollten vor der Anwendung eines 5HT3-Antagonisten korrigiertwerden.
Interferenz mit serotonergen Arzneimitteln
Unter der Anwendung von 5HT3-Antagonisten allein oder in Kombination mit anderen serotonergen
Wirkstoffen (darunter selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) und Serotonin-
Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) liegen Meldungen über ein Serotonin-Syndrom vor.
Es empfiehlt sich eine entsprechende Beobachtung der Patienten auf Serotonin-Syndrom-ähnliche
Symptome.AndereDa Palonosetron die Dickdarmpassage verlängern kann, sollten Patienten mit anamnestischer
Obstipation oder Anzeichen eines subakuten Ileus nach der Injektion engmaschig überwacht werden.
Zwei Fälle von Obstipation mit Stuhlverhaltung, die eine stationäre Einweisung erforderlich machte,wurden in Zusammenhang mit der Gabe von 750 Mikrogramm Palonosetron berichtet.
Außer im Zusammenhang mit einer weiteren Chemotherapeutika-Gabe soll Palonosetron Accord inden Tagen nach der Chemotherapie weder zur Vorbeugung noch zur Behandlung von Übelkeit und
Erbrechen eingesetzt werden.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d.h. es istnahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Palonosetron wird hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert, die Isoenzyme CYP3A4 und CYP1A2sind minimal an der Metabolisierung beteiligt. Auf Basis von in vitro-Studien hemmt Palonosetron inklinisch relevanten Konzentrationen weder die Cytochrom P450-Isoenzyme noch induziert es sie.
Chemotherapeutika
In präklinischen Studien hemmte Palonosetron die gegen Tumoren gerichtete Aktivität der fünfuntersuchten Chemotherapeutika nicht (Cisplatin, Cyclophosphamid, Cytarabin, Doxorubicin und
Mitomycin C).
Metoclopramid
In einer klinischen Studie zeigte sich keine signifikante pharmakokinetische Wechselwirkungzwischen einer einmaligen intravenösen Dosis Palonosetron und einer Steady-state-Konzentrationoralen Metoclopramids, eines CYP2D6-Inhibitors.
CYP2D6- Induktoren und -Inhibitoren
In einer auf einer Population basierenden pharmakokinetischen Analyse wurde gezeigt, dass diegleichzeitige Gabe von CYP2D6-Induktoren (Dexamethason und Rifampicin) sowie von CYP2D6-
Inhibitoren (Amiodaron, Celecoxib, Chlorpromazin, Cimetidin, Doxorubicin, Fluoxetin, Haloperidol,
Paroxetin, Chinidin, Ranitidin, Ritonavir, Sertralin und Terbinafin) keine signifikante Auswirkung aufdie Clearance von Palonosetron hatte.
CorticosteroideDie gleichzeitige Gabe von Palonosetron und Corticosteroiden war unbedenklich.
Serotonerge Wirkstoffe (z. B. SSRI und SNRI)
Nach gleichzeitiger Anwendung von 5HT3-Antagonisten und anderen serotonergen Wirkstoffen(darunter SSRI und SNRI) liegen Meldungen über ein Serotonin-Syndrom vor.
Weitere Arzneimittel
Die gleichzeitige Gabe von Palonosetron und Analgetika, Antiemetika/Antivertiginosa, Spasmolytikaund Anticholinergika war unbedenklich.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftZu Palonosetron liegen keine klinischen Daten zu exponierten Schwangerschaften vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale
Entwicklung. Hinsichtlich des Durchtritts durch die Plazentaschranke liegen nur eingeschränkte Datenaus tierexperimentellen Studien vor (siehe Abschnitt 5.3).
Erfahrungen zur Anwendung von Palonosetron bei menschlichen Schwangerschaften liegen nicht vor.
Daher sollte Palonosetron bei Schwangeren nicht angewendet werden, es sei denn, es wird vombehandelnden Arzt als notwendig erachtet.
StillzeitDa keine Daten zum Übergang von Palonosetron in die Muttermilch vorliegen, sollte das Stillenwährend der Therapie unterbrochen werden.
FertilitätZur Wirkung von Palonosetron auf die Fertilität liegen keine Daten vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Da Palonosetron Schwindel, Schläfrigkeit und Müdigkeit hervorrufen kann, sollten die Patienten davorgewarnt werden, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn klinischen Studien an Erwachsenen waren die häufigsten bei einer Dosis von 250 Mikrogramm zubeobachtenden Nebenwirkungen (insgesamt 633 Patienten), die zumindest möglicherweise mit
Palonosetron im Zusammenhang standen, Kopfschmerzen (9 %) und Obstipation (5 %).
Tabellarische Liste der NebenwirkungenIn den klinischen Studien wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet, die möglicherweise oderwahrscheinlich mit Palonosetron im Zusammenhang standen. Sie wurden als häufig ( 1/100, < 1/10)oder gelegentlich ( 1/1.000, < 1/100) klassifiziert. Über sehr seltene (< 1/10.000) Nebenwirkungenwurde nach dem Inverkehrbringen (Post-Marketing) berichtet.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nachfolgend nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Systemorganklasse Häufige Neben- Gelegentliche Sehr seltenewirkungen Nebenwirkungen Nebenwirkungen( 1/100, < 1/10) ( 1/1.000, < 1/100) (< 1/10.000)
Erkrankungen des Überempfindlichkeit,
Immunsystems Anaphylaxie,anaphylaktische/anaphylaktoide
Reaktionen undanaphylaktischer/anaphylaktoider
Schock
Stoffwechsel- und Hyperkaliämie,
Ernährungsstörungen Stoffwechselstörungen,
Hypokalziämie,
Hypokaliämie, Anorexie,
Hyperglykämie,
Appetitminderung
Systemorganklasse Häufige Neben- Gelegentliche Sehr seltenewirkungen Nebenwirkungen Nebenwirkungen( 1/100, < 1/10) ( 1/1.000, < 1/100) (< 1/10.000)
Psychiatrische Angst, euphorische
Erkrankungen Stimmung
Erkrankungen des Kopfschmerzen Schläfrigkeit,
Nervensystems Schwindel Schlaflosigkeit,
Parästhesien,
Hypersomnie, peripheresensorische Neuropathie
Augenerkrankungen Augenreizung, Amblyopie
Erkrankungen des Ohrs und Kinetose, Tinnitusdes Labyrinths
Herzerkrankungen Tachykardie, Bradykardie,
Extrasystolen,
Myokardischämie,
Sinustachykardie,
Sinusarrhythmie,supraventrikuläre
Extrasystolen
Gefäßerkrankungen Hypotonie, Hypertonie,
Venenverfärbung,
Venendehnung
Erkrankungen der Schluckauf
Atemwege, des Brustraumsund Mediastinums
Erkrankungen des Obstipation Dyspepsie,
Gastrointestinaltrakts Diarrhoe Bauchschmerzen,
Schmerzen im Oberbauch,
Mundtrockenheit,
Blähungen
Leber- und Hyperbilirubinämie
Gallenerkrankungen
Erkrankungen der Haut und Allergische Dermatitis,des Unterhautzellgewebes juckender Ausschlag
Skelettmuskulatur-, Arthralgie
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Nieren Harnverhaltung,und Harnwege Glykosurie
Allgemeine Erkrankungen Asthenie, Pyrexie, Reaktionen an derund Beschwerden am Müdigkeit, Hitzegefühl, Einstichstelle*
Verabreichungsort grippeähnliche Erkrankung
Untersuchungen Erhöhte Transaminasen,
Elektrokardiogramm: QT-
Verlängerung
* Dazu gehören folgende unerwünschte Erscheinungen: Brennen, Verhärtung, Beschwerden und
SchmerzenKinder und JugendlicheIn klinischen Studien an Kindern und Jugendlichen zur Prävention von Übelkeit und Erbrechenaufgrund einer mäßig oder stark emetogenen Chemotherapie erhielten 402 Patienten eine Einmalgabe
Palonosetron (3, 10 oder 20 µg/kg). Die folgenden Nebenwirkungen wurden unter Palonosetron häufigoder gelegentlich berichtet, wobei keine mit einer Häufigkeit von > 1 % gemeldet wurde.
Systemorganklasse Häufige Nebenwirkungen Gelegentliche( 1/100, < 1/10) Nebenwirkungen( 1/1.000, < 1/100)
Erkrankungen des Kopfschmerzen Schwindel, Dyskinesie
Nervensystems
Herzerkrankungen QT-Intervall im
Elektrokardiogramm verlängert
Überleitungsstörung,
Sinustachykardie
Erkrankungen der Atemwege, Husten, Dyspnoe, Epistaxisdes Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen der Haut und des Allergische Dermatitis,
Unterhautzellgewebes Pruritus, Hauterkrankung,
Urtikaria
Allgemeine Erkrankungen und Pyrexie, Schmerzen an der
Beschwerden am Infusionsstelle,
Verabreichungsort Reaktion an der Infusionsstelle,
SchmerzenNebenwirkungen wurden bei Kindern und Jugendlichen beurteilt, die Palonosetron über bis zu4 Chemotherapiezyklen erhielten.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es wurden keine Fälle von Überdosierung gemeldet.
Dosierungen von bis zu 6 mg wurden in klinischen Studien bei Erwachsenen angewendet. In der
Gruppe mit der höchsten Dosierung zeigten sich ähnliche Häufigkeiten von Nebenwirkungen wie inden anderen Dosierungsgruppen; es waren keine Dosis-Wirkungs-Beziehungen zu beobachten. Sollteder unwahrscheinliche Fall einer Überdosierung mit Palonosetron eintreten, sollte diese mitunterstützenden Maßnahmen behandelt werden. Es wurden keine Dialyse-Studien durchgeführt,aufgrund des großen Verteilungsvolumens ist eine Dialyse jedoch vermutlich keine effektive Therapiebei einer Palonosetron-Überdosierung.
Kinder und JugendlicheAus klinischen Studien an Kindern und Jugendlichen liegen keine Meldungen über Überdosierungenvor.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiemetika und Mittel gegen Übelkeit, Serotonin- 5HT3-
Rezeptorantagonisten. ATC-Code: A04AA05
WirkmechanismusPalonosetron ist ein selektiver hoch affiner 5HT3-Rezeptorantagonist.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn zwei randomisierten Doppelblindstudien wurden insgesamt 1.132 Patienten, die eine mäßigemetogene Chemotherapie mit ≤ 50 mg/m2 Cisplatin, Carboplatin, 1.500 mg/m2 Cyclophosphamidund 25 mg/m2 Doxorubicin und 250 Mikrogramm oder 750 Mikrogramm Palonosetron erhielten, mit
Patienten verglichen, die 32 mg Ondansetron (Halbwertzeit 4 Stunden) oder 100 mg Dolasetron(Halbwertzeit 7,3 Stunden) erhielten, das an Tag 1 ohne Dexamethason intravenös gegeben wurde.
In einer randomisierten Doppelblindstudie wurden insgesamt 667 Patienten, die eine stark emetogene
Chemotherapie mit ≥ 60 mg/m2Cisplatin, > 1.500 mg/m2 Cyclophosphamid und Dacarbazin sowie250 oder 750 Mikrogramm Palonosetron erhielten, mit Patienten verglichen, die 32 mg Ondansetronerhielten, das an Tag 1 intravenös gegeben wurden. Dexamethason wurde prophylaktisch vor der
Chemotherapie 67 % der Patienten gegeben.
Das Studiendesign der Schlüsselstudien war nicht dafür konzipiert, die Wirksamkeit von Palonosetronbei verzögert einsetzender Übelkeit und Erbrechen zu untersuchen. Die antiemetische Aktivität wurdeim Verlauf von 0-24 Stunden, 24-120 Stunden und 0-120 Stunden beobachtet. Ergebnisse der Studienmit mäßig emetogener Chemotherapie und der Studie mit stark emetogener Chemotherapie sind in denfolgenden Tabellen zusammengefasst.
Palonosetron war den Vergleichssubstanzen in der Akutphase der Emesis sowohl bei mäßigemetogener Chemotherapie als auch bei stark emetogener Chemotherapie nicht unterlegen.
Obwohl eine vergleichbare Wirksamkeit von Palonosetron in mehreren Zyklen in kontrolliertenklinischen Studien bislang nicht gezeigt wurde, führten 875 Patienten, die in die drei Phase-III-Studieneingeschlossen worden waren, die Therapie im Rahmen einer offenen Studie zur Sicherheit fort. Siewurden über bis zu 9 weitere Chemotherapiezyklen mit 750 Mikrogramm Palonosetron behandelt. Die
Sicherheit blieb im Verlauf aller Zyklen erhalten.
Tabelle 1: Prozentsatz der ansprechenden Patienten a nach Therapiegruppe und Phase inder Studie mit mäßig emetogener Chemotherapie im Vergleich zu Ondansetron
Palonosetron Ondansetron250 Mikrogramm 32 Milligramm(n= 189) (n= 185) Delta% % %
Komplettes Ansprechen (keine Emesis und keine Notfallmedikation) 97,5 % KI b0 - 24 Stunden 81,0 68,6 12,4 [1,8 %, 22,8 %]24 - 120 Stunden 74,1 55,1 19,0 [7,5 %, 30,3 %]0 - 120 Stunden 69,3 50,3 19,0 [7,4 %, 30,7 %]
Komplette Kontrolle(Komplettes Ansprechen und lediglich geringe Übelkeit) p-Wert c0 - 24 Stunden 76,2 65,4 10,8 n.s.
24 - 120 Stunden 66,7 50,3 16,4 0,0010 - 120 Stunden 63,0 44,9 18,1 0,001
Keine Übelkeit (Likert-Skala) p-Wert c0 - 24 Stunden 60,3 56,8 3,5 n.s.
24 - 120 Stunden 51,9 39,5 12,4 n.s.
0 - 120 Stunden 45,0 36,2 8,8 n.s.a Intent-to-treat-Kohorteb Die Studie war dazu konzipiert, die Nicht-Unterlegenheit zu zeigen. Eine Untergrenze über -15 %zeigt die Nicht-Unterlegenheit von Palonosetron gegenüber der Vergleichssubstanz.c Chi-Quadrat-Test. Signifikanzniveau α=0,05.
Tabelle 2: Prozentsatz der ansprechenden Patienten a nach Therapiegruppe und Phase in der
Studie mit mäßig emetogener Chemotherapie im Vergleich zu Dolasetron
Palonosetron Dolasetron250 Mikrogramm 100 Milligramm(n= 185) (n= 191) Delta% % %
Komplettes Ansprechen (keine Emesis und keine Notfallmedikation) 97,5 % KI b0 - 24 Stunden 63,0 52,9 10,1 [-1,7 %, 21,9 %]24 - 120 Stunden 54,0 38,7 15,3 [3,4 %, 27,1 %]0 - 120 Stunden 46,0 34,0 12,0 [0,3 %, 23,7 %]
Komplette Kontrolle(Komplettes Ansprechen und lediglich geringe Übelkeit) p-Wert c0 - 24 Stunden 57,1 47,6 9,5 n.s.
24 - 120 Stunden 48,1 36,1 12,0 0,0180 - 120 Stunden 41,8 30,9 10,9 0,027
Keine Übelkeit (Likert-Skala) p-Wert c0 - 24 Stunden 48,7 41,4 7,3 n.s.
24 - 120 Stunden 41,8 26,2 15,6 0,0010 - 120 Stunden 33,9 22,5 11,4 0,014a Intent-to-treat-Kohorteb Die Studie war dazu konzipiert, die Nicht-Unterlegenheit zu zeigen. Eine Untergrenze über -15 % zeigt die
Nicht-Unterlegenheit von Palonosetron gegenüber der Vergleichssubstanz.c Chi-Quadrat-Test. Signifikanzniveau α=0,05.
Tabelle 3: Prozentsatz an ansprechenden Patienten a nach Therapiegruppe und Phase in der
Studie mit hoch emetogener Chemotherapie im Vergleich zu Ondansetron
Palonosetron Ondansetron250 Mikrogramm 32 Milligramm(n= 223) (n= 221) Delta% % %
Komplettes Ansprechen (keine Emesis und keine Notfallmedikation) 97,5 % KI b0 - 24 Stunden 59,2 57,0 2,2 [-8,8 %, 13,1 %]24 - 120 Stunden 45,3 38,9 6,4 [-4,6 %, 17,3 %]0 - 120 Stunden 40,8 33,0 7,8 [-2,9 %, 18,5 %]
Komplette Kontrolle(Komplettes Ansprechen und lediglich geringe Übelkeit) p-Wert c0 - 24 Stunden 56,5 51,6 4,9 n.s.
24 - 120 Stunden 40,8 35,3 5,5 n.s.
0 - 120 Stunden 37,7 29,0 8,7 n.s.
Keine Übelkeit (Likert-Skala) p-Wert c0 - 24 Stunden 53,8 49,3 4,5 n.s.
24 - 120 Stunden 35,4 32,1 3,3 n.s.
0 - 120 Stunden 33,6 32,1 1,5 n.s.a Intent-to-treat-Kohorteb Die Studie war dazu konzipiert, die Nicht-Unterlegenheit zu zeigen. Eine Untergrenze über -15 % zeigt die
Nicht-Unterlegenheit von Palonosetron gegenüber der Vergleichssubstanz.c Chi-Quadrat-Test. Signifikanzniveau α=0,05.
In klinischen Studien zur Indikation Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV) warendie Wirkungen von Palonosetron auf Blutdruck, Herzfrequenz und Elektrokardiogramm (EKG)-
Parameter einschließlich des QTc-Intervalls mit den entsprechenden Wirkungen von Ondansetron und
Dolasetron vergleichbar. Nach den Befunden vorklinischer Untersuchungen besitzt Palonosetron die
Fähigkeit, die an der ventrikulären De- und Repolarisation beteiligten Ionenkanäle zu blockieren unddie Dauer des Aktionspotenzials zu verlängern.
Bei Erwachsenen beiderlei Geschlechts wurde der Einfluss von Palonosetron auf das QTc-Intervall im
Rahmen einer randomisierten, plazebo- und verumkontrollierten (positive Kontrolle: Moxifloxacin)
Doppelblindstudie mit parallel geführten Behandlungsgruppen untersucht. Ziel der bei 221 gesunden
Probanden durchgeführten Studie war die Beurteilung der EKG-Wirkungen von intravenösverabreichtem Palonosetron in Einzeldosen von 0,25, 0,75 und 2,25 mg. In dieser Studie konnte bis zueiner Dosis von 2,25 mg keine Beeinflussung der Dauer des QT- bzw. QTc-Intervalls oder eines dersonstigen EKG-Intervalle nachgewiesen werden. Bei der Herzfrequenz, atrioventrikulären (AV)
Überleitung und kardialen Erregungsrückbildung fanden sich keine klinisch relevanten
Veränderungen.
Kinder und JugendlichePrävention von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV):
Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Palonosetron intravenös in Einzeldosen von 3 µg/kg und10 µg/kg wurde in der ersten klinischen Studie bei 72 mit stark oder mäßig emetogener
Chemotherapie behandelten Patienten in den Altersgruppen > 28 Tage bis 23 Monate (12 Patienten), 2bis 11 Jahre (31 Patienten) und 12 bis 17 Jahre (29 Patienten) untersucht. Bei keiner Dosisstufeergaben sich Sicherheitsbedenken. Der primäre Wirksamkeitsparameter war der Anteil der Patientenmit einem kompletten Ansprechen (definiert als keine Emesis und keine Notfallmedikation) währendder ersten 24 Stunden nach dem Beginn der Verabreichung der Chemotherapie. Die Wirksamkeit nach
Palonosetron 10 µg/kg betrug 54,1 % gegenüber 37,1 % unter Palonosetron 3 µg/kg.
Die Wirksamkeit von Palonosetron zur Prävention von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und
Erbrechen bei Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen wurde in einer zweiten,zulassungsrelevanten Nichtunterlegenheitsstudie nachgewiesen, in der eine einmalige intravenöse
Infusion von Palonosetron mit einem intravenösen Ondansetron-Schema verglichen wurde. Insgesamt493 Kinder und Jugendliche im Alter von 64 Tagen bis zu 16,9 Jahren, die eine mäßig (69,2 %) oderstark (30,8 %) emetogene Chemotherapie erhielten, wurden mit Palonosetron 10 µg/kg (maximal0,75 mg), Palonosetron 20 µg/kg (maximal 1,5 mg) oder Ondansetron (3 x 0,15 mg/kg, maximale
Gesamtdosis 32 mg) 30 Minuten vor Beginn der emetogenen Chemotherapie während Zyklus 1behandelt. In allen Behandlungsgruppen waren die meisten Patienten (78,5 %) bereitschemotherapeutisch vorbehandelt worden. Zu den angewendeten emetogenen Chemotherapiengehörten Doxorubicin, Cyclophosphamid (< 1.500 mg/m2), Ifosfamid, Cisplatin, Dactinomycin,
Carboplatin und Daunorubicin. Adjuvante Kortikosteroide, darunter Dexamethason, wurdenzusammen mit der Chemotherapie bei 55 % der Patienten angewendet. Primärer
Wirksamkeitsendpunkt war komplettes Ansprechen in der Akutphase des ersten Chemotherapiezyklus,definiert als kein Erbrechen, kein Würgereiz und keine Notfallmedikation in den ersten 24 Stundennach Beginn der Chemotherapie. Der Wirksamkeitsnachweis erfolgte anhand des Nachweises der
Nichtunterlegenheit der intravenösen Palonosetrongabe im Vergleich zur intravenösen
Ondansetrongabe. Die Nichtunterlegenheitskriterien waren erfüllt, wenn die Untergrenze des97,5 %igen Konfidenzintervalls der Differenz der kompletten Ansprechraten zwischen derintravenösen Palonosetrongabe und der intravenösen Ondansetrongabe größer als -15 % war. In denmit Palonosetron 10 µg/kg bzw. 20 µg/kg und mit Ondansetron behandelten Gruppen lag der Anteilder Patienten mit CR0-24h bei 54,2 %, 59,4 % bzw. 58,6 %. Da das 97,5 %ige Konfidenzintervall(Stratum-adjustierter Mantel-Haenszel-Test) der CR0-24h-Differenz zwischen Palonosetron 20 µg/kgund Ondansetron [-11,7 %; 12,4 %] betrug, wurde für Palonosetron 20 µg/kg der Nachweis der
Nichtunterlegenheit gegenüber Ondansetron erbracht.
Während in dieser Studie nachgewiesen wurde, dass Kinder und Jugendliche zur Prävention von
Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen eine höhere Palonosetrondosis als Erwachsenebenötigen, entspricht das Sicherheitsprofil dem bei Erwachsenen etablierten Profil (siehe
Abschnitt 4.8). Angaben zur Pharmakokinetik siehe Abschnitt 5.2.
Prävention von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV):
Bei Kindern und Jugendlichen wurden zwei Studien durchgeführt. Die Unbedenklichkeit und
Wirksamkeit von Palonosetron intravenös in Einzeldosen von 1 µg/kg und 3 µg/kg wurde in der erstenklinischen Studie bei 150 einem Wahleingriff unterzogenen Patienten in den Altersgruppen > 28 Tagebis 23 Monate (7 Patienten), 2 bis 11 Jahre (96 Patienten) und 12 bis 16 Jahre (47 Patienten)vergleichend untersucht. In keiner der beiden Behandlungsgruppen ergaben sich Sicherheitsbedenken.
Der Anteil der Patienten ohne Emesis im Zeitraum 0-72 Stunden nach der Operation war nach Gabevon Palonosetron 1 µg/kg bzw. 3 µg/kg vergleichbar (88 % gegenüber 84 %).
Bei der zweiten bei Kindern und Jugendlichen durchgeführten Studie handelte es sich um einemultizentrische, doppelblinde, randomisierte, verumkontrollierte Nichtunterlegenheitsstudie mit
Parallelgruppen und Einmalgabe des jeweiligen Prüfpräparats in Double-Dummy-Technik zum
Vergleich von Palonosetron intravenös (1 µg/kg, maximal 0,075 mg) mit Ondansetron intravenös.
Insgesamt nahmen 670 chirurgische Patienten im Kindes- und Jugendalter zwischen 30 Tagen und16,9 Jahren an der Studie teil. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt komplettes Ansprechen (CR: kein
Erbrechen, kein Würgereiz und keine antiemetische Notfallmedikation) in den ersten 24 Stundenpostoperativ wurde bei 78,2 % der Patienten in der Palonosetrongruppe und 82,7 % in der
Ondansetrongruppe erreicht. Bei der vorab festgelegten Nichtunterlegenheitsmarge von -10 % betrugdas statistische Konfidenzintervall für Nichtunterlegenheit im Stratum-adjustierten Mantel-Haenszel-
Test für die Differenz im primären Endpunkt komplettes Ansprechen (CR) [-10,5 %; 1,7 %]; somitwurde Nichtunterlegenheit nicht nachgewiesen. Neue Sicherheitsbedenken ergaben sich in keiner
Behandlungsgruppe.
Angaben zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen siehe Abschnitt 4.2.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach intravenöser Gabe folgt auf eine initiale Abnahme der Plasmakonzentrationen eine langsame
Elimination aus dem Körper mit einer durchschnittlichen terminalen Halbwertzeit von etwa40 Stunden. Die durchschnittliche maximale Plasmakonzentration (Cmax) und die Fläche unter der
Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC0-) sind im Allgemeinen im gesamten Dosisbereich von0,3-90 µg/kg bei Gesunden und Krebspatienten dosisproportional.
Nach intravenöser Gabe von Palonosetron 0,25 mg jeden zweiten Tag für insgesamt 3 Dosen lag der bei11 Hodenkarzinompatienten zwischen Tag 1 und Tag 5 gemessene mittlere ( SD) Anstieg der
Palonosetron-Plasmakonzentration bei 42 34 %. Nach intravenöser Verabreichung von Palonosetron0,25 mg einmal täglich über 3 Tage betrug der bei 12 gesunden Probanden zwischen Tag 1 und Tag 3gemessene mittlere ( SD) Anstieg der Palonosetron- Plasmakonzentration 110 45 %.
Aus pharmakokinetischen Simulationen geht hervor, dass die bei einmal täglicher intravenöser Gabevon 0,25 mg Palonosetron an 3 aufeinanderfolgenden Tagen erreichte Gesamtexposition (AUC0-)mit dem nach einmaliger intravenöser Verabreichung von 0,75 mg gemessenen Wert vergleichbar war;allerdings war die Cmax nach der Einmalgabe von 0,75 mg höher.
VerteilungPalonosetron wird in der empfohlenen Dosierung weitläufig im Körper verteilt, das
Verteilungsvolumen beträgt etwa 6,9 bis 7,9 l/kg. Etwa 62 % des Palonosetrons werden an
Plasmaproteine gebunden.
BiotransformationPalonosetron wird über zwei Wege eliminiert: Etwa 40 % werden über die Nieren eliminiert und etwaweitere 50 % werden in zwei primäre Metaboliten umgewandelt, die im Vergleich zu Palonosetronüber weniger als 1 % der antagonistischen Wirkung am 5HT3-Rezeptor verfügen. In-vitro-Studien zur
Metabolisierung haben gezeigt, dass CYP2D6 und, in geringerem Maße, die Isoenzyme CYP3A4 und
CYP1A2 am Metabolismus von Palonosetron beteiligt sind. Die klinisch-pharmakokinetischen
Parameter differieren jedoch zwischen Personen mit mangelhafter und extensiver Metabolisierung von
CYP2D6-Substraten nicht signifikant. In klinisch relevanten Konzentrationen hemmt Palonosetronweder die Cytochrom P450-Isoenzyme noch induziert es sie.
EliminationNach einer intravenösen Einzeldosis von 10 µg/kg [14C]-Palonosetron wurden etwa 80 % der Dosisinnerhalb von 144 Stunden im Urin wiedergefunden, Palonosetron als unveränderter Wirkstoff machteetwa 40 % der gegebenen Dosis aus. Nach einer einmaligen intravenösen Bolusinjektion bei Gesundenbetrug die Gesamtkörperclearance 173 73 ml/min und die renale Clearance 53 29 ml/min. Diegeringe Gesamtkörperclearance und das große Verteilungsvolumen führten zu einer terminalen
Eliminationshalbwertzeit von etwa 40 Stunden. Zehn Prozent der Patienten haben einedurchschnittliche terminale Halbwertszeit von über 100 Stunden.
Pharmakokinetik in bestimmten Populationen
Ältere PatientenDas Alter beeinflusst die Pharmakokinetik von Palonosetron nicht. Bei älteren Patienten ist keine
Dosisanpassung erforderlich.
GeschlechtDas Geschlecht beeinflusst die Pharmakokinetik von Palonosetron nicht. Aufgrund des Geschlechts istkeine Dosisanpassung erforderlich.
Kinder und JugendlichePharmakokinetische Daten nach intravenöser Einmalgabe von Palonosetron wurden an einem
Unterkollektiv von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen (n=280) erhoben, die 10 µg/kgoder 20 µg/kg erhielten. Bei Steigerung der Dosis von 10 µg/kg auf 20 µg/kg wurde eindosisproportionaler Anstieg der mittleren AUC beobachtet. Nach einmaliger intravenöser Infusion von
Palonosetron 20 µg/kg waren die am Ende der 15-minütigen Infusion gemessenen maximalen
Plasmakonzentrationen (CT) in allen Altersgruppen sehr unterschiedlich und bei Patienten unter6 Jahren tendenziell niedriger als bei älteren Kindern und Jugendlichen. Die mediane Halbwertszeitüber alle Altersgruppen hinweg betrug 29,5 Stunden und reichte nach Gabe von 20 µg/kg in denverschiedenen Altersgruppen von etwa 20 bis zu 30 Stunden.
Die Gesamtkörperclearance (l/h/kg) von Patienten zwischen 12 und 17 Jahren war mit derjenigen vongesunden Erwachsenen vergleichbar. Beim Verteilungsvolumen in l/kg bestehen keineoffensichtlichen Unterschiede.
Tabelle 4. Pharmakokinetische Parameter bei Kindern und Jugendlichen mit
Krebserkrankungen nach intravenöser Infusion von Palonosetron 20 µg/kg über 15 min und beierwachsenen Krebspatienten, die 3 bzw. 10 µg/kg Palonosetron als intravenöse Bolusgabenerhielten.
Kinder bzw. Jugendliche mit Erwachsene
Krebserkrankungena Krebspatientenb< 2 J. 2 bis 6 bis 12 bis 3,0 µg/kg 10 µg/kg< 6 J. < 12 J. < 17 J.
N=3 N=5 N=7 N=10 N=6 N=5
AUC0-∞, h·µg/l 69,0 103,5 98,7 124,5 35,8 81,8(49,5) (40,4) (47,7) (19,1) (20,9) (23,9)t½, Stunden 56,4 49,824,0 28 23,3 30,5(5,81) (14,4)
N=6 N=14 N=13 N=19 N=6 N=5
Clearance c, l/h/kg 0,31 0,23 0,19 0,16 0,10 0,13(34,7) (51,3) (46,8) (27,8) (0,04) (0,05)
Verteilungsvolumen c, d, l/kg 6,08 5,29 6,26 6,20 7,91 9,56(36,5) (57,8) (40,0) (29,0) (2,53) (4,21)a PK-Parameter ausgedrückt als geometrischer Mittelwert (VK) außer bei t½, für welche Medianwerte angegebensind.b PK-Parameter ausgedrückt als arithmetrischer Mittelwert (SD)c Clearance und Verteilungsvolumen wurden bei den Kindern und Jugendlichen aus den Dosisgruppen 10 µg/kgund 20 µg/kg gepoolt gewichtskorrigiert berechnet. Bei den Erwachsenen sind die verschiedenen Dosisstufen inder Spaltenüberschrift angegeben.d Für die Kinder und Jugendlichen mit Krebserkrankungen ist das Vss (Gleichgewichtszustand), für dieerwachsenen Krebspatienten das Vz (Elimination) angegeben.
NierenfunktionsstörungEine geringe bis mäßige Nierenfunktionsstörung beeinflusst die pharmakokinetischen Parameter von
Palonosetron nicht signifikant. Bei einer schweren Nierenfunktionsstörung ist die renale Clearanceverringert, die Gesamtkörperclearance ist bei diesen Patienten jedoch der bei Gesunden ähnlich. Bei
Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich. Für Patienten, diehämodialysiert werden, stehen keine pharmakokinetischen Daten zur Verfügung.
LeberfunktionsstörungEine Leberfunktionsstörung beeinflusst die Gesamtkörperclearance von Palonosetron im Vergleich zu
Gesunden nicht. Zwar sind bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung die terminale
Eliminationshalbwertzeit und die durchschnittliche systemische Exposition mit Palonosetron erhöht,eine Reduzierung der Dosis ist dadurch jedoch nicht gerechtfertigt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Präklinische Effekte wurden nur nach Expositionen beobachtet, die ausreichend über der maximalenhumantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den Menschen wird als gering bewertet.
Aus präklinischen Studien ergaben sich Hinweise darauf, dass Palonosetron nur in sehr hohen
Konzentrationen Ionenkanäle blockieren kann, die an der ventrikulären De- und Repolarisationbeteiligt sind, und die Aktionspotentialdauer verlängern kann.
Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf
Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen.
Hinsichtlich des Durchtritts durch die Plazentaschranke liegen nur begrenzte Daten austierexperimentellen Studien vor (siehe Abschnitt 4.6).
Palonosetron ist nicht mutagen. Hohe Dosen Palonosetron (jede Dosis entsprach in etwa dem 30fachender therapeutischen Exposition beim Menschen), die täglich über zwei Jahre gegeben wurden, führtenzu einer vermehrten Häufigkeit von Lebertumoren, endokrinen Neoplasmen (in Schilddrüse,
Hypophyse, Pankreas, Nebennierenmark) und Hauttumoren bei Ratten, jedoch nicht bei Mäusen. Diezugrunde liegenden Mechanismen sind nicht vollständig bekannt, aber aufgrund der verwendetenhohen Dosierungen und da Palonosetron beim Menschen zur einmaligen Anwendung bestimmt ist,wird die Relevanz dieser Ergebnisse als für den Menschen gering bewertet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol (Ph.Eur.),
Citronensäure-Monohydrat,
Natriumcitrat ,
Natriumedetat (Ph.Eur.),
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Wertes),
Salzsäure 36% (zur Einstellung des pH-Wertes),
Wasser für Injektionszwecke.
6.2 Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Nach Anbruch der Durchstechflasche sofort verwenden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Röhrenförmige 6-ml-Durchstechflasche aus Klarglas (Typ 1) mit Chlorbutyl-Gummistopfen und
Flip-off-Versiegelung aus Aluminium.
Erhältlich in einer Packung mit 1 Durchstechflasche mit 5 ml Lösung.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungNur zur einmaligen Anwendung, nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Accord Healthcare S.L.U.
World Trade Center, Moll de Barcelona, s/n,
Edifici Est 6ª planta,08039 Barcelona,
Spanien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26 Mai 2016
Datum der letzten Verlängerung: 12. Februar 2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.