Anaphylaxie
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
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Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Padcev 20 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Padcev 30 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Padcev 20 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Eine Durchstechflasche mit Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält20 mg Enfortumab vedotin.
Padcev 30 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Eine Durchstechflasche mit Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält30 mg Enfortumab vedotin.
Nach Rekonstitution enthält 1 ml der Lösung 10 mg Enfortumab vedotin.
Enfortumab vedotin besteht aus einem vollständig humanen IgG1-kappa-Antikörper, der über einen
Protease-spaltbaren Maleimidocaproyl-Valin-Citrullin-Linker mit der Mikrotubuli-hemmenden
Substanz Monomethyl-Auristatin E (MMAE) konjugiert ist.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Weißes bis cremefarbenes lyophilisiertes Pulver.
Muskelinvasives Blasenkarzinom (muscle invasive bladder cancer, MIBC)
Padcev in Kombination mit Pembrolizumab als neoadjuvante Behandlung und im Anschluss an eineradikale Zystektomie als adjuvante Behandlung ist angezeigt zur Behandlung von erwachsenen
Patienten mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC), die für eine Cisplatin-haltige
Chemotherapie nicht infrage kommen.
Nicht resezierbares oder metastasiertes Urothelkarzinom
Padcev in Kombination mit Pembrolizumab ist angezeigt zur Erstlinientherapie bei erwachsenen
Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom, die für eine platinhaltige
Chemotherapie infrage kommen.
Lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Urothelkarzinom
Padcev ist als Monotherapie angezeigt zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom, die zuvor eine platinhaltige Chemotherapieund einen Programmed Death Receptor-1- oder Programmed Death Ligand-1-Inhibitor erhalten haben(siehe Abschnitt 5.1).
Die Behandlung mit Padcev soll durch einen in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arztbegonnen und überwacht werden. Stellen Sie sicher, dass ein guter venöser Zugang vorhanden ist,bevor Sie mit der Behandlung beginnen (siehe Abschnitt 4.4).
DosierungTabelle 1. Empfohlene Dosis für Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab*
Indikation Empfohlene Dosis von Behandlungsdauer
Enfortumab vedotin
Neoadjuvantes und adjuvantes Enfortumab vedotin Patienten, die nicht fürmuskelinvasives 1,25 mg/kg (bis zu einem Cisplatin infrage kommen
Blasenkarzinom (MIBC) Maximum von 125 mg für Neoadjuvant: 3 Zyklen oder bis
Patienten ≥ 100 kg) an den zur Progression der
Tagen 1 und 8 eines 21-tägigen Erkrankung, die eine kurativ
Zyklus. intendierte radikale
Zystektomie ausschließt, oderbis zum Auftreteninakzeptabler Toxizität.
Adjuvant: 6 Zyklen oder biszum Wiederauftreten der
Erkrankung oder bis zum
Auftreten inakzeptabler
Toxizität.
Nicht resezierbares oder Enfortumab vedotin Bis zur Progression dermetastasiertes Urothelkarzinom 1,25 mg/kg (bis zu einem Erkrankung oder bis zum
Maximum von 125 mg für Auftreten inakzeptabler
Patienten ≥ 100 kg) an den Toxizität.
Tagen 1 und 8 eines 21-tägigen
Zyklus.
* Bei Verabreichung am selben Tag soll Pembrolizumab den Patienten nach Enfortumab vedotinverabreicht werden. Weitere Informationen zur Dosierung von Pembrolizumab sind der
Fachinformation von Pembrolizumab zu entnehmen.
Tabelle 2. Empfohlene Dosis für Enfortumab vedotin als Monotherapie
Empfohlene Dosis von
Indikation Behandlungsdauer
Enfortumab vedotin
Lokal fortgeschrittenes Enfortumab vedotin Bis zur Progression der Erkrankung oderoder metastasiertes 1,25 mg/kg (bis zu einem bis zum Auftreten inakzeptabler
Urothelkarzinom Maximum von 125 mg für Toxizität.
Patienten ≥ 100 kg) an den
Tagen 1, 8 und 15 eines 28-tägigen Zyklus.
Tabelle 3. Empfohlene Dosisreduktionen von Enfortumab vedotin bei
Nebenwirkungen
Schema zur Dosisreduktion Dosisstufe
Startdosis 1,25 mg/kg bis zu 125 mg
Erste Dosisreduktion 1,0 mg/kg bis zu 100 mg
Zweite Dosisreduktion 0,75 mg/kg bis zu 75 mg
Dritte Dosisreduktion 0,5 mg/kg bis zu 50 mg
DosisanpassungenTabelle 4. Dosisunterbrechung, -reduktion und Absetzen von Enfortumab vedotin
Nebenwirkung Schweregrad* Dosisanpassung*
Verdacht auf Stevens-Johnson-
Syndrom (SJS) oder Sofort unterbrechen und an einen Facharzt
Epidermolysis acuta toxica überweisen.(toxische epidermale Nekrolyse,
TEN) oder bullöse Läsionen
Bestätigte(s) SJS oder TEN;
Dauerhaft absetzen.
Grad 4 oder rezidivierend Grad 3
Hautreaktionen* Unterbrechung bis Grad ≤ 1.
* Überweisung an einen Facharzt soll in
Grad 2, sich verschlechternd Erwägung gezogen werden.
Grad 2, mit Fieber * Wiederaufnahme in der gleichen
Grad 3 Dosisstufe oder Dosisreduktion um eine
Dosisstufe in Betracht ziehen (siehe
Tabelle 3).
* Unterbrechung bis die erhöhte Glucose
Glucose im Blut im Blut auf ≤ 13,9 mmol/l
Hyperglykämie> 13,9 mmol/l (> 250 mg/dl) (≤ 250 mg/dl) gesunken ist.
* Wiederaufnahme der Behandlung in dergleichen Dosisstufe.
* Unterbrechung bis Grad ≤ 1, dann
Wiederaufnahme mit der gleichen
Pneumonitis/ Grad 2 Dosis oder Dosisreduktion um eine
Interstitielle Dosisstufe in Betracht ziehen (siehe
Lungenerkrankung Tabelle 3).(ILD)
Grad ≥ 3 Dauerhaft absetzen.
* Unterbrechen bis Grad ≤ 1.
* Beim ersten Auftreten die Behandlungmit der gleichen Dosis fortsetzen.
Grad 2 * Bei einem Wiederauftreten die
Periphere Behandlung unterbrechen bis Grad ≤ 1,
Neuropathie dann Wiederaufnahme der Behandlung,reduziert um eine Dosisstufe (siehe
Tabelle 3).
Grad ≥ 3 Dauerhaft absetzen.
* Die Toxizität wurde gemäß National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse
Events Version 5.0 (Allgemeine Terminologie-Kriterien für unerwünschte Ereignisse des nationalen
Krebsinstituts der USA, Version 5.0, NCI CTCAE v5.0) eingestuft, wobei Grad 1 leicht, Grad 2moderat, Grad 3 schwer und Grad 4 lebensbedrohlich bedeutet.
Spezielle PatientengruppenBei Patienten ≥ 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter [Kreatininclearance (KrCL) > 60 - 90 ml/min], moderater (KrCL30 - 60 ml/min) oder schwerer (KrCL 15 - < 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit terminaler Nierenerkrankung (KrCL < 15 ml/min)wurde Enfortumab vedotin nicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung [Gesamtbilirubin von 1 bis 1,5 × obere Normgrenze(upper limit of normal, ULN) und beliebigem Aspartat-Aminotransferase(AST)-Wert oder
Gesamtbilirubin ≤ ULN und AST > ULN] ist keine Dosisanpassung erforderlich. Enfortumab vedotinwurde nur bei einer begrenzten Anzahl von Patienten mit moderater und schwerer
Leberfunktionsstörung untersucht. Es wird erwartet, dass eine Leberfunktionsstörung die systemische
Exposition gegenüber MMAE (die zytotoxische Substanz) erhöht; daher sollen die Patientenengmaschig auf unerwünschte Ereignisse überwacht werden. Aufgrund der spärlichen Datenlage bei
Patienten mit moderater und schwerer Leberfunktionsstörung kann keine spezifische Dosisempfehlunggegeben werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheEs gibt im Anwendungsgebiet lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Urothelkarzinom und MIBCkeine relevante Anwendung von Enfortumab vedotin bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungPadcev ist zur intravenösen Anwendung bestimmt. Die empfohlene Dosis muss als intravenöse
Infusion über 30 Minuten verabreicht werden. Enfortumab vedotin darf nicht als intravenöse Druck-oder Bolusinjektion verabreicht werden.
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
HautreaktionenHautreaktionen werden mit Enfortumab vedotin als Folge der Bindung von Enfortumab vedotin an dasin der Haut exprimierte Nectin-4 in Verbindung gebracht. Fieber oder grippeähnliche Symptomekönnen das erste Anzeichen einer schweren Hautreaktion sein. Wenn dies auftritt, sollen die Patientenbeobachtet werden.
Leichte bis moderate Hautreaktionen, vorwiegend makulo-papulöser Ausschlag, wurden mit
Enfortumab vedotin berichtet. Die Inzidenzrate für Hautreaktionen war höher, wenn Enfortumabvedotin in Kombination mit Pembrolizumab verabreicht wurde im Vergleich zu Enfortumab vedotinals Monotherapie (siehe Abschnitt 4.8). Schwere kutane Nebenwirkungen, einschließlich Stevens-
Johnson-Syndrom (SJS) und Epidermolysis acuta toxica (toxische epidermale Nekrolyse, TEN), mittödlichem Ausgang sind ebenfalls bei Patienten aufgetreten, die mit Enfortumab vedotin behandeltwurden, vorwiegend während des ersten Behandlungszyklus.
Die Patienten sollen beginnend mit dem ersten Zyklus und während der gesamten Behandlung auf
Hautreaktionen überwacht werden. Bei leichten bis moderaten Hautreaktionen kann eine geeignete
Behandlung, wie z. B. topische Kortikosteroide und Antihistaminika, erwogen werden. Bei Verdachtauf SJS oder TEN, oder im Falle von beginnenden bullösen Hautläsionen, unterbrechen Sie die
Behandlung sofort und überweisen Sie an einen Facharzt. Eine histologische Bestätigung,einschließlich der Erwägung von mehreren Biopsien, ist für die Früherkennung entscheidend, da
Diagnose und Intervention die Prognose verbessern können. Setzen Sie Padcev bei bestätigtem SJSoder TEN, Grad-4- oder wiederkehrenden Grad-3-Hautreaktionen dauerhaft ab. Bei sichverschlechternden Grad-2-Hautreaktionen, Grad-2-Hautreaktionen mit Fieber oder bei Grad-3-
Hautreaktionen soll die Behandlung unterbrochen werden bis Grad ≤ 1 erreicht ist und eine
Überweisung an einen Facharzt in Erwägung gezogen werden. Die Behandlung soll in der gleichen
Dosisstufe wieder aufgenommen oder eine Dosisreduktion um eine Dosisstufe in Betracht gezogenwerden (siehe Abschnitt 4.2).
Pneumonitis/ILD
Bei Patienten, die mit Enfortumab vedotin behandelt wurden, traten Fälle von schwerer,lebensbedrohlicher oder tödlicher Pneumonitis/ILD auf. Die Inzidenzrate für Pneumonitis/ILD,einschließlich schwerer Ereignisse, war höher, wenn Enfortumab vedotin in Kombination mit
Pembrolizumab verabreicht wurde im Vergleich zu Enfortumab vedotin als Monotherapie (siehe
Abschnitt 4.8).
Überwachen Sie die Patienten auf Anzeichen und Symptome, die auf eine Pneumonitis/ILD hinweisenkönnen, wie z. B. Hypoxie, Husten, Dyspnoe oder interstitielle Infiltrate in radiologischen
Untersuchungen. Bei Ereignissen des Grades ≥ 2 sollen Kortikosteroide verabreicht werden (z. B. eine
Anfangsdosis von 1-2 mg/kg/Tag Prednison oder Äquivalent und anschließendes Ausschleichen).
Unterbrechen Sie die Behandlung mit Padcev bei vorliegender Grad-2-Pneumonitis/-ILD und ziehen
Sie eine Dosisreduktion in Betracht. Setzen Sie Padcev bei Grad-≥ 3-Pneumonitis/-ILD dauerhaft ab(siehe Abschnitt 4.2).
HyperglykämieHyperglykämie und diabetische Ketoazidose, einschließlich tödlicher Ereignisse, traten bei Patientenmit und ohne vorbestehenden Diabetes mellitus auf, die mit Enfortumab vedotin behandelt wurden(siehe Abschnitt 4.8). Hyperglykämie trat häufiger bei Patienten mit vorbestehender Hyperglykämieoder einem hohen Body-Mass-Index (≥ 30 kg/m2) auf. Patienten mit einem Ausgangs-Hämoglobin
A1C (HbA1c) ≥ 8 % wurden von den klinischen Studien ausgeschlossen. Der Glucosespiegel im Blutsoll bei Patienten mit Diabetes mellitus oder dem Risiko für Diabetes mellitus oder Hyperglykämie vor
Verabreichung der Dosis und regelmäßig im Behandlungsverlauf je nach klinischen Erfordernissenkontrolliert werden. Wenn die Glucose im Blut auf > 13,9 mmol/l (> 250 mg/dl) erhöht ist, soll Padcevpausiert werden, bis die Glucose im Blut ≤ 13,9 mmol/l (≤ 250 mg/dl) beträgt, und es sollentsprechend behandelt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Schwerwiegende InfektionenSchwerwiegende Infektionen wie z. B. Sepsis oder Pneumonie (einschließlich solcher mit tödlichem
Ausgang) wurden bei Patienten berichtet, die mit Padcev behandelt wurden. Die Patienten sollenwährend der Behandlung sorgfältig auf das Auftreten von möglichen schwerwiegenden Infektionenüberwacht werden.
Periphere NeuropathiePeriphere Neuropathie, vorwiegend periphere sensorische Neuropathie, ist unter Enfortumab vedotineinschließlich Reaktionen vom Grad ≥ 3 aufgetreten (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mitvorbestehender peripherer Neuropathie Grad ≥ 2 wurden von den klinischen Studien ausgeschlossen.
Die Patienten sollen auf Symptome einer neuen oder sich verschlimmernden peripheren Neuropathieüberwacht werden, da bei diesen Patienten eine Verzögerung, Dosisreduktion oder ein Absetzen von
Enfortumab vedotin erforderlich sein könnte (siehe Tabelle 3). Padcev soll bei peripherer Neuropathie
Grad ≥ 3 dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
AugenerkrankungenBei Patienten, die mit Enfortumab vedotin behandelt wurden, traten Augenerkrankungen, vorwiegendtrockenes Auge, auf (siehe Abschnitt 4.8). Die Patienten sollen auf Augenerkrankungen überwachtwerden. Ziehen Sie künstliche Tränenflüssigkeit zur Prophylaxe des trockenen Auges und eine
Überweisung zur augenärztlichen Untersuchung in Betracht, wenn die okulären Symptome nichtabklingen oder sich verschlimmern.
Extravasat an der Infusionsstelle
Haut- und Weichteilverletzungen wurden nach der Verabreichung von Enfortumab vedotinbeobachtet, wenn ein Extravasat auftrat (siehe Abschnitt 4.8). Stellen Sie einen guten venösen Zugangsicher, bevor Sie mit Padcev beginnen, und achten Sie während der Verabreichung auf ein mögliches
Extravasat an der Infusionsstelle. Wenn ein Extravasat auftritt, stoppen Sie die Infusion und achten Sieauf Nebenwirkungen.
Embryo-fetale Toxizität und Empfängnisverhütung
Schwangere Frauen sollen über das mögliche Risiko für einen Fetus informiert werden (siehe
Abschnitte 4.6 und 5.3). Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter soll geraten werden, innerhalb von7 Tagen vor Beginn der Behandlung mit Enfortumab vedotin einen Schwangerschaftstestdurchzuführen und während der Behandlung und für mindestens 6 Monate nach Beendigung der
Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anzuwenden. Männern, die mit Enfortumab vedotinbehandelt werden, wird empfohlen, während der Behandlung und für mindestens 4 Monate nach derletzten Dosis von Padcev kein Kind zu zeugen.
Informationspaket für Patienten
Der Verschreiber muss die Risiken der Therapie mit Padcev mit dem Patienten besprechen,einschließlich der Kombinationstherapie mit Pembrolizumab. Mit jeder Verschreibung sollen den
Patienten die Gebrauchsinformation für Patienten und die Patientenkarte ausgehändigt werden.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Arzneimittelwechselwirkungen mit Enfortumab vedotindurchgeführt. Die gleichzeitige Anwendung von Enfortumab vedotin und Arzneimitteln, die über
CYP3A4 (Substrate) metabolisiert werden, birgt kein klinisch relevantes Risiko einer Induktionpharmakokinetischer Interaktionen (siehe Abschnitt 5.2).
Wirkung anderer Arzneimittel auf Enfortumab vedotin
CYP3A4-Inhibitoren, -Substrate oder -Induktoren
Eine physiologisch-basierte pharmakokinetische Modellierung (PBPK) hat ergeben, dass diegleichzeitige Anwendung von Enfortumab vedotin mit Ketoconazol (einem kombinierten
P-Glykoprotein[P-gp]- und starken CYP3A-Inhibitor) voraussichtlich die Cmax des unkonjugierten
MMAE und die Area under the curve(AUC)-Exposition in geringem Maße erhöht, wobei sich die
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat(antibody drug conjugate, ADC)-Exposition nicht ändert. Bei einergleichzeitigen Behandlung mit CYP3A4-Inhibitoren ist Vorsicht geboten. Patienten, die gleichzeitigstarke CYP3A4-Inhibitoren erhalten (z. B. Boceprevir, Clarithromycin, Cobicistat, Indinavir,
Itraconazol, Nefazodon, Nelfinavir, Posaconazol, Ritonavir, Saquinavir, Telaprevir, Telithromycin,
Voriconazol) sollen engmaschiger auf Anzeichen für Toxizitäten überwacht werden.
Unkonjugiertes MMAE wird voraussichtlich nicht die AUC von gleichzeitig angewendeten
Arzneimitteln, die CYP3A4-Substrate sind (z. B. Midazolam), verändern.
Starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin,
Johanniskraut [Hypericum perforatum]) können möglicherweise die Exposition von unkonjugiertem
MMAE mit moderatem Effekt verringern (siehe Abschnitt 5.2).
Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Ein Schwangerschaftstest wird für Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter innerhalb von 7 Tagen vor
Beginn der Behandlung empfohlen. Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter sollen darauf hingewiesenwerden, während der Behandlung und für mindestens 6 Monate nach Beendigung der Behandlung einewirksame Verhütungsmethode anzuwenden. Männern, die mit Enfortumab vedotin behandelt werden,wird empfohlen, während der Behandlung und für mindestens 4 Monate nach der letzten Dosis von
Padcev kein Kind zu zeugen.
SchwangerschaftPadcev kann, basierend auf Erkenntnissen aus Tierversuchen, bei Verabreichung an schwangere
Frauen den Fetus schädigen. Studien zur Embryo-fetalen-Entwicklung an weiblichen Ratten habengezeigt, dass die intravenöse Verabreichung von Enfortumab vedotin zu einer verminderten Anzahllebensfähiger Feten, einer reduzierten Wurfgröße und vermehrten frühen Resorptionen führte (siehe
Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Padcev während der Schwangerschaft und bei Frauen imgebärfähigen Alter, die keine wirksame Verhütungsmethode anwenden, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Enfortumab vedotin in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für gestillte
Kinder kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit Padcev undfür mindestens 6 Monate nach der letzten Dosis unterbrochen werden.
FertilitätBei Ratten führte eine wiederholte Verabreichung von Enfortumab vedotin zu Hodentoxizität undkann möglicherweise die männliche Fertilität verändern. MMAE hat aneugene Eigenschaften (siehe
Abschnitt 5.3). Daher wird Männern, die mit diesem Arzneimittel behandelt werden, empfohlen, vorder Behandlung Spermienproben einfrieren und lagern zu lassen. Es liegen keine Daten über die
Wirkung von Padcev auf die menschliche Fertilität vor.
Padcev hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab
Wenn Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab verabreicht wird, ziehen Sie die
Fachinformation für Pembrolizumab zurate, bevor die Behandlung eingeleitet wird.
Muskelinvasives Blasenkarzinom
Die Sicherheit von Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab wurde bei 167 Patientenuntersucht, die mindestens eine Dosis Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg in Kombination mit
Pembrolizumab in einer Phase-3-Studie (EV-303) erhielten (siehe Tabelle 5). Die Patienten waren füreine mediane Dauer von 6,3 Monaten (Bereich: 0,03 bis 19,7 Monate) gegenüber der Kombinationvon Enfortumab vedotin und Pembrolizumab exponiert. Die mediane Expositionsdauer gegenüber
Enfortumab vedotin allein betrug 5,5 Monate (Bereich: 0,03 bis 14,1 Monate).
Die häufigsten Nebenwirkungen mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab waren
Pruritus (47,3 %), Alopezie (34,7 %), Diarrhö (34,1 %), Ermüdung/Fatigue (32,3 %), Anämie(30,5 %), verminderter Appetit (28,1 %), Dysgeusie (28,1 %), Übelkeit (25,7 %), Ausschlag (25,1 %),erhöhte Aspartataminotransferase (24 %), erniedrigtes Gewicht (19,8 %), erhöhte
Alaninaminotransferase (19,2 %), makulo-papulöser Ausschlag (16,2 %), trockene Haut (15 %),
Hypothyreose (14,4 %), periphere sensorische Neuropathie (13,8 %), Hyperglykämie (12,6 %) undperiphere Neuropathie (10,2 %).
Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung (≥ 2 %) war Diarrhö (2,4 %). Einundvierzig Prozent der
Patienten setzten Enfortumab vedotin wegen Nebenwirkungen dauerhaft ab; die häufigste
Nebenwirkung (≥ 2 %), die zum Absetzen führte, war periphere sensorische Neuropathie (2,4 %).
Nebenwirkungen, die zu einer Dosisunterbrechung von Enfortumab vedotin führten, traten bei 44 %der Patienten auf. Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosisunterbrechung führten,waren Diarrhö (4,2 %), Ausschlag (4,2 %), Neutropenie (3,6 %), Ermüdung/Fatigue (3 %),
Hyperglykämie (3 %) und Pruritus (2,4 %).
Nebenwirkungen, die zu einer Dosisreduktion von Enfortumab vedotin führten, traten bei 17 % der
Patienten auf. Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosisreduktion führten, waren
Ausschlag (2,4 %) und erniedrigtes Gewicht (2,4 %).
Nicht resezierbares oder metastasiertes Urothelkarzinom
Die Sicherheit von Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab wurde bei 564 Patientenuntersucht, die mindestens eine Dosis Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg in Kombination mit
Pembrolizumab in einer Phase-2-Studie (EV-103) und einer Phase-3-Studie (EV-302) erhielten (siehe
Tabelle 5). Die Patienten waren für eine mediane Dauer von 9,4 Monaten (Bereich: 0,3 bis34,4 Monate) gegenüber Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab exponiert.
Die häufigsten Nebenwirkungen mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab warenperiphere sensorische Neuropathie (53,4 %), Pruritus (41,1 %), Ermüdung/Fatigue (40,4 %), Diarrhö(39,2 %), Alopezie (38,5 %), makulo-papulöser Ausschlag (36 %), erniedrigtes Gewicht (36 %),verminderter Appetit (33,9 %), Übelkeit (28,4 %), Anämie (25,7 %), Dysgeusie (24,3 %), trockene
Haut (18,1 %), erhöhte Alaninaminotransferase (16,8 %), Hyperglykämie (16,7 %), erhöhte
Aspartataminotransferase (15,4 %), trockenes Auge (14,4 %), Erbrechen (13,3 %), makulöser
Ausschlag (11,3 %), Hypothyreose (10,5 %) und Neutropenie (10,1 %).
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen (≥ 2 %) waren Diarrhö (3 %) und Pneumonitis(2,3 %). Sechsunddreißig Prozent der Patienten setzten Enfortumab vedotin wegen Nebenwirkungendauerhaft ab; die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zum Absetzen führten, waren peripheresensorische Neuropathie (12,2 %) und makulo-papulöser Ausschlag (2 %).
Nebenwirkungen, die zu einer Dosisunterbrechung von Enfortumab vedotin führten, traten bei 72 %der Patienten auf. Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosisunterbrechung führten,waren periphere sensorische Neuropathie (17 %), makulo-papulöser Ausschlag (6,9 %), Diarrhö(4,8 %), Ermüdung/Fatigue (3,7 %), Pneumonitis (3,7 %), Hyperglykämie (3,4 %), Neutropenie(3,2 %), erhöhte Alaninaminotransferase (3 %), Pruritus (2,3 %) und Anämie (2 %).
Nebenwirkungen, die zu einer Dosisreduktion von Enfortumab vedotin führten, traten bei 42,4 % der
Patienten auf. Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosisreduktion führten, warenperiphere sensorische Neuropathie (9,9 %), makulo-papulöser Ausschlag (6,4 %), Ermüdung/Fatigue(3,2 %), Diarrhö (2,3 %) und Neutropenie (2,1 %).
Enfortumab vedotin als Monotherapie
Die Sicherheit von Enfortumab vedotin als Monotherapie wurde bei 793 Patienten untersucht, diemindestens eine Dosis Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg in zwei Phase-1-Studien (EV-101 und EV-102), drei Phase-2-Studien (EV-103, EV-201 und EV-203) und einer Phase-3-Studie (EV-301)erhielten (siehe Tabelle 5). Die Patienten waren für eine mediane Dauer von 4,7 Monaten (Bereich: 0,3bis 55,7 Monate) gegenüber Enfortumab vedotin exponiert.
Die häufigsten Nebenwirkungen mit Enfortumab vedotin waren Alopezie (47,7 %), verminderter
Appetit (47,2 %), Ermüdung/Fatigue (46,8 %), Diarrhö (39,1 %), periphere sensorische Neuropathie(38,5 %), Übelkeit (37,8 %), Pruritus (33,4 %), Dysgeusie (30,4 %), Anämie (29,1 %), erniedrigtes
Gewicht (25,2 %), makulo-papulöser Ausschlag (23,6 %), trockene Haut (21,8 %), Erbrechen(18,7 %), erhöhte Aspartataminotransferase (17 %), Hyperglykämie (14,9 %), trockenes Auge(12,7 %), erhöhte Alaninaminotransferase (12,7 %) und Ausschlag (11,6 %).
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen (≥ 2 %) waren Diarrhö (2,1 %) und Hyperglykämie(2,1 %). Einundzwanzig Prozent der Patienten setzten Enfortumab vedotin wegen Nebenwirkungendauerhaft ab; die häufigste Nebenwirkung (≥ 2 %), die zum Absetzen der Dosis führte, war peripheresensorische Neuropathie (4,8 %). Nebenwirkungen, die zu einer Dosisunterbrechung führten, tratenbei 62 % der Patienten auf; die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosisunterbrechungführten, waren periphere sensorische Neuropathie (14,8 %), Ermüdung/Fatigue (7,4 %), makulo-papulöser Ausschlag (4 %), erhöhte Aspartataminotransferase (3,4 %), erhöhte
Alaninaminotransferase (3,2 %), Anämie (3,2 %), Hyperglykämie (3,2 %), erniedrigte
Neutrophilenzahl (3 %), Diarrhö (2,8 %), Ausschlag (2,4 %) und periphere motorische Neuropathie(2,1 %). Bei 38 % der Patienten war eine Dosisreduktion aufgrund einer Nebenwirkung notwendig; diehäufigsten Nebenwirkungen (≥ 2 %), die zu einer Dosisreduktion führten, waren periphere sensorische
Neuropathie (10,3 %), Ermüdung/Fatigue (5,3 %), makulo-papulöser Ausschlag (4,2 %) undverminderter Appetit (2,1 %).
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenIn diesem Abschnitt sind die während klinischer Studien mit Enfortumab vedotin als Monotherapieoder in Kombination mit Pembrolizumab beobachteten oder durch die Anwendung von Enfortumabvedotin nach der Markteinführung berichteten Nebenwirkungen nach MedDRA-Systemorganklasseund darin nach Häufigkeitskategorien aufgeführt. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert:sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000,< 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Tabelle 5. Nebenwirkungen bei mit Enfortumab vedotin behandelten Patienten
Häufigkeit Monotherapie In Kombination mit
Pembrolizumab
Infektionen und parasitäre ErkrankungenHäufig Sepsis, Pneumonie Sepsis, Pneumonie
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Anämie Anämie
Häufig Thrombozytopenie Thrombozytopenie1 Neutropenie, febrile Neutropenie, Neutropenie, febrile Neutropenie,
Nicht bekannterniedrigte Neutrophilenzahl erniedrigte Neutrophilenzahl
Endokrine ErkrankungenSehr häufig Hypothyreose
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHyperglykämie, verminderter
Sehr häufig Hyperglykämie, verminderter Appetit Appetit
Nicht bekannt1 Diabetische Ketoazidose Diabetische Ketoazidose
Erkrankungen des NervensystemsPeriphere sensorische Neuropathie, Periphere sensorische Neuropathie,
Sehr häufig
Dysgeusie Dysgeusie
Periphere Neuropathie, periphere
Periphere Neuropathie, periphere motorische Neuropathie, peripheremotorische Neuropathie, periphere
Häufig sensomotorische Neuropathie, sensomotorische Neuropathie,
Parästhesie, Hypoästhesie, Parästhesie, Hypoästhesie,
Gangstörung, muskuläre Schwäche,
Gangstörung, muskuläre Schwäche Neurotoxizität
Demyelinisierende Polyneuropathie,
Polyneuropathie, Neurotoxizität,motorische Funktionsstörung, Dysästhesie, Polyneuropathie,
Dysästhesie, Muskelatrophie, Myasthenia gravis, Neuralgie,
Gelegentlich Neuralgie, Peroneuslähmung, Peroneuslähmung, brennendes
Sinnesempfindungsver-lust, Gefühl auf der Hautbrennendes Gefühl auf der Haut,
Brennen
AugenerkrankungenSehr häufig Trockenes Auge Trockenes Auge
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsHäufig Pneumonitis/ILD2 Pneumonitis/ILD2
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsIn Kombination mit
Häufigkeit Monotherapie Pembrolizumab
Sehr häufig Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAlopezie, Pruritus, Ausschlag, Alopezie, Pruritus, makulo-papulöser
Sehr häufig makulo-papulöser Ausschlag, trockene Ausschlag, trockene Haut
HautAusschlag, Exfoliation der Haut,
Medikamentenausschlag, Exfoliationder Haut, Konjunktivitis, bullöse Konjunktivitis, bullöse Dermatitis,
Dermatitis, Blasen, Stomatitis, palmar- Blasen, Stomatitis, palmar-plantares
Erythrodysästhesie-Syndrom,
Häufig plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Ekzem, Erythem, erythematöser
Ekzem, Erythem, erythematöser Ausschlag, makulöser Ausschlag,
Ausschlag, makulöser Ausschlag,papulöser Ausschlag, Ausschlag mit papulöser Ausschlag, Ausschlag mit
Juckreiz, blasiger Hautausschlag,
Juckreiz, blasiger Hautausschlag Dermatitis
Generalisierte exfoliative Dermatitis, Medikamentenausschlag,
Erythema multiforme, exfoliativer generalisierte exfoliative Dermatitis,
Hautausschlag, Pemphigoid,makulovesikuläre Hautreaktion, Erythema multiforme, exfoliativer
Gelegentlich Dermatitis, allergische Dermatitis, Hautausschlag, Pemphigoid,allergische Dermatitis,
Kontaktdermatitis, Intertrigo, Kontaktdermatitis, Intertrigo,
Hautreizung, Stauungsdermatitis, Hautreizung, Stauungsdermatitis
Blutblase
Epidermolysis acuta toxica, Epidermolysis acuta toxica,
Hauthyperpigmentierung, Hauthyperpigmentierung,
Hautverfärbung, Hautverfärbung,1 Pigmentierungsstörung, Stevens- Pigmentierungsstörung, Stevens-
Nicht bekannt Johnson-Syndrom, Epidermalnekrose, Johnson-Syndrom,symmetrisches arzneimittelbedingtes Epidermalnekrose, symmetrischesintertriginöses und flexurales arzneimittelbedingtes intertriginöses
Exanthem und flexurales Exanthem
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlich Myositis
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdung/Fatigue Ermüdung/Fatigue
Häufig Extravasat an der Infusionsstelle Extravasat an der Infusionsstelle
Untersuchungen
Erhöhte Alaninaminotransferase, Erhöhte Alaninaminotransferase,
Sehr häufig erhöhte Aspartataminotransferase, erhöhte Aspartataminotransferase,erniedrigtes Gewicht erniedrigtes Gewicht
Häufig Erhöhte Lipase
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Reaktion in Zusammenhang mit einer Reaktion in Zusammenhang mit einer
Häufig
Infusion Infusion1Basierend auf weltweiten Erfahrungen nach der Markteinführung.2 Schließt ein: Akutes Atemnotsyndrom, autoimmune Lungenerkrankung, immunvermittelte
Lungenerkrankung, interstitielle Lungenerkrankung, Opazität in der Lunge, organisierende
Pneumonie, Pneumonitis, Lungenfibrose, Lungentoxizität, pulmonale Sarkoidose und Sarkoidose.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenInsgesamt wurden 159 Patienten auf eine Immunogenität gegenüber Enfortumab vedotin nach
Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab zur Behandlung von MIBC getestet. Bei3 Patienten wurde bestätigt, dass sie zu Beginn der Studie positiv für Anti-Wirkstoff-Antikörperwaren, und bei Patienten, die zu Beginn der Studie negativ waren (n = 156), waren insgesamt 2(1,3 %) nach Beginn der Studie positiv.
Insgesamt wurden 490 Patienten auf eine Immunogenität gegenüber Enfortumab vedotin nach
Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab zur Behandlung von nicht resezierbarem odermetastasiertem Urothelkarzinom getestet. Bei 24 Patienten wurde bestätigt, dass sie zu Beginn der
Studie positiv für Anti-Wirkstoff-Antikörper waren, und bei Patienten, die zu Beginn der Studienegativ waren (n = 466), waren insgesamt 14 (3 %) nach Beginn der Studie positiv.
Insgesamt wurden 697 Patienten auf eine Immunogenität gegenüber Enfortumab vedotin 1,25 mg/kgals Monotherapie getestet. Bei 16 Patienten wurde bestätigt, dass sie zu Beginn der Studie positiv für
Anti-Wirkstoff-Antikörper waren, und bei Patienten, die zu Beginn der Studie negativ waren(n = 681), waren insgesamt 24 (3,5 %) nach Beginn der Studie positiv.
Die Inzidenz der therapiebedingten Anti-Enfortumab-vedotin-Antikörperbildung war bei Beurteilungnach Verabreichung von Enfortumab vedotin als Monotherapie und in Kombination mit
Pembrolizumab konsistent.
Aufgrund der begrenzten Anzahl von Patienten mit Antikörpern gegen Padcev können keine
Rückschlüsse auf einen möglichen Einfluss der Immunogenität auf die Wirksamkeit, Sicherheit oder
Pharmakokinetik gezogen werden.
HautreaktionenIn klinischen Studien mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab traten bei 89 %(648) der 731 Patienten Hautreaktionen auf, und die Mehrheit dieser Hautreaktionen umfasstenmakulo-papulösen Ausschlag, makulösen Ausschlag, Ausschlag und papulösen Ausschlag. Schwere(Grad 3 oder 4) Hautreaktionen traten bei 19 % (135) der Patienten auf (Grad 3: 17 %, Grad 4: 2 %).
Ein tödliches Ereignis von toxisch epidermaler Nekrolyse trat bei einem Patienten auf. Die mediane
Zeit bis zum Auftreten von schweren Hautreaktionen betrug 1,6 Monate (Bereich: 0,1 bis17,2 Monate). Von den Patienten, bei denen Hautreaktionen auftraten und für die Daten bezüglicheiner Rückbildung vorlagen (n = 496), hatten 76 % eine vollständige Rückbildung, 16 % eine partielle
Verbesserung und 8 % keine Verbesserung zum Zeitpunkt ihrer letzten Beurteilung. Von den 24 % der
Patienten mit noch vorhandenen Hautreaktionen bei der letzten Beurteilung hatten 25 % Ereignisse des
Grades ≥ 2.
In klinischen Studien mit Enfortumab vedotin als Monotherapie traten bei 57 % (452) der 793 mit
Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg behandelten Patienten Hautreaktionen auf. Schwere (Grad 3 oder 4)
Hautreaktionen traten bei 14 % (108) der Patienten auf und die Mehrheit dieser Reaktionen umfassteeinen makulo-papulösen Ausschlag, Stomatitis, einen erythematösen Ausschlag, einen Ausschlag odereinen Medikamentenausschlag. Die mediane Zeit bis zum Auftreten von schweren Hautreaktionenbetrug 0,7 Monate (Bereich: 0,1 bis 8,2 Monate). Schwerwiegende Hautreaktionen traten bei 4,3 %(34) der Patienten auf. Von den Patienten, bei denen Hautreaktionen auftraten und für die Datenbezüglich einer Rückbildung vorlagen (n = 366), hatten 61 % eine vollständige Rückbildung, 24 %eine partielle Verbesserung und 15 % keine Verbesserung zum Zeitpunkt ihrer letzten Beurteilung.
Von den 39 % der Patienten mit noch vorhandenen Hautreaktionen zum Zeitpunkt der letzten
Beurteilung hatten 38 % Ereignisse des Grades ≥ 2.
Pneumonitis/ILD
In klinischen Studien mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab trat eine
Pneumonitis/ILD bei 9,4% (69) der 731 Patienten auf. Bei 20 Patienten trat eine schwere (Grad 3 oder4) Pneumonitis/ILD auf (Grad 3: 2,3 %, Grad 4: 0,4 %). Pneumonitis/ILD führte bei 2,1 % der
Patienten zum Absetzen von Enfortumab vedotin. Bei 3 Patienten trat ein tödliches Pneumonitis-/ILD-
Ereignis auf. Die mediane Zeit bis zum Auftreten von Pneumonitis/ILD jeden Grades betrug4,1 Monate (Bereich: 0,3 bis 26,2 Monate).
In klinischen Studien mit Enfortumab vedotin als Monotherapie trat eine Pneumonitis/ILD bei 3,3 %(26) der 793 mit Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg behandelten Patienten auf. Bei weniger als 1 % der
Patienten trat eine schwere (Grad 3 oder 4) Pneumonitis/ILD auf (Grad 3: 0,5 %, Grad 4: 0,3 %).
Pneumonitis/ILD führte bei 0,5 % der Patienten zum Absetzen von Enfortumab vedotin. Es tratenkeine Todesfälle im Zusammenhang mit Pneumonitis/ILD auf. Die mediane Zeit bis zum Auftretenvon Pneumonitis/ILD jeden Grades betrug 2,7 Monate (Bereich: 0,6 bis 6,0 Monate), die mediane
Dauer für Pneumonitis/ILD betrug 1,6 Monate (Bereich: 0,1 bis 43,0 Monate). Von den 26 Patienten,bei denen eine Pneumonitis/ILD auftrat, kam es bei 8 (30,8 %) zu einer Rückbildung der Symptome.
HyperglykämieIn klinischen Studien mit Enfortumab vedotin als Monotherapie trat eine Hyperglykämie (Glucose im
Blut > 13,9 mmol/l) bei 17 % (133) der 793 mit Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg behandelten Patientenauf. Schwerwiegende Ereignisse mit Hyperglykämie traten bei 2,5 % der Patienten auf, 7 % der
Patienten entwickelten eine schwere Hyperglykämie (Grad 3 oder 4) und bei 0,3 % der Patienten tratentödliche Ereignisse auf, je ein Ereignis mit Hyperglykämie und diabetischer Ketoazidose. Die Inzidenzvon Hyperglykämien des Grades 3 - 4 stieg durchweg bei Patienten mit höherem Body-Mass-Indexund bei Patienten mit höherem Ausgangs-HbA1c. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der
Hyperglykämie betrug 0,5 Monate (Bereich: 0 bis 20,3 Monate). Von den Patienten, bei denen eine
Hyperglykämie auftrat und für die Daten bezüglich einer Rückbildung vorlagen (n = 106), hatten 66 %eine vollständige Rückbildung, 19 % eine partielle Verbesserung und 15 % keine Verbesserung zum
Zeitpunkt ihrer letzten Beurteilung. Von den 34 % der Patienten mit noch vorhandener Hyperglykämiebei der letzten Beurteilung hatten 64 % Ereignisse des Grades ≥ 2.
Periphere NeuropathieIn klinischen Studien mit Enfortumab vedotin als Monotherapie trat eine periphere Neuropathie bei53 % (422) der 793 mit Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg behandelten Patienten auf. Bei 5 % der
Patienten trat eine schwere (Grad 3 oder 4) periphere Neuropathie einschließlich sensorischer undmotorischer Ereignisse auf. Die mediane Zeit bis zum Auftreten einer peripheren Neuropathie des
Grades ≥ 2 betrug 5 Monate (Bereich: 0,1 bis 20,2 Monate). Von den Patienten, bei denen eine
Neuropathie auftrat und für die Daten bezüglich einer Rückbildung vorlagen (n = 340), hatten 14 %eine vollständige Rückbildung, 46 % eine partielle Verbesserung und 41 % keine Verbesserung zum
Zeitpunkt ihrer letzten Beurteilung. Von den 86 % der Patienten mit noch vorhandener Neuropathiezum Zeitpunkt der letzten Beurteilung hatten 51 % Ereignisse des Grades ≥ 2.
AugenerkrankungenIn klinischen Studien mit Enfortumab vedotin als Monotherapie trat während der Behandlung mit
Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg bei 30 % der Patienten trockenes Auge auf. Die Behandlung wurdeaufgrund von trockenem Auge bei 1,5 % der Patienten unterbrochen und bei 0,1 % der Patientendauerhaft abgebrochen. Nur bei 3 Patienten (0,4 %) trat ein schweres trockenes Auge (Grad 3) auf. Diemediane Zeit bis zum Auftreten des trockenen Auges betrug 1,7 Monate (Bereich: 0 bis 30,6 Monate).
Spezielle PatientengruppenEnfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab wurde bei 202 Patienten < 65 Jahren und529 Patienten ≥ 65 Jahren untersucht. Generell war die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen bei
Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren höher als bei Patienten im Alter von < 65 Jahren, insbesondere beischwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (58,8 % bzw. 40,1 %) und Ereignissen des Grades ≥ 3(79,8 % bzw. 65,3 %).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es gibt kein bekanntes Antidot für eine Überdosis mit Enfortumab vedotin. Im Falle einer Überdosissoll der Patient engmaschig auf Nebenwirkungen überwacht werden und gegebenenfalls eineunterstützende Behandlung unter Berücksichtigung der Halbwertszeit von 3,6 Tagen (ADC) und2,6 Tagen (MMAE) durchgeführt werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-
Konjugate, ATC-Code: L01FX13
WirkmechanismusEnfortumab vedotin ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (antibody drug conjugate, ADC), das auf
Nectin-4 abzielt, ein Adhäsionsprotein, das sich auf der Oberfläche von Urothelkarzinomzellenbefindet. Es besteht aus einem vollständig humanen IgG1-kappa-Antikörper, der über einen Protease-spaltbaren Maleimidocaproyl-Valin-Citrullin-Linker mit der Mikrotubuli-hemmenden Substanz
MMAE konjugiert ist. Nicht-klinische Daten deuten darauf hin, dass die antineoplastische Aktivitätvon Enfortumab vedotin auf die Bindung des ADC an Nectin-4-exprimierende Zellen, gefolgt von der
Internalisierung des ADC-Nectin-4-Komplexes und der Freisetzung von MMAE durch proteolytische
Spaltung, zurückzuführen ist. Die Freisetzung von MMAE unterbricht das Mikrotubuli-Netzwerkinnerhalb der Zelle und führt in der Folge zum Zellzyklus-Stillstand, zur Apoptose sowie zumimmunogenen Zelltod. MMAE, das von Enfortumab-vedotin-Zielzellen freigesetzt wird, kann innahegelegene, schwach Nectin-4-exprimierende Zellen diffundieren, was zu einem zytotoxischen
Zelltod führt. Die Kombination von Enfortumab vedotin mit PD-1-Inhibitoren führt zu einerverbesserten Antitumoraktivität, was durch die komplementären Mechanismen der MMAE-induzierten Zytotoxizität und Induktion des immunogenen Zelltods sowie der Hochregulierung der
Immunfunktion durch PD-1-Inhibition zu erklären ist.
Herz-Elektrophysiologie
Ausweislich der EKG-Daten aus einer Studie an Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinomzeigte Enfortumab vedotin in der empfohlenen Dosis von 1,25 mg/kg keinerlei klinisch relevante
Verlängerung des mittleren QTc-Intervalls.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitEnfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab
Neoadjuvante und adjuvante Behandlung bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkarzinom, die für
Cisplatin nicht infrage kommen
EV-303 (KEYNOTE-905)
Die Wirksamkeit von Padcev in Kombination mit Pembrolizumab als neoadjuvante Behandlung undim Anschluss an eine radikale Zystektomie (radical cystectomy, RC) als adjuvante Behandlung wurdein der Studie EV-303 (KEYNOTE-905) untersucht, einer offenen, randomisierten Phase 3,multizentrischen Studie, die Patienten einschloss, die neoadjuvant und adjuvant Enfortumab vedotinmit Pembrolizumab gegenüber einer RC und pelvinen Lymphknotendissektion (pelvic lymph nodedissection, PLND) erhalten hatten. Die Haupteinschlusskriterien waren ein zuvor unbehandeltes MIBC(cT2-T4aN0M0 oder cT1-T4aN1M0) bei Patienten, die für eine Cisplatin-basierte Chemotherapienicht geeignet waren oder diese ablehnten und die für eine RC und PLND unabhängig vom PD-L1-
Status geeignet waren. Patienten mit aktiver Autoimmunerkrankung, die eine systemische Therapieinnerhalb von 2 Jahren vor der Behandlung benötigten, oder einer Erkrankung, die eine
Immunsuppression erforderlich machte, waren ungeeignet.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1:1 randomisiert und erhielten entweder neoadjuvant undadjuvant Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab, neoadjuvant und adjuvant
Pembrolizumab als Monotherapie oder RC und PLND allein. Die Hypothesenprüfung wurdeaktualisiert, um den Vergleich des Arms mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumabgegenüber dem Arm mit RC und PLND allein für das ereignisfreie Überleben (event-free survival,
EFS) zu priorisieren. Daher wurde die Randomisierung des Arms mit Pembrolizumab-Monotherapievorzeitig abgebrochen. Die Bewertung der Wirksamkeit basierte auf dem Vergleich zwischen denfolgenden Behandlungsarmen:
* Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab (n = 170): Neoadjuvant Enfortumabvedotin 1,25 mg/kg als intravenöse Infusion über 30 Minuten an Tag 1 und Tag 8 undneoadjuvant Pembrolizumab 200 mg über 30 Minuten an Tag 1 jedes 3-wöchigen Zyklus (21-tägig) für 3 Zyklen. Im Anschluss an die RC und PLND adjuvant Enfortumab vedotin1,25 mg/kg über 30 Minuten an Tag 1 und Tag 8 jedes 3-wöchigen Zyklus (21-tägig) für6 Zyklen und adjuvant Pembrolizumab 200 mg über 30 Minuten an Tag 1 jedes 3-wöchigen
Zyklus (21-tägig) für 14 Zyklen.
* RC und PLND allein (n = 174).
Die Behandlung wurde bis zum Abschluss der Behandlung, bis zur Progression der Erkrankung, dieeine RC und eine PLND ausschließt, bis zur Nichtdurchführung oder Ablehnung einer RC und PLND,bis zum Rezidiv der Erkrankung in der adjuvanten Phase oder bis zum Auftreten inakzeptabler
Toxizität fortgesetzt. Die Beurteilung des Tumorstatus erfolgte zu Beginn der Studie, innerhalb von5 Wochen vor der RC und PLND und 6 Wochen nach der Operation. Im Anschluss an die RC und
PLND wurde die Beurteilung des Tumorstatus bis zu 2 Jahre lang alle 12 Wochen und danach alle24 Wochen durchgeführt. Die Randomisierung wurde nach Tumorstatus (T2N0 gegenüber T3/T4aN0gegenüber T1-T4aN1), nach Cisplatin-Eignung (Cisplatin-ungeeignet gegenüber Cisplatin-geeignet,jedoch abgelehnt) und nach geografischer Region (Vereinigte Staaten von Amerika gegenüber
Europäischer Union gegenüber dem Rest der Welt) stratifiziert.
Das mediane Alter betrug 73 Jahre (Bereich: 46 bis 87 Jahre), 78 % waren männlich und 78 % warenweiß. Die Patienten hatten zu Beginn der Studie einen Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)
Performance-Status von 0-1 (86 %) oder 2 (14 %). Siebenundvierzig Prozent hatten einen CPS von≥ 10 und 52 % einen CPS von < 10. Achtzehn Prozent hatten T2N0, 77 % T3/T4aN0 und 5 % T1-
T4aN1. Bei 41% der Patienten betrug die Kreatinin-Clearance zu Beginn der Studie jeweils≥ 60 ml/min, bei 59 % jeweils < 60 ml/min, aber ≥ 30 ml/min und bei 0,3 % jeweils < 30 ml/min.
Einundneunzig Prozent der Patienten hatten ein histologisch bestätigtes Urothelkarzinom, 4 % hattenein Urothelkarzinom mit Plattenepithel-Differenzierung, 3 % hatten ein Urothelkarzinom mitglandulärer Differenzierung und 2 % hatten ein Urothelkarzinom mit anderen histologischen
Varianten.
In der Gesamtpopulation unterzogen sich 149 (88 %) der Patienten des Arms mit Enfortumab vedotinin Kombination mit Pembrolizumab und 156 (90 %) der Patienten des Arms mit RC und PLND alleinder RC und PLND. Von den mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab behandelten
Patienten begannen 100 Patienten die adjuvante Behandlung und 43 Patienten schlossen alle geplanten
Zyklen ab.
Der Messwert für das primäre Wirksamkeitsergebnis war das EFS gemäß Beurteilung durchverblindete unabhängige zentrale Bewertung (blinded independent central review, BICR). Die
Messwerte für die sekundären Wirksamkeitsergebnisse waren das Gesamtüberleben (overall survival,
OS) und die Rate des pathologischen Komplettansprechens (pathological complete response, pCR)gemäß Beurteilung durch verblindete unabhängige pathologische Bewertung (BIPR).
Die Studie zeigte statistisch signifikante Verbesserungen des EFS, OS und pCR bei Patienten, dieneoadjuvant und adjuvant mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab behandeltwurden im Vergleich zu RC und PLND allein. Die mediane Nachbeobachtungszeit für diese Studiebetrug 18,5 Monate (Bereich: 0,6 bis 53,7 Monate).
Tabelle 6, Abbildungen 1 und 2 fassen die Wirksamkeitsergebnisse für EV-303 zusammen.
Tabelle 6. Wirksamkeitsergebnisse in EV-303
Padcev +
RC + PLND allein
Endpunkt Pembrolizumab n = 174n = 170
Ereignisfreies Überlebena
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 48 (28,2) 95 (54,6)
Median in Monaten (95-%-KI)b NR (37,3; NR) 15,7 (10,3; 20,5)
Hazard Ratioc (95-%-KI) 0,40 (0,28; 0,57)1-seitiger p-Wertd < 0,0001
Gesamtüberleben
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 38 (22,4) 68 (39,1)
Median in Monaten (95-%-KI)b NR (NR, NR) 41,7 (31,8; NR)
Hazard Ratioc (95-%-KI) 0,50 (0,33; 0,74)1-seitiger p-Wertd 0,0002
Pathologisches Komplettansprechen
Anzahl der Patienten mit pCR 97 15pCR-Rate (%) (95-%-KI) 57,1 (49,3; 64,6) 8,6 (4,9; 13,8)
Behandlungsdifferenz, % Schätzung (95-e 48,3 (39,5; 56,5)%-KI)1-seitiger p-Werte < 0,000001
NR = Nicht erreicht (not reached)
a. EFS ist definiert als der Zeitraum von der Randomisierung bis zum Auftreten eines der folgenden
Ereignisse: Radiografische Progression der Erkrankung, die eine Operation mit kurativer Intentiongemäß BICR vor RC + PLND ausschließt; Nichtdurchführung der Operation bei Teilnehmern mitmuskelinvasiver Resterkrankung und/oder beliebiger, radiografisch nachweisbarer Erkrankung;
Nennenswerte verbleibende Resterkrankung zum Zeitpunkt der Operation (Chirurg kann die
Operation mit kurativer Intention aufgrund nicht resezierbarem Tumor oder neu entdecktermetastasierter Erkrankung nicht abschließen); Lokal- oder Fernrezidiv nach RC + PLND, beurteiltdurch BICR anhand von CT oder MRT und/oder Biopsie - Ist eine Biopsie aus Gründen der
Patientensicherheit nicht möglich, reicht CT/MRT allein aus; Tod beliebiger Ursache.
b. Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.
c. Basierend auf stratifiziertem Cox-Regressionsmodell mit der Efron-Methode zum tie handling mitder Behandlung als Kovariate.
d. Basierend auf stratifiziertem Log-Rank-Test.
e. Basierend auf der stratifizierten Miettinen- und Nurminen-Methode.
Abbildung 1. Kaplan-Meier-Plot des ereignisfreien Überlebens, EV-30310 Behandlungsarm
Padcev + Pembro
RC + PLND0 6 12 18 24 30 36 42 48 54
Zeit (Monate)
N mit Risiko
Padcev + Pembro 170 140 116 73 56 42 35 16 3 0
RC + PLND 174 116 84 48 33 22 14 9 1 0
Abbildung 2. Kaplan-Meier-Plot des Gesamtüberlebens, EV-30310 Behandlungsarm
Padcev + Pembro
RC + PLND0 6 12 18 24 30 36 42 48 54
Zeit (Monate)
N mit Risiko
Padcev + Pembro 170 159 144 94 68 56 45 28 10 0
RC + PLND 174 150 130 75 54 45 30 18 6 0
Nicht vorbehandeltes lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Urothelkarzinom
EV-302 (KEYNOTE-A39)
Die Wirksamkeit von Padcev in Kombination mit Pembrolizumab wurde in der Studie EV-302(KEYNOTE-A39) untersucht, einer offenen, randomisierten, multizentrischen Phase-3-Studie, die
Gesamtüberleben (%) Ereignisfreies Überleben (%)886 Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom einschloss, die zuvornicht mit einer systemischen Therapie für eine lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankungbehandelt wurden. Patienten, die eine neoadjuvante Chemotherapie erhalten hatten, sowie Patienten,die nach einer Zystektomie eine adjuvante Chemotherapie erhalten hatten, wurden in die Studieaufgenommen, wenn das Rezidiv > 12 Monate vor dem Abschluss der Therapie auftrat. Patientenwurden als Cisplatin-ungeeignet eingestuft, wenn sie mindestens eines der folgenden Kriterienerfüllten: glomeruläre Filtrationsrate (GFR) zwischen 30 und 59 ml/min, ECOG Performance-Statusvon ≥ 2, Gehörverlust Grad ≥ 2 oder Herzinsuffizienz gemäß New York Heart Association (NYHA)
Klasse III.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Enfortumab vedotin in
Kombination mit Pembrolizumab (Arm A) oder Gemcitabin und eine platinhaltige Chemotherapie(Cisplatin oder Carboplatin) (Arm B). Die Patienten in Arm A erhielten Enfortumab vedotin1,25 mg/kg als intravenöse Infusion über 30 Minuten an den Tagen 1 und 8 eines 21-tägigen Zyklus,gefolgt von Pembrolizumab 200 mg an Tag 1 eines 21-tägigen Zyklus ca. 30 Minuten nach
Enfortumab vedotin. Die Patienten in Arm B erhielten Gemcitabin 1.000 mg/m2 an den Tagen 1 und 8eines 21-tägigen Zyklus mit Cisplatin 70 mg/m2 oder Carboplatin (AUC = 4,5 oder 5 mg/ml/minentsprechend lokaler Richtlinien) an Tag 1 eines 21-tägigen Zyklus. Die Behandlung wurde bis zum
Fortschreiten der Erkrankung, zum Auftreten inakzeptabler Toxizität oder dem Abschluss der
Höchstzahl an Behandlungszyklen (Chemotherapie: 6 Zyklen, Pembrolizumab: 35 Zyklen,
Enfortumab vedotin: keine Höchstzahl festgelegt) fortgesetzt.
Patienten, die randomisiert dem Arm mit Gemcitabin und platinhaltiger Chemotherapie zugewiesenwurden, konnten eine Erhaltungsimmuntherapie erhalten (z. B. Avelumab). Die Randomisierungwurde stratifiziert nach Cisplatin-Eignung (geeignet vs. ungeeignet), PD-L1-Expression (CPS ≥ 10 vs.
CPS < 10) und dem Vorhandensein von Lebermetastasen (vorhanden vs. nicht vorhanden). Die PD-
L1-Expression basierte auf dem PD-L1 IHC 22C3 pharmDx-Kit.
Patienten wurden von der Studie ausgeschlossen, wenn sie aktive Metastasen des
Zentralnervensystems, eine anhaltende sensorische oder motorische Neuropathie ≥ Grad 2, einenunkontrollierten Diabetes, definiert als HbA1c ≥ 8 % oder HbA1c ≥ 7 % mit begleitenden Diabetes-
Symptomen, eine Autoimmunerkrankung oder eine Erkrankung, die Immunsuppression erforderte,oder Pneumonitis oder andere Formen von interstitieller Lungenerkrankung hatten.
Das mediane Alter betrug 69 Jahre (Bereich: 22 bis 91 Jahre), 77 % waren männlich, und die meisten
Patienten waren weiß (67 %) oder asiatisch (22 %). Alle Patienten hatten zu Beginn der Studie einen
ECOG Performance-Status von 0 (49 %), 1 (47 %) oder 2 (3 %). Siebenundvierzig Prozent der
Patienten hatten einen dokumentierten Ausgangs-HbA1c von < 5,7 %. Zu Beginn der Studie hatten95 % der Patienten ein metastasiertes Urothelkarzinom und 5 % der Patienten ein nicht resezierbares
Urothelkarzinom. Zweiundsiebzig Prozent der Patienten hatten zu Beginn der Studie viszerale
Metastasen, darunter 22 % mit Lebermetastasen. Fünfundachtzig Prozent der Patienten hatten einhistologisch bestätigtes Urothelkarzinom (UC), 6 % eine gemischte plattenepitheliale UC-
Differenzierung und 2 % eine gemischte UC-Differenzierung andere histologische Varianten.
Sechsundvierzig Prozent der Patienten waren Cisplatin-ungeeignet, und 54 % waren zum Zeitpunktder Randomisierung Cisplatin-geeignet. Von den 877 getesteten Patienten, deren Gewebe auf PD-L1-
Expression untersuchbar war, hatten 58 % Tumore, die PD-L1 mit einem CPS von ≥ 10 exprimiertenund 42 % Tumore, die PD-L1 mit einem CPS < 10 exprimierten. Die mediane Nachbeobachtungszeitbetrug 17,3 Monate (Bereich: 0,3 bis 37,2 Monate).
Die Messwerte für die primären Wirksamkeitsergebnisse waren das Gesamtüberleben (overallsurvival, OS) und das progressionsfreie Überleben (progression free survival, PFS) gemäß Beurteilungdurch verblindete unabhängige zentrale Bewertung (blinded independent central review, BICR) auf
Basis von RECIST v1.1. Der Messwert für die sekundären Wirksamkeitsergebnisse war die objektive
Ansprechrate (objective response rate, ORR) gemäß Beurteilung durch BICR auf Basis von RECISTv1.1.
Die Studie zeigte statistisch signifikante Verbesserungen des OS, des PFS und der ORR bei Patienten,die randomisiert mit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab behandelt wurden im
Vergleich zu Gemcitabin und platinhaltiger Chemotherapie.
Tabelle 7, Abbildungen 3 und 4 fassen die Wirksamkeitsergebnisse für EV-302 zusammen.
Tabelle 7. Wirksamkeitsergebnisse in EV-302
Padcev +
Endpunkt Pembrolizumab Gemcitabin + Platinn = 442 n = 444
Gesamtüberleben
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 133 (30,1) 226 (50,9)
Median in Monaten (95-%-KI)a 31,5 (25,4; -) 16,1 (13,9; 18,3)
Hazard Ratiob (95-%-KI) 0,468 (0,376; 0,582)2-seitiger p-Wertc < 0,00001
Progressionsfreies Überlebend
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 223 (50,5) 307 (69,1)
Median in Monaten (95-%-KI)a 12,5 (10,4; 16,6) 6,3 (6,2; 6,5)
Hazard Ratiob (95-%-KI) 0,450 (0,377; 0,538)2-seitiger p-Wertc < 0,00001
Objektive Ansprechrate (CR + PR)d, f
Bestätige ORR (%) (95-%-KI)e 67,7 (63,1; 72,1) 44,4 (39,7; 49,2)2-seitiger p-Wertg < 0,00001
Dauer des Ansprechensd, f
Median in Monaten (95-%-KI)a NR (20,2; -) 7,0 (6,2; 10,2)
NR =NR = Nicht erreicht (not reached)
a. Basierend auf der komplementären Log-Log-Transformationsmethode (Collett, 1994).
b. Basierend auf stratifiziertem Cox-Hazard-Ratio-Modell. Eine Hazard Ratio < 1 favorisiert den Armmit Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab.
c. Basierend auf stratifiziertem Log-Rank-Test.
d. Bewertet durch BICR mittels RECIST v1.1.
e. Basierend auf der Clopper-Pearson-Methode (Clopper, 1934).
f. Schließt nur Patienten mit messbarer Erkrankung zu Beginn der Studie ein (n = 437 für Enfortumabvedotin in Kombination mit Pembrolizumab, n = 441 für Gemcitabin plus Platin). Die Dauer des
Ansprechens wurde bei Respondern geschätzt.
g. Basierend auf Cochran-Mantel-Haenszel-Test stratifiziert nach PD-L1-Expression, Cisplatin-
Eignung und Lebermetastasen.
Abbildung 3. Kaplan-Meier-Plot des Gesamtüberlebens, EV-302100 Padcev + Pembro Plat + Gem
Padcev + Pembro zensiert Plat + Gem zensiert0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38
Zeit (Monate)
N mit Risiko
Padcev + Pembro 442 426 409 394 376 331 270 222 182 141 108 67 36 22 12 8 1 1 1
Plat + Gem 444 423 393 356 317 263 209 164 125 90 60 37 25 18 12 7 6 2 1
Abbildung 4. Kaplan-Meier-Plot des progressionsfreien Überlebens, EV-302100 Padcev + Pembro Plat + Gem
Padcev + Pembro zensiert Plat + Gem zensiert0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34
Zeit (Monate)
N mit Risiko
Padc ev + Pembro 442 409 361 303 253 204 167 132 102 73 45 33 17 6 3 1
Plat + Gem 444 380 297 213 124 78 56 41 30 19 8 6 5 3 2 1 1
Progressionsfreies Überleben (%) Gesamtüberleben (%)
Enfortumab vedotin als Monotherapie
Vorbehandeltes lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Urothelkarzinom
EV-301
Die Wirksamkeit von Padcev als Monotherapie wurde in der Studie EV-301 untersucht, einer offenen,randomisierten, multizentrischen Phase-3-Studie, die 608 Patienten mit lokal fortgeschrittenem odermetastasiertem Urothelkarzinom einschloss, die zuvor mit einer platinhaltigen Chemotherapie undeinem Programmed Death Receptor-1(PD-1)- oder Programmed Death Ligand-1(PD-L1)-Inhibitorbehandelt wurden. Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben (overall survival, OS).
Sekundäre Endpunkte schlossen das progressionsfreie Überleben (progression-free survival, PFS) unddie objektive Ansprechrate (objective response rate, ORR) ein [PFS und ORR wurden durch die
Beurteilung des Prüfarztes gemäß RECIST v1.1 bewertet]. Die Patienten wurden im Verhältnis1:1 randomisiert und erhielten entweder Enfortumab vedotin 1,25 mg/kg an den Tagen 1, 8 und15 eines 28-tägigen Zyklus oder eine der folgenden Chemotherapien nach Ermessen des Prüfarztes:
Docetaxel 75 mg/m2 (38 %), Paclitaxel 175 mg/m2 (36 %) oder Vinflunin 320 mg/m2 (25 %) an
Tag 1 eines 21-tägigen Zyklus.
Patienten wurden von der Studie ausgeschlossen, wenn sie aktive Metastasen des
Zentralnervensystems, eine anhaltende sensorische oder motorische Neuropathie ≥ Grad 2, eine
Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV 1 oder 2) in der Vorgeschichte, eine aktive
Hepatitis B oder C oder einen unkontrollierten Diabetes, definiert als HbA1c ≥ 8 % oder HbA1c ≥ 7 %mit begleitenden Diabetes-Symptomen, hatten.
Das mediane Alter betrug 68 Jahre (Bereich: 30 bis 88 Jahre), 77 % waren männlich, und die meisten
Patienten waren weiß (52 %) oder asiatisch (33 %). Alle Patienten hatten zu Beginn einen ECOG
Perfomance-Status von 0 (40 %) oder 1 (60 %). Fünfundneunzig Prozent (95 %) der Patienten hatteneine metastasierte Erkrankung und 5 % eine lokal fortgeschrittene Erkrankung. Achtzig Prozent der
Patienten hatten viszerale Metastasen, darunter 31 % mit Lebermetastasen. Sechsundsiebzig Prozentder Patienten hatten ein histologisch bestätigtes Urothelkarzinom/Übergangszellkarzinom (transitionalcell carcinoma, TCC), 14 % einen gemischten Zelltyp und etwa 10 % hatten andere histologische
Varianten. Insgesamt 76 (13 %) Patienten hatten ≥ 3 Linien einer vorherigen systemischen Therapieerhalten. Zweiundfünfzig Prozent (314) der Patienten hatten einen vorherigen PD-1-Inhibitor, 47 %(284) hatten einen vorherigen PD-L1-Inhibitor und weitere 1 % (9) der Patienten hatten sowohl PD-1-als auch PD-L1-Inhibitoren erhalten. Nur 18 % (111) der Patienten hatten ein Ansprechen auf einevorherige Therapie mit einem PD-1- oder PD-L1-Inhibitor. Dreiundsechzig Prozent (383) der
Patienten hatten zuvor eine Cisplatin-basierte Therapie erhalten, 26 % (159) hatten zuvor eine
Carboplatin-basierte Therapie erhalten und weitere 11 % (65) hatten sowohl eine Cisplatin- als aucheine Carboplatin-basierte Therapie erhalten.
Tabelle 8 fasst die Wirksamkeitsergebnisse für die Studie EV-301, nach einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 11,1 Monaten (95-%-KI: 10,6 bis 11,6), zusammen.
Tabelle 8. Wirksamkeitsergebnisse in EV-301
Endpunkt Padcev Chemotherapien = 301 n = 307
Gesamtüberleben
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 134 (44,5) 167 (54,4)
Median in Monaten (95-%-KI) 12,9 (10,6; 15,2) 9,0 (8,1; 10,7)
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,702 (0,556; 0,886)1-seitiger p-Wert 0,00142a
Progressionsfreies Überlebenb
Anzahl (%) der Patienten mit Ereignissen 201 (66,8) 231 (75,2)
Median in Monaten (95-%-KI) 5,6 (5,3; 5,8) 3,7 (3,5; 3,9)
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,615 (0,505; 0,748)1-seitiger p-Wert < 0,00001c
Objektive Ansprechrate (complete response [CR] + partial response [PR])b
ORR (%) (95-%-KI) 40,6 (35,0; 46,5) 17,9 (13,7; 22,8)1-seitiger p-Wert < 0,001d
Vollständige Ansprechrate (%) 4,9 2,7
Partielle Ansprechrate (%) 35,8 15,2
Dauer des Ansprechens bei Respondern
Median in Monaten (95-%-KI) 7,4 (5,6; 9,5) 8,1 (5,7; 9,6)
a. Vorab definierte Wirksamkeitsgrenze = 0,00679; 1-seitig (adjustiert um beobachtete Todesfälle von301).
b. Evaluiert durch Beurteilung des Prüfarztes unter Verwendung von RECIST v1.1.
c. Vorab definierte Wirksamkeitsgrenze = 0,02189; 1-seitig (adjustiert um beobachtete PFS1-
Ereignisse von 432).
d. Vorab definierte Wirksamkeitsgrenze = 0,025; 1-seitig (adjustiert um 100 % Informationsanteil).
Abbildung 5. Kaplan Meier-Plot des Gesamtüberlebens, EV-3011.0 Padcev Chemotherapie
Padcev zensiert Chemotherapie zensiert0.80.60.40.20.00 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 16 17 22 23 24
Dauer des Gesamtüberlebens (Monate)
N mit Risiko
Padcev 301 286 272 257 246 234 222 190 158 130 105 85 63 52 42 33 23 15 7 4 3 2 1 1 0
Chemotherapie 307 288 274 250 238 219 198 163 131 101 84 66 51 44 32 29 16 11 6 4 2 2 1 0 0
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Enfortumab vedotin eine Freistellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei
Urothelkarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen).
Die mittlere Schätzung des Steady-State-Verteilungsvolumens von ADC betrug 12,8 l nach
Verabreichung von 1,25 mg/kg Enfortumab vedotin. In vitro reichte die Bindung von unkonjugiertem
MMAE an menschliche Plasmaproteine von 68 % bis 82 %. Es ist unwahrscheinlich, dassunkonjugiertes MMAE stark proteingebundene Arzneimittel verdrängt oder von diesen verdrängtwird. In vitro-Studien weisen darauf hin, dass unkonjugiertes MMAE ein Substrat von P-gp ist.
BiotransformationEin kleiner Teil des aus Enfortumab vedotin freigesetzten unkonjugierten MMAE wird metabolisiert.
In vitro-Daten weisen darauf hin, dass der Metabolismus von unkonjugiertem MMAE hauptsächlichmittels Oxidation durch CYP3A4 erfolgt.
EliminationDie mittlere Clearance von ADC bzw. unkonjugiertem MMAE bei Patienten betrug 0,11 l/h bzw.2,11 l/h. Die ADC-Elimination zeigte einen multi-exponentiellen Abfall mit einer Halbwertszeit von3,6 Tagen.
Überlebenswahrscheinlichkeit
Die Elimination von unkonjugiertem MMAE schien durch seine Freisetzungsrate aus Enfortumabvedotin begrenzt zu sein. Die Elimination von unkonjugiertem MMAE zeigte einen multi-exponentiellen Abfall mit einer Halbwertszeit von 2,6 Tagen.
AusscheidungDie Ausscheidung von unkonjugiertem MMAE erfolgt hauptsächlich mit den Fäzes und zu einemgeringeren Anteil mit dem Urin. Nach einer Einzeldosis eines anderen ADC, das unkonjugiertes
MMAE enthielt, wurden über einen Zeitraum von 1 Woche ca. 24 % des insgesamt verabreichtenunkonjugierten MMAE in Fäzes und Urin als unverändertes unkonjugiertes MMAE wiedergefunden.
Der Großteil des wiedergefundenen unkonjugierten MMAE wurde mit den Fäzes ausgeschieden(72 %). Ein ähnliches Ausscheidungsprofil wird für unkonjugiertes MMAE nach Verabreichung von
Enfortumab vedotin erwartet.
Besondere PatientengruppenDie populationsbezogene pharmakokinetische Analyse zeigt, dass das Alter [Bereich: 24 bis 90 Jahre;60 % (450/748) > 65 Jahre, 19 % (143/748) > 75 Jahre] keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Enfortumab vedotin hat.
Ethnische Herkunft und Geschlecht
Basierend auf der populationsbezogenen pharmakokinetischen Analyse haben ethnische Herkunft[69 % (519/748) Weiß, 21 % (158/748) Asiatisch, 1 % (10/748) Schwarz und 8 % (61/748) Andereoder unbekannt] und Geschlecht [73 % (544/748) männlich] keinen klinisch bedeutsamen Einfluss aufdie Pharmakokinetik von Enfortumab vedotin.
NierenfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von ADC und unkonjugiertem MMAE wurde nach der Verabreichung von1,25 mg/kg Enfortumab vedotin an Patienten mit leichter (KrCL > 60 - 90 ml/min), moderater(KrCL 30 - 60 ml/min) und schwerer (KrCL 15 - < 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung untersucht. Eswurden keine signifikanten Unterschiede in der AUC-Exposition von ADC oder unkonjugiertem
MMAE bei Patienten mit leichter, moderater oder schwerer Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu
Patienten mit normaler Nierenfunktion beobachtet. Bei Patienten mit terminaler Nierenerkrankung(KrCL < 15 ml/min) wurde Enfortumab vedotin nicht untersucht.
LeberfunktionsstörungBasierend auf einer populationsbezogenen pharmakokinetischen Analyse unter Verwendung von
Daten aus klinischen Studien bei Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom wurden keinesignifikanten Unterschiede in der ADC-Exposition und ein 37%iger und 16%iger Anstieg dermittleren Konzentration des unkonjugierten MMAE bei Patienten mit vorbehandeltem bzw. nichtvorbehandeltem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom mit leichter
Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin von 1 bis 1,5 × ULN und beliebiger AST-Wert oder
Gesamtbilirubin ≤ ULN und AST > ULN) im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktionbeobachtet. Enfortumab vedotin wurde nur bei einer begrenzten Anzahl von Patienten mit moderater
Leberfunktionsstörung (n = 5) oder schwerer Leberfunktionsstörung (n = 1) untersucht. Die
Auswirkungen einer moderaten oder schweren Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > 1,5 × ULNund beliebiger AST-Wert) oder einer Lebertransplantation auf die Pharmakokinetik von ADC oderunkonjugiertem MMAE sind nicht bekannt.
Physiologisch-basierte pharmakokinetische Modellierungsvorhersagen
Die gleichzeitige Anwendung von Enfortumab vedotin mit Ketoconazol (einem kombinierten P-gp-und starken CYP3A-Inhibitor) wird voraussichtlich die Cmax des unkonjugierten MMAE und die AUC-
Exposition in geringem Maße erhöhen, wobei sich die ADC-Exposition nicht ändert.
Die gleichzeitige Anwendung von Enfortumab vedotin mit Rifampicin (einem kombinierten P-gp- undstarken CYP3A-Induktor) wird voraussichtlich die Cmax des unkonjugierten MMAE und die AUC-
Exposition mit moderatem Effekt senken, ohne dass sich die ADC-Exposition ändert. Die volle
Auswirkung von Rifampicin auf die Cmax des unkonjugierten MMAE wird im PBPK-Modellmöglicherweise unterschätzt.
Die gleichzeitige Anwendung von Enfortumab vedotin wird die Exposition gegenüber Midazolam (einempfindliches CYP3A-Substrat) voraussichtlich nicht beeinflussen. In vitro-Studien mit menschlichen
Lebermikrosomen deuten darauf hin, dass unkonjugiertes MMAE CYP3A4/5, nicht aber andere
CYP450-Isoformen hemmt. Unkonjugiertes MMAE induzierte keine wichtigen CYP450-Enzyme inmenschlichen Hepatozyten.
In vitro-StudienIn vitro-Studien deuten darauf hin, dass unkonjugiertes MMAE ein Substrat und kein Inhibitor des
Efflux-Transporters P-gp ist. In vitro-Studien ergaben, dass unkonjugiertes MMAE kein Substrat fürdas Brustkrebs-Resistenzprotein (BCRP), das Multidrug-Resistenz-assoziierte Protein 2 (MRP2), dasorganische Anionen transportierende Polypeptid 1B1 oder 1B3 (OATP1B1 oder OATP1B3), denorganischen Kationentransporter 2 (organic cation transporter 2, OCT2) oder den organischen
Anionentransporter 1 oder 3 (OAT1 oder OAT3) ist. Unkonjugiertes MMAE zeigte keine Inhibitionder Gallensalzexportpumpe (bile salt export pump, BSEP), P-gp, BCRP, MRP2, OCT1, OCT2, OAT1,
OAT3, OATP1B1 oder OATP1B3 in klinisch relevanten Konzentrationen.
Genotoxizitätsstudien zeigten, dass MMAE kein erkennbares genotoxisches Potenzial in einem
Rückmutationstest in Bakterien (Ames-Test) oder in einem L5178Y TK+/- Maus-Lymphom-
Mutationsassay hatte. MMAE induzierte Chromosomenaberrationen im Mikronukleustest bei Ratten,was mit der pharmakologischen Wirkung von Mikrotubuli-hemmenden Substanzen vereinbar ist.
Hautläsionen wurden in Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Ratten (4-wöchig und 13-wöchig) und an Affen (4-wöchig) festgestellt. Die Hautveränderungen waren am Ende einer 6-wöchigen Erholungsphase vollständig reversibel.
Die in den klinischen Studien berichtete Hyperglykämie war sowohl in den Toxizitätsstudien an Rattenals auch an Affen nicht vorhanden und es gab keine histopathologischen Befunde in der
Bauchspeicheldrüse der beiden Spezies.
Fetale Toxizität (reduzierte Wurfgröße oder vollständiger Wurfverlust) wurde festgestellt; die
Abnahme der Wurfgröße spiegelte sich in einer Zunahme von frühen Resorptionen wider. Das mittlerefetale Körpergewicht der überlebenden Feten in der Dosisstufe 2 mg/kg war im Vergleich zur
Kontrolle reduziert.
Enfortumab-vedotin-assoziierte fetale Skelettvariationen wurden als Entwicklungsverzögerungenangesehen. Eine Dosis von 2 mg/kg (eine etwa ähnliche Exposition wie bei der empfohlenen Dosisbeim Menschen) hatte mütterliche Toxizität, embryo-fetale Letalität sowie strukturelle Fehlbildungen,die Gastroschisis, Malrotation des Hinterlaufs, Fehlen des Vorderfußes, Malposition innerer Organeund fusionierten Halswirbelbogen umfassten, zur Folge. Zusätzlich wurden Skelettanomalien(asymmetrische, fusionierte, unvollständig verknöcherte und fehlgeformte Sternebrae, fehlgeformter
Halswirbelbogen und einseitige Verknöcherung der Brustwirbelkörper) sowie ein verringertes fetales
Körpergewicht beobachtet.
Hodentoxizität, die nur bei Ratten beobachtet wurde, war am Ende einer 24-wöchigen Erholungsphaseteilweise revertiert.
Es wurden keine dedizierten präklinischen Sicherheitsstudien mit Enfortumab vedotin in Kombinationmit Pembrolizumab durchgeführt.
Histidin
Histidinhydrochlorid-Monohydrat
Trehalose-Dihydrat (Ph.Eur.)
Polysorbat 20Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Ungeöffnete Durchstechflasche4 Jahre.
Rekonstituierte Lösung in der Durchstechflasche
Aus mikrobiologischer Sicht soll die Lösung nach der Rekonstitution aus der/den
Durchstechflasche(n) sofort in den Infusionsbeutel gegeben werden. Wenn die rekonstituierten
Durchstechflaschen nicht sofort verwendet werden, liegen die Dauer und Bedingungen ihrer
Aufbewahrung bis zur Verwendung in der Verantwortung des Anwenders und betragen regulär nichtlänger als 24 Stunden unter Kühlung bei 2 °C bis 8 °C. Nicht einfrieren.
Verdünnte Dosierlösung im Infusionsbeutel
Aus mikrobiologischer Sicht soll die Lösung nach der Verdünnung im Infusionsbeutel dem Patientensofort verabreicht werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen die Dauer und Bedingungender Aufbewahrung der verdünnten Lösung bis zur Anwendung in der Verantwortung des Anwendersund betragen regulär nicht länger als 16 Stunden unter Kühlung bei 2 °C bis 8 °C, einschließlich der
Infusionszeit. Nicht einfrieren.
Im Kühlschrank lagern (2 ºC - 8 ºC).
Nicht einfrieren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
Padcev 20 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in der
Durchstechflasche10-ml-Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit grauem Brombutyl-Gummistopfen, 20-mm-
Aluminiumdichtung mit grünem Ring und grünem Schnappdeckel. Jede Schachtel enthält1 Durchstechflasche.
Padcev 30 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in der
Durchstechflasche10-ml-Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit grauem Brombutyl-Gummistopfen, 20-mm-
Aluminiumdichtung mit silbernem Ring und gelbem Schnappdeckel. Jede Schachtel enthält1 Durchstechflasche.
Hinweise zur Zubereitung und Verabreichung
Rekonstitution in Einzeldosis-Durchstechflasche1. Befolgen Sie die Verfahren zur ordnungsgemäßen Handhabung und Beseitigung vonantineoplastischen Arzneimitteln.2. Verwenden Sie eine geeignete aseptische Technik für die Rekonstitution und Zubereitung von
Dosierlösungen.3. Berechnen Sie die empfohlene Dosis basierend auf dem Gewicht des Patienten, um die Anzahlund Stärke (20 mg oder 30 mg) der benötigten Durchstechflaschen zu bestimmen.4. Rekonstituieren Sie jede Durchstechflasche wie folgt und richten Sie den Fluss des sterilen
Wassers für Injektionszwecke möglichst an den Wänden der Durchstechflasche entlang undnicht direkt auf das lyophilisierte Pulver:
a. 20-mg-Durchstechflasche: Geben Sie 2,3 ml steriles Wasser für Injektionszwecke hinzu,um 10 mg/ml Enfortumab vedotin zu erhalten.
b. 30-mg-Durchstechflasche: Geben Sie 3,3 ml steriles Wasser für Injektionszwecke hinzu,um 10 mg/ml Enfortumab vedotin zu erhalten.
5. Jede Durchstechflasche langsam schwenken, bis sich der Inhalt vollständig aufgelöst hat. Lassen
Sie die rekonstituierte(n) Durchstechflasche(n) mindestens 1 Minute lang stehen, bis die Blasenverschwunden sind. Die Durchstechflasche nicht schütteln. Vor direkter Sonneneinstrahlungschützen.
6. Untersuchen Sie die Lösung visuell auf Partikel und Verfärbungen. Die rekonstituierte Lösungsoll klar bis leicht opaleszierend, farblos bis hellgelb und frei von sichtbaren Partikeln sein.
Verwerfen Sie alle Durchstechflaschen mit sichtbaren Partikeln oder Verfärbungen.
Verdünnung im Infusionsbeutel7. Entnehmen Sie die berechnete Dosismenge der rekonstituierten Lösung aus der/den
Durchstechflasche(n) und füllen Sie sie in einen Infusionsbeutel um.8. Verdünnen Sie Enfortumab vedotin mit einer der folgenden Injektionslösungen: Dextrose50 mg/ml (5 %), Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) oder Ringer-Laktat. Die Größe des
Infusionsbeutels soll so bemessen sein, dass genügend Lösungsmittel vorhanden ist, um eine
Endkonzentration von 0,3 mg/ml bis 4 mg/ml Enfortumab vedotin zu erreichen.
Die verdünnte Dosierlösung von Enfortumab vedotin ist kompatibel mit i.v. Infusionsbeuteln aus
Polyvinylchlorid (PVC), Ethylvinylacetat oder Polyolefin wie z. B. Polypropylen (PP), mit i.v.
Infusionsflaschen aus Polyethylen (PE) oder Glykol-modifiziertem Polyethylenterephthalat und mit
Infusionssets bestehend aus PVC mit entweder Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) oder Tris(2-ethylhexyl)trimellitat (TOTM) als Weichmacher oder PE und mit Filtermembranen (Porengröße:0,2 - 1,2 μm) aus Polyethersulfon, Polyvinylidendifluorid oder Cellulosemischestern.
9. Mischen Sie die verdünnte Lösung durch vorsichtiges Umschwenken. Schütteln Sie den Beutelnicht. Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.10. Unterziehen Sie den Infusionsbeutel vor der Verwendung einer Sichtprüfung auf Partikel oder
Verfärbungen. Die rekonstituierte Lösung soll klar bis leicht opaleszierend, farblos bis hellgelbund frei von sichtbaren Partikeln sein. Verwenden Sie den Infusionsbeutel nicht, wenn Partikeloder Verfärbungen zu beobachten sind.
11. Verwerfen Sie alle nicht verwendeten Reste in der Einzeldosis-Durchstechflasche.
Verabreichung12. Verabreichen Sie die Infusion über 30 Minuten durch eine intravenöse Leitung. Nicht alsintravenöse Druck- oder Bolusinjektion verabreichen.
Es wurden keine Inkompatibilitäten mit geschlossenen Transfersystemen für die rekonstituierte
Lösung, die aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer (ABS), Acryl, Aktivkohle, Ethylen-Propylen-
Dien-Monomer, Methacrylat-ABS, Polycarbonat, Polyisopren, Polyoxymethylen, PP, Silikon,
Edelstahl oder thermoplastischem Elastomer bestehen, beobachtet.
13. Verabreichen Sie nicht gleichzeitig andere Arzneimittel über dieselbe Infusionsleitung.14. Es wird empfohlen, während der Verabreichung Inline-Filter oder Spritzenfilter (Porengröße:
0,2 - 1,2 µm, empfohlene Materialien: Polyethersulfon, Polyvinylidendifluorid,
Cellulosemischester) zu verwenden.
BeseitigungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.