Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ORGALUTRAN 0.25mg / 0.5ml injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Orgalutran 0,25 mg/0,5 ml Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Fertigspritze enthält 0,25 mg Ganirelix in 0,5 ml wässriger Lösung. Der Wirkstoff Ganirelix(INN) ist ein synthetisches Decapeptid mit hoher antagonistischer Aktivität zu dem natürlichvorkommenden Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH). Die Aminosäuren in den Positionen 1, 2,3, 6, 8 und 10 des natürlichen GnRH-Decapeptides wurden substituiert, so dass sich folgende Strukturergibt: [N-Ac-D-Nal(2)1, D-pClPhe2, D-Pal(3)3, D-hArg(Et 62) , L-hArg(Et2)8, D-Ala10] -GnRH; das
Molekulargewicht beträgt 1.570,4.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Injektion, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Klare und farblose wässrige Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Orgalutran wird angewendet zur Vermeidung eines vorzeitigen LH (Luteinisierendes
Hormon)-Anstieges bei Frauen, die sich einer kontrollierten ovariellen Hyperstimulation (COH) im
Rahmen einer assistierten Reproduktionstechnik (ART) unterziehen.
In klinischen Studien wurde Orgalutran mit rekombinantem humanem follikelstimulierendem Hormon(FSH) oder Corifollitropin alfa, dem langwirkenden Follikelstimulans, verwendet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Orgalutran sollte nur von einem Spezialisten mit Erfahrung in der Behandlung der Infertilitätverordnet werden.
DosierungOrgalutran wird zur Vermeidung eines vorzeitigen LH-Anstieges bei Frauen, die sich einer COHunterziehen, verabreicht. Die kontrollierte ovarielle Hyperstimulation mit FSH oder Corifollitropinalfa kann an Tag 2 oder 3 der Menses begonnen werden. Orgalutran (0,25 mg) sollte 1-mal täglichsubkutan injiziert werden, beginnend am 5. oder 6. Tag der FSH-Gabe oder an Tag 5 oder Tag 6 nach
Verabreichung von Corifollitropin alfa. Der Tag, an dem die Behandlung mit Orgalutran begonnenwird, ist abhängig von der ovariellen Reaktion, d. h. der Anzahl und Größe der reifenden Follikelund/oder der Höhe der Estradiol-Konzentration. Der Beginn der Orgalutran-Behandlung kann beinicht erfolgter Follikelreifung hinausgezögert werden, obwohl die klinischen Erfahrungen auf einem
Beginn der Orgalutran-Behandlung am 5. oder 6. Tag der Stimulation basieren.
Orgalutran sollte nicht mit FSH gemischt werden, beide Zubereitungen sollten jedoch annähernd zurselben Zeit, aber nicht an derselben Injektionsstelle verabreicht werden.
Die Einstellung der FSH-Dosis sollte anhand der Anzahl und Größe der reifenden Follikel und nichtanhand der Estradiol-Konzentration im Blut vorgenommen werden (siehe Abschnitt 5.1).
Die tägliche Behandlung mit Orgalutran sollte bis zu dem Tag fortgesetzt werden, an dem ausreichend
Follikel entsprechender Größe vorhanden sind. Die endgültige Follikelreifung kann durch Gabe vonhumanem Choriongonadotropin (hCG) eingeleitet werden.
Zeitpunkt der letzten Injektion
Auf Grund der Halbwertszeit von Ganirelix sollte die Zeitspanne sowohl zwischen zwei
Orgalutran-Injektionen als auch zwischen der letzten Orgalutran-Injektion und der hCG-Injektion30 Stunden nicht überschreiten, da es sonst zu einem vorzeitigen LH-Anstieg kommen kann. Deshalbsollte bei morgendlicher Injektion von Orgalutran die Orgalutran-Behandlung während der gesamten
Gonadotropin-Behandlungsperiode, einschließlich des Tages der Ovulationsauslösung, fortgeführtwerden. Bei der Injektion von Orgalutran am Nachmittag sollte die letzte Orgalutran-Injektion am
Nachmittag vor dem Tag der Ovulationsauslösung gegeben werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Orgalutran wurden an Frauen belegt, die mehrere
Behandlungszyklen durchlaufen haben.
Die Notwendigkeit einer Lutealphasenunterstützung während der Behandlungszyklen mit Orgalutranwurde nicht untersucht. In klinischen Studien wurde eine Lutealphasenunterstützung entsprechenddem üblichen Verfahren des Studienzentrums oder entsprechend dem Studien-Protokollvorgenommen.
Spezielle PatientengruppenEingeschränkte NierenfunktionErfahrungen mit der Anwendung von Orgalutran an Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktionliegen nicht vor, da sie aus klinischen Studien ausgeschlossen waren. Deshalb ist die Anwendung von
Orgalutran bei Patientinnen mit mäßig oder schwer eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Eingeschränkte LeberfunktionErfahrungen mit der Anwendung von Orgalutran bei Patientinnen mit eingeschränkter Leberfunktionliegen nicht vor, da diese aus klinischen Studien ausgeschlossen waren. Deshalb ist die Anwendungvon Orgalutran bei Patientinnen mit mäßig oder schwer eingeschränkter Leberfunktion kontraindiziert(siehe Abschnitt 4.3).
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Orgalutran bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungOrgalutran sollte subkutan, vorzugsweise in den Oberschenkel, verabreicht werden. Um eine
Lipoatrophie zu vermeiden, sollte die Injektionsstelle gewechselt werden. Die subkutane Injektion von
Orgalutran kann von der Patientin selbst oder ihrem Partner vorgenommen werden, vorausgesetzt,dass sie entsprechend geschult wurden und Zugang zu fachlicher Beratung haben. In der Fertigspritzesind möglicherweise Luftblasen zu sehen. Dies ist nicht ungewöhnlich, und das Entfernen der
Luftblase(n) ist nicht erforderlich.
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
- Überempfindlichkeit gegenüber Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) oder jedem anderen
GnRH-Analogon.
- Mäßige oder schwere Einschränkungen der Nieren- oder Leberfunktion.
- Schwangerschaft oder Stillzeit.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenBesondere Vorsicht ist angebracht bei Frauen mit Anzeichen und Symptomen einer akuten Allergie.
Im Rahmen von Beobachtungen nach Markteinführung wurden, auch bereits bei Anwendung derersten Dosis, Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen (sowohl generalisiert als auch lokal) unter
Orgalutran berichtet, darunter Anaphylaxie (einschließlich anaphylaktischer Schock), Angioödem und
Urtikaria (siehe Abschnitt 4.8). Bei Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion sollte Orgalutranabgesetzt und eine geeignete Behandlung durchgeführt werden. Auf Grund fehlender klinischer
Erfahrungen wird die Anwendung von Orgalutran bei Frauen mit schwerwiegenden allergischen
Reaktionen nicht empfohlen.
Latexallergie
Der Nadelschutz enthält trockenen Naturkautschuk/Latex, der mit der Nadel in Kontakt kommt undallergische Reaktionen auslösen kann (siehe Abschnitt 6.5).
Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)
Während oder nach der Ovarienstimulation kann ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS)auftreten. Ein OHSS muss als intrinsisches Risiko der Gonadotropin-Stimulation betrachtet werden.
OHSS sollte symptomatisch, beispielsweise mit Bettruhe, intravenöser Gabe von Elektrolyt- oder
Plasmaersatzlösungen und Heparin behandelt werden.
Ektope Schwangerschaft
Unfruchtbare Frauen, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen, im Speziellen In-vitro-
Fertilisation (IVF), haben oft Eileiteranomalien. Deshalb könnte die Häufigkeit von ektopen
Schwangerschaften erhöht sein. Es ist daher wichtig, so früh wie möglich sonographisch festzustellen,ob eine intrauterine Schwangerschaft vorliegt.
Angeborene Missbildungen
Im Anschluss an eine assistierte Reproduktionstechnik (ART) könnte das Vorkommen von
Missbildungen größer sein als nach spontaner Konzeption. Das liegt vermutlich an den elterlichen
Besonderheiten (z. B. maternale Altersstruktur, Charakteristika der Spermien) und einemzunehmenden Vorkommen von Mehrlingsschwangerschaften. In klinischen Studien, in welchen mehrals 1.000 Neugeborene untersucht wurden, wurde gezeigt, dass die Häufigkeit des Auftretens von
Missbildungen bei Kindern, die nach einer COH-Behandlung mit Orgalutran geboren wurden,vergleichbar ist mit der Häufigkeit des Auftretens nach einer COH-Behandlung mit einem
GnRH-Agonisten.
Frauen mit einem Körpergewicht von weniger als 50 kg oder mehr als 90 kg
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Orgalutran sind bei Frauen mit einem Körpergewicht vonweniger als 50 kg oder mehr als 90 kg nicht erwiesen (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Injektion, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit allgemein verwendeten Arzneimitteln einschließlich
Histamin freisetzenden Arzneimitteln kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Ganirelix bei Schwangeren vor.
Im Tierversuch führte die Anwendung von Ganirelix in der Implantationsphase zu Wurf-Resorptionen(siehe Abschnitt 5.3). Die Relevanz dieser Ergebnisse für den Menschen ist unbekannt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Ganirelix in die Muttermilch ausgeschieden wird.
Die Anwendung von Orgalutran während der Schwangerschaft und Stillzeit ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
FertilitätGanirelix wird zur Behandlung von Frauen, die sich einer kontrollierten ovariellen Hyperstimulationim Rahmen einer assistierten Reproduktionstechnik unterziehen, angewendet. Ganirelix wird zur
Vermeidung eines vorzeitigen LH-Anstieges, zu dem es bei diesen Frauen während der ovariellen
Stimulation kommen kann, angewendet.
Angaben zu Dosierung und Art der Anwendung, siehe Abschnitt 4.2.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen durchgeführt.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie nachfolgende Tabelle zeigt alle Nebenwirkungen bei Frauen, die mit Orgalutran in klinischen
Studien, in denen rekombinantes FSH zur Ovarienstimulation angewendet wurde, behandelt wurden.
Wird Corifollitropin alfa zur Ovarienstimulation angewendet, sind vergleichbare Nebenwirkungenunter Orgalutran zu erwarten.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind gemäß MedDRA-Systemorganklassensystem und Häufigkeit klassifiziert:
sehr häufig ( 1/10), häufig ( 1/100, < 1/10), gelegentlich ( 1/1.000, < 1/100). Die Häufigkeit von
Überempfindlichkeitsreaktionen (sehr selten < 1/10.000) wurde aus der Arzneimittelüberwachungnach Markteinführung abgeleitet.
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen des Sehr selten Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich
Immunsystems Ausschlag, Gesichtsschwellung, Dyspnoe,
Anaphylaxie (einschließlich anaphylaktischer
Schock), Angioödem und Urtikaria)1
Verschlechterung eines vorbestehenden Ekzems2
Erkrankungen des Gelegentlich Kopfschmerzen
Nervensystems
Erkrankungen des Gelegentlich Übelkeit
Gastrointestinaltrakts
Allgemeine Erkrankungen Sehr häufig Lokale Hautreaktion am Injektionsort (vorwiegendund Beschwerden am Rötung mit oder ohne Schwellung)3
Verabreichungsort Gelegentlich Krankheitsgefühl1 Es wurden Fälle, auch bereits bei Anwendung der ersten Dosis, bei Patientinnen berichtet, denen
Orgalutran gegeben wurde.2 Wurde bei einer Patientin nach der ersten Orgalutran-Dosis berichtet.3 In klinischen Studien betrug, nach Angabe der Patientinnen, die Häufigkeit des Auftretens vonzumindest einer mäßigen oder schweren lokalen Hautreaktion eine Stunde nach Injektion pro
Behandlungszyklus bei Patientinnen, die mit Orgalutran behandelt wurden, 12 % und bei
Patientinnen, die subkutan mit einem GnRH-Agonisten behandelt wurden, 25 %. Die lokalen
Reaktionen klingen üblicherweise binnen 4 Stunden nach der Anwendung ab.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAndere Nebenwirkungen sind der kontrollierten ovariellen Hyperstimulation im Rahmen der ARTzuzuschreiben, insbesondere Beckenschmerzen, Bauchblähung, OHSS (siehe Abschnitt 4.4), ektope
Schwangerschaft und spontane Fehlgeburt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Überdosierung beim Menschen kann zu einer Wirkungsverlängerung führen.
Es liegen keine Daten über die akute Toxizität von Orgalutran am Menschen vor. Klinische Studienmit subkutaner Verabreichung von Orgalutran in Einzeldosen von bis zu 12 mg haben keinesystemischen Nebenwirkungen gezeigt. In Studien zur akuten Toxizität an Ratten und Affen wurdenunspezifische toxische Symptome wie z. B. Hypotonie und Bradykardie nur nach i.v.-Anwendung von
Ganirelix in Dosen über 1 bzw. 3 mg/kg beobachtet.
Im Falle einer Überdosierung sollte die Orgalutran-Behandlung (vorübergehend) unterbrochenwerden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypophysen- und Hypothalamushormone und Analoga,
Gonadotropin-Releasing-Hormonantagonisten, ATC-Code: H01CC01.
WirkmechanismusOrgalutran ist ein GnRH-Antagonist, der die Achse Hypothalamus-Hypophyse-Gonaden durchkompetitive Bindung an den GnRH-Rezeptoren der Hypophyse beeinflusst. Daraus resultiert eineschnelle, vollständige und reversible Suppression endogener Gonadotropine ohne initiale Stimulation,wie sie von GnRH-Agonisten induziert wird. Nach wiederholter Verabreichung von 0,25 mg
Orgalutran an gesunde weibliche Probandinnen betrug die maximale Suppression der
Serumkonzentration von LH, FSH und E2 4, 16 und 16 Stunden nach der Verabreichung 74 %, 32 %und 25 %. Die Serumspiegel gingen innerhalb von zwei Tagen nach der letzten Injektion wieder aufdie Ausgangswerte vor der Behandlung zurück.
Pharmakodynamische WirkungenBei Patientinnen, die sich einer kontrollierten ovariellen Stimulation unterzogen, betrug die mittlere
Behandlungsdauer 5 Tage. Während der Orgalutran-Behandlung lag die durchschnittliche Inzidenzvon LH-Anstiegen (> 10 IU/l) bei gleichzeitigem Progesteronanstieg (> 1 ng/ml) bei 0,3 - 1,2 %,verglichen mit 0,8 % während der Behandlung mit einem GnRH-Agonisten. Tendenziell trat einstärkerer Anstieg von LH und Progesteron bei Frauen mit erhöhtem Körpergewicht (> 80 kg) auf,hatte aber keine Auswirkungen auf das Therapieergebnis. Auf Grund der geringen Anzahl an
Patientinnen, die bisher behandelt wurden, kann ein Effekt jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Im Falle einer starken ovariellen Reaktion, entweder auf Grund hoher Exposition gegenüber
Gonadotropinen in der frühen Follikelphase oder auf Grund einer hohen ovariellen Ansprechbarkeit,kann es vor Tag 6 der Stimulation zu einem vorzeitigen LH-Anstieg kommen. Der Beginn einer
Orgalutran-Behandlung an Tag 5 kann diesen vorzeitigen LH-Anstieg verhindern, ohne das klinische
Ergebnis zu beeinträchtigen.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn kontrollierten Studien, in denen als Referenztherapie GnRH-Agonisten im langen Protokolleingesetzt wurden, resultierte die Behandlung mit Orgalutran und FSH in einem schnelleren
Follikelwachstum in den ersten Tagen der Stimulation. Die endgültige Kohorte von Follikeln warjedoch etwas kleiner und produzierte im Mittel weniger Estradiol. Dieses unterschiedliche Muster der
Follikelreifung erfordert eine FSH-Dosisanpassung basierend auf der Anzahl und Größe derwachsenden Follikel anstelle der Menge des zirkulierenden Estradiols. Ähnliche Vergleichsstudien zur
Anwendung von Corifollitropin alfa in einem GnRH-Antagonisten- oder langen GnRH-
Agonistenprotokoll wurden nicht durchgeführt.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die pharmakokinetischen Parameter nach subkutaner Mehrfachdosierung (täglich eine Injektion) sindmit jenen nach einmaliger subkutaner Dosierung vergleichbar. Nach wiederholter Gabe von0,25 mg/Tag wurden Steady-State-Spiegel von ungefähr 0,6 ng/ml innerhalb von 2 bis 3 Tagenerreicht.
Die pharmakokinetischen Daten weisen auf eine umgekehrte Beziehung zwischen Körpergewicht und
Serumkonzentration von Orgalutran hin.
ResorptionNach einmaliger subkutaner Verabreichung von 0,25 mg steigen die Serumspiegel von Ganirelix raschan und erreichen ihre maximale Konzentration (Cmax) von 15 ng/ml innerhalb von 1 bis 2 Stunden(tmax). Die Bioverfügbarkeit von Orgalutran nach subkutaner Applikation beträgt ungefähr 91 %.
BiotransformationDie im Plasma zirkulierende Hauptkomponente ist Ganirelix. Ganirelix ist auch die
Hauptkomponente, die im Harn gefunden wurde. Die Fäzes enthielten nur Metaboliten. Die
Metaboliten sind kleine Peptidfragmente, die durch enzymatische Hydrolyse von Ganirelix anbestimmten Stellen des Peptidmoleküls gebildet werden. Das metabolische Profil von Ganirelix beim
Menschen ist mit jenem bei Tieren vergleichbar.
EliminationDie Eliminationshalbwertszeit (t½) beträgt ungefähr 13 Stunden und die Clearance ungefähr. 2,4 l/h.
Die Ausscheidung erfolgt über die Fäzes (ungefähr 75 %) und den Urin (ungefähr 22 %).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Verabreichung und
Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Reproduktionsstudien mit Ganirelix in subkutan verabreichten Dosen von 0,1 bis 10 µg/kg/Tag an
Ratten und 0,1 bis 50 µg/kg/Tag an Kaninchen zeigten eine erhöhte Wurf-Resorption in den Gruppenmit höchster Dosierung. Es wurden keine teratogenen Effekte beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Essigsäure;
Mannitol;
Wasser für Injektionszwecke.
Der pH-Wert kann mit Natriumhydroxid und Essigsäure eingestellt worden sein.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Einmal-Fertigspritzen (silikonisiertes Typ-I-Glas), die 0,5 ml sterile, gebrauchsfertige, wässrige
Lösung enthalten und mit einem latexfreien Gummikolben verschlossen sind. An jeder
Orgalutran-Fertigspritze ist eine Nadel befestigt, die durch einen Nadelschutz aus trockenem
Naturkautschuk/Latex verschlossen ist, der mit der Nadel in Kontakt kommt (siehe
Abschnitt 4.4).
Lieferbar in Packungen mit 1 bzw. 5 Fertigspritzen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungPrüfen Sie die Injektionsspritze vor dem Gebrauch. Benützen Sie nur Injektionsspritzen ausunbeschädigten Packungen mit klarer, partikelfreier Lösung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
N.V. Organon
Kloosterstraat 65349 AB Oss
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/00/130/001, 1 Fertigspritze
EU/1/00/130/002, 5 Fertigspritzen
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 17. Mai 2000
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 10. Mai 2010
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.