Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ORENCIA 125mg injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ORENCIA 125 mg Injektionslösung im Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder Fertigpen enthält in einem ml 125 mg Abatacept.
Abatacept ist ein Fusionsprotein, das mittels rekombinanter DNA-Technologie aus Ovarialzellen des
Chinesischen Hamsters gewonnen wird.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung im Fertigpen (ClickJect).
Die Lösung ist klar, farblos bis blass-gelb mit einem pH von 6,8 bis 7,4.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Rheumatoide ArthritisORENCIA ist in Kombination mit Methotrexat (MTX) indiziert zur: Behandlung der mäßigen bis schweren aktiven Rheumatoiden Arthritis (RA) bei Erwachsenen,die unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehrerenkrankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs), einschließlich Methotrexat oder eines
Tumornekrosefaktor (TNF)-alpha-Inhibitors ansprachen.
Behandlung der hochaktiven und progressiven Rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, diezuvor nicht mit Methotrexat behandelt worden sind.
Abatacept reduziert in Kombination mit Methotrexat die Progression der Gelenkschädigung undverbessert die körperliche Funktionsfähigkeit.
Psoriasis-ArthritisORENCIA ist allein oder in Kombination mit Methotrexat (MTX) indiziert zur Behandlung deraktiven Psoriasis-Arthritis (PsA) bei erwachsenen Patienten, die unzureichend auf vorangegangene
DMARDs einschließlich Methotrexat ansprachen und für die eine zusätzliche systemische Therapiefür psoriatische Hautläsionen nicht notwendig ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung soll von einem Facharzt eingeleitet und überwacht werden, der über Erfahrung in der
Diagnose und Behandlung der Rheumatoiden Arthritis verfügt.
Wenn innerhalb von 6 Behandlungsmonaten kein Ansprechen auf Abatacept eintritt, muss die
Fortsetzung der Behandlung nochmals sorgfältig geprüft werden (siehe Abschnitt 5.1).
DosierungRheumatoide ArthritisErwachseneORENCIA subkutan (SC) kann mit oder ohne intravenöse (IV) Aufsättigungsdosis (Loading-Dose)begonnen werden. ORENCIA SC sollte einmal wöchentlich mit einer Dosis von 125 mg durchsubkutane Injektion verabreicht werden, unabhängig vom Gewicht (siehe Abschnitt 5.1). Falls eineeinmalige IV Infusion zum Behandlungsbeginn gegeben wird (IV Aufsättigungsdosis vor SC
Verabreichung), sollte die erste subkutane Injektion von 125 mg Abatacept innerhalb eines Tages aufdie intravenöse Infusion folgen. Die weiteren subkutanen Injektionen mit 125 mg Abatacept folgendann in wöchentlichem Abstand (für die Dosierung der intravenösen Aufsättigungsdosis siehe
Abschnitt 4.2 der Fachinformation von ORENCIA 250 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellungeiner Infusionslösung).
Patienten, die von intravenöser ORENCIA Therapie auf die subkutane Anwendung umgestellt werden,sollten die erste subkutane Anwendung zum nächsten geplanten Zeitpunkt der intravenösen Dosiserhalten.
Eine Anpassung der Dosis ist nicht erforderlich bei Anwendung in Kombination mit anderen
DMARDs, Glucocorticoiden, Salicylaten, nichtsteroidalen Antirheumatika (NSARs) oder Analgetika.
Psoriasis-ArthritisErwachseneORENCIA sollte einmal wöchentlich mit einer Dosis von 125 mg durch subkutane Injektionverabreicht werden. Eine intravenöse Aufsättigungsdosis (Loading-Dose) ist nicht notwendig.
Patienten, die von intravenöser ORENCIA Therapie auf die subkutane Anwendung umgestellt werden,sollten die erste subkutane Anwendung zum nächsten geplanten Zeitpunkt der intravenösen Dosiserhalten.
Verpasste Dosis
Wenn ein Patient eine ORENCIA Injektion verpasst und dies innerhalb von 3 Tagen bemerkt, sollteer/sie angewiesen werden, die verpasste Dosis unverzüglich anzuwenden und den ursprünglichen
Zeitplan einzuhalten. Wenn der Injektionstermin um mehr als 3 Tage versäumt wurde, sollte der
Patient basierend auf der medizinischen Beurteilung (Zustand des Patienten, Stand der
Krankheitsaktivität, etc.) instruiert werden, wann er/sie die Behandlung fortsetzen soll.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenEs ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten mit Nieren- und Leberschäden
ORENCIA wurde bei diesen Patientengruppen nicht untersucht. Dosisempfehlungen können nichtgegeben werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit der ORENCIA Injektionslösung im Fertigpen bei Kindern im Alterunter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Orencia Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist für pädiatrische Patientenab 6 Jahren zur Behandlung von pJIA verfügbar (siehe Zusammenfassung der Merkmale des
Arzneimittels für ORENCIA Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung).
Orencia Injektionslösung in einer Fertigspritze zur subkutanen Anwendung ist für Kinder ab 2 Jahrenzur Behandlung von pJIA erhältlich (siehe Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels für die
ORENCIA Injektionslösung in einer Fertigspritze).
Art der AnwendungZur subkutanen Anwendung.
ORENCIA sollte unter der Aufsicht medizinischen Fachpersonals angewandt werden. Nach einerentsprechenden Einweisung in die Technik der subkutanen Injektion kann ein Patient sich die
Injektionen selbst verabreichen, falls sein Arzt dies für angemessen hält.
Der gesamte Inhalt des Fertigpens (1 ml) ist ausschließlich als subkutane Injektion anzuwenden. Fürjede neue Injektion sollte eine andere Injektionsstelle ausgewählt werden. Die Injektion sollte niemalsin Hautbereiche, die empfindlich, geschädigt, rot oder hart sind, gegeben werden.
Eine umfassende Anleitung zur Vorbereitung und Anwendung des ORENCIA Fertigpens findet sichin der Packungsbeilage und unter 'Wichtige Hinweise zur Anwendung'. Hinweise zur Vorbereitungdes Arzneimittels vor der Anwendung siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Schwere und unkontrollierte Infektionen wie Sepsis und opportunistische Infektionen (siehe
Abschnitt 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Kombination mit TNF-Antagonisten
Zur Anwendung von Abatacept in Kombination mit TNF-Antagonisten liegen nur begrenzte
Erfahrungen vor (siehe Abschnitt 5.1). In placebokontrollierten klinischen Studien kam es bei
Patienten, die eine Kombination aus TNF-Antagonisten und Abatacept erhalten hatten, insgesamthäufiger zu Infektionen und zu schwerwiegenden Infektionen als bei Patienten, die mit
TNF-Antagonisten und Placebo behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.5). Abatacept wird nicht zur
Anwendung in Kombination mit TNF-Antagonisten empfohlen.
Während der Umstellung von einer Therapie mit TNF-Antagonisten auf die Behandlung mit
ORENCIA sollten die Patienten auf Anzeichen einer Infektion überwacht werden (siehe Abschnitt 5.1,
Studie VII).
Allergische ReaktionenGelegentlich wurden in klinischen Studien, in denen die Patienten nicht notwendigerweiseprophylaktisch gegen allergische Reaktionen vorbehandelt werden mussten, allergische Reaktionen im
Zusammenhang mit der Anwendung von Abatacept berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Anaphylaxie oderanaphylaktische Reaktionen können nach der ersten Infusion auftreten und lebensbedrohlich sein. Seitder Markteinführung wurde ein Fall einer tödlichen Anaphylaxie nach der ersten Infusion von
ORENCIA beobachtet. Wenn es zu einer schwerwiegenden allergischen oder anaphylaktischen
Reaktion kommt, ist die Behandlung mit ORENCIA, intravenös oder subkutan, sofort abzubrechenund eine geeignete Therapie einzuleiten. Die Behandlung mit ORENCIA sollte in diesem Fall beendetwerden (siehe Abschnitt 4.8).
Auswirkungen auf das Immunsystem
Bei Arzneimitteln, die wie ORENCIA auf das Immunsystem wirken, kann die Immunabwehr gegen
Infektionen und Malignome geschwächt und die Impfantwort beeinträchtigt sein.
Die gleichzeitige Anwendung von ORENCIA und immunsuppressiven oder immunmodulatorischen
Biologika könnte die Wirkung von Abatacept auf das Immunsystem potenzieren (siehe Abschnitt 4.5).
InfektionenSchwerwiegende Infektionen, unter anderem Sepsis und Pneumonie, wurden im Zusammenhang mit
Abatacept berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Einige dieser Infektionen verliefen tödlich. Viele dieserschwerwiegenden Infektionen sind bei Patienten aufgetreten, die gleichzeitig mit Immunsuppressivabehandelt wurden, was zusätzlich zur Grunderkrankung die Anfälligkeit für Infektionen erhöht habenkann. Die Behandlung mit ORENCIA darf daher bei Patienten mit aktiven Infektionen erst eingeleitetwerden, wenn die Infektionen unter Kontrolle sind. Bei Patienten mit rezidivierenden Infekten oder
Grunderkrankungen in ihrer Krankengeschichte, die sie für Infektionen prädisponieren könnten, istbesondere Vorsicht angezeigt, wenn der Arzt die Anwendung von ORENCIA erwägt. Patienten, beidenen während der Behandlung mit ORENCIA ein neuer Infekt auftritt, müssen engmaschigüberwacht werden. Wenn ein Patient eine schwerwiegende Infektion entwickelt, ist die Anwendungvon ORENCIA abzubrechen.
In den placebokontrollierten Zulassungsstudien wurde kein vermehrtes Auftreten von Tuberkulosebeobachtet, allerdings wurden alle Patienten, die mit ORENCIA behandelt wurden, auf Tuberkulosegetestet. Die Sicherheit von ORENCIA bei Patienten mit latenter Tuberkulose ist nicht bekannt. Esgibt Berichte über Tuberkulose bei Patienten, die mit ORENCIA behandelt wurden (siehe
Abschnitt 4.8). Patienten sollten vor der Einleitung der ORENCIA-Therapie unbedingt auf latente
Tuberkulose untersucht werden. Auch die entsprechenden medizinischen Richtlinien sind hierbei zuberücksichtigen.
Antirheumatische Therapien wurden mit der Reaktivierung von Hepatitis B in Verbindung gebracht.
Daher muss vor Beginn der ORENCIA-Therapie eine Untersuchung auf Virushepatitis gemäß denveröffentlichten Richtlinien durchgeführt werden.
Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)Fälle von PML wurden bei Patienten berichtet, die Abatacept, meist in Kombination mit anderenimmunsuppressiven Arzneimitteln, erhielten. PML kann tödlich verlaufen und ist beiimmunsupprimierten Patienten mit neu einsetzenden oder sich verschlechternden neurologischen,psychiatrischen und kognitiven Symptomen als Differentialdiagnose in Betracht zu ziehen. Wenn
Symptome, die auf PML schließen lassen, während der Behandlung mit ORENCIA auftreten, müssendie Behandlung mit ORENCIA abgebrochen und geeignete diagnostische Maßnahmen initiiertwerden.
Malignitäten
In den placebokontrollierten klinischen Studien traten Malignome bei 1,2 % der mit Abataceptbehandelten Patienten bzw. bei 0,9 % der Patienten unter Placebo auf (siehe Abschnitt 4.8). Patientenmit bekannten Malignomen wurden in diese klinischen Studien nicht aufgenommen. In Studien zur
Karzinogenität bei Mäusen wurde ein Anstieg an Lymphomen und Brusttumoren beobachtet. Dieklinische Bedeutung dieser Beobachtung ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 5.3). Ein möglicher
Zusammenhang von Abatacept mit der Entstehung von Malignomen, einschließlich Lymphomen,beim Menschen ist nicht bekannt. Es gibt Berichte von nicht-Melanom Hautkrebs-Fällen bei Patienten,die mit ORENCIA behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8). Regelmäßige Hautuntersuchungen sind füralle Patienten empfohlen, vor allem für diejenigen mit Hautkrebs-Risikofaktoren.
ImpfungenPatienten, die mit ORENCIA behandelt werden, dürfen gleichzeitig Impfungen erhalten.
Ausgenommen sind Lebendimpfstoffe. Lebendvakzine sollten nicht gleichzeitig mit Abatacept oderinnerhalb von 3 Monaten nach dessen Absetzen gegeben werden. Arzneimittel, die wie Abatacept aufdas Immunsystem wirken, können die Wirksamkeit mancher Immunisierungen schwächen (siehe
Abschnitt 4.5).
Ältere PatientenInsgesamt 404 Patienten im Alter ab 65, darunter 67 Patienten mit 75 Jahren oder älter, erhieltenintravenös verabreichtes Abatacept in placebokontrollierten klinischen Studien. Insgesamt270 Patienten im Alter ab 65, darunter 46 Patienten mit 75 Jahren oder älter, erhielten subkutanverabreichtes Abatacept in placebokontrollierten klinischen Studien. Die Häufigkeit vonschwerwiegenden Infekten und Malignomen im Vergleich zu Placebo war bei intravenös mit
Abatacept behandelten Patienten über 65 höher als bei denen unter 65. Gleichermaßen war die
Häufigkeit von schwerwiegenden Infekten und Malignomen im Vergleich zu Placebo bei subkutan mit
Abatacept behandelten Patienten über 65 höher als bei denen unter 65. Da bei älteren Menschengenerell eine höhere Inzidenz von Infektionen und Malignomen besteht, ist bei der Behandlung vonälteren Patienten Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.8).
AutoimmunprozesseTheoretisch könnte die Behandlung mit Abatacept das Risiko von Autoimmunprozessen bei
Erwachsenen, z.B. Verschlechterung einer Multiplen Sklerose, erhöhen. In den placebokontrolliertenklinischen Studien führte die Behandlung mit Abatacept im Vergleich zur Behandlung mit Placebonicht zu einer erhöhten Bildung von Autoantikörpern wie antinukleären und Anti-dsDNA-Antikörpern(siehe Abschnitte 4.8 und 5.3).
Patienten unter Natrium kontrollierter Diät
Dieses Arzneimittel enthält 0,014 mmol (0,322 mg) Natrium pro Fertigpen, d.h. es ist nahezu'natriumfrei“.
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Kombination mit TNF-Antagonisten
Die Erfahrungen in der Anwendung von Abatacept in Kombination mit TNF-Antagonisten sindbegrenzt (siehe Abschnitt 5.1). Während TNF-Antagonisten in placebokontrollierten klinischen
Studien keinen Einfluss auf die Abatacept-Clearance zeigten, kam es bei Patienten, die gleichzeitigmit Abatacept und mit TNF-Antagonisten behandelt wurden, zu mehr Infektionen und zu mehrschwerwiegenden Infektionen als bei Patienten, die nur mit TNF-Antagonisten behandelt wurden.
Daher wird die gleichzeitige Behandlung mit Abatacept und einem TNF-Antagonisten nichtempfohlen.
Kombination mit anderen Arzneimitteln
Populationspharmakokinetische Untersuchungen zeigten keinen Einfluss von Methotrexat, NSARsund Kortikosteroiden auf die Abatacept-Clearance (siehe Abschnitt 5.2).
Bei der Anwendung von Abatacept in Kombination mit Sulfasalazin, Hydroxychloroquin oder
Leflunomid gab es keine größeren Sicherheitsbedenken.
Kombination mit anderen Arzneimitteln, die das Immunsystem beeinträchtigen, und mit Impfungen
Die gleichzeitige Anwendung von Abatacept und immunsuppressiven oder immunmodulatorischen
Biologika könnte die Wirkung von Abatacept auf das Immunsystem potenzieren. Es liegen nichtgenügend Daten vor, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Abatacept in Kombination mit Anakinraoder Rituximab zu beurteilen (siehe Abschnitt 4.4).
ImpfungenLebendvakzine sollten nicht gleichzeitig mit Abatacept oder innerhalb von 3 Monaten nach Absetzengegeben werden. Es liegen keine Daten hinsichtlich der Sekundärübertragung von Infektionen von
Personen, die Lebendvakzine erhalten, auf Patienten, die mit Abatacept behandelt werden, vor.
Arzneimittel, die wie Abatacept auf das Immunsystem wirken, können die Wirksamkeit mancher
Immunisierungen schwächen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).
Klinische Studien, in denen der Einfluss von Abatacept auf die Antikörper-Antwort auf Impfung beigesunden Probanden bzw. auf die Antikörper-Antwort auf Influenza- oder Pneumokokken-Impfstoffbei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) untersucht wurden, legen nahe, dass Abatacept zwardie Effektivität der Immunantwort abschwächen kann, aber die Fähigkeit, eine klinisch signifikanteoder positive Immunantwort zu entwickeln, nicht signifikant hemmt.
Abatacept wurde in einer offenen Studie mit RA-Patienten untersucht, die mit dem 23-valenten
Pneumokokken-Impfstoff geimpft wurden. Nach der Pneumokokken-Impfung konnten 62 der 112 mit
Abatacept behandelten Patienten eine adäquate Immunantwort von mindestens einer 2-fachen
Erhöhung des Antikörpertiters auf den Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff aufbauen.
Abatacept wurde in einer weiteren offenen Studie mit RA-Patienten untersucht, die mit demsaisonalen trivalenten Influenza-Impfstoff geimpft wurden. Nach der Influenza-Impfung konnten73 der 119 mit Abatacept behandelten Patienten, die vor der Impfung keine Schutz-bietenden
Antikörper-Spiegel aufwiesen, eine adäquate Immunantwort von mindestens einer 4-fachen Erhöhungdes Antikörpertiters auf den trivalenten Influenza-Impfstoff aufbauen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft und Frauen im gebärfähigen Alter
Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Abatacept bei Schwangeren vor. Inpräklinischen Studien zur embryofetalen Entwicklung wurden bei Dosierungen von bis zum 29-fachender Humandosis von 10 mg/kg basierend auf der AUC keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Ineiner Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung bei Ratten wurden bei Dosen, die bezogen auf die
AUC um das 11-fache höher waren als eine Humandosis von 10 mg/kg, begrenzte Veränderungen der
Immunfunktion beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
ORENCIA darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, daß eine
Behandlung mit Abatacept aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlich ist.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und bis zu 14 Wochen nach der letzten
Abatacept-Dosis zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden.
Ein Übertritt über die Plazentaschranke von Abatacept in das Serum des Fötus kann bei Frauen, diewährend der Schwangerschaft mit Abatacept behandelt wurden, nicht ausgeschlossen werden.
Infolgedessen kann ein erhöhtes Infektionsrisiko für den Säugling bestehen. Die Sicherheit einer
Impfung mit Lebendvakzinen ist für den Säugling, der in utero mit Abatacept in Kontakt kam, nichtbekannt. Eine Impfung mit Lebendvakzinen der betreffenden Kinder wird bis zu 14 Wochen nach derletzten Behandlung der Mutter mit Abatacept während der Schwangerschaft nicht empfohlen.
StillzeitAbatacept wurde in der Muttermilch von Ratten nachgewiesen.
Es ist nicht bekannt, ob Abatacept in die Muttermilch übergeht.
Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Das Stillen soll während der Behandlung mit ORENCIA und bis zu 14 Wochen nach der letzten
Abatacept-Dosis unterbrochen werden.
FertilitätEs wurden keine Studien zu den potenziellen Auswirkungen von Abatacept auf die menschliche
Fertilität durchgeführt.
Bei Ratten zeigte Abatacept keine unerwünschten Wirkungen auf die männliche oder weibliche
Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAufgrund des Wirkmechanismus ist zu erwarten, dass Abatacept keinen oder nur einenvernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen hat. Benommenheit und reduzierte Sehschärfe wurden jedoch als häufige bzw.gelegentliche Nebenwirkungen bei Patienten, die mit ORENCIA behandelt wurden, berichtet. Wenn
Patienten solche Symptome an sich beobachten, sollten sie die aktive Teilnahme am Straßenverkehroder das Bedienen von Maschinen vermeiden.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils bei Rheumatoider Arthritis
Abatacept wurde in placebokontrollierten klinischen Studien an Patienten mit aktiver Rheumatoider
Arthritis untersucht (2.653 Patienten mit Abatacept, 1.485 mit Placebo).
In placebokontrollierten klinischen Studien mit Abatacept wurden bei 49,4 % der mit Abataceptbehandelten Patienten und bei 45,8 % der mit Placebo behandelten Patienten unerwünschte
Arzneimittelwirkungen (UAWs) gemeldet. Die am häufigsten gemeldeten unerwünschten
Arzneimittelwirkungen (≥ 5 %) bei den mit Abatacept behandelten Patienten waren Kopfschmerzen,
Übelkeit und Infektionen der oberen Atemwege (einschließlich Sinusitis). Der Anteil der Patienten,die die Behandlung aufgrund von UAWs abbrachen, lag bei 3,0 % der mit Abatacept behandelten
Patienten und 2,0 % der mit Placebo behandelten Patienten.
Tabellarische Auflistung der unerwünschten Arzneimittelwirkungen
In Tabelle 1 werden die unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die in klinischen Studien und seit der
Markteinführung beobachtet wurden, nach Organsystem und Häufigkeit sortiert und in die folgenden
Kategorien eingeteilt, aufgelistet: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich(≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 1: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Infektionen und parasitäre Sehr häufig Infektion der oberen Atemwege (einschließlich
Erkrankungen Tracheitis, Nasopharyngitis und Sinusitis)
Häufig Infektion der unteren Atemwege (einschließlich
Bronchitis), Harnwegsinfekt, Herpesinfektionen(einschließlich Herpes simplex, oralem Herpesund Herpes zoster), Pneumonie, Influenza
Gelegentlich Zahninfektion, Onychomykose, Sepsis,muskoskeletale Infektionen, Hautabszesse,
Pyelonephritis, Rhinitis, Infektion des Ohrs
Selten Tuberkulose, Bakteriämie, gastrointestinale
Infektion, Beckenentzündung
Gutartige, bösartige und Gelegentlich Basalzellkarzinom, Papillom der Hautunspezifische Neubildungen(einschl. Zysten und Polypen)
Selten Lymphom, bösartige Neubildung der Lunge,
Plattenepithelkarzinom
Erkrankungen des Blutes und Gelegentlich Thrombozytopenie, Leukopeniedes Lymphsystems
Erkrankungen des Gelegentlich Überempfindlichkeit
Immunsystems
Psychiatrische Erkrankungen Gelegentlich Depression, Angstgefühl, Schlafstörung(einschließlich Schlaflosigkeit)
Erkrankungen des Häufig Kopfschmerzen, Benommenheit
Nervensystems
Gelegentlich Migräne, Parästhesie
Augenerkrankungen Gelegentlich Konjunktivitis, trockene Augen, reduzierte
Sehschärfe
Erkrankungen des Ohrs und des Gelegentlich Vertigo
Labyrinths
Herzerkrankungen Gelegentlich Herzklopfen, Tachykardie, Bradykardie
Gefäßerkrankungen Häufig Hypertonie, erhöhter Blutdruck
Gelegentlich Hypotonie, Hitzewallungen, Flush,Vaskulitis,erniedrigter Blutdruck
Erkrankungen der Atemwege, Häufig Hustendes Brustraums und Gelegentlich Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
Mediastinums verschlimmert, Bronchospasmus, Giemen,
Dyspnoe, Engegefühl in der Kehle
Erkrankungen des Häufig Abdominalschmerzen, Diarrhöe, Übelkeit,
Gastrointestinaltrakts Dyspepsie, Geschwürbildung im Mundbereich,aphthöse Stomatitis, Erbrechen
Gelegentlich Gastritis
Leber- und Gallenerkrankungen Häufig Leberfunktionsstörung (einschließlich erhöhter
Transaminasen)
Erkrankungen der Haut und des Häufig Hautausschlag (einschließlich Dermatitis)
Unterhautzellgewebes Gelegentlich Erhöhte Neigung zu Blutergüssen, trockene Haut,
Alopezie, Pruritus, Urtikaria, Psoriasis, Akne,
Erythem, Hyperhidrosis
Skelettmuskulatur-, Gelegentlich Arthralgie, Schmerzen in den Gliedmaßen
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Gelegentlich Amenorrhoe, Menorrhagie
Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Allgemeine Erkrankungen und Häufig Fatigue, Asthenie, lokale Reaktion an der
Beschwerden am Injektionsstelle, systemische Reaktionen auf die
Verabreichungsort Injektion*
Gelegentlich Grippeähnliche Beschwerden, Gewichtszunahme
*(z.B. Pruritus, Engegefühl des Halses, Dyspnoe)
Beschreibung ausgewählter unerwünschter Arzneimittelwirkungen
InfektionenIn den placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei 22,7 % der mit Abatacept behandelten
Patienten und bei 20,5 % der mit Placebo behandelten Patienten Infektionen gemeldet, die zumindestin einem möglichen Zusammenhang mit der Behandlung stehen.
Schwerwiegende Infektionen, die zumindest in einem möglichen Zusammenhang mit der Behandlungstehen, wurden bei 1,5 % der mit Abatacept behandelten Patienten und bei 1,1 % der mit Placebobehandelten Patienten gemeldet. Die Arten der schwerwiegenden Infektionen waren bei den mit
Abatacept behandelten Patienten und den mit Placebo behandelten Patienten ähnlich (siehe
Abschnitt 4.4).
Die Inzidenzrate (95 % CI) für schwerwiegende Infektionen war 3,0 (2,3; 3,8) pro 100 Patientenjahrebei den mit Abatacept behandelten Patienten und 2,3 (1,5; 3,3) pro 100 Patientenjahre bei den mit
Placebo behandelten Patienten in den Doppelblindstudien.
In der kumulativen Periode der klinischen Studien bei insgesamt 7.044 Patienten, die mit Abataceptbehandelt wurden, lag die Inzidenz von schwerwiegenden Infektionen in 20.510 Patientenjahren bei2,4 pro 100 Patientenjahre. Die auf das Jahr umgerechnete Inzidenz blieb stabil.
Malignitäten
Malignome wurden in placebokontrollierten klinischen Studien in 1,2 % (31/2.653) der mit Abataceptbehandelten Patienten und bei 0,9 % (14/1.485) der mit Placebo behandelten Patienten berichtet. Die
Inzidenzrate für Malignitäten betrug 1,3 (0,9; 1,9) pro 100 Patientenjahre für die mit Abataceptbehandelten Patienten und 1,1 (0,6; 1,9) pro 100 Patientenjahre für die mit Placebo behandelten
Patienten.
In der kumulativen Periode der klinischen Studien bei insgesamt 7.044 Patienten, die mit Abataceptbehandelt wurden, lag die Inzidenz von Malignomen in 21.011 Patientenjahren (von denen über 1.000mit Abatacept über 5 Jahre behandelt wurden) bei 1,2 (1,1; 1,4) pro 100 Patientenjahre und die auf das
Jahr umgerechneten Inzidenzraten blieben stabil.
Die am häufigsten berichtete Malignität in den Placebo kontrollierten Studien warnicht-Melanom-Hautkrebs mit 0,6 (0,3; 1,0) pro 100 Patientenjahre für die mit Abatacept behandelten
Patienten, 0,4 (0,1; 0,9) pro 100 Patientenjahre für die mit Placebo behandelten Patienten und 0,5 (0,4;0,6) in der kumulativen Periode.
Der am häufigsten berichtete solide Tumor in den Placebo kontrollierten Studien war Lungenkrebs mit0,17 (0,05; 0,43) pro 100 Patientenjahre für die mit Abatacept behandelten Patienten, 0 für die mit
Placebo behandelten Patienten und 0,12 (0,08; 0,17) pro 100 Patientenjahre in der kumulativen
Periode. Der häufigste bösartige hämatologische Tumor war das Lymphom mit 0,04 (0; 0,24) pro100 Patientenjahre für die mit Abatacept behandelten Patienten, 0 für die mit Placebo behandelten
Patienten und 0,06 (0,03; 0,1) pro 100 Patientenjahre in der kumulativen Periode.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs) bei Patienten mit chronisch-obstruktiver
Lungenerkrankung (COPD)
In Studie IV waren im Abatacept-Arm 37 Patienten und im Placebo-Arm 17 Patienten mit COPDeingeschlossen. Bei den COPD-Patienten, die intravenös mit Abatacept behandelt wurden,entwickelten sich häufiger unerwünschte Arzneimittelwirkungen als bei denen, die mit Placebobehandelt wurden (51,4 % im Vergleich zu 47,1 %). Zu Erkrankungen der Atemwege kam es häufigerbei mit Abatacept behandelten Patienten als bei Patienten, die mit Placebo behandelt wurden (10,8 %im Vergleich zu 5,9 %); dazu zählten eine Verschlimmerung der COPD und Dyspnoe. Der Anteil der
COPD-Patienten, bei denen sich eine schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungentwickelte, war höher bei den mit Abatacept behandelten Patienten als bei denen, die Placeboerhielten (5,4 % im Vergleich zu 0 %). Dazu zählten eine Verschlimmerung der COPD(1 von 37 Patienten [2,7 %]) und Bronchitis (1 von 37 Patienten [2,7 %]).
AutoimmunprozesseDie Abatacept-Therapie führte im Vergleich zu Placebo nicht zu einer erhöhten Bildung von
Autoantikörpern, d.h. antinukleären und Anti-dsDNA-Antikörpern.
Die Inzidenz von Autoimmunerkrankungen in mit Abatacept behandelten Patienten war während derdoppelblinden Phase 8,8 (7,6; 10,1) pro 100 Patientenjahre Exposition und 9,6 (7,9; 11,5) pro100 Patientenjahre Exposition in den mit Placebo behandelten Patienten. Die Inzidenz in mit
Abatacept behandelten Patienten war 3,8 pro 100 Patientenjahre in der kumulativen Periode. Die amhäufigsten berichteten Autoimmunerkrankungen abgesehen von der untersuchten Indikation währendder kumulativen Periode waren Psoriasis, rheumatoide Knötchen und Sjögren-Syndrom.
Immunogenität bei Erwachsenen, die intravenös mit Abatacept behandelt wurden
Die Bestimmung von Antikörpern gegen das Abatacept-Molekül wurde mit Hilfe von ELISA-Testsbei 3.985 Patienten mit Rheumatoider Arthritis durchgeführt, die bis zu 8 Jahre lang mit Abataceptbehandelt wurden. Einhundertsiebenundachtzig von 3.877 (4,8 %) Patienten entwickelten während der
Behandlung Anti-Abatacept Antikörper. Bei Patienten, die nach Absetzen von Abatacept (> 42 Tagenach der letzten Dosis) auf Anti-Abatacept Antikörper getestet wurden, waren 103 von 1.888 (5,5 %)seropositiv.
Proben mit nachgewiesener Bindungsaktivität an CTLA-4 wurden auf neutralisierende Antikörperuntersucht. Bei zweiundzwanzig von 48 auswertbaren Patienten zeigte sich signifikanteneutralisierende Aktivität. Die potenzielle klinische Bedeutung der Bildung von neutralisierenden
Antikörpern ist nicht bekannt.
Insgesamt gab es keine offensichtliche Korrelation zwischen der Entwicklung von Antikörpern unddem klinischen Ansprechen oder unerwünschten Ereignissen. Allerdings war die Anzahl der Patienten,die Antikörper entwickelten, zu begrenzt für eine abschließende Bewertung. Da Untersuchungen der
Immunogenität produktspezifisch sind, sind Vergleiche von Antikörper-Raten mit denen von anderen
Produkten nicht aussagekräftig.
Immunogenität bei Erwachsenen, die subkutan mit Abatacept behandelt wurden
In Studie SC-1 wurde mittels ELISA die Immunogenität gegen Abatacept nach subkutaner undintravenöser Anwendung verglichen. Während der initialen 6-monatigen Doppelblind-Phase(short-term Periode) war das Gesamtauftreten von Immunogenitätsreaktionen gegen Abatacept 1,1 %(8/725) für die subkutan und 2,3 % (16/710) für die intravenös behandelte Gruppe. Diese Rate decktsich mit früheren Erfahrungen und es gab keinen Effekt der Immunogenität auf die Pharmakokinetik,die Sicherheit oder die Wirksamkeit.
Die Immunogenität gegen Abatacept nach subkutaner Langzeitgabe wurde mit Hilfe eines neuen
Elektrochemoluminiszenz- (ECL-)Tests gemessen. Ein Vergleich von Inzidenzraten, die mittelsunterschiedlicher Tests ermittelt wurden, ist nicht möglich, da der ECL-Test so entwickelt wurde, dasser sensibler und toleranter gegen Wirkstoffe ist als der vorher verwendete ELISA-Test. Daskumulative Auftreten von Immunogenitätsreaktionen gegen Abatacept, welche mittels des ECL-Testsmit mindestens einer positiven Probe in der short-term und long-term Periode zusammen ermitteltwurde, war 15,7 % (215/1.369) während der Abatacept-Therapie (mit einer durchschnittlichen
Expositionsdauer von 48,8 Monaten) und 17,3 % (194/1.121) nach Beendigung der Behandlung(> 21 Tage bis zu 168 Tage nach Gabe der letzten Dosis). Die an die Exposition angepasste
Inzidenzrate (ausgedrückt pro 100 Patientenjahre) blieb während der Behandlungsdauer stabil.
Übereinstimmend mit früheren Erfahrungen waren die Titer und die Persistenz der
Antikörperantworten generell niedrig und stiegen mit fortlaufender Dosierung nicht an (6,8 % der
Patienten waren seropositiv an 2 aufeinanderfolgenden Untersuchungsterminen). Es gab keineoffensichtliche Korrelation zwischen der Entwicklung von Antikörpern einerseits und dem klinischen
Ansprechen, von unerwünschten Ereignissen oder Pharmakokinetik andererseits.
In Studie SC-III wurden während der 12-monatigen Doppelblind-Phase in Patienten, welche mit
Abatacept + MTX behandelt wurden, die selben Immunogenitätsraten beobachtet, wie in Patienten ausder Abatacept-Monotherapie-Gruppe (je 2,9 % (3/103) und 5,0 % (5/101)). Wie in Studie SC-I ergabsich kein Effekt der Immunogenität auf die Sicherheit oder die Wirksamkeit.
Immunogenität und Sicherheit von Abatacept nach Absetzen und Wiederaufnahme der Behandlung
Eine Studie im subkutanen Programm wurde durchgeführt, um die Auswirkung einer Unterbrechung(3 Monate) und einer Wiederaufnahme der subkutanen Behandlung mit Abatacept auf die
Immunogenität zu untersuchen. Nach Absetzen der Behandlung mit subkutan verabreichtem
Abatacept stimmte die erhöhte Immunogenitätsrate mit der Immunogenitätsrate nach Absetzen der
Behandlung mit intravenös verabreichtem Abatacept überein. Nach Wiederaufnahme der Therapie gabes keine injektionsbedingten Reaktionen und keine anderen Sicherheitsbedenken bei Patienten deren
Behandlung mit subkutan verabreichtem Abatacept bis zu 3 Monaten unterbrochen wurde verglichenmit Patienten, die durchgehend mit subkutan verabreichtem Abatacept therapiert wurden. Dies warunabhängig davon, ob die Wiederaufnahme der Therapie mit oder ohne Aufsättigungsdosis(Loading-Dose) durchgeführt wurde. Das Sicherheitsprofil im Behandlungsarm, bei dem die
Wiederaufnahme der Therapie ohne intravenöse Aufsättigungsdosis durchgeführt wurde, war auchkonsistent mit dem Profil in anderen Studien.
In Studie SC-III wurden erhöhte Immunogenitätsraten in Patienten sowohl aus der Abatacept + MTX
Gruppe als auch der Abatacept-Monotherapie-Gruppe beobachtet, welche in den 6 Monaten nachvollständigem Absetzen der Medikation getestet wurden (je 37,7 % [29/77] und 44,1 % [27/59]), mitgenerell niedrigtitrigen Antikörper-Antworten. Es wurde kein klinischer Einfluss dieser
Antikörper-Antworten festgestellt und es gab keine Sicherheitsbedenken nach der Wiederaufnahmeder Abatacept-Therapie.
Reaktionen auf die Injektion bei subkutan mit Abatacept behandelten Erwachsenen
In Studie SC I wurde das Sicherheitsprofil von Abatacept einschließlich Reaktionen an der
Injektionsstelle nach subkutaner oder intravenöser Verabreichung verglichen. Das Gesamtauftretenvon Reaktionen an der Injektionsstelle war 2,6 % (19/736) im subkutanen Abatacept-Regime und2,5 % (18/721) im subkutanen Placebo-Regime (intravenös verabreichtes Abatacept). Alle Reaktionenan der Injektionsstelle wurden als leicht bis moderat beschrieben (Hämatom, Pruritus oder Erythem)und bedingten im Allgemeinen keinen Abbruch der Behandlung. Während der kumulativen Periodeder Studie in welcher alle mit Abatacept behandelten Patienten in 7 SC Studien eingeschlossen waren,war die Häufigkeit für Reaktionen an der Einstichstelle 4,6 % (116/2.538) mit einer Inzidenzrate von1,32 pro 100 Patientenjahren. Seit der Markteinführung wurde von systemischen Reaktionen (z.B.
Pruritus, Engegefühl des Halses, Dyspnoe) auf die Injektion von subkutanem ORENCIA berichtet.
Sicherheitshinweis in Bezug auf die pharmakologische Klasse
Abatacept ist der erste selektive Costimulationsmodulator. Informationen zur relativen Sicherheit ineiner klinischen Studie im Vergleich zu Infliximab sind in Abschnitt 5.1 zusammengefasst.
Zusammenfassung des Sicherheitsprofils in der Psoriasis-Arthritis
Abatacept wurde in Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis in zwei placebokontrollierten klinischen
Studien untersucht (341 Patienten mit Abatacept, 253 Patienten mit Placebo) (siehe Abschnitt 5.1).
Während der 24-wöchigen placebokontrollierten Periode der größeren Studie PsA-II war der Anteil
Patienten mit unerwünschten Nebenwirkungen ähnlich in der Abatacept- und der
Placebo-Behandlungsgruppe (15,5 % bzw. 11,4 %). Keine der unerwünschten Nebenwirkungen trathäufiger als ≥ 2 % während der 24-wöchigen placebokontrollierten Periode in den
Behandlungsgruppen auf. Das Gesamtsicherheitsprofil war zwischen den Studien PsA-I und PsA-IIvergleichbar und stimmte mit dem Sicherheitsprofil in der Rheumatoiden Arthritis überein (Tabelle 1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Dosierungen von bis zu 50 mg/kg wurden intravenös ohne eine offensichtliche toxische Wirkungangewendet. Im Fall einer Überdosierung wird empfohlen, den Patienten auf Zeichen oder Symptomevon Nebenwirkungen zu überwachen und eine geeignete symptomatische Therapie einzuleiten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Selektive Immunsuppressiva, ATC-Code:
L04AA24
Abatacept ist ein Fusionsprotein aus der extrazellulären Domäne des humanen zytotoxischen
T-Lymphozyten-Antigens-4 (CTLA-4) gebunden an einen modifizierten Fc-Teil des humanen
Immunglobulins G1 (IgG1). Abatacept wird durch rekombinante DNA-Technologie aus Ovarialzellendes Chinesischen Hamsters gewonnen.
WirkmechanismusAbatacept moduliert selektiv ein wichtiges costimulatorisches Signal, das für die volle Aktivierung der
CD28 exprimierenden T-Lymphozyten benötigt wird. Für die volle Aktivierung von T-Lymphozytenbraucht es zwei Signale, die von antigenpräsentierenden Zellen ausgegeben werden: Das Erkenneneines spezifischen Antigens durch einen T-Zell-Rezeptor (Signal 1) und ein zweites, dascostimulatorische Signal. Ein wichtiger costimulatorischer Signalweg beinhaltet die Bindung von
CD80- und CD86-Molekülen auf der Oberfläche der antigenpräsentierenden Zellen an den
CD28-Rezeptor auf den T-Lymphozyten (Signal 2). Abatacept hemmt diesen costimulatorischen
Signalweg selektiv, indem es spezifisch an CD80 und CD86 bindet. Studien haben gezeigt, dass
Abatacept die Antwort von naiven T-Lymphozyten stärker beeinträchtigt als die von
T-Gedächtniszellen.
Im Rahmen von in-vitro-Studien und Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass Abatacept die
T-Lymphozyten-abhängige Immunantwort und Entzündung moduliert. In vitro schwächt Abataceptdie Aktivierung von humanen T-Lymphozyten, messbar als verminderte Proliferation und
Zytokin-Produktion. Abatacept verringert die antigenspezifische Produktion von TNFα, Interferon-γund Interleukin-2 durch T-Lymphozyten.
Pharmakodynamische WirkungenUnter Abatacept kam es zu einer dosisabhängigen Reduktion der Serumspiegel von löslichem
Interleukin-2-Rezeptor (einem Marker für die T-Lymphozyten-Aktivierung), von Serum-Interleukin-6(einem Produkt von aktivierten synovialen Makrophagen und fibroblastenähnlichen Synoviozyten beider Rheumatoiden Arthritis), von Rheumafaktor (einem durch Plasmazellen gebildeten
Autoantikörper) und von C-reaktivem Protein (einem akute-Phase-Reaktanten bei Entzündungen).
Darüber hinaus verringerten sich die Serumspiegel von Matrixmetalloproteinase-3, die Knorpelabbauund Gewebeveränderungen verursacht. Ebenfalls wurden verringerte Serumspiegel von TNFαbeobachtet.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Erwachsenen mit Rheumatoider Arthritis
Die Wirksamkeit und Sicherheit von intravenös verabreichtem Abatacept wurde in randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien mit erwachsenen Patienten mit aktiver
Rheumatoider Arthritis untersucht, die gemäß den Kriterien des American College of Rheumatology(ACR) diagnostiziert worden war. In den Studien I, II, III, V und VI mussten die Patienten bei der
Randomisierung mindestens 12 druckschmerzhafte und 10 geschwollene Gelenke aufweisen. Bei
Studie IV war keine bestimmte Anzahl an druckschmerzhaften oder geschwollenen Gelenkenvorgegeben. Studie SC-I war eine randomisierte, doppelblinde, Double-Dummy, auf
Nicht-Unterlegenheit angelegte Studie, in welcher die Patienten nach Körpergewicht (< 60 kg, 60 bis100 kg, > 100 kg) stratifiziert waren. Die Studie verglich die Wirksamkeit und Sicherheit vonsubkutan und intravenös verabreichtem Abatacept bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis, diezusätzlich Methotrexat (MTX) erhielten und die unzureichend auf MTX (MTX-IR) angesprochenhatten.
In den Studien I, II und V wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Abatacept im Vergleich zu
Placebo bei Patienten beurteilt, die auf Methotrexat unzureichend ansprachen und weiterhin ihrestabile Dosis Methotrexat erhielten. In Studie V wurden zusätzlich die Sicherheit und die Wirksamkeitvon Abatacept oder Infliximab im Vergleich zu Placebo untersucht. In Studie III wurden die
Sicherheit und die Wirksamkeit von Abatacept bei Patienten beurteilt, die unzureichend auf einen
TNF-Antagonisten ansprachen, wobei der TNF-Antagonist vor der Randomisierung abgesetzt wurde;andere DMARDs waren zugelassen. In Studie IV wurde in erster Linie die Sicherheit bei Patienten mitaktiver Rheumatoider Arthritis beurteilt, bei denen trotz einer aktuellen Behandlung mit DMARDsund/oder Biologika eine zusätzliche Intervention erforderlich war; alle zum Zeitpunkt des
Studieneintritts angewendeten DMARDs/Biologika wurden weiterhin gegeben. In Studie VI wurde die
Wirksamkeit und Sicherheit von Abatacept an Methotrexat-naiven, Rheumafaktor (RF)- und/oderantizyklischen Citrullin-Peptid 2 (Anti-CCP2)-positiven Patienten untersucht. Diese Patienten hatteneine frühzeitige, erosive Rheumatoide Arthritis (≤ 2 Jahre Krankheitsdauer) und erhielten randomisiert
Abatacept und Methotrexat oder Methotrexat und Placebo. Das Ziel in Studie SC-1 war der Nachweisder Nichtunterlegenheit in der Wirksamkeit und der Vergleichbarkeit in der Sicherheit von subkutanverabreichtem Abatacept im Vergleich zu intravenös verabreichtem Abatacept bei Patienten mitmäßiger bis schwerer aktiver RA, die unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit MTXangesprochen hatten. In Studie SC-II wurden die relative Wirksamkeit und Sicherheit von Abataceptund Adalimumab untersucht, die beide subkutan verabreicht wurden, ohne intravenöse
Aufsättigungsdosis (Loading-Dose) und mit MTX als Begleitmedikation bei Patienten mit mäßiger bisschwerer aktiver Rheumatoider Arthritis und einem nicht ausreichendem Ansprechen auf einevorangegangene Behandlung mit MTX. In Studie SC-III wurde Abatacept subkutan in Kombinationmit Methotrexat (MTX) oder als Abatacept-Monotherapie untersucht und mit einer
MTX-Monotherapie im Hinblick auf die Induktion der Remission nach 12-monatiger Therapie und diemögliche Erhaltung einer medikationsfreien Remission nach dem vollständigen Absetzen der
Arzneimittel verglichen. Bei den Patienten handelte es sich um erwachsene MTX-naive Patienten mithochaktiver, früher Rheumatoider Arthritis (mittlerer DAS28-CRP-CRP von 5,4, mittlere
Symptomdauer weniger als 6,7 Monate) und schlechten Prognosefaktoren für eine schnellfortschreitende Erkrankung (z.B. Antikörper gegen citrullinierte Proteine [ACPA+], gemessen durchden Anti-CCP2-Assay, und/oder RF+ und Gelenkerosionen zu Studienbeginn).
Die Patienten der Studie I erhielten randomisiert 12 Monate lang entweder 2 mg/kg Abatacept oder10 mg/kg Abatacept, oder Placebo. Die Patienten der Studien II, III, IV und VI erhielten randomisiertüber 12 Monate (Studien II, IV und VI) oder 6 Monate (Studie III) eine feste Dosis von etwa 10 mg/kg
Abatacept, oder Placebo. Die Abatacept-Dosis betrug 500 mg bei Patienten mit einem Körpergewichtunter 60 kg, 750 mg bei Patienten mit einem Körpergewicht von 60 bis 100 kg, und 1.000 mg bei
Patienten mit einem Körpergewicht über 100 kg. In Studie SC-I wurde den Patienten nach einerintravenösen Abatacept Loading-Dose wöchentlich subkutanes Abatacept gegeben. Die Patientenerhielten im Studienverlauf weiter die Dosis MTX, die sie am Tag der Randomisierung erhaltenhatten. Die Patienten der Studie V erhielten 6 Monate lang randomisiert entweder genau diese stabile
Dosis Abatacept oder 3 mg/kg Infliximab, oder Placebo. Studie V wurde nur mit der Abatacept- undder Infliximab-Gruppe noch 6 Monate lang weitergeführt.
In den Studien I, II, III, IV, V, VI, SC-I, SC-II und SC-III wurden 339, 638, 389, 1.441, 431, 509,1.371, 646 und 351 erwachsene Patienten untersucht.
Klinisches AnsprechenACR-Response
Der prozentuale Anteil der mit Abatacept behandelten Patienten, die eine ACR20-, ACR50- oder
ACR70-Response in Studie II (Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Methotrexat), Studie III(Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf TNF-Antagonisten), Studie VI (Methotrexat-naive
Patienten) und Studie SC-I (subkutane Injektion) erreichten, ist in Tabelle 2 dargestellt.
Bei den mit Abatacept behandelten Patienten wurde in den Studien II und III nach der ersten Dosis(Tag 15) eine statistisch signifikante Verbesserung der ACR20-Response im Vergleich zu Placebobeobachtet und diese Verbesserung blieb über den Verlauf der Studien hinweg signifikant. In
Studie VI wurde nach 29 Tagen eine statistisch signifikante Verbesserung der ACR20-Response beimit Abatacept und Methotrexat behandelten Patienten gegenüber mit Methotrexat und Placebobehandelten Patienten beobachtet und während der Studiendauer beibehalten. In Studie II entwickelten43 % der Patienten, bei denen nach 6 Monaten keine ACR20-Response erreicht worden war, nach12 Monaten eine ACR20-Response.
In Studie SC-1 war das subkutane Abatacept (SC)-Regime dem intravenösen Abatacept (IV)-Regimein Bezug auf die ACR 20-Response nach 6 Monaten Behandlung nicht unterlegen. Patienten, die
Abatacept subkutan erhielten, erreichten auch ACR 50 und ACR 70-Ansprechraten, die denen der
Patienten im intravenösen Abatacept-Regime ähnlich waren.
Es war kein Unterschied im klinischen Ansprechen zwischen dem subkutanen und intravenösen
Abatacept-Regime über alle 3 Gewichtsklassen feststellbar. In Studie SC-I betrugen die
ACR 20-Ansprechraten am Tag 169 für das subkutane bzw. intravenöse Abatacept-Regime 78,3 %(472/603 SC) bzw. 76,0 % (456/600 IV) bei Patienten < 65 Jahren und 61,1 % (55/90 SC) bzw.74,4 % (58/78 IV) bei Patienten ≥ 65 Jahren.
Tabelle 2: Klinische Ansprechraten in kontrollierten Studien
Prozent Patienten
Intravenöse Anwendung subkutane
AnwendungMTX-Naiv Unzureichendes Unzureichendes Unzureichendes
Ansprechen auf Ansprechen auf einen Ansprechen auf
MTX TNF-Antagonisten MTX
Studie VI Studie II Studie III Studie SC-I
Abatacepta Placebo Abatacepta Placebo Abatacepta Placebo Abataceptf Abataceptf+ MTX + MTX + MTX + MTX + DMARDsb + DMARDsb SC + MTX IV + MTX
Ansprechrate n = 256 n = 253 n = 424 n = 214 n = 256 n = 133 n = 693 n = 678
ACR 20
Tag 15 24 % 18 % 23 %* 14 % 18 %** 5 % 25 % 25 %
Monat 3 64 %†† 53 % 62 %*** 37 % 46 %*** 18 % 68 % 69 %
Monat 6 75 %† 62 % 68 %*** 40 % 50 %*** 20 % 76 %§ 76 %
Monat 12 76 %‡ 62 % 73 %*** 40 % NAd NAd NA NA
ACR 50
Monat 3 40 %‡ 23 % 32 %*** 8 % 18 %** 6 % 33 % 39 %
Monat 6 53 %‡ 38 % 40 %*** 17 % 20 %*** 4 % 52 % 50 %
Monat 12 57 %‡ 42 % 48 %*** 18 % NAd NAd NA NA
ACR 70
Monat 3 19 %† 10 % 13 %*** 3 % 6 %†† 1 % 13 % 16 %
Monat 6 32 %† 20 % 20 %*** 7 % 10 %** 2 % 26 % 25 %
Monat 12 43 %‡ 27 % 29 %*** 6 % NAd NAd NA NA
Bedeutsamesklinisches 27 %‡ 12 % 14 %*** 2 % NAd NAd NA NA
Ansprechenc
DAS28-CRP
Remissione
Monat 6 28 %‡ 15 % NA NA NA NA 24 %§§ 25 %
Monat 12 41 %‡ 23 % NA NA NA NA NA NA
* p < 0,05, Abatacept vs. Placebo.
** p < 0,01, Abatacept vs. Placebo.
*** p < 0,001, Abatacept vs. Placebo.† p < 0,01, Abatacept und MTX vs. MTX und Placebo‡ p < 0,001, Abatacept und MTX vs. MTX und Placebo†† p < 0,05, Abatacept und MTX vs. MTX und Placebo§ 95 % CI: −4,2, 4,8 (basierend auf der präspezifizierten Nicht-Unterlegenheits-Grenze von −7,5 %)§§ITT Daten sind in der Tabelle dargestellta Feste Dosis von etwa 10 mg/kg (siehe Abschnitt 4.2).b Zu den begleitend angewendeten DMARDs/Biologika zählten eines oder mehrere der Folgenden: Methotrexat,
Chloroquin/Hydroxychloroquin, Sulfasalazin, Leflunomid, Azathioprin, Gold und Anakinra.c Bedeutsames klinisches Ansprechen ist definiert als Erreichen einer ACR70-Response über einen kontinuierlichen Zeitraumvon 6 Monaten.d Nach 6 Monaten erhielten die Patienten die Gelegenheit, an einer offenen Studie teilzunehmen.e DAS28-CRP Remission ist definiert als ein DAS28-CRP Score < 2,6f Per-Protocol Daten sind in der Tabelle dargestellt. Für ITT ist n = 736 für Abatacept subkutan (SC) und n = 721 für
Abatacept intravenös (IV)
In der offenen Fortsetzung der Studien I, II, III, VI und SC-I wurde eine dauerhafte und anhaltende
ACR20-, ACR50- und ACR70-Response über 7 Jahre, 5 Jahre, 5 Jahre, 2 Jahre bzw. 5 Jahre der
Abatacept-Therapie beobachtet. In Studie I hatten nach 7 Jahren 43 Patienten eine ACR-Response mit72 % ACR20-, 58 % ACR50- und 44 % ACR70-Response. In Studie II wurde eine ACR-Responsenach 5 Jahren bei 270 Patienten ermittelt, mit 84 % ACR20-, 61 % ACR50- und 40 %
ACR70-Response. In Studie III wurde eine ACR-Response nach 5 Jahren bei 91 Patienten ermittelt,mit 74 % ACR20-, 51 % ACR50- und 23 % ACR70-Response. In Studie VI wurde eine
ACR-Response nach 2 Jahren bei 232 Patienten erreicht mit 85 % ACR20-, 74 % ACR50- und 54 %
ACR70-Response. In Studie SC-I wurde eine ACR-Response nach 5 Jahren ermittelt, mit 85 %(356/421) ACR20-Response, 66 % (277/423) ACR50-Response und 45 % (191/425)
ACR70-Response.
Bei anderen klinischen Kriterien zur Beurteilung der Krankheitsaktivität der Rheumatoiden Arthritis,die nicht in den ACR-Kriterien enthalten sind, z. B. Morgensteifigkeit wurden größere
Verbesserungen mit Abatacept als mit Placebo beobachtet.
DAS28-Response
Die Krankheitsaktivität wurde außerdem mit dem Disease Activity Score 28 beurteilt. In den
Studien II, III, V und VI wurde eine signifikante Verbesserung des DAS28 im Vergleich zu Placebooder der Vergleichssubstanz beobachtet.
In Studie VI, in welche ausschließlich Erwachsene eingeschlossen worden sind, erreichte einsignifikant höherer Anteil der Patienten in der Abatacept und Methotrexat Gruppe (41 %) eine DAS28(CRP)-definierte Remission (Score < 2,6) gegenüber der Methotrexat und Placebo Gruppe (23 %)nach Jahr 1. Das Ansprechen nach Jahr 1 in der Abatacept Gruppe wurde in Jahr 2 beibehalten.
Studie V: Abatacept oder Infliximab versus Placebo
Eine randomisierte, doppelblinde Studie wurde durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit vonintravenös verabreichtem Abatacept oder Infliximab im Vergleich zu Placebo bei Patienten mitunzureichendem Ansprechen auf Methotrexat zu beurteilen (Studie V). Der primäre Zielparameter wardie mittlere Veränderung der Krankheitsaktivität bei den mit Abatacept behandelten Patienten im
Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patienten nach 6 Monaten, mit einer anschließendendoppelblinden Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit von Abatacept und Infliximab nach12 Monaten. Im placebokontrollierten Teil der Studie wurde nach sechs Monaten eine größere
Verbesserung (p < 0,001) im DAS28 mit Abatacept und mit Infliximab als mit Placebo festgestellt; die
Ergebnisse der Abatacept- und der Infliximab-Gruppe waren vergleichbar. Die ACR-Response-Ratenin Studie V waren konsistent mit dem DAS28-Index. Eine weitere Verbesserung wurde nach12 Monaten mit Abatacept beobachtet. Nach 6 Monaten waren bei 48,1 % (75) der Patienten in der
Abatacept-Gruppe, bei 52,1 % (86) in der Infliximab-Gruppe und bei 51,8 % (57) in der
Placebo-Gruppe Infektionen als Nebenwirkungen aufgetreten. Die Häufigkeit von schwerwiegenden
Infektionen betrug 1,3 % (2) in der Abatacept-Gruppe, 4,2 % (7) in der Infliximab-Gruppe und 2,7 %(3) in der Placebo-Gruppe. Nach 12 Monaten lag die Rate der Infektionen bei 59,6 % (93) in der
Abatacept-Gruppe und bei 68,5 % (113) in der Infliximab-Gruppe und die Rate der schwerwiegenden
Infektionen bei 1,9 % (3) in der Abatacept-Gruppe und 8,5 % (14) in der Infliximab-Gruppe. Dieoffene Phase der Studie ermöglichte eine Beurteilung der Fähigkeit von Abatacept, die Wirksamkeitbeizubehalten bei Patienten, die ursprünglich auf Abatacept randomisiert wurden und der Wirksamkeitbei denjenigen Patienten, die nach einer Behandlung mit Infliximab auf Abatacept umgestellt wurden.
Die Verringerung vom Ausgangswert beim mittleren DAS28 Score bei Tag 365 (-3,06) wurde bis
Tag 729 (-3,34) bei den Patienten beibehalten, die mit Abatacept weiterbehandelt wurden. Bei den
Patienten, die zuerst Infliximab erhielten und dann auf Abatacept umgestellt wurden, war die
Verringerung im mittleren DAS28 Score vom Ausgangswert 3,29 bei Tag 729 und 2,48 bei Tag 365.
Studie SC-II: Abatacept versus Adalimumab
Eine randomisierte, einfach verblindete (Prüfarzt) Nicht-Unterlegenheitsstudie wurde durchgeführt,um die Sicherheit und Wirksamkeit von 1-mal wöchentlich subkutan (SC) verabreichtem Abatacept -ohne intravenöse (IV) Aufsättigungsdosis (Loading-Dose) - mit einer alle zwei Wochen subkutanverabreichtem Adalimumab-Gabe zu vergleichen, jeweils mit MTX als Begleitmedikation, bei
Patienten mit einem nicht ausreichendem Ansprechen auf eine vorangegangene Behandlung mit MTX(Studie SC-II). Der primäre Endpunkt zeigte die Nicht-Unterlegenheit (vordefinierte Grenze von12 %) der ACR20-Response nach 12 Monaten Behandlung, 64,8 % (206/318) für die
Abatacept SC-Gruppe und 63,4 % (208/328) für die Adalimumab SC-Gruppe; der Unterschiedzwischen den Studienarmen der Behandlungen betrug 1,8 % [95 % Konfidenzintervall (confidenceinterval, CI): -5,6; 9,2]. Die Ansprechraten waren über die gesamten 24-Monate vergleichbar. Dieentsprechenden Werte für den ACR 20 nach 24 Monaten Behandlung betrugen 59,7 % (190/318) fürdie Abatacept SC-Gruppe und 60,1 % (197/328) für die Adalimumab SC-Gruppe. Die entsprechenden
Werte für ACR 50 und ACR 70 nach 12 Monaten und 24 Monaten waren konsistent und für Abataceptund Adalimumab vergleichbar. Die angepassten mittleren Änderungen (Standardfehler, engl. standarderror; SE) vom DAS28-CRP Ausgangswert waren nach 24 Monaten -2,35 (SE 0,08) [95 % CI: -2,51; -2,19] und -2,33 (SE 0,08) [95 % CI: -2,50; -2,17] in der Abatacept SC-Gruppe und in der
Adalimumab SC-Gruppe, mit vergleichbarer Veränderung über die Zeit. Nach 24 Monaten, erreichten50,6 % (127/251) [95 % CI: 44,4; 56,8] der Patienten in der Abatacept-Gruppe und 53,3 % (130/244)[95 % CI: 47,0; 59,5] der Patienten in der Adalimumab-Gruppe einen DAS 28 < 2,6. Die
Verbesserung vom Ausgangswert, gemessen anhand der Ergebnisse des HAQ-DI (Health Assessment
Questionnaire Disability Index) nach 24 Monaten und über die Zeit war vergleichbar zwischen
Abatacept SC und Adalimumab SC.
Die Beurteilung von Sicherheit und strukturellen Schäden wurde nach einem und nach zwei Jahrenvorgenommen. Das Gesamt-Sicherheitsprofil in Hinblick auf unerwünschte Ereignisse war über den
Zeitraum von 24 Monaten in beiden Gruppen vergleichbar. Nach 24 Monaten wurde vonunerwünschten Arzneimittelwirkungen bei 41,5 % (132/318) der mit Abatacept behandelten Patientenund bei 50 % (164/328) der mit Adalimumab behandelten Patienten berichtet. Schwerwiegendeunerwünschte Arzneimittelwirkungen wurden von 3,5 % (11/318) und 6,1 % (20/328) der jeweiligen
Gruppe gemeldet. 20,8 % (66/318) der Abatacept-Patienten und 25,3 % (83/328) der
Adalimumab-Patienten haben die Studie vor Monat 24 beendet.
In der Studie SC-II wurde in 3,8 % (12/318) der wöchentlich mit Abatacept SC behandelten Patientenvon schwerwiegenden Infektionen berichtet, wovon keine zum Abbruch der Studie führte, und bei5,8 % (19/328) der Patienten, die alle zwei Wochen mit Adalimumab behandelt wurden, was in9 Fällen zum Abbruch der Studie während der 24-Monats-Periode führte.
Die Häufigkeit des Auftretens von Reaktionen an der Injektionsstelle betrug 3,8 % (12/318) und 9,1 %(30/328) nach 12 Monaten (p = 0.006) und 4,1 % (13/318) und 10,4 % (34/328) nach 24 Monatenjeweils für Abatacept SC und Adalimumab SC. Über den Studien-Zeitraum von zwei Jahrenberichteten 3,8 % (12/318) und 1,5 % (5/328) von den jeweils mit Abatacept SC und Adalimumab SCbehandelten Patienten von leichten bis mäßig schweren Autoimmunerkrankungen (z. B. Psoriasis,
Raynaud Syndrom, Erythema nodosum).
Studie SC-III: Induktion der Remission in Methotrexat-naiven RA-Patienten
Eine randomisierte und doppel-blinde Studie untersuchte Abatacept SC in Kombination mit
Methotrexat (Abatacept + MTX), Abatacept SC-Monotherapie oder Methotrexat-Monotherapie(MTX-Gruppe) im Hinblick auf die Induktion der Remission nach 12-monatiger Therapie und die
Erhaltung einer medikationsfreien Remission nach dem vollständigen Absetzen der Arzneimittel, inerwachsenen MTX-naiven Patienten mit hochaktiver, früher Rheumatoider Arthritis und schlechten
Prognosefaktoren. Das vollständige Absetzen der Arzneimittel hatte in der Mehrheit der Patienten inallen drei Behandlungsarmen (Abatacept mit Methotrexat, Abatacept allein oder Methotrexat allein)einen Verlust der Remission zur Folge (Wiederauftreten der Krankheitsaktivität) (Tabelle 3).
Tabelle 3: Remissionsraten am Ende der medikamentösen Behandlung und in Phasen nach
Absetzen der Medikation in Studie SC-III
Abatacept Abatacept SC
SC + MTX MTX n = 116
Patientenzahl n = 119 n = 116
Anteil der randomisierten Patienten mit Remissionsinduktion nach 12 Monaten Behandlung
DAS28-Remissiona 60,9 % 45,2 % 42,5 %
Odds Ratio (95 % CI) vs. MTX 2,01 (1,18; 3,43) N/A 0,92 (0,55; 1,57)p-Wert 0,010 N/A N/A
SDAI klinische Remissionb 42,0 % 25,0 % 29,3 %
Geschätzte Differenz (95 % CI) 17,02 (4,30; 29,73) N/A 4,31 (-7,98; 16,61)vs. MTX
Boolean klinische Remission 37,0 % 22,4 % 26,7 %
Geschätzte Differenz (95 % CI) 14,56 (2,19; 26,94) N/A 4,31 (-7,62; 16,24)vs. MTX
Anteil der randomisierten Patienten in Remission nach 12 Monaten und nach 18 Monaten(6 Monate vollständiges Absetzen der Medikation)
DAS28-Remissiona 14,8 % 7,8 % 12,4 %
Odds Ratio (95 % CI) vs. MTX 2,51 (1,02; 6,18) N/A 2,04 (0,81; 5,14)p-Wert 0,045 N/A N/Aa DAS28-definierte Remission (DAS28-CRP < 2,6)b SDAI Kriterium (SDAI ≤ 3,3)
In der SC-III-Studie war das Sicherheitsprofil aller drei Behandlungsgruppen insgesamt vergleichbar(Abatacept + MTX, Abatacept-Monotherapie, MTX-Gruppe). Während der 12-monatigen
Behandlungsperiode wurden in der jeweiligen Behandlungsgruppe in 44,5 % (53/119), 41,4 %(48/116) und 44,0 % (51/116) der Patienten unerwünschte Arzneimittelwirkungen gemeldet und in2,5 % (3/119), 2,6 % (3/116) und 0,9 % (1/116) der Patienten wurden schwerwiegende unerwünschte
Arzneimittelwirkungen gemeldet. Schwerwiegende Infektionen wurden in 0,8 % (1/119), 3,4 %(4/116) und 0 % (0/116) der Patienten gemeldet.
Radiologische Untersuchungen
Die strukturelle Gelenkschädigung wurde in den Studien II, VI und SC-II radiologisch über einen
Zeitraum von zwei Jahren beurteilt. Die Ergebnisse wurden unter Verwendung des von Genantmodifizierten TSS (Total-Sharp-Score) und seiner Komponenten 'Ausmaß der Erosionen' und'Ausmaß der Verkleinerung des Gelenkspaltes (Joint space narrowing score, JSN)' ermittelt.
In Studie II war der mediane TSS zu Studienbeginn 31,7 bei den mit Abatacept behandelten Patientenund 33,4 bei den mit Placebo behandelten Patienten. Die Kombination Abatacept/Methotrexatverhinderte die Progression struktureller Schäden im Vergleich zu Placebo/Methotrexat nach12-monatiger Behandlung (siehe Tabelle 4). Die Progressionsrate struktureller Schäden in Jahr 2 warbei den Patienten, die randomisiert Abatacept erhalten hatten, signifikant geringer als die in Jahr 1(p < 0,0001). Patienten, die nach einem Jahr Behandlung in der doppelblinden Phase in die
Langzeitverlängerung aufgenommen wurden, wurden alle mit Abatacept behandelt und dieradiologische Progression wurde bis zum Jahr 5 untersucht. Die Daten wurden in einer'as-observed'-Auswertung analysiert unter Verwendung der mittleren Änderung beim Gesamt-Scoreder Untersuchung aus dem Vorjahr. Die mittlere Änderung war 0,41 und 0,74 von Jahr 1 zu Jahr 2(n = 290, 130), 0,37 und 0,68 von Jahr 2 zu Jahr 3 (n = 293, 130), 0,34 und 0,43 von Jahr 3 zu Jahr 4(n = 290, 128) und die Änderung war 0,26 und 0,29 (n = 233, 114) von Jahr 4 zu Jahr 5 für Patienten,die ursprünglich auf Abatacept plus MTX bzw. Placebo plus MTX randomisiert wurden.
Tabelle 4: Mittlere radiologische Veränderungen im Verlauf von 12 Monaten in Studie II
Abatacept/MTX Placebo/MTX
Parameter n = 391 n = 195 P-Werta
Total-Sharp-Score 1,21 2,32 0,012
Ausmaß der 0,63 1,14 0,029
Erosionen
JSN-Score 0,58 1,18 0,009a gemäß nicht-parametrischer Analyse.
In Studie VI war die mittlere Änderung des TSS nach 12 Monaten signifikant niedriger bei Patientendie mit Abatacept und Methotrexat behandelt wurden im Vergleich zu denen, die mit Methotrexat und
Placebo behandelt wurden. Nach 12 Monaten hatten 61 % (148/242) der Patienten, die mit Abataceptund Methotrexat behandelt wurden und 53 % (128/242) der Patienten, die mit Methotrexat und
Placebo behandelt wurden, keine Progression (TSS ≤ 0). Die radiologische Progression war geringerbei Patienten, die kontinuierlich mit Abatacept und Methotrexat behandelt wurden (über 24 Monate),verglichen mit Patienten, die zuerst Methotrexat und Placebo (über 12 Monate) erhielten und danachfür die nächsten 12 Monate auf Abatacept und Methotrexat umgestellt wurden. Unter den Patienten,die in die offene 12-monatige Phase aufgenommen wurden, hatten 59 % (125/213) der Patienten, diekontinuierlich mit Abatacept und Methotrexat behandelt wurden und 48 % (92/192) der Patienten diezuerst Methotrexat erhielten und dann auf die Kombination mit Abatacept umgestellt wurden, keine
Progression.
In Studie SC-II wurden strukturelle Gelenkschädigungen radiologisch untersucht und formuliert als
Änderung des von van der Heijde modifizierten Total Sharp Score (mTSS) und seiner Komponentenvom Ausgangswert. In beiden Behandlungs-Gruppen wurden bis zu 24 Monate vergleichbare
Hemmungen (mTSS [Mittelwert ± Standardabweichung] = 0,89 ± 4,13 im Vergleich zu 1,13 ± 8,66),
Erosionsscore (0,41 ± 2,57 im Vergleich zu 0,41 ± 5,04), und Gelenkspaltverschmälerungsscore(0,48 ± 2,18 im Vergleich zu 0,72 ± 3,81)) für die Abatacept-Gruppe (n = 257) und die
Adalimumab-Gruppe (n = 260) beobachtet.
In Studie SC-III wurde eine strukturelle Gelenkschädigung mittels Magnet-Resonanz-Imaging (MRI)untersucht. Die Abatacept + MTX Gruppe zeigte ein geringeres Fortschreiten der strukturellen
Gelenkschädigung im Vergleich zur MTX-Gruppe wie anhand des mittleren Unterschieds zwischenden Behandlungsarmen von Abatacept + MTX Gruppe versus MTX-Gruppe beschrieben (Tabelle 5).
Tabelle 5: Strukturelle und inflammatorische MRI Untersuchung in Studie SC-III
Mittlerer Unterschied zwischen den Behandlungsarmen Abatacept SC + MTX vs. MTX nach12 Monaten (95 % CI)*
MRI Erosions-Score -1,22 (-2,20; -0,25)
MRI Osteitis/Knochenödem-Score -1,43 (-2,68; -0,18)
MRI Synovitis-Score -1,60 (-2,42; -0,78)
* n = 119 für Abatacept SC + MTX; n = 116 für MTX
Auswirkungen auf körperliche Funktionsfähigkeit
Die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit wurde anhand eines Fragebogens zur
Bewertung des Gesundheitsstatus [Health Assessment Questionnaire Disability Index (HAQ-DI)] inden Studien II, III, IV, V und VI und eines modifizierten HAQ-DI in Studie I ermittelt. In der Studie
SC-I war die Verbesserung vom Ausgangswert (gemessen mit HAQ-DI) nach 6 Monaten und über die
Zeit vergleichbar zwischen dem subkutanen und dem intravenösen Abatacept-Regime. Die Ergebnisseaus den Studien II, III und VI sind in Tabelle 6 dargestellt.
Tabelle 6: Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit in kontrollierten Studien
Methotrexat-Naiv Unzureichendes Unzureichendes
Ansprechen auf Ansprechen auf einen
Methotrexat TNF-Antagonisten
Studie VI Studie II Studie III
Abatacepta Placebo Abatacepta Placebo Abatacepta Placebo
HAQc DI + MTX + MTX + MTX + MTX + DMARDsb + DMARDsb
Studienbeginn 1,7 1,7 1,69 1,69 1,83 1,82(Mittel) (n = 254) (n = 251) (n = 422) (n = 212) (n = 249) (n = 130)
Mittlere
Verbesserung im
Vergleich zu
Studienbeginn
Monat 6 0,85 0,68 0,59*** 0,40 0,45*** 0,11(n = 250) (n = 249) (n = 420) (n = 211) (n = 249) (n = 130)
Monat 12 0,96 0,76 0,66*** 0,37 NAe NAe(n = 254) (n = 251) (n = 422) (n = 212)
Anteil der Patientenmit einer klinischbedeutsamen
Verbesserungd
Monat 6 72 %† 63 % 61 %*** 45 % 47 %*** 23 %
Monat 12 72 %† 62 % 64 %*** 39 % NAe NAe
*** p < 0,001, Abatacept vs. Placebo.† p < 0,05, Abatacept und MTX vs. MTX und Placeboa Feste Dosis von etwa 10 mg/kg (siehe Abschnitt 4.2).b Zu den begleitend angewendeten DMARDs/Biologika zählten eines oder mehrere der Folgenden: Methotrexat,
Chloroquin/Hydroxychloroquin, Sulfasalazin, Leflunomid, Azathioprin, Gold und Anakinra.c Fragebogen zur Bewertung des Gesundheitszustand (Health Assessment Questionnaire); 0 = bester Gesundheitszustand3 = schlechtester Gesundheitszustand; 20 Fragen; 8 Domänen: Anziehen und Körperpflege, Aufstehen, Essen + Trinken,
Gehen, Hygiene, Erreichen von Gegenständen, Greifen und andere Tätigkeiten.d Verringerung im HAQ-DI von ≥ 0,3 Einheiten im Vergleich zu Studienbeginn.e Nach 6 Monaten erhielten die Patienten die Gelegenheit, an einer unverblindeten Studie teilzunehmen.
In der Studie II hielt bei 88 % der Patienten mit einer klinisch bedeutsamen Verbesserung in Monat 12die Wirkung in Monat 18 und bei 85 % auch in Monat 24 an. Während der offenen Phasen der
Studien I, II, III und VI blieb die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit über 7 Jahre,5 Jahre, 5 Jahre bzw. 2 Jahre bestehen.
In Studie SC-III war in Monat 12 der Anteil an Patienten mit einer HAQ-Response, welcher als
Maßstab für eine klinisch bedeutsame Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit (Reduktiondes HAQ-D1-Score im Vergleich zu Studienbeginn von ≥ 0,3) dient, in der Abatacept + MTX Gruppegrößer im Vergleich zu der MTX-Gruppe (65,5 % im Vergleich zu 44,0 %; Unterschied zwischen den
Behandlungsarmen vs. MTX-Gruppe 21,6 % [95 % CI: 8,3; 34,9]).
Gesundheitszustand und Lebensqualität
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde anhand des SF-36-Fragebogens nach 6 Monaten inden Studien I, II und III und nach 12 Monaten in den Studien I und II bewertet. In diesen Studienwurde in der Abatacept-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe in allen 8 Domänen des SF-36(4 physische Domänen: körperliche Funktion, körperliche Rollenerfüllung, Schmerz, allgemeine
Gesundheitswahrnehmung und 4 mentale Domänen: Vitalität, soziale Funktion, emotionale
Rollenerfüllung, psychisches Wohlbefinden) sowie in der Zusammenfassung der physischen Domänen(Physical Component Summary (PCS)) und in der Zusammenfassung der mentalen Domänen (Mental
Component Summary (MCS)) eine klinisch bedeutsame und statistisch signifikante Verbesserungfestgestellt. In Studie VI wurde nach 12 Monaten in der Abatacept und Methotrexat Gruppe eine
Verbesserung sowohl bei PCS und MCS beobachtet und über 2 Jahre aufrechterhalten.
Studie VII: Sicherheit von Abatacept bei Patienten mit oder ohne Auswaschphase der vorherigen
Therapie mit TNF-blockierendem Wirkstoff
Eine Studie mit offen verabreichtem intravenös gegebenem Abatacept und einer Begleitmedikationmit traditionellen krankheitsmodifizierenden Antirheumatika wurde bei Patienten mit aktiver RAdurchgeführt, die unzureichend auf die vorherige (Auswaschphase über mindestens 2 Monate;n = 449) oder aktuelle (keine Auswaschphase; n = 597) Therapie mit TNF-Antagonisten (Studie VII)ansprachen. Der primäre Zielparameter, das Auftreten von unerwünschten Ereignissen,schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten
Ereignissen während der 6-monatigen Behandlung wie auch die Häufigkeit schwerwiegender
Infektionen war ähnlich zwischen denen, die bei Studienbeginn bereits mit TNF-Antagonistenbehandelt worden waren oder aktuell noch behandelt wurden.
Studie SC-I: Fertigpen Substudie
Patienten in der Substudie (n = 117) der open-label Extensionsphase der SC-I Studie erhielten fürmindestens 4 Monate wöchentlich 125 mg subkutanes Abatacept mit der Fertigspritze, und wurdendann auf den Fertigpen umgestellt, mit dem ihnen für 12 Wochen wöchentlich 125 mg SC Abataceptverabreicht wurde. Das adjustierte geometrische Mittel der Steady State Trough-Konzentration(Cminss) von Abatacept betrug 25,3 μg/ml für den subkutanen Fertigpen und 27,8 μg/ml für diesubkutane Fertigspritze (Verhältnis von 0,91 [90 % CI: 0,83; 1,00]). Während der 12-wöchigen
Fertigpen-Phase der Substudie gab es keine Todesfälle oder schwerwiegende unerwünschte
Ereignisse, die mit der Behandlung in Verbindung standen. Drei Patienten hatten schwerwiegendeunerwünschte Ereignisse (postoperative Wundinfektion, H1N1 Influenza und Myokardischämiejeweils in einem Patienten), die als nicht mit der Studienmedikation in Verbindung stehend bewertetwurden. Es gab sechs Studienabbrüche insgesamt, wovon nur einer aus einem unerwünschten Ereignisresultierte (dem schwerwiegenden unerwünschten Ereignis der postoperativen Wundinfektion). Zwei
Patienten (2/117; 1,7 %) die den Fertigpen zur subkutanen Injektion verwendeten, erlitten lokale
Reaktionen an der Injektionsstelle.Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Erwachsenen mit Psoriasis-Arthritis
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Abatacept wurde in 2 randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten klinischen Studien (Studie PsA-I und Studie PsA-II) mit erwachsenen Patientenim Alter von 18 Jahren und älter untersucht. Die Patienten hatten eine aktive PsA (≥ 3 geschwollene
Gelenke und ≥ 3 druckschmerzhafte Gelenke) trotz vorangegangener DMARD-Therapie und siehatten eine kennzeichnende psoriatische Hautläsion von mindestens 2 cm Durchmesser.
In Studie PsA-I erhielten 170 Patienten Placebo oder Abatacept intravenös an den Tagen 1, 15, 29 unddann alle 28 Tage doppeltblind über 24 Wochen gefolgt von open-label Abatacept 10 mg/kgintravenös alle 28 Tage. Die Patienten erhielten randomisiert entweder Placebo oder Abatacept3 mg/kg, 10 mg/kg oder zwei Dosen von je 30 mg/kg gefolgt von 10 mg/kg, für 24 Wochen ohnefrühzeitigen Ausstieg, gefolgt von open label Abatacept 10 mg/kg intravenös jeden Monat. Den
Patienten war es erlaubt während der Studie stabile Dosen von Methotrexat, niedrig dosierten
Kortikosteroiden (äquivalent zu ≤ 10 mg Prednison) und/oder NSAIDs als Begleitmedikation zuerhalten.
In Studie PsA-II wurden 424 Patienten 1:1 randomisiert um doppeltblind wöchentliche Dosensubkutanes Placebo oder Abatacept 125 mg ohne Aufsättigungsdosis (Loading-Dose) für 24 Wochenzu erhalten, gefolgt von open-label Abatacept 125 mg subkutan wöchentlich. Den Patienten war eserlaubt während der Studie stabile Dosen von Methotrexat, Sulfasalazin, Leflunomid,
Hydroxychloroquin, niedrig dosierten Kortikosteroiden (äquivalent zu ≤ 10 mg Prednison) und/oder
NSAIDs als Begleitmedikation zu erhalten. Patienten welche zu Woche 16 keine mindestens 20%ige
Verbesserung in der Anzahl ihrer geschwollenen und druckschmerzhaften Gelenke im Vergleich zu
Studienbeginn erreichten, wurden auf open-label Abatacept, wöchentlich 125 mg subkutan umgestellt.
Der primäre Endpunkt für beide Studien, PsA-I und PsA-II, war der Anteil an Patienten, welcher eine
ACR 20-Response nach 24 Wochen erreichte (Tag 169).
Klinisches AnsprechenAnzeichen und SymptomeDer Prozentsatz an Patienten, der eine ACR 20-, 50-, oder 70-Response mit der empfohlenen
Abatacept-Dosis in den Studien PsA-I (10 mg/kg intravenös) und PsA-II (125 mg subkutan) erreichte,wird in Tabelle 7 präsentiert.
Tabelle 7: Anteil an Patienten mit ACR-Ansprechen zu Woche 24 in Studie PsA-I und
PsA-II
PsA-Ia PsA-IIb,c
Abatacept Placebo Schätzung der Abatacept Placebo Schätzung der10 mg/kg N = 42 Differenz 125 mg SC n = 211 Differenz
IV (95 % CI) n = 213 (95 % CI)
N = 40
ACR 20 47,5 %* 19,0 % 28,7 (9,4; 48,0) 39,4 %* 22,3 % 17,2 (8,7; 25,6)
ACR 50 25,0 % 2,4 % 22,7 (8,6; 36,9) 19,2 % 12,3 % 6,9 (0,1; 13,7)
ACR 70 12,5 % 0 % 12,5 (2,3; 22,7) 10,3 % 6,6 % 3,7 (-1,5; 8,9)
* p < 0,05 vs. Placebo, p-Werte nicht für ACR 50 und ACR 70 berechnet.a 37 % der Patienten waren mit TNF-Inhibitoren vorbehandelt.b 61 % der Patienten waren mit TNF-Inhibitoren vorbehandelt.c Patienten welche zu Woche 16 keine mindestens 20%ige Verbesserung in der Anzahl ihrer geschwollenen unddruckschmerzhaften Gelenke im Vergleich zu Studienbeginn erreichten, entsprachen den escape Kriterien und wurden als
Non-Responder angesehen.
Ein signifikant höherer Anteil an Patienten erreichte eine ACR 20-Response nach der Behandlung mit10 mg/kg Abatacept intravenös in PsA-I oder mit 125 mg Abatacept subkutan in PsA-II in Woche 24im Vergleich zu Placebo in der gesamten Studienpopulation. Unabhängig von der Vorbehandlung mit
TNF-Inhibitoren wurden mit Abatacept in beiden Studien höhere ACR 20-Responses verglichen mit
Placebo beobachtet. In der kleineren PsA-I-Studie betrugen die ACR 20-Responses mit Abatacept10 mg/kg intravenös vs. Placebo in TNF-Inhibitor-naiven Patienten 55,6 % vs. 20,0 %, und in
TNF-Inhibitor-vorbehandelten Patienten 30,8 % vs. 16,7 %. In Studie PsA-II betrugen die
ACR 20-Responses mit Abatacept 125 mg subkutan vs. Placebo in TNF-Inhibitor-naiven Patienten44,0 % vs. 22,2 % (Schätzung der Differenz [95 % CI] 21,9 [8,3; 35,6]) und in
TNF-Inhibitor-vorbehandelten Patienten 36,4 % vs. 22,3 % (Schätzung der Differenz [95 % CI] 14,0[3,3; 24,8]).
Höhere ACR 20-Responses wurden in Studie PsA-II mit Abatacept 125 mg subkutan im Vergleich zu
Placebo unabhängig von einer Begleitmedikation mit nicht biologischen DMARDs beobachtet. Die
ACR 20-Responses mit Abatacept 125 mg subkutan vs. Placebo in Patienten die keinenicht-biologischen DMARDs verwendeten, waren je 27,3 % vs. 12,1 %, (Schätzung der Differenz[95 % CI] 15,15 [1,83; 28,47]) und in Patienten welche nicht-biologische DMARDs verwendetenbetrugen sie je 44,9 % vs. 26,9 %, (Schätzung der Differenz [95 % CI] 18,00 [7,20; 28,81]). In den
Studien PsA-I und PsA-II blieben die klinischen Ansprechraten bis zu einem Jahr erhalten oderkonnten fortwährend verbessert werden.
Strukturelles Ansprechen
In Studie PsA-II war der Anteil an Patienten mit radiologischer Nicht-Progredienz (≤ 0 Veränderungseit Studienbeginn) ermittelt am gesamten PsA-modifizierten SHS anhand Röntgenaufnahmen in
Woche 24 unter Abatacept 125 mg subkutan (42,7 %) größer als unter Placebo (32,7 %) (Schätzungder Differenz [95 % CI) 10,0 [1,0; 19,1]).
Ansprechen der physikalischen Funktion
In Studie PsA-I war der Anteil an Patienten mit ≥ 0,30 Rückgang im HAQ-DI Score im Vergleich zu
Studienbeginn in Woche 24 45,0 % mit Abatacept intravenös vs. 19,0 % mit Placebo (Schätzung der
Differenz [95 % CI] 26,1 [6,8; 45,5]). In Studie PsA-II war der Anteil an Patienten mit wenigstens≥ 0,35 Rückgang im HAQ-DI im Vergleich zu Studienbeginn 31,0 % mit Abatacept vs. 23,7 % mit
Placebo (Schätzung der Differenz [95 % CI] 7,2 [-1,1; 15,6]). Die Verbesserung der HAQ-DI Scoreskonnte in beiden PsA-I und PsA-II-Studien, mit fortgeführter Abatacept-Behandlung bis zu einem Jahrerhalten oder verbessert werden.
Unter Abatacept-Behandlung wurden während der 24-wöchigen doppelblinden Periode keinesignifikanten Veränderungen in den PASI Scores beobachtet. Patienten in beiden PsA-Studien hatteneine leichte bis mäßige Psoriasis mit durchschnittlichen PASI Scores von 8,6 in PsA-I und 4,5 in
PsA-II. In Studie PsA-I war der Anteil an Patienten, der eine PASI 50-Response erreichte, 28,6 % mit
Abatacept vs. 14,3 % mit Placebo (Schätzung der Differenz [95 % CI] 14,3 [-15,3; 43,9]) und der
Anteil an Patienten der eine PASI 75-Response erreichte betrug 14,3 % mit Abatacept vs. 4,8 % mit
Placebo (Schätzung der Differenz [95 % CI] 9,5 [-13,0; 32,0]). In Studie PsA-II war der Anteil an
Patienten, die eine PASI 50-Response erreichten, 26,7 % mit Abatacept vs. 19,6 % mit Placebo(Schätzung der Differenz [95 % CI] 7,3 [-2,2; 16,7]) und der Anteil an Patienten, der eine
PASI 75-Response erreichte betrug 16,4 % mit Abatacept vs. 10,1 % mit Placebo (Schätzung der
Differenz [95 % CI] 6,4 [-1,3; 14,1]).
Kinder und JugendlicheOrencia Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung und ORENCIA
Injektionslösung in einer Fertigspritze sind bei pädiatrischen Patienten mit pJIA zugelassen. Bittebeachten Sie die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels für ORENCIA 250 mg Pulver fürein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung und für ORENCIA 125 mg, 87,5 mg und 50 mg
Injektionslösung in einer Fertigspritze.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Rheumatoide Arthritis bei ErwachsenenDas geometrische Mittel (90 % Konfidenzintervall) für die Abschätzung der relativen
Bioverfügbarkeit (subkutan vs. intravenös) beträgt 78,6 % (64,7 %, 95,6 %). Im Steady State nach85 Tagen betrug Cmin im Mittel 32,5 μg/ml (Spanne 6,6 bis 113,8 μg/ml) und Cmax 48,1 μg/ml (Spanne9,8 bis 132,4 μg/ml). Die mittleren Schätzwerte für die systemische Clearance (0,28 ml/h/kg),
Verteilungsvolumen (0,11 l/kg) und terminale Halbwertszeit (14,3 Tage) waren vergleichbar zwischender subkutanen und der intravenösen Anwendung.
Es wurde eine Studie durchgeführt, um den Einfluss einer Abatacept Monotherapie auf die
Immunogenität nach einer subkutanen Anwendung ohne intravenöse Loading-Dose zu untersuchen.
Wenn keine intravenöse Loading-Dose gegeben wurde, wurde die mittlere Trough-Konzentration(12,6 μg/ml) nach 2 Wochen Therapie erreicht. Die Wirksamkeit über die Zeit in dieser Studie schienvergleichbar zu sein, mit der Wirksamkeit, die in Studien mit intravenöser Loading-Dose beobachtetwurde. Der Einfluss der fehlenden intravenösen Loading-Dose auf den Wirkeintritt wurde jedoch nichtsystematisch untersucht.
Analog den Daten zu intravenös verabreichtem Abatacept, zeigten populationspharmakokinetische
Untersuchungen bei subkutaner Anwendung eine Tendenz zu einer höheren Abatacept-Clearance mitsteigendem Körpergewicht. Alter und Geschlecht (nach Korrektur für Körpergewicht) hatten keine
Auswirkungen auf die apparente Clearance. Gleichzeitig gegebenes MTX, NSARs, Kortikosteroideund TNF-Antagonisten zeigten keinen Einfluss auf die apparente Abatacept-Clearance.
Psoriasis-Arthritis bei ErwachsenenIn Studie PsA-I wurden Patienten randomisiert auf intravenös angewendetes Placebo oder Abatacept3 mg/kg (3/3 mg/kg), 10 mg/kg (10/10 mg/kg) oder zwei Dosen von je 30 mg/kg gefolgt von10 mg/kg (30/10 mg/kg) an den Tagen 1, 15, 29 und dann alle 28 Tage. In dieser Studie waren die
Steady-State Konzentrationen von Abatacept abhängig von der Dosis. Das geometrische Mittel (CV%)von Cmin zu Tag 169 betrug 7,8 μg/ml (56,3 %) für die 3/3 mg/kg, 24,3 μg/ml (40,8 %) für die10/10 mg/kg und 26,6 μg/ml (39,0 %) für die 30/10 mg/kg Regime.
In Studie PsA-II wurde nach wöchentlichen subkutanen Gaben von 125 mg Abatacept ein
Steady-State von Abatacept am Tag 57 erreicht mit einem geometrischen Mittelwert (CV%) des Cminvon 22,3 (54,2 %) bis 25,6 (47,7 %) μg/ml zwischen Tag 57 bis Tag 169.
Übereinstimmend mit den Beobachtungen bei RA-Patienten zeigten die pharmakokinetischen
Populationsanalysen für Abatacept in PsA-Patienten, dass es einen Trend hin zu einer höheren
Clearance (l/h) von Abatacept mit steigendem Körpergewicht gibt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In einer Reihe von in-vitro-Studien wurde keine Mutagenität oder Klastogenität von Abataceptbeobachtet. In einer Karzinogenitätsstudie an Mäusen kam es zu einer erhöhten Inzidenz von malignen
Lymphomen und Tumoren der Brustdrüse (bei Weibchen). Die erhöhte Inzidenz von Lymphomen und
Brusttumoren bei mit Abatacept behandelten Mäusen hängt möglicherweise mit der geringeren
Kontrolle über das murine Leukämievirus bzw. das murine Mammakarzinomvirus bei einerlangfristigen Immunmodulation zusammen. In einer einjährigen Toxizitätsstudie an Cynomolgusaffenwurde Abatacept nicht mit einer signifikanten Toxizität in Zusammenhang gebracht. Die reversiblenpharmakologischen Auswirkungen bestanden aus einer minimalen vorübergehenden Senkung des
Serum-IgG und einer minimalen bis schweren lymphatischen Depletion der Keimzentren in der Milzund/oder den Lymphknoten. Es wurden keine Hinweise auf Lymphome oder präneoplastischemorphologische Veränderungen beobachtet, obwohl das Lymphocryptovirus nachgewiesen wurde, ein
Virus, von dem man weiß, dass es bei immunsupprimierten Affen innerhalb des Zeitrahmens dieser
Studie solche Läsionen hervorruft. Die Relevanz dieser Ergebnisse für die klinische Anwendung von
Abatacept ist nicht bekannt.
Bei Ratten zeigte Abatacept keine unerwünschten Wirkungen auf die männliche oder weibliche
Fertilität. Studien mit Abatacept zur embryofetalen Entwicklung wurden bei Mäusen, Ratten und
Kaninchen mit Dosierungen von bis zum 20- bis 30-fachen der Humandosis von 10 mg/kgdurchgeführt, und es wurden beim Nachwuchs keine unerwünschten Wirkungen beobachtet. Bei
Ratten und Kaninchen entsprach die Abatacept-Exposition bis zu 29 Mal der Humanexposition von10 mg/kg basierend auf der AUC. Abatacept erwies sich bei Ratten und Kaninchen als plazentagängig.
In einer Studie mit Abatacept zur prä- und postnatalen Entwicklung von Ratten wurden bei den
Jungtieren von Muttertieren, die Abatacept in Dosen von bis zu 45 mg/kg, entsprechend dem 3-fachender Humanexposition bei 10 mg/kg basierend auf der AUC, erhalten hatten, keine unerwünschten
Wirkungen beobachtet. Bei einer Dosis von 200 mg/kg, entsprechend dem 11-fachen der
Humanexposition bei 10 mg/kg basierend auf der AUC, wurden begrenzte Veränderungen der
Immunfunktion beobachtet (ein Anstieg um das 9-fache der mittleren T-Zell-abhängigen
Antikörperantwort bei weiblichen Jungtieren und eine Entzündung der Schilddrüse bei einemweiblichen Jungtier von den 10 männlichen und 10 weiblichen Jungtieren, die bei dieser Dosisbeurteilt wurden).
Präklinische relevante Studien für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
Studien an Ratten, denen Abatacept verabreicht wurde, haben Anomalien des Immunsystems gezeigt,einschließlich einer niedrigen Inzidenz von Infektionen mit Todesfolge (juvenile Ratten). Außerdemwurde häufig eine Entzündung der Schild- und Bauchspeicheldrüse sowohl bei juvenilen als aucherwachsenen Ratten beobachtet, denen Abatacept verabreicht wurde. Juvenile Ratten schienenbezüglich der lymphozytären Entzündung der Schilddrüse empfindlicher zu sein. Studien beierwachsenen Mäusen und Affen haben keine ähnlichen Ergebnisse gezeigt. Es ist wahrscheinlich, dassdie erhöhte Empfänglichkeit für opportunistische Infektionen, die bei juvenilen Ratten beobachtetwurde, mit der Verabreichung von Abatacept vor Entstehung der 'Memory-Immunantwort' assoziiertist. Die Relevanz dieser Ergebnisse für den Menschen ist nicht bekannt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
SucrosePoloxamer 188
Natriumdihydrogenphosphat x 1 H2O
Dinatriumhydrogenphosphat
Wasser für Injektionszwecke.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
1 ml Fertigspritze (Glas Typ 1) in einem Fertigpen. Die Fertigspritze (Glas Typ 1) hat einenbeschichteten Stopfen und eine befestigte Kanüle aus rostfreiem Stahl mit einem festen
Kanülenschutz.
Packung mit 4 Fertigpens und Mehrfachpackung mit 12 Fertigpens (3 Packungen mit je 4 Fertigpens)
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDieses Arzneimittel ist nur zur Einmalanwendung vorgesehen. Nachdem der Fertigpen aus dem
Kühlschrank entnommen wurde, sollte 30 Minuten gewartet werden bis der Pen Raumtemperaturerreicht hat, bevor ORENCIA injiziert wird. Der Pen darf nicht geschüttelt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG
Plaza 254
Blanchardstown Corporate Park 2
Dublin 15, D15 T867
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Mai 2007
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. Mai 2012
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel‑Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.