Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels OPRYMEA 0.26mg retardtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Oprymea 0,26 mg Retardtabletten
Oprymea 0,52 mg Retardtabletten
Oprymea 1,05 mg Retardtabletten
Oprymea 1,57 mg Retardtabletten
Oprymea 2,1 mg Retardtabletten
Oprymea 2,62 mg Retardtabletten
Oprymea 3,15 mg Retardtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Oprymea 0,26 mg Retardtabletten
Jede Retardtablette enthält 0,26 mg Pramipexol (als 0,375 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 0,52 mg Retardtabletten
Jede Retardtablette enthält 0,52 mg Pramipexol (als 0,75 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 1,05 mg Retardtabletten
Jede Retardtablette enthält 1,05 mg Pramipexol (als 1,5 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 1,57 mg Retardtabletten
Jede Retardtablette enthält 1,57 mg Pramipexol (als 2,25 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 2,1 mg Retardtabletten
Jede Retardtablette enthält 2,1 mg Pramipexol (als 3 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 2,62 mg Retardtabletten
Jede Retardtablette enthält 2,62 mg Pramipexol (als 3,75 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 3,15 mg Retardtabletten
Jede Retardtablette enthält 3,15 mg Pramipexol (als 4,5 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Bitte beachten:
Die in der Literatur veröffentlichten Dosierungen von Pramipexol beziehen sich auf die Salzform.
Deshalb werden Dosierungen sowohl als Pramipexol-Base als auch als Pramipexol-Salz (in
Klammern) angegeben.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Retardtablette
Oprymea 0,26 mg Retardtabletten
Weiß bis fast weiß, rund (Durchmesser 10 mm), leicht gewölbt mit abgeschrägten Kanten, mit der
Prägung 'P1“ auf der einen Seite und mit gelegentlichen Flecken versehen.
Oprymea 0,52 mg Retardtabletten
Weiß bis fast weiß, rund (Durchmesser 10 mm), leicht gewölbt mit abgeschrägten Kanten, mit der
Prägung 'P2“ auf der einen Seite und mit gelegentlichen Flecken versehen.
Oprymea 1,05 mg Retardtabletten
Weiß bis fast weiß, rund (Durchmesser 10 mm), leicht gewölbt mit abgeschrägten Kanten, mit der
Prägung 'P3“ auf der einen Seite und mit gelegentlichen Flecken versehen.
Oprymea 1,57 mg Retardtabletten
Weiß bis fast weiß, rund (Durchmesser 10 mm), leicht gewölbt mit abgeschrägten Kanten, mit der
Prägung 'P12“ auf der einen Seite und mit gelegentlichen Flecken versehen.
Oprymea 2,1 mg Retardtabletten
Weiß bis fast weiß, rund (Durchmesser 10 mm), leicht gewölbt mit abgeschrägten Kanten, mit der
Prägung 'P4“ auf der einen Seite und mit gelegentlichen Flecken versehen.
Oprymea 2,62 mg Retardtabletten
Weiß bis fast weiß, rund (Durchmesser 10 mm), leicht gewölbt mit abgeschrägten Kanten, mit der
Prägung 'P13“ auf der einen Seite sowie der Prägung '262“ auf der anderen Seite und mitgelegentlichen Flecken versehen.
Oprymea 3,15 mg Retardtabletten
Weiß bis fast weiß, rund (Durchmesser 10 mm), leicht gewölbt mit abgeschrägten Kanten, mit der
Prägung 'P5“ auf der einen Seite und der Prägung '315“ auf der andeen Seite und mit gelegentlichen
Flecken versehen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Oprymea wird angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung des idiopathischen
Morbus Parkinson, allein (ohne Levodopa) oder in Kombination mit Levodopa, d. h. während desgesamten Krankheitsverlaufs bis hin zum fortgeschrittenen Stadium, in dem die Wirkung von
Levodopa nachlässt oder unregelmäßig wird und Schwankungen der therapeutischen Wirkungauftreten (sog. End-of-Dose- oder On-Off-Phänomene).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungOprymea Retardtabletten sind eine Pramipexol-Formulierung zur 1 x täglichen Einnahme.
Anfangsbehandlung
Beginnend mit einer Initialdosis von 0,26 mg der Base (0,375 mg der Salzform) pro Tag sollte die
Dosis im Intervall von 5-7 Tagen schrittweise erhöht werden. Unter der Voraussetzung, dass keineschwerwiegenden Nebenwirkungen auftreten, sollte die Dosis bis zum Erreichen eines maximalen
Behandlungserfolges erhöht werden.
Dosierungsschema für Oprymea Retardtabletten
Woche Tagesgesamtdosis (mg Base) Tagesgesamtdosis (mg Salz)1 0,26 0,3752 0,52 0,753 1,05 1,5
Ist eine weitere Dosissteigerung erforderlich, sollte die Tagesdosis in wöchentlichen Abständen um0,52 mg der Base (0,75 mg der Salzform) bis zu einer Höchstdosis von 3,15 mg der Base (4,5 mg der
Salzform) pro Tag erhöht werden. Es sollte aber beachtet werden, dass die Inzidenz von Schläfrigkeiterhöht ist, wenn die Tagesdosis 1,05 mg der Base (1,5 mg der Salzform) überschreitet (siehe
Abschnitt 4.8).
Patienten, die bereits Oprymea Tabletten einnehmen, können über Nacht auf die Oprymea
Retardtabletten mit der gleichen Tagesdosis umgestellt werden. Nach der Umstellung auf die Oprymea
Retardtabletten kann die Dosis entsprechend dem therapeutischen Ansprechen des Patienten angepasstwerden (siehe Abschnitt 5.1).
Dauerbehandlung
Die individuelle Pramipexol-Dosis sollte zwischen 0,26 mg der Base (0,375 mg der Salzform) undmaximal 3,15 mg der Base (4,5 mg der Salzform) pro Tag liegen. In klinischen Hauptstudien tratwährend der Dosiserhöhung die Wirksamkeit bereits ab einer Tagesdosis von 1,05 mg der Base(1,5 mg der Salzform) ein. Weitere Dosisanpassungen sollten in Abhängigkeit von dem klinischen
Erscheinungsbild und dem Auftreten von Nebenwirkungen vorgenommen werden. In klinischen
Studien wurden annähernd 5 % der Patienten mit weniger als 1,05 mg der Base (1,5 mg der Salzform)pro Tag behandelt. Bei fortgeschrittenem Morbus Parkinson kann eine Pramipexol-Dosis von mehr als1,05 mg der Base (1,5 mg der Salzform) pro Tag bei Patienten nützlich sein, bei denen eine
Reduzierung der Levodopa-Dosis angestrebt wird. Es wird empfohlen, sowohl während der Initial- alsauch während der Erhaltungsdosis mit Oprymea die Levodopa-Dosis in Abhängigkeit von der
Reaktion des einzelnen Patienten zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.5).
Versäumte DosisWenn die Einnahme einer Dosis vergessen wurde, sollten Oprymea Retardtabletten innerhalb von12 Stunden nach der normalerweise vorgesehenen Zeit eingenommen werden. Nach 12 Stunden solltedie versäumte Dosis ausgelassen werden und die nächste Dosis sollte am Folgetag zu der nächstenvorgesehenen Zeit eingenommen werden.
Abbruch der Behandlung
Ein plötzlicher Abbruch einer dopaminergen Behandlung kann zur Entwicklung eines malignenneuroleptischen Syndroms oder eines Dopaminagonistenentzugssyndroms führen. Die Pramipexol-
Dosis sollte schrittweise um 0,52 mg Pramipexol-Base (0,75 mg der Salzform) pro Tag reduziertwerden, bis zu einer Tagesdosis von 0,52 mg Pramipexol-Base (0,75 mg der Salzform). Anschließendsollte die Dosis um 0,26 mg Pramipexol-Base (0,375 mg der Salzform) pro Tag reduziert werden(siehe Abschnitt 4.4). Ein Dopaminagonistenentzugssyndrom kann auch während der schrittweisen
Reduktion auftreten. Eine vorübergehende Dosiserhöhung kann erforderlich sein, bevor mit derschrittweisen Reduktion fortgefahren wird (siehe Abschnitt 4.4).
Beeinträchtigte NierenfunktionDie Ausscheidung von Pramipexol ist von der Nierenfunktion abhängig. Für die Anfangsbehandlungwird folgendes Dosisschema empfohlen:
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance > 50 ml/min ist keine Reduzierung der Tagesdosis oderder Einnahmefrequenz erforderlich.
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 50 ml/min sollte die Behandlung miteiner Oprymea 0,26 mg Retardtablette jeden zweiten Tag begonnen werden. Vorsicht ist geboten undtherapeutisches Ansprechen sowie Verträglichkeit sollten sorgfältig bewertet werden, bevor die Dosisnach einer Woche auf eine tägliche Einnahme erhöht wird. Wenn eine weitere Dosissteigerungnotwendig ist, sollen die Dosen in wöchentlichen Abständen um 0,26 mg Pramipexol-Base bis zueiner maximalen Tagesdosis von 1,57 mg Pramipexol-Base (2,25 mg der Salzform) erhöht werden.
Die Behandlung von Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min mit Oprymea
Retardtabletten wird nicht empfohlen, da keine Daten für diese Patientengruppe vorliegen. Die
Anwendung von Oprymea Tabletten sollte in Betracht gezogen werden.
Wenn die Nierenfunktion während der Dauertherapie abnimmt, sollte den oben angegebenen
Empfehlungen gefolgt werden.
Beeinträchtigte LeberfunktionDas Vorhandensein einer Leberinsuffizienz erfordert wahrscheinlich keine Anpassung der Dosis, daca. 90 % des absorbierten Wirkstoffes über die Nieren ausgeschieden werden. Der mögliche Einflusseiner Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Oprymea wurde jedoch nicht untersucht.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Oprymea Retardtabletten bei Kindern und Jugendlichen unter18 Jahren ist nicht erwiesen. Es gibt im Anwendungsgebiet Morbus Parkinson keinen relevanten
Nutzen von Oprymea Retardtabletten bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungDie Tabletten sollen als Ganzes mit Wasser eingenommen werden und dürfen nicht gekaut, geteiltoder zerbrochen werden. Die Tabletten können zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommenwerden und sollen jeden Tag etwa zur gleichen Zeit eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Wird Oprymea einem Patienten mit Morbus Parkinson mit beeinträchtigter Nierenfunktionverschrieben, sollte die Dosierung entsprechend den Angaben in Abschnitt 4.2 reduziert werden.
Halluzinationen
Halluzinationen sind bekannte Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit Dopaminagonisten und
Levodopa. Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass (meist visuelle) Halluzinationenauftreten können.
Dyskinesien
Im fortgeschrittenen Stadium des Morbus Parkinson können unter der Kombinationstherapie mit
Levodopa während der Initialbehandlung mit Oprymea Dyskinesien vorkommen. Wenn sie auftreten,sollte die Levodopa-Dosis reduziert werden.
Dystonie
Bei Patienten mit Parkinson-Krankheit wurden nach Einleitung der Therapie mit Pramipexol odernach schrittweiser Erhöhung der Pramipexol-Dosis gelegentlich axiale Dystonie einschließlich
Antecollis, Kamptokormie und Pleurothotonus (Pisa-Syndrom), berichtet. Obwohl Dystonie ein
Symptom der Parkinson-Krankheit sein kann, besserten sich die Symptome bei diesen Patienten nachder Reduktion der Dosis oder nach Absetzen der Behandlung mit Pramipexol. Falls Dystonie auftritt,sollte die dopaminerge Medikation überprüft werden und eine Dosisanpassung für Pramipexol in
Betracht gezogen werden.
Plötzliches Einschlafen und Somnolenz
Pramipexol wird mit übermäßiger Schläfrigkeit (Somnolenz) und plötzlichem Einschlafen in
Verbindung gebracht, insbesondere bei Patienten mit Morbus Parkinson. Plötzliches Einschlafenwährend Alltagsaktivitäten, manchmal ohne Wahrnehmung von Warnzeichen, wurde gelegentlichberichtet. Patienten müssen darüber informiert sein und unterrichtet werden, beim Führen von
Kraftfahrzeugen oder Bedienen von Maschinen während der Behandlung mit Oprymea Vorsichtwalten zu lassen. Patienten, die über Somnolenz und/oder Episoden plötzlichen Einschlafensberichten, müssen vom Führen eines Kraftfahrzeuges oder Bedienen von Maschinen während der
Behandlung mit Oprymea absehen. Darüber hinaus ist eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der
Therapie zu erwägen. Wegen möglicher additiver Effekte wird zu erhöhter Vorsicht geraten, wenn
Patienten andere sedierende Arzneimittel oder Alkohol in Kombination mit Pramipexol einnehmen(siehe Abschnitte 4.5, 4.7 und 4.8).
Impulskontrollstörungen
Die Patienten sollten regelmäßig im Hinblick auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungenüberwacht werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei
Patienten, die mit Dopaminagonisten einschließlich Oprymea behandelt werden,
Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Impulskontrollstörungen auftreten können, darunterpathologisches Spielen, gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder
Einkaufen, Essattacken und zwanghaftes Essen. Eine Dosisreduktion oder ein schrittweises Absetzensollten in Betracht gezogen werden, wenn solche Symptome auftreten.
Manisches Verhalten und Delir
Die Patienten sollten regelmäßig im Hinblick auf die Entwicklung von Manie und Delir überwachtwerden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, diemit Pramipexol behandelt werden, Manie und Delir auftreten können. Eine Dosisreduktion oder einschrittweises Absetzen sollte in Betracht gezogen werden, wenn solche Symptome auftreten.
Patienten mit psychotischen Störungen
Patienten mit psychotischen Störungen sollten mit Dopaminagonisten nur behandelt werden, wenn dermögliche Nutzen die Risiken überwiegt.
Die gleichzeitige Gabe von antipsychotischen Arzneimitteln und Pramipexol sollte vermieden werden(siehe Abschnitt 4.5).
Augenärztliche Untersuchungen
Augenärztliche Untersuchungen werden in regelmäßigen Abständen empfohlen oder wenn
Sehstörungen auftreten.
Schwere kardiovaskuläre Erkrankung
Im Falle einer schweren kardiovaskulären Erkrankung ist Vorsicht geboten. Wegen des allgemeinen
Risikos eines lagebedingten Blutdruckabfalls bei dopaminerger Therapie ist es empfehlenswert, den
Blutdruck besonders am Anfang der Therapie zu kontrollieren.
Malignes neuroleptisches Syndrom
Symptome, die auf ein malignes neuroleptisches Syndrom hinweisen, sind im Zusammenhang mitdem plötzlichen Absetzen einer dopaminergen Therapie berichtet worden (siehe Abschnitt 4.2).
Dopaminagonistenentzugssyndrom (dopamine agonist withdrawal syndrome, DAWS)
Unter Dopaminagonisten einschließlich Pramipexol wurde von DAWS berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Zum Absetzen der Behandlung bei Patienten mit Morbus Parkinson sollte Pramipexol schrittweisereduziert werden (siehe Abschnitt 4.2). Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass das Risiko für ein
DAWS bei Patienten mit Impulskontrollstörungen sowie bei Patienten unter hohen Tagesdosenund/oder mit hohen kumulativen Dosen von Dopaminagonisten erhöht sein kann. Die
Entzugssymptome können Apathie, Angst, Depression, Müdigkeit, Schwitzen und Schmerzenumfassen und sprechen nicht auf Levodopa an. Vor der schrittweisen Reduktion und dem Absetzenvon Pramipexol sollten die Patienten über mögliche Entzugssymptome aufgeklärt werden. Die
Patienten sind während der schrittweisen Reduktion und des Absetzens engmaschig zu überwachen.
Bei schweren und/oder anhaltenden Entzugssymptomen kann eine erneute vorübergehende Gabe von
Pramipexol in der niedrigsten wirksamen Dosis in Betracht gezogen werden.
Tablettenteile im Stuhl
Einige Patienten haben Tablettenteile im Stuhl beobachtet, die wie ganze Oprymea Retardtablettenaussehen können. Wenn Patienten eine solche Beobachtung melden, sollte der Arzt das Ansprechendes Patienten auf die Therapie neu beurteilen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Plasmaproteinbindung
Pramipexol ist in sehr geringem Maße (< 20 %) an Plasmaproteine gebunden und wird im Menschennur geringfügig metabolisiert. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die die
Plasmaproteinbindung oder die Biotransformation beeinflussen, sind daher unwahrscheinlich. Da
Anticholinergika hauptsächlich metabolisch ausgeschieden werden, ist die Möglichkeit einer
Wechselwirkung begrenzt, obwohl eine Wechselwirkung mit Anticholinergika nicht untersucht wurde.
Es gibt keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit Selegilin und Levodopa.
Inhibitoren bzw. Kompetitoren der aktiven renalen Ausscheidung
Cimetidin reduziert die renale Clearance von Pramipexol um annähernd 34 %, wahrscheinlich durch
Hemmung des kationischen sekretorischen Transportsystems der renalen Tubuli. Deshalb können
Arzneimittel, die diese aktive renale Tubulussekretion hemmen oder auf diesem Wege ausgeschiedenwerden - wie z. B. Cimetidin, Amantadin, Mexiletin, Zidovudin, Cisplatin, Chinin und Procainamid,die mit Pramipexol interagieren - zu einer reduzierten Clearance von Pramipexol führen. Eine
Reduzierung der Pramipexol-Dosis sollte in Betracht gezogen werden, wenn diese Arzneimittelzusammen mit Oprymea verabreicht werden.
Kombination mit Levodopa
Bei kombinierter Gabe von Oprymea und Levodopa wird empfohlen, während einer Dosiserhöhungvon Oprymea die Levodopa-Dosis zu verringern und die Dosis anderer Antiparkinson-Therapeutikakonstant zu halten.
Wegen möglicher additiver Effekte wird zu erhöhter Vorsicht geraten, wenn Patienten anderesedierende Arzneimittel oder Alkohol in Kombination mit Pramipexol einnehmen (siehe
Abschnitte 4.4, 4.7 und 4.8).
Antipsychotische Arzneimittel
Die gleichzeitige Gabe von antipsychotischen Arzneimitteln und Pramipexol sollte vermieden werden(siehe Abschnitt 4.4), z. B. wenn antagonistische Effekte erwartet werden können.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftDie Auswirkung auf Schwangerschaft und Stillzeit wurde beim Menschen nicht untersucht. Bei Rattenund Kaninchen erwies sich Pramipexol als nicht teratogen, war aber in maternal-toxischen Dosen beider Ratte für den Embryo toxisch (siehe Abschnitt 5.3). Oprymea sollte während der Schwangerschaftnicht verwendet werden, es sei denn, die Therapie ist unbedingt erforderlich, d. h., der mögliche
Nutzen rechtfertigt das potenzielle Risiko für den Fetus.
StillzeitDa Pramipexol beim Menschen die Prolaktin-Sekretion inhibiert, ist eine Hemmung der Laktation zuerwarten. Der Übertritt von Pramipexol in die Muttermilch wurde an Frauen nicht untersucht. Bei
Ratten war die Konzentration des radioaktiv markierten Wirkstoffes in der Milch höher als im Plasma.
Da keine Daten von klinischen Studien am Menschen vorliegen, sollte Oprymea während der Stillzeitnicht eingenommen werden. Ist eine Anwendung unvermeidbar, sollte abgestillt werden.
FertilitätEs wurden keine Untersuchungen hinsichtlich der Wirkung auf die menschliche Fertilitätdurchgeführt. In tierexperimentellen Studien beeinflusste Pramipexol den weiblichen Zyklus undverringerte die weibliche Fertilität - wie von einem Dopaminagonisten zu erwarten ist. Allerdingszeigten diese Untersuchungen keinen Hinweis auf eine direkte oder indirekte schädliche Wirkunghinsichtlich männlicher Fertilität.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenOprymea kann einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen haben.
Halluzinationen oder Müdigkeit können auftreten.
Patienten, die mit Oprymea behandelt werden und über Somnolenz und/oder plötzliches Einschlafenberichten, müssen angewiesen werden, kein Kraftfahrzeug zu führen oder andere Tätigkeitenauszuüben, bei denen eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit sie selbst oder andere dem Risikoschwerwiegender Verletzungen oder des Todes aussetzt (z. B. Bedienen von Maschinen), bis diesewiederkehrenden Einschlafereignisse und Schläfrigkeit nicht mehr auftreten (siehe auch
Abschnitte 4.4, 4.5 und 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Basierend auf der Analyse von gepoolten, Plazebo-kontrollierten Studien mit insgesamt1.778 Patienten mit Morbus Parkinson unter Pramipexol und 1.297 Patienten unter Plazebo, wurden
Nebenwirkungen in beiden Gruppen häufig berichtet. 67 % der Patienten unter Pramipexol und 54 %der Patienten unter Plazebo berichteten wenigstens eine Nebenwirkung.
Die Mehrheit der Nebenwirkungen beginnen üblicherweise bald nach Therapiebeginn und die meistenneigen dazu, sich bei fortgesetzter Therapie zurückzubilden.
Innerhalb der Systemorganklassen wurden die Nebenwirkungen entsprechend ihrer Häufigkeit(erwartete Zahl der Patienten, bei denen die Reaktion eintritt) in folgenden Kategorien aufgelistet:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Die am häufigsten (≥ 5 %) berichteten Nebenwirkungen bei Patienten mit Morbus Parkinson unter
Pramipexol, verglichen mit Plazebo, waren Übelkeit, Dyskinesien, Hypotonie, Schwindel, Somnolenz,
Schlaflosigkeit, Obstipation, Halluzinationen, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Die Inzidenz für
Somnolenz ist bei Tagesdosen über 1,5 mg Pramipexol als Salz erhöht (siehe Abschnitt 4.2). Häufige
Nebenwirkungen bei Kombination mit Levodopa waren Dyskinesien. Hypotonie kann zu
Behandlungsbeginn auftreten, besonders dann, wenn die Dosistitration von Pramipexol zu schnellerfolgt.
Systemorgan- Sehr Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntklasse häufig (≥ 1/100 bis (≥1/1.000 bis (1/10.000,(≥ 1/10) <1/10) < 1/100) <1/1.000)>
Infektionen Lungenentzündungund parasitäre
Erkrankungen
Endokrine inadäquate
Erkrankungen ADH-Sekretion1
Psychiatrische Schlaflosigkeit zwanghaftes Manie
Erkrankungen Halluzinationen Einkaufenabnorme Träume pathologisches
Verwirrtheits- Spielen (Spielsucht)zustand Ruhelosigkeit
Hypersexualität
Verhaltensauf- Wahnvorstellungenfälligkeiten im Störungen der Libido
Sinne von Wahn
Impulskontrollst Delirörungen und Essattacken1zwanghaftem Hyperphagie1
Verhalten
Erkrankungen Somno- Kopfschmerzen plötzlichesdes Nerven- lenz Einschlafensystems Schwin- Amnesiedel Hyperkinesie
Dyski- Synkopenesien
Augenerkran- Sehstörungenkungen einschließlich
Doppeltsehen
Verschwomme-nes Sehenverminderte
Sehschärfe
Herzerkran- Herzversagen1kungen
Gefäßerkran- Hypotoniekungen
Erkrankungen Dyspnoeder Schluckauf
Atemwege,des
Brustraumsund
Mediastinums
Erkrankungen Übelkei Obstipationdes t Erbrechen
Gastrointesti-naltrakts
Erkrankungen Überempfindlichkeitsder Haut und reaktionendes Pruritus
Unterhautl- Hautausschlaggewebes
Erkrankungen spontaneder Peniserekti
Geschlechtsor ongane und der
Brustdrüse
Allgemeine Müdigkeit Dopamin-
Erkrankungen periphere agonisten-und Ödeme entzugssyndrom
Beschwerden einschließlicham Verabrei- Apathie, Angst,chungsort Depression,
Müdigkeit,
Schwitzen und
SchmerzenUntersuchun- Gewichtsab- Gewichtszunahmegen nahmeeinschließlichvermindertem
Appetit1 Diese Nebenwirkung wurde nach der Markteinführung beobachtet. Mit 95%iger Sicherheit ist die
Häufigkeitskategorie nicht höher als gelegentlich, sondern kann niedriger sein. Eine präzise
Häufigkeitsschätzung ist nicht möglich, da diese Nebenwirkung nicht in einer Datenbank für klinische
Studien bei 2762 Patienten mit Morbus Parkinson, die mit Pramipexol behandelt wurden, auftrat.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenSomnolenz
Pramipexol wurde häufig mit Somnolenz und gelegentlich mit exzessiver Tagesmüdigkeit undplötzlichem Einschlafen in Verbindung gebracht (siehe auch Abschnitt 4.4).
Störungen der Libido
Die Anwendung von Pramipexol kann gelegentlich mit Störungen der Libido (Zunahme oder
Abnahme) verbunden sein.
Impulskontrollstörungen
Pathologisches Spielen (Spielsucht), gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgebenoder Einkaufen, Essattacken und zwanghaftes Essen können bei Patienten auftreten, die mit
Dopaminagonisten einschließlich Oprymea behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).
In einer retrospektiven Querschnitts- und Fallkontrollstudie mit 3.090 Patienten mit Morbus Parkinsonwurden während der letzten 6 Monate bei 13,6 % aller Patienten unter Behandlung mit dopaminergenund nicht-dopaminergen Substanzen Anzeichen einer Impulskontrollstörung festgestellt. Beobachtetwurden krankhaftes Spielen (Spielsucht), zwanghaftes Einkaufen, Essattacken und zwanghaftessexuelles Verhalten (Hypersexualität). Mögliche unabhängige Risikofaktoren für
Impulskontrollstörungen umfassten die Behandlung mit dopaminergen Substanzen - insbesondere inhöheren Dosierungen, niedrigeres Lebensalter (≤ 65 Jahre), Unverheiratetsein und eine selbstberichtete Familienanamnese bezüglich pathologischen Glückspielverhaltens.
Dopaminagonistenentzugssyndrom
Bei der schrittweisen Reduzierung oder beim Absetzen von Dopaminagonisten wie Pramipexolkönnen nicht-motorische Nebenwirkungen auftreten. Zu den Symptomen gehören Apathie, Angst,
Depression, Müdigkeit, Schwitzen und Schmerzen (siehe Abschnitt 4.4).
Herzversagen
In klinischen Studien und Erfahrungen nach der Markteinführung wurde Herzversagen bei Patientenmit Pramipexol berichtet. In einer pharmakoepidemiologischen Studie war die Anwendung von
Pramipexol im Vergleich zur Nicht-Einnahme von Pramipexol mit einem erhöhten Risiko für
Herzversagen assoziiert (beobachtetes Risikoverhältnis 1,86; 95 % -Konfidenzintervall: 1,21 bis 2,85).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeKlinische Erfahrungen mit massiver Überdosierung liegen nicht vor. Zu erwarten sind
Nebenwirkungen, die mit dem pharmakodynamischen Profil von Dopaminagonistenzusammenhängen, wie Übelkeit, Erbrechen, Hyperkinesie, Halluzinationen, Agitation und Hypotonie.
BehandlungEin Antidot zur Behandlung einer Überdosierung von Dopaminagonisten ist nicht bekannt. Treten
Symptome einer zentralnervösen Stimulation auf, so kann die Verabreichung eines Neuroleptikumsangezeigt sein. Zur Behandlung der Überdosierung können unterstützende Maßnahmen, zusammenmit Magenspülung, intravenöser Flüssigkeitsgabe, der Verabreichung von Aktivkohle und EKG-
Überwachung, erforderlich sein.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiparkinsonmittel, Dopaminagonist, ATC-Code: N04BC05
WirkmechanismusPramipexol ist ein Dopaminagonist, der mit hoher Selektivität und Spezifität an Dopaminrezeptorender D2-Subfamilie, hier bevorzugt an die D3-Rezeptoren, bindet. Pramipexol besitzt eine volleintrinsische Wirksamkeit.
Pramipexol verringert die motorischen Störungen des Parkinsonismus durch Stimulierung der
Dopaminrezeptoren im Corpus striatum. Tierversuche zeigten, dass Pramipexol die Synthese, Freigabeund den Turnover des Dopamins hemmt.
Pharmakodynamische WirkungenUntersuchungen an Probanden zeigten eine dosisabhängige Verringerung der Prolaktinkonzentration.
In einer klinischen Studie an Probanden, in der Pramipexol Retardtabletten schneller als empfohlen(alle 3 Tage) bis auf 3,15 mg Pramipexol-Base (4,5 mg der Salzform) pro Tag auftitriert wurden,wurde ein Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz beobachtet. Dieser Effekt wurde in Studienan Patienten nicht beobachtet.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Morbus Parkinson
Bei Patienten lindert Pramipexol Anzeichen und Symptome des idiopathischen Morbus Parkinson. In
Plazebo-kontrollierten klinischen Studien wurden etwa 1.800 Patienten (Stadien I-V nach Hoehn und
Yahr) mit Pramipexol behandelt. Von diesen waren ca. 1.000 im fortgeschrittenen
Erkrankungsstadium, erhielten eine begleitende Levodopa-Therapie und litten an motorischen
Störungen.
In den kontrollierten klinischen Studien blieb die Wirksamkeit von Pramipexol im Frühstadium undim fortgeschrittenen Stadium des Morbus Parkinson ca. 6 Monate erhalten. In offenen
Langzeitstudien, die mehr als 3 Jahre andauerten, gab es keine Anzeichen einer abnehmenden
Wirksamkeit.In einer kontrollierten, doppelblinden klinischen Studie über 2 Jahre zeigte eine Erstbehandlung mit
Pramipexol, verglichen mit einer Erstbehandlung mit Levodopa, eine signifikante Verzögerung des
Einsetzens sowie eine Reduzierung der Häufigkeit von motorischen Komplikationen. Diese
Verzögerung der motorischen Komplikationen unter Pramipexol ist abzuwägen gegen eine stärkere
Verbesserung der motorischen Funktion unter Levodopa (bezogen auf die mittlere Änderung auf dem
UPDRS-Score). Die Gesamthäufigkeit von Halluzinationen und Somnolenz war während der
Einstellungsphase mit Pramipexol allgemein höher, während der Dauerbehandlung gab es jedochkeinen signifikanten Unterschied. Diese Punkte sollten zu Beginn einer Pramipexol-Behandlung bei
Patienten mit Morbus Parkinson in Betracht gezogen werden.
Die Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit von Pramipexol Retardtabletten bei der Behandlungvon Morbus Parkinson erfolgte im Rahmen eines multinationalen Arzneimittel-
Entwicklungsprogramms, bestehend aus drei randomisierten, kontrollierten Studien. Zwei dieser
Studien wurden mit Patienten mit Morbus Parkinson im Frühstadium und eine Studie mit Patientenmit Morbus Parkinson im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium durchgeführt.
In einer doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Studie mit insgesamt 539 Patienten mit Morbus
Parkinson im Frühstadium wurde nach einer Behandlungsdauer von 18 Wochen eine Überlegenheitvon Pramipexol Retardtabletten gegenüber Plazebo sowohl in Bezug auf die primären (UPDRS-Score
Teil II + III) als auch auf die wesentlichen sekundären (CGI-I- und PGI-I-Response-Raten)
Wirksamkeitsendpunkte nachgewiesen. Die Fortdauer der Wirksamkeit wurde bei 33 Wochen langbehandelten Patienten nachgewiesen. Pramipexol Retardtabletten waren den unverzögert freisetzenden
Pramipexol-Tabletten, gemessen am UPDRS-Score Teil II + III nach der 33. Woche, nicht unterlegen.
In einer doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Studie mit insgesamt 517 Patienten mit Morbus
Parkinson im fortgeschrittenen Stadium, die eine Levodopa-Begleitmedikation erhielten, wurde nach18-wöchiger Behandlung eine Überlegenheit von Pramipexol Retardtabletten gegenüber Plazebo in
Bezug auf die beiden primären (UPDRS-Score Teil II + III) sowie die sekundären (Off-Zeit)
Wirksamkeits-Endpunkte nachgewiesen.
Die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei einer Umstellung über Nacht von Pramipexol Tabletten auf
Pramipexol Retardtabletten bei gleicher Tagesdosierung wurde in einer doppelblinden klinischen
Studie mit Patienten mit Morbus Parkinson im Frühstadium beurteilt. Die Wirksamkeit blieb bei 87von 103 Patienten, die auf Pramipexol Retardtabletten umgestellt wurden, erhalten. Von diesen87 Patienten veränderten 82,8 % ihre Dosierung nicht, 13,8 % erhöhten und 3,4 % verringerten ihre
Dosis.
Bei der Hälfte der 16 Patienten, die nicht das Kriterium der anhaltenden Wirksamkeit, gemessenanhand des UPDRS-Score Teil II + III, erfüllten, wurde die Veränderung gegenüber den
Ausgangswerten zu Studienbeginn als klinisch nicht relevant eingeschätzt.
Lediglich ein Patient, der auf Pramipexol Retardtabletten umgestellt wurde, hatte einearzneimittelbezogene unerwünschte Wirkung, die zum Absetzen führte.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Pramipexol eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Morbus Parkinsongewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach oraler Einnahme wird Pramipexol vollständig resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit ist> 90 %.
In einer Phase-I-Studie, in der Pramipexol als unverzögert freisetzende Tabletten und als
Retardtabletten im Nüchternzustand untersucht wurde, waren die minimalen und die maximalen
Plasmakonzentrationen (Cmin, Cmax) sowie die Exposition (AUC) der gleichen täglichen Dosis von
Pramipexol Retardtabletten (1 x täglich) und Pramipexol Tabletten (3 x täglich) äquivalent.
Die 1 x tägliche Einnahme von Pramipexol Retardtabletten verursacht über einen Zeitraum von24 Stunden weniger häufig Fluktuationen der Pramipexol-Plasmakonzentration als die 3 x tägliche
Einahme der unverzögert freisetzenden Pramipexol-Tabletten.
Maximale Plasmakonzentrationen treten etwa 6 Stunden nach Einnahme von Pramipexol
Retardtabletten (1 x täglich) auf. Der Gleichgewichtszustand (steady state of exposure) wird spätestensnach 5 Tagen durchgehender Dosierung erreicht.
Eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme hat in der Regel keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von
Pramipexol. Die Einnahme einer sehr fettreichen Mahlzeit verursachte bei Probanden eine Erhöhungder maximalen Konzentration (Cmax) von etwa 24 % nach der Einnahme einer Einzeldosis und vonetwa 20 % nach wiederholter Anwendung, sowie eine zeitliche Verzögerung von ca. 2 Stunden bis zur
Erreichung der maximalen Konzentration. Die Gesamtexposition (AUC) wurde durch gleichzeitige
Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst. Die Erhöhung der maximalen Konzentration (Cmax) wird nichtals klinisch relevant eingestuft. In den Phase-III-Studien, die die Sicherheit und Wirksamkeit von
Pramipexol Retardtabletten belegten, wurden die Patienten angewiesen, die Studienmedikationunabhängig von den Mahlzeiten einzunehmen.
Obwohl das Körpergewicht keinen Einfluss auf die AUC hat, zeigte es dennoch Auswirkungen auf das
Verteilungsvolumen und damit die maximale Konzentration (Cmax). Ein um 30 kg vermindertes
Körpergewicht führt zu einer Erhöhung von Cmax um 45 %. In den Phase-III-Studien bei Patienten mit
Morbus Parkinson wurde jedoch kein klinisch relevanter Einfluss des Körpergewichts auf dietherapeutische Wirkung und die Verträglichkeit von Pramipexol Retardtabletten gefunden.
Pramipexol verfügt über eine lineare Kinetik und die Plasmaspiegel weisen nur geringeinterindividuelle Schwankungen auf.
VerteilungBeim Menschen ist die Proteinbindung von Pramipexol sehr gering (< 20 %) und das
Verteilungsvolumen ist groß (400 l). Bei Ratten wurde eine hohe Wirkstoffkonzentration im Gehirnfestgestellt (ca. das 8fache der Plasmakonzentration).
BiotransformationPramipexol wird beim Menschen nur in geringem Maße metabolisiert.
EliminationDie renale Exkretion von unverändertem Pramipexol stellt den wesentlichsten Eliminationsweg dar.
Etwa 90 % des 14C-markierten Arzneimittels werden über die Nieren ausgeschieden, weniger als 2 %finden sich in den Fäzes. Die Gesamt-Clearance von Pramipexol liegt bei etwa 500 ml/min und dierenale Clearance beträgt ca. 400 ml/min. Die Eliminationshalbwertszeit (t½) variiert zwischen8 Stunden bei jüngeren Patienten und 12 Stunden bei älteren Menschen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe zeigten, dass Pramipexol hauptsächlich auf das ZNS unddie weiblichen Fortpflanzungsorgane eine funktionale Wirkung ausübte, die wahrscheinlich aus einemüberschießenden pharmakodynamischen Effekt des Arzneimittels resultierte.
Eine Abnahme des diastolischen und systolischen Blutdrucks und der Herzfrequenz wurde beim
Minischwein beobachtet. Eine Tendenz zur blutdrucksenkenden Wirkung wurde beim Affenfestgestellt.
Die potenziellen Wirkungen von Pramipexol auf die Fortpflanzungsfähigkeit wurden an Ratten und
Kaninchen untersucht. Bei Ratten und Kaninchen erwies sich Pramipexol als nicht teratogen, war aberin maternal-toxischen Dosen bei der Ratte für den Embryo toxisch. Wegen der Auswahl der Tierartund der limitierten untersuchten Parameter konnten Nebenwirkungen von Pramipexol auf
Schwangerschaft und männliche Fruchtbarkeit nicht ausreichend geklärt werden.
Eine Verzögerung der sexuellen Entwicklung (z.B. Vorhautablösung, vaginale Durchgängigkeit)wurde bei Ratten beobachtet. Die Bedeutung dieser Befunde für den Menschen ist nicht bekannt.
Pramipexol zeigte keine Genotoxizität. In einer Karzinogenitätsstudie entwickelten männliche Ratten
Hyperplasien und Adenome der Leydig-Zellen, was mit dem prolaktinhemmenden Effekt von
Pramipexol erklärt werden kann. Der Befund ist für den Menschen nicht klinisch relevant. Dieselbe
Studie zeigte auch, dass Pramipexol bei einer Dosierung von 2 mg/kg (der Salzform) und höher miteiner Retinadegeneration bei Albinoratten assoziiert war. Letzteres wurde bei pigmentierten Rattennicht beobachtet, auch nicht in einer 2 Jahre dauernden Karzinogenitätsstudie bei Albinomäusen oderbei anderen untersuchten Spezies.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Hypromellose
Maisstärke
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph. Eur.)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blister (OPA/Aluminium/Trockenmittel/PE-Aluminium-Folie): 10, 30, 90 oder 100 Retardtabletten, ineiner Faltschachtel.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
KRKA, d.d., Novo mesto, Šmarješka cesta 6, 8501 Novo mesto, Slowenien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Oprymea 0,26 mg Retardtabletten10 Retardtabletten: EU/1/08/469/02630 Retardtabletten: EU/1/08/469/02790 Retardtabletten: EU/1/08/469/028100 Retardtabletten: EU/1/08/469/029
Oprymea 0,52 mg Retardtabletten10 Retardtabletten: EU/1/08/469/03030 Retardtabletten: EU/1/08/469/03190 Retardtabletten: EU/1/08/469/032100 Retardtabletten: EU/1/08/469/033
Oprymea 1,05 mg Retardtabletten10 Retardtabletten: EU/1/08/469/03430 Retardtabletten: EU/1/08/469/03590 Retardtabletten: EU/1/08/469/036100 Retardtabletten: EU/1/08/469/037
Oprymea 1,57 mg Retardtabletten10 Retardtabletten: EU/1/08/469/03830 Retardtabletten: EU/1/08/469/03990 Retardtabletten: EU/1/08/469/040100 Retardtabletten: EU/1/08/469/041
Oprymea 2,1 mg Retardtabletten10 Retardtabletten: EU/1/08/469/04230 Retardtabletten: EU/1/08/469/04390 Retardtabletten: EU/1/08/469/044100 Retardtabletten: EU/1/08/469/045
Oprymea 2,62 mg Retardtabletten10 Retardtabletten: EU/1/08/469/04630 Retardtabletten: EU/1/08/469/04790 Retardtabletten: EU/1/08/469/048100 Retardtabletten: EU/1/08/469/049
Oprymea 3,15 mg Retardtabletten10 Retardtabletten: EU/1/08/469/05030 Retardtabletten: EU/1/08/469/05190 Retardtabletten: EU/1/08/469/052100 Retardtabletten: EU/1/08/469/053
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 12. September 2008
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 9. April 2013
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.