Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels OPRYMEA 0.18mg tablette
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Oprymea 0,088 mg Tabletten
Oprymea 0,18 mg Tabletten
Oprymea 0,35 mg Tabletten
Oprymea 0,7 mg Tabletten
Oprymea 1,1 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Oprymea 0,088 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 0,088 mg Pramipexol (als 0,125 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 0,18 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 0,18 mg Pramipexol (als 0,25 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 0,35 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 0,35 mg Pramipexol (als 0,5 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 0,7 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 0,7 mg Pramipexol (als 1 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Oprymea 1,1mg Tabletten
Jede Tablette enthält 1,1 mg Pramipexol (als 1,5 mg Pramipexoldihydrochlorid 1 H2O).
Bitte beachten:
Die in der Literatur veröffentlichten Dosierungen von Pramipexol beziehen sich auf die Salzform.
Deshalb werden Dosierungen sowohl als Pramipexol-Base als auch als Pramipexol-Salz (in
Klammern) angegeben.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette.
Oprymea 0,088 mg Tabletten
Weiß, rund, mit abgeschrägten Kanten und Prägung 'P6“ auf einer Seite der Tablette.
Oprymea 0,18 mg Tabletten
Weiß, oval, mit abgeschrägten Kanten, beidseitiger Bruchkerbe, einseitiger Prägung 'P7“ auf beiden
Hälften der Tablette. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Oprymea 0,35 mg Tabletten
Weiß, oval, mit abgeschrägten Kanten, beidseitiger Bruchkerbe, einseitiger Prägung 'P8“ auf beiden
Hälften der Tablette. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Oprymea 0,7 mg Tabletten
Weiß, rund, mit abgeschrägten Kanten, beidseitiger Bruchkerbe, einseitiger Prägung 'P9“ auf beiden
Hälften der Tablette. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Oprymea 1,1 mg Tabletten
Weiß, rund, mit abgeschrägten Kanten, beidseitiger Bruchkerbe. Die Tablette kann in gleiche Dosengeteilt werden.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Oprymea wird angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung des idiopathischen
Morbus Parkinson, allein (ohne Levodopa) oder in Kombination mit Levodopa, d.h. während desgesamten Krankheitsverlaufs bis hin zum fortgeschrittenen Stadium, in dem die Wirkung von
Levodopa nachlässt oder unregelmäßig wird und Schwankungen der therapeutischen Wirkungauftreten (sog. end-of-dose- oder on-off-Phänomene).
Oprymea wird angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung des mittelgradigen bisschweren idiopathischen Restless-Legs-Syndroms in Dosierungen bis zu 0,54 mg der Base (0,75 mgder Salzform) (siehe Abschnitt 4.2).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungMorbus Parkinson
Die Tagesdosis wird, aufgeteilt in gleich große Dosen, 3 x täglich eingenommen.
Anfangsbehandlung:
Beginnend mit einer Initialdosis von 0,264 mg der Base (0,375 mg der Salzform) pro Tag sollte die
Dosierung im Intervall von 5 - 7 Tagen schrittweise erhöht werden. Unter der Voraussetzung, dasskeine schwerwiegenden Nebenwirkungen auftreten, sollte die Dosis bis zum Erreichen einesmaximalen Behandlungserfolges erhöht werden.
Dosierungsschema für Oprymea
Woche Dosis Tagesgesamtdosis Dosis Tagesgesamtdosis(mg Base) (mg Base) (mg Salz) (mg Salz)1 3 x 0,088 0,264 3 x 0,125 0,3752 3 x 0,18 0,54 3 x 0,25 0,753 3 x 0,35 1,1 3 x 0,5 1,50
Ist eine weitere Dosissteigerung erforderlich, sollte die Tagesdosis in wöchentlichen Abständen um0,54 mg der Base (0,75 mg der Salzform) bis zu einer Höchstdosis von 3,3 mg der Base (4,5 mg der
Salzform) pro Tag erhöht werden. Es sollte aber beachtet werden, dass die Inzidenz von Schläfrigkeiterhöht ist, wenn die Tagesdosis 1,1 mg der Base (1,5 mg Salzform) überschreitet (siehe Abschnitt 4.8).
Dauerbehandlung
Die individuelle Dosierung sollte zwischen 0,264 mg der Base (0,375 mg der Salzform) bis maximal3,3 mg der Base (4,5 mg der Salzform) pro Tag liegen. In drei klinischen Hauptstudien trat währendder Dosiserhöhung die Wirksamkeit bereits ab einer Tagesdosis von 1,1 mg der Base (1,5 mg der
Salzform) ein. Weitere Dosisanpassungen sollten in Abhängigkeit vom klinischen Erscheinungsbildund dem Auftreten von Nebenwirkungen vorgenommen werden. In klinischen Studien wurdenannähernd 5 % der Patienten mit weniger als 1,1 mg der Base (1,5 mg der Salzform) pro Tagbehandelt. Bei fortgeschrittenem Morbus Parkinson kann eine Dosis von mehr als 1,1 mg der Base(1,5 mg der Salzform) pro Tag bei Patienten nützlich sein, bei denen eine Reduzierung der Levodopa-
Dosierung angestrebt wird. Es wird empfohlen, sowohl während der Initial- als auch während der
Erhaltungsdosis mit Oprymea die Levodopa-Dosis in Abhängigkeit von der Reaktion des einzelnen
Patienten zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.5).
Abbruch der Behandlung
Ein plötzlicher Abbruch einer dopaminergen Behandlung kann zur Entwicklung eines malignenneuroleptischen Syndroms oder eines Dopaminagonistenentzugssyndroms führen. Die Pramipexol-
Dosis sollte schrittweise um 0,54 mg Pramipexolbase (0,75 mg der Salzform) pro Tag reduziertwerden, bis zu einer Tagesdosis von 0,54 mg Pramipexolbase (0,75 mg der Salzform). Anschließendsollte die Dosis um 0,264 mg Pramipexolbase (0,375 mg der Salzform) pro Tag reduziert werden(siehe Abschnitt 4.4). Ein Dopaminagonistenentzugssyndrom kann auch während der schrittweisen
Reduktion auftreten. Eine vorübergehende Dosiserhöhung kann erforderlich sein, bevor mit derschrittweisen Reduktion fortgefahren wird (siehe Abschnitt 4.4).
Beeinträchtigte NierenfunktionDie Ausscheidung von Pramipexol ist von der Nierenfunktion abhängig. Für die Anfangsbehandlungwird folgendes Dosierungsschema empfohlen:
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance > 50 ml/min ist keine Reduzierung der Tagesdosis oderder Einnahmefrequenz erforderlich.
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 20 und 50 ml/min sollte die initiale Tagesdosisvon Oprymea auf zwei getrennte Einnahmen zu je 0,088 mg der Base (0,125 mg der Salzform)aufgeteilt werden (0,176 mg der Base/0,25 mg der Salzform pro Tag). Eine maximale Tagesdosis von1,57 mg Pramipexol-Base (2,25 mg der Salzform) darf nicht überschritten werden.
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 20 ml/min sollte die Tagesdosis von Oprymea,beginnend mit 0,088 mg der Base (0,125 mg der Salzform) pro Tag, auf einmal verabreicht werden.
Eine maximale Tagesdosis von 1,1 mg Pramipexol-Base (1,5 mg der Salzform) darf nichtüberschritten werden.
Kommt es während der Erhaltungstherapie zu einer Abnahme der Nierenfunktion, so sollte die
Tagesdosis von Oprymea entsprechend dem Abfall der Kreatinin-Clearance reduziert werden, d.h. beieiner Abnahme der Kreatinin-Clearance um 30 % sollte die Oprymea-Tagesdosis ebenfalls um 30 %reduziert werden. Beträgt die Kreatinin-Clearance 20 - 50 ml/min, kann die Tagesdosis auf zwei
Einnahmen verteilt werden, und bei einer Kreatinin-Clearance < 20 ml/min kann die Tagesdosis aufeinmal eingenommen werden.
Beeinträchtigte LeberfunktionDas Vorhandensein einer Leberfunktionsstörung erfordert wahrscheinlich keine Anpassung der Dosis,da ca. 90 % des absorbierten Wirkstoffes über die Nieren ausgeschieden werden. Der mögliche
Einfluss einer Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Oprymea wurde jedoch nicht untersucht.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Oprymea bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es gibtim Anwendungsgebiet Morbus Parkinson keinen relevanten Nutzen von Oprymea bei Kindern und
Jugendlichen.
Restless-Legs-Syndrom
Die empfohlene Initialdosis von Oprymea beträgt 1 x täglich 0,088 mg der Base (0,125 mg der
Salzform), die 2-3 Stunden vor dem Zubettgehen eingenommen wird. Bei Patienten, die einezusätzliche symptomatische Erleichterung benötigen, kann die Dosis alle 4-7 Tage bis zu einermaximalen Tagesdosis von 0,54 mg der Base (0,75 mg der Salzform) erhöht werden (siehenachfolgende Tabelle). Es sollte die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.4 'Augmentation bei Restless-Legs-Syndrom“).
Dosierungsschema für Oprymea
Titrationsstufe 1 x tägliche Abenddosis 1 x tägliche Abenddosis(mg Base) (mg Salz)1 0,088 0,1252* 0,18 0,253* 0,35 0,54* 0,54 0,75
* falls erforderlich
Das Ansprechen des Patienten sollte nach einer Behandlungsdauer von 3 Monaten evaluiert und die
Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung überdacht werden. Wird die Behandlung länger alseinige Tage unterbrochen, so sollte entsprechend dem oben angeführten Dosierungsschema eineneuerliche Therapie-Einleitung mittels Dosistitration durchgeführt werden.
Abbruch der Behandlung
Da die Tagesdosis für die Behandlung des Restless-Legs-Syndroms 0,54 mg der Base (0,75 mg der
Salzform) nicht überschreitet, kann Oprymea ohne schrittweise Reduktion der Dosis abgesetzt werden.
In einer Plazebo-kontrollierten Studie über 26 Wochen wurde nach abrupter Beendigung der
Behandlung bei 10 % der Patienten (14 von 135) ein Rebound der RLS-Symptome (Verschlechterungdes Schweregrades der Symptome im Vergleich zu Studienbeginn) beobachtet. Dieser Effekt trat überalle Dosisstufen hinweg ähnlich ausgeprägt auf.
Beeinträchtigte NierenfunktionDie Ausscheidung von Pramipexol ist von der Nierenfunktion abhängig. Bei Patienten mit einer
Kreatinin-Clearance > 20 ml/min ist keine Reduzierung der Tagesdosis erforderlich.
Die Anwendung von Oprymea bei Hämodialyse-Patienten oder Patienten mit schwerer
Beeinträchtigung der Nierenfunktion wurde nicht untersucht.
Beeinträchtigte LeberfunktionDas Vorhandensein einer Leberinsuffizienz erfordert keine Anpassung der Dosis, da ca. 90 % desabsorbierten Wirkstoffes über die Nieren ausgeschieden werden.
Kinder und JugendlicheOprymea wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahrenaufgrund des Fehlens von Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit.
Tourette-Syndrom
Kinder und JugendlicheOprymea wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlenweil die Sicherheit und Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe nicht belegt ist. Oprymea darf wegender negativen Nutzen-Risiko-Abwägung beim Tourette-Syndrom bei Kindern und Jugendlichen mitdieser Krankheit nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 5.1).
Art der AnwendungDie Tabletten sollen zu oder unabhängig von den Mahlzeiten mit Wasser eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Wird Oprymea einem Patienten mit Morbus Parkinson mit beeinträchtigter Nierenfunktionverschrieben, sollte die Dosierung entsprechend der Angaben in Punkt 4.2 reduziert werden.
Halluzinationen
Halluzinationen sind bekannte Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit Dopaminagonisten und
Levodopa. Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass (meist visuelle) Halluzinationenauftreten können.
Dyskinesien
Im fortgeschrittenen Stadium des Morbus Parkinson können unter der Kombinationstherapie mit
Levodopa während der Initialbehandlung mit Oprymea Dyskinesien vorkommen. Wenn sie auftreten,sollte die Levodopa-Dosis reduziert werden.
Dystonie
Bei Patienten mit Parkinson-Krankheit wurden nach Einleitung der Therapie mit Pramipexol odernach schrittweiser Erhöhung der Pramipexol-Dosis gelegentlich axiale Dystonie einschließlich
Antecollis, Kamptokormie und Pleurothotonus (Pisa-Syndrom), berichtet. Obwohl Dystonie ein
Symptom der Parkinson-Krankheit sein kann, besserten sich die Symptome bei diesen Patienten nachder Reduktion der Dosis oder nach Absetzen der Behandlung mit Pramipexol. Falls Dystonie auftritt,sollte die dopaminerge Medikation überprüft werden und eine Dosisanpassung für Pramipexol in
Betracht gezogen werden.
Plötzliches Einschlafen und Somnolenz
Pramipexol wird mit übermäßiger Schläfrigkeit (Somnolenz) und plötzlichem Einschlafen in
Verbindung gebracht, insbesondere bei Parkinson-Patienten. Plötzliches Einschlafen während
Alltagsaktivitäten, manchmal ohne Wahrnehmung von Warnzeichen, wurde gelegentlich berichtet.
Patienten müssen darüber informiert sein und unterrichtet werden, beim Führen von Kraftfahrzeugenoder Bedienen von Maschinen während der Behandlung mit Oprymea Vorsicht walten zu lassen.
Patienten, die über Somnolenz und/oder Episoden plötzlichen Einschlafens berichten, müssen vom
Führen eines Kraftfahrzeuges oder Bedienen von Maschinen absehen. Darüber hinaus ist eine
Dosisreduktion oder eine Beendigung der Therapie zu erwägen. Wegen möglicher additiver Effektewird zu erhöhter Vorsicht geraten, wenn Patienten andere sedierende Arzneimittel oder Alkohol in
Kombination mit Pramipexol einnehmen (siehe Abschnitte 4.5, 4.7 und 4.8).
Impulskontrollstörungen
Die Patienten sollten regelmäßig im Hinblick auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungenüberwacht werden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei
Patienten, die mit Dopaminagonisten einschließlich Pramipexol behandelt werden,
Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von Impulskontrollstörungen auftreten können, darunterpathologisches Spielen, gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgeben oder
Einkaufen, Essattacken und zwanghaftes Essen. Eine Dosisreduktion oder schrittweises Absetzensollten in Betracht gezogen werden, wenn solche Symptome auftreten.
Manisches Verhalten und Delir
Die Patienten sollten regelmäßig im Hinblick auf die Entwicklung von Manie und Delir überwachtwerden. Patienten und Betreuer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass bei Patienten, diemit Pramipexol behandelt werden, Manie und Delir auftreten können. Eine Dosisreduktion oder einschrittweises Absetzen sollte in Betracht gezogen werden, wenn solche Symptome auftreten.
Patienten mit psychotischen Störungen
Patienten mit psychotischen Störungen sollten mit Dopaminagonisten nur behandelt werden, wenn dermögliche Nutzen die Risiken überwiegt.
Die gleichzeitige Gabe von antipsychotischen Arzneimitteln und Pramipexol sollte vermieden werden(siehe Abschnitt 4.5).
Augenärztliche Untersuchungen
Augenärztliche Untersuchungen werden in regelmäßigen Abständen empfohlen, oder wenn
Sehstörungen auftreten.
Schwere kardiovaskuläre Erkrankung
Im Falle einer schweren kardiovaskulären Erkrankung ist Vorsicht geboten. Wegen des allgemeinen
Risikos eines lagebedingten Blutdruckabfalls bei dopaminerger Therapie ist es empfehlenswert, den
Blutdruck besonders am Anfang der Therapie zu kontrollieren.
Malignes neuroleptisches Syndrom
Symptome, die auf ein malignes neuroleptisches Syndrom hinweisen, sind im Zusammenhang mitdem plötzlichen Absetzen einer dopaminergen Therapie berichtet worden (siehe Abschnitt 4.2).
Dopaminagonistenentzugssyndrom (dopamine agonist withdrawal syndrome, DAWS)
Unter Dopaminagonisten einschließlich Pramipexol wurde von DAWS berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Zum Absetzen der Behandlung bei Patienten mit Morbus Parkinson sollte Pramipexol schrittweisereduziert werden (siehe Abschnitt 4.2). Begrenzte Daten deuten darauf hin, dass das Risiko für ein
DAWS bei Patienten mit Impulskontrollstörungen sowie bei Patienten unter hohen Tagesdosenund/oder mit hohen kumulativen Dosen von Dopaminagonisten erhöht sein kann. Die
Entzugssymptome können Apathie, Angst, Depression, Müdigkeit, Schwitzen und Schmerzenumfassen und sprechen nicht auf Levodopa an. Vor der schrittweisen Reduktion und dem Absetzenvon Pramipexol sollten die Patienten über mögliche Entzugssymptome aufgeklärt werden. Die
Patienten sind während der schrittweisen Reduktion und des Absetzens engmaschig zu überwachen.
Bei schweren und/oder anhaltenden Entzugssymptomen kann eine erneute vorübergehende Gabe von
Pramipexol in der niedrigsten wirksamen Dosis in Betracht gezogen werden.
Augmentation bei Restless-Legs-Syndrom
Die Behandlung des Restless-Legs-Syndroms mit Pramipexol kann zu einer Augmentation führen.
Augmentation bedeutet einen früheren abendlichen (oder sogar am Nachmittag) auftretenden Beginnder Symptome, Verstärkung der Symptome und Ausbreitung der Symptome auf andere Extremitäten.
Das Risiko einer Augmentation kann mit höherer Dosis steigen. Vor Behandlungsbeginn sollten
Patienten über das mögliche Auftreten einer Augmentation informiert und angewiesen werden, beim
Auftreten von Symptomen einer Augmentation ihren Arzt zu kontaktieren. Bei Verdacht auf eine
Augmentation sollte eine Anpassung der Dosierung auf die niedrigste wirksame Dosis oder ein
Absetzen von Pramipexol erwogen werden (siehe Abschnitt 4.2 und 4.8).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Plasmaproteinbindung
Pramipexol ist in sehr geringem Maße (< 20 %) an Plasmaproteine gebunden und wird im Menschennur geringfügig metabolisiert. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die die
Plasmaproteinbindung oder die Biotransformation beeinflussen, sind daher unwahrscheinlich. Da
Anticholinergika hauptsächlich metabolisch ausgeschieden werden, ist die Möglichkeit einer
Wechselwirkung begrenzt, obwohl eine Wechselwirkung mit Anticholinergika nicht untersucht wurde.
Es gibt keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit Selegilin und Levodopa.
Inhibitoren bzw. Kompetitoren der aktiven renalen Ausscheidung
Cimetidin reduziert die renale Clearance von Pramipexol um annähernd 34 %, wahrscheinlich durch
Hemmung des kationischen sekretorischen Transportsystems der renalen Tubuli. Deshalb können
Arzneimittel, die die aktive renale Tubulussekretion hemmen oder auf diesem Wege ausgeschiedenwerden, wie z.B. Cimetidin, Amantadin, Mexiletin, Zidovudin, Cisplatin, Chinin und Procainamid, diemit Pramipexol interagieren - zu einer reduzierten Clearance von Pramipexol führen. Eine
Reduzierung der Pramipexoldosis sollte in Betracht gezogen werden, wenn diese Arzneimittelgemeinsam verabreicht werden.
Kombination mit Levodopa
Bei kombinierter Gabe von Oprymea und Levodopa wird empfohlen, während einer Dosiserhöhungvon Oprymea die Levodopa-Dosis zu verringern und die Dosierung anderer Antiparkinson-
Therapeutika konstant zu halten.
Wegen möglicher additiver Effekte wird zu erhöhter Vorsicht geraten, wenn Patienten anderesedierende Arzneimittel oder Alkohol in Kombination mit Pramipexol einnehmen.
Antipsychotische Arzneimittel
Die gleichzeitige Gabe von antipsychotischen Arzneimitteln und Pramipexol sollte vermieden werden(siehe Abschnitt 4.4), z.B. wenn antagonistische Effekte erwartet werden können.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftDie Auswirkung auf Schwangerschaft und Stillzeit wurde beim Menschen nicht untersucht. Bei Rattenund Kaninchen erwies sich Pramipexol als nicht teratogen, war aber in maternal-toxischen Dosen beider Ratte für den Embryo toxisch (siehe Abschnitt 5.3). Oprymea sollte während der Schwangerschaftnicht verwendet werden, es sei denn, die Therapie ist unbedingt erforderlich, d.h. der mögliche Nutzenrechtfertigt das potenzielle Risiko für den Fetus.
StillzeitDa Pramipexol beim Menschen die Prolaktin-Sekretion inhibiert, ist eine Hemmung der Laktation zuerwarten. Der Übertritt von Pramipexol in die Muttermilch wurde an Frauen nicht untersucht. Bei
Ratten war die Konzentration des radioaktiv markierten Wirkstoffes in der Milch höher als im Plasma.
Da keine Daten von klinischen Studien am Menschen vorliegen, sollte Oprymea während der Stillzeitnicht eingenommen werden. Ist eine Anwendung unvermeidbar, sollte abgestillt werden.
FertilitätEs wurden keine Untersuchungen hinsichtlich der Wirkung auf die menschliche Fertilitätdurchgeführt. In tierexperimentellen Studien beeinflusste Pramipexol den weiblichen Zyklus undverringerte die weibliche Fertilität - wie von einem Dopaminagonisten zu erwarten ist. Allerdingszeigten diese Untersuchungen keinen Hinweis auf eine direkte oder indirekte schädliche Wirkunghinsichtlich männlicher Fertilität.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenOprymea kann einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen haben.
Halluzinationen oder Müdigkeit können auftreten.
Patienten, die mit Oprymea behandelt werden und über Somnolenz und/oder plötzliches Einschlafenberichten, müssen angewiesen werden, kein Kraftfahrzeug zu führen oder andere Tätigkeitenauszuüben, bei denen eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit sie selbst oder andere dem Risikoschwerwiegender Verletzungen oder des Todes aussetzt (z.B. Bedienen von Maschinen), bis diesewiederkehrenden Einschlafereignisse und Schläfrigkeit nicht mehr auftreten (siehe auch Abschnitte4.4, 4.5 und 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Basierend auf der Analyse von gepoolten, Plazebo-kontrollierten Studien mit insgesamt 1.923
Patienten unter Oprymea und 1.354 Patienten unter Plazebo, wurden Nebenwirkungen in beiden
Gruppen häufig berichtet. 63 % der Patienten unter Oprymea und 52 % der Patienten unter Plazeboberichteten wenigstens eine Nebenwirkung.
Die Mehrheit der Nebenwirkungen beginnen üblicherweise bald nach Therapiebeginn und die meistenneigen dazu, sich bei fortgesetzter Therapie zurückzubilden.
Innerhalb der Systemorganklassen wurden die Nebenwirkungen entsprechend ihrer Häufigkeit(erwartete Zahl der Patienten, bei denen die Reaktion eintritt) in folgenden Kategorien aufgelistet:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Die häufigsten Nebenwirkungen bei Patienten mit Morbus Parkinson
Die am häufigsten (≥ 5 %) berichteten Nebenwirkungen bei Patienten mit Morbus Parkinson unter
Oprymea verglichen mit Plazebo waren Übelkeit, Dyskinesien, Hypotonie, Schwindel, Somnolenz,
Schlaflosigkeit, Obstipation, Halluzinationen, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Die Inzidenz für
Somnolenz ist bei Tagesdosen über 1,5 mg erhöht (siehe Abschnitt 4.2). Häufige Nebenwirkungen bei
Kombination mit Levodopa waren Dyskinesien. Hypotonie kann zu Behandlungsbeginn auftreten,besonders dann, wenn die Dosistitration von Oprymea zu schnell erfolgt.
Tabelle 1: Morbus Parkinson
Systemorgan- Sehr Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntklasse häufig (≥ 1/100 bis (≥1/1.000 bis (1/10.000,(≥ 1/10) <1/10) < 1/100) <1/1.000)>
Infektionen und Lungenentzündungparasitäre
Erkrankungen
Endokrine inadäquate
Erkrankungen ADH-Sekretion1
Psychiatrische Schlaflosigkeit zwanghaftes Manie
Erkrankungen Halluzinationen Einkaufenabnorme pathologisches
Träume Spielen
Verwirrtheits- (Spielsucht)zustand Ruhelosigkeit
Hypersexualität
Verhaltensauf- Wahnvorstellungenfälligkeiten im Störungen der
Sinne von Libido
Impulskontroll- Wahnstörungen und Delirzwanghaftem Essattacken1
Verhalten Hyperphagie1
Erkrankungen des Somno- Kopfschmerzen plötzliches
Nerven-systems lenz Einschlafen
Schwin- Amnesiedel Hyperkinesie
Dyski- Synkopenesien
Augenerkran- Sehstörungenkungen einschließlich
Doppeltsehenverschwomme-nes Sehenverminderte
Sehschärfe
Herzerkran- Herzversagen1kungen
Gefäßerkran- Hypotoniekungen
Erkrankungen der Dyspnoe
Atemwege, des Schluckauf
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Übel- Obstipation
Gastrointesti- keit Erbrechennaltrakts
Erkrankungen der Überempfindlich-
Haut und des keitsreaktionen
Unterhaut- Pruritusgewebes Hautausschlag
Erkrankungen der spontane
Geschlechtsorgane Peniserektionund der
Brustdrüse
Allgemeine Müdigkeit Dopamin-
Erkrankungen und periphere agonisten-
Beschwerden am Ödeme entzugssyndrom
Verabrei- einschließlichchungsort Apathie, Angst,
Depression,
Müdigkeit,
Schwitzen und
SchmerzenUntersuchun-gen Gewichtsab- Gewichtszunahmenahmeeinschließlichvermindertem
Appetit1Diese Nebenwirkung wurde nach der Markteinführung beobachtet. Mit 95%iger Sicherheit ist die
Häufigkeitskategorie nicht höher als gelegentlich, sondern kann niedriger sein. Eine präzise
Häufigkeitsschätzung ist nicht möglich, da diese Nebenwirkung nicht in einer Datenbank für klinische
Studien bei 2762 Patienten mit Morbus Parkinson, die mit Pramipexol behandelt wurden, auftrat.
Die häufigsten Nebenwirkungen bei Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
Die am häufigsten (≥ 5 %) berichteten Nebenwirkungen bei Patienten Restless-Legs-Syndrom unter
Pramipexol-Behandlung verglichen mit Plazebo waren Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und
Müdigkeit. Übelkeit und Müdigkeit wurden bei weiblichen Patienten häufiger (20,8 % bzw. 10,5 %)berichtet verglichen mit männlichen Patienten (6,7 % bzw. 7,3 %).
Tabelle 2: Restless-Legs-Syndrom
Systemorgan- Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntklasse (≥ 1/10) (≥ 1/100 (≥1/1.000 bis (1/10.000,bis <1/10) < 1/100) <1/1.000)>
Infektionen und Lungenentzündung1parasitäre
Erkrankungen
Endokrine inadäquate
Erkrankungen ADH-Sekretion1
Psychiatrische Schlaflosig- Ruhelosigkeit
Erkrankungen keit Verwirrtheitszustandabnorme Halluzinationen
Träume Störungen der Libido
Wahnvorstellungen1
Hyperphagie1
Wahn1
Manie1
Delir1
Verhaltensauffälligkeitenim Sinne von
Impulskontrollstörungenund zwanghaftem
Verhalten1 (wiezwanghaftes Einkaufen,pathologisches Spielen,
Hypersexualität,
Essattacken)
Erkrankungen des Augmentation Kopf- plötzliches Einschlafen
Nervensystems bei Restless- schmerzen Synkope
Legs- Schwindel Dyskinesien
Syndrom Somnolenz Amnesie1
Hyperkinesie1
Augen- Sehstörungenerkrankungen einschließlichverminderte Sehschärfe
Doppeltsehenverschwommenes Sehen
Herz- Herzversagen1erkrankungen
Gefäß- Hypotonieerkrankungen
Erkrankungen der Dyspnoe
Atemwege, des Schluckauf
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Übelkeit Obstipation
Gastrointestinal- Erbrechentrakts
Erkrankungen der Überempfindlichkeits-
Haut und des reaktionen
Unterhaut- Pruritusgewebes Hautausschlag
Erkrankungen der spontane
Geschlechtsorgane Peniserektionund der
Brustdrüse
Allgemeine Müdigkeit periphere Ödeme Dopaminagonistenent-
Erkrankungen und zugssyndrom
Beschwerden am einschließlich
Verabreichungs- Apathie, Angst,ort Depression,
Müdigkeit, Schwitzenund Schmerzen
Untersuchungen Gewichtsabnahmeeinschließlichvermindertem Appetit
Gewichtszunahme1Diese Nebenwirkung wurde nach der Markteinführung beobachtet. Mit 95%iger Sicherheit ist die
Häufigkeitskategorie nicht höher als gelegentlich, sondern kann niedriger sein. Eine präzise
Häufigkeitsschätzung ist nicht möglich, da diese Nebenwirkung nicht in einer Datenbank für klinische
Studien bei 1395 Patienten mit Restless-Legs-Syndrom, die mit Pramipexol behandelt wurden, auftrat.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenSomnolenz
Pramipexol wurde mit Somnolenz (8,6 %) und gelegentlich mit exzessiver Tagesmüdigkeit undplötzlichem Einschlafen (0,1 %) in Verbindung gebracht. Siehe auch Abschnitt 4.4.
Störungen der Libido
Die Anwendung von Pramipexol kann mit Störungen der Libido (Zunahme oder Abnahme) verbundensein.
Impulskontrollstörungen
Pathologisches Spielen (Spielsucht), gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geldausgebenoder Einkaufen, Essattacken und zwanghaftes Essen können bei Patienten auftreten, die mit
Dopaminagonisten einschließlich Oprymea behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).
In einer retrospektiven Querschnitts- und Fallkontrollstudie mit 3090 Parkinson-Patienten wurdenwährend der letzten 6 Monate bei 13,6 % aller Patienten unter Behandlung mit dopaminergen undnicht-dopaminergen Substanzen Anzeichen einer Impulskontrollstörung festgestellt. Beobachtetwurden krankhaftes Spielen (Spielsucht), zwanghaftes Einkaufen, Essattacken und zwanghaftessexuelles Verhalten (Hypersexualität). Mögliche unabhängige Risikofaktoren für
Impulskontrollstörungen umfassten die Behandlung mit dopaminergen Substanzen - insbesondere inhöheren Dosierungen -, jüngeres Lebensalter (≤ 65 Jahre), unverheiratet sein und eine selbst-berichtete
Familienanamnese bezüglich pathologischen Glückspielverhaltens.
Dopaminagonistenentzugssyndrom
Bei der schrittweisen Reduzierung oder beim Absetzen von Dopaminagonisten wie Pramipexolkönnen nicht-motorische Nebenwirkungen auftreten. Zu den Symptomen gehören Apathie, Angst,
Depression, Müdigkeit, Schwitzen und Schmerzen (siehe Abschnitt 4.4).
Herzversagen
In klinischen Studien und Erfahrungen nach der Markteinführung wurde Herzversagen bei Patientenmit Pramipexol berichtet. In einer pharmakoepidemiologischen Studie war die Anwendung von
Pramipexol im Vergleich zur Nicht-Einnahme von Pramipexol mit einem erhöhten Risiko für
Herzversagen assoziiert (beobachtetes Risikoverhältnis 1,86; 95%-Konfidenzintervall: 1,21 bis 2,85).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Klinische Erfahrungen mit massiver Überdosierung liegen nicht vor. Zu erwarten sind
Nebenwirkungen, die mit dem pharmakodynamischen Profil von Dopaminagonistenzusammenhängen, wie Übelkeit, Erbrechen, Hyperkinesie, Halluzinationen, Agitation und Hypotonie.
Ein Antidot zur Behandlung einer Überdosierung von Dopaminagonisten ist nicht bekannt. Treten
Symptome einer zentralnervösen Stimulation auf, so kann die Verabreichung eines Neuroleptikumsangezeigt sein. Zur Behandlung der Überdosierung können unterstützende Maßnahmen, zusammenmit Magenspülung, intravenöser Flüssigkeitsgabe, der Verabreichung von Aktivkohle und EKG-
Überwachung, erforderlich sein.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiparkinsonmittel, Dopaminagonist, ATC-Code: N04BC05
WirkmechanismusPramipexol ist ein Dopaminagonist, der mit hoher Selektivität und Spezifität an Dopaminrezeptorender D2-Subfamilie, hier bevorzugt an die D3-Rezeptoren, bindet. Pramipexol besitzt eine volleintrinsische Wirksamkeit.
Pramipexol verringert die motorischen Störungen des Parkinsonismus durch Stimulierung der
Dopaminrezeptoren im Corpus striatum. Tierversuche zeigten, dass Pramipexol die Synthese, Freigabeund den Turnover des Dopamins hemmt.
Der Wirkmechanismus von Pramipexol bei der Behandlung des Restless-Legs-Syndroms istunbekannt. Es liegen neuropharmakologische Hinweise auf eine primäre Einbeziehung desdopaminergen Systems vor.
Pharmakodynamische WirkungenUntersuchungen an Probanden zeigten eine dosisabhängige Verringerung der Prolaktinkonzentration.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Morbus Parkinson
Pramipexol lindert die Anzeichen und Symptome der idiopathischen Parkinson-Krankheit.
Kontrollierte klinische Studien umfassten ca. 1.800 Patienten (Stadium I -IV nach Hoehn und Yahr).
Von diesen waren ca. 1.000 im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium, erhielten eine begleitende
Levodopa-Therapie und litten an motorischen Störungen.
In den kontrollierten klinischen Studien blieb die Wirksamkeit im Frühstadium und imfortgeschrittenen Stadium des Morbus Parkinson von Pramipexol ca. 6 Monate erhalten. In offenen
Langzeitstudien, die mehr als 3 Jahre andauerten, gab es keine Anzeichen einer abnehmenden
Wirksamkeit.In einer kontrollierten, doppelblinden klinischen Studie über 2 Jahre zeigte eine Erstbehandlung mit
Pramipexol verglichen mit einer Erstbehandlung mit Levodopa eine jeweils signifikante Verzögerungdes Einsetzens und Reduzierung der Häufigkeit von motorischen Komplikationen. Diese Verzögerungder motorischen Komplikationen unter Pramipexol ist abzuwägen gegen eine stärkere Verbesserungder motorischen Funktion unter Levodopa (bezogen auf die mittlere Änderung auf der UPDRS-Skala).
Die Gesamthäufigkeit von Halluzinationen und Somnolenz war während der Einstellungsphase mit
Pramipexol allgemein höher, während der Dauerbehandlung gab es jedoch keinen signifikanten
Unterschied. Diese Punkte sollten zu Beginn einer Pramipexol-Behandlung bei Patienten mit Morbus
Parkinson in Betracht gezogen werden.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Pramipexol eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Morbus Parkinsongewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit beim Restless-Legs-Syndrom
Die Wirksamkeit von Pramipexol wurde in vier Plazebo-kontrollierten klinischen Studien bei ca.1.000 Patienten mit mäßigem bis sehr schwerem idiopathischen Restless-Legs-Syndrom untersucht.
Die mittlere Veränderung des Ausgangswertes der Restless-Legs-Syndrom Rating Scale (IRLS) sowiedas Clinical Global Impression-Improvement (CGI-I) waren primäre Wirksamkeitskriterien. Für beideprimären Endpunkte wurden statistisch signifikante Unterschiede für die Pramipexol-Gruppen mit den
Dosierungen 0,25 mg, 0,5 mg und 0,75 mg Pramipexol als Salz verglichen mit Plazebo beobachtet.
Nach einer Behandlung von 12 Wochen kam es zu einer Verbesserung des Ausgangswertes des IRLS-
Scores von 23,5 auf 14,1 Punkte für Plazebo und 23,4 auf 9,4 Punkte für Pramipexol (Dosisgruppenkombiniert).
Die angepasste mittlere Differenz betrug -4,3 Punkte (95 %-Konfidenzintervall: -6,4 bis -2,1 Punkte,p-Wert < 0,0001). Die CGI-I-Response-Raten (verbessert, sehr stark verbessert) betrugen 51,2 % bzw.72,0 % für Plazebo bzw. Pramipexol (20 % Differenz; 95 %-Konfidenzintervall: 8,1 % bis 31,8 %, p <0,0005). Die Wirksamkeit wurde mit 0,088 mg der Base (0,125 mg der Salzform) pro Tag nach derersten Behandlungswoche beobachtet.
In einer Plazebo-kontrollierten, 3-wöchigen polysomnographischen Studie reduzierte Oprymea die
Anzahl der periodischen Beinbewegungen während der Zeit im Bett signifikant.
Die längerfristige Wirksamkeit wurde in einer Plazebo-kontrollierten klinischen Studie untersucht.
Nach einer 26-wöchigen Behandlung fand sich eine korrigierte mittlere Reduktion des IRLS-
Totalscores um 13,7 Punkte in der Pramipexol-Gruppe bzw. 11,1 Punkte in der Plazebo-Gruppe, miteinem statistisch signifikanten (p = 0,008) mittleren Behandlungsunterschied von -2,6. Die CGI-I-
Responderraten (deutlich gebessert, sehr deutlich gebessert) waren 50,3 % (80/159) für Plazebobeziehungsweise 68,5 % für Pramipexol (111/162), (p = 0,001). Dies entspricht einer NNT (numberneeded to treat) von 6 Patienten (95 %-Konfidenzintervall: 3,5 bis 13,4).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Oprymea eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei
Restless-Legs-Syndrom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit beim Tourette-Syndrom
Die Wirksamkeit von Pramipexol (0,0625-0,5 mg/Tag) beim Tourette-Syndrom wurde bei Kindernund Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren in einer 6-wöchigen doppelblinden, randomisierten,plazebokontrollierten Studie mit flexibler Dosierung untersucht. Insgesamt 63 Patienten wurdenrandomisiert (43 Pramipexol, 20 Plazebo). Der primäre Endpunkt war eine Änderung des
Ausgangswertes auf der TTS-Skala (Gesamt Tick-Skala = Total Tic Score) des YGTSS (Yale Global
Tic Schweregrad Skala). Im Vergleich zu Plazebo wurde für Pramipexol kein Unterschied beobachtet,weder bezüglich des primären Endpunktes noch für einen der sekundären Wirksamkeits-Endpunkteeinschließlich YGTSS-Gesamtwertes, PGI-I (Patient Global Impression of Improvement), CGI-I(Clinical Global Impression of Improvement) oder CGI-S (Clinical Global Impression of Severety of
Illness). Nebenwirkungen, welche mindestens in 5 % der Patienten in der Pramipexol-Gruppeauftraten und häufiger bei den mit Pramipexol behandelten Patienten als in der Plazebo-Gruppe waren,waren: Kopfschmerzen (27,9 %, Plazebo 25,0 %), Somnolenz (7,0 %, Plazebo 5,0 %), Übelkeit(18,6 %, Plazebo 10,0 %), Erbrechen (11,6 %, Plazebo 0,0 %), Oberbauchbeschwerden (7,0 %,
Plazebo 5,0 %), orthostatische Hypotonie (9,3 %, Plazebo 5,0 %), Muskelschmerzen (9,3 %, Plazebo5,0 %), Schlafstörungen (7,0 %, Plazebo 0,0 %), Dyspnoe (7,0 %, Plazebo 0,0 %), und Entzündungender oberen Atemwege (7,0 %, Plazebo 5,0 %). Andere signifikante unerwünschte Ereignisse, welchebei Patienten, die Pramipexol erhielten, zum Abbruch der Einnahme der Studienmedikation führten,waren Verwirrtheitszustand, Sprechstörung und eine Verschlechterung der Beschwerden (siehe
Abschnitt 4.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach oraler Applikation wird Pramipexol rasch und vollständig resorbiert. Die absolute
Bioverfügbarkeit ist > 90 %. Maximale Plasmakonzentrationen treten nach 1 - 3 Stunden auf. Beigleichzeitiger Nahrungsaufnahme verringert sich zwar die Resorptionsrate, die Gesamtresorptionbleibt jedoch gleich. Pramipexol verfügt über eine lineare Kinetik. Die Plasmaspiegel weisen nurgeringe interindividuelle Schwankungen auf.
VerteilungBeim Menschen ist die Proteinbindung von Pramipexol sehr gering (< 20 %). Das Verteilungsvolumenist groß (400 l). Bei Ratten wurde eine hohe Wirkstoffkonzentration im Gehirn festgestellt (ca. das8fache der Plasmakonzentration).
BiotransformationPramipexol wird beim Menschen nur in geringem Maße metabolisiert.
EliminationDie renale Exkretion von unverändertem Pramipexol stellt den wesentlichsten Eliminationsweg dar.
Etwa 90 % des 14C-markierten Arzneimittels werden über die Nieren ausgeschieden, weniger als 2 %finden sich in den Fäzes. Die Gesamt-Clearance von Pramipexol liegt bei etwa 500 ml/min und dierenale Clearance beträgt ca. 400 ml/min. Die Eliminationshalbwertszeit (t1/2) variiert zwischen 8
Stunden bei jüngeren Patienten und 12 Stunden bei älteren Menschen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe zeigten, dass Pramipexol hauptsächlich auf das ZNS unddie weiblichen Fortpflanzungsorgane eine funktionale Wirkung ausübte, die wahrscheinlich aus einemüberschießenden pharmakodynamischen Effekt des Arzneimittels resultierte.
Eine Abnahme des diastolischen und systolischen Blutdrucks und der Herzfrequenz wurden beim
Minischwein beobachtet. Eine Tendenz zur Blutdruck senkenden Wirkung wurde beim Affenfestgestellt.
Die potenziellen Wirkungen von Pramipexol auf die Fortpflanzungsfähigkeit wurden an Ratten und
Kaninchen untersucht. Bei Ratten und Kaninchen erwies sich Pramipexol als nicht teratogen, war aberin maternal-toxischen Dosen bei der Ratte für den Embryo toxisch. Wegen der Auswahl der Tierartund den limitierten untersuchten Parametern konnten Nebenwirkungen von Pramipexol auf
Schwangerschaft und männliche Fruchtbarkeit nicht ausreichend geklärt werden.
Eine Verzögerung der sexuellen Entwicklung (z.B. Vorhautablösung, vaginale Durchgängigkeit)wurde bei Ratten beobachtet. Die Bedeutung dieser Befunde für den Menschen ist nicht bekannt.
Pramipexol zeigte keine Genotoxizität. In einer Karzinogenitätsstudie entwickelten männliche Ratten
Hyperplasien und Adenome der Leydig-Zellen, was mit dem prolaktinhemmenden Effekt von
Pramipexol erklärt werden kann. Der Befund ist für den Menschen nicht klinisch relevant. Dieselbe
Studie zeigte auch, dass Pramipexol bei einer Dosierung von 2 mg/kg (der Salzform) und höher miteiner Retinadegeneration bei Albinoratten assoziiert war. Letzteres wurde bei pigmentierten Rattennicht beobachtet, auch nicht in einer 2 Jahre dauernden Karzinogenitätsstudie bei Albinomäusen oderanderen untersuchten Spezies.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol
Maisstärke
Vorverkleisterte Stärke (Mais)
Povidon K25
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph. Eur.)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackung (Al/Al-Folie): 20, 30, 60, 90 oder 100 Tabletten, in einer Faltschachtel.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
KRKA, d.d., Novo mesto, Šmarješka cesta 6, 8501 Novo mesto, Slowenien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Oprymea 0,088 mg Tabletten20 Tabletten: EU/1/08/469/00130 Tabletten: EU/1/08/469/00260 Tabletten: EU/1/08/469/00390 Tabletten: EU/1/08/469/004100 Tabletten: EU/1/08/469/005
Oprymea 0,18 mg Tabletten20 Tabletten: EU/1/08/469/00630 Tabletten: EU/1/08/469/00760 Tabletten: EU/1/08/469/00890 Tabletten: EU/1/08/469/009100 Tabletten: EU/1/08/469/010
Oprymea 0,35 mg Tabletten20 Tabletten: EU/1/08/469/01130 Tabletten: EU/1/08/469/01260 Tabletten: EU/1/08/469/01390 Tabletten: EU/1/08/469/014100 Tabletten: EU/1/08/469/015
Oprymea 0,7 mg Tabletten20 Tabletten: EU/1/08/469/01630 Tabletten: EU/1/08/469/01760 Tabletten: EU/1/08/469/01890 Tabletten: EU/1/08/469/019100 Tabletten: EU/1/08/469/020
Oprymea 1,1 mg Tabletten20 Tabletten: EU/1/08/469/02130 Tabletten: EU/1/08/469/02260 Tabletten: EU/1/08/469/02390 Tabletten: EU/1/08/469/024100 Tabletten: EU/1/08/469/025
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 12. September 2008
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 9. April 2013
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.