Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ONTOZRY 150mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Ontozry 12,5 mg Tabletten
Ontozry 25 mg Filmtabletten
Ontozry 50 mg Filmtabletten
Ontozry 100 mg Filmtabletten
Ontozry 150 mg Filmtabletten
Ontozry 200 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ontozry 12,5 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 12,5 mg Cenobamat.
Ontozry 25 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 25 mg Cenobamat.
Ontozry 50 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 50 mg Cenobamat.
Ontozry 100 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 100 mg Cenobamat.
Ontozry 150 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 150 mg Cenobamat.
Ontozry 200 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 200 mg Cenobamat.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede 12,5 mg Tablette enthält 39,7 mg Lactose-Monohydrat.
Jede 25 mg Filmtablette enthält 79,3 mg Lactose-Monohydrat.
Jede 50 mg Filmtablette enthält 158,7 mg Lactose-Monohydrat.
Jede 100 mg Filmtablette enthält 108,7 mg Lactose-Monohydrat.
Jede 150 mg Filmtablette enthält 163 mg Lactose-Monohydrat.
Jede 200 mg Filmtablette enthält 217,4 mg Lactose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Ontozry 12,5 mg Tablette
Tablette
Ontozry 25 mg, 50 mg, 100 mg, 150 mg und 200 mg Filmtablette
Filmtablette
Ontozry 12,5 mg Tablette
Unbeschichtete, runde, weiße bis cremefarbene Tablette mit der Prägung AV auf einer Seite und '12“auf der anderen Seite
Ontozry 25 mg Filmtablette
Runde, braune Filmtablette mit der Prägung AV auf einer Seite und '25“ auf der anderen Seite
Ontozry 50 mg Filmtablette
Runde, gelbe Filmtablette mit der Prägung AV auf einer Seite und '50“ auf der anderen Seite
Ontozry 100 mg Filmtablette
Runde, braune Filmtablette mit der Prägung AV auf einer Seite und '100“ auf der anderen Seite
Ontozry 150 mg Filmtablette
Hellorange, runde Filmtablette mit der Prägung AV auf einer Seite und '150“ auf der anderen Seite
Ontozry 200 mg Filmtablette
Hellorange, ovale Filmtablette mit der Prägung AV auf einer Seite und '200“ auf der anderen Seite
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Ontozry wird angewendet zur adjunktiven Behandlung fokaler Anfälle mit oder ohne sekundäre
Generalisierung bei erwachsenen Patienten mit Epilepsie, die trotz einer vorangegangenen
Behandlung mit mindestens 2 antiepileptischen Arzneimitteln nicht ausreichend kontrolliert sind.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungErwachseneDie empfohlene Anfangsdosis von Cenobamat beträgt 12,5 mg pro Tag und wird schrittweise auf dieempfohlene Zieldosis von 200 mg pro Tag titriert. Basierend auf dem klinischen Ansprechen kann die
Dosis auf maximal 400 mg pro Tag erhöht werden.
Der empfohlene Titrationsplan ist in Tabelle 1 angegeben. Dieser sollte wegen des Potenzials fürschwerwiegende Nebenwirkungen nicht überschritten werden (siehe Abschnitt 4.8).
Tabelle 1: Empfohlene Dosierung bei Erwachsenen mit fokalen Anfällen bei Epilepsie
Behandlungsphase Dosis (pro Tag, oral) Dauer12,5 mg Wochen 1 und 2
Einleitung der Behandlung25 mg Wochen 3 und 450 mg Wochen 5 und 6
Titration 100 mg Wochen 7 und 8150 mg Wochen 9 und 10
Zieldosis 200 mg Wochen 11 und 12 unddanach
Einige Patienten, die keine optimale Anfallskontrolle
Dosisoptimierung erreichen, können von Dosen über 200 mg (erhöht in Schrittenvon 50 mg/Tag alle zwei Wochen) bis zu einem Maximumvon 400 mg täglich profitieren.
Versäumte DosenWenn Patienten eine Dosis versäumen, wird empfohlen, eine Einzeldosis einzunehmen, sobald sie sichdaran erinnern, es sei denn, der Zeitraum bis zur nächsten regulär geplanten Dosis beträgt wenigerals 12 Stunden.
BehandlungsabbruchEs wird empfohlen, die Behandlung schrittweise (d. h. über mindestens 2 Wochen) abzusetzen, um das
Potenzial für Rebound-Anfälle zu minimieren, es sei denn, Sicherheitsbedenken erfordern ein abruptes
Absetzen.
Ältere Personen (65 Jahre und älter)
Die Anzahl von Probanden ab dem Alter von 65 Jahren in klinischen Studien mit Cenobamat warnicht ausreichend, um festzustellen, ob sie anders ansprechen als jüngere Patienten. Es wurdeberichtet, dass bei älteren Patienten, die antiepileptische Arzneimittel einnehmen, häufigerunerwünschte Reaktionen wie Ermüdung, Gangstörung, Sturz, Ataxie, Gleichgewichtsstörung,
Schwindel und Somnolenz auftreten. Im Allgemeinen sollte die Dosisauswahl für einen älteren
Patienten vorsichtig erfolgen, in der Regel beginnend am unteren Ende des Dosierungsbereichs, umdie größere Häufigkeit von verminderter Leber- oder Nierenfunktion und von Begleiterkrankungensowie die möglichen Wechselwirkungen bei Patienten mit Polypharmazie zu berücksichtigen (siehe
Abschnitt 4.4).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter bis mittelschwerer (Kreatinin-Clearance 30 bis < 90 ml/min) oder schwerer(Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung sollte Cenobamat mit Vorsichtangewendet werden, und es kann eine Reduzierung der Zieldosis erwogen werden. Die maximalempfohlene Dosis bei Patienten mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Nierenfunktionsstörungbeträgt 300 mg/Tag. Cenobamat sollte bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz oder bei
Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, nicht angewendet werden.
LeberfunktionsstörungDie Exposition gegenüber Cenobamat war bei Patienten mit chronischer Lebererkrankung erhöht. Eine
Änderung der Anfangsdosis ist nicht erforderlich; eine Verringerung der Zieldosen um bis zu 50 %muss jedoch gegebenenfalls in Betracht gezogen werden. Die maximal empfohlene Dosis bei
Patienten mit leichter und mittelschwerer Leberfunktionsstörung beträgt 200 mg/Tag. Cenobamatsollte nicht bei Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung angewendet werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Cenobamat bei Kindern und Jugendlichen im Alter von0 Monaten bis 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Cenobamat sollte in der Regel einmal täglich zu einem beliebigen Zeitpunkt als orale Einzeldosiseingenommen werden. Es sollte jedoch vorzugsweise jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommenwerden. Es kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2). Die Tablettesollte mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Die Tabletten können nicht genau geteilt werden,da es keine Bruchlinie gibt und die Genauigkeit der Dosis nicht gewährleistet werden kann.
Die Tablette kann als Ganzes eingenommen oder zerkleinert werden. Die zerkleinerte Tablette kannmit Wasser gemischt und oral oder über eine nasogastrale Sonde verabreicht werden (siehe Abschnitt6.6).
Verabreichung von zerkleinerten Tabletten über eine nasogastrale (NG) Sonde
Die zerkleinerten Ontozry Tabletten können mit Wasser gemischt und wie folgt auch über einenasogastrale Ernährungssonde (NG-Sonde) verabreicht werden:
1. Zerkleinern Sie die entsprechende Anzahl an Tabletten für die verordnete Dosis.2. Mischen Sie die zerkleinerten Tabletten und 25 ml Wasser in einem geeigneten Behälter.3. Schütteln Sie den Behälter, um die zerdrückten Tabletten zu suspendieren.4. Stellen Sie sicher, dass keine Partikel im Behälter verbleiben, und verabreichen Sie die
Suspension mit einer Spritze in die NG-Sonde.5. Füllen Sie die Katheterspitzen-Spritze erneut mit 10 ml Wasser, schwenken Sie sie leicht undverabreichen Sie die Suspension mit einer Spritze in die NG-Sonde.6. Überprüfen Sie visuell, keine Partikel in der Spritze verbleiben. Wenn Partikel verbleiben,wiederholen Sie Schritt 5.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Familiäres Short-QT-Syndrom (siehe Abschnitt 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
SuizidgedankenSuizidgedanken und suizidales Verhalten wurden bei Patienten berichtet, die mit Antiepileptika,einschließlich Cenobamat, behandelt wurden. Eine Metaanalyse randomisierter placebokontrollierter
Studien mit Antiepileptika hat ebenfalls ein geringfügig erhöhtes Risiko für Suizidgedankenund -verhalten gezeigt. Der Mechanismus dieses Risikos ist nicht bekannt. Daher sollten die Patientenauf Anzeichen suizidaler Gedanken und Verhaltensweisen überwacht werden und eine angemessene
Behandlung sollte erwogen werden.
Patienten (und Betreuern von Patienten) sollte geraten werden, ärztlichen Rat einzuholen, wenn
Anzeichen für suizidale Gedanken oder suizidales Verhalten auftreten.
Syndrom der Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS- Drug
Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms)
Eine Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), dielebensbedrohlich oder tödlich sein kann, wurde in Verbindung mit Cenobamat berichtet, wenn mithöheren Dosen begonnen und schnell titriert wurde (wöchentliche oder schnellere Titration) (siehe
Abschnitt 4.8). Als Cenobamat mit 12,5 mg/Tag begonnen und alle zwei Wochen titriert wurde,wurden in einer offenen Sicherheitsstudie mit 1 340 Epilepsiepatienten keine Fälle von DRESSgemeldet.
Zum Zeitpunkt der Verordnung sollten die Patienten über die Anzeichen und Symptome von DRESSinformiert und engmaschig auf Hautreaktionen überwacht werden. Zu den Symptomen von DRESSgehören typischerweise, wenn auch nicht ausschließlich, Fieber, Hautausschlag in Verbindung miteiner Beteiligung anderer Organsysteme, Lymphadenopathie, Anomalien der Leberfunktionstests und
Eosinophilie. Es ist wichtig zu beachten, dass es frühe Manifestationen von Überempfindlichkeit, wie
Fieber oder Lymphadenopathie, geben kann, auch wenn ein Ausschlag nicht evident ist. Wenn
Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hindeuten, sollte Cenobamat sofortabgesetzt und (gegebenenfalls) eine alternative Behandlung erwogen werden.
QT-Zeit-Verkürzung
Unter Cenobamat wurde eine dosisabhängige Verkürzung des QTcF-Intervalls beobachtet.
Reduktionen des QTcF-Intervalls unter 340 ms wurden nicht beobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Inklinischen Studien gab es keine Hinweise darauf, dass die Kombination von Cenobamat mit anderen
Antiepileptika zu einer weiteren QT-Zeit-Verkürzung führte. Ärzte sollten bei der Verordnung von
Cenobamat in Kombination mit anderen Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie die QT-Zeitverkürzen, Vorsicht walten lassen.
Das familiäre Short-QT-Syndrom ist ein seltenes genetisches Syndrom, das mit einem erhöhten Risikofür plötzlichen Tod und ventrikuläre Arrhythmien, insbesondere Kammerflimmern, verbunden ist.
Cenobamat darf bei Patienten mit familiärem Short-QT-Syndrom nicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.3).
Enthält Lactose
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder
Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Cenobamat wird in großem Umfang metabolisiert, hauptsächlich durch Glucuronidierung und ingeringerem Maße durch Oxidation.
Cenobamat kann die Exposition von Arzneimitteln verringern, die hauptsächlich von
CYP3A4 und 2B6 metabolisiert werden. Cenobamat kann die Exposition von Arzneimitteln erhöhen,die hauptsächlich von CYP2C19 metabolisiert werden. Wenn die Behandlung mit Cenobamatbegonnen oder abgebrochen oder die Dosis geändert wird, kann es 2 Wochen dauern, bis das neue
Niveau der Enzymaktivität erreicht ist.
Pharmakodynamische WechselwirkungenZNS-Depressiva
Die gleichzeitige Einnahme von Cenobamat mit anderen ZNS-Depressiva, einschließlich Alkohol,
Barbituraten und Benzodiazepinen, kann das Risiko neurologischer Nebenwirkungen erhöhen. Dahermüssen die Dosen von Barbituraten und Benzodiazepinen bei gleichzeitiger Anwendung mit
Cenobamat auf der Grundlage des individuellen Ansprechens möglicherweise reduziert werden, wieklinisch angemessen.
Wechselwirkungen mit anderen Antiepileptika
Arzneimitteltyp oder Klinische Empfehlung Auswirkung auf PK-
Substrat Parameter
AntiepileptikaPhenytoin Eine Dosisanpassung von ↑ Phenytoin
Cenobamat ist nicht Plasmakonzentrationenerforderlich.
In einer Studie an gesunden
Die Phenytoinkonzentrationen Probanden verringerte diesollten während der Titration gleichzeitige Anwendung vonvon Cenobamat überwacht Cenobamat 200 mg/Tag undwerden, und je nach Phenytoin 300 mg/Tag dieindividueller Reaktion muss Cenobamat-Exposition leichtdie Phenytoindosis (Cmax um -27 %, AUCmöglicherweise reduziert um -28 %) und erhöhte diewerden. Phenytoin-Exposition (Cmaxum 67 %, AUC um 84 %).
Phenobarbital Eine Dosisanpassung von ↑ Phenobarbital
Cenobamat ist nicht Plasmakonzentrationenerforderlich.
In einer Studie an gesunden
Die Probanden bewirkte die
Phenobarbitalkonzentrationen gleichzeitige Gabe vonsollten während der Titration Cenobamat 200 mg/Tag undvon Cenobamat überwacht Phenobarbital 90 mg/Tag keinewerden, und je nach klinisch bedeutsamenindividueller Reaktion muss Veränderungen derdie Phenobarbitaldosis Cenobamat-Exposition, führtemöglicherweise reduziert jedoch zu einer erhöhtenwerden. Phenobarbital-Exposition (Cmaxum 34 % und AUC um 37 %).
Clobaxam Eine Dosisanpassung von ↑ Plasmakonzentrationen des
Cenobamat ist nicht aktiven Metaboliten vonerforderlich. Clobazam
Aufgrund einer möglichen Pharmakometrische Analysen
Erhöhung der Exposition des der Daten von gesundenaktiven Metaboliten von Probanden und Patienten
Clobazam zeigen, dass Clobazam die(N-Desmethylclobazam), die Cenobamat-Exposition leichtmit der Induktion von erhöht (um 24 %).
CYP3A4 (Bildung) und der
Hemmung von
CYP2C19 (Elimination)zusammenhängt, muss die
Dosis von Clobazammöglicherweise reduziertwerden.
Lamotrigin Je nach individueller Reaktion ↓ Lamotriginmuss die Cenobamat-Dosis Plasmakonzentrationenmöglicherweise erhöht werden.
Pharmakometrische Analysen
Basierend auf von Daten gesunder Probanden
Subpopulationsanalysen von und Patienten zeigten, dass die
Patienten, die gleichzeitig gleichzeitige Anwendung von
Lamotrigin einnehmen, können Cenobamat mit Lamotriginhöhere Dosen (200- keinen Einfluss auf die400 mg/Tag) von Cenobamat Cenobamat-Exposition hatte,für die Wirksamkeit jedoch zu dosisabhängigenerforderlich sein. Verringerungen der
Lamotrigin-Konzentrationenführte (um -21 %, -35 %und -52 % bei Cenobamat100, 200 und 400 mg/Tag).
Carbamazepin Es wurden keine klinisch ↓ Carbamazepinbedeutsamen Wirkungsverluste Plasmakonzentrationenbeobachtet.
Daher sind keine In einer Studie an gesunden
Dosisanpassungen erforderlich Probanden zeigte diesowohl für Carbazepin als auch gleichzeitige Anwendung vonfür Cenobamat.. Cenobamat 200 mg einmaltäglich und
Carbamazepin 200 mg zweimaltäglich keine signifikante
Veränderung der
Cenobamat-Exposition, die
Carbamazepin-Exposition warjedoch leicht reduziert (Cmaxum 23 %, AUC um 24 %reduziert).
Valproinsäure Eine Dosisanpassung von Keine klinisch relevante
Cenobamat oder Valproinsäure Wirkung von Valproinsäureist nicht erforderlich.
In einer Studie an gesunden
Probanden zeigte diegleichzeitige Anwendung von
Cenobamat 150 mg einmaltäglich und Valproinsäure 1000 mg einmal täglich keinesignifikanten Veränderungen inder Exposition beider
Arzneimittel.
Pharmakometrische Analysender Daten von gesunden
Probanden und Patientenzeigten, dass die gleichzeitige
Anwendung von Cenobamatmit Valproinsäure die
Cenobamat-Exposition nichtbeeinflusste und keine klinischrelevanten Verringerungen der
Valproinsäurekonzentrationaufwies. Es sind keine
Dosisanpassungen erforderlich.
Lacosamid, Levetiracetam und Für Cenobamat, Lacosamid, Keine klinisch relevante
Oxcarbazepin Levetiracetam oder Wirkung von Lacosamid,
Oxcarbazepin sind keine Levetiracetam und
Dosisanpassungen erforderlich. Oxcarbazepin
Pharmakometrische Analysenvon Daten gesunder Probandenund Patienten zeigten, dass diegleichzeitige Anwendung von
Lacosamid, Levetiracetam oder
Oxcarbazepin keinen Einflussauf die Exposition von
Cenobamat hatte und dass
Cenobamat keine klinischrelevante Wirkung auf die
Exposition von Lacosamid,
Levetiracetam oder
Oxcarbazepin hatte
Andere ArzneimittelArzneimitteltyp oder Klinische Empfehlung Auswirkung auf PK-
Substrat Parameter
Orale Kontrazeptiva (CYP3A4) Frauen im gebärfähigen Alter, ↓ Orale Kontrazeptivadie gleichzeitig orale Plasmakonzentrationen
Kontrazeptiva anwenden,sollten zusätzliche oder Cenobamat zeigte einealternative nicht-hormonelle dosisabhängige Induktion von
Verhütungsmaßnahmen CYP3A4 und reduzierte mitpraktizieren (siehe Cenobamat 200 mg/Tag bei
Abschnitt 4.6). gesunden Probanden die
Exposition (AUC) des
CYP3A4-Substrats,
Midazolam 2 mg um 72 %. Dahormonale Kontrazeptivaebenfalls durch
CYP3A4 metabolisiert werdenkönnen, kann ihre Wirksamkeitdurch die gleichzeitige
Anwendung mit Cenobamatreduziert werden.
CYP3A4-Substrate Eine Erhöhung der Dosis der ↓ CYP3A4 Substratevon CYP3A4 metabolisierten Plasmakonzentrationen
Arzneimittel kann beigleichzeitiger Anwendung mit In einer Studie an gesunden
Cenobamat erforderlich sein. Probanden reduzierte diegleichzeitige Anwendung von
Cenobamat 100 und 200 mgeinmal täglich die Exposition(AUC) des CYP3A4-Substrats
Midazolam 2 mg um 27 %bzw. 72 %.
CYP2B6-Substrate Eine Erhöhung der Dosis der ↓ CYP2B6 Substratevon CYP2B6 metabolisierten Plasmakonzentrationen
Arzneimittel kann beigleichzeitiger Anwendung mit In einer Studie an gesunden
Cenobamat erforderlich sein. Probanden reduzierte diegleichzeitige Anwendung von
Cenobamat 200 mg einmaltäglich die Exposition des
CYP2B6-Substrats,
Bupropion 150 mg (Cmaxum 23 %, AUC um 39 %reduziert).
CYP2C19-Substrate Eine Dosisreduzierung von ↑ CYP2C19 Substrate
Arzneimitteln, die durch Plasmakonzentrationen
CYP2C19 metabolisiert In einer Studie an gesundenwerden, kann bei gleichzeitiger Probanden erhöhte die
Anwendung mit Cenobamat gleichzeitige Anwendung vonerforderlich sein. Cenobamat 200 mg einmaltäglich die Exposition des
CYP2C19-Substrats,
Omeprazol 20 mg(Cmax-Erhöhung um 83 %,
AUC-Erhöhung um 107 %).
OAT3-Substrate Die gleichzeitige Anwendung ↑ OAT3 Substratevon Cenobamat und Plasmakonzentrationen
Arzneimitteln, die mit
OAT3 transportiert werden, In-vitro-Studien haben gezeigt,können zu einer höheren dass Cenobamat OAT3 hemmt,
Exposition dieser Arzneimittel einen Transporter, derführen. hauptsächlich an der
Elimination bestimmter
Arzneimittel beteiligt ist (z. B.
Baricitinib, Cefaclor,
Empagliflozin,
Benzylpenicillin, Ritobegronund Sitagliptin).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter und Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Die Anwendung von Cenobamat bei gebärfähigen Frauen, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
Frauen im gebärfähigen Alter, die gleichzeitig orale Kontrazeptiva anwenden, müssen während der
Behandlung mit Cenobamat und bis zu 4 Wochen nach Beendigung der Behandlung eine zuverlässigezusätzliche oder alternative nicht-hormonelle Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.5).
SchwangerschaftRisiken im Zusammenhang mit Epilepsie und Antiepileptika im Allgemeinen
Es hat sich gezeigt, dass bei den Nachkommen von behandelten Frauen mit Epilepsie die Prävalenzvon Missbildungen zwei- bis dreimal so hoch ist wie in der Allgemeinbevölkerung mit etwa 3 %. Inder behandelten Population wurde bei Polytherapie eine Zunahme der Missbildungen festgestellt; esist jedoch nicht geklärt, inwieweit die Behandlung und/oder die Grunderkrankung dafür verantwortlichist. Ein Abbruch der antiepileptischen Behandlung kann zu einer Verschlimmerung der Krankheitführen, was für die Mutter und den Fötus schädlich sein könnte.
Risiken im Zusammenhang mit Cenobamat
Bisher liegen oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Ontozry bei Schwangerenvor.
Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Cenobamat die Plazenta von Ratten passiert.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität bei Spiegeln unterhalb der klinischen
Exposition gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Ontozry darf während der Schwangerschaft nichtangewendet werden, es sei denn, dass eine Behandlung mit Cenobamat aufgrund des klinischen
Zustandes der Frau erforderlich ist. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlungmit Cenobamat und bis zu 4 Wochen nach Beendigung der Behandlung eine zuverlässige
Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.5).
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Cenobamat oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen.
Studien an Ratten zeigten, dass Cenobamat in die Muttermilch übergeht (siehe Abschnitt 5.3). Ein
Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Aus Vorsichtsgründen soll das Stillenwährend der Behandlung mit Ontozry unterbrochen werden.
FertilitätDie Auswirkungen von Cenobamat auf die menschliche Fertilität sind unbekannt. Aufgrund der
Exposition unterhalb des klinischen Niveaus sind tierexperimentelle Daten unzureichend (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenOntozry hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.Cenobamat kann Schläfrigkeit, Schwindelgefühl, Müdigkeit, Sehstörungen und andere Symptome im
Zusammenhang mit dem ZNS verursachen, die die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen beeinflussen können. Den Patienten wird empfohlen, kein Fahrzeug zuführen, keine komplexen Maschinen zu bedienen oder anderen potenziell gefährlichen Tätigkeitennachzugehen, bis bekannt ist, ob Cenobamat ihre Fähigkeit zur Ausführung dieser Aufgabenbeeinträchtigt (siehe Abschnitt 4.5).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten berichteten unerwünschten Reaktionen waren Somnolenz, Schwindelgefühl,
Ermüdung, Sehstörungen und andere ZNS-bezogene Symptome, .
Die Abbruchraten wegen unerwünschter Reaktionen in klinischen Studien betrugen 5 %, 6 %und 19 % bei Patienten, die randomisiert Cenobamat in Dosen von 100 mg/Tag, 200 mg/Tagund 400 mg/Tag erhielten, verglichen mit 3 % bei Patienten, die randomisiert Placebo erhielten. Die
Dosis von 400 mg war stärker mit unerwünschten Reaktionen assoziiert, insbesondere, wenn siegleichzeitig mit Clobazam eingenommen wurde.
Die unerwünschten Reaktionen, die am häufigsten zum Absetzen führten, waren in absteigender
Reihenfolge der Häufigkeit: Ataxie (1,6 % vs. 0,5 % Placebo), Schwindelgefühl (1,6 % vs. 0,5 %
Placebo), Somnolenz (1,4 % vs. 0,5 % Placebo), Nystagmus (0,7 % vs. 0 % Placebo), Vertigo (0,7 %vs. 0 % Placebo) und Doppeltsehen (0,5 % vs. 0 % Placebo). Diese unerwünschten Reaktionen sinddosisabhängig und das Titrationsschema sollte strikt befolgt werden.
Tabellarische Auflistung von NebenwirkungenDie in klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen sind in Tabelle 2 nach Systemorganklasse(SOC) und nach Häufigkeit aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungenin absteigender Reihenfolge des Schweregrades angeordnet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis< 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100) und selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000).
Tabelle 2: Tabellarische Auflistung von Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen aus klinischen Studien
Erkrankungen des Gelegentlich Überempfindlichkeit*
Immunsystems
Häufig Verwirrtheitszustand, Reizbarkeit
Psychiatrische Gelegentlich Suizidgedanken
Erkrankungen
Erkrankungen des Sehr häufig Somnolenz*, Anomalien der Koordination und des
Nervensystems Gangs*, Kopfschmerzen
Häufig Dysarthrie, Nystagmus, Aphasie, eingeschränktes
Erinnerungsvermögen
Augenerkrankungen Häufig Doppeltsehen, Verschwommensehen
Erkrankungen des Häufig Obstipation, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen,
Gastrointestinaltrakts Mundtrockenheit
Erkrankungen der Häufig Ausschlag*
Haut und des
Unterhautzellgewebes Selten Syndrom der Arzneimittelreaktion mit Eosinophilieund systemischen Symptomen (DRESS)
Untersuchungen Häufig Erhöhte Leberenzyme*
*Gruppierte Begriffe: Somnolenz: Somnolenz, Ermüdung, Sedierung und Hypersomnie; Anomaliender Koordination und des Gangs: Schwindelgefühl, Vertigo, Gleichgewichtsstörung, Ataxie,
Gangstörung und anormale Koordination; Überempfindlichkeit: Überempfindlichkeit,
Arzneimittelüberempfindlichkeit, Augenlidödem; Hautausschlag: Hautausschlag, erythematöser
Ausschlag, generalisierter Ausschlag, makulöser Ausschlag, makulo-papulöser Ausschlag,morbilliformer Ausschlag, papulöser Ausschlag, Ausschlag mit Juckreiz; Erhöhte Leberenzyme:
Alanin-Aminotransferase erhöht, Aspartataminotransferase erhöht, Leberenzyme erhöht,
Leberfunktion anormal, Transaminasen erhöht.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenSyndrom der Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)
Innerhalb von 2 bis 4 Wochen nach Beginn der Einnahme von Cenobamat in Studien mit hohen
Anfangsdosen (50 mg oder 100 mg einmal täglich) und wöchentlicher oder schnellerer Titrationwurden drei Fälle von DRESS berichtet. Als Cenobamat mit 12,5 mg/Tag begonnen und alle zwei
Wochen titriert wurde, wurden in einer offenen Sicherheitsstudie mit 1 340 Epilepsiepatienten keine
Fälle von DRESS berichtet.
Zum Zeitpunkt der Verordnung sollten die Patienten über die Anzeichen und Symptome von DRESSinformiert und engmaschig auf Hautreaktionen überwacht werden. Zu den Symptomen von DRESSgehören typischerweise, wenn auch nicht ausschließlich, Fieber, Hautausschlag in Verbindung miteiner Beteiligung anderer Organsysteme, Lymphadenopathie, Anomalien der Leberfunktionstests und
Eosinophilie. Es ist wichtig zu beachten, dass es frühe Manifestationen von Überempfindlichkeit, wie
Fieber oder Lymphadenopathie, geben kann, auch wenn ein Ausschlag nicht evident ist. Wenn
Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hindeuten, sollte Cenobamat sofortabgesetzt und (gegebenenfalls) eine alternative Behandlung erwogen werden. Ontozry sollte immermit 12,5 mg einmal täglich begonnen und nicht schneller als einmal alle zwei Wochen titriert werden(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4.).
ÜberempfindlichkeitBei vier (0,9 %) mit Cenobamat behandelten Patienten und einem (0,5 %) Placebo-Patienten kam eszu einem Überempfindlichkeitsereignis. Bei zwei Patienten in der Cenobamat-Gruppe kam es zu einer
Arzneimittelüberempfindlichkeit. Bei einem mit Cenobamat behandelten Patienten kam es zu einem
Überempfindlichkeitsereignis und bei einem mit Cenobamat behandelten Patienten zu einem Ereignismit einem Augenlidödem. Bei dem Placebo-Patienten kam es zu einem Überempfindlichkeitsereignis.
Alle Ereignisse wurden als leicht oder mittelschwer eingestuft.
Ältere PersonenSicherheitsdaten aus den gepoolten doppelblinden Datensätzen und allen Phase-2/3-Datensätzengemeinsam mit PK-Daten aus einer Phase-1-Studie zeigten keine zusätzlichen Sicherheitsrisiken beiälteren Patienten im Alter von > 65 Jahren bei Studieneintritt. Eine zusätzliche Unterteilung nach Alterbei Patienten, die bei der Studienteilnahme > 65 Jahre alt waren, ergab für diese 87 Patienten ähnliche
Ergebnisse hinsichtlich unerwünschten Ereignissen wie bei den 51 Patienten, die bei Studieneintritt> 65 Jahre alt waren (siehe Abschnitt 4.2).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V. aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die Symptome einer Überdosierung entsprechen voraussichtlich den bekannten Nebenwirkungen von
Ontozry - dazu gehören Somnolenz, Müdigkeit und Schwindelgefühl. Es gibt kein spezifisches
Gegenmittel gegen die Wirkungen von Cenobamat. Eine allgemeine unterstützende Betreuung des
Patienten ist angezeigt, einschließlich der Überwachung der Vitalparameter und der Beobachtung desklinischen Status des Patienten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika,
ATC-Code: N03AX25.
WirkmechanismusCenobamat ist ein kleines Molekül mit einem dualen Wirkmechanismus. Es ist ein positiverallosterischer Modulator von Subtypen des γ-Aminobuttersäure-(GABAA-)Ionenkanals, der nicht an die
Benzodiazepin-Bindungsstelle bindet. Es konnte auch gezeigt werden, dass Cenobamat das wiederholteneuronale Feuern reduziert, indem es die Inaktivierung von Natriumkanälen verstärkt und die persistente
Komponente des Natriumstroms hemmt. Der genaue Wirkmechanismus, mit dem Cenobamat seinetherapeutische Wirkung bei Patienten mit fokalen Anfällen ausübt, ist unbekannt.
Pharmakodynamische WirkungenKardiale ElektrophysiologieIn einer placebokontrollierten QT-Studie an gesunden Freiwilligen wurde eine dosisabhängige
Verkürzung des QTcF-Intervalls mit Cenobamat beobachtet. Die mittlere ΔΔQTcFbeträgt -10,8 [KI: -13,4, -8,2] ms bei 200 mg einmal täglich und -18,4 [KI: -21,5, -15,2] ms bei 500 mgeinmal täglich (das 1,25-fache der maximal empfohlenen Dosis). Reduktionen des QTc-Intervallsunter 340 ms wurden nicht beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Cenobamat als Begleittherapie bei fokalen Anfällen wurde in einermultizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an erwachsenen
Patienten mit fokaler Epilepsie untersucht, die trotz einer Antiepileptika-Behandlung in der
Vorgeschichte nicht ausreichend kontrolliert wurden. Die Patienten wurden mit ein bis dreibegleitenden Antiepileptika behandelt, die im Verlauf der doppelblinden Studienbehandlung stabilblieben. Die tägliche Dosis von Cenobamat reichte von 100 bis 400 mg/Tag.
Die Studie umfasste einen 8-wöchigen prospektiven Baselinezeitraum, in dem die Patientenmindestens 3 oder 4 partielle Anfälle pro 28 Tage haben mussten, wobei die anfallsfreie
Zeit 3 bis 4 Wochen nicht überschreiten durfte, gefolgt von einem 18-wöchigen Behandlungszeitraum,einschließlich 12 Wochen mit fester Dosis. Die zum Zeitpunkt des Studieneintritts am häufigsteneingenommenen Antiepileptika waren Levetiracetam, Lamotrigin, Carbamazepin und Lacosamid. Alle
Patienten, die in die Studie eintraten, hatten weiterhin Anfälle, obwohl die Mehrheit in der
Vergangenheit bereits mit zwei oder mehr Antiepileptika behandelt worden war. Mehr als 80 % der
Patienten nahmen zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie gleichzeitig zwei oder mehr
Antiepileptika ein. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefasst.
Die Studie verglich die Dosen von Cenobamat 100 mg/Tag, 200 mg/Tag und 400 mg/Tag mit Placebo,zusätzlich zur Standardbehandlung. Die Patienten setzten die stabile Behandlung mit ein bis drei
Hintergrund-Antiepileptika fort. Die Patienten, die zu 400 mg/Tag randomisiert worden waren,erhielten zunächst eine tägliche Dosis von 50 mg, die anschließend jede Woche um 50 mg/Tag erhöhtwurde, bis 200 mg/Tag erreicht waren, und dann jede Woche um 100 mg/Tag.
Tabelle 3 zeigt den Anteil der Patienten, bei denen die Anfallshäufigkeit gegenüber der Baselineum 50 % oder mehr reduziert wurde.
Tabelle 3: Anteil der Patienten, die in Studie C017 ein Ansprechen von 50 % oder mehr zeigten
Studie Standardversorgung Standardversorgung und Cenobamatund Placebo 100 mg/Tag 200 mg/Tag 400 mg/Tag
Studie C017n = 102 n = 102 n = 98 n = 9550 % 26 (25,5 %) 41 (40,2 %) 55 (56,1 %) 61 (64,2 %)
Ansprechrate1
Unterschied 14,7 % 30,6 % 38,7 %
Cenobamat - (p = 0,036) (p < 0,001) (p < 0,001)
Placebo1Über 12 Wochen doppelblinde Behandlung mit fester Dosierung
Abbildung 1 zeigt den Prozentsatz der Patienten nach Kategorie des Ansprechens der Anfälle währendder Erhaltungsphase mit zunehmend strengeren Kriterien für das Ansprechen.
Abbildung 1: Kumulative Verteilung der prozentualen Reduktion der Anfälle gegenüber
Baseline nach Behandlungsgruppe in der 12-wöchigen Phase mit fester Dosis in der Studie80 %64,2 %60 %56,1 %45,3 %40,2 %40 %28,6 % 28,4 %
*** p-Wert ≤ 0,001 25,5 %
** p-Wert = 0,002
* p-Wert = 0,03617,3 % 21,1 %20 % 16,7 %
Cenobamat 400 mg/Tag (N = 95)
Cenobamat 200 mg/Tag (N = 98) 9,8 % 8,8 % 11,2 %
Cenobamat 100 mg/Tag (N = 102)
Placebo (N = 102)2,9 %3,9 %1,0 %0 %0 % 25 % 50 % 75 % 90 % 100 %
Prozentuale Reduktion gegenüber Baseline
P-Wert bei>= 50 %, >= 75 %, >= 90 % und >= 100 %für den paarweisen Vergleich jeder Cenobamatdosis mit Placebo aus einem Fischer-Exakt-Test.
Anfallsfreiheit (100 %ige Reduktion der Anfälle) erreichten in der Studie 4 von 102 (3,9 %) Patientenin der Gruppe mit Cenobamat 100 mg/Tag, 11 von 98 (11,2 %) Patienten in der Gruppe mit
Cenobamat 200 mg/Tag, 20 von 95 (21,1 %) Patienten in der Gruppe mit Cenobamat 400 mg/Tagund 1 von 102 (1 %) Patienten in der Placebo-Gruppe während der 12-wöchigen Phase mit fester
Dosis. Ähnliches Ansprechen wurde bei Subpopulationen beobachtet, die größer oder kleiner als diemediane Anfallshäufigkeit und größer oder kleiner als die mediane Krankheitsdauer waren.
Offene Langzeitstudie
Die Mehrheit der Patienten entschied sich für die Teilnahme an der offenen Verlängerung von
Studie 1 (98,9 %). 80 % der Patienten blieben mindestens 12 Monate und 58 % mindestens 60 Monatein der Studie. Es wurden zusätzliche Daten zur Anfallshäufigkeit gesammelt, die mit den Ergebnissenaus dem doppelblinden Teil der Studie übereinstimmten.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittelagentur hat für Ontozry eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen mit Epilepsiegewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionCenobamat wird nach oraler Anwendung gut resorbiert (mindestens 88 % bezogen auf den Nachweisim Urin), wobei die mediane Tmax zwischen 1 und 4 Stunden nach Einnahme einer oder mehrerer
Dosen unter Nüchternbedingungen im Bereich von 10 bis 400 mg liegt.
Die gleichzeitige Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit (800-1 000 kcal mit 50 % Fett) zeigte keinesignifikante Wirkung auf die Rate und das Ausmaß der Resorption von Cenobamat.
Die Plasmaexposition von mit Wasser vermischten zerkleinerten Cenobamat-Tabletten, die entwederoral oder über eine nasogastrale Sonde verabreicht wurden, war mit der von ganzen Tablettenvergleichbar (Konfidenzintervalle für AUC und Cmax innerhalb von 80-125 %). Die mediane Tmax fürzerkleinerte Tabletten beträgt 0,5 Stunden.
PPrroozzeenntt
VerteilungDas scheinbare Verteilungsvolumen (Vd/F) von Cenobamat nach oraler Anwendung beträgtetwa 40-50 l. Die Plasmaproteinbindung von Cenobamat beträgt 60 % und ist unabhängig von der
Konzentration in vitro. Cenobamat bindet primär an humanes Albumin-Protein.
BiotransformationCenobamat wird weitgehend metabolisiert. Der primäre Stoffwechselweg ist die Glucuronidierung über
UGT2B7 und in geringerem Maße über UGT2B4. Zu den kleineren Stoffwechselwegen für Cenobamatgehört die Oxidation über CYP2E1, CYP2A6, CYP2B6 und in geringerem Maße über CYP2C19 und
CYP3A4/5.
EliminationCenobamat und seine Metaboliten werden hauptsächlich über den Urin ausgeschieden. Die Exkretionvia Fäzes machte nur 5,2 % der Dosis aus. Mehr als 50 % der Dosis wurde innerhalb von 72 Stundenausgeschieden. Die scheinbare terminale Halbwertszeit von Cenobamat im Plasmabetrug 50 bis 60 Stunden innerhalb des therapeutischen Bereichs von 100 mg/Tag bis 400 mg/Tag. Ein
Steady State wird nach 14 Tagen erreicht.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Cmax von Cenobamat stieg proportional mit steigenden Dosen nach einmaliger oraler Gabevon 5 bis 750 mg und mehrmaliger oraler Gabe von 50 bis 500 mg/Tag. Steady-State-Expositionen(Cmax und AUC) nahmen mit steigenden Dosen im therapeutischen Bereich (100 bis 400 mg)proportional zu, aber Dosen unter 100 mg/Tag werden möglicherweise schneller abgebaut.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungDie Plasma-AUC von Cenobamat war bei Patienten mit leichter (CLcr 60 bis < 90 ml/min) undmittelschwerer (CLcr 30 bis < 60 ml/min) Nierenfunktionsstörung nach einer einmaligen oralen
Cenobamat-Dosis von 200 mg im Vergleich zu gesunden Kontrollen 1,4- bis 1,5-fach höher. Bei
Patienten mit schwerer (CLcr < 30 ml/min) Nierenfunktionsstörung veränderte sich die Plasma-AUCfür Cenobamat nach einmaliger oraler Dosis von 100 mg Cenobamat im Vergleich zu gesunden
Kontrollen nicht signifikant (siehe Abschnitt 4.2). Die Wirkung einer Hämodialyse auf die
Pharmakokinetik von Cenobamat wurde nicht untersucht.
LeberfunktionsstörungDie Plasma-AUC von Cenobamat war bei Patienten mit leichter und mittelschwerer
Leberfunktionsstörung nach einer einmaligen oralen Cenobamat-Dosis von 200 mg im Vergleich zupassenden gesunden Kontrollen 1,9- und 2,3-fach höher (siehe Abschnitt 4.2). Die Wirkung einerschweren Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Cenobamat wurde nicht untersucht.
GeschlechtEs wurde kein Unterschied in der Pharmakokinetik von Cenobamat zwischen männlichen undweiblichen Patienten beobachtet.
Ethnische ZugehörigkeitIn einer Analyse zur Populations-PK von gepoolten Daten aus klinischen Studien von Patienten, dieals asiatisch, schwarz, kaukasisch, hispanisch oder andere kategorisiert wurden, wurde kein klinischsignifikanter Effekt der ethnischen Zugehörigkeit auf die Pharmakokinetik von Cenobamatfestgestellt.
KörpergewichtBei einen Körpergewichtsbereich zwischen 54 kg und 112 kg wurde eine Abnahme der Expositionum 45 % geschätzt. Diese Variabilität wird bei der Festlegung einer Dosis von Cenobamat nicht alsklinisch relevant angesehen. Bei Patienten, bei denen Gewichtsveränderungen von ≥ 30 % ihresursprünglichen Körpergewichts oder mehr auftreten, müssen jedoch möglicherweise Anpassungen der
Cenobamat-Dosis in Betracht gezogen werden.
Ältere Personen (65 Jahre und älter)
Basierend auf den Daten von Patienten im Alter von 18 bis 77 Jahren wurden keine klinischsignifikanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von Cenobamat in Bezug auf das Alter beobachtet.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Ontozry bei Patienten unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität und zumkanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen. Die maximale systemische Exposition, die in der Kanzerogenitätsstudie bei Ratten erreichtwurde, war jedoch geringer als die beim Menschen bei der maximal empfohlenen Humandosis(MRHD) von 400 mg/Tag.
Toxizität bei wiederholter GabeDie Höchstdosen in Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung wurden durch dieüberhöhten ZNS-Wirkungen von Cenobamat (einschließlich Hypoaktivität, unkoordinierter Gang,
Unterkühlung und Tremor) begrenzt. Systemische Expositionen bei NOAEL (Dosis ohne beobachteteschädliche Wirkung) waren ähnlich oder lagen unter den Expositionen, die beim Menschen bei der
MRHD erreicht wurden.
Toxizität für Reproduktion und Entwicklung
Studien zur Reproduktionstoxizität mit einmal täglicher oraler Verabreichung zeigten nachteilige
Auswirkungen auf die embryo-fötale und postnatale Entwicklung. In einer speziellen Studie an Rattenwurden keine nachteiligen Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet. Die systemischen Expositionenbei den jeweiligen NOAEL für die Studien zur Fertilität, zur embryo-fötalen Entwicklung sowie zurprä- und postnatalen Entwicklung lagen bei der MRHD jedoch unter der Exposition des Menschen.
Cenobamat zeigte bei zweimal täglicher oraler Verabreichung an weibliche Ratten und einmal täglichan weibliche Kaninchen während der Organogenese keine teratogenen Wirkungen. Die Verabreichungvon Cenobamat an trächtige Kaninchen führte jedoch zu einer erhöhten embryo-fötalen Sterblichkeit,und zwar in einer Dosis, die mit maternaler Toxizität in Verbindung gebracht wird. Die systemische
Exposition bei den jeweiligen NOEL (Dosis, bei der keine signifikanten Wirkungen beobachtet wurden)lag unter der menschlichen Exposition bei der MRHD.
Bei der oralen Verabreichung von Cenobamat an weibliche Ratten während der Trächtigkeit und
Laktation wurden bei den Nachkommen bei allen Dosen neurologische Verhaltensstörungen (erhöhteakustische Schreckreaktion) beobachtet, eine verminderte Gewichtszunahme vor der Entwöhnung undnachteilige Reaktionen auf die weibliche Fortpflanzungsfunktion (verminderte Anzahl von
Gelbkörpern, Implantationen und lebenden Föten) beobachtet.
Der Plazenta- und Milchdrüsentransfer von Cenobamat wurde durch das Vorhandensein von
Cenobamat sowohl im Fruchtwasser als auch im fötalen Blut von trächtigen Ratten und in der
Milchdrüsenmilch von säugenden Ratten bestätigt.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])Die Beurteilung der Risiken für die Umwelt hat gezeigt, dass Cenobamat in aquatischen Systemensehr persistent (vP) ist (siehe Abschnitt 6.6).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablette und Kern der Filmtablette:
Lactose-Monohydrat
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E470b)
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Hochdisperses Siliciumdioxid (E551)
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)
Filmüberzug25 mg und 100 mg Filmtabletten
Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132)
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Macrogol 4000
Poly(vinylalkohol) (E1203)
Talkum (E553b)
Titandioxid (E171)50 mg Filmtabletten
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Macrogol 4000
Poly(vinylalkohol) (E1203)
Talkum (E553b)
Titandioxid (E171)150 mg und 200 mg Filmtabletten
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Macrogol 4000
Poly(vinylalkohol) (E1203)
Talkum (E553b)
Titandioxid (E171)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC/Aluminium-Blisterpackungen
Ontozry-Packung zur Behandlungseinleitung 12,5 mg Tabletten und 25 mg Filmtabletten
Packung mit 14 Tabletten zu 12,5 mg und 14 Filmtabletten zu 25 mg
Ontozry 50 mg Filmtabletten50 mg - Packungen mit 14, 28 oder 84
Ontozry 100 mg Filmtabletten100 mg - Packungen mit 14, 28 oder 84
Ontozry 150 mg Filmtabletten150 mg - Packungen mit 14, 28 oder 84
Ontozry 200 mg Filmtabletten200 mg - Packungen mit 14, 28 oder 84
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Cenobamat ist in aquatischen Systemen sehr persistent (vP).
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Die zerkleinerte Tablette kann auch über eine nasogastrale Ernährungssonde (NG) verabreicht werden;in diesem Fall kann die
Tablette zu einem Pulver zerkleinert und mit Wasser (25 ml) gemischt werden.
Ausführliche Informationen zur Verabreichung über eine nasogastrale Sonde finden Sie in Abschnitt4.2.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Angelini Pharma S.p.A
Viale Amelia 70, 00181
Rom - Italien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/21/1530/001
EU/1/21/1530/002
EU/1/21/1530/003
EU/1/21/1530/004
EU/1/21/1530/005
EU/1/21/1530/006
EU/1/21/1530/007
EU/1/21/1530/008
EU/1/21/1530/009
EU/1/21/1530/010
EU/1/21/1530/011
EU/1/21/1530/012
EU/1/21/1530/013
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26/03/2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.