Angewendet bei: Desmoidtumoren
Substanz: Nirogacestat (Antineoplastikum)
ATC: L01XX81 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | ANDERE ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | Andere antineoplastische Mittel)
Nirogacestat ist ein oral einzunehmendes Arzneimittel für Erwachsene mit fortschreitenden Desmoidtumoren, wenn eine systemische Behandlung erforderlich ist. Desmoidtumoren bilden meist keine Metastasen, können aber örtlich wachsen und Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Druck auf benachbarte Organe verursachen. Ziel ist, das Wachstum zu bremsen und Beschwerden zu lindern.
Der Wirkstoff hemmt die Gamma-Sekretase, ein Enzym in Signalwegen, die das Tumorwachstum fördern können. Die Einnahme erfolgt in der Regel zweimal täglich, mit oder ohne Nahrung; Tabletten werden unzerkaut geschluckt. Sie dürfen nicht zerdrückt oder zerkaut werden. Informieren Sie den Arzt über alle Arzneimittel und pflanzlichen Produkte, da Wechselwirkungen möglich sind.
Häufige Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit, Müdigkeit, Hautausschlag, Entzündungen im Mund, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Haarausfall und Laborveränderungen wie niedrige Phosphatwerte oder erhöhte Leberwerte. Bei gebärfähigen Frauen kann die Eierstockfunktion beeinträchtigt sein, manchmal mit Menstruationsstörungen oder Wechseljahresbeschwerden.
Während der Behandlung sind ärztliche Kontrollen und Blutuntersuchungen nötig. Melden Sie starken Durchfall, Austrocknung, Fieber, großflächigen Ausschlag, starke Bauchschmerzen oder deutliche Zyklusveränderungen rasch. Nirogacestat kann ein ungeborenes Kind schädigen; sichere Verhütung und ein Gespräch über Fruchtbarkeit vor Beginn sind wichtig.
Ogsiveo 50 mg Filmtabletten
Ogsiveo 100 mg Filmtabletten
Ogsiveo 150 mg Filmtabletten
Ogsiveo 50 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 50 mg Nirogacestat (als Nirogacestat-Dihydrobromid).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 57,8 mg Lactose-Monohydrat.
Jede Filmtablette enthält Gelborange S (E110).
Ogsiveo 100 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 100 mg Nirogacestat (als Nirogacestat-Dihydrobromid).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 115,7 mg Lactose-Monohydrat.
Jede Filmtablette enthält Gelborange S (E110).
Ogsiveo 150 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 150 mg Nirogacestat (als Nirogacestat-Dihydrobromid).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 173,5 mg Lactose-Monohydrat.
Jede Filmtablette enthält Gelborange S (E110).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette).
Ogsiveo 50 mg Filmtabletten
Runde, bikonvexe, orangefarbene Filmtabletten mit einem Durchmesser von 8 mm und der Prägung'50“ auf einer Seite.
Ogsiveo 100 mg Filmtabletten
Runde, bikonvexe, hellorangefarbene Filmtabletten mit einem Durchmesser von 10 mm und der
Prägung '100“ auf einer Seite.
Ogsiveo 150 mg Filmtabletten
Ovale, gelb-orangefarbene Filmtabletten mit einer Breite von 8,5 mm und einer Länge von 17,5 mmund der Prägung '150“ auf einer Seite.
Ogsiveo als Monotherapie wird angewendet für die Behandlung erwachsener Patienten mitfortschreitenden Desmoidtumoren, die eine systemische Behandlung erfordern.
Die Behandlung mit Ogsiveo sollte von einem in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arzteingeleitet und überwacht werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 150 mg Ogsiveo zweimal täglich: morgens eine Dosis und abends eine
Dosis. Diese Dosis darf nicht überschritten werden.
Dauer der BehandlungDie Behandlung mit Ogsiveo sollte bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu einerinakzeptablen Toxizität fortgeführt werden.
Auslassen einer DosisWenn eine Dosis Ogsiveo ausgelassen wird, sollten die Patienten keine zusätzliche Dosis einnehmen,sondern die nächste verordnete Dosis einnehmen.
Dosisanpassung bei NebenwirkungenTabelle 1 zeigt die empfohlenen Dosismodifikationen bei ausgewählten Nebenwirkungen.
Bei anderen schweren Nebenwirkungen oder im Falle lebensbedrohlicher Nebenwirkungen ist
Ogsiveo auszusetzen, bis die Reaktion auf Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustand abgeklungen ist. Die
Behandlung Ogsiveo sollte nur mit einer Dosis von 100 mg zweimal täglich wieder aufgenommenwerden, nachdem der potenzielle Nutzen und die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens der
Nebenwirkung sorgfältig abgewogen wurde. Ogsiveo muss dauerhaft abgesetzt werden, wenn eineschwere oder lebensbedrohliche Nebenwirkung bei erneuter Verabreichung der verringerten Dosiswiederkehrt.
Dosismodifikationen sollten erfolgen, wenn bei Patienten folgende Nebenwirkungen auftreten (die
Grade beziehen sich auf die Common Terminology Criteria for Adverse Events):
Tabelle 1: Empfohlene Dosismodifikationen bei Nebenwirkungen bei mit Ogsiveo behandelten
Patienten
Nebenwirkung Empfohlene Maßnahme
DiarrhöOgsiveo sollte ausgesetzt werden, bis die Reaktion auf
Diarrhö Grad 3, die trotz maximaler Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustand abgeklungen ist,medizinischer Therapie ≥ 3 Tage anhält dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von 100 mgzweimal täglich wieder aufgenommen werden.
HautreaktionenOgsiveo sollte ausgesetzt werden, bis die Reaktion auf
Follikulitis Grad 3 Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustand abgeklungen ist,dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von 100 mgzweimal täglich wieder aufgenommen werden.
Ogsiveo sollte ausgesetzt werden, bis die Reaktion auf
Makulo-papulöser Ausschlag Grad 3 Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustand abgeklungen ist,dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von 100 mgzweimal täglich wieder aufgenommen werden.
Ogsiveo sollte ausgesetzt werden, bis die Reaktion auf
Hidradenitis Grad 3 Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustand abgeklungen ist,dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von 100 mgzweimal täglich wieder aufgenommen werden.
Elektrolytanomalien
Hypophosphatämie Grad 3, die trotz Ogsiveo sollte ausgesetzt werden, bis die Reaktion aufmaximaler Ersatztherapie ≥ 7 Tage Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustand abgeklungen ist,anhält dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von 100 mgzweimal täglich wieder aufgenommen werden.
Ogsiveo sollte ausgesetzt werden, bis die Reaktion auf
Hypokaliämie Grad 3 trotz maximaler Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustand abgeklungen ist,
Ersatztherapie dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von 100 mgzweimal täglich wieder aufgenommen werden.
Anomalien der Leberwerte
Ogsiveo sollte ausgesetzt werden, bis die ALT-, AST-
Alanin-Aminotransferase (ALT) oder oder beide Werte auf < 3 x ULN oder den Ausgangswert
Aspartat-Aminotransferase (AST) ≥ 3 zurückgegangen sind, dann sollte die Behandlung mitbis 5 x ULN einer Dosis von 100 mg zweimal täglich wiederaufgenommen werden.
ALT oder AST > 5 x ULN Ogsiveo muss dauerhaft abgesetzt werden.
Andere NebenwirkungenAnaphylaxie oder andere schwere
Überempfindlichkeitsreaktion Ogsiveo muss dauerhaft abgesetzt werden.
Besondere PatientengruppenFür über 65-jährige Patienten wird keine Dosisanpassung empfohlen.
Klinische Daten über Patienten im Alter von über 65 Jahren sind begrenzt.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung wird eine Dosisanpassung nichtempfohlen. Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wird die Verabreichung nichtempfohlen (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter bis mäßiger Leberfunktionsstörung wird eine Dosisanpassung nichtempfohlen.
Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wird die Verabreichung nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Ogsiveo bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis18 Jahren ist nicht erwiesen. Bei Kindern von der Geburt bis zum Alter von 2 Jahren darf Ogsiveoaufgrund von potenziellen Sicherheitsbedenken bezüglich des strukturellen und funktionellen
Wachstums nicht angewendet werden. Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 4.8 und 5.1beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungOgsiveo ist zur oralen Einnahme vorgesehen.
Die Tabletten können mit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tablettendürfen nicht zerteilt, zerstoßen oder gekaut werden, weil derzeit keine Daten vorliegen, die andere
Arten der Anwendung unterstützen.
Die Patienten sollten während der Einnahme von Ogsiveo auf den Verzehr von Grapefruit und
Grapefruitsaft verzichten (siehe Abschnitt 4.5).
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
- Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.4 und 4.6)
- Gebärfähige Frauen, die keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden (siehe
Abschnitt 4.4 und 4.6)
- Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)
Diarrhö wurde bei mit Nirogacestat behandelten Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten,bei denen während der Behandlung mit Nirogacestat Diarrhö auftritt, sollten überwacht und mit
Antidiarrhoika behandelt werden. Bei Diarrhö Grad 3, die trotz maximaler medizinischer Therapie≥ 3 Tage anhält, sollte Nirogacestat ausgesetzt werden, bis die Diarrhö auf Grad ≤ 1 oder den
Ausgangszustand abgeklungen ist, dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von 100 mg zweimaltäglich wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesDermatologische Reaktionen, einschließlich makulo-papulöser Ausschlag, Follikulitis und
Hidradenitis, wurden bei mit Nirogacestat behandelten Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die
Patienten sollten während des gesamten Behandlungsverlaufs auf dermatologische Reaktionenüberwacht und je nach klinischer Indikation behandelt werden. Bei dermatologischen Reaktionen Grad3 sollte Nirogacestat ausgesetzt werden, bis die Reaktion auf Grad ≤ 1 oder den Ausgangszustandabgeklungen ist, dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von Dosierung 100 mg zweimal täglichwieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).
Funktionsstörung der Eierstöcke
Funktionsstörungen der Eierstöcke wurden bei mit Nirogacestat behandelten gebärfähigen
Patientinnen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Bei 75 % der in der DeFi-Studie mit Nirogacestatbehandelten gebärfähigen Frauen wurden Funktionsstörungen der Eierstöcke berichtet; diese wurdeaufgrund von anomalen Fortpflanzungshormonspiegeln oder peri-menopausalen Symptomenfestgestellt. Es wurde berichtet, dass die Funktionsstörungen der Eierstöcke bei 79 % der gebärfähigen
Frauen während der Behandlung abgeklungen waren. Nachbeobachtungsinformationen liegen mit
Ausnahme von zwei für alle 27 Patientinnen vor. Es wurde berichtet, dass die Funktionsstörungen der
Eierstöcke bei allen gebärfähigen Frauen, für die Daten vorliegen, abgeklungen waren (siehe
Abschnitt 4.8). Die Wirkungen von Nirogacestat auf die menschliche Fertilität sind nicht bekannt. Auf
Grundlage von Erkenntnissen aus tierexperimentellen Studien kann die weibliche Fertilitätbeeinträchtigt werden. Gebärfähige Frauen sollten vor Beginn der Behandlung mit Nirogacestat überdas Risiko von Funktionsstörungen der Eierstöcke aufgeklärt werden. Patientinnen sollten auf eineveränderte Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus und auftretende Symptome von Östrogenmangelüberwacht werden, darunter Hitzeanfälle, nächtliche Schweißausbrüche und vaginale Trockenheit.
Elektrolytanomalien
Elektrolytanomalien, einschließlich Hypophosphatämie und Hypokaliämie, wurden bei mit
Nirogacestat behandelten Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Der Phosphat- und Kaliumspiegelsollte regelmäßig überwacht werden, und Phosphat bzw. Kalium sollten bei Bedarf supplementiertwerden. Bei Hypophosphatämie Grad 3, die trotz maximaler Ersatztherapie ≥ 7 Tage anhält, sollte
Nirogacestat ausgesetzt werden, bis diese auf Grad ≤ 1 oder den Ausgangswert abgeklungen ist, dannsollte die Behandlung mit einer Dosis von Dosierung 100 mg zweimal täglich wieder aufgenommenwerden (siehe Abschnitt 4.2). Bei Hypokaliämie Grad 3, die trotz maximaler Ersatztherapie beliebiglang anhält, sollte Nirogacestat ausgesetzt werden, bis diese auf Grad ≤ 1 oder den Ausgangswertabgeklungen ist, dann sollte die Behandlung mit einer Dosis von Dosierung 100 mg zweimal täglichwieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).
Anomalien der Leberwerte
Anstiege der ALT- oder AST-Werte wurden bei mit Nirogacestat behandelten Patienten berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Leberfunktionstests sollten regelmäßig überwacht werden. Bei ALT- oder AST-
Werten ≥ 3 bis 5 x ULN sollte Nirogacestat ausgesetzt werden, bis die ALT-, AST- oder beide Werteauf < 3 x ULN oder den Ausgangswert abgeklungen sind, dann sollte die Behandlung mit einer Dosisvon 100 mg zweimal täglich wieder aufgenommen werden. Bei ALT- oder AST-Werten > 5 x ULNsollte Nirogacestat dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Nichtmelanozytärer Hautkrebs
Nichtmelanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) wurden bei mit
Nirogacestat behandelten Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Hautuntersuchungen sollten vorder Einleitung von Nirogacestat und routinemäßig während der Behandlung mit Nirogacestatdurchgeführt werden. Fälle sollten gemäß klinischen Praktiken behandelt werden, und die Patientenkönnen die Nirogacestat-Behandlung ohne Dosisanpassung fortführen.
Embryofetale Toxizität - Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Nirogacestat kann bei Verabreichung an eine Schwangere den Fetus schädigen (siehe Abschnitt 4.6und 5.3). Die Patienten sollten über das potenzielle Risiko für einen Fetus aufgeklärt werden. Bei
Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Einleitung der Nirogacestat-Behandlung ein negativer
Schwangerschaftstest vorliegen. Schwangerschaftstests während der Behandlung mit Nirogacestatsollten für Frauen im gebärfähigen Alter, bei denen Amenorrhö vorliegt, in Betracht gezogen werden.
Mit Nirogacestat behandelte Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit
Nirogacestat und für eine Woche nach der letzten Dosis Nirogacestat hochwirksame
Empfängnisverhütungsmethoden anwenden (siehe Abschnitt 4.6). Frauen im gebärfähigen Altersollten angewiesen werden, ihren Arzt sofort bei Bekanntwerden einer oder Verdacht auf eine
Schwangerschaft zu informieren, und müssen die Einnahme von Nirogacestat bei Eintreten einer
Schwangerschaft beenden.
Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während der
Behandlung mit Nirogacestat und für eine Woche nach der letzten Nirogacestat-Dosis hochwirksame
Empfängnisverhütungsmethoden anzuwenden (siehe Abschnitt 4.6).
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält Lactose (siehe Abschnitt 2 und 6.1). Patienten mit den seltenen hereditären
Störungen Galaktoseunverträglichkeit, Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption solltendieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält den Bestandteil Gelborange S (E110) (siehe Abschnitt 2 und 6.1), derallergische Reaktionen verursachen kann.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“ (siehe Abschnitt 6.1).
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Nirogacestat wird vorwiegend durch CYP3A4 metabolisiert und ist ein Substrat von
P‑Glykoprotein (P-gp).
Substanzen, die die Serumkonzentrationen von Nirogacestat erhöhen können
Wirkung von mittelstarken und starken CYP3A4-Inhibitoren
In einer klinischen Studie erhöhte sich bei gleichzeitiger Gabe von Itraconazol (ein starker CYP3A4-
Inhibitor und P‑gp-Inhibitor) die Cmax von Nirogacestat um das 2,5-Fache und die AUC um das 8,2-
Fache. Es wird erwartet, dass die gleichzeitige Gabe mit mittelstarken CYP3A4-Inhibitoren auch zuklinisch relevanten Expositionsanstiegen führt.
Die gleichzeitige Anwendung mit starken Inhibitoren von CYP3A4 (z. B. Clarithromycin, orales
Ketoconazol, Itraconazol) und mittelstarken Inhibitoren von CYP3A4 (z. B. Erythromycin und
Fluconazol) ist daher zu vermeiden.
Alternative begleitende Arzneimittel ohne oder mit minimaler CYP3A4-Inhibition sollten erwogenwerden. Falls keine therapeutischen Alternativen verfügbar sind, muss die Behandlung mit Ogsiveosofort unterbrochen werden, und zwar für den Zeitraum der Anwendung eines starken odermittelstarken CYP3A4-Inhibitors.
Die Patienten sollten während der Einnahme von Ogsiveo auf den Verzehr von Grapefruit und
Grapefruitsaft verzichten, da diese Inhibitoren von CYP3A4 enthalten (siehe Abschnitt 4.2).
Substanzen, die die Serumkonzentrationen von Nirogacestat herabsetzen können
Wirkung von starken und mittelstarken CYP3A-Induktoren
Die Wirkungen von CYP3A4-Induktoren auf die Nirogacestat-Exposition sind in einer klinischen
Studie nicht untersucht worden. Es wird erwartet, dass mittelstarke und starke Induktoren klinischrelevante Verringerungen der Nirogacestat-Exposition zur Folge haben, die zu einer verminderten
Wirksamkeit führen könnten. Eine Begleittherapie mit starken Induktoren von CYP3A4 (z. B.
Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Phenobarbital und Johanniskraut) und mittelstarken CYP3A-
Induktoren (z. B. Efavirenz und Etravirin) ist daher zu vermeiden. Bei Patienten, für die CYP3A4-
Induktoren indiziert sind, sollten alternative Wirkstoffe mit einem geringeren
Enzyminduktionspotenzial ausgewählt werden.
Wirkung von säuresenkenden Wirkstoffen
Nirogacestat verfügt über eine pH‑abhängige Löslichkeit, wobei die Löslichkeit bei pH-Werten über6.0 erheblich verringert ist. Die Wirkungen von säuresenkenden Wirkstoffen (d. h. H2‑Rezeptor-
Antagonisten, Protonenpumpenhemmer und Antiazida) auf die Nirogacestat-Expositionen sind nichtin einer klinischen Studie untersucht worden, jedoch kann die gleichzeitige Gabe dieser Arzneimitteldie Bioverfügbarkeit von Nirogacestat reduzieren. Die gleichzeitige Anwendung von Ogsiveo mit
Protonenpumpenhemmern und H2-Blockern wird nicht empfohlen. Falls jedoch die gleichzeitige
Anwendung mit säuresenkenden Wirkstoffen nicht vermeidbar ist, können Ogsiveo und Antianzidazeitlich gestaffelt werden, indem Ogsiveo 2 Stunden vor oder 2 Stunden nach dem Antiazidumeingenommen wird.
Wirkungen von Nirogacestat auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
CYP-SubstrateEine Studie zu Arzneimittelwechselwirkungen mit gesunden Probanden, in der die Wirkungen vonmehreren Gaben Nirogacestat bei einer Dosis von 95 mg einmal täglich auf die Exposition dessensitiven CYP3A4-Substrats Midazolam untersucht wurden, ergab einen 1,3-fachen Anstieg der Cmaxvon Midazolam und einen 1,6-fachen Anstieg der AUC von Midazolam. Die Wirkung der klinischen
Dosis Nirogacestat (150 mg zweimal täglich) auf die Midazolam-Exposition ist nicht untersuchtworden und kann davon abweichen. Ogsiveo sollte nicht gleichzeitig mit CYP3A4-Substratenangewendet werden, die enge therapeutische Indizes aufweisen (z. B. Cyclosporin, Tacrolimus,
Digitoxin, Warfarin, Carbamazepin).
Da keine Studie zur Untersuchung der Wirkung von Nirogacestat auf die systemische Exposition vonsteroidalen Kontrazeptive durchgeführt wurde, ist nicht bekannt, ob Nirogacestat die Wirksamkeit vonsystemisch wirkenden hormonellen Kontrazeptiva verringert. Gebärfähige Frauen müssenhochwirksame Empfängnisverhütungsmethoden anwenden (siehe Abschnitt 4.6).
In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Nirogacestat ein Induktor von CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 und
CYP2B6 sein kann und insofern das Risiko besteht, dass Nirogacestat eine verringerte Exposition von
Substraten dieser Enzyme verursachen kann. Wenn Substrate von CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 und
CYP2B6 zusammen mit Ogsiveo angewendet werden, sollte beurteilt werden, ob die Wirksamkeit des
Substrats verringert ist; zur Aufrechterhaltung optimaler Plasmakonzentrationen ist möglicherweiseeine Dosisanpassung des Substrats erforderlich.
Arzneistofftransportersysteme
Eine Studie zu Arzneimittelwechselwirkungen mit einer Einzeldosis bewies, dass Nirogacestat die
Exposition des P-gp-Substrats Dabigatran nicht beeinflusste, was belegt, dass keine klinisch relevante
P-gp-Inhibition durch Nirogacestat stattfindet.
Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Frauen im gebärfähigen Alter und Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sind anzuweisen,während der Behandlung mit Ogsiveo eine Schwangerschaft zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Ogsiveo und für eine Woche nachder letzten Dosis Ogsiveo hochwirksame Empfängnisverhütungsmethoden anwenden (siehe
Abschnitt 4.4). Es ist nicht bekannt, ob Nirogacestat die Wirksamkeit von systemisch wirkendenhormonellen Kontrazeptiva verringert. Die Patienten sollten angewiesen werden, während der
Behandlung mit Ogsiveo und für eine Woche nach der letzten Dosis Ogsiveo mindestens einehochwirksame Empfängnisverhütungsmethode (z. B. ein nicht-hormonelles Intrauterinpessar) oderzwei zusätzliche Verhütungsmethoden, einschließlich einer Barrieremethode, anzuwenden. Frauen imgebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, ihren Arzt sofort bei Bekanntwerden einer oder bei
Verdacht auf eine Schwangerschaft zu informieren, und müssen die Einnahme von Ogsiveo bei
Eintreten einer Schwangerschaft beenden. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen während der
Behandlung mit Ogsiveo und für eine Woche nach der letzten Ogsiveo-Dosis keine Eizellen (Oozyten)spenden.
Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit
Ogsiveo und für eine Woche nach der letzten Ogsiveo-Dosis hochwirksame
Empfängnisverhütungsmethoden anwenden (siehe Abschnitt 4.4). Männliche Patienten solltenwährend der Behandlung mit Ogsiveo und für eine Woche nach der letzten Ogsiveo-Dosis kein
Sperma spenden.
SchwangerschaftAuf Grundlage von tierexperimentellen Studien und des Wirkmechanismus von Ogsiveo kann das
Arzneimittel bei Verabreichung an eine schwangere Frau den Fetus schädigen. Ogsiveo ist beischwangeren Frauen kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und 5.3). Bei Frauen im gebärfähigen Altermuss vor Einleitung der Ogsiveo-Behandlung ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen.
Schwangerschaftstests während der Behandlung mit Ogsiveo sollten für Frauen im gebärfähigen
Alter, bei denen Amenorrhö vorliegt, in Betracht gezogen werden. Die Patienten sollten über daspotenzielle Risiko für einen Fetus aufgeklärt werden. Wenn eine Patientin während der Einnahme von
Ogsiveo schwanger wird, muss die Behandlung abgesetzt werden. In der DeFi-Studie wurde übereinen Spontanabort von einer Frau berichtet, die während der Behandlung mit Nirogacestat schwangerwurde.
StillzeitEs liegen keine Daten darüber vor, ob Nirogacestat oder die zugehörigen Metaboliten in die Milchvon Menschen oder Tieren übergeht oder sich auf gestillte Kinder oder auf die Milchproduktionauswirken. Wegen der Möglichkeit schwerwiegender Nebenwirkungen bei gestillten Kindern dürfen
Frauen während der Behandlung mit Ogsiveo und für eine Woche nach der letzten Dosis Ogsiveonicht stillen (siehe Abschnitt 4.3).
FertilitätAn Menschen wurden keine Fertilitätsstudien durchgeführt. Die Wirkung von Ogsiveo auf die
Fertilität bei Menschen ist nicht bekannt. Auf Grundlage von Erkenntnissen aus tierexperimentellen
Studien kann die männliche und weibliche Fertilität beeinträchtigt werden (siehe Abschnitt 5.3).
Ogsiveo hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Da bei Patienten, die Nirogacestat einnehmen, Ermüdungund Schwindelgefühl auftreten können (siehe Abschnitt 4.8), sollten Patienten mit diesen
Nebenwirkungen beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen Vorsicht walten lassen.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Diarrhö (85 %), Ausschlag (65 %), Funktionsstörungen der
Eierstöcke bei gebärfähigen Frauen (60 %), Übelkeit (59 %), Ermüdung (50 %),
Hypophosphatämie (50 %), Kopfschmerz (40 %) und Stomatitis (40 %).
Die am häufigsten gemeldete schwerwiegende Nebenwirkung war eine Funktionsstörung der
Eierstöcke (vorzeitige Menopause, 3 %). Die häufigsten schweren Nebenwirkungen waren
Diarrhö (16 %) und Hypophosphatämie (13 %).
Bei 19 % der Patienten wurde Nirogacestat aufgrund einer Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt. Diehäufigsten Nebenwirkungen, die zum Absetzen führten, waren Diarrhö (5 %), Funktionsstörungen der
Eierstöcke (5 %) und erhöhte ALT (3 %).
Die Häufigkeit einer Unterbrechung der Nirogacestat-Behandlung aufgrund von Nebenwirkungenbetrug 59 %. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zur Behandlungsunterbrechung führten, waren
Diarrhö (11 %), makulo-papulöser Ausschlag (10 %), Hypophosphatämie (6 %) und Übelkeit (5 %).
Die Häufigkeit einer Nirogacestat-Dosisreduktion aufgrund von Nebenwirkungen betrug 44 %. Diehäufigsten Nebenwirkungen, die zur Dosisreduktion führten, waren Diarrhö (9 %), makulo-papulöser
Ausschlag (6 %), Stomatitis (3 %) und Hypophosphatämie (3 %).
Tabellarische Auflistung von NebenwirkungenSofern nicht anders angegeben, beruhen die Häufigkeiten der Nebenwirkungen auf
Gesamthäufigkeiten von Nebenwirkungen jeglicher Ursache, festgestellt bei 88 Patienten in klinischen
Studien, die über eine mediane Dauer von 21,5 Monaten Nirogacestat 150 mg zweimal täglicherhielten.
Die Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit gemäß folgender Konvention geordnet: sehr häufig(>1/10), häufig (>1/100, <1/10), gelegentlich (>1/1 000, <1/100), selten (>1/10 000, <1/1 000), sehrselten (<1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Tabelle 2: Gemeldete Nebenwirkungen
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grad 3-4
Erkrankungen des Diarrhö Sehr häufig Sehr häufig
Gastrointestinaltrakts Übelkeit Sehr häufig Häufig
Stomatitisa Sehr häufig Häufig
Mundtrockenheit Sehr häufig --
Erkrankungen der Haut Ausschlagb Sehr häufig Häufigund des Alopezie Sehr häufig --
Unterhautgewebes Follikulitis Sehr häufig Häufig
Hidradenitis Häufig Häufig
Trockene Haut Sehr häufig --
Pruritis Sehr häufig --
Gutartige, bösartige und Basalzellkarzinom Häufig --nicht spezifizierte Plattenepithelkarzino Häufig --
Neubildungen m
Stoffwechsel- und Hypophosphatämie Sehr häufig Sehr häufig
Ernährungsstörungen Hypokaliämie Sehr häufig Häufig
Erkrankungen des Kopfschmerzen Sehr häufig --
Nervensystems Schwindelgefühl Sehr häufig --
Untersuchungen Proteinurie Sehr häufig --
Glykosurie Sehr häufig --
Erkrankungen des Eosinophilie Sehr häufig --
Blutes und des
Lymphsystems
Erkrankungen der Nierentubuluserkrank Häufig --
Nieren und Harnwege ung
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Grade Grad 3-4
Verletzung, Vergiftung Knochenfrakturd Häufig --und durch Eingriffebedingte
Komplikationen
Leber- und ALT erhöht Sehr häufig Häufig
Gallenerkrankungen AST erhöht Sehr häufig Häufig
Erkrankungen der Funktionsstörung der Sehr häufig --
Geschlechtsorgane und Eierstöckeeder Brustdrüse
Erkrankungen der Husten Sehr häufig --
Atemwege, des Infektion der oberen Sehr häufig --
Brustraums und Atemwegef
Mediastinums Dyspnoe Sehr häufig --
Epistaxis Sehr häufig --
Allgemeine Ermüdung Sehr häufig Häufig
Erkrankungen und Grippeähnliche Sehr häufig --
Beschwerden am Erkrankung
Verabreichungsorta Stomatitis umfasst Stomatitis, Mundulzeration, Mundschmerzen und Schmerzen im Oropharynx.b Ausschlag umfasst makulo-papulären Ausschlag, Dermatitis akneiform, Ausschlag, erythematöser
Hautausschlag, Ausschlag mit Juckreiz und papulöser Ausschlag.c Plattenepithelkarzinom umfasst Plattenepithelkarzinom der Haut und Plattenepithelkarzinom.d Knochenfraktur umfasst Fraktur, Fraktur des Fußes, Fraktur der Hand, Radiusfraktur, Fraktur der Hüfte und
Rippenfraktur.e Funktionsstörung der Eierstöcke umfasst Nachlassen der ovariellen Funktion, vorzeitige Menopause,
Amenorrhö, Oligomenorrhö, menstruelle Unregelmäßigkeit, Dysmenorrhö, heftige Menstruationsblutung,vulvovaginale Trockenheit, Hitzewallung, erniedrigter Anti-Müller-Hormonspiegel (AMH) und erhöhtesfollikelstimulierendes Hormon (FSH).f Infektion der oberen Atemwege umfasst Infektion der oberen Atemwege, Virusinfektion der oberen
Atemwege, akute Sinusitis und Sinusitis.
- - bedeutet, dass keine Fälle gemeldet wurden.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie nachstehend beschriebenen Daten zeigen die Ergebnisse der randomisierten, doppelt verblindeten
Phase-III-DeFi-Studie bei Patienten mit Desmoidtumoren, die 150 mg BID Nirogacestat (N=69) oder
Placebo (N=72) zweimal täglich erhielten.
DiarrhöIn dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi-Studie wurde Diarrhö bei 84 % der mit Nirogacestatbehandelten Patienten und bei 35 % der Patienten, die das Placebo erhielten, berichtet. Grad-3-
Ereignisse traten bei 16 % bzw. 1 % der Patienten auf (siehe Abschnitt 4.4). Diarrhö Grad ≤ 2 klangbei 74 % der Patienten ab, die weiterhin mit Nirogacestat behandelt wurden. Die mediane Dauer biszum ersten Einsetzen von Diarrhö bei den mit Nirogacestat behandelten Patienten betrug 9 Tage(Bereich 2 bis 234 Tage). Unter den Patienten, die Nirogacestat erhielten, führte Diarrhö bei 10 % zueiner Dosisreduktion und bei 7 % zum Behandlungsabbruch.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesEs wurde berichtet, dass in dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi-Studie dermatologische
Reaktionen eine höhere Inzidenz bei mit Nirogacestat behandelten Patienten hatten als bei Patienten,die das Placebo erhielten; dazu gehörten makulo-papulärer Ausschlag (32 % bzw. 6 %),
Hidradenitis (9 % bzw. 0 %) und Follikulitis (13 % bzw. 0 %) (siehe Abschnitt 4.4). Die mediane
Dauer bis zum Auftreten von Ausschlag-Fällen betrug 22 Tage (Bereich 2 bis 603 Tage).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes führten bei 9 % der mit Nirogacestat behandelten
Patienten zu einer Dosisreduktion, darunter makulo-papulärer Ausschlag bei 4 % und Hidradenitis bei3 %. Makulo-papulärer Ausschlag führte bei 1 % zum Behandlungsabbruch.
Funktionsstörung der Eierstöcke
In dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi-Studie wurde bei 75 % der gebärfähigen Frauen, die
Nirogacestat erhielten, über Funktionsstörungen der Eierstöcke (definiert als Nachlassen der ovariellen
Funktion, vorzeitige Menopause, Amenorrhö, Oligomenorrhö und Menopause) berichtet, während beiden Patientinnen, die das Placebo erhielten, keine Fälle gemeldet wurden. Es gab drei schwerwiegende
Reaktionen von Funktionsstörungen der Eierstöcke; bei allen handelte es sich um vorzeitige
Menopause, was 11 % aller Teilnehmerinnen, die Funktionsstörungen der Eierstöcke meldeten,entspricht. Die mediane Dauer bis zum ersten Einsetzen von Funktionsstörungen der Eierstöcke betrug8,9 Wochen (Bereich 1 Tag bis 54 Wochen), und die gesamte mediane Dauer betrug 18,9 Wochen(Bereich 11 Tage bis 215 Wochen). Es wurde berichtet, dass die Funktionsstörungen der Eierstöckebei 79 % der gebärfähigen Frauen während der Behandlung abgeklungen waren.
Nachbeobachtungsinformationen liegen mit Ausnahme von zwei für alle 27 Patientinnen vor. Eswurde berichtet, dass die Funktionsstörungen der Eierstöcke bei allen gebärfähigen Frauen, für die
Daten vorliegen, abgeklungen waren. Die mediane Dauer bis zum Abklingen nach dem Absetzen von
Nirogacestat betrug 10,9 Wochen (Bereich 4 bis 18 Wochen). Die Wirkungen von Nirogacestat auf die
Fertilität sind nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4). Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung wurde zwischen
Nirogacestat und dem Serumspiegel von follikelstimulierendem Hormon (FSH), wobei sich der FSH-
Spiegel linear zu ansteigenden Serumkonzentrationen von Nirogacestat erhöhte.
Elektrolytanomalien
Elektrolytanomalien wurden in dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi-Studie bei mit
Nirogacestat behandelten Patienten berichtet, darunter Hypophosphatämie (43 %) und
Hypokaliämie (12 %), und bei 7 % bzw. 1 % der Patienten, die das Placebo erhielten. Die mediane
Dauer bis zum ersten Einsetzen von Hypophosphatämie und Hypokaliämie betrug 15 Tage (Bereich1 Tag bis 833 Tage) bzw. 15 Tage (Bereich 1 Tag bis 57 Tage). Ereignisse einer Hypophosphatämieund Hypokaliämie Grad 3 traten bei 3 % der mit Nirogacestat behandelten Patienten und bei keinender Patienten, die das Placebo erhielten, auf (siehe Abschnitt 4.4). Hypophosphatämie und
Hypokaliämie führten zu einer Dosisreduktion bei 4 % bzw. 1 % der mit Nirogacestat behandelten
Patienten. Unter den Patienten, die Nirogacestat erhielten, führte Hypophosphatämie bei 1% zum
Behandlungsabbruch.Anomalien der Leberwerte
Anstiege der ALT- und AST-Werte wurden bei 19 % bzw. 17 % der mit Nirogacestat behandelten
Patienten in dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi-Studie gemeldet, gegenüber 8 % bzw. 11 %bei den Patienten, die das Placebo erhielten. Die mediane Dauer bis zum ersten Einsetzen von ALT-und AST-Anstiegen betrug 22 Tage (ALT: Bereich 8 bis 924 Tage; AST: Bereich 1 Tag bis1 023 Tage). Anstiege der ALT und AST von Grad 3 (> 5 x ULN) traten bei 3 % der mit Nirogacestatbehandelten Patienten und bei 1 % im Placebo-Arm auf (siehe Abschnitt 4.4). Unter den Patienten, die
Nirogacestat erhielten, führten ALT- und AST-Anstiege bei 1% zu einer Dosisreduktion. Anstiege der
ALT- und AST-Werte führten zum Behandlungsabbruch bei 4 % bzw. 3% der mit Nirogacestatbehandelten Patienten.
Nichtmelanozytärer Hautkrebs
Nichtmelanozytäre Hautkrebserkrankungen wurden in dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi-
Studie bei den mit Nirogacestat behandelten Patienten mit höherer Inzidenz als bei den Patienten, diedas Placebo erhielten, berichtet, darunter Plattenepithelkarzinom (3 % bzw. 0 %) und
Basalzellkarzinom (1 % bzw. 0 %), wobei ein Patient beide Arten von nichtmelanozytärem Hautkrebsmeldete (siehe Abschnitt 4.4). Weitere zwei Fälle von nichtmelanozytärem Hautkrebs wurdenaußerhalb des doppelt verblindeten Zeitraums der DeFi-Studie berichtet.
Wirkung auf den proximalen Nierentubulus
Glykosurie und Proteinurie wurden in dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi-Studie bei 52 %bzw. 46 % der mit Nirogacestat behandelten Patienten beobachtet, gegenüber 1 % bzw. 39 % bei den
Patienten, die das Placebo erhielten. Die mediane Dauer bis zum Einsetzen von Glykosurie und
Proteinurie betrug 85 Tage (Bereich 55 bis 600 Tage) bzw. 72 Tage (Bereich 38 bis 937 Tage). Ein
Patient in der der DeFi-Studie meldete eine Erkrankung des Nierentubulus mit erhöhter Ausscheidungvon Harnsäure, Glucose und Phosphat im Urin, jedoch ohne eine übermäßige Ausscheidung von
Proteinen mit niedrigem Molekulargewicht (Beta2‑Mikroglobulin) oder eine veränderte
Nierenfunktion. Das Ereignis wurde mittels Dosisreduktion behandelt.
Knochenfraktur
In dem doppelt verblindeten Zeitraum der DeFi‑ Studie wurden Knochenfrakturen bei 6 % der mit
Nirogacestat behandelten Patienten berichtet, während bei Patienten, die das Placebo erhielten, keine
Knochenfrakturen gemeldet wurden. Alle gemeldeten Knochenfrakturen waren nicht schwerwiegendund entsprachen Grad 1 oder 2. Die mediane Dauer bis zum ersten Einsetzen von
Knochenfrakturereignissen bei den mit Nirogacestat behandelten Patienten betrug 125 Tage (Bereich1 Tag bis 739 Tage). Knochenfrakturereignisse führten bei keinem der mit Nirogacestat behandelten
Patienten zu einer Dosisreduktion oder zum Behandlungsabbruch.
Kinder und JugendlicheEpiphysenerkrankungen, die sich als Erweiterung der Epiphysenfuge äußerten, wurden bei 4 von 26(15 %) der Kinder und Jugendlichen mit offenen Wachstumsfugen berichtet, die außerhalb der DeFi-
Studie mit Nirogacestat behandelt wurden. Die Ereignisse umfassten Epiphyseolyse, Fraktur der
Hüfte, Epiphysenerkrankung und Osteonekrose. Alle vier pädiatrischen Patienten waren im Alterzwischen 11 und 12 Jahren. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, siehe
Abschnitt 4.2.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte Meldesystem anzuzeigen.
Es wird erwartet, dass die Symptome einer Ogsiveo-Überdosierung einer Verstärkung seinerpharmakologischen Wirkungen entsprechen, darunter möglicherweise Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen,
Hypophosphatämie, erhöhte Transaminasen und Epistaxis.
Behandlung von Überdosierung
Aufgrund des hohen Maßes der Proteinbindung wird nicht davon ausgegangen, dass Ogsiveo bei
Patienten mit normalen Serum-Proteinwerten dialysierbar ist. Im Fall einer Überdosierung sollte die
Behandlung mit Ogsiveo ausgesetzt werden und allgemeine unterstützende Maßnahmen sollteneingeleitet werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastisches Mittel, andere antineoplastische Mittel, ATC-
Code: L01XX81
WirkmechanismusNirogacestat ist ein reversibler und nicht-kompetitiver Inhibitor der Gamma-Sekretase, der dieproteolytische Aktivierung des Notch-Rezeptors blockiert.
Kardiale ElektrophysiologieDie Wirkungen der Nirogacestat-Konzentration auf die Verlängerung des QTc-Intervalls wurden miteiner modell-basierten Analyse vorhergesagt. Die 90%-Konfidenzintervalle für die vorhergesagtemittlere Veränderung von QTcF lagen bei dem erwarteten Cmax bei supratherapeutischen Dosen unter10 ms. Daher ist keine klinisch signifikante Verlängerung des QTcF-Intervalls mit der therapeutischen
Dosierung von Ogsiveo assoziiert.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie DeFi-Studie war eine internationale, multizentrische, randomisierte (1:1), doppelt verblindete,placebokontrollierte Phase-III-Studie bei erwachsenen Patienten mit fortschreitenden
Desmoidtumoren. Patienten mit histologisch bestätigten Desmoidtumoren, die innerhalb der12 Monate vor dem Screening um ≥ 20 % (gemessen nach RECIST v1.1) fortgeschritten waren undbei denen die fortgesetzte Progression kein unmittelbares signifikantes Risiko für den Patientendarstellte, kamen für die Studienteilnahme infrage. Die Randomisierung wurde nach Lokalisation(en)der Zieltumoren (intraabdominell bzw. extraabdominell) stratifiziert. Patienten mit mehreren
Zieltumoren sowohl an der intraabdominellen als auch der extraabdominellen Lokalisation wurden alsintraabdominell klassifiziert. Die Patienten erhielten in 28-Tages-Zyklen zweimal täglich 150 mgorales Nirogacestat oder Placebo bis zum Eintreten von Progression, Tod oder inakzeptabler Toxizität.
Die primäre Wirksamkeitsmessgröße war das progressionsfreie Überleben (progression-free survival,
PFS). Die Progression wurde radiografisch mittels RECIST v1.1 durch eine verblindete, unabhängigezentrale Bildgebungsprüfung bestimmt oder vom Prüfarzt klinisch bewertet und durch eineverblindete, unabhängige zentrale Prüfung oder Tod aus beliebigem Grund qualifiziert. Weitere
Wirksamkeitsmessgrößen umfassten die objektive Ansprechrate (objective response rate, ORR),
Veränderung der Schmerzen gegenüber Baseline in Zyklus 10, Veränderung des Desmoidtumor-spezifischen Symptomschweregrads gegenüber Baseline in Zyklus 10, Veränderung der
Rollenfunktion und körperlichen Funktionsfähigkeit gegenüber Baseline in Zyklus 10 und die
Veränderung der Gesamtlebensqualität gegenüber Baseline in Zyklus 10. Die Schmerzen wurdenanhand des 7-Tages-Durchschnitts von Frage 3 (d. h. stärkste Schmerzen) aus dem Brief Pain
Inventory (BPI) in der Kurzform (Short Form, SF). Der Desmoidtumor-spezifische
Symptomschweregrad und die körperliche Funktionsfähigkeit wurden mit der GOunder/DTRF
DEsmoid Symptom/Impact Scale (GODDESS) gemessen.
Insgesamt wurden 142 Patienten randomisiert: 70 zu Nirogacestat und 72 zum Placebo. Insgesamtbetrug das mediane Alter 34 Jahre (Bereich: 18 bis 76); 4 % waren 65 Jahre oder älter; 65 % warenweiblich; die ethnische Herkunft: 83 % hellhäutig, 6 % schwarz, 3 % asiatisch und 8 % andere; 73 %hatten einen ECOG-Leistungsstatus (performance status, PS) von 0, 27 % hatten einen ECOG-PS von1 und < 1 % hatten einen ECOG-PS von 2. 23 % der Patienten hatten eine intraabdominelle
Erkrankung oder eine sowohl intra- als auch extraabdominelle Erkrankung, und 77 % hatten nur eineextraabdominelle Erkrankung. Bei 41 % der Patienten lag eine Erkrankung mit mehreren Herden undbei 59 % eine Erkrankung mit einem Herd vor. Von 105 Patienten mit bekanntem somatischen Tumor-
Mutationsstatus wiesen 81 % eine CTNNB1-Mutation und 21 % eine APC-Mutation auf. Bei 17 % der
Patienten lag eine Familienanamnese von familiärer adenomatöser Polypose (FAP) vor. 23 % der
Patienten hatten keine vorherige Therapie erhalten und 44 % hatten ≥ 3 vorherige Therapielinienerhalten. Die vorherige Therapie umfasste systemische Therapie (61 %), Operation (53 %) und
Strahlentherapie (23 %). 36 % der Patienten waren zuvor mit Chemotherapie behandelt und 33 %wurden mit einem Tyrosinkinasehemmer vorbehandelt worden. 55 % hatten bei Baseline bei Frage 3(stärkste Schmerzen) im BPI‑SF einen Score von ≥ 2.
Die Wirksamkeitsergebnisse bei der ITT-Population, die alle randomisierten Patienten umfasste, sindunten dargestellt. Die Verbesserungen von PFS und ORR waren zugunsten von Nirogacestat, undzwar unabhängig von den Baseline-Charakteristika, einschließlich Tumorlokalisation und Art dervorherigen Therapien.
Tabelle 3: Wirksamkeitsergebnisse bei Patienten mit fortschreitenden Desmoidtumoren gemäß
RECIST 1.1
Nirogacestat Placebo
N = 70 N = 72
Progressionsfreies Überleben
Anzahl (%) der Patienten mit dem Ereignis 12 (17) 37 (51)
Radiografische Progression a 11 (16) 30 (42)
Klinische Progression a 1 (1) 6 (8)
Tod 0 1 (1)
Median (Monate) (95%-KI) b NE (NE, NE) 15,1 (8,4; NE)
Hazard-Ratio (95%-KI) 0,29 (0,15; 0,55)
P-Wert c < 0,001
Objektive Ansprechrate (objective response rate, ORR) a
ORR, n (%) 29 (41) 6 (8)95%-KI d (29,8; 53,8) (3,1; 17,3)
CR 5 (7) 0
PR 24 (34) 6 (8)
P-Wert e < 0,001
Abkürzungen: KI: Konfidenzintervall; CR: vollständiges Ansprechen (complete response) ; ORR: objektive
Ansprechrate (objective response rate); PR: partielles Ansprechen (partial response); NE: nicht erreichta Durch verblindete, unabhängige zentrale Prüfung beurteilt.b Mit der Kaplan-Meier-Methode bestimmt.c Der P-Wert stammte aus einem einseitigen stratifizierten Log-Rank-Test.d Bestimmt mit der exakten Methode auf Basis von Binomialverteilung.e Der P-Wert stammte aus einem zweiseitigen Cochran-Mantel-Haenszel-Test.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des PFS
Hinweis: Medianwert und 95 %-Konfidenzintervalle wurden anhand der Kaplan-Meier-Methode bestimmt.
Aufgrund der geringen Anzahl an Ereignissen im Nirogacestat-Arm konnte die Kaplan-Meier-Schätzung dermedianen Dauer bis zur Progression nicht bewertet werden.
Behandlungsergebnisse aus Patientenperspektive
Die PFS-Ergebnisse wurden durch die Veränderung der vom Patienten berichteten stärksten
Schmerzen gegenüber Baseline unterstützt und waren in Zyklus 10 zugunsten des Nirogacestat-Arms(‑1,6 gegenüber ‑0,2; mittlere LS-Differenz: ‑1,3; 95%-Konfidenzintervall: ‑2,1 bis ‑0,6; p < 0,001).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Ogsiveo eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen für die
Behandlung von Weichgewebssarkom gewährt. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen, siehe Abschnitt 4.2.
Die Spitzenkonzentrationen von Nirogacestat werden etwa 1,5 Stunden nach oraler Anwendungerreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit von Nirogacestat nach der oralen Gabe beträgt ungefähr19,2 % (Bereich: 16,2 % bis 24,3 %).
VerteilungDer Blut-Plasma-Quotient wird beim Menschen auf ungefähr 0,5 geschätzt. Die Serum-
Proteinbindung beträgt in vitro ungefähr 99,6 %. Nirogacestat wird stark sowohl an humanes
Serumalbumin als auch an saures α-1-Glykoprotein gebunden, wobei die Affinität bei saurem α-1-
Glykoprotein größer ist. Auf Basis der Analyse der populationsbezogenen Pharmakokinetik wurde dasscheinbare orale Verteilungsvolumen von Nirogacestat bei Patienten mit Desmoidtumoren auf 1430
Liter geschätzt.
BiotransformationNirogacestat wird weitgehend hauptsächlich durch CYP3A4 metabolisiert. Das Wissen über in vivovorkommende wichtige oder aktive Metaboliten ist aufgrund der Einschränkungen bei der Erkennungvon nicht radiomarkierten Metaboliten begrenzt. Zahlreiche Metaboliten mit geringerem Anteilwurden in der Zirkulation und in Exkreten festgestellt.
EliminationNach einer oralen Einzeldosis von radiomarkiertem Nirogacestat bei gesunden Probanden fanden sichungefähr 65 % der Dosis innerhalb von 13 Tagen nach der Gabe wieder; 38 % werden im Stuhleliminiert, 17 % werden im Urin eliminiert, und 10 % der Markierung fanden sich in der Ausatemluftwieder. Von einer verabreichten Dosis Nirogacestat in unveränderter Form fanden sich im Urinweniger als 0,01 % und im Stuhl weniger als 0,5 % wieder.
Gemäß der Analyse der populationsbezogenen Pharmakokinetik in der Population mit
Desmoidtumoren wird die scheinbare terminale Eliminationshalbwertszeit auf ungefähr 23 Stundengeschätzt. Die scheinbare orale systemische Clearance beträgt ungefähr 45 Liter/Stunde.
Linearität/Nicht‑Linearität
Die Exposition von Nirogacestat steigt mit eskalierenden Einzel- und Wiederholungsdosen, wobeiproportionelle Anstiege im Dosisbereich 50-150 mg liegen.
Steady-State-Bedingungen werden nach wiederholter Gabe nach ungefähr 7 Tagen erreicht. Gemäßder Analyse der populationsbezogenen Pharmakokinetik wird das Akkumulationsverhältnis bei
Patienten mit Desmoidtumor auf ungefähr 1,5 geschätzt.
Besondere PatientengruppenAuswirkungen von Leberfunktionsstörungen
Die Pharmakokinetik von Nirogacestat wurde bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung nachder Child-Pugh-Klassifikation untersucht. Die Nirogacestat-Gesamtexposition (AUC) wurde durchmäßige Leberfunktionsstörung nicht beeinflusst, aber die Spitzenexposition (Cmax) wurde um 28 %verringert; das Verteilungsvolumen war höher und die Halbwertszeit länger.
Auswirkungen von Nierenfunktionsstörungen
Die Wirkungen von Nierenfunktionsstörungen auf die Pharmakokinetik von Nirogacestat sind nicht ineiner speziellen klinischen Studie untersucht worden. In einem PopPK-Modell wurde kein klinischaussagefähiger Zusammenhang zwischen Nierenfunktionstests und der Pharmakokinetik von
Nirogacestat beobachtet. Unter den 335 in der PopPK-Analysen eingeschlossenen Studienteilnehmernhatten zwei Patienten eine leichte und mäßige Nierenfunktionsstörung. In die PopPK-Analyse wurdenkeine Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung eingeschlossen.
In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Ratten und Hunde wurden die meisten Toxizitätenmit Gamma-Sekretase-Inhibition assoziiert. Zu den Auswirkungen gehörten Atrophie der Eierstöcke,
Veränderungen des Östruszyklus, verringerte Zellularität in darmassoziiertem lymphatischem Gewebeund verringerte Zellularität der mesenterialen Lymphknoten. In der Studie an Ratten wurde eine
Verdickung der Wachstumsfuge beobachtet. Darüber hinaus zeigte sich bei allen in der Studie an
Ratten untersuchten Dosisstufen dosisabhängig chronische progressive Nephropathie, pulmonale
Phospholipidose und Nekrose der Speicheldrüse. In der Studie an Hunden lagen behandlungsbedingte
Auswirkungen im Darm, in der Milz, Gallenblase, Leber, Niere, in den Hoden und im Eierstock vor.
Die Darm- und Leberbefunde gingen bei den meisten Hunden mit einer generalisierten Entzündungund assoziierten klinischen pathologischen Veränderungen einher. In den 3-monatigen oralen
Toxizitätsstudien mit Ratten und Hunden wurde keine höchste Dosis ohne beobachtete schädliche
Auswirkung (No Oberserved Adverse Effect Level, NOAEL) identifiziert. Die niedrigste Dosis in der
Studie an Ratten betrug 5 mg/kg/Tage (humanäquivalente Dosis 50 mg/Tag) und in der Studie mit
Hunden 2 mg/kg/Tag (humanäquivalente Dosis 70 mg/Tag). Die systemischen Expositionen lagenauch unter den verabreichten humanen systemischen Expositionen (AUC): 150 mg Nirogacestat BID.
KanzerogenitätDer Notch-Signalweg scheint sowohl eine onkogene als auch eine tumorsuppressive Funktion zuhaben. Das karzinogene Potenzial von Nirogacestat wurde in einer 6-monatigen Studie mit transgenenrasH2-Mäusen untersucht. Bei Dosen bis zu 100 mg/kg/Tag wurde eine erhöhte Inzidenz von
Hämangiosarkomen beobachtet. Bei 100 mg/kg/Tag lagen die systemischen Expositionen (AUC)unter (0,2‑fach) denjenigen bei Menschen, denen 150 mg Nirogacestat BID verabreicht wurde. Daskarzinogene Potenzial bei Ratten wurde nicht untersucht.
Reproduktions- und EntwicklungstoxizitätNirogacestat verringerte die Fertilitätsindizes sowohl bei männlichen als auch weiblichen Ratten, wasmit Atrophie der Eierstöcke, geringerem Hodengewicht und erniedrigter Spermienbeweglichkeit sowie
Auswirkungen auf die Spermienmorphologie korrelierte. Darüber hinaus kam es in Fertilitätsstudienzu frühzeitigem Embryonenverlust. In einer vorläufigen Studie zur embryonalen/fetalen Entwicklunginduzierte Nirogacestat signifikanten und dosisabhängigen Embryonenverlust, Fälle von frühzeitiger
Resorption und vermindertes Gewicht bei überlebenden Embryonen. Diese Auswirkungen traten bei20 mg/kg/Tag auf, was zu systemischen Expositionen unter (ungefähr 0,45‑fach) humanen
Expositionen nach Gabe von 150 mg Nirogacestat BID (siehe Abschnitt 4.4) führte.
Mikrokristalline Cellulose
Lactose-Monohydrat
Carboxymethylstärke-Natrium (Ph.Eur.)
Magnesiumstearat
TablettenüberzugMacrogol-Polyvinylalkohol-graft-Copolymer (E1209)
Talkum
Titandioxid (E171)
Glycerolmonocaprylocaprat (Ph.Eur.) Typ 1/Mono-/Diglyceride (E471)
Poly(vinylalkohol) - teilweise hydrolysiert (E1203)
Gelborange S (E110)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Nicht zutreffend.
2 Jahre.
Unter 25 °C lagern.
Ogsiveo 50 mg Filmtabletten
HDPE-Flasche mit kindersicherem Verschluss und Schutzfolie mit 120 oder 180 Tabletten.
Ogsiveo 100 mg Filmtabletten
Ogsiveo 150 mg Filmtabletten
Transparente PVC/PVDC-Blister mit Aluminium-Rückwand mit 14 Tabletten. Eine Packung enthält56 Tabletten in 4 Blistern.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Merck Europe B.V.
Gustav Mahlerplein 1021082 MA Amsterdam
Niederlande
EU/1/25/1932/001
EU/1/25/1932/002
EU/1/25/1932/003
EU/1/25/1932/004
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 14. August 2025
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel‑
Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.