Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NYVEPRIA 6mg injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Nyvepria 6 mg Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Fertigspritze enthält 6 mg Pegfilgrastim* in 0,6 ml Injektionslösung. Basierend auf dem
Proteinanteil, beträgt die Konzentration 10 mg/ml**.
*Pegfilgrastim wird mittels rekombinanter DNA-Technologie aus Escherichia coli und nachfolgender
Konjugation mit Polyethylenglykol (PEG) hergestellt.
**Die Konzentration beträgt 20 mg/ml, wenn der PEG-Anteil eingerechnet wird.
Die Stärke dieses Arzneimittels sollte nicht mit der Stärke anderer pegylierter oder nicht-pegylierter
Proteine der gleichen therapeutischen Klasse verglichen werden. Siehe Abschnitt 5.1 für weitere
Informationen.
Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter WirkungJede Fertigspritze enthält 30 mg Sorbitol (E 420) (siehe Abschnitt 4.4).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion).
Klare, farblose Injektionslösung ohne sichtbare Partikel.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Verkürzung der Dauer von Neutropenien sowie zur Verminderung der Häufigkeitneutropenischen Fiebers bei erwachsenen Patienten, die wegen einer malignen Erkrankung mitzytotoxischer Chemotherapie behandelt werden (mit Ausnahme von chronisch-myeloischer Leukämieund Myelodysplastischem Syndrom).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Eine Behandlung mit Nyvepria sollte durch Ärzte, die in der Onkologie und/ oder Hämatologieerfahren sind, eingeleitet und überwacht werden.
DosierungPro Chemotherapiezyklus wird eine 6 mg-Dosis (eine einzelne Fertigspritze) Nyvepria empfohlen, diefrühestens 24 Stunden nach einer zytotoxischen Chemotherapie angewendet wird.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungEine Dosisänderung für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, einschließlich terminaler
Niereninsuffizienz, wird nicht empfohlen.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Pegfilgrastim bei Kindern und Jugendlichen sind bisher nochnicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine
Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungNyvepria wird subkutan injiziert.
Die Injektionen sollten in den Oberschenkel, die Bauchregion oder in den Oberarm erfolgen.
Hinweise zur Handhabung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutigdokumentiert werden.
Bei Patienten mit de novo akuter myeloischer Leukämie (AML) sprechen begrenzte klinische Datenfür eine vergleichbare Wirkung von Pegfilgrastim und Filgrastim auf die Zeit bis zur Erholung vonder schweren Neutropenie (siehe Abschnitt 5.1). Die Langzeitwirkungen von Pegfilgrastim sindjedoch bei AML noch nicht ausreichend untersucht; daher sollte es bei dieser Patientengruppe mit
Vorsicht angewendet werden.
Granulozyten-koloniestimulierende Faktoren (G-CSF) können das Wachstum myeloischer Zellen invitro fördern, ähnliche Effekte können bei einigen nicht-myeloischen Zellen in vitro beobachtetwerden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pegfilgrastim wurden bei Patienten mit Myelodysplastischem
Syndrom, chronisch-myeloischer Leukämie und bei Patienten mit sekundärer AML nicht untersucht;daher sollte es bei solchen Patienten nicht angewendet werden. Besondere Vorsicht ist hinsichtlich der
Differentialdiagnose einer Blastentransformation einer chronisch-myeloischen Leukämie und einer
AML geboten.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pegfilgrastim wurden bei de-novo-AML-Patienten im Altervon < 55 Jahren mit einer t(15;17) als zytogenetischem Befund nicht gezeigt.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pegfilgrastim wurden bei Patienten, die eine
Hochdosischemotherapie erhalten, nicht untersucht. Dieses Arzneimittel darf nicht angewendetwerden, um die Dosierung der zytotoxischen Chemotherapie über etablierte Dosierungsregimehinaus zu erhöhen.
Pulmonale unerwünschte Ereignisse
Über pulmonale Nebenwirkungen, insbesondere interstitielle Pneumonie, wurde nach der
Anwendung von G-CSFs berichtet. Das Risiko kann für Patienten mit einer kurz zurückliegenden
Vorgeschichte von pulmonalen Infiltraten oder Pneumonie höher sein (siehe Abschnitt 4.8).
Das Auftreten pulmonaler Beschwerden wie Husten, Fieber und Atemnot in Verbindung mitradiologischen Hinweisen auf pulmonale Infiltrate sowie eine mit einer erhöhten Anzahl neutrophiler
Granulozyten einhergehende Verschlechterung der Lungenfunktion können erste Anzeichen für einakutes Atemnotsyndrom (Acute Respiratory Distress Syndrome - ARDS) sein. In solchen Fällen sollte
Pegfilgrastim nach Ermessen des Arztes abgesetzt und eine angemessene Therapie eingeleitet werden(siehe Abschnitt 4.8).
GlomerulonephritisBei Patienten, die Filgrastim und Pegfilgrastim erhalten hatten, wurde über Glomerulonephritisberichtet. Im Allgemeinen klangen Ereignisse von Glomerulonephritis nach Dosisreduktion oder nach
Absetzen von Filgrastim bzw. Pegfilgrastim ab. Die Überwachung des Urinstatus wird empfohlen.
KapillarlecksyndromNach Anwendung von G-CSF wurde über Kapillarlecksyndrom (capillary leak syndrome) berichtet,das durch Hypotonie, Hypoalbuminämie, Ödem und Hämokonzentration charakterisiert ist. Patienten,die Symptome des Kapillarlecksyndroms entwickeln, sollten engmaschig überwacht werden und einesymptomatische Standardbehandlung erhalten, die die Notwendigkeit einer Behandlung auf der
Intensivstation einschließen kann (siehe Abschnitt 4.8).
Splenomegalie und MilzrupturNach der Anwendung von Pegfilgrastim wurde über Fälle von Splenomegalien, die im Allgemeinenasymptomatisch verliefen, und über Fälle von Milzrupturen, die in einigen Fällen tödlich verliefen,berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Daher sollte die Milzgröße sorgfältig überwacht werden (z. B.klinische Untersuchung, Ultraschall). Die Diagnose einer Milzruptur sollte für Patienten in Betrachtgezogen werden, die über linksseitige Oberbauchschmerzen oder Schmerzen in der Schulterregionberichten.
Thrombozytopenie und Anämie
Die Behandlung mit Pegfilgrastim allein schließt das Auftreten von Thrombozytopenie und Anämienicht aus, da die volle Dosis der myelosuppressiven Chemotherapie gemäß vorgesehenem
Dosierungsschema beibehalten wird. Die regelmäßige Überwachung der Thrombozytenzahl und des
Hämatokrits wird empfohlen. Besondere Vorsicht muss bei der Anwendung von einzelnen oderkombinierten Chemotherapeutika bestehen, welche dafür bekannt sind, schwere Thrombozytopenieauszulösen.
Myelodysplastisches Syndrom und akute myeloische Leukämie bei Patienten mit Brust- und
Lungenkrebs
In der Beobachtungsstudie nach der Markteinführung wurde Pegfilgrastim in Zusammenhang mit
Chemotherapie und/ oder Strahlentherapie mit der Entwicklung eines Myelodysplastischen Syndroms(MDS) und akuter myeloischer Leukämie (AML) bei Brust- und Lungenkrebspatienten in Verbindunggebracht (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit Brust- oder Lungenkrebs sind auf Anzeichen und
Symptome von MDS/ AML zu überwachen.
Sichelzellanämie
Bei Patienten mit Sichelzellanlage oder Sichelzellkrankheit wurden Sichelzellkrisen mit der
Anwendung von Pegfilgrastim in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt 4.8). Ärzte sollten daher
Pegfilgrastim bei Patienten mit Sichelzellanlage oder Sichelzellkrankheit mit Vorsicht verschreiben,geeignete klinische Parameter und Laborwerte überwachen und einen möglichen Zusammenhangzwischen diesem Arzneimittel und Milzvergrößerung sowie vaso-okklusiven Krisen beachten.
LeukozytoseWährend der Behandlung mit Pegfilgrastim wurde bei weniger als 1 % der Patienten eine Anzahlweißer Blutzellen von 100 × 109/l oder mehr beobachtet. Direkt mit einem solchen Grad der
Leukozytose in Verbindung zu bringende unerwünschte Wirkungen sind nicht berichtet worden. Einesolche Erhöhung der Anzahl weißer Blutzellen ist vorübergehend, tritt typischerweise innerhalb von24 bis 48 Stunden nach der Anwendung auf und entspricht den pharmakodynamischen Wirkungendieses Arzneimittels. Entsprechend den klinischen Effekten und dem Potenzial zur Leukozytose mussdie Anzahl weißer Blutzellen während der Therapie in regelmäßigen Abständen bestimmt werden.
Wenn die Anzahl der Leukozyten nach dem erwarteten Nadir 50 × 109/l übersteigt, muss dieses
Arzneimittel umgehend abgesetzt werden.
ÜberempfindlichkeitÜberempfindlichkeit, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen, die während der initialen oder einernachfolgenden Behandlung auftritt, wurde bei Patienten beobachtet, die mit Pegfilgrastim behandeltwurden. Bei Patienten mit klinisch signifikanter Überempfindlichkeit muss Pegfilgrastim dauerhaftabgesetzt werden. Wenden Sie Pegfilgrastim nicht bei Patienten mit einer Vorgeschichte einer
Überempfindlichkeit gegenüber Pegfilgrastim oder Filgrastim an. Wenn eine schwerwiegendeallergische Reaktion auftritt, muss eine entsprechende Therapie mit einer genauen Beobachtung des
Patienten über mehrere Tage hinweg angewendet werden.
Stevens-Johnson-Syndrom
In Verbindung mit einer Behandlung mit Pegfilgrastim wurde in seltenen Fällen über ein Stevens-
Johnson-Syndrom (SJS) berichtet, das lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen kann. Wenn bei einem
Patienten unter der Anwendung von Pegfilgrastim ein SJS aufgetreten ist, darf bei diesem Patienten zukeinem Zeitpunkt eine erneute Behandlung mit Pegfilgrastim begonnen werden (siehe auch
Abschnitt 4.8).
ImmunogenitätWie bei allen therapeutischen Proteinen besteht die Möglichkeit einer Immunogenität. Die
Entstehungsraten von Antikörpern gegen Pegfilgrastim sind generell niedrig. Es treten, wie bei allen
Biologika erwartet, bindende Antikörper auf. Allerdings sind diese bisher nicht mit einerneutralisierenden Aktivität assoziiert.
Aortitis
Nach der Anwendung von G-CSF wurde bei gesunden Probanden und bei Krebspatienten Aortitisberichtet. Zu den Symptomen, die auftraten, zählten Fieber, abdominale Schmerzen, Unwohlsein,
Rückenschmerzen und erhöhte Entzündungsmarker (z. B. C-reaktives Protein und Anzahl weißer
Blutkörperchen). In den meisten Fällen wurde die Aortitis durch einen Computertomografie(CT)-Scandiagnostiziert und klang nach Absetzen von G-CSF im Allgemeinen wieder ab (siehe auch
Abschnitt 4.8).
Andere Warnhinweise
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pegfilgrastim zur Mobilisierung von hämatopoetischen
Progenitorzellen bei Patienten oder gesunden Spendern wurden nicht ausreichend untersucht.
Eine erhöhte hämatopoetische Aktivität des Knochenmarks als Antwort auf eine Therapie mit
Wachstumsfaktoren wurde mit vorübergehend positiven Befunden in den Darstellungen der
Knochen mittels bildgebender Verfahren in Verbindung gebracht. Dies sollte bei der Interpretationder Ergebnisse von Darstellungen der Knochen mittels bildgebender Verfahren berücksichtigtwerden.
Sorbitol
Nyvepria enthält pro Fertigspritze 30 mg Sorbitol, entsprechend 50 mg/ml. Die additive Wirkunggleichzeitig angewendeter Sorbitol (oder Fructose) -haltiger Arzneimittel und die Einnahme von
Sorbitol (oder Fructose) über die Nahrung ist zu berücksichtigen.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 6 mg-Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Aufgrund der potenziellen Empfindlichkeit von sich schnell teilenden myeloischen Zellen gegenübereiner zytotoxischen Chemotherapie sollte Pegfilgrastim mindestens 24 Stunden nach Gabe einerzytotoxischen Chemotherapie angewendet werden. In klinischen Studien konnte
Pegfilgrastim14 Tage vor einer Chemotherapie sicher angewendet werden. Die gleichzeitige
Anwendung von Pegfilgrastim mit einem Chemotherapeutikum wurde bei Patienten nichtuntersucht. In Tiermodellen konnte bei gleichzeitiger Anwendung von Pegfilgrastim mit 5-
Fluorouracil (5-FU) oder anderen Antimetaboliten eine gesteigerte Myelosuppression gezeigtwerden.
Mögliche Wechselwirkungen mit anderen hämatopoetischen Wachstumsfaktoren und Zytokinenwurden in klinischen Studien nicht gezielt untersucht.
Die Möglichkeit einer Wechselwirkung mit Lithium, welches ebenfalls die Freisetzung vonneutrophilen Granulozyten fördert, wurde nicht gezielt untersucht. Es gibt keine Hinweise, dass einesolche Wechselwirkung eine Gefährdung bedeuten würde.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pegfilgrastim bei Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, diemit einer verzögerten Myelosuppression einhergeht, z. B. mit Nitrosoharnstoffverbindungen, wurdennicht untersucht.
Spezifische Interaktions- oder Metabolisierungsstudien wurden nicht durchgeführt, jedoch ergabenklinische Studien keine Hinweise auf eine Wechselwirkung von Pegfilgrastim mit anderen
Arzneimitteln.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Pegfilgrastim bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Pegfilgrastim während der Schwangerschaft und bei Frauen imgebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs gibt nur ungenügende Informationen darüber, ob Pegfilgrastim/ Metabolite in die Muttermilchübergehen, ein Risiko für das Neugeborene/ Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine
Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlungmit Pegfilgrastim verzichtet werden soll/ die Behandlung mit Pegfilgrastim zu unterbrechen ist. Dabeisollten sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frauberücksichtigt werden.
FertilitätPegfilgrastim zeigte keinen Einfluss auf die Reproduktionsfähigkeit oder Fertilität männlicher undweiblicher Ratten, die circa das 6- bis 9-Fache der empfohlenen humantherapeutischen Dosis(basierend auf Körperoberfläche) als kumulierte wöchentliche Dosis erhielten (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenNyvepria hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Knochenschmerzen (sehr häufig [≥ 1/10]) undmuskuloskelettale Schmerzen (häufig [≥ 1/100, < 1/10]). Die Knochenschmerzen waren im
Allgemeinen leicht bis mäßig im Schweregrad, vorübergehend und konnten bei den meisten Patientenmit einem Standardanalgetikum beherrscht werden.
Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Hautausschlag, Urtikaria, Angioödem, Dyspnoe,
Erytheme, Hautrötung und Hypotonie, traten bei der erstmaligen oder nachfolgenden Behandlung mit
Pegfilgrastim (gelegentlich [≥ 1/1 000, < 1/100]) auf. Schwerwiegende allergische Reaktionen,einschließlich Anaphylaxie, können bei Patienten auftreten, die Pegfilgrastim erhalten (gelegentlich)(siehe Abschnitt 4.4).
Kapillarlecksyndrom, das lebensbedrohlich sein kann, wenn die Behandlung nicht unverzüglicherfolgt, wurde bei Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie und nachfolgender Behandlungmit G-CSFs unterzogen haben, gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100) berichtet; siehe Abschnitt 4.4 undunten stehenden Abschnitt 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“.
Splenomegalie, im Allgemeinen asymptomatisch, tritt gelegentlich auf.
Milzrupturen, die in einigen Fällen tödlich verliefen, werden gelegentlich nach der Behandlung mit
Pegfilgrastim berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Gelegentliche pulmonale Nebenwirkungen einschließlich interstitieller Pneumonie, Lungenödem,
Lungeninfiltrate und Lungenfibrose wurden berichtet. Gelegentlich resultierten einige der berichteten
Fälle in respiratorischem Versagen oder ARDS, welche tödlich enden können (siehe Abschnitt 4.4).
Vereinzelt wurde bei Patienten mit Sichelzellanlage oder Sichelzellkrankheit (gelegentlich bei
Sichelzellpatienten) über Fälle von Sichelzellkrisen berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie Daten in der untenstehenden Tabelle beschreiben die Nebenwirkungen, die in klinischen
Prüfungen und bei Spontanmeldungen berichtet wurden. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die
Nebenwirkungen in absteigendem Schweregrad dargestellt.
Systemorganklassen Nebenwirkungengemäß MedDRA Sehr häufig Häufig (≥ 1/100, Gelegentlich Selten (≥ 1/10 000,(≥ 1/10) < 1/10) (≥ 1/1 000, < 1/100) < 1/1 000)
Gutartige, bösartige Myelodysplastischesund unspezifische Syndrom1
Neubildungen (einschl. Akute myeloische
Zysten und Polypen) Leukämie1
Erkrankungen des Thrombozyto- Sichelzellanämie mit
Blutes und des penie1; Krise2; Splenomegalie2;
Lymphsystems Leukozytose1 Milzruptur2
Erkrankungen des Überempfindlichkeits-
Immunsystems reaktionen; Anaphylaxie
Stoffwechsel- und Erhöhung des
Ernährungsstörungen Harnsäurewertes
Erkrankungen des Kopf-
Nervensystems schmerzen1
Gefäßerkrankungen Kapillarlecksyndrom1 Aortitis
Erkrankungen der Akutes Lungenhämorrhagie
Atemwege, des Atemnotsyndrom2;
Brustraums und Pulmonale
Mediastinums Nebenwirkungen(interstitielle
Pneumonie,
Lungenödem,
Lungeninfiltrate und
Lungenfibrose)
Hämoptyse
Erkrankungen des Übelkeit1
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Sweet-Syndrom (akute Stevens-Johnson-
Haut und des febrile neutrophile Syndrom
Unterhautzellgewebes Dermatose)1, 2; Kutane
Vaskulitis1, 2
Skelettmuskulatur-, Knochen- Muskuloskelettale
Bindegewebs- und schmerzen Schmerzen
Knochen- (Myalgie,erkrankungen Arthralgie,
Schmerzen in den
Extremitäten,
Rückenschmerzen,muskuloskelettale
Schmerzen,
Nackenschmerzen)
Erkrankungen der Glomerulonephritis2
Nieren und Harnwege
Allgemeine Schmerzen an der Reaktionen an der
Erkrankungen und Injektionsstelle1, Injektionsstelle2
Beschwerden am Nicht vom Herzen
Verabreichungsort ausgehende
Schmerzen im
Brustkorb
Untersuchungen Erhöhung der Wertevon
Laktatdehydrogenaseund alkalischer
Phosphatase1;
Vorübergehende
Erhöhung der Wertevon ALAT (Alanin-
Systemorganklassen Nebenwirkungengemäß MedDRA Sehr häufig Häufig (≥ 1/100, Gelegentlich Selten (≥ 1/10 000,(≥ 1/10) < 1/10) (≥ 1/1 000, < 1/100) < 1/1 000)
Aminotransferase) und
ASAT (Aspartat-
Aminotransferase) beider Kontrolle der
Leberfunktionswerte11 Siehe unten stehenden Abschnitt 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“.2 Diese Nebenwirkung wurde in der Phase nach der Zulassung beobachtet, nicht aber in randomisierten,kontrollierten klinischen Studien bei Erwachsenen. Die Häufigkeit wurde anhand einer statistischen Berechnungabgeschätzt, die auf den Daten von 1 576 Patienten basiert, die Pegfilgrastim in neun randomisierten klinischen
Studien erhalten haben.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenGelegentliche Fälle von Sweet-Syndrom wurden berichtet, wobei in einigen Fällen die zugrundeliegenden hämatologischen Malignitäten eine Rolle spielen können.
Gelegentliche Fälle von kutaner Vaskulitis wurden bei Patienten berichtet, die mit Pegfilgrastimbehandelt wurden. Der Mechanismus der Vaskulitis bei Patienten, die mit Pegfilgrastim behandeltwurden, ist unbekannt.
Reaktionen an der Injektionsstelle, einschließlich Rötungen im Bereich der Injektionsstelle(gelegentlich) sowie Schmerzen an der Injektionsstelle (häufig), sind bei erstmaliger und wiederholter
Behandlung mit Pegfilgrastim aufgetreten.
Häufige Fälle von Leukozytose (Anzahl der weißen Blutzellen > 100 × 109/l) wurden berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
Reversible, leichte bis mäßige Erhöhungen der Werte von Harnsäure und alkalischer Phosphatase,ohne damit verbundene klinische Wirkungen, traten gelegentlich auf; reversible, leichte bis mäßige
Erhöhungen der Werte von Laktatdehydrogenase, ohne damit verbundene klinische Wirkungen,traten gelegentlich bei Patienten auf, die Pegfilgrastim nach einer zytotoxischen Chemotherapieerhielten.
Übelkeit und Kopfschmerzen wurden sehr häufig bei Patienten beobachtet, die Chemotherapieerhielten.
Gelegentliche Erhöhungen der Werte von Alanin-Aminotransferase (ALAT) oder Aspartat-
Aminotransferase (ASAT) wurden bei Untersuchungen der Leberfunktionswerte von Patientenbeobachtet, die Pegfilgrastim nach einer zytotoxischen Chemotherapie erhalten hatten. Diese
Erhöhungen sind vorübergehend und gehen auf das Ausgangsniveau zurück.
Ein erhöhtes Risiko von MDS/ AML nach einer Behandlung mit Pegfilgrastim in Zusammenhang mit
Chemotherapie und/ oder Strahlentherapie wurde in einer epidemiologischen Studie mit Brust- und
Lungenkrebspatienten beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Häufig wurde über Fälle von Thrombozytopenie berichtet.
Nach der Markteinführung wurde nach Anwendung von G-CSF über Fälle von
Kapillarlecksyndrom berichtet. Diese sind im Allgemeinen aufgetreten bei Patienten mitfortgeschrittenen malignen Erkrankungen, bei Sepsis, bei Patienten, die mehrerechemotherapeutische Behandlungen erhalten oder sich einer Apharese unterzogen haben (siehe
Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheDie Erfahrung bei Kindern ist begrenzt. Im Vergleich zu älteren Kindern im Alter von 6-11 Jahren(80 %), 12-21 Jahren (67 %) und Erwachsenen wurde bei jüngeren Kindern im Alter von 0-5 Jahren(92 %) eine größere Häufigkeit an schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet. Die amhäufigsten berichtete Nebenwirkung waren Knochenschmerzen (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.
Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des
Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer
Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Einzeldosen von 300 µg/kg konnten ohne schwerwiegende unerwünschte Wirkungen bei einerbegrenzten Anzahl von gesunden Probanden und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebssubkutan angewendet werden. Die Nebenwirkungen waren den Nebenwirkungen ähnlich, die bei
Patienten auftraten, die niedrigere Dosierungen Pegfilgrastim erhielten.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunstimulanzien, koloniestimulierende Faktoren; ATC-Code:
L03AA13.
Nyvepria ist ein biologisch/ biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlichen einembereits zugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.
Der humane G-CSF ist ein Glykoprotein, das die Entstehung neutrophiler Granulozyten und deren
Freisetzung aus dem Knochenmark reguliert. Pegfilgrastim ist ein kovalentes Konjugat desrekombinanten humanen Methionyl-G-CSF (r-metHuG-CSF) mit einem einzelnen 20 kDa PEG-
Molekül. Pegfilgrastim ist eine Form von Filgrastim mit verlängerter Verweildauer, die auf einerverminderten renalen Clearance beruht. Pegfilgrastim und Filgrastim, für die identische
Wirkmechanismen gezeigt werden konnten, führen innerhalb von 24 Stunden zu einem deutlichen
Anstieg der Anzahl neutrophiler Granulozyten im peripheren Blut bei geringem Anstieg der
Monozyten und/oder Lymphozyten. Ähnlich wie bei Filgrastim verfügen die als Reaktion auf eine
Behandlung mit Pegfilgrastim gebildeten neutrophilen Granulozyten über eine normale odererhöhte Funktionsfähigkeit, wie in Versuchen zur chemotaktischen und phagozytischen Funktiongezeigt werden konnte. Wie andere hämatopoetische Wachstumsfaktoren hat G-CSF in vitrostimulierende Eigenschaften auf menschliche Endothelzellen gezeigt. G-CSF kann das Wachstummyeloider Zellen, einschließlich maligner Zellen, in vitro fördern, ähnliche Effekte können beieinigen nicht-myeloischen Zellen in vitro beobachtet werden.
In zwei randomisierten, doppelblinden Zulassungsstudien mit Hochrisiko-Brustkrebspatienten in den
Stadien II-IV, welche eine myelosuppressive Chemotherapie mit Doxorubicin und Docetaxelerhielten, bewirkte die einmalige Gabe von Pegfilgrastim pro Zyklus eine ähnliche Reduktion der
Neutropeniedauer und der Inzidenz des neutropenischen Fiebers wie die tägliche Anwendung von
Filgrastim (im Median 11 Anwendungen einmal täglich). Es wurde berichtet, dass dieses
Behandlungsschema ohne Wachstumsfaktorgabe zu einer durchschnittlichen Dauer einer
Neutropenie 4. Grades von 5-7 Tagen und zu einer 30-40%igen Inzidenz von neutropenischem
Fieber führte. In einer Studie (n = 157), in welcher eine feste Dosis von 6 mg Pegfilgrastimeingesetzt wurde, lag die durchschnittliche Dauer der Neutropenie 4. Grades in der Pegfilgrastim-
Gruppe bei 1,8 Tagen im Vergleich zu 1,6 Tagen in der Filgrastim-Gruppe (Unterschied: 0,23 Tage,95 % KI -0,15; 0,63). Über die gesamte Studie gesehen lag die Rate für neutropenisches Fieber bei13 % bei mit Pegfilgrastim behandelten Patienten, hingegen bei 20 % bei mit Filgrastim behandelten
Patienten (Unterschied: 7 %, 95 % KI -19 %; 5 %). In einer zweiten Studie (n = 310), in welchereine gewichtsabhängige Dosis (100 µg/kg) eingesetzt wurde, lag die durchschnittliche Dauer für
Neutropenie 4. Grades bei 1,7 Tagen in der Pegfilgrastim-Gruppe im Vergleich zu 1,8 Tagen in der
Filgrastim-Gruppe (Unterschied: 0,03 Tage, 95 % KI -0,36; 0,30). Die Gesamtrate für das Auftretenneutropenischen Fiebers lag bei 9 % bei den mit Pegfilgrastim behandelten Patienten und bei 18 %bei den mit Filgrastim behandelten Patienten (Unterschied: 9 %, 95 % KI -16,8 %; -1,1 %).
In einer Placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie bei Brustkrebspatienten wurde die Wirkung von
Pegfilgrastim auf die Inzidenz neutropenischen Fiebers nach Anwendung eines
Chemotherapieregimes (Docetaxel 100 mg/m2 alle 3 Wochen für 4 Zyklen) untersucht, das mit einer
Rate febriler Neutropenie von 10-20 % in Verbindung gebracht wurde. 928 Patienten wurdenrandomisiert und erhielten ca. 24 Stunden (Tag 2) nach Chemotherapie in jedem Zyklus entweder eine
Einzeldosis Pegfilgrastim oder Placebo. Bei randomisierten Patienten, welche Pegfilgrastim erhielten,war die Inzidenz neutropenischen Fiebers niedriger als bei Patienten, welche Placebo erhielten (1 %versus 17 %, p < 0,001). Die Inzidenz von Krankenhausaufenthalten und der Gabe von intravenösangewendeten Antiinfektiva, verbunden mit einer klinischen Diagnose neutropenischen Fiebers, warbei Patienten in der Pegfilgrastim-Gruppe niedriger als bei Patienten in der Placebo-Gruppe (1 %versus 14 %, p < 0,001; und 2 % versus 10 %, p < 0,001).
In einer kleinen (n = 83), randomisierten, doppelblinden Studie der Phase II wurde bei Patienten mitde novo AML, die Chemotherapie erhielten, die Anwendung von Pegfilgrastim (Einzeldosis von 6mg) mit derjenigen von Filgrastim während der Induktions-Chemotherapie verglichen. Die mediane
Zeit bis zur Erholung von der schweren Neutropenie wurde in beiden Behandlungsgruppen auf22 Tage geschätzt. Die Langzeit-Behandlungsergebnisse wurden nicht untersucht (siehe
Abschnitt 4.4).
In einer multizentrischen, randomisierten, offenen Phase II-Studie (n = 37) bei pädiatrischen Sarkom-
Patienten, die 100 µg/kg Pegfilgrastim nach dem ersten Zyklus einer Chemotherapie mit Vincristin,
Doxorubicin und Cyclophosphamid (VAdriaC/IE) erhielten, wurde bei jüngeren Kindern im Alter von0-5 Jahren eine längere Dauer von schwerer Neutropenie (Neutrophile < 0,5 × 109/l) beobachtet(8,9 Tage) als bei älteren Kindern im Alter von 6-11 Jahren (6 Tage), 12-21 Jahren (3,7 Tage) und
Erwachsenen. Zusätzlich wurde eine höhere Inzidenz an febriler Neutropenie bei jüngeren Kindern im
Alter von 0-5 Jahren beobachtet (75 %) im Vergleich zu älteren Kindern im Alter von 6-11 und 12-21 Jahren (70 % bzw. 33 %) sowie Erwachsenen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach Anwendung einer subkutanen Einzeldosis von Pegfilgrastim wird die maximale
Serumkonzentration von Pegfilgrastim nach 16 bis 120 Stunden erreicht, und die
Serumkonzentration von Pegfilgrastim bleibt nach einer myelosuppressiven Chemotherapie währendder Dauer der Neutropenie erhalten. Die Elimination von Pegfilgrastim ist bezogen auf die Dosisnicht-linear; die Serum-Clearance von Pegfilgrastim nimmt mit steigender Dosis ab. Pegfilgrastimscheint hauptsächlich über eine Neutrophilen-vermittelte Clearance eliminiert zu werden, welche beihöheren Dosierungen eine Sättigung erreicht. Einem selbstregulierenden Clearance-Mechanismusentsprechend sinkt die Serumkonzentration von Pegfilgrastim rasch, sobald sich die neutrophilen
Granulozyten zu erholen beginnen (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Profil der medianen Pegfilgrastim-Serumkonzentration und der absoluten Zahlneutrophiler Granulozyten (ANZ) nach Injektion einer 6 mg-Einzeldosis beichemotherapeutisch behandelten Patienten
Aufgrund des durch neutrophile Granulozyten vermittelten Clearance-Mechanismus ist nicht zuerwarten, dass die Pharmakokinetik von Pegfilgrastim durch Funktionsstörungen der Niere oder der
Leber beeinflusst wird. In einer offenen Studie mit Einmalgabe (n = 31) hatten
Nierenfunktionsstörungen unterschiedlichen Grades, einschließlich terminaler Niereninsuffizienz,keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Pegfilgrastim.
Ältere PersonenBegrenzte Daten weisen darauf hin, dass die Pharmakokinetik von Pegfilgrastim bei älteren
Patienten (> 65 Jahre) der bei erwachsenen Patienten ähnlich ist.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Pegfilgrastim wurde bei 37 pädiatrischen Patienten mit Sarkomenuntersucht, die 100 µg/kg Pegfilgrastim nach Abschluss einer Chemotherapie mit VAdriaC/IEerhalten hatten. Die jüngste Altersgruppe (0-5 Jahre) hatte eine höhere durchschnittliche Expositionmit Pegfilgrastim (AUC) (± Standardabweichung) (47,9 ± 22,5 µg h/ml) als ältere Kinder im Altervon 6-11 und 12-21 Jahren (22,0 ± 13,1 µg h/ml bzw. 29,3 ± 23,2 µg h/ml) (siehe Abschnitt 5.1).
Mit Ausnahme der jüngsten Altersgruppe (0-5 Jahre) schien die durchschnittliche AUC beipädiatrischen Patienten ähnlich zu sein wie bei erwachsenen Patienten mit Mammakarzinom im
Hochrisikostadium II-IV, die 100 µg/kg Pegfilgrastim nach Doxorubicin/Docetaxel erhalten hatten(siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Präklinische Daten aus konventionellen Studien zur chronischen Toxizität zeigten die erwartetenpharmakologischen Wirkungen. Diese schließen Erhöhungen der Leukozytenzahl, myeloische
Hyperplasie im Knochenmark, extramedulläre Hämatopoese und Milzvergrößerung ein.
Bei den Nachkommen trächtiger Ratten, die Pegfilgrastim subkutan erhielten, wurden keineunerwünschten Wirkungen beobachtet. Jedoch wurde bei Kaninchen gezeigt, dass Pegfilgrastim beikumulierten Dosen, die ca. dem 4-Fachen der empfohlenen humantherapeutischen Dosisentsprachen, eine embryonale/fetale Toxizität (Embryoletalität) verursacht. Dies wurde beiträchtigen Kaninchen, die die empfohlene humantherapeutische Dosis erhielten, nicht beobachtet. In
Studien an Ratten wurde gezeigt, dass Pegfilgrastim die Plazenta passieren kann. Studien an Rattenzeigten, dass eine subkutane Anwendung von Pegfilgrastim keine Auswirkungen auf
Reproduktionsleistung, Fertilität, Sexualzyklus, Zeitraum zwischen Paarung und Koitus undintrauterines Überleben hatte. Die Bedeutung dieser Ergebnisse für den Menschen ist nicht bekannt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumacetat-Trihydrat
Essigsäure 99 %
Sorbitol (Ph. Eur.) (E 420)
Polysorbat 20Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, insbesondere nicht mit
Natriumchloridlösungen.
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nyvepria kann einmalig über einen Zeitraum von bis zu 15 Tagen bei Raumtemperatur (nicht über25 °C) gelagert werden. Nyvepria, das länger als 15 Tage bei Raumtemperatur gelagert wurde,muss verworfen werden.
Nicht einfrieren. Sollte Nyvepria versehentlich einmalig über einen Zeitraum von weniger als24 Stunden Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes ausgesetzt werden, hat dies keine nachteilige
Auswirkung auf die Stabilität von Nyvepria.
Das Behältnis im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Gummistopfen, einer Injektionsnadel aus rostfreiem Stahl undeiner Nadelkappe mit automatischem Nadelschutz. Der Kolbenstopfen der Nyvepria-Spritze und die
Nadelkappe sind nicht mit Naturkautschuklatex hergestellt.
Jede Fertigspritze enthält 0,6 ml Injektionslösung.
Packungsgröße mit einer Fertigspritze in einem Umkarton.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungVor Verwendung muss die Nyvepria-Lösung optisch auf sichtbare Schwebeteilchen untersuchtwerden. Es dürfen nur klare und farblose Lösungen injiziert werden.
Starkes Schütteln kann zur Aggregation von Pegfilgrastim führen, sodass es biologisch inaktiv wird.
Die Fertigspritze sollte vor der Injektion für 30 Minuten Raumtemperatur erreichen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 18. November 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.euverfügbar.