Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NOVOSEVEN 2mg (100KUI) pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
NovoSeven 1 mg (50 kIE) - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
NovoSeven 2 mg (100 kIE) - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
NovoSeven 5 mg (250 kIE) - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
NovoSeven 8 mg (400 kIE) - Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
NovoSeven 1 mg (50 kIE)
NovoSeven besteht aus Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung und enthält1 mg Eptacog alfa (aktiviert) pro Durchstechflasche (entspricht 50 kIE/Durchstechflasche).
NovoSeven 2 mg (100 kIE)
NovoSeven besteht aus Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung und enthält2 mg Eptacog alfa (aktiviert) pro Durchstechflasche (entspricht 100 kIE/Durchstechflasche).
NovoSeven 5 mg (250 kIE)
NovoSeven besteht aus Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung und enthält5 mg Eptacog alfa (aktiviert) pro Durchstechflasche (entspricht 250 kIE/Durchstechflasche).
NovoSeven 8 mg (400 kIE)
NovoSeven besteht aus Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung und enthält8 mg Eptacog alfa (aktiviert) pro Durchstechflasche (entspricht 400 kIE/Durchstechflasche).
1 kIE entspricht 1.000 IE (Internationale Einheiten).
Eptacog alfa (aktiviert) ist ein rekombinanter Blutgerinnungsfaktor VIIa (rFVIIa) mit einem
Molekulargewicht von ungefähr 50.000 Dalton, hergestellt durch rekombinante DNA-Technologie in
Babyhamster-Kidney (BHK)-Zellen.
Nach Rekonstitution mit dem Lösungsmittel enthält das Produkt 1 mg/ml Eptacog alfa (aktiviert).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.
Weißes lyophilisiertes Pulver. Lösungsmittel: klare farblose Lösung. Die rekonstituierte Lösung hateinen pH-Wert von ca. 6,0.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
NovoSeven wird angewendet zur Behandlung von Blutungen und Prophylaxe von Blutungen im
Zusammenhang mit chirurgischen oder invasiven Eingriffen bei folgenden Patientengruppen:
* bei Patienten mit angeborener Hämophilie mit Hemmkörpern gegen Blutgerinnungsfaktoren
VIII oder IX > 5 Bethesda-Einheiten (BE)
* bei Patienten mit angeborener Hämophilie, bei denen mit einem starken Anstieg des
Hemmkörpers bei Verabreichung von Faktor VIII oder Faktor IX zu rechnen ist
* bei Patienten mit erworbener Hämophilie
* bei Patienten mit angeborenem Faktor-VII-Mangel
* bei Patienten mit Thrombasthenie Glanzmann mit früherem oder aktuellem Refraktärzustandauf Transfusionen von Thrombozytenkonzentraten oder wenn Thrombozyten nicht leichtverfügbar sind.
Schwere postpartale Blutungen
NovoSeven ist für die Behandlung von schweren postpartalen Blutungen indiziert, wenn Uterotonikaunzureichend sind, um eine Hämostase zu erreichen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines Arztes begonnen werden, der in der Behandlung von
Hämophilie und/oder Blutgerinnungsstörungen erfahren ist.
Bei der Behandlung von schweren postpartalen Blutungen sollte eine geeignete multidisziplinäre
Expertise hinzugezogen werden. Neben Gynäkologen schließt diese Anästhesisten, Intensivmedizinerund/oder Hämatologen mit ein. Je nach den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen sollten
Standardbehandlungsverfahren weiter angewendet werden. Es wird empfohlen, eine angemessene
Fibrinogenkonzentration und Thrombozytenzahl aufrechtzuerhalten, um den Nutzen der Behandlungmit NovoSeven zu optimieren.
DosierungHämophilie A oder B mit Hemmkörpern oder zu erwartender starker anamnestischer Reaktion
Dosis
NovoSeven sollte so früh wie möglich nach dem Beginn einer Blutung verabreicht werden. Es wirdeine Initialdosis von 90 µg pro kg Körpergewicht als intravenöse Bolusinjektion empfohlen.
Nach dieser Initialdosis von NovoSeven können weitere Injektionen erforderlich sein. Die Dauer der
Behandlung sowie die Intervalle zwischen den Injektionen sind abhängig vom Schweregrad der
Blutung bzw. des invasiven oder chirurgischen Eingriffs.
Kinder und JugendlicheDie bisherigen klinischen Erfahrungen rechtfertigen keine generelle Unterscheidung in der Dosierungfür Kinder und Erwachsene, obwohl Kinder eine raschere Clearance aufweisen als Erwachsene. Daherkönnen bei Kindern höhere rFVIIa-Dosen als bei erwachsenen Patienten erforderlich sein, umähnliche Plasmakonzentrationen zu erhalten (siehe Abschnitt 5.2).
Behandlungsintervalle
Die Behandlungsintervalle sollten zu Beginn 2 - 3 Stunden betragen, um eine Hämostase zu erreichen.
Falls eine Fortführung der Therapie notwendig sein sollte, können die Behandlungsintervalle nach
Erreichung der Hämostase sukzessive auf 4, 6, 8 oder 12 Stunden verlängert werden, solange eine
Weiterbehandlung als indiziert betrachtet wird.
Leichte bis mittelschwere Blutungen (einschließlich Heimselbstbehandlung)
Für die Behandlung leichter bis mittelschwerer Gelenk-, Muskel- und Schleimhautblutungen hat sicheine frühzeitige Intervention als effizient herausgestellt. Zwei Dosierungs-Vorgaben könnenempfohlen werden:
1) Zwei bis drei Injektionen von 90 µg pro kg Körpergewicht in 3-Stunden-Intervallen.
Falls eine weitere Behandlung erforderlich ist, kann eine zusätzliche Dosis von 90 µg pro kg
Körpergewicht verabreicht werden.
2) Eine einzelne Injektion von 270 µg pro kg Körpergewicht.
Die Dauer der Heimselbstbehandlung sollte 24 Stunden nicht überschreiten.
Eine weitergehende Heimselbstbehandlung kann nur nach Rücksprache mit dem Hämophiliezentrumin Betracht gezogen werden.
Es gibt keine klinische Erfahrung mit der Gabe einer einzelnen Dosis von 270 µg pro kg
Körpergewicht bei älteren Patienten.
Schwere Blutungen
Als Richtwert wird eine initiale Dosierung von 90 µg pro kg Körpergewicht empfohlen. Diese kannauf dem Weg zur medizinischen Einrichtung verabreicht werden, in der der Patient gewöhnlichbehandelt wird. Die nachfolgende Dosierung richtet sich nach Typ und Schweregrad der Blutung. Die
Behandlungen sollten zu Beginn in Abständen von 2 Stunden erfolgen, bis sich eine klinische
Besserung zeigt. Falls eine Fortführung der Therapie angezeigt ist, können die Behandlungsintervallefür 1 - 2 Tage auf 3 Stunden, anschließend dann sukzessive auf 4, 6, 8 oder 12 Stunden verlängertwerden. Die Therapie einer schweren Blutung kann 2 - 3 Wochen betragen, falls klinisch angezeigt,auch länger.
Invasive Eingriffe/Chirurgie
Eine Initialdosis von 90 µg pro kg Körpergewicht sollte unmittelbar vor Beginn der Interventionerfolgen. Nach 2 Stunden sollte die Injektion mit gleicher Dosis wiederholt werden. Anschließendsollten die Behandlungsintervalle für die Dauer von 24 - 48 Stunden jeweils 2 - 3 Stunden betragen,abhängig von der Art des Eingriffs und dem klinischen Zustand des Patienten. Bei großen Operationensollte die Therapie 6 - 7 Tage lang mit Behandlungsintervallen von 2 - 4 Stunden fortgesetzt werden.
Danach können die Behandlungsintervalle für weitere 2 Wochen auf 6 - 8 Stunden verlängert werden.
Bei Patienten, die sich großen chirurgischen Eingriffen unterziehen, kann die Therapiedauer bis zu2 - 3 Wochen betragen, bis Wundheilung eingetreten ist.
Erworbene Hämophilie
Dosis und Behandlungsintervalle
NovoSeven sollte so früh wie möglich nach Beginn der Blutung gegeben werden. Die empfohlene
Initialdosis von 90 µg pro kg Körpergewicht wird als intravenöse Bolusinjektion verabreicht. Fallserforderlich, können im Anschluss an die NovoSeven Initialdosis weitere Injektionen erfolgen. Die
Dauer der Behandlung und das Intervall zwischen den Injektionen können in Abhängigkeit von der
Schwere der Blutung, der invasiven Eingriffe oder der durchgeführten Operationen variieren.
Das initiale Behandlungsintervall sollte 2 - 3 Stunden betragen. Sobald die Hämostase erreicht ist,kann das Behandlungsintervall sukzessive auf 4, 6, 8 oder 12 Stunden verlängert werden, solange eine
Weiterbehandlung als indiziert betrachtet wird.
Faktor-VII-Mangel
Dosis, Dosierungsbereich und Behandlungsintervalle
Zur Behandlung von Blutungen und zur Prophylaxe von Blutungen bei invasiven und chirurgischen
Eingriffen wird bei Erwachsenen und Kindern eine Dosis von 15 - 30 µg pro kg Körpergewicht alle4 - 6 Stunden bis zum Erreichen einer Hämostase empfohlen. Dosis und Behandlungsintervallemüssen auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden.
Kinder und JugendlicheEs wurden begrenzte klinische Erfahrungen bei der Langzeitprophylaxe bei der pädiatrischen
Population unter 12 Jahren, mit einem schweren klinischen Phänotyp, erfasst (siehe Abschnitt 5.1).
Dosis und Behandlungsintervalle für die Prophylaxe müssen auf dem klinischen Ansprechen basierenund auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden.
Thrombasthenie Glanzmann
Dosis, Dosierungsbereich und Behandlungsintervalle
Zur Behandlung von Blutungen und zur Prophylaxe von Blutungen bei invasiven und chirurgischen
Eingriffen wird eine Dosis von 90 µg (Dosierungsbereich von 80 - 120 µg) pro kg Körpergewicht alle2 Stunden (1,5 - 2,5 Stunden) empfohlen. Zur Gewährleistung einer effektiven Hämostase solltenmindestens drei Dosen verabreicht werden. Die empfohlene Art der Verabreichung ist die
Bolusinjektion, da bei einer kontinuierlichen Infusion fehlende Wirksamkeit auftreten kann.
Bei nicht therapierefraktären Patienten sind Thrombozyten die Therapie der ersten Wahl bei
Thrombasthenie Glanzmann.
Schwere postpartale Blutungen
Dosisbereich und Dosisintervall
Der empfohlene Dosisbereich für die Behandlung von Blutungen beträgt 60 - 90 µg pro kg
Körpergewicht, verabreicht als intravenöse Bolusinjektion. Der Höhepunkt der gerinnungsfördernden
Wirkung ist nach 10 Minuten zu erwarten. Je nach dem klinischen Ansprechen des einzelnen Patientenkann eine zweite Dosis verabreicht werden.
Es wird empfohlen, dass bei unzureichender hämostatischer Reaktion eine zweite Dosis nach30 Minuten verabreicht werden kann.
Art der AnwendungHinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6. Verabreichen
Sie die Lösung als intravenöse Bolusinjektion über einen Zeitraum von 2 - 5 Minuten.
Überwachung der Therapie - Labortests
Es besteht keine Notwendigkeit für eine Labor-Überwachung der NovoSeven Therapie. Die Dosierungmuss sich nach der Schwere der Blutung und nach dem klinischen Ansprechen auf die NovoSeven
Gabe richten.
Nach der Verabreichung von rFVIIa wurden eine verkürzte Prothrombinzeit (PT) und eine verkürzteaktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) registriert. Allerdings wurde keine Korrelationzwischen PT und aPTT und der klinischen Wirksamkeit von rFVIIa nachgewiesen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile oder Mäuse-, Hamster- oder Rindereiweiß.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bei krankhaften Zuständen, bei denen zu erwarten ist, dass mehr Tissue Factor(Gewebethromboplastin) als unter normalen Umständen exprimiert wird, könnte in Verbindung miteiner NovoSeven Behandlung ein Risiko der Entwicklung von thrombotischen Ereignissen oder einerdisseminierten intravasalen Gerinnung (DIC) bestehen.
Dies könnte Patienten einschließen, die an fortgeschrittener Atherosklerose, Quetschverletzungen,
Septikämie oder DIC leiden. Wegen des Risikos thromboembolischer Komplikationen ist Vorsichtgeboten bei Patienten mit vorangegangener koronarer Herzerkrankung, bei Patienten mit einer
Lebererkrankung, bei Patienten nach operativen Eingriffen, bei Schwangeren, bei Frauen während der
Geburt oder in der Nachgeburtsphase (Wochenbett), bei Neugeborenen oder bei Patienten mit einem
Risiko für thromboembolische Ereignisse oder DIC. In jeder dieser Situationen ist der mögliche
Nutzen von NovoSeven gegenüber dem Risiko dieser möglichen Komplikationen abzuwägen.
Bei schweren postpartalen Blutungen und in der Schwangerschaft sind die klinischen Bedingungen(Entbindung, schwere Blutungen, Transfusionen, DIC, chirurgische/invasive Eingriffe und
Koagulopathie) bekannte Faktoren, die zum thromboembolischen Risiko und insbesondere zumvenösen thromboembolischen Risiko verbunden mit der Verabreichung von NovoSeven beitragen(siehe Abschnitt 4.8).
Als rekombinanter Blutgerinnungsfaktor VIIa kann NovoSeven in geringen Mengen IgG von der
Maus und vom Rind sowie andere Restproteine aus der Zellkultur (Serumproteine vom Hamster undvom Rind) enthalten. Aus diesem Grund besteht die geringe Möglichkeit, dass mit NovoSevenbehandelte Patienten Überempfindlichkeiten gegen diese Proteine entwickeln. In diesen Fällen sollteeine intravenöse Gabe von Antihistaminika in Erwägung gezogen werden.
Falls allergische Reaktionen oder Reaktionen anaphylaktischer Art auftreten, muss die Gabe sofortabgebrochen werden. Im Falle eines Schocks ist die Standardtherapie für Schock anzuwenden.
Patienten müssen über die frühen Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen informiert werden.
Der Patient sollte angewiesen werden, die Anwendung des Produktes sofort abzubrechen und seinen
Arzt zu kontaktieren, falls solche Symptome auftreten.
Bei schweren Blutungen sollte NovoSeven vorzugsweise in Zentren verabreicht werden, in denen
Erfahrungen in der Behandlung von hämophilen Patienten mit Hemmkörpern gegen
Blutgerinnungsfaktor VIII oder IX vorliegen. Falls dies nicht möglich ist, sollte eine Anwendung von
NovoSeven in enger Zusammenarbeit mit einem Arzt erfolgen, der Erfahrung in der Behandlung von
Hämophilen besitzt.
Falls die Blutung nicht zum Stillstand kommt, ist eine Behandlung in der Klinik zwingenderforderlich. Patienten bzw. das Pflegepersonal müssen den Arzt bzw. das Klinikpersonal so früh wiemöglich über alle erfolgten Verabreichungen von NovoSeven informieren.
Patienten mit Faktor-VII-Mangel sollten hinsichtlich der Prothrombinzeit und der Faktor VII-
Gerinnungsaktivität vor und nach der Verabreichung von NovoSeven überwacht werden. Im Fall, dassnach der Behandlung mit der empfohlenen Dosis die Faktor VIIa-Aktivität nicht den erwarteten Werterreicht oder die Blutung nicht unter Kontrolle ist, sollte eine Antikörperbildung in Betracht gezogenund eine Untersuchung auf Antikörper durchgeführt werden. Bei Patienten mit FVII-Mangel, die
NovoSeven während einer Operation erhielten, wurden Thrombosen gemeldet, allerdings ist das
Risiko von Thrombosen bei Patienten mit Faktor-VII-Mangel, die mit NovoSeven behandelt werden,unbekannt (siehe Abschnitt 5.1).
NatriumgehaltDas Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Injektion, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Das Risiko möglicher Interaktionen zwischen NovoSeven und Blutgerinnungsfaktor-Konzentraten istunbekannt. Aktivierte oder nicht aktivierte Prothrombinkomplex-Konzentrate sollten nicht gleichzeitigmit NovoSeven verabreicht werden.
Es wurde berichtet, dass Antifibrinolytika den Blutverlust bei Operationen von Hämophiliepatientenverringern. Dies gilt insbesondere bei orthopädischen Operationen und bei Operationen in
Körperregionen mit hoher fibrinolytischer Aktivität, wie z. B. in der Mundhöhle. Antifibrinolytikawerden auch eingesetzt, um den Blutverlust bei Frauen mit postpartalen Blutungen zu verringern. Esliegen jedoch nur begrenzte Erfahrungen bei der Verabreichung von Antifibrinolytika als
Begleittherapie zu rFVIIa vor.
Basierend auf einer präklinischen Studie (siehe Abschnitt 5.3) wird die Kombination von rFVIIa undrFXIII nicht empfohlen. Es liegen keine klinischen Daten zur Wechselwirkung zwischen rFVIIa undrFXIII vor.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftAus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von NovoSeven während der Schwangerschaft vermiedenwerden. Daten zu einer begrenzten Anzahl exponierter Schwangerschaften, während derer NovoSevenin den zugelassenen Indikationen angewendet wurde, zeigen keine schädigenden Wirkungen vonrFVIIa auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/neugeborenen Kindes. Bisher sindkeine anderen relevanten epidemiologischen Daten verfügbar. Tierexperimentelle Studien ergabenkeine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen bezüglich
Schwangerschaft, embryonaler/fetaler Entwicklung, Geburt oder postnataler Entwicklung (siehe
Abschnitt 5.3).
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob rFVIIa in die Muttermilch übergeht. Die Ausscheidung von rFVIIa mit der
Milch ist bei Tieren nicht untersucht worden. Bei der Entscheidung, ob das Stillenfortgesetzt/abgebrochen wird oder ob die Therapie mit NovoSeven fortgesetzt/abgebrochen wird,sollte der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der NovoSeven Therapie für die Frauberücksichtigt werden.
FertilitätDaten aus präklinischen Studien als auch Daten nach Markteinführung zeigten keine Anzeichen, dassrFVIIa einen schädlichen Effekt auf die männliche oder weibliche Fertilität hat.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen durchgeführt.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind verringertes therapeutisches Ansprechen, Fieber,
Hautausschlag, venöse thromboembolische Ereignisse, Pruritus und Urtikaria. Diese Nebenwirkungenwerden gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) berichtet.
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenTabelle 1 führt Nebenwirkungen auf, die während klinischer Studien und aus Spontanmeldungen(nach Markteinführung) gemeldet wurden. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen nach abfallendem Schweregrad angegeben. Die ausschließlich nach
Markteinführung berichteten Nebenwirkungen (d. h. nicht in klinischen Studien) werden mit der
Häufigkeit 'nicht bekannt“ angegeben.
Klinische Studien an 484 Patienten (mit 4297 Behandlungsepisoden) mit Hämophilie A und B,erworbener Hämophilie, Faktor-VII-Mangel und Thrombasthenie Glanzmann haben gezeigt, dass
Nebenwirkungen häufig (≥ 1/100, < 1/10) sind. Da die Gesamtzahl der Behandlungsepisoden inklinischen Studien unter 10.000 liegt, ist die niedrigste mögliche Häufigkeit von Nebenwirkungen, diezugeordnet werden kann, selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000).
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Fieber und Hautaussschlag (gelegentlich: (≥ 1/1.000, < 1/100)und die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen schließen venöse thromboembolische
Ereignisse (gelegentlich: (≥ 1/1.000, < 1/100) und arterielle thromboembolische Ereignisse (selten:≥ 1/10.000, < 1/1.000) ein.
Die Häufigkeiten sowohl der schwerwiegenden als auch der nicht schwerwiegenden Nebenwirkungensind nach Systemorganklassen geordnet in der unten stehenden Tabelle aufgeführt.
Tabelle 1 Nebenwirkungen aus klinischen Studien und Spontanmeldungen (nach
Markteinführung)
Systemorganklassen Gelegentlich (≥ 1/1.000, Selten (≥ 1/10.000, Häufigkeit nichtgemäß MedDRA < 1/100) < 1/1.000) bekannt
Erkrankungen des - Disseminierte intravasale
Blutes und des Gerinnung (siehe
Lymphsystems Abschnitt 4.4)
- entsprechende
Laborwerte inklusiveerhöhte D-Dimer- underniedrigte AT-Spiegel(siehe Abschnitt 4.4)
- Koagulopathie
Erkrankungen des - Übelkeit
Gastrointestinaltrakts
Allgemeine - Verringertes - Reaktion an der
Erkrankungen und therapeutisches Injektionsstelle
Beschwerden am Ansprechen* einschließlich Schmerz
Verabreichungsort an der Injektionsstelle
- Fieber
Erkrankungen des - Hypersensitivität (siehe - Anaphylaktische
Immunsystems Abschnitte 4.3 und 4.4) Reaktion
Untersuchungen - Anstieg von
Fibrinabbauprodukten
- Anstieg der Werte für
Alaninaminotransferase,alkalische Phosphatase,
Laktatdehydrogenaseund Prothrombin
Erkrankungen des - Kopfschmerz
Nervensystems
Erkrankungen der - Hautausschlag - Hautrötung
Haut und des (einschließlich - Angioödem
Unterhautgewebes allergische Dermatitisund erythematöser
Hautausschlag)
- Pruritus und Urtikaria
Gefäßerkrankungen - Venöse - Arterielle - Intrakardialerthromboembolische thromboembolische Thrombus
Ereignisse (tiefe Ereignisse
Venenthrombose, (Myokardinfarkt,
Thrombose an der i.v. Hirninfarkt, zerebrale
Injektionsstelle, Ischämie, zerebraler
Lungenembolie, Arterienverschluss,thromboembolische zerebrovaskuläres
Ereignisse der Leber Ereignis, arterielleeinschließlich Nierenthrombose,
Pfortaderthrombose, periphere Ischämie,
Nierenvenenthrombose, periphere arterielle
Thrombophlebitis, Thrombose undoberflächliche intestinale Ischämie)
Thrombophlebitis undintestinale Ischämie) - Angina pectoris
*Es wurden Fälle von mangelnder therapeutischer Wirksamkeit (verringertes therapeutisches
Ansprechen) berichtet. Es ist wichtig, dass das NovoSeven Dosierungsschema mit der empfohlenen
Dosierung laut Abschnitt 4.2 übereinstimmt.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenBildung inhibitorischer Antikörper
Seit Markteinführung gab es keine Berichte über inhibitorische Antikörper gegen NovoSeven oder
FVII bei Patienten mit Hämophilie A oder B. Die Entwicklung inhibitorischer Antikörper gegen
NovoSeven wurde nach Markteinführung in einer Anwendungsbeobachtung bei Patienten mitangeborenem FVII-Mangel gemeldet.
In klinischen Studien an Patienten mit Faktor-VII-Mangel ist die Bildung von Antikörpern gegen
NovoSeven und FVII die einzige Nebenwirkung, die berichtet wurde (Häufigkeit: häufig (≥ 1/100 bis< 1/10)). Bei einigen Fällen zeigten die Antikörper in vitro eine Hemmwirkung. Bei diesen Patientenlagen Risikofaktoren vor, die zur Antikörperbildung beigetragen haben könnten, wie z. B. frühere
Behandlung mit humanem Plasma und/oder aus Plasma stammendem Faktor VII, schwerwiegende
Mutation des FVII-Gens und eine Überdosis von NovoSeven. Patienten mit Faktor-VII-Mangel, diemit NovoSeven behandelt werden, sollten auf Faktor VII-Antikörper überwacht werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Thromboembolische Ereignisse - arterielle und venöse
Wenn NovoSeven außerhalb der zugelassenen Indikationen bei Patienten angewendet wird, sindarterielle thromboembolische Ereignisse häufig (≥ 1/100 bis < 1/10). In einer Metaanalysegesammelter Daten aus Placebo-kontrollierten Studien außerhalb derzeitig zugelassener Indikationenwurde ein höheres Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse aufgezeigt (siehe Tabelle:
Gefäßerkrankungen) (5,6 % bei Patienten, die mit NovoSeven behandelt wurden, gegenüber 3 % bei
Patienten, die mit Placebo behandelt wurden). Die Patientencharakteristika und damit die zugrundeliegenden Risikoprofile in diesen Studien waren unterschiedlich.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von NovoSeven außerhalb der zugelassenen Indikationen ist nichtnachgewiesen; daher sollte NovoSeven außerhalb der zugelassenen Indikationen nicht angewendetwerden.
Thromboembolische Ereignisse können zu Herzstillstand führen.
Andere spezielle Populationen
Patienten mit erworbener Hämophilie
Klinische Studien an 61 Patienten mit erworbener Hämophilie mit insgesamt100 Behandlungsepisoden zeigten, dass bestimmte Nebenwirkungen häufiger berichtet wurden (1 %bezogen auf die Behandlungsepisoden): Arterielle thromboembolische Ereignisse (zerebraler
Arterienverschluss, zerebrovaskuläres Ereignis), venöse thromboembolische Ereignisse(Lungenembolie und tiefe Venenthrombose), Angina pectoris, Übelkeit, Fieber, erythematöser
Hautausschlag und Anstieg von Fibrinabbauprodukten.
Frauen mit schweren postpartalen Blutungen
In einer offenen randomisierten klinischen Studie wurden venöse thromboembolische Ereignisse bei 2von 51 mit einer Einzeldosis NovoSeven (mediane Dosis 58 μg/kg) behandelten Patientinnen und beikeiner von 33 nicht mit NovoSeven behandelten Patientinnen gemeldet; arterielle thromboembolische
Ereignisse wurden in keiner der beiden Gruppen gemeldet.
In 4 nicht-interventionellen Studien wurden venöse thromboembolische Ereignisse bei 3 von 358(0,8 %) mit NovoSeven behandelten Patientinnen (medianer Dosisbereich 63-105 µg/kg) und arteriellethromboembolische Ereignisse bei 1 (0,3 %) mit NovoSeven behandelten Patientin berichtet.
Zu den bekannten Faktoren, die zum Thromboembolierisiko im Zusammenhang mit Schwangerschaftund schweren postpartalen Blutungen beitragen, siehe Abschnitt 4.4.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Dosislimitierende Toxizitäten von NovoSeven sind nicht in klinischen Studien untersucht worden.
In 16 Jahren wurden vier Fälle von Überdosierung bei Hämophilie-Patienten berichtet. Die einzige
Komplikation, die in Zusammenhang mit einer Überdosierung berichtet wurde, war eine geringfügigevorübergehende Erhöhung des Blutdrucks bei einem 16-jährigen Patienten, der 24 mg statt 5,5 mgrFVIIa erhalten hatte.
Es wurden keine Fälle von Überdosierung bei Patienten mit erworbener Hämophilie oder
Thrombasthenie Glanzmann berichtet.
Bei Patienten mit Faktor-VII-Mangel, bei welchen eine Dosis von 15 - 30 µg/kg rFVIIa empfohlenwird, ging ein Fall von Überdosierung mit einem thrombotischen Ereignis (okzipitaler Schlaganfall)bei einem älteren männlichen Patienten (> 80 Jahre) einher, der mit dem 10- bis 20fachen derempfohlenen Dosis behandelt wurde. Des Weiteren war die Entwicklung von Antikörpern gegen
NovoSeven und FVII bei einem Patienten mit Faktor-VII-Mangel im Zusammenhang mit einer
Überdosierung aufgetreten.
Das Dosis-Regime sollte nicht absichtlich höher gewählt werden als die empfohlenen Dosierungen, dazu dem möglicherweise eingegangenen zusätzlichen Risiko keine Informationen vorliegen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Blutgerinnungsfaktoren, ATC Code: B02BD08
WirkmechanismusNovoSeven enthält rekombinanten aktivierten Blutgerinnungsfaktor VII. Der Wirkmechanismusschließt die Bindung von Faktor VIIa an freien Tissue Factor ein. Dieser Komplex aktiviert Faktor IXzu Faktor IXa und Faktor X zu Faktor Xa, was zur initialen Umwandlung geringer Mengen von
Prothrombin zu Thrombin führt. Thrombin führt zur Aktivierung von Thrombozyten und der Faktoren
V und VIII an der Verletzungsstelle und über die Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin zur Bildungeines blutungsstillenden Fibringerinnsels. Pharmakologische Dosen von NovoSeven aktivieren Faktor
X direkt auf der Oberfläche der aktivierten Thrombozyten an der Verletzungsstelle unabhängig von
Tissue Factor. Das führt zur Umwandlung von Prothrombin zu großen Mengen von Thrombinunabhängig von Tissue Factor.
Pharmakodynamische WirkungenDer pharmakodynamische Effekt von Faktor VIIa führt zu einer erhöhten lokalen Bildung von Faktor
Xa, Thrombin und Fibrin.
Die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Gerinnungsaktivität nach Verabreichung von NovoSevenbetrug bei gesunden Probanden und Patienten mit Hämophilie etwa 10 Minuten.
Bei Patienten, die durch ihre Grunderkrankung bereits für die Entwicklung einer DIC prädisponiertsind, kann ein theoretisches Risiko für die Entwicklung einer systemischen Gerinnungsaktivierungnicht völlig ausgeschlossen werden.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitAngeborener Faktor-VII-Mangel
In einer Anwendungsbeobachtung (F7HAEM-3578) bei Patienten mit angeborenem FVII-Mangelbetrug die mittlere Dosis für die Langzeitprophylaxe gegen Blutungen bei 22 pädiatrischen Patienten(unter 12 Jahren) mit Faktor-VII-Mangel und einem schweren klinischen Phänotyp 30 µg/kg(Dosierungsbereich 17 µg/kg bis 200 µg/kg; die am häufigsten verabreichte Dosis betrug 30 µg/kg bei10 Patienten) mit einem mittleren Dosisintervall von 3 Dosen pro Woche (Dosisintervallbereich 1 bis7; das am häufigsten gemeldete Dosisintervall betrug 3 pro Woche bei 13 Patienten).
In derselben Anwendungsbeobachtung traten bei 3 von 91 Patienten mit chirurgischen Eingriffenthromboembolische Ereignisse auf.
Thrombasthenie Glanzmann
Eine Anwendungsbeobachtung (F7HAEM-3521) umfasste 133 Patienten mit Thrombasthenie
Glanzmann, die mit NovoSeven behandelt wurden. Die mittlere Dosis pro Injektion zur Behandlungvon 333 Blutungsepisoden betrug 90 µg/kg (Bereich 28 bis 450 µg/kg). NovoSeven wurde bei157 chirurgischen Eingriffen angewendet, mit einer mittleren Dosis von 92 µg/kg (bis zu 270 µg/kg).
Die Behandlung mit NovoSeven, allein oder in Kombination mit Antifibrinolytika und/oder
Thrombozyten, wurde als wirksam definiert, wenn die Blutung für mindestens 6 Stunden gestopptwurde. Die Wirksamkeitsraten waren 81 % bzw. 82 % bei Patienten mit einem positiven odernegativen Refraktärzustand auf Transfusionen von Thrombozytenkonzentraten und 77% bzw. 85% bei
Patienten, die positiv oder negativ auf Antikörper gegen Thrombozyten getestet wurden. Ein positiver
Status deutet auf wenigstens einen positiven Test bei irgendeinem Aufenthalt im Krankenhaus hin.
Schwere postpartale Blutungen
Die Wirksamkeit und Sicherheit von NovoSeven wurde bei 84 Frauen mit schweren postpartalen
Blutungen in einer multizentrischen, offenen klinischen Studie untersucht. Die Patientinnen wurdenentweder zu einer Behandlung mit einer Einzeldosis von 60 µg/kg NovoSeven (zusätzlich zur
Standardbehandlung; N=42) oder zu einer Behandlung mit der Referenztherapie (Standardbehandlungallein; N=42) randomisiert, nachdem ein Uterotonikum (Sulproston) versagt hatte. Die
Behandlungsgruppen waren in Bezug auf demografische Merkmale und die Behandlung derpostpartalen Blutungen vor der Randomisierung gut ausgewogen. Fibrinogen und Tranexamsäuregehörten zur Standardbehandlung. Informationen über die Verwendung von
Fibrinogen/Transexamsäure lagen von etwa 57 % der Patientinnen in der NovoSeven Gruppe und von43 % der Patientinnen in der Referenzgruppe vor. Davon erhielten etwa 40 % der Patientinnen inbeiden Gruppen Fibrinogen und/oder Tranexamsäure. Die Blutung galt als gestoppt (d. h. als
Behandlungserfolg), wenn der geschätzte Blutfluss innerhalb von 30 Minuten nach der
Randomisierung auf weniger als 50 ml pro 10 Minuten zurückging. Bei unkontrollierten oderhartnäckigen Blutungen wurden invasive Verfahren in Betracht gezogen.
In der primären Analyse hatten weniger Frauen in der NovoSeven Gruppe (21 gegenüber 35)mindestens einen Embolisations- und/oder Ligatureingriff als in der Referenzgruppe, was einerstatistisch signifikanten relativen Risikoreduktion von 40 % für die NovoSeven Gruppe im Vergleichzur Referenzgruppe entspricht (relatives Risiko = 0,60 (95 % Konfidenzintervall: 0,43 - 0,84,p=0,0012)).
In der Referenzgruppe erhielten 8 der 42 Patientinnen zu einem späten Zeitpunkt versuchsweise
NovoSeven als Härtefallbehandlung, um eine Notfall-Hysterektomie zu vermeiden, was in 2 Fällenerfolgreich war.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Gesunde Probanden
Verteilung, Elimination und Linearität
Die Pharmakokinetik von rFVIIa wurde unter Verwendung des Faktor VII-Clotting-Assays an35 gesunden kaukasischen und japanischen Probanden in einer Dosisfindungs-Studie untersucht. Die
Probanden wurden nach Geschlecht und ethnischer Gruppe stratifiziert und mit 40, 80 und 160 µgrFVIIa pro kg Körpergewicht (jeweils 3 Dosen) und/oder Placebo behandelt. Die Pharmakokinetikenwaren bei unterschiedlichem Geschlecht und ethnischer Gruppe vergleichbar.
Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady-State betrug zwischen 130 und 165 ml/kg, die Mittelwerteder Clearance 33,3 bis 37,2 ml/h × kg.
Die mittlere terminale Halbwertszeit betrug zwischen 3,9 und 6,0 Stunden.
Die pharmakokinetischen Profile zeigten Dosisproportionalität.
Hämophilie A und B mit Hemmkörpern
Verteilung, Elimination und Linearität
Die Pharmakokinetik von rFVIIa wurde unter Verwendung des Faktor VIIa-Assays bei12 pädiatrischen (2 - 12 Jahre) und 5 erwachsenen Patienten ohne akute Blutung untersucht.
Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady-State betrug 196 ml/kg bei pädiatrischen Patientenverglichen mit 159 ml/kg bei Erwachsenen.
Die mittlere Clearance bei pädiatrischen Patienten war etwa 50 % höher als bei erwachsenen Patienten(78 verglichen mit 53 ml/h × kg), wogegen in beiden Gruppen eine mittlere terminale Halbwertszeitvon 2,3 Stunden bestimmt wurde. Die Clearance scheint mit dem Alter zusammenzuhängen, daherkann bei jüngeren Patienten die Clearance um mehr als 50 % höher liegen.
Für die untersuchten Dosen von 90 und 180 µg pro kg Körpergewicht wurde Dosisproportionalität bei
Kindern nachgewiesen. Dies stimmt mit früheren Ergebnissen zu niedrigeren Dosen (17,5 - 70 µg/kgrFVIIa) überein.
Faktor-VII-Mangel
Verteilung und Elimination
Die Pharmakokinetik bei rFVIIa Einzeldosen von 15 µg und 30 µg pro kg Körpergewicht zeigtekeinen signifikanten Unterschied der beiden verwendeten Dosen im Hinblick auf dosisunabhängige
Parameter:
Verteilungsvolumen im Steady-State (280 - 290 ml/kg), Halbwertszeit (2,82 - 3,11 h), Ganzkörper-
Clearance (70,8 - 79,1 ml/h × kg) und mittlere Verweildauer (3,75 - 3,80 h).
Die mittlere in vivo recovery betrug ungefähr 20 %.
Thrombasthenie Glanzmann
Die Pharmakokinetik von NovoSeven bei Patienten mit Thrombasthenie Glanzmann wurde noch nichtuntersucht; es werden jedoch ähnliche pharmakokinetische Werte wie bei Patienten mit Hämophilie Aund B erwartet.
Schwere postpartale Blutungen
Die Pharmakokinetik von NovoSeven bei Patientinnen mit schweren postpartalen Blutungen ist nichtuntersucht worden.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Alle Ergebnisse der präklinischen Sicherheitsuntersuchungen sind auf die pharmakologischen Effektevon rFVIIa zurückzuführen.
Eine mögliche synergistische Wirkung der kombinierten Behandlung mit rFXIII und rFVIIa,untersucht in einem kardiovaskulären Modell bei Cynomolgus-Affen, führte bei einer geringeren
Dosiskonzentration als bei der Verabreichung der einzelnen Wirkstoffe zu übermäßigenpharmakologischen Effekten (Thrombose und Tod).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
PulverNatriumchlorid
Calciumchlorid-Dihydrat
N-Glycylglycin
Polysorbat 80
Mannitol (Ph. Eur.)
SaccharoseMethionin
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Wertes)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Wertes)
LösungsmittelHistidin
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Wertes)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Wertes)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
NovoSeven darf nicht mit Infusionslösungen gemischt oder in einer Tropfinfusion verabreicht werden.
6.3 Haltbarkeit
Die Dauer der Haltbarkeit des Fertigprodukts ist 3 Jahre bei Lagerung unter 25 °C.
In der Durchstechflasche
Es konnte nachgewiesen werden, dass NovoSeven nach der Rekonstitution physikalisch und chemischstabil bleibt, wenn es 6 Stunden bei 25 °C oder 24 Stunden bei 5 °C aufbewahrt wird.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verbraucht werden. Wird es nicht sofortverbraucht, liegen die Aufbewahrungszeit und die Aufbewahrungsbedingungen vor der Anwendung inder Verantwortung des Anwenders und sollen eine Aufbewahrung für 24 Stunden bei 2 °C - 8 °Cnicht überschreiten, es sei denn, die Rekonstitution hat unter kontrollierten und validierten sterilen
Bedingungen stattgefunden. Die rekonstituierte Lösung sollte in der Durchstechflasche aufbewahrtwerden.
In der Spritze (50 ml Polypropylen) nur im Krankenhaus
Die Rekonstitution muss unter kontrollierten und validierten sterilen Bedingungen durch entsprechendgeschultes Personal durchgeführt werden. Es konnte nachgewiesen werden, dass NovoSeven unterdiesen Umständen physikalisch und chemisch für 24 Stunden bei 25 °C stabil bleibt, wenn es in einer50 ml Spritze (Polypropylen) aufbewahrt wird. Wird es nicht sofort verwendet, liegen die
Aufbewahrungsbedingungen vor der Anwendung in der Verantwortung des Anwenders und die
Aufbewahrungszeit während der Anwendung darf die oben angegebene nicht überschreiten.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
- Pulver und Lösungsmittel nicht über 25 °C lagern.- Pulver und Lösungsmittel vor Licht geschützt lagern.- Nicht einfrieren.- Zu den Lagerungsbedingungen des rekonstituierten Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Das NovoSeven Lösungsmittel wird in einer Fertigspritze geliefert. Es werden möglicherweise nichtalle Packungsarten in den Verkehr gebracht.
Die NovoSeven 1 mg (50 kIE)/NovoSeven 2 mg (100 kIE) Packung enthält- 1 Durchstechflasche (2 ml) mit weißem Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung- 1 Fertigspritze (3 ml) mit Lösungsmittel zur Rekonstitution- 1 Kolbenstange- 1 Durchstechflaschen-Adapter mit einem integrierten Partikelfilter mit einer Porengröße von25 Mikrometer.
Die NovoSeven 5 mg (250 kIE)/NovoSeven 8 mg (400 kIE) Packung enthält- 1 Durchstechflasche (12 ml) mit weißem Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung- 1 Fertigspritze (10 ml) mit Lösungsmittel zur Rekonstitution- 1 Kolbenstange- 1 Durchstechflaschen-Adapter mit einem integrierten Partikelfilter mit einer Porengröße von25 Mikrometer.
Durchstechflasche: Durchstechflasche aus Typ 1 Glas, die mit einem Stopfen aus Chlorobutylgummiverschlossen und durch eine Verschlusskappe aus Aluminium gesichert ist. Die geschlossene
Durchstechflasche ist mit einem Sicherheits-Schnappdeckel aus Polypropylen verschlossen.
Fertigspritze: Zylinder aus Typ 1 Glas mit einem Kolbenstopp aus Polypropylen und einem Kolbenaus Bromobutylgummi. Die Spritzenkappe besteht aus Bromobutylgummi und einem Sicherheits-
Siegel aus Polypropylen.
Kolbenstange: hergestellt aus Polypropylen.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDas NovoSeven Lösungsmittel wird in einer Fertigspritze geliefert. Es werden möglicherweise nichtalle Packungsarten in den Verkehr gebracht. Die Handhabung ist im Folgenden beschrieben.
Pulver in einer Durchstechflasche und Lösungsmittel in einer Fertigspritze:
Auf eine aseptische Handhabung ist zu achten!
Rekonstitution* Die NovoSeven Pulver-Durchstechflasche und die Fertigspritze mit Lösungsmittel sollten zum
Zeitpunkt der Rekonstitution Raumtemperatur haben. Entfernen Sie die Plastikkappe von der
Durchstechflasche. Verwenden Sie die Durchstechflasche nicht, wenn die Plastikkappe lockerist oder fehlt. Wischen Sie mit einem sterilen Alkoholtupfer über den Gummistopfen der
Durchstechflasche und lassen Sie ihn vor der Verwendung für einige Sekunden trocknen.
Berühren Sie den Gummistopfen nach dem Wischen nicht mehr.
* Entfernen Sie das Schutzpapier vom Durchstechflaschen-Adapter. Nehmen Sie den
Durchstechflaschen-Adapter nicht aus der Schutzkappe. Verwenden Sie den
Durchstechflaschen-Adapter nicht, wenn das Schutzpapier nicht vollständig versiegelt oderwenn es beschädigt ist. Drehen Sie die Schutzkappe um und rasten Sie den Durchstechflaschen-
Adapter auf der Durchstechflasche ein. Drücken Sie die Schutzkappe leicht mit Ihrem Daumenund Zeigefinger zusammen. Entfernen Sie die Schutzkappe vom Durchstechflaschen-Adapter.
* Schrauben Sie die Kolbenstange im Uhrzeigersinn in den Kolben innerhalb der Fertigspritze, bisein Widerstand fühlbar ist. Entfernen Sie die Spritzenkappe von der Fertigspritze, indem Sie sienach unten biegen, bis die Perforation bricht. Berühren Sie nicht die Spritzenspitze unter der
Spritzenkappe. Verwenden Sie die Fertigspritze nicht, wenn die Spritzenkappe locker ist oderfehlt.
* Schrauben Sie die Fertigspritze fest auf den Durchstechflaschen-Adapter, bis ein Widerstandfühlbar ist. Halten Sie die Fertigspritze leicht schräg, die Durchstechflasche nach untengerichtet. Drücken Sie die Kolbenstange herunter, um das gesamte Lösungsmittel in die
Durchstechflasche zu injizieren. Halten Sie die Kolbenstange weiterhin heruntergedrückt undschwenken Sie die Durchstechflasche leicht im Kreis, bis das Pulver vollständig gelöst ist.
Schütteln Sie die Durchstechflasche nicht, da dies zum Aufschäumen führt.
Wenn Sie eine größere Dosis benötigen, wiederholen Sie das Verfahren mit zusätzlichen
Durchstechflaschen, Fertigspritzen und Durchstechflaschen-Adaptern.
Die rekonstituierte NovoSeven Lösung ist farblos und sollte vor Verabreichung visuell auf Partikelund Verfärbungen geprüft werden.
Es wird empfohlen, NovoSeven sofort nach Rekonstitution zu verabreichen. Zu den
Lagerungsbedingungen des rekonstituierten Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Verabreichung* Halten Sie die Kolbenstange weiterhin vollständig hineingedrückt. Drehen Sie die Spritze mitder Durchstechflasche auf den Kopf. Hören Sie auf, die Kolbenstange zu drücken und lassen Siesie sich von alleine zurückbewegen, während die rekonstituierte Lösung die Spritze füllt. Ziehen
Sie die Kolbenstange leicht nach unten, um die rekonstituierte Lösung in die Spritzeaufzuziehen.
* Tippen Sie leicht an die Spritze, während Sie die Durchstechflasche auf den Kopf gedrehthalten, um jegliche Luftblasen an die Oberfläche aufsteigen zu lassen. Drücken Sie langsam die
Kolbenstange, bis alle Luftblasen verschwunden sind.
Falls Sie nicht die gesamte Dosis benötigen, benutzen Sie die Skala auf der Spritze, um zusehen, wie viel der rekonstituierten Lösung Sie aufziehen.
* Schrauben Sie den Durchstechflaschen-Adapter mit der Durchstechflasche ab.
* NovoSeven ist nun fertig für die Injektion. Suchen Sie eine geeignete Injektionsstelle undinjizieren Sie NovoSeven langsam über einen Zeitraum von 2 - 5 Minuten in eine Vene, ohnedie Nadel aus der Injektionsstelle zu entfernen.
Entsorgen Sie die benutzten Materialien ordnungsgemäß. Nicht verwendetes Arzneimittel oder
Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.
Verfahren für die Zusammenführung des Inhalts mehrerer Durchstechflaschen nur für die
Verwendung im Krankenhaus:
Bei in vitro Studien wurde die chemische und physikalische Stabilität während der Anwendung für24 Stunden bei 25 °C in einer 50 ml Spritze (Polypropylen) nachgewiesen. Die Kompatibilität mit dem
Produkt wurde für das System bestehend aus einer 50 ml Spritze (Polypropylen), einem 2 m
Infusionsschlauch (Polyethylen) und Inline-Filtern mit einer Porengröße im Bereich von 0,2 bis5 Mikrometer gezeigt.
Zusammenführung des Inhalts mehrerer Durchstechflaschen (Verwendung nur im Krankenhaus):
* Alle Schritte sollten unter kontrollierten und validierten sterilen Bedingungen durchentsprechend geschultes Personal durchgeführt werden.
* Wenn es nicht wie empfohlen rekonstituiert, zusammengeführt oder verwendet wurde, liegendie Aufbewahrungszeiten während der Anwendung und die Aufbewahrungsbedingungen vorder Anwendung in der Verantwortung des Anwenders.
* Stellen Sie sicher, dass ein Durchstechflaschenadapter verwendet wird.
* Rekonstituieren Sie das Produkt wie oben unter Rekonstitution beschrieben. Schrauben Sie dieleere Spritze vom Durchstechflaschenadapter ab und stellen Sie sicher, dass der
Durchstechflaschenadapter auf der Durchstechflasche befestigt wird, die das rekonstituierte
Produkt enthält.
* Wiederholen Sie das Verfahren mit der entsprechenden Anzahl an zusätzlichen
Durchstechflaschen, Fertigspritzen und Durchstechflaschen-Adaptern.
* Ziehen Sie etwa 5 ml sterile Luft in die 50 ml Spritze (Polypropylen) auf. Schrauben Sie die
Spritze fest auf den Durchstechflaschen-Adapter, bis ein Widerstand fühlbar ist. Halten Sie die
Spritze leicht schräg, mit der Durchstechflasche nach unten gerichtet. Drücken Sie behutsam die
Kolbenstange, um ein wenig Luft in die Durchstechflasche zu injizieren. Drehen Sie die Spritzemit der Durchstechflasche auf den Kopf und ziehen Sie den Inhalt der Durchstechflasche in die
Spritze auf.
* Wiederholen Sie das oben genannte Verfahren mit den verbleibenden Durchstechflaschen mitrekonstituiertem Produkt, um das gewünschte Volumen in der Spritze zu erhalten.
* Für die Verabreichung muss ein Inline-Filter mit einer Porengröße im Bereich von 0,2 bis5 Mikrometer bereitgestellt werden. Stellen Sie sicher, dass die Spritze, der Infusionsschlauchund der Inline-Filter vor der Anwendung vorbereitet und frei von Luft sind.
* Die Spritze mit dem entsprechend rekonstituierten Produkt ist nun bereit für die Verabreichungin einer CE-gekennzeichneten Infusionspumpe (in die eine 50 ml Spritze passt).
* Die Infusionspumpe darf nur von geschultem Krankenhauspersonal bedient werden.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novo Nordisk A/S
Novo Allé
DK-2880 Bagsværd
Dänemark
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
NovoSeven 1 mg (50 kIE)
EU/1/96/006/008
NovoSeven 2 mg (100 kIE)
EU/1/96/006/009
NovoSeven 5 mg (250 kIE)
EU/1/96/006/010
NovoSeven 8 mg (400 kIE)
EU/1/96/006/011
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 23. Februar 1996
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. Februar 2006
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.