Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NINLARO 3mg kapseln
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
NINLARO 2,3 mg Hartkapseln
NINLARO 3 mg Hartkapseln
NINLARO 4 mg Hartkapseln
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
NINLARO 2,3 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 2,3 mg Ixazomib (entspricht 3,3 mg Ixazomibcitrat).
NINLARO 3 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 3 mg Ixazomib (entspricht 4,3 mg Ixazomibcitrat).
NINLARO 4 mg Hartkapseln
Jede Hartkapsel enthält 4 mg Ixazomib (entspricht 5,7 mg Ixazomibcitrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Hartkapsel.
NINLARO 2,3 mg Hartkapseln
Hellrosafarbene Hartkapsel aus Gelatine der Größe 4, mit der Bezeichnung 'Takeda“ auf dem
Kapseloberteil und der schwarzen Aufschrift '2,3 mg“ auf dem Kapselunterteil.
NINLARO 3 mg Hartkapseln
Hellgraue Hartkapsel aus Gelatine der Größe 4, mit der Bezeichnung 'Takeda“ auf dem
Kapseloberteil und der schwarzen Aufschrift '3 mg“ auf dem Kapselunterteil.
NINLARO 4 mg Hartkapseln
Hellorangefarbene Hartkapsel aus Gelatine der Größe 3, mit der Bezeichnung 'Takeda“ auf dem
Kapseloberteil und der schwarzen Aufschrift '4 mg“ auf dem Kapselunterteil.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
NINLARO ist in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason für die Behandlung des multiplen
Myeloms bei erwachsenen Patienten indiziert, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhaltenhaben.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung muss von einem Arzt, der Erfahrung in der Behandlung des multiplen Myelomsbesitzt, eingeleitet und überwacht werden.
DosierungDie empfohlene Initialdosis von Ixazomib beträgt 4 mg oral einmal wöchentlich an den Tagen 1, 8 und15 eines 28-tägigen Behandlungszyklus.
Die empfohlene Initialdosis von Lenalidomid beträgt 25 mg einmal täglich an den Tagen 1 bis 21eines 28-tägigen Behandlungszyklus.
Die empfohlene Initialdosis von Dexamethason beträgt 40 mg an den Tagen 1, 8, 15 und 22 eines28-tägigen Behandlungszyklus.
Dosierungsschema: Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason28-tägiger Zyklus (4-wöchiger Zyklus)
Woche 1 Woche 2 Woche 3 Woche 4
Tag 1 Tage Tag 8 Tage Tag Tage Tag Tage 232 bis 7 9 bis 14 15 16 bis 21 22 bis 28
Ixazomib
Lenalidomid täglich täglich täglich
Dexamethason = Einnahme des Arzneimittels
Für weitere Informationen zu Lenalidomid und Dexamethason, sind die Fachinformationen dieserbeiden Arzneimittel zu beachten.
Vor Beginn eines neuen Behandlungszyklus:
* Sollte die absolute Neutrophilenzahl ≥ 1 000/mm3 betragen.
* Sollte die Thrombozytenzahl ≥ 75 000/mm3 betragen.
* Sollten sich die nicht-hämatologischen Toxizitäten des Patienten nach Ermessen des Arztesauf den Zustand zu Behandlungsbeginn erholt haben oder ≤ Grad 1 sein.
Die Behandlung sollte durchgeführt werden, bis eine Krankheitsprogression oder eine inakzeptable
Toxizität auftritt. Die Behandlung mit Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethasonüber mehr als 24 Zyklen sollte auf einer individuellen Nutzen-Risiko-Bewertung basieren, da über24 Zyklen hinausgehende Daten zur Verträglichkeit und Toxizität nur in begrenztem Umfang vorliegen(siehe Abschnitt 5.1).
Verspätete oder vergessene Einnahme
Für den Fall, dass eine Dosis Ixazomib nicht rechtzeitig eingenommen oder vergessen wurde, solltediese Dosis nur dann eingenommen werden, wenn der Zeitraum bis zur nächsten geplanten Einnahmenoch mehr als 72 Stunden beträgt. Eine verpasste Dosis sollte nicht eingenommen werden, wenn der
Zeitraum bis zur nächsten geplanten Dosis kürzer ist als ≥ 72 Stunden. Es sollte keine doppelte Dosiseingenommen werden, um die verpasste Dosis auszugleichen.
Wenn ein Patient nach der Einnahme einer Dosis erbricht, sollte die Dosis nicht erneut eingenommenwerden, die Einnahme sollte zum nächsten geplanten Zeitpunkt fortgeführt werden.
DosisanpassungenDie Schritte zur Dosisreduktion von Ixazomib sind in Tabelle 1 und die Dosisanpassungsleitlinien in
Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 1: Schritte zur Dosisreduktion von Ixazomib
Empfohlene Initialdosis* Erste Reduzierung auf Zweite Reduzierung auf
Abbruch4 mg 3 mg 2,3 mg
*Bei vorhandenen mäßigen oder schweren Leberfunktionsstörungen, schweren Nierenfunktionsstörungen oderterminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz wird eine reduzierte Dosis von 3 mg empfohlen.
Da Thrombozytopenie, Neutropenie und Hautausschlag sowohl unter Ixazomib wie auch unter
Lenalidomid auftreten können, wird eine wechselnde Dosisanpassung empfohlen. Bei diesen
Toxizitäten besteht der erste Schritt der Dosisanpassung in der Aussetzung/Reduktion von
Lenalidomid. Ziehen Sie auch die Schritte zur Dosisreduktion für diese Toxizitäten aus der
Fachinformation zu Lenalidomid, Abschnitt 4.2 hinzu.
Tabelle 2: Richtlinien zur Dosisanpassung für Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und
DexamethasonHämatologische Toxizitäten Handlungsempfehlungen
Thrombozytopenie (Thrombozytenzahl)
Thrombozytenzahl < 30 000/mm3 * Die Ixazomib- und Lenalidomidbehandlung aussetzen,bis die Thrombozytenzahl ≥ 30 000/mm3 ist.
* Lenalidomid nach der Erholung mit dernächstniedrigeren Dosis (gemäß Fachinformation) und
Ixazomib mit der zuletzt eingenommenen Dosisfortsetzen.
* Wenn die Thrombozytenzahl erneut auf < 30 000/mm3fällt, die Ixazomib- und Lenalidomid-Behandlungaussetzen, bis die Thrombozytenzahl ≥ 30 000/mm3 ist.
* Ixazomib nach der Erholung mit der nächstniedrigeren
Dosis und Lenalidomid mit der zuletzt eingenommenen
Dosis fortsetzen.*
Neutropenie (absolute Neutrophilenzahl)
Absolute Neutrophilenzahl * Die Ixazomib- und Lenalidomidbehandlung aussetzen,< 500/mm3 bis die absolute Neutrophilenzahl ≥ 500/mm3 beträgt.
Gemäß den klinischen Leitlinien kann auch das
Hinzufügen eines G-CSF in Betracht gezogen werden.
* Lenalidomid nach der Erholung mit dernächstniedrigeren Dosis (gemäß Fachinformation) und
Ixazomib mit der zuletzt eingenommenen Dosisfortsetzen.
* Wenn die absolute Neutrophilenzahl erneut auf< 500/mm fällt, die Ixazomib- und
Lenalidomidbehandlung aussetzen, bis die absolute
Neutrophilenzahl wieder ≥ 500/mm3 beträgt.
* Ixazomib nach der Erholung mit der nächstniedrigeren
Dosis und Lenalidomid mit der zuletzt eingenommenen
Dosis fortsetzen.*
Nicht hämatologische Toxizitäten Handlungsempfehlungen
HautausschlagGrad† 2 oder 3 * Die Lenalidomid-Behandlung aussetzen, bis der
Hautausschlag auf ≤ Grad 1 zurückgegangen ist.
* Nach der Erholung Lenalidomid mit dernächstniedrigeren Dosis (gemäß Fachinformation)fortsetzen.
* Bei einem erneuten Hautausschlag der Ausprägung
Grad 2 oder Grad 3 die Ixazomib- und
Lenalidomidbehandlung aussetzen, bis der
Hautausschlag auf ≤ Grad 1 zurückgegangen ist.
* Ixazomib nach der Erholung mit der nächstniedrigeren
Dosis und Lenalidomid mit der zuletzt eingenommenen
Dosis fortsetzen.*
Grad 4 Behandlung absetzen.
Periphere NeuropathiePeriphere Neuropathie Grad 1 mit * Die Ixazomib-Behandlung aussetzen, bis sich die
Schmerzen oder periphere periphere Neuropathie auf ≤ Grad 1 ohne Schmerzen
Neuropathie Grad 2 oder den Zustand zu Behandlungsbeginn verbessert hat.
* Ixazomib nach der Erholung mit der zuletzteingenommenen Dosis fortsetzen.
Periphere Neuropathie Grad 2 mit * Die Ixazomib-Behandlung aussetzen. Bevor die
Schmerzen oder periphere Einnahme von Ixazomib fortgesetzt wird, sollten sich
Neuropathie Grad 3 die Toxizitäten, nach Ermessen des Arztes, zunächstauf den Zustand des Patienten zu Behandlungsbeginnoder ≤ Grad 1 verbessert haben.
* Die Ixazomib-Behandlung nach der Erholung mit dernächstniedrigeren Dosisstufe fortsetzen.
Periphere Neuropathie Grad 4 Behandlung absetzen.
Weitere nicht-hämatologische Toxizitäten
Weitere nicht-hämatologische * Ixazomib-Behandlung aussetzen. Bevor die Einnahme
Toxizitäten Grad 3 oder 4 von Ixazomib fortgesetzt wird, sollten sich die
Toxizitäten, nach Ermessen des Arztes, zunächst aufden Zustand des Patienten zu Behandlungsbeginn oder≤ Grad 1 verbessert haben.
* Wenn die Toxizitäten als Ixazomib-bedingt bewertetwerden, sollte die Ixazomib-Behandlung nach der
Erholung mit der nächstniedrigeren Dosis fortgesetztwerden.
*Bei zusätzlichen Ereignissen eine weitere wechselnde Dosisanpassung von Lenalidomid und Ixazomibvornehmen.†Die Gradeinteilung basiert auf den Kriterien der National Cancer Institute Common Terminology (CTCAE)
Version 4.03.
Begleitmedikation
Bei Patienten, die mit Ixazomib behandelt werden, sollte zur Reduktion des Risikos einer
Herpes-zoster-Reaktivierung eine virostatische Prophylaxe in Betracht gezogen werden. Bei Patienten,die an Studien mit Ixazomib teilgenommen haben und eine virostatische Prophylaxe erhielten, zeigtesich eine geringere Inzidenz von Herpes-zoster-Infektionen, verglichen mit Patienten, die keine
Prophylaxe erhielten.
Für Patienten, die mit Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason behandeltwerden, wird eine Thromboseprophylaxe empfohlen. Diese sollte auf der Beurteilung der zugrundeliegenden Risikofaktoren des Patienten und seinem klinischen Status basieren.
Für weitere eventuell erforderliche begleitende Arzneimittel sind die aktuellen Fachinformationen von
Lenalidomid und Dexamethason zu beachten.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenFür Patienten über 65 Jahren ist keine Dosisanpassung von Ixazomib erforderlich.
In der klinischen Studie brachen 13 Patienten, die älter waren als 75 Jahre (28 %) aus der
Ixazomib-Gruppe und 10 Patienten aus der Placebo-Gruppe (16 %) die Behandlung ab. Kardiale
Arrhythmien traten bei 10 Patienten, die älter waren als 75 Jahre (21 %) in der Ixazomib-Gruppe und9 Patienten in der Placebo-Gruppe (15 %) auf.
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin ≤ der Obergrenze des
Normalbereichs (ULN) und Aspartat-Aminotransferase (AST) > ULN oder Gesamt-Bilirubin> 1 - 1,5 x ULN unabhängig vom AST-Wert) ist keine Dosisanpassung von Ixazomib erforderlich. Diereduzierte Dosis von 3 mg wird bei Patienten mit mäßig (Gesamt-Bilirubin > 1,5 - 3 x ULN) oderschwer (Gesamt-Bilirubin > 3 x ULN) eingeschränkter Leberfunktion empfohlen (siehe
Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance≥ 30 ml/min) ist keine Dosisanpassung von Ixazomib erforderlich. Bei Patienten mit schweren
Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) und terminaler dialysepflichtiger
Niereninsuffizienz wird die reduzierte Dosis von 3 mg empfohlen. Ixazomib ist nicht dialysierbar undkann deshalb ohne Berücksichtigung des Dialysezeitpunkts gegeben werden (siehe Abschnitt 5.2).
Für Dosierungsempfehlungen für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die
Fachinformation zu Lenalidomid zu beachten.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Ixazomib bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor.
Art der AnwendungIxazomib ist zum Einnehmen.
Ixazomib wird an den Tagen 1, 8 und 15 jedes Behandlungszyklus, jeweils in etwa zur gleichen Zeitspätestens 1 Stunde vor oder frühestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen (siehe
Abschnitt 5.2). Die Kapsel ist als Ganzes mit Wasser zu schlucken. Die Kapsel darf nicht zerbrochen,zerkaut oder geöffnet werden (siehe Abschnitt 6.6).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Da Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason angewendet wird, sind die
Fachinformationen dieser Arzneimittel im Hinblick auf zusätzliche Kontraindikationen zu beachten.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Da Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason angewendet wird, sind die
Fachinformationen dieser Arzneimittel im Hinblick auf zusätzliche Warnhinweise und
Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.
ThrombozytopenieThrombozytopenie wurde bei mit Ixazomib behandelten Patienten berichtet (siehe Abschnitt 4.8),wobei der Thrombozyten-Nadir in der Regel zwischen den Tagen 14 - 21 eines jeden 28-tägigen
Zyklus auftrat und bis zum Beginn des nächsten Zyklus eine Erholung auf den Ausgangswert erfolgte(siehe Abschnitt 4.8).
Während der Behandlung mit Ixazomib sollten die Thrombozytenzahlen mindestens monatlichkontrolliert werden. Gemäß der Fachinformation von Lenalidomid sollte in den ersten drei Zyklen einehäufigere Kontrolle in Betracht gezogen werden. Eine Thrombozytopenie kann mit Dosisanpassungen(siehe Abschnitt 4.2) und Thrombozyten-Transfusionen gemäß den medizinischen Leitlinien behandeltwerden.
Gastrointestinale Toxizitäten
Bei mit Ixazomib behandelten Patienten wurden Diarrhoe, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechenberichtet, wobei gelegentlich Antiemetika und Antidiarrhoika sowie eine unterstützende Therapieerforderlich waren (siehe Abschnitt 4.8). Bei schweren (Grad 3 - 4) Symptomen sollte eine
Dosisanpassung erfolgen (siehe Abschnitt 4.2). Im Fall von schweren gastrointestinalen Störungenwird empfohlen, die Kalium-Spiegel zu kontrollieren.
Periphere NeuropathieBei mit Ixazomib behandelten Patienten wurden Fälle von peripherer Neuropathie gemeldet (siehe
Abschnitt 4.8). Patienten sollten auf Symptome einer peripheren Neuropathie hin überwacht werden.
Bei Patienten mit neu auftretender oder sich verschlechternder peripherer Neuropathie kann eine
Dosisanpassung erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.2).
Peripheres ÖdemBei mit Ixazomib behandelten Patienten wurden periphere Ödeme gemeldet (siehe Abschnitt 4.8). Diezugrunde liegenden Ursachen sollten untersucht werden und die Patienten müssen gegebenenfalls eineunterstützende Therapie erhalten. Die Dosierung von Dexamethason ist gemäß Fachinformationanzupassen bzw. die von Ixazomib bei Symptomen der Grade 3 oder 4 (siehe Abschnitt 4.2).
HautreaktionenBei mit Ixazomib behandelten Patienten wurden Ausschläge gemeldet (siehe Abschnitt 4.8). Bei
Grad 2 oder höher ist eine unterstützende Therapie bzw. eine Dosisanpassung angezeigt (siehe
Abschnitt 4.2). In seltenen Fällen wurden im Zusammenhang mit der Behandlung mit Ixazomib auchschwere Hautreaktionen (SCARs) einschließlich toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und
Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) gemeldet, die lebensbedrohlich oder tödlich sein können (siehe
Abschnitt 4.8).
Zum Zeitpunkt der Verschreibung sollten die Patienten auf entsprechende Anzeichen und Symptomehingewiesen und engmaschig auf Hautreaktionen überwacht werden. Beim Auftreten von Anzeichenund Symptomen, die auf diese Reaktionen hinweisen, sollte Ixazomib sofort abgesetzt und einealternative Behandlung in Erwägung gezogen werden (soweit angemessen).
Wenn der Patient unter der Anwendung von Ixazomib eine schwerwiegende Reaktion wie SJS oder
TEN entwickelt hat, darf die Behandlung mit Ixazomib bei diesem Patienten zu keinem Zeitpunktwieder aufgenommen werden.
Thrombotische MikroangiopathieEs wurden Fälle von thrombotischer Mikroangiopathie (TMA), einschließlichthrombotisch-thrombozytopenischer Purpura (TTP), bei Patienten berichtet, die Ixazomib erhielten.
Einige dieser Fälle verliefen tödlich. Es sollte eine Überwachung auf Anzeichen und Symptome von
TMA erfolgen. Bei Verdacht dieser Diagnose ist Ixazomib abzusetzen und die Patienten sind auf einemögliche TMA hin zu untersuchen. Bei Ausschluss der Diagnose TMA kann die Verabreichung von
Ixazomib wieder aufgenommen werden. Die Sicherheit einer erneuten Ixazomibtherapie bei Patienten,bei denen zuvor eine TMA aufgetreten ist, ist nicht bekannt.
HepatotoxizitätBei mit Ixazomib behandelten Patienten wurden gelegentlich arzneimittelbedingte Leberschäden,hepatozelluläre Schädigungen, hepatische Steatose, cholestatische Hepatitis und Hepatotoxizitätgemeldet (siehe Abschnitt 4.8). Die Leberenzymwerte sollten regelmäßig überwacht und die Dosissollte bei Symptomen der Grade 3 oder 4 angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2).
SchwangerschaftFrauen sollten während der Behandlung mit Ixazomib vermeiden, schwanger zu werden. Wenn
Ixazomib während einer Schwangerschaft angewendet wird oder wenn eine Patientin während der
Behandlung mit Ixazomib schwanger wird, sollte sie auf die potenzielle Gefahr für den Fötushingewiesen werden.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Ixazomib und für 90 Tage nach
Beendigung der Behandlung äußerst zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden (siehe
Abschnitte 4.5 und 4.6). Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten zusätzlich eine
Barrieremethode zur Empfängnisverhütung anwenden.
Posteriores reversibles Enzephalopathie-SyndromPosteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) trat bei Patienten unter der Behandlung mit
Ixazomib auf. PRES ist eine seltene, reversible, neurologische Störung, die sich mit epileptischen
Anfällen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen und Sehstörungen zeigenkann. Eine Tomographie des Gehirns, vorzugsweise Magnetresonanztomographie, wird für die
Bestätigung der Diagnose verwendet. Wenn Patienten PRES entwickeln, ist die Behandlung mit
Ixazomib abzubrechen.
Starke CYP3A-InduktorenStarke Induktoren können die Wirksamkeit von Ixazomib verringern. Daher sollte die gleichzeitige
Anwendung von starken CYP3A-Induktoren wie Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin und
Johanniskraut (Hypericum perforatum) vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5 und 5.2). Patienten, beidenen die Behandlung mit einem starken CYP3A-Induktor zusammen mit Ixazomib nicht vermiedenwerden kann, müssen hinsichtlich des Krankheitsverlaufs engmaschig kontrolliert werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Pharmakokinetische WechselwirkungenCYP-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Ixazomib und Clarithromycin, einem starken CYP3A-Inhibitor,führte zu keiner klinisch relevanten Änderung der systemischen Exposition von Ixazomib. Die Cmaxvon Ixazomib sank um 4 % und die AUC erhöhte sich um 11 %. Folglich sind bei gleichzeitiger
Anwendung von Ixazomib und starken CYP3A-Inhibitoren keine Dosisanpassungen erforderlich.
Gemäß den Ergebnissen einer pharmakokinetischen (PK) Populationsanalyse führte die gleichzeitige
Anwendung von Ixazomib und starken CYP1A2-Inhibitoren zu keiner klinisch bedeutenden Änderungder systemischen Exposition von Ixazomib. Folglich sind bei gleichzeitiger Anwendung von Ixazomibund starken CYP1A2-Inhibitoren keine Dosisanpassungen erforderlich.
CYP-Induktoren
Bei gleichzeitiger Anwendung von Ixazomib und Rifampicin verringerte sich Cmax um 54 % und die
AUC um 74 %. Folglich wird die gleichzeitige Anwendung von Ixazomib und starken
CYP3A Induktoren nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Wechselwirkungen von Ixazomib mit anderen Arzneimitteln
Ixazomib ist kein reversibler oder zeitabhängiger Inhibitor der CYP 1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6,oder 3A4/5. Ixazomib induzierte nicht die CYP1A2-, CYP2B6- und CYP3A4/5-Aktivität oder dieentsprechenden immunreaktiven Proteinspiegel. Es wird nicht erwartet, dass Ixazomib über eine
CYP-Inhibition oder -Induktion Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln hervorruft.
Transporter-basierte Interaktionen
Ixazomib ist ein Substrat von P-gp mit geringer Affinität. Ixazomib ist kein Substrat von BCRP,
MRP2 oder hepatischen OATP. Ixazomib ist kein Inhibitor von P-gp, BCRP, MRP2, OATP1B1,
OATP1B3, OCT2, OAT1, OAT3, MATE1 oder MATE2-K. Es wird nicht erwartet, dass Ixazomib
Transporter-vermittelte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln hervorruft.
Orale KontrazeptivaWenn Ixazomib zusammen mit Dexamethason, einem bekannt schwachen bis mäßigen
CYP3A4-Induktor sowie Induktor anderer Enzyme und Transporter, gegeben wird, muss das Risikoeiner reduzierten Wirksamkeit von oralen Kontrazeptiva berücksichtigt werden. Frauen, diehormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten zusätzlich eine Barrieremethode zur
Empfängnisverhütung anwenden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Da Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason gegeben wird, sind auch die
Fachinformationen dieser beiden Arzneimittel für weitere Informationen zu Fertilität,
Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten.
Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Gebärfähige weibliche und zeugungsfähige männliche Patienten müssen während und bis zu 90 Tagenach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Ixazomib wird beigebärfähigen Frauen, die keine Verhütungsmethode anwenden, nicht empfohlen.
Wenn Ixazomib zusammen mit Dexamethason, einem bekannt schwachen bis mäßigen
CYP3A4-Induktor sowie Induktor anderer Enzyme und Transporter, gegeben wird, muss das Risikoeiner reduzierten Wirksamkeit von oralen Kontrazeptiva berücksichtigt werden. Frauen, die oralehormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten aus diesem Grund zusätzlich eine Barrieremethode zur
Empfängnisverhütung anwenden.
SchwangerschaftDie Anwendung von Ixazomib während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, da der Fötus bei
Verabreichung an schwangere Frauen geschädigt werden kann. Frauen sollten während der
Behandlung mit Ixazomib eine Schwangerschaft vermeiden.
Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Ixazomib bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Ixazomib wird in Kombination mit Lenalidomid gegeben. Lenalidomid ist mit Thalidomidstrukturverwandt, Thalidomid ist bekanntermaßen ein Humanteratogen, das schwerelebensbedrohliche Missbildungen verursacht. Wenn Lenalidomid während der Schwangerschaftgenommen wird, ist eine teratogene Wirkung beim Menschen zu erwarten. Alle Patientinnen müssendie Vorgaben des Programms zur Schwangerschaftsverhütung für Lenalidomid einhalten, es sei denn,es kann zuverlässig nachgewiesen werden, dass die Patientin nicht gebärfähig ist. Die aktuelle
Fachinformation zu Lenalidomid ist zu beachten.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Ixazomib oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Dazu liegenkeine tierexperimentellen Daten vor. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossenwerden. Das Stillen sollte aus diesem Grund abgebrochen werden.
Ixazomib wird in Kombination mit Lenalidomid gegeben und aufgrund der Anwendung von
Lenalidomid muss das Stillen beendet werden.
FertilitätFertilitätsstudien mit Ixazomib wurden nicht durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenIxazomib hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. In klinischen Studien wurden Müdigkeit und Schwindel beobachtet. Patienten solltenangewiesen werden, beim Auftreten dieser Symptome kein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zubedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Da Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason angewendet wird, sind die
Fachinformationen dieser Arzneimittel im Hinblick auf zusätzliche Nebenwirkungen zu beachten.
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDas Sicherheitsprofil von NINLARO basiert auf den verfügbaren Daten aus klinischen Studien undden bisherigen Erfahrungen aus Anwendungsbeobachtungen. Die unten beschriebenen und in
Tabelle 3 aufgeführten Häufigkeiten von Nebenwirkungen wurden auf der Grundlage von Daten ausklinischen Studien ermittelt.
Sofern nicht anders angegeben, handelt es sich bei den angegebenen Daten um gepoolte
Sicherheitsdaten aus der globalen Phase-III-Zulassungsstudie C16010 (n = 720) und derdoppelblinden, placebokontrollierten C16010 China-Fortsetzungsstudie (n = 115). Die häufigsten
Nebenwirkungen (≥ 20 %), die bei 418 Patienten in der Ixazomib-Behandlungsgruppe und bei 417
Patienten in der Placebo-Gruppe auftraten, waren Diarrhoe (47 % vs. 38 %), Thrombozytopenie (41 %vs. 24 %), Neutropenie (37 % vs. 36 %), Verstopfung (31 % vs. 24 %), Infektionen der oberen
Atemwege (28 % vs. 24 %), periphere Neuropathie (28 % vs. 22 %), Übelkeit (28 % vs. 20 %),
Rückenschmerzen (25 % vs. 21 %), Hautausschlag (25 % vs. 15 %), periphere Ödeme (24 % vs.
19 %), Erbrechen (23 % vs. 12 %) und Bronchitis (20 % vs. 15 %). Schwerwiegende Nebenwirkungenwurden bei ≥ 2 % der Patienten berichtet, insbesondere Diarrhoe (3 %), Thrombozytopenie (2 %) und
Bronchitis (2 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie entsprechenden Häufigkeitskategorien für jede Nebenwirkung basieren auf der folgenden
Konvention: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten(≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000); und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Systemorganklasse sind die Nebenwirkungender Häufigkeit nach sortiert. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen werden zuerst genannt.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen mit absteigendem Schweregradgenannt.
Tabelle 3: Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Ixazomib in Kombination mit Lenalidomidund Dexamethason (alle Grade, Grad 3 und Grad 4) behandelt wurden
Systemorganklasse/Nebenwirkung Nebenwirkungen Nebenwirkungen Nebenwirkungen(alle Grade) Grad 3 Grad 4
Infektionen und parasitäre ErkrankungenInfektionen der oberen Atemwege Sehr häufig Häufig
Bronchitis Sehr häufig Häufig
Herpes zoster Häufig Häufig
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsThrombozytopenie* Sehr häufig Sehr häufig Häufig
Neutropenie* Sehr häufig Sehr häufig Häufig
Thrombotische Mikroangiopathie Selten Selten
Thrombotisch-thrombozytopenische Selten Selten Selten
Purpura†
Erkrankungen des ImmunsystemsAnaphylaktische Reaktion† Selten Sehr selten Sehr selten
Angiödem† Selten Selten
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenTumorlysesyndrom† Selten Selten Selten
Erkrankungen des NervensystemsPeriphere Neuropathien* Sehr häufig Häufig
Posteriores reversibles Selten Selten Selten
Enzephalopathie-Syndrom*†
Transverse Myelitis† Selten Selten
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsDiarrhoe Sehr häufig Häufig
Konstipation Sehr häufig Gelegentlich
Übelkeit Sehr häufig Häufig
Erbrechen Sehr häufig Gelegentlich
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHautausschlag* Sehr häufig Häufig
Stevens-Johnson-Syndrom† Selten Selten
Akute febrile neutrophile Dermatose Selten Selten
Toxische epidermale Nekrolyse† Selten Selten
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenRückenschmerzen Sehr häufig Gelegentlich
Arthralgie Sehr häufig Häufig
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortPeripheres Ödem Sehr häufig Häufig
Fieber Sehr häufig Gelegentlich
* Repräsentiert eine Zusammenfassung der bevorzugten Begriffe† Außerhalb der Phase-III-Studien berichtet
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAbbrüche
Für jede Nebenwirkung wurden bei ≤ 3 % der Patienten, die mit Ixazomib behandelt wurden, einesoder mehrere der drei Arzneimittel abgesetzt.
ThrombozytopenieBei 2 % der Patienten sowohl in der Ixazomib-Behandlungsgruppe als auch in der Placebo-Gruppe lagdie Thrombozytenzahl während der Behandlung bei ≤ 10 000/mm3. Bei weniger als 1 % der Patientenbeider Behandlungsgruppen lag die Thrombozytenzahl während der Behandlung bei ≤ 5 000/mm3. Bei2 % der Patienten in der Ixazomib-Behandlungsgruppe und bei 3 % der Patienten in der
Placebo-Gruppe wurden ein oder mehrere der drei Arzneimittel aufgrund der Thrombozytopenieabgesetzt. Die Thrombozytopenie führte nicht zu einem Anstieg von Blutungsereignissen oder
Thrombozytentransfusionen.
Gastrointestinale Toxizitäten
Bei 2 % der Patienten in der Ixazomib-Behandlungsgruppe und bei 1 % der Patienten in der
Placebo-Behandlungsgruppe wurden ein oder mehrere Arzneimittel aufgrund von Diarrhoe abgesetzt.
HautausschlagBei 25 % der Patienten in der Ixazomib-Behandlungsgruppe verglichen mit 15 % der Patienten in der
Placebo-Gruppe trat Hautausschlag auf. Die häufigste Art des Hautausschlags war makulopapulöserund makulöser Hautausschlag. Bei 3 % der Patienten in der Ixazomib-Gruppe verglichen mit 2 % der
Patienten in der Placebo-Gruppe trat Hautausschlag Grad 3 auf. Bei < 1 % der Patienten aus beiden
Behandlungsgruppen wurden ein oder mehrere Arzneimittel aufgrund von Hautausschlag abgesetzt.
Periphere NeuropathieBei 28 % der Patienten in der Ixazomib-Behandlungsgruppe verglichen mit 22 % der Patienten in der
Placebo-Gruppe trat eine periphere Neuropathie auf. Bei 2 % der Patienten in der
Ixazomib-Behandlungsgruppe verglichen mit 1 % der Patienten in der Placebo-Gruppe wurdenperiphere Neuropathie-Nebenwirkungen von Grad 3 berichtet. Die Reaktion, die am häufigstenberichtet wurde, war eine periphere sensorische Neuropathie 21 % und 15 % in der Ixazomib- bzw.
Placebo-Gruppe). Eine periphere motorische Neuropathie wurde in beiden Behandlungsgruppen nurgelegentlich berichtet (< 1 %). Bei 3 % der Patienten in der Ixazomib-Behandlungsgruppe wurden einoder mehrere der drei Arzneimittel aufgrund der peripheren Neuropathie abgesetzt, im Vergleich zu< 1 % in der Placebo-Gruppe.
AugenerkrankungenAugenerkrankungen wurden in vielen unterschiedlichen Bezeichnungen gemeldet, die
Gesamthäufigkeit betrug bei den Patienten, die mit Ixazomib behandelt wurden, 34 % und 28 % beiden Patienten, die ein Placebo erhielten. Die häufigsten Nebenwirkungen waren verschwommenes
Sehen (6 % bei den Patienten, die mit Ixazomib behandelt wurden, und 5 % bei den Patienten, die ein
Placebo erhielten), trockenes Auge (6 % bei den Patienten, die mit Ixazomib behandelt wurden, und1 % bei den Patienten, die ein Placebo erhielten), Konjunktivitis (8 % bei den Patienten, die mit
Ixazomib behandelt wurden, und 2 % bei den Patienten, die ein Placebo erhielten) und Katarakt (13 %bei den Patienten, die mit Ixazomib behandelt wurden, und 17 % bei den Patienten, die ein Placeboerhielten). Nebenwirkungen mit Grad 3 wurden bei 6 % der Patienten in der
Ixazomib-Behandlungsgruppe und bei 8 % der Patienten in der Placebo-Gruppe gemeldet.
Andere NebenwirkungenIm gepoolten Datensatz aus der globalen Phase-III-Zulassungsstudie C16010 (n = 720) und derdoppelblinden placebokontrollierten China-Fortsetzungsstudie C16010 (n = 115) traten die folgenden
Nebenwirkungen mit ähnlichen Raten in beiden Behandlungsgruppen (Ixazomib und Placebo) auf:
Fatigue (28 % vs. 26 %), Appetitlosigkeit (13 % vs. 11 %), Hypotonie (5 % vs. 4 %),
Herzinsuffizienz† (jeweils 5 %), Arrhythmie† (17 % vs. 16 %) und Leberinsuffizienz einschließlich
Enzymveränderungen† (11 % vs. 9 %).
Die Häufigkeit von schweren (Grad 3 - 4) Hypokaliämie-Nebenwirkungen war in der
Ixazomib-Gruppe höher (7 %) als in der Placebo-Gruppe (2 %).
Über eine Pilzpneumonie und virale Pneumonie mit tödlichem Ausgang wurde bei Patienten, die
Ixazomib, Lenalidomid und Dexamethason in Kombination erhielten, selten berichtet.
† Standardisierte MedDRA-Abfragen (SMQs)
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Fälle von Überdosierung wurden bei Patienten, die NINLARO einnehmen, berichtet. Symptome einer
Überdosierung stimmen im Allgemeinen mit den bekannten Risiken von NINLARO überein (siehe
Abschnitt 4.8). Eine Überdosierung mit 12 mg (auf einmal eingenommen) führte zu schwerwiegenden
Nebenwirkungen wie starker Übelkeit, Aspirationspneumonie, Multiorganversagen und Tod.
Gegen eine Überdosierung von Ixazomib ist kein spezifisches Gegenmittel bekannt. Im Fall einer
Überdosierung sollte der Patient engmaschig auf Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) überwachtwerden und eine unterstützende Therapie erhalten. Ixazomib ist nicht dialysierbar (siehe
Abschnitt 5.2).
Überdosierungen traten am häufigsten bei Patienten am Beginn der Behandlung mit NINLARO auf.
Die Wichtigkeit der genauen Einhaltung aller Dosierungsanweisungen sollte mit den Patienten bei
Behandlungsbeginn besprochen werden. Weisen Sie die Patienten an, die empfohlene Dosierung strikteinzuhalten, da eine Überdosierung in einigen Fällen zum Tod geführt hat.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, andere Antineoplastische Mittel,
ATC-Code: L01XG03.
WirkmechanismusBei Ixazomibcitrat, einem Prodrug, handelt es sich um einen Stoff, der unter physiologischen
Bedingungen schnell in seine biologisch aktive Form, Ixazomib hydrolisiert wird.
Ixazomib ist ein oraler, hochgradig selektiver und reversibler Proteasom-Inhibitor. Ixazomib bindetund hemmt vorzugsweise die Chymotrypsin-ähnliche Aktivität der Beta-5-Untereinheit des20S-Proteasoms.
In vitro induziert Ixazomib die Apoptose unterschiedlicher Tumorzellen. Ixazomib zeigte einein vitro-Zytotoxizität gegenüber Myelomzellen von Patienten mit einem Rezidiv nach mehrerenvorherigen Therapien wie Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason. Die Kombination von
Ixazomib und Lenalidomid zeigte in vielen Myelomzelllinien synergistische zytotoxische Wirkungen.
In vivo zeigte Ixazomib in verschiedenen Xenograft-Tumormodellen, einschließlich Modellen desmultiplen Myeloms, Antitumor-Aktivität. In vitro beeinflusste Ixazomib Zelltypen, die in der
Mikroumgebung des Knochenmarks gefunden werden, einschließlich vaskuläre Endothelzellen,
Osteoklasten und Osteoblasten.
Kardiale ElektrophysiologieBasierend auf den Ergebnissen einer pharmakokinetischen-pharmakodynamischen Datenanalyse von245 Patienten führt Ixazomib nicht zu einer klinisch relevanten Verlängerung des QTc-Intervalls. Beieiner Dosis von 4 mg wurde anhand der modellgestützten Analyse eine mittlere Änderung vom
QTcF-Ausgangswert auf 0,07 ms (90 % KI, -0,22; 0,36) angenommen. Es gab keinen erkennbaren
Zusammenhang zwischen der Ixazomib-Konzentration und dem RR-Intervall, sodass davonausgegangen werden kann, dass Ixazomib keine klinisch relevanten Auswirkungen auf die
Herzfrequenz hat.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethasonwurde in einer international randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen
Phase-III-Überlegenheitsstudie (C16010) mit Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktäremmultiplen Myelom untersucht, die sich zuvor mindestens einer Therapielinie unterzogen hatten.
Insgesamt wurden 722 Patienten (Intent-to-treat-Population [ITT]) im Verhältnis 1:1 randomisiert, umentweder der Kombination Ixazomib, Lenalidomid und Dexamethason (n = 360, Ixazomib-Arm) oder
Placebo, Lenalidomid und Dexamethason (n = 362, Placebo-Arm) zugeteilt zu werden, mit
Behandlung bis zu Krankheitsprogression oder einer unakzeptablen Toxizität. Die in die Studieeingeschlossenen Patienten wiesen ein refraktäres (einschließlich primär refraktäres) multiples
Myelom auf, hatten ein Rezidiv nach einer vorherigen Therapielinie oder hatten ein Rezidiv undwaren refraktär auf irgendeine vorherige Therapielinie. Patienten, die vor der Krankheitsprogressiondie Therapie gewechselt hatten, waren ebenso zugelassen wie Patienten mit kontrollierten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nicht in die Phase-III-Studie eingeschlossen wurden Patienten, dierefraktär auf Lenalidomid oder Proteasom-Inhibitoren waren und Patienten, die mehr als dreivorherige Therapielinien erhalten hatten. Im Rahmen dieser Studie wird 'refraktäre Erkrankung“ als
Krankheitsprogression während der Behandlung oder Progression innerhalb von 60 Tagen nach derletzten Dosis von Lenalidomid oder eines Proteasom-Inhibitors definiert. Da für diese Patienten nurbegrenzt Daten zur Verfügung stehen, wird eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse empfohlen, bevormit der Behandlung mit Ixazomib begonnen wird.
Gemäß der Fachinformation zu Lenalidomid wurde für alle Patienten in beiden Behandlungsgruppeneine Thromboseprophylaxe empfohlen. Begleitende Arzneimittel wie Antiemetika, antivirale
Arzneimittel und Antihistaminika wurden prophylaktisch und/oder zur Behandlung von Symptomennach Ermessen des Arztes gegeben.
Die Patienten erhielten an den Tagen 1, 8, und 15 Ixazomib 4 mg oder Placebo plus Lenalidomid(25 mg) von Tag 1 bis 21 und Dexamethason (40 mg) an den Tagen 1, 8, 15 und 22 eines 28-tägigen
Zyklus. Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhielten eine Initialdosis Lenalidomidentsprechend der Fachinformation. Die Behandlung wurde bis zur Krankheitsprogression oderunakzeptablen Toxizitäten fortgeführt.
Demographie und Krankheitsmerkmale zu Studienbeginn zwischen den Studiengruppen warenausgeglichen und vergleichbar. Das mediane Alter lag bei 66 Jahren, Bereich 38 - 91 Jahre, 58 % der
Patienten waren älter als 65 Jahre. 57 % der Patienten waren männlich. 85 % der Studienpopulationwaren Kaukasier, 9 % Asiaten und 2 % Schwarze. Bei 93 % der Patienten lag der
ECOG-Performance-Status bei 0 - 1 und 12 % befanden sich zu Studienbeginn im ISS-Stadium III(n = 90). 25 % der Patienten hatten eine Kreatinin-Clearance von < 60 ml/min. 23 % der Patientenhatten eine Leichtkettenerkrankung und bei 12 % der Patienten waren nur freie Leichtkettennachweisbar. 19 % wiesen eine Hochrisiko-Zytogenetik (del[17], t[4;14], t[14;16]) (n = 137) auf. 10 %wiesen del(17) (n = 69) auf und 34 % 1q-Zugewinne (1q21) (n = 247). Die Patienten erhielten eine bisdrei vorherige Therapien (median = 1), wie z. B. eine vorherige Therapie mit Bortezomib (69 %),
Carfilzomib (< 1 %), Thalidomid (45 %), Lenalidomid (12 %) oder Melphalan (81 %). 57 % der
Patienten hatten sich zuvor einer Stammzelltransplantation unterzogen. 77 % der Patienten hatten ein
Rezidiv nach vorherigen Therapien und 11 % waren refraktär auf vorherige Therapien. Primärrefraktär, definiert durch stabile Erkrankung als bestes Ansprechen oder Krankheitsprogression aufalle vorherigen Therapien, wurde bei 6 % der Patienten dokumentiert.
Der primäre Endpunkt war definiert als progressionsfreies Überleben (PFS) gemäß den Kriterien der
International Myeloma Working Group (IMWG) 2011, bewertet durch ein verblindetes Independent
Review Committee (IRC), basierend auf zentral erhobenen Laborbefunden. Das Ansprechen wurdealle 4 Wochen bis zur Krankheitsprogression bewertet. Bei der ersten Auswertung (mediane Dauer der
Nachbeobachtung: 14,7 Monate und ein Median von 13 Zyklen) unterschied sich das PFS in denbeiden Behandlungsarmen statistisch signifikant. Die Ergebnisse zum PFS sind in Tabelle 4 und
Abbildung 1 dargestellt. Die Verbesserung des PFS bei der Behandlung mit Ixazomib wurde von der
Verbesserung der Gesamtansprechrate gestützt.
Tabelle 4: Progressionsfreies Überleben und Ansprechraten bei Patienten mit multiplem
Myelom, die mit Ixazomib oder einem Placebo in Kombination mit Lenalidomid und
Dexamethason behandelt wurden (Intent-to-Treat Population, primäre Analyse)
Ixazomib + Lenalidomid Placebo + Lenalidomid undund Dexamethason Dexamethason(n = 360) (n = 362)
Progressionsfreies Überleben (PFS)
Ereignisse, n (%) 129 (36) 157 (43)
Median (Monate) 20,6 14,7p-Wert* 0,012
Hazard-Ratio† 0,74(95 % KI) (0,59; 0,94)
Gesamtansprechrate (ORR)‡, n 282 (78,3) 259 (71,5)(%)
Ansprechkategorie, n (%)
Vollständiges Ansprechen (CR) 42 (11,7) 24 (6,6)
Sehr gutes partielles Ansprechen 131 (36,4) 117 (32,3)(VGPR)
Partielles Ansprechen (PR) 109 (30,3) 118 (32,6)
Zeit bis zum Ansprechen, Monate
Median 1,1 1,9
Dauer des Ansprechens§, Monate
Median 20,5 15,0
*Der p-Wert basiert auf dem stratifizierten Log-Rank-Test.†Die Hazard-Ratio basiert auf einem stratifizierten Cox-Modell (proportionales Hazard-Modell). Eine
Hazard-Ratio unter 1 ist ein Indiz für den Nutzen der Ixazomib-Behandlung.‡ORR = CR+VGPR+PR§Basierend auf Respondern in der für das Ansprechen auswertbaren Population.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Diagramm des progressionsfreien Überlebens (PFS) in der
Intent-to-Treat Population (primäre Analyse)
Eine zweite, nicht-inferentielle PFS-Analyse wurde mit einer medianen Nachbeobachtung von23 Monaten durchgeführt. Bei dieser Analyse lag das ermittelte mediane PFS in der Ixazomib-Gruppebei 20 Monaten und bei 15,9 Monaten in der Placebo-Gruppe (HR = 0,82 [95 % CI (0,67; 1,0)]) in der
ITT-Patientenpopulation. Bei Patienten mit einer vorangegangenen Behandlung betrug das mediane
PFS 18,7 Monate in der Ixazomib-Gruppe und 17,6 Monate in der Placebo-Gruppe (HR = 0,99). Bei
Patienten mit 2 oder 3 vorangegangenen Behandlungen betrug das PFS in der Ixazomib-Gruppe22,0 Monate und in der Placebo-Gruppe 13,0 Monate (HR = 0,62).
Bei der abschließenden Analyse des Gesamtüberlebens bei einer medianen Nachbeobachtungsdauervon etwa 85 Monaten betrug das mediane Gesamtüberleben (OS) in der ITT-Population 53,6 Monatebei Patienten in der Ixazomib-Gruppe und 51,6 Monate bei Patienten in der Placebo-Gruppe(HR = 0,94 [95 % CI: 0,78, 1,13; p = 0,495]). Bei Patienten mit einer vorangegangenen Behandlungbetrug das mediane OS 54,3 Monate in der Ixazomib-Gruppe und 58,3 Monate in der Placebogruppe(HR = 1,02 [95 % CI: 0,80, 1,29]). Bei Patienten mit 2 oder 3 vorangegangenen Behandlungen betrugdas mediane OS 53,0 Monate bei Patienten in der Ixazomib-Gruppe und 43,0 Monate bei Patienten inder Placebo-Gruppe (HR = 0,85 [95 % CI: 0,64, 1,11]).
Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie (n = 115) mit einem ähnlichen
Studiendesign und Aufnahmekriterien wurde in China durchgeführt. Bei vielen der Patienten, die indie Studie aufgenommen wurden, war die Erkrankung mit Durie-Salmon-Stadium III (69 %) bei der
Erstdiagnose fortgeschritten, die Vorgeschichte enthielt mindestens zwei Vorbehandlungen (60 %)und die Patienten waren refraktär auf Thalidomid (63 %). Bei der ersten Auswertung (mediane Dauerder Nachbeobachtung: 8 Monate und ein Median von 6 Zyklen), betrug das mediane PFS in der
Ixazomib-Gruppe 6,7 Monate verglichen mit 4 Monaten in der Placebo-Gruppe (p-Wert = 0,035,
HR = 0,60). Bei der abschließenden Auswertung des OS mit einer medianen Nachbeobachtung von19,8 Monaten hatte sich das OS bei Patienten in der Ixazomib-Gruppe gegenüber der Placebo-Gruppeverbessert [p-Wert = 0,0014, HR = 0,42, 95 % CI: 0,242, 0,726]).
Da das multiple Myelom eine heterogene Erkrankung ist, kann der Nutzen in den Subgruppen in der
Phase-III-Studie (C16010) variieren (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2: Forest-Plot-Darstellung des progressionsfreien Überlebens in Subgruppen
In der Phase-III-Studie (C16010) hatten 10 Patienten (5 davon in jedem Behandlungsarm) bei
Studienbeginn eine schwere Nierenfunktionsstörung. Von den 5 Patienten im Ixazomib-Arm zeigte ein
Patient ein bestätigtes partielles Ansprechen (PR), 3 eine bestätigte stabile Erkrankung (allerdingszeigten 2 ein unbestätigtes partielles Ansprechen [PR] und einer ein unbestätigtes sehr gutes partielles
Ansprechen [VGPR]). Von den 5 Patienten im Placebo-Arm zeigten 2 ein bestätigtes sehr gutespartielles Ansprechen (VGPR).
Die Lebensqualität, die anhand von globalen Quality of Life-Messinstrumenten (EORTC QLQ-C30und MY-20) ermittelt wurde, wurde während der Behandlung aufrechterhalten und war in beiden
Behandlungsgruppen in der Phase-III-Studie (C16010) ähnlich.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Ixazomib eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen mit multiplem Myelomgewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach oraler Anwendung wurde die höchste Ixazomib-Plasmakonzentration etwa eine Stunde nach der
Einnahme erreicht. Die mittlere absolute orale Bioverfügbarkeit lag bei 58 %. Die AUC von Ixazomibsteigt in einem Dosisbereich von 0,2 - 10,6 mg proportional an.
Bei der Einnahme zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit sank die Ixazomib-AUC um 28 %verglichen mit der Anwendung morgens auf nüchternen Magen (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungIxazomib ist zu 99 % an Plasmaproteine gebunden und verteilt sich mit einer Blut-Plasma-AUC-Ratiovon 10 in die roten Blutkörperchen. Das Verteilungsvolumen im Steady State liegt bei 543 l.
BiotransformationNach oraler Anwendung einer radiomarkierten Dosis wurden 70 % des gesamten Arzneimittels im
Plasma Ixazomib zugeordnet. Es wird erwartet, dass die Verstoffwechselung im Wesentlichen überzahlreiche CYP-Enzyme und Non-CYP-Proteine als Clearance-Mechanismus erfolgt. Bei klinischrelevanten Ixazomib-Konzentrationen zeigen In-vitro-Studien unter Verwendung von humanencDNA-exprimierten Cytochrom-P450-Isoenzymen, dass kein spezifisches CYP-Isoenzymüberwiegend zur Ixazomib-Verstoffwechselung beiträgt, Non-CYP-Proteine aber zur
Gesamt-Verstoffwechselung beitragen. In Konzentrationen, welche die klinisch beobachtetenübersteigen, wird Ixazomib durch zahlreiche CYP-Isoformen mit geschätzten relativen Anteilen von3A4 (42,3 %), 1A2 (26,1 %), 2B6 (16,0 %), 2C8 (6,0 %), 2D6 (4,8 %), 2C9 (4,8 %) und 2C9 (< 1 %)verstoffwechselt.
EliminationIxazomib weist ein multi-exponentielles Verteilungsprofil auf. Basierend auf einerpharmakokinetischen Populationsanalyse betrug die systemische Clearance (CL) circa 1,86 l/h miteiner interindividuellen Variabilität von 44 %. Die terminale Halbwertszeit (t1/2) von Ixazomib betrug9,5 Tage. An Tag 15 wurde bei einer wöchentlichen oralen Dosis eine zweifache Akkumulation der
AUC beobachtet.
AusscheidungNach der Verabreichung einer einzelnen oralen Dosis 14C-Ixazomib an 5 Patienten mit einerfortgeschrittenen Krebserkrankung wurden 62 % der verabreichten radioaktiven Substanz über den
Urin und 22 % über den Stuhl ausgeschieden. < 3,5 % unverändertes Ixazomib der verabreichten
Dosis wurde im Urin nachgewiesen.
Besondere PatientengruppenLeberfunktionsstörungBei Patienten mit normaler Leberfunktion und bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion(Gesamtbilirubin ≤ ULN und AST > ULN oder Gesamtbilirubin > 1 - 1,5 x ULN unabhängig vom
AST-Wert) gibt es, basierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse, keine signifikanten
Unterschiede in der Pharmakokinetik.
Die Pharmakokinetik von Ixazomib wurde bei Patienten mit normaler Leberfunktion bei 4 mg(n = 12), bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion bei 2,3 mg (Gesamtbilirubin> 1,5 - 3 x ULN, n = 13) bzw. bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion bei 1,5 mg(Gesamtbilirubin > 3 x ULN, n = 18) untersucht. Die AUC des freien Wirkstoffs im Plasma war bei
Patienten mit leicht oder stark eingeschränkter Leberfunktion um 27 % höher verglichen mit Patientenmit normaler Leberfunktion (siehe Abschnitt 4.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit normaler Nierenfunktion und bei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter
Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 30 ml/min) gibt es, basierend auf einer pharmakokinetischen
Populationsanalyse, keine signifikanten Unterschiede in der Pharmakokinetik.
Die Pharmakokinetik von Ixazomib wurde bei einer Dosis von 3 mg bei Patienten mit normaler
Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 90 ml/min, n = 18), bei Patienten mit stark eingeschränkter
Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min, n = 14) bzw. bei Patienten mit terminalerdialysepflichtiger Niereninsuffizienz (n = 6) untersucht. Die AUC des freien Wirkstoffs im Plasmawar bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion bzw. terminaler dialysepflichtiger
Niereninsuffizienz um 38 % höher verglichen mit Patienten mit normaler Nierenfunktion. Diewährend der Hämodialyse gemessenen Konzentrationen vor und nach Durchfluss durch das
Dialysegerät waren ähnlich und weisen darauf hin, dass Ixazomib nicht dialysierbar ist (siehe
Abschnitt 4.2).
Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit
Basierend auf den Ergebnissen einer pharmakokinetischen Populationsanalyse konnten keine klinischrelevanten Auswirkungen von Alter (23 - 91 Jahre), Geschlecht, Körperoberfläche (1,2 - 2,7 m2) oderethnischer Zugehörigkeit auf die Clearance von Ixazomib festgestellt werden. Bei asiatischen
Patienten lag die mittlere AUC um 35 % höher; es gab jedoch eine Überlappung bei den AUC-Wertenvon Ixazomib bei kaukasischen und asiatischen Patienten.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
MutagenitätIxazomib war im Reverse-Mutationstest an Bakterien (Ames-Test) nicht mutagen sowie im
Micronucleus Assay des Knochenmarks bei Mäusen nicht klastogen. Der in-vitro-Test zur
Klastogenität in humanen peripheren Blutlymphozyten mit Ixazomib war positiv. Ein
In vivo-COMET-Test bei Mäusen, in dem der prozentuale Anteil der Tail-DNA in Magen und Leberuntersucht wurde, war jedoch negativ. Insgesamt gibt es daher keine Anhaltspunkte für eingenotoxisches Risiko bei der Anwendung von Ixazomib.
Reproduktionstoxizität und embryo-fetale Entwicklung
Ixazomib führte bei trächtigen Ratten und Kaninchen nur bei maternal-toxischen Dosen und bei einer
Exposition leicht oberhalb des therapeutischen Dosisbereiches zu embryo-fetaler Toxizität. Studienzur Fertilität und frühen embryonalen Entwicklung sowie zur prä-und postnatalen Toxizität wurdenmit Ixazomib nicht durchgeführt. In Studien zur allgemeinen Toxizität wurden jedoch reproduktive
Gewebe untersucht. In Studien von 6 Monaten Dauer bei Ratten und 9 Monaten Dauer bei Hundenwaren keine Auswirkungen auf männliches oder weibliches reproduktives Gewebe zu erkennen, dieauf eine Ixazomib-Behandlung zurückzuführen waren.
Allgemeine Toxikologie und Pharmakologie
In multi-zyklischen Toxizitätsstudien bei Ratten und Hunden mit wiederholter Verabreichung gehörten
Gastrointestinaltrakt, Lymphgewebe und Nervensystem zu den wichtigsten Zielorganen. In einer9-monatigen Studie bei Hunden (10 Zyklen) mit oraler Verabreichung und einem Behandlungsschemaähnlich dem klinischen Behandlungsschema (28-tägiger Zyklus) wurden im Allgemeinen minimalemikroskopische neuronale Effekte und nur bei Dosen von 0,2 mg/kg (4 mg/m2) beobachtet. Mit
Ausnahme der neuronalen Befunde im lumbalen Spinalganglion und der Hinterstrangbahn waren die
Befunde in den Zielorganen nach dem Ende der Behandlung teilweise bis vollständig reversibel.
In einer Studie zur Verteilung im Gewebe bei Ratten nach oraler Verabreichung waren im Gehirn und
Rückenmark die geringsten Konzentrationen von allen Geweben nachweisbar, was den Schlussnahelegt, dass Ixazomib die Blut-Hirn-Schranke nur begrenzt passiert. Die Relevanz für Menschen istjedoch unbekannt.
Präklinische Studien zur Sicherheitspharmakologie, sowohl in vitro (an hERG-Kanälen) als auchin vivo (Telemetrie bei Hunden nach einmaliger oraler Verabreichung), zeigten bei einer AUC 8-fachüber der klinischen Exposition keine Auswirkungen von Ixazomib auf kardiovaskuläre oderrespiratorische Funktionen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
NINLARO 2,3 mg Hartkapseln
KapselinhaltMikrokristalline Cellulose
Magnesiumstearat
Talkum
KapselhülleGelatine
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-oxid (E 172)
DrucktinteSchellack
PropylenglycolKaliumhydroxid
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
NINLARO 3 mg Hartkapseln
KapselinhaltMikrokristalline Cellulose
Magnesiumstearat
Talkum
KapselhülleGelatine
Titandioxid (E 171)
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
DrucktinteSchellack
PropylenglycolKaliumhydroxid
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
NINLARO 4 mg Hartkapseln
KapselinhaltMikrokristalline Cellulose
Magnesiumstearat
Talkum
KapselhülleGelatine
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Eisen(III)-oxid (E 172)
DrucktinteSchellack
PropylenglycolKaliumhydroxid
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30 °C lagern. Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC-Aluminium/Aluminium-Blisterpackung mit 3 Kapseln, versiegelt in einer Blisterkarte.
In einem Umkarton befindet sich 1 Blisterkarte.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungIxazomib ist zytotoxisch. Die Kapsel sollte erst unmittelbar vor der Einnahme aus der Verpackunggenommen werden. Die Kapseln dürfen nicht geöffnet oder zerbrochen werden. Ein direkter Kontaktmit dem Inhalt der Kapsel ist zu vermeiden. Für den Fall, dass die Kapsel zerbricht, sollte während der
Reinigung das Aufwirbeln von Staub vermieden werden. Falls es zu einer Berührung gekommen ist,sorgfältig mit Seife und Wasser waschen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Takeda Pharma A/S
Delta Park 452665 Vallensbaek Strand
DänemarkmedinfoEMEA@takeda.com
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/16/1094/001
EU/1/16/1094/002
EU/1/16/1094/003
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21. November 2016
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 01. September 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.