Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NGENLA 60mg 60mg / 1.2ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Ngenla 24 mg Injektionslösung im FertigpenNgenla 60 mg Injektionslösung im Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ngenla 24 mg Injektionslösung im Fertigpen1 ml Lösung enthält 20 mg Somatrogon*.
Jeder Fertigpen enthält 24 mg Somatrogon in 1,2 ml Lösung.
Jeder Fertigpen gibt in einer Einzelinjektion Dosen von 0,2 mg bis 12 mg in Schritten von 0,2 mg ab.
Ngenla 60 mg Injektionslösung im Fertigpen1 ml Lösung enthält 50 mg Somatrogon*.
Jeder Fertigpen enthält 60 mg Somatrogon in 1,2 ml Lösung.
Jeder Fertigpen gibt in einer Einzelinjektion Dosen von 0,5 mg bis 30 mg in Schritten von 0,5 mg ab.
*Hergestellt durch rekombinante DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters(CHO-Zelllinie).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion).
Die Lösung ist klar und farblos bis leicht hellgelb und hat einen pH-Wert von 6,6.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Ngenla wird für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von 3 Jahren mit
Wachstumsstörung durch unzureichende Ausschüttung von Wachstumshormon angewendet.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte von Ärzten mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung im Bereich der
Diagnose und Behandlung von pädiatrischen Patienten mit Wachstumshormonmangel (growthhormone deficiency, GHD) eingeleitet und überwacht werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 0,66 mg/kg Körpergewicht, verabreicht einmal wöchentlich alssubkutane Injektion.
Mit jedem Fertigpen kann die vom Arzt verordnete Dosis eingestellt und verabreicht werden. Die
Dosis kann basierend auf der Fachkenntnis des Arztes hinsichtlich der individuellen Bedürfnisse des
Patienten auf- oder abgerundet werden.
Wenn eine höhere Dosis als 30 mg benötigt wird (d. h. Körpergewicht > 45 kg), müssen zwei
Injektionen verabreicht werden.
Startdosis für Patienten, die von einer täglichen Wachstumshormonanwendung wechselnBei Patienten mit Umstellung von täglich verabreichten Wachstumshormonpräparaten kann diewöchentliche Therapie mit Somatrogon mit einer Dosis von 0,66 mg/kg/Woche am Tag nach derletzten täglichen Injektion begonnen werden.
DosistitrationDie Somatrogon-Dosis kann bei Bedarf auf der Grundlage der Wachstumsgeschwindigkeit,unerwünschten Nebenwirkungen, des Körpergewichts und der Serumkonzentration des Insulin-like-
Growth-Factor-1 (IGF-1) angepasst werden.
Bei der Überwachung der IGF-1-Werte sollten die Proben 4 Tage nach der vorherigen Dosisgenommen werden. Dosisanpassungen sollten das Ziel haben, einen mittleren IGF-1-Standard
Deviation Score (SDS) im normalen Bereich zu erreichen, d. h. zwischen - 2 und + 2 (vorzugsweisenah an 0 SDS).
Bei Patienten, deren IGF-1-Serumkonzentration den mittleren Referenzwert für das jeweilige Alterund Geschlecht um mehr als 2 SDS überschreitet, sollte die Dosis von Somatrogon um 15 % reduziertwerden. Bei manchen Patienten kann mehr als eine Dosisreduktion erforderlich sein.
Bewertung der Behandlung und BehandlungsabbruchDie Bewertung der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sollte in 6 bis 12 Monatsintervallen angestrebtwerden und kann durch eine Bewertung der wachstumsrelevanten, biochemischen Parameter (IGF-1,
Hormone, Glukosespiegel) und dem Pubertätsstatus durchgeführt werden. Eine routinemäßige
Überwachung der Serum IGF-1-SDS Werte über den Zeitraum der Behandlung wird empfohlen.
Während der Pubertät muss die Untersuchung häufiger in Betracht gezogen werden.
Bei Anzeichen für einen Schluss der Epiphysenfugen muss die Behandlung abgebrochen werden(siehe Abschnitt 4.3). Die Behandlung muss auch abgebrochen werden, sobald die Patienten ihre
Endhöhe erreicht haben oder nah an ihrer Endhöhe sind, d. h. wenn die jährliche
Wachstumsgeschwindigkeit unter 2 cm/Jahr fällt oder das Knochenalter > 14 Jahre bei Mädchen oder> 16 Jahre bei Jungen beträgt.
Auslassen einer DosisDie Patienten sollten stets denselben Wochentag für die Verabreichung des Arzneimittels beibehalten.
Wenn eine Dosis ausgelassen wurde, sollte Somatrogon so bald wie möglich innerhalb von 3 Tagennach der ausgelassenen Dosis verabreicht werden. Anschließend sollte das gewohnte einmalwöchentliche Dosierungsschema wieder aufgenommen werden. Sind mehr als 3 Tage seit dem
Auslassen der Dosis vergangen, wird die vergessene Dosis übersprungen und die nächste Dosis amregulär geplanten Tag verabreicht. In beiden Fällen können die Patienten anschließend ihr gewohnteseinmal wöchentliches Dosierungsschema wieder aufnehmen.
Änderung des InjektionstagsDer Tag der wöchentlichen Injektion kann bei Bedarf geändert werden, sofern das Intervall zwischenzwei Dosen mindestens 3 Tage beträgt. Nach der Wahl eines neuen Injektionstags sollte die einmalwöchentliche Dosierung fortgesetzt werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenDie Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Somatrogon bei Patienten im Alter über 65 Jahren istnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
NierenfunktionsstörungEs wurden keine Studien zu Somatrogon bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen durchgeführt.
Eine Dosisempfehlung kann nicht gegeben werden.
LeberfunktionsstörungEs wurden keine Studien zu Somatrogon bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen durchgeführt.
Eine Dosisempfehlung kann nicht gegeben werden.
Kinder und JugendlicheDie Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Somatrogon bei Neugeborenen, Säuglingen und Kindernim Alter unter 3 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungSomatrogon wird als subkutane Injektion verabreicht.
Somatrogon wird in den Bauch, Oberschenkel, das Gesäß oder den Oberarm injiziert. Bei jeder
Verabreichung sollte eine andere Injektionsstelle gewählt werden. Injektionen in den Oberarm und indas Gesäß sollten von der Betreuungsperson verabreicht werden.
Der Patient und die Betreuungsperson sollten geschult werden, um sicherzustellen, dass die
Anwendungsweise verstanden wird und um die Selbst-Anwendung zu unterstützen.
Falls für die Verabreichung der vollständigen Dosis mehr als eine Injektion erforderlich ist, sollte fürjede Injektion eine andere Injektionsstelle gewählt werden.
Somatrogon wird einmal wöchentlich jeweils am selben Wochentag injiziert. Die Tageszeit istbeliebig.
Ngenla 24 mg Injektionslösung im FertigpenDer Fertigpen gibt Dosen von 0,2 mg bis 12 mg Somatrogon in Schritten von 0,2 mg (0,01 ml) ab.
Ngenla 60 mg Injektionslösung im FertigpenDer Fertigpen gibt Dosen von 0,5 mg bis 30 mg Somatrogon in Schritten von 0,5 mg (0,01 ml) ab.
Hinweise zum Arzneimittel vor der Verabreichung finden sich in Abschnitt 6.6 und am Ende der
Packungsbeilage.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Somatrogon (siehe Abschnitt 4.4) oder einen der in Abschnitt 6.1genannten sonstigen Bestandteile.
Basierend auf Erfahrungen mit täglich verabreichten Wachstumshormonpräparaten darf Somatrogonbei Vorliegen von etwaigen Anzeichen für eine Tumoraktivität nicht angewendet werden. Bevor eine
Therapie mit Wachstumshormonen (GH) begonnen werden kann, müssen intrakranielle Tumoreninaktiv und eine Antitumorbehandlung abgeschlossen sein. Bei Anzeichen eines Tumorwachstumsmuss die Behandlung abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Somatrogon darf bei Kindern mit geschlossenen Epiphysenfugen nicht zur Förderung des
Körperwachstums eingesetzt werden.
Patienten mit akuten kritischen Erkrankungen, die an Komplikationen nach operativen Eingriffen amoffenen Herzen, Operationen im Abdominalbereich, unfallbedingtem Polytrauma, akuterrespiratorischer Insuffizienz oder ähnlichen Erkrankungen leiden, dürfen nicht mit Somatrogonbehandelt werden (zu Patienten unter Substitutionstherapie, siehe Abschnitt 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
ÜberempfindlichkeitSchwerwiegende systemische Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie, Angioödem)wurden bei täglich angewendeten Wachstumshormonpräparaten berichtet. Falls es zu einerschwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion kommt, muss die Anwendung von Somatrogonumgehend beendet werden. Die Patienten sollten umgehend eine Standardbehandlung erhalten und biszum Abklingen der Krankheitszeichen und Symptome überwacht werden (siehe Abschnitt 4.3).
HypoadrenalismusBasierend auf publizierten Daten haben Patienten mit bestehendem Hypophysenhormonmangel oder
Risiko für einen solchen Mangel, die eine tägliche Wachstumshormontherapie erhalten,möglicherweise ein Risiko für verringerte Kortisolwerte im Serum und/ oder eine Aufdeckung einesbisher nicht diagnostizierten zentralen (sekundären) Hypoadrenalismus. Darüber hinaus kann bei
Patienten, die aufgrund eines zuvor diagnostizierten Hypoadrenalismus eine Glukokortikoid-
Substitutionstherapie erhalten, nach Beginn der Somatrogon-Therapie eine Erhöhung der Erhaltungs-oder Stressdosis erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.5). Patienten sollten auf verringerte Kortisolwerteim Serum und Patienten mit bekanntem Hypoadrenalismus auf die Notwendigkeit einer Erhöhung der
Glukokortikoiddosis überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).
Störung der Schilddrüsenfunktion
Wachstumshormon erhöht die Umwandlung von T4 zu T3 außerhalb der Schilddrüse und kanndadurch eine beginnende Hypothyreose aufdecken. Patienten mit bestehender Hypothyreose sollten jenach Indikation basierend auf der klinischen Bewertung vor Beginn der Behandlung mit Somatrogonentsprechend behandelt werden. Da eine Hypothyreose mit dem Ansprechen auf eine
Wachstumshormonbehandlung interferiert, sollte die Schilddrüsenfunktion regelmäßig überprüft undgegebenenfalls eine Substitution mit Schilddrüsenhormon begonnen werden (siehe Abschnitt 4.5 und4.8).
Prader-Willi-SyndromEs wurden keine Studien zu Somatrogon bei Patienten mit Prader-Willi-Syndrom durchgeführt.
Somatrogon wird nicht für die Langzeitbehandlung von Kindern und Jugendlichen mit
Wachstumsstörungen aufgrund eines genetisch bestätigten Prader-Willi-Syndroms angewendet, es seidenn, es wurde auch ein Wachstumshormonmangel diagnostiziert. Bei Kindern mit Prader-Willi-
Syndrom, die einen oder mehrere der folgenden Risikofaktoren aufwiesen, wurde nach Einleitungeiner Wachstumshormontherapie über das Auftreten von plötzlichen Todesfällen berichtet: starkes
Übergewicht, Obstruktion der oberen Atemwege oder Schlafapnoe in der Anamnese oder eine nichtidentifizierte Atemwegsinfektion.
Störung des Glukosestoffwechsel
Die Behandlung mit Wachstumshormonpräparaten kann die Insulinsensitivität herabsetzen und
Hyperglykämie induzieren. Bei Patienten mit Glukoseintoleranz oder anderen Risikofaktoren für
Diabetes sollte während der Behandlung mit Somatrogon eine zusätzliche Überwachung in Betrachtgezogen werden. Bei Patienten mit Diabetes mellitus, die Somatrogon erhalten, könnte eine
Anpassung der antidiabetischen Behandlung erforderlich werden (siehe Abschnitt 4.5).
NeoplasieBei Patienten mit einer überstandenen malignen Erkrankung sollte besonders auf Anzeichen und
Symptome eines Rezidivs geachtet werden. Patienten mit vorbestehenden Tumoren oder
Wachstumshormonmangel als Folge einer intrakraniellen Läsion sollten routinemäßig auf ein
Fortschreiten oder Wiederauftreten des zugrunde liegenden Krankheitsprozesses untersucht werden.
Es wurde unter Behandlung mit Somatropin bei Patienten nach in der Kindheit überstandener
Krebserkrankung ein erhöhtes Risiko einer zweiten Neoplasie berichtet. Diese zweiten Neoplasienwaren am häufigsten intrakranielle Tumoren, insbesondere Meningeome, nach Bestrahlung des
Kopfes zur Behandlung der ersten Neoplasie.
Benigne intrakranielle HypertonieIntrakranielle Hypertonie (IH) mit Papillenödem, Ataxie, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeitund/ oder Erbrechen wurden bei einer kleinen Anzahl von Patienten berichtet, die mit
Wachstumshormonpräparaten behandelt wurden. Bei der Einleitung der Behandlung und falls klinischerforderlich, sollte eine Funduskopie durchgeführt werden. Bei Patienten mit klinischem Nachweiseiner IH oder Hinweis auf eine IH in der Funduskopie sollte Somatrogon vorübergehend abgesetztwerden. Derzeit liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor, um verbindliche Empfehlungen zur
Wiederaufnahme der Behandlung mit Wachstumshormonen nach Abklingen der IH geben zu können.
Falls die Behandlung mit Somatrogon wieder aufgenommen wird, ist eine Überwachung auf
Anzeichen und Symptome einer IH erforderlich.
Akute kritische ErkrankungBei kritisch kranken erwachsenen Patienten, die an Komplikationen nach operativen Eingriffen amoffenen Herzen, Operationen im Abdominalbereich, unfallbedingtem Polytrauma oder akuterrespiratorischer Insuffizienz leiden, war die Mortalität höher bei Patienten, die mit 5,3 mg oder 8 mg
Somatropin täglich (d. h. 37,1 bis 56 mg/Woche) behandelt wurden im Vergleich zu Placebo, 42 % vs.19 %. Basierend auf dieser Information, sollten diese Patienten nicht mit Somatrogon behandeltwerden. Da es keine Informationen zur Sicherheit einer Wachstumshormonsubstitutionstherapie bei
Patienten mit akuter kritischer Erkrankung gibt, sollte der Nutzen einer Weiterbehandlung mit
Somatrogon in dieser Situation gegen das mögliche Risiko abgewogen werden. Bei allen Patienten, diedie gleiche oder eine ähnliche akute kritische Erkrankung entwickeln, muss der mögliche Nutzen der
Behandlung mit Somatrogon gegen das potentielle Risiko abgewogen werden.
PankreatitisWenngleich eine Pankreatitis bei mit Wachstumshormonpräparaten behandelten Patienten seltenbeobachtet wird, sollte bei mit Somatrogon behandelten Patienten, die unter der Behandlung starkeabdominale Schmerzen entwickeln, eine Pankreatitis in Erwägung gezogen werden.
SkolioseDa Somatrogon die Wachstumsrate erhöht, sollten Patienten während der Behandlung auf Anzeichender Entwicklung oder des Fortschreitens einer Skoliose überwacht werden.
EpiphysenstörungenEpiphysenstörungen, einschließlich Verschiebungen der Oberschenkelkopfepiphyse, können bei
Patienten mit endokrinologischen Störungen oder Patienten mit schnellem Längenwachstum häufigervorkommen. Kinder oder Jugendliche, die während der Behandlung anfangen zu hinken oder über
Hüft- oder Knieschmerzen klagen, sollten sorgfältig untersucht werden.
Orale ÖstrogentherapieOrales Östrogen beeinflusst die IGF-1-Antwort auf Wachstumshormon. Bei mit Somatrogonbehandelten Patientinnen, die eine orale östrogenhaltige Therapie beginnen oder beenden, ist der IGF-1-Wert zu überwachen, um zu bestimmen, ob die Dosis des Wachstumshormons angepasst werdensollte, um den IGF-1-Serumspiegel im Normalbereich zu halten (siehe Abschnitt 4.2). Bei
Patientinnen unter oraler Östrogentherapie kann eine höhere Dosis Somatrogon erforderlich sein, umdas Behandlungsziel zu erreichen (siehe Abschnitt 4.5).
Sonstige BestandteileNatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
MetacresolMyositis ist eine sehr seltene Nebenwirkung, die möglicherweise durch das Konservierungsmittel
Metacresol verursacht werden könnte. Bei Auftreten einer Myalgie oder unverhältnismäßig großem
Schmerz an der Injektionsstelle sollte eine Myositis in Betracht gezogen werden. Wenn diese bestätigtwird, sollten andere Wachstumshormonpräparate ohne Metacresol angewendet werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen bei Kindern und Jugendlichendurchgeführt.
GlukokortikoideEine gleichzeitige Behandlung mit Glukokortikoiden kann die wachstumsfördernde Wirkung von
Somatrogon hemmen. Bei Patienten mit einem adrenokortikotropem Hormon(ACTH)-Mangel solltedie Glukokortikoid-Substitutionstherapie sorgfältig angepasst werden, um eine hemmende Wirkungauf das Wachstum zu vermeiden. Bei Patienten unter Behandlung mit Glukokortikoiden sollte daherdas Wachstum sorgfältig überwacht werden, um so den möglichen Einfluss der
Glukokortikoidtherapie auf das Wachstum bewerten zu können.
Wachstumshormone verringern die Umwandlung von Cortison in Cortisol und kann einen zuvor nichtdiagnostizierten, zentralen Hypoadrenalismus aufdecken oder eine niedrigdosierte Glukokortikoid-
Substitutionstherapie ineffektiv machen (siehe Abschnitt 4.4).
Insulin und AntidiabetikaBei Patienten mit arzneimittelpflichtigem Diabetes mellitus ist unter Umständen nach Beginn der
Behandlung mit Somatrogon eine Anpassung der Insulindosis und/ oder der Dosis des oralen/injizierbaren Antidiabetikums erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).
SchilddrüsenmedikamenteDie Behandlung mit täglich verabreichtem Wachstumshormon kann eine zuvor nicht diagnostizierteoder subklinische zentrale Hypothyreose aufdecken. Möglicherweise muss eine
Thyroxinersatztherapie eingeleitet oder angepasst werden (siehe Abschnitt 4.4).
Orale ÖstrogentherapieBei Patientinnen unter oraler Östrogentherapie kann eine höhere Dosis Somatrogon erforderlich sein,um das Behandlungsziel zu erreichen (siehe Abschnitt 4.4).
Von Cytochrom P450 verstoffwechselte PräparateEs wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Somatrogon durchgeführt. Eswurde gezeigt, dass Somatrogon in vitro die CYP3A4-mRNA-Expression induziert. Die klinische
Bedeutung dieser Erkenntnis ist unbekannt. Studien mit anderen humanen Wachstumshormon(hGH)-
Rezeptor-Agonisten, die bei Kindern und Erwachsenen mit Wachstumshormonmangel und gesundenälteren Männern durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass die Gabe von Wachstumshormonen die
Ausscheidung von Substanzen, die bekanntermaßen durch Cytochrom-P450-Isoenzyme, insbesondere
CYP3A, verstoffwechselt werden, erhöhen kann. Die Ausscheidung von Substanzen, die durch
CYP3A4 metabolisiert werden (z. B. Sexualsteroide, Kortikosteroide, Antikonvulsiva und
Ciclosporin), kann erhöht sein und könnte zu einer geringeren Exposition gegenüber solchen
Substanzen führen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Anwendung von Somatrogon bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle
Studien lassen nicht auf unmittelbare oder mittelbare schädliche Wirkungen in Bezug auf eine
Reproduktionstoxizität schließen (siehe Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Ngenla während der
Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Somatrogon/ seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch übergehen.
Ein Risiko für Neugeborene/ Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidunggetroffen werden, ob abgestillt oder die Somatrogon-Therapie unterbrochen/ auf die Behandlungverzichtet werden sollte, wobei die Vorteile des Stillens für das Kind und die Vorteile einer
Behandlung für die Mutter gegeneinander abzuwägen sind.
FertilitätEs wurden keine Studien beim Menschen zum Risiko einer Infertilität bei Frauen oder Männern imreproduktionsfähigen Alter durchgeführt. In einer Studie an Ratten wurden keine Auswirkungen aufdie männliche und weibliche Fertilität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenNgenla hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen nach einer Behandlung mit Somatrogon waren Reaktionen an der
Injektionsstelle (Injection Site Reactions, ISR, 25,1 %), Kopfschmerzen (10,7 %) und Fieber (10,2 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenSicherheitsdaten stammen aus der multizentrischen Unbedenklichkeits- und Dosisfindungsstudie der
Phase II und der zulassungsrelevanten multizentrischen Nicht-Unterlegenheitsstudie der Phase III bei
Kindern und Jugendlichen mit GHD (siehe Abschnitt 5.1). Die Daten spiegeln die Exposition von265 Patienten gegenüber einmal wöchentlich appliziertem Somatrogon (0,66 mg/kg/Woche) wider.
In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen von Somatrogon nach Systemorganklasse (system organ class,
SOC) dargestellt. In der folgenden Tabelle sind die Nebenwirkungen nach Systemorganklassen undder Häufigkeit ihres Auftretens nach folgender Konvention geordnet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig(≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1000), sehr selten(< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Tabelle 1. Nebenwirkungen
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr Häufigkeitselten nichtbekannt
Erkrankungen des Blutes Anämieund des Lymphsystems Eosinophilie
Endokrine Erkrankungen Hypothyreose Nebennieren
- insuffizienz
Erkrankungen des Kopfschmerz
Nervensystems en
Augenerkrankungen Konjunktivitisallergisch
Erkrankungen der Haut Ausschlagund des generalisiert
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-, Arthralgie
Bindegewebs- und Schmerz in den
Knochenerkrankungen Extremitäten
Allgemeine Erkrankungen Reaktionenund Beschwerden am an der
Verabreichungsort Injektionsstellea
Fiebera Reaktionen an der Injektionsstelle umfassen: Schmerzen an der Injektionsstelle, Erythem, Pruritus, Schwellung, Verhärtung,blauer Fleck, Blutung, Wärmegefühl, Hypertrophie, Entzündung, Deformation, Urtikaria
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenReaktionen an der InjektionsstelleIn der klinischen Phase-III-Studie wurde zur aktiven Meldung von ISR während des Verlaufs der
Studie aufgefordert. In den meisten Fällen, waren lokale ISR vorübergehend wahrnehmbar, traten vorallem in den ersten 6 Behandlungsmonaten auf und waren von geringem Schweregrad. ISR traten im
Durchschnitt am Tag der Injektion auf und dauerten im Durchschnitt < 1 Tag an. Schmerzen an der
Injektionsstelle, Erythem, Pruritus, Schwellung, Induration, Kontusion, Hypertrophie, Entzündung und
Wärmegefühl wurden bei 43,1 % der mit Somatrogon behandelten Patienten gemeldet, verglichen mit25,2 % der Patienten mit täglicher Injektion von Somatropin.
In der OLE der klinischen Phase-III-Studie wurden lokale ISR von ähnlicher Art und Schweregemeldet. Diese wurden zu einem frühen Zeitpunkt bei Patienten festgestellt, die von Somatropin auf
Somatrogon umgestellt wurden. ISR traten bei 18,3 % der Patienten auf, die bereits in der Hauptstudiemit Somatrogon behandelt worden waren und die Behandlung in der OLE der Studie fortsetzten.
Ebenso wurden ISR bei 37 % der Patienten gemeldet, die ursprünglich mit Somatropin behandeltwurden und in der OLE der Studie auf die Behandlung mit Somatrogon umgestellt wurden.
ImmunogenitätIn der pivotalen Studie zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit wurden von 109 mit Somatrogonbehandelten Teilnehmern 84 (77,1 %) positiv auf Anti-Drug-Antikörper (ADA) getestet. Klinischeoder sicherheitsrelevante Auswirkungen durch die Bildung von Antikörpern wurden nicht beobachtet.
Weitere Nebenwirkungen von Somatropin können als Klasseneffekte gelten, wie z. B.:
- Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen): (siehe
Abschnitt 4.4)
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Diabetes mellitus Typ 2 (siehe Abschnitt 4.4)
- Erkrankungen des Nervensystems: benigne intrakranielle Hypertonie (siehe Abschnitt 4.4),
Parästhesie
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen: Myalgie
- Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse: Gynäkomastie
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes: Ausschlag, Urtikaria und Pruritus
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: peripheres Ödem,
Gesichtsödem
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Pankreatitis (siehe Abschnitt 4.4).
MetacresolDieses Arzneimittel enthält Metacresol, das zu schmerzhaften Injektionen führen kann (siehe
Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Studien zu Einzeldosen von Somatrogon über 0,66 mg/kg/Woche wurden nicht durchgeführt.
Basierend auf den Erfahrungen mit täglich verabreichten Wachstumshormonpräparaten könnte eineakute Überdosierung anfänglich zu Hypoglykämie und in weiterer Folge zu Hyperglykämie führen.
Bei chronischer Überdosierung könnte es in Übereinstimmung mit den Auswirkungen eines
Übermaßes an Wachstumshormon zu Anzeichen und Symptomen von Gigantismus und/ oder
Akromegalie kommen.
Eine Überdosierung von Somatrogon sollte mit allgemein unterstützenden Maßnahmen behandeltwerden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypophysen- und Hypothalamushormone und Analoga, Somatropinund Somatropin-Agonisten, ATC-Code: H01AC08.
WirkmechanismusSomatrogon ist ein Glykoprotein, das aus der Aminosäuresequenz des hGH mit einer Kopie des C-terminalen Peptids (CTP) aus der β-Kette des humanen Choriongonadotropins (hCG) am N-Terminusund zwei Kopien des CTP (Tandemkopien) am C-Terminus besteht. Die Glykosylierung und CTP-
Domänen sind für die Halbwertszeit von Somatrogon verantwortlich, wodurch eine wöchentliche
Dosierung ermöglicht wird.
Somatrogon bindet an den Rezeptor des Wachstumshormons (GH) und initiiert eine
Signaltransduktionskaskade, die zu Veränderungen von Wachstum und Stoffwechsel führt. In
Übereinstimmung mit der GH-Signalgebung führt die Bindung von Somatrogon zur Aktivierung des
STAT5b-Signalwegs und erhöht die Serumkonzentration von IGF-1. IGF-1 steigt während der
Behandlung mit Somatrogon dosisabhängig an und hat so seinen Anteil an der klinischen Wirkung.
Als Ergebnis werden durch GH und IGF-1 Stoffwechselveränderungen und Längenwachstumstimuliert und die Wachstumsgeschwindigkeit bei pädiatrischen Patienten mit GHD gesteigert.
Pharmakodynamische WirkungenIn klinischen Studien erhöht Somatrogon die IGF-1-Konzentration. Eine Bewertung der
Pharmakodynamik erfolgte etwa 96 Stunden nach der Dosierung. Dabei sollte der mittlere IGF-1-
Standard Deviation Score (SDS) im Dosierungsintervall ermittelt werden. Nach einmonatiger
Behandlung normalisierten sich die IGF-1-Werte der behandelten Teilnehmer.
Wasser- und MineralstoffwechselSomatrogon induziert die Speicherung von Phosphor.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit und Wirksamkeit von Somatrogon für die Behandlung von Kindern und Jugendlichenab einem Alter von 3 Jahren mit GHD wurden in zwei multizentrischen, randomisierten,unverblindeten, kontrollierten klinischen Studien untersucht. Beide Studien umfassten eine12-monatige Hauptstudienphase, in der einmal wöchentlich Somatrogon mit einmal täglich
Somatropin verglichen wurde, gefolgt von einer einarmigen OLE, in der alle Patienten einmalwöchentlich Somatrogon erhielten. Primärer Wirksamkeitsendpunkt beider Studien war dieannualisierte Wachstumsgeschwindigkeit nach 12-monatiger Behandlung. Weitere Endpunkte für das
Aufholwachstum, wie z. B. die Veränderung des Körperhöhen-SDS im Vergleich zum Ausgangswertund der Körperhöhen-SDS, wurden ebenfalls in beiden Studien bewertet.
In der pivotalen multizentrischen Nicht-Unterlegenheitsstudie der Phase III wurden die Sicherheit und
Wirksamkeit einer Dosis von 0,66 mg/kg/Woche Somatrogon im Vergleich zu 0,034 mg/kg/Tag
Somatropin bei 224 präpubertären Kindern und Jugendlichen mit GHD untersucht. Das mittlere Alterlag in allen Behandlungsgruppen bei 7,7 Jahren (Minimum 3,01, Maximum 11,96). 40,2 % der
Patienten waren > 3 Jahre bis ≤ 7 Jahre und 59,8 % > 7 Jahre alt. 71,9 % der Patienten warenmännlich, 28,1 % weiblich. 74,6 % der Patienten in der Studie waren Weiße, 20,1 % Asiaten und0,9 % Schwarze. Die Krankheitsmerkmale zu Beginn der Studie waren in beiden Behandlungsgruppenausgeglichen. Etwa 68 % der Patienten hatten Wachstumshormon-Höchstwerte im Plasma von≤ 7 ng/ml, und die mittlere Körpergröße lag unter einem SDS von -2.
Somatrogon einmal wöchentlich war im Vergleich zu Somatropin einmal täglich nach 12 Monaten in
Bezug auf die Wachstumsgeschwindigkeit nicht unterlegen (siehe Tabelle 2). Einmal wöchentlichverabreichtes Somatrogon führte auch zu einem Anstieg der SDS-Werte für IGF-1, und zwar voneinem Mittelwert von -1,95 bei Studienbeginn auf einen Mittelwert von 0,65 nach 12 Monaten.
Tabelle 2. Wirksamkeit von Somatrogon im Vergleich zu Somatropin bei Kindern und
Jugendlichen mit GHD in Monat 12
Behandlungsgruppe
Behandlungsparameter
LSM-Differenz
Somatrogon Somatropin(95%-KI)(n = 109) (n = 115)
LSM-Schätzung LSM-Schätzung
Wachstumsgeschwindigkeit 10,10 9,78 0,33 (- 0,24; 0,89)(cm/Jahr)
Standard Deviation Score - 1,94 - 1,99 0,05 (- 0,06; 0,16)für die Größe
Veränderung des Standard 0,92 0,87 0,05 (- 0,06; 0,16)
Deviation Scores für die
Größe gegenüber dem
Ausgangswert
Abkürzungen: KI = Konfidenzintervall, GHD = Wachstumshormonmangel (growth hormone deficiency),
LSM = Mittelwert der kleinsten Quadrate (least square mean), n = Anzahl der randomisierten und behandelten
Patienten
In der offenen Verlängerung der pivotalen Phase-III-Studie erhielten 91 Patienten mindestens 2 Jahrelang 0,66 mg/kg/Woche Somatrogon und lieferten Daten zur Körpergröße. Nach 2 Jahren wurde eineprogressive Zunahme des Körperhöhen-SDS im Vergleich zum Ausgangswert beobachtet (kumulative
Veränderung des Körperhöhen-SDS-Mittelwerts [SD] = 1,38 [0,78], Medianwerts = 1,19 [Spanne: 0,2;4,9]).
In der multizentrischen Sicherheits- und Dosisfindungsstudie der Phase II erhielten 31 Patienten bis zu7,7 Jahre lang bis zu 0,66 mg/kg/Woche Somatrogon. Bei der letzten Untersuchung lag der
Körperhöhen-SDS (Mittelwert [SD]) bei - 0,39 (0,95) und die kumulative Veränderung des
Körperhöhen-SDS (Mittelwert [SD]) im Vergleich zum Ausgangswert bei 3,37 (1,27).
Belastung durch die BehandlungIn einer randomisierten, offenen Crossover-Studie der Phase III an 87 Kindern und Jugendlichen mit
GHD wurde die Belastung durch die Behandlung mit Somatrogon einmal wöchentlich(0,66 mg/kg/Woche) mit einmal täglich Somatropin verglichen. Für Somatrogon einmal wöchentlichzeigte sich eine signifikante Verbesserung (Verringerung) der Belastung durch die Behandlung für den
Patienten, eine verbesserte (geringere) Belastung der Betreuungsperson, eine komfortablere
Anwendung für den Patienten, eine größere Bereitschaft zur Therapietreue und eine höhere Präferenzder Patienten.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Ngenla eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen für die Langzeitbehandlungvon Kindern und Jugendlichen mit Wachstumsstörung durch unzureichende Ausschüttung von
Wachstumshormon gewährt (siehe Abschnitt 4.2 für Informationen zur Anwendung bei Kindern).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik (PK) von Somatrogon wurde anhand der Populations-PK von Somatrogon bei42 Kindern und Jugendlichen (Altersspanne 3 bis 15,5 Jahre) mit GHD untersucht.
ResorptionNach subkutaner Injektion stiegen die Serumkonzentrationen langsam an. Der Höchstwert wurde 6 bis18 Stunden nach der Verabreichung erreicht.
Bei Kindern und Jugendlichen mit GHD nimmt die Somatrogon-Exposition bei Dosierungen von0,25 mg/kg/Woche, 0,48 mg/kg/Woche und 0,66 mg/kg/Woche dosisproportional zu. Eine
Akkumulation von Somatrogon nach einmal wöchentlicher Verabreichung findet nicht statt. Bei
Kindern und Jugendlichen mit GHD lag die populationspharmakokinetische Schätzung der mittleren
Höchstkonzentration im Steady-State nach 0,66 mg/kg/Woche bei 636 ng/ml. Patienten die positiv auf
ADA getestet wurden hatten eine um etwa 45 % höhere mittlere Steady-State Konzentration.
VerteilungBei pädiatrischen Patienten mit GHD lag die populationspharmakokinetische Schätzung des mittlerenscheinbaren zentralen Verteilungsvolumens bei 0,728 l/kg und des scheinbaren peripheren
Verteilungsvolumens bei 0,165 l/kg.
BiotransformationAls Stoffwechsel von Somatrogon wird ein klassischer Proteinkatabolismus mit anschließender
Rückgewinnung der Aminosäuren und Rückgabe in den systemischen Kreislauf vermutet.
EliminationBei pädiatrischen Patienten mit GHD lag die populationspharmakokinetische Schätzung derscheinbaren Clearance bei 0,0317 l/h/kg. Bei Patienten mit Nachweis von ADA lag eine um etwa25,8 % verringerte scheinbare Clearance vor. Bei einer populationspharmakokinetisch geschätzten,effektiven Halbwertszeit von 28,2 Stunden wird Somatrogon etwa 6 Tage lang nach der letzten Dosisim Kreislauf vorhanden sein.
Besondere PatientengruppenAlter, Rasse, Geschlecht und KörpergewichtGemäß populationspharmakokinetischen Analysen haben Alter, Geschlecht, Rasse und ethnische
Zugehörigkeit bei pädiatrischen Patienten mit GHD keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Somatrogon. Die Somatrogon-Exposition verringert sich mit zunehmendem
Körpergewicht. Eine Somatrogon-Dosis von 0,66 mg/kg/Woche gewährleistet bei einem
Körpergewicht in dem Bereich, der in den klinischen Studien untersucht wurde, jedoch eineausreichende systemische Exposition, um auf sichere Weise eine Wirksamkeit zu erreichen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie und Toxizität beiwiederholter Gabe lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität an Ratten wurden mit subkutan verabreichtem
Somatrogon in einer Dosierung bis 30 mg/kg durchgeführt. (Dies entspricht einer Exposition von etwadem 14-Fachen der empfohlenen Höchstdosis für den Menschen basierend auf der AUC.)
Somatrogon führte bei weiblichen Ratten zu einer Verlängerung des Östruszyklus und des
Kopulationsintervalls sowie einer erhöhten Anzahl an Corpora lutea, wirkte sich jedoch nicht auf
Paarungsindex, Fertilität oder frühe Embryonalentwicklung aus.
Auswirkungen von Somatrogon auf die embryofetale Entwicklung wurden nicht festgestellt.
In einer Studie der prä- und postnatalen Entwicklung mit Somatrogon in der höchsten Dosierung(30 mg/kg) kam es bei Nachkommen der ersten Generation zu einer Zunahme des mittleren
Körpergewichts (beide Geschlechter) und einer Verlängerung des mittleren Kopulationsintervalls beiweiblichen Nachkommen der ersten Generation. Dies stand im Einklang mit einer Verlängerung des
Östruszyklus. Damit in Verbindung stehende Effekte auf den Paarungsindex wurden jedoch nichtfestgestellt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumcitrat
Citronensäure-Monohydrat
L-Histidin
Natriumchlorid
MetacresolPoloxamer 188
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Vor der ersten Anwendung3 Jahre bei 2 °C bis 8 °C
Ngenla wird vor der ersten Anwendung im Kühlschrank gelagert. Der ungeöffnete Fertigpen kannvorübergehend bis zu 4 Stunden bei einer Temperatur von bis zu 32 °C aufbewahrt werden.
Nach der ersten Anwendung28 Tage
Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C).
Nicht einfrieren.
Bewahren Sie Ngenla mit aufgesetzter Verschlusskappe des Fertigpens auf, um den Inhalt vor Licht zuschützen.
Ngenla kann vor jeder Injektion maximal 5 Mal bis zu 4 Stunden bei Raumtemperatur (bis 32 °C)aufbewahrt werden. Legen Sie Ngenla nach jeder Anwendung wieder in den Kühlschrank. Setzen Sie
Ngenla keinen Temperaturen über 32 °C aus, und bewahren Sie es bei keiner Anwendung länger als4 Stunden bei Raumtemperatur auf. Der Ngenla-Pen sollte entsorgt werden, wenn er 5-mal verwendetwurde, Temperaturen über 32 °C ausgesetzt war oder bei jeder Verwendung länger als 4 Stundenaußerhalb des Kühlschranks aufbewahrt wurde.
Die chemische und physikalische Gebrauchsstabilität wurde für 28 Tage ab der ersten Anwendung des
Fertigpens bei einer Lagerung des Fertigpens bei 2 °C bis 8 °C zwischen den einzelnen Anwendungengezeigt.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C bis 8 °C). Nicht einfrieren. Ngenla im Umkarton aufbewahren, um den
Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach der ersten Anwendung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Ngenla 24 mg Injektionslösung im FertigpenDer Einweg-Fertigpen mit mehreren Dosen des Arzneimittels in einer dauerhaft in einem Kunststoff-
Pen versiegelten Patrone (Klarglas Typ I) enthält 1,2 ml Somatrogon. Die Patrone ist unten mit einem
Kolbenstopfen aus Gummi (Gummiverschluss Typ I) und oben mit einer Scheibendichtung aus
Gummi (Gummiverschluss Typ I) verschlossen und mit einer Aluminiumkappe versiegelt. Die
Verschlusskappe des Pens, das Dosierrad und das Etikett sind violett.
Packungsgröße mit 1 Fertigpen.
Ngenla 60 mg Injektionslösung im FertigpenDer Einweg-Fertigpen mit mehreren Dosen des Arzneimittels in einer dauerhaft in einem Kunststoff-
Pen versiegelten Patrone (Klarglas Typ I) enthält 1,2 ml Somatrogon. Die Patrone ist unten mit einem
Kolbenstopfen aus Gummi (Gummiverschluss Typ I) und oben mit einer Scheibendichtung aus
Gummi (Gummiverschluss Typ I) verschlossen und mit einer Aluminiumkappe versiegelt. Die
Verschlusskappe des Pens, das Dosierrad und das Etikett sind blau.
Packungsgröße mit 1 Fertigpen.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDie Lösung sollte klar und farblos bis leicht hellgelb und frei von Schwebeteilchen sein.
Arzneimittel nicht injizieren, wenn es trübe oder dunkelgelb erscheint oder Schwebeteilchen enthält.
Nicht schütteln. Durch Schütteln kann das Arzneimittel beschädigt werden.
Jeder Ngenla-Fertigpen ist für die Anwendung bei nur einem Patienten bestimmt. Ein Ngenla-
Fertigpen darf, auch bei Verwendung einer neuen Nadel, niemals von einem Patienten an einenanderen weitergegeben werden.
Den Fertigpen nach der ersten Anwendung nur innerhalb von 28 Tagen und vor Ablauf des
Verfalldatums verwenden.
Arzneimittel nicht einfrieren. Keiner Hitze aussetzen (über 32 °C). Ngenla nicht verwenden, wenn eseingefroren oder Hitze ausgesetzt war. Entsorgen.
Vorbereitung der DosisDer Pen kann sofort nach der Herausnahme aus dem Kühlschrank verwendet werden. Um die
Injektion angenehmer zu machen, kann der Fertigpen mit der sterilen Somatrogon-Lösung bis zu30 Minuten lang auf Raumtemperatur bis 32 °C gebracht werden. Lösung im Pen auf
Schwebeteilchen, Partikel und Verfärbungen prüfen. Den Pen nicht schütteln. Den Pen nichtverwenden, falls Schwebeteilchen, Partikel oder Verfärbungen zu sehen sind.
AnwendungVorgesehene Injektionsstelle wie in der Gebrauchsanweisung beschrieben vorbereiten. Für jede
Injektion sollte jeweils eine andere Injektionsstelle gewählt werden. Während der Anwendung die
Verschlusskappe nach jeder Injektion wieder auf den Fertigpen aufsetzen. Legen Sie Ngenla nachjeder Anwendung wieder in den Kühlschrank.Vor der Anwendung ist stets eine neue Nadelanzubringen. Nadeln dürfen nicht wiederverwendet werden. Die Injektionsnadel sollte nach jeder
Injektion entfernt werden, und der Pen sollte ohne aufgesetzte Nadel aufbewahrt werden. So könnenein Verstopfen der Nadel sowie Kontamination, Infektionen, ein Auslaufen der Lösung und eineungenaue Dosierung verhindert werden.
Im Falle einer verstopften Nadel (d. h. es tritt keine Flüssigkeit an der Nadelspitze aus) sind die
Anweisungen in der Gebrauchsanweisung, die der Packungsbeilage beiliegt, zu befolgen.
Für die Anwendung sind sterile Nadeln erforderlich, die jedoch nicht im Lieferumfang enthalten sind.
Ngenla kann mit Nadeln einer Länge von 4 mm bis 8 mm und zwischen 30G und 32G verabreichtwerden.
Hinweise zur Vorbereitung und Verabreichung des Arzneimittels finden sich in der Packungsbeilageund in der Gebrauchsanweisung.
BeseitigungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen. Wenn der Fertigpen leer ist, Temperaturen von mehr als 32 °C ausgesetzt war, bei jeder
Verwendung mehr als 4 Stunden außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt wurde, 5-mal verwendetwurde oder mehr als 28 Tage nach der ersten Verwendung verstrichen sind, sollte er entsorgt werden,selbst wenn er noch Arzneimittel enthält. Auch nach ordnungsgemäßer Verabreichung aller Dosenkann noch eine kleine Menge der sterilen Somatrogon-Lösung im Pen verbleiben. Patienten solltenangewiesen werden, nicht zu versuchen, die verbleibende Lösung noch zu verwenden, sondern den
Pen ordnungsgemäß zu entsorgen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/21/1617/001
EU/1/21/1617/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 14. Februar 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.