Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels NEUPRO 4mg / 24h transdermales pflaster
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Neupro 4 mg/24 h transdermales Pflaster
Neupro 6 mg/24 h transdermales Pflaster
Neupro 8 mg/24 h transdermales Pflaster
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Neupro 4 mg/24 h transdermales Pflaster
Jedes Pflaster gibt 4 mg Rotigotin über 24 Stunden ab. Jedes 20 cm2-Pflaster enthält 9,0 mg Rotigotin.
Neupro 6 mg/24 h transdermales Pflaster
Jedes Pflaster gibt 6 mg Rotigotin über 24 Stunden ab. Jedes 30 cm2-Pflaster enthält 13,5 mg
Rotigotin.
Neupro 8 mg/24 h transdermales Pflaster
Jedes Pflaster gibt 8 mg Rotigotin über 24 Stunden ab. Jedes 40 cm2-Pflaster enthält 18,0 mg
Rotigotin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Transdermales Pflaster.
Dünn, vom Matrixtyp, quadratisch mit abgerundeten Ecken, aus drei Schichten bestehend.
Neupro 4 mg/24 h transdermales Pflaster
Die Außenseite der Trägerschicht ist beige und trägt den Aufdruck 'Neupro 4 mg/24 h“.
Neupro 6 mg/24 h transdermales Pflaster
Die Außenseite der Trägerschicht ist beige und trägt den Aufdruck 'Neupro 6 mg/24 h“.
Neupro 8 mg/24 h transdermales Pflaster
Die Außenseite der Trägerschicht ist beige und trägt den Aufdruck 'Neupro 8 mg/24 h“.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Neupro wird eingesetzt als Monotherapie (d. h. ohne Levodopa) zur symptomatischen Behandlung beiidiopathischer Parkinson-Erkrankung im Frühstadium oder in Kombination mit Levodopa, d. h.während des Krankheitsverlaufs, einschließlich der Spätstadien, wenn die Wirksamkeit von Levodopanachlässt oder unbeständig ist und es zu Schwankungen der therapeutischen Wirkung kommt (am
Ende eines Dosisintervalls oder während 'On-off“-Fluktuationen).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie Dosierungsempfehlungen sind als Nominaldosis angegeben.
Dosierung bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung im Frühstadium:
Die tägliche Einzeldosis sollte anfänglich 2 mg/24 h betragen und dann schrittweise wöchentlich um2 mg/24 h auf eine wirksame Dosis von maximal 8 mg/24 h erhöht werden.
Bei manchen Patienten kann eine Dosis von 4 mg/24 h ausreichend sein. Bei den meisten Patientenwird innerhalb von 3 bzw. 4 Wochen mit Dosierungen von 6 mg/24 h bzw. 8 mg/24 h die wirksame
Dosis erreicht.
Die Höchstdosis beträgt 8 mg/24 h.
Dosierung bei Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung mit Fluktuationen:
Die tägliche Einzeldosis sollte anfänglich 4 mg/24 h betragen und dann schrittweise wöchentlich um2 mg/24 h auf eine wirksame Dosis von maximal 16 mg/24 h erhöht werden.
Bei manchen Patienten kann eine Dosis von 4 mg/24 h bzw. 6 mg/24 h ausreichend sein. Bei denmeisten Patienten wird innerhalb von 3 bis 7 Wochen mit Dosierungen von 8 mg/24 h bis zu einer
Höchstdosis von 16 mg/24 h eine wirksame Dosis erreicht.
Um bei Dosierungen über 8 mg/24 h die endgültige Dosis zu erzielen, können mehrere Pflasterangewendet werden. So kann beispielsweise eine 10 mg/24 h-Dosis durch die Kombination eines6 mg/24 h-Pflasters und eines 4 mg/24 h-Pflasters erreicht werden.
Neupro wird einmal täglich angewendet. Das Pflaster sollte jeden Tag etwa zur gleichen Zeitappliziert werden. Es verbleibt über 24 Stunden auf der Haut und wird anschließend gegen ein neues
Pflaster an einer anderen Applikationsstelle ausgetauscht.
Vergisst der Patient, das Pflaster zur gewohnten Tageszeit aufzubringen oder löst sich das Pflaster ab,sollte für den Rest des Tages ein neues Pflaster appliziert werden.
Beendigung der BehandlungNeupro sollte ausschleichend abgesetzt werden. Die Tagesdosis sollte dabei in Schritten von2 mg/24 h, vorzugsweise jeden zweiten Tag, bis zum vollständigen Absetzen von Neupro reduziertwerden (siehe Abschnitt 4.4).
Besondere PatientengruppenEingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion ist keine
Dosisanpassung erforderlich. Bei der Behandlung von Patienten mit stark eingeschränkter
Leberfunktion ist Vorsicht geboten, da es möglicherweise zu einer verringerten Rotigotin-Clearancekommen kann. Rotigotin wurde in dieser Patientengruppe nicht untersucht. Im Falle einer
Verschlechterung der Leberfunktionsstörung kann eine Dosisreduktion erforderlich werden.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit leichter bis schwerer Einschränkung der Nierenfunktion - einschließlichdialysepflichtiger Patienten - ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei einer akuten
Verschlechterung der Nierenfunktion kann es ebenso zu einer unerwarteten Akkumulation von
Rotigotin kommen (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheEs gibt im Anwendungsgebiet Parkinson-Erkrankung keinen relevanten Nutzen von Neupro bei
Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungNeupro ist zur transdermalen Anwendung.
Das Pflaster sollte auf saubere, trockene, unverletzte gesunde Haut im Bauchbereich, am
Oberschenkel, an der Hüfte, der Flanke, der Schulter oder am Oberarm aufgeklebt werden. Eineerneute Applikation an derselben Stelle innerhalb von 14 Tagen sollte vermieden werden. Neupro darfnicht auf gerötete, gereizte oder verletzte Hautbereiche aufgebracht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Anwendung und Handhabung
Jedes Pflaster ist einzeln in einem Beutel verpackt und sollte unmittelbar nach dem Öffnen des Beutelsaufgeklebt werden. Hierzu wird eine Hälfte der Schutzfolie entfernt, die Klebefläche aufgeklebt undfest auf der Haut angedrückt. Anschließend wird das Pflaster zurück geklappt und die zweite Hälfteder Schutzfolie entfernt. Die Klebefläche des Pflasters sollte dabei nicht berührt werden. Das Pflasterwird mit der Handfläche etwa 30 Sekunden fest aufgedrückt, so dass es gut haftet.
Das Pflaster sollte nicht zerschnitten werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Magnetresonanztomografie (MRT) oder Kardioversion (siehe Abschnitt 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Wenn ein Parkinson-Patient unter der Behandlung mit Rotigotin unzureichend kontrolliert ist, kanndie Umstellung auf einen anderen Dopaminagonisten einen zusätzlichen Nutzen bringen (siehe
Abschnitt 5.1).
Magnetresonanztomografie und Kardioversion
Die Trägerschicht von Neupro enthält Aluminium. Um Hautverbrennungen zu vermeiden, ist Neuprozu entfernen, falls sich der Patient einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Kardioversionunterziehen muss.
Orthostatische HypotonieEs ist bekannt, dass Dopaminagonisten die systemische Blutdruckregulation hemmen mit der Folgeeiner posturalen/orthostatischen Hypotonie. Diese Ereignisse wurden auch unter der Behandlung mit
Rotigotin beobachtet, allerdings wurde eine vergleichbare Inzidenz bei Patienten beobachtet, die mit
Placebo behandelt wurden.
Aufgrund des allgemeinen Risikos einer orthostatischen Hypotonie in Verbindung mit einerdopaminergen Therapie wird eine Überwachung des Blutdrucks, insbesondere zu Beginn der
Behandlung, empfohlen.
Synkopen
In klinischen Studien mit Rotigotin sind Synkopen beobachtet worden, allerdings wurde einevergleichbare Häufigkeit bei Patienten beobachtet, die mit Placebo behandelt wurden. Da in diesen
Studien Patienten mit einer klinisch relevanten kardiovaskulären Erkrankung ausgeschlossen waren,sollten Patienten mit einer schweren kardiovaskulären Erkrankung nach Symptomen für Synkopenund Präsynkopen befragt werden.
Plötzliches Einschlafen und Somnolenz
Rotigotin wird mit Somnolenz und Episoden plötzlichen Einschlafens in Verbindung gebracht.
Es wurde von plötzlichen Schlafattacken während der Verrichtung von Alltagsaktivitäten berichtet, inmanchen Fällen ohne erkennbare Warnsignale. Der verschreibende Arzt sollte den Patienten inregelmäßigen Abständen auf Benommenheit oder Schläfrigkeit untersuchen, da dem Patienten
Benommenheit oder Schläfrigkeit unter Umständen erst dann bewusst werden, wenn er direkt daraufangesprochen wird. Eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Behandlung sollte sorgfältigerwogen werden.
Störungen der Impulskontrolle und andere ähnliche Störungen
Patienten sollten regelmäßig auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungen und anderen ähnlichen
Störungen, einschließlich des Dopamin-Dysregulationssyndroms, hin überwacht werden. Patientenund deren Betreuer sollten darauf hingewiesen werden, dass bei Patienten unter der Therapie mit
Dopaminagonisten, einschließlich Rotigotin, Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungeneinschließlich Spielzwang, verstärkter Libido, Hypersexualität, Kaufsucht und zwanghaftes
Geldausgeben, Essattacken und zwanghaftes Essen auftreten können. Bei der Behandlung mit
Rotigotin wurde bei manchen Patienten ein Dopamin-Dysregulationssyndrom beobachtet. Wenn sichsolche Symptome entwickeln, ist eine Dosisreduktion/schrittweises Absetzen der Behandlung in
Betracht zu ziehen.
Malignes neuroleptisches Syndrom
Bei abruptem Absetzen einer dopaminergen Therapie wurden Symptome beschrieben, die auf einmalignes neuroleptisches Syndrom hindeuten. Es wird daher empfohlen, die Behandlungauszuschleichen (siehe Abschnitt 4.2).
Dopaminagonisten-Entzugssyndrom
Bei abruptem Absetzen einer dopaminergen Therapie wurden Symptome beschrieben, die auf ein
Dopaminagonisten-Entzugssyndrom hindeuten (zum Beispiel Schmerzen, Müdigkeit, Depression,
Schwitzen und Angst). Es wird daher empfohlen, die Behandlung auszuschleichen (siehe
Abschnitt 4.2).
Anomales Denken und Verhalten
Es liegen Berichte über anomales Denken und Verhalten vor. Diese können in unterschiedlichen
Manifestationen, einschließlich paranoidem Denken, Wahnvorstellungen, Halluzinationen,
Verwirrtheit, psychose-ähnlichem Verhalten, Desorientiertheit, aggressivem Verhalten, Agitiertheitund Delirium, auftreten.
Fibrotische Komplikationen
Bei einigen Patienten, die mit dopaminergen Wirkstoffen auf Basis von Mutterkornalkaloidenbehandelt wurden, wurden Fälle von retroperitonealer Fibrose, Lungeninfiltraten, Pleuraerguss,
Pleuraschwarte, Perikarditis und Herzklappenerkrankung berichtet. Obwohl sich diese
Komplikationen bei Absetzen der Behandlung zurückbilden können, kommt es nicht in allen Fällen zueiner vollständigen Wiederherstellung.
Man geht zwar davon aus, dass diese unerwünschten Reaktionen durch die Ergolinstruktur dieser
Substanzen bedingt sind; es ist jedoch nicht bekannt, ob auch andere, nicht-ergoline
Dopaminagonisten diese hervorrufen können.
Neuroleptika
Patienten, die mit Dopaminagonisten behandelt werden, sollten keine Neuroleptika als antiemetische
Substanzen erhalten (siehe auch Abschnitt 4.5).
Augenärztliche Überwachung
Eine augenärztliche Überwachung wird in regelmäßigen Abständen oder bei Auftreten von
Sehstörungen empfohlen.
Anwendung von Wärme
Der Pflasterbereich sollte keiner äußeren Wärme (übermäßiges Sonnenlicht, Heizkissen und andere
Wärmequellen wie Sauna, heiße Bäder usw.) ausgesetzt werden.
Reaktionen an der Applikationsstelle
Möglicherweise auftretende Hautreaktionen an der Applikationsstelle sind in der Regel leicht bismittelschwer ausgeprägt. Es wird empfohlen, die Applikationsstelle täglich zu wechseln (z. B. von derrechten zur linken Seite und von der oberen zur unteren Körperhälfte). Innerhalb von 14 Tagen solltedieselbe Stelle nicht wieder verwendet werden. Treten an der Applikationsstelle Reaktionen auf, dieüber mehrere Tage oder dauerhaft anhalten, sich verschlimmern oder sich über die Applikationsstellehinaus ausbreiten, sollte eine Nutzen-Risiko-Bewertung für den betroffenen Patienten erfolgen.
Kommt es durch das transdermale System zu Hautausschlag oder Hautreizungen, sollte bis zum
Abheilen der Haut direktes Sonnenlicht auf dem betroffenen Areal vermieden werden, da eine
Exposition zu Veränderungen der Hautfarbe führen könnte.
Die Behandlung mit Neupro ist abzubrechen, wenn im Zusammenhang mit der Anwendung einegeneralisierte Hautreaktion (z. B. allergisches Exanthem einschließlich erythematöser, makulärer undpapulärer Formen oder Pruritus) beobachtet wird.
Peripheres ÖdemIn klinischen Studien an Parkinson-Patienten lag nach 6 Monaten die spezifische Häufigkeit peripherer
Ödeme bei etwa 4 % und verblieb so über den gesamten Beobachtungszeitraum von bis zu36 Monaten.
Dopaminerge Nebenwirkungen
Bei Parkinson-Patienten ist die Häufigkeit einiger dopaminerger Nebenwirkungen, wie
Halluzinationen, Dyskinesien und periphere Ödeme, in Kombination mit Levodopa im Allgemeinenhöher. Dies ist bei der Verschreibung von Rotigotin zu berücksichtigen.
Dystonische Reaktionen
Dystonische Reaktionen, einschließlich Dystonie, abnorme Körperhaltung, Torticollis und
Pleurothotonus (Pisa-Syndrom), wurden gelegentlich bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung nach
Beginn oder schrittweiser Erhöhung der Dosis von Rotigotin berichtet. Obwohl dystonische
Reaktionen ein Symptom der Parkinson-Erkrankung sein können, haben sich die Symptome beieinigen dieser Patienten nach Reduzierung oder Absetzen von Rotigotin verbessert. Wenn einedystonische Reaktion auftritt, sollte die dopaminerge Medikation überprüft und eine Dosisanpassungvon Rotigotin in Betracht gezogen werden.
Sulfitsensitivität
Neupro enthält Natriummetabisulfit (Ph.Eur.) (E 223), ein Sulfit, das bei besonders empfindlichen
Personen allergieartige Reaktionen einschließlich anaphylaktischer Symptome und lebensbedrohlicheroder weniger schwerer asthmatischer Episoden hervorrufen kann.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Da es sich bei Rotigotin um einen Dopaminagonisten handelt, ist davon auszugehen, dass
Dopaminantagonisten wie Neuroleptika (z. B. Phenothiazine, Butyrophenone, Thioxanthene) oder
Metoclopramid die Wirksamkeit von Neupro abschwächen können. Daher sollte eine gleichzeitige
Anwendung vermieden werden. Aufgrund möglicher additiver Effekte ist Vorsicht geboten, wenn
Patienten Sedativa oder andere das ZNS (Zentralnervensystem) dämpfende Substanzen (z. B.
Benzodiazepine, Antipsychotika, Antidepressiva) sowie Alkohol in Kombination mit Rotigotineinnehmen.
Die gleichzeitige Anwendung von Levodopa und Carbidopa mit Rotigotin hatte keinen Einfluss aufdie Pharmakokinetik von Rotigotin, und Rotigotin beeinflusste nicht die Pharmakokinetik von
Levodopa und Carbidopa.
Die gleichzeitige Anwendung von Domperidon mit Rotigotin hatte keinen Einfluss auf die
Pharmakokinetik von Rotigotin.
Die gleichzeitige Anwendung von Omeprazol (CYP2C19-Hemmer) in Dosen von 40 mg/Tag hatte beigesunden Freiwilligen keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik oder die Verstoffwechselung von
Rotigotin.
Neupro kann die dopaminergen Nebenwirkungen von Levodopa verstärken und - wie bei anderen
Dopaminagonisten beschrieben - eine Dyskinesie verursachen und/oder eine vorbestehende
Dyskinesie verschlimmern.
Die gleichzeitige Anwendung von Rotigotin (3 mg/24 h) führte zu keiner Beeinträchtigung der
Pharmakodynamik und Pharmakokinetik oraler Kontrazeptiva (0,03 mg Ethinylestradiol, 0,15 mg
Levonorgestrel).
Wechselwirkungen mit anderen Methoden der hormonellen Kontrazeption wurden nicht untersucht.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter, Kontrazeption bei Frauen
Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, um währendder Behandlung mit Rotigotin eine Schwangerschaft zu verhindern.
SchwangerschaftEs liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Rotigotin bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien an Ratten und Kaninchen lassen keine Teratogenität erkennen, doch wurdebei Ratten und Mäusen in maternal toxischen Dosen Embryotoxizität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Rotigotin sollte während der
Schwangerschaft nicht angewendet werden.
StillzeitDa Rotigotin beim Menschen die Prolaktinsekretion senkt, ist eine Hemmung der Laktation zuerwarten. Studien an Ratten haben gezeigt, dass Rotigotin und/oder sein(e) Metabolit(en) in die
Muttermilch übergehen. Da keine Daten für den Menschen vorliegen, sollte abgestillt werden.
FertilitätInformationen zu Fertilitätsstudien, siehe Abschnitt 5.3.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenRotigotin kann großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und auf die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen haben.
Mit Rotigotin behandelte Patienten, die an Schläfrigkeit und/oder Schlafattacken leiden, müssendarüber aufgeklärt werden, dass sie keine Fahrzeuge führen oder Tätigkeiten ausüben (z. B.
Maschinen bedienen) dürfen, bei denen sie durch eingeschränkte Aufmerksamkeit sich selbst oderandere gefährden oder in Lebensgefahr bringen können, bis solche wiederkehrenden Episoden und die
Somnolenz abgeklungen sind (siehe auch Abschnitte 4.4 und 4.5).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsBasierend auf der Analyse gepoolter placebokontrollierter klinischer Studien mit insgesamt 1307
Neupro- und 607 Placebo-behandelten Patienten berichteten 72,5 % der Patienten unter Neupro und58,0 % der Patienten unter Placebo über mindestens eine Nebenwirkung.
Zu Beginn der Therapie können dopaminerge Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen auftreten.
Diese sind gewöhnlich leicht bis mittelschwer und vorübergehend, selbst wenn die Behandlungfortgesetzt wird.
Nebenwirkungen, die von mehr als 10 % der mit Neupro transdermalem Pflaster behandelten
Patienten berichtet wurden, sind Übelkeit, Erbrechen, Reaktionen an der Applikationsstelle,
Somnolenz, Schwindel und Kopfschmerzen.
In Studien, bei denen die Applikationsstellen gemäß den Anweisungen in der Fachinformation und
Gebrauchsinformation gewechselt wurden, kam es bei 35,7 % der 830 Patienten, die Neuprotransdermales Pflaster anwendeten, zu Reaktionen an der Applikationsstelle. Die Mehrzahl der
Reaktionen an der Applikationsstelle war leicht bis mittelschwer, auf die Applikationsstelle beschränktund führte lediglich bei 4,3 % aller Patienten unter Neupro zum Abbruch der Behandlung.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgende Tabelle umfasst Nebenwirkungen aus den oben aufgeführten, gepoolten Studien bei
Patienten mit Parkinson-Erkrankung und aus Praxiserfahrungen nach der Zulassung. Bei den
Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen, innerhalb der Systemorganklassen, werden folgende
Kategorien zugrunde gelegt (Patientenanzahl, bei denen Nebenwirkungen zu erwarten sind): Sehrhäufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100); selten (≥1/10.000 bis<1/1.000); sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nachabnehmendem Schweregrad angegeben.
System/Orga Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtnklasse bekanntgemäß
MedDRA
Erkrankunge Überempfindlin des chkeit, die
Immunsystem auchs Angioödem,
Zungen- und
Lippenödemeinschließenkann
System/Orga Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtnklasse bekanntgemäß
MedDRA
Psychiatrisch Wahrnehmungsstör Schlafattacken Psychotisch Dopaminee ungena (einschl./plötzliche e rges
Erkrankunge Halluzinationen, Schlafanfälle, Störungen, Dysregulan optischer Paranoia, obsessive tions-
Halluzinationen, Störungen des Zwangsstör Syndromcakustischer sexuellen ungen,
Halluzinationen, Verlangensa aggressives
Illusionen), (einschl. Verhalten/
Schlaflosigkeit, Hypersexualitä Aggression
Schlafstörungen, t, gesteigerte b,
Alpträume, Libido), Wahnvorstungewöhnliche Verwirrtheitsz ellungd,
Träume, ustände, Deliriumd
Impulskontrollstöru Desorientierthengena, d (einschl. itd,
Spielzwang, Agitiertheitd
Stereotypie/Zwangshandlungen,
Essattacken/
Essstörungenb,zwanghaftes
Kaufverhaltenc)
Erkrankunge Somnolenz, Bewusstseinsstörun Krämpfe Droppedn des Schwindelgef gen NECa (einschl. Head
Nervensystem ühl, Synkope, Syndromcs Kopfschmerz vasovagale
Synkope,
Bewusstlosigkeit),
Dyskinesie,orthostatischer
Schwindel,
Lethargie
Augenerkran Verschwommekungen nes Sehen,
Sehverschlechterung,
Photopsie
Erkrankunge Drehschwindeln des Ohrsund des
Labyrinths
Herzerkrank Palpitationen Vorhofflimmer Supraventriungen n kuläre
TachykardieGefäßerkran Orthostatische Hypotoniekungen Hypotonie,
HypertonieSystem/Orga Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtnklasse bekanntgemäß
MedDRA
Erkrankunge Schluckaufn der
Atemwege,des
Brustraumsund
Mediastinums
Erkrankunge Übelkeit, Obstipation, Bauchschmerz Diarrhoecn des Erbrechen Mundtrockenheit, en
Gastrointesti Dyspepsienaltrakts
Erkrankunge Erythem, Generalisierter Generalisien der Haut Hyperhidrosis, Juckreiz, rterund des Juckreiz Hautreizung, Ausschlag
Unterhautzell Kontaktdermatgewebes itis
Erkrankunge Erektilen der Dysfunktion
Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Allgemeine Reaktionen Peripheres Ödem, Reizbarkeit
Erkrankunge an der Schwächezuständean und Applikations- (einschl. Müdigkeit,
Beschwerden und Asthenie,am Instillationsst Unwohlsein)
Verabreichun ellea (einschl.gsort Erythem,
Juckreiz,
Reizung,
Ausschlag,
Dermatitis,
Vesikel,
Schmerzen,
Ekzem,
Entzündung,
Schwellung,
Verfärbung,
Papeln,
Exfoliation,
Urtikaria,
Überempfindlichkeit)
System/Orga Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nichtnklasse bekanntgemäß
MedDRA
Untersuchung Gewichtsabnahme Erhöhteen Leberenzyme(einschl. AST,
ALT, GGT),
Gewichtszunahme, erhöhte
Herzfrequenz,erhöhte
Kreatin(phospho)kinase(CPK-Werte)d
Verletzung, Sturzneigung
Vergiftungund durch
Eingriffebedingte
Komplikationen
Skelettmus- Rhabdomkulatur-, yolysec
Bindegewebs-und
Knochener-krankungena High-Level-Terminusb Beobachtet in offenen Studienc Beobachtet nach der Zulassungd Beobachtet in 2011, Daten aus gepoolten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien
Beschreibung bestimmter Nebenwirkungen
Plötzliches Einschlafen und Somnolenz
Rotigotin wurde mit Somnolenz, einschließlich übermäßiger Tagesschläfrigkeit sowie plötzlichen
Schlafattacken in Verbindung gebracht. In vereinzelten Fällen kam es beim Führen eines Fahrzeugs zu'plötzlichem Einschlafen” und als Folge zu Autounfällen (siehe auch Abschnitte 4.4 und 4.7).
Störungen der Impulskontrolle
Bei Patienten, die mit Dopaminagonisten, einschließlich Rotigotin, behandelt wurden, können
Spielzwang, verstärkte Libido, Hypersexualität, Kaufsucht und zwanghaftes Geldausgeben,
Essattacken und zwanghaftes Essen auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomeDie wahrscheinlichsten Nebenwirkungen sind solche, die durch das pharmakodynamische Profil von
Dopaminagonisten bedingt sind, und schließen Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie, unwillkürliche
Bewegungen, Halluzinationen, Verwirrtheit, Krämpfe und sonstige Symptome einer zentralendopaminergen Stimulation ein.
BehandlungEs ist kein Gegenmittel für eine Überdosierung von Dopaminagonisten bekannt. Bei Verdacht auf
Überdosierung sollte ein Entfernen des Pflasters/der Pflaster in Betracht gezogen werden, da nach
Entfernen des Pflasters/der Pflaster die Wirkstoffzufuhr gestoppt ist und die Plasmakonzentration von
Rotigotin rapide sinkt.
Der Patient sollte engmaschig überwacht werden, einschließlich Herzfrequenz, Herzrhythmus und
Blutdruck.Die Behandlung einer Überdosierung kann allgemeine unterstützende Maßnahmen zur
Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen erforderlich machen. Von einer Dialyse wird kein Nutzenerwartet, da Rotigotin nicht durch Dialyse entfernt wird.
Wenn ein Absetzen von Rotigotin notwendig wird, sollte dies stufenweise erfolgen, um einemmalignen neuroleptischen Syndrom vorzubeugen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiparkinsonmittel, Dopamin-Agonisten, ATC-Code: N04BC09
Rotigotin ist ein nicht-ergoliner Dopaminagonist zur symptomatischen Behandlung des idiopathischen
Morbus Parkinson und des Restless-Legs-Syndroms.
WirkmechanismusBei Rotigotin geht man davon aus, dass seine günstige Wirkung auf die Parkinsonerkrankung durchdie Aktivierung der D3-, D2- und D1-Rezeptoren des Caudatus-Putamens im Gehirn hervorgerufenwird.
Der genaue Wirkmechanismus von Rotigotin bei der Behandlung von RLS ist unbekannt. Es wirdangenommen, dass Rotigotin seine Wirkung insbesondere über Dopamin-Rezeptoren entfaltet.
Pharmakodynamische WirkungenEntsprechend der funktionellen Aktivität an den verschiedenen Rezeptor-Subtypen und deren
Verteilung im Gehirn wird Rotigotin als ein D2- und D3-Rezeptoragonist beschrieben, mit
Wirksamkeit auch an den D1-, D4- und D5-Rezeptoren. Bei den nicht-dopaminergen Rezeptoren zeigt
Rotigotin einen Antagonismus an den alpha2B- und einen Agonismus an den 5HT1A-Rezeptoren, aberkeine Aktivität an den 5HT2B-Rezeptoren.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Rotigotin bei der symptomatischen Behandlung der idiopathischen Parkinson-
Erkrankung wurde im Rahmen eines multinationalen Arzneimittelentwicklungsprogramms, bestehendaus vier randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Schlüsselstudien im
Parallelgruppendesign und in drei Studien zu spezifischen Aspekten der Parkinson-Erkrankungevaluiert.
Zwei zulassungsrelevante Studien (SP512 Teil I und SP513 Teil I), die die Wirksamkeit von
Rotigotin bei der Behandlung der Symptome einer idiopathischen Parkinson-Erkrankung untersuchten,wurden mit Patienten durchgeführt, die keine Begleittherapie mit Dopaminagonisten erhielten und dieentweder noch nicht mit Levodopa behandelt worden waren oder bei denen eine frühere Levodopa-
Behandlung ≤6 Monate dauerte. Als Primärvariable wurden zwei Komponenten des Unified
Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS), die Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL-Skala, Teil
II) sowie die motorische Untersuchung (Teil III) ausgewertet.
Die Wirksamkeit wurde bestimmt durch das Ansprechen der Patienten auf die Therapie anhand der
Verbesserung der Responder-Rate und der absoluten Punktzahl in den Summenwerten derkombinierten ADL-Scores und der motorischen Untersuchung (UPDRS-Teil II und III).
In der doppelblinden Studie SP512 Teil I erhielten 177 Patienten Rotigotin und 96 Patienten
Placebo. Beginnend mit 2 mg/24 h wurden die Patienten in wöchentlichen Schritten von 2 mg/24 h biszu einer Höchstdosis von 6 mg/24 h auf die individuelle optimale Dosis Rotigotin oder Placeboeingestellt. Anschließend erhielten die Patienten in jeder Behandlungsgruppe die für sie optimale
Dosis über 6 Monate.
Am Ende der Erhaltungstherapie entsprach bei 91 % der Patienten im Rotigotin-Arm die optimale
Dosis der zulässigen Höchstdosis von 6 mg/24 h. Eine Verbesserung um 20 % wurde bei 48 % der
Patienten unter Rotigotin und bei 19 % der Patienten unter Placebo beobachtet (Differenz 29 %, KI95 %18 %; 39 %, p<0,0001). Unter Rotigotin betrug die durchschnittliche Verbesserung beim UPDRS-
Score (Teile II+III) -3,98 Punkte (Baseline 29,9 Punkte), während im Placebo-Behandlungsarm eine
Verschlechterung von 1,31 Punkten beobachtet wurde (Baseline 30,0 Punkte). Die Differenz war mit5,28 Punkten statistisch signifikant (p <0,0001).
In der doppelblinden Studie SP513 Teil I erhielten 213 Patienten Rotigotin, 227 Patienten Ropinirolund 117 Patienten Placebo. Die Patienten wurden, beginnend mit 2 mg/24 h, über vier Wochen inwöchentlichen Schritten von 2 mg/24 h bis zu einer Höchstdosis von 8 mg/24 h auf die individuelleoptimale Dosis Rotigotin eingestellt. In der Ropinirol-Gruppe wurden die Patienten über 13 Wochenauf die optimale Dosis von bis zu 24 mg/Tag eingestellt. Anschließend erhielten die Patienten jeder
Behandlungsgruppe über 6 Monate diese Erhaltungstherapie.
Am Ende der Erhaltungstherapie entsprach bei 92 % der Patienten im Rotigotin-Arm die optimale
Dosis der zulässigen Höchstdosis von 8 mg/24 h. Eine Verbesserung um 20 % wurde bei 52 % der
Patienten unter Rotigotin, 68 % der Patienten unter Ropinirol und 30 % der Patienten unter Placebobeobachtet (Differenz Rotigotin versus Placebo 21,7 %, KI95 % 11,1 %; 32,4 %; Differenz Ropinirolversus Placebo 38,4 %, KI95 % 28,1 %; 48,6 %; Differenz Ropinirol versus Rotigotin 16,6 %, KI95 %7,6 %; 25,7 %). Die durchschnittliche Verbesserung beim UPDRS-Score (Teile II+III) betrug6,83 Punkte (Baseline 33,2 Punkte) im Rotigotin-Arm, 10,78 Punkte im Ropinirol-Arm (Baseline32,2 Punkte) und 2,33 Punkte im Placebo-Arm (Baseline 31,3 Punkte). Alle Unterschiede zwischenden aktiven Behandlungen und Placebo waren statistisch signifikant. In dieser Studie konnte die
Nicht-Unterlegenheit von Rotigotin gegenüber Ropinirol nicht nachgewiesen werden.
In einer nachfolgenden multinationalen, offenen Multicenter-Studie (SP824), wurde die
Verträglichkeit der nächtlichen Umstellung von Ropinirol, Pramipexol oder Cabergolin auf eintransdermales Rotigotin-Pflaster und dessen Wirksamkeit auf die Symptome der idiopathischen
Parkinson-Erkrankung untersucht. 116 Patienten wurden von der bisherigen oralen Therapie auf bis zu8 mg/24 h Rotigotin umgestellt, von diesen waren 47 mit bis zu 9 mg Ropinirol pro Tag behandeltworden, 47 waren mit bis zu 2 mg Pramipexol pro Tag und 22 mit bis zu 3 mg Cabergolin pro Tagbehandelt worden. Die Umstellung auf Rotigotin war praktikabel, nur bei 2 Patienten, die mit
Ropinirol, bei 5 Patienten, die mit Pramipexol und bei 4 Patienten, die mit Cabergolin behandeltwurden, war eine geringe Dosierungsangleichung (durchschnittlich 2 mg/24 h) notwendig.
Verbesserungen des UPDRS-Scores Teil I - IV wurden beobachtet. Das Sicherheitsprofil wargegenüber früheren Studien unverändert.
In einer randomisierten, offenen Studie (SP825) bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung im
Frühstadium wurden 25 Patienten auf eine Rotigotin- und 26 Patienten auf eine Ropinirol-Behandlungrandomisiert. In beiden Armen wurde die Behandlung auf die entsprechende Optimal- oder
Maximaldosis von 8 mg/24 h bzw. 9 mg/Tag titriert. Beide Behandlungen zeigten Verbesserungen derfrühmorgendlichen Bewegungsfunktion und des Schlafes. Die motorischen Symptome (UPDRS Teil
III) verbesserten sich bei den mit Rotigotin behandelten Patienten nach 4 Behandlungswochen um 6,3± 1,3 Punkte und in der Ropinirol-Gruppe um 5,9 ± 1,3 Punkte. Der Schlaf (PDSS) verbesserte sichbei den mit Rotigotin behandelten Patienten um 4,1 ± 13,8 Punkte und bei den mit Ropinirolbehandelten Patienten um 2,5 ± 13,5 Punkten. Das Sicherheitsprofil war vergleichbar, mit Ausnahmeder Reaktionen an der Applikationsstelle.
In den Studien SP824 und SP825, die seit der initialen Vergleichsstudie durchgeführt wurden, zeigten
Rotigotin und Ropinirol bei äquivalenten Dosierungen eine vergleichbare Wirksamkeit.
Zwei zusätzliche Zulassungsstudien (SP650DB und SP515) wurden bei Patienten durchgeführt, diebegleitend mit Levodopa behandelt wurden. Primärvariable war die Verringerung der 'Off“-Zeit (in
Stunden). Die Wirksamkeit wurde bestimmt durch das Ansprechen der Patienten auf die Therapieanhand der Verbesserung der Responder-Rate sowie der absoluten Verbesserung der 'Off“-Zeit.
In der Doppelblindstudie SP650DB erhielten 113 Patienten Rotigotin bis zu einer Höchstdosis von8 mg/24 h, 109 Patienten erhielten Rotigotin bis zu einer Höchstdosis von 12 mg/24 h und 119
Patienten erhielten Placebo. Die Patienten wurden, beginnend mit 4 mg/24 h, in wöchentlichen
Schritten von 2 mg/24 h auf die für sie optimale Rotigotin-Dosis bzw. Placebo eingestellt.
Anschließend erhielten die Patienten in jeder Behandlungsgruppe über 6 Monate die für sie optimale
Dosis. Am Ende der Erhaltungstherapie zeigte sich bei 57 % der Patienten unter Rotigotin 8 mg/24 hbzw. bei 55 % der Patienten unter Rotigotin 12 mg/24 h sowie bei 34 % der Patienten unter Placeboeine Besserung von mindestens 30 % (Unterschiede 22 % bzw. 21 %, KI95 % 10 %; 35 % bzw. 8 %;33 %, p <0,001 für beide Rotigotin-Gruppen). Unter Rotigotin betrug die mittlere Verringerung der'Off”-Zeit 2,7 bzw. 2,1 Stunden, während im Studienarm mit Placebo eine Verringerung von0,9 Stunden beobachtet wurde. Die Unterschiede waren statistisch signifikant (p <0,001 bzw.p=0,003).
In der Doppelblindstudie SP515 erhielten 201 Patienten Rotigotin, 200 Patienten Pramipexol und100 Patienten Placebo. Die Patienten wurden, beginnend mit 4 mg/24 h, in wöchentlichen Schrittenvon 2 mg/24 h bis zu einer Höchstdosis von 16 mg/24 h auf die für sie optimale Rotigotin-Dosiseingestellt. Die Patienten in der Pramipexol-Gruppe erhielten in der ersten Woche 0,375 mg, in derzweiten Woche 0,75 mg und wurden dann in wöchentlichen Schritten von 0,75 mg bis zu einer
Höchstdosis von 4,5 mg/Tag auf die für sie optimale Dosis eingestellt. In allen Behandlungsgruppenwurde diese Dosis über 4 Monate beibehalten.
Am Ende der Erhaltungstherapie zeigte sich bei 60 % der Patienten unter Rotigotin, bei 67 % der
Patienten unter Pramipexol und bei 35 % der Patienten unter Placebo eine Besserung von mindestens30 % (Unterschied Rotigotin versus Placebo 25 %, KI95 % 13 %; 36 %, Unterschied Pramipexol versus
Placebo 32 %, KI95 % 21 %; 43 %, Unterschied Pramipexol versus Rotigotin 7 %, KI95 % -2 %; 17 %).
Im Rotigotin-Arm betrug die mittlere Verringerung der 'Off“-Zeit 2,5 Stunden, im Pramipexol-Arm2,8 Stunden und im Placebo-Arm 0,9 Stunden. Alle Unterschiede zwischen den Verum-Behandlungenund Placebo waren statistisch signifikant.
Eine weitere multinationale Doppelblindstudie (SP889) wurde an 287 Patienten mit beginnenderoder fortgeschrittener Parkinsonerkrankung und unzureichender Kontrolle der frühmorgendlichen
Beweglichkeit durchgeführt. 81,5 % der eingeschlossenen Patienten wurden zusätzlich mit Levodopatherapiert. 190 Patienten erhielten Rotigotin und 97 Placebo. Die Patienten wurden über 8 Wochenbeginnend mit einer Dosis von 2 mg/24 h in Schritten von 2 mg/24 h pro Woche auf die optimale
Dosis von Rotigotin oder Placebo bis zur Maximaldosis von 16 mg/24 h eingestellt und diese
Erhaltungsdosis über 4 Wochen beibehalten. Die co-primären Zielparameter waren diefrühmorgendliche Bewegungsfunktion, gemessen mit der UPDRS III und die Störungen des
Nachtschlafs, gemessen anhand der modifizierten Parkinson’s Disease Sleep Scale (PDSS-2). Am
Ende der Erhaltungsphase hatte sich bei mit Rotigotin behandelten Patienten (Baseline 29,6) derduchschnittliche UPDRS III-Wert um 7,0 Punkte und bei der Placebogruppe (Baseline 32,0) um3,9 Punkte verbessert. Die Steigerung des PDSS-2-Gesamtwertes in der Rotigotingruppe betrug5,9 Punkte (Baseline 19,3) und 1,9 Punkte in der Placebogruppe (Baseline 20,5). Die
Behandlungsunterschiede für die co-primären Variablen waren statistisch signifikant (p=0,0002 undp<0,0001).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach der Applikation wird Rotigotin kontinuierlich aus dem transdermalen Pflaster abgegeben undüber die Haut resorbiert. Steady-state-Konzentrationen werden ein bis zwei Tage nach der
Pflasterapplikation erreicht und durch die einmal tägliche Anwendung, bei der das Pflaster 24 Stundenlang auf der Haut verbleibt, auf einem stabilen Niveau gehalten. Der Plasmaspiegel von Rotigotinerhöht sich dosisproportional über einen Dosierungsbereich von 1 mg/24 h bis 24 mg/24 h.
Etwa 45 % des Wirkstoffs im Pflaster werden innerhalb von 24 Stunden an die Haut abgegeben. Dieabsolute Bioverfügbarkeit nach transdermaler Applikation beträgt ca. 37 %.
Der Wechsel der Applikationsstelle kann zu von Tag zu Tag differierenden Plasmaspiegeln führen.
Die Unterschiede in der Bioverfügbarkeit von Rotigotin schwankten zwischen 2 % (Oberarm versus
Flanke) und 46 % (Schulter versus Oberschenkel). Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass dieseinen relevanten Einfluss auf das klinische Ergebnis hat.
VerteilungDie Bindung von Rotigotin an Plasmaproteine beträgt in vitro etwa 92 %.
Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt beim Menschen ca. 84 l/kg.
BiotransformationRotigotin wird zu einem großen Teil metabolisiert. Rotigotin wird durch N-Dealkylierung sowiedirekte und sekundäre Konjugation verstoffwechselt. In-vitro-Ergebnisse weisen darauf hin, dassverschiedene CYP-Isoforme in der Lage sind, die N-Dealkylierung von Rotigotin zu katalysieren. Die
Hauptmetaboliten sind Sulfate und Glukuronidkonjugate der Muttersubstanz sowie biologisch inaktive
N-Desalkylmetaboliten.
Die Daten zu den Metaboliten sind unvollständig.
EliminationEtwa 71 % der Rotigotindosis werden über den Urin und ein kleinerer Anteil von ca. 23 % über die
Fäzes ausgeschieden.
Die Rotigotin-Clearance nach transdermaler Anwendung beträgt ca. 10 l/min, und die Gesamt-
Eliminationshalbwertszeit liegt zwischen 5 und 7 Stunden. Das pharmakokinetische Profil zeigt einezweiphasige Elimination mit einer initialen Halbwertszeit von ca. 2 bis 3 Stunden.
Da das Pflaster transdermal angewendet wird, sind keine Auswirkungen durch Nahrungsmittel undgastrointestinale Erkrankungen zu erwarten.
Besondere PatientengruppenDa die Therapie mit Neupro mit einer niedrigen Dosierung eingeleitet und entsprechend der klinischen
Verträglichkeit schrittweise zur Erzielung der optimalen therapeutischen Wirkung erhöht wird, ist eine
Anpassung der Dosis nach Geschlecht, Gewicht oder Alter nicht erforderlich.
Eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion
Bei Patienten mit mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion oder leichter bis schwerer
Einschränkung der Nierenfunktion wurde keine relevante Erhöhung der Rotigotin-Plasmaspiegelbeobachtet. Neupro wurde nicht bei Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung untersucht.
Die Plasmaspiegel der Konjugate von Rotigotin und seiner Desalkylmetaboliten steigen beieingeschränkter Nierenfunktion an. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass diese Metabolite zu denklinischen Effekten beitragen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Studien zur chronischen und Langzeittoxizität waren die Hauptwirkungen durch die für
Dopaminagonisten typischen pharmakodynamischen Effekte sowie die sich daraus ergebende
Abnahme der Prolaktinsekretion bedingt.
Nach einer Einzeldosis Rotigotin war bei pigmentierten Ratten und Affen die Bindung an Melanin-haltige Gewebe (d. h. die Augen) offensichtlich, diese klang jedoch im Verlauf des zweiwöchigen
Beobachtungszeitraums langsam ab.
In einer dreimonatigen Studie an Albinoratten wurde unter einer Dosis, die auf mg/m2-Basis dem 2,8-
Fachen der für den Menschen empfohlenen Höchstdosis entspricht, mittels Transmissionsmikroskopieeine Retinadegeneration beobachtet, wobei die Effekte bei weiblichen Ratten stärker ausgeprägtwaren. Zusätzliche Studien zur weitergehenden Evaluierung der spezifischen pathologischen
Mechanismen wurden nicht durchgeführt. Bei der routinemäßigen histopathologischen
Augenuntersuchung wurde in keiner der Studien zur Toxikologie bei keiner untersuchten Tierart eine
Retinadegeneration beobachtet. Die Relevanz dieser Befunde für den Menschen ist nicht bekannt.
In einer Studie zur Kanzerogenität entwickelten männliche Ratten Tumoren und eine Hyperplasie der
Leydig-Zellen. Maligne Tumoren wurden vorwiegend im Uterus weiblicher Tiere festgestellt, die mitmittleren bis hohen Dosen behandelt wurden. Diese Veränderungen stellen bekannte Effekte von
Dopaminagonisten bei Ratten nach lebenslanger Therapie dar und werden als für den Menschen nichtrelevant beurteilt.
Die Wirkungen von Rotigotin auf die Reproduktion wurden im Rahmen von Studien an Ratten,
Kaninchen und Mäusen untersucht. Rotigotin erwies sich bei allen drei Tierarten als nicht teratogen,war jedoch bei Ratten und Mäusen in maternal toxischer Dosierung embryotoxisch. Rotigotinbeeinflusste bei Ratten die männliche Fertilität nicht. Bei Ratten und Mäusen verringerte es jedochaufgrund der Wirkungen auf den Prolaktinspiegel, der im Falle von Nagern eine besondere Rollespielt, eindeutig die weibliche Fertilität.
Rotigotin induzierte im Ames-Test keine Genmutationen, zeigte jedoch im in vitro Mauslymphom-
Test Effekte mit metabolischer Aktivierung sowie schwächere Effekte ohne metabolische Aktivierung.
Dieser mutagene Effekt könnte auf eine klastogene Wirkung von Rotigotin zurückzuführen sein,wurde jedoch in vivo im Maus-Mikronukleustest und im Ratten-UDS-Test (Unscheduled DNA
Synthesis) nicht bestätigt. Da dieser Effekt mehr oder weniger parallel mit einem verringerten relativen
Zellwachstum insgesamt einherging, könnte er mit einer Zytotoxizität des Wirkstoffs im
Zusammenhang stehen. Daher ist die Bedeutung des einen positiven In-vitro-Mutagenitätstests nichtbekannt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Trägerschicht
Polyesterfilm, silikonisiert, aluminisiert,farbbeschichtet mit Pigmentschicht (Titandioxid (E 171), Pigment gelb 13, Pigment rot 166, Pigmentgelb 12) und Aufdruck (Pigment rot 146, Pigment gelb 180, Pigment schwarz 7).
Selbstklebende Matrixschicht
Poly(dimethylsiloxan, trimethylsilylsilikat)-copolymerisat
Povidon K90
Natriummetabisulfit (Ph.Eur.) (E 223)
Palmitoylascorbinsäure (Ph.Eur.) (E 304)all-rac-alpha-Tocopherol (E 307).
Schutzfolie
Transparenter Polyesterfilm mit Fluoropolymerbeschichtung.
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Peel-off-Beutel in einer Faltschachtel aus Karton: Eine Seite besteht aus einem Ethylencopolymer(innerste Schicht), einer Aluminiumfolie, einem Polyethylenfilm niedriger Dichte und Papier; dieandere Seite besteht aus Polyethylen (innerste Schicht), Aluminium, Ethylencopolymer und Papier.
Die Packung enthält 7, 14, 28, 30 oder 84 (Bündelpackung mit 3 Packungen mit je 28) transdermale
Pflaster, die einzeln in Beuteln versiegelt sind.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nach der Anwendung enthält das Pflaster noch immer Wirkstoffanteile. Nach dem Entfernen solltedas gebrauchte Pflaster mit der Klebeseite nach innen in der Hälfte gefaltet werden, so dass die
Matrixschicht nicht nach außen zeigt, und im Originalbeutel entsorgt werden. Gebrauchte oderungebrauchte Pflaster sind entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen oder in einer
Apotheke zurückzugeben.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
UCB Pharma S.A.
Allée de la Recherche 60
B-1070 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Neupro 4 mg/24 h transdermales Pflaster
EU/1/05/331/004
EU/1/05/331/005
EU/1/05/331/021
EU/1/05/331/024
EU/1/05/331/059
Neupro 6 mg/24 h transdermales Pflaster
EU/1/05/331/007
EU/1/05/331/008
EU/1/05/331/027
EU/1/05/331/030
EU/1/05/331/060
Neupro 8 mg/24 h transdermales Pflaster
EU/1/05/331/010
EU/1/05/331/011
EU/1/05/331/033
EU/1/05/331/036
EU/1/05/331/061
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Februar 2006
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 22. Januar 2016
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
{MM/JJJJ}
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.