Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels MYALEPTA 3mg pulver zur herstellung einer injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Myalepta 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Myalepta 5,8 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Myalepta 11,3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Myalepta 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 3 mg Metreleptin*.
Nach der Rekonstitution mit 0,6 ml Wasser für Injektionszwecke (siehe Abschnitt 6.6) enthält jeder ml5 mg Metreleptin.
Myalepta 5,8 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 5,8 mg Metreleptin*.
Nach der Rekonstitution mit 1,1 ml Wasser für Injektionszwecke (siehe Abschnitt 6.6) enthält jeder ml5 mg Metreleptin.
Myalepta 11,3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 11,3 mg Metreleptin*.
Nach der Rekonstitution mit 2,2 ml Wasser für Injektionszwecke (siehe Abschnitt 6.6) enthält jeder ml5 mg Metreleptin.
* Metreleptin ist ein rekombinantes humanes Leptin-Analogon (das in Escherichia coli-Zellen mitrekombinanter DNA-Technik zur Bildung eines rekombinanten humanen N-Methionylleptinhergestellt wird).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung (Pulver zur Herstellung einer Injektionszubereitung).
Weißer, lyophilisierter Kuchen oder Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Myalepta ist eine Leptin-Ersatztherapie, die in Kombination mit einer Diät zur Behandlung der Folgeneines Leptinmangels bei Patienten mit Lipodystrophie (LD) eingesetzt wird:
* mit bestätigter angeborener generalisierter LD (Berardinelli-Seip-Syndrom) oder erworbenergeneralisierter LD (Lawrence-Syndrom) bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren
* mit bestätigter familiärer partieller LD oder erworbener partieller LD(Barraquer-Simons-Syndrom) bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren, bei denen durch
Standardbehandlungen keine angemessene Einstellung des Stoffwechsels erreicht werdenkonnte.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte von einem Arzt, der Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von
Stoffwechselstörungen hat, eingeleitet und überwacht werden.
DosierungDie empfohlene Tagesdosis von Metreleptin hängt vom Körpergewicht ab, wie in Tabelle 1angegeben.
Der verschreibende Arzt sollte die entsprechende Dosis sowohl in Milligramm als auch in Milliliterangeben, damit sichergestellt ist, dass die Patienten und Pflegepersonen zu Hause die richtige zuinjizierende Dosis verstehen. Zur Vermeidung von Medikationsfehlern, einschließlich Überdosierung,sollten die folgenden Dosisberechnungen und Richtlinien zur Dosisanpassung befolgt werden. Eine
Überprüfung der Selbstverabreichungstechnik des Patienten wird während der Anwendung von
Myalepta alle 6 Monate empfohlen.
Zur Berechnung der Dosis sollte immer das tatsächliche Körpergewicht zu Beginn der Behandlungzugrunde gelegt werden.
Tabelle 1 Empfohlene Dosis von Metreleptin
Körpergewicht bei Tagesdosis bei
Behandlungsbeginn Behandlungsbeginn Dosisanpassungen Tageshöchstdosis(Injektionsvolumen) (Injektionsvolumen) (Injektionsvolumen)
Männer und Frauen 0,06 mg/kg 0,02 mg/kg 0,13 mg/kg≤ 40 kg (0,012 ml/kg) (0,004 ml/kg) (0,026 ml/kg)
Männer > 40 kg 2,5 mg 1,25 mg (0,25 ml) bis 10 mg(0,5 ml) 2,5 mg (0,5 ml) (2 ml)
Frauen > 40 kg 5 mg 1,25 mg (0,25 ml) bis 10 mg(1 ml) 2,5 mg (0,5 ml) (2 ml)
DosisanpassungenJe nach klinischem Ansprechen (z. B. unzureichende metabolische Einstellung) oder anderen
Überlegungen (z. B. Verträglichkeitsprobleme, übermäßiger Gewichtsverlust, insbesondere beipädiatrischen Patienten) kann die Dosis verringert oder auf die in Tabelle 1 angegebene Höchstdosiserhöht werden. Die maximal verträgliche Dosis kann unter der in Tabelle 1 angegebenen
Tageshöchstdosis liegen, was durch einen übermäßigen Gewichtsverlust gezeigt wird, selbst wenn dasmetabolische Ansprechen unvollständig ist.
Ein minimales klinisches Ansprechen ist definiert als mindestens:
* eine Verringerung des HbA1c-Werts um 0,5 % und/oder eine 25%ige Verringerung des
Insulinbedarfsund/oder
* eine 15%ige Verringerung der Triglyceride (TG).
Wenn nach einer 6-monatigen Behandlung kein klinisches Ansprechen beobachtet wird, sollte der
Arzt sicherstellen, dass der Patient die Verabreichungstechnik befolgt, die korrekte Dosis erhält undsich an die Diät hält. Vor Abbruch der Behandlung sollte eine Dosiserhöhung in Betracht gezogenwerden.
Erhöhungen der Metreleptin-Dosis bei Erwachsenen und Kindern aufgrund eines unvollständigenklinischen Ansprechens kann nach einer Behandlungsdauer von mindestens 6 Monaten in Betrachtgezogen werden, wodurch die Verringerung des Bedarfs an begleitend verabreichtem Insulin, oralen
Antidiabetika bzw. lipidsenkenden Arzneimitteln ermöglicht wird.
Verringerungen der HbA1c-Werte und der Triglyceride können bei Kindern möglicherweise nichtbeobachtet werden, da metabolische Anomalien zu Beginn der Behandlung möglicherweise nichtvorliegen. Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Kinder eine Erhöhung der Dosis pro kgbenötigen, besonders wenn sie in die Pubertät kommen. Zunehmende Anomalien bei Triglyceridenund den HbA1c-Werten können auftreten, die eine Dosiserhöhung erforderlich machen können.
Dosisanpassungen bei Kindern ohne metabolische Anomalien sollten in erster Linie auf der Grundlagevon Gewichtsveränderungen vorgenommen werden.
Dosiserhöhungen sollten nicht häufiger als alle 4 Wochen vorgenommen werden. Bei Gewichtsverlustkann die Dosis wöchentlich gesenkt werden.
Bei Patienten, die mit Myalepta behandelt werden und gleichzeitig Antidiabetika erhalten, besteht das
Risiko einer Hypoglykämie. In den ersten Behandlungsphasen kann es erforderlich sein, dass die
Insulindosis um 50 % oder mehr des Bedarfs bei Behandlungsbeginn verringert wird. Sobald sich der
Insulinbedarf stabilisiert hat, können bei einigen Patienten zur Minimierung des Hypoglykämierisikosauch Dosisanpassungen bei anderen Antidiabetika erforderlich werden (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8).
Absetzen bei Patienten, bei denen ein Risiko für Pankreatitis besteht
Wenn Myalepta bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Pankreatitis (z. B. Pankreatitis in der
Anamnese, schwere Hypertriglyceridämie) abgesetzt werden soll, wird ein Ausschleichen über einen
Zeitraum von zwei Wochen in Verbindung mit einer fettarmen Diät empfohlen. Während des
Ausschleichens muss der Triglyceridspiegel überwacht werden und es sollte erwogen werden, ggf.
Lipidsenker anzuwenden bzw. deren Dosis anzupassen. Anzeichen bzw. Symptome, die auf eine
Pankreatitis hindeuten, sollten entsprechend klinisch abgeklärt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Versäumte Anwendung
Falls eine Anwendung versäumt wurde, muss diese sobald wie möglich nachgeholt werden und dernormale Dosierungsplan sollte am folgenden Tag wiederaufgenommen werden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenDie klinischen Studien mit Metreleptin umfassten nicht genügend Patienten im Alter von 65 Jahrenund älter, um festzustellen, ob sie anders als jüngere Patienten reagieren. Allgemein sollte die Dosisbei älteren Patienten mit Vorsicht ausgewählt und geändert werden, auch wenn keine besondere
Dosisanpassung empfohlen wird.
Eingeschränkte Leber- oder NierenfunktionMetreleptin wurde nicht an Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion untersucht. Eskönnen keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Metreleptin bei Kindern im Alter von 0 bis 2 Jahren mitgeneralisierter LD sowie bei Kindern im Alter von 0 bis 12 Jahren mit partieller LD ist nicht erwiesen.
Bei Kindern mit generalisierter LD, insbesondere unter 6 Jahren, liegen nur sehr begrenzte Daten vor.
Art der AnwendungSubkutane Anwendung.Medizinisches Fachpersonal sollte die Patienten und Pflegepersonen in der Rekonstitution des
Arzneimittels und der richtigen subkutanen Injektionstechnik unterweisen, damit eine intramuskuläre
Injektion bei Patienten mit sehr wenig subkutanem Fettgewebe vermieden wird.
Patienten und/oder Pflegepersonen sollten die erste Dosis des Arzneimittels unter Aufsicht einerqualifizierten medizinischen Fachkraft zubereiten und anwenden.
Die Injektion sollte jeden Tag zum gleichen Zeitpunkt angewendet werden. Sie kann zu jeder
Tageszeit ohne Rücksicht auf Mahlzeiten angewendet werden.
Die rekonstituierte Lösung sollte in den Bauch, Oberschenkel oder das Oberarmgewebe injiziertwerden. Es wird empfohlen, dass die Patienten jeden Tag eine andere Injektionsstelle verwenden,wenn sie im gleichen Bereich injizieren. Dosen über 1 ml können als zwei Injektionen verabreichtwerden (die gesamte Tagesdosis wird gleichmäßig aufgeteilt), so können mögliche Beschwerden ander Injektionsstelle aufgrund des Injektionsvolumens minimiert werden. Wenn Dosen aufgrund des
Volumens aufgeteilt werden, können die Dosen nacheinander an verschiedenen Injektionsstellenangewendet werden.
Wenn kleine Dosen/Volumen verabreicht werden (z. B. bei Kindern), bleiben die Durchstechflaschennach der Entnahme der erforderlichen Dosis fast vollständig mit Arzneimittel gefüllt. Dasverbleibende rekonstituierte Arzneimittel ist nach Gebrauch zu entsorgen.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6 und in den andie Patienten gerichteten Informationen in der Packungsbeilage (Abschnitt 7).
Tabelle 2 Berechnung der Ausgangsdosis
Gewicht und
Geschlecht Berechnung der Ausgangsdosis
Einmal tägliche Gabe Gewicht (kg) x 0,06 mg/kg = jeweilige tägliche Dosis des Patienten in mgfür Männer und Gewicht (kg) x 0,012 ml/kg = jeweiliges Injektionsvolumen bei
Frauen ≤ 40 kg Behandlungsbeginn in ml
Beispiel:
Die Behandlung eines Patienten mit einem Körpergewicht von 25 kg wird mit0,06 mg Myalepta/kg eingeleitet. Die jeweilige Patientendosis beträgt 1,5 mg
Die Behandlung eines Patienten mit einem Körpergewicht von 25 kg wird mit0,012 ml/kg = 0,3 ml Myalepta-Injektionslösung/kg eingeleitet
Einmal tägliche Gabe Jeweilige Patientendosis in mg = 2,5 mgfür Männer > 40 kg Einmal täglich zu injizierende Dosis = 0,5 ml
Einmal tägliche Gabe Jeweilige Patientendosis in mg = 5 mgfür Frauen > 40 kg Einmal täglich zu injizierende Dosis = 1 ml
Tabelle 3 Zur Rekonstitution von Myalepta mit Wasser für Injektionszwecke benötigte Spritze
Spritze Außendurchmesser und Länge der Nadel
Myalepta 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung1,0 ml 21 G40 mm Nadel
Myalepta 5,8 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung3,0 ml 21 G40 mm Nadel
Myalepta 11,3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung3,0 ml 21 G40 mm Nadel
Tabelle 4 Zur Anwendung jeder Myalepta-Dosis benötigte Spritze
Spritze Außendurchmesser und Zu verabreichender Dosisbereich von
Länge der Nadel Myalepta0,3 ml U100 31G Für Dosen von:
Insulin-Spritze 8 mm-Nadel ≤ 1,5 mg/≤ 0,3 ml Volumen täglich1,0 ml 30G Für Dosen von:
13 mm-Nadel > 1,5 mg - 5 mg/0,3 - 1,0 ml Volumen täglich2,5 ml 30G Für Dosen von:13 mm-Nadel > 5 mg - 10 mg/> 1,0 ml Volumen täglich
Bei Patienten mit einem Körpergewicht von 40 kg oder weniger sollte zur Berechnung der Dosis dastatsächliche Körpergewicht bei Behandlungsbeginn verwendet werden; bei denjenigen, die 25 kg oderweniger wiegen, kann die Anfangsdosis der Tabelle 5 entnommen werden.
Tabelle 5 Umrechnung der Dosis in Einheiten bei der 0,3-ml-U100-Insulinspritze
Gewicht des Tatsächliches Gerundetes Zu injizierendes Volumen
Kindes Myalepta-Dosis Volumen der Volumen der in Einheiten bei
Lösung* Lösung Verwendung der0,3-ml-Spritze9 kg 0,54 mg 0,108 ml 0,10 ml 1010 kg 0,60 mg 0,120 ml 0,12 ml 1211 kg 0,66 mg 0,132 ml 0,13 ml 1312 kg 0,72 mg 0,144 ml 0,14 ml 1413 kg 0,78 mg 0,156 ml 0,15 ml 1514 kg 0,84 mg 0,168 ml 0,16 ml 1615 kg 0,90 mg 0,180 ml 0,18 ml 1816 kg 0,96 mg 0,192 ml 0,19 ml 1917 kg 1,02 mg 0,204 ml 0,20 ml 2018 kg 1,08 mg 0,216 ml 0,21 ml 2119 kg 1,14 mg 0,228 ml 0,22 ml 2220 kg 1,20 mg 0,240 ml 0,24 ml 2421 kg 1,26 mg 0,252 ml 0,25 ml 2522 kg 1,32 mg 0,264 ml 0,26 ml 2623 kg 1,38 mg 0,276 ml 0,27 ml 2724 kg 1,44 mg 0,288 ml 0,28 ml 2825 kg 1,50 mg 0,300 ml 0,30 ml 30
*Hinweis: Die Anfangsdosis und Dosisschritte sollten auf die nächsten 0,01 ml abgerundet werden
Die einmal täglich verabreichte Dosis von Myalepta kann in Schritten wie in Tabelle 6 gezeigt bis zur
Tageshöchstdosis gesteigert werden.
Tabelle 6 Berechnung der Dosisanpassung
Dosis wie folgtanpassen Vorgehensweise(falls erforderlich)
Gewicht (kg) x 0,02 mg/kg = Dosismengenanpassung in mg
Das tägliche Gesamtvolumen, das injiziert werden soll, ist die Gesamtdosis inmg geteilt durch 5.
Beispiel: Die Behandlung eines 15 kg schweren Patienten wird mit
Männer und Frauen 0,06 mg Myalepta/kg eingeleitet. Die jeweilige Patientendosis beträgt 0,9 mg.
≤ 40 kg Durch eine Dosissteigerung von 0,02 mg/kg erhöht sich die tägliche Dosisauf 0,08 mg/kg = 1,2 mg. Das tägliche Gesamtvolumen, das injiziert werdensoll, ist die Gesamtdosis in mg geteilt durch 5, in diesem Fall beträgt es1,2 mg/5 = 0,24 ml, was 24 Einheiten auf der 0,3 ml-Insulinspritze entspricht.
Die Tageshöchstdosis bei Männern und Frauen beträgt 0,13 mg/kg oder0,026 ml/kg Injektionsvolumen.
Bei allen Patienten mit einem Körpergewicht von mehr als 40 kg würde eine
Erhöhung der Tagesdosis um 1,25 mg oder 0,25 ml Injektionsvolumenerfolgen.
Das tägliche Gesamtvolumen, das injiziert werden soll, ist die Gesamtdosis inmg geteilt durch 5.
Männer und Frauen> 40 kg Beispiel: Die Behandlung eines männlichen Patienten wird mit2,5 mg Myalepta täglich eingeleitet. Durch eine Dosissteigerung von 1,25 mgerhöht sich die tägliche Dosis auf 3,75 mg.
Das tägliche Gesamtvolumen, das injiziert werden soll, beträgt3,75 mg/5 = 0,75 ml.
Die tägliche Höchstdosis beträgt bei Männern und Frauen 10 mg bzw. 2 ml
Injektionsvolumen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die Daten aus den klinischen Studien unterstützen die Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit
HIV-induzierter LD nicht.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenEs gibt Berichte über generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie, Urtikariaoder generalisierter Ausschlag) bei Patienten, die Myalepta anwenden (s. Abschnitt 4.8).
Anaphylaktische Reaktionen können unmittelbar nach der Anwendung von Myalepta auftreten. Tritteine anaphylaktische Reaktion oder eine andere schwerwiegende allergische Reaktion auf, muss
Myalepta sofort und dauerhaft abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Akute Pankreatitis im Zusammenhang mit dem Absetzen von Myalepta
Die Nichteinhaltung des Dosierungsplans oder das abrupte Absetzen von Myalepta kann zu einer
Verschlechterung der Hypertriglyceridämie und einer damit zusammenhängenden Pankreatitis führen,insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Pankreatitis (z. B. Pankreatitis in der
Anamnese, schwere Hypertriglyceridämie) (siehe Abschnitt 4.8). Wenn bei einem Patienten eine
Pankreatitis unter der Behandlung mit Metreleptin auftritt, wird empfohlen, dass die Behandlung mit
Metreleptin ohne Unterbrechung fortgesetzt wird, da ein plötzlicher Abbruch der Behandlung die
Erkrankung verschlimmern kann. Wenn Metreleptin aus irgendeinem Grund abgesetzt werden muss,wird ein Ausschleichen der Dosis über einen Zeitraum von zwei Wochen in Verbindung mit einerfettarmen Diät empfohlen, siehe Abschnitt 4.2. Überwachen Sie während des Ausschleichens die
Triglyceridspiegel und erwägen Sie bei Bedarf, die Anwendung von Lipidsenkern zu beginnen oderderen Dosis anzupassen. Anzeichen bzw. Symptome, die auf eine Pankreatitis hindeuten, solltenentsprechend klinisch abgeklärt werden.
Hypoglykämie bei gleichzeitiger Anwendung von Insulin und anderen Antidiabetika
Bei Patienten, die mit Myalepta behandelt werden, besteht das Risiko einer Hypoglykämie, wenn siemit Antidiabetika, insbesondere Insulin oder Insulinsekretagoga (z. B. Sulfonylharnstoffe) behandeltwerden. In den ersten beiden Behandlungswochen können bei Insulin große Dosisreduktionen von50 % und mehr gegenüber dem Insulinbedarf vor Behandlungsbeginn erforderlich sein. Sobald sichder Insulinbedarf stabilisiert hat, können bei einigen Patienten zur Minimierung des
Hypoglykämierisikos auch Dosisanpassungen bei anderen Antidiabetika erforderlich werden.
Die Blutzuckerwerte bei Patienten mit gleichzeitiger Insulintherapie, insbesondere bei hohen Dosen,oder Insulinsekretagoga und unter Kombinationsbehandlung, sollten engmaschig überwacht werden.
Patienten und Pflegepersonen sollten in der Erkennung der Anzeichen und Symptome einer
Hypoglykämie geschult werden.
In klinischen Studien wurde eine Hypoglykämie durch die Aufnahme von Nahrung/Getränken unddurch die Dosisanpassung der Antidiabetika behandelt. Bei nicht schwerwiegenden hypoglykämischen
Ereignissen kann eine entsprechende Diät bzw. Ernährungsumstellung als eine Alternative zur
Dosisanpassung der Antidiabetika nach Maßgabe des behandelnden Arztes angesehen werden.
Patienten, die Insulin (oder andere subkutane Arzneimittel) und Myalepta injizieren, wird empfohlen,die Injektionsstellen täglich zu wechseln.
T-Zell-Lymphom
Fälle von T-Zell-Lymphomen (siehe Abschnitt 4.8) wurden in klinischen Studien unter der
Anwendung von Metreleptin berichtet. Ein kausaler Zusammenhang zwischen der
Arzneimittelbehandlung und der Entwicklung und/oder Progression von Lymphomen konnte nichtfestgestellt werden.
Nutzen und Risiko einer Behandlung sollten bei Patienten mit erworbener generalisierter LD bzw. bei
Patienten mit signifikanten hämatologischen Anomalien (einschließlich Leukopenie, Neutropenie,
Knochenmarkanomalien, Lymphom bzw. Lymphadenopathie) sorgfältig abgewogen werden.
ImmunogenitätIn klinischen Studien traten bei Patienten sehr häufig Anti-Drug-Antikörper (ADA) gegen Metreleptin(88 %) auf. Eine blockierende Aktivität der Reaktion zwischen Metreleptin und einem rekombinanten
Leptinrezeptor wurde in vitro im Blut eines Großteils der Patienten beobachtet, wobei die
Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Metreleptin nicht eindeutig festgestellt werden konnten (siehe
Abschnitt 4.8).
Obwohl dies in klinischen Studien nicht bestätigt wurde, können neutralisierende Antikörpertheoretisch die Aktivität des endogenen Leptins beeinflussen.
Schwere und schwerwiegende Infektionen
Bei Patienten mit schwerwiegenden und schweren Infektionen liegt die Fortsetzung der Behandlungmit Metreleptin im Ermessen des verschreibenden Arztes. Ein Zusammenhang zwischen der Bildungeiner blockierenden Aktivität und schwerwiegenden und schweren Infektionen kann nichtausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.8).
Autoimmunerkrankungen
Bei einigen Patienten, die mit Myalepta behandelt wurden, wurde ein Fortschreiten/Aufflammen von
Autoimmunerkrankungen einschließlich schwerer Autoimmunhepatitis beobachtet, aber ein kausaler
Zusammenhang zwischen der Behandlung mit Metreleptin und dem Fortschreiten der
Autoimmunerkrankung konnte nicht nachgewiesen werden. Eine genaue Überwachung der zugrundeliegenden Autoimmunerkrankungen (plötzliches Einsetzen schwerer Symptome) wird empfohlen. Derpotenzielle Nutzen und die Risiken einer Behandlung mit Myalepta sollten bei Patienten mit
Autoimmunerkrankungen sorgfältig abgewogen werden.
SchwangerschaftUngeplante Schwangerschaften können auftreten, aufgrund erneuter Freisetzung von luteinisierendem
Hormon (LH), siehe Abschnitt 4.6.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu'natriumfrei”.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen am Menschen durchgeführt.
Leptin ist ein Zytokin und kann die Bildung von Cytochrom P450 (CYP450) Enzymen verändern. Danicht ausgeschlossen werden kann, dass Metreleptin die Exposition gegenüber CYP3A-Substratendurch Enzyminduktion verringert, kann die Wirksamkeit von hormonellen Kontrazeptiva beigleichzeitiger Anwendung von Metreleptin verringert sein (siehe Abschnitt 4.6). Deshalb solltewährend der Behandlung eine weitere nicht-hormonelle Verhütungsmethode in Betracht gezogenwerden. Die Wirkung von Metreleptin auf CYP450-Enzyme kann bei CYP450-Substraten mit einemeng gefassten therapeutischen Index, bei denen die Dosis individuell angepasst wird, klinisch relevantsein. Nach Therapiebeginn oder Absetzen von Metreleptin sollte bei Patienten, die mit diesen
Wirkstoffklassen behandelt werden, eine therapeutische Überwachung der Wirkung (z. B. Warfarin)oder der Arzneimittelkonzentrationen (z. B. Cyclosporin oder Theophyllin) durchgeführt und dieindividuelle Dosis des Wirkstoffs nach Bedarf eingestellt werden. Bei Patienten, die eine Behandlungmit Myalepta beginnen, besteht das Risiko einer Hypoglykämie, wenn sie mit Antidiabetika,insbesondere Insulin oder Insulinsekretagoga, behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterPatientinnen im gebärfähigen Alter sollte empfohlen werden, während der Behandlung mit
Metreleptin gegebenenfalls eine angemessene Empfängnisverhütung anzuwenden. Die gleichzeitige
Verabreichung von Myalepta mit hormonellen Kontrazeptiva verringert möglicherweise die
Bioverfügbarkeit der hormonellen Kontrazeptiva (siehe Abschnitt 4.5). Wenn Myalepta zusammen mithormonellen Kontrazeptiva angewendet wird, sollte den Frauen angeraten werden, eine alternativenicht-hormonelle Verhütungsmethode zu verwenden.
SchwangerschaftDie Anwendung von Myalepta wird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen
Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen. Es wurden Fehlgeburten, Totgeburten und Frühgeburtenbei Frauen berichtet, die während der Schwangerschaft gegenüber Metreleptin exponiert waren,obwohl es derzeit keine Hinweise gibt, die einen kausalen Zusammenhang mit der Behandlungnahelegen. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3).
StillzeitEs ist nicht bekannt ob Metreleptin oder dessen Metabolite in die Muttermilch ausgeschieden werden.
Endogenes Leptin ist in der Muttermilch vorhanden.
Ein Risiko für Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die
Behandlung mit Myalepta zu unterbrechen ist/auf die Behandlung mit Myalepta verzichtet werdensoll. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die
Frau zu berücksichtigen.
FertilitätEs liegen Daten vor, die darauf hindeuten, dass Metreleptin die Fertilität aufgrund von Wirkungen aufdas luteinisierende Hormon (LH) erhöhen kann, was zu einer ungeplanten Schwangerschaft führenkann (siehe Abschnitt 4.4).
Tierexperimentelle Studien zeigten keine nachteiligen Auswirkungen auf die männliche oderweibliche Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenMyalepta hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen, da Müdigkeit und Schwindel auftreten können.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsInsgesamt erhielten 148 Patienten mit generalisierter und partieller LD im Rahmen klinischer Studien
Metreleptin.
Die Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten wurden in einer Untergruppe von Patienten mit partieller LDmit folgenden Merkmalen analysiert: 12 Jahre und älter mit einem Leptinspiegel < 12 ng/ml,
TG ≥ 5,65 mmol/l und/oder einem HbA1c-Wert von ≥ 8 %.
Die Nebenwirkungen, die bei Patienten mit generalisierter LD und in der Untergruppe mit partieller
LD gemeldet wurden, sind in Tabelle 7 aufgeführt. Zusätzlich werden die Nebenwirkungen von
Anwendungsbeobachtungen dargestellt. Die in den klinischen Studien am häufigsten auftretenden
Nebenwirkungen waren Hypoglykämie (14 %) und Gewichtsverlust (17 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse und absoluter Häufigkeit in Tabelle 7klassifiziert. Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig(≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000);sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Aufgrund der Anzahl von Patienten mit generalisierter und partieller LD, die im Rahmenvon klinischen Studien behandelt wurden, können Ereignisse mit einer Häufigkeit von < 1 % nicht mit
Gewissheit erkannt werden.
Tabelle 7 Nebenwirkungen, die bei mehr als einem Patienten mit generalisierter LD und in der
Untergruppe mit partieller LD unter Myalepta im Rahmen von klinischen Studien und nach der
Markteinführung gemeldet wurden
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Häufigkeit nichtbekannt*
Infektionen und parasitäre Grippe, Pneumonie
Erkrankungen
Erkrankungen des Anaphylaktische
Immunsystems Reaktion
Stoffwechsel- und Hypoglykämie Appetit vermindert Diabetes mellitus,
Ernährungsstörungen Hyperphagie,
Insulinresistenz
Erkrankungen des Kopfschmerz
Nervensystems
Herzerkrankungen Tachykardie
Gefäßerkrankungen Tiefe
Beinvenenthrombose
Erkrankungen der Atemwege, Husten, Dyspnoe,des Brustraums und Pleuraerguss
Mediastinums
Erkrankungen des Abdominalschmerz, Schmerzen Oberbauch,
Gastrointestinaltrakts Übelkeit Diarrhoe Pankreatitis,
ErbrechenErkrankungen der Haut und des Alopezie Pruritus, Ausschlag,
Unterhautgewebes Urtikaria
Skelettmuskulatur-, Arthralgie, Myalgie
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Menorrhagie
Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Häufigkeit nichtbekannt*
Allgemeine Erkrankungen und Ermüdung, blauer Fettgewebe vermehrt,
Beschwerden am Fleck an der Blutung an der
Verabreichungsort Injektionsstelle, Injektionsstelle,
Erythem an der Schmerzen an der
Injektionsstelle, Injektionsstelle, Jucken
Reaktion an der an der Injektionsstelle,
Injektionsstelle Schwellung an der
Injektionsstelle,
Unwohlsein, periphere
Schwellung
Untersuchungen Gewicht Neutralisierende Glukose im Blut anomal,erniedrigt Antikörper Triglyzeride im Bluterhöht,arzneimittelspezifischer
Antikörper nachweisbar,glykolisiertes
Hämoglobin erhöht,
Gewicht erhöht
* Weltweite Anwendungsbeobachtungen nach der Markteinführung
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAkute Pankreatitis im Zusammenhang mit dem Absetzen von Metreleptin
In klinischen Studien trat bei 6 Patienten (4 mit generalisierter und 2 mit partieller LD) einebehandlungsbedingte Pankreatitis auf. In der Anamnese aller Patienten gab es Pankreatitis und
Hypertriglyceridämie. Es wurde vermutet, dass ein abruptes Absetzen bzw. die Nichteinhaltung der
Metreleptin-Dosierung bei 2 Patienten zum Auftreten der Pankreatitis beigetragen haben. Als Ursacheder Pankreatitis wurden bei diesen Patienten die Rückkehr der Hypertriglyceridämie und das damiterhöhte Pankreatitis-Risiko bei Absetzen eines wirksamen Arzneimittels gegen Hypertriglyceridämieangenommen.
HypoglykämieMetreleptin kann die Insulinresistenz bei Diabetikern verringern, was bei Patienten mit LD undgleichzeitig bestehendem Diabetes zu Hypoglykämien führen kann. Eine Hypoglykämie, die mit der
Behandlung mit Metreleptin in Zusammenhang steht, trat bei 14,2 % der untersuchten Patienten auf.
Alle Berichte über Hypoglykämien bei Patienten mit generalisierter LD und in der Untergruppe mitpartieller LD waren leicht und wiesen kein Einsatzmuster auf bzw. hatten keine klinischen Folgen.
Allgemein konnte die Mehrheit der Ereignisse durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln bewältigtwerden, wobei nur relativ wenige Veränderungen an der Dosierung der Antidiabetika erforderlichwurden.
T-Zell-Lymphom
Drei Fälle von T-Zell-Lymphomen wurden in klinischen Studien bei der Anwendung von Metreleptingemeldet. Alle drei Patienten litten unter einer erworbenen generalisierten LD. Bei zwei dieser
Patienten wurde während der Behandlung mit dem Arzneimittel ein peripheres T-Zell-Lymphomdiagnostiziert. Beide wiesen vor Beginn der Behandlung eine Immunschwäche und signifikantehämatologische Anomalien einschließlich schwerer Knochenmarksanomalien auf. Ein anderer Falleines anaplastischen großzelligen Lymphoms wurde bei einem pädiatrischen Patienten gemeldet, derdas Arzneimittel erhalten hatte, und der vor der Behandlung keine hämatologischen Anomalienaufwies.
ImmunogenitätIn klinischen Studien (Studien NIH 991265/20010769 und FHA101) lag die ADA-Quote bei den
Patienten mit generalisierter und mit partieller LD mit verfügbaren Daten bei 88 % (65 von74 Patienten). Eine blockierende Aktivität der Reaktion zwischen Metreleptin und einemrekombinanten Leptinrezeptor wurde in vitro im Blut eines Großteils einer ausgedehnten
Patientengruppe beobachtet (98 von 102 Patienten bzw. 96 %), wobei die Auswirkungen auf die
Wirksamkeit von Metreleptin nicht eindeutig festgestellt werden konnten.
Bei 5 Patienten mit generalisierter LD traten schwerwiegende bzw. schwere Infektionen auf, diezeitlich mit einer blockierenden Aktivität gegen Metreleptin von > 80 % einhergingen. Zu diesen
Ereignissen gehörten eine schwerwiegende und schwere Appendizitis bei einem Patienten,schwerwiegende und schwere Pneumonie bei zwei Patienten, eine einzelne schwerwiegende undschwere Sepsis und nicht schwerwiegende, schwere Gingivitis bei einem Patienten und 6 Ereignissemit schwerwiegender und schwerer Sepsis bzw. Bakteriämie sowie eine nicht schwerwiegende,schwere Ohrinfektion bei einem Patienten. Eine schwerwiegende und schwere Blinddarmentzündungging zeitlich mit einer blockierenden Aktivität gegen Metreleptin bei einem Patienten mit partieller
LD, der nicht zur Untergruppe mit partieller LD gehörte, einher. Obwohl in einem zeitlichen
Zusammenhang stehend, kann auf der Grundlage der derzeit verfügbaren Evidenzlage eine direkte
Beziehung zur Metreleptin-Behandlung weder eindeutig bestätigt noch in Abrede gestellt werden.
LD-Patienten mit blockierender Aktivität gegen Metreleptin und gleichzeitigen Infektionen sprachenauf eine Standardbehandlung an (siehe Abschnitt 4.4).
Reaktionen an der InjektionsstelleReaktionen an der Injektionsstelle wurden bei 3,4 % der Patienten mit LD, die mit Metreleptinbehandelt wurden, gemeldet. Alle Ereignisse, die im Rahmen von klinischen Studien bei Patienten mit
LD gemeldet wurden, waren von ihrem Schweregrad her leicht oder mäßig und keines führte zu einem
Abbruch der Behandlung. Die meisten Ereignisse traten während der ersten 1 - 2 Monate nach Beginnder Behandlung auf.
Kinder und JugendlicheIn zwei abgeschlossenen klinischen Studien (NIH 991265/20010769 und FHA101) wurden52 Patienten im Kindesalter (4 in der Untergruppe mit partieller LD und 48 mit generalisierter LD)eingeschlossen und erhielten Metreleptin. Bei Kindern unter 2 Jahren liegen nur begrenzte klinische
Daten für Patienten mit generalisierter LD vor, ebenso wie für Patienten unter 12 Jahren mit partieller
LD.
Insgesamt sind die Sicherheit und Verträglichkeit von Metreleptin bei Kindern und Erwachsenenähnlich.
Bei Patienten mit generalisierter LD war das Auftreten von Nebenwirkungen unabhängig vom Altervergleichbar. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bei 2 Patienten berichtet, nämlich
Verschlechterung der Hypertonie und anaplastisches großzelliges Lymphom.
Bei Patienten mit partieller LD ist die Beurteilung nach Altersgruppen aufgrund der geringen
Stichprobengröße begrenzt. Es wurden keine Nebenwirkungen bei pädiatrischen Patienten in der
Untergruppe mit partieller LD gemeldet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In einem Fall nach der Markteinführung erhielt ein Säugling 8 Monate lang eine 10-fache Überdosisvon Metreleptin. In diesem Fall ging die lang anhaltende Überdosierung mit einer schweren Anorexieeinher, die zu Vitamin- und Zinkmangel, Eisenmangelanämie, Proteinkalorienmangelernährung undeiner zu geringen Gewichtszunahme führte, was nach einer unterstützenden Behandlung und
Dosisanpassung abklang.
Im Falle einer Überdosierung sollten Patienten engmaschig auf Anzeichen oder Symptome von
Nebenwirkungen hin überwacht werden und eine unterstützende Behandlung sollte eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das alimentäre System und den Stoffwechsel,
Aminosäuren und Derivate, ATC-Code: A16AA07
WirkmechanismusMetreleptin ahmt die physiologischen Wirkungen von Leptin nach, indem es sich an den menschlichen
Leptinrezeptor, der zu den Rezeptoren der Zytokinfamilie Klasse I, die den JAK/STAT-Signalwegnutzen, gehört, bindet und diesen aktiviert.
Es wurden nur die metabolischen Effekte von Metreleptin untersucht. Auswirkungen auf die
Verteilung von Unterhautfett sind nicht zu erwarten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung mit Metreleptin wurde in einer offenen einarmigen
Studie (Studie NIH 991265/20010769) bei Patienten mit angeborener oder erworbener generalisierter
LD oder familiärer oder erworbener partieller LD untersucht. Patienten konnten aufgenommenwerden, wenn sie älter als 6 Monate waren, einen Leptinspiegel von < 12 ng/ml und mindestens eineder folgenden drei metabolischen Anomalien aufwiesen:● Diabetes mellitus oder● Nüchterninsulinkonzentration > 30 μU/ml oder● Nüchtern-Triglyceridkonzentration > 2,26 mmol/l oder postprandial erhöhte
Triglyceride > 5,65 mmol/l
Die beiden primären Wirksamkeitsendpunkte in dieser Studie wurden wie folgt definiert:● die tatsächliche Änderung von HbA1c gegenüber dem Ausgangswert nach 12 Monaten und● die prozentuale Veränderung des Serumtriglyceridwerts im nüchternen Zustand gegenüber dem
Ausgangswert nach 12 Monaten
Die Studie NIH 991265/20010769 wurde über 14 Jahre durchgeführt, wobei die primären
Wirksamkeitsbewertungen sowohl bei Patienten mit generalisierter LD als auch bei Patienten mitpartieller LD nach einer 12-monatigen Behandlung durchgeführt wurden. Während der NIH-Studiewurden mehrere Dosierungsschemata untersucht, was zu der in Abschnitt 4.2 empfohlenen Dosierungführte.
Begleitende antidiabetische und lipidsenkende Dosierungsschemata wurden während der Studie nichtkonstant gehalten, wobei sich in den Analysen keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeitzwischen den Patienten, bei denen keine Erhöhungen oder Ergänzungen ihrer antidiabetischen oderlipidsenkenden Behandlungen vorgenommen wurden, und der gesamten Studienpopulation, ergaben.
Generalisierte LD45 (68 %) der 66 untersuchten Patienten mit generalisierter LD hatten eine angeborene generalisierte
LD und 21 (32 %) eine erworbene generalisierte LD. Insgesamt waren 51 (77 %) Patienten weiblich,31 (47 %) waren kaukasoid, 11 (17 %) lateinamerikanisch und 16 (24 %) negrid. Das mediane Alterzu Studienbeginn betrug 15 Jahre (Bereich: 1-68 Jahre), wobei 45 (68 %) Patienten unter 18 Jahre altwaren. Die mediane Leptinkonzentration im Nüchternzustand betrug zu Beginn 1,0 ng/ml bei
Männern (Bereich: 0,3-3,3 ng/ml) und 1,1 ng/ml bei Frauen (Bereich: 0,2-5,3 ng/ml), Messung mit der
RIA Testmethode von LINCO.
Die mediane Dauer der Behandlung mit Metreleptin betrug 4,2 Jahre (Bereich:3,4 Monate-13,8 Jahre). Das Arzneimittel wurde entweder einmal täglich oder zweimal täglich (inzwei gleichen Dosen) subkutan injiziert. Die gewichtete durchschnittliche Tagesdosis (d. h. diedurchschnittliche Dosis unter Berücksichtigung der Behandlungsdauer bei unterschiedlichen Dosen)betrug für die 48 Patienten mit einem Körpergewicht von mehr als 40 kg 2,6 mg bei Männern und5,2 mg bei Frauen im ersten Behandlungsjahr und 3,7 mg bei Männern und 6,5 mg bei Frauen überden gesamten Studienzeitraum. Für die 18 Patienten mit einem Körpergewicht von weniger als odergenau 40 kg betrug die gewichtete durchschnittliche Tagesdosis 2,0 mg bei Männern und 2,3 mg bei
Frauen im ersten Behandlungsjahr und 2,5 mg bei Männern und 3,2 mg bei Frauen über den gesamten
Studienzeitraum.
Tabelle 8 Primäre Ergebnisse der offenen einarmigen Studie (NIH 991265/20010769) anauswertbaren Patienten mit generalisierter LD, die mit Metreleptin behandelt wurden, nach12 Monaten
Parameter n Ausgangswert Änderung gegenüber Ausgangswertnach 12 Monaten
HbA1c (%) 59
Mittelwert (SA) 8,6 (2,33) -2,2 (2,15)
P < 0,001
Nüchtern-Triglyceride(mmol/l) 58
Mittelwert (SA) 14,7 (25,6) -32,1 % (71,28)
P 0,001
SA = Standardabweichung
Unter den 45 Patienten mit generalisierter LD, die einen HbA1c-Ausgangswert von 7 % oder mehraufwiesen und deren Daten nach 12 Monaten verfügbar waren, betrug der mittlere (SA)
HbA1c-Ausgangswert 9,6 % (1,63) und die mittlere HbA1c-Senkung lag nach 12 Monaten bei 2,8 %.
Unter den 24 Patienten mit generalisierter LD, die einen Ausgangswert der Triglyceride von5,65 mmol/l oder mehr aufwiesen und deren Daten nach 12 Monaten verfügbar waren, betrug dermittlere (SA) Triglyceridausgangswert 31,7 mmol/l (33,68) und der mittlere prozentuale Rückgangdes Triglyceridwerts lag nach 12 Monaten bei 72 %.
16 (41 %) der 39 Patienten mit generalisierter LD, die zu Beginn der Studie Insulin erhielten, konntendie Insulinbehandlung nach Beginn der Behandlung mit Metreleptin vollständig beenden. Die meistendieser Patienten (13 von 16) konnten die Insulinbehandlung innerhalb des ersten Jahres ihrer
Metreleptinbehandlung beenden. 7 (22 %) der 32 Patienten mit generalisierter LD, die zu Beginn der
Studie orale Antidiabetika erhalten hatten, konnten deren Einnahme beenden. Insgesamt 8 (24 %) der34 Patienten mit generalisierter LD, die zu Studienbeginn lipidsenkende Arzneimittel erhielten,beendeten deren Einnahme während der Behandlung mit Metreleptin.
Es gab Hinweise auf eine Verbesserung der Nieren- und Leberfunktion bei Patienten mitgeneralisierter LD, die mit Metreleptin behandelt wurden. Bei den 24 Patienten, deren Nierenwerteverfügbar waren, betrug die mittlere Veränderung der Proteinausscheidungsrate im Vergleich zum
Ausgangswert (1.675,7 mg/24 h) nach 12 Monaten -906,1 mg/24 h. Bei den 43 Patienten, deren
Leberwerte verfügbar waren, hatte sich nach 12 Monaten der Mittelwert der Alaninaminotransferaseim Vergleich zum Ausgangswert (112,5 U/l) um -53,1 U/l verändert und der der
Aspartataminotransferase im Vergleich zum Ausgangswert (75,3 U/l) um -23,8 U/l.
Untergruppe mit partieller LD
Eine Untergruppe von Patienten mit partieller LD mit den Ausgangswerten TG ≥ 5,65 mmol/lund/oder HbA1c ≥ 6,5 % wurde betrachtet. 27 (87 %) der 31 ausgewerteten Patienten aus der
Untergruppe mit partieller LD hatten eine familiäre partielle LD und 4 (13 %) eine erworbene partielle
LD. Insgesamt waren 30 (97 %) Patienten weiblich, 26 (84 %) waren kaukasoid, 2 (7 %)lateinamerikanisch und 0 negrid. Das mediane Alter zu Studienbeginn betrug 38 Jahre (Bereich:15-64 Jahre), wobei 5 (16 %) Patienten unter 18 Jahre alt waren. Die mediane Leptinkonzentration im
Nüchternzustand betrug bei Studienbeginn 5,9 ng/ml (1,6-16,9), Messung mit der RIA Testmethodevon LINCO.
Die mediane Dauer der Behandlung mit Metreleptin betrug 2,4 Jahre (Bereich:6,7 Monate -14,0 Jahre). Das Arzneimittel wurde entweder einmal täglich oder zweimal täglich (inzwei gleichen Dosen) subkutan injiziert. Die gewichtete durchschnittliche Tagesdosis (d. h. diedurchschnittliche Dosis unter Berücksichtigung der Behandlungsdauer bei unterschiedlichen Dosen)betrug für alle 31 Patienten mit einem Körpergewicht von mehr als 40 kg 7,0 mg im ersten
Behandlungsjahr und 8,4 mg über den gesamten Studienzeitraum.
Tabelle 9 Primäre Ergebnisse der Studie (NIH 991265/20010769) der auswertbaren Patienten inder Untergruppe mit partieller LD, die mit Metreleptin behandelt wurden, nach 12 Monaten
Parameter n Ausgangswert Änderung gegenüber Ausgangswertnach 12 Monaten
HbA1c (%) 27
Mittelwert (SA) 8,8 (1,91) -0,9 (1,23)
P < 0,001
Nüchtern-Triglyceride(mmol/l) 27
Mittelwert (SA) 15,7 (26,42) -37,4 % (30,81)
P < 0,001
SA = Standardabweichung
Unter den 15 Patienten in der Untergruppe mit partieller LD, die einen Triglyceridausgangswert von5,65 mmol/l oder mehr aufwiesen und deren Daten nach 12 Monaten verfügbar waren, betrug dermittlere (SA) Triglyceridwert bei Studienbeginn 27,6 mmol/l (32,88) und der mittlere prozentuale
Rückgang des Triglycerid-Werts lag nach 12 Monaten bei 53,7 %.
Unter den 18 Patienten in der Untergruppe mit partieller LD, die einen HbA1c-Ausgangswert von 8 %oder mehr aufwiesen und deren Daten nach 12 Monaten verfügbar waren, betrug der mittlere (SA)
HbA1c-Ausgangswert 9,9 % (1,59) und der mittlere Rückgang des HbA1c-Werts nach 12 Monaten1,3 %.
Kinder und JugendlicheIn der Gruppe mit generalisierter LD war die Anzahl der Patienten nach Altersgruppen wie folgtverteilt: 5 Patienten < 6 Jahren (einschließlich eines einzelnen Patienten < 2 Jahren), 12 Patienten ≥ 6bis < 12 Jahren und 28 Patienten ≥ 12 bis < 18 Jahren; in der Untergruppe mit partieller LD gab eskeine Patienten < 12 Jahren und 4 Patienten ≥ 12 bis < 18 Jahren.
In der Gruppe mit generalisierter LD wurden in allen Altersgruppen ≥ 6 Jahren ein mittlerer Rückgangdes HbA1c-Werts gegenüber dem Ausgangswert festgestellt; die mittleren Rückgänge bis zum Ablaufvon 12 Monaten/letzter Beobachtungswert (Last-Observation Carried-Forward-Methode (LOCF)waren in den beiden älteren Altersgruppen ähnlich (-1,1 % und -2,6 %). Die mittlere Veränderung beiden 5 Patienten < 6 Jahren betrug 0,2 %. Diese Unterschiede zwischen den Altersgruppen hängenwahrscheinlich mit den Unterschieden im mittleren HbA1c-Wert zu Studienbeginn zusammen, der bei
Patienten < 6 Jahren (5,7 %) im Normbereich lag und bei Patienten ≥ 6 bis < 12 Jahren (6,4 %)niedriger war als in der Gruppe mit höherem Alter (9,7 %). Die mittlere Abnahme bei den
Triglyceriden in der Gruppe mit generalisierter LD vom Ausgangspunkt bis zum Ablauf von12 Monaten/LOCF wurde in allen Altersgruppen festgestellt, wobei die größeren mittleren
Veränderungen in der älteren Altersgruppe (-42,9 %) im Vergleich zu den jüngeren Altersgruppen(-10,5 % und -14,1 %) beobachtet wurden.
Unter den 4 Patienten in der Untergruppe mit partieller LD zwischen 12 und 18 Jahren betrug diemittlere Veränderung bis zum Ablauf von 12 Monaten/LOCF bei HbA1c -0,7 % und bei den
Triglyceriden -55,1 %.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Myalepta eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der
Behandlung von Lipodystrophie gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
Außergewöhnliche Umstände
Dieses Arzneimittel wurde unter 'Außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen. Das bedeutet, dass esaufgrund der Seltenheit der Erkrankung nicht möglich war, vollständige Informationen zu diesem
Arzneimittel zu erhalten.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird alle neuen Informationen, die verfügbar werden, jährlichbewerten, und falls erforderlich, wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittelsaktualisiert werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Es liegen nur begrenzte Daten zur Pharmakokinetik von Metreleptin bei Patienten mit Lipodystrophievor, deshalb wurde keine formale Dosis-Wirkungs-Analyse durchgeführt.
ResorptionDie Spitzenkonzentration von Serumleptin (endogenes Leptin und Metreleptin) (Cmax) trat beigesunden erwachsenen Probanden ungefähr 4,0 Stunden nach der subkutanen Injektion von
Einzeldosen im Bereich von 0,1 bis 0,3 mg/kg ein. In einer unterstützenden Studie an LD-Patientenbetrug die mediane Tmax nach einmaliger Verabreichung von Metreleptin 4 Stunden (Bereich: 2 bis6 Stunden; N = 5).
VerteilungIn Studien an gesunden erwachsenen Probanden betrug das Verteilungsvolumen von Leptin nachintravenöser Anwendung von Metreleptin (endogenes Leptin und Metreleptin) ungefähr das 4- bis5-Fache des Plasmavolumens; die Volumina (Mittelwert ± Standardabweichung) betrugen370 ± 184 ml/kg, 398 ± 92 ml/kg und 463 ± 116 ml/kg für Dosen mit 0,3, 1,0 bzw. 3,0 mg/kg/Tag.
BiotransformationEs wurden keine formalen Stoffwechseluntersuchungen durchgeführt.
EliminationDie nicht-klinischen Daten deuten darauf hin, dass die Eliminierung von Metreleptin hauptsächlichüber die Ausscheidung durch die Nieren stattfindet, ohne dass es einen offensichtlichen Beitrag dessystemischen Metabolismus oder Abbau gibt. Nach der Injektion einzelner subkutaner Dosen von 0,01bis 0,3 mg Metreleptin/kg bei gesunden erwachsenen Probanden betrug die Halbwertszeit 3,8 bis4,7 Stunden. Nach intravenöser Anwendung wurde an gesunden Probanden gezeigt, dass die
Metreleptin-Clearance 79,6 ml/kg/h beträgt. Die Metreleptin-Clearance scheint bei Vorhandensein von
ADAs verzögert abzulaufen. Bei höheren ADA-Werten wird eine größere Akkumulation beobachtet.
Dosisanpassungen sollten je nach klinischem Ansprechen vorgenommen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Pharmakokinetik bei besonderen PopulationenEingeschränkte LeberfunktionEs wurden keine formalen pharmakokinetischen Studien an Patienten mit eingeschränkter
Leberfunktion durchgeführt.
Eingeschränkte NierenfunktionEs wurden keine formalen pharmakokinetischen Studien an Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion durchgeführt. Die nichtklinischen Daten deuten darauf hin, dass die Eliminierung von
Metreleptin hauptsächlich über die Ausscheidung durch die Nieren stattfindet, ohne dass es einenoffensichtlichen Beitrag des systemischen Metabolismus oder Abbau gibt. Deshalb kann die
Pharmakokinetik bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion verändert sein.
Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Body-Mass-Index
Es wurden keine spezifischen klinischen Studien zur Bewertung der Auswirkungen von Alter,
Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Body-Mass-Index auf die Pharmakokinetik von Metreleptin bei
Patienten mit Lipodystrophie durchgeführt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren über die durch ein
Übermaß der zu erwartenden pharmakodynamischen Reaktionen wie Appetitlosigkeit und Verlust an
Körpergewicht hinaus, erkennen.
Es wurden keine Zweijahres-Kanzerogenitätsstudien an Nagern durchgeführt. Metreleptin weist keingenotoxisches Potential auf und es wurden keine proliferativen oder präneoplastischen Läsionen bei
Mäusen oder Hunden nach einer Behandlung über bis zu 6 Monaten beobachtet.
An Mäusen durchgeführte Reproduktionstoxizitätsstudien zeigten keine nachteiligen Auswirkungenauf die Paarung, Fertilität oder embryofetale Entwicklung bis zur maximal untersuchten Dosis, dieungefähr dem 15-Fachen der maximal empfohlenen klinischen Dosis, bezogen auf die
Körperoberfläche eines 60 kg schweren Patienten, entsprach.
In einer prä- und postnatalen Entwicklungsstudie an Mäusen verursachte Metreleptin bei allenuntersuchten Dosierungen eine verlängerte Trächtigkeit und Dystokie, beginnend bei ungefähr der
Dosis, die der maximal empfohlenen klinischen Dosis bezogen auf die Körperoberfläche eines 60 kgschweren Patienten entsprach. Eine verlängerte Trächtigkeit führte zum Tod einiger Weibchenwährend der Geburt und zu einem geringeren Überleben der Nachkommen in der Zeit unmittelbarnach der Geburt. Es wird davon ausgegangen, dass diese Befunde indirekt mit der Pharmakologie von
Metreleptin zusammenhängen, die zu einer Unterernährung der behandelten Tiere führte undmöglicherweise auch zu einer hemmenden Wirkung auf spontane und Oxytocin-induzierte
Kontraktionen, wie dies an Streifen von humanem Myometrium beobachtet wurde, die Leptinausgesetzt waren. Ein vermindertes mütterliches Körpergewicht wurde von Beginn der Trächtigkeitund über die gesamte Laktationsperiode bei allen Dosen beobachtet und führte zu einem verringerten
Gewicht der Nachkommen bei der Geburt, das bis ins Erwachsenenalter anhielt. Es wurden jedochkeine Entwicklungsstörungen beobachtet und die Fortpflanzungsfähigkeit der ersten oder zweiten
Generationen war bei keiner Dosis beeinträchtigt.
Im Rahmen der Studien zur Reproduktionstoxizität wurden keine toxikokinetischen Analysendurchgeführt. Allerdings zeigten separate Studien, dass die Metreleptin-Exposition des Mausfötusnach subkutaner Metreleptin-Injektion an trächtigen Mäusen gering war (< 1 %). Die systemische
Exposition (AUC; area under the concentration time curve) gegenüber Metreleptin lag bei trächtigen
Mäusen nach der subkutanen Injektion von 10 mg Metreleptin/kg ungefähr 2-bis 3-mal über dernicht-trächtiger Mäuse. Ein 4-5-facher Anstieg der Halbwertszeit (t1/2) wurde bei trächtigen Mäusenim Vergleich zu nicht-trächtigen Mäusen ebenfalls beobachtet. Die bei trächtigen Tieren beobachtetegrößere Metreleptin-Exposition und längere t1/2 kann mit einer verringerten Ausscheidungskapazitätdurch Bindung an lösliche Leptinrezeptoren zusammenhängen, die bei trächtigen Mäusen in höheren
Konzentrationen festgestellt wurde.
Es wurden keine Studien durchgeführt, bei denen Metreleptin direkt an Jungtiere verabreicht wurde. Inpublizierten Studien hat die Behandlung von euleptinämischen präpubertären weiblichen Mäusen mit
Leptin allerdings zu einem früheren Einsetzen der Pubertät geführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Glycin
SaccharosePolysorbat 20Glutaminsäure
Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel, außer mit den unter
Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
4 Jahre.
Nach Rekonstitution mit Wasser für Injektionszwecke muss das Arzneimittel sofort verwendet werdenund darf nicht für eine zukünftige Verwendung aufbewahrt werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2-8 °C). Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor
Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Myalepta 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Durchstechflasche aus Glas vom Typ I (3 ml) mit einem Stopfen aus Chlorobutylgummi und einer
Aluminium-Bördelkappe/einer abnehmbaren roten Kunststoffschutzkappe.
Myalepta 5,8 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Durchstechflasche aus Glas vom Typ I (3 ml) mit einem Stopfen aus Chlorobutylgummi und einer
Aluminium-Bördelkappe/einer abnehmbaren blauen Kunststoffschutzkappe.
Myalepta 11,3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Durchstechflasche aus Glas vom Typ I (5 ml) mit einem Stopfen aus Chlorobutylgummi und einer
Aluminium-Bördelkappe/einer abnehmbaren weißen Kunststoffschutzkappe.
Packungsgrößen mit 1 oder 30 Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDer Patient erhält je nach Packungsgröße einen Umkarton mit 1 oder 30 Durchstechflasche(n) mit
Myalepta, die bis zum Tag der Verwendung im Kühlschrank gelagert werden müssen.
Der Patient erhält außerdem separat das Lösungsmittel zur Rekonstitution (d. h. Wasser für
Injektionszwecke), die Spritzen/Nadeln zur Rekonstitution, die Spritzen/Nadeln zur Anwendung, die
Alkoholreinigungstupfer und ein durchstichsicheres Behältnis.
Anleitung zur Rekonstitution1. Die Durchstechflasche aus dem Kühlschrank nehmen und die Durchstechflasche vor der
Rekonstitution 10 Minuten auf Raumtemperatur (20 °C-25 °C) erwärmen lassen.2. Eine Sichtprüfung der Durchstechflasche mit dem Arzneimittel durchführen. Der Kuchen ausdem lyophilisierten Pulver sollte intakt sein und eine weiße Farbe haben.3. Rekonstitution:
Myalepta 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung0,6 ml Wasser für Injektionszwecke mit einer 1 ml Spritze mit einer Nadel mit einem
Durchmesser von 21 G oder weniger aufziehen. Nicht mit anderen Verdünnungsmittelnrekonstituieren.
Myalepta 5,8 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung1,1 ml Wasser für Injektionszwecke mit einer 3 ml-Spritze mit einer Nadel mit einem
Durchmesser von 21 G oder weniger aufziehen. Nicht mit anderen Verdünnungsmittelnrekonstituieren.
Myalepta 11,3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung2,2 ml Wasser für Injektionszwecke mit einer 3 ml-Spritze mit einer Nadel mit einem
Durchmesser von 21 G oder weniger aufziehen. Nicht mit anderen Verdünnungsmittelnrekonstituieren.
4. Die Nadel in die Durchstechflasche mit dem lyophilisierten Pulver durch die Mitte des Stopfenseinführen und den Lösungsmittelstrom zur Vermeidung übermäßigen Schäumens gegen die
Wand der Durchstechflasche richten.
5. Die Nadel und die Spritze aus der Durchstechflasche ziehen und den Inhalt vorsichtigschwenken, bis die Flüssigkeit klar ist. Nicht schütteln oder kräftig aufrühren. Bis dierekonstituierte Lösung klar wird, vergehen weniger als 5 Minuten. Bei ordnungsgemäßer
Mischung sollte die rekonstituierte Myalepta-Lösung klar und farblos sein und auch keine
Klumpen, trockenes Pulver, Blasen oder Schaum enthalten. Die Lösung nicht verwenden, wennsie verfärbt oder trüb ist oder wenn Schwebstoffe enthalten sind.
6. Nach der Rekonstitution enthält jeder ml 5 mg Metreleptin.7. Hinweise zur Anwendung, siehe Abschnitt 4.2.
Mit Wasser für Injektionszwecke rekonstituiertes Myalepta ist nur zur einmaligen Anwendungbestimmt und sollte sofort verwendet werden.
EntsorgungNicht verwendete rekonstituierte Lösung darf nicht für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Chiesi Farmaceutici S.p.A.
Via Palermo 26/A43122 Parma
Italien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Myalepta 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
EU/1/18/1276/003
EU/1/18/1276/004
Myalepta 5,8 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
EU/1/18/1276/005
EU/1/18/1276/006
Myalepta 11,3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
EU/1/18/1276/001
EU/1/18/1276/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 30. Juli 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 31. März 2023
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.