Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDas Gesamtsicherheitsprofil von Bevacizumab basiert auf den Daten von über 5.700 Patienten mitverschiedenen Tumorerkrankungen, die im Rahmen klinischer Studien überwiegend mit Bevacizumabin Kombination mit einer Chemotherapie behandelt wurden.
Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen waren:
* Magen-Darm-Perforationen (siehe Abschnitt 4.4).
* Blutungen, einschließlich Lungeneinblutung/Bluthusten, die bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom häufiger auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
* arterielle Thromboembolie (siehe Abschnitt 4.4).
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen in klinischen Studien waren bei Patienten unter
Bevacizumab: Hypertonie, Fatigue oder Asthenie, Diarrhö und Bauchschmerzen.
Aus den Auswertungen der klinischen Sicherheitsdaten geht hervor, dass das Auftreten von
Hypertonie und Proteinurie unter Bevacizumab-Therapie wahrscheinlich dosisabhängig ist.
Tabellarische Auflistung von NebenwirkungenDie in diesem Abschnitt genannten Nebenwirkungen werden den folgenden Häufigkeitskategorienzugeordnet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten(≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabellen 1 und 2 enthalten Nebenwirkungen, die bei Anwendung von Bevacizumab in Kombinationmit verschiedenen Chemotherapie-Schemata in mehreren Indikationen auftraten, aufgelistet nach
MedDRA-Systemorganklasse.
Tabelle 1 enthält alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, für die ein kausaler Zusammenhang mit
Bevacizumab festgestellt wurde durch:
* vergleichbare Vorkommnisse in klinischen Studienarmen (mit mindestens einer 10 %igen
Differenz verglichen mit dem Kontrollarm für NCI-CTCAE Grad 1 - 5 Nebenwirkungen odermindestens einer 2 %igen Differenz verglichen mit dem Kontrollarm für NCI-CTCAE
Grad 3 - 5 Nebenwirkungen),
* Sicherheitsstudien nach der Markteinführung,
* Spontanberichte,
* epidemiologische Studien/nicht-interventionelle oder Beobachtungsstudien,
* oder durch eine Bewertung individueller Fallberichte.
Tabelle 2 enthält die Häufigkeiten von schweren Nebenwirkungen. Schwere Nebenwirkungen sinddefiniert als unerwünschte Wirkungen mit mindestens einer 2 %igen Differenz verglichen zum
Kontrollarm in klinischen Studien für NCI-CTCAE Grad 3 - 5 Nebenwirkungen. Tabelle 2 beinhaltetauch Nebenwirkungen, welche durch den Zulassungsinhaber als klinisch signifikant oder schwererachtet werden.
Nebenwirkungen nach Markteinführung sind in den beiden Tabellen 1 und 2 enthalten, wennzutreffend. Detaillierte Informationen über diese Nebenwirkungen nach Markteinführung sind in
Tabelle 3 enthalten.
Entsprechend der größten Inzidenz in einer der Indikationen wurden die Nebenwirkungen derentsprechenden Häufigkeitskategorie zugeordnet.
Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Einige Nebenwirkungen sind jene, die häufig unter Chemotherapie beobachtet werden; Bevacizumabkann diese Reaktionen jedoch verschlimmern, wenn es mit chemotherapeutischen Substanzenkombiniert wird. Beispiele hierfür sind palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndrom unter pegyliertemliposomalen Doxorubicin oder Capecitabin, periphere, sensorische Neuropathie unter Paclitaxel oder
Oxaliplatin, Nagelerkrankungen oder Alopezie unter Paclitaxel und Paronychie unter Erlotinib.
Tabelle 1. Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gele- Selten Sehr Häufigkeit nichtgent- selten bekanntlich
Infektionen und Sepsis, nekroti-parasitäre Abszessb, d, sierende
Erkrankungen Zellulitis, Fasziitisa
Infektion,
Harnwegsinfekt
Erkrankungen des febrile Anämie,
Blutes und des Neutropenie, Lymphopenie
Lymphsystems Leukopenie,
Neutropenieb,
Thrombozyto-penie
Erkrankungen des Überemp- anaphy-
Immunsystems findlichkeit, laktischerinfusionsbedingte Schock
Reaktionena, b, d
Stoffwechsel- und Anorexie, Dehydratation
Ernährungsstörungen Hypo-magnesiämie,
HyponatriämieErkrankungen des periphere, Apoplex, posteriores hyper-
Nervensystems sensorische Synkope, reversibles tensive
Neuropathieb, Schläfrigkeit Enzephalo- Enzepha-
Dysarthrie, pathie- lopathiea
Kopfschmerzen, Syndroma,b,d
Dysgeusie
Augenerkrankungen Augenerkran-kung,erhöhter
Tränenfluss
Herzerkrankungen kongestive
Herzinsuffizienzb, d,supraventrikuläre
TachykardieGefäßerkrankungen Hypertonieb, d, (arterielle) renale(venöse) Thromboembolieb, d, thrombotische
Thromboem- Blutungenb, d, Mikroan-bolieb, d tiefe Venen- giopathiea, b,thrombose Aneurysmen und
Arterien-dissektionen
Erkrankungen der Dyspnoe, Lungeneinblutung/ pulmonale
Atemwege, des Brust- Rhinitis, Bluthustenb, d, Hypertoniea,raums und Epistaxis, Lungenembolie, Perforation der
Mediastinums Husten Hypoxie, Nasenscheide-
Dysphoniea wanda
Erkrankungen des Rektalblutung, Magen-Darm- Magen-Darm-
Gastrointestinaltrakts Stomatitis, Perforationb, d, Ulzeraa
Verstopfung, Darm-Perforation,
Diarrhö, Ileus,
Übelkeit, intestinale
Erbrechen, Obstruktion,
Bauch- rektovaginaleschmerzen Fistelnd, e,
Erkrankung des
Gastrointes-tinaltrakts,
Proktalgie
Leber- und Gallenblasen-
Gallenerkrankungen perforationa, b
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gele- Selten Sehr Häufigkeit nichtgent- selten bekanntlich
Erkrankungen der Wundheilungs- palmoplantares
Haut und des störungenb, d, Erythrodysästhesie-
Unterhautgewebes exfoliative Syndrom
Dermatitis,trockene Haut,
Hautverfärbung
Skelettmuskulatur-, Arthralgie, Fistelnb, d, Kiefernekrosea, b,
Bindegewebs- und Myalgie Muskelschwäche, nicht-mandibuläre
Knochenerkrankungen Rückenschmerzen Osteonekrosea, f
Erkrankungen der Proteinurieb, d
Nieren und
Harnwege
Erkrankungen der Ovarialin- Schmerzen im
Geschlechtsorgane und suffizienzb, c, d Beckender Brustdrüse
Kongenitale, familiäre Fetaleund genetische Anomaliena, b
Erkrankungen
Allgemeine Asthenie, Lethargie
Erkrankungen und Fatigue,
Beschwerden am Pyrexie,
Verabreichungsort Schmerzen,
Schleimhaut-entzündung
Untersuchungen Gewichts-abnahme
Wurden Ereignisse sowohl für alle Grade als auch als Grad 3 - 5 Nebenwirkungen in klinischen Studienvermerkt, dann wurde die höchste bei den Patienten beobachtete Häufigkeit berichtet. Die unterschiedliche
Behandlungszeit ist in diesen Daten nicht berücksichtigt.
a Für weitere Informationen siehe Tabelle 3 'Nebenwirkungen aus dem Spontanmeldesystem nach der
Markteinführung“.b Die verwendeten Begriffe stellen eine Gruppe von Ereignissen dar, die eher ein medizinisches
Krankheitsbild beschreiben als einen einzelnen Zustand oder einen MedDRA (Medical Dictionary for
Regulatory Activities) Fachbegriff. Diese Gruppe medizinischer Begriffe kann dieselbe zugrunde liegende
Pathophysiologie beinhalten (z. B. arterielle thromboembolische Nebenwirkungen schließen Schlaganfall,
Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke und andere arterielle thromboembolische
Nebenwirkungen ein).c Basierend auf einer Substudie der Studie NSABP C-08 mit 295 Patienten.d Für weitere Informationen siehe unten in Abschnitt 'Beschreibung von ausgewählten schwerwiegenden
Nebenwirkungen“.e Rektovaginale Fisteln sind die häufigsten Fisteln in der Kategorie der GI-vaginalen Fisteln.f Wurde nur bei Kindern und Jugendlichen beobachtet.
Tabelle 2. Schwere Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gele- Selten Sehr Häufigkeit nichtgent- selten bekanntlich
Infektionen und Sepsis, nekrotisierendeparasitäre Zellulitis, Fasziitisc
Erkrankungen Abszessa, b,
Infektion,
Harnwegsinfekt
Erkrankungen des febrile Anämie,
Blutes und des Neutropenie, Lymphopenie
Lymphsystems Leukopenie,
Neutropeniea,
Thrombozy-topenie
Erkrankungen des Überempfindlichkeit, anaphy-
Immunsystems infusionsbedingte laktischer
Reaktionena, b, c Schock
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gele- Selten Sehr Häufigkeit nichtgent- selten bekanntlich
Stoffwechsel- und Dehydratation,
Ernährungsstörungen Hyponatriämie
Erkrankungen des periphere Apoplex, posteriores reversibles
Nervensystems sensorische Synkope, Enzephalopathie-
Neuropathiea Somnolenz, Syndroma, b, c,
Kopfschmerzen hypertensive
Enzephalopathiec
Herzerkrankungen kongestive
Herzinsuffizienza, b,supraventrikuläre
TachykardieGefäßerkrankungen Hypertoniea, b (arterielle) renale thrombotische
Thrombo- Mikroangiopathieb, c,emboliea, b, Aneurysmen und
Blutungena, b, Arteriendissektionen(venöse) Thrombo-emboliea, b,tiefe Venenthrombose
Erkrankungen der Lungeneinblutung/ pulmonale
Atemwege, des Brust- Bluthustena, b, Hypertoniec,raums und Lungenembolie, Perforation der
Mediastinums Epistaxis, Nasenscheidewandc
Dyspnoe,
Hypoxie
Erkrankungen des Diarrhö, Darm- Magen-Darm-
Gastrointestinaltrakts Übelkeit, perforation, Perforationa, b,
Erbrechen, Ileus, Magen-Darm-Ulzerac,
Bauch- intestinale Obstruktion, Rektalblutungenschmerzen rektovaginale Fistelnc, d,
Erkrankung des
Gastrointes-tinaltrakts,
Stomatitis,
Proktalgie
Leber- und Gallenblasen-
Gallenerkrankungen perforationb, c
Erkrankungen der Wundheilungs-
Haut und des störungena, b,
Unterhautgewebes palmoplantares
Erythrodysästhesie-
Syndrom
Skelettmuskulatur-, Fistelna, b, Kiefernekroseb, c
Bindegewebs- und Myalgie,
Knochenerkran- Arthralgie,kungen Muskelschwäche,
Rückenschmerzen
Erkrankungen der Proteinuriea, b
Nieren und Harnwege
Erkrankungen der Schmerzen im Becken Ovarial-
Geschlechtsorgane insuffizienza, bund der Brustdrüse
Kongenitale, familiäre Fetale Anomaliena, cund genetische
Erkrankungen
Allgemeine Asthenie, Schmerzen,
Erkrankungen und Fatigue Lethargie,
Beschwerden am Schleimhaut-
Verabreichungsort entzündung
Tabelle 2 enthält die Häufigkeiten von schweren Nebenwirkungen. Schwere Nebenwirkungen sind definiert als
Nebenwirkungen mit mindestens einer 2 %igen Differenz verglichen zum Kontrollarm in klinischen Studien für
NCI-CTCAE Grad 3 - 5 Nebenwirkungen. Tabelle 2 beinhaltet auch Nebenwirkungen, welche durch den
Zulassungsinhaber als klinisch signifikant oder schwer erachtet werden. Diese klinisch signifikanten
Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien berichtet, aber die Nebenwirkungen mit Grad 3 - 5 erreichtennicht den Grenzwert von einer mindestens 2 %igen Differenz verglichen zum Kontrollarm. Tabelle 2 beinhaltetauch klinisch signifikante Nebenwirkungen, die nur im Spontanmeldesystem nach der Markteinführungbeobachtet wurden. Daher sind die Häufigkeiten und die NCI-CTCAE-Grade nicht bekannt. Diese klinischsignifikanten Nebenwirkungen wurden daher in die Tabelle 2 unter der Spalte mit dem Titel 'Häufigkeit nichtbekannt“ eingefügt.
a Die verwendeten Begriffe stellen eine Gruppe von Ereignissen dar, die eher ein medizinisches
Krankheitsbild beschreiben als einen einzelnen Zustand oder einen MedDRA (Medical Dictionary for
Regulatory Activities) Fachbegriff. Diese Gruppe medizinischer Begriffe kann dieselbe zugrunde liegende
Pathophysiologie beinhalten (z. B. arterielle thromboembolische Nebenwirkungen schließen Schlaganfall,
Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke und andere arterielle thromboembolische
Nebenwirkungen ein).b Für weitere Informationen siehe unten in Abschnitt 'Beschreibung von ausgewählten schwerwiegenden
Nebenwirkungen“.c Für weitere Informationen siehe Tabelle 3 'Nebenwirkungen aus dem Spontanmeldesystem nach der
Markteinführung“.d Rektovaginale Fisteln sind die häufigsten Fisteln in der Kategorie der GI-vaginalen Fisteln.
Beschreibung von ausgewählten schwerwiegenden NebenwirkungenMagen-Darm(GI)-Perforationen und Fisteln (siehe Abschnitt 4.4)
Bevacizumab wurde mit schweren Fällen von Magen-Darm-Perforation in Verbindung gebracht.
In klinischen Studien wurden Magen-Darm-Perforationen mit einer Inzidenz von weniger als 1 % bei
Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom ohne Plattenepithel-Histologie, von bis zu 1,3 %bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom, von bis zu 2,0 % bei Patienten mit metastasiertem
Nierenzellkarzinom oder Patienten mit Ovarialkarzinom und von bis zu 2,7 % (einschließlich Magen-
Darm-Fisteln und Abszess) bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom berichtet. In einerklinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden GI-Perforationen (aller Grade) bei 3,2 % der Patientenberichtet, von denen alle zuvor mit einer Strahlentherapie im Beckenbereich behandelt wurden.
Das Vorkommen dieser Ereignisse war in Art und Schweregrad unterschiedlich und reichte von einer
Luftansammlung, die auf einem nativen Abdominal-Röntgenbild beobachtet wurde und ohne
Behandlung zurückging, bis zu einer intestinalen Perforation mit Abdominalabszess und tödlichem
Ausgang. In einigen Fällen war eine zugrunde liegende intraabdominale Entzündung vorhanden,entweder infolge eines gastrointestinalen Ulkus, von Tumornekrose, Divertikulitis oderchemotherapiebedingter Colitis.
Etwa ein Drittel der schwerwiegenden Fälle von Magen-Darm-Perforationen verlief tödlich. Diesentspricht einer Häufigkeit von 0,2 % - 1 % aller mit Bevacizumab behandelten Patienten.
In klinischen Studien mit Bevacizumab wurden gastrointestinale Fisteln (aller Grade) bei Patienten mitmetastasiertem Kolorektalkarzinom und Ovarialkarzinom mit einer Häufigkeit von bis zu 2 %berichtet. Bei Patienten mit anderen Karzinomen traten sie weniger häufig auf.
GI-vaginale Fisteln in Studie GOG-0240In einer Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom lag die Häufigkeit von GI-vaginalen Fisteln bei mit Bevacizumab behandelten
Patienten bei 8,3 % und in der Kontrollgruppe bei 0,9 %. Alle diese Patienten erhielten zuvor eine
Strahlentherapie im Beckenbereich. Die Häufigkeit von GI-vaginalen Fisteln in der mit Bevacizumabplus Chemotherapie behandelten Gruppe war höher bei Patienten mit Rezidiv im Bereich dervorausgegangenen Bestrahlung (16,7 %), verglichen mit Patienten ohne vorausgegangene Bestrahlungund/oder ohne Rezidiv innerhalb des Bereichs der vorausgegangenen Bestrahlung (3,6 %). Dieentsprechenden Häufigkeiten in der Kontrollgruppe, die nur Chemotherapie erhielt, waren 1,1 % vs.
0,8 %. Bei Patienten, bei denen GI-vaginale Fisteln auftreten, können auch Darmobstruktionenauftreten, und ein chirurgischer Eingriff sowie umleitende Stomaoperationen können erforderlichwerden.
Nicht-GI-Fisteln (siehe Abschnitt 4.4)Die Anwendung von Bevacizumab wurde mit schwerwiegenden Fällen von Fisteln, einschließlich
Todesfällen, in Verbindung gebracht.
In einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (GOG-0240) wurden bei 1,8 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten und bei1,4 % der Kontrollpatienten nicht-gastrointestinale Fisteln - Vaginalfisteln, Blasenfisteln oder Fistelnim weiblichen Genitaltrakt - berichtet.
Gelegentlich (≥ 0,1 % bis < 1 %) wurden bei verschiedenen Indikationen Fisteln in anderen
Körperregionen als im Gastrointestinaltrakt beobachtet (z. B. Bronchopleural- und biliäre Fisteln). Esliegen auch Berichte über Fisteln aus Erfahrungen nach der Markteinführung vor.
Diese Fälle wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Behandlung im Zeitraum von einer Wochebis zu mehr als einem Jahr nach Behandlungsbeginn mit Bevacizumab beobachtet. Die meisten Fälletraten innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf.
Wundheilung (siehe Abschnitt 4.4)Da Bevacizumab die Wundheilung ungünstig beeinflussen kann, wurden Patienten mit größerenoperativen Eingriffen innerhalb der letzten 28 Tage von der Teilnahme an klinischen Studien der
Phase III ausgeschlossen.
In klinischen Studien zum metastasierten Kolon- oder Rektumkarzinom wurde bei Patienten, die sich28 bis 60 Tage vor Aufnahme der Bevacizumab-Behandlung einer größeren Operation unterzogenhatten, kein erhöhtes Risiko für postoperative Blutungen oder Wundheilungsstörungen beobachtet.
Postoperative Blutungen oder Wundheilungsstörungen innerhalb von 60 Tagen nach einer größeren
Operation wurden beobachtet, wenn der Patient zum Zeitpunkt der Operation mit Bevacizumabbehandelt worden war. Die Inzidenz variierte zwischen 10 % (4/40) und 20 % (3/15).
Es wurden schwerwiegende Komplikationen bei der Wundheilung, einschließlich Komplikationen an
Anastomosen, berichtet. Einige dieser Komplikationen hatten einen tödlichen Ausgang.
In Studien zur Behandlung des lokal rezidivierenden und metastasierten Mammakarzinoms wurdenbei bis zu 1,1 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten Wundheilungsstörungen der
Schweregrade 3 - 5 beobachtet, wohingegen diese im Kontrollarm bei bis zu 0,9 % der Patientenauftraten (NCI-CTCAE v.3).
In klinischen Studien zum Ovarialkarzinom wurden im Bevacizumab-Arm bei bis zu 1,8 % der
Patienten Wundheilungsstörungen der Grade 3 - 5 beobachtet, im Vergleich zu 0,1 % der Patienten im
Kontrollarm (NCI-CTCAE v.3).
Hypertonie (siehe Abschnitt 4.4)In klinischen Studien, mit Ausnahme der Studie JO25567, betrug die Gesamtinzidenz von Hypertoniealler Schweregrade in den Armen mit Bevacizumab bis zu 42,1 %, verglichen mit bis zu 14 % in den
Vergleichsarmen. Die Gesamtinzidenz von Hypertonie der Grade 3 und 4 gemäß NCI-CTC betrug bei
Patienten unter Bevacizumab 0,4 % bis 17,9 %. Hypertonie vom Grad 4 (eine hypertensive Krise) tratbei bis zu 1,0 % der Patienten unter Bevacizumab und Chemotherapie auf, verglichen mit bis zu 0,2 %bei Patienten, die mit der gleichen Chemotherapie allein behandelt wurden.
In der Studie JO25567 wurde bei 77,3 % der Patienten, die Bevacizumab in Kombination mit Erlotinibals First-Line-Behandlung gegen das nicht-kleinzellige Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinom mit
EGFR aktivierenden Mutationen erhielten, Hypertonie aller Grade beobachtet, im Vergleich zu 14,3 %der Patienten, die nur mit Erlotinib behandelt wurden. Hypertonie von Grad 3 trat bei 60 % der mit
Bevacizumab in Kombination mit Erlotinib behandelten Patienten auf, im Vergleich zu 11,7 % der
Patienten, die nur mit Erlotinib behandelt wurden. Es trat keine Hypertonie der Grade 4 oder 5 auf.
Die Hypertonie wurde in der Regel mit oralen blutdrucksenkenden Mitteln wie z. B. ACE-Hemmern,
Diuretika und Calciumantagonisten ausreichend eingestellt. Nur selten führte sie zum Abbruch der
Bevacizumab-Behandlung oder zu einer Klinikeinweisung.
Es wurden sehr seltene Fälle einer hypertensiven Enzephalopathie berichtet, von denen einige letalverliefen.
In keinem Fall bestand eine Korrelation zwischen dem Risiko für eine Bevacizumab-bedingte
Hypertonie und den demographischen Daten der Patienten, der Grundkrankheit oder der
Begleittherapie.
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (siehe Abschnitt 4.4)Es liegen seltene Berichte von mit Bevacizumab behandelten Patienten vor, die Zeichen und
Symptome eines PRES entwickelten. Hierbei handelt es sich um eine seltene neurologische Störung,die sich unter anderem in folgenden Anzeichen und Symptomen äußern kann: epileptische Anfälle,
Kopfschmerzen, veränderter Geisteszustand, Sehstörungen oder kortikale Erblindung, mit oder ohneassoziierte Hypertonie. Das klinische Bild eines PRES ist oft unspezifisch. Die Diagnose muss deshalbdurch bildgebende Verfahren, vorzugweise eine MRT, bestätigt werden.
Bei Patienten, die ein PRES entwickeln, wird eine frühzeitige Symptomerkennung mit umgehender
Behandlung der spezifischen Symptome einschließlich Blutdruckkontrolle (wenn in Verbindung mitschwerer nicht-eingestellter Hypertonie) empfohlen. Außerdem sollte Bevacizumab abgesetzt werden.
Einige Tage nach Therapieunterbrechung verbessern sich in der Regel die Symptome oderverschwinden vollständig. Einige Patienten erlitten jedoch neurologische Spätfolgen. Zur Sicherheiteiner erneuten Anwendung von Bevacizumab bei Patienten, die bereits früher ein PRES entwickelthaben, liegen keine Erkenntnisse vor.
Aus den klinischen Studien wurden 8 Fälle von PRES berichtet, von denen 2 nicht radiologisch mittels
MRT bestätigt wurden.
Proteinurie (siehe Abschnitt 4.4)In klinischen Studien wurde bei 0,7 % bis 54,7 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten übereine Proteinurie berichtet.
Der Schweregrad der Proteinurie reichte von vorübergehender, klinisch asymptomatischer leichter
Proteinurie bis zum nephrotischen Syndrom, wobei es sich in der Mehrzahl um eine Proteinurie vom
Grad 1 handelte (NCI-CTCAE v.3). Eine Proteinurie vom Grad 3 wurde bei bis zu 10,9 % derbehandelten Patienten berichtet. Eine Grad 4-Proteinurie (ein nephrotisches Syndrom) wurde bei biszu 1,4 % der behandelten Patienten beobachtet. Vor Beginn der MVASI-Behandlung wird eine
Untersuchung auf Proteinurie empfohlen. In den meisten klinischen Studien führten Urin-
Proteinspiegel von ≥ 2 g/24 Stunden zu einem Aussetzen der Bevacizumab-Behandlung bis zur
Abnahme der Urin-Proteinspiegel auf < 2 g/24 Stunden.
Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)In klinischen Studien aller Indikationen reichte die Gesamtinzidenz der Blutungsereignisse von NCI-
CTCAE v.3 Grad 3 - 5 bei den mit Bevacizumab behandelten Patienten von 0,4 % bis 6,9 %,verglichen mit bis zu 4,5 % bei Patienten in den Kontrollgruppen, die Chemotherapie erhielten.
In einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden bei bis zu 8,3 % der Patienten, die mit Bevacizumab in
Kombination mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden, Blutungen der Grade 3 - 5 berichtet,verglichen mit bis zu 4,6 % der Patienten, die mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden.
Bei den hämorrhagischen Ereignissen, die in den klinischen Studien beobachtet wurden, handelte essich vorwiegend um tumorassoziierte Blutungen (s. u.) und kleinere Schleimhautblutungen (z. B.
Nasenbluten).
Tumorassoziierte Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)Schwere oder massive Lungeneinblutung/Bluthusten wurde in erster Linie in Studien mit Patienten mitnicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom beobachtet. Mögliche Risikofaktoren sind Plattenepithel-
Histologie, Behandlung mit antirheumatischen/entzündungshemmenden Wirkstoffen, Behandlung mitblutgerinnungshemmenden Wirkstoffen, vorhergehende Strahlentherapie, Bevacizumab-Therapie,
Atherosklerose in der Vorgeschichte, zentrale Tumorlokalisation und Tumorkavitation vor oderwährend der Therapie. Die einzigen Variablen mit statistisch signifikanter Korrelation zu den
Blutungen waren die Bevacizumab-Therapie und die Plattenepithel-Histologie. Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom mit bekannter Plattenepithel-Histologie oder mit überwiegender
Plattenepithel-Histologie bei gemischtem Zelltyp wurden von den nachfolgenden Phase III-Studienausgeschlossen. Patienten mit unbekannter Tumor-Histologie wurden hingegen in die Studieeingeschlossen.
Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom ohne vorherrschende Plattenepithel-
Histologie wurden Blutungsereignisse aller Schweregrade in einer Häufigkeit von bis zu 9,3 % bei
Behandlung mit Bevacizumab plus Chemotherapie beobachtet, verglichen mit bis zu 5 % bei
Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden. Blutungsereignisse vom Grad 3 - 5 wurdenbei bis zu 2,3 % der Patienten beobachtet, die mit Bevacizumab plus Chemotherapie behandeltwurden, gegenüber < 1 % bei Chemotherapie allein (NCI-CTCAE v.3). Schwere oder massive
Lungeneinblutung/Bluthusten kann plötzlich auftreten, und zwei Drittel der schwerwiegenden
Lungeneinblutungen verliefen tödlich.
Bei Patienten mit Kolorektalkarzinom wurden gastrointestinale Blutungen einschließlich
Rektalblutungen und Melaena beschrieben, die jedoch als tumorassoziiert bewertet wurden.
In seltenen Fällen wurden tumorassoziierte Blutungen auch bei anderen Tumorarten und -lokalisationen beobachtet, einschließlich Fälle von ZNS-Blutung (zentrales Nervensystem) bei
Patienten mit ZNS-Metastasen (siehe Abschnitt 4.4).
Die Inzidenz von ZNS-Blutungen bei Patienten mit unbehandelten ZNS-Metastasen, die Bevacizumaberhalten, wurde nicht prospektiv in randomisierten klinischen Studien untersucht. In einerexploratorischen, retrospektiven Auswertung der Daten von 13 beendeten randomisierten Studien mit
Patienten mit verschiedenen Tumorarten traten bei 3 von 91 Patienten mit Hirnmetastasen (3,3 %)unter der Bevacizumab-Behandlung ZNS-Blutungen vom Grad 4 auf, verglichen mit einer ZNS-
Blutung vom Grad 5 bei 1 von 96 Patienten (1 %), die nicht mit Bevacizumab behandelt wurden. Inzwei nachfolgenden Studien, an denen ca. 800 Patienten mit behandelten Hirnmetastasen teilnahmen,wurde zum Zeitpunkt der Zwischenauswertung der Sicherheitsdaten bei 83 Patienten, die mit
Bevacizumab behandelt wurden, 1 Fall (1,2 %) einer ZNS-Blutung vom Grad 2 berichtet (NCI-
CTCAE v.3).
Betrachtet man alle klinischen Studien zusammen, so wurden Schleimhautblutungen bei bis zu 50 %der mit Bevacizumab behandelten Patienten beobachtet. In den meisten Fällen handelte es sich um
Nasenbluten von Grad 1 (NCI-CTCAE v.3) mit einer Dauer von max. 5 Minuten, das sich ohnemedizinische Intervention zurückbildete und keine Veränderungen im Bevacizumab-
Behandlungsschema erforderte. Klinische Sicherheitsdaten legen nahe, dass die Inzidenzgeringfügiger Schleimhautblutungen (z. B. Epistaxis) dosisabhängig sein kann.
Weniger häufig kam es auch zu geringfügigen Schleimhautblutungen an anderen Stellen, wie z. B.
Zahnfleischbluten oder Vaginalblutungen.
Thromboembolien (siehe Abschnitt 4.4)Arterielle Thromboembolien: Bei Patienten unter Bevacizumab wurde unabhängig von der Indikationeine erhöhte Inzidenz arterieller Thromboembolien einschließlich Apoplexie, Myokardinfarkt,transitorischer ischämischer Attacken und anderer arterieller thromboembolischer Nebenwirkungenbeobachtet.
In klinischen Studien betrug die Gesamtinzidenz arterieller thromboembolischer Ereignisse bei denmit Bevacizumab behandelten Patienten bis zu 3,8 %, verglichen mit bis zu 2,1 % in den
Kontrollarmen, die mit Chemotherapie allein behandelt wurden. Einen tödlichen Verlauf nahmen diearteriellen thromboembolischen Ereignisse bei 0,8 % der Patienten unter Bevacizumab, verglichen mit0,5 % bei mit Chemotherapie allein behandelten Patienten. Zerebrale Insulte (einschließlichtransitorischer ischämischer Attacken) wurden bei bis zu 2,7 % der Patienten unter der Kombinationvon Bevacizumab und Chemotherapie berichtet, verglichen mit bis zu 0,5 % der Patienten unter
Chemotherapie allein. Myokardinfarkte wurden bei bis zu 1,4 % der Patienten unter der Kombination
Bevacizumab und Chemotherapie, verglichen mit bis zu 0,7 % unter Chemotherapie allein, berichtet.
Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, die nicht für eine Behandlung mit Irinotecangeeignet waren, wurden in die klinische Studie AVF2192g eingeschlossen, in der Bevacizumab in
Kombination mit 5-Fluorouracil/Folinsäure untersucht wurde. In dieser Studie wurden bei 11 %(11/100) der Patienten arterielle thromboembolische Ereignisse beobachtet, verglichen mit 5,8 %(6/104) in der Kontrollgruppe mit Chemotherapie.
Venöse Thromboembolien: In klinischen Studien war die Inzidenz venöser Thromboembolien bei
Patienten, die Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhielten, vergleichbar zu der bei
Patienten unter Chemotherapie allein. Die venösen thromboembolischen Ereignisse umfassten tiefe
Beinvenenthrombosen, Lungenembolien und Thrombophlebitis.
In klinischen Studien reichte die Gesamtinzidenz thromboembolischer Ereignisse unabhängig von der
Indikation von 2,8 % bis 17,3 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten, verglichen mit 3,2 % bis15,6 % in den Kontrollarmen.
Venöse thromboembolische Ereignisse vom Grad 3 - 5 (NCI-CTCAE v.3) wurden bei bis zu 7,8 % der
Patienten berichtet, die mit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelt wurden, verglichen mit bis zu4,9 % der Patienten, die ausschließlich Chemotherapie erhielten (Dies betrifft alle Indikationen mit
Ausnahme des persistierenden, rezidivierenden oder metastasierten Zervixkarzinoms.).
In einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden bei bis zu 15,6 % der mit Bevacizumab in Kombinationmit Paclitaxel und Cisplatin behandelten Patienten venöse thromboembolische Ereignisse von Grad 3 -5 berichtet, im Vergleich zu bis zu 7,0 % der Patienten, die mit Paclitaxel und Cisplatin behandeltwurden.
Patienten, die bereits eine venöse Thromboembolie hatten, können einem höheren Rezidiv-Risikounterliegen, wenn sie Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhalten, als Patienten unter
Chemotherapie allein.
Kongestive Herzinsuffizienz (KHI)Kongestive Herzinsuffizienz (KHI) wurde in klinischen Studien mit Bevacizumab bisher in allenonkologischen Indikationen beobachtet; sie trat jedoch überwiegend bei Patienten mit metastasiertem
Mammakarzinom auf. In vier Phase III-Studien (AVF2119g, E2100, BO17708 und AVF3694g) zummetastasierten Mammakarzinom wurde bei bis zu 3,5 % der Patienten, die mit Bevacizumab in
Kombination mit einer Chemotherapie behandelt wurden, eine KHI vom Grad 3 (NCI-CTCAE v.3)oder höher berichtet, verglichen mit bis zu 0,9 % in den Kontrollarmen. Bei den Patienten in der
AVF3694g-Studie, die Anthracycline in Kombination mit Bevacizumab erhielten, war das Auftretenvon KHI vom Grad 3 oder höher in den jeweiligen Bevacizumab- und Kontrollarmen vergleichbar zudem in anderen Studien zum metastasierten Mammakarzinom: 2,9 % im Anthracyclin +
Bevacizumab-Arm und 0 % im Anthracyclin + Placebo-Arm. Zusätzlich war in der Studie AVF3694gdas Auftreten von KHI aller Grade zwischen dem Anthracyclin + Bevacizumab-Arm (6,2 %) und dem
Anthracyclin + Placebo-Arm (6,0 %) vergleichbar.
Nach entsprechender medizinischer Behandlung besserten sich bei den meisten Patienten, die während
Studien zum metastasierten Mammakarzinom eine KHI entwickelten, die Symptome und/oder dielinksventrikuläre Funktion.
In den meisten klinischen Studien mit Bevacizumab wurden Patienten mit vorbestehender KHI NYHA(New York Heart Association) II-IV ausgeschlossen. Deshalb liegen keine Informationen zum Risikoeiner KHI in dieser Studienpopulation vor.
Eine vorhergehende Anthracyclin-Behandlung und/oder Bestrahlung der Brustwand können mögliche
Risikofaktoren für die Entwicklung einer KHI sein.
In einer klinischen Studie mit Patienten mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom wurde nach Gabevon Bevacizumab zusammen mit einer kumulativen Doxorubicin-Dosis von mehr als 300 mg/m2 einvermehrtes Auftreten von KHI beobachtet. In dieser klinischen Studie der Phase III wurde die
Behandlung mit Rituximab/Cyclophosphamid/Doxorubicin/Vincristin/Prednison (R-CHOP) plus
Bevacizumab mit einer R-CHOP-Behandlung ohne Bevacizumab verglichen. In beiden
Behandlungsarmen war die Häufigkeit von KHI höher als bei bisherigen Behandlungen mit
Doxorubicin; der Anteil von KHI war jedoch im R-CHOP plus Bevacizumab-Arm höher. Diese
Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine enge klinische Überwachung mit geeigneten
Herzuntersuchungen für Patienten in Erwägung gezogen werden sollte, die eine kumulative Dosis an
Doxorubicin größer als 300 mg/m2 in Kombination mit Bevacizumab erhalten haben.
Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich anaphylaktischer Schock)/Infusionsreaktionen (siehe
Abschnitt 4.4 und Erfahrungen nach der Markteinführung untenstehend)
In einigen klinischen Studien wurden anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen häufiger bei
Patienten berichtet, die Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhalten hatten, als bei
Chemotherapie allein. Das Auftreten dieser Reaktionen in klinischen Studien mit Bevacizumab isthäufig (bis zu 5 % bei mit Bevacizumab behandelten Patienten).
InfektionenIn einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden bei bis zu 24 % der Patienten, die mit Bevacizumab in
Kombination mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden, Infektionen von Grad 3 - 5 berichtet, im
Vergleich zu bis zu 13 % der Patienten, die mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden.
Ovarialinsuffizienz/Fertilität (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6)In der Phase III-Studie NSABP C-08 zur adjuvanten Behandlung von Patienten mit Kolonkarzinommit Bevacizumab wurde die Häufigkeit neuer Fälle von Ovarialinsuffizienz bei 295 prämenopausalen
Frauen untersucht. Eine Ovarialinsuffizienz wurde dabei als Amenorrhö von mindestens 3 Monaten
Dauer, mit FSH-Spiegeln von ≥ 30 mIE/ml sowie einem negativen Serum-Schwangerschaftstest (ß-
HCG) definiert. Neue Fälle von Ovarialinsuffizienz wurden bei 2,6 % der Patientinnen aus dermFOLFOX-6-Gruppe, verglichen mit 39 % der Patientinnen aus der mFOLFOX-6 + Bevacizumab-
Gruppe, berichtet. Nach Abbruch der Behandlung mit Bevacizumab kam es bei 86,2 % dieser Frauenzu einer Wiederherstellung der Ovarialfunktion. Die Langzeitauswirkungen einer Behandlung mit
Bevacizumab auf die Fertilität sind nicht bekannt.
LaborauffälligkeitenEine reduzierte Neutrophilenzahl, eine reduzierte Leukozytenzahl und das Vorhandensein von Proteinim Urin können eine Folge der MVASI-Behandlung sein.
Über alle klinischen Studien hinweg traten bei Patienten, die mit Bevacizumab behandelt wurden, diefolgenden Laborauffälligkeiten 3. und 4. Grades (NCI-CTCAE v.3) mit einem Unterschied vonmindestens 2 % im Vergleich zu den entsprechenden Kontrollgruppen auf: Hyperglykämie,erniedrigter Hämoglobinwert, Hypokaliämie, Hyponatriämie, reduzierte Leukozytenzahl, erhöhte
International Normalised Ratio (INR).
In klinischen Studien wurde gezeigt, dass vorübergehende Erhöhungen der Serumkreatininspiegel (ineinem Bereich von 1,5-fach bis 1,9-fach höher als die Ausgangswerte), sowohl mit als auch ohne
Proteinurie, mit der Anwendung von Bevacizumab in Verbindung stehen. Der beobachtete Anstieg der
Serumkreatininspiegel war bei mit Bevacizumab behandelten Patienten nicht mit einem vermehrten
Auftreten klinischer Manifestationen von Nierenfunktionsstörungen verbunden.
Andere spezielle PatientengruppenÄltere PatientenIn randomisierten klinischen Prüfungen war ein Alter von > 65 Jahren mit einem höheren Risiko fürdie Entwicklung arterieller thromboembolischer Ereignisse einschließlich zerebraler Insulte,transitorischer ischämischer Attacken und Myokardinfarkte verbunden. Andere Nebenwirkungen mitgrößerer Häufigkeit bei Patienten über 65 Jahren als bei Patienten ≤ 65 Jahren, wenn diese mit
Bevacizumab behandelt werden, waren Leukopenien und Thrombozytopenien vom Grad 3 - 4 (NCI-
CTCAE v.3), Neutropenien aller Grade, Diarrhö, Übelkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8 bei Thromboembolien). In einer klinischen Studie war die Inzidenz einer
Hypertonie vom Grad ≥ 3 bei Patienten > 65 Jahre doppelt so hoch wie in der Gruppe der jüngeren
Patienten (< 65 Jahre). In einer Studie mit Patienten mit platinresistentem rezidivierenden
Ovarialkarzinom wurden auch Alopezie, Schleimhautentzündungen, periphere sensorische
Neuropathie, Proteinurie und Hypertonie berichtet und traten mit einer mindestens 5 % höheren Rateim CT + BV-Arm bei mit Bevacizumab behandelten Patienten ≥ 65 Jahren auf, verglichen mit
Bevacizumab-behandelten Patienten < 65 Jahren.
Die Inzidenz anderer Nebenwirkungen einschließlich Magen-Darm-Perforation,
Wundheilungsstörungen, kongestiver Herzinsuffizienz und Blutungen war nicht erhöht bei älteren
Patienten (> 65 Jahre) unter Bevacizumab-Behandlung verglichen mit den bis zu 65-Jährigen(≤ 65 Jahre) unter Bevacizumab-Behandlung.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab bei Kindern unter 18 Jahren wurden nichtnachgewiesen.
In der klinischen Studie BO25041 wurde Bevacizumab zusätzlich zu einer postoperativen
Strahlentherapie (RT) mit gleichzeitiger und adjuvanter Temozolomid-Therapie Kindern und
Jugendlichen mit neu diagnostiziertem supratentoriellem und infratentoriellem bzw. zerebelläremsowie pedunkulärem höhergradigem Gliom verabreicht; das Sicherheitsprofil war vergleichbar mitjenem, welches bei anderen Tumortypen bei mit Bevacizumab behandelten Erwachsenen beobachtetwurde.
In der klinischen Studie BO20924 von Bevacizumab mit der aktuellen Standardtherapie bei
Rhabdomyosarkom und Nicht-Rhabdomyosarkom-Weichteilsarkom war das Sicherheitsprofil von mit
Bevacizumab behandelten Kindern vergleichbar mit dem, welches bei mit Bevacizumab behandelten
Erwachsenen beobachtet wurde.
MVASI ist zur Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren nicht zugelassen. In der wissenschaftlichen
Literatur wurden Fälle von nicht-mandibulärer Osteonekrose bei Patienten unter 18 Jahren, die mit
Bevacizumab behandelt wurden, berichtet.
Erfahrungen nach der MarkteinführungTabelle 3. Nebenwirkungen aus dem Spontanmeldesystem nach der Markteinführung
Systemorganklasse Nebenwirkung (Häufigkeit*)
Infektionen und parasitäre Nekrotisierende Fasziitis, gewöhnlich sekundär bei
Erkrankungen Wundheilungskomplikationen, Magen-Darm-Perforation oder
Fistelbildung (selten) (siehe Abschnitt 4.4)
Erkrankungen des Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen (häufig), mit den
Immunsystems folgenden möglichen Ko-Manifestationen: Dyspnoe/Atemnot,
Flush/Rötung/Ausschlag, Hypotonie oder Hypertonie, verminderte
Sauerstoffsättigung, Schmerzen im Brustkorb, Schüttelfrost und
Übelkeit/Erbrechen (siehe Abschnitt 4.4 und Überempfindlichkeits-oder Infusionsreaktionen obenstehend).
Anaphylaktischer Schock (selten) (siehe auch Abschnitt 4.4)
Erkrankungen des Hypertensive Enzephalopathie (sehr selten) (siehe Abschnitt 4.4
Nervensystems sowie Hypertonie in Abschnitt 4.8)
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) (selten)(siehe Abschnitt 4.4)
Gefäßerkrankungen Renale thrombotische Mikroangiopathie, die sich mit oder ohnegleichzeitige Anwendung von Sunitinib als Proteinurie klinischmanifestieren kann (nicht bekannt). Zu weiteren Informationen zur
Proteinurie siehe Abschnitt 4.4 sowie Proteinurie in Abschnitt 4.8
Erkrankungen der Perforation der Nasenscheidewand (nicht bekannt)
Atemwege, des Brustraums Pulmonale Hypertonie (nicht bekannt)und Mediastinums Dysphonie (häufig)
Erkrankungen des Magen-Darm-Ulzera (nicht bekannt)
Gastrointestinaltrakts
Leber- und Gallenblasenperforation (nicht bekannt)
Gallenerkrankungen
Skelettmuskulatur-, Fälle von Kiefernekrosen wurden bei Patienten unter Behandlung mit
Bindegewebs- und Bevacizumab berichtet. Die meisten dieser Fälle traten bei Patienten
Knochenerkrankungen mit bekannten Risikofaktoren für die Entstehung einer Kiefernekroseauf, darunter insbesondere die intravenöse Anwendung von
Bisphosphonaten und/oder Zahnerkrankungen in der Anamnese, dieinvasive zahnärztliche Eingriffe erfordert hatten (siehe Abschnitt 4.4)
Bei Kindern und Jugendlichen, die mit Bevacizumab behandeltwurden, sind Fälle von nicht-mandibulärer Osteonekrose berichtetworden (siehe Abschnitt 4.8, Kinder und Jugendliche)
Kongenitale, familiäre und Fälle von fetalen Anomalien wurden bei Frauen beobachtet, die mitgenetische Erkrankungen Bevacizumab allein oder in Kombination mit bekanntenembryotoxischen Chemotherapeutika behandelt wurden (siehe
Abschnitt 4.6)
* Angegebene Häufigkeiten wurden aus den Daten klinischer Studien abgeleitet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende Mittel, antineoplastische
Mittel, monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FG01.
MVASI ist ein biologisch/biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlichen einembereits zugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.
WirkmechanismusBevacizumab bindet an den Gefäßwachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), den
Schlüsselfaktor der Vaskulogenese und Angiogenese, und hemmt dadurch die Bindung von VEGF anseine Rezeptoren, Flt-1 (VEGFR-1) und KDR (VEGFR-2) auf der Oberfläche von Endothelzellen. Die
Neutralisierung der biologischen Aktivität von VEGF reduziert die Vaskularisierung von Tumoren,normalisiert das vorhandene Tumorgefäßsystem und hemmt die Bildung neuer Tumorgefäßsysteme,wodurch das Tumorwachstum gehemmt wird.
Pharmakodynamische WirkungenDie Verabreichung von Bevacizumab oder seines parentalen Mausantikörpers in Xenotransplantat-
Modellen von Krebs in Nacktmäusen führte zu einer ausgeprägten antitumoralen Aktivität gegenmenschliche Krebsarten, einschließlich Kolon-, Brust-, Pankreas- und Prostatakrebs. Die Progressionder metastasierten Erkrankung wurde gehemmt und die mikrovaskuläre Permeabilität reduziert.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitMetastasiertes KolorektalkarzinomDie Sicherheit und Wirksamkeit der empfohlenen Dosis (5 mg/kg Körpergewicht alle zwei Wochen)bei metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom wurden in drei randomisierten, aktiv kontrolliertenklinischen Prüfungen in Kombination mit einer First-Line-Chemotherapie auf Fluoropyrimidin-Basisuntersucht. Bevacizumab wurde mit zwei Chemotherapie-Schemata kombiniert:
* AVF2107g: Einmal wöchentliche Gabe von Irinotecan/Bolus 5-Fluorouracil/Folinsäure (IFL)über insgesamt 4 Wochen eines jeweils 6-wöchigen Zyklus (Saltz-Schema).
* AVF0780g: In Kombination mit Bolus 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FA) über insgesamt6 Wochen eines jeweils 8-wöchigen Zyklus (Roswell-Park-Schema).
* AVF2192g: In Kombination mit Bolus 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FA) über insgesamt6 Wochen eines jeweils 8-wöchigen Zyklus (Roswell-Park-Schema) bei Patienten, die keineoptimalen Kandidaten für eine First-Line-Irinotecan-Therapie waren.
Bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom wurden drei weitere Studien mit Bevacizumabdurchgeführt: eine Studie zur First-Line-Behandlung (NO16966), eine Studie zur Second-Line-
Behandlung ohne vorhergehende Bevacizumab-Therapie (E3200) und eine Studie zur Second-Line-
Behandlung mit vorhergehender Bevacizumab-Therapie nach Fortschreiten der Erkrankung währendder First-Line-Behandlung (ML18147). In diesen Studien wurde Bevacizumab in Kombination mit
FOLFOX-4 (5-FU/LV/Oxaliplatin), XELOX (Capecitabin/Oxaliplatin) und
Fluoropyrimidin/Irinotecan bzw. Fluoropyrimidin/Oxaliplatin in den folgenden Dosisschemataangewendet:
* NO16966: Bevacizumab 7,5 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen in Kombination mit oralgegebenem Capecitabin und intravenös appliziertem Oxaliplatin (XELOX) oder Bevacizumab5 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen in Kombination mit Leucovorin plus 5-Fluorouracil als
Bolusinjektion, gefolgt von 5-Fluorouracil als Infusion und intravenös gegebenem Oxaliplatin(FOLFOX-4).
* E3200: Bevacizumab 10 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen in Kombination mit Leucovorinplus 5-Fluorouracil als Bolusinjektion, gefolgt von 5-Fluorouracil als Infusion und intravenösgegebenem Oxaliplatin (FOLFOX-4) bei Patienten, die zuvor nicht mit Bevacizumab behandeltworden waren.
* ML18147: Bevacizumab 5,0 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen oder Bevacizumab 7,5 mg/kg
Körpergewicht alle 3 Wochen in Kombination mit Fluoropyrimidin/Irinotecan oder
Fluoropyrimidin/Oxaliplatin bei Patienten mit fortschreitender Erkrankung nach einer First-
Line-Behandlung mit Bevacizumab. Ein Irinotecan-haltiges Therapieschema wurde durch ein
Oxaliplatin-haltiges Therapieschema ersetzt oder vice versa, je nachdem, welches dieser
Arzneimittel in der First-Line-Behandlung gegeben worden war.
AVF2107gIn dieser randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten klinischen Phase III-Studie wurde
Bevacizumab in Kombination mit IFL als First-Line-Behandlung von metastasiertem Kolon- oder
Rektumkarzinom untersucht. 813 Patienten wurden randomisiert einer Behandlung mit IFL + Placebo(Studienarm 1) oder IFL + Bevacizumab (5 mg/kg alle 2 Wochen, Studienarm 2) zugewiesen. Einedritte Gruppe von 110 Patienten erhielt Bolus 5-FU/FA + Bevacizumab (Studienarm 3). Die
Rekrutierung in Arm 3 wurde, wie zuvor festgelegt, beendet, sobald die Sicherheit der Anwendungvon Bevacizumab mit dem IFL-Schema bekannt und als akzeptabel betrachtet worden war. Alle
Behandlungen wurden bis zur Progression der Erkrankung fortgesetzt. Das Alter betrug insgesamt im
Mittel 59,4 Jahre; 56,6 % der Patienten wiesen einen ECOG-Performance-Status von 0 auf, 43 %einen Wert von 1 und 0,4 % einen Wert von 2. 15,5 % der Patienten hatten zuvor eine Strahlentherapieund 28,4 % eine Chemotherapie erhalten.
Die primäre Wirksamkeitsvariable der Studie war das Gesamtüberleben. Die Zugabe von
Bevacizumab zu IFL resultierte in einer statistisch signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens,des progressionsfreien Überlebens und der Gesamtansprechrate (siehe Tabelle 4). Der klinische
Nutzen, wie er durch das Gesamtüberleben quantifiziert wurde, wurde in allen zuvor festgelegten
Patienten-Untergruppen beobachtet, einschließlich derer, die durch Alter, Geschlecht, Leistungsstatus,
Lokalisierung des Primärtumors, Zahl der befallenen Organe und Dauer der metastasierten
Erkrankung definiert waren.
Die Wirksamkeitsergebnisse von Bevacizumab in Kombination mit IFL-Chemotherapie sind in
Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4. Wirksamkeitsergebnisse für Studie AVF2107g
AVF2107gStudienarm 1 Studienarm 2
IFL + Placebo IFL + Bevacizumaba
Anzahl der Patienten 411 402
Gesamtüberleben
Median (Monate) 15,6 20,395 % Konfidenzintervall (KI) 14,29 - 16,99 18,46 - 24,18
Hazard Ratio (HR)b 0,660(p-Wert = 0,00004)
AVF2107gStudienarm 1 Studienarm 2
IFL + Placebo IFL + Bevacizumaba
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 6,2 10,6
Hazard Ratio 0,54(p-Wert < 0,0001)
Gesamtansprechrate
Rate (%) 34,8 44,8(p-Wert = 0,0036)a 5 mg/kg alle zwei Wochen.b Relativ zum Kontrollarm.
Für die 110 Patienten, die randomisiert Arm 3 (5-FU/FA + Bevacizumab) zugewiesen worden waren,betrug vor dem Behandlungsende das Gesamtüberleben im Median 18,3 Monate und dasprogressionsfreie Überleben im Median 8,8 Monate.
AVF2192gIn dieser randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten klinischen Phase II-Studie wurden die
Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombination mit 5-FU/FA als First-Line-
Behandlung von metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom bei Patienten untersucht, die keineoptimalen Kandidaten für eine First-Line-Behandlung mit Irinotecan waren. 105 Patienten wurdenrandomisiert dem 5-FU/FA + Placebo-Arm und 104 Patienten dem 5-FU/FA + Bevacizumab-Arm(5 mg/kg alle 2 Wochen) zugewiesen. Alle Behandlungen wurden bis zur Progression der Erkrankungfortgesetzt. Das Hinzufügen von Bevacizumab 5 mg/kg alle zwei Wochen zu 5-FU/FA führte zuhöheren objektiven Ansprechraten, signifikant längerem progressionsfreien Überleben und einemtendenziell längeren Überleben im Vergleich zu 5-FU/FA-Chemotherapie alleine.
AVF0780gIn dieser randomisierten, aktiv kontrollierten, offenen klinischen Phase II-Studie wurde Bevacizumabin Kombination mit 5-FU/FA als First-Line-Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinomsuntersucht. Das Alter der Patienten betrug im Median 64 Jahre. 19 % der Patienten hatten zuvor eine
Chemotherapie und 14 % eine Strahlentherapie erhalten. 71 Patienten wurden einer Behandlung mit
Bolus 5-FU/FA oder 5-FU/FA + Bevacizumab (5 mg/kg alle 2 Wochen) randomisiert zugewiesen.
Eine dritte Gruppe von 33 Patienten erhielt als Bolus 5-FU/FA + Bevacizumab (10 mg/kg alle2 Wochen). Die Patienten wurden bis zur Progression der Erkrankung behandelt. Die primären
Endpunkte der Studie waren die objektive Ansprechrate und das progressionsfreie Überleben. Das
Hinzufügen von Bevacizumab 5 mg/kg alle zwei Wochen zu 5-FU/FA führte zu höheren objektiven
Ansprechraten, längerem progressionsfreien Überleben und zu einem tendenziell längeren Überlebenim Vergleich zu 5-FU/FA-Chemotherapie alleine (siehe Tabelle 5). Diese Wirksamkeitsdaten stimmenmit den Ergebnissen überein, die in Studie AVF2107g beobachtet wurden.
Die Wirksamkeitsdaten aus den Studien AVF0780g und AVF2192g zu Bevacizumab in Kombinationmit 5-FU/FA-Chemotherapie sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
Tabelle 5. Wirksamkeitsergebnisse der Studien AVF0780g und AVF2192g
AVF0780g AVF2192g5-FU/FA + 5-FU/FA + 5-FU/FA 5-FU/FA +5-FU/FA
Bevacizumaba Bevacizumabb + Placebo Bevacizumab
Anzahl der Patienten 36 35 33 105 104
Gesamtüberleben
Median (Monate) 13,6 17,7 15,2 12,9 16,695 % KI 10,35 -13,63 - 19,3216,95
Hazard Ratioc - 0,52 1,01 0,79p-Wert 0,073 0,978 0,16
AVF0780g AVF2192g5-FU/FA + 5-FU/FA + 5-FU/FA 5-FU/FA +5-FU/FA
Bevacizumaba Bevacizumabb + Placebo Bevacizumab
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 5,2 9,0 7,2 5,5 9,2
Hazard Ratio 0,44 0,69 0,5p-Wert - 0,0049 0,217 0,0002
Gesamtansprechrate
Rate (%) 16,7 40,0 24,2 15,2 2695 % KI 7,0 - 33,5 24,4 - 57,8 11,7 - 42,6 9,2 - 23,9 18,1 - 35,6p-Wert 0,029 0,43 0,055
Ansprechdauer
Median (Monate) NE 9,3 5,0 6,8 9,225-75 Perzentile 5,5 - NE 6,1 - NE 3,8 - 7,8 5,59 - 5,88 - 13,01(Monate) 9,17a 5 mg/kg alle 2 Wochen.b 10 mg/kg alle 2 Wochen.c Relativ zum Kontrollarm.
NE = Nicht erreicht.
NO16966Hierbei handelte es sich um eine randomisierte, bezüglich Bevacizumab doppelblinde klinische Studieder Phase III zur Untersuchung der Anwendung von Bevacizumab in einer Dosierung von 7,5 mg/kg
Körpergewicht alle 3 Wochen in Kombination mit oral gegebenem Capecitabin und intravenösappliziertem Oxaliplatin (XELOX) bzw. der Anwendung von Bevacizumab in einer Dosierung von5 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen in Kombination mit Leucovorin plus 5-Fluorouracil als
Bolusinjektion, gefolgt von 5-Fluorouracil als Infusion und intravenös gegebenem Oxaliplatin(FOLFOX-4). Die Studie bestand aus zwei Teilen: einem initialen, offenen, zweiarmigen Teil (Teil I),in dem die Patienten randomisiert zwei verschiedenen Behandlungsgruppen zugeteilt wurden(XELOX und FOLFOX-4), und einem nachfolgenden, 2 × 2-faktoriellen, vierarmigen Teil (Teil II), indem die Patienten randomisiert vier Behandlungsgruppen zugewiesen wurden (XELOX + Placebo,
FOLFOX-4 + Placebo, XELOX + Bevacizumab, FOLFOX-4 + Bevacizumab). Im Teil II war die
Zuteilung zur Bevacizumab-Behandlung doppelblind.
Im Teil II der Studie wurden jedem der 4 Behandlungsarme ca. 350 Patienten randomisiertzugewiesen.
Tabelle 6. Behandlungsschemata in der Studie NO16966 (metastasiertes Kolorektalkarzinom)
Behandlung Anfangsdosierung Ablaufplan
FOLFOX-4 Oxaliplatin 85 mg/m2 i.v. 2 Std. Oxaliplatin am Tag 1oder
FOLFOX-4 + Leucovorin 200 mg/m2 i.v. 2 Std. Leucovorin am Tag 1 und 2
Bevacizumab5-Fluorouracil 400 mg/m2 i.v. Bolus, 5-Fluorouracil i.v.
600 mg/m2 i.v. 22 Std. Bolus/Infusion, jeweils anden Tagen 1 und 2
Placebo oder 5 mg/kg i.v. 30 - Tag 1, vor FOLFOX-4, alle
Bevacizumab 90 Min. 2 Wochen
XELOX Oxaliplatin 130 mg/m2 i.v. 2 Std. Oxaliplatin am Tag 1oder
XELOX + Capecitabin 1 000 mg/m2 oral 2 x Capecitabin oral 2 x tägl.
Bevacizumab tägl. über 2 Wochen (gefolgt von1 Woche Therapiepause)
Placebo oder 7,5 mg/kg i.v. 30 - Tag 1, vor XELOX, alle
Bevacizumab 90 Min. 3 Wochen5-Fluorouracil: i.v. Bolusinjektion unmittelbar nach Leucovorin
Der primäre Wirksamkeitsparameter dieser Studie war die Dauer des progressionsfreien Überlebens.
Die Studie hatte zwei primäre Zielkriterien: den Nachweis der Nichtunterlegenheit von XELOXgegenüber FOLFOX-4 und den Nachweis der Überlegenheit von Bevacizumab in Kombination mit
XELOX- oder FOLFOX-4-Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie. Beide co-primären
Zielkriterien wurden erfüllt:
* Die Nichtunterlegenheit der XELOX-Behandlungsarme gegenüber den FOLFOX-4-Armenwurde im Gesamtvergleich anhand des progressionsfreien Überlebens und des
Gesamtüberlebens in der auswertbaren Per-Protokoll-Population nachgewiesen.
* Die Überlegenheit der Bevacizumab-Behandlungsarme gegenüber den reinen Chemotherapie-
Armen wurde im Gesamtvergleich anhand des progressionsfreien Überlebens in der Intent-to-
Treat(ITT)-Population nachgewiesen (siehe Tabelle 7).
Sekundärauswertungen des progressionsfreien Überlebens, die auf Untersuchungen des Ansprechensunter der Behandlung basierten, bestätigten den signifikant höheren klinischen Nutzen der
Bevacizumab-Behandlung (Auswertungen in Tabelle 7), in Übereinstimmung mit dem statistischsignifikanten Vorteil, der in der gepoolten Auswertung beobachtet wurde.
Tabelle 7. Wesentliche Wirksamkeitsergebnisse der Überlegenheitsprüfung (ITT-Population,
Studie NO16966)
Endpunkt (Monate) FOLFOX-4 FOLFOX-4 p-Wertoder XELOX oder XELOX ++ Placebo Bevacizumab(n = 701) (n = 699)
Primärer Endpunkt
Medianes PFS** 8,0 9,4 0,00 23
Hazard Ratio (97,5 % KI)a 0,83 (0,72 - 0,95)
Sekundäre Endpunkte
Medianes PFS (während der 7,9 10,4 < 0,0001
Behandlung)**
Hazard Ratio (97,5 % KI) 0,63 (0,52 - 0,75)
Gesamtansprechrate (Beurteilung 49,2 % 46,5 %durch Prüfarzt)**
Medianes Gesamtüberleben* 19,9 21,2 0,0769
Hazard Ratio (97,5 % KI) 0,89 (0,76 - 1,03)
* Auswertung des Gesamtüberlebens zum Stichtag 31. Januar 2007.
** Primärauswertung zum Stichtag 31. Januar 2006.a Relativ zum Kontrollarm.
In der Subgruppe, die mit FOLFOX behandelt wurde, betrug das mediane progressionsfreie Überlebenunter Placebo 8,6 Monate und unter Anwendung von Bevacizumab 9,4 Monate (Hazard Ratio[HR] = 0,89; 97,5 % KI = 0,73 - 1,08; p = 0,1871). In der Subgruppe, die mit XELOX behandeltwurde, waren die entsprechenden Ergebnisse 7,4 vs. 9,3 Monate (HR = 0,77; 97,5 % KI = 0,63 - 0,94;p = 0,0026).
Das mediane Gesamtüberleben betrug in der Subgruppe, die mit FOLFOX behandelt wurde,20,3 Monate unter Placebo und 21,2 Monate unter Anwendung von Bevacizumab (HR = 0,94; 97,5 %
KI = 0,75 - 1,16; p = 0,4937). In der Subgruppe, die mit XELOX behandelt wurde, waren dieentsprechenden Ergebnisse 19,2 vs. 21,4 Monate (HR = 0,84; 97,5 % KI = 0,68 - 1,04; p = 0,0698).
ECOG E3200Hierbei handelte es sich um eine randomisierte, offene Phase III-Studie mit aktiver Kontrolle zur
Untersuchung der Anwendung von Bevacizumab in einer Dosierung von 10 mg/kg Körpergewicht alle2 Wochen, in Kombination mit Leucovorin plus 5-Fluorouracil als Bolusinjektion, gefolgt von5-Fluorouracil als Infusion und intravenös appliziertem Oxaliplatin (FOLFOX-4) bei vorbehandelten
Patienten (Second-Line) mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom. In den Studienarmen mit
Chemotherapie wurde FOLFOX-4 in derselben Dosierung und nach dem gleichen Ablaufschemaangewendet, wie es in Tabelle 6 für die Studie NO16966 dargestellt ist.
Der primäre Wirksamkeitsparameter der Studie war das Gesamtüberleben, das als die Zeitspannezwischen der Randomisierung und dem Tod (jeder Ursache) definiert wurde. 829 Patienten wurdenrandomisiert den Behandlungen zugewiesen (292 zu FOLFOX-4, 293 zu Bevacizumab + FOLFOX-4und 244 zur Bevacizumab-Monotherapie). Die Hinzugabe von Bevacizumab zu FOLFOX-4 führte zueiner statistisch signifikanten Verlängerung des Überlebens. Ebenso wurden statistisch signifikante
Erhöhungen des progressionsfreien Überlebens und der objektiven Ansprechrate beobachtet (siehe
Tabelle 8).
Tabelle 8. Wirksamkeitsergebnisse der Studie E3200
E3200
FOLFOX-4 FOLFOX-4 +
Bevacizumaba
Anzahl Patienten 292 293
Gesamtüberleben
Median (Monate) 10,8 13,095 % KI 10,12 - 11,86 12,09 - 14,03
Hazard Ratiob 0,751(p-Wert = 0,0012)
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 4,5 7,5
Hazard Ratio 0,518(p-Wert < 0,0001)
Objektive Ansprechrate
Rate (%) 8,6 % 22,2 %(p-Wert < 0,0001)a 10 mg/kg alle 2 Wochen.b Relativ zum Kontrollarm.
Zwischen den Patienten, die Bevacizumab als Monotherapie erhielten, und denjenigen, die mit
FOLFOX-4 behandelt wurden, wurde kein signifikanter Unterschied bezüglich der
Gesamtüberlebensdauer beobachtet. Das progressionsfreie Überleben und die objektive Ansprechratewaren im Studienarm mit Bevacizumab-Monotherapie niedriger als im FOLFOX-4-Arm.
ML18147Hierbei handelte es sich um eine randomisierte, kontrollierte, offene Phase III-Studie zur
Untersuchung von Bevacizumab 5,0 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen oder 7,5 mg/kg
Körpergewicht alle 3 Wochen in Kombination mit einer Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie im
Vergleich zu einer alleinigen Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie bei Patienten mitmetastasiertem Kolorektalkarzinom, deren Erkrankung während einer First-Line-Behandlung miteinem Bevacizumab-haltigen Therapieschema fortgeschritten war.
Patienten mit histologisch bestätigtem metastasiertem Kolorektalkarzinom und fortschreitender
Erkrankung wurden innerhalb von 3 Monaten nach Absetzen der First-Line-Behandlung mit
Bevacizumab im Verhältnis 1:1 randomisiert einer Fluoropyrimidin/Oxaliplatin- oder
Fluoropyrimidin/Irinotecan-haltigen Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab zugewiesen. Die
Chemotherapie wurde dabei gegenüber derjenigen, die in der First-Line-Behandlung angewendetworden war, umgestellt. Die Behandlung wurde bis zur Progression oder bis zum Auftreten nicht-tolerierbarer Nebenwirkungen fortgesetzt. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben, das als die
Zeitspanne von der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache definiert wurde.
Es wurden insgesamt 820 Patienten randomisiert. Die Zugabe von Bevacizumab zu der
Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie führte zu einer statistisch signifikanten Verlängerung des
Gesamtüberlebens bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, deren Erkrankung nach First-
Line-Behandlung mit einem Bevacizumab-enthaltenden Therapieschema fortgeschritten war(ITT = 819) (siehe Tabelle 9).
Tabelle 9. Wirksamkeitsergebnisse der Studie ML18147 (ITT-Population)
ML18147Fluoropyrimidin/Irinotecan- Fluoropyrimidin/Irinotecan-oder oder
Fluoropyrimidin/Oxaliplatin- Fluoropyrimidin/Oxaliplatin-haltige Chemotherapie haltige Chemotherapie +
Bevacizumaba
Anzahl Patienten 410 409
Gesamtüberleben
Median (Monate) 9,8 11,2
Hazard Ratio (95 % 0,81 (0,69; 0,94)
Konfidenzintervall) (p-Wert = 0,0062)
Progressionsfreies
Überleben
Median (Monate) 4,1 5,7
Hazard Ratio (95 % 0,68 (0,59; 0,78)
Konfidenzintervall) (p-Wert < 0,0001)
Objektive Ansprechrate(ORR)
Anzahl der 406 404ausgewerteten
Patienten
Rate 3,9 % 5,4 %(p-Wert = 0,3113)a 5,0 mg/kg alle 2 Wochen oder 7,5 mg/kg alle 3 Wochen.
Eine statistisch signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens wurde ebenfallsbeobachtet. Die objektive Ansprechrate war in beiden Behandlungsarmen niedrig, und der Unterschiedwar statistisch nicht signifikant.
Während in der Studie E3200 eine Bevacizumab-Dosis von 5 mg/kg/Woche bei nicht mit
Bevacizumab vorbehandelten Patienten appliziert wurde, betrug die Dosis in der Studie ML18147 bei
Bevacizumab-vorbehandelten Patienten 2,5 mg/kg/Woche. Ein studienübergreifender Vergleich der
Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten wird durch Unterschiede zwischen diesen beiden Studienbegrenzt, insbesondere hinsichtlich der Patientenpopulationen, der vorhergehenden Bevacizumab-
Exposition und der Chemotherapieschemata. Beide Bevacizumab-Dosierungen von 5 mg/kg/Wocheund 2,5 mg/kg/Woche ergaben einen statistisch signifikanten Vorteil hinsichtlich des
Gesamtüberlebens (HR 0,751 in Studie E3200; HR 0,81 in Studie ML18147) und desprogressionsfreien Überlebens (HR 0,518 in Studie E3200; HR 0,68 in Studie ML18147). Bezüglichder Sicherheit ergab sich in der Studie E3200 eine höhere Gesamtinzidenz von unerwünschten
Ereignissen der Grade 3 - 5 im Vergleich zur Studie ML18147.
Metastasiertes MammakarzinomZur Untersuchung der Wirksamkeit einer Behandlung mit Bevacizumab in Kombination mit zweiindividuellen Chemotherapeutika wurden zwei große Phase III-Studien konzipiert. Der primäre
Endpunkt dieser Studien war das progressionsfreie Überleben (PFS). Eine klinisch bedeutsame undstatistisch signifikante Verbesserung des PFS wurde in beiden Studien beobachtet.
Im Folgenden sind die PFS-Ergebnisse, die mit den einzelnen Chemotherapie-Kombinationen erzieltwurden, zusammengefasst:
* Studie E2100 (Paclitaxel)
* Mediane PFS-Verlängerung um 5,6 Monate, HR 0,421 (p < 0,0001, 95 % KI 0,343;0,516)
* Studie AVF3694g (Capecitabin)
* Mediane PFS-Verlängerung um 2,9 Monate, HR 0,69 (p = 0,0002, 95 % KI 0,56; 0,84)
Detaillierte Angaben zu jeder Studie und die Ergebnisse sind weiter unten aufgeführt.
ECOG E2100Bei der Studie E2100 handelte es sich um eine offene, randomisierte, wirkstoffkontrollierte,multizentrische Studie zur Beurteilung von Bevacizumab in Kombination mit Paclitaxel beim lokalrezidivierenden oder metastasierten Mammakarzinom bei Patienten, die zuvor noch keine
Chemotherapie zur Behandlung ihrer lokal rezidivierenden oder metastasierten Erkrankung erhaltenhatten. Die Patienten wurden einer Behandlung mit Paclitaxel allein (90 mg/m2 i.v. über 1 Stundeeinmal wöchentlich über 3 Wochen eines vierwöchigen Behandlungszyklus) oder in Kombination mit
Bevacizumab (10 mg/kg als i.v. Infusion alle zwei Wochen) zugeteilt. Eine vorhergehende
Hormontherapie zur Behandlung der metastasierten Erkrankung war erlaubt. Eine adjuvante
Behandlung mit einem Taxan war nur erlaubt, wenn diese mindestens 12 Monate vor Aufnahme in die
Studie beendet worden war. Von den 722 Studienteilnehmern hatte die Mehrzahl (90 %) einennegativen HER2-Rezeptorstatus. Bei 8 % der Patienten war der HER2-Rezeptorstatus unbekannt, und2 % waren HER2-positiv. Diese Patienten waren zuvor mit Trastuzumab behandelt worden oderwurden als ungeeignet für die Trastuzumab-Therapie eingeordnet. Darüber hinaus hatten 65 % der
Patienten zuvor eine adjuvante Chemotherapie erhalten, die bei 19 % aus Taxanen und bei 49 % aus
Anthracyclinen bestand. Patienten mit ZNS-Metastasen, einschließlich vorbehandelter oder resezierter
Hirnläsionen, waren von der Studie ausgeschlossen.
Die Studienteilnehmer in Studie E2100 wurden bis zum Fortschreiten der Erkrankung behandelt.
Wenn ein frühzeitiges Abbrechen der Chemotherapie erforderlich war, wurde die Behandlung mit
Bevacizumab als Monotherapie bis zum Fortschreiten der Erkrankung fortgesetzt. Die
Patientencharakteristika waren in beiden Studienarmen ähnlich. Der primäre Endpunkt der Studie wardas progressionsfreie Überleben (PFS), basierend auf der Bewertung des Fortschreitens der
Erkrankung durch den Prüfarzt. Zusätzlich wurde eine unabhängige Nachprüfung des primären
Endpunktes durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie sind in Tabelle 10 dargestellt.
Tabelle 10. Wirksamkeitsergebnisse in Studie E2100
Progressionsfreies Überleben (PFS)
Bewertung durch den Prüfarzt* Bewertung durch dasunabhängige Review-Komitee(IRC)
Paclitaxel Paclitaxel/ Paclitaxel Paclitaxel/
Bevacizumab Bevacizumab(n = 354) (n = 368) (n = 354) (n = 368)
Medianes PFS 5,8 11,4 5,8 11,3(Monate)
HR 0,421 0,483(95 % KI) (0,343; 0,516) (0,385; 0,607)p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Ansprechraten (von Patienten mit messbarer Erkrankung)
Bewertung durch den Prüfarzt Bewertung durch dasunabhängige Review-Komitee(IRC)
Paclitaxel Paclitaxel/ Paclitaxel Paclitaxel/
Bevacizumab Bevacizumab(n = 273) (n = 252) (n = 243) (n = 229)% Patienten mit 23,4 48,0 22,2 49,8objektivem Ansprechenp-Wert < 0,0001 < 0,0001
* primäre Auswertung.
Gesamtüberleben (OS)
Paclitaxel Paclitaxel/Bevacizumab(n = 354) (n = 368)
Medianes OS (Monate) 24,8 26,5
HR 0,869(95 % KI) (0,722; 1,046)p-Wert 0,1374
Der klinische Nutzen von Bevacizumab, gemessen als PFS, wurde in allen vorher bestimmten unduntersuchten Subgruppen nachgewiesen (einschließlich krankheitsfreien Intervalls, Zahl dermetastasierten Stellen, vorhergehender adjuvanter Chemotherapie und Östrogenrezeptor [ER]-Status).
AVF3694gBei der Studie AVF3694g handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte
Studie der Phase III zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombinationmit Chemotherapie, im Vergleich zu Chemotherapie plus Placebo, als First-Line-Behandlung bei
Patienten mit HER2-negativem metastasiertem oder lokal rezidiviertem Mammakarzinom.
Die jeweilige Chemotherapie wurde nach Ermessen des Prüfarztes ausgewählt, bevor die Patienten ineinem Verhältnis von 2:1 entweder Chemotherapie plus Bevacizumab oder Chemotherapie plus
Placebo randomisiert zugeteilt wurden. Als Chemotherapie kamen Capecitabin, Taxane(proteingebundenes Paclitaxel, Docetaxel) oder Anthracyclin-basierte Wirkstoffe(Doxorubicin/Cyclophosphamid oder Epirubicin/Cyclophosphamid,5-Fluorouracil/Doxorubicin/Cyclophosphamid, 5-Fluorouracil/Epirubicin/Cyclophosphamid) in Frage,die jeweils einmal alle drei Wochen angewendet wurde. Die Gabe von 15 mg/kg Bevacizumab oder
Placebo erfolgte einmal alle drei Wochen.
Die Studie beinhaltete eine verblindete Behandlungsphase, eine optionale offene Post-
Progressionsphase und eine Nachbeobachtungsphase hinsichtlich des Überlebens. Während derverblindeten Behandlungsphase erhielten die Patienten die Chemotherapie und das Arzneimittel(Bevacizumab oder Placebo) alle 3 Wochen bis zur Krankheitsprogression, zubehandlungslimitierenden Nebenwirkungen oder zum Tod. Nach dokumentierter
Krankheitsprogression konnten Patienten, die an der optionalen offenen Phase teilgenommen hatten,
Bevacizumab unverblindet zusammen mit einer großen Bandbreite von Second-Line-Behandlungenerhalten.
Statistische Auswertungen wurden unabhängig voneinander vorgenommen für: 1) Patienten, die eine
Behandlung mit Capecitabin in Kombination mit Bevacizumab oder Placebo erhielten; 2) Patienten,die eine Behandlung mit Taxanen oder Anthracyclinen in Kombination mit Bevacizumab oder Placeboerhielten. Der primäre Studienendpunkt war, basierend auf der Bewertung des Prüfarztes, dasprogressionsfreie Überleben (PFS). Der primäre Endpunkt wurde zusätzlich durch ein unabhängiges
Review-Komitee (independent review committee, IRC) überprüft.
Die Ergebnisse dieser Studie aus den finalen, im Protokoll definierten Analysen zumprogressionsfreien Überleben und zu den Ansprechraten der unabhängig gepowerten Capecitabin-
Kohorte der Studie AVF3694g sind in Tabelle 11 dargestellt. Die Ergebnisse einer explorativen
Gesamtüberlebensanalyse, die eine zusätzliche Nachbeobachtungsphase von 7 Monaten beinhalten,werden ebenfalls dargestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren ungefähr 46 % der Patienten verstorben. Der
Prozentsatz der Patienten, die in der offenen Phase der Studie Bevacizumab erhielten, betrug 62,1 %im Capecitabin + Placebo-Arm und 49,9 % im Capecitabin + Bevacizumab-Arm.
Tabelle 11. Wirksamkeitsergebnisse zur Studie AVF3694g: Capecitabina und
Bevacizumab/Placebo (Cap + Bevacizumab/Pl)
Progressionsfreies Überlebenb
Bewertung durch das unabhängige
Bewertung durc h den Prüfarzt Review-Komitee (IRC)
Cap + Pl Cap + Cap + Pl Cap +(n = 206) Bevacizumab (n = 206) Bevacizumab(n = 409) (n = 409)
Medianes PFS5,7 8,6 6,2 9,8(Monate)
Hazard-Ratio vs. 0,69 (0,56; 0,84) 0,68 (0,54; 0,86)
Placebo-Arm(95 % KI)p-Wert 0,0002 0,0011
Ansprechrate (bei Patienten mit messbarer Erkrankung)b
Cap + Pl (n = 161) Cap + Bevacizumab (n = 325)% der Patienten mit 23,6 35,4objektivem
Ansprechenp-Wert 0,0097
Gesamtüberlebenb
HR (95 % KI) 0,88 (0,69; 1,13)p-Wert (explorativ) 0,33a 1 000 mg/m2 oral zweimal täglich über 14 Tage alle 3 Wochen.b Die stratifizierte Analyse berücksichtigte alle Ereignisse (Progression und Tod) mit Ausnahmederjenigen, bei denen vor der dokumentierten Progression eine nicht im Protokoll festgelegte Behandlung(non-protocol therapy, NPT) eingeleitet wurde. Die Daten dieser Patienten wurden zum Zeitpunkt derletzten Tumorbestimmung vor Beginn der NPT zensiert.
Es wurde eine nicht stratifizierte Analyse des progressionsfreien Überlebens durchgeführt (Bewertungdurch den Prüfarzt), in der nicht im Protokoll festgelegte Behandlungen vor Krankheitsprogressionnicht zensiert wurden. Die Ergebnisse dieser Analysen waren den primären Ergebnissen zumprogressionsfreien Überleben sehr ähnlich.
Nicht-kleinzelliges BronchialkarzinomFirst-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms in
Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab zusätzlich zu einer platinhaltigen Chemotherapie inder First-Line-Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom ohne
Plattenepithel-Histologie wurden in den Studien E4599 und BO17704 untersucht. In der Studie E4599wurde mit einer Dosierung von 15 mg/kg Bevacizumab alle 3 Wochen ein Vorteil hinsichtlich des
Gesamtüberlebens gezeigt. In der Studie BO17704 wurde gezeigt, dass beide Bevacizumab-
Dosierungen von 7,5 mg/kg alle 3 Wochen und 15 mg/kg alle 3 Wochen das progressionsfreie
Überleben verlängern und die Response-Rate erhöhen.
E4599Die Studie E4599 war eine multizentrische, offene, randomisierte Studie mit aktiver Kontrolle zur
Prüfung von Bevacizumab in der First-Line-Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem(Stadium IIIB mit malignem Pleuraerguss), metastasiertem oder rezidivierendem nicht-kleinzelligem
Bronchialkarzinom mit nicht vorherrschender Plattenepithel-Histologie.
Die Patienten wurden einer platinhaltigen Chemotherapie (Paclitaxel 200 mg/m2 und Carboplatin
AUC = 6,0, beide als i.v. Infusion [PC] am Tag 1 eines 3-wöchigen Zyklus über bis zu 6 Zyklen) odereiner Therapie aus PC in Kombination mit Bevacizumab in einer Dosierung von 15 mg/kg als i.v.
Infusion am Tag 1 eines 3-wöchigen Zyklus randomisiert zugewiesen. Nach Beendigung von 6 Zyklender Carboplatin/Paclitaxel-Chemotherapie oder vorzeitigem Abbruch der Chemotherapie setzten die
Patienten im Bevacizumab + Carboplatin/Paclitaxel-Studienarm die Bevacizumab-Behandlung als
Monotherapie alle 3 Wochen bis zum Fortschreiten der Erkrankung fort. Insgesamt wurden878 Patienten den beiden Studienarmen zugeteilt.
Während der Studie erhielten 32,2 % (136/422) der Patienten, die das Prüfpräparat erhielten, 7 - 12
Bevacizumab-Anwendungen, und 21,1 % (89/422) erhielten 13 oder mehr Anwendungen.
Der primäre Studienendpunkt war die Überlebensdauer. Die Ergebnisse sind in Tabelle 12 dargestellt.
Tabelle 12. Wirksamkeitsergebnisse der Studie E4599
Arm 1 Arm 2
Carboplatin/Paclitaxel Carboplatin/Paclitaxel+ Bevacizumab15 mg/kg alle 3 Wochen
Anzahl Patienten 444 434
Gesamtüberleben
Median (Monate) 10,3 12,3
Hazard Ratio 0,80 (p = 0,003)95 % KI (0,69; 0,93)
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 4,8 6,4
Hazard Ratio 0,65 (p < 0,0001)95 % KI (0,56; 0,76)
Gesamtansprechrate
Rate (%) 12,9 29,0 (p < 0,0001)
In einer explorativen Analyse war das Ausmaß des Vorteils von Bevacizumab beim Gesamtüberlebenin der Untergruppe der Patienten ohne Adenokarzinom-Histologie weniger ausgeprägt.
BO17704Studie BO17704 war eine randomisierte, doppelblinde Phase III-Studie mit Bevacizumab zusätzlichzu Cisplatin und Gemcitabin gegenüber Placebo, Cisplatin und Gemcitabin bei Patienten mit lokalfortgeschrittenem (Stadium IIIB mit supraklavikulären Lymphknotenmetastasen oder mit malignem
Pleura- oder Perikarderguss), metastasiertem oder rezidivierendem nicht-kleinzelligem
Bronchialkarzinom ohne Plattenepithel-Histologie, die noch keine vorhergehende Chemotherapieerhalten haben. Der primäre Studienendpunkt war das progressionsfreie Überleben. Die sekundären
Studienendpunkte beinhalteten die Dauer des Gesamtüberlebens.
Die Patienten wurden randomisiert einer platinhaltigen Chemotherapie (Cisplatin 80 mg/m2 alsintravenöse Infusion am Tag 1 und Gemcitabin 1 250 mg/m2 als intravenöse Infusion an den Tagen 1und 8 eines 3-wöchigen Zyklus über bis zu 6 Zyklen [CG]) in Kombination mit Placebo oder CG in
Kombination mit Bevacizumab in einer Dosierung von 7,5 mg/kg oder 15 mg/kg als i.v. Infusion am
Tag 1 eines 3-wöchigen Zyklus zugeteilt. In den Studienarmen, die eine Bevacizumab-Behandlungbeinhalteten, konnten die Patienten nach Abschluss der Chemotherapie weiterhin Bevacizumab alle3 Wochen als Monotherapie erhalten bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftretennicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen. Die Studienergebnisse zeigen, dass 94 % (277/296) derauswertbaren Patienten die Bevacizumab-Monotherapie bei Zyklus 7 fortsetzten. Ein großer Teil der
Patienten (ca. 62 %) erhielt nachfolgend verschiedene, nicht-protokollspezifizierte
Antitumortherapien, die einen Einfluss auf die Auswertung des Gesamtüberlebens gehabt habenkönnen.
Die Wirksamkeitsergebnisse werden in Tabelle 13 dargestellt.
Tabelle 13. Wirksamkeitsergebnisse der Studie BO17704
Cisplatin/ Cisplatin/Gemcitabin Cisplatin/Gemcitabin
Gemcitabin + Bevacizumab + Bevacizumab+ Placebo 7,5 mg/kg alle 15 mg/kg alle 3 Wochen3 Wochen
Anzahl Patienten 347 345 351
Progressionsfreies
Überleben
Median (Monate) 6,1 6,7 6,5(p = 0,0026) (p = 0,0301)
Hazard Ratio 0,75 0,82[0,62; 0,91] [0,68; 0,98]
Gesamtansprechratea 20,1 % 34,1 % 30,4 %(p < 0,0001) (p = 0,0023)a Patienten mit messbarer Erkrankung zu Behandlungsbeginn.
Gesamtüberleben
Median (Monate) 13,1 13,6 13,4(p = 0,4203) (p = 0,7613)
Hazard Ratio 0,93 1,03[0,78; 1,11] [0,86; 1,23]
First-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms mit EGFR-aktivierenden Mutationen in Kombination mit Erlotinib
JO25567Bei der Studie JO25567 handelt es sich um eine randomisierte, offene, multizentrische Studie der
Phase II, die in Japan zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab zusätzlich zu
Erlotinib bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinom mit EGFR-aktivierenden Mutationen (Exon 19 Deletion oder Exon 21 L858R Mutation) durchgeführt wurde, diekeine vorherige systemische Behandlung gegen Stadium IIIB/IV oder eine rezidivierende Erkrankungerhalten haben.
Der primäre Endpunkt war progressionsfreies Überleben (PFS) basierend auf einer unabhängigen
Review-Bewertung. Sekundäre Endpunkte umfassten Gesamtüberleben, Ansprechrate,
Krankheitskontrollrate, Ansprechdauer und Sicherheit.
Der EGFR-Mutationsstatus wurde bei jedem Patienten vor dem Screening bestimmt, und154 Patienten wurden randomisiert und erhielten entweder Erlotinib + Bevacizumab (Erlotinib 150 mgtäglich oral + Bevacizumab [15 mg/kg alle drei Wochen als intravenöse Infusion]) oder Erlotinib als
Monotherapie (150 mg täglich oral) bis zur Krankheitsprogression (PD) oder bis zum Auftreten nichtmehr tolerierbarer Nebenwirkungen. Bei nicht fortschreitender Erkrankung führte das Absetzen einer
Komponente der Studienbehandlung im Arm mit Erlotinib + Bevacizumab nicht zum Absetzen deranderen Komponente der Studienbehandlung, wie im Studienprotokoll dargelegt.
Die Wirksamkeitsergebnisse der Studie sind in Tabelle 14 dargestellt.
Tabelle 14. Wirksamkeitsergebnisse der Studie JO25567
Erlotinib Erlotinib + Bevacizumabn = 77# n = 75#
PFS^ (Monate)
Median 9,7 16,0
HR (95 % KI) 0,54 (0,36; 0,79)p-Wert 0,0015
Gesamtansprechrate
Rate (n) 63,6 % (49) 69,3 % (52)p-Wert 0,4951
Gesamtüberleben* (Monate)
Median 47,4 47,0
HR (95 % KI) 0,81 (0,53; 1,23)p-Wert 0,3267# Insgesamt wurden 154 Patienten (ECOG-Performance-Status 0 oder 1) randomisiert. Zwei derrandomisierten Patienten brachen die Studie jedoch ab, bevor sie eine Studienbehandlung erhaltenhatten.
^ Verblindete, unabhängige Bewertung (Primäranalyse wie im Protokoll definiert).
* Exploratorische Analyse: Zum Zeitpunkt des klinischen Stichtags am 31. Oktober 2017 für die finale
OS-Analyse waren ungefähr 59 % der Patienten verstorben.
KI, Konfidenzintervall; HR, Hazard Ratio aus der nicht stratifizierten Cox Regressionsanalyse; NE, nichterreicht.
Fortgeschrittenes und/oder metastasiertes NierenzellkarzinomBevacizumab in Kombination mit Interferon alfa-2a zur First-Line-Behandlung des fortgeschrittenenund/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms (BO17705)
Hierbei handelte es sich um eine randomisierte Doppelblindstudie der Phase III zur Prüfung der
Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in Kombination mit Interferon (IFN)-alfa-2a gegenüber
IFN-alfa-2a allein zur First-Line-Behandlung des fortgeschrittenen und/oder metastasierten
Nierenzellkarzinoms. Die 649 in die Studie randomisierten Patienten (641 Patienten behandelt) hatteneinen Karnofsky-Performance-Status (KPS) von ≥ 70 %, keine ZNS-Metastasen und eineangemessene Organfunktion. Die Patienten wurden hinsichtlich eines primären Nierenzellkarzinomseiner Nephrektomie unterzogen. Bis zum Fortschreiten der Erkrankung wurde Bevacizumab 10 mg/kgalle 2 Wochen gegeben. IFN-alfa-2a wurde bis zu 52 Wochen oder bis zum Fortschreiten der
Erkrankung in einer empfohlenen Startdosis von 9 Mio. I.E. dreimal wöchentlich gegeben, mit der
Möglichkeit einer Dosisreduktion auf 3 Mio. I.E. dreimal wöchentlich in zwei Schritten. Die Patientenwurden nach Land und Motzer-Score stratifiziert. Es konnte gezeigt werden, dass die
Behandlungsarme hinsichtlich der prognostischen Faktoren ausgeglichen waren.
Der primäre Studienendpunkt war das Gesamtüberleben. Die sekundären Studienendpunktebeinhalteten außerdem das progressionsfreie Überleben. Die zusätzliche Gabe von Bevacizumab zu
IFN-alfa-2a erhöhte signifikant das progressionsfreie Überleben und die objektive Tumoransprechrate.
Diese Ergebnisse wurden durch eine unabhängige radiologische Überprüfung bestätigt. Die Erhöhungdes Gesamtüberlebens, d. h. des primären Studienendpunktes, um 2 Monate war jedoch nichtsignifikant (HR = 0,91). Ein Großteil der Patienten (ca. 63 % im IFN + Placebo-Arm; 55 % im
Bevacizumab + IFN-Arm) erhielt nach Studienende ein breites Spektrum nicht-spezifizierter
Tumortherapien, einschließlich zytostatischer Wirkstoffe, die die Bestimmung des Gesamtüberlebensbeeinflusst haben könnten.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 15 dargestellt.
Tabelle 15. Wirksamkeitsergebnisse der Studie BO17705
BO17705
Placebo + IFNa BVb + IFNa
Patientenzahl 322 327
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 5,4 10,2
Hazard Ratio 0,6395 % KI 0,52; 0,75(p-Wert < 0,0001)
Objektive Ansprechrate (%) bei
Patienten mit messbarer Erkrankungn 289 306
Ansprechrate 12,8 % 31,4 %(p-Wert < 0,0001)a Interferon alfa-2a 9 Mio. I.E. 3×/Woche.b Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen.
Gesamtüberleben
Median (Monate) 21,3 23,3
Hazard Ratio 0,9195 % KI 0,76; 1,10(p-Wert = 0,3360)
Ein exploratives multivariates Cox-Regressionsmodell zeigte retroselektiv, dass die folgendenprognostischen Basisfaktoren unabhängig von der Behandlung einen starken Einfluss auf das
Überleben hatten: Geschlecht, Zahl der weißen Blutzellen, Blutplättchenzahl, Gewichtsverlust in den6 Monaten vor Studieneintritt, Zahl der Metastasierungsstellen, Summe des längsten Durchmessersder Zielläsionen, Motzer-Score. Die Neuauswertung unter Berücksichtigung dieser Basisfaktorenergab eine behandlungsbedingte Hazard Ratio von 0,78 (95 % KI [0,63; 0,96], p = 0,0219), wasgleichbedeutend mit einer 22 %igen Risikoreduktion hinsichtlich des Todes für die Patienten im
Bevacizumab + IFN-alfa-2a-Arm im Vergleich zum IFN-alfa-2a-Arm ist.
97 Patienten im IFN-alfa-2a-Arm und 131 Patienten im Bevacizumab-Arm verringerten, wie im
Protokoll vorgegeben, die IFN-alfa-2a-Dosis von 9 Mio. I.E. auf 6 oder 3 Mio. I.E. dreimalwöchentlich. Wie in einer Subgruppen-Analyse gezeigt werden konnte, schien, bezogen auf dasprogressionsfreie Überleben ohne Zwischenfälle im Beobachtungszeitraum, eine Dosisreduktion von
IFN-alfa-2a keinen Einfluss auf die Wirksamkeit der Kombination von Bevacizumab + IFN-alfa-2a zuhaben. Die 131 Patienten im Bevacizumab + IFN-alfa-2a-Arm, die während der Studie die IFN-alfa-2a-Dosis dauerhaft auf 6 oder 3 Mio. I.E. reduzierten, hatten nach 6, 12 und 18 Monaten Raten ohne
Krankheitsprogression von 73 %, 52 % und 21 %, im Vergleich zu 61 %, 43 % und 17 % in dergesamten Patientenpopulation, die Bevacizumab + IFN-alfa-2a erhielt.
AVF2938Hierbei handelte es sich um eine randomisierte Doppelblindstudie der Phase II zur Untersuchung von
Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen mit oder ohne Erlotinib 150 mg täglich bei Patienten mitmetastasiertem, klarzelligem Nierenzellkarzinom. Insgesamt wurden 104 Patienten randomisiert der
Studienbehandlung zugeteilt, davon 53 zu Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen plus Placebo und 51zu Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen plus Erlotinib 150 mg täglich. Die Auswertung des primären
Studienendpunktes zeigte keinen Unterschied zwischen dem Bevacizumab + Placebo- und dem
Bevacizumab + Erlotinib-Arm (medianes progressionsfreies Überleben 8,5 gegenüber 9,9 Monaten).
Sieben Patienten in jedem Studienarm zeigten ein objektives Ansprechen. Die Hinzugabe von
Erlotinib zu Bevacizumab führte nicht zu einer Erhöhung des Gesamtüberlebens (HR = 1,764;p = 0,1789), der Dauer des objektiven Ansprechens (6,7 vs. 9,1 Monaten) oder der Zeit bis zur
Symptomprogression (HR = 1,172; p = 0,5076).
AVF0890Hierbei handelte es sich um eine randomisierte Phase II-Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von
Bevacizumab im Vergleich zu Placebo. Insgesamt 116 Patienten erhielten randomisiert entweder
Bevacizumab 3 mg/kg alle 2 Wochen (n = 39) oder Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen (n = 37)oder Placebo (n = 40). Eine Zwischenauswertung ergab eine signifikante Verlängerung der Zeit biszum Fortschreiten der Erkrankung in der Gruppe mit 10 mg/kg Bevacizumab im Vergleich zur
Placebo-Gruppe (Hazard Ratio = 2,55; p < 0,001). Zwischen den Zeiten bis zum Fortschreiten der
Erkrankung in der Gruppe mit 3 mg/kg Bevacizumab und in der Placebo-Gruppe gab es einengeringfügigen Unterschied von grenzwertiger Signifikanz (Hazard Ratio = 1,26; p = 0,053). Vier
Patienten, von denen alle die 10 mg/kg Bevacizumab-Dosis erhalten hatten, zeigten ein objektives(partielles) Ansprechen. Die objektive Ansprechrate (objective response rate, ORR) nach Gabe der10 mg/kg-Dosis betrug 10 %.
Epitheliales Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom und primäres PeritonealkarzinomPrimärbehandlung des OvarialkarzinomsDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der Primärbehandlung von Patienten mitepithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom wurden in zweiklinischen Studien der Phase III untersucht (GOG-0218 und BO17707). In beiden Studien wurde die
Wirkung der Zugabe von Bevacizumab zu Carboplatin und Paclitaxel mit dem alleinigen
Chemotherapie-Schema verglichen.
GOG-0218Bei der GOG-0218-Studie handelte es sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde,placebokontrollierte, dreiarmige Studie der Phase III zur Untersuchung der Wirkung der Zugabe von
Bevacizumab zu einem zugelassenen Chemotherapie-Schema (Carboplatin und Paclitaxel) bei
Patienten mit fortgeschrittenem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem
Peritonealkarzinom (Stadien IIIB, IIIC und IV gemäß der FIGO-Klassifikation von 1988).
Patienten, die zuvor bereits eine Bevacizumab-Therapie oder eine systemische Ovarialkarzinom-
Behandlung (z. B. Chemotherapie, monoklonale Antikörper-Therapie, Tyrosinkinaseinhibitor-
Therapie oder Hormontherapie) oder eine Strahlentherapie des Abdomens oder des Beckens erhaltenhatten, wurden von der Studienteilnahme ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 1 873 Patienten im gleichen Verhältnis einem der drei folgenden Studienarmerandomisiert zugeteilt:
* CPP-Arm: 5 Zyklen Placebo (im 2. Zyklus begonnen) in Kombination mit Carboplatin (AUC 6)und Paclitaxel (175 mg/m2) über sechs Zyklen, gefolgt von Placebo allein, über eine
Behandlungsdauer von insgesamt bis zu 15 Monaten.
* CPB15-Arm: Fünf Zyklen Bevacizumab (15 mg/kg einmal alle drei Wochen, im 2. Zyklusbegonnen) in Kombination mit Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m2) über 6 Zyklen,gefolgt von Placebo allein, über eine Behandlungsdauer von insgesamt bis zu 15 Monaten.
* CPB15+-Arm: Fünf Zyklen Bevacizumab (15 mg/kg einmal alle drei Wochen, im 2. Zyklusbegonnen) in Kombination mit Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m2) über 6 Zyklen,gefolgt von Bevacizumab (15 mg/kg einmal alle drei Wochen) als Monotherapie, über eine
Behandlungsdauer von insgesamt bis zu 15 Monaten.
Die Mehrzahl der in die Studie eingeschlossenen Patienten waren Weiße (87 % in allen drei Armen);das Alter betrug im Median 60 Jahre im CPP- und CPB15-Arm sowie 59 Jahre im CPB15+-Arm;29 % der Patienten im CPP- bzw. CPB15-Arm und 26 % im CPB15+-Arm waren älter als 65 Jahre.
Insgesamt hatten ca. 50 % der Patienten vor Behandlungsbeginn einen GOG-Performance-Status (PS)von 0, 43 % einen GOG PS von 1 und 7 % einen GOG PS von 2. Die meisten Patienten hatten einepitheliales Ovarialkarzinom (82 % im CPP- und CPB15-Arm, 85 % im CPB15+-Arm), gefolgt voneinem primären Peritonealkarzinom (16 % im CPP-, 15 % im CPB15-, 13 % im CPB15+-Arm) undeinem Eileiterkarzinom (1 % im CPP-, 3 % im CPB15-, 2 % im CPB15+-Arm). Die Mehrzahl der
Patienten hatte eine seröse Adenokarzinom-Histologie (85 % im CPP- und CPB15-Arm, 86 % im
CPB15+-Arm). Insgesamt befanden sich ca. 34 % der Patienten im FIGO-Stadium III, optimal operiert(per Definition mit großem postoperativem Tumorrest), 40 % im FIGO-Stadium III, suboptimaloperiert, und 26 % im FIGO-Stadium IV.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben, basierend auf der Beurteilungradiologischer Aufnahmen oder der CA-125-Spiegel durch den Prüfarzt oder auf symptomatischer
Verschlechterung gemäß Protokoll. Zusätzlich wurden eine zuvor festgelegte Datenanalyse, die übereinen CA-125-Anstieg definierte Progressionsereignisse zensiert, sowie eine unabhängige
Überprüfung des progressionsfreien Überlebens, das anhand radiologischer Aufnahmen bestimmtwurde, durchgeführt.
Der primäre Endpunkt dieser Studie, die Verbesserung des PFS, wurde erreicht. Verglichen mit
Patienten, die in der Primärbehandlung nur Chemotherapie erhielten (Carboplatin und Paclitaxel), kames bei Patienten, die mit Bevacizumab in einer Dosierung von 15 mg/kg einmal alle 3 Wochen in
Kombination mit Chemotherapie und danach als Monotherapie behandelt wurden (CPB15+), zu einerklinisch bedeutsamen und statistisch signifikanten Verbesserung des progressionsfreien Überlebens.
Bei Patienten, die Bevacizumab nur in Kombination mit Chemotherapie erhielten und die Behandlungdann nicht als Monotherapie fortsetzten (CPB15), wurde keine klinisch bedeutsame Verbesserung desprogressionsfreien Überlebens beobachtet.
Die Ergebnisse dieser Studie sind in Tabelle 16 zusammengefasst.
Tabelle 16. Wirksamkeitsergebnisse aus der Studie GOG-0218
Progressionsfreies Überleben1
CPP CPB15 CPB15+(n = 625) (n = 625) (n = 623)
Medianes PFS (Monate) 10,6 11,6 14,7
Hazard Ratio (95 % KI)2 0,89 0,70(0,78; 1,02) (0,61; 0,81)p-Wert3, 4 0,0437 < 0,0001
Objektive Ansprechrate5
CPP CPB15 CPB15+(n = 396) (n = 393) (n = 403)% Patienten mit objektivem 63,4 66,2 66,0
Ansprechenp-Wert 0,2341 0,2041
Gesamtüberleben6
CPP CPB15 CPB15+(n = 625) (n = 625) (n = 623)
Medianes OS (Monate) 40,6 38,8 43,8
Hazard Ratio (95 % KI)2 1,07 0,88(0,91; 1,25) (0,75; 1,04)p-Wert3 0,2197 0,06411 PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt, wie im GOG-Prüfplan festgelegt (nicht zensierthinsichtlich CA-125-Progression und einer nicht im Protokoll festgelegten Behandlung [non-protocoltherapy; NPT] vor Krankheitsprogression), mit Stichtag 25. Februar 2010.2 Relativ zum Kontrollarm; Hazard Ratio stratifiziert.3 Einseitiger Logrank-p-Wert.4 Entsprechend einem p-Wert-Grenzwert von 0,0116.5 Patienten mit messbarer Erkrankung bei Behandlungsbeginn.6 Endauswertung des Gesamtüberlebens, die durchgeführt wurde, nachdem 46,9 % der Patienten verstorbenwaren.
Die zuvor festgelegten PFS-Analysen wurden mit Stichtag 29. September 2009 durchgeführt. Die
Ergebnisse sind wie folgt:
* Die im Prüfplan zuvor festgelegte Analyse des vom Prüfarzt bewerteten PFS (nicht zensierthinsichtlich CA-125-Progression oder einer nicht im Protokoll festgelegten Behandlung [non-protocol therapy; NPT]) ergibt beim Vergleich von CPB15+ mit CPP eine stratifizierte Hazard
Ratio von 0,71 (95 % KI: 0,61 - 0,83; einseitiger Logrank p-Wert < 0,0001) mit einemmedianen PFS von 10,4 Monaten im CPP-Arm und 14,1 Monaten im CPB15+-Arm.
* Die Primäranalyse des vom Prüfarzt bewerteten PFS (zensiert hinsichtlich CA-125-Progressionund NPT) ergibt beim Vergleich von CPB15+ mit CPP eine stratifizierte Hazard Ratio von 0,62(95 % KI: 0,52 - 0,75; einseitiger Logrank p-Wert < 0,0001) mit einem medianen PFS von12,0 Monaten im CPP-Arm und 18,2 Monaten im CPB15+-Arm.
* Die Analyse des vom unabhängigen Review-Komitee bewerteten PFS (zensiert hinsichtlich
NPT) ergibt beim Vergleich von CPB15+ mit CPP eine stratifizierte Hazard Ratio von 0,62(95 % KI: 0,50 - 0,77; einseitiger Logrank-p-Wert < 0,0001) mit einem medianen PFS von13,1 Monaten im CPP-Arm und 19,1 Monaten im CPB15+-Arm.
Die PFS-Subgruppenanalyse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest ist in Tabelle 17zusammengefasst. Die Ergebnisse zeigen die Robustheit der in Tabelle 16 dargestellten PFS-Analyse.
Tabelle 17. PFS1-Ergebnisse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest der
Studie GOG-0218
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium III, optimal operiert2, 3
CPP CPB15 CPB15+(n = 219) (n = 204) (n = 216)
Medianes PFS (Monate) 12,4 14,3 17,5
Hazard Ratio (95 % KI)4 0,81 0,66(0,62; 1,05) (0,50; 0,86)
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium III, suboptimal operiert3
CPP CPB15 CPB15+(n = 253) (n = 256) (n = 242)
Medianes PFS (Monate) 10,1 10,9 13,9
Hazard Ratio (95 % KI)4 0,93 0,78(0,77; 1,14) (0,63; 0,96)
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium IV
CPP CPB15 CPB15+(n = 153) (n = 165) (n = 165)
Medianes PFS (Monate) 9,5 10,4 12,8
Hazard Ratio (95 % KI)4 0,90 0,64(0,70; 1,16) (0,49; 0,82)1 PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt, wie im GOG-Prüfplan festgelegt (nicht zensierthinsichtlich CA-125-Progression und einer nicht im Protokoll festgelegten Behandlung [non-protocoltherapy; NPT] vor Krankheitsprogression), mit Stichtag 25. Februar 2010.2 Per Definition mit großem postoperativem Tumorrest.3 3,7 % aller randomisierten Patienten befanden sich im FIGO-Stadium IIIB.4 Relativ zum Kontrollarm.
BO17707 (ICON7)Bei der Studie BO17707 handelte es sich um eine zweiarmige, multizentrische, randomisierte,kontrollierte, offene Studie der Phase III, in der die Wirkung der Zugabe von Bevacizumab zu
Carboplatin plus Paclitaxel bei Patienten mit epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oderprimärem Peritonealkarzinom im FIGO-Stadium I oder IIA (Grad 3 oder nur Klarzell-Histologie;n = 142) oder FIGO-Stadium IIB - IV (alle Grade und histologische Typen, n = 1 386) nach einer
Operation untersucht wurde (NCI-CTCAE v.3). In dieser Studie wurde die FIGO-Klassifikation von1988 verwendet.
Patienten, die zuvor bereits eine Bevacizumab-Therapie oder eine systemische Ovarialkarzinom-
Behandlung (z. B. Chemotherapie, monoklonale Antikörper-Therapie, Tyrosinkinaseinhibitor-
Therapie oder Hormontherapie) oder eine Strahlentherapie des Abdomens oder des Beckens erhaltenhatten, wurden von der Studienteilnahme ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 1 528 Patienten im Verhältnis 1:1 einem der zwei folgenden Studienarmerandomisiert zugeteilt:
* CP-Arm: Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m2) über sechs 3-wöchige Zyklen.
* CPB7,5+-Arm: Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m2) über sechs 3-wöchige Zyklenplus Bevacizumab (7,5 mg/kg einmal alle drei Wochen) bis zu 12 Monate (Bevacizumab wurdeim zweiten Chemotherapie-Zyklus begonnen, wenn die Behandlung innerhalb von 4 Wochennach einer Operation begonnen wurde, oder im 1. Zyklus, wenn die Behandlung später als4 Wochen nach einer Operation begonnen wurde).
Die Mehrzahl der in die Studie eingeschlossenen Patienten waren Weiße (96 %); das Alter betrug inbeiden Behandlungsarmen im Median 57 Jahre; 25 % der Patienten in jedem Behandlungsarm waren65 Jahre oder älter. Ca. 50 % der Patienten hatten einen ECOG-Performance-Status (PS) von 1, und7 % der Patienten in jedem Behandlungsarm hatten einen ECOG-PS von 2. Die Mehrzahl der
Patienten hatte ein epitheliales Ovarialkarzinom (87,7 %), gefolgt von einem primären
Peritonealkarzinom (6,9 %) und einem Eileiterkarzinom (3,7 %), oder eine Mischung dieser drei
Typen (1,7 %). Die meisten Patienten befanden sich im FIGO-Stadium III (68 % in beiden
Behandlungsarmen), gefolgt von 13 % bzw. 14 % im FIGO-Stadium IV, 10 % bzw. 11 % im FIGO-
Stadium II und 9 % bzw. 7 % im FIGO-Stadium I. Die Mehrzahl der Patienten in jedem
Behandlungsarm (74 % bzw. 71 %) hatte schlecht differenzierte (Grad 3) Primärtumore vor
Behandlungsbeginn. Die Inzidenz jedes histologischen Subtyps des epithelialen Ovarialkarzinoms warin den Behandlungsarmen vergleichbar; 69 % der Patienten in jedem Behandlungsarm hatten eineseröse Adenokarzinom-Histologie.
Der primäre Endpunkt war das PFS, das durch den Prüfarzt nach RECIST beurteilt wurde.
Der primäre Endpunkt dieser Studie, die Verbesserung des PFS, wurde erreicht. Verglichen mit
Patienten, die in der Primärbehandlung nur Chemotherapie erhielten (Carboplatin und Paclitaxel), kames bei Patienten, die mit Bevacizumab in einer Dosierung von 7,5 mg/kg einmal alle drei Wochen in
Kombination mit Chemotherapie und im weiteren Verlauf mit Bevacizumab über eine Dauer von biszu 18 Zyklen behandelt wurden, zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des progressionsfreien
Überlebens.
Die Ergebnisse dieser Studie sind in Tabelle 18 zusammengefasst.
Tabelle 18. Wirksamkeitsergebnisse der Studie BO17707 (ICON7)
Progressionsfreies Überleben
CP CPB7,5+(n = 764) (n = 764)
Medianes PFS (Monate)2 16,9 19,3
Hazard Ratio (95 % KI)2 0,86 [0,75; 0,98](p-Wert = 0,0185)
Objektive Ansprechrate1
CP CPB7,5+(n = 277) (n = 272)
Ansprechrate (%) 54,9 % 64,7 %(p-Wert = 0,0188)
Gesamtüberleben3
CP CPB7,5+(n = 764) (n = 764)
Median (Monate) 58,0 57,4
Hazard Ratio (95 % KI) 0,99 [0,85; 1,15](p-Wert = 0,8910)1 Bei Patienten mit messbarer Erkrankung bei Behandlungsbeginn.2 PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt, mit Stichtag 30. November 2010.3 Finale Analyse des Gesamtüberlebens durchgeführt, nachdem 46,7 % der Patienten verstorben waren, mit
Stichtag 31. März 2013.
Die Primäranalyse des vom Prüfarzt bewerteten PFS zum Stichtag 28. Februar 2010 zeigt eine nichtstratifizierte Hazard Ratio von 0,79 (95 % KI: 0,68 - 0,91; zweiseitiger Logrank p-Wert = 0,0010) miteinem medianen PFS von 16,0 Monaten im CP-Arm und 18,3 Monaten im CPB7,5+-Arm.
Die PFS-Subgruppenanalyse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest ist in Tabelle 19zusammengefasst. Die Ergebnisse zeigen die Robustheit der in Tabelle 18 dargestellten primären PFS-
Analyse.
Tabelle 19. PFS1-Ergebnisse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest der
Studie BO17707 (ICON7)
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium III, optimal operiert2, 3
CP CPB7,5+(n = 368) (n = 383)
Medianes PFS (Monate) 17,7 19,3
Hazard Ratio (95 % KI)4 0,89(0,74; 1,07)
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium III, suboptimal operiert3
CP CPB7,5+(n = 154) (n = 140)
Medianes PFS (Monate) 10,1 16,9
Hazard Ratio (95 % KI)4 0,67(0,52; 0,87)
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium IV
CP CPB7,5+(n = 97) (n = 104)
Medianes PFS (Monate) 10,1 13,5
Hazard Ratio (95 % KI)4 0,74(0,55; 1,01)1 PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt, mit Stichtag 30. November 2010.2 Per Definition mit oder ohne großen postoperativen Tumorrest.3 5,8 % aller randomisierten Patienten befanden sich im FIGO-Stadium IIIB.4 Relativ zum Kontrollarm.
Rezidivierendes OvarialkarzinomDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der Behandlung des Rezidivs eines epithelialen
Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms wurden in drei Studien der
Phase III (AVF4095g, MO22224 und GOG-0213) mit unterschiedlichen Patientenpopulationen undverschiedenen Chemotherapien untersucht.
* In der Studie AVF4095g wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in
Kombination mit Carboplatin und Gemcitabin, gefolgt von Bevacizumab als Monotherapie bei
Patienten mit platinsensitivem Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinomsoder primären Peritonealkarzinoms, evaluiert.
* In der Studie GOG-0213 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in
Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel, gefolgt von Bevacizumab als Monotherapie bei
Patienten mit platinsensitivem Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinomsoder primären Peritonealkarzinoms, evaluiert.
* In der Studie MO22224 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in
Kombination mit Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertem liposomalen Doxorubicin bei
Patienten mit platinresistentem Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinomsoder primären Peritonealkarzinoms evaluiert.
AVF4095gDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der Behandlung von Patienten mitrezidivierendem platinsensitivem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem
Peritonealkarzinom, die zuvor noch keine Chemotherapie im rezidivierten Krankheitsstadium odernoch keine Bevacizumab-Therapie erhalten hatten, wurden in einer randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Phase III-Studie untersucht (AVF4095g). In dieser Studie wurde die Wirkungder Zugabe von Bevacizumab zu Carboplatin und Gemcitabin mit nachfolgender kontinuierlicher
Bevacizumab-Monotherapie bis zur Progression mit Carboplatin und Gemcitabin alleine verglichen.
In die Studie wurden ausschließlich Patienten mit histologisch dokumentiertem Ovarialkarzinom,
Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom eingeschlossen, deren Rezidiv frühestens6 Monate nach einer platinhaltigen Chemotherapie aufgetreten war, die noch keine Chemotherapie imrezidivierten Krankheitsstadium erhalten hatten und die zuvor noch nicht mit Bevacizumab oderanderen VEGF-Inhibitoren bzw. auf den VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen behandelt wordenwaren.
Insgesamt wurden 484 Patienten mit messbarer Erkrankung im Verhältnis 1:1 einem der zweifolgenden Studienarme randomisiert zugeteilt:
* Carboplatin (AUC 4, Tag 1) und Gemcitabin (1 000 mg/m2 an den Tagen 1 und 8), kombiniertmit Placebo alle 3 Wochen über 6 und bis zu 10 Zyklen, mit nachfolgender alleiniger Placebo-
Behandlung alle 3 Wochen bis zur Krankheitsprogression oder nicht-tolerierbaren
Nebenwirkungen.
* Carboplatin (AUC 4, Tag 1) und Gemcitabin (1 000 mg/m2 an den Tagen 1 und 8), kombiniertmit Bevacizumab (15 mg/kg, Tag 1) alle 3 Wochen über 6 und bis zu 10 Zyklen, mitnachfolgender alleiniger Bevacizumab-Behandlung (15 mg/kg alle 3 Wochen) bis zur
Krankheitsprogression oder bis zu nicht-tolerierbaren Nebenwirkungen.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben, das durch den Prüfarzt nach denmodifizierten RECIST-1.0-Kriterien beurteilt wurde. Zusätzliche Endpunkte umfassten das objektive
Ansprechen, die Dauer des Ansprechens, das Gesamtüberleben und die Sicherheit der Behandlung.
Ebenso wurde eine unabhängige Überprüfung des primären Endpunktes durchgeführt.
Die Studienergebnisse sind in Tabelle 20 zusammengefasst.
Tabelle 20. Wirksamkeitsergebnisse der Studie AVF4095g
Progressionsfreies Überleben (PFS)
Bewertung durch den Prüfarzt Bewertung durch das unabhängige
Review-Komitee (IRC)
Placebo + C/G Bevacizumab + Placebo + C/G Bevacizumab +(n = 242) C/G (n = 242) C/G(n = 242) (n = 242)
Nicht zensiert bezüglich
NPT
Medianes PFS 8,4 12,4 8,6 12,3(Monate)
Hazard Ratio 0,524 [0,425; 0,645] 0,480 [0,377; 0,613](95 % KI)p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Zensiert bezüglich NPT
Medianes PFS 8,4 12,4 8,6 12,3(Monate)
Hazard Ratio 0,484 [0,388; 0,605] 0,451 [0,351; 0,580](95 % KI)p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Objektive Ansprechrate
Bewertung durch den Prüfarzt Bewertung durch das unabhängige
Review-Komitee (IRC)
Placebo + C/G Bevacizumab + Placebo + C/G Bevacizumab +(n = 242) C/G (n = 242) C/G(n = 242) (n = 242)% Patienten mit 57,4 % 78,5 % 53,7 % 74,8 %objektivem
Ansprechenp-Wert < 0,0001 < 0,0001
Gesamtüberleben (OS)
Placebo + C/G Bevacizumab + C/G(n = 242) (n = 242)
Medianes OS 32,9 33,6(Monate)
Hazard Ratio 0,952 [0,771; 1,176](95 % KI)p-Wert 0,6479
Die Subgruppenanalyse des PFS in Abhängigkeit vom Auftreten des Rezidivs nach der letzten
Platintherapie ist in Tabelle 21 zusammengefasst.
Tabelle 21. Progressionsfreies Überleben in Abhängigkeit vom Zeitraum von der letzten
Platintherapie bis zum Rezidiv
Bewertung durch den Prüfarzt
Zeit von der letzten Placebo + C/G Bevacizumab + C/G
Platintherapie bis zum Rezidiv (n = 242) (n = 242)6 - 12 Monate (n = 202)
Median 8,0 11,9
Hazard Ratio (95 % KI) 0,41 (0,29 - 0,58)> 12 Monate (n = 282)
Median 9,7 12,4
Hazard Ratio (95 % KI) 0,55 (0,41 - 0,73)
GOG-0213In der Studie GOG-0213, einer randomisierten, kontrollierten, offenen Phase III-Studie, wurden die
Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab bei der Behandlung von Patienten mit platinsensitivem
Rezidiv des epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, diebisher noch keine Chemotherapie im rezidivierten Krankheitsstadium erhalten hatten, untersucht. Einevorangehende antiangiogene Therapie stellte jedoch kein Ausschlusskriterium dar. In dieser Studiewurde die Wirkung der Zugabe von Bevacizumab zu Carboplatin + Paclitaxel sowie die Fortführungder Behandlung mit Bevacizumab als Monotherapie bis zum Auftreten einer Krankheitsprogressionoder nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen im Vergleich zu Carboplatin + Paclitaxel alleinuntersucht.
Insgesamt 673 Patienten wurden den folgenden beiden Behandlungsarmen per Randomisierung ingleichem Verhältnis zugeordnet:
* CP-Arm: Carboplatin (AUC5) und Paclitaxel (175 mg/m2 i.v.) alle 3 Wochen über 6 und bis zu8 Zyklen.
* CPB-Arm: Carboplatin (AUC5) und Paclitaxel (175 mg/m2 i.v.) in Kombination mit
Bevacizumab (15 mg/kg) alle 3 Wochen über 6 und bis zu 8 Zyklen, gefolgt von Bevacizumab(15 mg/kg alle 3 Wochen) allein bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder nicht mehrtolerierbarer Nebenwirkungen.
In beiden Armen waren die meisten Patienten Weiße, im CP-Arm (80,4 %) und im CPB-Arm(78,9 %). Das Durchschnittsalter lag bei 60,0 Jahren im CP-Arm und 59,0 Jahren im CPB-Arm. Der
Großteil der Patienten (CP: 64,6 %; CPB: 68,8 %) befand sich in der Altersklasse der < 65-Jährigen.
Zu Behandlungsbeginn hatten die meisten Patienten aus beiden Behandlungsarmen einen GOG PSvon 0 (CP: 82,4 %; CPB: 80,7 %) oder 1 (CP: 16,7 %; CPB: 18,1 %). Ein GOG PS von 2 zu
Behandlungsbeginn wurde bei 0,9 % der Patienten aus dem CP-Arm und 1,2 % der Patienten aus dem
CPB-Arm berichtet.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Der wichtigste sekundäre
Wirksamkeitsendpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS). Die Ergebnisse sind in Tabelle 22dargestellt.
Tabelle 22. Wirksamkeitsergebnisse1, 2 der Studie GOG-0213
Primärer Endpunkt
Gesamtüberleben (OS) CP CPB(n = 336) (n = 337)
Medianes OS (Monate) 37,3 42,6
Hazard Ratio (95 % KI) (eCRF)a 0,823 [KI: 0,680; 0,996]p-Wert 0,0447
Hazard Ratio (95 % KI) 0,838 [KI: 0,693; 1,014](Registrierungsformular)bp-Wert 0,0683
Sekundärer Endpunkt
CP CPB
Progressionsfreies Überleben (PFS)(n = 336) (n = 337)
Medianes PFS (Monate) 10,2 13,8
Hazard Ratio (95 % KI) 0,613 [KI: 0,521; 0,721]p-Wert < 0,00011 Finale Analyse.2 Tumorbeurteilung und Bewertung des Ansprechens wurden von den Prüfärzten anhand der
GOG-RECIST-Kriterien (Revidierte RECIST-Leitlinie [Version 1.1] Eur J Cancer. 2009; 45: 228Y247)durchgeführt.
a Die Schätzung der Hazard Ratio erfolgte gemäß Cox Proportional Hazards-Modell, stratifiziert nach
Dauer des platinfreien Intervalls vor der Aufnahme in die Studie gemäß eCRF (= electronic case reportform) und sekundärem chirurgischem Debulking-Status Ja/Nein (Ja = randomisiert für eine Zytoreduktionoder randomisiert für keine Zytoreduktion; Nein = kein Kandidat für oder keine Einwilligung zu einer
Zytoreduktion).b Stratifiziert nach Dauer des behandlungsfreien Intervalls vor Aufnahme in diese Studie anhand des
Registrierungsformulars und sekundären chirurgischen Debulking-Status Ja/Nein.
Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt einer Verlängerung des OS. Die Therapie mit
Bevacizumab 15 mg/kg alle 3 Wochen in Kombination mit Chemotherapie (Carboplatin und
Paclitaxel) für 6 bis zu 8 Zyklen, gefolgt von Bevacizumab bis zum Auftreten einer
Krankheitsprogression oder nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen, führte, gemäß den Daten ausdem eCRF und dem Vergleich mit einer Behandlung mit Carboplatin und Paclitaxel allein, zu einerklinisch bedeutsamen und statistisch signifikanten Verbesserung des OS.
MO22224In der Studie MO22224 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombinationmit Chemotherapie bei Patienten mit platinresistentem Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms,
Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms evaluiert. Diese Studie wurde als offene,randomisierte, zweiarmige Studie der Phase III zur Bewertung von Bevacizumab plus Chemotherapie(CT + BV) im Vergleich zu Chemotherapie allein (CT) ausgelegt.
Insgesamt wurden 361 Patienten in die Studie aufgenommen und erhielten entweder Chemotherapie(Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertes liposomales Doxorubicin [PLD]) allein oder in Kombinationmit Bevacizumab:
* CT-Arm (Chemotherapie allein):
* Paclitaxel 80 mg/m2 als i.v. Infusion über 1 Stunde an den Tagen 1, 8, 15 und 22 alle4 Wochen.
* Topotecan 4 mg/m2 als i.v. Infusion über 30 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 alle4 Wochen. Alternativ konnte eine 1,25 mg/m2-Dosis über 30 Minuten an den Tagen 1 - 5alle 3 Wochen verabreicht werden.
* PLD 40 mg/m2 als i.v. Infusion 1 mg/min an Tag 1 nur alle 4 Wochen. Nach Zyklus1 konnte das Arzneimittel als Infusion über 1 Stunde gegeben werden.
* CT + BV-Arm (Chemotherapie plus Bevacizumab):
* Die ausgewählte Chemotherapie wurde kombiniert mit Bevacizumab 10 mg/kg i.v. alle2 Wochen (oder Bevacizumab 15 mg/kg alle 3 Wochen, wenn in Kombination mit
Topotecan 1,25 mg/m2 an den Tagen 1 - 5 alle 3 Wochen).
Geeignete Patienten hatten ein epitheliales Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres
Peritonealkarzinom, bei denen es innerhalb von < 6 Monaten nach der vorherigen Platintherapie,bestehend aus mindestens 4 Platintherapiezyklen, zu einer Progression gekommen ist. Patientensollten eine Lebenserwartung von ≥ 12 Wochen gehabt haben und keine vorherige Strahlentherapiedes Beckens oder Abdomens. Die meisten Patienten waren FIGO-Stadium IIIC oder Stadium IV. Die
Mehrheit der Patienten hatte in beiden Armen einen ECOG-Performance-Status (PS) von 0 (CT:
56,4 % vs. CT + BV: 61,2 %). Der prozentuale Anteil der Patienten mit ECOG-PS von 1 bzw. ≥ 2 war38,7 % bzw. 5,0 % im CT-Arm und 29,8 % bzw. 9,0 % im CT + BV-Arm. Informationen zurethnischen Gruppe liegen für 29,3 % der Patienten vor, und fast alle Patienten waren Weiße. Das
Durchschnittsalter der Patienten war 61,0 (Bereich: 25 - 84) Jahre. Insgesamt 16 Patienten (4,4 %)waren > 75 Jahre alt. Die Gesamtraten von Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen waren8,8 % im CT-Arm und 43,6 % im CT + BV-Arm (meist aufgrund von Grad 2 - 3 Nebenwirkungen),und die mittlere Zeit bis zum Abbruch im CT + BV-Arm war 5,2 Monate verglichen mit 2,4 Monatenim CT-Arm. Die Abbruchraten aufgrund von Nebenwirkungen in der Subgruppe der Patienten> 65 Jahre waren 8,8 % im CT-Arm und 50,0 % im CT + BV-Arm. Die HR für PFS war 0,47(95 % KI: 0,35; 0,62) bzw. 0,45 (95 % KI: 0,31; 0,67) für die Subgruppe < 65 bzw. ≥ 65.
Der primäre Endpunkt war progressionsfreies Überleben, sekundäre Endpunkte schlossen objektive
Ansprechrate und Gesamtüberleben ein. Die Ergebnisse sind in Tabelle 23 dargestellt.
Tabelle 23. Wirksamkeitsergebnisse aus der Studie MO22224
Primärer Endpunkt
Progressionsfreies Überleben*
CT CT + BV(n = 182) (n = 179)
Median (Monate) 3,4 6,7
Hazard Ratio (95 % KI) 0,379 [0,296; 0,485]p-Wert < 0,0001
Sekundäre Endpunkte
Objektive Ansprechrate**
CT CT + BV(n = 144) (n = 142)
Patienten mit objektivem Ansprechen 18 (12,5 %) 40 (28,2 %)p-Wert 0,0007
Gesamtüberleben (OS) (finale Analyse)***
CT CT + BV(n = 182) (n = 179)
Medianes OS (Monate) 13,3 16,6
Hazard Ratio (95 % KI) 0,870 [0,678; 1,116]p-Wert 0,2711
Bei allen in dieser Tabelle aufgeführten Analysen handelt es sich um stratifizierte Analysen.
* Die Primäranalyse wurde mit Stichtag 14. November 2011 durchgeführt.
** Randomisierte Patienten mit messbarer Erkrankung zu Behandlungsbeginn.
*** Die finale Analyse des Gesamtüberlebens wurde durchgeführt, nachdem 266 Todesfälle, was 73,7 % dereingeschlossenen Patienten entspricht, beobachtet wurden.
Der primäre Endpunkt dieser Studie, die Verbesserung des PFS, wurde erreicht. Patienten mitplatinresistentem Rezidiv, die Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhalten haben, hatteneine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zu
Patienten, die mit Chemotherapie allein (Paclitaxel, Topotecan oder PLD) behandelt wurden. Patientenerhielten Bevacizumab in einer Dosis von 10 mg/kg alle 2 Wochen (oder 15 mg/kg alle 3 Wochen,wenn in Kombination mit 1,25 mg/m2 Topotecan an den Tagen 1 - 5 alle 3 Wochen) in Kombinationmit Chemotherapie und weiter bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten nicht mehrtolerierbarer Nebenwirkungen. Die exploratorischen PFS- und OS-Analysen sind nach
Chemotherapiekohorten (Paclitaxel, Topotecan und PLD) in Tabelle 24 zusammengefasst.
Tabelle 24. Exploratorische PFS- und OS-Analysen nach Chemotherapiekohorte
CT CT + BV
Paclitaxel n = 115
Medianes PFS (Monate) 3,9 9,2
Hazard Ratio (95 % KI) 0,47 [0,31; 0,72]
Medianes OS (Monate) 13,2 22,4
Hazard Ratio (95 % KI) 0,64 [0,41; 0,99]
Topotecan n = 120
Medianes PFS (Monate) 2,1 6,2
Hazard Ratio (95 % KI) 0,28 [0,18; 0,44]
Medianes OS (Monate) 13,3 13,8
Hazard Ratio (95 % KI) 1,07 [0,70; 1,63]
PLD n = 126
Medianes PFS (Monate) 3,5 5,1
Hazard Ratio (95 % KI) 0,53 [0,36; 0,77]
Medianes OS (Monate) 14,1 13,7
Hazard Ratio (95 % KI) 0,91 [0,61; 1,35]
ZervixkarzinomGOG-0240Die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie (Paclitaxel und
Cisplatin oder Paclitaxel und Topotecan) bei der Behandlung von Patienten mit persistierendem,rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom wurde aus der Studie GOG-0240, einerrandomisierten, vierarmigen, offenen, multizentrischen Phase III-Studie, evaluiert.
Insgesamt wurden 452 Patienten randomisiert und erhielten entweder:
* Paclitaxel 135 mg/m2 i.v. über 24 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m2 i.v. an Tag 2, alle3 Wochen; oder
Paclitaxel 175 mg/m2 i.v. über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m2 i.v. an Tag 2 alle3 Wochen; oder
Paclitaxel 175 mg/m2 i.v. über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m2 i.v. an Tag 1 alle3 Wochen
* Paclitaxel 135 mg/m2 i.v. über 24 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m2 i.v. an Tag 2 plus
Bevacizumab 15 mg/kg i.v. an Tag 2 alle 3 Wochen; oder
Paclitaxel 175 mg/m2 i.v. über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m2 i.v. an Tag 2 plus
Bevacizumab 15 mg/kg i.v. an Tag 2 alle 3 Wochen; oder
Paclitaxel 175 mg/m2 i.v. über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m2 i.v. an Tag 1 plus
Bevacizumab 15 mg/kg i.v. an Tag 1 alle 3 Wochen
* Paclitaxel 175 mg/m2 i.v. über 3 Stunden an Tag 1 und Topotecan 0,75 mg/m2 i.v. über30 Minuten an den Tagen 1 - 3 alle 3 Wochen
* Paclitaxel 175 mg/m2 i.v. über 3 Stunden an Tag 1 und Topotecan 0,75 mg/m2 i.v. über30 Minuten an den Tagen 1 - 3 plus Bevacizumab 15 mg/kg i.v. an Tag 1 alle 3 Wochen
Geeignete Patienten hatten ein persistierendes, rezidivierendes oder metastasiertes
Plattenepithelkarzinom, ein adenosquamöses Karzinom oder ein Adenokarzinom des
Gebärmutterhalses, das nicht durch eine kurative Operation und/oder Strahlentherapie behandelbarwar. Die Patienten hatten zuvor noch keine Behandlung mit Bevacizumab oder mit anderen VEGF-
Inhibitoren bzw. auf den VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen erhalten.
Das Durchschnittsalter betrug 46,0 Jahre (zwischen 20 und 83 Jahren) in der mit Chemotherapie alleinbehandelten Gruppe und 48,0 Jahre (zwischen 22 und 85 Jahren) in der mit Chemotherapie plus
Bevacizumab behandelten Gruppe; dabei waren 9,3 % der Patienten in der mit Chemotherapie alleinbehandelten Gruppe und 7,5 % der Patienten in der mit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelten
Gruppe älter als 65 Jahre.
Von den zu Studienbeginn randomisierten 452 Patienten war die Mehrzahl weiß (80,0 % in der mit
Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 75,3 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumabbehandelten Gruppe), hatte ein Plattenepithelkarzinom (67,1 % in der mit Chemotherapie alleinbehandelten Gruppe und 69,6 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelten Gruppe),eine persistierende/rezidivierende Erkrankung (83,6 % in der mit Chemotherapie allein behandelten
Gruppe und 82,8 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelten Gruppe), an 1 - 2 Stellen
Metastasen (72,0 % in der mit Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 76,2 % in der mit
Chemotherapie plus Bevacizumab behandelten Gruppe), eine Lymphknotenbeteiligung (50,2 % in dermit Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 56,4 % in der mit Chemotherapie plus
Bevacizumab behandelten Gruppe) und ein platinfreies Intervall ≥ 6 Monate (72,5 % in der mit
Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 64,4 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumabbehandelten Gruppe).
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkteumfassten progressionsfreies Überleben und die objektive Ansprechrate. Die Ergebnisse der
Primäranalyse und der Nachfolgeanalyse sind aufgeteilt nach Bevacizumab-Behandlung und
Studienbehandlung in Tabelle 25 bzw. Tabelle 26 dargestellt.
Tabelle 25. Wirksamkeitsergebnisse der Studie GOG-0240 nach Bevacizumab-Behandlung
Chemotherapie Chemotherapie +(n = 225) Bevacizumab(n = 227)
Primärer Endpunkt
Gesamtüberleben - Primäranalyse6
Median (Monate)1 12,9 16,8
Hazard Ratio [95 % KI] 0,74 [0,58; 0,94](p-Wert5 = 0,0132)
Gesamtüberleben - Nachfolgeanalyse7
Median (Monate)1 13,3 16,8
Hazard Ratio [95 % KI] 0,76 [0,62; 0,94](p-Wert5, 8 = 0,0126)
Sekundäre Endpunkte
Progressionsfreies Überleben - Primäranalyse6
Medianes PFS (Monate)1 6,0 8,3
Hazard Ratio [95 % KI] 0,66 [0,54; 0,81](p-Wert5 < 0,0001)
Bestes Gesamtansprechen - Primäranalyse6
Responder (Ansprechrate2) 76 (33,8 %) 103 (45,4 %)95 % KI für Ansprechraten3 [27,6 %; 40,4 %] [38,8 %; 52,1 %]
Unterschied in Ansprechraten 11,60 %95 % KI für Unterschied in [2,4 %; 20,8 %]
Ansprechraten4p-Wert (Chi-Quadrat-Test) 0,01171 Kaplan-Meier-Schätzungen.2 Patienten und Prozentsatz von Patienten mit bestem Gesamtansprechen auf der Basis eines bestätigten CRoder PR; Prozentsatz berechnet auf Patienten mit messbarer Erkrankung bei Behandlungsbeginn.3 95 % KI für eine Einstichproben-Binominalvariable unter Anwendung der Pearson-Clopper-Methode.4 Approximatives 95 % KI für Differenz zweier Ansprechraten unter Anwendung der Hauck-Anderson-
Methode.5 Log-Rank-Test (stratifiziert).6 Die Primäranalyse wurde mit Stichtag 12. Dezember 2012 durchgeführt und wird als finale Analysebetrachtet.7 Die Nachfolgeanalyse wurde mit Stichtag 7. März 2014 durchgeführt.8 Die p-Werte sind nur zu erläuternden Zwecken ausgewiesen.
Tabelle 26. Ergebnisse zum Gesamtüberleben aus der Studie GOG-0240 nach
Studienbehandlung
Behandlungs- Andere Faktoren Gesamtüberleben - Gesamtüberleben -vergleich Primäranalyse1 Nachfolgeanalyse2
Hazard Ratio (95 % KI) Hazard Ratio (95 % KI)
Bevacizumab vs. Cisplatin + 0,72 (0,51; 1,02) 0,75 (0,55; 1,01)kein Bevacizumab Paclitaxel (17,5 vs. 14,3 Monate; (17,5 vs.15,0 Monate;p = 0,0609) p = 0,0584)
Topotecan + 0,76 (0,55; 1,06) 0,79 (0,59; 1,07)
Paclitaxel (14,9 vs. 11,9 Monate; (16,2 vs. 12,0 Monate;p = 0,1061) p = 0,1342)
Topotecan + Bevacizumab 1,15 (0,82; 1,61) 1,15 (0,85; 1,56)
Paclitaxel (14,9 vs. 17,5 Monate; (16,2 vs. 17,5 Monate;vs. p = 0,4146) p = 0,3769)
Cisplatin +
Paclitaxel kein Bevacizumab 1,13 (0,81; 1,57) 1,08 (0,80; 1,45)(11,9 vs. 14,3 Monate; (12,0 vs. 15,0 Monate;p = 0,4825) p = 0,6267)1 Die Primäranalyse wurde mit Stichtag 12. Dezember 2012 durchgeführt und wird als finale Analysebetrachtet.2 Die Nachfolgeanalyse wurde mit Stichtag 7. März 2014 durchgeführt; die p-Werte sind nur zuerläuternden Zwecken ausgewiesen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat Bevacizumab von der Verpflichtung zur Vorlage von
Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Gruppierungen beim Mammakarzinom, beim
Adenokarzinom des Kolons und des Rektums, beim Lungenkarzinom (kleinzelliges undnichtkleinzelliges Karzinom), beim Nierenzell- und Nierenbeckenkarzinom (mit Ausnahme des
Nephroblastoms, der Nephroblastomatose, des klarzelligen Sarkoms, des mesoblastischen Nephroms,des medullären Nierenkarzinoms und des Rhabdoidtumors der Niere), beim Ovarialkarzinom (mit
Ausnahme des Rhabdomyosarkoms und von Keimzelltumoren), beim Eileiterkarzinom (mit
Ausnahme des Rhabdomyosarkoms und von Keimzelltumoren), beim Peritonealkarzinom (mit
Ausnahme von Blastomen und Sarkomen) und Zervix- und Gebärmutterkarzinom freigestellt.
Höhergradiges GliomIn zwei früheren Studien wurde bei insgesamt 30 Kindern, die älter als 3 Jahre waren und dierezidivierende oder progrediente hochgradige Gliome hatten, bei einer Behandlung mit Bevacizumabund Irinotecan (CPT-11) keine Antitumoraktivität beobachtet. Die vorliegenden Informationen reichenzur Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der Behandlung von neudiagnostizierten hochgradigen Gliomen bei Kindern nicht aus.
In der einarmigen Studie PBTC-022 wurden 18 Kinder mit rezidivierenden oder progredientenhochgradigen Non-Pons-Gliomen, davon 8 Kinder mit Glioblastom vom WHO-Grad IV, 9 mitanaplastischem Astrozytom vom Grad III und 1 Kind mit anaplastischem Oligodendrogliom vom
Grad III mit 10 mg/kg Bevacizumab im Abstand von 2 Wochen und dann mit Bevacizumab in
Kombination mit 125 mg/m2 - 350 mg/m² CPT-11 einmal alle 2 Wochen bis zur Progressionbehandelt. Die radiologischen Untersuchungen zeigten kein objektives (partielles oder vollständiges)
Ansprechen nach den Macdonald-Kriterien. Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen waren unteranderem arterielle Hypertonie und Fatigue sowie Ischämien im ZNS mit akuten neurologischen
Ausfällen.
In einer einzelnen retrospektiven Institutserhebung wurden in den Jahren 2005 - 2008 nacheinander12 Kinder mit rezidivierenden oder progredienten hochgradigen Gliomen, davon 3 vom WHO-
Grad IV und 9 vom Grad III, mit 10 mg/kg Bevacizumab und 125 mg/m2 Irinotecan alle 2 Wochenbehandelt. Hierbei gab es in 2 Fällen ein partielles Ansprechen nach den Macdonald-Kriterien, aberkein vollständiges Ansprechen.
In einer randomisierten Phase II-Studie (BO25041) wurden insgesamt 121 Patienten im Alter von≥ 3 Jahren bis < 18 Jahren mit neu diagnostiziertem supratentoriellem oder infratentoriellem,zerebellarem oder pedunkulärem hochgradigem Gliom (HGG) postoperativ mit einer Strahlentherapie(RT) und adjuvantem Temozolomid (T) mit und ohne Bevacizumab behandelt: 10 mg/kg alle2 Wochen i.v.
Der primäre Endpunkt, nämlich der Nachweis einer signifikanten Verbesserung des ereignisfreien
Überlebens (event free survival [EFS]) (bewertet durch ein zentrales radiologisches
Bewertungskomitee (Central Radiology Review Committee [CRRC]), wurde in dieser Studie nichterreicht, wenn Bevacizumab zusätzlich im RT/T-Arm gegeben wurde, verglichen mit RT/T allein(HR = 1,44; 95 % KI: 0,90; 2,30). Diese Ergebnisse stimmten mit denen von verschiedenen
Sensitivitätsanalysen und mit denen von klinisch relevanten Subgruppen überein. Die Ergebnisse füralle sekundären Endpunkte (Prüfarzt-bewertetes ereignisfreies Überleben, Gesamtansprechrate und
Gesamtüberleben) stimmten dahingehend überein, dass eine Verbesserung mit der Zugabe von
Bevacizumab im RT/T-Arm nicht assoziiert war, verglichen mit dem RT/T-Arm allein.
In der klinischen Studie BO25041 zeigte die Zugabe von Bevacizumab zu RT/T bei 60 auswertbarenpädiatrischen Patienten mit neu diagnostiziertem supratentoriellem und infratentoriellem bzw.
zerebellärem sowie pedunkulärem höhergradigem Gliom (HGG) keinen klinischen Nutzen (für
Informationen zur pädiatrischen Anwendung siehe Abschnitt 4.2).
WeichteilsarkomIn einer randomisierten Phase II-Studie (BO20924) wurden insgesamt 154 Patienten im Alter von≥ 6 Monaten bis < 18 Jahren mit neu diagnostiziertem metastasiertem Rhabdomyosarkom und Nicht-
Rhabdomyosarkom-Weichteilsarkom mit der Standardtherapie (Einleitung IVADO/IVA+/- lokale
Therapie gefolgt von der Erhaltung mit Vinorelbin und Cyclophosphamid) mit oder ohne
Bevacizumab (2,5 mg/kg/Woche) über eine Gesamtbehandlungsdauer von ca. 18 Monaten behandelt.
Zum Zeitpunkt der finalen Primäranalyse zeigte der primäre Endpunkt ereignisfreies Überleben (Event
Free Survival [EFS]) nach einer unabhängigen zentralen Bewertung keinen statistisch signifikanten
Unterschied zwischen den zwei Behandlungsarmen mit einer HR von 0,93 (95 % KI: 0,61; 1,41; p-
Wert = 0,72). Der Unterschied in der Gesamtansprechrate, der unabhängig zentral bewertet wurde,war zwischen den beiden Behandlungsarmen bei den wenigen Patienten, die einen auswertbaren
Tumor zu Behandlungsbeginn und ein nachgewiesenes Ansprechen vor Erhalt einer beliebigen lokalen
Therapie hatten, 18 % (KI: 0,6 %; 35,3 %): 27/75 Patienten (36,0 %, 95 % KI: 25,2 %; 47,9 %) im
Chemotherapie-Arm und 34/63 Patienten (54,0 %, 95 % KI: 40,9 %; 66,6 %) im
Bevacizumab+Chemotherapie-Arm. Die finalen Analysen des Gesamtüberlebens (OS) zeigten indieser Patientenpopulation keinen signifikanten klinischen Nutzen einer zusätzlichen Gabe von
Bevacizumab zur Chemotherapie.
In der klinischen Studie BO20924 zeigte die Zugabe von Bevacizumab zur Standardbehandlung bei 71auswertbaren pädiatrischen Patienten (im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren) mit metastasiertem
Rhabdomyosarkom und Nicht-Rhabdomyosarkom-Weichteilsarkom keinen klinischen Nutzen (für
Informationen zur pädiatrischen Anwendung siehe Abschnitt 4.2).
Die Häufigkeit von Nebenwirkungen, einschließlich Nebenwirkungen und schwerwiegender
Nebenwirkungen von Grad ≥ 3, war in den beiden Behandlungsarmen ähnlich. In keinem der
Behandlungsarme führten unerwünschte Ereignisse zum Tod; alle Todesfälle waren auf das
Fortschreiten der Erkrankung zurückzuführen. Die Zugabe von Bevacizumab zur multimodalen
Standardtherapie schien in dieser pädiatrischen Population vertragen worden zu sein.