Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels MIMPARA 30mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Mimpara 30 mg Filmtabletten
Mimpara 60 mg Filmtabletten
Mimpara 90 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Mimpara 30 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält 30 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 2,74 mg Lactose.
Mimpara 60 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält 60 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 5,47 mg Lactose.
Mimpara 90 mg Filmtabletten
Jede Tablette enthält 90 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 8,21 mg Lactose.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Mimpara 30 mg Filmtabletten
Hellgrüne, ovale Filmtablette (etwa 9,7 mm lang und 6,0 mm breit) mit dem Aufdruck 'AMG“ auf dereinen und '30“ auf der anderen Seite.
Mimpara 60 mg Filmtabletten
Hellgrüne, ovale Filmtablette (etwa 12,2 mm lang und 7,6 mm breit) mit dem Aufdruck 'AMG“ aufder einen und '60“ auf der anderen Seite.
Mimpara 90 mg Filmtabletten
Hellgrüne, ovale Filmtablette (etwa 13,9 mm lang und 8,7 mm breit) mit dem Aufdruck 'AMG“ aufder einen und '90“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Sekundärer Hyperparathyreoidismus
ErwachseneBehandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus (HPT) bei erwachsenen dialysepflichtigen
Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz.
Kinder und JugendlicheBehandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus (HPT) bei dialysepflichtigen Kindern mitterminaler Niereninsuffizienz im Alter von 3 Jahren und älter, deren sekundärer HPT mit einer
Standardtherapie nicht ausreichend kontrolliert werden kann (siehe Abschnitt 4.4).
Mimpara kann als Teil eines therapeutischen Regimes angewendet werden, das je nach Bedarf
Phosphatbinder und/oder Vitamin D umfassen kann (siehe Abschnitt 5.1).
Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreoidismus bei Erwachsenen
Verminderung von Hyperkalzämie bei erwachsenen Patienten mit:
* Nebenschilddrüsenkarzinom.
* primärem HPT, bei denen eine Parathyreoidektomie aufgrund der Serumcalciumspiegel (wie inden relevanten Behandlungsrichtlinien definiert) angezeigt wäre, jedoch klinisch nichtangebracht oder kontraindiziert ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungSekundärer Hyperparathyreoidismus
Erwachsene und ältere Patienten (> 65 Jahre)
Die empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene ist 30 mg einmal täglich. Um einen Zielwert des
Parathormons (PTH) bei Dialysepatienten zwischen 150-300 pg/ml (15,9-31,8 pmol/l), gemessen mitdem Intakt-PTH (iPTH)-Assay, zu erreichen, sollte Mimpara alle 2 bis 4 Wochen titriert werden bis zueiner Maximaldosis von 180 mg einmal täglich. Die PTH-Spiegel sollten frühestens 12 Stunden nachder Gabe von Mimpara gemessen werden. Die aktuellen Behandlungsleitlinien sollten beachtet werden.
Ein bis vier Wochen nach Therapiebeginn oder nach Dosisanpassung von Mimpara muss der
PTH-Spiegel gemessen werden. Während der Erhaltungsphase muss das PTH ungefähr alle ein bisdrei Monate kontrolliert werden. Zur Messung der PTH-Spiegel kann entweder das Intakt-PTH (iPTH)oder das Bio-Intakt-PTH (biPTH) verwendet werden. Die Behandlung mit Mimpara verändert das
Verhältnis zwischen iPTH und biPTH nicht.
Dosisanpassungen basierend auf den Serumcalciumspiegeln
Korrigiertes Serumcalcium sollte vor Anwendung der ersten Dosis von Mimpara bestimmt undüberwacht werden und es sollte an oder über der unteren Grenze des Normbereiches liegen (siehe
Abschnitt 4.4). Abhängig von den durch Ihr örtliches Labor angewendeten Methoden kann der
Normbereich des Calciumspiegels variieren.
Während der Dosistitration sollten die Serumcalciumspiegel häufig kontrolliert werden. Nach Beginnder Therapie oder nach Dosisanpassung von Mimpara muss die Kontrolle innerhalb von 1 Wocheerfolgen. Sobald die Erhaltungsdosis eingestellt wurde, müssen die Serumcalciumspiegel ungefährmonatlich gemessen werden. Für den Fall, dass die korrigierten Serumcalciumspiegel unter 8,4 mg/dl(2,1 mmol/l) fallen und/oder Symptome einer Hypokalzämie auftreten, wird das folgende Vorgehenempfohlen:
Korrigierte Serumcalciumwerte oder Empfehlungenklinische Symptome einer Hypokalzämie< 8,4 mg/dl (2,1 mmol/l) und > 7,5 mg/dl Calciumhaltige Phosphatbinder, Vitamin D und/oder(1,9 mmol/l) oder bei Auftreten klinischer Anpassung der Calciumkonzentration im Dialysat
Symptome einer Hypokalzämie können nach klinischem Ermessen zur Erhöhung des
Serumcalciums angewendet werden.
< 8,4 mg/dl (2,1 mmol/l) und > 7,5 mg/dl Mimpara-Dosis verringern oder aussetzen.
(1,9 mmol/l) oder bei anhaltenden
Symptomen einer Hypokalzämie trotz
Versuchen, das Serumcalcium zu erhöhen≤ 7,5 mg/dl (1,9 mmol/l) oder bei anhaltenden Anwendung von Mimpara aussetzen, bis die
Symptomen einer Hypokalzämie und wenn Serumcalciumwerte 8,0 mg/dl (2,0 mmol/l) erreichen
Vitamin D nicht erhöht werden kann und/oder Symptome einer Hypokalzämieabgeklungen sind.
Die Behandlung sollte mit der nächstniedrigen Dosisvon Mimpara wiederaufgenommen werden.
Kinder und JugendlicheKorrigiertes Serumcalcium sollte vor Anwendung der ersten Dosis von Mimpara im oberen Bereichdes altersspezifischen Referenzintervalls oder darüber liegen und es sollte engmaschig überwachtwerden (siehe Abschnitt 4.4). Abhängig von den durch Ihr örtliches Labor angewendeten Methodensowie dem Alter des Kindes/Patienten variiert der Normbereich des Calciumspiegels.
Die empfohlene Anfangsdosis für Kinder im Alter von ≥ 3 Jahren bis < 18 Jahren ist ≤ 0,20 mg/kgeinmal täglich basierend auf dem Trockengewicht des Patienten (siehe Tabelle 1).
Die Dosis kann erhöht werden, um einen gewünschten iPTH-Zielbereich zu erreichen. Die Dosis sollteentsprechend den verfügbaren Dosisstufen (siehe Tabelle 1) sequenziell nicht öfter als alle 4 Wochenerhöht werden. Die Dosis kann bis zu einer maximalen Dosis von 2,5 mg/kg/Tag erhöht werden, darfaber eine tägliche Gesamtdosis von 180 mg nicht überschreiten.
Tabelle 1: Tägliche Mimpara-Dosis bei Kindern und Jugendlichen
Trockengewicht des Patienten Verfügbare sequenzielle
Anfangsdosis (mg)(kg) Dosisstufen (mg)10 bis < 12,5 1 1; 2,5; 5; 7,5; 10 und 15≥ 12,5 bis < 25 2,5 2,5; 5; 7,5; 10; 15 und 30≥ 25 bis < 36 5; 10; 15; 30 und 60≥ 36 bis < 50 5; 10; 15; 30; 60 und 90≥ 50 bis < 75 10 10; 15; 30; 60; 90 und 120≥ 75 15 15; 30; 60; 90; 120 und 180
Dosisanpassungen basierend auf den PTH-Spiegeln
PTH-Spiegel sollten frühestens 12 Stunden nach Einnahme von Mimpara bestimmt werden, und iPTHsollte 1 bis 4 Wochen nach Einleitung der Behandlung mit Mimpara oder Dosisanpassung von
Mimpara gemessen werden.
Die Dosis sollte entsprechend des iPTH, wie untenstehend aufgeführt, angepasst werden:
* Wenn iPTH < 150 pg/ml (15,9 pmol/l) und ≥ 100 pg/ml (10,6 pmol/l) ist, Mimpara-Dosis aufdie nächstniedrige Dosis senken.
* Wenn iPTH < 100 pg/ml (10,6 pmol/l), Behandlung mit Mimpara unterbrechen und Mimparamit der nächstniedrigen Dosis wiederaufnehmen, sobald der iPTH > 150 pg/ml (15,9 pmol/l) ist.
Wenn die Behandlung mit Mimpara für mehr als 14 Tage unterbrochen wurde,
Wiederaufnahme mit der empfohlenen Anfangsdosis.
Dosisanpassungen basierend auf den Serumcalciumspiegeln
Serumcalcium sollte innerhalb von 1 Woche nach Einleitung der Behandlung mit Mimpara oder
Dosisanpassung von Mimpara bestimmt werden.
Sobald die Erhaltungsdosis eingestellt wurde, wird eine wöchentliche Bestimmung des Serumcalciumsempfohlen. Serumcalciumspiegel bei Kindern und Jugendlichen sollten innerhalb des Normbereichsgehalten werden. Wenn die Serumcalciumspiegel unter den Normbereich sinken oder Symptome einer
Hypokalzämie auftreten, sollten angemessene Schritte zur Dosisanpassung entsprechenduntenstehender Tabelle 2 vorgenommen werden:
Tabelle 2: Dosisanpassung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von ≥ 3 bis < 18 Jahren
Korrigierter Serumcalciumwert oder Dosierungsempfehlungenklinische Symptome einer
Hypokalzämie
Korrigiertes Serumcalcium ist an oder Behandlung mit Mimpara aussetzen*unter der altersspezifischen unteren
Grenze des Normbereichs Anwendung von Calciumergänzung, calciumhaltigenoder Phosphatbindern und/oder Vitamin D, wie klinischwenn Symptome einer Hypokalzämie angezeigt.
auftreten, unabhängig vom Calciumwert.
Korrigiertes Gesamt-Serumcalcium ist Wiederaufnahme mit der nächstniedrigen Dosis. Wenn dieüber der altersspezifischen unteren Behandlung mit Mimpara für mehr als 14 Tage
Grenze des Normbereichs, und unterbrochen wurde, Wiederaufnahme mit derempfohlenen Anfangsdosis.
Symptome einer Hypokalzämie sindabgeklungen. Wenn der Patient vor der Unterbrechung die niedrigste
Dosis erhalten hat (1 mg/Tag), Wiederaufnahme mitderselben Dosis (1 mg/Tag).
*Wenn die Anwendung unterbrochen wurde, sollte das korrigierte Serumcalcium innerhalb von 5 bis 7 Tagenbestimmt werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Mimpara bei Kindern im Alter von unter 3 Jahren in der
Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus ist nicht erwiesen. Es liegen unzureichende
Daten vor.
Wechsel von Etelcalcetid zu Mimpara
Der Wechsel von Etelcalcetid zu Mimpara sowie die angemessene Auswaschzeit wurden nicht bei
Patienten untersucht. Bei Patienten, welche Etelcalcetid abgesetzt haben, sollte die Behandlung mit
Mimpara nicht begonnen werden, bis nicht mindestens drei aufeinanderfolgende
Hämodialysebehandlungen durchgeführt wurden, wobei zu diesem Zeitpunkt Serumcalcium bestimmtwerden sollte. Vor dem Behandlungsbeginn mit Mimpara ist sicherzustellen, dass die
Serumcalciumspiegel im Normbereich liegen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreoidismus
Erwachsene und ältere Patienten (> 65 Jahre)
Die empfohlene Anfangsdosis von Mimpara für Erwachsene ist 30 mg zweimal täglich. Die Dosis von
Mimpara sollte alle 2 bis 4 Wochen schrittweise von 30 mg zweimal täglich auf 60 mg zweimaltäglich, 90 mg zweimal täglich bis zu 90 mg drei- bis viermal täglich erhöht werden, je nach Bedarf,um die Serumcalciumkonzentration bis zur oberen Grenze des Normbereichs oder darunter zu senken.
Die Maximaldosis, die in klinischen Studien angewendet wurde, war 90 mg viermal täglich.
Das Serumcalcium muss innerhalb von 1 Woche nach Einleitung der Therapie mit Mimpara oder nach
Dosisanpassung von Mimpara gemessen werden. Wenn die Erhaltungsdosis eingestellt ist, muss der
Serumcalciumspiegel alle 2 bis 3 Monate gemessen werden. Nach Titration bis zur maximalen Dosisvon Mimpara muss das Serumcalcium in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Wenn eineklinisch relevante Senkung des Serumcalciums nicht erhalten werden kann, muss ein Abbruch der
Therapie mit Mimpara in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 5.1).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Mimpara bei Kindern in der Behandlung des
Nebenschilddrüsenkarzinoms und des primären Hyperparathyreoidismus ist nicht erwiesen. Es liegenkeine Daten vor.
LeberfunktionsstörungEs ist keine Änderung der Anfangsdosis notwendig. Mimpara muss mit Vorsicht bei Patienten mitmäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung angewendet werden, und die Behandlung sollte währendder Dosiseinstellung und der weiteren Behandlung engmaschig überwacht werden (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2).
Art der AnwendungZur oralen Anwendung.
Die Tabletten sollten im Ganzen eingenommen werden und nicht gekaut, zerstoßen oder geteiltwerden.
Es wird empfohlen, Mimpara mit oder kurz nach einer Mahlzeit einzunehmen, da in Studien eine
Verbesserung der Bioverfügbarkeit von Cinacalcet bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme gezeigtwurde (siehe Abschnitt 5.2).
Mimpara ist auch als Granulat für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen verfügbar. Kinder,die Dosen unter 30 mg benötigen oder die keine Tabletten schlucken können, sollten
Mimpara-Granulat erhalten.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Hypokalzämie (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Serumcalcium
Im Zusammenhang mit Hypokalzämie wurden lebensbedrohliche Ereignisse und tödliche Folgen beierwachsenen und pädiatrischen Patienten berichtet, die mit Mimpara behandelt wurden. Als
Symptome einer Hypokalzämie können Parästhesien, Myalgien, Muskelkrämpfe, Tetanie und
Krampfanfälle auftreten. Eine Abnahme des Serumcalciums kann auch das QT-Intervall verlängernund möglicherweise ventrikuläre Arrhythmien infolge von Hypokalzämie verursachen. Fälle von
QT-Verlängerung und ventrikulären Arrhythmien wurden bei Patienten berichtet, die mit Cinacalcetbehandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8). Vorsicht ist geboten bei Patienten mit sonstigen
Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung, wie Patienten mit bekanntem kongenitalen
Long-QT-Syndrom oder Patienten, die Arzneimittel erhalten, von denen bekannt ist, dass sie eine
QT-Verlängerung verursachen.
Da Cinacalcet die Serumcalciumspiegel senkt, müssen Patienten hinsichtlich des Auftretens einer
Hypokalzämie sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2). Serumcalcium muss innerhalb von1 Woche nach Behandlungsbeginn oder Dosisanpassung von Mimpara gemessen werden.
ErwachseneEine Behandlung mit Mimpara sollte bei Patienten mit einem Serumcalciumspiegel (korrigiert um
Albumin) unterhalb der Untergrenze des Normbereiches nicht begonnen werden.
Bei Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz mit begleitender Dialysebehandlung, die mit
Mimpara behandelt wurden, hatten etwa 30 % der Patienten mindestens einen Serumcalciumwertunter 7,5 mg/dl (1,9 mmol/l).
Kinder und JugendlicheDie Behandlung des sekundären HPT mit Mimpara bei ≥ 3 Jahre alten Kindern mit terminaler
Niereninsuffizienz, die sich einer dauerhaften Dialysetherapie unterziehen, sollte nur dann eingeleitetwerden, wenn deren sekundärer HPT mit der Standardtherapie nicht angemessen kontrolliert werdenkann und das Serumcalcium im oberen Bereich des altersspezifischen Referenzintervalls oder darüberliegt.
Die Serumcalciumwerte sowie die Therapiecompliance des Patienten müssen während der
Behandlung mit Cinacalcet engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2). Keine Einleitung der
Behandlung mit Cinacalcet bzw. keine Erhöhung der Dosis, wenn vermutet wird, dass die Einhaltungder verschriebenen Therapie nicht gewährleistet ist.
Vor Einleitung der Behandlung und während der Behandlung mit Cinacalcet sind Risiken und Nutzender Behandlung und die Fähigkeit des Patienten, den Empfehlungen zur Überwachung des Risikoseiner Hypokalzämie und zum Umgang damit zu folgen, zu überprüfen.
Kinder und Jugendliche und/oder ihre Betreuungspersonen sind über die Symptome einer
Hypokalzämie und über die Wichtigkeit, sich an die Anweisungen zur Überwachung des
Serumcalciums sowie zu Dosierung und Art der Anwendung zu halten, zu informieren.
Patienten mit nicht-dialysepflichtiger chronischer Niereninsuffizienz
Bei Patienten mit nicht-dialysepflichtiger chronischer Niereninsuffizienz ist Cinacalcet nicht indiziert.
Klinische Studien haben gezeigt, dass bei nicht-dialysepflichtigen erwachsenen Patienten, die mit
Cinacalcet behandelt wurden, im Vergleich zu dialysepflichtigen Patienten mit einer chronischen
Niereninsuffizienz, die mit Cinacalcet behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für Hypokalzämie(Serumcalciumspiegel < 8,4 mg/dl [2,1 mmol/l]) besteht. Dies kann auf niedrigere Ausgangswerte der
Calciumspiegel und/oder auf eine Nieren-Restfunktion zurückzuführen sein.
KrampfanfälleBei Patienten, die mit Mimpara behandelt wurden, wurden Fälle von Krampfanfällen berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Die Schwelle für das Auslösen von Krampfanfällen ist durch signifikante Reduktionender Serumcalciumspiegel gesenkt. Daher sollten die Serumcalciumspiegel bei Patienten, die Mimparaerhalten, engmaschig überwacht werden, insbesondere bei Patienten mit einer Vorgeschichte von
Krampfanfällen.
Hypotonie und/oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz
Bei Patienten mit einer beeinträchtigten kardialen Funktion wurde von Fällen von Hypotonie und/oder
Verschlechterung der Herzinsuffizienz berichtet, bei denen ein kausaler Zusammenhang mit
Cinacalcet nicht vollständig ausgeschlossen werden konnte und die möglicherweise durch die
Verminderung der Serumcalciumspiegel hervorgerufen wurden (siehe Abschnitt 4.8).
Gleichzeitige Anwendung mit anderen ArzneimittelnMimpara sollte mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die andere Arzneimittel erhalten, vondenen bekannt ist, dass sie den Serumcalciumspiegel senken. Der Serumcalciumspiegel istengmaschig zu überwachen (siehe Abschnitt 4.5).
Patienten, die Mimpara erhalten, sollten nicht mit Etelcalcetid behandelt werden. Eine gleichzeitige
Anwendung kann zu einer schweren Hypokalzämie führen.
AllgemeinWenn die PTH-Spiegel dauerhaft unter dem etwa 1,5-Fachen der oberen Grenze des Normbereichs(gemessen mit dem iPTH-Assay) gehalten werden, kann sich eine adynamische Knochenerkrankungentwickeln. Falls bei Patienten unter einer Therapie mit Mimpara die PTH-Spiegel unter denempfohlenen Zielbereich absinken, muss die Dosis von Mimpara und/oder Vitamin D gesenkt oder die
Therapie unterbrochen werden.
Testosteronspiegel
Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz liegen die Testosteronspiegel häufig unter dem
Normbereich. In einer klinischen Studie mit dialysepflichtigen erwachsenen Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz sanken nach einer 6-monatigen Behandlung die Spiegel freien Testosterons um31,3 % (Median) bei Patienten, die mit Mimpara behandelt wurden, und um 16,3 % (Median) bei denmit Placebo behandelten Patienten. Eine offene Weiterführung dieser Studie zeigte keine weitere
Verminderung der freien und der gesamten Testosteronkonzentration über einen Zeitraum von3 Jahren bei Patienten, die mit Mimpara behandelt wurden. Die klinische Bedeutung dieser
Reduktionen des Serumtestosterons ist nicht bekannt.
LeberfunktionsstörungWegen der Wahrscheinlichkeit eines 2- bis 4-fach höheren Cinacalcet-Plasmaspiegels bei Patientenmit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klassifikation) muss Mimpara beidiesen Patienten mit Vorsicht angewendet und die Behandlung engmaschig überwacht werden (siehe
Abschnitte 4.2 und 5.2).
LactosePatienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactasemangel oder
Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Mimpara nicht einnehmen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Arzneimittel, von denen bekannt ist, dass sie den Calciumspiegel senken
Die gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie den
Serumcalciumspiegel senken, und Mimpara kann zu einem erhöhten Risiko für eine Hypokalzämieführen (siehe Abschnitt 4.4). Patienten, die Mimpara erhalten, sollte kein Etelcalcetid gegeben werden(siehe Abschnitt 4.4).
Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Cinacalcet
Cinacalcet wird teilweise durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Die gleichzeitige Anwendung von200 mg Ketoconazol zweimal täglich, einem starken Hemmstoff von CYP3A4, resultierte in einerungefähr 2-fachen Erhöhung der Cinacalcet-Spiegel. Eine Dosisanpassung von Mimpara kannnotwendig sein, wenn ein Patient, der Mimpara einnimmt, eine Therapie mit einem starken Hemmstoff(z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Telithromycin, Voriconazol, Ritonavir) oder einem Induktor dieses
Enzyms (z. B. Rifampicin) beginnt oder beendet.
In-vitro-Daten zeigen, dass Cinacalcet teilweise über das Enzym CYP1A2 metabolisiert wird.
Rauchen induziert CYP1A2; es wurde beobachtet, dass die Clearance von Cinacalcet bei Rauchern36-38 % höher ist als bei Nichtrauchern. Die Auswirkungen von CYP1A2-Hemmern (z. B.
Fluvoxamin, Ciprofloxacin) auf die Cinacalcet-Plasmaspiegel wurden nicht untersucht. Eine
Dosisanpassung kann notwendig sein, wenn ein Patient mit dem Rauchen beginnt oder aufhört oderwenn eine begleitende Behandlung mit einem starken CYP1A2-Hemmer initiiert oder beendet wird.
Calciumcarbonat
Die gleichzeitige Anwendung von Calciumcarbonat (1.500 mg Einmalgabe) veränderte die
Pharmakokinetik von Cinacalcet nicht.
SevelamerDie gleichzeitige Anwendung von Sevelamer (2.400 mg 3-mal täglich) veränderte die
Pharmakokinetik von Cinacalcet nicht.
Pantoprazol
Die gleichzeitige Anwendung von Pantoprazol (80 mg 1-mal täglich) veränderte die Pharmakokinetikvon Cinacalcet nicht.
Wirkung von Cinacalcet auf andere Arzneimittel
Arzneimittel, die durch das Enzym P450 2D6 (CYP2D6) metabolisiert werden: Cinacalcet ist einstarker Hemmstoff von CYP2D6. Daher sind eventuell Dosisanpassungen gleichzeitig angewendeter
Arzneimittel notwendig, falls Mimpara zusammen mit anderen individuell titrierten Arzneimittelnangewendet wird, die hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert werden und eine enge therapeutische
Breite haben (z. B. Flecainid, Propafenon, Metoprolol, Desipramin, Nortriptylin, Clomipramin).
Desipramin: Die gleichzeitige Anwendung von 90 mg Cinacalcet einmal täglich und 50 mg
Desipramin, einem trizyklischen Antidepressivum, das hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert wird,erhöhte die Desipramin-Exposition in schnellen CYP2D6-Metabolisierern signifikant um das3,6-Fache (90 % KI: 3,0; 4,4).
Dextromethorphan: Mehrfachdosen von 50 mg Cinacalcet erhöhten die AUC von 30 mg
Dextromethorphan (hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert) in schnellen CYP2D6-Metabolisierernum das 11-Fache.
Warfarin: Orale Mehrfachdosen von Cinacalcet hatten keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik und
Pharmakodynamik von Warfarin (gemessen anhand der Prothrombin-Zeit und des
Blutgerinnungsfaktors VII).
Das Fehlen einer Wirkung von Cinacalcet auf die Pharmakokinetik von R- und S-Warfarin und das
Fehlen einer Autoinduktion bei Mehrfachdosierung bei Patienten deuten darauf hin, dass Cinacalcetkein Induktor von CYP3A4, CYP1A2 oder CYP2C9 beim Menschen ist.
Midazolam: Die gleichzeitige Anwendung von Cinacalcet (90 mg) und oral eingenommenem
Midazolam (2 mg), einem CYP3A4- und CYP3A5-Substrat, veränderte die Pharmakokinetik von
Midazolam nicht. Diese Daten weisen darauf hin, dass Cinacalcet die Pharmakokinetik jener
Arzneimittel, die über CYP3A4 und CYP3A5 metabolisiert werden, wie z. B. bestimmte
Immunsuppressiva (einschließlich Cyclosporin und Tacrolimus), nicht beeinflussen sollte.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Cinacalcet bei schwangeren Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte schädliche Wirkungen in Bezug auf
Schwangerschaft, Geburt oder postnatale Entwicklung. In Studien mit trächtigen Ratten und
Kaninchen wurden keine embryonalen/fötalen Toxizitäten beobachtet, mit Ausnahme einesverminderten fötalen Gewichtes bei Ratten in Dosen, die mit einer maternalen Toxizität in Verbindunggebracht werden (siehe Abschnitt 5.3). Mimpara sollte während der Schwangerschaft nur angewendetwerden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für den Fötus rechtfertigt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Cinacalcet in die Muttermilch übergeht. Cinacalcet geht bei laktierenden
Ratten in einem hohen Milch/Plasma-Verhältnis in die Muttermilch über. Nach sorgfältiger
Nutzen/Risiko-Analyse sollte eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen oder die
Behandlung mit Mimpara zu unterbrechen ist.
FertilitätEs liegen keine klinischen Daten in Bezug auf die Auswirkung von Cinacalcet auf die Fertilität vor.
Tierexperimentelle Studien haben keine Auswirkungen auf die Fertilität gezeigt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenMimpara kann einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen haben, da Schwindel und Krampfanfälle von Patienten, die dieses Arzneimitteleingenommen haben, berichtet wurden (siehe Abschnitt 4.4).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsSekundärer Hyperparathyreoidismus, Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer
Hyperparathyreoidismus
Basierend auf verfügbaren Daten von Patienten, die in Placebo-kontrollierten Studien und einarmigen
Studien Cinacalcet erhielten, waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen Übelkeit und
Erbrechen. Übelkeit und Erbrechen waren bei der Mehrzahl der Patienten vorübergehend und mild bismäßig im Schweregrad. Ein Abbruch der Therapie aufgrund von Nebenwirkungen war hauptsächlichauf Übelkeit und Erbrechen zurückzuführen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen, die in Placebo-kontrollierten Studien und einarmigen Studien zumindestmöglicherweise als mit der Cinacalcet-Behandlung, basierend auf einem 'best-evidence assessment“der Kausalität, in Zusammenhang stehend betrachtet wurden, werden nachfolgend entsprechendfolgender Konvention aufgeführt: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich(≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000).
Häufigkeit von Nebenwirkungen aus kontrollierten klinischen Studien und entsprechend den
Erfahrungen nach Markteinführung:Systemorganklassen gemäß Häufigkeit Nebenwirkungen
MedDRA
Erkrankungen des Immunsystems Häufig* Überempfindlichkeitsreaktionen
Stoffwechsel- und Häufig Anorexie
Ernährungsstörungen Verminderter Appetit
Erkrankungen des Nervensystems Häufig Krampfanfälle†
Schwindel
Parästhesien
KopfschmerzenHerzerkrankungen Nicht bekannt* Verschlechterung der
Herzinsuffizienz†
QT-Verlängerung undventrikuläre Arrhythmieninfolge einer Hypokalzämie†
Gefäßerkrankungen Häufig Hypotonie
Erkrankungen der Atemwege, des Häufig Infektion der oberen Atemwege
Brustraums und Mediastinums Dyspnoe
Husten
Erkrankungen des Sehr häufig Übelkeit
Gastrointestinaltrakts Erbrechen
Häufig Dyspepsie
DiarrhöBauchschmerzen
Oberbauchschmerzen
ObstipationErkrankungen der Haut und des Häufig Hautausschlag
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Häufig Myalgie
Knochenerkrankungen Muskelkrämpfe
Rückenschmerzen
Allgemeine Erkrankungen und Häufig Asthenie
Beschwerden am Verabreichungsort
Untersuchungen Häufig Hypokalzämie†
HyperkaliämieVerminderte Testosteronwerte††siehe Abschnitt 4.4
*siehe Abschnitt 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÜberempfindlichkeitsreaktionenÜberempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Angioödem und Urtikaria sind nach Markteinführungvon Mimpara beobachtet worden. Die Häufigkeit der einzelnen bevorzugten Bezeichnungen('preferred terms“), einschließlich Angioödem und Urtikaria, kann auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abgeschätzt werden.
Hypotonie und/oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz
Im Rahmen der Überwachung der Arzneimittelsicherheit nach Markteinführung wurde vonidiosynkratischen Fällen von Hypotonie und/oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz bei mit
Cinacalcet behandelten Patienten mit einer beeinträchtigten kardialen Funktion berichtet. Die
Häufigkeit kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden.
QT-Verlängerung und ventrikuläre Arrhythmie infolge einer Hypokalzämie
QT-Verlängerung und ventrikuläre Arrhythmie infolge einer Hypokalzämie sind nach
Markteinführung von Mimpara beobachtet worden. Die Häufigkeit ist auf Grundlage der verfügbaren
Daten nicht abschätzbar (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit von Mimpara für die Behandlung des sekundären HPT bei dialysepflichtigen Kindernund Jugendlichen mit terminaler Niereninsuffizienz wurde in zwei randomisierten kontrollierten
Studien und einer einarmigen Studie untersucht (siehe Abschnitt 5.1). Unter allen pädiatrischen
Patienten, die Cinacalcet im Rahmen von klinischen Studien erhalten haben, hatten insgesamt19 Patienten (24,1 %; 64,5 pro 100 Patientenjahre) mindestens ein unerwünschtes Ereignis von
Hypokalzämie. Ein tödlicher Ausgang wurde bei einem Studienpatienten mit schwerer Hypokalzämiein einer pädiatrischen klinischen Studie berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Mimpara sollte bei Kindern und Jugendlichen nur dann angewendet werden, wenn der mögliche
Nutzen das mögliche Risiko rechtfertigt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Dosiseinstellungen bis zu 300 mg einmal täglich wurden bei erwachsenen dialysepflichtigen Patientenohne unerwünschten Ausgang angewendet. Eine Tagesdosis von 3,9 mg/kg wurde bei einempädiatrischen dialysepflichtigen Patienten im Rahmen einer klinischen Studie angewendet mitnachfolgenden milden Bauchschmerzen, milder Übelkeit und mildem Erbrechen.
Die Überdosierung von Mimpara kann zu Hypokalzämie führen. Im Falle einer Überdosierung sollteneine Beobachtung der Patienten auf Anzeichen und Symptome einer Hypokalzämie und einesymptomatische und unterstützende Behandlung erfolgen. Da Cinacalcet stark an Proteine bindet, istdie Hämodialyse keine effektive Behandlung bei Überdosierung.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Calciumhomöostase, Nebenschilddrüsenhormon-Antagonisten.
ATC-Code: H05BX01
WirkmechanismusDer Calcium-sensitive Rezeptor auf der Oberfläche der Hauptzellen der Nebenschilddrüse ist der
Schlüsselregulator für die Parathormon-Sekretion. Cinacalcet ist ein calcimimetisch wirksames Agens,welches die Parathormonspiegel direkt durch Erhöhung der Empfindlichkeit des Calcium-sensitiven
Rezeptors gegenüber extrazellulärem Calcium erniedrigt. Die Reduktion des PTH-Spiegels korreliertmit einer gleichzeitigen Senkung der Serumcalciumspiegel.
Die Reduktion der PTH-Spiegel korreliert mit der Cinacalcet-Konzentration.
Nach Erreichen eines Fließgleichgewichts bleiben die Serumcalciumkonzentrationen über das gesamte
Dosierungsintervall konstant.
Sekundärer Hyperparathyreoidismus
ErwachseneEs wurden drei sechsmonatige, doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studien andialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz durchgeführt, die einen unkontrolliertensekundären HPT aufwiesen (n = 1.136). Die demographischen und die Ausgangscharakteristika warenrepräsentativ für die Dialysepatienten-Population mit sekundärem HPT. Die mittlereniPTH-Ausgangskonzentrationen in den drei Studien lagen bei 733 und 683 pg/ml (77,8 und72,4 pmol/l) für die Cinacalcet- bzw. die Placebogruppen. 66 % der Patienten erhielten bei
Studienstart Vitamin D, und mehr als 90 % erhielten Phosphatbinder. Signifikante Reduktionen beiiPTH, Calcium-Phosphat-Produkt (Ca x P) im Serum, Calcium und Phosphat wurden bei der mit
Cinacalcet behandelten Patientengruppe im Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patienten,welche die Standardtherapie erhielten, beobachtet. Die Resultate waren in den drei Studien konsistent.
In den einzelnen Studien wurde der primäre Endpunkt (Anteil der Patienten mit einem iPTH≤ 250 pg/ml (≤ 26,5 pmol/l)) von 41 %, 46 % und 35 % der Patienten erreicht, die Cinacalcet erhielten,verglichen mit 4 %, 7 % und 6 % der Patienten, die Placebo erhielten. Ungefähr 60 % der mit
Cinacalcet behandelten Patienten erreichten eine ≥ 30 %ige Reduktion der iPTH-Spiegel. Dieser
Effekt war über das Spektrum der Ausgangs-iPTH-Spiegel hinweg konsistent. Die mittlere
Verminderung von Ca x P im Serum, Calcium bzw. Phosphat lag bei 14 %, 7 % bzw. 8 %.
Die Reduktionen von iPTH und Ca x P konnten über einen Behandlungszeitraum von bis zu12 Monaten aufrechterhalten werden. Cinacalcet senkte iPTH und Ca x P sowie Calcium- und
Phosphatspiegel ab, unabhängig vom Ausgangs-iPTH- oder -Ca x P-Spiegel, von der Art der Dialyse(Peritonealdialyse versus Hämodialyse), von der Dauer der Dialyse und davon, ob Vitamin Dangewendet wurde oder nicht.
Die Reduktionen der PTH-Spiegel waren mit einer nicht-signifikanten Reduktion der Marker für den
Knochenmetabolismus (knochenspezifische alkalische Phosphatase, N-Telopeptid, Knochenumsatzund Knochenfibrose) assoziiert. In einer Post-hoc-Analyse gepoolter Daten aus klinischen Studienüber 6 und 12 Monate waren die Kaplan-Meier-Schätzer für Knochenbrüche und
Parathyreoidektomien in der Cinacalcet-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe.
Klinische Studien bei nicht-dialysepflichtigen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz undsekundärem Hyperparathyreoidismus weisen darauf hin, dass Cinacalcet die PTH-Spiegel in einemähnlichen Ausmaß reduziert wie bei dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz undsekundärem Hyperparathyreoidismus. Jedoch wurden Wirksamkeit, Sicherheit, optimale Dosis und
Behandlungsziele nicht bei der Behandlung von Prädialysepatienten mit Nierenversagen untersucht.
Diese Studien zeigen, dass Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, die nicht dialysepflichtig sindund mit Cinacalcet behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für eine Hypokalzämie im Vergleich zu denmit Cinacalcet behandelten dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz haben. Dieskann auf niedrigere Ausgangswerte der Calciumspiegel und/oder auf eine vorhandene
Nieren-Restfunktion zurückzuführen sein.
EVOLVE (EValuation Of Cinacalcet Therapy to Lower CardioVascular Events) war einerandomisierte, doppelblinde klinische Studie, welche Cinacalcet versus Placebo bezüglich der
Reduktion des Gesamtmortalitätsrisikos und kardiovaskulärer Ereignisse bei 3.883 Dialysepatientenmit sekundärem HPT und chronischer Niereninsuffizienz evaluierte. Die Studie erreichte nicht ihrprimäres Ziel, eine Reduktion des Risikos der Gesamtmortalität oder von kardiovaskulären
Ereignissen einschließlich Myokardinfarkt, Hospitalisierung aufgrund instabiler Angina, Herzversagenoder eines peripheren vaskulären Ereignisses nachzuweisen (HR 0,93; 95 % KI: 0,85; 1,02; p = 0,112).
In einer Sekundäranalyse betrug die Hazard Ratio für den primären zusammengesetzten Endpunkt0,88 (95 % KI: 0,79; 0,97) nach Bereinigung entsprechend den Ausgangscharakteristika.
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit und Sicherheit von Cinacalcet für die Behandlung des sekundären HPT beidialysepflichtigen Kindern und Jugendlichen mit terminaler Niereninsuffizienz wurden in zweirandomisierten kontrollierten Studien und einer einarmigen Studie untersucht.
Studie 1 war eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie, in der 43 Patienten im Alter von 6 bis< 18 Jahren randomisiert wurden, um entweder Cinacalcet (n = 22) oder Placebo (n = 21) zu erhalten.
Die Studie bestand aus einer 24-wöchigen Dosistitrationsphase, gefolgt von einer 6-wöchigen
Wirksamkeitsbewertungsphase (efficacy assessment phase; EAP) sowie einer 30-wöchigen offenen
Verlängerung. Das mittlere Alter zu Studienbeginn lag bei 13 (Bereich 6 bis 18) Jahren. Die Mehrheitder Patienten (91 %) nahm zu Studienbeginn Vitamin D ein. Die mittlere (SD) iPTH-Konzentration zu
Studienbeginn lag bei 757,1 (440,1) pg/ml in der Cinacalcetgruppe und bei 795,8 (537,9) pg/ml in der
Placebogruppe. Die mittlere (SD) korrigierte Gesamt-Serumcalciumkonzentration lag zu
Studienbeginn bei 9,9 (0,5) mg/dl in der Cinacalcetgruppe und bei 9,9 (0,6) mg/dl in der
Placebogruppe. Die mittlere maximale Tagesdosis von Cinacalcet lag bei 1,0 mg/kg/Tag.
Der Anteil der Patienten, der den primären Endpunkt (≥ 30 % Verringerung des mittleren
Plasma-iPTH während der EAP seit Studienbeginn; Wochen 25 bis 30) erreicht hat, lag bei 55 % inder Cinacalcetgruppe und bei 19,0 % in der Placebogruppe (p = 0,02). Die mittleren
Serumcalciumwerte während der EAP lagen bei der Cinacalcetbehandlungsgruppe im Normbereich.
Diese Studie wurde wegen eines Todesfalls aufgrund schwerer Hypokalzämie in der Cinacalcetgruppevorzeitig abgebrochen (siehe Abschnitt 4.8).
Studie 2 war eine offene Studie, in der 55 Patienten im Alter von 6 bis < 18 Jahren (13 Jahre im
Mittel) randomisiert wurden, um entweder Cinacalcet zusätzlich zur Standardtherapie (standard ofcare, SOC) (n = 27) oder SOC allein (n = 28) zu erhalten. Die Mehrheit der Patienten (75 %) nahm zu
Studienbeginn Vitamin D ein. Die mittleren (SD) iPTH-Konzentrationen lagen zu Studienbeginn bei946 (635) pg/ml in der Cinacalcet + SOC-Gruppe und bei 1.228 (732) pg/ml in der SOC-Gruppe. Diemittleren (SD) korrigierten Gesamt-Serumcalciumkonzentrationen lagen zu Studienbeginn bei9,8 (0,6) mg/dl in der Cinacalcet + SOC-Gruppe und bei 9,8 (0,6) mg/dl in der SOC-Gruppe.
25 Patienten erhielten mindestens eine Dosis Cinacalcet, und die mittlere maximale Tagesdosis von
Cinacalcet lag bei 0,55 mg/kg/Tag. Die Studie erreichte nicht ihren primären Endpunkt (≥ 30 %
Verringerung des mittleren Plasma-iPTH während der EAP seit Studienbeginn; Wochen 17 bis 20).
Eine Verringerung des mittleren Plasma-iPTH um ≥ 30 % wurde seit Studienbeginn während der EAPbei 22 % der Patienten in der Cinacalcet + SOC-Gruppe und bei 32 % der Patienten in der
SOC-Gruppe erreicht.
Studie 3 war eine 26-wöchige, offene einarmige Studie zur Sicherheit bei Patienten im Alter von8 Monaten bis < 6 Jahren (mittleres Alter 3 Jahre). Patienten, die Begleitmedikation erhielten, diedafür bekannt ist, das korrigierte QT-Intervall zu verlängern, waren von der Studie ausgeschlossen.
Das mittlere Trockengewicht lag bei Studienbeginn bei 12 kg. Die Anfangsdosis von Cinacalcet lagbei 0,20 mg/kg. Die Mehrheit der Patienten (89 %) nahm zu Studienbeginn Vitamin D ein.
17 Patienten erhielten mindestens eine Dosis Cinacalcet, und 11 schlossen mindestens12 Behandlungswochen ab. Keiner aus der Altersklasse 2-5 Jahre hatte korrigiertes Serumcalcium< 8,4 mg/dl (2,1 mmol/l). Die iPTH-Konzentrationen waren seit Studienbeginn bei 71 % (12 von 17)der Patienten in der Studie um ≥ 30 % verringert.
Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreoidismus
In einer Studie erhielten 46 erwachsene Patienten (29 mit Nebenschilddrüsenkarzinom und 17 mitprimärem HPT und schwerer Hyperkalzämie, bei denen eine Parathyreoidektomie fehlgeschlagen oderkontraindiziert war) Cinacalcet für bis zu 3 Jahre (im Mittel 328 Tage für Patienten mit
Nebenschilddrüsenkarzinom und im Mittel 347 Tage für Patienten mit primärem HPT). Cinacalcetwurde in Dosen von 30 mg zweimal täglich bis zu 90 mg viermal täglich angewendet. Der primäre
Endpunkt der Studie war die Reduktion der Serumcalciumwerte um ≥ 1 mg/dl (≥ 0,25 mmol/l). Bei
Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom sank der mittlere Serumcalciumspiegel von 14,1 mg/dl auf12,4 mg/dl (3,5 mmol/l auf 3,1 mmol/l), während bei Patienten mit primärem HPT der
Serumcalciumspiegel von 12,7 mg/dl auf 10,4 mg/dl (3,2 mmol/l auf 2,6 mmol/l) sank. 18 der29 Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom (62 %) und 15 der 17 Patienten mit primärem HPT(88 %) erreichten eine Reduktion der Serumcalciumwerte um ≥ 1 mg/dl (≥ 0,25 mmol/l).
In einer Placebo-kontrollierten Studie über 28 Wochen wurden 67 erwachsene Patienten mit primärem
HPT eingeschlossen, welche die Kriterien für eine Parathyreoidektomie, basierend auf korrigiertem
Gesamt-Serumcalcium [> 11,3 mg/dl (2,82 mmol/l), aber ≤ 12,5 mg/dl (3,12 mmol/l)], erfüllten, beidenen jedoch keine Parathyreoidektomie durchführbar war. Cinacalcet wurde mit einer Anfangsdosisvon 30 mg zweimal täglich angewendet und titriert, um die korrigierte
Gesamt-Serumcalciumkonzentration im Normbereich zu halten. Ein signifikant höherer Prozentsatzvon Cinacalcet-behandelten Patienten erreichte eine mittlere korrigierte
Gesamt-Serumcalciumkonzentration von ≤ 10,3 mg/dl (2,57 mmol/l) und eine Abnahme um ≥ 1 mg/dl(0,25 mmol/l) vom Ausgangswert der mittleren korrigierten Gesamt-Serumcalciumkonzentration im
Vergleich zu den Placebo-behandelten Patienten (75,8 % versus 0 % bzw. 84,8 % versus 5,9 %).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach oraler Anwendung von Mimpara werden die maximalen Cinacalcet-Plasmakonzentrationen nachetwa 2 bis 6 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit von Cinacalcet wird im Studienvergleichbei nüchternen Patienten mit etwa 20-25 % angenommen. Die Einnahme von Mimpara mit
Nahrungsmitteln führt zu einer ungefähr 50-80 %igen Erhöhung der Bioverfügbarkeit von Cinacalcet.
Die Cinacalcet-Plasmakonzentrationen steigen gleichermaßen unabhängig vom Fettgehalt einer
Mahlzeit.
Bei Dosierungen über 200 mg war die Resorption, wahrscheinlich aufgrund schlechter Löslichkeit,gesättigt.
VerteilungDas Verteilungsvolumen ist hoch (ca. 1.000 Liter), was auf eine umfangreiche Verteilung hinweist.
Cinacalcet wird zu ca. 97 % an Plasmaproteine gebunden und verteilt sich minimal in die roten
Blutkörperchen.
Nach der Resorption fällt die Cinacalcet-Konzentration zweiphasig ab, mit einer initialen
Halbwertszeit von ca. 6 Stunden und einer terminalen Halbwertszeit von 30 bis 40 Stunden. Das
Fließgleichgewicht des Cinacalcet-Spiegels wird innerhalb von 7 Tagen bei einer minimalen
Akkumulation erreicht. Die Pharmakokinetik von Cinacalcet verändert sich im Laufe der Zeit nicht.
BiotransformationCinacalcet wird durch mehrere Enzyme metabolisiert, vorwiegend durch CYP3A4 und CYP1A2 (der
Einfluss von CYP1A2 wurde klinisch nicht untersucht). Die wichtigsten zirkulierenden Metabolitensind inaktiv.
Basierend auf in-vitro-Daten ist Cinacalcet ein starker Inhibitor von CYP2D6, ist aber in den
Konzentrationen, die klinisch erreicht werden, weder ein Inhibitor für andere CYP-Enzyme,einschließlich CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4, noch ein Induktor von
CYP1A2, CYP2C19 und CYP3A4.
EliminationNach Anwendung einer radioaktiv markierten Dosis von 75 mg bei gesunden Probanden wurde
Cinacalcet schnell und umfangreich durch Oxidation mit nachfolgender Konjugation metabolisiert.
Die renale Exkretion der Metaboliten war der vorherrschende Eliminationsweg der Radioaktivität.
Ungefähr 80 % der Dosis wurden im Urin, 15 % in den Fäzes wiedergefunden.
Linearität/Nicht-LinearitätDie AUC und Cmax von Cinacalcet steigen ungefähr linear innerhalb des Dosierungsbereichs von30 bis 180 mg einmal täglich.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeBald nach Anwendung beginnt das PTH bis zu einem Nadir bei ungefähr 2 bis 6 Stunden nach
Anwendung abzufallen, korrespondierend mit Cmax von Cinacalcet. Anschließend, wenn die
Cinacalcet-Spiegel abzufallen beginnen, steigen die PTH-Spiegel bis 12 Stunden nach Anwendung.
Die PTH-Absenkung bleibt anschließend ungefähr konstant bis zum Ende des einmal täglichen
Dosierungsintervalls. In klinischen Studien mit Mimpara wurden PTH-Spiegel am Ende des
Dosierungsintervalls gemessen.
Ältere Patienten: Es konnten keine klinisch relevanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von
Cinacalcet in Bezug auf das Alter der Patienten gefunden werden.
Niereninsuffizienz: Das pharmakokinetische Profil von Cinacalcet bei Patienten mit milder, mäßigeroder schwerer Niereninsuffizienz und bei Patienten unter Hämodialyse oder Peritonealdialyse istvergleichbar mit dem gesunder Probanden.
Leberinsuffizienz: Milde Leberfunktionsstörungen beeinflussen die Pharmakokinetik von Cinacalcetnicht merklich. Im Vergleich zu Probanden mit normaler Leberfunktion ist die durchschnittliche AUCvon Cinacalcet bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung ungefähr zweimal höher und bei
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ungefähr viermal höher. Die mittlere Halbwertszeit von
Cinacalcet ist bei Patienten mit mäßiger bzw. schwerer Leberfunktionsstörung um 33 % bzw. 70 %verlängert. Die Proteinbindung von Cinacalcet wird durch eine Störung der Leberfunktion nichtbeeinflusst. Da die Dosen für jeden Patienten auf Basis von Sicherheits- und Wirksamkeitsparameterntitriert werden, ist keine zusätzliche Dosisanpassung für Patienten mit Leberfunktionsstörungerforderlich (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Geschlecht: Die Clearance von Cinacalcet kann bei Frauen niedriger sein als bei Männern. Da die
Dosen für jeden Patienten titriert werden, ist keine zusätzliche Anpassung der Dosis nach Geschlechterforderlich.
Kinder und Jugendliche: Die Pharmakokinetik von Cinacalcet wurde bei pädiatrischendialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz im Alter von 3 bis 17 Jahren untersucht.
Nach einmal täglich angewendeten oralen Einzel- und Mehrfachdosen von Cinacalcet waren die
Cinacalcet-Konzentrationen im Plasma (Cmax und AUC-Werte nach Normalisierung entsprechend
Dosis und Gewicht) den bei erwachsenen Patienten beobachteten Werten ähnlich.
Eine pharmakokinetische Populationsanalyse wurde durchgeführt, um den Einfluss derdemographischen Charakteristika zu untersuchen. Diese Analyse zeigte keinen signifikanten Einflussdes Alters, des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Körperoberfläche und des
Körpergewichts auf die Pharmakokinetik von Cinacalcet.
Rauchen: Die Clearance von Cinacalcet ist bei Rauchern höher als bei Nichtrauchern, möglicherweiseaufgrund der Induktion eines CYP1A2-vermittelten Metabolismus. Eine Dosisanpassung kannnotwendig sein, wenn ein Patient mit dem Rauchen beginnt oder aufhört, da sich dadurch die
Cinacalcet-Plasmaspiegel verändern können.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Cinacalcet hat sich bei Kaninchen als nicht-teratogen erwiesen, wenn es in einer Dosis - berechnet aufder Basis der AUC - angewendet wurde, die 0,4-mal so hoch war wie die maximalehumantherapeutische Dosis bei sekundärem Hyperparathyreoidismus (180 mg täglich). Dienicht-teratogene Dosis bei Ratten betrug das 4,4-Fache der maximalen Dosis bei sekundärem
Hyperparathyreoidismus, berechnet auf der Basis der AUC. Bei einer Exposition entsprechend dembis zu 4-Fachen der durch eine humantherapeutische Dosis von 180 mg/Tag erreichten Expositionwaren keine Auswirkungen auf die Fertilität von Männchen und Weibchen zu verzeichnen (die
Sicherheitsgrenzen bei der kleinen Patientenpopulation, die täglich eine maximale klinische Dosis von360 mg erhielt, entsprechen ungefähr der Hälfte der obengenannten Werte).
Bei trächtigen Ratten wurde eine leichte Erniedrigung des Körpergewichts und der Nahrungsaufnahmebei der Anwendung der Höchstdosis beobachtet. Ein reduziertes fötales Gewicht wurde bei Ratten beisolchen Dosen festgestellt, bei denen die Muttertiere eine schwere Hypokalzämie aufwiesen. Es wurdegezeigt, dass Cinacalcet bei Kaninchen die Plazentaschranke überschreitet.
Cinacalcet zeigte kein genotoxisches oder karzinogenes Potenzial. Die Sicherheitsgrenzen austoxikologischen Studien sind - aufgrund der dosislimitierenden Hypokalzämie, die im Tiermodellbeobachtet wurde - eng. Grauer Star und Linseneintrübungen wurden in den chronischen Toxizitäts-und Kanzerogenitätsstudien bei Nagern beobachtet. Diese wurden jedoch nicht in Studien bei Hundenund Affen oder in klinischen Studien beobachtet, bei denen die Entstehung von grauem Starüberwacht wurde. Es ist bekannt, dass grauer Star bei Nagern infolge einer Hypokalzämie auftritt.
Bei in-vitro-Studien wurde festgestellt, dass die IC50-Werte für den Serotonin-Transporter bzw. die
ATP-abhängigen Kaliumkanäle 7- bzw. 12-fach höher waren als der unter den gleichenexperimentellen Bedingungen gemessene EC50-Wert für den Calcium-sensitiven Rezeptor. Dieklinische Relevanz ist unbekannt, es kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass
Cinacalcet das Potenzial besitzt, auf diese sekundären Parameter zu wirken.
In Toxizitätsstudien wurde bei jungen Hunden Tremor infolge verringerten Serumcalciums, Übelkeit,verringertes Körpergewicht und Körpergewichtszunahme, verringerte Masse an roten Blutkörperchen,leichte Erniedrigung der Parameter in der Knochendichtemessung, reversible Erweiterung der
Wachstumsfugen der langen Knochen sowie histologische lymphoide Veränderungen (beschränkt aufdie Thoraxhöhle und zurückzuführen auf chronisches Erbrechen) beobachtet. Jede dieser Wirkungenwurde beobachtet bei einer systemischen Exposition (auf Basis der AUC), die derhumantherapeutischen Exposition bei Patienten bei maximaler Dosis für sekundären HPT ungefähräquivalent war.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernVorverkleisterte Stärke (Mais)
Mikrokristalline Cellulose
Povidon
Crospovidon
Magnesiumstearat
Hochdisperses Siliciumdioxid
TablettenfilmCarnaubawachs
Lactose-Monohydrat
Hypromellose
Titandioxid (E 171)
Glyceroltriacetat
Indigocarmin (E 132)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Macrogol
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackung aus Aclar/PVC/PVAc/Aluminiumfolie mit 14 Tabletten. Packungsgrößen mit14 Tabletten (1 Blisterpackung), 28 Tabletten (2 Blisterpackungen) und 84 Tabletten(6 Blisterpackungen) pro Umkarton.
Flaschen aus HDPE mit einem Wattestopfen und einem kindergesichertem Verschluss aus
Polypropylen mit einem Induktionssiegel, in einem Umkarton verpackt. Jede Flasche enthält30 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Amgen Europe B.V.
Minervum 70614817 ZK Breda
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/04/292/001 - 30 mg Karton mit 14 Tabletten
EU/1/04/292/002 - 30 mg Karton mit 28 Tabletten
EU/1/04/292/003 - 30 mg Karton mit 84 Tabletten
EU/1/04/292/004 - 30 mg Flasche mit 30 Tabletten
EU/1/04/292/005 - 60 mg Karton mit 14 Tabletten
EU/1/04/292/006 - 60 mg Karton mit 28 Tabletten
EU/1/04/292/007 - 60 mg Karton mit 84 Tabletten
EU/1/04/292/008 - 60 mg Flasche mit 30 Tabletten
EU/1/04/292/009 - 90 mg Karton mit 14 Tabletten
EU/1/04/292/010 - 90 mg Karton mit 28 Tabletten
EU/1/04/292/011 - 90 mg Karton mit 84 Tabletten
EU/1/04/292/012 - 90 mg Flasche mit 30 Tabletten
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 22. Oktober 2004
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. September 2009
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.