Merkblatt MICARDIS 80mg tabletten


Angewendet bei: Hypertonie

Substanz: Telmisartan (Angiotensin-II-Rezeptorblocker)

ATC: C09CA07 (KARDIOVASKULÄRES SYSTEM | ANGIOTENSIN-II-ANTAGONISTEN, REIN | Angiotensin-II-Antagonisten, rein)

Telmisartan ist ein Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) und zur Verringerung des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle bei Hochrisikopatienten. Es gehört zur Klasse der Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs), die durch die Entspannung der Blutgefäße wirken, den Blutfluss erleichtern und den Blutdruck senken.

Telmisartan wird oral eingenommen, in der Regel einmal täglich, und kann allein oder in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten verwendet werden. Es wird von den meisten Patienten gut vertragen, und seine Wirkung hält 24 Stunden an, was eine effektive Blutdruckkontrolle ermöglicht.

Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit und selten erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie). Es ist in der Schwangerschaft kontraindiziert, da es die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen kann, und sollte bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden.

MICARDIS 80mg tabletten BOEHRINGER, Telmisartan

Allgemeine Daten zu MICARDIS 80mg

  • Substanz: Telmisartan
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026
  • Handelsgesetzbuch: W05785002
  • Konzentration: 80mg
  • Pharmazeutisches Formblatt: tabletten
  • Quantität: 28
  • Produktart: original
  • Preis: 42.82 RON
  • Rezeptbeschränkungen: P-6L - Arzneimittelrezept, das nicht in der Apotheke aufbewahrt wird (kann verlängert werden); das Rezept kann ab dem Zeitpunkt der Freigabe 6 Monate lang verwendet werden.

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: BOEHRINGER INGELHEIM PHARMA GMBH & CO. KG - GERMANIA
  • Zulassungsinhaber: BOEHRINGER INGELHEIM INT. GMBH - GERMANIA
  • Zulassungsnummer: 90/1998/02
  • Haltbarkeit: 4 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Telmisartan

Verfügbare Konzentrationen für Telmisartan

  • 20mg
  • 40mg
  • 80mg

Vergütungslisten für MICARDIS 80mg Boehringer

B - Unterliste B mit 50% Rabatt auf den Referenzpreis

Preis

Zuzahlung

Patient

42.82 RON

21.41 RON

21.41 RON

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels MICARDIS 80mg tabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Micardis 20 mg Tabletten

Micardis 40 mg Tabletten

Micardis 80 mg Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Micardis 20 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 20 mg Telmisartan.

Micardis 40 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 40 mg Telmisartan.

Micardis 80 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 80 mg Telmisartan.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede 20 mg Tablette enthält 84 mg Sorbitol (E420).

Jede 40 mg Tablette enthält 169 mg Sorbitol (E420).

Jede 80 mg Tablette enthält 337 mg Sorbitol (E420).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Micardis 20 mg Tabletten

Weiße, runde, 2,5 mm dicke Tabletten, in die auf der einen Seite die Code-Nr. '50H“ und auf deranderen Seite das Firmenlogo eingeprägt sind.

Micardis 40 mg Tabletten

Weiße, 3,8 mm dicke Oblong-Tabletten, in die auf der einen Seite die Code-Nr. '51H“ und auf deranderen Seite das Firmenlogo eingeprägt sind.

Micardis 80 mg Tabletten

Weiße, 4,6 mm dicke Oblong-Tabletten, in die auf der einen Seite die Code-Nr. '52H“ und auf deranderen Seite das Firmenlogo eingeprägt sind.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Hypertonie

Behandlung der essentiellen Hypertonie bei Erwachsenen.

Kardiovaskuläre Prävention

Reduktion der kardiovaskulären Morbidität bei Erwachsenen mit:

* manifester atherothrombotischer kardiovaskulärer Erkrankung (koronare Herzerkrankung,

Schlaganfall oder periphere arterielle Verschlusserkrankung in der Vorgeschichte) oder

* Diabetes mellitus Typ 2 mit dokumentiertem Endorganschaden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Behandlung der essentiellen Hypertonie

Die üblicherweise wirksame Dosis ist 1 × täglich 40 mg. Bei einigen Patienten kann bereits bei einer

Tagesdosis von 20 mg eine ausreichende Wirkung erzielt werden. Wenn die angestrebte

Blutdrucksenkung nicht erreicht wird, kann die Dosis von Telmisartan auf maximal 1 × täglich 80 mgerhöht werden. Wenn eine Dosissteigerung in Betracht gezogen wird, ist zu bedenken, dass dermaximale antihypertensive Effekt im Allgemeinen 4-8 Wochen nach Behandlungsbeginn erreicht wird(siehe Abschnitt 5.1). Alternativ kann Telmisartan in Kombination mit einem Thiaziddiuretikumverabreicht werden, wie z. B. Hydrochlorothiazid, für das eine additive blutdrucksenkende Wirkungmit Telmisartan nachgewiesen ist.

Kardiovaskuläre Prävention

Die empfohlene Dosis ist 1 × täglich 80 mg. Es ist nicht bekannt, ob Telmisartan in Dosierungen unter80 mg die kardiovaskuläre Morbidität reduziert.

Bei Beginn der Behandlung mit Telmisartan zur Reduktion der kardiovaskulären Morbidität wird eineengmaschige Überwachung des Blutdrucks empfohlen. Gegebenenfalls könnte eine Anpassung der

Medikation zur Blutdrucksenkung erforderlich sein.

Ältere Patienten

Eine Anpassung der Dosis ist bei älteren Patienten nicht notwendig.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion oder Hämodialyse-Patienten liegen begrenzte

Erfahrungen vor. Eine geringere Anfangsdosis von 20 mg wird für diese Patienten empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4). Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Anpassungder Dosierung erforderlich. Telmisartan wird nicht durch Hämofiltration aus dem Blut entfernt und istnicht dialysierbar.

Eingeschränkte Leberfunktion

Micardis ist bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3). Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion sollte die Dosis1 × täglich 40 mg nicht überschreiten (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Micardis bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen.

Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlungkann jedoch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Telmisartan Tabletten sind für die 1 × tägliche orale Anwendung vorgesehen und sollten mit

Flüssigkeit zu oder unabhängig von den Mahlzeiten im Ganzen geschluckt werden.

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des

Arzneimittels.

Telmisartan sollte aufgrund der hygroskopischen Eigenschaften der Tabletten in der ungeöffneten

Blisterpackung aufbewahrt werden. Die Tabletten sollten erst kurz vor der Einnahme aus der

Blisterpackung entnommen werden (siehe Abschnitt 6.6).

4.3 Kontraindikationen

* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

* zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6)

* obstruktive Gallenfunktionsstörungen

* stark eingeschränkte Leberfunktion.

Die gleichzeitige Anwendung von Micardis mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit

Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1,73 m2) kontraindiziert(siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schwangerschaft

Eine Angiotensin-II-Rezeptorblocker-Therapie darf nicht während einer Schwangerschaft begonnenwerden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch sollte eine Umstellung auf alternativeantihypertensive Behandlungen mit bewährtem Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen - es seidenn, eine Fortführung der Behandlung mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern ist zwingenderforderlich. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung mit Angiotensin-II-

Rezeptorblockern unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zubeginnen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Eingeschränkte Leberfunktion

Da Telmisartan überwiegend über die Galle ausgeschieden wird, darf Micardis nicht bei Patienten mit

Cholestase, obstruktiver Gallenfunktionsstörung oder schwer eingeschränkter Leberfunktionangewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Bei diesen Patienten kann eine eingeschränkte hepatische

Clearance für Telmisartan erwartet werden. Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter

Leberfunktion sollte Micardis mit Vorsicht angewendet werden.

Renovaskuläre Hypertonie

Patienten mit bilateraler Nierenarterienstenose oder Stenose der Nierenarterie bei funktioneller

Einzelniere, die mit Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen,behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko einer schweren Hypotonie und Niereninsuffizienz.

Eingeschränkte Nierenfunktion und Nierentransplantation

Wenn Micardis bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angewendet wird, wird eineregelmäßige Kontrolle der Serumkalium- und -kreatininspiegel empfohlen. Es liegen keine

Erfahrungen zur Verabreichung von Micardis bei Patienten vor, die kürzlich eine

Nierentransplantation erhielten.

Telmisartan wird nicht durch Hämofiltration aus dem Blut entfernt und ist nicht dialysierbar.

Patienten mit Volumen- und/oder Natriummangel

Eine symptomatische Hypotonie kann, insbesondere nach der ersten Dosis von Micardis, bei Patientenauftreten, bei denen ein Volumen- und/oder Natriummangel z. B. auf Grund einer hochdosierten

Diuretikabehandlung, salzarmer Kost, Durchfall oder Erbrechen vorliegt. Solche Umstände sind vor

Verabreichung von Micardis auszugleichen. Volumen- und/oder Natriummangel sind vor

Verabreichung von Micardis auszugleichen.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahmeder Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des

RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.5 und 5.1).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nurunter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Andere Umstände mit Stimulation des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

Bei Patienten, deren Gefäßtonus und Nierenfunktion im Wesentlichen von der Aktivität des Renin-

Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängt (z. B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder zu

Grunde liegender Nierenerkrankung, einschließlich Nierenarterienstenose), wurde eine Behandlungmit Arzneimitteln, die dieses System wie Telmisartan beeinflussen, mit akuter Hypotonie,

Hyperazotämie, Oligurie oder in seltenen Fällen einem akuten Nierenversagen in Zusammenhanggebracht (siehe Abschnitt 4.8).

Primärer Aldosteronismus

Patienten mit primärem Aldosteronismus sprechen im Allgemeinen nicht auf Antihypertonika an,deren Wirkung auf der Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems beruht. Daher wird die Anwendungvon Telmisartan nicht empfohlen.

Aorten- und Mitralklappenstenose, obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie

Wie bei anderen Vasodilatatoren ist bei Patienten mit Aorten- oder Mitralklappenstenose oderobstruktiver hypertropher Kardiomyopathie besondere Vorsicht angezeigt.

Patienten mit Diabetes mellitus, die mit Insulin oder Antidiabetika behandelt werden

Bei diesen Patienten kann unter einer Behandlung mit Telmisartan eine Hypoglykämie auftreten. Eineentsprechende Überwachung des Blutzuckers sollte daher bei diesen Patienten in Betracht gezogenwerden; eine Dosisanpassung von Insulin oder Antidiabetika kann bei Bedarf erforderlich sein.

Hyperkaliämie

Die Anwendung von Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, kanneine Hyperkaliämie verursachen.

Bei älteren Patienten, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Patienten mit Diabetes mellitussowie bei Patienten, die gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln behandelt werden, die den

Kaliumspiegel erhöhen können, und/oder bei Patienten mit zusätzlichen Komplikationen kann eine

Hyperkaliämie tödlich verlaufen.

Bevor eine gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-

System beeinflussen, in Betracht gezogen wird, sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis evaluiert werden.

Als wichtigste Risikofaktoren für eine Hyperkaliämie sind in Betracht zu ziehen:

* Diabetes mellitus, eingeschränkte Nierenfunktion, Alter (> 70 Jahre)

* Kombination mit einem oder mehreren anderen Arzneimitteln, die das Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System beeinflussen, und/oder Kaliumpräparate. Arzneimittel oder therapeutische

Substanzklassen von Arzneimitteln, die eine Hyperkaliämie auslösen können, sindkaliumhaltige Salzersatzpräparate, kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-

Rezeptorblocker, nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAR, einschließlichselektiver COX-2-Inhibitoren), Heparin, Immunsuppressiva (Ciclosporin oder Tacrolimus) und

Trimethoprim.

* zusätzliche Komplikationen, insbesondere Dehydrierung, akute kardiale Dekompensation,metabolische Azidose, Verschlechterung der Nierenfunktion, plötzliches Auftreten einer

Nierenerkrankung (z. B. Infektionskrankheiten), zelluläre Lyse (z. B. akute Ischämie der

Gliedmaßen, Rhabdomyolyse, ausgedehntes Trauma).

Eine engmaschige Kontrolle des Serumkaliumspiegels bei Risikopatienten wird empfohlen (siehe

Abschnitt 4.5).

Ethnische Unterschiede

Wie bei Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern beobachtet, sind Telmisartan und andere

Angiotensin-II-Rezeptorblocker offensichtlich weniger blutdrucksenkend wirksam bei schwarzen

Patienten als bei nicht schwarzen Patienten. Dies beruht möglicherweise auf einer höheren Prävalenzniedriger Reninspiegel bei hypertensiven Patienten aus dieser Bevölkerungsgruppe.

Ischämische Herzerkrankung

Wie bei jedem blutdrucksenkenden Arzneimittel kann ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Patientenmit ischämischer Herzkrankheit oder ischämischer kardiovaskulärer Erkrankung zu einem

Myokardinfarkt oder Schlaganfall führen.

Intestinales Angioödem

Bei Patienten, die mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern behandelt wurden, wurde über intestinale

Angioödeme berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Bei diesen Patienten traten Bauchschmerzen, Übelkeit,

Erbrechen und Durchfall auf. Die Symptome klangen nach dem Absetzen von Angiotensin-II-

Rezeptorblockern ab. Wenn ein intestinales Angioödem diagnostiziert wird, sollte Telmisartanabgesetzt und eine angemessene Überwachung eingeleitet werden, bis die Symptome vollständigverschwunden sind.

Sorbitol

Micardis 20 mg Tabletten

Micardis 20 mg Tabletten enthalten 84,32 mg Sorbitol pro Tablette.

Micardis 40 mg Tabletten

Micardis 40 mg Tabletten enthalten 168,64 mg Sorbitol pro Tablette.

Micardis 80 mg Tabletten

Micardis 80 mg Tabletten enthalten 337,28 mg Sorbitol pro Tablette. Patienten mit hereditärer

Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Natrium

Micardis enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Digoxin

Bei gleichzeitiger Anwendung von Telmisartan und Digoxin wurde eine mediane Erhöhung dermaximalen (49 %) und minimalen (20 %) Digoxin-Plasmakonzentration beobachtet. Bei Initiierung,

Anpassung und Beendigung der Telmisartan-Behandlung ist der Digoxinspiegel zu überwachen, umdiesen innerhalb des therapeutischen Bereiches zu halten.

Wie andere Arzneimittel, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, kann auch

Telmisartan zu einer Hyperkaliämie führen (siehe Abschnitt 4.4). Das Risiko kann ansteigen, wenn

Telmisartan mit anderen Arzneimitteln, die auch zu Hyperkaliämie führen können, kombiniert wird(kaliumhaltige Salzersatzpräparate, kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-

Rezeptorblocker, nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (NSAR, einschließlichselektiver COX-2-Hemmer), Heparin, Immunsuppressiva (Ciclosporin oder Tacrolimus) und

Trimethoprim).

Das Auftreten einer Hyperkaliämie ist abhängig vom Vorliegen begleitender Risikofaktoren. Einerhöhtes Risiko besteht bei gleichzeitiger Behandlung mit den oben angeführten Arzneimitteln. Das

Risiko ist besonders hoch bei gleichzeitiger Anwendung von kaliumsparenden Diuretika undkaliumhaltigen Salzersatzpräparaten. Die gleichzeitige Anwendung von beispielsweise

ACE-Hemmern oder NSAR weist ein geringeres Risiko auf, sofern die Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung streng beachtet werden.

Eine gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen bei

Kaliumsparende Diuretika oder Kaliumpräparate

Angiotensin-II-Rezeptorblocker wie Telmisartan verringern den durch Diuretika verursachten

Kaliumverlust. Kaliumsparende Diuretika (z. B. Spironolacton, Eplerenon, Triamteren oder Amilorid,

Kaliumpräparate oder kaliumhaltige Salzersatzpräparate) können zu einem signifikanten Anstieg des

Serumkaliums führen. Wenn sich die gleichzeitige Anwendung aufgrund einer bestehenden

Hypokaliämie als notwendig erweist, sollte deren Anwendung mit Vorsicht erfolgen und regelmäßige

Kontrollen des Serumkaliumspiegels durchgeführt werden.

Lithium

Reversible Erhöhungen der Serumlithium-Konzentration und der Toxizität wurden während dergleichzeitigen Anwendung von Lithium mit Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern und mit

Angiotensin-II-Rezeptorblockern, einschließlich Telmisartan, berichtet. Wenn sich die gleichzeitige

Anwendung als notwendig erweist, so wird eine sorgfältige Kontrolle des Serumlithiumspiegelsempfohlen.

Eine gleichzeitige Anwendung erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen bei

Nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel

NSAR (d. h. Acetylsalicylsäure in entzündungshemmender Dosierung, COX-2-Hemmer undnichtselektive NSAR) können die blutdrucksenkende Wirkung von Angiotensin-II-Rezeptorblockernverringern.

Bei einigen Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion (z. B. dehydrierte Patienten oder ältere

Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion) kann die gleichzeitige Anwendung von

Angiotensin-II-Rezeptorblockern und Cyclooxygenase-hemmenden Arzneimitteln zu einer weiteren

Verschlechterung der Nierenfunktion führen, einschließlich der Möglichkeit eines üblicherweisereversiblen akuten Nierenversagens. Die Kombination sollte daher - insbesondere bei älteren

Patienten - mit Vorsicht erfolgen. Eine ausreichende Hydrierung der Patienten sollte sichergestelltsein. Kontrollen der Nierenfunktion sind zu Beginn sowie in periodischen Abständen während dergleichzeitigen Anwendung in Betracht zu ziehen.

In einer Studie führte die gleichzeitige Gabe von Telmisartan und Ramipril zu einer bis zu 2,5fachen

Erhöhung der AUC0-24 und Cmax von Ramipril und Ramiprilat. Die klinische Relevanz dieser

Beobachtung ist unbekannt.

Diuretika (Thiazid- oder Schleifendiuretika)

Eine vorbestehende Behandlung mit hohen Diuretika-Dosen wie Furosemid (Schleifendiuretikum) und

Hydrochlorothiazid (Thiaziddiuretikum) kann zu Therapiebeginn mit Telmisartan zu Volumenmangelund einem höheren Hypotonie-Risiko führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung ist zu beachten

Andere blutdrucksenkende Arzneimittel

Die blutdrucksenkende Wirkung von Telmisartan kann durch gleichzeitige Anwendung andererblutdrucksenkender Arzneimittel verstärkt werden.

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die aufdas RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie,

Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens)einhergeht (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.1).

Basierend auf deren pharmakologischen Eigenschaften ist zu erwarten, dass die folgenden

Arzneimittel die blutdrucksenkenden Wirkungen aller Antihypertensiva, einschließlich Telmisartan,verstärken können: Baclofen, Amifostin. Darüber hinaus kann eine orthostatische Hypotonie durch

Alkohol, Barbiturate, Narkotika oder Antidepressiva verschlechtert werden.

Kortikosteroide (systemische Anwendung)

Verringerung der blutdrucksenkenden Wirkung.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von Angiotensin-II-Rezeptorblockern wird im ersten Schwangerschaftsdrittel nichtempfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Die Anwendung von Angiotensin-II-Rezeptorblockern ist im zweitenund dritten Schwangerschaftsdrittel kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Bisher liegen keine hinreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Micardis bei Schwangerenvor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines Teratogenitätsrisikos nach

Exposition mit ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftsdrittels vor. Ein geringfügigerhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Solange keine kontrolliertenepidemiologischen Daten hinsichtlich des Risikos der Anwendung von Angiotensin-II-

Rezeptorblockern vorliegen, muss ein dieser Substanzklasse entsprechendes Risiko angenommenwerden. Sofern ein Fortsetzen der Angiotensin-II-Rezeptorblocker-Therapie nicht als notwendigerachtet wird, sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternativeantihypertensive Therapie mit bewährtem Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wirdeine Schwangerschaft festgestellt, ist eine Therapie mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern unverzüglichzu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern während des zweiten unddritten Schwangerschaftsdrittels eine humane Fetotoxizität (verminderte Nierenfunktion,

Oligohydramnion, Verzögerung der Schädelossifikation) und neonatale Toxizität (Nierenversagen,

Hypotonie, Hyperkaliämie) auslöst (siehe Abschnitt 5.3).

Im Falle einer Exposition mit Angiotensin-II-Rezeptorblockern ab dem zweiten

Schwangerschaftsdrittel sind Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädelsempfohlen.

Säuglinge, deren Mütter Angiotensin-II-Rezeptorblocker eingenommen haben, sollten engmaschig auf

Hypotonie untersucht werden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Stillzeit

Da keine Informationen hinsichtlich der Einnahme von Micardis während der Stillzeit vorliegen, wird

Micardis nicht empfohlen. Alternative Behandlungen mit in der Stillzeit besser etablierten

Sicherheitsprofilen sind, insbesondere während des Stillens von Neugeborenen oder Frühgeborenen,zu bevorzugen.

Fertilität

In tierexperimentellen Studien mit Micardis wurden keine Effekte auf die männliche und weibliche

Fertilität beobachtet.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Beim Bedienen von Kraftfahrzeugen und Maschinen ist zu berücksichtigen, dass bei einerantihypertensiven Therapie wie z. B. mit Micardis gelegentlich Synkope oder Vertigo auftreten kann.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind u.a. anaphylaktische Reaktion und

Angioödem, die selten auftreten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sowie akutes Nierenversagen.

Insgesamt war in kontrollierten Studien mit Patienten, die wegen Bluthochdruck behandelt wurden,die Inzidenz von Nebenwirkungen, die für Telmisartan berichtet wurden, im Allgemeinen vergleichbarmit Placebo (41,4 % gegenüber 43,9 %). Das Auftreten von Nebenwirkungen war nicht dosisabhängigund zeigte keine Korrelation mit Geschlecht, Alter oder ethnischer Zugehörigkeit der Patienten. Das

Sicherheitsprofil von Telmisartan bei Patienten, die zur Reduktion der kardiovaskulären Morbiditätbehandelt wurden, entsprach dem Sicherheitsprofil, das bei Bluthochdruckpatienten ermittelt wurde.

Die im Folgenden aufgeführten Nebenwirkungen wurden aus Berichten nach der Markteinführung undaus kontrollierten klinischen Studien bei Patienten, die wegen Bluthochdruck behandelt wurden,zusammengefasst. Die Auflistung berücksichtigt zusätzlich aus 3 klinischen Langzeitstudien sowohlschwerwiegende Nebenwirkungen als auch Nebenwirkungen, die zu einem Abbruch führten. In diesen

Studien zur Reduktion der kardiovaskulären Morbidität mit Telmisartan wurden 21 642 Patienten biszu 6 Jahre behandelt.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit gemäß folgender Definition geordnet: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten(< 1/10 000).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Harnwegsinfektion, Zystitis, Infektion der oberen Atemwege, einschließlich

Pharyngitis und Sinusitis

Selten: Sepsis, einschließlich tödlichen Ausgangs1

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Anämie

Selten: Eosinophilie, Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: anaphylaktische Reaktion, Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Hyperkaliämie

Selten: Hypoglykämie (bei Diabetes-Patienten), Hyponatriämie

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Schlaflosigkeit, Depression

Selten: Angstzustände

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Synkope

Selten: Somnolenz

Augenerkrankungen

Selten: Sehverschlechterung

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Vertigo

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Bradykardie

Selten: Tachykardie

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich: Hypotonie2, orthostatische Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dyspnoe, Husten

Sehr selten: interstitielle Lungenerkrankung4

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: abdominale Schmerzen, Diarrhoe, Dyspepsie, Flatulenz, Erbrechen

Selten: Mundtrockenheit, abdominale Beschwerden, Dysgeusie

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Leberfunktionsstörung/Lebererkrankung3

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Gelegentlich: Pruritus, Hyperhidrose, Ausschlag

Selten: Angioödem (einschließlich tödlicher Ausgang), Ekzem, Erythem, Urtikaria,

Arzneimittelexanthem, toxisches Exanthem (Überempfindlichkeitsreaktion)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Rückenschmerzen (z. B. Ischialgie), Muskelkrämpfe, Myalgie

Selten: Arthralgie, Schmerzen in den Extremitäten, Sehnenschmerzen (Tendonitis-ähnliche Symptome)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Einschränkung der Nierenfunktion (einschließlich akute Nierenschädigung)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich: Brustschmerzen, Asthenie (Schwäche)

Selten: grippeähnliche Erkrankung

Untersuchungen

Gelegentlich: Kreatinin im Blut erhöht

Selten: Abfall des Hämoglobinwertes, erhöhte Harnsäure im Blut, erhöhte

Leberenzymwerte, erhöhte Kreatinphosphokinase im Blut1, 2, 3, 4 Für eine weitere Beschreibung siehe Unterabschnitt 'Beschreibung ausgewählter

Nebenwirkungen“

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Sepsis

In der PRoFESS-Studie wurde eine erhöhte Inzidenz an Sepsisfällen unter Telmisartan im Vergleichzu Placebo beobachtet. Das Ereignis könnte ein Zufallsbefund sein oder mit einem bisher unbekannten

Wirkmechanismus in Zusammenhang stehen (siehe auch Abschnitt 5.1).

Hypotonie

Diese Nebenwirkung wurde häufig bei Patienten mit gut eingestelltem Blutdruck berichtet, die zur

Reduktion der kardiovaskulären Morbidität zusätzlich zur Standardtherapie mit Telmisartan behandeltwurden.

Leberfunktionsstörung/Lebererkrankung

Erfahrungen nach Markteinführung zeigten, dass die meisten Fälle mit

Leberfunktionsstörung/Lebererkrankung bei japanischen Patienten auftraten. Bei japanischen

Patienten besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Nebenwirkungen.

Interstitielle Lungenerkrankung

Fälle von interstitieller Lungenerkrankung wurden nach Markteinführung in zeitlichem

Zusammenhang mit der Einnahme von Telmisartan berichtet. Ein ursächlicher Zusammenhang wurdejedoch nicht bewiesen.

Intestinales Angioödem

Nach der Anwendung von Angiotensin-II-Rezeptorblockern wurde über Fälle von intestinalen

Angioödemen berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Zur Überdosierung beim Menschen liegen begrenzte Erfahrungen vor.

Symptome

Die markantesten Symptome einer Telmisartan-Überdosierung waren Hypotonie und Tachykardie;

Bradykardie, Schwindelgefühl, Erhöhung des Serumkreatinins und akutes Nierenversagen wurdenauch berichtet.

Behandlung

Telmisartan kann nicht durch Hämofiltration entfernt werden und ist nicht dialysierbar. Der Patientsollte sorgfältig überwacht werden und die Behandlung sollte symptomatisch und unterstützend sein.

Die Behandlung hängt von der seit der Einnahme verstrichenen Zeit und vom Schweregrad der

Symptome ab. Empfohlene Maßnahmen sind u. a. das Herbeiführen von Erbrechen und/oder

Magenspülung. Die Verabreichung von Aktivkohle kann bei der Behandlung der Überdosierungnützlich sein. Serumelektrolyte und Kreatinin sollten häufig kontrolliert werden. Bei Auftreten einer

Hypotonie sollte der Patient in Rückenlage gebracht und rasch eine Salz- und Volumensubstitutiongegeben werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB), rein, ATC-Code:

C09CA07.

Wirkmechanismus

Telmisartan ist ein oral wirksamer und spezifischer Angiotensin-II-Rezeptor(Typ AT1)-Blocker.

Telmisartan verdrängt Angiotensin II mit sehr hoher Affinität von seiner Bindungsstelle am

AT1-Rezeptor-Subtyp, der für die bekannten Wirkungen von Angiotensin II verantwortlich ist.

Telmisartan zeigt am AT1-Rezeptor keine partielle Wirkung als Agonist. Telmisartan bindet selektivan den AT1-Rezeptor. Die Bindung ist lange andauernd. Telmisartan zeigt keine Affinität zu anderen

Rezeptoren, einschließlich AT2 und anderer weniger charakterisierter AT-Rezeptoren. Diefunktionelle Bedeutung dieser Rezeptoren ist ebenso wenig bekannt wie die Wirkung ihrer möglichen

Überstimulierung durch Angiotensin II, dessen Spiegel durch Telmisartan erhöht wird. Plasma-

Aldosteronspiegel werden durch Telmisartan gesenkt. Telmisartan hemmt weder humanes

Plasmarenin noch blockiert es Ionenkanäle. Telmisartan inhibiert nicht das Angiotensin-Converting-

Enzym (Kininase II), das auch Bradykinin abbaut. Daher ist keine Verstärkung der Bradykinin-vermittelten Nebenwirkungen zu erwarten.

Beim Menschen inhibiert eine Dosis von 80 mg Telmisartan fast vollständig den durch Angiotensin IIhervorgerufenen Blutdruckanstieg. Der inhibitorische Effekt wird über 24 Stunden aufrechterhaltenund ist auch nach 48 Stunden noch messbar.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Behandlung der essentiellen Hypertonie

Nach der Initialgabe von Telmisartan tritt die antihypertensive Wirkung allmählich innerhalb von3 Stunden ein. Die maximale Blutdrucksenkung wird im Allgemeinen 4-8 Wochen nach

Therapiebeginn erreicht und bei Langzeittherapie aufrechterhalten.

Die antihypertensive Wirkung hält nach Dosisgabe konstant über 24 Stunden an. Wie durchambulantes Blutdruckmonitoring festgestellt wurde, schließt dies auch die letzten 4 Stunden vor dernächsten Verabreichung ein. In placebokontrollierten klinischen Studien wird dies durch Trough-to-

Peak-Ratios von einheitlich über 80 % nach Gabe von 40 mg und 80 mg Telmisartan bestätigt. Fürden zeitlichen Verlauf des Wiederanstiegs zum Ausgangsblutdruckwert besteht beim systolischen

Blutdruck ein deutlicher Trend zu einer Dosisabhängigkeit. Beim diastolischen Blutdruck sind die

Daten in diesem Zusammenhang nicht konsistent.

Telmisartan senkt bei Patienten mit Hypertonie den systolischen und diastolischen Blutdruck, ohne die

Pulsfrequenz zu beeinflussen. Der Beitrag der diuretischen und natriuretischen Wirkung des

Arzneimittels zu seiner blutdrucksenkenden Wirkung ist noch zu definieren. Die antihypertensive

Wirkung von Telmisartan ist vergleichbar mit der Wirkung repräsentativer Vertreter andererantihypertensiver Arzneimittelklassen (dies wurde in klinischen Studien mit Amlodipin, Atenolol,

Enalapril, Hydrochlorothiazid und Lisinopril im Vergleich mit Telmisartan gezeigt).

Nach abruptem Absetzen von Telmisartan kehrt der Blutdruck über einen Zeitraum von mehreren

Tagen allmählich zu den Ausgangswerten vor der Behandlung zurück, ohne Anhaltspunkte für eineüberschießende Blutdruckreaktion.

Bei klinischen Studien war im direkten Vergleich die Inzidenz von trockenem Husten bei Patienten,die mit Telmisartan behandelt wurden, signifikant niedriger als bei Patienten, die mit ACE-Hemmernbehandelt wurden.

Kardiovaskuläre Prävention

ONTARGET (ONgoing Telmisartan Alone and in Combination with Ramipril Global Endpoint

Trial) verglich die Effekte von Telmisartan, Ramipril sowie der Kombination aus Telmisartan und

Ramipril hinsichtlich des Auftretens kardiovaskulärer Ereignisse bei 25 620 Patienten im Alter von55 Jahren oder älter mit einer Vorgeschichte von koronarer Herzerkrankung, Schlaganfall, TIA,peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder Typ II Diabetes mellitus mit nachgewiesenen

Endorganschäden (z. B. Retinopathie, linksventrikuläre Hypertrophie, Makro- oder

Mikroalbuminurie), die eine Population mit einem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse darstellen.

Die Patienten wurden zu jeweils einer der drei folgenden Behandlungsgruppen randomisiert und übereinen Zeitraum von durchschnittlich 4,5 Jahren beobachtet: Telmisartan 80 mg (n = 8 542), Ramipril10 mg (n = 8 576) bzw. die Kombinationstherapie aus Telmisartan 80 mg plus Ramipril 10 mg(n = 8 502).

Telmisartan war vergleichbar zu Ramipril hinsichtlich der Reduktion des kombinierten primären

Endpunktes kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt, nicht tödlicher Schlaganfall oder

Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz. Die Inzidenz des primären Endpunkts war in allen

Behandlungsarmen ähnlich: Telmisartan (16,7 %) und Ramipril (16,5 %). Das Hazard-Ratio von

Telmisartan gegenüber Ramipril lag bei 1,01 (97,5 %-KI 0,93-1,10; p (Nicht-Unterlegenheit) = 0,0019mit einer Grenze von 1,13). Die Gesamtmortalitätsrate war 11,6 % bei mit Telmisartan und 11,8 % beimit Ramipril behandelten Patienten.

Telmisartan zeigte sich vergleichbar wirksam wie Ramipril im präspezifizierten sekundären Endpunktkardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt und nicht tödlicher Schlaganfall (0,99(97,5 %-KI 0,90-1,08; p (Nicht-Unterlegenheit) = 0,0004)), dem primären Endpunkt der

Referenzstudie HOPE (The Heart Outcomes Prevention Evaluation Study), in der die Wirksamkeitvon Ramipril gegenüber Placebo untersucht wurde.

In TRANSCEND wurden Patienten mit ACE-Hemmer-Unverträglichkeit, aber ansonsten ähnlichen

Einschlusskriterien wie bei ONTARGET, randomisiert: Telmisartan 80 mg (n = 2 954) oder Placebo(n = 2 972), beides zusätzlich zur Standardtherapie gegeben. Die mittlere Dauer der Nachbeobachtungwar 4 Jahre und 8 Monate. Es konnte kein statistisch signifikanter Unterschied in der Inzidenz desprimären kombinierten Endpunktes (kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher Myokardinfarkt, nichttödlicher Schlaganfall oder Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz) nachgewiesen werden:

15,7 % bei Telmisartan und 17,0 % bei Placebo mit einer Hazard-Ratio von 0,92 (95 %-KI 0,81-1,05;p = 0,22). Im präspezifizierten kombinierten sekundären Endpunkt kardiovaskulärer Tod, nichttödlicher Myokardinfarkt und nicht tödlicher Schlaganfall lag eine Evidenz für einen Vorteil von

Telmisartan gegenüber Placebo vor (0,87 (95 %-KI 0,76-1,00; p = 0,048)). Es lag keine Evidenzhinsichtlich eines Vorteils bei der kardiovaskulären Mortalität vor (Hazard-Ratio 1,03; 95 %-KI0,85-1,24).

Husten und Angioödeme wurden weniger häufig bei mit Telmisartan behandelten als bei mit Ramiprilbehandelten Patienten berichtet, wohingegen Hypotonie häufiger bei der Behandlung mit Telmisartanberichtet wurde.

Die Kombination aus Telmisartan und Ramipril brachte keinen weiteren Vorteil gegenüber einer

Behandlung mit Ramipril oder mit Telmisartan allein. Die kardiovaskuläre Mortalität und die

Gesamtmortalität waren numerisch höher bei der Kombination. Zusätzlich traten Hyperkaliämie,

Nierenversagen, Hypotonie und Synkope im Kombinationstherapiearm deutlich häufiger auf. Daherwird eine Kombination aus Telmisartan und Ramipril in dieser Population nicht empfohlen.

In der PRoFESS-Studie (Prevention Regimen For Effectively avoiding Second Strokes) wurde bei

Patienten ≥ 50 Jahre, die vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hatten, eine erhöhte Inzidenz an

Sepsisfällen unter Telmisartan im Vergleich zu Placebo bemerkt, 0,70 % gegenüber 0,49 % (RR 1,43(95 %-Konfidenzintervall 1,00-2,06)). Die Inzidenz an tödlichen Sepsisfällen war bei Patienten unter

Telmisartan (0,33 %) im Vergleich zu Placebo (0,16 %) erhöht (RR 2,07 (95 %-Konfidenzintervall1,14-3,76)). Die beobachtete erhöhte Inzidenzrate an Sepsisfällen unter Telmisartan könnte entwederein Zufallsbefund sein oder mit einem bisher unbekannten Wirkmechanismus in Zusammenhangstehen.

In zwei großen randomisierten, kontrollierten Studien ('ONTARGET” [ONgoing Telmisartan Aloneand in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und 'VA NEPHRON-D” [The Veterans

Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-Hemmers miteinem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die 'ONTARGET“-Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder einerzerebrovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mitnachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Für weitere Informationen siehe oben unter der

Überschrift 'Kardiovaskuläre Prävention“.

Die 'VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer

Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuläre

Endpunkte und Mortalität, während ein höheres Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigungund/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarerpharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten mitdiabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der 'ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal

Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer

Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patientenmit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer

Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten Risikos unerwünschter

Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der

Aliskiren-Gruppe numerisch häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte Ereignisseund besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie, Hypotonie,

Nierenfunktionsstörung).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Micardis bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen.

Die blutdrucksenkende Wirkung von zwei Telmisartan-Dosierungen wurde bei 76 größtenteilsübergewichtigen Patienten mit Bluthochdruck im Alter von 6 bis < 18 Jahren (Körpergewicht ≥ 20 kgund ≤ 120 kg, durchschnittlich 74,6 kg), die Telmisartan 1 mg/kg (n = 29) oder 2 mg/kg (n = 31) übereinen vierwöchigen Behandlungszeitraum eingenommen hatten, untersucht. Bei Studieneinschlusswurde das Vorliegen eines sekundären Bluthochdrucks nicht untersucht. Bei einigen der untersuchten

Patienten wurden höhere, als die für die Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenenempfohlene, Dosierungen eingesetzt. Es wurde eine tägliche Dosierung erreicht, die mit einer

Dosierung von 160 mg, die bei erwachsenen Patienten getestet wurde, vergleichbar ist. Nach

Adjustierung für Altersgruppeneffekte war die mittlere systolische Blutdruckänderung im Vergleichzu den Ausgangswerten (primärer Endpunkt) -14,5 (1,7) mm Hg in der Telmisartan 2 mg/kg

Behandlungsgruppe, -9,7 (1,7) mm Hg in der Telmisartan 1 mg/kg Behandlungsgruppeund -6,0 (2,4) mm Hg in der Placebogruppe. Die adjustierten Veränderungen des diastolischen

Blutdrucks im Vergleich zu den Ausgangswerten lagen bei -8,4 (1,5) mm Hg, -4,5 (1,6) mm Hgbzw. -3,5 (2,1) mm Hg. Die Veränderungen waren dosisabhängig. Die Daten dieser Studie zur

Sicherheit der Patienten im Alter von 6 bis < 18 Jahren waren weitgehend mit denen erwachsener

Patienten vergleichbar. Die Sicherheit einer Langzeitbehandlung mit Telmisartan bei Kindern und

Jugendlichen wurde nicht untersucht.

In dieser Patientenpopulation wurde ein Anstieg der eosinophilen Granulozyten berichtet. Dies konntebei Erwachsenen nicht festgestellt werden. Die klinische Signifikanz und Relevanz ist nicht bekannt.

Diese klinischen Daten lassen keine Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheitvon Telmisartan bei Kindern und Jugendlichen mit Bluthochdruck zu.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Telmisartan wird schnell resorbiert, obwohl die resorbierte Menge variiert. Die mittlere absolute

Bioverfügbarkeit von Telmisartan beträgt etwa 50 %. Wird Telmisartan zusammen mit Nahrungeingenommen, so verringert sich die Fläche unter der Plasmakonzentration-Zeit-Kurve (AUC0-∞) von

Telmisartan um etwa 6 % (Dosis 40 mg) und um etwa 19 % (Dosis 160 mg). Drei Stunden nach

Verabreichung sind die Plasmakonzentrationen ähnlich, unabhängig davon, ob Telmisartan nüchternoder zusammen mit Nahrung eingenommen wurde.

Linearität/Nicht-Linearität

Die geringe Abnahme der AUC lässt keine Reduktion der therapeutischen Wirksamkeit erwarten. Esbesteht keine lineare Beziehung zwischen Dosis und Plasmaspiegel. Bei Dosierungen über 40 mgsteigen Cmax und in geringerem Ausmaß AUC nicht proportional an.

Verteilung

Telmisartan wird stark an Plasmaproteine gebunden (> 99,5 %), vor allem an Albumin und an sauresα1-Glykoprotein. Das mittlere scheinbare Verteilungsvolumen im Steady State (Vdss) beträgt etwa500 l.

Biotransformation

Telmisartan als Ausgangssubstanz wird durch Konjugation zum Glucuronid metabolisiert. Für das

Konjugat ist keine pharmakologische Wirkung gezeigt worden.

Elimination

Telmisartan ist durch eine biexponentielle Abbaukinetik charakterisiert, mit einer terminalen

Eliminationshalbwertszeit von > 20 Stunden. Die maximale Plasmakonzentration (Cmax) und, wenigerausgeprägt, die Fläche unter der Plasmakonzentration-Zeit-Kurve (AUC) steigen nicht proportionalmit der Dosis an. Für eine klinisch relevante Kumulation von Telmisartan in der empfohlenen

Dosierung gibt es keinen Hinweis. Die Plasmakonzentrationen waren bei Frauen höher als bei

Männern, ohne dass dies die Wirksamkeit relevant beeinflusste.

Telmisartan wird nach oraler (und intravenöser) Gabe fast ausschließlich mit den Faecesausgeschieden, vorwiegend als unveränderte Verbindung. Die kumulative Ausscheidung mit dem

Harn beträgt weniger als 1 % der Dosis. Verglichen mit der Leberdurchblutung (etwa 1 500 ml/min)ist die Plasma-Gesamtclearance (Cltot) (etwa 1 000 ml/min) hoch.

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von zwei Telmisartan-Dosierungen wurde bei Patienten mit Bluthochdruck(n = 57) im Alter von 6 bis < 18 Jahren, die Telmisartan 1 mg/kg oder 2 mg/kg über einenvierwöchigen Behandlungszeitraum eingenommen hatten, als sekundärer Endpunkt untersucht.

Pharmakokinetische Endpunkte waren die Bestimmung des Steady State von Telmisartan bei Kindernund Jugendlichen sowie die Ermittlung altersabhängiger Unterschiede. Obwohl die Studie zu kleinwar, um eine aussagekräftige Bewertung der Pharmakokinetik bei Kindern unter 12 Jahrenvorzunehmen, waren die Ergebnisse in der Regel konsistent mit denen bei Erwachsenen undbestätigen die Nichtlinearität von Telmisartan, insbesondere der Cmax.

Geschlecht

Unterschiede der Plasmakonzentrationen wurden beobachtet. Im Vergleich zu Männern ist bei Frauen

Cmax ca. 3fach und AUC ca. 2fach höher.

Ältere Patienten

Es bestehen keine Unterschiede in der Pharmakokinetik von Telmisartan zwischen älteren Patientenund Patienten unter 65 Jahren.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mäßig und stark eingeschränkter Nierenfunktion wurde eine Verdopplungder Plasmakonzentrationen beobachtet. Bei Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz wurdenjedoch geringere Plasmakonzentrationen beobachtet. Die Plasmaproteinbindung von Telmisartan beiniereninsuffizienten Patienten ist hoch und die Substanz kann nicht durch Dialyse entfernt werden.

Die Eliminationshalbwertszeit ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht verändert.

Eingeschränkte Leberfunktion

Pharmakokinetische Studien bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion zeigten einen Anstiegder absoluten Bioverfügbarkeit bis nahezu 100 %. Die Eliminationshalbwertszeit ist bei Patienten miteingeschränkter Leberfunktion nicht verändert.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

In präklinischen Sicherheitsstudien bei normotensiven Tieren wurde in Dosierungen, die demtherapeutischen Bereich beim Menschen entsprechen, eine Reduzierung der roten Blutzell-Parameter(Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit), Veränderungen in der renalen Hämodynamik (Anstieg von

Serumharnstoff und Kreatinin) sowie Anstiege im Serumkalium beobachtet. Bei Hunden wurdenrenale tubuläre Dilatation und Atrophie beobachtet. Bei Ratten und Hunden wurden darüber hinaus

Schädigungen der Magenschleimhaut (Erosion, Ulcus oder Entzündung) beschrieben. Diesepharmakologisch bedingten Nebenwirkungen sind von präklinischen Studien mit ACE-Hemmern und

Angiotensin-II-Rezeptorblockern bekannt und konnten durch orale Kochsalzzufuhr verhindert werden.

In beiden Spezies wurde eine erhöhte Plasma-Renin-Aktivität und eine Hypertrophie/Hyperplasie derrenalen juxtaglomerulären Zellen beobachtet. Diese Veränderungen, die ebenfalls einen

Substanzgruppeneffekt von ACE-Hemmern und anderen Angiotensin-II-Rezeptorblockern darstellen,sind offensichtlich klinisch nicht relevant.

Es liegen keine eindeutigen Hinweise auf eine teratogene Wirkung vor. Bei toxischen Dosierungenvon Telmisartan wurde jedoch ein Effekt auf die postnatale Entwicklung der Nachkommen, wieniedrigeres Körpergewicht und verzögertes Öffnen der Augen, beobachtet.

Es liegen keine Hinweise auf Mutagenität und relevante Chromosomenbrüche aus In-vitro-Studienund keine Hinweise auf Karzinogenität bei Ratten und Mäusen vor.

Es wurden keine Auswirkungen von Telmisartan auf die männliche oder weibliche Fertilitätbeobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Povidon (K25)

Meglumin

Natriumhydroxid

Sorbitol (E420)

Magnesiumstearat

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

Micardis 20 mg Tabletten3 Jahre

Micardis 40 mg und 80 mg Tabletten4 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium/Aluminium-Blisterpackungen (PA/Al/PVC/Al oder PA/PA/Al/PVC/Al). Eine

Blisterpackung enthält 7 oder 10 Tabletten.

Micardis 20 mg Tabletten

Packungsgrößen: Blisterpackung mit 14, 28, 56 oder 98 Tabletten.

Micardis 40 mg und 80 mg Tabletten

Packungsgrößen: Blisterpackung mit 14, 28, 56, 84 oder 98 Tabletten oder perforierte

Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen mit 28 × 1, 30 × 1 oder 90 × 1 Tablette und

Mehrfachpackungen mit 360 Tabletten (4 Packungen mit 90 × 1 Tablette).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Telmisartan sollte aufgrund der hygroskopischen Eigenschaften der Tabletten in der ungeöffneten

Blisterpackung aufbewahrt werden. Die Tabletten sollten erst kurz vor der Einnahme aus der

Blisterpackung entnommen werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Boehringer Ingelheim International GmbH

Binger Str. 17355216 Ingelheim am Rhein

Deutschland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

Micardis 20 mg Tabletten

EU/1/98/090/009 (14 Tabletten)

EU/1/98/090/010 (28 Tabletten)

EU/1/98/090/011 (56 Tabletten)

EU/1/98/090/012 (98 Tabletten)

Micardis 40 mg Tabletten

EU/1/98/090/001 (14 Tabletten)

EU/1/98/090/002 (28 Tabletten)

EU/1/98/090/003 (56 Tabletten)

EU/1/98/090/004 (98 Tabletten)

EU/1/98/090/013 (28 × 1 Tablette)

EU/1/98/090/015 (84 Tabletten)

EU/1/98/090/017 (30 × 1 Tablette)

EU/1/98/090/019 (90 × 1 Tablette)

EU/1/98/090/021 (4 × (90 × 1) Tablette)

Micardis 80 mg Tabletten

EU/1/98/090/005 (14 Tabletten)

EU/1/98/090/006 (28 Tabletten)

EU/1/98/090/007 (56 Tabletten)

EU/1/98/090/008 (98 Tabletten)

EU/1/98/090/014 (28 × 1 Tablette)

EU/1/98/090/016 (84 Tabletten)

EU/1/98/090/018 (30 × 1 Tablette)

EU/1/98/090/020 (90 × 1 Tablette)

EU/1/98/090/022 (4 × (90 × 1) Tablette)

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 16. Dezember 1998

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. November 2008

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.