Angewendet bei: Myasthenia gravis
Art der Anwendung: oral
Substanz: Pyridostigminbromid (Cholinesterasehemmer)
ATC: N07AA02 (NERVENSYSTEM | PARASYMPATHOMIMETIKA | Cholinesterasehemmer)
Pyridostigminbromid wird am häufigsten bei Myasthenia gravis eingesetzt, einer Erkrankung, bei der Muskeln rasch ermüden und schwach werden. Es hemmt die Cholinesterase und erhöht Acetylcholin an der Kontaktstelle zwischen Nerv und Muskel. Dadurch können Muskelkraft, Schlucken, Sprechen, Atmung und Belastbarkeit verbessert werden.
Die Einnahme erfolgt oral, meist mehrmals täglich, da die Wirkung nur einige Stunden anhält. Die Dosis wird individuell nach Beschwerden, Tageszeit, Mahlzeiten und Aktivität angepasst. Ändern Sie die Dosis nicht selbst: Zu wenig Arzneimittel lässt Schwäche unkontrolliert, zu viel kann Krämpfe, starke Sekretion und Verschlechterung auslösen.
Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe, vermehrter Speichelfluss, Schwitzen, verschwommenes Sehen, häufiger Harndrang, Muskelkrämpfe oder Muskelzuckungen. Manchmal treten langsamer Puls, niedriger Blutdruck, Bronchialsekret, Atembeschwerden oder zunehmende Schwäche auf. Dann kann eine Dosisanpassung nötig sein.
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe bei Atemnot, stark gestörtem Schlucken, Ohnmacht, sehr langsamem Puls, Verwirrtheit oder plötzlich stärkerer Schwäche. Informieren Sie den Arzt über Asthma, Lungenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Magengeschwür, Darmverschluss oder Harnabflussstörungen. Pyridostigminbromid kontrolliert Symptome, heilt die Erkrankung aber nicht.